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Verfassung
von Republik und Kanton Neuenburg

Übersetzung 1

vom 24. September 2000 (Stand am 17. September 2018) 2

1 Der Text in der französischen Originalsprache findet sich unter der gleichen Nummer in der entsprechen­den Ausgabe dieser Sammlung.

2 Diese Veröffentlichung basiert auf jenen der Änderungen im Rahmen der Gewährleis-tungsbotschaften im BBl. Sie kann vorübergehend von der Veröffentlichung in der kantonalen Gesetzessammlung abweichen. Der Stand bezeichnet daher das Datum des letzten im BBl veröffentlichten Gewährleistungsbeschlusses der Bundesversammlung.

Das Volk des Kantons Neuenburg,

im Bewusstsein seiner Verantwortung gegenüber dem Menschen, der Gemeinschaft, der natürlichen Umwelt und den künftigen Generationen,

im Respekt vor der Vielfalt der Kulturen und Regionen,

im Bestreben, nach besten Kräften Freiheit, Gerechtigkeit, Frieden und Wohlstand in einer demokratischen Ordnung zu gewährleisten und ein lebendiges, geeintes, soli­darisches und weltoffenes Gemeinwesen zu schaffen,

gibt sich die folgende Verfassung:

Erster Titel: Allgemeine Bestimmungen

Art. 1  

1 Der Kan­ton Neu­en­burg ist ein de­mo­kra­ti­sches, sä­ku­la­res und so­zia­les Staats­we­sen, das die Grund­rech­te ge­währ­leis­tet.

2 Die Staats­ge­walt be­ruht auf dem Volk. Sie wird von den Stimm­be­rech­tig­ten und von den Be­hör­den in den For­men aus­ge­übt, die die­se Ver­fas­sung vor­sieht.

3 Der Kan­ton Neu­en­burg ist ein Stand der Schwei­ze­ri­schen Eid­ge­nos­sen­schaft. Er um­fasst das Ge­biet, das ihm durch die Bun­des­ver­fas­sung ge­währ­leis­tet ist.

4 Der Kan­ton ist in Ge­mein­den ge­glie­dert.3

3 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 24. Sept. 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2018. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 17. Sept. 2018 (BBl 2018 6287Art. 5 3725).

Art. 2  

Die Stadt Neu­en­burg ist der Hauptort des Kan­tons so­wie Sitz des Gros­sen Ra­tes und des Staats­ra­tes.

Art. 3  

Der Kan­ton hat fol­gen­des Wap­pen:

Zwei­mal ge­spal­ten von Grün, Sil­ber und Rot mit ei­nem schwe­ben­den sil­ber­nen Kreuz­chen im lin­ken Obe­r­eck.

Art. 4  

Amtss­pra­che des Kan­tons ist das Fran­zö­si­sche.

Art. 5  

1 Im Rah­men ih­rer Zu­stän­dig­kei­ten und in Er­gän­zung zur In­itia­ti­ve und Ver­ant­wor­tung der üb­ri­gen Ge­mein­we­sen und der Pri­vat­per­so­nen neh­men Staat und Ge­mein­den die ih­nen durch das Ge­setz über­tra­ge­nen Auf­ga­ben wahr, na­ment­lich:

a.
Schutz der Frei­heit der Per­son;
b.
Auf­recht­er­hal­tung der öf­fent­li­chen Si­cher­heit und Ord­nung;
c.
Schul- und Be­rufs­bil­dung so­wie Er­wach­se­nen­bil­dung;
d.
Auf­nah­me und In­te­gra­ti­on der Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­der so­wie Schutz der Min­der­hei­ten;
e.
För­de­rung und Schutz der Ge­sund­heit;
f.
wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung so­wie Er­hal­tung und Schaf­fung von Ar­beitsplät­zen;
g.
Gleich­ge­wicht zwi­schen den Re­gio­nen so­wie in­ter­kom­mu­na­le Zu­sam­men­ar­beit und in­ter­kom­mu­na­ler Fi­nanz­aus­gleich;
h.
so­zia­le Si­cher­heit;
i.
Woh­nungs­po­li­tik;
j.
Schutz und Ge­sun­der­hal­tung der Um­welt so­wie Land­schafts- und Hei­mat­schutz;
k.
Raum­pla­nung, Stadt­pla­nung und Bau­po­li­zei;
l.
Was­ser- und Ener­gie­ver­sor­gung, haus­häl­te­ri­scher Um­gang mit den nicht er­neu­er­ba­ren Res­sour­cen so­wie För­de­rung der Nut­zung er­neu­er­ba­rer Res­sour­cen;
m.
Ver­kehrs- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­po­li­tik, ins­be­son­de­re För­de­rung des öf­fent­li­chen Ver­kehrs;
n.
För­de­rung von Kunst und Kul­tur;
o.
Un­ter­stüt­zung von Wis­sen­schaft und For­schung;
p.
För­de­rung des Sports;
q.
in­ter­kan­to­na­le und in­ter­na­tio­na­le Zu­sam­men­ar­beit.

2 Bei der Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben und im Fall von In­ter­es­sen­kon­flik­ten ge­ben Staat und Ge­mein­den den In­ter­es­sen der künf­ti­gen Ge­ne­ra­tio­nen den Vor­rang. Sie schen­ken der nach­hal­ti­gen Ent­wick­lung so­wie der Er­hal­tung der bio­lo­gi­schen Viel­falt be­son­de­re Auf­merk­sam­keit.

Art. 6  

1 Staat und Ge­mein­den haf­ten für Schä­den, die ih­re Amts­trä­ger in Aus­übung ih­rer Tä­tig­kei­ten Drit­ten wi­der­recht­lich ver­ur­sa­chen.

2 Das Ge­setz be­stimmt, un­ter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen Staat und Ge­mein­den für Schä­den haf­ten, die ih­re Amts­trä­ger recht­mäs­sig ver­ur­sa­chen.

Zweiter Titel: Grundrechte, Sozialziele und soziale Aufgaben

1. Kapitel: Grundrechte

Art. 7  

1 Die Wür­de des Men­schen ist zu ach­ten und zu schüt­zen.

2 Fol­ter so­wie un­mensch­li­che oder er­nied­ri­gen­de Be­hand­lung sind ver­bo­ten.

Art. 8  

1 Die Rechts­gleich­heit ist ge­währ­leis­tet. Nie­mand darf dis­kri­mi­niert wer­den, na­ment­lich nicht we­gen der Her­kunft, der eth­ni­schen Zu­ge­hö­rig­keit, der Haut­far­be, des Ge­schlechts, der Spra­che, der so­zia­len Stel­lung, der Le­bens­form, der re­li­gi­ösen, welt­an­schau­li­chen oder po­li­ti­schen Über­zeu­gung oder we­gen ei­ner kör­per­li­chen, geis­ti­gen oder psy­chi­schen Be­hin­de­rung.

2 Mann und Frau sind gleich­be­rech­tigt. Sie ha­ben na­ment­lich An­spruch auf glei­che Aus­bil­dung, auf glei­chen Lohn für gleich­wer­ti­ge Ar­beit und auf gleich­be­rech­tig­ten Zu­gang zu öf­fent­li­chen Äm­tern.

Art. 9  

1 Je­de Per­son hat An­spruch dar­auf, von den Be­hör­den nach Treu und Glau­ben und oh­ne Will­kür be­han­delt zu wer­den.

2 Ver­bo­ten sind rück­wir­ken­de Ge­set­ze, die den Pri­vat­per­so­nen zu­sätz­li­che Las­ten auf­er­le­gen.

Art. 10  

1 Die per­sön­li­che Frei­heit ist ge­währ­leis­tet.

2 Ins­be­son­de­re ge­währ­leis­tet sind das Recht auf Le­ben, das Recht auf kör­per­li­che, geis­ti­ge und psy­chi­sche Un­ver­sehrt­heit so­wie die Be­we­gungs­frei­heit.

Art. 11  

1 Je­de Per­son hat An­spruch auf Ach­tung ih­res Pri­vat- und Fa­mi­li­en­le­bens, ih­rer Woh­nung so­wie ih­res Brief- und Fern­mel­de­ver­kehrs.

2 Je­de Per­son hat An­spruch auf Schutz vor Miss­brauch der sie be­tref­fen­den Da­ten. Sie kann die Da­ten ein­se­hen und ver­lan­gen, dass un­rich­ti­ge Da­ten be­rich­tigt und un­nö­ti­ge Da­ten ver­nich­tet wer­den.

3 Be­hör­den dür­fen Per­so­nen­da­ten nur be­ar­bei­ten, wenn ei­ne ge­setz­li­che Grund­la­ge be­steht und so­weit die Da­ten für die Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben not­wen­dig sind. Sie ver­ge­wis­sern sich, dass die Da­ten vor Miss­brauch ge­schützt sind.

Art. 12  

1 Das Recht auf Ehe ist ge­währ­leis­tet.

2 Die freie Wahl ei­ner an­de­ren Form des ge­mein­schaft­li­chen Zu­sam­men­le­bens ist an­er­kannt.

Art. 13  

Wer in Not ist, hat An­spruch auf ein Ob­dach, auf die not­wen­di­ge me­di­zi­ni­sche Ver­sor­gung und auf die Mit­tel, die für ein men­schen­wür­di­ges Da­sein un­er­läss­lich sind.

Art. 14  

1 Je­des Kind hat An­spruch auf Schutz und Be­treu­ung.

2 Je­des Kind hat im Rah­men der Pflicht zum Be­such der öf­fent­li­chen Schu­le An­spruch auf ei­ne un­ent­gelt­li­che Schul­bil­dung, die sei­nen Fä­hig­kei­ten ent­spricht.

Art. 15  

Die freie Wahl des Wohn­sit­zes und des Auf­ent­halts­or­tes ist ge­währ­leis­tet.

Art. 16  

1 Je­de Per­son hat das Recht, ih­re Re­li­gi­on und ih­re welt­an­schau­li­che Über­zeu­gung frei zu wäh­len und al­lein oder in Ge­mein­schaft mit an­de­ren zu be­ken­nen.

