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Bundesgesetz
über die Ausländerinnen und Ausländer
und über die Integration
(Ausländer- und Integrationsgesetz, AIG)1

vom 16. Dezember 2005 (Stand am 1. Juli 2021)

1 Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 16. Dez. 2016 (Integration), in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2017 6521, 2018 3171; BBl 2013 2397, 2016 2821).

Die Bundesversammlung der Schweizerischen Eidgenossenschaft,

gestützt auf Artikel 121 Absatz 1 der Bundesverfassung2,
nach Einsicht in die Botschaft des Bundesrates vom 8. März 20023,

beschliesst:

1. Kapitel: Gegenstand und Geltungsbereich

Art. 1 Gegenstand

Die­ses Ge­setz re­gelt die Ein- und Aus­rei­se, den Auf­ent­halt so­wie den Fa­mi­li­ennach­zug von Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­dern in der Schweiz. Zu­dem re­gelt es die För­de­rung von de­ren In­te­gra­ti­on.

Art. 2 Geltungsbereich

1 Die­ses Ge­setz gilt für Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­der, so­weit kei­ne an­de­ren Be­stim­mun­gen des Bun­des­rechts oder von der Schweiz ab­ge­schlos­se­ne völ­ker­recht­li­che Ver­trä­ge zur An­wen­dung kom­men.

2 Für Staats­an­ge­hö­ri­ge der Mit­glied­staa­ten der Eu­ro­päi­schen Ge­mein­schaft (EG), ih­re Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­gen so­wie für in die Schweiz ent­sand­te Ar­beit­neh­me­rin­nen und Ar­beit­neh­mer von Ar­beit­ge­bern, die in ei­nem die­ser Staa­ten ih­ren Wohn­sitz oder Sitz ha­ben, gilt die­ses Ge­setz nur so weit, als das Ab­kom­men vom 21. Ju­ni 19994 zwi­schen der Schwei­ze­ri­schen Eid­ge­nos­sen­schaft ei­ner­seits und der Eu­ro­päi­schen Ge­mein­schaft und ih­ren Mit­glied­staa­ten an­de­rer­seits über die Frei­zü­gig­keit kei­ne ab­wei­chen­den Be­stim­mun­gen ent­hält oder die­ses Ge­setz güns­ti­ge­re Be­stim­mun­gen vor­sieht.

3 Für Staats­an­ge­hö­ri­ge der Mit­glied­staa­ten der Eu­ro­päi­schen Frei­han­delsas­so­zia­ti­on (EFTA), ih­re Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­gen und für in die Schweiz ent­sand­te Ar­beit­neh­me­rin­nen und Ar­beit­neh­mer von Ar­beit­ge­bern, die in ei­nem die­ser Staa­ten ih­ren Wohn­sitz oder Sitz ha­ben, gilt die­ses Ge­setz nur so weit, als das Ab­kom­men zur Än­de­rung des Über­ein­kom­mens zur Er­rich­tung der Eu­ro­päi­schen Frei­han­delsas­so­zia­ti­on vom 21. Ju­ni 20015 kei­ne ab­wei­chen­den Be­stim­mun­gen ent­hält oder die­ses Ge­setz güns­ti­ge­re Be­stim­mun­gen vor­sieht.

4 Die Be­stim­mun­gen über das Vi­sum­ver­fah­ren und über die Ein- und Aus­rei­se gel­ten nur, so­fern die Schen­gen-As­so­zi­ie­rungs­ab­kom­men kei­ne ab­wei­chen­den Be­stim­mun­gen ent­hal­ten.6

5 Die Schen­gen-As­so­zi­ie­rungs­ab­kom­men sind in An­hang 1 Zif­fer 1 auf­ge­führt.7

4 SR 0.142.112.681

5 SR 0.632.31; im Ver­hält­nis Schweiz-Liech­ten­stein gilt das Prot. vom 21. Ju­ni 2001, wel­ches in­te­gra­ler Be­stand­teil des Abk. ist.

6 Ein­ge­fügt durch Art. 127 hier­nach (AS 2008 5405Art. 2 Bst. a). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 13. Ju­ni 2008 (Er­gän­zun­gen im Rah­men der Um­set­zung der Schen­gen- und Du­blin-As­so­zi­ie­rungs­ab­kom­men), in Kraft seit 12. Dez. 2008 (AS 2008 54075405Art. 2 Bst. c; BBl 2007 7937).

7 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 13. Ju­ni 2008 (Er­gän­zun­gen im Rah­men der Um­set­zung der Schen­gen- und Du­blin-As­so­zi­ie­rungs­ab­kom­men), in Kraft seit 12. Dez. 2008 (AS 2008 54075405Art. 2 Bst. c; BBl 2007 7937).

2. Kapitel: Grundsätze der Zulassung und der Integration

Art. 3 Zulassung

1 Die Zu­las­sung von er­werbs­tä­ti­gen Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­dern er­folgt im In­ter­es­se der Ge­samt­wirt­schaft; aus­schlag­ge­bend sind die Chan­cen für ei­ne nach­hal­ti­ge In­te­gra­ti­on in den schwei­ze­ri­schen Ar­beits­markt so­wie in das so­zia­le und ge­sell­schaft­li­che Um­feld. Die kul­tu­rel­len und wis­sen­schaft­li­chen Be­dürf­nis­se der Schweiz wer­den an­ge­mes­sen be­rück­sich­tigt.

2 Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­der wer­den eben­falls zu­ge­las­sen, wenn völ­ker­recht­li­che Ver­pflich­tun­gen, hu­ma­ni­täre Grün­de oder die Ver­ei­ni­gung der Fa­mi­lie es er­for­dern.

3 Bei der Zu­las­sung von Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­dern wird der de­mo­gra­fi­schen, der so­zia­len und der ge­sell­schaft­li­chen Ent­wick­lung der Schweiz Rech­nung ge­tra­gen.

Art. 4 Integration

1 Ziel der In­te­gra­ti­on ist das Zu­sam­men­le­ben der ein­hei­mi­schen und aus­län­di­schen Wohn­be­völ­ke­rung auf der Grund­la­ge der Wer­te der Bun­des­ver­fas­sung und ge­gen­sei­ti­ger Ach­tung und To­le­ranz.

2 Die In­te­gra­ti­on soll län­ger­fris­tig und recht­mäs­sig an­we­sen­den Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­dern er­mög­li­chen, am wirt­schaft­li­chen, so­zia­len und kul­tu­rel­len Le­ben der Ge­sell­schaft teil­zu­ha­ben.

3 Die In­te­gra­ti­on setzt so­wohl den ent­spre­chen­den Wil­len der Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­der als auch die Of­fen­heit der schwei­ze­ri­schen Be­völ­ke­rung vor­aus.

4 Es ist er­for­der­lich, dass sich Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­der mit den ge­sell­schaft­li­chen Ver­hält­nis­sen und Le­bens­be­din­gun­gen in der Schweiz aus­ein­an­der­set­zen und ins­be­son­de­re ei­ne Lan­des­s­pra­che er­ler­nen.

3. Kapitel: Ein- und Ausreise

Art. 5 Einreisevoraussetzungen

1 Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­der, die in die Schweiz ein­rei­sen wol­len:

a.
müs­sen über ein für den Grenz­über­tritt an­er­kann­tes Aus­weis­pa­pier und über ein Vi­sum ver­fü­gen, so­fern die­ses er­for­der­lich ist;
b.
müs­sen die für den Auf­ent­halt not­wen­di­gen fi­nan­zi­el­len Mit­tel be­sit­zen;
c.
dür­fen kei­ne Ge­fahr für die öf­fent­li­che Si­cher­heit und Ord­nung so­wie die in­ter­na­tio­na­len Be­zie­hun­gen der Schweiz dar­stel­len; und
d.8
dür­fen nicht von ei­ner Fern­hal­te­mass­nah­me oder ei­ner Lan­des­ver­wei­sung nach Ar­ti­kel 66a oder 66abis des Straf­ge­setz­buchs (StGB)9 oder Ar­ti­kel 49a oder 49abis des Mi­li­tär­straf­ge­set­zes vom 13. Ju­ni 192710 (MStG) be­trof­fen sein.

2 Sie müs­sen für die ge­si­cher­te Wie­der­aus­rei­se Ge­währ bie­ten, wenn nur ein vor­über­ge­hen­der Auf­ent­halt vor­ge­se­hen ist.

3 Der Bun­des­rat kann Aus­nah­men von den Ein­rei­se­vor­aus­set­zun­gen nach Ab­satz 1 aus hu­ma­ni­tär­en Grün­den oder Grün­den des na­tio­na­len In­ter­es­ses oder auf­grund in­ter­na­tio­na­ler Ver­pflich­tun­gen vor­se­hen.11

4 Der Bun­des­rat be­stimmt die für den Grenz­über­tritt an­er­kann­ten Aus­weis­pa­pie­re.12

8 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. IV 3 des BG vom 19. Ju­ni 2015 (Än­de­rung des Sank­tio­nen­rechts), in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2016 1249; BBl 2012 4721).

9 SR 311.0

10 SR 321.0

11 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3539; BBl 2019 175).

12 Fas­sung ge­mä­ss Art. 127 hier­nach, in Kraft seit 12. Dez. 2008 (AS 2008 5405Art. 2 Bst. a).

Art. 6 Ausstellung des Visums

1 Das Vi­sum wird im Auf­trag der zu­stän­di­gen Be­hör­de des Bun­des oder der Kan­to­ne von der schwei­ze­ri­schen Ver­tre­tung im Aus­land oder von ei­ner an­de­ren durch den Bun­des­rat be­stimm­ten Be­hör­de aus­ge­stellt.

2 Bei Ver­wei­ge­rung des Vi­sums für einen be­wil­li­gungs­frei­en Auf­ent­halt (Art. 10)er­lässt die zu­stän­di­ge Aus­land­ver­tre­tung je nach Zu­stän­dig­keits­be­reich im Na­men des Staats­se­kre­ta­ria­tes für Mi­gra­ti­on (SEM)13 oder des De­par­te­ments für aus­wär­ti­ge An­ge­le­gen­hei­ten (EDA) mit­tels ei­nes For­mu­lars ei­ne Ver­fü­gung. Der Bun­des­rat kann vor­se­hen, dass an­de­re Stel­len des EDA eben­falls Ver­fü­gun­gen im Na­men des EDA er­las­sen dür­fen.14

2bis Ge­gen ei­ne Ver­fü­gung nach Ab­satz 2 kann bei der ver­fü­gen­den In­stanz (SEM oder EDA) in­ner­halb von 30 Ta­gen schrift­lich Ein­spra­che er­ho­ben wer­den. Ar­ti­kel 63 des Ver­wal­tungs­ver­fah­rens­ge­set­zes vom 20. De­zem­ber 196815 gilt sinn­ge­mä­ss.16

3 Zur De­ckung von all­fäl­li­gen Auf­ent­halts-, Be­treu­ungs- und Rück­rei­se­kos­ten kön­nen ei­ne be­fris­te­te Ver­pflich­tungs­er­klä­rung, die Hin­ter­le­gung ei­ner Kau­ti­on oder an­de­re Si­cher­hei­ten ver­langt wer­den.17

13 Die Be­zeich­nung der Ver­wal­tungs­ein­heit wur­de in An­wen­dung von Art. 16 Abs. 3 der Pu­bli­ka­ti­ons­ver­ord­nung vom 17. Nov. 2004 (AS 2004 4937) auf den 1. Jan. 2015 an­ge­passt. Die­se An­pas­sun­gen wur­de für den gan­zen Text vor­ge­nom­men.

14 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. Ju­ni 2014 (Sorg­falts- und Mel­de­pflicht­ver­let­zun­gen durch Luft­ver­kehrs­un­ter­neh­men, In­for­ma­ti­ons­sys­te­me), in Kraft seit 1. Okt. 2015 (AS 2015 3023; BBl 2013 2561).

15 SR 172.021

16 Ein­ge­fügt durch Art. 2 Ziff. 1 des BB vom 11. Dez. 2009 (Ge­neh­mi­gung und Um­set­zung der No­ten­aus­tau­sche be­tref­fend das Vi­sa-In­for­ma­ti­ons­sys­tem) (AS 2010 2063; BBl 2009 4245). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. Ju­ni 2014 (Sorg­falts- und Mel­de­pflicht­ver­let­zun­gen durch Luft­ver­kehrs­un­ter­neh­men, In­for­ma­ti­ons­sys­te­me), in Kraft seit 1. Okt. 2015 (AS 2015 3023; BBl 2013 2561).

