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Verfassung
des Kantons Zürich

vom 27. Februar 2005 (Stand am 17. September 2018) 1

1 Diese Veröffentlichung basiert auf jenen der Änderungen im Rahmen der Gewährleis­tungs­­botschaften im BBl. Sie kann vorübergehend von der Veröffentlichung in der kantonalen Gesetzessammlung abweichen. Der Stand bezeichnet daher das Datum des letzten im BBl veröffentlichten Gewährleistungsbeschlusses der Bundesversammlung.

Präambel

Wir, das Volk des Kantons Zürich,

in Verantwortung gegenüber der Schöpfung
und im Wissen um die Grenzen menschlicher Macht,

im gemeinsamen Willen,
Freiheit, Recht und Menschenwürde zu schützen
und den Kanton Zürich als weltoffenen, wirtschaftlich, kulturell und sozial starken Gliedstaat der Schweizerischen Eidgenossenschaft weiter zu entwickeln,

geben uns die folgende Verfassung:

1. Kapitel: Grundlagen

Art. 1  

1 Der Kan­ton Zü­rich ist ein sou­ve­rä­ner Stand der Schwei­ze­ri­schen Eid­ge­nos­sen­schaft.

2 Er grün­det auf der Ei­gen- und Mit­ver­ant­wor­tung sei­ner Ein­woh­ne­rin­nen und Ein­woh­ner.

3 Die Staats­ge­walt be­ruht auf dem Volk. Sie wird von den Stimm­be­rech­tig­ten und den Be­hör­den aus­ge­übt.

4 Der Kan­ton an­er­kennt die Selbst­stän­dig­keit der Ge­mein­den.

Art. 2  

1 Grund­la­ge und Schran­ke staat­li­chen Han­delns ist das Recht.

2 Staat­li­ches Han­deln muss im öf­fent­li­chen In­ter­es­se lie­gen und ver­hält­nis­mäs­sig sein.

3 Be­hör­den und Pri­va­te han­deln nach Treu und Glau­ben.

Art. 3  

1 Der Auf­bau des Staa­tes und die Aus­übung staat­li­cher Macht be­ru­hen auf dem Grund­satz der Ge­wal­ten­tei­lung.

2 Nie­mand darf staat­li­che Macht un­kon­trol­liert oder un­be­grenzt aus­üben.

Art. 4  

Der Kan­ton ar­bei­tet mit den Ge­mein­den, den an­de­ren Kan­to­nen, dem Bund und, in sei­nem Zu­stän­dig­keits­be­reich, mit dem Aus­land zu­sam­men.

Art. 5  

1 Je­de Per­son nimmt Ver­ant­wor­tung für sich sel­ber wahr und trägt nach ih­ren Kräf­ten zur Be­wäl­ti­gung der Auf­ga­ben in Staat und Ge­sell­schaft bei.

2 Der Kan­ton und die Ge­mein­den an­er­ken­nen die In­itia­ti­ve von Ein­zel­nen und von Or­ga­ni­sa­tio­nen zur För­de­rung des Ge­mein­wohls. Sie för­dern die Hil­fe zur Selbst­hil­fe.

3 Sie neh­men Auf­ga­ben von öf­fent­li­chem In­ter­es­se wahr, so­weit Pri­va­te sie nicht an­ge­mes­sen er­fül­len.

Art. 6  

1 Kan­ton und Ge­mein­den sor­gen für die Er­hal­tung der Le­bens­grund­la­gen.

2 In Ver­ant­wor­tung für die kom­men­den Ge­ne­ra­tio­nen sind sie ei­ner öko­lo­gisch, wirt­schaft­lich und so­zi­al nach­hal­ti­gen Ent­wick­lung ver­pflich­tet.

Art. 7  

Kan­ton und Ge­mein­den schaf­fen güns­ti­ge Vor­aus­set­zun­gen für den Dia­log zwi­schen den Kul­tu­ren, Welt­an­schau­un­gen und Re­li­gio­nen.

Art. 8  

Kan­ton und Ge­mein­den schaf­fen güns­ti­ge Rah­men­be­din­gun­gen für wirt­schaft­li­che, kul­tu­rel­le, so­zia­le und öko­lo­gi­sche In­no­va­ti­on.

2. Kapitel: Grundrechte

Art. 9  

Die Wür­de des Men­schen ist un­an­tast­bar.

Art. 10  

1 Die Men­schen­rech­te und Grund­rech­te sind ge­mä­ss der Bun­des­ver­fas­sung2, den für die Schweiz ver­bind­li­chen in­ter­na­tio­na­len Ab­kom­men und der Kan­tons­ver­fas­sung ge­währ­leis­tet.

2 Die Be­stim­mun­gen der Bun­des­ver­fas­sung über die Ver­wirk­li­chung und die Ein­schrän­kung der Grund­rech­te gel­ten auch für die Grund­rech­te des kan­to­na­len Rechts.

Art. 11  

1 Al­le Men­schen sind vor dem Ge­setz gleich.

2 Nie­mand darf dis­kri­mi­niert wer­den, na­ment­lich nicht we­gen der Her­kunft, der Ras­se, des Ge­schlechts, des Al­ters, ge­ne­ti­scher Merk­ma­le, der Spra­che, der se­xu­el­len Ori­en­tie­rung, der so­zia­len Stel­lung, der Le­bens­form, der re­li­gi­ösen, welt­an­schau­li­chen oder po­li­ti­schen Über­zeu­gung oder we­gen ei­ner kör­per­li­chen, geis­ti­gen oder psy­chi­schen Be­hin­de­rung.

3 Mann und Frau sind gleich­be­rech­tigt. Sie ha­ben An­spruch auf glei­chen Zu­gang zu Bil­dungs­ein­rich­tun­gen und Äm­tern, auf glei­che Aus­bil­dung so­wie auf glei­chen Lohn für gleich­wer­ti­ge Ar­beit. Kan­ton und Ge­mein­den för­dern die tat­säch­li­che Gleich­stel­lung von Frau und Mann in al­len Le­bens­be­rei­chen.

4 Men­schen mit Be­hin­de­run­gen ha­ben An­spruch auf Zu­gang zu öf­fent­li­chen Bau­ten, An­la­gen, Ein­rich­tun­gen und Leis­tun­gen. Ent­spre­chen­de Mass­nah­men müs­sen wirt­schaft­lich zu­mut­bar sein.

5 Um die tat­säch­li­che Gleich­stel­lung zu er­rei­chen, sind För­der­mass­nah­men zu Guns­ten von Be­nach­tei­lig­ten zu­läs­sig.

Art. 12  

Die Spra­chen­frei­heit um­fasst auch die Ge­bär­den­spra­che.

Art. 13  

Je­der Mensch hat das Recht, die Form des part­ner­schaft­li­chen Zu­sam­men­le­bens frei zu wäh­len. Der Staat kann ne­ben der Ehe auch an­de­re For­men des Zu­sam­men­le­bens an­er­ken­nen.

Art. 14  

1 Das Recht auf Bil­dung ist ge­währ­leis­tet.

2 Es um­fasst auch den gleich­be­rech­tig­ten Zu­gang zu den Bil­dungs­ein­rich­tun­gen.

Art. 15  

Das Recht auf Grün­dung, Or­ga­ni­sa­ti­on und Be­such pri­va­ter Bil­dungs­stät­ten ist ge­währ­leis­tet.

Art. 16  

Die Be­hör­den sind ver­pflich­tet, Pe­ti­tio­nen zu prü­fen und in­nert sechs Mo­na­ten da­zu Stel­lung zu neh­men.

Art. 17  

Je­de Per­son hat das Recht auf Zu­gang zu amt­li­chen Do­ku­men­ten, so­weit nicht über­wie­gen­de öf­fent­li­che oder pri­va­te In­ter­es­sen ent­ge­gen­ste­hen.

Art. 18  

1 Je­de Per­son hat vor Ge­richts- und Ver­wal­tungs­in­stan­zen An­spruch auf ra­sche und wohl­fei­le Er­le­di­gung des Ver­fah­rens.

2 Par­tei­en ha­ben An­spruch auf einen be­grün­de­ten Ent­scheid mit Rechts­mit­tel­be­leh­rung.

3. Kapitel: Sozialziele

Art. 19  

1 Die So­zi­al­zie­le der Bun­des­ver­fas­sung3 sind auch So­zi­al­zie­le des Kan­tons und der Ge­mein­den.

2 Kan­ton und Ge­mein­den set­zen sich im Wei­te­ren da­für ein, dass

a.
El­tern vor und nach der Ge­burt ei­nes Kin­des nicht in ei­ne Not­la­ge ge­ra­ten;
b.
Vor­aus­set­zun­gen für die Be­treu­ung von Kin­dern in­ner­halb und aus­ser­halb der Fa­mi­lie ge­schaf­fen wer­den;
c.
äl­te­re Men­schen ihr Le­ben nach ih­ren Kräf­ten selbst­be­stimmt ge­stal­ten und an der ge­sell­schaft­li­chen Ent­wick­lung teil­ha­ben kön­nen.

3 Kan­ton und Ge­mein­den stre­ben die Ver­wirk­li­chung der So­zi­al­zie­le im Rah­men ih­rer Zu­stän­dig­kei­ten und ih­rer ver­füg­ba­ren Mit­tel an.

4 Aus den So­zi­al­zie­len kön­nen kei­ne un­mit­tel­ba­ren An­sprü­che auf staat­li­che Leis­tun­gen ab­ge­lei­tet wer­den.

4. Kapitel: Bürgerrecht

Art. 20  

1 Das Kan­tons­bür­ger­recht be­ruht auf dem Ge­mein­de­bür­ger­recht.

2 Das Ge­setz be­stimmt im Rah­men des Bun­des­rechts ab­sch­lies­send die Vor­aus­set­zun­gen für den Er­werb und den Ver­lust des Kan­tons- und des Ge­mein­de­bür­ger­rechts.

3 Per­so­nen, die im or­dent­li­chen Ver­fah­ren ein­ge­bür­gert wer­den wol­len, müs­sen:

a.
über an­ge­mes­se­ne Kennt­nis­se der deut­schen Spra­che ver­fü­gen;
b.
in der La­ge sein, für sich und ih­re Fa­mi­li­en auf­zu­kom­men;
c.
mit den hie­si­gen Ver­hält­nis­sen ver­traut sein;
d.
die schwei­ze­ri­sche Rechts­ord­nung be­ach­ten.
Art. 21  

1 Die Ge­mein­de­ord­nung legt fest, ob ein von den Stimm­be­rech­tig­ten ge­wähl­tes Or­gan oder die Ge­mein­de­ver­samm­lung das Ge­mein­de­bür­ger­recht er­teilt. Ur­nen­ab­stim­mun­gen sind aus­ge­schlos­sen.

2 Das Ge­setz re­gelt die Zu­stän­dig­keit für die Er­tei­lung des Kan­tons­bür­ger­rechts.

5. Kapitel: Volksrechte

A. Stimm- und Wahlrecht

Art. 22  

Das Stimm- und Wahl­recht und die wei­te­ren po­li­ti­schen Rech­te in Kan­tons- und Ge­mein­de­an­ge­le­gen­hei­ten ste­hen al­len Schwei­ze­rin­nen und Schwei­zern zu, die im Kan­ton woh­nen, das 18. Le­bens­jahr zu­rück­ge­legt ha­ben und in eid­ge­nös­si­schen An­ge­le­gen­hei­ten stimm­be­rech­tigt sind.

B. Initiativrecht

Art. 23  

Mit ei­ner In­itia­ti­ve kann je­der­zeit ver­langt wer­den:

a.
die To­tal- oder die Teil­re­vi­si­on der Ver­fas­sung (Ver­fas­sungs­i­ni­tia­ti­ve);
b.
der Er­lass, die Än­de­rung oder die Auf­he­bung ei­nes Ge­set­zes (Ge­set­ze­si­ni­tia­ti­ve);
c.
der Er­lass, die Än­de­rung oder die Auf­he­bung ei­nes dem Re­fe­ren­dum un­ter­ste­hen­den Kan­tons­rats­be­schlus­ses;
d.
die Ein­rei­chung ei­ner Stan­des­i­ni­tia­ti­ve;
e.
die Auf­nah­me von Ver­hand­lun­gen über Ab­schluss oder Än­de­rung ei­nes in­ter­kan­to­na­len oder in­ter­na­tio­na­len Ver­tra­ges, der dem Re­fe­ren­dum un­ter­steht, oder die Kün­di­gung ei­nes sol­chen Ver­tra­ges.
Art. 24  

Ei­ne In­itia­ti­ve kön­nen ein­rei­chen:

a.
6000 Stimm­be­rech­tig­te (Volks­i­ni­tia­ti­ve);
b.
ei­ne oder meh­re­re Be­hör­den (Be­hör­de­nini­tia­ti­ve);
c.
ei­ne ein­zel­ne stimm­be­rech­tig­te Per­son (Ein­ze­li­ni­tia­ti­ve).
Art. 25  

1 Ei­ne In­itia­ti­ve kann als all­ge­mei­ne An­re­gung oder als aus­ge­ar­bei­te­ter Ent­wurf ein­ge­reicht wer­den. Die In­itia­ti­ve auf To­tal­re­vi­si­on der Kan­tons­ver­fas­sung kann nur als all­ge­mei­ne An­re­gung ein­ge­reicht wer­den.

