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Verfassung
des Kantons Graubünden

vom 18. Mai 2003/14. September 2003 (Stand am 27. September 2016) 1

1 Diese Veröffentlichung basiert auf jenen der Änderungen im Rahmen der Gewährleis-tungsbotschaften im BBl. Sie kann vorübergehend von der Veröffentlichung in der kantonalen Gesetzessammlung abweichen. Der Stand bezeichnet daher das Datum des letzten im BBl veröffentlichten Gewährleistungsbeschlusses der Bundesversammlung.

Wir, das Volk des Kantons Graubünden,

im Bewusstsein unserer Verantwortung vor Gott sowie gegenüber den Mitmenschen und der Natur,

im Bestreben, Freiheit, Frieden und Menschenwürde zu schützen, Demokratie und Rechtsstaat zu gewährleisten, Wohlfahrt und soziale Gerechtigkeit zu fördern und eine gesunde Umwelt für die künftigen Generationen zu erhalten,

in der Absicht, die Dreisprachigkeit und kulturelle Vielfalt zu fördern und als Teil des geschichtlichen Erbes zu bewahren,

geben uns folgende Verfassung:

I. Allgemeine Bestimmungen und Grundsätze des staatlichen Handelns

Art. 1  

Der Kan­ton Grau­bün­den ist ein frei­heit­li­cher, de­mo­kra­ti­scher und so­zia­ler Rechts­staat.

Art. 2  

1 Der Kan­ton Grau­bün­den ist ein ei­gen­stän­di­ger Kan­ton der Schwei­ze­ri­schen Eid­ge­nos­sen­schaft.

2 Er un­ter­stützt den Bund in der Er­fül­lung sei­ner Auf­ga­ben.

3 Er ar­bei­tet mit den an­de­ren Kan­to­nen und mit dem be­nach­bar­ten Aus­land zu­sam­men.

4 Er för­dert die Ver­stän­di­gung und den Aus­tausch zwi­schen den Lan­des­tei­len und den Sprach­ge­mein­schaf­ten der Schweiz.

Art. 3  

1 Deutsch, Rä­to­ro­ma­nisch und Ita­lie­nisch sind die gleich­wer­ti­gen Lan­des- und Amtss­pra­chen des Kan­tons.

2 Kan­ton und Ge­mein­den un­ter­stüt­zen und er­grei­fen die er­for­der­li­chen Mass­nah­men zur Er­hal­tung und För­de­rung der rä­to­ro­ma­ni­schen und der ita­lie­ni­schen Spra­che. Sie för­dern die Ver­stän­di­gung und den Aus­tausch zwi­schen den Sprach­ge­mein­schaf­ten.

3 Die Ge­mein­den be­stim­men ih­re Amts- und Schul­spra­chen im Rah­men ih­rer Zu­stän­dig­kei­ten und im Zu­sam­men­wir­ken mit dem Kan­ton. Sie ach­ten da­bei auf die her­kömm­li­che sprach­li­che Zu­sam­men­set­zung und neh­men Rück­sicht auf die an­ge­stamm­ten sprach­li­chen Min­der­hei­ten.2

2 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 23. Sept. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2015. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 23. Sept. 2013 (BBl 2013 7827Art. 1 Ziff. 4 3931).

Art. 4  

1 Der Auf­bau des Staa­tes und die Aus­übung staat­li­cher Macht be­ru­hen auf den Grund­sät­zen der Ge­wal­ten­tei­lung und Ge­wal­ten­hem­mung.

2 Be­hör­den wir­ken zur Er­fül­lung der Staats­zie­le im Rah­men ih­rer Zu­stän­dig­kei­ten zu­sam­men.

Art. 5  

1 Grund­la­ge und Schran­ke des staat­li­chen Han­delns ist das Recht.

2 Staat­li­ches Han­deln muss im öf­fent­li­chen In­ter­es­se lie­gen und ver­hält­nis­mäs­sig sein.

3 Be­hör­den und Pri­va­te han­deln nach Treu und Glau­ben.

Art. 6  

Je­de Per­son trägt Ver­ant­wor­tung für sich selbst so­wie Mit­ver­ant­wor­tung für die Ge­mein­schaft und für die Er­hal­tung der Le­bens­grund­la­gen.

II. Grundrechte und Sozialziele

Art. 7  

Die Grund­rech­te und So­zi­al­zie­le sind im Rah­men der Bun­des­ver­fas­sung3 und der für die Schweiz ver­bind­li­chen in­ter­na­tio­na­len Ab­kom­men ge­währ­leis­tet.

Art. 8  

Die Ver­fah­rens­ga­ran­ti­en und der Rechts­schutz sind im Rah­men der Bun­des­ver­fas­sung4 und der für die Schweiz ver­bind­li­chen in­ter­na­tio­na­len Ab­kom­men ge­währ­leis­tet.

III. Politische Rechte

1. Allgemeines

Art. 9  

1 Das Stimm- und Wahl­recht steht al­len Schwei­zer­bür­ge­rin­nen und ‑bür­gern zu, die das 18. Le­bens­jahr zu­rück­ge­legt ha­ben und im Kan­ton woh­nen.

2 Vom Stimm- und Wahl­recht aus­ge­schlos­sen sind Per­so­nen, die we­gen dau­ern­der Ur­teil­s­un­fä­hig­keit un­ter um­fas­sen­der Bei­stand­schaft ste­hen oder durch ei­ne vor­sor­ge­be­auf­trag­te Per­son ver­tre­ten wer­den.5

3 Das Ge­setz re­gelt das Stimm- und Wahl­recht der Aus­land­schwei­ze­rin­nen und Aus­land­schwei­zer in kan­to­na­len An­ge­le­gen­hei­ten.

4 Die Ge­mein­den kön­nen nach Mass­ga­be des kom­mu­na­len Rechts Aus­land­schwei­ze­rin­nen und Aus­land­schwei­zern be­zie­hungs­wei­se Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­dern das Stimm­recht so­wie das ak­ti­ve und pas­si­ve Wahl­recht in Ge­mein­de­an­ge­le­gen­hei­ten er­tei­len.

5 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 11. März 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 11. März 2013 (BBl 2013 2619Art. 1 Ziff. 4, 2012 195).

Art. 10  

1 Das all­ge­mei­ne, glei­che, freie, di­rek­te und ge­hei­me Wahl- und Stimm­recht ist ge­währ­leis­tet. Vor­be­hal­ten blei­ben of­fe­ne Ab­stim­mun­gen in Ge­mein­de­ver­samm­lun­gen.6

2 Ab­stim­mungs­vor­la­gen sol­len ein­fach und ver­ständ­lich sein. Ei­ne un­ver­fälsch­te Wil­lens­bil­dung und Wil­lens­kund­ga­be ist zu ge­währ­leis­ten.

6 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 23. Sept. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2017. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 23. Sept. 2013 (BBl 2013 7827Art. 1 Ziff. 4 3931).

Art. 11  

Die Stimm­be­rech­tig­ten wäh­len:

1.
die Mit­glie­der des Gros­sen Ra­tes so­wie de­ren Stell­ver­tre­te­rin­nen und Stell­ver­tre­ter;
2.
die Mit­glie­der der Re­gie­rung;
3.
die bünd­ne­ri­schen Mit­glie­der des Na­tio­nal- und des Stän­de­ra­tes;
4.7
die Mit­glie­der der Re­gio­nal­ge­rich­te;
5. und
6.8
7.
die Mit­glie­der der Ge­mein­de­be­hör­den nach Mass­ga­be der Ge­setz­ge­bung;
8.
wei­te­re Be­hör­den, Amts­trä­ge­rin­nen und Amts­trä­ger nach Mass­ga­be der Ge­setz­ge­bung.

7 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 23. Sept. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2015. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 23. Sept. 2013 (BBl 2013 7827Art. 1 Ziff. 4 3931).

8 Auf­ge­ho­ben durch die Volks­ab­stim­mung vom 23. Sept. 2012, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2015. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 23. Sept. 2013 (BBl 2013 7827Art. 1 Ziff. 4 3931).

2. Volksinitiative

Art. 12  

1 4000 Stimm­be­rech­tig­te oder ein Sieb­tel der Ge­mein­den kön­nen mit ei­ner In­itia­ti­ve ei­ne To­tal- oder Teil­re­vi­si­on der Kan­tons­ver­fas­sung ver­lan­gen.

2 3000 Stimm­be­rech­tig­te oder ein Ach­tel der Ge­mein­den kön­nen mit ei­ner In­itia­ti­ve ver­lan­gen:

1.
Er­lass, Än­de­rung oder Auf­he­bung ei­nes Ge­set­zes oder ei­nes ge­mä­ss Ver­fas­sung der Volks­ab­stim­mung un­ter­lie­gen­den Be­schlus­ses;
2.
Ein­rei­chung ei­ner Stan­des­i­ni­tia­ti­ve an die Bun­des­ver­samm­lung.
Art. 13  

1 Ei­ne In­itia­ti­ve kann als all­ge­mei­ne An­re­gung oder als aus­ge­ar­bei­te­ter Ent­wurf ein­ge­reicht wer­den.

2 Ei­ne In­itia­ti­ve auf To­tal­re­vi­si­on der Kan­tons­ver­fas­sung oder auf Aus­ar­bei­tung ei­nes Be­schlus­ses darf nur als all­ge­mei­ne An­re­gung ein­ge­reicht wer­den.

Art. 14  

1 Ei­ne In­itia­ti­ve ist ganz oder teil­wei­se un­gül­tig, wenn sie:

1.
die Ein­heit der Form oder der Ma­te­rie nicht wahrt;
2.
in of­fen­sicht­li­chem Wi­der­spruch zu über­ge­ord­ne­tem Recht steht;
3.
un­durch­führ­bar ist;
4.
ei­ne Rück­wir­kung vor­sieht, die mit rechts­staat­li­chen Grund­sät­zen nicht ver­ein­bar ist.

2 Sie kann teil­wei­se für un­gül­tig er­klärt wer­den, falls da­durch der Wil­le der In­iti­an­tin­nen und In­iti­an­ten nicht ver­fälscht wird und die Vor­la­ge ein sinn­vol­les Gan­zes er­gibt.

3 Über die Un­gül­tig­keit ent­schei­det der Gros­se Rat. Die­ser Ent­scheid ist an das Ver­wal­tungs­ge­richt wei­ter­zieh­bar.

Art. 15  

1 Ei­ne Volks­i­ni­tia­ti­ve und ein ge­stützt auf ei­ne all­ge­mei­ne An­re­gung aus­ge­ar­bei­te­ter Ent­wurf müs­sen in­nert zwei Jah­ren seit Ein­rei­chung dem Volk zur Ab­stim­mung vor­ge­legt oder dem fa­kul­ta­ti­ven Re­fe­ren­dum un­ter­stellt wer­den. Die Frist kann durch den Gros­sen Rat um sechs Mo­na­te ver­län­gert wer­den.

2 Der Gros­se Rat kann je­der In­itia­ti­ve einen Ge­gen­vor­schlag ge­gen­über­stel­len.

3 Die Ab­stim­mun­gen über die In­itia­ti­ve und den Ge­gen­vor­schlag fin­den gleich­zei­tig statt.

3. Referendum

Art. 16  

Der Volks­ab­stim­mung wer­den un­ter­stellt:

1.
Än­de­run­gen der Kan­tons­ver­fas­sung;
2.
Ab­schluss, Än­de­rung oder Kün­di­gung von in­ter­kan­to­na­len und in­ter­na­tio­na­len Ver­trä­gen mit ver­fas­sungs­än­dern­dem In­halt;
3.
Volks­i­ni­tia­ti­ven, de­nen der Gros­se Rat nicht zu­stimmt oder de­nen er einen Ge­gen­vor­schlag ge­gen­über­stellt;
4.
Be­schlüs­se des Gros­sen Ra­tes über neue ein­ma­li­ge Aus­ga­ben von mehr als zehn Mil­lio­nen Fran­ken und über neue jähr­lich wie­der­keh­ren­de Aus­ga­ben von mehr als ei­ner Mil­li­on Fran­ken;
5.
Be­schlüs­se des Gros­sen Ra­tes über Grund­satz­fra­gen ge­mä­ss Ar­ti­kel 19 Ab­satz 1;
6.9

9 Auf­ge­ho­ben in der Volks­ab­stim­mung vom 3. März 2013, mit Wir­kung seit 1. Mai 2013. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 24. Sept. 2014 (BBl 2014 7859Art. 1 Ziff. 6 3723).