17 Fas­sung ge­mä­ss Art. 127 hier­nach, in Kraft seit 12. Dez. 2008 (AS 2008 5405Art. 2 Bst. a).

Art. 7 Grenzübertritt und Grenzkontrollen 18

1 Die Ein- und Aus­rei­se rich­tet sich nach den Schen­gen-As­so­zi­ie­rungs­ab­kom­men.

2 Der Bun­des­rat re­gelt die nach die­sen Ab­kom­men mög­li­chen Per­so­nen­kon­trol­len an der Gren­ze. Wird die Ein­rei­se ver­wei­gert, so er­lässt die für die Grenz­kon­trol­le zu­stän­di­ge Be­hör­de ei­ne Weg­wei­sungs­ver­fü­gung nach Ar­ti­kel 64.19

3 Wenn die Kon­trol­len an der Schwei­zer Gren­ze nach Ar­ti­kel 27, 28 oder 29 des Schen­ge­ner Grenz­ko­dex20 vor­über­ge­hend wie­der ein­ge­führt wer­den und die Ein­rei­se ver­wei­gert wird, er­lässt die für die Grenz­kon­trol­le zu­stän­di­ge Be­hör­de ei­ne be­grün­de­te und be­schwer­de­fä­hi­ge Ver­fü­gung auf dem For­mu­lar nach An­hang V Teil B Schen­ge­ner Grenz­ko­dex. Die Ein­rei­se­ver­wei­ge­rung ist so­fort voll­streck­bar. Ei­ne Be­schwer­de hat kei­ne auf­schie­ben­de Wir­kung.21

18 Fas­sung ge­mä­ss Art. 127 hier­nach, in Kraft seit 12. Dez. 2008 (AS 2008 5405Art. 2 Bst. a).

19 Fas­sung ge­mä­ss Art. 2 Ziff. 1 des BB vom 18. Ju­ni 2010 be­tref­fend die Über­nah­me der EG-Rück­füh­rungs­richt­li­nie (Richt­li­nie 2008/115/EG), in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 5925; BBl 2009 8881).

20 Ver­ord­nung (EU) 2016/399 des Eu­ro­päi­schen Par­la­ments und des Ra­tes vom 9. März 2016 über einen Ge­mein­schafts­ko­dex für das Über­schrei­ten der Gren­ze durch Per­so­nen (Schen­ge­ner Grenz­ko­dex), ABl. L 77 vom 23.3.2016, S. 1; zu­letzt ge­än­dert durch Ver­ord­nung (EU) 2017/458, ABl. L 74 vom 18.03.2017, S. 1.

21 Ein­ge­fügt durch Art. 2 des BB vom 13. Ju­ni 2008 über die Ge­neh­mi­gung und die Um­set­zung des No­ten­aus­tauschs zwi­schen der Schweiz und der Eu­ro­päi­schen Ge­mein­schaft be­tref­fend die Über­nah­me des Schen­ge­ner Grenz­ko­dex (AS 2008 56295405Art. 2 Bst. b). Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 des BB vom 15. Dez. 2017 (Über­nah­me der Ver­ord­nung [EU] 2016/1624 über die Eu­ro­päi­sche Grenz- und Küs­ten­wa­che), in Kraft seit 15. Sept. 2018 (AS 2018 3161; BBl 2017 4155).

Art. 822

22 Auf­ge­ho­ben durch Art. 127 hier­nach, mit Wir­kung seit 12. Dez. 2008 (AS 2008 5405Art. 2 Bst. a).

Art. 9 Zuständigkeit für die Grenzkontrolle

1 Die Kan­to­ne üben auf ih­rem Ho­heits­ge­biet die Per­so­nen­kon­trol­le aus.

2 Der Bun­des­rat re­gelt im Ein­ver­neh­men mit den Grenz­kan­to­nen die Per­so­nen­kon­trol­le durch den Bund im Grenz­raum.

4. Kapitel: Bewilligungs- und Meldepflicht

Art. 10 Bewilligungspflicht bei Aufenthalt ohne Erwerbstätigkeit

1 Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­der be­nö­ti­gen für einen Auf­ent­halt oh­ne Er­werbs­tä­tig­keit bis zu drei Mo­na­ten kei­ne Be­wil­li­gung; ent­hält das Vi­sum ei­ne kür­ze­re Auf­ent­halts­dau­er, so gilt die­se.

2 Wird ein län­ge­rer Auf­ent­halt oh­ne Er­werbs­tä­tig­keit be­ab­sich­tigt, so ist da­für ei­ne Be­wil­li­gung er­for­der­lich. Die­se ist vor der Ein­rei­se in die Schweiz bei der am vor­ge­se­he­nen Wohn­ort zu­stän­di­gen Be­hör­de zu be­an­tra­gen. Ar­ti­kel 17 Ab­satz 2 bleibt vor­be­hal­ten.

Art. 11 Bewilligungspflicht bei Aufenthalt mit Erwerbstätigkeit

1 Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­der, die in der Schweiz ei­ne Er­werbs­tä­tig­keit aus­üben wol­len, be­nö­ti­gen un­ab­hän­gig von der Auf­ent­halts­dau­er ei­ne Be­wil­li­gung. Die­se ist bei der am vor­ge­se­he­nen Ar­beit­s­ort zu­stän­di­gen Be­hör­de zu be­an­tra­gen.

2 Als Er­werbs­tä­tig­keit gilt je­de üb­li­cher­wei­se ge­gen Ent­gelt aus­ge­üb­te un­selb­stän­di­ge oder selb­stän­di­ge Tä­tig­keit, selbst wenn sie un­ent­gelt­lich er­folgt.

3 Bei un­selb­stän­di­ger Er­werbs­tä­tig­keit ist die Be­wil­li­gung von der Ar­beit­ge­be­rin oder vom Ar­beit­ge­ber zu be­an­tra­gen.

Art. 12 Anmeldepflicht

1 Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­der, die ei­ne Kurz­auf­ent­halts-, Auf­ent­halts- oder Nie­der­las­sungs­be­wil­li­gung be­nö­ti­gen, müs­sen sich vor Ab­lauf des be­wil­li­gungs­frei­en Auf­ent­halts oder vor der Auf­nah­me ei­ner Er­werbs­tä­tig­keit bei der am Wohn­ort in der Schweiz zu­stän­di­gen Be­hör­de an­mel­den.

2 Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­der müs­sen sich bei der am neu­en Wohn­ort zu­stän­di­gen Be­hör­de an­mel­den, wenn sie in ei­ne an­de­re Ge­mein­de oder in einen an­de­ren Kan­ton zie­hen.

3 Der Bun­des­rat be­stimmt die An­mel­de­fris­ten.

Art. 13 Bewilligungs- und Anmeldeverfahren

1 Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­der müs­sen bei der An­mel­dung ein gül­ti­ges Aus­weis­pa­pier vor­le­gen. Der Bun­des­rat be­stimmt die Aus­nah­men und die an­er­kann­ten Aus­weis­pa­pie­re.

2 Die zu­stän­di­ge Be­hör­de kann einen Straf­re­gis­ter­aus­zug aus dem Her­kunfts- oder Hei­mat­staat so­wie wei­te­re für das Ver­fah­ren not­wen­di­ge Do­ku­men­te ver­lan­gen.

3 Die An­mel­dung darf erst er­fol­gen, wenn al­le von der zu­stän­di­gen Be­hör­de be­zeich­ne­ten, für die Be­wil­li­gungs­er­tei­lung not­wen­di­gen Do­ku­men­te vor­lie­gen.

Art. 14 Abweichungen von der Bewilligungs- und der Anmeldepflicht

Der Bun­des­rat kann güns­ti­ge­re Be­stim­mun­gen über die Be­wil­li­gungs- und die An­mel­de­pflicht er­las­sen, ins­be­son­de­re um vor­über­ge­hen­de grenz­über­schrei­ten­de Dienst­leis­tun­gen zu er­leich­tern.

Art. 15 Abmeldung

Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­der, die ei­ne Be­wil­li­gung be­sit­zen, müs­sen sich bei der für den Wohn­ort zu­stän­di­gen Be­hör­de ab­mel­den, wenn sie in ei­ne an­de­re Ge­mein­de, einen an­de­ren Kan­ton oder ins Aus­land zie­hen.

Art. 16 Meldepflicht bei gewerbsmässiger Beherbergung

Wer Aus­län­de­rin­nen oder Aus­län­der ge­werbs­mäs­sig be­her­bergt, muss sie der zu­stän­di­gen kan­to­na­len Be­hör­de mel­den.

Art. 17 Regelung des Aufenthalts bis zum Bewilligungsentscheid

1 Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­der, die für einen vor­über­ge­hen­den Auf­ent­halt recht­mäs­sig ein­ge­reist sind und die nach­träg­lich ei­ne Be­wil­li­gung für einen dau­er­haf­ten Auf­ent­halt be­an­tra­gen, ha­ben den Ent­scheid im Aus­land ab­zu­war­ten.

2 Wer­den die Zu­las­sungs­vor­aus­set­zun­gen of­fen­sicht­lich er­füllt, so kann die zu­stän­di­ge kan­to­na­le Be­hör­de den Auf­ent­halt wäh­rend des Ver­fah­rens ge­stat­ten.

5. Kapitel: Zulassungsvoraussetzungen

1. Abschnitt: Zulassung zu einem Aufenthalt mit Erwerbstätigkeit

Art. 18 Ausübung einer unselbständigen Erwerbstätigkeit

Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­der kön­nen zur Aus­übung ei­ner un­selb­stän­di­gen Er­werbs­tä­tig­keit zu­ge­las­sen wer­den, wenn:

a.
dies dem ge­samt­wirt­schaft­li­chen In­ter­es­se ent­spricht;
b.
das Ge­such ei­nes Ar­beit­ge­bers vor­liegt; und
c.
die Vor­aus­set­zun­gen nach den Ar­ti­keln 20–25 er­füllt sind.
Art. 19 Ausübung einer selbständigen Erwerbstätigkeit

Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­der kön­nen zur Aus­übung ei­ner selb­stän­di­gen Er­werbs­tä­tig­keit zu­ge­las­sen wer­den, wenn:

a.
dies dem ge­samt­wirt­schaft­li­chen In­ter­es­se ent­spricht;
b.
die da­für not­wen­di­gen fi­nan­zi­el­len und be­trieb­li­chen Vor­aus­set­zun­gen er­füllt wer­den;
c.23
ei­ne aus­rei­chen­de, ei­gen­stän­di­ge Exis­tenz­grund­la­ge vor­han­den ist; und
d.24
die Vor­aus­set­zun­gen nach den Ar­ti­keln 20 und 23–25 er­füllt sind.

23 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 16. Dez. 2016 (Steue­rung der Zu­wan­de­rung und Voll­zugs­ver­bes­se­run­gen bei den Frei­zü­gig­keits­ab­kom­men), in Kraft seit 1. Ju­li 2018 (AS 2018 733; BBl 2016 3007).

24 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 16. Dez. 2016 (Steue­rung der Zu­wan­de­rung und Voll­zugs­ver­bes­se­run­gen bei den Frei­zü­gig­keits­ab­kom­men), in Kraft seit 1. Ju­li 2018 (AS 2018 733; BBl 2016 3007).

Art. 20 Begrenzungsmassnahmen

1 Der Bun­des­rat kann die Zahl der erst­ma­li­gen Kurz­auf­ent­halts- und Auf­ent­halts­be­wil­li­gun­gen (Art. 32 und 33) zur Aus­übung ei­ner Er­werbs­tä­tig­keit be­gren­zen. Er hört vor­gän­gig die Kan­to­ne und die So­zi­al­part­ner an.

2 Er kann für den Bund und die Kan­to­ne Höchst­zah­len fest­le­gen.

3 Das SEM kann im Rah­men der Höchst­zah­len des Bun­des Ver­fü­gun­gen für erst­ma­li­ge Kurz­auf­ent­halts- und Auf­ent­halts­be­wil­li­gun­gen er­las­sen oder die kan­to­na­len Höchst­zah­len er­hö­hen. Es be­rück­sich­tigt da­bei die Be­dürf­nis­se der Kan­to­ne und das ge­samt­wirt­schaft­li­che In­ter­es­se.

Art. 21 Vorrang

1 Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­der kön­nen zur Aus­übung ei­ner Er­werbs­tä­tig­keit nur zu­ge­las­sen wer­den, wenn nach­ge­wie­sen wird, dass kei­ne da­für ge­eig­ne­ten in­län­di­schen Ar­beit­neh­me­rin­nen und Ar­beit­neh­mer oder An­ge­hö­ri­ge von Staa­ten, mit de­nen ein Frei­zü­gig­keits­ab­kom­men ab­ge­schlos­sen wur­de, ge­fun­den wer­den kön­nen.