2 Je­de Per­son hat das Recht, ei­ner Re­li­gi­ons­ge­mein­schaft an­zu­ge­hö­ren und ei­ne re­li­gi­öse Hand­lung vor­zu­neh­men oder re­li­gi­ösem Un­ter­richt zu fol­gen. Nie­mand darf da­zu ge­zwun­gen wer­den.

Art. 17  

1 Je­de Per­son hat das Recht, ih­re Mei­nung frei zu bil­den, sie un­ge­hin­dert zu äus­sern und in Wort, Schrift, Bild, Ge­bär­de oder auf an­de­re Wei­se zu ver­brei­ten.

2 Je­de Per­son hat das Recht, In­for­ma­tio­nen frei zu emp­fan­gen, aus all­ge­mein zu­gäng­li­chen Quel­len zu be­schaf­fen und zu ver­brei­ten.

3 Zen­sur ist ver­bo­ten.

Art. 18  

Je­de Per­son hat ein Recht auf Ein­sicht in amt­li­che Ak­ten, so­weit kein über­wie­gen­des öf­fent­li­ches oder pri­va­tes In­ter­es­se ent­ge­gen­steht. Das Ge­setz re­gelt die­ses Ein­sichts­recht.

Art. 19  

Je­de Per­son hat das Recht, Ver­ei­ni­gun­gen zu bil­den, Ver­ei­ni­gun­gen an­zu­ge­hö­ren und sich an den Tä­tig­kei­ten von Ver­ei­ni­gun­gen zu be­tei­li­gen. Nie­mand darf da­zu ge­zwun­gen wer­den.

Art. 20  

1 Je­de Per­son hat das Recht, Ver­samm­lun­gen und Kund­ge­bun­gen zu or­ga­ni­sie­ren und an sol­chen teil­zu­neh­men. Nie­mand darf da­zu ge­zwun­gen wer­den.

2 Ver­samm­lun­gen und Kund­ge­bun­gen auf öf­fent­li­chem Grund kön­nen durch Ge­setz oder Ge­mein­de­re­gle­ment be­wil­li­gungs­pflich­tig er­klärt wer­den.

Art. 21  

1 Je­de Per­son hat das Recht, Pe­ti­tio­nen an Be­hör­den zu rich­ten und da­für Un­ter­schrif­ten zu sam­meln.

2 Die ge­setz­ge­ben­den und die voll­zie­hen­den Be­hör­den müs­sen Pe­ti­tio­nen in­halt­lich prü­fen und sie so bald wie mög­lich be­ant­wor­ten.

Art. 22  

Die Frei­heit des Un­ter­richts und die Frei­heit der wis­sen­schaft­li­chen For­schung sind ge­währ­leis­tet.

Art. 23  

Die Frei­heit des künst­le­ri­schen Aus­drucks ist ge­währ­leis­tet.

Art. 24  

Die Spra­chen­frei­heit ist ge­währ­leis­tet.

Art. 25  

1 Das Ei­gen­tum ist ge­währ­leis­tet.

2 Ent­eig­nun­gen und Ei­gen­tums­be­schrän­kun­gen, die ei­ner Ent­eig­nung gleich­kom­men, sind voll zu ent­schä­di­gen.

Art. 26  

1 Die Wirt­schafts­frei­heit ist ge­währ­leis­tet.

2 Ins­be­son­de­re ge­währ­leis­tet sind die freie Wahl des Be­rufs und des Ar­beits­plat­zes so­wie die freie wirt­schaft­li­che Be­tä­ti­gung.

Art. 27  

1 Die Ar­beit­neh­me­rin­nen und Ar­beit­neh­mer, die Ar­beit­ge­be­rin­nen und Ar­beit­ge­ber so­wie ih­re Or­ga­ni­sa­tio­nen ha­ben das Recht, sich zum Schutz ih­rer In­ter­es­sen zu­sam­men­zu­sch­lies­sen, Ver­ei­ni­gun­gen zu bil­den und sol­chen bei­zu­tre­ten. Sie dür­fen nicht da­zu ge­zwun­gen wer­den.

2 Kol­lek­ti­ve Ar­beits­kon­flik­te sind nach Mög­lich­keit durch Ver­hand­lung oder Ver­mitt­lung bei­zu­le­gen.

3 Das Recht auf Streik und das Recht auf Aus­sper­rung sind ge­währ­leis­tet, wenn sie die Ar­beits­be­zie­hun­gen be­tref­fen und wenn kei­ne Ver­pflich­tun­gen ent­ge­gen­ste­hen, den Ar­beits­frie­den zu wah­ren oder Schlich­tungs­ver­hand­lun­gen zu füh­ren. Das Ge­setz kann die Aus­übung die­ser Rech­te re­geln; es kann be­stimm­ten Ka­te­go­ri­en von Per­so­nen, na­ment­lich im öf­fent­li­chen Sek­tor, das Recht auf Streik ein­schrän­ken oder den Streik ver­bie­ten.

Art. 28  

1 Je­de Per­son hat in Ge­richts- und Ver­wal­tungs­ver­fah­ren An­spruch auf glei­che und ge­rech­te Be­hand­lung so­wie auf einen Ent­scheid in­nert an­ge­mes­se­ner Frist.

2 Die Par­tei­en ha­ben in al­len Ver­fah­ren An­spruch auf recht­li­ches Ge­hör, auf Ak­ten­ein­sicht und auf einen be­grün­de­ten Ent­scheid.

3 Min­der­be­mit­tel­te ha­ben An­spruch auf un­ent­gelt­li­che Rechts­pfle­ge; das Ge­setz re­gelt die Vor­aus­set­zun­gen.

Art. 29  

Je­de Per­son, de­ren Sa­che in ei­nem ge­richt­li­chen Ver­fah­ren be­ur­teilt wer­den muss, hat An­spruch auf ein durch Ge­setz ge­schaf­fe­nes, zu­stän­di­ges, un­ab­hän­gi­ges und un­par­tei­isches Ge­richt. Vor­be­hält­lich der im Ge­setz ge­re­gel­ten Aus­nah­men sind Ge­richts­ver­hand­lung und Ur­teils­ver­kün­dung öf­fent­lich.

Art. 30  

1 Die Frei­heit darf ei­ner Per­son nur in den vom Ge­setz vor­ge­se­he­nen Fäl­len und nur auf die im Ge­setz vor­ge­schrie­be­ne Wei­se ent­zo­gen wer­den.

2 Je­de Per­son, der die Frei­heit ent­zo­gen wird, muss un­ver­züg­lich und in ei­ner ihr ver­ständ­li­chen Spra­che über die Grün­de des Frei­heits­ent­zugs und über die ihr zu­ste­hen­den Rech­te un­ter­rich­tet wer­den.

3 Je­de po­li­zei­lich fest­ge­nom­me­ne Per­son muss un­ver­züg­lich ei­ner rich­ter­li­chen In­stanz vor­ge­führt wer­den. Hält die­se die Un­ter­su­chungs­haft auf­recht, so hat die in­haf­tier­te Per­son An­spruch auf ein Ur­teil in­nert an­ge­mes­se­ner Frist oder auf Frei­las­sung.

4 Je­de Per­son, der die Frei­heit ent­zo­gen wird, hat An­spruch dar­auf, die Recht­mäs­sig­keit des Frei­heits­ent­zugs in ei­nem ein­fa­chen und ra­schen ge­richt­li­chen Ver­fah­ren über­prü­fen zu las­sen.

5 Er­weist sich der Frei­heits­ent­zug als wi­der­recht­lich oder un­ge­recht­fer­tigt, so er­setzt der Staat den er­lit­te­nen Scha­den.

Art. 31  

1 Je­de Per­son gilt bis zur rechts­kräf­ti­gen Ver­ur­tei­lung als un­schul­dig.

2 Nie­mand darf we­gen ei­ner Hand­lung oder Un­ter­las­sung, die zur Zeit ih­rer Be­ge­hung nicht straf­bar war, ver­ur­teilt wer­den; nie­mand darf we­gen ei­ner Straf­tat ver­folgt oder be­straft wer­den, für die er be­reits auf Grund ei­nes rechts­kräf­ti­gen Ur­teils frei­ge­spro­chen oder ver­ur­teilt wor­den ist.

3 Je­de an­ge­klag­te Per­son hat An­spruch dar­auf, mög­lichst rasch, um­fas­send und in ei­ner ihr ver­ständ­li­chen Spra­che über die ge­gen sie er­ho­be­nen Be­schul­di­gun­gen und die ihr zu­ste­hen­den Rech­te un­ter­rich­tet zu wer­den.

Art. 32  

1 Die Grund­rech­te müs­sen in der gan­zen Rechts­ord­nung zur Gel­tung kom­men.

2 Wer öf­fent­li­che Auf­ga­ben wahr­nimmt, ist an die Grund­rech­te ge­bun­den.

Art. 33  

1 Ein­schrän­kun­gen von Grund­rech­ten be­dür­fen ei­ner ge­setz­li­chen Grund­la­ge; sie müs­sen durch ein über­wie­gen­des öf­fent­li­ches In­ter­es­se oder durch den Schutz von Grund­rech­ten Drit­ter ge­recht­fer­tigt sein; sie müs­sen ver­hält­nis­mäs­sig sein.

2 Schwer wie­gen­de Ein­schrän­kun­gen von Grund­rech­ten müs­sen im Ge­setz selbst vor­ge­se­hen sein. Aus­ge­nom­men sind Ein­schrän­kun­gen bei erns­ten und un­mit­tel­ba­ren Ge­fah­ren oder Un­ru­hen.

3 Der Kern­ge­halt der Grund­rech­te ist un­an­tast­bar.

2. Kapitel: Sozialziele und soziale Aufgaben

Art. 34  

1 Im Rah­men ih­rer Zu­stän­dig­kei­ten und in Er­gän­zung zur In­itia­ti­ve und Ver­ant­wor­tung der üb­ri­gen Ge­mein­we­sen und der Pri­vat­per­so­nen er­grei­fen Staat und Ge­mein­den Mass­nah­men, die es je­der Per­son er­mög­li­chen:

a.
sich nach ih­ren Fä­hig­kei­ten und Nei­gun­gen zu bil­den und wei­ter­zu­bil­den;
b.
den Le­bens­un­ter­halt für sich und ih­re Fa­mi­lie durch ei­ne ge­eig­ne­te Ar­beit zu be­strei­ten und vor den Fol­gen von Ar­beits­lo­sig­keit ge­schützt zu sein;
c.
ei­ne an­ge­mes­se­ne Woh­nung zu trag­ba­ren Be­din­gun­gen zu fin­den;
d.
die not­wen­di­ge Hil­fe zu er­hal­ten, wenn sie in Not ist, na­ment­lich we­gen Al­ter, Krank­heit oder ei­ner kör­per­li­chen, geis­ti­gen oder psy­chi­schen Be­hin­de­rung.