Art. 17  

1 Wenn 1500 Stimm­be­rech­tig­te oder ein Zehn­tel der Ge­mein­den es ver­lan­gen, wer­den der Volks­ab­stim­mung un­ter­stellt:

1.
Er­lass, Än­de­rung oder Auf­he­bung von Ge­set­zen;
2.
Ab­schluss, Än­de­rung oder Kün­di­gung von in­ter­kan­to­na­len und in­ter­na­tio­na­len Ver­trä­gen mit ge­set­zes­än­dern­dem In­halt;
3.
Be­schlüs­se des Gros­sen Ra­tes über neue ein­ma­li­ge Aus­ga­ben zwi­schen ei­ner Mil­li­on und zehn Mil­lio­nen Fran­ken so­wie über neue jähr­lich wie­der­keh­ren­de Aus­ga­ben zwi­schen 300 000 und ei­ner Mil­li­on Fran­ken.

2 Der Gros­se Rat kann Be­schlüs­se, die in sei­ne ab­sch­lies­sen­de Kom­pe­tenz fal­len, dem fa­kul­ta­ti­ven Re­fe­ren­dum un­ter­stel­len. Nicht re­fe­ren­dums­fä­hig sind Be­schlüs­se über den Steu­er­fuss, das Bud­get und die Staats­rech­nung so­wie Jus­ti­z­ge­schäf­te und Wahlen.

3 Das Be­geh­ren um Durch­füh­rung der Volks­ab­stim­mung ist in­nert 90 Ta­gen nach der amt­li­chen Ver­öf­fent­li­chung des Be­schlus­ses zu stel­len.

Art. 18  

1 Ge­set­ze, de­ren In-Kraft-Tre­ten kei­nen Auf­schub er­trägt, kön­nen so­fort in Kraft ge­setzt wer­den, so­fern der Gros­se Rat mit ei­ner Mehr­heit von zwei Drit­teln der Mit­glie­der die Dring­lich­keit be­schliesst.

2 Sie un­ter­ste­hen dem nach­träg­li­chen fa­kul­ta­ti­ven Re­fe­ren­dum.

Art. 19  

1 Der Gros­se Rat kann Volks­ab­stim­mun­gen über Grund­satz­fra­gen be­schlies­sen.

2 Er kann zu ei­ner Vor­la­ge, die dem ob­li­ga­to­ri­schen oder dem fa­kul­ta­ti­ven Re­fe­ren­dum un­ter­steht, ei­ne Va­ri­an­te vor­schla­gen.

3 Fin­det die Volks­ab­stim­mung statt, so ist ne­ben der Haupt­vor­la­ge auch die Va­ri­an­te den Stimm­be­rech­tig­ten zu un­ter­brei­ten. Fin­det kei­ne Volks­ab­stim­mung statt, so fällt die Va­ri­an­te da­hin.

4. Politische Parteien

Art. 20  

1 Die po­li­ti­schen Par­tei­en wir­ken bei der Mei­nungs- und Wil­lens­bil­dung mit.

2 Sie kön­nen da­bei vom Kan­ton un­ter­stützt wer­den, so­fern ih­re Zie­le und ihr Auf­bau de­mo­kra­ti­schen und rechts­staat­li­chen Grund­sät­zen ent­spre­chen.

IV. Behörden und Gerichte

1. Allgemeines

Art. 21  

1 In die kan­to­na­len Be­hör­den und Ge­rich­te so­wie in den Stän­de­rat sind die Stimm­be­rech­tig­ten des Kan­tons wähl­bar. Das Ge­setz kann vor­se­hen, dass die Wähl­bar­keits­vor­aus­set­zung erst bei Amts­an­tritt er­füllt sein muss.10

2 Wei­te­re Wähl­bar­keits­vor­aus­set­zun­gen für die kan­to­na­len Be­hör­den und Ge­rich­te so­wie die An­stel­lungs­vor­aus­set­zun­gen für das Staats­per­so­nal wer­den durch Ge­setz ge­re­gelt.

3 Das Ge­setz re­gelt die Ein­stel­lung im Amt und die Amts­ent­he­bung von Mit­glie­dern von Be­hör­den und Ge­rich­ten.11

10 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 26. Nov. 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 6. März 2008 (BBl 2008 2493Art. 1 Ziff. 8, 2007 7663).

11 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 26. Nov. 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 6. März 2008 (BBl 2008 2493Art. 1 Ziff. 8, 2007 7663).

Art. 22  

1 Nie­mand darf sei­ner un­mit­tel­ba­ren Auf­sichts­be­hör­de an­ge­hö­ren.

2 Mit­glie­der der Re­gie­rung und der rich­ter­li­chen Be­hör­den so­wie das voll- und haupt­amt­li­che Per­so­nal des Kan­tons dür­fen nicht dem Gros­sen Rat an­ge­hö­ren.

3 Rich­te­rin­nen und Rich­ter dür­fen nicht gleich­zei­tig der Re­gie­rung oder ei­ner an­de­ren rich­ter­li­chen Be­hör­de im Kan­ton an­ge­hö­ren.

4 Mit­glie­der der Re­gie­rung und die voll­amt­li­chen Mit­glie­der ei­ner rich­ter­li­chen Be­hör­de dür­fen nicht der Bun­des­ver­samm­lung oder dem Bun­des­ge­richt an­ge­hö­ren.

5 Das Ge­setz re­gelt wei­te­re Fäl­le der Un­ver­ein­bar­keit von Äm­tern und Auf­ga­ben, den Ver­wand­ten­aus­schluss so­wie die Aus­nah­men.

Art. 23  

Die Amts­dau­er des Gros­sen Ra­tes, der Re­gie­rung, der Ge­rich­te so­wie der Mit­glie­der des Stän­de­ra­tes be­trägt vier Jah­re.

Art. 24  

1 Die Mit­glie­der des Gros­sen Ra­tes und der Re­gie­rung kön­nen für ih­re Äus­se­run­gen im Gros­sen Rat und in des­sen Kom­mis­sio­nen recht­lich nicht zur Ver­ant­wor­tung ge­zo­gen wer­den.

2 Das Ge­setz kann wei­te­re Ar­ten der Im­mu­ni­tät vor­se­hen und die­se auf wei­te­re Per­so­nen aus­deh­nen.

Art. 25  

Be­hör­den und Ge­rich­te in­for­mie­ren die Öf­fent­lich­keit re­gel­mäs­sig über ih­re Tä­tig­keit.

Art. 26  

1 Der Kan­ton, die Re­gio­nen und Ge­mein­den so­wie die üb­ri­gen öf­fent­lich-recht­li­chen Kör­per­schaf­ten und selb­stän­di­gen An­stal­ten haf­ten un­ab­hän­gig vom Ver­schul­den für Schä­den, wel­che ih­re Or­ga­ne und die in ih­rem Dienst ste­hen­den Per­so­nen in Aus­übung dienst­li­cher Tä­tig­kei­ten rechts­wid­rig ver­ur­sacht ha­ben.12

2 Das Ge­setz kann Aus­nah­men so­wie ei­ne Bil­lig­keits­haf­tung für Schä­di­gun­gen durch recht­mäs­si­ges Han­deln vor­se­hen.

12 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 23. Sept. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2015. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 23. Sept. 2013 (BBl 2013 7827Art. 1 Ziff. 4 3931).

2. Der Grosse Rat

A. Organisation

Art. 27  

1 Der Gros­se Rat be­steht aus 120 Mit­glie­dern.

2 Die Wahl er­folgt nach dem Mehr­heits­wahl­ver­fah­ren.

3 Der Kan­ton ist in höchs­tens 39 Wahl­krei­se ein­ge­teilt. Das Ge­setz re­gelt die Zu­ge­hö­rig­keit der Ge­mein­den zu den Wahl­krei­sen so­wie die Aus­wir­kun­gen von Ge­mein­de­zu­sam­menschlüs­sen auf die An­zahl der Wahl­krei­se.13

4 Die Sit­ze wer­den ent­spre­chend der schwei­ze­ri­schen Wohn­be­völ­ke­rung auf die Wahl­krei­se ver­teilt.

5 Das Ge­setz re­gelt die Stell­ver­tre­tung.

13 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 23. Sept. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2015. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 23. Sept. 2013 (BBl 2013 7827Art. 1 Ziff. 4 3931).

Art. 28  

1 Die Mit­glie­der des Gros­sen Ra­tes be­ra­ten und stim­men oh­ne In­struk­tio­nen.

2 Sie müs­sen un­ter Vor­be­halt des Be­rufs­ge­heim­nis­ses ih­re In­ter­es­sen­bin­dun­gen of­fen le­gen.

3 Sie ver­fü­gen ge­gen­über der Ver­wal­tung über die durch Ge­setz be­zeich­ne­ten be­son­de­ren Aus­kunfts- und Ein­sichts­rech­te.

Art. 29  

Die Sit­zun­gen des Gros­sen Ra­tes sind in der Re­gel öf­fent­lich.

B. Aufgaben

Art. 30  

Der Gros­se Rat übt un­ter Vor­be­halt der Volks­rech­te die obers­te Ge­walt aus. Er ist die ge­setz­ge­ben­de Be­hör­de und die obers­te Auf­sichts­in­stanz des Kan­tons.

Art. 31  

1 Al­le wich­ti­gen Be­stim­mun­gen sind durch den Gros­sen Rat in der Form des Ge­set­zes zu er­las­sen.

2 Wich­ti­ge Be­stim­mun­gen sind ins­be­son­de­re je­ne, für wel­che die Ver­fas­sung das Ge­setz vor­sieht, so­wie sol­che be­tref­fend:

1.
Zweck und Um­fang von Grund­rechts­be­schrän­kun­gen;
2.
Kreis der Ab­ga­be­pflich­ti­gen, Ge­gen­stand und Be­mes­sungs­grund­la­gen von Ab­ga­ben, so­weit die­se nicht von ge­ring­fü­gi­ger Na­tur sind;
3.
Zweck, In­halt und Um­fang von be­deu­ten­den staat­li­chen Leis­tun­gen;
4.
Grund­sät­ze der Auf­ga­ben­ver­tei­lung zwi­schen Kan­ton und Ge­mein­den;
5.
Grund­sät­ze von Or­ga­ni­sa­ti­on und Auf­ga­ben der Be­hör­den und Ge­rich­te;
6.
Art und Um­fang der Über­tra­gung von ho­heit­li­chen und an­de­ren be­deu­ten­den öf­fent­li­chen Auf­ga­ben an Trä­ger­schaf­ten aus­ser­halb der kan­to­na­len Ver­wal­tung.

3 Die Gül­tig­keit der Ge­set­ze kann be­fris­tet wer­den. Vor der Ver­län­ge­rung sind die Ge­set­ze auf ih­re Wirk­sam­keit zu prü­fen.

Art. 32  

1 So­weit nicht die Form des Ge­set­zes vor­ge­schrie­ben ist, kann der Gros­se Rat Ver­ord­nun­gen er­las­sen, wenn er durch Ge­setz aus­drück­lich da­zu er­mäch­tigt wird.

2 Er ge­neh­migt die in­ter­kan­to­na­len und in­ter­na­tio­na­len Ver­trä­ge, so­weit nicht die Re­gie­rung zum al­lei­ni­gen Ab­schluss be­fugt ist.

3 Der Gros­se Rat ist in ge­eig­ne­ter Form an der Vor­be­rei­tung wich­ti­ger in­ter­kan­to­na­ler und in­ter­na­tio­na­ler Ver­trä­ge zu be­tei­li­gen.