2 Die In­itia­ti­ve muss einen Ti­tel tra­gen. Die­ser darf nicht ir­re­füh­rend sein.

3 Ist die In­itia­ti­ve in der Form nicht ein­heit­lich, so wird sie als all­ge­mei­ne An­re­gung be­han­delt.

4 Hat sie die Form der all­ge­mei­nen An­re­gung, so be­stimmt der Kan­tons­rat, in wel­cher Rechts­form sie um­ge­setzt wird.

Art. 26  

Ei­ne Volks­i­ni­tia­ti­ve wird vor Be­ginn der Un­ter­schrif­ten­samm­lung auf Ein­hal­tung der Form­vor­schrif­ten ge­prüft.

Art. 27  

Die Volks­i­ni­tia­ti­ve kommt zu­stan­de, wenn sie in­nert sechs Mo­na­ten nach Ab­schluss der Vor­prü­fung mit den er­for­der­li­chen Un­ter­schrif­ten ein­ge­reicht wird.

Art. 28  

1 Ei­ne In­itia­ti­ve ist gül­tig, wenn sie:

a.
die Ein­heit der Ma­te­rie wahrt;
b.
nicht ge­gen über­ge­ord­ne­tes Recht ver­stösst;
c.
nicht of­fen­sicht­lich un­durch­führ­bar ist.

2 Der Kan­tons­rat er­klärt ei­ne Volks­i­ni­tia­ti­ve, wel­che die­se Vor­aus­set­zun­gen nicht er­füllt, für un­gül­tig. Er kann sie aber auch für teil­wei­se gül­tig er­klä­ren oder auf­tei­len.

3 Der Kan­tons­rat ent­schei­det mit ei­ner Mehr­heit von zwei Drit­teln der an­we­sen­den Mit­glie­der.

Art. 29

1 Die Volks­ab­stim­mung über ei­ne In­itia­ti­ve fin­det in­nert 30 Mo­na­ten nach Ein­rei­chung statt.

2 Be­schliesst der Kan­tons­rat bei ei­ner In­itia­ti­ve in der Form der all­ge­mei­nen An­re­gung, kei­ne aus­for­mu­lier­te Vor­la­ge aus­ar­bei­ten zu las­sen, so fin­det die Volks­ab­stim­mung in­nert 18 Mo­na­ten nach Ein­rei­chung der In­itia­ti­ve statt.

Art. 30  

1 Der Kan­tons­rat kann ei­ner In­itia­ti­ve oder der Vor­la­ge, die er auf Grund ei­ner Volks­i­ni­tia­ti­veaus­ge­ar­bei­tet hat, in der Volks­ab­stim­mungeinen Ge­gen­vor­schlag ge­gen­über­stel­len. Die­ser muss die glei­che Rechts­form ha­benwie die Haupt­vor­la­ge.

2 Ar­bei­tet der Kan­tons­rat einen Ge­gen­vor­schlag aus, so fin­det die Volks­ab­stim­mung in­nert 36 Mo­na­ten nach Ein­rei­chung der In­itia­ti­ve statt.

Art. 31  

1 Un­ter­stüt­zen 60 Mit­glie­der des Kan­tons­ra­tesei­ne Be­hör­den- oder ei­ne Ein­ze­li­ni­tia­ti­vevor­läu­fig, so wird sie dem Re­gie­rungs­rat zu Be­richt und An­trag über­wie­sen.

2 Kommt die vor­läu­fi­ge Un­ter­stüt­zung nicht zu Stan­de oder fin­det die In­itia­ti­ve in der Be­ra­tung über den An­trag der Re­gie­rung kei­ne Mehr­heit im Kan­tons­rat, so ist die In­itia­ti­ve ge­schei­tert.

C. Volksabstimmungen

Art. 32  

Dem Volk wer­den zur Ab­stim­mung un­ter­brei­tet:

a.
Ver­fas­sungs­än­de­run­gen;
b.
in­ter­kan­to­na­le und in­ter­na­tio­na­le Ver­trä­ge, de­ren In­halt Ver­fas­sungs­rang hat;
c.
Volks­i­ni­tia­ti­ven in der Form des aus­ge­ar­bei­te­ten Ent­wurfs, de­nen der Kan­tons­rat nicht zu­stimmt;
d.
Volks­i­ni­tia­ti­ven in der Form der all­ge­mei­nen An­re­gung, die der Kan­tons­rat nicht um­set­zen will;
e.
Volks­i­ni­tia­ti­ven, de­nen der Kan­tons­rat einen Ge­gen­ent­wurf ge­gen­über­stellt;
f.
Steu­er­ge­set­ze (Art. 125 Abs. 1 und Art. 130 Abs. 3 Bst. b) und ih­re Än­de­run­gen, die neue Steu­ern ein­füh­ren oder für die Ein­zel­nen hö­he­re Steu­er­be­las­tun­gen zur Fol­ge ha­ben.
Art. 33  

1 Dem Volk wer­den auf Ver­lan­gen zur Ab­stim­mung un­ter­brei­tet:

a.
der Er­lass, die Än­de­rung oder die Auf­he­bung von Ge­set­zen;
b.
in­ter­kan­to­na­le und in­ter­na­tio­na­le Ver­trä­ge, de­ren In­halt Ge­set­zes­rang hat;
c.
Be­schlüs­se des Kan­tons­ra­tes, die durch Ge­setz dem Re­fe­ren­dum un­ter­stellt sind;
d.
Be­schlüs­se des Kan­tons­ra­tes über:
1.
neue ein­ma­li­ge Aus­ga­ben von mehr als 6 Mil­lio­nen Fran­ken,
2.
neue wie­der­keh­ren­de Aus­ga­ben von jähr­lich mehr als 600 000 Fran­ken;
e.
Be­schlüs­se des Kan­tons­ra­tes von grund­le­gen­der Be­deu­tung, die lang­fris­ti­ge Aus­wir­kun­gen auf die all­ge­mei­nen Le­bens­grund­la­gen ha­ben;
f.
die Grund­zü­ge der Ver­nehm­las­sung des Kan­tons zu Vor­la­gen des Bun­des, die von grund­le­gen­der Be­deu­tung sind, lang­fris­ti­ge Aus­wir­kun­gen auf die all­ge­mei­nen Le­bens­grund­la­gen ha­ben und auf Bun­des­ebe­ne nicht dem Re­fe­ren­dum un­ter­stellt sind.

2 Ei­ne Volks­ab­stim­mung kön­nen ver­lan­gen:

a.
3000 Stimm­be­rech­tig­te (Volks­re­fe­ren­dum);
b.
12 po­li­ti­sche Ge­mein­den, die Stadt Zü­rich oder die Stadt Win­ter­thur (Ge­mein­de­re­fe­ren­dum);
c.
45 Mit­glie­der des Kan­tons­ra­tes (Kan­tons­rats­re­fe­ren­dum).

3 Die Volks­ab­stim­mung muss in­nert 60 Ta­gen nach der amt­li­chen Ver­öf­fent­li­chung des Kan­tons­rats­be­schlus­ses schrift­lich ver­langt wer­den. Beim Kan­tons­rats­re­fe­ren­dum be­trägt die Frist 14 Ta­ge ab Be­schluss des Ra­tes.

4 Die Ge­mein­den be­stim­men,wel­ches Or­gandas Ge­mein­de­re­fe­ren­dum er­grei­fen kann. Die StadtZü­richund die StadtWin­ter­thurkön­nen nur mit Be­schluss ih­res Par­la­ments das Re­fe­ren­dum al­lei­ne er­grei­fen.

Art. 34  

1 Für den Fall ei­ner Volks­ab­stim­mung kann der Kan­tons­rat aus­nahms­wei­se be­schlies­sen:

a.
der gan­zen Vor­la­ge oder ein­zel­nen Be­stim­mun­gen ei­ne Va­ri­an­te ge­gen­über­zu­stel­len;
b.
zu­sätz­lich zur gan­zen Vor­la­ge auch über ein­zel­ne Be­stim­mun­gen ab­stim­men zu las­sen.

2 Fin­det kei­ne Volks­ab­stim­mung statt, so gilt die vom Kan­tons­rat ver­ab­schie­de­te Haupt­vor­la­ge.

Art. 354  

4 Auf­ge­ho­ben in der Volks­ab­stim­mung vom 23. Sept. 2012, mit Wir­kung seit 1. Mai 2013. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 24. Sept. 2014 (BBl 2014 7859Art. 1 Ziff. 1 3723).

Art. 36  

Ge­lan­gen zwei Vor­la­gen zur Ab­stim­mung, die sich ge­gen­sei­tig aus­sch­lies­sen, so kön­nen die Stimm­be­rech­tig­ten bei­den Vor­la­gen zu­stim­men und an­ge­ben, wel­che sie be­vor­zu­gen.

Art. 37  

1 Ge­set­ze, de­ren In­kraft­tre­ten kei­nen Auf­schub er­trägt, kön­nen vom Kan­tons­rat mit ei­ner Mehr­heit von zwei Drit­teln der an­we­sen­den Mit­glie­der so­fort in Kraft ge­setzt wer­den.

2 Wird das Re­fe­ren­dum er­grif­fen, so fin­det die Volks­ab­stim­mung in­nert sechs Mo­na­ten nach In­kraft­tre­ten des Ge­set­zes statt.

3 Wird das Ge­setz ab­ge­lehnt, so tritt es un­mit­tel­bar nach der Volks­ab­stim­mung aus­ser Kraft.

D. Rechtsetzung

Art. 38  

1 Al­le wich­ti­gen Rechts­sät­ze des kan­to­na­len Rechts wer­den in der Form des Ge­set­zes er­las­sen. Da­zu ge­hö­ren na­ment­lich die we­sent­li­chen Be­stim­mun­gen über:

a.
die Aus­übung der Volks­rech­te;
b.
die Ein­schrän­kung ver­fas­sungs­mäs­si­ger Rech­te;
c.
Or­ga­ni­sa­ti­on und Auf­ga­ben der Be­hör­den;
d.
Vor­aus­set­zun­gen und Be­mes­sungs­grund­la­gen von Steu­ern und an­de­ren Ab­ga­ben, mit Aus­nah­me von Ge­büh­ren in ge­rin­ger Hö­he;
e.
Zweck, Art und Um­fang staat­li­cher Leis­tun­gen;
f.
dau­ern­de oder wie­der­keh­ren­de Auf­ga­ben des Kan­tons;
g.
die Über­tra­gung von Auf­ga­ben an die Ge­mein­den, wenn sie zu ei­ner fi­nan­zi­el­len Mehr­be­las­tung der Ge­mein­den führt;
h.
Art und Um­fang der Über­tra­gung öf­fent­li­cher Auf­ga­ben an Pri­va­te.

2 We­ni­ger wich­ti­ge Rechts­sät­ze, na­ment­lich sol­che über den Voll­zug der Ge­set­ze, wer­den in der Form der Ver­ord­nung er­las­sen.

3 Ver­fas­sung und Ge­setz be­stim­men, wel­che Be­hör­den Ver­ord­nun­gen er­las­sen kön­nen.

E. Demokratisches Engagement

Art. 39  

1 Kan­ton und Ge­mein­den un­ter­stüt­zen das de­mo­kra­ti­sche po­li­ti­sche En­ga­ge­ment.

2 Po­li­ti­sche Par­tei­en sind we­sent­li­che Trä­ger der De­mo­kra­tie und wir­ken bei der Mei­nungs- und Wil­lens­bil­dung der Stimm­be­rech­tig­ten mit.

3 Kan­ton, Ge­mein­den und po­li­ti­sche Par­tei­en tra­gen zur Vor­be­rei­tung der Ju­gend­li­chen auf die Mit­wir­kung und Mit­ver­ant­wor­tung in Staat und Ge­sell­schaft bei.