2 Staat und Ge­mein­den tra­gen den In­ter­es­sen der Fa­mi­lie Rech­nung. Sie sor­gen ins­be­son­de­re für die Schaf­fung von Vor­aus­set­zun­gen, wel­che die El­tern­schaft för­dern und es na­ment­lich er­lau­ben, Fa­mi­lie und Be­ruf mit­ein­an­der zu ver­bin­den.

Art. 34a4  

Der Staat führt in al­len Be­rei­chen wirt­schaft­li­chen Han­delns einen kan­to­na­len Min­dest­lohn ein. Er trägt da­bei den ver­schie­de­nen Wirt­schafts­be­rei­chen so­wie den in den Ge­samt­ar­beits­ver­trä­gen fest­ge­leg­ten Löh­nen Rech­nung, da­mit je­de Per­son, die ei­ne ent­löhn­te Tä­tig­keit aus­übt, über einen Lohn ver­fügt, der ihr ei­ne wür­di­ge Le­bens­füh­rung ga­ran­tiert.

4 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 27. Nov. 2011, in Kraft seit 1. Jan. 2012. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 11. März 2013 (BBl 2013 2617Art. 1 Ziff. 6, 2012 8513).

Art. 35  
Staat und Ge­mein­den er­grei­fen Mass­nah­men zur För­de­rung der tat­säch­li­chen Gleich­stel­lung von Frau und Mann.
Art. 36  
Staat und Ge­mein­den er­grei­fen Mass­nah­men, um die Nach­tei­le, de­nen Be­hin­der­te aus­ge­setzt sind, aus­zu­glei­chen und de­ren wirt­schaft­li­che und so­zia­le In­te­gra­ti­on zu för­dern.

Dritter Titel: Das Volk

Art. 37  

1 Das Stimm­recht in kan­to­na­len An­ge­le­gen­hei­ten steht fol­gen­den Per­so­nen zu, so­fern sie das 18. Al­ters­jahr zu­rück­ge­legt ha­ben und nicht we­gen Geis­tes­krank­heit oder Geis­tes­schwä­che ent­mün­digt sind:

a.
den Schwei­ze­rin­nen und Schwei­zern, die im Kan­ton woh­nen;
b.
den Aus­land­schwei­ze­rin­nen und Aus­land­schwei­zern, die nach der Bun­des­ge­setz­ge­bung im Stimm­re­gis­ter ei­ner Ge­mein­de des Kan­tons ein­ge­tra­gen sind;
c.
den Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­dern so­wie den Staa­ten­lo­sen, die über ei­ne Nie­der­las­sungs­be­wil­li­gung nach der Bun­des­ge­setz­ge­bung ver­fü­gen und seit min­des­tens fünf Jah­ren im Kan­ton woh­nen.

2 Das Ge­setz kann ein Ver­fah­ren vor­se­hen, das ent­mün­dig­ten Per­so­nen er­laubt, ih­re Ur­teils­fä­hig­keit nach­zu­wei­sen und das Stimm­recht wie­der­zu­er­lan­gen.

Art. 38  

Die Stimm­be­rech­tig­ten wäh­len die Mit­glie­der des Gros­sen Ra­tes und die Mit­glie­der des Staats­ra­tes.

Art. 39  

1 Die Stimm­be­rech­tig­ten wäh­len die De­pu­ta­ti­on des Kan­tons im Stän­de­rat.

2 Das Kan­tons­ge­biet bil­det einen ein­zi­gen Wahl­kreis. Die Wahl wird nach dem Pro­porz­wahl­sys­tem durch­ge­führt. Wähl­bar sind die stimm­be­rech­tig­ten Schwei­ze­rin­nen und Schwei­zer.5

3 Die Wahl fin­det gleich­zei­tig mit der­je­ni­gen für die De­pu­ta­ti­on im Na­tio­nal­rat statt.6

4 Das Ge­setz re­gelt das Wahl­ver­fah­ren.7

5 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 26. Sept. 2010, in Kraft seit 20. April 2011. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 29. Sept. 2011 (BBl 2011 7619Art. 1 Ziff. 8 4467).

6 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 26. Sept. 2010, in Kraft seit 20. April 2011. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 29. Sept. 2011 (BBl 2011 7619Art. 1 Ziff. 8 4467).

7 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 26. Sept. 2010, in Kraft seit 20. April 2011. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 29. Sept. 2011 (BBl 2011 7619Art. 1 Ziff. 8 4467).

Art. 40  
1 4500 Stimm­be­rech­tig­te kön­nen ei­ne Volks­i­ni­tia­ti­ve er­grei­fen; ih­re Un­ter­schrif­ten müs­sen in­nert sechs Mo­na­ten ge­sam­melt wer­den.8

2 Die In­itia­ti­ve rich­tet sich an den Gros­sen Rat. Sie kann die An­nah­me, die Än­de­rung oder die Auf­he­bung ei­nes Gross­rats­be­schlus­ses ver­lan­gen, der nach Ar­ti­kel 42 Ab­satz 3 Buch­sta­ben a−c dem fa­kul­ta­ti­ven Re­fe­ren­dum un­ter­steht.

3 Die In­itia­ti­ve kann die Form des aus­ge­ar­bei­te­ten Ent­wurfs oder der all­ge­mei­nen An­re­gung ha­ben. Sie muss die Ein­heit der Ma­te­rie wah­ren.

4 Vor­be­hal­ten blei­ben die Be­stim­mun­gen über die Ver­fas­sungs­re­vi­si­on.

8 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 17. Ju­ni 2007, in Kraft seit 15. Aug. 2007. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 12. Ju­ni 2008 (BBl 2008 5787Art. 1 Ziff. 4 1417).

Art. 41  

100 Stimm­be­rech­tig­te kön­nen dem Gros­sen Rat ei­ne Volks­mo­ti­on ein­rei­chen. Die­ser be­han­delt sol­che Mo­tio­nen wie In­itia­ti­ven sei­ner Mit­glie­der.

Art. 42  

1 4500 Stimm­be­rech­tig­te kön­nen ei­ne Volks­ab­stim­mung ver­lan­gen; ih­re Un­ter­schrif­ten müs­sen in­nert neun­zig Ta­gen seit Pu­bli­ka­ti­on des be­kämpf­ten Be­schlus­ses ge­sam­melt wer­den.9

2 Das Be­geh­ren ei­ner Volks­ab­stim­mung ist in­nert zwan­zig Ta­gen seit Pu­bli­ka­ti­on des be­kämpf­ten Be­schlus­ses an­zu­kün­di­gen; das Ge­setz re­gelt das Ver­fah­ren der An­kün­di­gung.10

3 Die Volks­ab­stim­mung kann für einen der fol­gen­den Be­schlüs­se des Gros­sen Ra­tes ver­langt wer­den:

a.
Ge­set­ze;
b.
Aus­ga­ben­be­schlüs­se;
c.
Be­schlüs­se, mit de­nen der Gros­se Rat der Bun­des­ver­samm­lung ei­ne Stan­des­i­ni­tia­ti­ve un­ter­brei­tet;
d.
Stel­lung­nah­men des Gros­sen Ra­tes zu­han­den der Bun­des­be­hör­den be­tref­fend die Er­rich­tung ei­ner Ato­man­la­ge;
e.
Ge­neh­mi­gungs­be­schlüs­se für in­ter­na­tio­na­le oder in­ter­kan­to­na­le Ver­trä­ge, de­ren In­halt ei­nem der in den Buch­sta­ben a und b er­wähn­ten Be­schlüs­se gleich­kommt;
f.
Ge­neh­mi­gungs­be­schlüs­se für Kon­kor­da­te mit den Kir­chen oder an­de­ren an­er­kann­ten Re­li­gi­ons­ge­mein­schaf­ten;
g.11
wei­te­re Be­schlüs­se des Gros­sen Ra­tes, wenn 30 sei­ner Mit­glie­der es ver­lan­gen.12

4 Nicht dem Re­fe­ren­dum un­ter­ste­hen der Vor­an­schlag, die Staats­rech­nung, Wahlen, Amnes­ti­en, Be­gna­di­gun­gen, Be­schlüs­se rich­ter­li­cher Na­tur und Ver­fah­rens­be­schlüs­se.13

9 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 17. Ju­ni 2007, in Kraft seit 15. Aug. 2007. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 12. Ju­ni 2008 (BBl 2008 5787Art. 1 Ziff. 4 1417).

10 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 17. Ju­ni 2007, in Kraft seit 15. Aug. 2007. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 12. Ju­ni 2008 (BBl 2008 5787Art. 1 Ziff. 4 1417).

11 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 24. Sept. 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2018. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 17. Sept. 2018 (BBl 2018 6287Art. 5 3725).

12 Ur­sprüng­lich: Abs. 2

13 Ur­sprüng­lich: Abs. 3

Art. 43  

1 Ge­set­ze, de­ren In­kraft­tre­ten kei­nen Auf­schub dul­det, kön­nen mit Zwei­drit­tel­mehr­heit der ab­stim­men­den Mit­glie­der des Gros­sen Ra­tes dring­lich er­klärt wer­den. Sol­che Ge­set­ze kön­nen so­fort in Kraft ge­setzt wer­den. Sie sind zu be­fris­ten.

2 Wird zu ei­nem dring­lich er­klär­ten Ge­setz die Volks­ab­stim­mung ver­langt, so tritt die­ses ein Jahr nach sei­nem In­kraft­tre­ten aus­ser Kraft, wenn es nicht in­ner­halb die­ser Frist vom Volk an­ge­nom­men wird. Das hin­fäl­lig ge­wor­de­ne Ge­setz kann nicht im Dring­lich­keits­ver­fah­ren er­neu­ert wer­den.