Art. 33  

1 Der Gros­se Rat übt die Auf­sicht über die Re­gie­rung so­wie das Kan­tons­ge­richt und das Ver­wal­tungs­ge­richt aus.

2 Ihm ob­liegt die Ober­auf­sicht über die Ver­wal­tung, die an­de­ren Zwei­ge der Rechts­pfle­ge und über an­de­re Trä­ger öf­fent­li­cher Auf­ga­ben.

Art. 34  

1 Der Gros­se Rat er­lässt die über­ge­ord­ne­ten po­li­ti­schen Zie­le und Leit­sät­ze.

2 Er be­han­delt das Re­gie­rungs­pro­gramm, den Fi­nanz­plan und wei­te­re grund­le­gen­de po­li­ti­sche Pla­nun­gen der Re­gie­rung.

3 Er kann über die Wei­ter­füh­rung der Pla­nung Be­schlüs­se fas­sen und der Re­gie­rung Auf­trä­ge er­tei­len.

Art. 35  

1 Der Gros­se Rat setzt un­ter Be­rück­sich­ti­gung des Fi­nanz­plans das Bud­get fest und ge­neh­migt die Staats­rech­nung. Das Ge­setz kann Aus­nah­men vor­se­hen.14

2 Er be­stimmt die Hö­he der Steu­ern nach Mass­ga­be der Steu­er­ge­setz­ge­bung.

3 Er be­schliesst ab­sch­lies­send über neue ein­ma­li­ge Aus­ga­ben bis zu ei­ner Mil­li­on Fran­ken und über neue jähr­lich wie­der­keh­ren­de Aus­ga­ben bis 300 000 Fran­ken.

14 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 26. Sept. 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2005. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 6. Okt. 2005 (BBl 2005 5995Art. 1 Ziff. 5 2891)

Art. 36  

Der Gros­se Rat wählt:

1.
sei­ne Or­ga­ne und Kom­mis­sio­nen;
2.
das Prä­si­di­um der Re­gie­rung;
3.
die Mit­glie­der des Kan­tons­ge­rich­tes und des Ver­wal­tungs­ge­rich­tes;
4.
wei­te­re Amts­in­ha­be­rin­nen und -in­ha­ber nach Mass­ga­be der Ge­setz­ge­bung.
Art. 37  

Der Gros­se Rat ent­schei­det über Be­gna­di­gungs­ge­su­che. Das Ge­setz kann den Ent­scheid über Be­gna­di­gungs­ge­su­che der Re­gie­rung über­tra­gen.

3. Die Regierung

A. Organisation

Art. 38  

1 Die Re­gie­rung be­steht aus fünf Mit­glie­dern.

2 Sie fasst und ver­tritt ih­re Be­schlüs­se als Kol­le­gi­al­be­hör­de.

Art. 39  

1 Die Wahl der Re­gie­rung er­folgt nach dem Mehr­heits­wahl­ver­fah­ren.

2 Das Kan­tons­ge­biet bil­det den Wahl­kreis.

3 Ei­ne Wie­der­wahl ist zwei­mal zu­läs­sig.

Art. 40  

Der Gros­se Rat wählt aus der Mit­te der Re­gie­rung die Prä­si­den­tin oder den Prä­si­den­ten so­wie die Vi­ze­prä­si­den­tin oder den Vi­ze­prä­si­den­ten für ei­ne Amts­dau­er von ei­nem Jahr.

Art. 41  

1 Mit­glie­dern der Re­gie­rung ist je­de Ne­ben­be­schäf­ti­gung un­ter­sagt.

2 Die Ver­tre­tung des Kan­tons in Or­ga­nen von Un­ter­neh­mun­gen oder Or­ga­ni­sa­tio­nen, an de­nen der Kan­ton be­tei­ligt ist oder wel­che er un­ter­stützt, ist mit Zu­stim­mung der Re­gie­rung zu­läs­sig. Das Ge­setz kann wei­te­re Aus­nah­men vor­se­hen.

B. Aufgaben

Art. 42  

1 Die Re­gie­rung plant, be­stimmt und ko­or­di­niert die Zie­le und Mit­tel staat­li­chen Han­delns un­ter Vor­be­halt der Be­fug­nis­se der Stimm­be­rech­tig­ten und des Gros­sen Ra­tes.

2 Sie er­stellt re­gel­mäs­sig ein Re­gie­rungs­pro­gramm.

3 Sie voll­zieht die Ge­set­ze und Ver­ord­nun­gen so­wie die Be­schlüs­se des Gros­sen Ra­tes.

4 Sie ver­tritt den Kan­ton nach in­nen und nach aus­sen.

Art. 43  

1 Die Re­gie­rung steht der kan­to­na­len Ver­wal­tung vor.

2 Sie sorgt für die recht­mäs­si­ge und wirk­sa­me Tä­tig­keit der Ver­wal­tung und be­stimmt im Rah­men des kan­to­na­len Rechts de­ren Or­ga­ni­sa­ti­on.

Art. 44  

1 Die Re­gie­rung be­rei­tet die Ge­schäf­te des Gros­sen Ra­tes vor, so­fern die­ser sie nicht selb­stän­dig aus­ar­bei­tet.

2 Sie legt dem Gros­sen Rat Ent­wür­fe für Ver­fas­sungs­än­de­run­gen, Ge­set­ze, Ver­ord­nun­gen und Be­schlüs­se vor.

3 Die Mit­glie­der der Re­gie­rung neh­men in be­ra­ten­der Funk­ti­on an den Sit­zun­gen des Gros­sen Ra­tes teil und kön­nen An­trä­ge stel­len.

Art. 45  

1 Die Re­gie­rung er­lässt we­ni­ger wich­ti­ge Be­stim­mun­gen in der Form der Ver­ord­nung.

2 Sie ist zu­stän­dig für das Aus­han­deln von in­ter­kan­to­na­len und in­ter­na­tio­na­len Ver­trä­gen; so­weit sie in ih­re Ver­ord­nungs­kom­pe­tenz fal­len, ist sie auch für de­ren Ab­schluss zu­stän­dig.

Art. 46  

Die Re­gie­rung er­stellt den Fi­nanz­plan und ver­ab­schie­det das Bud­get so­wie die Staats­rech­nung zu­han­den des Gros­sen Ra­tes.

Art. 47  

Wei­te­re Auf­ga­ben der Re­gie­rung sind ins­be­son­de­re:

1.
der Ver­kehr mit dem Bund und den an­de­ren Kan­to­nen so­wie mit dem be­nach­bar­ten Aus­land un­ter Be­rück­sich­ti­gung von all­fäl­li­gen Stel­lung­nah­men des Gros­sen Ra­tes;
2.
Wahlen, so­weit die­se nicht an­de­ren Or­ga­nen über­tra­gen wor­den sind;
3.
die jähr­li­che Be­richt­er­stat­tung über die Tä­tig­keit von Re­gie­rung und Ver­wal­tung zu­han­den des Gros­sen Ra­tes;
4.
die Wah­rung der öf­fent­li­chen Ord­nung und Si­cher­heit;
5.
die Auf­sicht über öf­fent­lich-recht­li­che Kör­per­schaf­ten so­wie an­de­re Trä­ger öf­fent­li­cher Auf­ga­ben des Kan­tons.
Art. 48  

1 Die Re­gie­rung kann oh­ne ge­setz­li­che Grund­la­ge Ver­ord­nun­gen er­las­sen oder Be­schlüs­se fas­sen, um ein­ge­tre­te­nen oder un­mit­tel­bar dro­hen­den schwer­wie­gen­den Stö­run­gen der öf­fent­li­chen Si­cher­heit so­wie so­zia­len Not­stän­den zu be­geg­nen.

2 Sol­che Ver­ord­nun­gen und Be­schlüs­se sind vom Gros­sen Rat zu ge­neh­mi­gen und fal­len spä­tes­tens ein Jahr nach In-Kraft-Tre­ten da­hin.

C. Verwaltung

Art. 49  

1 Die kan­to­na­le Ver­wal­tung wird nach Ge­schäfts­be­rei­chen in De­par­te­men­te ge­glie­dert. Die Re­gie­rung re­gelt die Auf­ga­ben­be­rei­che der De­par­te­men­te durch Ver­ord­nung.

2 Die Stan­des­kanz­lei ist die all­ge­mei­ne Stabs-, Ko­or­di­na­ti­ons- und Ver­bin­dungs­stel­le von Gros­sem Rat, Re­gie­rung und Ver­wal­tung.

Art. 50  

1 Der Kan­ton kann die Er­fül­lung von öf­fent­li­chen Auf­ga­ben Trä­gern aus­ser­halb der kan­to­na­len Ver­wal­tung über­tra­gen.

2 Die Auf­sicht durch die Re­gie­rung, ei­ne an­ge­mes­se­ne Mit­wir­kung des Gros­sen Ra­tes und der Rechts­schutz müs­sen si­cher­ge­stellt sein.

3 So­weit nicht die Form des Ge­set­zes vor­ge­schrie­ben ist, kön­nen selbst­stän­di­ge An­stal­ten des kan­to­na­len öf­fent­li­chen Rechts Ver­ord­nun­gen er­las­sen, wenn sie durch Ge­setz aus­drück­lich da­zu er­mäch­tigt wer­den.15

15 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 24. Sept. 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 6. März 2008 (BBl 2008 2493Art. 1 Ziff. 8, 2007 7663).

4. Gerichte

Art. 51  

1 Die Un­ab­hän­gig­keit und die Un­par­tei­lich­keit der Ge­rich­te sind ge­währ­leis­tet. Die Ge­rich­te sind in ih­rer Recht­spre­chung nur dem Recht ver­pflich­tet.

2 Die Jus­tiz­ver­wal­tung ist un­ter Vor­be­halt der Be­fug­nis­se des Gros­sen Ra­tes Sa­che der Ge­rich­te.

3 Rich­te­rin­nen und Rich­ter dür­fen Par­tei­en nicht in strei­ti­gen Ver­fah­ren vor der ei­ge­nen In­stanz ver­tre­ten.

4 Voll­amt­li­chen Mit­glie­dern ei­ner rich­ter­li­chen Be­hör­de ist je­de Ne­ben­be­schäf­ti­gung un­ter­sagt. Das Ge­setz kann Aus­nah­men vor­se­hen.

Art. 51a16  

1 Das Kan­tons- und das Ver­wal­tungs­ge­richt un­ter­brei­ten dem Gros­sen Rat den Ent­wurf für ihr Bud­get so­wie die Rech­nung und den Jah­res­be­richt zur Ge­neh­mi­gung.

2 Die Prä­si­den­tin­nen und Prä­si­den­ten neh­men an den Sit­zun­gen des Gros­sen Ra­tes zum Bud­get, zur Rech­nung und zu den Jah­res­be­rich­ten der Ge­rich­te teil. Sie ha­ben be­ra­ten­de Stim­me und kön­nen An­trä­ge stel­len.

3 So­weit nicht die Form des Ge­set­zes vor­ge­schrie­ben ist, kön­nen das Kan­tons- und das Ver­wal­tungs­ge­richt auf dem Ge­biet der Jus­tiz­ver­wal­tung und -auf­sicht Ver­ord­nun­gen er­las­sen, wenn sie durch Ge­setz aus­drück­lich da­zu er­mäch­tigt wer­den.

16 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 26. Nov. 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 6. März 2008 (BBl 2008 2493Art. 1 Ziff. 8, 2007 7663).

Art. 52  

1 Das Kan­tons­ge­richt übt die Auf­sicht über al­le Be­rei­che der Zi­vil- und Straf­rechts­pfle­ge aus.

2 Der Gros­se Rat übt die Auf­sicht über das Kan­tons­ge­richt und das Ver­wal­tungs­ge­richt so­wie die Ober­auf­sicht über die an­de­ren Zwei­ge der Rechts­pfle­ge aus.

