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Verfassung
des Kantons Uri

vom 28. Oktober 1984 (Stand am 11. März 2020) 1

1 Diese Veröffentlichung basiert auf jenen der Änderungen im Rahmen der Gewährleistungsbotschaften im BBl. Sie kann vorübergehend von der Veröffentlichung in der kantonalen Gesetzessammlung abweichen. Der Stand bezeichnet daher das Datum des letzten im BBl veröffentlichten Gewährleistungsbeschlusses der Bundesversammlung.

Im Namen Gottes!

Das Volk von Uri,

das sich in seiner grossen Mehrheit zum christlichen Glauben bekennt, gibt sich,
in der Absicht, Freiheit und Recht auf den Grundlagen einer demokratischen Staats­ordnung zu schützen, die Wohlfahrt aller zu fördern, Uri in seiner herge­brachten Selbständigkeit als Stand der Eidgenossenschaft zu stärken,

die folgende Verfassung:

1. Kapitel: Grundsätze

Art. 1 Souveränität  

1 Der Kan­ton Uri ist ein sou­ve­rä­ner Stand der Schwei­ze­ri­schen Eid­ge­nos­sen­schaft.

2 Als Glied des Bun­des­staa­tes ar­bei­tet er un­ter Wah­rung sei­ner be­son­de­ren In­te­res­sen mit Bund und Kan­to­nen in der Er­fül­lung der Staats­auf­ga­ben zu­sam­men.

Art. 2 Staatsziele  

Der Kan­ton und die Ge­mein­den stre­ben ins­be­son­de­re an,

a.
ei­ne ge­rech­te Ord­nung für das fried­li­che Zu­sam­men­le­ben der Men­schen zu schaf­fen;
b.
Rech­te und Frei­hei­ten des Ein­zel­nen und der Fa­mi­lie zu schüt­zen und Grund­la­gen für de­ren Ver­wirk­li­chung be­reit­zu­stel­len;
c.
die Vor­aus­set­zun­gen für ein men­schen­ge­rech­tes Da­sein her­zu­stel­len.
Art. 3 Bürgerrecht  

1 Kan­tons- und Ge­mein­de­bür­ger­recht sind un­trenn­bar mit­ein­an­der ver­bun­den.

2 Die Ge­setz­ge­bung re­gelt die Er­tei­lung des Ge­mein­de- und Kan­tons­bür­ger­rechts.

Art. 4 Staatshaftung  

1 Der Kan­ton, die Ge­mein­den und die üb­ri­gen öf­fent­lichrecht­li­chen Kör­per­schaf­ten und An­stal­ten haf­ten für den Scha­den, den ih­re Or­ga­ne in der Aus­übung ih­rer amt­li­chen Tä­tig­keit Drit­ten wi­der­recht­lich ver­ur­sacht ha­ben.

2 Wer in sei­ner per­sön­li­chen Frei­heit wi­der­recht­lich schwer ein­ge­schränkt oder wer schuld­los ver­haf­tet wird, hat An­spruch auf Scha­den­er­satz und Ge­nug­tu­ung.

3 Die Ge­setz­ge­bung kann die Haf­tung des Staa­tes auf wei­te­re Fäl­le aus­deh­nen.

Art. 5 Verantwortlichkeit der Organe  

Der Kan­ton, die Ge­mein­den und die üb­ri­gen öf­fent­lichrecht­li­chen Kör­per­schaf­ten und An­stal­ten kön­nen auf ih­re Or­ga­ne zu­rück­grei­fen, wenn die­se den Scha­den durch vor­sätz­li­che oder grob­fahr­läs­si­ge Ver­let­zung der Amts­pflicht ver­schul­det ha­ben.

Art. 6 Entschädigung bei Enteignung  

Ent­eig­nun­gen und Ei­gen­tums­be­schrän­kun­gen, die ei­ner Ent­eig­nung gleich­kom­men, sind voll zu ent­schä­di­gen.

2. Kapitel: Staat und Kirche

Art. 7 Landeskirchen  

1 Die rö­misch-ka­tho­li­sche und die evan­ge­lisch-re­for­mier­te Kir­che wer­den als Lan­des­kir­chen an­er­kannt.

2 Die Lan­des­kir­chen sind selb­stän­di­ge Kör­per­schaf­ten des öf­fent­li­chen Rechts.

Art. 8 Selbständigkeit  

1 Die Lan­des­kir­chen ord­nen ih­re An­ge­le­gen­hei­ten im Rah­men der Ver­fas­sung und der Ge­setz­ge­bung selb­stän­dig. Sie or­ga­ni­sie­ren sich nach de­mo­kra­ti­schen Grund­sät­zen.

2 Sie kön­nen sich in Kirch­ge­mein­den glie­dern.

3 Je­de Lan­des­kir­che er­lässt für sich ein Or­ga­ni­sa­ti­ons­sta­tut, das vom Re­gie­rungs­rat zu ge­neh­mi­gen ist

4 Das Han­deln der Lan­des­kir­chen un­ter­steht der Rechts­kon­trol­le des Kan­tons.

Über­gangs­be­stim­mung

Je­de Lan­des­kir­che hat in­nert fünf Jah­ren dem Re­gie­rungs­rat ein Or­ga­ni­sa­ti­onss­ta­tut zur Ge­neh­mi­gung zu un­ter­brei­ten. Bis da­hin wer­den die bis­her ge­neh­mig­ten Aus­schei­dungs­de­kre­te und der Land­rats­be­schluss vom 28. De­zem­ber 1916 über die An­er­ken­nung der pro­tes­tan­ti­schen Kirch­ge­mein­de als Or­ga­ni­sa­ti­ons­sta­tut an­er­kannt. Nach Ab­lauf die­ser Frist kann der Re­gie­rungs­rat die Or­ga­ni­sa­ti­ons­sta­tu­te er­satz­wei­se ver­fü­gen.

Art. 9 Steuerhoheit  

Die Lan­des­kir­chen oder ih­re Kirch­ge­mein­den sind be­fugt, im Rah­men der kan­to­na­len Ge­setz­ge­bung Steu­ern zu er­he­ben.

3. Kapitel: Grundrechte und Pflichten

Art. 10 Menschenwürde  

Die Wür­de des Men­schen ist un­an­tast­bar.

Art. 11 Rechtsgleichheit  

1 Al­le Men­schen sind vor dem Ge­set­ze gleich.

2 Nie­mand darf we­gen sei­ner Her­kunft, sei­nes Ge­schlechts, sei­ner Ras­se, sei­ner Spra­che, sei­ner so­zia­len Stel­lung oder sei­ner Welt­an­schau­ung oder Re­li­gi­on be­nach­tei­ligt oder be­vor­zugt wer­den.

Art. 12 Freiheitsrechte  

Ge­währ­leis­tet sind:

a.
das Recht auf Le­ben, kör­per­li­che und geis­ti­ge Un­ver­sehrt­heit und Be­we­gungs­frei­heit;
b.
das Recht auf Ehe und Fa­mi­lie;
c.
der Schutz der Pri­vat­sphä­re, der Woh­nung und des Brief- und Fern­mel­de­ge­heim­nis­ses;
d.
die Glau­bens- und Ge­wis­sens­frei­heit;
e.
die In­for­ma­ti­ons-, Mei­nungs- und Pres­se­frei­heit;
f.
das Pe­ti­ti­ons­recht;
g.
die Ver­ei­ni­gungs- und Ver­samm­lungs­frei­heit;
h.
die Nie­der­las­sungs­frei­heit;
i.
die Frei­heit der Leh­re und For­schung so­wie die Kunst­frei­heit;
k.
die Wirt­schafts­frei­heit und das Recht der frei­en Be­rufs­wahl;
l.
die Ei­gen­tums­frei­heit.
Art. 13 Rechtsschutz  

1 Je­der hat An­spruch auf Rechts­schutz.

2 Die Par­tei­en ha­ben in al­len Ver­fah­ren An­spruch auf recht­li­ches Ge­hör und auf einen Ent­scheid in­nert an­ge­mes­se­ner Frist.

Art. 14 Schranken der Grundrechte  

1 Ein­schrän­kun­gen der Grund­rech­te be­dür­fen ei­ner ge­setz­li­chen Grund­la­ge. Vor­­be­hal­ten blei­ben Fäl­le erns­ter, un­mit­tel­ba­rer und of­fen­sicht­li­cher Ge­fahr.

2 Die Grund­rech­te dür­fen nur ein­ge­schränkt wer­den, wenn ein über­wie­gen­des öf­fent­li­ches In­ter­es­se es recht­fer­tigt.

3 Die Grund­rech­te von Per­so­nen, die in ei­nem be­son­de­ren Ab­hän­gig­keits­ver­hält­nis zum Staa­te ste­hen, dür­fen zu­sätz­lich so­weit ein­ge­schränkt wer­den, als es das be­son­de­re öf­fent­li­che In­ter­es­se er­for­dert.

4 Der Kern der Grund­rech­te ist un­an­tast­bar.

Art. 15 Verwirklichung der Grundrechte  

Grund­rech­te ver­pflich­ten al­le Or­ga­ne des Kan­tons, der Ge­mein­den und der üb­ri­gen öf­fent­lichrecht­li­chen Kör­per­schaf­ten und An­stal­ten.

Art. 16 Pflichten  

Je­der hat sei­ne ge­setz­li­chen Pflich­ten dem Staat und der All­ge­mein­heit ge­gen­über zu er­fül­len.

4. Kapitel: Politische Rechte und Pflichten

1. Abschnitt: Stimmrecht

Art. 17 Stimm- und
Wahlrecht.
a. allgemein
 

1 Stimm­be­rech­tigt sind al­le Schwei­ze­rin­nen und Schwei­zer, die das 18. Al­ters­jahr zu­rück­ge­legt ha­ben, im Kan­ton Uri woh­nen und nicht we­gen Geis­tes­krank­heit oder Geis­tes­schwä­che ent­mün­digt sind.2

2 In kirch­li­chen An­ge­le­gen­hei­ten sind nur die Kir­chen­an­ge­hö­ri­gen und in An­ge­le­gen­hei­ten der Orts­bür­ger­ge­mein­de nur die Orts­bür­ger stimm­be­rech­tigt.

3 Das Stimm­recht be­rech­tigt, an Volks­wah­len und an Volks­ab­stim­mun­gen teil­zu­neh­men so­wie Volks­re­fe­ren­den und Volks­i­ni­tia­ti­ven zu un­ter­zeich­nen.

4 Wer stimm­be­rech­tigt ist, ist wahl­fä­hig.

2An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 5. März 1989, in Kraft seit 5. März 1989. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 4. Dez. 1989 (BBl 1989 III 1720Art. 1 Ziff. 1 719).

Art. 18 Stimm- und
Wahlrecht.
b. Ausdehnung
 

1 Die Lan­des­kir­chen kön­nen in ih­rem Or­ga­ni­sa­ti­ons­sta­tut den Kreis der in kirch­li­chen An­ge­le­gen­hei­ten Stimm­be­rech­tig­ten aus­deh­nen.

2 Die Lan­des­kir­chen kön­nen die­se Be­fug­nis den Kirch­ge­mein­den über­tra­gen.

Art. 19 Stimm- und
Wahlrecht.
c. Korporationen
 

Das Stimm­recht in An­ge­le­gen­hei­ten der Kor­po­ra­tio­nen und der Kor­po­ra­ti­ons­bür­ger­ge­mein­den be­stimmt sich nach dem Recht der Kor­po­ra­tio­nen.

Art. 20 Ausübung des Stimmrechts  

Die Teil­nah­me an den Ab­stim­mun­gen und Wahlen und an den Ge­mein­de­ver­samm­lun­gen ist Bür­ger­pflicht.

2. Abschnitt: Volkswahlen

Art. 21 Obligatorische
Volkswahl.
a. kantonale
 

Die Stimm­be­rech­tig­ten wäh­len:

a.
die Stän­derä­te;
b.
den Re­gie­rungs­rat;
c.
den Land­am­mann und den Lan­des­statt­hal­ter;
d.3
das Land­ge­richt;
e.4
das Ober­ge­richt.