Art. 44  

1 Von Rechts we­gen un­ter­ste­hen der Volks­ab­stim­mung:

a.
Volks­i­ni­tia­ti­ven, die der Gros­se Rat ab­lehnt; er kann ih­nen einen Ge­gen­ent­wurf ge­gen­über­stel­len;
b.
Än­de­run­gen des Kan­tons­ge­biets;
c.
Ge­neh­mi­gungs­be­schlüs­se für in­ter­na­tio­na­le oder in­ter­kan­to­na­le Ver­trä­ge, de­ren In­halt ei­ner Ver­fas­sungs­re­vi­si­on gleich­kommt.

2 Vor­be­hal­ten blei­ben die Be­stim­mun­gen über die Ver­fas­sungs­re­vi­si­on.

Art. 45  

Vor Volks­ab­stim­mun­gen in­for­mie­ren die Be­hör­den in aus­rei­chen­der und ob­jek­ti­ver Wei­se über die Ab­stim­mungs­vor­la­gen.

Vierter Titel: Behörden

1. Kapitel: Allgemeines

Art. 46  

1 Die kan­to­na­len Be­hör­den sind der Gros­se Rat, der Staats­rat und die rich­ter­li­chen Be­hör­den. Ih­re Or­ga­ni­sa­ti­on rich­tet sich nach dem Grund­­satz der Ge­wal­ten­tei­lung.

2 Bei der Aus­übung ih­res Am­tes sind die rich­ter­li­chen Be­hör­den un­ab­hän­gig vom Gros­sen Rat und vom Staats­rat.

Art. 47  

In die kan­to­na­len Be­hör­den kön­nen die stimm­be­rech­tig­ten Schwei­ze­rin­nen und Schwei­zer ge­wählt wer­den. Das Ge­setz kann die Wähl­bar­keit für die rich­ter­li­chen Be­hör­den auf Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­der aus­deh­nen. Es kann auch be­stim­men, dass Per­so­nen, die in ei­nem an­de­ren Kan­ton woh­nen, in den Staats­rat und in die rich­ter­li­chen Be­hör­den ge­wählt wer­den kön­nen.

Art. 48  

1 Nie­mand darf gleich­zei­tig dem Gros­sen Rat, dem Staats­rat oder ei­ner rich­ter­li­chen Be­hör­de an­ge­hö­ren. Je­doch kön­nen nicht­stän­di­ge Mit­­glie­der ei­ner rich­ter­li­chen Be­hör­de dem Gros­sen Rat an­ge­hö­ren.

2 Die Mit­glie­der des Per­so­nals der kan­to­na­len Ver­wal­tung dür­fen nicht gleich­zei­tig dem Staats­rat oder, vor­be­hält­lich ge­setz­lich fest­ge­leg­ter Aus­nah­men, ei­ner rich­ter­li­chen Be­hör­de an­ge­hö­ren. Sie dür­fen dem Gros­sen Rat an­ge­hö­ren; aus­ge­nom­men sind Mit­glie­der des Ka­ders, das Per­so­nal mit Ent­scheid- oder Po­li­zei­be­fug­nis­sen, das Per­so­nal der rich­ter­li­chen Be­hör­den und der Diens­te des Gros­sen Ra­tes so­wie die engs­ten Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter des Staats­ra­tes und der Staats­kanz­lei; das Ge­setz um­schreibt die­se Ka­te­go­ri­en.

3 Das Ge­setz kann wei­te­re Un­ver­ein­bar­kei­ten vor­se­hen.

Art. 49  

1 Die Mit­glie­der der kan­to­na­len Be­hör­den so­wie das Per­so­nal der kan­to­na­len Ver­wal­tung müs­sen bei Ge­schäf­ten, die sie per­sön­lich be­tref­fen, in den Aus­stand tre­ten.

2 Das Ge­setz re­gelt zu­dem die Aus­stands­pflicht in Ge­richts- und Ver­wal­tungs­ver­fah­ren.

Art. 50  

1 Die Mit­glie­der des Gros­sen Ra­tes und des Staats­ra­tes kön­nen we­gen ih­rer Äus­se­run­gen im Gros­sen Rat oder in des­sen Or­ga­nen nicht ver­folgt wer­den.

2 Das Ge­setz kann zu­dem be­son­de­re Be­stim­mun­gen über die straf­recht­li­che Ver­fol­gung der Mit­glie­der des Staats­ra­tes und der hö­he­ren Ge­rich­te vor­se­hen.

Art. 51  

Die kan­to­na­len Be­hör­den müs­sen die Öf­fent­lich­keit aus­rei­chend über ih­re Tä­tig­keit in­for­mie­ren.

2. Kapitel: Grosser Rat

A. Zusammensetzung

Art. 52  

1 Die ge­setz­ge­ben­de Ge­walt ist ei­nem aus 100 Mit­glie­dern be­ste­hen­den Gros­sen Rat über­tra­gen.14

2 Der Gros­se Rat wird vom Volk nach dem Ver­hält­nis­wahl­ver­fah­ren ge­wählt. Wahl­kreis ist der Kan­ton. Das Ge­setz sorgt für ei­ne aus­ge­wo­ge­ne Ver­tre­tung der ver­schie­de­nen Re­gio­nen des Kan­tons.15

3 Das Ge­setz kann die Ver­tre­tung ver­hin­der­ter Rats­mit­glie­der re­geln.

14 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 24. Sept. 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2018. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 17. Sept. 2018 (BBl 2018 6287Art. 5 3725).

15 Zwei­ter und drit­ter Satz an­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 24. Sept. 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2018. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 17. Sept. 2018 (BBl 2018 6287Art. 5 3725).

Art. 53  

Der Gros­se Rat wird auf vier Jah­re ge­wählt; al­le vier Jah­re fin­det ei­ne Ge­sam­ter­neue­rung statt. Die Mit­glie­der des Gros­sen Ra­tes sind wie­der­wähl­bar. Die Le­gis­la­tur en­det, so­bald der neu ge­wähl­te Gros­se Rat sich kon­sti­tu­iert.

Art. 54  

Die Mit­glie­der des Gros­sen Ra­tes be­ra­ten und stim­men oh­ne Wei­sun­gen.

B. Zuständigkeiten

Art. 55  

Der Gros­se Rat er­lässt die Ge­set­ze.

Art. 56  
1 Der Gros­se Rat ge­neh­migt die in­ter­na­tio­na­len und in­ter­kan­to­na­len Ver­trä­ge, die nicht in die aus­sch­liess­li­che Zu­stän­dig­keit des Staats­ra­tes fal­len.
2 Er kann den Staats­rat auf­for­dern, Ver­trags­ver­hand­lun­gen auf­zu­neh­men oder einen be­ste­hen­den Ver­trag zu kün­di­gen.
Art. 57  

1 Der Gros­se Rat setzt den Vor­an­schlag fest und ge­neh­migt die Staats­rech­nung. Er be­wil­ligt An­lei­henund legt den Rah­men der Neu­ver­schul­dung fest.

2 Er be­schliesst über Aus­ga­ben und be­wil­ligt den Kauf oder den Ver­kauf öf­fent­li­cher Grund­stücke; aus­ge­nom­men sind Fäl­le, die in die aus­schliess­li­che Zu­stän­dig­keit des Staats­ra­tes fal­len.

3 Ge­set­ze und De­kre­te, die neue be­deu­ten­de Aus­ga­ben für den Kan­ton oder ei­ne be­deu­ten­de Ver­rin­ge­rung oder Er­hö­hung der Steuer­ein­nah­men nach sich zie­hen, müs­sen mit ei­ner Mehr­heit von drei Fünf­teln der Mit­glie­der des Gros­sen Ra­tes be­schlos­sen wer­den. Das Ge­setz um­schreibt die Be­grif­fe «neue be­deu­ten­de Aus­ga­be» so­wie «be­deu­ten­de Ver­rin­ge­rung und Er­hö­hung der Steuer­ein­nah­men».16

3bis Eben­falls mit ei­ner Mehr­heit von drei Fünf­teln der Mit­glie­der des Gros­sen Ra­tes be­schlos­sen wer­den müs­sen Ge­set­ze und De­kre­te, die be­deu­ten­de Ein­spa­run­gen für den Kan­ton zur Fol­ge ha­ben, wenn sie im Hin­blick auf die Ein­hal­tung der ge­setz­li­chen Be­stim­mun­gen über die Be­gren­zung der Ver­schul­dung an­ge­nom­men wer­den. Das Ge­setz um­schreibt den Be­griff der «be­deu­ten­den Ein­spa­rung».17

4 Die glei­che Mehr­heit ist not­wen­dig für die An­nah­me ei­nes jähr­li­chen Bud­gets, das den ge­setz­li­chen Be­stim­mun­gen über die Be­gren­zung der Ver­schul­dung wi­der­spricht.18

16 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 5. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Ju­li 2005. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 12. Ju­ni 2006 (BBl 2006 6127Art. 1 Ziff. 6 2813).

17 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 17. Ju­ni 2012, in Kraft seit 1. Sept. 2012. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 23. Sept. 2013 (BBl 2013 7827Art. 1 Ziff. 6 3931).

18 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 5. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Ju­li 2005. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 12. Ju­ni 2006 (BBl 2006 6127Art. 1 Ziff. 6 2813).

Art. 58  

Der Gros­se Rat übt die Pla­nungs­be­fug­nis­se aus, die das Ge­setz ihm über­trägt.

Art. 5919  

1 Der Gros­se Rat übt die Ober­auf­sicht über die Tä­tig­keit des Staats­ra­tes und der Ver­wal­tung aus.

2 Er übt auch die Ober­auf­sicht über die Ge­schäfts­füh­rung der rich­ter­li­chen Be­hör­den aus.

19 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 17. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 12. Ju­ni 2008 (BBl 2008 5787Art. 1 Ziff. 4 1417)

Art. 60  

Der Gros­se Rat wählt die Mit­glie­der der rich­ter­li­chen Be­hör­den; vor­be­hal­ten blei­ben die im Ge­setz vor­ge­se­he­nen Aus­nah­men.