3 Auf­sicht und Ober­auf­sicht be­schrän­ken sich auf die Ge­schäfts­füh­rung und die Jus­tiz­ver­wal­tung.

Art. 53  

Die Par­teiver­hand­lun­gen vor Ge­richt sind un­ter Vor­be­halt ge­setz­li­cher Aus­nah­men öf­fent­lich.

Art. 54  

Die Zi­vil- und die Straf­ge­richts­bar­keit wer­den aus­ge­übt durch:

1.
das Kan­tons­ge­richt;
2.17
die Re­gio­nal­ge­rich­te als un­te­re kan­to­na­le Ge­rich­te;
3.18

17 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 23. Sept. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2017. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 23. Sept. 2013 (BBl 2013 7827Art. 1 Ziff. 4 3931).

18 Auf­ge­ho­ben in der Volks­ab­stim­mung vom 17. Mai 2009, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2011. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 8. Ju­ni 2010 (BBl 2010 4365Art. 1 Ziff. 5 2153).

Art. 55  

1 Die letz­tin­stanz­li­che Be­ur­tei­lung von öf­fent­lich-recht­li­chen Strei­tig­kei­ten ob­liegt dem Ver­wal­tungs­ge­richt, so­fern nicht ein Ge­setz et­was an­de­res be­stimmt.

2 Das Ver­wal­tungs­ge­richt be­ur­teilt als Ver­fas­sungs­ge­richt:

1.
Be­schwer­den we­gen Ver­let­zung von ver­fas­sungs­mäs­si­gen und po­li­ti­schen Rech­ten so­wie des Grund­satzes des Vor­rangs von über­ge­ord­ne­tem Recht;
2.19
Be­schwer­den we­gen Ver­let­zung der Au­to­no­mie der Ge­mein­den und an­de­rer öf­fent­lich-recht­li­cher Kör­per­schaf­ten so­wie der Lan­des­kir­chen.20

3 Im ver­fas­sungs­ge­richt­li­chen Ver­fah­ren kön­nen Ge­set­ze und Ver­ord­nun­gen so­wohl un­mit­tel­bar an­ge­foch­ten als auch im An­wen­dungs­fall über­prüft wer­den.

19 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 23. Sept. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2017. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 23. Sept. 2013 (BBl 2013 7827Art. 1 Ziff. 4 3931).

20 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 26. Nov. 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 6. März 2008 (BBl 2008 2493Art. 1 Ziff. 8, 2007 7663).

Art. 56  

Durch Ge­setz kön­nen wei­te­re rich­ter­li­che so­wie aus­ser­ge­richt­li­che Be­hör­den ein­ge­setzt wer­den.

5. Ausübung von Mitwirkungsrechten im Bund

Art. 57  

1 Die Stän­de­rat­s­wah­len er­fol­gen nach dem Mehr­heits­wahl­ver­fah­ren. Sie fin­den gleich­zei­tig mit den Wahlen in den Na­tio­nal­rat statt.

2 Das Kan­tons­ge­biet bil­det den Wahl­kreis.

Art. 58  

Der Gros­se Rat oder die Re­gie­rung kann im Na­men des Kan­tons ver­lan­gen, dass Bun­des­ge­set­ze, Bun­des­be­schlüs­se so­wie Staats­ver­trä­ge dem Volk zur Ab­stim­mung vor­ge­legt wer­den.

Art. 59  

1 Der Gros­se Rat oder die Re­gie­rung kann im Na­men des Kan­tons der Bun­des­ver­samm­lung ei­ne Stan­des­i­ni­tia­ti­ve ein­rei­chen.

2 Die Ein­rei­chung ei­ner Stan­des­i­ni­tia­ti­ve kann auch mit ei­ner Volks­i­ni­tia­ti­ve ver­langt wer­den.

V. Gliederung des Kantons

1. Gemeinden und interkommunale Zusammenarbeit

A. Gemeindearten

Art. 60  

1 Die po­li­ti­schen Ge­mein­den sind Kör­per­schaf­ten des kan­to­na­len öf­fent­li­chen Rechts mit ei­ge­ner Rechts­per­sön­lich­keit. Sie set­zen sich aus der Ge­samt­heit der Per­so­nen mit Wohn­sitz im Ge­mein­de­ge­biet zu­sam­men.

2 Sie sind zu­stän­dig für al­le ört­li­chen An­ge­le­gen­hei­ten, die nicht in den Kom­pe­tenz­be­reich der Bür­ger­ge­mein­den fal­len.

Art. 61  

1 Die Bür­ger­ge­mein­den set­zen sich aus den Ge­mein­de­bür­ge­rin­nen und -bür­gern mit Wohn­sitz in der Ge­mein­de zu­sam­men.

2 Rechts­stel­lung, Auf­ga­ben und Or­ga­ni­sa­ti­on der Bür­ger­ge­mein­den so­wie der Zu­sam­menschluss mit der po­li­ti­schen Ge­mein­de rich­ten sich nach dem Ge­setz.

B. Interkommunale Zusammenarbeit und Zusammenschluss

Art. 62  

1 Die Ge­mein­den kön­nen zur Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben mit an­de­ren Ge­mein­den oder Or­ga­ni­sa­tio­nen zu­sam­men­ar­bei­ten. Das Ge­setz sieht vor, dass Ge­mein­den zur Zu­sam­men­ar­beit ver­pflich­tet wer­den kön­nen.

2 Das Ge­setz re­gelt die in­ter­kom­mu­na­le Zu­sam­men­ar­beit so­wie die Aus­la­ge­rung von Auf­ga­ben und ge­währ­leis­tet die po­li­ti­schen Mit­wir­kungs­rech­te.

Art. 63  

Der Zu­sam­menschluss von Ge­mein­den wird durch Ge­setz ge­re­gelt.

Art. 64  

Der Kan­ton för­dert die in­ter­kom­mu­na­le Zu­sam­men­ar­beit und den Zu­sam­menschluss von Ge­mein­den, um die zweck­mäs­si­ge und wirt­schaft­li­che Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben si­cher­zu­stel­len.

C. Stellung und Organisation

Art. 65  

1 Die Au­to­no­mie der Ge­mein­den ist ge­währ­leis­tet. Ihr Um­fang wird durch das kan­to­na­le Recht be­stimmt.

2 Die Ge­mein­den sind ins­be­son­de­re be­fugt, ih­re Or­ga­ni­sa­ti­on zu be­stim­men, ih­re Be­hör­den und Ver­wal­tung ein­zu­set­zen so­wie ih­re fi­nan­zi­el­len An­ge­le­gen­hei­ten selb­stän­dig zu ord­nen.

Art. 66  

1 Die ob­li­ga­to­ri­schen Or­ga­ne der po­li­ti­schen Ge­mein­den sind:

1.
die Ge­samt­heit der Stimm­be­rech­tig­ten, wel­che ih­re po­li­ti­schen Rech­te in der Ge­mein­de­ver­samm­lung oder an der Ur­ne aus­üben;
2.
der Ge­mein­de­vor­stand;
3.
wei­te­re Be­hör­den nach Mass­ga­be der Ge­setz­ge­bung.

2 Die Ge­mein­den kön­nen die Ge­mein­de­ver­samm­lung durch ein Ge­mein­de­par­la­ment er­set­zen oder er­gän­zen.

Art. 67  

1 Die Re­gie­rung übt die Auf­sicht über die Ge­mein­den und die Trä­ger der in­ter­kom­mu­na­len Zu­sam­men­ar­beit aus.

2 Die Auf­sicht be­schränkt sich auf die Rechts­kon­trol­le, so­weit nicht durch Ge­setz et­was an­de­res be­stimmt wird.

3 Bei schwer­wie­gen­den Miss­stän­den kann ei­ne Ge­mein­de un­ter Ku­ra­tel ge­stellt wer­den.

2. Regionen 21

21 Angenommen in der Volksabstimmung vom 23. Sept. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2015. Gewährleistungsbeschluss vom 23. Sept. 2013 (BBl 2013 7827Art. 1 Ziff. 4 3931).

A. Einteilung des Kantonsgebietes

Art. 6822  

1 Der Kan­ton ist in fol­gen­de Re­gio­nen ge­glie­dert:

1.
Al­bu­la;
2.
Ber­ni­na;
3.
En­gia­di­na Bas­sa/Val Müsta­ir;
4.
Im­bo­den;
5.
Lan­d­quart;
6.
Ma­lo­ja;
7.
Moe­sa;
8.
Ples­sur;
9.
Prät­ti­gau/Da­vos;
10.
Sur­sel­va;
11.
Via­ma­la.

2 Das Ge­setz re­gelt die Zu­ge­hö­rig­keit der Ge­mein­den zu den Re­gio­nen.

22 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 23. Sept. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2015. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 23. Sept. 2013 (BBl 2013 7827Art. 1 Ziff. 4 3931).

Art. 6923  

23 Auf­ge­ho­ben durch die Volks­ab­stim­mung vom 23. Sept. 2012, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2015. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 23. Sept. 2013 (BBl 2013 7827Art. 1 Ziff. 4 3931).

B. Rechtsstellung und Aufgaben

Art. 7024  

24 Auf­ge­ho­ben durch die Volks­ab­stim­mung vom 23. Sept. 2012, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2015. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 23. Sept. 2013 (BBl 2013 7827Art. 1 Ziff. 4 3931).

Art. 7125  

1 Die Re­gio­nen sind Kör­per­schaf­ten des kan­to­na­len öf­fent­li­chen Rechts und er­fül­len aus­sch­liess­lich die Auf­ga­ben, die ih­nen durch den Kan­ton oder die Ge­mein­den über­tra­gen wer­den.

2 Die Or­ga­ni­sa­ti­on der Re­gio­nen so­wie die po­li­ti­schen Rech­te rich­ten sich nach dem Ge­setz.

3 Die Re­gio­nen bil­den die Ge­richtss­pren­gel für die Re­gio­nal­ge­rich­te.

25 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 23. Sept. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2015. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 23. Sept. 2013 (BBl 2013 7827Art. 1 Ziff. 4 3931).

Art. 7226  

26 Auf­ge­ho­ben durch die Volks­ab­stim­mung vom 23. Sept. 2012, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2017. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 23. Sept. 2013 (BBl 2013 7827Art. 1 Ziff. 4 3931).

C. Organisation und Aufsicht

Art. 7327  

27 Auf­ge­ho­ben durch die Volks­ab­stim­mung vom 23. Sept. 2012, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2017. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 23. Sept. 2013 (BBl 2013 7827Art. 1 Ziff. 4 3931).

Art. 7428  

1 Die Re­gie­rung übt im Rah­men des kan­to­na­len Rechts die Auf­sicht über die Re­gio­nen aus. Da­von aus­ge­nom­men ist die Jus­ti­z­auf­sicht.

2 Im Be­reich von Auf­ga­ben, die den Re­gio­nen von den Ge­mein­den über­tra­gen wor­den sind, be­schränkt sich die Auf­sicht auf die Rechts­kon­trol­le, so­weit nicht durch Ge­setz et­was an­de­res be­stimmt wird.

28 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 23. Sept. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2015. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 23. Sept. 2013 (BBl 2013 7827Art. 1 Ziff. 4 3931).

VI. Öffentliche Aufgaben

1. Allgemeines

Art. 75  

1 Kan­ton und Ge­mein­den för­dern das Wohl­er­ge­hen und die so­zia­le Si­cher­heit der Be­völ­ke­rung, der Fa­mi­lie und der ein­zel­nen Per­son.

2 Sie set­zen sich für Chan­cen­gleich­heit für al­le ein, ins­be­son­de­re für die Gleich­stel­lung von Frau und Mann.

3 Sie un­ter­stüt­zen die pri­va­te In­itia­ti­ve mit güns­ti­gen Rah­men­be­din­gun­gen.

4 Bei der Er­fül­lung öf­fent­li­cher Auf­ga­ben sind die na­tür­li­chen Le­bens­grund­la­gen zu scho­nen.

Art. 76  

1 Kan­ton und Ge­mein­den er­fül­len Auf­ga­ben, die im öf­fent­li­chen In­te­res­se lie­gen, so­weit das pri­va­te An­ge­bot nicht aus­reicht. Die Auf­ga­ben rich­ten sich nach Ver­fas­sung und Ge­setz.