6. Kapitel: Behörden

A. Allgemeine Bestimmungen

Art. 40  

1 In den Kan­tons­rat, den Re­gie­rungs­rat, die obers­ten kan­to­na­len Ge­rich­te und den Stän­de­rat kann ge­wählt wer­den, wer in kan­to­na­len An­ge­le­gen­hei­ten stimm­be­rech­tigt ist. Wer in die üb­ri­gen Be­hör­den ge­wählt wer­den kann, be­stimmt das Ge­setz.

2 Kan­ton und Ge­mein­den stre­ben ei­ne an­ge­mes­se­ne Ver­tre­tung bei­der Ge­schlech­ter in Be­hör­den und Kom­mis­sio­nen an.

Art. 41  

1 Die Amts­dau­er der Be­hör­den­mit­glie­der be­trägt vier Jah­re.

2 Für die Rich­te­rin­nen und Rich­ter be­trägt sie sechs Jah­re.

Art. 42  

1 Die Mit­glie­der des Kan­tons­ra­tes, des Re­gie­rungs­ra­tes, der obers­ten kan­to­na­len Ge­rich­te und der kan­to­na­len Om­buds­stel­le dür­fen nicht gleich­zei­tig ei­ner an­de­ren die­ser Be­hör­den an­ge­hö­ren.

2 Das Ge­setz kann wei­te­re Un­ver­ein­bar­kei­ten vor­se­hen.

Art. 43  

1 Wer öf­fent­li­che Auf­ga­ben wahr­nimmt, tritt bei Ge­schäf­ten, die sie oder ihn un­mit­tel­bar be­tref­fen, in den Aus­stand. Aus­ge­nom­men ist die Recht­set­zung im Par­la­ment.

2 Das Ge­setz kann wei­te­re Aus­stands­grün­de vor­se­hen.

Art. 44  

1 Die Mit­glie­der des Kan­tons­ra­tes und des Re­gie­rungs­ra­tes äus­sern sich im Kan­tons­rat frei und kön­nen da­für nicht be­langt wer­den.

2 Der Kan­tons­rat kann die Im­mu­ni­tät mit Zu­stim­mung von zwei Drit­teln der an­we­sen­den Mit­glie­der auf­he­ben.

3 Die Mit­glie­der des Re­gie­rungs­ra­tes und der obers­ten kan­to­na­len Ge­rich­te kön­nen we­gen ih­rer Hand­lun­gen und Äus­se­run­gen im Amt nur mit vor­he­ri­ger Zu­stim­mung des Kan­tons­ra­tes straf­recht­lich ver­folgt wer­den.

Art. 45  

Kan­ton und Ge­mein­den schaf­fen güns­ti­ge Rah­men­be­din­gun­gen fürdie ne­ben­amt­li­che Tä­tig­keit in Be­hör­den.

Art. 46  

1 Der Kan­ton, die Ge­mein­den und die Or­ga­ni­sa­tio­nen des öf­fent­li­chen Rechts haf­ten kau­sal für den Scha­den, den Be­hör­den oder Per­so­nen in ih­rem Dienst durch rechts­wid­ri­ge amt­li­che Tä­tig­keit oder Un­ter­las­sung ver­ur­sacht ha­ben.

2 Pri­va­te, die öf­fent­li­che Auf­ga­ben er­fül­len, haf­ten kau­sal für den Scha­den, den sie da­bei durch rechts­wid­ri­ge Tä­tig­keit oder Un­ter­las­sung ver­ur­sa­chen. Die auf­trag­ge­ben­de Stel­le haf­tet sub­si­di­är.

3 Das Ge­setz kann ei­ne Haf­tung aus Bil­lig­keit vor­se­hen.

Art. 47  

1 Das Ar­beits­ver­hält­nis des Staats- und Ge­mein­de­per­so­nals un­ter­steht dem öf­fent­li­chen Recht.

2 Das Ge­setz re­gelt die Ver­ant­wort­lich­keit ge­gen­über Kan­ton und Ge­mein­den von:

a.
Staats- und Ge­mein­de­per­so­nal;
b.
Be­hör­den­mit­glie­dern;
c.
Pri­va­ten, die öf­fent­li­che Auf­ga­ben wahr­neh­men.
Art. 48  

Die Amtss­pra­che ist Deutsch.

Art. 49  

Die Be­hör­den in­for­mie­ren von sich aus und auf An­fra­ge über ih­re Tä­tig­keit, so­weit nicht über­wie­gen­de öf­fent­li­che oder pri­va­te In­ter­es­sen ent­ge­gen­ste­hen.

B. Kantonsrat

Art. 50  

1 Der Kan­tons­rat übt im Zu­sam­men­wir­ken mit den Stimm­be­rech­tig­ten die ver­fas­sungs­ge­ben­de und die ge­setz­ge­ben­de Ge­walt aus.

2 Er ist ein Mi­liz­par­la­ment und be­steht aus 180 Mit­glie­dern.

Art. 51  

1 Die Mit­glie­der des Kan­tons­ra­tes wer­den nach dem Ver­hält­nis­wahl­ver­fah­ren vom Volk ge­wählt.

2 Wahl­krei­se sind die Be­zir­ke. Gros­se Be­zir­ke kön­nen auf­ge­teilt wer­den.

3 Die Sitz­ver­tei­lung ist so zu re­geln, dass der Wil­le je­der Wäh­le­rin und je­des Wäh­lers im gan­zen Kan­ton mög­lichst glei­ches Ge­wicht hat.

Art. 52  

1 Die Mit­glie­der des Kan­tons­ra­tes stim­men oh­ne Wei­sun­gen.

2 Sie le­gen ih­re In­ter­es­sen­bin­dun­gen of­fen.

Art. 53  

Die Ver­hand­lun­gen des Kan­tons­ra­tes sind öf­fent­lich.

Art. 54  

1 Der Kan­tons­rat be­schliesst über:

a.
Vor­la­gen zur Än­de­rung der Ver­fas­sung;
b.
Ge­set­ze;
c.
in­ter­kan­to­na­le und in­ter­na­tio­na­le Ver­trä­ge, so­weit nicht der Re­gie­rungs­rat zu­stän­dig ist.

2 Vor­be­hal­ten blei­ben die Volks­rech­te.

Art. 55  

1 Der Kan­tons­rat nimmt zu grund­le­gen­den Plä­nen der staat­li­chen Tä­tig­keit Stel­lung. Er äus­sert sich ins­be­son­de­re zu den Schwer­punk­ten der Auf­ga­ben- und Fi­nanz­pla­nung.

2 Er be­schliesst über die Grund­zü­ge der räum­li­chen Ent­wick­lung.

Art. 56  

1 Der Kan­tons­rat be­schliesst mit ein­fa­chem Mehr über:

a.
das Bud­get;
b.
den Steu­er­fuss für die Staats­steu­er;
c.
die Ge­neh­mi­gung der Staats­rech­nung;
d.
die Ver­äus­se­rung von Ver­mö­gens­wer­ten über 3 Mil­lio­nen Fran­ken, die öf­fent­li­chen Zwe­cken die­nen.

2 Der Zu­stim­mung der Mehr­heit al­ler Mit­glie­der be­dür­fen:

a.
neue ein­ma­li­ge Aus­ga­ben von mehr als 3 Mil­lio­nen Fran­ken;
b.
neue wie­der­keh­ren­de Aus­ga­ben von jähr­lich mehr als 300 000 Fran­ken;
c.
Be­schlüs­se im Rah­men der Bud­get­be­ra­tung, die zu ei­ner hö­he­ren Be­las­tung des Kan­tons ge­gen­über dem Ent­wurf des Re­gie­rungs­ra­tes füh­ren;
d.
Be­stim­mun­gen, die Staats­bei­trä­ge oder Fi­nanz­aus­gleichs­be­trä­ge be­tref­fen und Mehr­aus­ga­ben nach sich zie­hen kön­nen.

3 Der Kan­tons­rat be­schliesst in­nert sechs Mo­na­ten über An­trä­ge des Re­gie­rungs­ra­tes, die dem mit­tel­fris­ti­gen Aus­gleich der lau­fen­den Rech­nung des Staats­haus­hal­tes die­nen. Er ist an den Ge­samt­be­trag der mit den An­trä­gen er­ziel­ba­ren Sal­do­ver­bes­se­rung ge­bun­den.

Art. 57  

1 Der Kan­tons­rat übt die Kon­trol­le über Re­gie­rung, Ver­wal­tung und an­de­re Trä­ger öf­fent­li­cher Auf­ga­ben so­wie über den Ge­schäfts­gang der obers­ten kan­to­na­len Ge­rich­te aus.

2 Das Ge­setz be­stimmt die da­für not­wen­di­gen Aus­kunfts- und Ein­sichts­rech­te.

Art. 58  

Der Kan­tons­rat wählt sei­ne ei­ge­nen Or­ga­ne und nimmt die wei­te­ren ihm über­tra­ge­nen Wahlen vor.

Art. 59  

1 Der Kan­tons­rat kann:

a.
im Na­men des Kan­tons auf Bun­des­ebe­ne das fa­kul­ta­ti­ve Re­fe­ren­dum er­grei­fen;
b.
der Bun­des­ver­samm­lung ei­ne Stan­des­i­ni­tia­ti­ve ein­rei­chen.

2 Er be­schliesst über:

a.
Vor­la­gen, die dem fa­kul­ta­ti­ven Re­fe­ren­dum un­ter­ste­hen;
b.
Be­gna­di­gungs­ge­su­che, die der Re­gie­rungs­rat be­für­wor­tet.

3 Der Kan­tons­rat kann im Rah­men sei­ner Zu­stän­dig­keit den Re­gie­rungs­rat mit der Er­ar­bei­tung von Vor­la­gen be­auf­tra­gen.

4 Das Ge­setz kann dem Kan­tons­rat wei­te­re Auf­ga­ben und Be­fug­nis­se über­tra­gen.

C. Regierungsrat

Art. 60  

1 Der Re­gie­rungs­rat ist die obers­te lei­ten­de und voll­zie­hen­de Be­hör­de des Kan­tons.

2 Er wahrt die Ver­fas­sung und setzt die Ge­set­ze, die Ver­ord­nun­gen und die Be­schlüs­se des Kan­tons­ra­tes um.

Art. 61  

1 Der Re­gie­rungs­rat be­steht aus sie­ben voll­amt­li­chen Mit­glie­dern.

2 Er wählt für je ein Jahr sei­ne Prä­si­den­tin oder sei­nen Prä­si­den­ten und sei­ne Vi­ze­prä­si­den­tin oder sei­nen Vi­ze­prä­si­den­ten.

Art. 62  

1 Die Mit­glie­der des Re­gie­rungs­ra­tes wer­den gleich­zei­tig mit dem Kan­tons­rat vom Volk ge­wählt.

2 Die Wahl er­folgt nach dem Mehr­heits­wahl­ver­fah­ren.

3 Wahl­kreis ist der gan­ze Kan­ton.

Art. 63  

1 Die Mit­glie­der des Re­gie­rungs­ra­tes dür­fen kei­ne an­de­re be­zahl­te Tä­tig­keit aus­üben.

2 Aus­ge­nom­men ist die vom Kan­tons­rat be­wil­lig­te Ver­tre­tung des Kan­tons in Or­ga­ni­sa­tio­nen des öf­fent­li­chen und pri­va­ten Rechts.

3 Der Bun­des­ver­samm­lung dür­fen höchs­tens zwei Mit­glie­der des Re­gie­rungs­ra­tes an­ge­hö­ren.

Art. 64  

Die Mit­glie­der des Re­gie­rungs­ra­tesha­benin den Ver­hand­lun­gen des Kan­tons­ra­tes und sei­ner Kom­mis­sio­nen be­ra­ten­de Stim­me und An­trags­recht.

Art. 65  

1 Der Re­gie­rungs­rat fasst sei­ne Be­schlüs­se als Kol­le­gi­al­be­hör­de.

2 Die Vor­be­rei­tung der Re­gie­rungs­ge­schäf­te und der Voll­zug der Be­schlüs­se wer­den auf Di­rek­tio­nen ver­teilt.

3 Je­der Di­rek­ti­on steht ein Mit­glied des Re­gie­rungs­ra­tes vor.

4 Der Re­gie­rungs­rat kann den Di­rek­tio­nen und den ih­nen un­ter­stell­ten Ver­wal­tungs­ein­hei­ten Ge­schäf­te zur selbst­stän­di­gen Er­le­di­gung über­tra­gen.

Art. 66  

1 Der Re­gie­rungs­rat be­stimmt auf Grund ei­ner lang­fris­ti­gen Be­trach­tung die Zie­le und die Mit­tel sei­ner Re­gie­rungs­po­li­tik.