Art. 61  

1 Der Gros­se Rat:

a.
übt die Mit­wir­kungs­rech­te aus, die das Bun­des­recht den Kan­to­nen ein­räumt;
b.
gibt die in der Bun­des­ge­setz­ge­bung vor­ge­se­he­ne Stel­lung­nah­me des Kan­tons be­tref­fend die Er­rich­tung ei­ner Ato­man­la­ge ab;
c.
kann bei an­de­ren Ver­nehm­las­sun­gen auf Bun­des­ebe­ne Stel­lung neh­men;
d.
be­han­delt Volks­i­ni­tia­ti­ven und ent­schei­det ins­be­son­de­re über de­ren ma­te­ri­el­le Gül­tig­keit;
e.
ge­neh­migt Kon­kor­da­te mit den Kir­chen oder an­de­ren an­er­kann­ten Re­li­gi­ons­ge­mein­schaf­ten;
f.
be­schliesst über Amnes­tie und Be­gna­di­gun­gen;
g.
ent­schei­det Zu­stän­dig­keits­kon­flik­te zwi­schen kan­to­na­len Be­hör­den;
h.
er­füllt die üb­ri­gen Auf­ga­ben, die ihm die Ge­set­ze über­tra­gen.

2 Er nimmt fer­ner die­je­ni­gen staat­li­chen Auf­ga­ben wahr, die nicht ei­ner an­de­ren kan­to­na­len Be­hör­de über­tra­gen sind.

C. Organisation

Art. 62  

1 Der Gros­se Rat ver­sam­melt sich von Rechts we­gen vier­mal jähr­lich. Das Ge­setz kann wei­te­re Ses­sio­nen vor­se­hen.

2 Der Gros­se Rat ver­sam­melt sich auch auf An­trag von 30 Gross­rats­mit­glie­dern oder auf Ein­la­dung des Staats­ra­tes.20

20 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 24. Sept. 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2018. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 17. Sept. 2018 (BBl 2018 6287Art. 5 3725).

Art. 63  

1 Der Gros­se Rat wählt jähr­lich ei­ne Prä­si­den­tin oder einen Prä­si­den­ten und bil­det ein Bü­ro.

2 Die Mit­glie­der des Gros­sen Ra­tes kön­nen Frak­tio­nen bil­den.

3 Der Gros­se Rat kann aus sei­ner Mit­te Kom­mis­sio­nen schaf­fen, die ent­spre­chend der Grös­se der Frak­tio­nen zu­sam­men­ge­setzt sind; Auf­ga­be der Kom­mis­sio­nen ist ins­be­son­de­re die Vor­be­rei­tung der Be­ra­tun­gen des Gros­sen Ra­tes.

Art. 64  

1 Je­dem Mit­glied des Gros­sen Ra­tes so­wie dem Bü­ro, den Frak­tio­nen und den Kom­mis­sio­nen steht das In­itia­tivrecht zu.

2 Das In­itia­tivrecht steht auch dem Staats­rat so­wie je­der Ge­mein­de zu.

3 Vor­be­hal­ten blei­ben die Be­stim­mun­gen über die Volks­i­ni­tia­ti­ve und die Volks­mo­ti­on.

Art. 65  

Die Be­ra­tun­gen des Gros­sen Ra­tes sind öf­fent­lich. Das Ge­setz re­gelt die Aus­nah­men.

3. Kapitel: Staatsrat

A. Zusammensetzung

Art. 66  

1 Die Re­gie­rungs- und Exe­ku­tiv­ge­walt ist ei­nem aus fünf Mit­glie­dern be­ste­hen­den Staats­rat über­tra­gen.

2 Der Staats­rat wird nach dem Mehr­heits­wahl­ver­fah­ren in zwei Wahl­gän­gen vom Volk ge­wählt. Das Pa­na­schie­ren ist ge­stat­tet. Das Kan­tons­ge­biet bil­det einen ein­zi­gen Wahl­kreis.

Art. 67  

Der Staats­rat wird gleich­zei­tig wie der Gros­se Rat auf vier Jah­re ge­wählt; al­le vier Jah­re fin­det ei­ne Ge­sam­ter­neue­rung statt. Vor­be­hal­ten blei­ben Er­satz­wah­len im Fal­le ei­ner Va­kanz wäh­rend der Vier­jah­res­pe­ri­ode. Die Mit­glie­der des Staats­ra­tes sind wie­der­wähl­bar.

B. Zuständigkeiten

Art. 68  

Der Staats­rat führt die Po­li­tik des Kan­tons; vor­be­hal­ten blei­ben die Zu­stän­dig­kei­ten des Gros­sen Ra­tes und des Vol­kes.

Art. 69  

1 Der Staats­rat er­ar­bei­tet in der Re­gel die Ent­wür­fe zu Ge­set­zen.

2 Er er­lässt Ver­ord­nun­gen im Rah­men der Ver­fas­sung und der Ge­set­ze.

Art. 70  

1 Der Staats­rat han­delt in­ter­na­tio­na­le und in­ter­kan­to­na­le Ver­trä­ge aus, schliesst sol­che ab und ra­ti­fi­ziert sie.

2 Die Ge­neh­mi­gung des Gros­sen Ra­tes bleibt vor­be­hal­ten, es sei denn, dass ein Ge­setz oder ein vom Gros­sen Rat ge­neh­mig­ter Ver­trag et­was an­de­res be­stimmt.

3 Der Staats­rat un­ter­rich­tet den Gros­sen Rat recht­zei­tig über sei­ne aus­sen­po­li­ti­schen Vor­ha­ben, na­ment­lich über Ver­trä­ge, die er ab­zu­schlies­sen ge­denkt. Das Ge­setz be­stimmt, in wel­chen Fäl­len er den Gros­sen Rat oder ei­ne von des­sen Kom­mis­sio­nen zu kon­sul­tie­ren hat.

Art. 71  

1 Der Staats­rat ent­wirft den Vor­an­schlag und legt die Staats­rech­nung vor.

2 Er be­schliesst über Aus­ga­ben so­wie über den Kauf oder den Ver­kauf öf­fent­li­cher Grund­stücke in­ner­halb der vom Ge­setz fest­ge­leg­ten Gren­zen.

Art. 72  

Der Staats­rat sorgt für die kor­rek­te An­wen­dung des kan­to­na­len Rechts so­wie für die­je­ni­ge des Bun­des­rechts, so­weit sie dem Kan­ton ob­liegt.

Art. 73  

Der Staats­rat übt die Auf­sicht über die Ge­mein­den aus.

Art. 74  

Der Staats­rat:

a.
be­rei­tet in der Re­gel die Be­ra­tun­gen des Gros­sen Ra­tes vor;
b.
ver­tritt den Kan­ton nach aus­sen;
c.
be­ant­wor­tet Ver­nehm­las­sun­gen auf Bun­des­ebe­ne und be­rück­sich­tigt da­bei all­fäl­li­ge Stel­lung­nah­men des Gros­sen Ra­tes;
d.
schliesst un­ter Vor­be­halt der Ge­neh­mi­gung des Gros­sen Ra­tes Kon­kor­da­te mit den Kir­chen und an­de­ren an­er­kann­ten Re­li­gi­ons­ge­mein­schaf­ten ab;
e.
ent­schei­det über Ein­bür­ge­rungs­ge­su­che;
f.
sorgt für die Wah­rung der öf­fent­li­chen Si­cher­heit und Ord­nung und er­greift, selbst oh­ne ge­setz­li­che Grund­la­ge, Mass­nah­men zu ih­rer Wie­der­her­stel­lung, wenn sie ernst­haft und un­mit­tel­bar be­droht oder ge­stört ist;
g.
er­füllt die üb­ri­gen Auf­ga­ben, die ihm die Ge­set­ze über­tra­gen.
Art. 75  

1 Bei Ka­ta­stro­phen oder in an­de­ren aus­ser­or­dent­li­chen La­gen er­greift der Staats­rat, wenn der Gros­se Rat sei­ne Be­fug­nis­se nicht aus­üben kann, al­le Mass­nah­men, die zum Schutz der Be­völ­ke­rung er­for­der­lich sind.

2 Die aus­ser­or­dent­li­che La­ge wird vom Gros­sen Rat fest­ge­stellt, so­fern er sich ver­sam­meln kann.

C. Organisation

Art. 76  

1 Der Staats­rat or­ga­ni­siert sich selbst.

2 Er wählt jähr­lich ei­ne Prä­si­den­tin oder einen Prä­si­den­ten.

Art. 77  

1 Der Staats­rat lei­tet die kan­to­na­le Ver­wal­tung.

2 Die kan­to­na­le Ver­wal­tung ist in De­par­te­men­te ge­glie­dert. Je­des Mit­glied des Staats­ra­tes steht ei­nem oder meh­re­ren De­par­te­men­ten vor.

3 Der Staats­rat er­nennt das Ver­wal­tungs­per­so­nal; die­ses un­ter­steht sei­nen Wei­sun­gen und sei­ner Auf­sicht.

Art. 78  

Die Staats­kanz­lei un­ter­stützt den Staats­rat bei der Er­fül­lung sei­ner Auf­ga­ben. Sie wird von ei­ner Staats­kanz­le­rin oder ei­nem Staats­kanz­ler ge­lei­tet, die oder der vom Staats­rat ge­wählt wird.

4. Kapitel: Beziehungen zwischen Grossem Rat und Staatsrat

Art. 79  

1 Der Gros­se Rat und sei­ne Kom­mis­sio­nen ha­ben das Recht, beim Staats­rat und bei der Ver­wal­tung al­le Aus­künf­te ein­zu­ho­len, die sie zur Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben, na­ment­lich zur Aus­übung der Ober­auf­sicht, be­nö­ti­gen. Bei Strei­tig­kei­ten ent­schei­det der Gros­se Rat nach An­hö­rung des Staats­ra­tes.

2 Das Ge­setz re­gelt das Aus­kunfts­recht der ein­zel­nen Mit­glie­der des Gros­sen Ra­tes.

Art. 80  

1 Im ers­ten Jahr ei­ner Le­gis­la­tur­pe­ri­ode un­ter­brei­tet der Staats­rat dem Gros­sen Rat ein po­li­ti­sches Pro­gramm, in dem er sei­ne Le­gis­la­tur­vor­ha­ben an­kün­digt. Er fügt dem Pro­gramm einen Fi­nanz­plan bei.