2 Kan­ton, Re­gio­nen und Ge­mein­den wir­ken bei der Er­fül­lung öf­fent­li­cher Auf­ga­ben zu­sam­men. Die Zu­sam­men­ar­beit mit Pri­va­ten ist so­weit als mög­lich an­zu­stre­ben.29

29 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 23. Sept. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2015. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 23. Sept. 2013 (BBl 2013 7827Art. 1 Ziff. 4 3931).

Art. 77  

Der Kan­ton er­füllt öf­fent­li­che Auf­ga­ben de­zen­tral, wenn ins­be­son­de­re die Art der Auf­ga­be, wirt­schaft­li­cher Mit­te­lein­satz oder wirk­sa­me Auf­ga­ben­er­fül­lung es er­mög­li­chen.

Art. 78  

Öf­fent­li­che Auf­ga­ben sind pe­ri­odisch auf ih­re Not­wen­dig­keit, Wirk­sam­keit und Fi­nan­zier­bar­keit zu prü­fen.

2. Gewährleistung der öffentlichen Ordnung

Art. 79  

1 Kan­ton und Ge­mein­den ge­währ­leis­ten die öf­fent­li­che Ord­nung und Si­cher­heit.

2 Sie tref­fen Mass­nah­men zum Schutz der Be­völ­ke­rung vor Ka­ta­stro­phen und zur Auf­recht­er­hal­tung der wich­ti­gen Staats­funk­tio­nen in Not­la­gen.

3. Raumplanung, Umwelt, Energie, Verkehr und Telekommunikation

Art. 80  

Kan­ton und Ge­mein­den stre­ben ei­ne zweck­mäs­si­ge, haus­häl­te­ri­sche, ko­or­di­nier­te und nach­hal­ti­ge Nut­zung und Ent­wick­lung des Kan­tons­ge­bie­tes an. Sie be­rück­sich­ti­gen da­bei die Be­dürf­nis­se von Men­schen und Um­welt so­wie die de­zen­tra­le Be­sied­lung.

Art. 81  

1 Der Kan­ton re­gelt den Voll­zug des Bun­des­rechts über den Schutz des Men­schen und sei­ner na­tür­li­chen Um­welt vor schäd­li­chen und läs­ti­gen Ein­wir­kun­gen. Die Kos­ten der Ver­mei­dung und Be­sei­ti­gung tra­gen die Ver­ur­sa­cher.

2 Kan­ton und Ge­mein­den sor­gen für die Er­hal­tung und den Schutz der Tier- und Pflan­zen­welt so­wie von de­ren Le­bens­räu­men.

3 Sie tref­fen Mass­nah­men für die Er­hal­tung und den Schutz von wert­vol­len Land­schaf­ten und Orts­bil­dern, ge­schicht­li­chen Stät­ten so­wie von Na­tu­r­ob­jek­ten und Kul­tur­gü­tern.

Art. 82  

1 Kan­ton und Ge­mein­den sor­gen für die an­ge­mes­se­ne Ver­sor­gung des Kan­tons­ge­bie­tes be­züg­lich Was­ser und Ener­gie, Ver­kehrs­ver­bin­dun­gen so­wie Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­on.

2 Sie för­dern die si­che­re, aus­rei­chen­de und um­welt­scho­nen­de Ver­sor­gung mit Ener­gie, de­ren spar­sa­me und ra­tio­nel­le Ver­wen­dung so­wie die Nut­zung er­neu­er­ba­rer Ener­gi­en.

3 Sie sor­gen für ei­ne be­darfs­ge­rech­te, um­welt­scho­nen­de und wirt­schaft­li­che Ver­kehrs­ord­nung und för­dern den öf­fent­li­chen Ver­kehr.

4 Der Kan­ton för­dert die in­ter­kom­mu­na­le und die re­gio­na­le Zu­sam­men­ar­beit und stellt den Fi­nanz­aus­gleich si­cher.

Art. 83  

1 Der Kan­ton hat die Auf­sicht über öf­fent­li­che und pri­va­te Ge­wäs­ser. Er re­gelt die Nut­zung des Was­sers so­wie der Was­ser­kraft.

2 Die Ho­heit über öf­fent­li­che Ge­wäs­ser kommt den Ge­mein­den zu.

Art. 83a30  

Der Kan­ton be­tei­ligt sich nicht an Un­ter­neh­men, wel­che In­ves­ti­tio­nen in Koh­le­kraft­wer­ke tä­ti­gen. Im Rah­men sei­ner recht­li­chen und po­li­ti­schen Mög­lich­kei­ten sorgt er da­für, dass Un­ter­neh­men mit Be­tei­li­gung des Kan­tons auf In­ves­ti­tio­nen in Koh­le­kraft­wer­ke ver­zich­ten.

30 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 14. Ju­ni 2015, in Kraft seit 1. Nov. 2016. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 27. Sept. 2016 (BBl 2016 7899Art. 3 3705).

4. Wirtschaft

Art. 84  

1 Kan­ton und Ge­mein­den schaf­fen güns­ti­ge Rah­men­be­din­gun­gen für ei­ne leis­tungs­fä­hi­ge und nach­hal­ti­ge Wirt­schaft. Sie be­trei­ben ei­ne ak­ti­ve Wirt­schafts­för­de­rung.

2 Sie för­dern die Be­stre­bun­gen der Wirt­schaft im Hin­blick auf die Schaf­fung und Er­hal­tung von Ar­beitsplät­zen.

3 Sie un­ter­stüt­zen Mass­nah­men zur be­ruf­li­chen Um­schu­lung, Wei­ter­bil­dung und Wie­der­ein­glie­de­rung so­wie zur Ver­ein­bar­keit von Be­ruf und Fa­mi­lie.

4 Sie tref­fen Mass­nah­men, um die Re­ge­lungs­dich­te und ad­mi­nis­tra­ti­ve Be­las­tung für Un­ter­neh­men, ins­be­son­de­re für klei­ne und mitt­le­re Un­ter­neh­men (KMU), so ge­ring wie mög­lich zu hal­ten.31

31 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 29. Jan. 2012, in Kraft seit 29. Jan. 2012. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 11. März 2013 (BBl 2013 2619Art. 1 Ziff. 4, 2012 195).

Art. 85  

1 Die Re­gal­rech­te des Kan­tons sind:

1.
das Salz­re­gal;
2.
das Jagd­re­gal;
3.
das Fi­sche­rei­re­gal.

2 Das Ber­gre­gal ist ein Re­gal­recht der Ge­mein­den.

3 Die Re­gal­rech­te ge­ben das aus­sch­liess­li­che Recht zur Nut­zung. Der Kan­ton be­zie­hungs­wei­se die Ge­mein­de kann das Nut­zungs­recht selbst wahr­neh­men oder auf Drit­te über­tra­gen.

4 Der Kan­ton kann durch Ge­setz Mo­no­po­le be­grün­den und aus­üben, wenn es das öf­fent­li­che In­ter­es­se er­for­dert.

5 Be­ste­hen­de Pri­vat­rech­te blei­ben vor­be­hal­ten.

5. Soziales, Gesundheit und Familie

Art. 86  

1 Kan­ton und Ge­mein­den sor­gen für aus­rei­chen­de Be­treu­ung, Un­ter­stüt­zung und Ein­glie­de­rung von hilfs­be­dürf­ti­gen Men­schen.

2 Sie för­dern die so­zia­le und be­ruf­li­che Ein­glie­de­rung von Men­schen, die we­gen ei­ner Be­hin­de­rung, ei­ner Krank­heit oder aus an­de­ren Grün­den be­nach­tei­ligt sind.

3 Sie set­zen sich im Rah­men des wirt­schaft­lich Zu­mut­ba­ren da­für ein, dass Be­hin­de­run­gen an­ge­mes­sen be­rück­sich­tigt wer­den.

4 Sie sor­gen im Rah­men ih­rer Mög­lich­kei­ten für be­hin­der­ten­ge­rech­ten Zu­gang zu öf­fent­li­chen Bau­ten und An­la­gen.

Art. 87  

1 Der Kan­ton re­gelt das öf­fent­li­che Ge­sund­heits­we­sen.

2 Kan­ton und Ge­mein­den sor­gen für ei­ne zweck­mäs­si­ge, wirt­schaft­li­che und aus­rei­chen­de me­di­zi­ni­sche Ver­sor­gung und Pfle­ge.

3 Sie för­dern und un­ter­stüt­zendie Ge­sund­heits­vor­sor­ge so­wie die Sucht­pro­phy­la­xe.

Art. 88  

Kan­ton und Ge­mein­den schaf­fen güns­ti­ge Rah­men­be­din­gun­gen für Fa­mi­li­en.

6. Bildung, Kultur und Freizeit

Art. 89  

1 Der Un­ter­richt an den öf­fent­li­chen Schu­len be­ruht auf ei­ner christ­lich-hu­ma­nis­ti­schen Grund­la­ge. Er ist kon­fes­sio­nell und po­li­tisch neu­tral und von To­le­ranz ge­prägt.

2 Kan­ton und Ge­mein­den sor­gen da­für, dass Kin­der und Ju­gend­li­che einen ih­ren Fä­hig­kei­ten ent­spre­chen­den Grund­schul­un­ter­richt er­hal­ten. Sie för­dern durch ein an­ge­mes­se­nes Bil­dungs­an­ge­bot die Ein­glie­de­rung von Kin­dern mit Be­hin­de­run­gen in die Ge­sell­schaft.

3 Der Kan­ton sorgt für den Mit­tel­schul­un­ter­richt, die be­ruf­li­che Aus- und Wei­ter­bil­dung so­wie den Zu­gang zu hö­he­ren Fach­schu­len und Hoch­schu­len. Zu die­sem Zweck kann er Schu­len füh­ren oder un­ter­stüt­zen. Er ach­tet auf ein de­zen­tra­les Mit­tel- und Be­rufs­schul­an­ge­bot und för­dert hö­he­re Fach­schu­len und Hoch­schu­len im Kan­ton.

Art. 90  

Kan­ton und Ge­mein­den för­dern das künst­le­ri­sche, kul­tu­rel­le und wis­sen­schaft­li­che Schaf­fen so­wie den kul­tu­rel­len Aus­tausch. Sie neh­men da­bei auf die sprach­li­che Viel­falt und die re­gio­na­len Be­son­der­hei­ten Rück­sicht.

Art. 91  

Kan­ton und Ge­mein­den un­ter­stüt­zen die sinn­vol­le Frei­zeit­ge­stal­tung, die Ju­gend­ar­beit und den Sport.

7. Internationale Zusammenarbeit

Art. 92  

1 Der Kan­ton un­ter­stützt und för­dert die grenz­über­schrei­ten­de Zu­sam­men­ar­beit.

2 Er un­ter­stützt die hu­ma­ni­täre Hil­fe für Not lei­den­de Men­schen und Völ­ker.

VII. Finanzordnung

Art. 93  

1 Die öf­fent­li­chen Mit­tel sind spar­sam, wirt­schaft­lich und wirk­sam ein­zu­set­zen.

2 Der Fi­nanz­haus­halt soll un­ter Be­rück­sich­ti­gung der Wirt­schafts­ent­wick­lung mit­tel­fris­tig aus­ge­gli­chen sein.

3 Je­de Aus­ga­be setzt ei­ne Rechts­grund­la­ge, einen Kre­dit­be­schluss und ei­ne Be­wil­li­gung für die Zah­lung vor­aus.

4 Kos­ten sind grund­sätz­lich durch die Ver­ur­sa­cher zu tra­gen.

Art. 94  

1 Die Kom­pe­ten­zen des Kan­tons und der Ge­mein­den zur Er­he­bung von Steu­ern wer­den durch Ge­setz fest­ge­legt.

2 Die Steu­er­kom­pe­ten­zen der Lan­des­kir­chen und der Kirch­ge­mein­den rich­ten sich nach den Be­stim­mun­gen über Staat und Kir­chen.