3 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 25. Nov. 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2023. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 16. Sept. 2019 (BBl 2019 6865Art. 1 3929). Bis zum 31.05.2023: «d. das Ober­ge­richt.»

4 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 25. Nov. 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2023. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 16. Sept. 2019 (BBl 2019 6865Art. 1 3929).

Art. 22 b.
...
5  

5 Auf­ge­ho­ben in der Volks­ab­stim­mung vom 25. Nov. 2018, mit Wir­kung seit 1. Ju­ni 2023. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 16. Sept. 2019 (BBl 2019 6865Art. 1 3929). Bis zum 31.05.2023: «Ob­li­ga­to­ri­sche Volks­wahl. b. be­zirks­wei­se. Die Stimm­be­rech­tig­ten des Ge­richts­be­zirks Uri wäh­len das Land­ge­richt Uri, je­ne des Ge­richts­be­zirks Ur­sern das Land­ge­richt Ur­sern.»

Art. 23 Obligatorische
Volkswahl.
c. in der Gemeinde
6  

Die Stimm­be­rech­tig­ten der Ge­mein­de wäh­len die Land­rä­te, ih­re ver­fas­sungs­mäs­si­gen Or­ga­ne so­wie die in der Ge­mein­de­ord­nung7 vor­ge­se­he­nen Be­hör­den und An­ge­stell­ten.

6 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 21. Mai 2000, in Kraft seit 1. Jan. 2001. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 20. März 2001 (BBl 2001 1374Art. 1 Ziff. 2, 2000 5255).

7 Aus­druck an­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 21. Mai 2017, in Kraft seit 1. Ju­ni 2017. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 6. Ju­ni 2018 (BBl 2018 3795Art. 1 1207). Die An­pas­sung wur­de im gan­zen Text be­rück­sich­tigt.

3. Abschnitt: Volksabstimmungen

Art. 24 Obligatorische Volksabstimmung des Kantons  

Der kan­to­na­len Volks­ab­stim­mung un­ter­lie­gen:

a.
die Ver­fas­sungs­än­de­run­gen;
b.
die kan­to­na­len Ge­set­ze;
c.8
neue Aus­ga­ben des Kan­tons von mehr als ei­ner Mil­li­on Fran­ken;
d.9
neue Aus­ga­ben des Kan­tons von mehr als hun­dert­tau­send Fran­ken, wenn sie wäh­rend min­des­tens zehn Jah­ren wie­der­keh­rend sind;
e.
kan­to­na­le Volks­i­ni­tia­ti­ven in der Form des aus­ge­ar­bei­te­ten Ent­wurfs;
f.
kan­to­na­le Volks­i­ni­tia­ti­ven in der Form der all­ge­mei­nen An­re­gung, wenn der Land­rat die­sen nicht zu­stimmt. Volks­i­ni­tia­ti­ven, wel­che die To­tal­re­vi­si­on der Kan­tons­ver­fas­sung an­re­gen, un­ter­lie­gen im­mer der Volks­ab­stim­mung;
g.
kan­to­na­le Volks­i­ni­tia­ti­ven, wel­che die Ab­be­ru­fung ei­ner Be­hör­de ver­lan­gen.

8An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 28. Nov. 1993, in Kraft seit 1. Jan. 1994. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 14. Dez. 1994 (BBl 1995 I 10Art. 1 Ziff. 2; 1994 II 1377).

9An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 28. Nov. 1993, in Kraft seit 1. Jan. 1994. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 14. Dez. 1994 (BBl 1995 I 10Art. 1 Ziff. 2; 1994 II 1377).

Art. 25 Fakultative Volksabstimmung des Kantons  

1 Volks­re­fe­ren­den un­ter­lie­gen der kan­to­na­len Volks­ab­stim­mung, wenn sie von min­des­tens vier­hun­dert­fünf­zig Stimm­be­rech­tig­ten un­ter­zeich­net sind, de­ren Stimm­be­rech­ti­gung amt­lich be­glau­bigt ist.10

2 Volks­re­fe­ren­den sind zu­läs­sig ge­gen:

a.
Ver­ord­nun­gen;
b.
Kon­kor­da­te des Land­ra­tes;
c.11
neue Aus­ga­ben des Kan­tons von mehr als fünf­hun­dert­tau­send Fran­ken;
d.12
neue Aus­ga­ben des Kan­tons von mehr als fünf­zig­tau­send Fran­ken, wenn sie wäh­rend min­des­tens zehn Jah­ren wie­der­keh­rend sind;
e.
grös­se­re Was­ser­rechts­ver­lei­hun­gen des Kan­tons.

3 Volks­re­fe­ren­den sind in­nert neun­zig Ta­gen seit der Be­kannt­ma­chung der Re­fe­ren­dums­vor­la­ge ein­zu­rei­chen.

4 Der Land­rat kann von sich aus wei­te­re Be­schlüs­se der Volks­ab­stim­mung un­ter­stel­len.

10 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 8. Ju­ni 1997, in Kraft seit 1. Okt. 1997. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 3. Dez. 1998 (BBl 1999 219Art. 1 Ziff. 1, 1998 3945).

11An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 28. Nov. 1993, in Kraft seit 1. Jan. 1994. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 14. Dez. 1994 (BBl 1995 I 10Art. 1 Ziff. 2; 1994 II 1377).

12An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 28. Nov. 1993, in Kraft seit 1. Jan. 1994. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 14. Dez. 1994 (BBl 1995 I 10Art. 1 Ziff. 2; 1994 II 1377).

Art. 2613  

13 Auf­ge­ho­ben in der Volks­ab­stim­mung vom 21. Mai 2017, mit Wir­kung seit 1. Ju­ni 2017. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 6. Ju­ni 2018 (BBl 2018 3795Art. 1 1207).

Art. 27 Kantonale
Volksinitiative.
a. Gegenstand
 

1 Mit ei­ner kan­to­na­len Volks­i­ni­tia­ti­ve kann der Er­lass, die Än­de­rung oder die Auf­he­bung von Ver­fas­sungs-, Ge­set­zes- oder Ver­ord­nungs­be­stim­mun­gen ver­langt wer­den.

2 Die kan­to­na­le Volks­i­ni­tia­ti­ve kann auch die Ab­be­ru­fung ei­ner Be­hör­de oder die Ein­rei­chung ei­ner Stan­des­i­ni­tia­ti­ve beim Bund ver­lan­gen.

Art. 28 Kantonale
Volksinitiative.
b. Form und Verfahren
 

1 Kan­to­na­le Volks­i­ni­tia­ti­ven sind als aus­ge­ar­bei­te­ter Ent­wurf oder als all­ge­mei­ne An­re­gung ein­zu­rei­chen. Be­geh­ren auf To­tal­re­vi­si­on der Kan­tons­ver­fas­sung sind nur in der Form der all­ge­mei­nen An­re­gung zu­läs­sig.

2 Kan­to­na­le Volks­i­ni­tia­ti­ven müs­sen sich auf einen ein­heit­li­chen Re­ge­lungs­be­reich be­schrän­ken und dür­fen we­der über­ge­ord­ne­tem Recht wi­der­spre­chen noch aus tat­säch­li­chen Grün­den un­mög­lich oder in­halt­lich un­be­stimmt sein. Sie müs­sen von min­des­tens sechs­hun­dert Stimm­be­rech­tig­ten un­ter­zeich­net sein, de­ren Stimm­be­rech­ti­gung amt­lich be­glau­bigt ist.14

3 Kan­to­na­le Volks­i­ni­tia­ti­ven sind spä­tes­tens an­dert­halb Jah­re nach ih­rer Ein­rei­chung dem Volk zur Ab­stim­mung vor­zu­le­gen. Der Land­rat kann der Volks­i­ni­tia­ti­ve einen Ge­gen­vor­schlag ge­gen­über­stel­len.

14 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 8. Ju­ni 1997, in Kraft seit 1. Okt. 1997. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 3. Dez. 1998 (BBl 1999 219Art. 1 Ziff. 1, 1998 3945).

Art. 29 Gemeindliche Volksinitiative  

1 Mit ei­ner ge­meind­li­chen Volks­i­ni­tia­ti­ve kann die Ab­be­ru­fung ei­ner Ge­mein­de­be­hör­de oder der Er­lass, die Än­de­rung oder die Auf­he­bung von Rechts­vor­schrif­ten ver­langt wer­den, die im Zu­stän­dig­keits­be­reich der Ge­mein­den lie­gen.

2 Ge­meind­li­che Volks­i­ni­tia­ti­ven müs­sen die amt­lich be­glau­big­ten Un­ter­schrif­ten von min­des­tens ei­nem Zehn­tel der in der Ge­mein­de Stimm­be­rech­tig­ten auf­wei­sen. Sie spä­tes­tens zwölf Mo­na­te, nach­dem sie ein­ge­reicht wor­den sind, dem Volk zur Ab­stim­mung vor­zu­le­gen.

3 Im Üb­ri­gen gel­ten die Be­stim­mun­gen für kan­to­na­le Volks­i­ni­tia­ti­ven.

4. Abschnitt: Abstimmungsordnung

Art. 30 Wahlen und Abstimmungen  

1 Wahlen und Ab­stim­mun­gen des Kan­tons wer­den an der Ur­ne ge­trof­fen.15

2 ...16 Land­rats­wah­len nach dem Ver­hält­nis­wahl­sys­tem er­fol­gen an der Ur­ne.17

3 Das Ge­mein­de­ge­setz re­gelt die Ab­stim­mun­gen und Wahlen der Ge­mein­den.18

15 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 25. Nov. 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2023. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 16. Sept. 2019 (BBl 2019 6865Art. 1 3929). Bis zum 31.05.2023: «Wahlen und Ab­stim­mun­gen des Kan­tons und der Ge­richts­be­zir­ke wer­den an der Ur­ne ge­trof­fen.»

16 Ers­ter Satz auf­ge­ho­ben in der Volks­ab­stim­mung vom 21. Mai 2017, mit Wir­kung seit 1. Ju­ni 2017. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 6. Ju­ni 2018 (BBl 2018 3795Art. 1 1207).

17An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 24. Sept. 1989, in Kraft seit 24. Sept. 1989. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 14. Dez. 1990 (BBl 1990 III 1799Art. 1 Ziff. 2 II 473).

18 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 21. Mai 2017, in Kraft seit 1. Ju­ni 2017. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 6. Ju­ni 2018 (BBl 2018 3795Art. 1 1207).

5. Kapitel: Öffentliche Aufgaben

1. Abschnitt: Grundsätze

Art. 31 Zusammenarbeit  

Der Kan­ton, die Ge­mein­den und die üb­ri­gen öf­fent­lichrecht­li­chen Kör­per­schaf­ten und An­stal­ten ar­bei­ten bei der Er­fül­lung der öf­fent­li­chen Auf­ga­ben zu­sam­men.

Art. 32 Enteignung  

1 So­weit es zur Er­fül­lung der öf­fent­li­chen Auf­ga­ben not­wen­dig ist, ist die Enteig­nung zu­läs­sig.

2 Das Ent­eig­nungs­recht steht dem Kan­ton, den Ge­mein­den, den Ge­mein­de­ver­bän­den und den Kor­po­ra­tio­nen zu.

2. Abschnitt: Bildungswesen und Kulturpflege

Art. 33 Öffentliche Schulen  

Der Kan­ton und die Ge­mein­den schaf­fen ge­eig­ne­te Vor­aus­set­zun­gen, da­mit al­le Kin­der und Ju­gend­li­chen ih­ren An­la­gen ent­spre­chend an öf­fent­li­chen Volks‑, Mit­tel- und Be­rufs­schu­len un­ter­rich­tet wer­den kön­nen.

Art. 34 Volksschulen.
a. Schulbesuch
19  

Der Be­such der Volks­chu­le ist un­ent­gelt­lich und, so­weit die Ge­setz­ge­bung nichts an­de­res be­stimmt, ob­li­ga­to­risch.