2 Der Gros­se Rat nimmt Kennt­nis vom Le­gis­la­tur­pro­gramm und vom Fi­nanz­plan. Er berät dar­über.

Art. 81  

1 Mit ei­ner Mo­ti­on kann der Gros­se Rat den Staats­rat be­auf­tra­gen, ihm einen Be­richt oder einen Ent­wurf zu un­ter­brei­ten.

2 Mit ei­ner Emp­feh­lung kann der Gros­se Rat den Staats­rat auf­for­dern, ei­ne Mass­nah­me zu er­grei­fen, die in des­sen Recht­set­zungs­kom­pe­tenz fällt. Der An­trag für ei­ne Emp­feh­lung muss von 17 Mit­glie­dern des Gros­sen Ra­tes un­ter­schrie­ben sein.21

21 Zwei­ter Satz an­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 24. Sept. 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2018. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 17. Sept. 2018 (BBl 2018 6287Art. 5 3725).

Art. 82  

Die Mit­glie­der des Staats­ra­tes kön­nen an den Sit­zun­gen des Gros­sen Ra­tes und an den­je­ni­gen sei­ner Kom­mis­sio­nen teil­neh­men; sie ha­ben das Recht, das Wort zu er­grei­fen und An­trä­ge zu stel­len.

5. Kapitel: Richterliche Behörden

Art. 83  

1 Die Ge­richts­or­ga­ni­sa­ti­on wird durch Ge­setz ge­re­gelt.

2 Zi­vil-, straf- und ver­wal­tungs­recht­li­che Strei­tig­kei­ten wer­den von Ge­rich­ten ent­schie­den.

3 Das Ge­setz re­gelt die Auf­sicht über die rich­ter­li­chen Be­hör­den.22

22 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 17. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 12. Ju­ni 2008 (BBl 2008 5787Art. 1 Ziff. 4 1417).

Art. 84  

1 Die Mit­glie­der der rich­ter­li­chen Be­hör­den wer­den für ei­ne Amts­dau­er von sechs Jah­ren ge­wählt. Sie sind wie­der­wähl­bar.

2 Bei der Aus­übung ih­res Am­tes müs­sen sich die Rich­te­rin­nen und Rich­ter un­par­tei­isch ver­hal­ten.

Art. 85  

Die Ge­richts­ver­hand­lun­gen sind öf­fent­lich. Die Ur­tei­le sind schrift­lich zu be­grün­den. Das Ge­setz re­gelt die Aus­nah­men.

Art. 86  

Die Ge­rich­te wen­den das Bun­des­recht und das kan­to­na­le Recht an. Sie wen­den Ge­set­zes- oder Ver­ord­nungs­be­stim­mun­gen, die ge­gen über­ge­ord­ne­tes Recht ver­stos­sen, nicht an. Die bun­des­recht­li­chen Re­ge­lun­gen über die An­wen­dung der Bun­des­ge­set­ze blei­ben vor­be­hal­ten.

Fünfter Titel: Gemeinden 23

23 Angenommen in der Volksabstimmung vom 24. Sept. 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2018. Gewährleistungsbeschluss vom 17. Sept. 2018 (BBl 2018 6287Art. 5 3725).

Art. 87 und 8824  

24 Auf­ge­ho­ben in der Volks­ab­stim­mung vom 24. Sept. 2017, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2018. Ge­währ­leis­tungs­be­schluss vom 17. Sept. 2018 (BBl 2018 6287Art. 5 3725).

Art. 89  

1 Die Ge­mein­den sind öf­fent­lich-recht­li­che Ge­biets­kör­per­schaf­ten, die für das Wohl­er­ge­hen ih­rer Be­woh­ne­rin­nen und Be­woh­ner sor­gen.

2 Sie ver­wal­ten ih­re Gü­ter und füh­ren die lo­ka­len öf­fent­li­chen Diens­te.

3 Sie neh­men fer­ner die Auf­ga­ben wahr, die ih­nen die kan­to­na­le und die eid­ge­nös­si­sche Ge­setz­ge­bung über­tra­gen.

Art. 90  

1 Das Ge­setz legt die Zahl der Ge­mein­den fest und be­nennt die­se.

2 Das Ge­biet je­der Ge­mein­de be­stimmt sich nach den Un­ter­la­gen der amt­li­chen Ver­mes­sung.

Art. 91  

1 Be­stand und Ge­biet der Ge­mein­den sind ge­währ­leis­tet.

2 Der Staat för­dert den Zu­sam­menschluss von Ge­mein­den.

3 Je­doch dür­fen Ge­mein­de­zu­sam­menschlüs­se, Ge­mein­de­tei­lun­gen und Ge­biets­über­tra­gun­gen zwi­schen Ge­mein­den nur mit Zu­stim­mung der be­trof­fe­nen Ge­mein­den vor­ge­nom­men wer­den.

Art. 92  

1 Der Staat för­dert die in­ter­kom­mu­na­le Zu­sam­men­ar­beit in Form von Zweck­ver­bän­den oder an­de­rer Or­ga­ni­sa­ti­ons­ar­ten.

2 Er kann die Ge­mein­den in be­stimm­ten Be­rei­chen zur Zu­sam­men­ar­beit ver­pflich­ten, wenn dies für die Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben er­for­der­lich ist.

3 Bei der Aus­ge­stal­tung der in­ter­kom­mu­na­len Zu­sam­men­ar­beit sind die de­mo­kra­ti­schen Ver­fah­rens­re­geln ein­zu­hal­ten.

Art. 93  

1 Die Steu­er­ho­heit der Ge­mein­den wird durch Ge­setz ge­re­gelt.

2 Das Ge­setz schafft einen Fi­nanz­aus­gleich, der die Un­gleich­hei­ten in der Fi­nanz­kraft der Ge­mein­den mil­dert.

Art. 94  

Die Au­to­no­mie der Ge­mein­den ist im Rah­men der kan­to­na­len Ge­setz­ge­bung ge­währ­leis­tet.

Art. 95  

1 Je­de Ge­mein­de hat einen Ge­ne­ral­rat als ge­setz­ge­ben­de Be­hör­de und einen Ge­mein­de­rat als voll­zie­hen­de Be­hör­de.

2 Ge­ne­ral­rat und Ge­mein­de­rat wer­den für vier Jah­re ge­wählt.

3 Der Ge­ne­ral­rat wird vom Volk der Ge­mein­de ge­wählt; die Wahl fin­det, aus­ser in den vom Ge­setz ge­re­gel­ten Aus­nah­men, nach dem Ver­hält­nis­wahl­ver­fah­ren statt.

4 Die Ge­mein­de ent­schei­det, ob der Ge­mein­de­rat vom Volk oder vom Ge­ne­ral­rat ge­wählt wird, und legt das Wahl­ver­fah­ren fest.

5 Das Ge­setz be­stimmt, wer in Ge­mein­de­an­ge­le­gen­hei­ten stimm­be­rech­tigt ist, und re­gelt das Wahl­ver­fah­ren so­wie die Volks­i­ni­tia­ti­ve und das Re­fe­ren­dum.

Art. 96  

1 Die Tä­tig­keit der Ge­mein­de­be­hör­den un­ter­steht der Auf­sicht des Staa­tes.

2 Die­ser prüft, ob die Tä­tig­keit der Ge­mein­de­be­hör­den dem Recht ent­spricht. Das Ge­setz kann die Auf­sicht des Staa­tes in be­stimm­ten Be­rei­chen auf die Prü­fung der Zweck­mäs­sig­keit der Ge­mein­de­be­schlüs­se aus­deh­nen.

3 Er­greift ei­ne Ge­mein­de­be­hör­de ei­ne Mass­nah­me, zu der die Ge­setz­ge­bung sie ver­pflich­tet, trotz ge­büh­ren­der Auf­for­de­rung nicht, so kann der Staat er­satz­wei­se han­deln.

Sechster Titel: Staat, anerkannte Kirchen und andere Religionsgemeinschaften

Art. 97  

1 Der Staat be­rück­sich­tigt die spi­ri­tu­el­le Di­men­si­on des Men­schen und ih­ren Wert für das Le­ben der Ge­sell­schaft.

2 Der Staat ist von den Kir­chen und den an­de­ren Re­li­gi­ons­ge­mein­schaf­ten ge­trennt. Er kann sie je­doch als In­sti­tu­tio­nen von öf­fent­li­chem In­ter­es­se an­er­ken­nen.

3 Die Un­ab­hän­gig­keit der Kir­chen und der an­de­ren Re­li­gi­ons­ge­mein­schaf­ten ist ge­währ­leis­tet.

Art. 98  

1 Der Staat an­er­kennt die evan­ge­lisch-re­for­mier­te, die rö­misch-ka­tho­li­sche und die christ­ka­tho­li­sche Kir­che des Kan­tons Neu­en­burg als In­sti­tu­tio­nen von öf­fent­li­chem In­ter­es­se, wel­che die christ­li­chen Tra­di­tio­nen des Lan­des ver­kör­pern.

2 Der Staat er­hebt un­ent­gelt­lich die frei­wil­li­ge Kir­chen­steu­er, wel­che die an­er­kann­ten Kir­chen von ih­ren Mit­glie­dern ver­lan­gen.

3 Die Diens­te, wel­che die an­er­kann­ten Kir­chen der Ge­sell­schaft leis­ten, wer­den durch fi­nan­zi­el­le Bei­trä­ge des Staa­tes oder der Ge­mein­den ab­ge­gol­ten.

4 Die an­er­kann­ten Kir­chen be­zah­len kei­ne Steu­ern auf den Gü­tern, die ih­rer re­li­gi­ösen Tä­tig­keit die­nen, und auf den Diens­ten, die sie der Ge­sell­schaft leis­ten.

5 Der Staat kann mit den an­er­kann­ten Kir­chen Kon­kor­da­te ab­sch­lies­sen.

Art. 99  

An­de­re Re­li­gi­ons­ge­mein­schaf­ten kön­nen dar­um er­su­chen, als In­sti­tu­tio­nen von öf­fent­li­chem In­ter­es­se an­er­kannt zu wer­den. Das Ge­setz re­gelt die Vor­aus­set­zun­gen und das Ver­fah­ren der An­er­ken­nung. Es re­gelt auch de­ren Wir­kun­gen, so­fern die­se nicht Ge­gen­stand ei­nes Kon­kor­dats sind.