Art. 95  

1 So­weit es die Art der Steu­er zu­lässt, sind bei der Aus­ge­stal­tung der Steu­ern die Grund­sät­ze der All­ge­mein­heit, der Gleich­heit und der wirt­schaft­li­chen Leis­tungs­fä­hig­keit zu be­ach­ten.

2 Die Steu­ern sind so zu be­mes­sen, dass die wirt­schaft­lich Schwa­chen ge­schont wer­den, der Leis­tungs­wil­le er­hal­ten bleibt, die Selbst­vor­sor­ge ge­för­dert wird und die Wett­be­werbs­fä­hig­keit ge­wahrt bleibt.

3 Die in­ter­kom­mu­na­le Dop­pel­be­steue­rung ist un­ter­sagt.

Art. 96  

1 Der Kan­ton stellt den Fi­nanz­aus­gleich si­cher.

2 Durch den Fi­nanz­aus­gleich wer­den aus­ge­wo­ge­ne Ver­hält­nis­se in der Steu­er­be­las­tung und in den Leis­tun­gen der Ge­mein­den und Re­gio­nen an­ge­strebt.

3 Das Ge­setz kann zum Ab­bau re­gio­na­ler Un­gleich­ge­wich­te, für die Er­fül­lung be­son­de­rer Funk­tio­nen durch ei­ne Ge­mein­de oder Re­gi­on so­wie zur För­de­rung be­stimm­ter Auf­ga­ben zu­sätz­li­che Bei­trä­ge vor­se­hen.

Art. 97  

Der Gros­se Rat übt die Fi­nan­z­auf­sicht aus. Er wird da­bei durch ein un­ab­hän­gi­ges Kon­troll­or­gan un­ter­stützt.

VIII. Staat und Kirchen

Art. 98  

1 Die evan­ge­lisch-re­for­mier­te Kir­che und die rö­misch-ka­tho­li­sche Kir­che sind öf­fent­lich-recht­lich an­er­kannt.

2 Die Evan­ge­lisch-re­for­mier­te Lan­des­kir­che und ih­re Kirch­ge­mein­den so­wie die Ka­tho­li­sche Lan­des­kir­che und ih­re Kirch­ge­mein­den sind Kör­per­schaf­ten des öf­fent­li­chen Rechts.

3 Durch Ge­setz kön­nen wei­te­re Re­li­gi­ons­ge­mein­schaf­ten öf­fent­lich-recht­lich an­er­kannt wer­den.

Art. 99  

1 Die Lan­des­kir­chen und ih­re Kirch­ge­mein­den re­geln ih­re An­ge­le­gen­hei­ten im Rah­men des kan­to­na­len Rechts selb­stän­dig.

2 Sie sind be­rech­tigt, von ih­ren Mit­glie­dern Steu­ern nach den für die Ge­mein­den gel­ten­den Grund­sät­zen zu er­he­ben.

3 Den Kirch­ge­mein­den steht das Recht zu, ih­re Geist­li­chen zu wäh­len und zu ent­las­sen.

4 Der Kan­ton hat die Ober­auf­sicht über die recht­mäs­si­ge Ver­wen­dung der fi­nan­zi­el­len Mit­tel und die Ein­hal­tung der Rechts­ord­nung.

5 Er kann durch Ge­setz von ju­ris­ti­schen Per­so­nen ei­ne Kul­tus­s­teu­er er­he­ben.

Art. 100  

Die üb­ri­gen Re­li­gi­ons­ge­mein­schaf­ten un­ter­ste­hen dem Pri­vat­recht.

IX. Änderung der Kantonsverfassung

Art. 101  

1 Die Ver­fas­sung kann je­der­zeit ganz oder teil­wei­se re­vi­diert wer­den.

2 Ei­ne Teil­re­vi­si­on kann ei­ne ein­zel­ne Be­stim­mung oder meh­re­re sach­lich zu­sam­men­hän­gen­de Be­stim­mun­gen um­fas­sen.

3 Das Volk ent­schei­det auf­grund ei­ner Volks­i­ni­tia­ti­ve oder ei­nes Be­schlus­ses des Gros­sen Ra­tes, ob ei­ne To­tal­re­vi­si­on der Ver­fas­sung ein­zu­lei­ten sei.

4 Bei ei­ner To­tal­re­vi­si­on kann die Ver­fas­sungs­vor­la­ge an­stel­le ei­ner Va­ri­an­te ge­mä­ss Ar­ti­kel 19 ei­ne oder meh­re­re Va­ri­an­ten ent­hal­ten, über die vor­gän­gig oder gleich­zei­tig ge­son­dert ab­zu­stim­men ist.

X. Schlussbestimmungen

Art. 102  

1 Die­se Ver­fas­sung tritt auf den 1. Ja­nu­ar 2004 in Kraft.

2 Auf die­sen Zeit­punkt wird die Ver­fas­sung für den Kan­ton Grau­bün­den vom 2. Ok­to­ber 1892 auf­ge­ho­ben.

3 Än­de­run­gen der Kan­tons­ver­fas­sung vom 2. Ok­to­ber 1892, die zwi­schen der Be­schluss­fas­sung im Gros­sen Rat über die Ver­fas­sung und de­ren In-Kraft-Tre­ten er­fol­gen, wer­den vom Gros­sen Rat in die neue Kan­tons­ver­fas­sung ein­ge­fügt. Der ent­spre­chen­de Be­schluss un­ter­steht nicht dem Re­fe­ren­dum.

Art. 103  

1 Er­las­se, die von ei­ner nicht mehr zu­stän­di­gen Be­hör­de oder in ei­nem nicht mehr zu­läs­si­gen Ver­fah­ren be­schlos­sen wor­den sind, blei­ben in Kraft.

2 Die Än­de­rung die­ser Er­las­se rich­tet sich nach die­ser Ver­fas­sung.

3 Bis zum In-Kraft-Tre­ten ent­spre­chen­der ge­setz­li­cher Be­stim­mun­gen gel­ten fol­gen­de Be­stim­mun­gen der Ver­fas­sung für den Kan­ton Grau­bün­den vom 2. Ok­to­ber 1892 wei­ter:

1. Art. 27 Abs. 1 und 2:

1 Den De­par­te­men­ten wird zur Be­hand­lung al­ler wich­ti­gen Fra­gen des Er­zie­hungs- bzw. Ge­sund­heits­we­sens je ei­ne von der Re­gie­rung ge­wähl­te Kom­mis­si­on bei­ge­ge­ben.

2 Die Er­zie­hungs­kom­mis­si­on be­steht aus neun, die Sa­ni­täts­kom­mis­si­on aus fünf Mit­glie­dern. Der je­wei­li­ge De­par­te­ments­vor­ste­her ist von Am­tes we­gen Prä­si­dent der Kom­mis­si­on. Die üb­ri­gen Mit­glie­der der Kom­mis­si­on wer­den auf vier Jah­re ge­wählt und sind wie­der wähl­bar.

2. Art. 39 Abs. 4:

Der Kreis­rat be­steht aus dem Kreis­prä­si­den­ten, sei­nem Stell­ver­tre­ter und, so­weit die Kreis­ver­fas­sung nicht ei­ne an­de­re Zu­sam­men­set­zung vor­sieht, den Prä­si­den­ten der Kreis­ge­mein­den.

3. Art. 40 Abs. 5 Satz 2 und 3 so­wie Abs. 6:

5 Die Er­he­bung von Ge­mein­de­steu­ern ist sub­si­di­är nach bil­li­gen und ge­rech­ten Grund­sät­zen zu­läs­sig. Die Er­he­bung ei­ner Quel­len­steu­er und die Be­steue­rung ju­ris­ti­scher Per­so­nen für Ge­winn und Ka­pi­tal steht nur dem Kan­ton zu.

6 All­fäl­li­ge Pro­gres­siv­steu­ern dür­fen die Pro­gres­si­ons­an­sät­ze des je­wei­li­gen kan­to­na­len Steu­er­ge­set­zes nicht über­schrei­ten. Die Ge­mein­den sind nicht be­fugt, vom Kan­ton für des­sen Lie­gen­schaf­ten, Ge­bäu­lich­kei­ten und staat­li­che Ein­rich­tun­gen je­der Art Steu­ern zu er­he­ben.

4 Bis längs­tens 31. De­zem­ber 2008 gilt Ar­ti­kel 38 Ab­satz 2 der Ver­fas­sung für den Kan­ton Grau­bün­den vom 2. Ok­to­ber 1892 wei­ter:

Sie sind be­rech­tigt, ih­re po­li­ti­schen und ad­mi­nis­tra­ti­ven An­ge­le­gen­hei­ten durch all­ge­mein ver­bind­li­che Ver­ord­nun­gen zu re­geln, und zur De­ckung ih­rer Ver­wal­tungs­aus­ga­ben nach bil­li­gen und ge­rech­ten Grund­sät­zen Kreis­s­teu­ern zu er­he­ben. Die Er­he­bung ei­ner Quel­len­steu­er steht nur dem Kan­ton zu. All­fäl­li­ge Pro­gres­siv­steu­ern dür­fen die An­sät­ze des je­wei­li­gen kan­to­na­len Steu­er­ge­set­zes nicht über­schrei­ten.

Art. 104  

1 Ist nach die­ser Ver­fas­sung neu­es Recht zu er­las­sen oder be­ste­hen­des Recht zu än­dern, so hat dies oh­ne Ver­zug zu ge­sche­hen.

2 Die Re­gie­rung un­ter­brei­tet dem Gros­sen Rat in­nert drei Jah­ren ab In‑Kraft-Tre­ten die­ser Ver­fas­sung Vor­schlä­ge für die er­for­der­li­che An­pas­sung der Ge­setz­ge­bung.

Art. 105  

1 Die Mit­glie­der der Be­hör­den und Ge­rich­te blei­ben un­ter Vor­be­halt der fol­gen­den Aus­nah­men bis zum Ab­lauf der Amts­pe­ri­ode nach bis­he­ri­gem Recht im Amt:

1.
Die Amts­dau­er der Mit­glie­der des Gros­sen Ra­tes und de­ren Stell­ver­tre­te­rin­nen und Stell­ver­tre­ter wird bis 31. Ju­li 2006 ver­län­gert.
2.
Die Amts­dau­er der Kreis­prä­si­den­tin­nen und Kreis­prä­si­den­ten so­wie de­ren Stell­ver­tre­te­rin­nen und Stell­ver­tre­ter wird bis 31. Ju­li 2006 ver­län­gert.
3.
Die Amts­dau­er der bünd­ne­ri­schen Mit­glie­der des Stän­de­ra­tes wird bis 25. No­vem­ber 2007 ver­län­gert.

2 Für Neu­wah­len und Er­satz­wah­len gel­ten die Be­stim­mun­gen die­ser Ver­fas­sung.

3 Voll­amt­li­che Mit­glie­der ei­ner rich­ter­li­chen Be­hör­de be­dür­fen bis zum Er­lass ent­spre­chen­der ge­setz­li­cher Be­stim­mun­gen der Be­wil­li­gung der Jus­tiz­kom­mis­si­on des Gros­sen Ra­tes für jeg­li­ches Aus­üben ei­ner Ne­ben­be­schäf­ti­gung. Die­se Tä­tig­kei­ten dür­fen die un­ein­ge­schränk­te Er­fül­lung der Amts­pflich­ten, die Un­ab­hän­gig­keit und das An­se­hen des Ge­richts nicht be­ein­träch­ti­gen. Die Jus­tiz­kom­mis­si­on kann ei­ne an­ge­mes­se­ne Re­duk­ti­on des Ar­beits­um­fan­ges oder ei­ne Ab­ga­be­pflicht der für die Aus­übung der Ne­ben­be­schäf­ti­gung be­zo­ge­nen Ent­schä­di­gung fest­le­gen. Die Be­stim­mun­gen für voll­amt­li­che Mit­glie­der ei­ner rich­ter­li­chen Be­hör­de blei­ben an­wend­bar.