19 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 23. Sept. 2012, in Kraft seit 1. Aug. 2016. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 23. Sept. 2013 (BBl 2013 7827Art. 1 Ziff. 1 3931).

Art. 35 Volksschulen.
b. Trägerschaft und Aufsicht
 

1 Trä­ger der Volks­schu­len sind die Ge­mein­den oder Ge­mein­de­ver­bän­de.

2 Der Kan­ton un­ter­stützt und be­auf­sich­tigt die Ge­mein­den und die Ge­mein­de­ver­bän­de.

Art. 36 Volksschulen.
c. Sonderschulen
 

Der Kan­ton führt oder un­ter­stützt Son­der­schu­len und Hei­me. Er kann die Ge­mein­den zu an­ge­mes­se­nen Leis­tun­gen bei­zie­hen.

Art. 37 Kindergärten 20  

Die Ge­mein­den füh­ren Kin­der­gär­ten.

20 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 2. März 1997, in Kraft seit 1. Aug. 1998. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 3. Dez. 1998 (BBl 1999 219Art. 1 Ziff. 1, 1998 3945).

Art. 38 Berufsschule und höhere Schulen  

1 Der Kan­ton för­dert die Be­rufs- und Fach­aus­bil­dung und die hö­he­re Schul­bil­dung.

2 Er kann ent­spre­chen­de Bil­dungs­an­stal­ten sel­ber be­trei­ben oder sich an sol­chen be­tei­li­gen.

Art. 39 Privatschulen  

Das Recht des Pri­vat­schul­un­ter­richts ist ge­währ­leis­tet. Pri­vat­schu­len sind be­wil­li­gungs­pflich­tig und un­ter­ste­hen der Auf­sicht des Kan­tons.

Art. 40 Ausbildungshilfen  

Der Kan­ton rich­tet Aus­bil­dungs­hil­fen in Form von Sti­pen­di­en und Dar­le­hen aus.

Art. 41 Erwachsenenbildung und Freizeitbeschäftigung  

Der Kan­ton und die Ge­mein­den kön­nen die Er­wach­se­nen­bil­dung und Be­stre­bun­gen für ei­ne sinn­vol­le Frei­zeit­ge­stal­tung un­ter­stüt­zen.

Art. 42 Kulturpflege  

Der Kan­ton und die Ge­mein­den pfle­gen das hei­mat­li­che Kul­tur­gut und för­dern künst­le­ri­sche und kul­tu­rel­le Be­stre­bun­gen und Tä­tig­kei­ten.

Art. 43 Gesetzgebung  

Die Ge­setz­ge­bung führt die Grund­sät­ze über das Bil­dungs­we­sen und ins­be­son­de­re über die Dau­er der ob­li­ga­to­ri­schen Schul­pflicht so­wie über die Kul­tur­pfle­ge nä­her aus.

3. Abschnitt: Sozialhilfe

Art. 44 Aufgabenteilung  

1 Die öf­fent­li­che Für­sor­ge und das Vor­mund­schafts­we­sen ob­lie­gen den Ge­mein­den, so­weit die Ge­setz­ge­bung nichts an­de­res be­stimmt.

2 Der Kan­ton un­ter­stützt und be­auf­sich­tigt die Ge­mein­den. Er kann be­son­de­re So­zi­al­­hil­fe­ein­rich­tun­gen schaf­fen und un­ter­stüt­zen.

3 Der Kan­ton kann ei­ge­ne So­zi­al­ver­si­che­rungs­ein­rich­tun­gen schaf­fen.

4. Abschnitt: Gesundheitswesen

Art. 45 Grundsatz  

1 Der Kan­ton und die Ge­mein­den för­dern die Volks­ge­sund­heit, die Ge­sund­heits­vor­sor­ge und die Kran­ken­pfle­ge. Sie schaf­fen die Vor­aus­set­zun­gen für die me­di­zi­ni­sche Ver­sor­gung der Be­völ­ke­rung.

2 Der Kan­ton und die Ge­mein­den för­dern die Be­kämp­fung von Sucht­ge­fah­ren.

Art. 46 Besondere Aufgaben des Kantons  

1 Der Kan­ton über­wacht und ko­or­di­niert das Ge­sund­heits­we­sen. Er ord­net das Me­di­zi­nal­we­sen und die Ge­sund­heits­po­li­zei.

2 Der Kan­ton ge­währ­leis­tet den Be­trieb des Kan­tonss­pi­tals. Er kann wei­te­re Kran­ken- und Pfle­ge­hei­me un­ter­stüt­zen.

5. Abschnitt: Lebensraum

Art. 47 Raumplanung  

1 Der Kan­ton und die Ge­mein­den stel­len die ge­ord­ne­te Be­sied­lung des Lan­des und die zweck­mäs­si­ge Nut­zung des Bo­dens si­cher. Sie be­rück­sich­ti­gen bei ih­ren Tä­tig­kei­ten die Zie­le und Er­for­der­nis­se der Raum­pla­nung.

2 Der Kan­ton ist für die Richt­pla­nung ver­ant­wort­lich. Die Ge­mein­den sind im Rah­men der Ge­setz­ge­bung für die Nut­zungs­pla­nung zu­stän­dig.

Art. 48 Bauwesen  

1 Der Kan­ton und die Ge­mein­den er­las­sen Bau­vor­schrif­ten.

2 Der Kan­ton re­gelt den Bau und den Un­ter­halt der Ver­kehrs­we­ge und der Ein­rich­tun­gen zum Schut­ze vor Na­tur­ge­wal­ten.

Art. 49 Schutz der Umwelt und des Lebensraumes  

1 Der Kan­ton und die Ge­mein­den sor­gen bei ih­rer Tä­tig­keit für den Schutz des Men­schen, sei­ner Um­welt und sei­nes Le­bens­rau­mes.

2 Der Kan­ton er­lässt Vor­schrif­ten zum Schutz vor Gross­raub­tie­ren und zur Be­schrän­kung und Re­gu­lie­rung des Be­stands. Die För­de­rung des Gross­raub­tier­be­stands ist ver­bo­ten.21

21 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 10. Fe­br. 2019. Noch nicht in Kraft. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 11. März 2020 (BBl 2020 4671Art. 1 Abs. 1 147).

Art. 50 Öffentliche Sachen  

1 Seen und Flüs­se ge­hö­ren dem Kan­ton. Pri­vat­rech­te blei­ben vor­be­hal­ten.

2 Der Kan­ton stellt wei­te­re Vor­schrif­ten auf über die öf­fent­li­chen Sa­chen und über de­ren Ge­brauch und Nut­zung.

3 Er re­gelt die Nut­zung des Grund­was­sers.

4 Was­ser­kräf­te, die dem Kan­ton ge­hö­ren, dür­fen nur zur Nut­zung ver­lie­hen wer­den, wenn sich der Kan­ton am Un­ter­neh­men des Be­lie­he­nen er­heb­lich be­tei­li­gen kann.

6. Abschnitt: Wirtschaft

Art. 51 Wirtschaftspolitik  

1 Der Kan­ton und die Ge­mein­den för­dern ei­ne aus­ge­wo­ge­ne Ent­wick­lung al­ler Be­rei­che der ur­ne­ri­schen Volks­wirt­schaft.

2 Der Kan­ton strebt da­bei ei­ne aus­ge­gli­che­ne Ent­wick­lung al­ler Lan­des­tei­le an.

Art. 52 Rahmenbedingungen  

Der Kan­ton und die Ge­mein­den schaf­fen güns­ti­ge Rah­men­be­din­gun­gen für die Land- und Forst­wirt­schaft, die In­dus­trie, das Ge­wer­be und den Dienst­leis­tungs­­sek­tor.

Art. 53 Gesetzgebung  

Der Kan­ton er­lässt Vor­schrif­ten für ei­ne ge­ord­ne­te Aus­übung der wirt­schaft­li­chen Tä­tig­kei­ten.

Art. 54 Kantonalbank 22  

1 Der Kan­ton kann ei­ne Kan­to­nal­bank be­trei­ben. Er ga­ran­tiert de­ren Ver­bind­lich­kei­ten.

2 Die Kan­to­nal­bank hat einen an­ge­mes­se­nen Er­trag zu er­wirt­schaf­ten. Sie dient vor­wie­gend der ge­samt­wirt­schaft­li­chen Ent­wick­lung des Kan­tons.

22 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 2. Dez. 2001, in Kraft seit 1. Sept. 2003. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 12. März 2003 (BBl 2003 2887Art. 1 Ziff. 2, 2002 6686).

Art. 55 Regalrechte.
a. Begriff
 

Die Re­ga­li­en ver­mit­teln die aus­sch­liess­li­che Be­fug­nis zur Be­tä­ti­gung und wirt­schaft­li­chen Nut­zung.

Art. 56 Regalrechte.
b. Salz-, Jagd- und Fischereiregal
 

Dem Kan­ton ste­hen das Salz­re­gal, das Jagd­re­gal und das Fi­sche­rei­re­gal zu.

Art. 57 Regalrechte.
c. Bergregal
 

1 Das Ber­gre­gal steht grund­sätz­lich dem Kan­ton zu.

2 Vor­be­hal­ten blei­ben das Recht der Kor­po­ra­tio­nen, Strah­ler­rech­te zu er­tei­len so­wie auf ih­rem All­mend­ge­biet Kon­zes­sio­nen zu ver­lei­hen zur Aus­beu­tung von Erz­gru­ben und zur Aus­beu­tung von Ge­stei­nen im Tag­bau (Stein­brü­che).

3 Die Ge­setz­ge­bungs­ho­heit über das Ber­gre­gal ver­bleibt dem Kan­ton.

7. Abschnitt: Finanzordnung

Art. 58 Finanzhaushalt  

1 Der Fi­nanz­haus­halt des Kan­tons und der Ge­mein­den ist nach den Grund­sät­zen der Ge­setz­mäs­sig­keit, der Spar­sam­keit und der Wirt­schaft­lich­keit zu füh­ren. Er soll auf die Dau­er aus­ge­gli­chen sein.

2 Der Kan­ton und die Ge­mein­den er­stel­len Fi­nanz­pla­nun­gen und ge­währ­leis­ten die Fi­nanz­kon­trol­le.

3 Die Fi­nanz­pla­nun­gen sind mit den Auf­ga­ben­pla­nun­gen ab­zu­stim­men.

Art. 59 Mittelbeschaffung  

1 Der Kan­ton und die Ge­mein­den be­schaf­fen sich die not­wen­di­gen Mit­tel durch

a.
die Er­he­bung von Steu­ern, Ge­büh­ren und Bei­trä­gen;
b.
die Er­träg­nis­se des Ver­mö­gens und der Re­gal­rech­te;
c.
Bei­trä­ge und An­tei­le an Ein­nah­men des Bun­des und an­de­rer öf­fent­lichrecht­li­cher Kör­per­schaf­ten, Un­ter­neh­mun­gen und Ein­rich­tun­gen;
d.
all­fäl­li­ge wei­te­re Er­träg­nis­se;
e.
Auf­nah­me von An­lei­hen und Dar­le­hen.

2 Ge­mein­de­ver­bän­de er­he­ben kei­ne Steu­ern.

3 Das kan­to­na­le Recht be­stimmt den Ge­gen­stand der Steu­er, den Kreis der Steu­er­pflich­ti­gen und die Be­mes­sungs­grund­la­gen. Im Rah­men der Ge­setz­ge­bung be­stim­men die Ge­mein­den ih­ren Steu­er­fuss.

Art. 60 Grundsätze der Steuererhebung  

1 Die Steu­ern sind nach den Grund­sät­zen der So­li­da­ri­tät und der Leis­tungs­fä­hig­keit der Steu­er­pflich­ti­gen aus­zu­rich­ten.