Siebter Titel: Verfassungsrevision

Art. 100  

1 Die Ver­fas­sung kann je­der­zeit ganz oder teil­wei­se re­vi­diert wer­den.

2 Teil­re­vi­sio­nen müs­sen die Ein­heit der Ma­te­rie wah­ren.

Art. 101  

1 Die To­tal­re­vi­si­on kann vom Gros­sen Rat oder von 10 000 Stimm­be­rech­tig­ten mit ei­ner Volks­i­ni­tia­ti­ve ver­langt wer­den.

2 Wird die To­tal­re­vi­si­on ver­langt, so ent­schei­det ei­ne vor­gän­gi­ge Volks­­ab­stim­mung:

a.
ob sie durch­ge­führt wer­den soll;
b.
wenn ja, ob sie von ei­nem Ver­fas­sungs­rat oder vom Gros­sen Rat aus­ge­ar­bei­tet wer­den soll.

3 Soll die Re­vi­si­on von ei­nem Ver­fas­sungs­rat aus­ge­ar­bei­tet wer­den, so gilt für des­sen Zu­sam­men­set­zung Ar­ti­kel 52.

Art. 102  

1 Die Teil­re­vi­si­on kann vom Gros­sen Rat vor­ge­schla­gen oder von 6000 Stimm­be­rech­tig­ten mit ei­ner Volks­i­ni­tia­ti­ve ver­langt wer­den.

2 Die Volks­i­ni­tia­ti­ve rich­tet sich an den Gros­sen Rat. Sie kann die Form des aus­ge­ar­bei­te­ten Ent­wurfs oder der all­ge­mei­nen An­re­gung ha­ben.

3 Hat die Volks­i­ni­tia­ti­ve die Form des aus­ge­ar­bei­te­ten Ent­wurfs, so un­ter­brei­tet sie der Gros­se Rat dem Volk zur Ab­stim­mung und be­schliesst, ob er sie zur An­nah­me oder zur Ab­leh­nung emp­fiehlt. Im letz­te­ren Fall kann er ihr einen Ge­gen­ent­wurf ge­gen­über­stel­len.

4 Hat die Volks­i­ni­tia­ti­ve die Form der all­ge­mei­nen An­re­gung, so be­schliesst der Gros­se Rat über ih­re An­nah­me oder ih­re Ab­leh­nung. Nimmt er sie an, so ar­bei­tet er die ver­lang­te Teil­re­vi­si­on aus. Lehnt er sie ab, so un­ter­brei­tet er sie dem Volk mit oder oh­ne Ge­gen­ent­wurf zu ei­ner Vor­ab­stim­mung. Stimmt das Volk zu, so ar­bei­tet der Gros­se Rat die ver­lang­te Teil­re­vi­si­on aus.

Art. 103  

Je­de Ver­fas­sungs­re­vi­si­on, ob To­tal- oder Teil­re­vi­si­on, muss vom
Gros­sen Rat zwei­mal be­ra­ten wer­den; am En­de je­der Le­sung steht ei­ne Ab­stim­mung des Gros­sen Ra­tes. Die zwei­te Le­sung darf erst einen Mo­nat nach der ers­ten statt­fin­den.

Art. 104  

Auf je­den Fall tritt die neue Ver­fas­sung oder die Teil­re­vi­si­on der Ver­fas­sung erst in Kraft, wenn sie in der Volks­ab­stim­mung von der Mehr­heit der Stim­men­den an­ge­nom­men wor­den ist.

Achter Titel: Schlussbestimmungen

Art. 105  

Es wer­den auf­ge­ho­ben:

a.
die Ver­fas­sung von Re­pu­blik und Kan­ton Neu­en­burg vom 21. No­vem­ber 1858;
b.
das De­kret vom 11. April 1848 be­tref­fend die Kan­tons­far­ben;
c.
das Ver­fas­sungs­de­kret vom 29. Ja­nu­ar 1979 be­tref­fend die An­wen­dung des Bun­des­ge­set­zes über die fried­li­che Ver­wen­dung der Atom­ener­gie und den Strah­len­schutz.
Art. 106  

1 Der Gros­se Rat passt die­se Ver­fas­sung for­mell den Än­de­run­gen der Ver­fas­sung von Re­pu­blik und Kan­ton Neu­en­burg vom 21. No­vem­ber 1858 an, de­nen das Volk nach dem 25. April 2000 zu­ge­stimmt hat.

2 Er passt Ver­fas­sungs­än­de­run­gen, die nach die­sem Da­tum vor­ge­schla­gen wer­den, for­mell der vor­lie­gen­den Ver­fas­sung an.

3 Das ent­spre­chen­de De­kret un­ter­steht nicht dem Re­fe­ren­dum.

Art. 107  

1 Die­se Ver­fas­sung wird dem Volk zur Ab­stim­mung un­ter­brei­tet.

2 Der Gros­se Rat be­stimmt das In­kraft­tre­ten.25

25 Sie tritt am 1. Jan. 2002 in Kraft (De­kret des Gros­sen Rats vom 19. Ju­ni 2001).

Übergangsbestimmung zur Änderung vom 26. September 2010 26

26 Angenommen in der Volksabstimmung vom 26. Sept. 2010, in Kraft seit 20. April 2011. Gewährleistungsbeschluss vom 29. Sept. 2011 (BBl 2011 7619Art. 1 Ziff. 8 4467).

Die Wahl der Deputation des Kantons im schweizerischen Ständerat gemäss dem Proporzwahlsystem findet gleichzeitig mit der nächsten Wahl in den Nationalrat statt.

Übergangsbestimmung zur Änderung vom 27. März 2017 27

27 Angenommen in der Volksabstimmung vom 24. Sept. 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2018. Gewährleistungsbeschluss vom 17. Sept. 2018 (BBl 2018 6287Art. 5 3725).

Die Änderungen vom 27. März 2017 finden das erste Mal Anwendung auf die Gesamterneuerungswahl des Grossen Rates im Jahr 2021.

Sachregister

Die Zahlen verweisen auf die Artikel und Artikelteile der Verfassung

Abstimmung

– Stimmberechtigte 37

– Volksabstimmung 42, 43, 44, 45, 101,
102, 104

– im Grossen Rat 54, 57, 103

Alter

– Stimmberechtigte 37

Amnestie 424, 611

Anleihen

– Kompetenz des Grossen Rates 57

Arbeit

– Aufgabe des Staats 51

– freie Wahl des Berufs 262

– Koalitionsfreiheit 27

– Massnahmen 341

– Mindestlohn 34a

– Rechtsgleichheit 82

– Schaffung von Arbeitsplätzen 51

Atomanlage423, 61

Ausbildung

– Aufgabe des Staats 51

– Rechtsgleichheit 82

– Rechte des Kindes 142

– Massnahmen 341

Ausgaben

– Kompetenzen des Grossen Rates 57

– Kompetenzen des Staatsrates 712

Ausländer

– Aufnahme und Integration 5

– Stimmberechtigte 37

– Wählbarkeit 47

– Einbürgerung 74

Ausstand 49

Autonomie

– der Gemeinden 94

– des Staatsrates 761

Begnadigung 424, 611

Begründung

– Begründung der Urteile der Gerichte 85

Behinderte 36

Behörden

– Ausübung der Staatsgewalt 12

– Grundsätze 46–86

Beratungen (Session)

– des Grossen Rats 633, 74

– Öffentlichkeit 65

– Zweimalige Lesung 103

Berichterstattung

– des Staatsrates 81

Beruf

– freie Wahl des Berufs 262

Beschlüsse (Dekrete)