4 Für das ver­fas­sungs­ge­richt­li­che Ver­fah­ren sind bis zum Er­lass ent­spre­chen­der ge­setz­li­cher Be­stim­mun­gen die Vor­schrif­ten über das Ver­wal­tungs­ge­richts­ver­fah­ren sinn­ge­mä­ss an­wend­bar.

Art. 106  

1 Das Zu­stan­de­kom­men und die Gül­tig­keit von Volks­i­ni­tia­ti­ven und Re­fe­ren­den, die vor der An­nah­me die­ser Ver­fas­sung bei der Stan­des­kanz­lei an­ge­mel­det wor­den sind, wer­den nach bis­he­ri­gem Recht be­ur­teilt.

2 Die bei In-Kraft-Tre­ten die­ser Ver­fas­sung vom Gros­sen Rat ver­ab­schie­de­ten Vor­la­gen un­ter­ste­hen der Volks­ab­stim­mung nach bis­he­ri­gem Recht.

3 Volks­i­ni­tia­ti­ven auf Teil­re­vi­si­on der bis­he­ri­gen Ver­fas­sung, die bis zur An­nah­me der neu­en Ver­fas­sung ein­ge­reicht wer­den, wan­delt der Gros­se Rat in Vor­la­gen zur Teil­re­vi­si­on der neu­en Ver­fas­sung um.

Art. 107  

1 Re­gio­na­le Or­ga­ni­sa­tio­nen der in­ter­kom­mu­na­len Zu­sam­men­ar­beit, die beim In-Kraft-Tre­ten der neu­en Ver­fas­sung noch kei­ne Re­gio­nal­ver­bän­de im Sin­ne der Ver­fas­sung sind, wer­den bis 31. De­zem­ber 2006 wie Re­gio­nal­ver­bän­de be­han­delt.

2 Dem Vor­stand der Re­gio­nal­ver­bän­de ob­liegt es, den zu­stän­di­gen Or­ga­nen und Ge­mein­den bis 31. De­zem­ber 2004 Vor­schlä­ge für die künf­ti­ge Aus­ge­stal­tung ei­nes Re­gio­nal­ver­ban­des zu un­ter­brei­ten.

Art. 10832  

1 Krei­se, wel­che von Ge­mein­den de­le­gier­te Auf­ga­ben wahr­neh­men, be­ste­hen bis zwei Jah­re nach In­kraft­tre­ten der Ein­tei­lung des Kan­tons in Re­gio­nen als Kör­per­schaf­ten des kan­to­na­len öf­fent­li­chen Rechts wei­ter. Die Amts­dau­er der Prä­si­den­tin­nen und Prä­si­den­ten so­wie de­ren Stell­ver­tre­te­rin­nen und Stell­ver­tre­ter der üb­ri­gen Krei­se ver­län­gert sich bis zum Auf­he­bungs­zeit­punkt.

2 Bis En­de 2016 bil­den die Be­zir­ke Ge­richtss­pren­gel für die Zi­vil- und Straf­ge­richts­bar­keit. De­ren Rechts­stel­lung rich­tet sich nach dem Ge­setz.

3 Ab In­kraft­tre­ten der Ein­tei­lung des Kan­tons in Re­gio­nen dür­fen den Krei­sen und Re­gio­nal­ver­bän­den kei­ne Auf­ga­ben mehr zu­ge­wie­sen wer­den.

4 Die Staats­haf­tung für so­wie die Auf­sicht über die Krei­se, Be­zir­ke und Re­gio­nal­ver­bän­de sind für die ge­sam­te Dau­er ih­res Be­ste­hens in dem Mas­se ge­währ­leis­tet, wie dies die Ver­fas­sung des Kan­tons Grau­bün­den vom 18. Mai 2003/14. Sep­tem­ber 2003 vor­sah.

32 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 23. Sept. 2012, in Kraft seit 1. März 2014, Abs. 2–4 seit 1. Jan. 2015. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 23. Sept. 2013 (BBl 2013 7827Art. 1 Ziff. 4 3931).

Sachregister

Die Zahlen verweisen auf die Artikel und Artikelteile der Verfassung

Abstimmungens. Volksabstimmungen

Alter

als Voraussetzung von Stimm- und Wahlrecht 9

Amt

Amtsdauer
Grosser Rat 23, 105
Kreispräsidenten 105
Präsident und Vizepräsident der
Regierung 39 ,40
Regierung 23, 39
Richterliche Behörden 23, 105
Ständerat 23, 105
Amtsenthebung 21
Amtsinhaber. Wahl durch Grossen Rat 36
Amtspflichten der richterlichen Behörden 105
Amtsträger. Wahl durch die
Stimmberechtigten 11
Einstellung im Amt 21
Unvereinbarkeit von Ämtern 22
Verantwortung 24, 26
Wählbarkeit 9

Anstalten. Selbständige

Haftung 26

Aufsicht (Oberaufsicht)

Aufsichtsbehörde. Unvereinbarkeit 22
des Grossen Rates
Aufsichtsinstanz. oberste 30
Finanzaufsicht 97
Rechtspflege 52
Regierung 33
des Kantons
Gewässer 83
Kirchgemeinden 99
des Kantonsgerichts
Zivil- und Strafrechtspflege 52
der Regierung
Träger öffentlicher Aufgaben 47, 50
Gemeinden 67
Regionanen 74

Ausbildung s. Bildung

Ausgaben

Finanzreferendum
fakultatives 17
obligatorisches 16
Kompetenz des Grossen Rates 35
Verwaltungsausgaben der Kreise 103

Ausserordentliche Lagen48

Begnadigung 37

Behörden

Amtsenthebung 21
Gemeindebehörden s. Gemeinden
Gesetzgebende 30
Grosser Rat 11, 14, 16, 18, 19, 21–25, 27–37, 30, 42, 44, 46–52, 58, 59, 68, 97, 101, 102, 104–106
Information 25
Justiz s. Gerichte
Kollegialbehörde 38
legislative Gewalt des Volks 10, 11, 12–15, 16–18
Organisation und Aufgaben 31
Regierung 21–25, 33–34, 36, 38–50, 58, 59, 74, 103, 104
Richterliche 51, 56
Treu und Glauben 5
Unvereinbarkeiten 22
Verantwortung 24, 26
Wählbarkeit 21
Zusammenarbeit 4
Zuständigkeit 103

Berichterstattung

des Kantons- und Verwaltungsgerichts 51a1
der Regierung 47

Berufsgeheimnis 28

Beschlüsse

als Gegenstand einer Initiative 12, 13
als Gegenstand eines Referendums 16–19
Bundesbeschlüsse und Bundesgesetze 58
des Grossen Rates 34, 35, 42, 44, 101, 102
der Regierung 38, 48
Finanzbeschlüsse 35, 93
Weitergeltung des bisherigen Rechts 103

Beschwerde

gegen Entscheide der Behörden 55
gegen den Entscheid der Ungültigkeit einer Volksinitiative 14

Bezirke 108

Bildung89

Budget

des Kantons- und Verwaltungsgerichts 51a1
Fehlende Referendumsfähigkeit 17
Festsetzung durch Grossen Rat 35
Verabschiedung durch Regierung 46

Bund

Verhältnis zum Bund 2
Bundesgericht
Unvereinbarkeiten 22
Bundesrecht
Vollzug im Umweltschutz sowie Natur- und Heimatschutz 81
Vorrang 55
Bundesverfassung 7, 8
Bundesversammlung
Einreichung der Standesinitiative 12, 59
Unvereinbarkeiten 22
Mitwirkungsrechte auf Bundesebene
Ständeratswahl 57
Kantonsreferendum 58
Standesinitiative 59
Verkehr mit dem Bund 47

Bürgergemeinden 60, 61

Delegation, von Rechtsetzungsbefugnissen 503

Departemente 49

Einteilung des Kantonsgebietes68

Energie 82, 83a

Erziehung

Allgemeines s. Bildung
Erziehungskommission
Wahl 103

Familie 88

Finanzausgleich96

Finanzordnung93–97

Finanzplan

Kompetenzen des Grossen Rats 34, 35
Kompetenzen der Regierung 34, 46

Finanzreferendum

fakultatives 17
obligatorisches 16

Forschung90

FreiheitPräambel

freiheitlicher Rechtsstaat 1

Gegenvorschlag 16

Geistliche Wahl 99

Gemeinden

Bürgergemeinden 61
Aufgaben
Allgemeines 75, 76
Bildung, Kultur und Forschung, Freizeitgestaltung und Sport 89–91
Raumplanung, Umwelt, Energie, Verkehr und Telekommunikation 80–83
Sicherheit, Öffentliche Ordnung 79
Soziales, Gesundheit, Integration und Familie 88
Sprachen 3
Steuerkompetenzen 94, 103
Wirtschaftspolitik 84, 85
Aufgabenübertragung an Regionen 74
Aufgabenverteilung mit Kanton 31
Aufsicht 67
Finanzausgleich 96
Gemeindeautonomie 55, 65
Initiativrecht 12
Interkommunale Zusammenarbeit 62–64, 67
Interkommunale Doppelbesteuerung 95
Kirchgemeinden 98, 99
Organe 66
Gemeindebehörden 11, 66
Gemeindeparlament 66
Gemeindeversammlung 10, 66
Gemeindevorstand 66
Politische Gemeinden 60
Referendumsrecht 17
Regionalverbände und -korporationen 74, 107
Staatshaftung 26
Stellung und Organisation 65–67
Stimm- und Wahlrecht für Ausländerinnen und Ausländer 94
Zusammenschluss 63, 64

Gerichte

Amtsdauer 23, 105
Amtsenthebung 213
Regionalgericht
Wahl 11
Zivil- und Strafgerichtsbarkeit 54, 71
Budgetentwurf 51a
Gerichtsbarkeit 54, 55
Gerichtssprengel 71
Gewaltenteilung und Gewalten-hemmung 4
Information 25
Jahresbericht 51a
Kantonsgericht
Aufsicht durch Grossen Rat 33, 52
Justizaufsicht 52
Wahl 36
Zivil- und Strafgerichtsbarkeit 54
Öffentlichkeit der Verhandlungen 53
Organisation der Gerichte, Justizverwaltung 312, 51
Rechnung 51a
Unabhängigkeit und Unparteilichkeit 51
Unvereinbarkeiten 22
Verwaltungsgericht
Aufsicht durch Grossen Rat 33, 52
Gültigkeit von Initiativen 14
Finanzen 51a1
Mitwirkung im Grossen Rat 51a2
Rechtsetzung 51a3
Verfassungs- und Verwaltungs­gerichtsbarkeit 55
Wahl 36
Wählbarkeit 21
Wahl der Mitglieder des/der
Regionalgerichte 11
Kantons- und Verwaltungsgerichts 36
weitere richterliche sowie aussergerichtliche Behörden 56

Gesetze

befristete Gültigkeit und Wirksamkeit 31
Bundesgesetze
Kantonsreferendum 58
Dringlichkeitsrecht 18
Entwürfe 44
Ermächtigung zum Verordnungsrecht 32
Gegenvorschlag 16
Gesetzgebung des Grossen Rats 30, 31, 104
Rechtsstaat 1, 5, 33
Verletzung 55
Volksinitiative und Referendum 12–19
Vollzug durch Regierung 42
Gegenstand:
Abgaben 31
Aufgabenverteilung zwischen
Kanton und Gemeinde 31, 76
Aufsicht
Gemeinden 67
Regionen 74
Auskunfts- und Einsichtsrechte 28
Ausserordentliche Lagen 48
Begnadigungsgesuche 37
Regionen. Rechtsstellung 71
Bürgergemeinden 61
Finanzausgleich 96
Gemeindeorgane 66
Gerichtsbehörden 56
Grundrechtsbeschränkungen 31
Immunität 24
Interessenvertretung 41
Interkommunale Zusammenarbeit 62
Monopole und Regale 85
Nebenbeschäftigungen von Richtern 51, 105
Öffentlichkeit von Gerichts­verhandlungen. Ausnahmen 53
Organisation und Aufgaben der
Behörden und Gerichte 31
Religionsgemeinschaften.
Anerkennung 98
staatliche Leistungen 31
Staatshaftung. Ausnahmen 26
Stellvertretung im Grossen Rat 27
Steuergesetzgebung 35, 94, 99
Stimm- und Wahlrecht der Auslandschweizer 9
Übergangsbestimmungen 103
Übertragung von Aufgaben 31
Unvereinbarkeit 22
Verwaltungsgerichtsbarkeit 55
Wahlbefugnisse für Behörden 11, 36
Wählbarkeits- und Anstellungs­voraussetzungen für das Staats­personal 21
Zusammenschluss von Gemeinden 63