2 Als in­län­di­sche Ar­beit­neh­me­rin­nen und Ar­beit­neh­mer gel­ten:

a.
Schwei­ze­rin­nen und Schwei­zer;
b.
Per­so­nen mit ei­ner Nie­der­las­sungs­be­wil­li­gung;
c.
Per­so­nen mit ei­ner Auf­ent­halts­be­wil­li­gung, die zur Aus­übung ei­ner Er­werbs­tä­tig­keit be­rech­tigt;
d.25
vor­läu­fig auf­ge­nom­me­ne Per­so­nen;
e.26
Per­so­nen, de­nen vor­über­ge­hen­der Schutz ge­währt wur­de und die ei­ne Be­wil­li­gung zur Auf­nah­me ei­ner Er­werbs­tä­tig­keit be­sit­zen.

3 Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­der mit Schwei­zer Hoch­schul­ab­schluss kön­nen in Ab­wei­chung von Ab­satz 1 zu­ge­las­sen wer­den, wenn ih­re Er­werbs­tä­tig­keit von ho­hem wis­sen­schaft­li­chem oder wirt­schaft­li­chem In­ter­es­se ist. Sie wer­den für ei­ne Dau­er von sechs Mo­na­ten nach dem Ab­schluss ih­rer Aus- oder Wei­ter­bil­dung in der Schweiz vor­läu­fig zu­ge­las­sen, um ei­ne ent­spre­chen­de Er­werbs­tä­tig­keit zu fin­den.27

25 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 16. Dez. 2016 (Steue­rung der Zu­wan­de­rung und Voll­zugs­ver­bes­se­run­gen bei den Frei­zü­gig­keits­ab­kom­men), in Kraft seit 1. Ju­li 2018 (AS 2018 733; BBl 2016 3007).

26 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 16. Dez. 2016 (Steue­rung der Zu­wan­de­rung und Voll­zugs­ver­bes­se­run­gen bei den Frei­zü­gig­keits­ab­kom­men), in Kraft seit 1. Ju­li 2018 (AS 2018 733; BBl 2016 3007).

27 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. Ju­ni 2010 (Er­leich­ter­te Zu­las­sung von Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­dern mit Schwei­zer Hoch­schul­ab­schluss), in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 5957; BBl 2010 427445).

Art. 21a Massnahmen für stellensuchende Personen 28

1 Der Bun­des­rat legt Mass­nah­men zur Aus­schöp­fung des in­län­di­schen Ar­beits­markt­po­ten­zi­als fest. Er hört vor­gän­gig die Kan­to­ne und die So­zi­al­part­ner an.

2 Bei ei­ner über dem Durch­schnitt lie­gen­den Ar­beits­lo­sig­keit in be­stimm­ten Be­rufs­grup­pen, Tä­tig­keits­be­rei­chen oder Wirt­schafts­re­gio­nen sind zeit­lich be­fris­te­te Mass­nah­men zur För­de­rung der Per­so­nen zu er­grei­fen, die bei der öf­fent­li­chen Ar­beits­ver­mitt­lung als stel­len­su­chend re­gis­triert sind. Die Mass­nah­men kön­nen auf Wirt­schafts­re­gio­nen be­schränkt wer­den.

3 In den Be­rufs­grup­pen, Tä­tig­keits­be­rei­chen oder Wirt­schafts­re­gio­nen mit ei­ner über dem Durch­schnitt lie­gen­den Ar­beits­lo­sig­keit sind of­fe­ne Stel­len durch den Ar­beit­ge­ber der öf­fent­li­chen Ar­beits­ver­mitt­lung zu mel­den. Der Zu­griff auf die In­for­ma­tio­nen über die ge­mel­de­ten Stel­len wird für ei­ne be­fris­te­te Zeit auf Per­so­nen be­schränkt, die bei der öf­fent­li­chen Ar­beits­ver­mitt­lung in der Schweiz an­ge­mel­det sind.

4 Die öf­fent­li­che Ar­beits­ver­mitt­lung stellt den Ar­beit­ge­bern in­nert kur­z­er Frist pas­sen­de Dos­siers von an­ge­mel­de­ten Stel­len­su­chen­den zu. Der Ar­beit­ge­ber lädt ge­eig­ne­te Kan­di­da­tin­nen und Kan­di­da­ten zu ei­nem Be­wer­bungs­ge­spräch oder ei­ner Eig­nungs­ab­klä­rung ein. Die Re­sul­ta­te sind der öf­fent­li­chen Ar­beits­ver­mitt­lung mit­zu­tei­len.

5 Wer­den of­fe­ne Stel­len nach Ab­satz 3 durch bei der öf­fent­li­chen Ar­beits­ver­mitt­lung an­ge­mel­de­te stel­len­su­chen­de Per­so­nen be­setzt, so ist kei­ne Mel­dung der of­fe­nen Stel­len an die öf­fent­li­che Ar­beits­ver­mitt­lung er­for­der­lich.

6 Der Bun­des­rat kann wei­te­re Aus­nah­men von der Stel­len­mel­de­pflicht nach Ab­satz 3 fest­le­gen, ins­be­son­de­re um der be­son­de­ren Si­tua­ti­on von Fa­mi­li­en­un­ter­neh­men Rech­nung zu tra­gen oder be­tref­fend Per­so­nen, wel­che be­reits frü­her bei dem­sel­ben Ar­beit­ge­ber tä­tig wa­ren; vor Er­lass der Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen hört er die Kan­to­ne und die So­zi­al­part­ner an. Er er­stellt zu­dem pe­ri­odisch Lis­ten mit Be­rufs­grup­pen und Tä­tig­keits­be­rei­chen mit über dem Durch­schnitt lie­gen­der Ar­beits­lo­sig­keit, in wel­chen ei­ne Stel­len­mel­de­pflicht be­steht.

7 Sind die Vor­aus­set­zun­gen nach Ab­satz 2 er­füllt, so kann ein Kan­ton beim Bun­des­rat die Ein­füh­rung ei­ner Stel­len­mel­de­pflicht be­an­tra­gen.

8 Er­zie­len die Mass­nah­men nach den Ab­sät­zen 1–5 nicht die ge­wünsch­te Wir­kung oder er­ge­ben sich neue Pro­ble­me, so un­ter­brei­tet der Bun­des­rat der Bun­des­ver­samm­lung nach An­hö­rung der Kan­to­ne und der So­zi­al­part­ner zu­sätz­li­che Mass­nah­men. Bei er­heb­li­chen Pro­ble­men, ins­be­son­de­re sol­chen, die durch Grenz­gän­ge­rin­nen und Grenz­gän­ger ver­ur­sacht wer­den, kann ein Kan­ton beim Bun­des­rat wei­te­re Mass­nah­men be­an­tra­gen.

28 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 16. Dez. 2016 (Steue­rung der Zu­wan­de­rung und Voll­zugs­ver­bes­se­run­gen bei den Frei­zü­gig­keits­ab­kom­men), in Kraft seit 1. Ju­li 2018 (AS 2018 733; BBl 2016 3007).

Art. 22 Lohn- und Arbeitsbedingungen sowie Entschädigungen für Auslagen bei entsandten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern 29

1 Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­der kön­nen zur Aus­übung ei­ner Er­werbs­tä­tig­keit nur zu­ge­las­sen wer­den, wenn:

a.
die orts-, be­rufs- und bran­chen­üb­li­chen Lohn- und Ar­beits­be­din­gun­gen ein­ge­hal­ten wer­den; und
b.
die Hö­he der Ent­schä­di­gung nach Ab­satz 2 orts-, be­rufs- und bran­chen­üb­lich ist.

2 Der Ar­beit­ge­ber ent­schä­digt ent­sand­te Ar­beit­neh­me­rin­nen und Ar­beit­neh­mer für die im Zu­sam­men­hang mit ei­ner grenz­über­schrei­ten­den Dienst­leis­tung oder ei­ner Ent­sen­dung im Rah­men ei­nes be­trieb­li­chen Trans­fers ent­stan­de­nen Aus­la­gen, wie Aus­la­gen für Rei­se, Ver­pfle­gung und Un­ter­kunft. Die­se Ent­schä­di­gun­gen gel­ten nicht als Lohn­be­stand­teil.

3 Bei lang­fris­ti­gen Ent­sen­dun­gen kann der Bun­des­rat Be­stim­mun­gen zur Dau­er der Ent­schä­di­gungs­pflicht nach Ab­satz 2 er­las­sen.

29 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 14. Dez. 2018 (Ver­fah­rens­re­ge­lun­gen und In­for­ma­ti­ons­sys­te­me), in Kraft seit 1. April 2020 (AS 2019 1413, 2020 881; BBl 2018 1685).

Art. 23 Persönliche Voraussetzungen

1 Kurz­auf­ent­halts- und Auf­ent­halts­be­wil­li­gun­gen zur Aus­übung ei­ner Er­werbs­tä­tig­keit kön­nen nur Füh­rungs­kräf­ten, Spe­zia­lis­tin­nen und Spe­zia­lis­ten und an­de­ren qua­li­fi­zier­ten Ar­beits­kräf­ten er­teilt wer­den.

2 Bei der Er­tei­lung von Auf­ent­halts­be­wil­li­gun­gen müs­sen zu­sätz­lich die be­ruf­li­che Qua­li­fi­ka­ti­on, die be­ruf­li­che und so­zia­le An­pas­sungs­fä­hig­keit, die Sprach­kennt­nis­se und das Al­ter ei­ne nach­hal­ti­ge In­te­gra­ti­on in den schwei­ze­ri­schen Ar­beits­markt und das ge­sell­schaft­li­che Um­feld er­war­ten las­sen.

3 In Ab­wei­chung von den Ab­sät­zen 1 und 2 kön­nen zu­ge­las­sen wer­den:

a.
In­ves­to­rin­nen und In­ves­to­ren so­wie Un­ter­neh­me­rin­nen und Un­ter­neh­mer, die Ar­beitsplät­ze er­hal­ten oder neue schaf­fen;
b.
an­er­kann­te Per­so­nen aus Wis­sen­schaft, Kul­tur und Sport;
c.
Per­so­nen mit be­son­de­ren be­ruf­li­chen Kennt­nis­sen oder Fä­hig­kei­ten, so­fern für de­ren Zu­las­sung ein Be­darf aus­ge­wie­sen ist;
d.
Per­so­nen im Rah­men des Ka­der­trans­fers von in­ter­na­tio­nal tä­ti­gen Un­ter­neh­men;
e.
Per­so­nen, de­ren Tä­tig­keit in der Schweiz im Rah­men von wirt­schaft­lich be­deu­ten­den in­ter­na­tio­na­len Ge­schäfts­be­zie­hun­gen un­er­läss­lich ist.
Art. 24 Wohnung

Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­der kön­nen zur Aus­übung ei­ner Er­werbs­tä­tig­keit nur zu­ge­las­sen wer­den, wenn sie über ei­ne be­darfs­ge­rech­te Woh­nung ver­fü­gen.

Art. 25 Zulassung von Grenzgängerinnen und Grenzgängern

1 Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­der kön­nen zur Aus­übung ei­ner Er­werbs­tä­tig­keit als Grenz­gän­ge­rin­nen oder Grenz­gän­ger nur zu­ge­las­sen wer­den, wenn:

a.
sie in ei­nem Nach­bar­staat ein dau­er­haf­tes Auf­ent­halts­recht be­sit­zen und ih­ren Wohn­ort seit min­des­tens sechs Mo­na­ten in der be­nach­bar­ten Grenz­zo­ne ha­ben; und
b.
sie in­ner­halb der Grenz­zo­ne der Schweiz er­werbs­tä­tig sind.

2 Die Ar­ti­kel 20, 23 und 24 sind nicht an­wend­bar.

Art. 26 Zulassung für grenzüberschreitende Dienstleistungen

1 Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­der kön­nen zur Er­brin­gung ei­ner vor­über­ge­hen­den, grenz­über­schrei­ten­den Dienst­leis­tung nur zu­ge­las­sen wer­den, wenn ih­re Tä­tig­keit dem ge­samt­wirt­schaft­li­chen In­ter­es­se ent­spricht.