2 Er bringt die­se zu Be­ginn je­der Amts­pe­ri­ode dem Kan­tons­rat zur Kennt­nis.

Art. 67  

1 Der Re­gie­rungs­rat lei­tet in der Re­gel das Vor­ver­fah­ren der Recht­set­zung. Er weist in sei­nen Be­rich­ten auf die lang­fris­ti­gen öko­lo­gi­schen, wirt­schaft­li­chen und so­zia­len Aus­wir­kun­gen hin.

2 Er kann Ver­ord­nun­gen über den Voll­zug von Ge­set­zen er­las­sen.

Art. 68  

1 Der Re­gie­rungs­rat er­ar­bei­tet den Bud­get­ent­wurf und die Staats­rech­nung.

2 Er be­schliesst im Rah­men des Bud­gets über:

a.
neue ein­ma­li­ge Aus­ga­ben bis 3 Mil­lio­nen Fran­ken;
b.
neue wie­der­keh­ren­de Aus­ga­ben bis jähr­lich 300 000 Fran­ken;
c.
ge­bun­de­ne Aus­ga­ben.

3 Er be­schliesst über die Ver­äus­se­rung von Ver­mö­gens­wer­ten bis 3 Mil­lio­nen Fran­ken, die öf­fent­li­chen Zwe­cken die­nen.

Art. 69  

1 Der Re­gie­rungs­rat han­delt in­ter­kan­to­na­le und in­ter­na­tio­na­le Ver­trä­ge aus. Er ist im Rah­men sei­ner Ver­ord­nungs­kom­pe­tenz al­lein für de­ren Ab­schluss zu­stän­dig.

2 Er in­for­miert die zu­stän­di­ge Kom­mis­si­on des Kan­tons­ra­tes lau­fend und um­fas­send über Vor­ha­ben der in­ter­kan­to­na­len und in­ter­na­tio­na­len Zu­sam­men­ar­beit.

Art. 70  

1 Der Re­gie­rungs­rat lei­tet die kan­to­na­le Ver­wal­tung und be­stimmt im Rah­men des Ge­set­zes ih­re Or­ga­ni­sa­ti­on.

2 Er sorgt da­für, dass die Ver­wal­tung recht­mäs­sig, ef­fi­zi­ent, ko­ope­ra­tiv, spar­sam und bür­ger­freund­lich han­delt.

3 Er be­auf­sich­tigt die wei­te­ren Trä­ger öf­fent­li­cher Auf­ga­ben, so­weit nach Ge­setz nicht der Kan­tons­rat zu­stän­dig ist.

Art. 71  

1 Der Re­gie­rungs­rat:

a.
wahrt die öf­fent­li­che Ord­nung und Si­cher­heit;
b.
be­rei­tet Wahlen und Ab­stim­mun­gen vor und führt sie durch;
c.
ver­tritt den Kan­ton nach in­nen und aus­sen;
d.
nimmt die ihm über­tra­ge­nen Wahlen vor;
e.
voll­zieht die voll­streck­ba­ren Ur­tei­le;
f.
be­rich­tet dem Kan­tons­rat jähr­lich über sei­ne Tä­tig­keit;
g.
äus­sert sich zu Ver­nehm­las­sungs­vor­la­gen und im Hin­blick auf aus­sen­po­li­ti­sche Ent­schei­de des Bun­des und teilt sei­ne Stel­lung­nah­men dem Kan­tons­rat mit.

2 Er er­füllt al­le in Ver­fas­sung und Ge­setz ge­nann­ten wei­te­ren Auf­ga­ben, so­weit sie nicht ei­ner an­de­ren Be­hör­de zu­ge­wie­sen sind.

Art. 72  

1 Ist die öf­fent­li­che Si­cher­heit schwer­wie­gend ge­stört oder un­mit­tel­bar be­droht, so kann der Re­gie­rungs­rat auch oh­ne ge­setz­li­che Grund­la­ge Mass­nah­men er­grei­fen und ins­be­son­de­re Not­ver­ord­nun­gen er­las­sen.

2 Not­ver­ord­nun­gen un­ter­brei­tet er un­ver­züg­lich dem Kan­tons­rat zur Ge­neh­mi­gung. Sie fal­len spä­tes­tens ein Jahr nach ih­rem In­kraft­tre­ten da­hin.

D. Rechtspflege

Art. 73  

1 Die Ge­rich­te ent­schei­den Streit­sa­chen und Straf­fäl­le, die ih­nen das Ge­setz zu­weist. Das Ge­setz kann ih­nen wei­te­re Auf­ga­ben über­tra­gen.

2 Die Ge­rich­te sind in ih­rer Recht­spre­chung von den an­de­ren Staats­ge­wal­ten un­ab­hän­gig. Ein rechts­kräf­ti­ger Ent­scheid ei­ner Ge­richts­in­stanz kann von kei­ner der an­de­ren Ge­wal­ten auf­ge­ho­ben oder ge­än­dert wer­den.

3 Un­ter der Lei­tung der obers­ten kan­to­na­len Ge­rich­te ver­wal­ten die Ge­rich­te sich selbst. Das Ge­setz sieht hier­zu ge­mein­sa­me Or­ga­ne der obers­ten kan­to­na­len Ge­rich­te vor.

Art. 74  

1 Die Ge­richts­or­ga­ni­sa­ti­on und das Ver­fah­ren ge­währ­leis­ten ei­ne ver­läss­li­che und ra­sche Recht­spre­chung.

2 Die obers­ten kan­to­na­len Ge­rich­te sind das Ober­ge­richt, das Ver­wal­tungs­ge­richt und das So­zi­al­ver­si­che­rungs­ge­richt.5

5 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 26. Sept. 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 29. Sept. 2011 (BBl 2011 7619Art. 1 Ziff. 1 4467).

Art. 75  

1 Der Kan­tons­rat wählt die Mit­glie­der und die Er­satz­mit­glie­der der für das ge­sam­te Kan­tons­ge­biet zu­stän­di­gen Ge­rich­te. Ei­ne vom Kan­tons­rat be­stimm­te Kom­mis­si­on prüft die Kan­di­da­tu­ren.

2 Die Mit­glie­der der üb­ri­gen Ge­rich­te wer­den vom Volk, die Er­satz­mit­glie­der von der über­ge­ord­ne­ten Ge­richts­in­stanz ge­wählt.

Art. 76  

1 Für Zi­vil- und Straf­ver­fah­ren sieht das Ge­setz zwei ge­richt­li­che In­stan­zen vor. Das Ge­setz sieht in be­grün­de­ten Fäl­len Aus­nah­men vor, wenn das Bun­des­recht die Be­ur­tei­lung durch ei­ne ein­zi­ge kan­to­na­le In­stanz zu­lässt.6

2 Die zwei­te In­stanz prüft um­fas­send, ob die Vor­in­stanz das Recht rich­tig an­ge­wandt hat. Sie muss be­züg­lich der Fest­stel­lung des Sach­ver­hal­tes min­des­tens of­fen­sicht­li­che Feh­ler rich­tig stel­len kön­nen.

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6 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 26. Sept. 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 29. Sept. 2011 (BBl 2011 7619Art. 1 Ziff. 1 4467).

7 Auf­ge­ho­ben in der Volks­ab­stim­mung vom 26. Sept. 2010, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2011. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 29. Sept. 2011 (BBl 2011 7619Art. 1 Ziff. 1 4467).

Art. 77  

1 Für An­ord­nun­gen, die im Ver­wal­tungs­ver­fah­ren er­gan­gen sind, ge­währ­leis­tet das Ge­setz die wirk­sa­me Über­prü­fung durch ei­ne Re­kurs­in­stanz so­wie den Wei­ter­zug an ein Ge­richt. Das Ge­setz sieht in be­grün­de­ten Fäl­len Aus­nah­men vor.

2 In be­son­de­ren Fäl­len kann das Ge­setz vor­se­hen, dass öf­fent­lichrecht­li­che An­sprü­che in ei­nem ge­richt­li­chen Ver­fah­ren gel­tend ge­macht wer­den müs­sen.

Art. 78  

1 Rechts­pfle­ge­ent­schei­de wer­den auf an­ge­mes­se­ne Wei­se der Öf­fent­lich­keit zu­gäng­lich ge­macht. Der Schutz der Per­sön­lich­keit bleibt ge­wahrt.

2 Die Ent­schei­dungs­pra­xis wird ver­öf­fent­licht.

Art. 79  

1 Die Ge­rich­te und die vom Volk ge­wähl­ten kan­to­na­len Be­hör­den wen­den Be­stim­mun­gen, die ge­gen über­ge­ord­ne­tes Recht ver­stos­sen, nicht an.

2 Kan­to­na­le Er­las­se mit Aus­nah­me der Ver­fas­sung und der Ge­set­ze kön­nen bei ei­nem vom Ge­setz be­zeich­ne­ten obers­ten Ge­richt an­ge­foch­ten wer­den, wenn gel­tend ge­macht wird, dass sie ge­gen über­ge­ord­ne­tes Recht ver­stos­sen.

3 Die An­fecht­bar­keit kom­mu­na­ler Er­las­se re­gelt das Ge­setz.

E. Weitere Behörden

Art. 80  

1 Die Stimm­be­rech­tig­ten des Be­zirks wäh­len:

a.
die Statt­hal­te­rin oder den Statt­hal­ter;
b.
den Be­zirks­rat;
c.
die ge­richt­li­chen In­stan­zen des Be­zirks.

2 Das Ge­setz legt die wei­te­ren Be­hör­den fest und be­stimmt, wer sie wählt.

3 Die Be­zirks­be­hör­den er­fül­len die Auf­ga­ben, die ih­nen das Ge­setz über­trägt, ins­be­son­de­re sol­che der Auf­sicht, der Recht­spre­chung und der Ver­wal­tung.

Art. 81  

1 Der Kan­tons­rat wählt ei­ne Om­buds­per­son. Die­se lei­tet die Om­buds­stel­le.

2 Die Om­buds­stel­le ver­mit­telt zwi­schen Pri­vat­per­so­nen und der kan­to­na­len Ver­wal­tung, kan­to­na­len Be­hör­den oder Pri­va­ten, die kan­to­na­le Auf­ga­ben wahr­neh­men. Das Ge­setz kann Aus­nah­men vor­se­hen.

3 Die Om­buds­stel­le ist un­ab­hän­gig.

4 Sie kann auch in Ge­mein­den tä­tig wer­den, de­ren Ge­mein­de­ord­nung dies vor­sieht.

Art. 82  

1 Die bei­den Mit­glie­der des Stän­de­ra­tes wer­den nach dem Mehr­heits­wahl­ver­fah­ren vom Volk ge­wählt. Wahl­kreis ist der gan­ze Kan­ton.

2 Die Amts­dau­er be­trägt vier Jah­re. Die or­dent­li­che Wahl er­folgt gleich­zei­tig mit der Wahl des Na­tio­nal­ra­tes.

3 An der Wahl kön­nen sich auch Schwei­ze­rin­nen und Schwei­zer be­tei­li­gen, die im Aus­land woh­nen und in eid­ge­nös­si­schen An­ge­le­gen­hei­ten im Kan­ton Zü­rich stimm­be­rech­tigt sind.

7. Kapitel: Gemeinden

A. Allgemeine Bestimmungen

Art. 83  

1 Die po­li­ti­schen Ge­mein­den neh­men al­le öf­fent­li­chen Auf­ga­ben wahr, für die we­der Bund noch Kan­ton zu­stän­dig sind.

2 Auf­ga­ben im Be­reich von Schu­le und Bil­dung kön­nen von Schul­ge­mein­den wahr­ge­nom­men wer­den.

3 Die po­li­ti­schen Ge­mein­den und die Schul­ge­mein­den sind selbst­stän­di­ge Kör­per­schaf­ten des öf­fent­li­chen Rechts.

Art. 84  

1 Für den Zu­sam­menschluss von Ge­mein­den ist die Zu­stim­mung der Mehr­heit der Stim­men­den je­der be­tei­lig­ten Ge­mein­de er­for­der­lich.

2 Für die Auf­lö­sung ei­ner Schul­ge­mein­de ge­nügt die Zu­stim­mung der Mehr­heit der Stim­men­den die­ser Ge­mein­de.

3 Die Stimm­be­rech­tig­ten ent­schei­den an der Ur­ne.

4 Die Bil­dung neu­er Ge­mein­den, wel­che die Zahl der Ge­mein­den ver­grös­sert, er­folgt durch Ge­setz.

5 Ge­mein­den, die sich zu­sam­mensch­lies­sen wol­len, wer­den in ih­ren Be­stre­bun­gen vom Kan­ton un­ter­stützt.

Art. 85  

1 Die Ge­mein­den re­geln ih­re An­ge­le­gen­hei­ten selbst­stän­dig. Das kan­to­na­le Recht ge­währt ih­nen mög­lichst wei­ten Hand­lungs­spiel­raum.