Gesundheitswesen 87

Integration 86
Kommission 103

Gewaltenteilung und Gewalten-hemmung 4

Gewässer

Aufsicht 83
Versorgung 82

Gleichstellung

Benachteiligte wegen einer Behinderung oder einer Krankheit 86
Chancengleichheit 75
soziale und berufliche Eingliederung 86
von Frau und Mann 75

GrosserRat

Amtsdauer 23, 105
Aufsicht und Oberaufsicht 33, 51, 52
Begnadigungsgesuche 37
Beschlüsse
Dringlichkeit 18
Kantonsverfassung 101, 102
dem Referendum unterstellt 16–19
über Volksinitiativen 14, 15
Vollzug 42
Budget und Staatsrechnung 46
Finanzen 35
Aufsicht 97
Gegenvorschlag 15, 16
Genehmigung durch Grossen Rat
Ausserordentliche Lagen 48
Gesetzgebung 31, 32
Haftung 26
Immunität 24
Kantonsreferendum 58
Kommissionen 36
Kompetenzen und Aufgaben 30
Mitwirkung der Regierung 44
Öffentlichkeit der Sitzungen 29
politischen Ziele und Leitsätze, Planung 34
Rechtsetzungsbefugnisse 31, 32
Standesinitiative 59
Stellung der Ratsmitglieder 28
Teilnahme der Präsidenten von Kantons- und Verwaltungsgericht an den Sitzungen 51a2
Unvereinbarkeiten 22
Verteilung der Sitze 27
Wahl des Grossen Rates 11
Wahl durch Grossen Rat 36, 40
Wählbarkeit 21
Zusammensetzung 27

Humanitäre Hilfe 92

Initiative

Private 75
Standesinitiative 59
Volksinitiative 12–15
Form 13
Gegenstand 12, 101
Ungültigkeit 14, 106
Verfahren 15, 16

Justiz Aufsicht 33, 51a

Kanton

Allgemein 1, 21, 22, 30
Aufgaben
Allgemeines 75, 76, 77
Bildung 89
Familie 88
Freizeitgestaltung und Sport 91
Gesundheitswesen 87
Gewässer 83
Infrastruktur 82
Integration 86
Kultur und Forschung 90
Natur- und Heimatschutz 81
Öffentliche Ordnung und Sicherheit 79
Parteienförderung 20
Raumplanung 80
Regalrechte 85
Sprachen 3
Umweltschutz 81
Wirtschaftspolitik 84
Aufgabenverteilung zwischen Kanton und Gemeinden 31, 64
Beteiligungen 83a
Beziehungen mit anderen Kantonen, dem Bund und mit benachbarten Ländern 2
grenzüberschreitende Zusammenarbeit 92
Finanzausgleich 96
Interessenvertretung 41
Interkantonale und internationale Verträge 16, 17, 32, 45
Kantonales Recht 43, 60, 65, 74, 99
Kantonale Verwaltung 49, 50
Kantonsgebiet
Einteilung 68
Wahlkreis 39, 57
Kantonsgericht
Aufsicht durch Grossen Rat 33, 52
Finanzen 51a1
Justizaufsicht 52
Mitwirkung im Grossen Rat 51a2
Rechtsetzungskompetenzen 51a3
Wahl 36
Zivil- und Strafgerichtsbarkeit 54
Kantonsreferendum 58
Kantonsverfassung
alte 102, 103
Revision 12, 13, 16, 101
Kirchen. Oberaufsicht durch den Kanton 99
Landes- und Amtssprachen 3
Staatshaftung 26
Standesinitiative 59
Steuerkompetenzen 94
Stimm- und Wahlrecht 9
Übertragung von Aufgaben
an Regionalverbände 72
an Träger ausserhalb der Verwaltung 50
Vertretung durch Regierung 42
Zusammenarbeit 2, 47
Interkantonale Verträge 17, 32, 45

Katastrophen. Schutz vor 79

Kirchen

öffentlich-rechtlich anerkannte Kirchen 55, 94, 98–100
Autonomie 55, 99
Steuerkompetenzen 94
Kirchgemeinden 98
Autonomie 99
Steuerkompetenzen 94

Kohlekraftwerke 83a

KMU 844

Kommissionen

des Grossen Rates 24, 36
Justizkommission 105
Erziehungs- und Sanitätskommission 103

Korporationen s. Regionalverbände

Kreise 108

Kreisgemeinde 103
Kreispräsidium
Amtsdauer 105
Kreisrat 103
Kreissteuern 103

Kultur 89, 90

Kultussteuer 99

Legislaturplanung34

Mehrheitswahl

der Regierung 39
der Ständeräte 57
des Grossen Rates 27

Monopole 85

Nationalrat 21, 57

Öffentliche /-er /-es

Aufgaben
andere Träger 31, 33, 50
Erfüllung 75–77
Überprüfung 78
Bauten und Anlagen 864
Gewässer 83
Infrastruktur 82
Mittel 93
Öffentliches Gesundheitswesen 87
Öffentliches Interesse 5, 76, 85
Öffentlicher Verkehr 82
Ordnung 47, 79
Schulen 89
Sicherheit 48, 79

Öffentlichkeit

der Gerichtsverhandlungen 53
der Sitzungen des Grossen Rates 29
Information der 25

Öffentlich-rechtlich

anerkannte Kirchen 98
Körperschaften 26, 60
Streitigkeiten 55

Ordnung, öffentliche 47, 79

Parteien, politische 20

Private

Gewässer 83
Handeln nach Treu und Glauben 5
Initiative 75
Zusammenarbeit mit Privaten 76

Privatrecht

Bestehende Privatrechte 85
Religionsgemeinschaften 100

Raumplanung80–82

Rechnung

des Kantons- und Verwaltungsgerichts 51a1
fakultatives Referendum 17
Genehmigung 35

Recht(e)

Auskunfts- und Einsichtsrecht 28
Dringlichkeitsrecht 18
Gemeindeautonomie 55, 65
Grundrechte 7, 8
Guter Glaube 5
Initiative und Referendum s. Initiative, Referendum
politische Rechte 9–19, 21, 106
Rechtsstaat 5
Verfassungsgerichtsbarkeit 55
Stimm- und Wahlrecht, Wählbarkeit 9, 10

Rechtsetzungsbefugnisse, Delegation 503

Rechtsprechung

Aufsicht 52
öffentlich-rechtliche Streitigkeiten 55
Verletzung von verfassungsmässigen Rechten 55
Zivil- und Straf­gerichtsbarkeit 54

Referendum

fakultatives 17
Finanzreferendum s. dort
Kantonsreferendum 58
obligatorisches 16
Referendumsbegehren
gegen Bundesgesetze und Bundes­beschlüsse 58
gegen kantonale Gesetze 12, 17, 101

Regale 85

Regierung

Amtsdauer 23
Ausarbeitung des Finanzplans 46
ausserordentliche Lagen 48
Berichterstattung und weitere Kompetenzen 47
Budget und Staatsrechung 46
Finanzen 46
Haftung 26
Immunität 24
interkantonale und internationale Verträge 45
Kompetenzen und Aufgaben im Allgemeinen 42
Leitung der Verwaltung 43
Mitwirkung im Grossen Rat 44
Nebenbeschäftigung und Interessen-vertretung 41
Rechtsetzung 45
Präsidium 36, 40
Unvereinbarkeiten 22
Wahl 11, 39
Wahl des das Präsidiums der Regierung 36
Wählbarkeit 21
Zusammensetzung 38

Regionalverbände 107, 108

Regionen68, 71

Aufsicht 74
Zusammenarbeit 76

Religion s. Kirchen

Revision s. Verfassung

Richter s. Gerichte

Schlussbestimmungen 102–107

Schulwesen

Allgemeines s. Bildung
Erziehungs- und Sanitätskommission 103
Grundschule 89
Schulsprache 3

Sicherheit und Ordnung 47, 48, 79

Souveränität s. Staat

Soziales

Familie 88
Integration 86

Sport und Freizeitgestaltung 91

Sprachen

Landes- und Amtssprachen 3
Minderheiten 3
sprachliche Vielfalt 90

Staat

Gewaltenteilung 4
Souveränität 2, 31
staatliches Handeln
Billigkeitshaftung bei rechtmässigem 26
Grundsätze 1–5
Ziele und Mittel 42
Staatsaufsicht s. Aufsicht
Finanzen 44, 46, 93–97
Staatsverträge s. Verträge

Staatshaftung26

Staatspersonal

Aufsicht 33, 47, 50
Haftung 26
Unvereinbarkeiten 22
Wählbarkeit und Anstellung 21

Staatsräte s. Regierung

Ständerat 21, 57

Standeskanzlei 49

Steuern

Gemeindesteuern 65, 103
Grundsätze der Besteuerung 95
Doppelbesteuerung 95
Kirchensteuern 94, 99
Kompetenzen 35, 94, 103
Kreis der Abgabepflichtigen 31
Kreissteuern 103
Quellensteuer 103
Steuerfuss 17, 103

Stimmrecht 9, 10

Strassen s. Verkehr

Telekommunikation 82

Umweltschutz 81, 82

Unvereinbarkeiten 22

Verantwortlichkeit s. Staatshaftung

Verantwortung, individuelle und gesellschaftliche 6

Verfassung

Anpassung der Gesetzgebung 104
beschränkte Weitergeltung des bis­herigen Rechts 103
Bundesverfassung 8
Entwürfe für Verfassungsänderungen 44
Grundrechte 7, 31, 55
Inkrafttreten, Änderungen und Auf­hebungen 102, 103
Neu- und Ersatzwahlen der Behörden und Gerichte 105
Total- und Teilrevision 12, 13, 16, 101
Übergangs- und Schlussbestimmungen 101, 106
Verfassungsgerichtsbarkeit 552
Volksinitiative 12

Verkehr. Öffentlicher 82

Verordnungen oder Beschlüsse ohne gesetzliche Grundlage48

Verträge

interkantonale 16, 17, 32, 45
internationale 16, 17, 32, 45, 58
Kompetenzen 32, 45
Volksabstimmung 16, 58

Verwaltung

Aufsicht 22, 30, 33, 47, 50, 52, 67, 74, 83, 97, 99 s. auch Aufsicht, Behörden, Kanton
Departemente 49
Leitung und Aufsicht 43
Oberaufsicht 33
Verwaltungsgericht s. Gerichte

Verwaltungsgerichtsbarkeit 55

Volksabstimmungen

Abstimmungen im Grossen Rat 28
Grundsätze 10
Initiative und Referendum 12–19, 101
Stimm- und Wahlrecht 58, 59
über Gesetze 58, 59
Variantenabstimmungen 19
Verfahren 15
s. auch Wahlen

Vollziehung

der Gesetze, Verordnungen und Beschlüsse 42
des Bundesrechts 81
des Dringlichkeitsrechts 18

Vorschlagsrecht s. Initiative

Wählbarkeit 21

Wahlbefugnisse des Volks 11

Wahlen

durch den Grossen Rat
Kantonsgericht 36
Präsidium der Regierung 36, 40
Verwaltungsgericht 36
durch die Regierung 47
Volkswahlen
Regionalgericht 11
Grosser Rat 27
National- und Ständeräte 57
Regierung 39

Wahlrecht 9, 10

Wirtschaft

Förderung 84
Wirtschaftsentwicklung 93

Zusammenarbeit

interantional 92
national 2

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