2 Sie sind so zu be­mes­sen, dass die ge­sam­te Be­las­tung der Steu­er­pflich­ti­gen mit Ab­ga­ben nach so­zia­len Grund­sät­zen trag­bar ist, die Leis­tungs­fä­hig­keit der Wirt­schaft nicht über­for­dert, der Wil­le zur Ein­kom­mens- und Ver­mö­gens­er­zie­lung nicht ge­schwächt und die Selbst­vor­sor­ge ge­för­dert wer­den.

3 Steu­er­hin­ter­zie­hun­gen und Wi­der­stän­de ge­gen die Steu­e­rer­he­bung sind mit wirk­sa­men Sank­tio­nen zu ver­fol­gen.

Art. 61 Finanzausgleich  

Der Kan­ton stellt den Fi­nanz­aus­gleich zwi­schen den Ein­woh­ner­ge­mein­den si­cher. Die­se kön­nen ver­pflich­tet wer­den, Fi­nanz­aus­gleichs­bei­trä­ge zu leis­ten.

6. Kapitel: Gliederung des Staates

1. Abschnitt: Kanton

Art. 62 Gebiet  

1 Zum Kan­ton Uri ge­hört das Ge­biet, das ihm durch die his­to­ri­schen Gren­zen zu­ge­schie­den und durch die Schwei­ze­ri­sche Eid­ge­nos­sen­schaft ge­währ­leis­tet ist.

2 Grenz­be­rei­ni­gun­gen sind vom Land­rat zu ge­neh­mi­gen.

Art. 63 Hauptort  

1 Hauptort des Kan­tons Uri ist Alt­dorf.

2 Der Land­rat, der Re­gie­rungs­rat und die obers­ten kan­to­na­len Ge­rich­te ha­ben ih­ren Sitz in Alt­dorf.

2. Abschnitt: Gemeinden

Art. 64 Gemeindearten  

1 Im Rah­men der Ver­fas­sung sind fol­gen­de Ge­mein­de­ar­ten an­er­kannt:

a.
die Ein­woh­ner­ge­mein­de, die al­le in ei­ner Ge­mein­de an­säs­si­gen Per­so­nen um­fasst;
b.
die Kirch­ge­mein­de, die al­le in ei­ner Ge­mein­de an­säs­si­gen An­ge­hö­ri­gen ei­ner Lan­des­kir­che um­fasst;
c.
die Orts­bür­ger­ge­mein­de, die al­le in ei­ner Ge­mein­de an­säs­si­gen Orts­bür­ger um­fasst;
d.
die Kor­po­ra­ti­ons­bür­ger­ge­mein­de (All­mend­bür­ger­ge­mein­de), die al­le in ei­ner Ge­mein­de an­säs­si­gen Kor­po­ra­ti­ons­bür­ger um­fasst.

2 Die Lan­des­kir­chen und die Kor­po­ra­tio­nen kön­nen das Ho­heits­ge­biet ih­rer Ge­mein­den ab­wei­chend vom Ge­biet der Ein­woh­ner­ge­mein­den fest­le­gen.

Art. 65 Rechtsnatur  

Die Ge­mein­den sind selb­stän­di­ge Kör­per­schaf­ten des öf­fent­li­chen Rechts.

Art. 66 Gebietsveränderungen und Grenz­bereini­gungen 23  

1 Ge­biets­ver­än­de­run­gen und Grenz­be­rei­ni­gun­gen rich­ten sich nach dem Ge­mein­de­ge­setz.24

2 Für die Kirch­ge­mein­den gilt das Or­ga­ni­sa­ti­ons­sta­tut der Lan­des­kir­che, für die Kor­po­ra­ti­ons­bür­ger­ge­mein­den das Recht der Kor­po­ra­tio­nen.

23 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 21. Mai 2017, in Kraft seit 1. Ju­ni 2017. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 6. Ju­ni 2018 (BBl 2018 3795Art. 1 1207).

24 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 21. Mai 2017, in Kraft seit 1. Ju­ni 2017. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 6. Ju­ni 2018 (BBl 2018 3795Art. 1 1207).

Art. 67 Einwohnergemeinden 25  

1 Der Kan­ton Uri glie­dert sich in Ein­woh­ner­ge­mein­den, de­ren Be­stand im Rah­men der Ver­fas­sung und Ge­setz­ge­bung ge­währ­leis­tet ist.

2 Ein­woh­ner­ge­mein­den kön­nen sich zu­sam­mensch­lies­sen. Das Nä­he­re re­gelt das Ge­setz.

25 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 22. Sept. 2013, in Kraft seit 23. Sept. 2013. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 11. März 2015 (BBl 2015 3035Art. 1 Ziff. 2, 2014 9091).

Art. 68 Kirchgemeinde  

Im Rah­men der Ver­fas­sung be­grün­den und or­ga­ni­sie­ren sich die Kirch­ge­mein­den nach dem Or­ga­ni­sa­ti­ons­sta­tut der be­tref­fen­den Lan­des­kir­che.

Art. 69 Ortsbürgergemeinde  

1 Die Ein­woh­ner­ge­mein­den kön­nen Orts­bür­ger­ge­mein­den aus­schei­den.

2 Die Aus­schei­dungs­de­kre­te, die vom Re­gie­rungs­rat zu ge­neh­mi­gen sind, müs­sen die Grund­zü­ge der Or­ga­ni­sa­ti­on und die Auf­ga­ben der Orts­bür­ger­ge­mein­de um­schrei­ben.

3 Wird ei­ne Ein­woh­ner­ge­mein­de auf­ge­ho­ben oder schliesst sie sich mit ei­ner an­dern zu­sam­men, gilt das auch für die Orts­bür­ger­ge­mein­de.26

Über­gangs­be­stim­mung

Die bis­he­ri­gen Aus­schei­dungs­de­kre­te wer­den als sol­che nach Ab­satz 2 an­er­kannt. Sie sind in­nert fünf Jah­ren seit dem In­kraft­tre­ten der Kan­tons­ver­fas­sung an­zu­pas­sen. Nach Ab­lauf die­ser Frist kann der Re­gie­rungs­rat die Aus­schei­dungs­de­kre­te er­satz­wei­se an­pas­sen.

26 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 22. Sept. 2013, in Kraft seit 23. Sept. 2013. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 11. März 2015 (BBl 2015 3035Art. 1 Ziff. 2, 2014 9091).

Art. 70 Korporationsbürgergemeinde  

Die Kor­po­ra­ti­ons­bür­ger­ge­mein­den be­grün­den und or­ga­ni­sie­ren sich nach dem Recht der Kor­po­ra­tio­nen.

Art. 71 Zweckverbände 27  

Das Ge­mein­de­ge­setz und die be­son­de­re Ge­setz­ge­bung re­geln die Zweck­ver­bän­de.

Über­gangs­be­stim­mung

Be­ste­hen­de Zweck­ver­bän­de gel­ten als ge­neh­migt und an­er­kannt.

27 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 21. Mai 2017, in Kraft seit 1. Ju­ni 2017. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 6. Ju­ni 2018 (BBl 2018 3795Art. 1 1207).

3. Abschnitt: Korporationen

Art. 72 Rechtsnatur  

1 Die Kor­po­ra­tio­nen Uri und Ur­sern sind selb­stän­di­ge Kör­per­schaf­ten des öf­fent­li­chen Rechts.

2 Die Kor­po­ra­tio­nen kön­nen Kor­po­ra­ti­ons­bür­ger­ge­mein­den schaf­fen. Sol­che Be­schlüs­se sind dem Re­gie­rungs­rat mit­zu­tei­len.

Über­gangs­be­stim­mung

Die be­ste­hen­den Kor­po­ra­ti­ons­bür­ger­ge­mein­den wer­den an­er­kannt. Die ent­spre­chen­den Aus­schei­dungs­de­kre­te sind in­nert fünf Jah­ren seit dem In­kraft­tre­ten der Ver­fas­sung an­zu­pas­sen.

Art. 73 Korporationsvermögen  

Das Kor­po­ra­ti­ons­ver­mö­gen bleibt ge­währ­leis­tet.

Art. 74 Zusammenarbeit  

Die Kor­po­ra­tio­nen un­ter­stüt­zen den Kan­ton und die Ge­mein­den in de­ren Auf­ga­ben­er­fül­lung und hel­fen mit, die Staats­zie­le zu er­rei­chen.

7. Kapitel: Organisation und Zuständigkeiten des Staates

1. Abschnitt: Grundsätze

Art. 75 Gewaltenteilung  

Recht­set­zen­de, voll­zie­hen­de und recht­spre­chen­de Ge­wal­ten sind ge­trennt.

Art. 76 Unvereinbarkeiten  

1 Nie­mand darf gleich­zei­tig Mit­glied des Land­ra­tes und des Re­gie­rungs­ra­tes sein. Land­rä­te und Re­gie­rungs­rä­te dür­fen kei­nem Ge­richt an­ge­hö­ren. Kein Rich­ter darf gleich­zei­tig Mit­glied zwei­er or­dent­li­cher Ge­rich­te sein.

2 Den Mit­glie­dern des Re­gie­rungs­ra­tes ist es un­ter­sagt,

a.
Mit­glied ei­ner Ge­mein­de­be­hör­de zu sein;
b.
dem En­ge­ren Rat ei­ner Kor­po­ra­ti­on an­zu­ge­hö­ren;
c.28
voll­amt­li­cher An­ge­stell­ter des Kan­tons oder ei­ner Ge­mein­de zu sein;
d.
als Rechts­an­walt vor ei­nem ur­ne­ri­schen Ge­richt auf­zu­tre­ten.

3 Voll­amt­li­chen An­ge­stell­ten des Kan­tons ist es un­ter­sagt, dem Land­rat als Mit­glied an­zu­ge­hö­ren.29

28 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 21. Mai 2000, in Kraft seit 1. Jan. 2001. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 20. März 2001 (BBl 2001 1374Art. 1 Ziff. 2, 2000 5255).

29 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 21. Mai 2000, in Kraft seit 1. Jan. 2001. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 20. März 2001 (BBl 2001 1374Art. 1 Ziff. 2, 2000 5255).

Art. 77 Verwandtenausschluss  

1 Es dür­fen nicht der glei­chen Kan­tons- oder Ge­mein­de­be­hör­de an­ge­hö­ren:

a.
Ehe­gat­ten, ein­ge­tra­ge­ne Part­ne­rin­nen oder Part­ner und Per­so­nen, die zu­sam­men in dau­ern­der Le­bens­ge­mein­schaft le­ben;
b.
Ver­wand­te im ers­ten und zwei­ten Grad;
c.
Ehe­gat­ten von Ver­wand­ten im ers­ten und zwei­ten Grad, ein­ge­tra­ge­ne Part­ne­rin­nen oder Part­ner von Ver­wand­ten im ers­ten und zwei­ten Grad so­wie Per­so­nen, die mit Ver­wand­ten im ers­ten und zwei­ten Grad in dau­ern­der Le­bens­ge­mein­schaft le­ben.30

2 Die­se Be­stim­mung gilt nicht für den Land­rat.

30 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 26. Nov. 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 6. März 2008 (BBl 2008 2493Art. 1 Ziff. 1, 2007 7663).

Art. 78 Ausstand 31  

Mit­glie­der von Be­hör­den und An­ge­stell­te ha­ben sich bei Ge­schäf­ten, die sie un­mit­tel­bar be­tref­fen, in den Aus­stand zu be­ge­ben.

31 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 21. Mai 2000, in Kraft seit 1. Jan. 2001. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 20. März 2001 (BBl 2001 1374Art. 1 Ziff. 2, 2000 5255).

Art. 79 Öffentlichkeit  

1 Die Ver­hand­lun­gen des Land­ra­tes und der Ge­rich­te sind öf­fent­lich. Die Ge­setz­ge­bung be­zeich­net die, im öf­fent­li­chen und pri­va­ten In­ter­es­se ge­bo­te­nen Aus­nah­men.