2 Die Vor­aus­set­zun­gen nach den Ar­ti­keln 20, 22 und 23 gel­ten sinn­ge­mä­ss.

Art. 26a Zulassung von Betreuungs- und Lehrpersonen 30

1 Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­der kön­nen zur Aus­übung ei­ner Er­werbs­tä­tig­keit als re­li­gi­öse Be­treu­ungs- oder Lehr­per­son oder als Lehr­kraft für hei­mat­li­che Spra­che und Kul­tur zu­ge­las­sen wer­den, wenn sie zu­sätz­lich zu den Vor­aus­set­zun­gen nach den Ar­ti­keln 18–24:

a.
mit dem ge­sell­schaft­li­chen und recht­li­chen Wer­te­sys­tem in der Schweiz ver­traut sind und fä­hig sind, die­se Kennt­nis­se den von ih­nen be­treu­ten Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­dern zu ver­mit­teln; und
b.
sich in der am Ar­beit­s­ort ge­spro­che­nen Lan­des­s­pra­che ver­stän­di­gen kön­nen.

2 Bei der Er­tei­lung von Kurz­auf­ent­halts­be­wil­li­gun­gen kön­nen die zu­stän­di­gen Be­hör­den von der Vor­aus­set­zung nach Ab­satz 1 Buch­sta­be b ab­wei­chen.

30 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 16. Dez. 2016 (In­te­gra­ti­on), in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2017 6521, 2018 3171; BBl 2013 2397, 2016 2821).

2. Abschnitt: Zulassung zu einem Aufenthalt ohne Erwerbstätigkeit

Art. 27 Aus- und Weiterbildung

1 Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­der kön­nen für ei­ne Aus- oder Wei­ter­bil­dung zu­ge­las­sen wer­den, wenn:31

a.
die Schul­lei­tung be­stä­tigt, dass die Aus- oder Wei­ter­bil­dung auf­ge­nom­men wer­den kann;
b.
ei­ne be­darfs­ge­rech­te Un­ter­kunft zur Ver­fü­gung steht;
c.
die not­wen­di­gen fi­nan­zi­el­len Mit­tel vor­han­den sind; und
d.32
sie die per­sön­li­chen und bil­dungs­mäs­si­gen Vor­aus­set­zun­gen für die vor­ge­se­he­ne Aus- oder Wei­ter­bil­dung er­fül­len.

2 Bei Min­der­jäh­ri­gen muss die Be­treu­ung si­cher­ge­stellt sein.

3 Der wei­te­re Auf­ent­halt in der Schweiz nach Ab­schluss oder Ab­bruch der Aus- oder Wei­ter­bil­dung rich­tet sich nach den all­ge­mei­nen Zu­las­sungs­vor­aus­set­zun­gen die­ses Ge­set­zes.33

31 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. Ju­ni 2010 (Er­leich­ter­te Zu­las­sung von Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­dern mit Schwei­zer Hoch­schul­ab­schluss), in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 5957; BBl 2010 427445).

32 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. Ju­ni 2010 (Er­leich­ter­te Zu­las­sung von Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­dern mit Schwei­zer Hoch­schul­ab­schluss), in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 5957; BBl 2010 427445).

33 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. Ju­ni 2010 (Er­leich­ter­te Zu­las­sung von Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­dern mit Schwei­zer Hoch­schul­ab­schluss), in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 5957; BBl 2010 427445).

Art. 28 Rentnerinnen und Rentner

Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­der, die nicht mehr er­werbs­tä­tig sind, kön­nen zu­ge­las­sen wer­den, wenn sie:

a.
ein vom Bun­des­rat fest­ge­leg­tes Min­destal­ter er­reicht ha­ben;
b.
be­son­de­re per­sön­li­che Be­zie­hun­gen zur Schweiz be­sit­zen; und
c.
über die not­wen­di­gen fi­nan­zi­el­len Mit­tel ver­fü­gen.
Art. 29 Medizinische Behandlung

Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­der kön­nen zu me­di­zi­ni­schen Be­hand­lun­gen zu­ge­las­sen wer­den. Die Fi­nan­zie­rung und die Wie­der­aus­rei­se müs­sen ge­si­chert sein.

Art. 29a Stellensuche 34

Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­der, die sich le­dig­lich zum Zweck der Stel­len­su­che in der Schweiz auf­hal­ten, so­wie de­ren Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­ge ha­ben kei­nen An­spruch auf So­zi­al­hil­fe.

34 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 16. Dez. 2016 (Steue­rung der Zu­wan­de­rung und Voll­zugs­ver­bes­se­run­gen bei den Frei­zü­gig­keits­ab­kom­men), in Kraft seit 1. Ju­li 2018 (AS 2018 733; BBl 2016 3007).

3. Abschnitt: Abweichungen von den Zulassungsvoraussetzungen

Art. 30

1 Von den Zu­las­sungs­vor­aus­set­zun­gen (Art. 18–29) kann ab­ge­wi­chen wer­den, um:

a.
die Er­werbs­tä­tig­keit der im Rah­men des Fa­mi­li­ennach­zugs zu­ge­las­se­nen Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­der zu re­geln, so­fern kein An­spruch auf die Aus­übung ei­ner Er­werbs­tä­tig­keit be­steht (Art. 46);
b.
schwer­wie­gen­den per­sön­li­chen Här­te­fäl­len oder wich­ti­gen öf­fent­li­chen In­te­res­sen Rech­nung zu tra­gen;
c.
den Auf­ent­halt von Pfle­ge­kin­dern zu re­geln;
d.
Per­so­nen vor Aus­beu­tung zu schüt­zen, die im Zu­sam­men­hang mit ih­rer Er­werbs­tä­tig­keit be­son­ders ge­fähr­det sind;
e.35
den Auf­ent­halt von Op­fern und Zeu­gin­nen und Zeu­gen von Men­schen­han­del so­wie von Per­so­nen zu re­geln, wel­che im Rah­men ei­nes Zeu­gen­schutz­pro­gramms des In- oder Aus­lands oder ei­nes in­ter­na­tio­na­len Straf­ge­richts­ho­fes mit den Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den zu­sam­men­ar­bei­ten;
f.
Auf­ent­hal­te im Rah­men von Hilfs- und Ent­wick­lungs­pro­jek­ten über die wirt­schaft­li­che und tech­ni­sche Zu­sam­men­ar­beit zu er­mög­li­chen;
g.36
den in­ter­na­tio­na­len wirt­schaft­li­chen, wis­sen­schaft­li­chen und kul­tu­rel­len Aus­tausch so­wie die be­ruf­li­che Aus- und Wei­ter­bil­dung zu er­leich­tern;
h.
den be­trieb­li­chen Trans­fer von An­ge­hö­ri­gen des hö­he­ren Ka­ders und un­ent­behr­li­chen Spe­zia­lis­tin­nen und Spe­zia­lis­ten in in­ter­na­tio­nal tä­ti­gen Un­ter­neh­men zu ver­ein­fa­chen;
i.37
...
j.
Au-Pair-An­ge­stell­ten, die von ei­ner an­er­kann­ten Or­ga­ni­sa­ti­on ver­mit­telt wer­den, einen Wei­ter­bil­dungs­auf­ent­halt in der Schweiz zu er­mög­li­chen;
k.
die Wie­der­zu­las­sung von Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­dern, die im Be­sitz ei­ner Auf­ent­halts- oder Nie­der­las­sungs­be­wil­li­gung wa­ren, zu er­leich­tern;
l.
die Er­werbs­tä­tig­keit so­wie die Teil­nah­me an Be­schäf­ti­gungs­pro­gram­men von Asyl­su­chen­den (Art. 43 des Asyl­ge­set­zes vom 26. Ju­ni 199838, AsylG), vor­läu­fig Auf­ge­nom­me­nen (Art. 85) und Schutz­be­dürf­ti­gen (Art. 75 AsylG) zu re­geln.

2 Der Bun­des­rat legt die Rah­men­be­din­gun­gen fest und re­gelt das Ver­fah­ren.

35 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 des BG vom 23. Dez. 2011 über den aus­ser­pro­zes­sua­len Zeu­gen­schutz, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 6715; BBl 2011 1).

36 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 des BG vom 20. Ju­ni 2014 über die Wei­ter­bil­dung, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 689; BBl 2013 3729).

37 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 18. Ju­ni 2010 (Er­leich­ter­te Zu­las­sung von Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­dern mit Schwei­zer Hoch­schul­ab­schluss), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 5957; BBl 2010 427445).

38 SR 142.31

4. Abschnitt: Staatenlose

Art. 31

1 Ei­ne von der Schweiz als staa­ten­los an­er­kann­te Per­son hat An­spruch auf ei­ne Auf­ent­halts­be­wil­li­gung im Kan­ton, in dem sie sich recht­mäs­sig auf­hält.

2 Er­füllt die staa­ten­lo­se Per­son die Tat­be­stän­de nach Ar­ti­kel 83Ab­satz 7, so kom­men die Be­stim­mun­gen über vor­läu­fig auf­ge­nom­me­ne Per­so­nen nach Ar­ti­kel 83 Ab­satz 8 zur An­wen­dung.

3 Staa­ten­lo­se Per­so­nen nach den Ab­sät­zen 1 und 2 so­wie staa­ten­lo­se Per­so­nen, die mit ei­ner rechts­kräf­ti­gen Lan­des­ver­wei­sung nach Ar­ti­kel 66a oder 66abis StGB39 oder Ar­ti­kel 49a oder 49abis MStG40 be­legt sind, kön­nen in der gan­zen Schweiz ei­ne Er­werbs­tä­tig­keit aus­üben. Ar­ti­kel 61 AsylG41 gilt sinn­ge­mä­ss.42

39 SR 311.0

40 SR 321.0

41 SR 142.31

42 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 14. Dez. 2018 (Ver­fah­rens­re­ge­lun­gen und In­for­ma­ti­ons­sys­te­me), in Kraft seit 1. Ju­ni 2019 (AS 2019 1413; BBl 2018 1685).

6. Kapitel: Regelung des Aufenthalts

Art. 32 Kurzaufenthaltsbewilligung

1 Die Kurz­auf­ent­halts­be­wil­li­gung wird für be­fris­te­te Auf­ent­hal­te bis zu ei­nem Jahr er­teilt.

2 Sie wird für einen be­stimm­ten Auf­ent­halts­zweck er­teilt und kann mit wei­te­ren Be­din­gun­gen ver­bun­den wer­den.

3 Sie kann bis zu zwei Jah­ren ver­län­gert wer­den. Ein Stel­len­wech­sel ist nur aus wich­ti­gen Grün­den mög­lich.

4 Die Kurz­auf­ent­halts­be­wil­li­gung kann nur nach ei­nem an­ge­mes­se­nen Un­ter­bruch des Auf­ent­halts in der Schweiz er­neut er­teilt wer­den.

Art. 33 Aufenthaltsbewilligung

1 Die Auf­ent­halts­be­wil­li­gung wird für Auf­ent­hal­te mit ei­ner Dau­er von mehr als ei­nem Jahr er­teilt.

2 Sie wird für einen be­stimm­ten Auf­ent­halts­zweck er­teilt und kann mit wei­te­ren Be­din­gun­gen ver­bun­den wer­den.

3 Sie ist be­fris­tet und kann ver­län­gert wer­den, wenn kei­ne Wi­der­rufs­grün­de nach Ar­ti­kel 62 Ab­satz 143 vor­lie­gen.

4 Bei der Er­tei­lung und der Ver­län­ge­rung der Auf­ent­halts­be­wil­li­gung wird bei der Fest­le­gung der Gül­tig­keits­dau­er die In­te­gra­ti­on der be­tref­fen­den Per­son be­rück­sich­tigt.44

5 Die Er­tei­lung und die Ver­län­ge­rung der Auf­ent­halts­be­wil­li­gung kön­nen mit dem Ab­schluss ei­ner In­te­gra­ti­ons­ver­ein­ba­rung ver­bun­den wer­den, wenn ein be­son­de­rer In­te­gra­ti­ons­be­darf nach den Kri­te­ri­en ge­mä­ss Ar­ti­kel 58a be­steht.45

43 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. IV 3 des BG vom 19. Ju­ni 2015 (Än­de­rung des Sank­tio­nen­rechts), in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2016 1249; BBl 2012 4721). Die­se Änd. wur­de im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.

44 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 16. Dez. 2016 (In­te­gra­ti­on), in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2017 6521, 2018 3171; BBl 2013 2397, 2016 2821).

45 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 16. Dez. 2016 (In­te­gra­ti­on), in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2017 6521, 2018 3171; BBl 2013 2397, 2016 2821).