2 Der Kan­ton be­rück­sich­tigt die mög­li­chen Aus­wir­kun­gen sei­nes Han­delns auf die Ge­mein­den, die Städ­te und auf die Ag­glo­me­ra­tio­nen.

3 Er hört die Ge­mein­den recht­zei­tig an.

Art. 86  

1 Das Ge­setz re­gelt die Volks­rech­te in der Ge­mein­de. Es sieht ins­be­son­de­re ein In­itia­tivrecht, ein Re­fe­ren­dums­recht und ein An­fra­ge­recht vor.

2 Die Stimm­be­rech­tig­ten ent­schei­den an der Ur­ne über:

a.
Aus­ga­ben, die einen in der Ge­mein­de­ord­nung fest­ge­leg­ten Be­trag über­stei­gen;
b.
Ge­schäf­te, die in Ver­fas­sung, Ge­setz oder Ge­mein­de­ord­nung be­son­ders be­zeich­net sind.

3 In der Ge­mein­de­ver­samm­lung kann ein Drit­tel der an­we­sen­den Stimm­be­rech­tig­ten ver­lan­gen, dass über einen Be­schluss nach­träg­lich an der Ur­ne ab­ge­stimmt wird.

4 Das Ge­setz be­zeich­net die Ge­schäf­te, die von der Ur­nen­ab­stim­mung aus­ge­schlos­sen sind.

Art. 87  

1 Die Or­ga­ne der Ge­mein­de sind:

a.
die Ge­samt­heit der Stimm­be­rech­tig­ten;
b.
der Ge­mein­de­vor­stand;
c.
die wei­te­ren vom Ge­setz be­zeich­ne­ten Be­hör­den.

2 Die po­li­ti­sche Ge­mein­de kann an Stel­le der Ge­mein­de­ver­samm­lung ein Ge­mein­de­par­la­ment ein­rich­ten.

Art. 88  

Die Ge­mein­den kön­nen kom­mu­na­le Auf­ga­ben Quar­tier- oder Orts­teil­kom­mis­sio­nen zur selbst­stän­di­gen Er­fül­lung über­tra­gen.

Art. 89  

1 Die Ge­mein­de re­gelt ih­re Or­ga­ni­sa­ti­on und die Zu­stän­dig­keit ih­rer Or­ga­ne in der Ge­mein­de­ord­nung.

2 Die Ge­mein­de­ord­nung wird von den Stimm­be­rech­tig­ten an der Ur­ne be­schlos­sen.

3 Sie be­darf der Ge­neh­mi­gung des Re­gie­rungs­ra­tes. Die­ser prüft sie auf ih­re Recht­mäs­sig­keit.

B. Zusammenarbeit der Gemeinden

Art. 90  

1 Die Ge­mein­den kön­nen Auf­ga­ben ge­mein­sam er­fül­len.

2 Der Kan­ton er­mög­licht die Zu­sam­men­ar­beit der Ge­mein­den über die Kan­tons­gren­zen hin­aus. Er un­ter­stützt sie bei der Wah­rung ih­rer In­ter­es­sen.

Art. 91  

1 Zur ge­mein­sa­men Er­fül­lung ei­ner oder meh­re­rer Auf­ga­ben kön­nen die Ge­mein­den un­ter­ein­an­der Ver­trä­ge ab­sch­lies­sen.

2 Das Ge­setz legt fest, un­ter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen Ver­trä­ge von den Stimm­be­rech­tig­ten oder dem Par­la­ment ge­neh­migt wer­den müs­sen.

Art. 92  

1 Zur ge­mein­sa­men Er­fül­lung ei­ner oder meh­re­rer Auf­ga­ben kön­nen sich die Ge­mein­den zu Zweck­ver­bän­den zu­sam­mensch­lies­sen.

2 Sie kön­nen da­zu ver­pflich­tet wer­den, wenn wich­ti­ge öf­fent­li­che In­ter­es­sen es er­for­dern. Das Ge­setz re­gelt das Ver­fah­ren.

3 Zweck­ver­bän­de sind selbst­stän­di­ge Kör­per­schaf­ten des öf­fent­li­chen Rechts. Sie re­geln ih­re Auf­ga­ben und ih­re Or­ga­ni­sa­ti­on in Sta­tu­ten.

4 Die Sta­tu­ten der Zweck­ver­bän­de be­dür­fen der Ge­neh­mi­gung des Re­gie­rungs­ra­tes. Die­ser prüft sie auf ih­re Recht­mäs­sig­keit.

Art. 93  

1 Zweck­ver­bän­de sind de­mo­kra­tisch zu or­ga­ni­sie­ren.

2 Die Volks­rech­te in der Ge­mein­de gel­ten sinn­ge­mä­ss auch für Zweck­ver­bän­de. Das In­itia­tivrecht und das Re­fe­ren­dums­recht ste­hen den Stimm­be­rech­tig­ten im ge­sam­ten Ver­bands­ge­biet zu.

C. Aufsicht

Art. 94  

Ge­mein­den, Zweck­ver­bän­de und die wei­te­ren Trä­ger kom­mu­na­ler Auf­ga­ben ste­hen un­ter der Auf­sicht der Be­zirks­be­hör­den und des Re­gie­rungs­ra­tes.

8. Kapitel: Öffentliche Aufgaben

A. Allgemeine Bestimmungen

Art. 95  

1 Kan­ton, Ge­mein­den und die an­de­ren Trä­ger öf­fent­li­cher Auf­ga­ben ar­bei­ten bei der Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben zu­sam­men.

2 Kan­ton und Ge­mein­den stel­len si­cher, dass die öf­fent­li­chen Auf­ga­ben wir­kungs­voll, wirt­schaft­lich, nach­hal­tig und von der ge­eig­ne­ten Trä­ger­schaft er­füllt wer­den.

3 Sie prü­fen re­gel­mäs­sig, ob die ein­zel­nen öf­fent­li­chen Auf­ga­ben not­wen­dig sind.

4 Be­vor Kan­ton und Ge­mein­den ei­ne neue Auf­ga­be über­neh­men, le­gen sie de­ren Fi­nan­zier­bar­keit dar.

Art. 96  

1 Zur de­zen­tra­len Er­fül­lung kan­to­na­ler Auf­ga­ben ist der Kan­ton in Be­zir­ke ein­ge­teilt. Das Ge­setz be­zeich­net ih­re Ge­bie­te.

2 Das Ge­setz kann aus wich­ti­gen Grün­den für ein­zel­ne Auf­ga­ben ei­ne an­de­re Ge­bietsein­tei­lung vor­se­hen.

Art. 97  

1 Die Ge­mein­den neh­men öf­fent­li­che Auf­ga­ben sel­ber wahr, wenn sie die­se eben­so zweck­mäs­sig er­fül­len kön­nen wie der Kan­ton.

2 Der Re­gie­rungs­rat kann ei­ner Ge­mein­de auf ihr Ver­lan­gen oder mit ih­rer Zu­stim­mung kan­to­na­le Auf­ga­ben zur selbst­stän­di­gen Er­fül­lung über­tra­gen. Er be­rück­sich­tigt da­bei ih­re Leis­tungs­fä­hig­keit und ent­schä­digt sie an­ge­mes­sen.

B. Übertragung öffentlicher Aufgaben

Art. 98  

1 Der Kan­ton und im Rah­men der Ge­setz­ge­bung die Ge­mein­den kön­nen die Er­fül­lung öf­fent­li­cher Auf­ga­ben Drit­ten über­tra­gen. Sie kön­nen hier­zu Or­ga­ni­sa­tio­nen des öf­fent­li­chen oder pri­va­ten Rechts schaf­fen oder sich an sol­chen be­tei­li­gen.

2 Die Über­tra­gung ei­ner kan­to­na­len Auf­ga­be er­folgt durch Ge­setz.

3 Die Über­tra­gung ei­ner kom­mu­na­len Auf­ga­be, zu de­ren Er­fül­lung ho­heit­li­che Be­fug­nis­se er­for­der­lich sind, muss in der Ge­mein­de­ord­nung ge­re­gelt wer­den.

4 In den be­tref­fen­den Er­las­sen sind zu re­geln:

a.
Art, Um­fang und Fi­nan­zie­rung der zu über­tra­gen­den öf­fent­li­chen Auf­ga­ben;
b.
die Struk­tur der Or­ga­ni­sa­tio­nen nach Ab­satz 1 und ih­re Auf­ga­ben;
c.
Um­fang von Recht­set­zungs­be­fug­nis­sen in­ner­halb ge­setz­lich vor­ge­ge­be­ner Zie­le;
d.
Art und Um­fang von be­deu­ten­den Be­tei­li­gun­gen;
e.
Auf­sicht und Rechts­schutz.
Art. 99  

1 Or­ga­ni­sa­tio­nen des öf­fent­li­chen oder des pri­va­ten Rechts, die im Rah­men ei­nes Leis­tungs­auf­tra­ges öf­fent­li­che Auf­ga­ben er­fül­len, müs­sen ein fach­lich aus­ge­wie­se­nes, von der ope­ra­ti­ven Füh­rung un­ab­hän­gi­ges Auf­sichts­or­gan ha­ben.

2 Die­ses prüft re­gel­mäs­sig die Qua­li­tät und die Wirt­schaft­lich­keit der Auf­trags­er­fül­lung.

C. Die Aufgaben

Art. 100  

Kan­ton und Ge­mein­den ge­währ­leis­ten die öf­fent­li­che Ord­nung und Si­cher­heit.

Art. 101  

Kan­ton und Ge­mein­den sor­gen für ei­ne ge­ord­ne­te Be­sied­lung, die zweck­mäs­si­ge und haus­häl­te­ri­sche Nut­zung des Bo­dens und die Er­hal­tung des Le­bens­rau­mes.

Art. 102  

1 Kan­ton und Ge­mein­den sor­gen für den Schutz des Men­schen und der Um­welt vor schäd­li­chen oder läs­ti­gen Ein­wir­kun­gen.

2 Schäd­li­che und läs­ti­ge Ein­wir­kun­gen sind so weit als mög­lich zu ver­mei­den und, wenn nö­tig, zu be­sei­ti­gen. Die Kos­ten da­für tra­gen die Ver­ur­sa­cher.

3 Kan­ton und Ge­mein­den kön­nen die An­wen­dung nach­hal­ti­ger Tech­no­lo­gi­en för­dern.

Art. 103  

1 Kan­ton und Ge­mein­den sor­gen für die Er­hal­tung und den Schutz der Tier- und Pflan­zen­welt.

2 Kan­ton und Ge­mein­den sor­gen für die Er­hal­tung von wert­vol­len Land­schaf­ten, Orts­bil­dern, Ge­bäu­de­grup­pen und Ein­zel­bau­ten so­wie von Na­tur­denk­mä­lern und Kul­tur­gü­tern.

Art. 104  

1 Kan­ton und Ge­mein­den sor­gen für ei­ne si­che­re, wirt­schaft­li­che und um­welt­ge­rech­te Ord­nung des ge­sam­ten Ver­kehrs und für ein leis­tungs­fä­hi­ges Ver­kehrs­netz.

2 Der Kan­ton übt die Ho­heit über die Staats­s­tras­sen aus.

2bis Der Kan­ton sorgt für ein leis­tungs­fä­hi­ges Staats­s­tras­sen­netz für den mo­to­ri­sier­ten Pri­vat­ver­kehr. Ei­ne Ver­min­de­rung der Leis­tungs­fä­hig­keit ein­zel­ner Ab­schnit­te ist im um­lie­gen­den Stras­sen­netz min­des­tens aus­zu­glei­chen.8

3 Kan­ton und Ge­mein­den för­dern den öf­fent­li­chen Per­so­nen­ver­kehr im gan­zen Kan­tons­ge­biet.

8 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 24. Sept. 2017, in Kraft seit 1. Fe­br. 2018. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 17. Sept. 2018 (BBl 2018 6287Art. 1 3725).

Art. 105  

1 Der Kan­ton übt die Ho­heit über die Ge­wäs­ser aus.

2 Kan­ton und Ge­mein­den ge­währ­leis­ten die Was­ser­ver­sor­gung.

3 Sie sor­gen für den Schutz vor Hoch­was­ser und an­de­ren Na­tur­ge­fah­ren. Sie för­dern die Re­na­tu­rie­rung der Ge­wäs­ser.

Art. 106  

1 Der Kan­ton schafft güns­ti­ge Rah­men­be­din­gun­gen für ei­ne aus­rei­chen­de, um­welt­scho­nen­de, wirt­schaft­li­che und si­che­re Ener­gie­ver­sor­gung.