2 Bei den Ge­rich­ten er­streckt sich die Öf­fent­lich­keit nicht auf die Ur­teils­be­ra­tung.

Art. 80 Beschlussfähigkeit  

1 Ei­ne Be­hör­de ist be­schluss­fä­hig, wenn mehr als die Hälf­te, min­des­tens aber drei Mit­glie­der an­we­send sind.

2 Vor­be­hal­ten blei­ben die Be­stim­mun­gen des Ge­richts­or­ga­ni­sa­ti­ons­ge­set­zes und die Fäl­le des ge­setz­li­chen Aus­stan­des.32

32An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 17. Mai 1992, in Kraft seit 1. Ju­ni 1995. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 14. Dez. 1993 (BBl 1993 IV 599Art. 1 Ziff. 2 II 180).

Art. 81 Beschlussfassung  

1 So­fern die Ge­setz­ge­bung nichts an­de­res be­stimmt, be­dür­fen Be­schlüs­se zu ih­rer Gül­tig­keit der ab­so­lu­ten Mehr­heit der Stim­men­den.

2 Die Prä­si­den­ten stim­men nicht, aus­ser bei Wahlen. Sie ge­ben den Sti­chent­scheid. Bei Wahlen ent­schei­det das Los.

Art. 82 Vereidigung 33  

Be­hör­den und An­ge­stell­te des Kan­tons sind in der Re­gel zu ver­ei­di­gen.

33 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 21. Mai 2000, in Kraft seit 1. Jan. 2001. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 20. März 2001 (BBl 2001 1374Art. 1 Ziff. 2, 2000 5255).

Art. 83 Amtsdauer  

1 Die Amts­dau­er für kan­to­na­le Be­hör­den be­trägt vier Jah­re, je­ne für den Land­am­mann und den Lan­des­statt­hal­ter zwei Jah­re. Für An­ge­stell­te des Kan­tons, die vom Volk ge­wählt wer­den, gilt eben­falls die vier­jäh­ri­ge Amts­dau­er, so­weit der Land­rat nicht ab­wei­chen­de Be­stim­mun­gen da­zu er­lässt.34

2 Für Be­hör­den und An­ge­stell­te der Ge­mein­den gilt die zwei­jäh­ri­ge Amts­dau­er, wenn die Ge­mein­de­ord­nung nichts an­de­res be­stimmt. Die­se kann für be­stimm­te An­ge­stellt­en­grup­pen ins­be­son­de­re auf die pe­ri­odi­sche Wie­der­wahl ver­zich­ten.35

3 Dis­zi­plin­ar­mass­nah­men blei­ben vor­be­hal­ten.

34 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 21. Mai 2000, in Kraft seit 1. Jan. 2001. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 20. März 2001 (BBl 2001 1374Art. 1 Ziff. 2, 2000 5255).

35 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 21. Mai 2000, in Kraft seit 1. Jan. 2001. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 20. März 2001 (BBl 2001 1374Art. 1 Ziff. 2, 2000 5255).

Art. 84 Amtsantritt  

1 Die Mit­glie­der des Land­ra­tes, des Re­gie­rungs­ra­tes und der Ge­rich­te tre­ten ihr Amt am 1. Ju­ni an, die Stän­derä­te mit Be­ginn der auf die Wahl fol­gen­den Sit­zung der Bun­des­ver­samm­lung.

2 Die Ge­mein­de­be­hör­den tre­ten ihr Amt am 1. Ja­nu­ar an, wenn die Ge­mein­de­ord­nung nichts an­de­res be­stimmt.

3 Wahlen für den Rest der Amts­dau­er wer­den so­fort wirk­sam.

4 Die Wahlen sind so an­zu­set­zen, dass der recht­zei­ti­ge Amts­an­tritt ge­währ­leis­tet ist.

Art. 85 Amtszwang  

Die Ge­setz­ge­bung re­gelt den Amts­zwang.

Art. 86 Information der Öffentlichkeit  

Die Be­hör­den un­ter­rich­ten die Öf­fent­lich­keit über wich­ti­ge Pro­ble­me, Vor­ha­ben und Be­schlüs­se, so­fern nicht ent­ge­gen­ste­hen­de In­ter­es­sen über­wie­gen.

2. Abschnitt: Der Kanton

1. Unterabschnitt: Der Landrat

Art. 87 Stellung und Zusammensetzung  

1 Der Land­rat ist die stell­ver­tre­tend ge­setz­ge­ben­de Be­hör­de des Kan­tons. Er übt die Ober­auf­sicht über al­le Be­hör­den aus, die kan­to­na­le Auf­ga­ben wahr­neh­men.

2 Der Land­rat be­steht aus 64 Mit­glie­dern.

Art. 88 Wahl  

1 Je­de Ein­woh­ner­ge­mein­de wählt so vie­le Land­rä­te, als ihr zu­ste­hen. Für Ge­mein­den, de­nen fünf oder mehr Land­rä­te zu­ste­hen, gilt das Sys­tem der Ver­hält­nis­wahl, für die üb­ri­gen das Sys­tem der Mehr­heits­wahl.36 Das Nä­he­re re­gelt das Ge­setz.37

Über­gangs­be­stim­mung

Das Ge­setz ist dem Volk in­nert zwei Jah­ren seit der An­nah­me die­ser Ver­fas­sungs­än­de­rung zur Ab­stim­mung vor­zu­le­gen. Bis zum In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes wird der Land­rat nach dem Sys­tem der Mehr­heits­wahl ge­wählt.

2 Die 64 Sit­ze ver­tei­len sich auf die Ein­woh­ner­ge­mein­den nach ih­rer schwei­ze­ri­schen Wohn­be­völ­ke­rung ge­mä­ss je­weils neues­ter eid­ge­nös­si­scher Volks­zäh­lung. Es gel­ten fol­gen­de Re­geln:

a.
Die schwei­ze­ri­sche Be­völ­ke­rungs­zahl des Kan­tons wird durch 64 ge­teilt. Ge­mein­den, de­ren schwei­ze­ri­sche Be­völ­ke­rungs­zahl die so er­mit­tel­te, auf die nächs­te gan­ze Zahl auf­ge­run­de­te Zif­fer nicht über­schrei­tet, er­hal­ten einen Sitz zu­ge­teilt und schei­den für die wei­te­re Zu­tei­lung aus.
b.
Die rest­li­chen Land­rats­sit­ze wer­den auf die ver­blei­ben­den Ge­mein­den ver­teilt, in­dem die schwei­ze­ri­sche Be­völ­ke­rungs­zahl die­ser Ge­mein­den durch die Zahl der ver­blei­ben­den Land­rats­sit­ze ge­teilt wird. Je­de die­ser Ge­mein­den er­hält so­viel Sit­ze, als die sich er­ge­ben­de Zif­fer in ih­rer Be­völ­ke­rungs­zahl auf­geht.
c.
Die üb­rig­blei­ben­den Sit­ze fal­len der Rei­he nach an die Ge­mein­den mit den gröss­ten Rest­zah­len.

36 Zwei­ter Satz an­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 19. Mai 2019, in Kraft seit 1. Okt. 2019 . Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 11. März 2020 (BBl 2020 4671Art. 1 Abs. 2 147).

37An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 24. Sept. 1989, in Kraft seit 24. Sept. 1989. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 14. Dez. 1990 (BBl 1990 III 1799Art. 1 Ziff. 2 II 473).

Art. 89 Verfahrensordnung  

1 Der Land­rat kon­sti­tu­iert sich selbst und wählt jähr­lich sei­nen Prä­si­den­ten und den Vi­ze­prä­si­den­ten.

2 Er er­lässt ei­ne Ge­schäfts­ord­nung, die nicht dem Volks­re­fe­ren­dum un­ter­liegt.

3 Der Re­gie­rungs­rat nimmt an den Sit­zun­gen des Land­ra­tes mit be­ra­ten­der Stim­me teil.

Art. 90 Zuständigkeiten.
a. Gesetzgebung
 

1 Der Land­rat un­ter­brei­tet dem Volk in Form des Ge­set­zes al­le wich­ti­gen Be­stim­mun­gen, ins­be­son­de­re die­je­ni­gen, wel­che die Rech­te und Pflich­ten al­ler oder der meis­ten Bür­ger fest­le­gen.

2 Für an­de­re Vor­schrif­ten er­lässt der Land­rat Ver­ord­nun­gen, so­weit die Ge­setz­ge­bung in der Sa­che nicht ei­ner an­de­ren Be­hör­de zu­steht.

Art. 91 Zuständigkeiten.
b. Finanzbeschlüsse
 

Der Land­rat

a.
be­schliesst un­ter Vor­be­halt der Zu­stän­dig­keit des Vol­kes über neue Aus­ga­ben;
b.
be­schliesst den jähr­li­chen Vor­an­schlag;
c.
nimmt die Staats­rech­nung, die Rech­nung der Ur­ner Kan­to­nal­bank und je­ne des Kan­tonss­pi­tals ab.
Art. 92 Zuständigkeiten.
c. Wahlen
 

Der Land­rat wählt:

a.
die Vor­ste­her und Stell­ver­tre­ter der re­gie­rungs­rät­li­chen Di­rek­tio­nen, auf Vor­schlag des Re­gie­rungs­ra­tes;
b.
den Er­zie­hungs­rat, aus­ser dem Prä­si­den­ten;
c.38
...
d.
den Kom­man­dan­ten des Ur­ner Ba­tail­lons nach den Bun­des­vor­schrif­ten;
e.39
die An­ge­stell­ten des Kan­tons, so­weit de­ren Wahl nicht dem Re­gie­rungs­rat vor­be­hal­ten ist;
f.40
den Bank­rat.

38 Auf­ge­ho­ben in der Volks­ab­stim­mung vom 21. Mai 2000, mit Wir­kung seit 1. Ju­ni 2000. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 20. März 2001 (BBl 2001 1374Art. 1 Ziff. 2, 2000 5255).

39 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 21. Mai 2000, in Kraft seit 1. Jan. 2001. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 20. März 2001 (BBl 2001 1374Art. 1 Ziff. 2, 2000 5255).

40 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 2. Dez. 2001, in Kraft seit 1. Sept. 2003. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 12. März 2003 (BBl 2003 2887Art. 1 Ziff. 2, 2002 6686).

Art. 93 Zuständigkeiten.
d. weitere Zuständigkeiten
 

Der Land­rat

a.
ge­neh­migt recht­set­zen­de Kon­kor­da­te;
b.
ge­neh­migt die Re­chen­schafts­be­rich­te des Re­gie­rungs­ra­tes und des Ober­ge­rich­tes;
c.
übt die den Kan­to­nen in der Bun­des­ver­fas­sung ein­ge­räum­ten bun­des­staat­li­chen Mit­wir­kungs­rech­te aus (Art. 86, 89, 89bis und 93 Bun­des­ver­fas­sung41);
d.42
...
e.
übt das Be­gna­di­gungs­recht aus;
f.
ent­schei­det Kom­pe­tenz­kon­flik­te, so­weit da­für nicht das Ober­ge­richt zu­stän­dig ist;
g.
nimmt von re­gie­rungs­rät­li­chen Pla­nun­gen Kennt­nis;
h.
be­wil­ligt An­lei­hen;
i.
er­füllt wei­te­re Auf­ga­ben, die ihm die Ge­setz­ge­bung über­trägt.

41[BS 1 3; AS 1949 1511, 1977 8072228]. Den ge­nann­ten Be­stim­mun­gen ent­spre­chen heu­te die Art. 45, 136, 140, 141, 151, 159, 160und 165der BV vom 18. April 1999 (SR 101).

42 Auf­ge­ho­ben in der Volks­ab­stim­mung vom 28. Nov. 2010, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2011. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 6. März 2012 (BBl 2012 3861Art. 1 Ziff. 1, 2011 8041).