Art. 34 Niederlassungsbewilligung

1 Die Nie­der­las­sungs­be­wil­li­gung wird un­be­fris­tet und oh­ne Be­din­gun­gen er­teilt.

2 Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­dern kann die Nie­der­las­sungs­be­wil­li­gung er­teilt wer­den, wenn:

a.
sie sich ins­ge­samt min­des­tens zehn Jah­re mit ei­ner Kurz­auf­ent­halts- oder Auf­ent­halts­be­wil­li­gung in der Schweiz auf­ge­hal­ten ha­ben und sie wäh­rend den letz­ten fünf Jah­ren un­un­ter­bro­chen im Be­sitz ei­ner Auf­ent­halts­be­wil­li­gung wa­ren; und
b.46
kei­ne Wi­der­rufs­grün­de nach Ar­ti­kel 62 oder 63 Ab­satz 2 vor­lie­gen; und
c.47
sie in­te­griert sind.

3 Die Nie­der­las­sungs­be­wil­li­gung kann nach ei­nem kür­ze­ren Auf­ent­halt er­teilt wer­den, wenn da­für wich­ti­ge Grün­de be­ste­hen.

4 Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­dern kann die Nie­der­las­sungs­be­wil­li­gung be­reits nach ei­nem un­un­ter­bro­che­nen Auf­ent­halt mit Auf­ent­halts­be­wil­li­gung wäh­rend der letz­ten fünf Jah­re er­teilt wer­den, wenn sie die Vor­aus­set­zun­gen nach Ab­satz 2 Buch­sta­ben b und c er­fül­len und sich gut in der am Wohn­ort ge­spro­che­nen Lan­des­s­pra­che ver­stän­di­gen kön­nen.48

5 Vor­über­ge­hen­de Auf­ent­hal­te wer­den an den un­un­ter­bro­che­nen Auf­ent­halt in den letz­ten fünf Jah­ren nach den Ab­sät­zen 2 Buch­sta­be a und 4 nicht an­ge­rech­net. Auf­ent­hal­te zur Aus- oder Wei­ter­bil­dung (Art. 27) wer­den an­ge­rech­net, wenn die be­trof­fe­ne Per­son nach de­ren Be­en­di­gung wäh­rend zwei­er Jah­re un­un­ter­bro­chen im Be­sitz ei­ner Auf­ent­halts­be­wil­li­gung für einen dau­er­haf­ten Auf­ent­halt war.49

6 Wur­de die Nie­der­las­sungs­be­wil­li­gung nach Ar­ti­kel 63 Ab­satz 2 wi­der­ru­fen und durch ei­ne Auf­ent­halts­be­wil­li­gung er­setzt, kann die Nie­der­las­sungs­be­wil­li­gung bei ei­ner er­folg­rei­chen In­te­gra­ti­on frü­he­s­tens nach fünf Jah­ren er­neut er­teilt wer­den.50

46 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 16. Dez. 2016 (In­te­gra­ti­on), in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2017 6521, 2018 3171; BBl 2013 2397, 2016 2821).

47 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 16. Dez. 2016 (In­te­gra­ti­on), in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2017 6521, 2018 3171; BBl 2013 2397, 2016 2821).

48 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 16. Dez. 2016 (In­te­gra­ti­on), in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2017 6521, 2018 3171; BBl 2013 2397, 2016 2821).

49 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. Ju­ni 2010 (Er­leich­ter­te Zu­las­sung von Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­dern mit Schwei­zer Hoch­schul­ab­schluss), in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 5957; BBl 2010 427445).

50 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 16. Dez. 2016 (In­te­gra­ti­on), in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2017 6521, 2018 3171; BBl 2013 2397, 2016 2821).

Art. 35 Grenzgängerbewilligung

1 Die Grenz­gän­ger­be­wil­li­gung wird für die Aus­übung ei­ner Er­werbs­tä­tig­keit in ei­ner Grenz­zo­ne er­teilt (Art. 25).

2 Per­so­nen mit ei­ner Grenz­gän­ger­be­wil­li­gung müs­sen min­des­tens ein­mal wö­chent­lich an ih­ren Wohn­ort im Aus­land zu­rück­keh­ren; die Grenz­gän­ger­be­wil­li­gung kann mit wei­te­ren Be­din­gun­gen ver­bun­den wer­den.

3 Sie ist be­fris­tet und kann ver­län­gert wer­den.

4 Nach ei­ner un­un­ter­bro­che­nen Er­werbs­tä­tig­keit von fünf Jah­ren be­steht ein An­spruch auf Ver­län­ge­rung der Grenz­gän­ger­be­wil­li­gung, wenn kei­ne Wi­der­rufs­grün­de nach Ar­ti­kel 62 Ab­satz 1 vor­lie­gen.

Art. 36 Wohnort

Per­so­nen mit ei­ner Kurz­auf­ent­halts­be­wil­li­gung, ei­ner Auf­ent­halts- oder ei­ner Nie­der­las­sungs­be­wil­li­gung kön­nen ih­ren Wohn­ort in­ner­halb des Kan­tons, der die Be­wil­li­gung er­teilt hat, frei wäh­len.

Art. 37 Wechsel des Wohnorts in einen anderen Kanton

1 Wol­len Per­so­nen mit ei­ner Kurz­auf­ent­halts­be­wil­li­gung oder ei­ner Auf­ent­halts­be­wil­li­gung ih­ren Wohn­ort in einen an­de­ren Kan­ton ver­le­gen, so müs­sen sie im Vor­aus ei­ne ent­spre­chen­de Be­wil­li­gung des neu­en Kan­tons be­an­tra­gen.

2 Per­so­nen mit ei­ner Auf­ent­halts­be­wil­li­gung ha­ben An­spruch auf den Kan­tons­wech­sel, wenn sie nicht ar­beits­los sind und kei­ne Wi­der­rufs­grün­de nach Ar­ti­kel 62 Ab­satz 1 vor­lie­gen.

3 Per­so­nen mit ei­ner Nie­der­las­sungs­be­wil­li­gung ha­ben An­spruch auf den Kan­tons­wech­sel, wenn kei­ne Wi­der­rufs­grün­de nach Ar­ti­kel 63 vor­lie­gen.

4 Für einen vor­über­ge­hen­den Auf­ent­halt in ei­nem an­de­ren Kan­ton ist kei­ne Be­wil­li­gung er­for­der­lich.

Art. 38 Erwerbstätigkeit

1 Per­so­nen mit ei­ner Kurz­auf­ent­halts­be­wil­li­gung, die zur selb­stän­di­gen oder un­selb­stän­di­gen Er­werbs­tä­tig­keit zu­ge­las­sen sind, kön­nen die be­wil­lig­te Tä­tig­keit in der gan­zen Schweiz aus­üben. Ein Stel­len­wech­sel kann be­wil­ligt wer­den, wenn wich­ti­ge Grün­de vor­lie­gen und die Vor­aus­set­zun­gen nach den Ar­ti­keln 22 und 23 er­füllt sind.

2 Per­so­nen mit ei­ner Auf­ent­halts­be­wil­li­gung, die zur selb­stän­di­gen oder un­selb­stän­di­gen Er­werbs­tä­tig­keit zu­ge­las­sen sind, kön­nen ih­re Tä­tig­keit in der gan­zen Schweiz aus­üben. Sie kön­nen die Stel­le oh­ne wei­te­re Be­wil­li­gung wech­seln.

3 Per­so­nen mit ei­ner Auf­ent­halts­be­wil­li­gung kann der Wech­sel zu ei­ner selb­stän­di­gen Er­werbs­tä­tig­keit be­wil­ligt wer­den, wenn die Vor­aus­set­zun­gen nach Ar­ti­kel 19 Buch­sta­ben a und b er­füllt sind.

4 Per­so­nen mit ei­ner Nie­der­las­sungs­be­wil­li­gung kön­nen ei­ne selb­stän­di­ge oder un­selb­stän­di­ge Er­werbs­tä­tig­keit in der gan­zen Schweiz aus­üben.

Art. 39 Erwerbstätigkeit der Grenzgängerinnen und Grenzgänger

1 Per­so­nen mit ei­ner Grenz­gän­ger­be­wil­li­gung kön­nen ih­re Tä­tig­keit vor­über­ge­hend aus­ser­halb der Grenz­zo­ne aus­üben. Wol­len sie den Schwer­punkt der Er­werbs­tä­tig­keit in die Grenz­zo­ne ei­nes an­de­ren Kan­tons ver­le­gen, so müs­sen sie im Vor­aus ei­ne Be­wil­li­gung des neu­en Kan­tons be­an­tra­gen. Nach ei­ner un­un­ter­bro­che­nen Er­werbs­tä­tig­keit von fünf Jah­ren be­steht ein An­spruch auf den Kan­tons­wech­sel.

2 Per­so­nen mit ei­ner Grenz­gän­ger­be­wil­li­gung kann der Stel­len­wech­sel be­wil­ligt wer­den, wenn die Vor­aus­set­zun­gen nach den Ar­ti­keln 21 und 22 er­füllt sind. Nach ei­ner un­un­ter­bro­che­nen Er­werbs­tä­tig­keit von fünf Jah­ren be­steht ein An­spruch auf den Stel­len­wech­sel.

3 Per­so­nen mit ei­ner Grenz­gän­ger­be­wil­li­gung kann der Wech­sel zu ei­ner selb­stän­di­gen Er­werbs­tä­tig­keit be­wil­ligt wer­den, wenn die Vor­aus­set­zun­gen nach Ar­ti­kel 19 Buch­sta­ben a und b er­füllt sind.

Art. 40 Bewilligungsbehörde und arbeitsmarktlicher Vorentscheid

1 Die Be­wil­li­gun­gen nach den Ar­ti­keln 32–35 und 37–39 wer­den von den Kan­to­nen er­teilt. Vor­be­hal­ten bleibt die Zu­stän­dig­keit des Bun­des im Rah­men von Be­gren­zungs­mass­nah­men (Art. 20) so­wie für Ab­wei­chun­gen von den Zu­las­sungs­vor­aus­set­zun­gen (Art. 30) und das Zu­stim­mungs­ver­fah­ren (Art. 99).

2 Be­steht kein An­spruch auf die Aus­übung ei­ner Er­werbs­tä­tig­keit, so ist für die Zu­las­sung zu ei­ner Er­werbs­tä­tig­keit so­wie den Stel­len­wech­sel oder den Wech­sel zu ei­ner selb­stän­di­gen Er­werbs­tä­tig­keit ein ar­beits­markt­li­cher Vor­ent­scheid der zu­stän­di­gen kan­to­na­len Be­hör­de er­for­der­lich.

3 Stellt ein Kan­ton ein Ge­such um Er­tei­lung ei­ner Kurz­auf­ent­halts- oder Auf­ent­halts­be­wil­li­gung im Rah­men der Höchst­zah­len des Bun­des, so er­lässt das SEM den ar­beits­markt­li­chen Vor­ent­scheid.

Art. 41 Ausweise

1 Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­der er­hal­ten mit der Be­wil­li­gung in der Re­gel einen ent­spre­chen­den Aus­weis.

2 Vor­läu­fig Auf­ge­nom­me­ne (Art. 83) er­hal­ten einen Aus­weis, der ih­re Rechtss­tel­lung fest­hält.

3 Der Aus­weis für Per­so­nen mit Nie­der­las­sungs­be­wil­li­gung wird zur Kon­trol­le für fünf Jah­re aus­ge­stellt.

4 Der Aus­weis kann mit ei­nem Da­ten­chip ver­se­hen wer­den. Die­ser ent­hält das Ge­sichts­bild, die Fin­ger­ab­drücke der In­ha­be­rin oder des In­ha­bers und die in den ma­schi­nen­les­ba­ren Zei­len ent­hal­te­nen Da­ten.51

5 Der Bun­des­rat legt fest, wel­che Per­so­nen über einen Aus­weis mit Da­ten­chip ver­fü­gen und wel­che Da­ten dar­auf ge­spei­chert wer­den müs­sen.52

6 Das SEM legt die Form und den In­halt der Aus­wei­se fest. Es kann die Aus­fer­ti­gung der Aus­wei­se teil­wei­se oder ganz Drit­ten über­tra­gen.53

51 Fas­sung ge­mä­ss Art. 2 Ziff. I des BB vom 18. Ju­ni 2010 (Wei­ter­ent­wick­lung des Schen­gen-Be­sitz­stands und Ein­füh­rung bio­me­tri­scher Da­ten im Aus­län­der­aus­weis), in Kraft seit 24. Jan. 2011 (AS 2011 175; BBl 2010 51).

52 Ein­ge­fügt durch Art. 2 Ziff. I des BB vom 18. Ju­ni 2010 (Wei­ter­ent­wick­lung des Schen­gen-Be­sitz­stands und Ein­füh­rung bio­me­tri­scher Da­ten im Aus­län­der­aus­weis), in Kraft seit 24. Jan. 2011 (AS 2011 175; BBl 2010 51).