2 Er schafft An­rei­ze für die Nut­zung ein­hei­mi­scher und er­neu­er­ba­rer Ener­gie und für den ra­tio­nel­len Ener­gie­ver­brauch.

3 Er sorgt für ei­ne si­che­re und wirt­schaft­li­che Elek­tri­zi­täts­ver­sor­gung.

Art. 107  

1 Kan­ton und Ge­mein­den schaf­fen güns­ti­ge Rah­men­be­din­gun­gen für ei­ne viel­sei­ti­ge, wett­be­werbs­fä­hi­ge, so­zia­le und frei­heit­li­che Wirt­schaft. Sie be­rück­sich­ti­gen da­bei ins­be­son­de­re die Ent­wick­lung klei­ner und mitt­ler­er Un­ter­neh­men so­wie die So­zi­al­part­ner­schaft.

2 Sie för­dern in Zu­sam­men­ar­beit mit Pri­va­ten die Ver­ein­bar­keit von Er­werbs­ar­beit und Be­treu­ungs­auf­ga­ben.

3 Sie schaf­fen güns­ti­ge Rah­men­be­din­gun­gen für ein viel­fäl­ti­ges Ar­beits­platz- und Lehr­stel­len­an­ge­bot.

Art. 108  

Der Kan­ton sorgt da­für, dass Land- und Forst­wirt­schaft nach­hal­tig be­trie­ben wer­den und ih­re ver­schie­de­nen Auf­ga­ben er­fül­len kön­nen.

Art. 109  

Der Kan­ton be­treibt ei­ne Kan­to­nal­bank.

Art. 110  

Kan­ton und Ge­mein­den för­dern den ge­mein­nüt­zi­gen Woh­nungs­bau und das selbst ge­nutz­te Wohn­ei­gen­tum.

Art. 111  

1 Kan­ton und Ge­mein­den sor­gen da­für, dass Men­schen in ei­ner Not­la­ge, die sie nicht aus ei­ge­ner Kraft be­wäl­ti­gen kön­nen, ein Ob­dach und exis­tenz­si­chern­de Mit­tel er­hal­ten.

2 Sie för­dern die be­ruf­li­che Um­schu­lung und Wei­ter­bil­dung er­werbs­lo­ser Per­so­nen und ih­re Wie­der­ein­glie­de­rung in den Ar­beitspro­zess.

3 Sie för­dern zur Be­kämp­fung von so­zia­ler Not und Ar­mut die Hil­fe zur Selbst­hil­fe.

Art. 112  

Kan­ton und Ge­mein­den för­dern in Zu­sam­men­ar­beit mit Pri­va­ten:

a.
die Fa­mi­lie als Ge­mein­schaft von Er­wach­se­nen und Kin­dern;
b.
den Schutz der Kin­der und Ju­gend­li­chen und ih­re In­te­gra­ti­on in die Ge­sell­schaft;
c.
die Le­bens­qua­li­tät der Men­schen im Al­ter.
Art. 113  

1 Kan­ton und Ge­mein­den sor­gen für ei­ne aus­rei­chen­de und wirt­schaft­lich trag­ba­re Ge­sund­heits­ver­sor­gung.

2 Sie för­dern die Ge­sund­heits­vor­sor­ge.

Art. 114  

1 Kan­ton und Ge­mein­den för­dern das Zu­sam­men­le­ben der ver­schie­de­nen Be­völ­ke­rungs­grup­pen in ge­gen­sei­ti­ger Ach­tung und To­le­ranz so­wie ih­re Be­tei­li­gung am öf­fent­li­chen Le­ben.

2 Sie tref­fen Mass­nah­men zur Un­ter­stüt­zung der In­te­gra­ti­on der im Kan­ton wohn­haf­ten Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­der.

Art. 115  

Kan­ton und Ge­mein­den sor­gen für ein Bil­dungs­we­sen, das die geis­ti­gen, see­li­schen, so­zia­len und kör­per­li­chen Fä­hig­kei­ten des ein­zel­nen Men­schen be­rück­sich­tigt und för­dert, sei­ne Ver­ant­wor­tung und sei­nen Ge­mein­sinn stärkt und auf sei­ne per­sön­li­che und be­ruf­li­che Ent­wick­lung aus­ge­rich­tet ist.

Art. 116  

1 Kan­ton und Ge­mein­den füh­ren qua­li­ta­tiv hoch ste­hen­de öf­fent­li­che Schu­len.

2 Die­se sind den Grund­wer­ten des de­mo­kra­ti­schen Staats­we­sens ver­pflich­tet. Sie sind kon­fes­sio­nell und po­li­tisch neu­tral.

Art. 117  

1 Pri­vat­schu­len, wel­che die glei­chen Auf­ga­ben wie die öf­fent­li­che Volks­schu­le er­fül­len, sind be­wil­li­gungs­pflich­tig und un­ter­ste­hen staat­li­cher Auf­sicht.

2 Der Kan­ton kann Pri­vat­schu­len un­ter­stüt­zen, de­ren Leis­tun­gen von öf­fent­li­chem In­ter­es­se sind.

Art. 118  

Der Kan­ton sorgt für ei­ne qua­li­ta­tiv hoch ste­hen­de Leh­re und For­schung an Uni­ver­si­tät und an­de­ren Hoch­schu­len.

Art. 119  

1 Der Kan­ton för­dert die Be­rufs­bil­dung.

2 Kan­ton und Ge­mein­den för­dern die be­ruf­li­che Wei­ter­bil­dung und die Er­wach­se­nen­bil­dung.

Art. 120  

Kan­ton und Ge­mein­den för­dern die Kul­tur und die Kunst.

Art. 121  

Kan­ton und Ge­mein­den för­dern den Sport.

9. Kapitel: Finanzen

Art. 122  

1 Kan­ton und Ge­mein­den sor­gen für einen ge­sun­den Fi­nanz­haus­halt.

2 Kan­ton, Ge­mein­den und an­de­re Or­ga­ni­sa­tio­nen des öf­fent­li­chen Rechts füh­ren ih­ren Fi­nanz­haus­halt nach den Grund­sät­zen der Ge­setz­mäs­sig­keit, der Spar­sam­keit und der Wirt­schaft­lich­keit.

3 Bud­get und Rech­nung rich­ten sich nach den Grund­sät­zen der Trans­pa­renz, Ver­gleich­bar­keit und Öf­fent­lich­keit.

4 Bei der Fest­le­gung der Be­mes­sungs­grund­la­gen von Ab­ga­ben und Staats­bei­trä­gen wird der För­de­rung von um­welt­ge­rech­tem Ver­hal­ten be­son­de­re Be­ach­tung ge­schenkt.

Art. 123  

1 Kan­ton und Ge­mein­den glei­chen ih­re Fi­nanz­haus­hal­te mit­tel­fris­tig aus. Für die Ge­mein­den kann das Ge­setz den kurz­fris­ti­gen Aus­gleich vor­se­hen.

2 Bi­lanz­fehl­be­trä­ge wer­den in­ner­halb von fünf Jah­ren ge­tilgt.

Art. 124  

1 Kan­ton und Ge­mein­den pla­nen ih­re Auf­ga­ben und de­ren Fi­nan­zie­rung. Sie ach­ten auf die lang­fris­ti­gen Aus­wir­kun­gen der ge­plan­ten Mass­nah­men.

2 Sie sind be­strebt, die Steu­er­quo­te nicht an­stei­gen zu las­sen.

Art. 125  

1 Das Ge­setz legt die Steu­er­ar­ten, den Kreis der steu­er­pflich­ti­gen Per­so­nen, den Ge­gen­stand der Steu­ern und de­ren Be­mes­sung fest.

2 Die Steu­ern wer­den aus­ge­stal­tet nach den Grund­sät­zen der All­ge­mein­heit, der Gleich­mäs­sig­keit so­wie der Be­steue­rung nach der wirt­schaft­li­chen Leis­tungs­fä­hig­keit.

3 Die Aus­ge­stal­tung soll ins­be­son­de­re:

a.
die Ge­samt­be­las­tung der Steu­er­pflich­ti­gen mit Ab­ga­ben be­rück­sich­ti­gen;
b.
un­ter Be­ach­tung der So­li­da­ri­tät den Leis­tungs­wil­len der Steu­er­pflich­ti­gen er­hal­ten und ih­re Selbst­vor­sor­ge för­dern;
c.
die Wett­be­werbs­fä­hig­keit der Wirt­schaft be­rück­sich­ti­gen;
d.
ei­ne an­ge­mes­se­ne Ver­mö­gens­bil­dung er­mög­li­chen;
e.
Per­so­nen mit Un­ter­halts- und Un­ter­stüt­zungs­pflich­ten ent­las­ten;
f.
Ehe­paa­re ge­gen­über Un­ver­hei­ra­te­ten nicht be­nach­tei­li­gen.

4 Die Steu­er­pro­gres­si­on muss mass­voll sein und darf ei­ne be­stimm­te Hö­he nicht über­stei­gen.

5 Tie­fe Ein­kom­men und klei­ne Ver­mö­gen wer­den nicht be­steu­ert.

6 Steu­er­pri­vi­le­gi­en zu Guns­ten Ein­zel­ner sind un­zu­läs­sig.

Art. 126  

1 Das Ge­setz legt die Grund­sät­ze für die Er­he­bung wei­te­rer Ab­ga­ben fest.

2 Es be­stimmt ins­be­son­de­re:

a.
die Art und den Ge­gen­stand der Ab­ga­be;
b.
die Grund­sät­ze der Be­mes­sung;
c.
den Kreis der ab­ga­be­pflich­ti­gen Per­so­nen.
Art. 127  

1 Der Kan­ton stellt den Fi­nanz­aus­gleich si­cher.

2 Der Fi­nanz­aus­gleich:

a.
er­mög­licht den Ge­mein­den die Er­fül­lung ih­rer not­wen­di­gen Auf­ga­ben;
b.
sorgt da­für, dass die Ge­mein­de­steu­er­füs­se nicht er­heb­lich von­ein­an­der ab­wei­chen.

3 Der Fi­nanz­aus­gleich wird vom Kan­ton und den Ge­mein­den ge­tra­gen.

Art. 128  

1 Er­bringt ei­ne Ge­mein­de be­son­de­re Leis­tun­gen für ein grös­se­res Ge­biet oder trägt sie be­son­de­re Las­ten, so kann das Ge­setz da­für un­ter Be­rück­sich­ti­gung ih­rer Leis­tungs­fä­hig­keit ei­ne an­ge­mes­se­ne Ab­gel­tung vom Kan­ton oder von an­de­ren Ge­mein­den vor­se­hen.

2 Ge­mein­den, die Ab­gel­tun­gen fi­nan­zie­ren oder er­hal­ten, ha­ben ein Mit­spra­che­recht.

Art. 129  

1 Die Fi­nanz­kon­trol­le prüft den Fi­nanz­haus­halt des Kan­tons und er­stat­tet dar­über dem Re­gie­rungs­rat und dem Kan­tons­rat Be­richt.

2 Sie ist un­ab­hän­gig.

3 Der Kan­tons­rat wählt ih­re Lei­tung auf Vor­schlag des Re­gie­rungs­ra­tes.

4 Die Fi­nanz­haus­hal­te der Ge­mein­den und der an­de­ren Or­ga­ni­sa­tio­nen des öf­fent­li­chen Rechts wer­den durch un­ab­hän­gi­ge und fach­kun­di­ge Or­ga­ne ge­prüft.

10. Kapitel: Kirchen und weitere Religionsgemeinschaften

Art. 130  

1 Der Kan­ton an­er­kennt als selbst­stän­di­ge Kör­per­schaf­ten des öf­fent­li­chen Rechts:

a.
die evan­ge­lisch-re­for­mier­te Lan­des­kir­che und ih­re Kirch­ge­mein­den;
b.
die rö­misch-ka­tho­li­sche Kör­per­schaft und ih­re Kirch­ge­mein­den;
c.
die christ­ka­tho­li­sche Kirch­ge­mein­de.

2 Die evan­ge­lisch-re­for­mier­te Lan­des­kir­che, die rö­misch-ka­tho­li­sche Kör­per­schaft und die christ­ka­tho­li­sche Kirch­ge­mein­de sind im Rah­men des kan­to­na­len Rechts au­to­nom. Sie re­geln:

a.
das Stimm- und Wahl­recht in ih­ren ei­ge­nen An­ge­le­gen­hei­ten nach rechts­staat­li­chen und de­mo­kra­ti­schen Grund­sät­zen in ei­nem Er­lass, wel­cher dem ob­li­ga­to­ri­schen Re­fe­ren­dum un­ter­steht;
b.
die Zu­stän­dig­keit für die Neu­bil­dung, den Zu­sam­menschluss und die Auf­lö­sung von Kirch­ge­mein­den.