2. Unterabschnitt: Der Regierungsrat und die Verwaltung

Art. 94 Regierungsrat.
a. Stellung und Zusammensetzung
 

1 Der Re­gie­rungs­rat ist die lei­ten­de und die obers­te voll­zie­hen­de Be­hör­de des Kan­tons.

2 Er be­steht aus dem Land­am­mann, dem Lan­des­statt­hal­ter und fünf Mit­glie­dern.

Art. 95 Regierungsrat.
b. Wahl
 

1 Der Re­gie­rungs­rat wird vom Volk nach dem Sys­tem der Mehr­heits­wahl be­stellt.

2 Bei der Wahl ist auf die ver­schie­de­nen Lan­des­tei­le bil­li­ge Rück­sicht zu neh­men. Aus ei­ner Ge­mein­de dür­fen höchs­tens drei Mit­glie­der ge­wählt wer­den.

Art. 96 Regierungsrat.
c. Organisation
 

1 Der Re­gie­rungs­rat er­füllt sei­ne Auf­ga­ben als Kol­le­gi­al­be­hör­de.

2 Zur Vor­be­rei­tung der Re­gie­rungs­auf­ga­ben und für den Voll­zug der Ge­setz­ge­bung des Bun­des und des Kan­tons wer­den Di­rek­tio­nen ge­schaf­fen, die im Rah­men ih­rer Zu­stän­dig­keit selb­stän­dig ent­schei­den.

Art. 97 Regierungstätigkeiten  

1 Der Re­gie­rungs­rat be­stimmt die wich­ti­gen Zie­le und Mit­tel des staat­li­chen Han­delns. Er plant und ko­or­di­niert die staat­li­chen Tä­tig­kei­ten.

2 Der Re­gie­rungs­rat hat im wei­tern

a.
den Kan­ton nach in­nen und aus­sen zu ver­tre­ten;
b.
die öf­fent­li­che Ru­he, Ord­nung und Si­cher­heit zu wah­ren;
c.
die Be­zie­hun­gen mit den Be­hör­den des Bun­des und an­de­rer Kan­to­ne zu pfle­gen;
d.
im Rah­men sei­ner Zu­stän­dig­keit rechts­ge­schäft­li­che und voll­zie­hen­de Kon­kor­da­te ab­zu­sch­lies­sen;
e.
Wahlen zu tref­fen, so­weit die­se Be­fug­nis­se nicht an­dern Or­ga­nen über­tra­gen sind;
f.43
im Rah­men der Ge­setz­ge­bung das Kan­tons­bür­ger­recht zu er­tei­len;
g.
dem Land­rat re­gel­mäs­sig den Vor­an­schlag, die Staats­rech­nung und den Re­chen­schafts­be­richt über die Re­gie­rungs- und Ver­wal­tungs­tä­tig­keit vor­zu­le­gen;
h.
al­le Staats­ge­schäf­te zu er­le­di­gen und al­le Ver­fü­gun­gen zu tref­fen, die zu den Auf­ga­ben ei­ner Re­gie­rung ge­hö­ren und nicht aus­drück­lich ei­ner an­de­ren Be­hör­de zu­ge­wie­sen sind.

43 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 28. Nov. 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 6. März 2012 (BBl 2012 3861Art. 1 Ziff. 1, 2011 8041).

Art. 98 Vorbereitung der Rechtsetzung  

Der Re­gie­rungs­rat legt dem Land­rat Ent­wür­fe zu Ver­fas­sungs­än­de­run­gen, Ge­set­zen und Ver­ord­nun­gen vor.

Art. 99 Leitung der Verwaltung  

1 Der Re­gie­rungs­rat ist die obers­te Ver­wal­tungs­be­hör­de. Er steht der kan­to­na­len Ver­wal­tung vor und be­auf­sich­tigt die an­de­ren Trä­ger von öf­fent­li­chen Auf­ga­ben.

2 Der Re­gie­rungs­rat sorgt für die recht­mäs­si­ge und wirk­sa­me Tä­tig­keit der Ver­wal­tung.

3 Er ent­schei­det nach Mass­ga­be der Ge­setz­ge­bung über Ver­wal­tungs­be­schwer­den.

Art. 100 Der Erziehungsrat  

1 Der Er­zie­hungs­rat übt im Rah­men der Ge­setz­ge­bung die un­mit­tel­ba­re Auf­sicht über das ge­sam­te Schul- und Er­zie­hungs­we­sen aus.

2 Der Er­zie­hungs­rat be­steht aus dem Prä­si­den­ten, dem Vi­ze­prä­si­den­ten und fünf bis sie­ben Mit­glie­dern. Der Er­zie­hungs­di­rek­tor am­tet als Prä­si­dent.

Art. 101 Kantonale Verwaltung  

1 Die kan­to­na­le Ver­wal­tung wird in Di­rek­tio­nen ge­glie­dert. Die­se wer­den durch die Mit­glie­der des Re­gie­rungs­ra­tes ge­lei­tet.

2 Ver­wal­tungs­auf­ga­ben des Kan­tons kön­nen selb­stän­di­gen An­stal­ten, Ge­mein­den, Zweck­ver­bän­den, in­ter­kan­to­na­len Or­ga­ni­sa­tio­nen oder ge­mischt-wirt­schaft­li­chen Un­ter­neh­mun­gen über­tra­gen wer­den.

3 Aus­nahms­wei­se kön­nen pri­vat­recht­li­che Or­ga­ni­sa­tio­nen mit der Er­fül­lung öf­fent­li­cher Auf­ga­ben be­traut wer­den, so­fern die Mit­wir­kungs­rech­te und der Rechts­schutz der Bür­ger so­wie die Auf­sicht durch den Re­gie­rungs­rat si­cher­ge­stellt sind.

3. Unterabschnitt: Die richterlichen Behörden

Art. 102 Grundsatz 44  

1 Die rich­ter­li­chen Be­hör­den sind un­ab­hän­gig und dem Ge­setz und Recht ver­pflich­tet.

2 Sie un­ter­ste­hen der Ober­auf­sicht des Land­ra­tes. Das Ober­ge­richt er­stat­tet dem Land­rat re­gel­mäs­sig einen Re­chen­schafts­be­richt über die Rechts­pfle­ge im Kan­ton Uri.

3 Die Ver­wal­tungs­be­hör­den er­fül­len Auf­ga­ben der Recht­spre­chung so­weit die Ge­setz­ge­bung ih­nen sol­che über­trägt.

44An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 17. Mai 1992, in Kraft seit 1. Ju­ni 1995. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 14. Dez. 1993 (BBl 1993 IV 599Art. 1 Ziff. 2 II 180).

Art. 103 Organisation, Aufgaben und Verfahren 45  

1 Das Ge­setz re­gelt die Or­ga­ni­sa­ti­on und die Zu­sam­men­set­zung der rich­ter­li­chen Be­hör­den. Es kann für ein­zel­ne Ge­rich­te Ab­tei­lun­gen und Kom­mis­sio­nen vor­se­hen.

2 So­weit die Ge­setz­ge­bung nichts an­de­res vor­sieht, sind die Zu­stän­dig­kei­ten und Ver­fah­ren in ei­ner Ver­ord­nung zu re­geln.46

45An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 17. Mai 1992, in Kraft seit 1. Ju­ni 1995. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 14. Dez. 1993 (BBl 1993 IV 599Art. 1 Ziff. 2 II 180).

46 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 26. Sept. 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 29. Sept. 2011 (BBl 2011 7619Art. 1 Ziff. 2 4467).

Art. 104 Zivilgerichtsbarkeit 47  

1 Die Zi­vil­ge­richts­bar­keit wird aus­ge­übt durch:

a.
die Schlich­tungs­be­hör­de;
b.48
die Land­ge­richts­prä­si­di­en;
c.49
das Land­ge­richt;
d.
das Ober­ge­richt.50

2 Die Ge­setz­ge­bung kann be­stimm­te Zi­vil­strei­tig­kei­ten be­son­de­ren Or­ga­nen zu­wei­sen.

3 ...51

47An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 17. Mai 1992, in Kraft seit 1. Ju­ni 1995. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 14. Dez. 1993 (BBl 1993 IV 599Art. 1 Ziff. 2 II 180).

48 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 25. Nov. 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2023. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 16. Sept. 2019 (BBl 2019 6865Art. 1 3929). Bis zum 31.05.2023: «b. die Land­ge­richts­prä­si­di­en Uri und Ur­sern;»

49 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 25. Nov. 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2023. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 16. Sept. 2019 (BBl 2019 6865Art. 1 3929). Bis zum 31.05.2023: «c. die Land­ge­rich­te Uri und Ur­sern;»

50 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 26. Sept. 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 29. Sept. 2011 (BBl 2011 7619Art. 1 Ziff. 2 4467).

51 Auf­ge­ho­ben in der Volks­ab­stim­mung vom 26. Sept. 2010, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2011. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 29. Sept. 2011 (BBl 2011 7619Art. 1 Ziff. 2 4467).

Art. 105 Strafgerichtsbarkeit 52  

1 Die Straf­ge­richts­bar­keit wird aus­ge­übt durch:

a.
die Staats­an­walt­schaft im Straf­be­fehls­ver­fah­ren;
b.53
Land­ge­richts­prä­si­di­um;
c.54
...
d.55
das Land­ge­richt;
e.
das Ober­ge­richt.56

2 Or­ga­ne der Ju­gend­straf­rechts­pfle­ge sind:

a.
der Ju­gend­an­walt;
b.
das Ju­gend­ge­richt;
c.
die Ju­gend­ge­richts­kom­mis­si­on des Ober­ge­richts.

3 Die Ge­setz­ge­bung kann kan­to­na­le oder ge­meind­li­che Be­hör­den und Ver­wal­tungs­stel­len er­mäch­ti­gen, ge­ring­fü­gi­ge Bus­sen aus­zu­fäl­len. Der Wei­ter­zug an ein Ge­richt bleibt ge­währ­leis­tet.

52An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 17. Mai 1992, in Kraft seit 1. Ju­ni 1995. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 14. Dez. 1993 (BBl 1993 IV 599Art. 1 Ziff. 2 II 180).

53 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 25. Nov. 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2023. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 16. Sept. 2019 (BBl 2019 6865Art. 1 3929). Bis zum 31.05.2023: «b. das Land­ge­richts­vi­ze­prä­si­di­um Uri;»

54 Auf­ge­ho­ben in der Volks­ab­stim­mung vom 25. Nov. 2018, mit Wir­kung seit 1. Ju­ni 2023. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 16. Sept. 2019 (BBl 2019 6865Art. 1 3929). Bis zum 31.05.2023: «c. das Land­ge­richts­prä­si­di­um Ur­sern;»

55 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 25. Nov. 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2023. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 16. Sept. 2019 (BBl 2019 6865Art. 1 3929). Bis zum 31.05.2023: «d. die Land­ge­rich­te Uri und Ur­sern;»

56 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 26. Sept. 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 29. Sept. 2011 (BBl 2011 7619Art. 1 Ziff. 2 4467).

Art. 105a Verwaltungsgerichtsbarkeit 57  

Die Ver­wal­tungs­ge­richts­bar­keit wird aus­ge­übt durch:

a.
das Ober­ge­richt;
b.
wei­te­re Be­hör­den und Or­ga­ne, de­nen die Ge­setz­ge­bung Auf­ga­ben der Ver­wal­tungs­recht­spre­chung über­trägt.

57An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 17. Mai 1992, in Kraft seit 1. Ju­ni 1995. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 14. Dez. 1993 (BBl 1993 IV 599Art. 1 Ziff. 2 II 180).

3. Abschnitt: Die Gemeinden

1. Unterabschnitt: Allgemeine Bestimmungen

Art. 106 Selbständigkeit  

1 Im Rah­men der Ver­fas­sung und der Ge­setz­ge­bung sind die Ge­mein­den be­fugt, sich sel­ber zu or­ga­ni­sie­ren, ih­re Be­hör­den und An­ge­stell­ten zu wäh­len, ih­re Auf­ga­ben nach ei­ge­nem Er­mes­sen zu er­fül­len und ih­re öf­fent­li­chen Sa­chen selb­stän­dig zu ver­wal­ten.58

2 Der Re­gie­rungs­rat übt die Auf­sicht über die Ge­mein­den aus.

58 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 21. Mai 2000, in Kraft seit 1. Jan. 2001. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 20. März 2001 (BBl 2001 1374Art. 1 Ziff. 2, 2000 5255).