53 Ein­ge­fügt durch Art. 2 Ziff. I des BB vom 18. Ju­ni 2010 (Wei­ter­ent­wick­lung des Schen­gen-Be­sitz­stands und Ein­füh­rung bio­me­tri­scher Da­ten im Aus­län­der­aus­weis), in Kraft seit 24. Jan. 2011 (AS 2011 175; BBl 2010 51).

Art. 41a Sicherheit und Lesen des Datenchips 54

1 Der Da­ten­chip ist ge­gen Fäl­schun­gen und un­be­rech­tig­tes Le­sen zu schüt­zen. Der Bun­des­rat be­stimmt die tech­ni­schen An­for­de­run­gen.

2 Der Bun­des­rat ist be­fugt, mit den Staa­ten, die durch ei­nes der Schen­gen-As­so­zi­ie­rungs­ab­kom­men ge­bun­den sind, so­wie mit an­de­ren Staa­ten Ver­trä­ge über das Le­sen der auf dem Da­ten­chip ge­spei­cher­ten Fin­ger­ab­drücke ab­zu­sch­lies­sen, so­fern die be­tref­fen­den Staa­ten über einen Da­ten­schutz ver­fü­gen, der dem schwei­ze­ri­schen gleich­wer­tig ist.

54 Ein­ge­fügt durch Art. 2 Ziff. I des BB vom 18. Ju­ni 2010 (Wei­ter­ent­wick­lung des Schen­gen-Be­sitz­stands und Ein­füh­rung bio­me­tri­scher Da­ten im Aus­län­der­aus­weis), in Kraft seit 24. Jan. 2011 (AS 2011 175; BBl 2010 51).

Art. 41b Stelle für die Ausfertigung der biometrischen Ausweise 55

1 Die mit der Aus­fer­ti­gung von bio­me­tri­schen Aus­wei­sen be­trau­te Stel­leund die be­tei­lig­ten Ge­ne­ral­un­ter­neh­mer müs­sen den Nach­weis er­brin­gen, dass sie:

a.
über das not­wen­di­ge Fach­wis­sen und die not­wen­di­gen Qua­li­fi­ka­tio­nen ver­fü­gen;
b.
ei­ne si­che­re, qua­li­ta­tiv hoch­ste­hen­de, ter­min­ge­rech­te und den Spe­zi­fi­ka­tio­nen ent­spre­chen­de Aus­weis­pro­duk­ti­on ga­ran­tie­ren;
c.
die Ein­hal­tung des Da­ten­schut­zes ge­währ­leis­ten; und
d.
über ge­nü­gend fi­nan­zi­el­le Mit­tel ver­fü­gen.

2 Wirt­schaft­lich Be­rech­tig­te, In­ha­be­rin­nen und In­ha­ber von An­tei­len, Mit­glie­der des Ver­wal­tungs­ra­tes oder ei­nes an­de­ren ver­gleich­ba­ren Or­gans, Mit­glie­der der Ge­schäfts­lei­tung und an­de­re Per­so­nen, die einen mass­ge­ben­den Ein­fluss auf die Un­ter­neh­mung oder die Pro­duk­ti­on der Aus­län­der­aus­wei­se ha­ben oder ha­ben kön­nen, müs­sen über einen gu­ten Ruf ver­fü­gen. Es kön­nen Si­cher­heits­über­prü­fun­gen im Sin­ne von Ar­ti­kel 6 der Ver­ord­nung vom 19. De­zem­ber 200156 über die Per­so­nen­si­cher­heits­prü­fun­gen durch­ge­führt wer­den.

3 Die not­wen­di­gen Un­ter­la­gen zur Über­prü­fung der in den Ab­sät­zen 1 und 2 ge­nann­ten An­for­de­run­gen kön­nen vom SEM je­der­zeit ein­ver­langt wer­den. Ist die Aus­fer­ti­gungs­stel­le Teil ei­ner Un­ter­neh­mungs­grup­pe, so gel­ten die­se An­for­de­run­gen für die ge­sam­te Un­ter­neh­mens­grup­pe.

4 Die Be­stim­mun­gen der Ab­sät­ze 1–3 sind auf Dienst­leis­tungs­er­brin­ger und Lie­fe­ran­ten an­wend­bar, wenn die er­brach­ten Leis­tun­gen von mass­ge­ben­der Be­deu­tung für die Pro­duk­ti­on der Aus­wei­se sind.

5 Der Bun­des­rat legt die wei­te­ren An­for­de­run­gen an die Aus­fer­ti­gungs­stel­le, die Ge­ne­ral­un­ter­neh­mer, die Dienst­leis­tungs­er­brin­ger und die Lie­fe­ran­ten fest.

55 Ein­ge­fügt durch Art. 2 Ziff. I des BB vom 18. Ju­ni 2010 (Wei­ter­ent­wick­lung des Schen­gen-Be­sitz­stands und Ein­füh­rung bio­me­tri­scher Da­ten im Aus­län­der­aus­weis), in Kraft seit 24. Jan. 2011 (AS 2011 175; BBl 2010 51).

56 [AS 2002377, 2005 4571, 2006 4177Art. 13 4705 Ziff. II 1, 2008 4943Ziff. I 3 5747 An­hang Ziff. 2, 2009 6937An­hang 4 Ziff. II 2. AS 2011 1031Art. 31 Abs. 1]. Sie­he heu­te: die V vom 4 März 2011 (SR 120.4).

7. Kapitel: Familiennachzug

Art. 42 Familienangehörige von Schweizerinnen und Schweizern

1 Aus­län­di­sche Ehe­gat­ten und le­di­ge Kin­der un­ter 18 Jah­ren von Schwei­ze­rin­nen und Schwei­zern ha­ben An­spruch auf Er­tei­lung und Ver­län­ge­rung der Auf­ent­halts­be­wil­li­gung, wenn sie mit die­sen zu­sam­men­woh­nen.

2 Aus­län­di­sche Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­ge von Schwei­ze­rin­nen und Schwei­zern ha­ben An­spruch auf Er­tei­lung und Ver­län­ge­rung der Auf­ent­halts­be­wil­li­gung, wenn sie im Be­sitz ei­ner dau­er­haf­ten Auf­ent­halts­be­wil­li­gung ei­nes Staa­tes sind, mit dem ein Frei­zü­gig­keits­ab­kom­men ab­ge­schlos­sen wur­de. Als Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­ge gel­ten:

a.
der Ehe­gat­te und die Ver­wand­ten in ab­stei­gen­der Li­nie, die un­ter 21 Jah­re alt sind oder de­nen Un­ter­halt ge­währt wird;
b.
die ei­ge­nen Ver­wand­ten und die Ver­wand­ten des Ehe­gat­ten in auf­stei­gen­der Li­nie, de­nen Un­ter­halt ge­währt wird.

3 Nach ei­nem ord­nungs­ge­mäs­sen und un­un­ter­bro­che­nen Auf­ent­halt von fünf Jah­ren ha­ben die Ehe­gat­ten An­spruch auf Er­tei­lung der Nie­der­las­sungs­be­wil­li­gung, wenn die In­te­gra­ti­ons­kri­te­ri­en nach Ar­ti­kel 58a er­füllt sind.57

4 Kin­der un­ter zwölf Jah­ren ha­ben An­spruch auf Er­tei­lung der Nie­der­las­sungs­be­wil­li­gung.

57 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 16. Dez. 2016 (In­te­gra­ti­on), in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2017 6521, 2018 3171; BBl 2013 2397, 2016 2821).

Art. 43 Ehegatten und Kinder von Personen mit Niederlassungsbewilligung 58

1 Aus­län­di­sche Ehe­gat­ten und le­di­ge Kin­der un­ter 18 Jah­ren von Per­so­nen mit Nie­der­las­sungs­be­wil­li­gung ha­ben An­spruch auf Er­tei­lung und Ver­län­ge­rung der Auf­ent­halts­be­wil­li­gung, wenn:

a.
sie mit die­sen zu­sam­men­woh­nen;
b.
ei­ne be­darfs­ge­rech­te Woh­nung vor­han­den ist;
c.
sie nicht auf So­zi­al­hil­fe an­ge­wie­sen sind;
d.
sie sich in der am Wohn­ort ge­spro­che­nen Lan­des­s­pra­che ver­stän­di­gen kön­nen; und
e.
die nach­zie­hen­de Per­son kei­ne jähr­li­chen Er­gän­zungs­leis­tun­gen nach dem Bun­des­ge­setz vom 6. Ok­to­ber 200659 über Er­gän­zungs­leis­tun­gen zur Al­ters‑, Hin­ter­las­se­nen- und In­va­li­den­ver­si­che­rung (ELG) be­zieht oder we­gen des Fa­mi­li­ennach­zugs be­zie­hen könn­te.

2 Für die Er­tei­lung der Auf­ent­halts­be­wil­li­gung ist an­stel­le der Vor­aus­set­zung nach Ab­satz 1 Buch­sta­be d die An­mel­dung zu ei­nem Sprach­för­de­rungs­an­ge­bot aus­rei­chend.

3 Bei le­di­gen Kin­dern un­ter 18 Jah­ren fin­det die Vor­aus­set­zung nach Ab­satz 1 Buch­sta­be d kei­ne An­wen­dung.

4 Die Er­tei­lung und die Ver­län­ge­rung der Auf­ent­halts­be­wil­li­gung kön­nen mit dem Ab­schluss ei­ner In­te­gra­ti­ons­ver­ein­ba­rung ver­bun­den wer­den, wenn ein be­son­de­rer In­te­gra­ti­ons­be­darf nach den Kri­te­ri­en ge­mä­ss Ar­ti­kel 58a be­steht.

5 Nach ei­nem ord­nungs­ge­mäs­sen und un­un­ter­bro­che­nen Auf­ent­halt von fünf Jah­ren ha­ben die Ehe­gat­ten An­spruch auf Er­tei­lung der Nie­der­las­sungs­be­wil­li­gung, wenn die In­te­gra­ti­ons­kri­te­ri­en nach Ar­ti­kel 58a er­füllt sind.

6 Kin­der un­ter zwölf Jah­ren ha­ben An­spruch auf Er­tei­lung der Nie­der­las­sungs­be­wil­li­gung.

58 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 16. Dez. 2016 (In­te­gra­ti­on), in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2017 6521, 2018 3171; BBl 2013 2397, 2016 2821).

59 SR 831.30

Art. 44 Ehegatten und Kinder von Personen mit Aufenthaltsbewilligung 60

1 Aus­län­di­schen Ehe­gat­ten und le­di­gen Kin­dern un­ter 18 Jah­ren von Per­so­nen mit Auf­ent­halts­be­wil­li­gung kann ei­ne Auf­ent­halts­be­wil­li­gung er­teilt und ver­län­gert wer­den, wenn:

a.
sie mit die­sen zu­sam­men­woh­nen;
b.
ei­ne be­darfs­ge­rech­te Woh­nung vor­han­den ist;
c.
sie nicht auf So­zi­al­hil­fe an­ge­wie­sen sind;
d.
sie sich in der am Wohn­ort ge­spro­che­nen Lan­des­pra­che ver­stän­di­gen kön­nen; und
e.
die nach­zie­hen­de Per­son kei­ne jähr­li­chen Er­gän­zungs­leis­tun­gen nach dem ELG61 be­zieht oder we­gen des Fa­mi­li­ennach­zugs be­zie­hen könn­te.

2 Für die Er­tei­lung der Auf­ent­halts­be­wil­li­gung ist an­stel­le der Vor­aus­set­zung nach Ab­satz 1 Buch­sta­be d die An­mel­dung zu ei­nem Sprach­för­de­rungs­an­ge­bot aus­rei­chend.

3 Bei le­di­gen Kin­dern un­ter 18 Jah­ren fin­det die Vor­aus­set­zung nach Ab­satz 1 Buch­sta­be d kei­ne An­wen­dung.

4 Die Er­tei­lung und die Ver­län­ge­rung der Auf­ent­halts­be­wil­li­gung kön­nen mit dem Ab­schluss ei­ner In­te­gra­ti­ons­ver­ein­ba­rung ver­bun­den wer­den, wenn ein be­son­de­rer In­te­gra­ti­ons­be­darf nach den Kri­te­ri­en ge­mä­ss Ar­ti­kel 58a be­steht.

60 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 16. Dez. 2016 (In­te­gra­ti­on), in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2017 6521, 2018 3171; BBl 2013 2397, 2016 2821).