3 Das Ge­setz re­gelt:

a.
die Grund­zü­ge der Or­ga­ni­sa­ti­on der kirch­li­chen Kör­per­schaf­ten;
b.
die Be­fug­nis zur Er­he­bung von Steu­ern;
c.
die staat­li­chen Leis­tun­gen;
d.
die Zu­stän­dig­keit und das Ver­fah­ren für die Wahl der Pfar­re­rin­nen und Pfar­rer so­wie de­ren Amts­dau­er.

4 Es kann vor­se­hen, dass ein Teil der Steu­e­r­er­trä­ge ei­ner ne­ga­ti­ven Zweck­bin­dung un­ter­stellt wird.

5 Der Kan­ton hat die Ober­auf­sicht über die kirch­li­chen Kör­per­schaf­ten.

Art. 131  

1 Von den wei­te­ren Re­li­gi­ons­ge­mein­schaf­ten sind die Is­rae­li­ti­sche Cul­tus­ge­mein­de und die Jü­di­sche Li­be­ra­le Ge­mein­de vom Kan­ton an­er­kannt.

2 Die­se ord­nen die Mit­wir­kung ih­rer Mit­glie­der nach rechts­staat­li­chen und de­mo­kra­ti­schen Grund­sät­zen.

3 Das Ge­setz re­gelt un­ter Wah­rung der ver­fas­sungs­recht­li­chen Au­to­no­mie der Re­li­gi­ons­ge­mein­schaf­ten:

a.
die Wir­kun­gen der An­er­ken­nung;
b.
die Auf­sicht.

11. Kapitel: Änderung der Kantonsverfassung

Art. 132  

1 Die Ver­fas­sung kann je­der­zeit ganz oder teil­wei­se ge­än­dert wer­den.

2 Ver­fas­sungs­vor­la­gen wer­den zwei­mal be­ra­ten.

3 Ver­fas­sungs­än­de­run­gen un­ter­lie­gen der Volks­ab­stim­mung.

Art. 133  

Bei ei­ner teil­wei­sen Än­de­rung der Ver­fas­sung muss die Ein­heit der Ma­te­rie ge­wahrt wer­den.

Art. 134  

1 Das Volk ent­schei­det auf­grund ei­ner Volks­i­ni­tia­ti­ve oder ei­nes Be­schlus­ses des Kan­tons­ra­tes, ob ei­ne To­tal­re­vi­si­on der Ver­fas­sung ein­zu­lei­ten sei.

2 Es ent­schei­det gleich­zei­tig, ob der Kan­tons­rat oder ein vom Volk ge­wähl­ter Ver­fas­sungs­rat die Vor­la­ge aus­ar­bei­ten soll.

12. Kapitel: Übergangsbestimmungen

Art. 135  

1 Die­se Ver­fas­sung tritt am 1. Ja­nu­ar 2006 in Kraft.

2 Die Ver­fas­sung des eid­ge­nös­si­schen Stan­des Zü­rich vom 18. April 1869 ist auf­ge­ho­ben.

Art. 136  

Die recht­set­zen­den und die rechts­an­wen­den­den Be­hör­den set­zen die­se Ver­fas­sung oh­ne Ver­zug um.

Art. 137  

Er­las­se und An­ord­nun­gen, die in ei­nem nach der frü­he­ren Ver­fas­sung gül­ti­gen Ver­fah­ren be­schlos­sen wor­den sind, blei­ben in Kraft. Ih­re Än­de­rung rich­tet sich nach den Be­stim­mun­gen die­ser Ver­fas­sung.

Art. 138  

1 Die Be­hör­den tref­fen in­nert fünf Jah­ren nach In­kraft­tre­ten die­ser Ver­fas­sung die Vor­keh­run­gen, um

a.
die Grund­rech­te ge­mä­ss den Ar­ti­kel 11 Ab­satz 4, 14 und 17 zu ge­währ­leis­ten;
b.
das Rechts­pfle­ge­ver­fah­ren an die Vor­ga­ben ge­mä­ss den Ar­ti­kel 76, 77 und 79 Ab­satz 2 an­zu­pas­sen.

2 Die in den ge­nann­ten Ver­fas­sungs­be­stim­mun­gen ent­hal­te­nen Rech­te kön­nen erst nach Ab­lauf die­ser Frist un­mit­tel­bar gel­tend ge­macht wer­den.

Art. 139  

1 Ist beim In­kraft­tre­ten die­ser Ver­fas­sung ei­ne Volks­i­ni­tia­ti­ve be­reits ein­ge­reicht wor­den, so rich­ten sich die Fris­ten für die Durch­füh­rung der Volks­ab­stim­mung nach bis­he­ri­gem Recht.

2 Läuft beim In­kraft­tre­ten die Sam­mel­frist für ei­ne Volks­i­ni­tia­ti­ve, so gel­ten für sie die Be­stim­mun­gen die­ser Ver­fas­sung.

Art. 140  

1 Hat der Kan­tons­rat vor In­kraft­tre­ten die­ser Ver­fas­sung ei­ne Vor­la­ge be­schlos­sen, so gilt für das Re­fe­ren­dum das bis­he­ri­ge Recht.

2 So­lan­ge ei­ne Ge­mein­de im Sin­ne von Ar­ti­kel 33 Ab­satz 4 Satz 1 das Or­gan, das ein Ge­mein­de­re­fe­ren­dum un­ter­stüt­zen kann, noch nicht be­zeich­net hat, ist die Ge­mein­de­ver­samm­lung oder das Ge­mein­de­par­la­ment zu­stän­dig.

Art. 141  

Ar­ti­kel 46 Ab­satz 2 be­grün­det ei­ne Kau­sal­haf­tung von Pri­va­ten nur dann, wenn das schä­di­gen­de Er­eig­nis spä­ter als ein Jahr nach In­kraft­tre­ten die­ser Ver­fas­sung ein­ge­tre­ten ist.

Art. 142  

1 Mit­glie­der von Be­hör­den blei­ben bis zum Ab­lauf der Amts­dau­er nach bis­he­ri­gem Recht im Amt.

2 Fin­det ei­ne Er­neue­rungs­wahl in­nert zwei Jah­ren nach In­kraft­tre­ten die­ser Ver­fas­sung statt, er­folgt sie nach bis­he­ri­gem Recht auf ei­ne vol­le Amts­dau­er.

Art. 143  

1 Die Zi­vil­ge­mein­den un­ter­ste­hen dem bis­he­ri­gen Recht und wer­den nach des­sen Vor­schrif­ten in­nert vier Jah­ren nach In­kraft­tre­ten die­ser Ver­fas­sung mit ih­rer po­li­ti­schen Ge­mein­de ver­ei­nigt.

2 Die Ge­mein­den le­gen in­nert vier Jah­ren nach In­kraft­tre­ten die­ser Ver­fas­sung fest, ab wel­chem Be­trag ein Aus­ga­ben­be­schluss der Ur­nen­ab­stim­mung un­ter­liegt (Art. 86 Abs. 2).

Art. 144  

Die Zweck­ver­bän­de re­geln in­nert vier Jah­ren nach In­kraft­tre­ten die­ser Ver­fas­sung in ih­ren Ver­bands­sta­tu­ten das In­itia­tiv- und das Re­fe­ren­dums­recht nach Ar­ti­kel 93 Ab­satz 2. Bis zu die­ser An­pas­sung gilt für Ab­stim­mun­gen in Zweck­ver­bän­den die bis­he­ri­ge Rechts- und Sta­tu­ten­ord­nung.

Art. 145  

1 Die auf his­to­ri­schen Rechts­ti­teln be­ru­hen­den Leis­tun­gen des Staa­tes an die kirch­li­chen Kör­per­schaf­ten blei­ben bis zur ge­setz­li­chen Neu­re­ge­lung ga­ran­tiert. Die Neu­re­ge­lung die­ser Leis­tun­gen ori­en­tiert sich an de­ren bis­he­ri­gem Ge­sam­t­um­fang.

2 Bis zur Neu­re­ge­lung des kirch­li­chen Stimm- und Wahl­rechts gel­ten die Be­stim­mun­gen des kan­to­na­len Rechts.

3 Bis zur Neu­re­ge­lung der Zu­stän­dig­kei­ten für die Neu­bil­dung, den Zu­sam­menschluss und die Auf­lö­sung von Kirch­ge­mein­den gel­ten die Be­stim­mun­gen des Ge­mein­de­ge­set­zes.

Sachregister

Die Zahlen verweisen auf die Artikel der Verfassung

Abgaben125, 126

Bemessungsrundlagen 122 4
gesetzliche Grundlage 38 1d
Gesamtbelastung mit 125 3a
Grundsätze 125, 126

Abstimmung 32, 33, 71 1b, 144

Urnenabstimmung 21 1, 86 4, 143 2
Volksabstimmung 29, 30, 33, 34, 36, 37, 132 3, 139 1, 140
Teil- und Variantenabstimmung 34

Alter 112

als verbotenes Kriterium der
Diskriminierung 11 2
als Voraussetzung für das Stimm- und Wahlrecht und die weiteren politischen Rechte 22

Amt

amtliche Dokumente 17
amtliche Veröffentlichungen 33 3
Amtsdauer 41, 82 2, 130 3d, 142
Amtsperiode 66 2
Amtssprache 48
Immunität im 44 3
nebenamtliche Tätigkeit 45
rechtswidrige amtliche Tätigkeit 46
vollamtliche Mitglieder 61 1

Anregung allgemeine 25 1,3,4,292,32d

Arbeitsverhältnis des Staats- und
Gemeindepersonals 47

Armut Bekämpfung 111 3

Aufsicht (Oberaufsicht) 94

bei Übertragung öffentlicher Aufgaben
98 4e, 99 1
der Bezirksbehörden 80 3
des Regierungsrates 70 3
parlamentarische Kontrolle 57
über die kirchlichen Körperschaften 130 5
über die Privatschulen 117 1
über die weiteren Religionsgemeinschaften 131 3b

Ausbildung s. Bildung

Ausgaben

Ausgabenbremse 56 3
Finanzreferendum, fakultatives 33 1d
Kompetenz der Stimmberechtigten in der Gemeinde 86 2a, 143 2
Kompetenz des Kantonsrates 56 2
Kompetenz des Regierungsrates 68 2

AusländerIntegration 114

Ausstand 43

Bankwesen

Kantonalbank 109

Begnadigung

Kompetenz des Kantonsrates 59 2b

Behörden

Allgemeines 40-82
Amtsdauer 41, 142
Ausübung der Staatsgewalt 1 3
Behördeninitiative 24 b,31
Bezirksbehörden 80, 94
Gemeindebehörden 87
Haftung 46 1
Handeln nach Treu und Glauben 2 3
Information durch 49
nebenamtliche Tätigkeit 45
Normenkontrolle 79
Prüfung von Petitionen 16
Rechtsetzung 38 1c, 3
Umsetzung der Verfassung 136, 138
Unvereinbarkeit 42
Verantwortlichkeit 47 2b

Bericht

des Regierungsrates
Geschäftsbericht 71 1f
im Vorverfahren der Rechtsetzung 67 1
zu Initiativen 31 1
der Finanzkontrolle 129 1

Beschluss

der Gemeinden 33 4,863,1432
des Kantonsrates 23 c, 33 1,3, 56 2c, 60 2,1341
des Regierungsrates 65 1,2

Bezirk 96

als Wahlkreis 51 2
Bezirksbehörden 80, 94
Bezirksrat 80

Bildung

Berufsbildung 119 1
Bildungseinrichtungen 14 2
Bildungsstätten, private 15
Bildungswesen 115
Erwachsenenbildung 119 2
Recht auf 11 3, 14
Wahrnehmung durch Schulgemeinde 83 2
Weiterbildung 111 2, 119 2

Budget 56 1a, 68 2, 122 3

Budgetberatung 56 2c
Budgetentwurf 68 1
Haushaltsgleichgewicht 123

Bund

Bundesebene, fakultatives Referendum
59 1a
Bundesrecht als Rahmen 20 2
Bundesverfassung, Geltung 10, 19 1
Bundesversammlung
Einreichung der Standesinitiative bei der 59 1b
Mitgliedschaft von Regierungsräten
63 3
Vernehmlassungsvorlagen des 33 1f,
71 1g
Zusammenarbeit mit dem 4
Zuständigkeit des 83 1

Bürger

Bürgerrecht
Gemeindebürgerrecht 20, 21
Kantonsbürgerrecht 20
Voraussetzungen 20
Zuständigkeit für die Erteilung 21
Einbürgerung 20

Demokratie

als Grundwert in Schulen 116 2
als Grundsatz
in den Landeskirchen 130 2a
in den weiteren Religionsgemeinschaften 131 2
in Zweckverbänden 93
Demokratisches Engagement 39