Art. 107 Aufgaben  

1 Die Auf­ga­ben der Ein­woh­ner­ge­mein­den rich­ten sich nach dem Ge­mein­de­ge­setz.59

2 Die Kirch­ge­mein­den er­fül­len die kirch­li­chen Auf­ga­ben ei­ner Ge­mein­de, wie sie sich aus der Ver­fas­sung und dem Or­ga­ni­sa­ti­ons­sta­tut er­ge­ben.

3 Die Orts­bür­ger­ge­mein­den er­fül­len die Auf­ga­ben, die ih­nen im Aus­schei­dungs­de­kret über­tra­gen sind.

4 Die Auf­ga­ben der Kor­po­ra­ti­ons­bür­ger­ge­mein­den rich­ten sich nach dem Recht der Kor­po­ra­tio­nen.

5 Im Rah­men der Ver­fas­sung kön­nen die ver­schie­de­nen Ge­mein­den ver­trag­li­che Ver­ein­ba­run­gen über die Auf­ga­ben­tei­lung tref­fen. Sol­che Ver­trä­ge be­dür­fen der Ge­neh­mi­gung des Re­gie­rungs­rats, so­fern es sich nicht um gleich­ar­ti­ge Ge­mein­den han­delt.60

Über­gangs­be­stim­mung

1 Zweck­ge­bun­de­nes Ver­mö­gen ist je­ner Ge­mein­de zu über­tra­gen, die die ent­spre­chen­de Auf­ga­be ins­künf­tig zu er­fül­len hat. Die ent­spre­chen­den Ver­trä­ge sind spä­te­stens fünf Jah­re nach dem In­kraft­tre­ten der Ver­fas­sung ab­zu­sch­lies­sen. Nach Ab­lauf die­ser Frist kann der Re­gie­rungs­rat Er­satz­vor­nah­men tref­fen.

2 Die bis­he­ri­gen Aus­schei­dungs­de­kre­te wer­den als ver­trag­li­che Ver­ein­ba­run­gen nach Ar­ti­kel 107 Ab­satz 4 an­er­kannt.

59 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 21. Mai 2017, in Kraft seit 1. Ju­ni 2017. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 6. Ju­ni 2018 (BBl 2018 3795Art. 1 1207).

60 Zwei­ter Satz an­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 21. Mai 2017, in Kraft seit 1. Ju­ni 2017. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 6. Ju­ni 2018 (BBl 2018 3795Art. 1 1207).

Art. 108 Organisation  

1 Obers­tes Or­gan der Ge­mein­de sind die Stimm­be­rech­ti­gen.61

2 Je­de Ein­woh­ner­ge­mein­de hat einen Ge­mein­de­rat, je­de Kirch­ge­mein­de einen Kir­chen­rat und je­de Orts­bür­ger­ge­mein­de einen Orts­bür­ger­rat zu wäh­len. Für be­son­de­re Auf­ga­ben kön­nen wei­te­re Be­hör­den, ins­be­son­de­re ein Schul­rat und ein So­zi­al­rat, ge­wählt wer­den.62

3 Die Or­ga­ni­sa­ti­on der Kor­po­ra­ti­ons­bür­ger­ge­mein­den rich­tet sich nach dem Recht der Kor­po­ra­tio­nen.

61 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 21. Mai 2017, in Kraft seit 1. Ju­ni 2017. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 6. Ju­ni 2018 (BBl 2018 3795Art. 1 1207).

62 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 28. Sept. 1997, in Kraft seit 1. Jan. 1998. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 3. Dez. 1998 (BBl 1999 219Art. 1 Ziff. 1, 1998 3945).

Art. 109 Zuständigkeit  

So­weit we­der die Ver­fas­sung noch die Ge­setz­ge­bung et­was an­de­res be­stimmt, ist der Ge­mein­de­rat be­zie­hungs­wei­se der Kir­chen­rat oder der Orts­bür­ger­rat zu­stän­dig, für die Ge­mein­de zu han­deln.

Art. 109a Ausführungsrecht 63  

Das Nä­he­re be­stimmt das Ge­mein­de­ge­setz

63 Ein­ge­fügt durch die Volks­ab­stim­mung vom 21. Mai 2017, in Kraft seit 1. Ju­ni 2017. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 6. Ju­ni 2018 (BBl 2018 3795Art. 1 1207).

2. Unterabschnitt: Die Einwohnergemeinde

Art. 110 Zuständigkeit der Stimmberechtigten 64  

1 Die Stimm­be­rech­tig­ten sind zu­stän­dig:65

a.
Rechts­vor­schrif­ten zu be­schlies­sen;
b.
den Vor­an­schlag und die Rech­nung der Ge­mein­de zu ver­ab­schie­den;
c.
die Ab­ga­ben der Ge­mein­de fest­zu­le­gen;
d.66
...
e.67
die Land­rä­te, den Ge­mein­de­rat, den Schul­rat und den So­zi­al­rat und, so­fern kei­ne Kirch­ge­mein­de be­steht, den Orts­pfar­rer zu wäh­len;
f.
Aus­schei­dungs­de­kre­te zu be­schlies­sen;
g.
Ver­trä­ge über die Auf­ga­ben­tei­lung und die Ver­mö­gens­aus­schei­dung nach Ar­ti­kel 107 zu be­schlies­sen.

2 Die Be­fug­nis­se nach Ab­satz 1 sind nicht über­trag­bar, so­weit die be­son­de­re Ge­setz­ge­bung nichts an­de­res be­stimmt.68

3 ...69

64 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 21. Mai 2017, in Kraft seit 1. Ju­ni 2017. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 6. Ju­ni 2018 (BBl 2018 3795Art. 1 1207).

65 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 21. Mai 2017, in Kraft seit 1. Ju­ni 2017. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 6. Ju­ni 2018 (BBl 2018 3795Art. 1 1207).

66 Auf­ge­ho­ben in der Volks­ab­stim­mung vom 28. Nov. 2010, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2011. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 6. März 2012 (BBl 2012 3861Art. 1 Ziff. 1, 2011 8041).

67 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 28. Sept. 1997, in Kraft seit 1. Jan. 1998. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 3. Dez. 1998 (BBl 1999 219Art. 1 Ziff. 1, 1998 3945).

68 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 21. Mai 2017, in Kraft seit 1. Ju­ni 2017. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 6. Ju­ni 2018 (BBl 2018 3795Art. 1 1207).

69 Auf­ge­ho­ben in der Volks­ab­stim­mung vom 21. Mai 2017, mit Wir­kung seit 1. Ju­ni 2017. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 6. Ju­ni 2018 (BBl 2018 3795Art. 1 1207).

Art. 111 Gemeinderat 70  

1 Der Ge­mein­de­rat be­steht aus dem Prä­si­di­um und min­des­tens vier wei­te­ren Mit­glie­dern. Die Ge­mein­de­ord­nung be­stimmt die Zahl der Mit­glie­der.

2 Das Nä­he­re re­geln das Ge­mein­de­ge­setz und die be­son­de­re Ge­setz­ge­bung.

70 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 21. Mai 2017, in Kraft seit 1. Ju­ni 2017. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 6. Ju­ni 2018 (BBl 2018 3795Art. 1 1207).

Art. 112 Schulrat 71  

1 So­fern die Ge­mein­de einen Schul­rat ein­setzt, be­steht er aus dem Prä­si­di­um und
min­des­tens vier wei­te­ren Mit­glie­dern. Die Ge­mein­de­ord­nung be­stimmt die Zahl der Mit­glie­der.

2 Das Nä­he­re re­geln das Ge­mein­de­ge­setz und die be­son­de­re Ge­setz­ge­bung.

71 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 21. Mai 2017, in Kraft seit 1. Ju­ni 2017. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 6. Ju­ni 2018 (BBl 2018 3795Art. 1 1207).

Art. 113 Sozialrat 72  

1 So­fern die Ge­mein­de einen So­zi­al­rat ein­setzt, be­steht er aus dem Prä­si­di­um und
min­des­tens vier wei­te­ren Mit­glie­dern. Die Ge­mein­de­ord­nung be­stimmt die Zahl der Mit­glie­der.

2 Das Nä­he­re re­geln das Ge­mein­de­ge­setz und die be­son­de­re Ge­setz­ge­bung.

72 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 21. Mai 2017, in Kraft seit 1. Ju­ni 2017. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 6. Ju­ni 2018 (BBl 2018 3795Art. 1 1207).

3. Unterabschnitt: Die Kirchgemeinde

Art. 114 Zuständigkeit der Stimmberechtigten 73  

1 Die Stimm­be­rech­tig­ten ha­ben die glei­chen Be­fug­nis­se wie je­ne der Ein­woh­ner­ge­mein­de, je­doch be­schränkt auf kirch­li­che An­ge­le­gen­hei­ten.

2 Sie wäh­len den Kir­chen­rat und den Orts­pfar­rer.

73 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 21. Mai 2017, in Kraft seit 1. Ju­ni 2017. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 6. Ju­ni 2018 (BBl 2018 3795Art. 1 1207).

Art. 115 Kirchenrat  

1 Der Kir­chen­rat be­steht aus dem Prä­si­den­ten, dem Vi­ze­prä­si­den­ten, dem Ver­wal­ter und min­des­tens zwei Mit­glie­dern.

2 Er er­füllt die ihm durch das Or­ga­ni­sa­ti­ons­sta­tut zu­ge­wie­se­nen Auf­ga­ben.

4. Unterabschnitt: Die Ortsbürgergemeinde

Art. 116 Zuständigkeit der Stimmberechtigten 74  

1Die Stimm­be­rech­tig­ten ha­ben die glei­chen Be­fug­nis­se wie je­ne der Ein­woh­ner­ge­mein­de, je­doch be­schränkt auf die An­ge­le­gen­hei­ten der Orts­bür­ger­ge­mein­de.

2 Sie wäh­len den Orts­bür­ger­rat.

74 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 21. Mai 2017, in Kraft seit 1. Ju­ni 2017. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 6. Ju­ni 2018 (BBl 2018 3795Art. 1 1207).

Art. 117 Ortsbürgerrat  

1 Der Orts­bür­ger­rat be­steht aus dem Prä­si­den­ten, dem Vi­ze­prä­si­den­ten, dem Ver­wal­ter und zwei bis vier Mit­glie­dern.

2 Er er­füllt die ihm durch das Aus­schei­dungs­de­kret zu­ge­wie­se­nen Auf­ga­ben.

4. Abschnitt: Die Korporationen

Art. 118 Selbständigkeit  

1 Die Kor­po­ra­tio­nen or­ga­ni­sie­ren und ver­wal­ten sich nach de­mo­kra­ti­schen Grund­sät­zen selbst.

2 Das Han­deln der Kor­po­ra­tio­nen un­ter­steht der Rechts­kon­trol­le des Kan­tons.

8. Kapitel: Verfassungsrevision

Art. 119 Grundsatz  

Die Ver­fas­sung kann je­der­zeit ganz oder teil­wei­se re­vi­diert wer­den.

Art. 120 Teilrevision  

Vor­la­gen auf Teil­re­vi­si­on der Kan­tons­ver­fas­sung wer­den vom Land­rat oder durch Volks­i­ni­tia­ti­ve der ob­li­ga­to­ri­schen Volks­ab­stim­mung un­ter­brei­tet.

Über­gangs­be­stim­mung

Der Re­gie­rungs­rat kann Volks­i­ni­tia­ti­ven, die zur Zeit des In­kraft­tre­tens die­ser Ver­fas­sung hän­gig sind, re­dak­tio­nell dem Text der neu­en Ver­fas­sung an­pas­sen.

Art. 121 Totalrevision  

1 Der Land­rat oder auf Volks­i­ni­tia­ti­ve hin das Volk kön­nen die To­tal­re­vi­si­on der Kan­tons­ver­fas­sung be­schlies­sen.