61 SR 831.30

Art. 45 Ehegatten und Kinder von Personen mit Kurzaufenthaltsbewilligung

Aus­län­di­schen Ehe­gat­ten und le­di­gen Kin­dern un­ter 18 Jah­ren von Per­so­nen mit Kurz­auf­ent­halts­be­wil­li­gung kann ei­ne Kurz­auf­ent­halts­be­wil­li­gung er­teilt wer­den, wenn:

a.
sie mit die­sen zu­sam­men­woh­nen;
b.
ei­ne be­darfs­ge­rech­te Woh­nung vor­han­den ist; und
c.
sie nicht auf So­zi­al­hil­fe an­ge­wie­sen sind;
d.62
die nach­zie­hen­de Per­son kei­ne jähr­li­chen Er­gän­zungs­leis­tun­gen nach dem ELG63 be­zieht oder we­gen des Fa­mi­li­ennach­zugs be­zie­hen könn­te.

62 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 16. Dez. 2016 (In­te­gra­ti­on), in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2017 6521, 2018 3171; BBl 2013 2397, 2016 2821).

63 SR 831.30

Art. 45a Eheungültigkeit 64

Ha­ben die zu­stän­di­gen Be­hör­den bei der Prü­fung des Ehe­gat­ten­nach­zugs nach den Ar­ti­keln 42–45 An­halts­punk­te da­für, dass für die Ehe ein Un­gül­tig­keits­grund nach Ar­ti­kel 105 Zif­fer 5 oder 6 des Zi­vil­ge­setz­buchs65 (ZGB) vor­liegt, so mel­den sie dies der nach Ar­ti­kel 106 ZGB zu­stän­di­gen Be­hör­de. Das Ge­such um Ehe­gat­ten­nach­zug wird bis zur Ent­schei­dung die­ser Be­hör­de sis­tiert. Er­hebt die Be­hör­de Kla­ge, so wird das Ge­such bis zum Vor­lie­gen des rechts­kräf­ti­gen Ur­teils sis­tiert.

64 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 1 des BG vom 15. Ju­ni 2012 über Mass­nah­men ge­gen Zwangs‑ hei­ra­ten, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1035; BBl 2011 2185).

65 SR 210

Art. 46 Erwerbstätigkeit der Ehegatten und Kinder

Ehe­gat­ten und Kin­der von Schwei­ze­rin­nen und Schwei­zern so­wie von Per­so­nen mit ei­ner Nie­der­las­sungs- oder Auf­ent­halts­be­wil­li­gung (Art. 42–44) kön­nen ei­ne selb­stän­di­ge oder un­selb­stän­di­ge Er­werbs­tä­tig­keit in der gan­zen Schweiz aus­üben.

Art. 47 Frist für den Familiennachzug

1 Der An­spruch auf Fa­mi­li­ennach­zug muss in­ner­halb von fünf Jah­ren gel­tend ge­macht wer­den. Kin­der über zwölf Jah­re müs­sen in­ner­halb von zwölf Mo­na­ten nach­ge­zo­gen wer­den.

2 Die­se Fris­ten gel­ten nicht für den Fa­mi­li­ennach­zug nach Ar­ti­kel 42 Ab­satz 2.

3 Die Fris­ten be­gin­nen bei Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­gen von:

a.
Schwei­ze­rin­nen und Schwei­zern nach Ar­ti­kel 42 Ab­satz 1 mit de­ren Ein­rei­se oder der Ent­ste­hung des Fa­mi­li­en­ver­hält­nis­ses;
b.
Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­dern mit der Er­tei­lung der Auf­ent­halts- oder Nie­der­las­sungs­be­wil­li­gung oder der Ent­ste­hung des Fa­mi­li­en­ver­hält­nis­ses.

4 Ein nach­träg­li­cher Fa­mi­li­ennach­zug wird nur be­wil­ligt, wenn wich­ti­ge fa­mi­li­äre Grün­de gel­tend ge­macht wer­den. Kin­der über 14 Jah­re wer­den zum Fa­mi­li­ennach­zug an­ge­hört, so­fern dies er­for­der­lich ist.

Art. 48 Pflegekinder zur Adoption

1 Pfle­ge­kin­der ha­ben An­spruch auf Er­tei­lung und Ver­län­ge­rung ei­ner Auf­ent­halts­be­wil­li­gung, wenn:

a.
ih­re Ad­op­ti­on in der Schweiz vor­ge­se­hen ist;
b.
die zi­vil­recht­li­chen Vor­aus­set­zun­gen für die Auf­nah­me von Pfle­ge­kin­dern zur Ad­op­ti­on er­füllt sind; und
c.
ih­re Ein­rei­se für den Zweck der Ad­op­ti­on recht­mäs­sig er­folgt ist.

2 Kommt die Ad­op­ti­on nicht zu­stan­de, so be­steht ein An­spruch auf Ver­län­ge­rung der Auf­ent­halts­be­wil­li­gung und fünf Jah­re nach der Ein­rei­se ein An­spruch auf die Er­tei­lung der Nie­der­las­sungs­be­wil­li­gung.

Art. 49 Ausnahmen vom Erfordernis des Zusammenwohnens

Das Er­for­der­nis des Zu­sam­men­woh­nens nach den Ar­ti­keln 42–44 be­steht nicht, wenn für ge­trenn­te Wohn­or­te wich­ti­ge Grün­de gel­tend ge­macht wer­den und die Fa­mi­li­en­ge­mein­schaft wei­ter be­steht.

Art. 49a Ausnahme vom Erfordernis des Sprachnachweises 66

1 Vom Er­for­der­nis nach den Ar­ti­keln 43 Ab­satz 1 Buch­sta­be d und 44 Ab­satz 1 Buch­sta­be d kann ab­ge­wi­chen wer­den, wenn wich­ti­ge Grün­de vor­lie­gen.

2 Als wich­ti­ge Grün­de gel­ten na­ment­lich ei­ne Be­hin­de­rung, ei­ne Krank­heit oder ei­ne an­de­re Ein­schrän­kung, die zu ei­ner we­sent­li­chen Be­ein­träch­ti­gung der Fä­hig­keit zum Spra­ch­er­werb führt.

66 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 16. Dez. 2016 (In­te­gra­ti­on), in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2017 6521, 2018 3171; BBl 2013 2397, 2016 2821).

Art. 50 Auflösung der Familiengemeinschaft

1 Nach Auf­lö­sung der Ehe oder der Fa­mi­li­en­ge­mein­schaft be­steht der An­spruch des Ehe­gat­ten und der Kin­der auf Er­tei­lung und Ver­län­ge­rung der Auf­ent­halts­be­wil­li­gung nach den Ar­ti­keln 42 und 43 wei­ter, wenn:

a.67
die Ehe­ge­mein­schaft min­des­tens drei Jah­re be­stan­den hat und die In­te­gra­ti­ons­kri­te­ri­en nach Ar­ti­kel 58a er­füllt sind; oder
b.
wich­ti­ge per­sön­li­che Grün­de einen wei­te­ren Auf­ent­halt in der Schweiz er­for­der­lich ma­chen.

2 Wich­ti­ge per­sön­li­che Grün­de nach Ab­satz 1 Buch­sta­be b kön­nen na­ment­lich vor­lie­gen, wenn die Ehe­gat­tin oder der Ehe­gat­te Op­fer ehe­li­cher Ge­walt wur­de oder die Ehe nicht aus frei­em Wil­len ge­schlos­sen hat oder die so­zia­le Wie­der­ein­glie­de­rung im Her­kunfts­land stark ge­fähr­det er­scheint.68

3 Die Frist zur Er­tei­lung der Nie­der­las­sungs­be­wil­li­gung rich­tet sich nach Ar­ti­kel 34.

67 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 16. Dez. 2016 (In­te­gra­ti­on), in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2017 6521, 2018 3171; BBl 2013 2397, 2016 2821).

68 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 1 des BG vom 15. Ju­ni 2012 über Mass­nah­men ge­gen Zwangs‑ hei­ra­ten, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1035; BBl 2011 2185).

Art. 51 Erlöschen des Anspruchs auf Familiennachzug

1 Die An­sprü­che nach Ar­ti­kel 42 er­lö­schen, wenn:

a.
sie rechts­miss­bräuch­lich gel­tend ge­macht wer­den, na­ment­lich um Vor­schrif­ten die­ses Ge­set­zes und sei­ner Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen über die Zu­las­sung und den Auf­ent­halt zu um­ge­hen;
b.
Wi­der­rufs­grün­de nach Ar­ti­kel 63 vor­lie­gen.

2 Die An­sprü­che nach den Ar­ti­keln 43, 48 und 50 er­lö­schen, wenn:

a.
sie rechts­miss­bräuch­lich gel­tend ge­macht wer­den, na­ment­lich um Vor­schrif­ten die­ses Ge­set­zes und sei­ner Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen über die Zu­las­sung und den Auf­ent­halt zu um­ge­hen;
b.69
Wi­der­rufs­grün­de nach Ar­ti­kel 62 oder 63 Ab­satz 2 vor­lie­gen.

69 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 16. Dez. 2016 (In­te­gra­ti­on), in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2017 6521, 2018 3171; BBl 2013 2397, 2016 2821).

Art. 52 Eingetragene Partnerschaft

Die Be­stim­mun­gen die­ses Ka­pi­tels über aus­län­di­sche Ehe­gat­ten gel­ten für die ein­ge­tra­ge­ne Part­ner­schaft gleich­ge­schlecht­li­cher Paa­re sinn­ge­mä­ss.

8. Kapitel: Integration

1. Abschnitt: Integrationsförderung 70

70 Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 16. Dez. 2016 (Integration), in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2017 6521, 2018 3171; BBl 2013 2397, 2016 2821).

Art. 53 Grundsätze 71

1 Bund, Kan­to­ne und Ge­mein­den be­rück­sich­ti­gen bei der Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben die An­lie­gen der In­te­gra­ti­on und des Schut­zes vor Dis­kri­mi­nie­rung.

2 Sie schaf­fen güns­ti­ge Rah­men­be­din­gun­gen für die Chan­cen­gleich­heit und die Teil­ha­be der aus­län­di­schen Be­völ­ke­rung am öf­fent­li­chen Le­ben. Sie nut­zen die Po­ten­zia­le der aus­län­di­schen Be­völ­ke­rung, be­rück­sich­ti­gen die Viel­falt und for­dern Ei­gen­ver­ant­wor­tung ein.

3 Sie för­dern bei den Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­dern ins­be­son­de­re den Er­werb von Sprach­kom­pe­ten­zen und an­de­ren Grund­kom­pe­ten­zen, das be­ruf­li­che Fort­kom­men und die Ge­sund­heits­vor­sor­ge; aus­ser­dem un­ter­stüt­zen sie Be­stre­bun­gen, die das ge­gen­sei­ti­ge Ver­ständ­nis zwi­schen der schwei­ze­ri­schen und der aus­län­di­schen Be­völ­ke­rung und de­ren Zu­sam­men­le­ben er­leich­tern.

4 Bei der In­te­gra­ti­ons­för­de­rung ar­bei­ten die Be­hör­den des Bun­des, der Kan­to­ne und der Ge­mein­den, die So­zi­al­part­ner, die Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tio­nen und die Aus­län­der­or­ga­ni­sa­tio­nen zu­sam­men.

5 Die kan­to­na­len So­zi­al­hil­fe­be­hör­den mel­den stel­len­lo­se an­er­kann­te Flücht­lin­ge und vor­läu­fig auf­ge­nom­me­ne Per­so­nen bei der öf­fent­li­chen Ar­beits­ver­mitt­lung.

71 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. III 1 des BG vom 16. Dez. 2016 (In­te­gra­ti­on), in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2017 6521, 2018 3171; BBl 2013 2397, 2016 2821).

Art. 53a Zielgruppen 72

1 Der Bun­des­rat legt fest, wel­che Per­so­nen­krei­se bei der In­te­gra­ti­ons­för­de­rung zu be­rück­sich­ti­gen sind. Er hört vor­gän­gig die Kan­to­ne und Kom­mu­nal­ver­bän­de an.

2 Bei der In­te­gra­ti­ons­för­de­rung wird den be­son­de­ren An­lie­gen von Frau­en, Kin­dern und Ju­gend­li­chen Rech­nung ge­tra­gen.

72 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 16. Dez. 2016 (In­te­gra­ti­on), in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2017 6521, 2018 3171; BBl 2013 2397, 2016 2821).

Art. 54 Integrationsförderung in den Regelstrukturen 73

Die In­te­gra­ti­ons­för­de­rung er­folgt in ers­ter Li­nie in den be­ste­hen­den Struk­tu­ren auf Ebe­ne des Bun­des, der Kan­to­ne und der Ge­mein­den, na­ment­lich:

a.
in vor­schu­li­schen, schu­li­schen und aus­ser­schu­li­schen Be­treu­ungs- und Bil­dungs­an­ge­bo­ten;
b.
in der Ar­beits­welt;
c.
in den In­sti­tu­tio­nen der so­zia­len Si­cher­heit;
d.
im Ge­sund­heits­we­sen;
e.
in der Raum­pla­nung, Stadt- und Quar­tier­ent­wick­lung;
f.
im Sport, in den Me­di­en und in der Kul­tur.