– fakultatives Referendum 423

– obligatorisches Referendum 441

Bewilligung

– Versammlungen und Kundgebungen 202

Brief- und Fernmeldeverkehr

– Recht auf Achtung 111

Budget s. Voranschlag

Daten, Personendaten

– Schutz 112

– Missbrauch 113

Debatte

– des Grossen Rates

– – Legislaturprogramm und Finanzplan 802

– – Revision der Verfassung 103

– s. auch Beratung

Departemente

– der Kantonsverwaltung 77

Dringlichkeit 43

Eidgenossenschaft

– Deputation im National- und Ständerat 39

– Kanton Mitglied 13

Eigentum

– Eigentumsgarantie, Enteignung 25

Einbürgerung 74

Einsparung 573bis

Empfehlung

– des Grossen Rates 812

Energie

– Aufgabe des Staats 51

Enteignung

– Entschädigung 25

Ernennungen s. Wahlen

Familie

– Recht auf Achtung 111

– Massnahmen 342

Fernmeldeverkehr

– Kommunikations- und
Informationsfreiheit 111

Finanzen 57, 71, 80

Folter

– Verbot 72

Freiheit

– Wirtschaftsfreiheit 261

– s. auch Rechte, verfassungsmässige Rechte

Freiheitsentzug

– Garantien 30

Gebiet

– Kantonsgebiet 1

– Raumplanung 51

– Änderungen des Kantonsgebiets 44

– der Gemeinden 89, 90, 91

Gegenentwurf

– des Grossen Rats 44, 102

Gemeinden

– Aufgaben 5

– finanzielle Beteiligung an den Kirchen 983

– Gliederung des Kantons 14

– Grundsätze 89–96

– Initiative 64

– Oberaufsicht durch den Staatsrat 73

– Sozialziele und soziale Aufgaben 34–36

– Verantwortlichkeit 6

Gerichte

– Ausstand 49

– Gewaltenteilung 46

– Grundsätze 83–86

– Oberaufsicht durch den Grossen Rat 59

– Strafverfolgung 50

– Unvereinbarkeiten 48

– Verfahrensgarantien 28–30

– Wählbarkeit 47

– Wahlen, Ernennungen 60

Gesamterneuerung

– des Grossen Rates 53

– des Staatsrates 67

Gesetz

– Rückwirkungsverbot 9

– Dringlichkeitsklausel 43

– Gesetzgebung 55, 69

– fakultatives Referendum 423

– obligatorisches Referendum 441

Gesundheit

– Aufgabe des Staats 51

Gewalt

– Ausübung der Souveränität des Volks 1

– Gewaltenteilung 46

– gesetzgebende Gewalt 52, 95

– vollziehende Gewalt 66, 95

– Sondervollmachten 75

– rechtsprechende Gewalt 83–86

– Steuerhoheit 93

Gewaltenteilung 46

Gleichheit

– Rechtsgleichheit 8

– Mann und Frau 82, 35

Grosser Rat

– Ausstand 49

– Beziehungen zum Staatsrat 79–82

– Immunität 50

– Kompetenzen 55–61

– Organisation 62–65

– Revision der Verfassung 101–103

– Sitz 2

– Wahl 38, 47

– Zusammensetzung 52–54

Güter, kommunale

– Verwaltung 892

Haft 30

Hauptort 2

Heirat

– Recht auf Ehe 12

Immunität 50

Information

– Akteneinsicht 18

– für den Grossen Rat (Auskunftsrecht) 79

– Garantien im Strafverfahren 312

– Informationsfreiheit 17

– Pflicht der Behörden 51

– über die Abstimmungsvorlagen 45

Initiative

– Volksinitiative 40, 611, 101, 102

– des Grossen Rates 64

– des Staatsrates 64

– der Gemeinden 64

Kanton

– Gebiet 13

– Gliederung in Bezirke und Gemeinden 14
– Grundsatz 1

Kind

– Rechte des Kindes 14

Kirche

– Anerkannte Kirchen 98

– andere Religionsgemeinschaften 99

– Grundsatz 97

– Religionsfreiheit 16

– s. auch: Konkordate

Koalition

– Koalitionsfreiheit 271

– interkommunale Zusammenarbeit 921

Kommissionen

– Auskunftsrecht 791

– des Grossen Rats 633, 641

– Konsultation des Staatsrates 703

– Teilnahme des Staatsrates 82

Konflikt

– Interessenkonflikte 52

– Kollektive Arbeitskonflikte 272

– Kompetenzkonflikte 61

Konkordate

– mit anerkannten Kirchen 423, 611, 74,
985

– mit anderen Religionsgemeinschaften 99

– s. auch: Verträge

Kultur

– Aufgabe des Staats 51

Kunst

– Freiheit der Kunst 23

Legislatur

– Dauer 39, 53, 67, 84, 95

– Legislaturprogramm 80

Mehrheit

– Abschliessende Volksabstimmung bei der
Revision der Verfassung 104

– Zweidrittelmehrheit im Grossen Rat bei
Dringlichkeit 43

– von drei Fünfteln der Mitglieder des
Grossen Rates bei neuen bedeutenden
Ausgaben, bedeutenden Verringerungen
oder Erhöhungen der Steuereinnahmen 57

Meinung

– Meinungsfreiheit 171

Minderheiten

– Schutz 5

Mindestlohn 34a

Motion

– Volksmotion 41

– des Grossen Rates 811

Nationalrat39

Niederlassung

– Niederlassungsfreiheit 15

Oberaufsicht

– durch den Grossen Rat 59, 79

– durch den Staatsrat 73, 77

– der richterlichen Behörden 83

– der kommunalen Behörden 96

öffentlichen Verkehr

– Aufgabe des Staats 51

Öffentlichkeit

– Beratungen des Grossen Rates 65

– Gerichtsöffentlichkeit 85

Panaschieren

– Wahl in den Staatsrat 66

Personal der kantonalen Verwaltung

– Verantwortlichkeit 6

– Unvereinbarkeiten 48

– Ausstand 49

– Oberaufsicht 59

– Ernennung 773

Petition

– Petitionsrecht 21

Planung 58

– Finanzplan 80

– Grundsätze 48

– Raumplanung: s. Gebiet

Polizei

– Baupolizei 51

– Haft 30

– Unvereinbarkeiten 48

Recht, anwendbares 86

Rechte

– politische Rechte 37–45

– verfassungsmässige Rechte

– – Menschenwürde 7

– – Rechtsgleichheit und
Diskriminie­rungs­verbot 8

– – Treu und Glauben, Schutz vor Willkür,
Rückwirkungsverbot 9

– – Persönliche Freiheit 10

– – Privat- und Familienleben, Wohnung,
Brief- und Fernmeldeverkehr 11

– – Ehe und andere Formen des
Zusammenlebens 12

– – Existenzminimum 13

– – Rechte des Kindes 14

– – Niederlassungsfreiheit 15

– – Religionsfreiheit 16

– – Kommunikations- und
Informationsfreiheit 17

– – Meinungsfreiheit 17

– – Akteneinsicht 18

– – Vereinigungsfreiheit 19

– – Versammlungs- und
Kundgebungsfreiheit 20

– – Petitionsrecht 21

– – Unterrichts- und Forschungsfreiheit 22

– – Freiheit der Kunst 23

– – Sprachenfreiheit 24

– – Eigentums­garantie 25

– – Wirtschaftsfreiheit 26

– – Koalitionsfreiheit 271

– – Allgemeine Ver­fahrensgarantien 28

– – Garantien für gerichtliche Verfahren 29

– – Garantien bei Freiheitsentzug 30

– – Garantien im Strafverfahren 31

– – Geltungsbereich der Grundrechte 32

– – Einschränkungen von Grundrechten 33

Referendum

– obligatorisches Volksreferendum 44

– fakultatives Volksreferendum 42, 43

– abschliessende Volksabstimmung bei der
Revision der Verfassung 104

Religion

– Religionsfreiheit 16

– Grundsätze 97–99

Revision

– der Verfassung 100–104

Richter

– Grundsätze s. Gerichte

– Unparteilichkeit 84

Schutz

– der Freiheit 51

– der Menschenwürde 7

– des guten Glaubens 9

– der (Personen)Daten 11

– des Kindes 14

– soziale Sicherheit 51, 341

– in ausserordentlichen Situationen 75

Session s. Beratungen

Sicherheit und öffentliche Ordnung

– Aufgabe des Staats 51, 74

Sozialziele 34–36

Sport

– Aufgabe des Staats 51

Sprache

– Amtssprache 4

– Sprachenfreiheit 24

Staat

– Aufgaben 5

– Souveränität 1

– Verantwortlichkeit 6

– Sozialziele und soziale Aufgaben 34–36

– Trennung von Kirche und Staat 97

– Anerkennung der Kirchen 98

– Oberaufsicht des Staats s. Oberaufsicht

– Staatsgebiet s. Kanton

Staatskanzlei 78

Staatsrat

– Ausstand 49

– Beziehungen zum Grossem Rat 79–82

– Immunität 50

– Information 45

– Initiativrecht 642

– Kompetenzen 68–75

– Oberaufsicht 59

– Organisation 76–78

– Sitz 2

– Unvereinbarkeiten 48

– Wahl 38, 47

– Zusammensetzung 66, 67

Staatsrechnung

– Ausschluss des Referendums 424

– Genehmigung durch den Grossen Rat 571

– Vorlage durch den Staatsrat 711

Ständerat 39, UeBest 26.9.2010

Steuereinnahmen 573

Steuern

– Steuerhoheit, Finanzausgleich 51, 93

– Kirchensteuer 98

Stimmberechtigte 37

Strafrecht

– Garantien im Strafverfahren 31

– Streitigkeiten 83

Streik

– Recht auf Streik 273

Umwelt

– Aufgabe des Staats 51

Unentgeltliche Rechtspflege 283

Unterricht

– Religionsunterricht 162

– Unterrichtsfreiheit 22

Unterschriften

– Petition 21

– Volksinitiative 40

– Fakultatives Referendum 42

Unvereinbarkeiten 48

Urteil

– Öffentlichkeit 29, 85

– Garantien im Strafverfahren 31

Verantwortlichkeit

– Haftung der Gemeinwesen 6

Verbot

– Folter 7

– Diskriminierung 8

– Willkür, Rück­wirkung von Gesetzen 9

– Zensur 17

– Streik 273

Vereinigung

– Vereinigungsfreiheit 19

– Koalitionsfreiheit 271

Verfahren

– Ankündigung einer Volksabstimmung 422

– Verfahrensgarantien 28

– Rechtspflege 29, 304, 372

– Ausschluss des Referendums 424

Verfassung

– Revision der Kantonsverfassung 100–104

– Formelle Anpassungen 106

Verhältnismässigkeit

– Verhältnismässigkeitsprinzip 33, 39

Versammlung

– Versammlungsfreiheit 20

Verschuldung

– Begrenzung 57

Verträge

– Referendum 42, 44

– Genehmigung 56

– Ratifikation 70

Vertretung, Verhältniswahl

– Grosser Rat 52

– Generalrat 95

Verwaltung

– Auskunftsrecht 79

– Gliederung in Departemente 772

– Oberaufsicht 59

– Personal der Verwaltung

– – Ausstand 49

– – Ernennungen 773

– – Unvereinbarkeiten 482

– Verfahrensgarantien 28

Volk

– Staatsgewalt 1

– Grundsätze 37–45

Vollzug

– Exekutivgewalt 66

– Anwendung des Rechts 72

– kommunale Exekutivgewalt 95

Voranschlag

– Ausschluss des Referendums 424

– des Staats 57, 71

Wählbarkeit

– Kantonsbehörden 47

– Ständerat 39

– Wiederwahl

– – Grosser Rat 53

– – Staatsrat 67

– – richterlichen Behörden 84


Wahlen, Ernennungen

– durch den Generalrat

– – Gemeinderat 95

– durch den Grossen Rat

– – richterlichen Behörden 60

– – Präsident/in des Grossen Rates 63

– durch den Staatsrat

– – Präsident/in des Staatsrats 76

– – Personal der Verwaltung 77

– – Staatskanzler/in 78

– durch das Volk

– – Ausschluss des Referendums 424

– – Grosser Rat 38, 52

– – Staatsrat 38, 66

– – Ständerat 39, UeBest 26.9.2010

– – Generalrat 95

– – Gemeinderat 95

– – Verfassungsrat 1012

Wappen 3

Wissenschaft und Forschung

– Aufgabe des Staats 51

Wohnung, Wohnsitz

– Aufgabe des Staats 51

– Recht auf Unversehrtheit 11, 13

– Massnahmen 341

– Niederlassungsfreiheit 15

– Voraussetzung für das Stimmrecht 37

– Voraussetzung für die Wählbarkeit 47

Zensur

– Verbot 173

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