2 Die To­tal­re­vi­si­on wird von ei­nem Ver­fas­sungs­rat vor­ge­nom­men, der vom Volk nach den Be­stim­mun­gen über die Land­rats­wah­len ge­wählt wird. Mit­glie­der des Land­ra­tes und des Re­gie­rungs­ra­tes sind wähl­bar.

3 Die Vor­schrif­ten über die Un­ver­ein­bar­keit und die Amts­dau­er fin­den kei­ne An­wen­dung.

9. Kapitel: Schluss- und Übergangsbestimmungen

Art. 122 Aufhebung bisherigen Rechts  

Die Ver­fas­sung des Kan­tons Uri vom 6. Mai 188875 wird auf­ge­ho­ben.

75[AB 1888 nach 108]

Art. 123 Inkrafttreten  

Die­se Ver­fas­sung tritt am 1. Ja­nu­ar 1985 in Kraft. Sie un­ter­liegt der Ge­währ­lei­stung durch die Bun­des­ver­samm­lung.

Art. 124 Weitergeltung bisherigen Rechts  

1 Be­stim­mun­gen des bis­he­ri­gen Rechts, die die­ser Ver­fas­sung wi­der­spre­chen, sind auf­ge­ho­ben.

2 Er­las­se, die von ei­ner nach die­ser Ver­fas­sung nicht mehr zu­stän­di­gen Be­hör­de ge­schaf­fen wor­den sind, blei­ben wei­ter­hin in Kraft. Die Än­de­rung sol­cher Er­las­se rich­tet sich nach die­ser Ver­fas­sung.

Art. 125 Wahlen  

1 Die Mit­glie­der der Be­hör­den und die Be­am­ten blei­ben bis zum En­de der lau­fen­den Amts­dau­er, längs­tens bis zum 31. De­zem­ber 1988, im Amt.

2 Be­ste­hen­de Be­hör­den, die sich nicht mehr auf ei­ne Ver­fas­sungs­grund­la­ge stüt­zen kön­nen, wer­den auf das En­de der lau­fen­den Amts­dau­er auf­ge­löst.

Sachregister

Die Zahlen verweisen auf die Artikel und Artikelteile der Verfassung

Abstimmungen s. Volksabstimmungen

Abstimmungsordnung 30

Allmendbürgergemeinde s. Korporationen

Alter als Voraussetzung der Stimmberechti­gung 171

Amtsantritt 84

Amtsdauer 83

Amtszwang 85

Angestellte

Amtsdauer 831, 2
Ausstand 78
Unvereinbarkeiten 76, 77
Vereidigung 82
Wahl durch den Landrat 92e
Wahl durch die Gemeinde 23, 1061

Anleihen Zuständigkeit des Landrates 93b

Ausbildung s. Bildungswesen

Ausstand 78

Bauwesen 48

Begnadigung Zuständigkeit des Landrates 93e

Behörden

Amtsantritt 84
Amtsdauer 831
Amtszwang 85
Ausstand 78
Beschlussfähigkeit 80
Beschlussfassung 81
Informationspflicht 86
Unvereinbarkeiten 76, 77
Vereidigung 82
s. auch Verwaltung

Berufsschulen 38

Bildungswesen 33–43

Budget s. Voranschlag

Bundesstaatliche Mitwirkungsrechte Aus­übung durch den Landrat 93c

Bürgerpflichten 16, 20

Bürgerrecht

Erteilung 3
Erteilung durch den Regierungsrat 972f

Einwohnergemeinde

Aufgaben 1071
Begriff 641a
Gemeinderat 1082, 109, 111
Gliederung 67
Zusammenschluss 672
Zuständigkeit 109
s. auch Gemeinden

Enteignung

Enteignungsrecht 32
Entschädigung 6

Erwachsenenbildung 41

Erziehungsrat

Aufgabe 1001
Wahl durch den Landrat 92b
Zusammensetzung 1002

Finanzausgleich 61

Finanzhaushalt und Finanzplan

Allgemeines 58
Beschlüsse 91
Mittelbeschaffung 59
s. auch Steuererhebung

Freiheitsrechte 12

s. auch Grundrechte

Gemeinden

Amtsantritt 842
Amtsdauer 832
Arten 64
Aufgaben 107
Gebietsveränderungen 66
Gemeindebehörden 108–113
Gemeindeverbände 322, 35, 592, 71, 1012
Organisation 108
Rechtsnatur 65
Selbständigkeit 106
Unvereinbarkeiten 76, 77
Vermögensübertragung 107, Übergangsbest.
Zuständigkeit 109

s. auch Einwohnergemeinden, Kirchgemeinde, Korporationsbürgergemeinde,
Ortsbürgergemeinde, Zweckverbände

Gemeindegesetz 303, 661, 71, 107, 109a, 111- 113

Abstimmungen, Wahlen 303
Grenzen, Gebiete 661
Zweckverbände 301
Ausführungsrecht 109a

Gerichte

Amtsantritt der Mitglieder 841
Aufgaben 103
Beschlussfähigkeit 80, 81
Grundsatz 102
Landgerichte / Gerichte erster Instanz 21, 104
Obergericht s. Obergericht
Öffentlichkeit der Verhandlungen 79
Organisation 103
Sitze 632
Strafgerichtsbarkeit 105
Unvereinbarkeit 761
Verfahren 103
Verwaltungsgerichtsbarkeit 105a
Volkswahl 21
Zivilgerichtsbarkeit 104

Gesetzgebung 90

Gesundheitswesen

Aufgaben des Kantons 46
Grundsatz 45

Gewaltentrennung 75

Gewässer 501,s. auch Grundwasser, Wasserkräfte

Grenzbereinigungen 66

Grossraubtier 49

Grundrechte 10–16

Schranken 14
Verwirklichung 15

Grundwasser Nutzung 503

Initiative s. Volksinitiative

Jugendstrafrechtspflege

Jugendanwalt 1052
Jugendgericht 1052
Jugendgerichtskommission 1052

Kanton

Gebiet 62
Gliederung in Einwohnergemeinden 67
Hauptort 631
s. auch Verwaltung

Kantonalbank 54

Bankrat. Wahl 92f

Kantonsspital Betrieb 462

Kindergärten 37

Kirche

anerkannte Landeskirchen 7
anerkannte Gemeindeart 641
Organisation, Selbständigkeit 8, 662, 68, 109, 1101
Steuerhoheit 9
Stimm- und Wahlrecht 172 , 18

Kirchgemeinden 8, 9, 18, 64, 66, 68, 107, 108, 110, 114-115

Konkordate

Abschluss durch den Regierungsrat 972d
Genehmigung durch den Landrat 93a

Korporationen 118

Stimm- und Wahlrecht der 19
Enteignungsrecht 8
Strahlerrechte 572
Rechtsnatur 64, 66, 72-74, 76
Aufgeben 1074
Organisation 1083

Korporationsbürgergemeinde 19, 64, 66, 70, 72, 1082

Kulturpflege durch Kanton und Gemeinden 42

Landammann

Amtsdauer 831
Volkswahl 21

Landeskirchen s. Kirchen

Landesstatthalter

Amtsdauer 831
Volkswahl 21

Landgerichte s. Gerichte

Landrat

Amtsantritt 841
Beschlussfähigkeit 80, 81
Oberaufsicht über die Regierungs- und Verwaltungstätigkeit 972g
Öffentlichkeit der Verhandlungen 791
Sitz 632
Stellung und Zusammensetzung 87
Unvereinbarkeit 761
Verfahrensordnung 89
Wahl des 302, 881, UeB
Zuständigkeiten
Gesetzgebung 90
Finanzbeschlüsse 91
Wahlen durch den Landrat 92
weitere 93

Lebensraum 47–50

Menschenwürde 10

Naturgewalten Einrichtungen zum Schutz 482

Obergericht

als Strafgericht 105
als Verwaltungsgericht 105a
als Zivilgericht 104
Rechenschaftsbericht 1022
Volkswahl 21

Öffentliche Aufgaben 31–61

Öffentliche Sachen 50

Öffentliche Schulen s. Schulen

Ortsbürgergemeinde

Aufgaben 1073
Ausscheidung 69
Begriff 641c
Gemeindeversammlung 116
Organisation 1082
Ortsbürgerrat 117
Zusammenschluss 693
Zuständigkeit 109

Partner, eingetragene771

Persönliche Freiheit Schutz 42

Pflichterfüllung gesetzliche 16

Politische Rechte und Pflichten 17–30

Privatschulen 39

Raumplanung 47

Recht, Weitergeltung des bisherigen Rechts 124

Rechtsgleichheit 11

Rechtsschutz 13

Regalrechte

Begriff 55
Bergregal 57
Salz-, Jagd- und Fischereiregal 56

Regierungsrat

Amtsantritt 841
Beschlussfähigkeit 80, 81
Befugnisse und Tätigkeiten 97
Leitung der Verwaltung 99
Organisation, Kollegialbehörde 96
Rechtsetzung, Vorbereitung 98
Sitz 632
Stellung und Zusammensetzung 94
Unvereinbarkeit 76
Vertretung des Kantons nach innen und aussen 972a
Wahl 21, 95

Religion s. Kirchen

Revision der Verfassung s. Verfassung

Schlichtungsbehörde 1041a

Schulen 33–39, 112

Schulrat 1081, 1101, 112

Sozialrat 1082, 1101, 113

Souveränität 1

Sozialhilfe

Aufgabenteilung 441
Schaffung von Sozialversicherungseinrichtungen 442, 3

Spitäler 462

s. auch Gesundheitswesen

Staatsanwaltschaft 1051a

Staatshaftung 4

Staatsrechnung

Abnahme durch den Landrat 91c
Vorlage durch den Regierungsrat 972g

Staatsziele 2

Ständerat

Amtsantritt 841
Volkswahl 21

Steuererhebung

Gesetzgebung als Grundlage 593
Grundsätze 60

Stimmberechtigte

als oberstes Organ der Gemeinde 1081
Zuständigkeit 110

Stimm- und Wahlrecht

Allgemeines 17
als Bürgerpflicht 20
des Kantons 301,2
Korporationen 19
Landeskirchen 18

Stipendien und Darlehen 40

Suchtgefahren Bekämpfung 452

Umweltschutz 49

Unvereinbarkeiten 76–78

Urnenwahlen 301,2

Verantwortlichkeit der Organe 5

s. auch Staatshaftung

Vereidigung 82

Verfassung

Revision
Grundsatz 119
Teilrevision 120
Totalrevision 121

Verkehrswege Bau, Unterhalt und Schutz 482

Versammlungsfreiheit 12

Verwaltung

Gliederung 101
Leitung 99
Übertragung von Verwaltungsaufgaben an privatrechtliche Organisationen 1013
Verantwortlichkeit 4, 5
Verwaltungsbeschwerden, Entscheid 993

Volksabstimmungen

Abstimmungsordnung 30
fakultative 25
Regelung durch das Gemeindegesetz 303
obligatorische 24

Volksinitiative (Volksbegehren)

im Kanton
Gegenstand 27
Form und Verfahren 28
in der Gemeinde 29

Volksschulen

Grundsätze in Gesetzen 43
obligatorischer Schulbesuch 34
Sonderschulen 36
Trägerschaft, Aufsicht 35

Volkswahlen s. Wahlen

Voranschlag (Budget)

Beschliessung durch den Landrat 91b
Vorlage durch den Regierungsrat 972g

Vormundschaftswesen s. Sozialhilfe

Wählbarkeit 17–19

Wahlen 21-23, 30

Bürgerpflicht 20
Regelung durch das Gemeindegesetz 30
in der Gemeinde 23
im Kanton 21
Stimmrecht 173
Übergangsbestimmung 125


Wasserkräfte Nutzung 504

Wirtschaft

Ausübung 53
Rahmenbedingungen 52
Wirtschaftspolitik 51
s. auch Kantonalbank. Regalrechte

Zusammenarbeit bei der Erfüllung öffentlicher Aufgaben 31

Zusammenschluss

von Einwohnergemeinden 672
von Ortsgemeinden 673

Zweckverbände 71, 1012

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