Dialog 7

Diskriminierung 11 2

Dringlichkeitsrecht 37

Ehe

staatliche Anerkennung 13
Ehepaar, steuerliche Behandlung 125 3f

Energie 106

Familie

aufkommen für die 20 3b
Betreuung von Kindern 19 2b
Förderung 112

Finanzausgleich 127

Finanzausgleichsbeträge 56 2d

Finanzbefugnisse

des Kantonsrates 56
des Regierungsrates 68

Finanzen122-129

Finanzplanung123

Finanzreferendum fakultatives 33 1d

Forstwirtschaft 108

Frau

Gleichberechtigung mit Mann 11 3
Gleichstellung mit Mann 11 3

Freiheit Präambel

freiheitliche Wirtschaft 107 1
Schulfreiheit 15
Sprachenfreiheit 12

Gegenvorschlag

des Kantonsrates bei Volksinitiativen 30

Gemeinde 83-94, 143

Gemeindeangelegenheiten 22
Gemeindeautonomie 85
Gemeindebürgerrecht
Voraussetzungen 20
Zuständigkeit 21
Gemeindeordnung 21 1, 81 4, 86 2, 89
Gemeindeorganisation 87
Gemeindeparlament 87 2, 1402
Gemeindepersonal 47
Gemeindereferendum 33 2b, 4, 140 2
Gemeindesteuerfüsse 127 2b
Gemeindeversammlung 21 1, 86 3, 87 2, 1402
Gemeindevorstand 87 1b
Israelitische Cultusgemeinde 131 1
Jüdische Liberale Gemeinde 131 1
Kirchgemeinden 130, 145 3
politische Gemeinden 83, 87 2, 143 1
Schulgemeinden 83, 84 2
Übertragung von Aufgaben an 38 1g
Zivilgemeinden 143 1
Zusammenarbeit
mit Kanton 4
untereinander 90-93

Gericht

Aufgaben und Stellung 73
Gerichtsinstanzen 18 1
Gerichtsorganisation 74
Immunität 44 3
Normenkontrolle 79
Parlamentarische Kontrolle 57 1
Unabhängigkeit 73 2
Unvereinbarkeit 42 1
Wahl 75
Wählbarkeit 40 1
Verwaltungsgericht 77 1

Gesetz

Dringliches 37
Fakultatives Referendum 33
Form des Gesetzes 38 1
Gemeindegesetz 145 3
Gesetzesinitiative 23 b
Gesetzesrang 33 1b
Gesetzgebung 38, 50 1, 54 1b, 98 1
gesetzliche Grundlage 72 1
gesetzliche Neuregelung 145 1
gesetzlich vorgegebene Ziele 98 4c
Gesetzmässigkeit 122
Gleichheit vor dem Gesetz 11 1
Rahmen des 70 1, 98
Steuergesetze 32 f
Vollziehung 38 2,602,672, 712

Gesundheit 113

Gewaltenteilung 3

Unabhängigkeit der Gerichte 73 2

Gebärdensprache 12

Gegenvorschlag

bei Volksinitiativen 30

Grundrechte9-18, 138

Heimatschutz 103 2

Haushaltsgleichgewicht 123

Initiative

Behördeninitiative 24 b
Verfahren 31
Einzelinitiative 24 c
Verfahren 31
Form 25
Gegenstand 23
Gesetzesinitiative 23 b
Gültigkeit 28
Initiativrecht 23-31, 139
Standesinitiative 23 d, 591b
Urheber 24
Verfassungsinitiative 23 a
Vertragsinitiative 23 e
Volksinitiative 24 a, 139
Gegenvorschlag 30
Obligatorisches Referendum 32
Totalrevision der Verfassung 134 1
Verfahren 29
Vorprüfung 26
Zustandekommen 27
von Einzelnen und von Organisationen 5 2

Innovation 8

Integration 114

Kanton

Einteilung in Bezirke 96 1
interkantonale Verträge 23 e, 32 b,
33 1b, 54 1c, 69 1
Kantonalbank 109
Kantonsbürgerrecht 20, 21 2

Kantonsrat 50–59

Amtsdauer 41 1
Immunität 44
Kantonsratsreferendum 33 2c, 3
Kompetenz bei Initiativen 25 4,
28 2, 3, 29 2, 30, 31
Kompetenz bei Volksabstimmungen
32 c-e, 33 1c-f, 34, 37 1
Kompetenz bei Totalrevision der Verfas­sung 134
Unvereinbarkeiten 42 1
Wahl 51
Wahl der Ombudsperson 81 1
Wahl von Gerichten 75 1
Wählbarkeit in den 40 1
Stellung des Regierungsrates gegenüber dem 64

Kirchen

Kirchgemeinde 130 1, 2, 145 3
kirchliche Körperschaften 130, 145 1
kirchliches Stimm- und Wahlrecht
130 2a, 145 2
Landeskirche 130 1a, 2
Übergangsrecht 145
Wahl der Pfarrer 130 3d
weitere Religionsgemeinschaften 131

Kommissionen

Vertretung beider Geschlechter 40 2
des Kantonsrates 64, 69 2, 751
Quartier- oder Ortsteilkommissionen 88

Kultur 120

Landwirtschaft 108

Lastenausgleich 128

Menschenwürde, Schutz Präambel, 9

Nachhaltigkeit 6

Natur- und Heimatschutz 103

Normenkontrolle 79

Notstand 72

Obergericht 74 2

Öffentlichkeit

der Rechtspflegeentscheide 78
der Verhandlungen des Kantonsrates 53
von Budget und Rechnung 122 3

Ombudsstelle 81

ParlamentarischeKontrolle 57

PartnerschaftAnerkennung durch den Staat 13

Petitionsrecht 16

Planung

des Kantonsrates 55
des Regierungsrates 66

Privatschulen117

Raumplanung 101

Recht

Rechte
Bürgerrecht 20, 21
Grundrechte 9-18, 138
auf Bildung 14
auf freie Wahl der Form des
Zusammenlebens 13
auf Zugang zu amtlichen
Dokumenten 17
Petitionsrecht 16
Rechtsgleichheit 11
Schulfreiheit 15
Schutz der Menschenwürde 9
Sprachenfreiheit 12
Verfahrensgarantien 18
Menschenrechte 10 1
politische 22
verfassungsmässige 38 1b
Volksrechte 22-39
Anfragerecht 86 1
in der Gemeinde 86
Initiativrecht 23-31, 86 1, 93 2, 139, 144
in Zweckverbänden 93 2, 144
Referendumsrecht 32-37, 86 1,
93 2, 144
Stimm- und Wahlrecht 22, 130 2a, 145 2
Rechtsetzung 38, 54, 67, 98 4c, s. auch Gesetz
Rechtsmittelbelehrung 18 2
Rechtspflege 73-79
der Bezirksbehörden 80 3
Rechtspflegeverfahren 138
Verwaltungsrechtspflege 77
Zivil- und Strafrechtspflege 76
Rechtsstaatliche Grundsätze
Präambel, 2, 131 2

Referendum

bei Dringlichkeitsrecht 37
fakultatives 33
Volksreferendum 33 2a
Gemeindereferendum 33 2b, 4, 140 2
Kantonsratsreferendum 33 2c, 3
Kompetenzen des Kantonsrates
59 1a, 2a
obligatorisches 32, 130 2a
Referendumsrecht
in den Gemeinden 86 1
in den Kirchen 130 2a
in den Zweckverbänden 93 2, 144

Regierungsrat 60-72

Aufsicht von Gemeinden und Zweckverbänden 94
Genehmigung
der Gemeindeordnungen 89 3
der Statuten der Zweckverbände 92 4
Immunität 44 1,3
Kompetenz bei Behörden- und
Einzelinitiativen 31
Übertragung von öffentlichen
Aufgaben 97 2
Unvereinbarkeiten 42
Wählbarkeit in den 40

Revision der Kantonsverfassung

Teilrevision 23 a, 133
Totalrevision 23 a, 25 1, 134

Richter, Amtsdauer der 41 2

Schule

Bildung s. Bildung
Privatschule 117
Schulfreiheit 15
Schulgemeinde 83 2, 3, 842
Öffentliche Volksschule 116, 117 1
Umschulung 111 2
Universitäten und Hochschulen 118

Schweizer, Schweizerin

Stimm- und Wahlrecht 22
Wählbarkeit für Ständerat 82 3

Sicherheit, öffentliche 100

schwerwiegende Störung 72 1
Wahrung durch Regierungsrat 71 1a

Sozialhilfe 111

Sozialziele 19

Sport 121

Staat

Gliedstaat Präambel
Rechtsstaatliche Grundsätze 2, 130 2a,
131 2
Staatsbeiträge 56 2d, 122 4
Staatsgewalt 1 3, 73 2
Staatshaftung 46
Staatshaushalt 56 3
staatliche
Aufsicht 117 1
Handeln 2 1, 2
Macht 3
Leistungen 19 4, 38 1e, 130 3c, 145 1
Tätigkeit 55 1
Staatspersonal 47
Staatsrechnung
Erarbeitung durch den
Regierungs­rat 68 1
Genehmigung durch den
Kantons­rat 56 1c
Staatssteuer 56 1b
Staatsstrassen 104 2

Ständerat

Wahl 82
Wählbarkeit 40 1

Statthalter 80 1a

Steuern 125

Grundsätze 125
Kirchensteuer 130 3b
Steuerbelastung 32 f
Steuergesetz 32 f
Voraussetzungen und
Bemessungsgrundlage 38 1d

Stimmrecht 22

in Kirchen 130 2a, 145 2
Stimmberechtigte
Ausübung der Staatsgewalt 1 3
der verfassungs- und
gesetzgebenden Gewalt 50 1
Erteilung des Gemeindebürgerrechts
21 1
Volksinitiative 24 a
Volksreferendum 33 2a
Konkurrierende Vorlagen 36
Meinungs- und Willensbildung
39 2
des Bezirks 80 1
der Gemeinde 84 3, 862, 3,871a,
892,912
in Zweckverbänden 93 2
Stimmende
Zustimmung für Änderung im
Bestand der Gemeinden 84 1, 2

Strafrechtspflege 76

Strassen

Staatsstrassen 104 2
leistungsfähiges Staatsstrassennetz
104 2bis

Subsidiarität5

Transparenz 49

Umweltschutz 102

Unvereinbarkeit 42

Urteile, vollstreckbare

Vollzug durch Regierungsrat 71 e

Verantwortlichkeit

gegenüber Kanton und Gemeinde 47 2
Kausalhaftung von Privaten die öffentliche Aufgaben erfüllen 46 2, 141
Staatshaftung 46

Verfassung

Änderung der Kantonsverfassung 23 a,
25 1, 32 a, 54 a, 132-134
Bundesverfassung 10, 19 1
Verfassungsinitiative 23 a
Verfassungsrat 134 2

Verhältniswahl des Kantonsrates 51

Verkehr 104

Veröffentlichung der Vorlagen und gesetz­geberischer Akte 33 3

Verwaltung

durch Bezirksbehörden 80 3
Leitung und Organisation der 70
Parlamentarische Kontrolle 57 1
Vermittlung durch Ombudsstelle 81 2
Verwaltungseinheiten 65 4
Verwaltungsgericht 74 2
Verwaltungsinstanzen 18 1
Verwaltungsrechtspflege 77
Verwaltungsverfahren 77

Volk

Volksrechte 22-39, 54 2
Volksabstimmung 29 2, 30, 32-37, 132 3, 139 1, 140
Volksinitiative 24 a, 26, 27, 28 2, 29, 30, 134 1, 139
in der Gemeinde 86, 93 2
Volksschule 116
Wahl vom 51 1, 62 1, 75 2, 79 1, 82 1, 134 2

Vollzug

der Gesetze 38 2, 67 2
der Regierungsratsbeschlüsse 65 2
der vollstreckbaren Urteile 71 1e
vollziehende Behörde 60 1
des Volkes 29

Wählbarkeit 40

Wahl

Erneuerungswahl 142 2
Volkswahlen
Bezirksbehörden 80 1
Gerichte 75 2
Kantonsrat 51
Pfarrer 130 3d
Regierungsrat 62
Ständerat 82
Wahlen durch den Kantonsrat 58
Gerichte 75 1
Wahlen durch den Regierungsrat 71 1d
Wahlkreise
für Kantonalratswahlen 51 2
für Regierungsratswahlen 62 3
für Ständeratswahlen 82 1
Wahlrecht 22
in den Kirchen 130 2a, 145 2

Wasser 105

Weiterbildung 119 2

Wohnen 110

Zivilgemeinden 143 1

Zivilrechtspflege 77

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