73 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 16. Dez. 2016 (In­te­gra­ti­on), in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2017 6521, 2018 3171; BBl 2013 2397, 2016 2821).

Art. 55 Spezifische Integrationsförderung 74

Die spe­zi­fi­sche In­te­gra­ti­ons­för­de­rung auf Ebe­ne des Bun­des, der Kan­to­ne und der Ge­mein­den er­gänzt die In­te­gra­ti­ons­för­de­rung in den Re­gel­struk­tu­ren, wenn die­se nicht zu­gäng­lich oder wenn Lücken vor­han­den sind.

74 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 16. Dez. 2016 (In­te­gra­ti­on), in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2017 6521, 2018 3171; BBl 2013 2397, 2016 2821).

Art. 55a Massnahmen für Personen mit besonderem Integrationsbedarf 75

Die Kan­to­ne se­hen für Per­so­nen mit be­son­de­rem In­te­gra­ti­ons­be­darf so früh wie mög­lich ge­eig­ne­te In­te­gra­ti­ons­mass­nah­men vor. Der Bund un­ter­stützt die Kan­to­ne bei die­ser Auf­ga­be.

75 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 16. Dez. 2016 (In­te­gra­ti­on), in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2017 6521, 2018 3171; BBl 2013 2397, 2016 2821).

Art. 56 Aufgabenteilung 76

1 Der Bun­des­rat legt die In­te­gra­ti­ons­po­li­tik im Zu­stän­dig­keits­be­reich des Bun­des fest. Er sorgt da­für, dass die Bun­des­stel­len ge­mein­sam mit den zu­stän­di­gen kan­to­na­len Be­hör­den Mass­nah­men zur In­te­gra­ti­ons­för­de­rung und zum Schutz vor Dis­kri­mi­nie­rung tref­fen.

2 Das SEM ko­or­di­niert die Mass­nah­men der Bun­des­stel­len zur In­te­gra­ti­ons­för­de­rung und zum Schutz vor Dis­kri­mi­nie­rung, ins­be­son­de­re in den Be­rei­chen der so­zia­len Si­cher­heit, der Be­rufs­bil­dung, der Wei­ter­bil­dung und des Ge­sund­heits­we­sens. Die Bun­des­stel­len zie­hen das SEM bei Ak­ti­vi­tä­ten, die Aus­wir­kun­gen auf die In­te­gra­ti­on ha­ben kön­nen, bei.

3 Das SEM stellt den In­for­ma­ti­ons- und Er­fah­rungs­aus­tausch mit den Kan­to­nen, Ge­mein­den und wei­te­ren Be­tei­lig­ten si­cher.

4 Die Kan­to­ne le­gen die In­te­gra­ti­ons­po­li­tik in ih­rem Zu­stän­dig­keits­be­reich fest. Sie sor­gen da­für, dass die kan­to­na­len Be­hör­den ge­mein­sam mit den zu­stän­di­gen kom­mu­na­len Be­hör­den Mass­nah­men zur In­te­gra­ti­ons­för­de­rung und zum Schutz vor Dis­kri­mi­nie­rung tref­fen. Sie be­zeich­nen für das SEM ei­ne An­sprech­stel­le für In­te­gra­ti­ons­fra­gen und stel­len den In­for­ma­ti­ons- und Er­fah­rungs­aus­tausch mit den Ge­mein­den si­cher.

5 Das SEM über­prüft in Zu­sam­men­ar­beit mit den Kan­to­nen pe­ri­odisch die In­te­gra­ti­on der aus­län­di­schen Be­völ­ke­rung und ge­währ­leis­tet die Qua­li­täts­si­che­rung bei der In­te­gra­ti­ons­för­de­rung.

76 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 16. Dez. 2016 (In­te­gra­ti­on), in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2017 6521, 2018 3171; BBl 2013 2397, 2016 2821).

Art. 57 Information und Beratung 77

1 Bund, Kan­to­ne und Ge­mein­den in­for­mie­ren und be­ra­ten die Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­der über die Le­bens- und Ar­beits­be­din­gun­gen in der Schweiz, ins­be­son­de­re über ih­re Rech­te und Pflich­ten.

2 Die zu­stän­di­gen Be­hör­den wei­sen Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­der auf An­ge­bo­te zur In­te­gra­ti­ons­för­de­rung hin.

3 Die Kan­to­ne stel­len die Erst­in­for­ma­ti­on von neu aus dem Aus­land zu­ge­zo­ge­nen Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­dern si­cher. Der Bund un­ter­stützt die Kan­to­ne bei die­ser Auf­ga­be.

4 Bund, Kan­to­ne und Ge­mein­den in­for­mie­ren die Be­völ­ke­rung über die In­te­gra­ti­ons­po­li­tik und über die be­son­de­re Si­tua­ti­on der Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­der.

5 Bund, Kan­to­ne und Ge­mein­den kön­nen die Auf­ga­ben nach den Ab­sät­zen 1–4 auf Drit­te über­tra­gen.

77 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 16. Dez. 2016 (In­te­gra­ti­on), in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2017 6521, 2018 3171; BBl 2013 2397, 2016 2821).

Art. 58 Finanzielle Beiträge 78

1 Der Bund ge­währt für die In­te­gra­ti­on fi­nan­zi­el­le Bei­trä­ge nach den Ab­sät­zen 2 und 3. Die­se Bei­trä­ge er­gän­zen die von den Kan­to­nen für die In­te­gra­ti­on ge­tä­tig­ten fi­nan­zi­el­len Auf­wen­dun­gen.

2 Die Bei­trä­ge für vor­läu­fig auf­ge­nom­me­ne Per­so­nen, an­er­kann­te Flücht­lin­ge und Schutz­be­dürf­ti­ge mit Auf­ent­halts­be­wil­li­gung, für wel­che der Bund den Kan­to­nen die So­zi­al­hil­fe­kos­ten nach Ar­ti­kel 87 des vor­lie­gen­den Ge­set­zes und nach den Ar­ti­keln 88 und 89 AsylG79 ver­gü­tet, wer­den den Kan­to­nen als In­te­gra­ti­ons­pau­scha­len oder durch Fi­nan­zie­rung von kan­to­na­len In­te­gra­ti­ons­pro­gram­men ge­währt. Sie kön­nen von der Er­rei­chung so­zi­al­po­li­ti­scher Zie­le ab­hän­gig ge­macht und auf be­stimm­te Grup­pen ein­ge­schränkt wer­den.

3 Die üb­ri­gen Bei­trä­ge wer­den zur Fi­nan­zie­rung von kan­to­na­len In­te­gra­ti­ons­pro­gram­men so­wie von Pro­gram­men und Pro­jek­ten von na­tio­na­ler Be­deu­tung ge­währt, die der För­de­rung der In­te­gra­ti­on von Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­dern, un­ab­hän­gig von ih­rem Sta­tus, die­nen. Die Ko­or­di­na­ti­on und die Durch­füh­rung von Pro­gramm- und Pro­jekt­tä­tig­kei­ten kann Drit­ten über­tra­gen wer­den.

4 Der Bun­des­rat legt die Hö­he der vom Bund nach den Ab­sät­zen 2 und 3 ge­leis­te­ten Bei­trä­ge fest.

5 Der Bun­des­rat be­zeich­net in Ab­spra­che mit den Kan­to­nen die För­de­rungs­be­rei­che und re­gelt die Ein­zel­hei­ten des Ver­fah­rens nach den Ab­sät­zen 2 und 3.

78 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 16. Dez. 2016 (In­te­gra­ti­on), in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2017 6521, 2018 3171; BBl 2013 2397, 2016 2821).

79 SR 142.31

2. Abschnitt: Integrationserfordernisse80

80 Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 16. Dez. 2016 (Integration), in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2017 6521, 2018 3171; BBl 2013 2397, 2016 2821).

Art. 58a Integrationskriterien

1 Bei der Be­ur­tei­lung der In­te­gra­ti­on be­rück­sich­tigt die zu­stän­di­ge Be­hör­de fol­gen­de Kri­te­ri­en:

a.
die Be­ach­tung der öf­fent­li­chen Si­cher­heit und Ord­nung;
b.
die Re­spek­tie­rung der Wer­te der Bun­des­ver­fas­sung;
c.
die Sprach­kom­pe­ten­zen; und
d.
die Teil­nah­me am Wirt­schafts­le­ben oder am Er­werb von Bil­dung.

2 Der Si­tua­ti­on von Per­so­nen, wel­che die In­te­gra­ti­ons­kri­te­ri­en von Ab­satz 1 Buch­sta­ben c und d auf­grund ei­ner Be­hin­de­rung oder Krank­heit oder an­de­ren ge­wich­ti­gen per­sön­li­chen Um­stän­den nicht oder nur un­ter er­schwer­ten Be­din­gun­gen er­fül­len kön­nen, ist an­ge­mes­sen Rech­nung zu tra­gen.

3 Der Bun­des­rat legt fest, wel­che Sprach­kom­pe­ten­zen bei der Er­tei­lung und der Ver­län­ge­rung ei­ner Be­wil­li­gung vor­lie­gen müs­sen.

Art. 58b Integrationsvereinbarungen und Integrationsempfehlungen

1 Die In­te­gra­ti­ons­ver­ein­ba­rung hält die Zie­le, Mass­nah­men und Fris­ten ei­ner in­di­vi­du­ell ver­ein­bar­ten In­te­gra­ti­ons­för­de­rung fest. Sie re­gelt zu­dem die Fi­nan­zie­rung.

2 Sie kann ins­be­son­de­re Ziel­set­zun­gen ent­hal­ten zum Er­werb von Sprach­kom­pe­ten­zen, zur schu­li­schen oder be­ruf­li­chen und wirt­schaft­li­chen In­te­gra­ti­on so­wie zum Er­werb von Kennt­nis­sen über die Le­bens­be­din­gun­gen, das Wirt­schafts­sys­tem und die Rechts­ord­nung in der Schweiz.

3 Ver­lan­gen die zu­stän­di­gen Be­hör­den den Ab­schluss ei­ner In­te­gra­ti­ons­ver­ein­ba­rung, so wird die Auf­ent­halts­be­wil­li­gung erst nach Ab­schluss der Ver­ein­ba­rung er­teilt oder ver­län­gert.

4 Die zu­stän­di­gen Be­hör­den kön­nen Per­so­nen, auf die Ar­ti­kel 2 Ab­sät­ze 2 und 3 so­wie Ar­ti­kel 42 An­wen­dung fin­den, In­te­gra­ti­ons­emp­feh­lun­gen ab­ge­ben.

9. Kapitel: Reisedokumente und Reiseverbot 81

81 Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 14. Dez. 2018 (Verfahrensregelungen und Informationssysteme), in Kraft seit 1. Juni 2019 (AS 2019 1413; BBl 2018 1685).

Art. 59 Ausstellung von Reisedokumenten 82

1 Das SEM kann an schrif­ten­lo­se Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­der Rei­se­do­ku­men­te83 aus­stel­len.

2 An­spruch auf Rei­se­do­ku­men­te ha­ben Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­der, die:

a.
ge­mä­ss dem Ab­kom­men vom 28. Ju­li 195184 über die Rechts­stel­lung der Flücht­lin­ge die Flücht­lings­ei­gen­schaft er­fül­len;
b.
ge­mä­ss dem Über­ein­kom­men vom 28. Sep­tem­ber 195485 über die Rechtss­tel­lung der Staa­ten­lo­sen von der Schweiz als Staa­ten­lo­se an­er­kannt sind;
c.
schrif­ten­los sind und ei­ne Nie­der­las­sungs­be­wil­li­gung ha­ben.

3 Kei­nen An­spruch auf Rei­se­do­ku­men­te hat, wer er­heb­lich oder wie­der­holt ge­gen die öf­fent­li­che Si­cher­heit und Ord­nung in der Schweiz oder im Aus­land ver­stos­sen hat oder die­se ge­fähr­det oder die in­ne­re oder die äus­se­re Si­cher­heit der Schweiz ge­fähr­det oder rechts­kräf­tig zu ei­ner Lan­des­ver­wei­sung nach Ar­ti­kel 66a oder 66abis StGB86 oder Ar­ti­kel 49a oder 49abis MStG87 ver­ur­teilt wur­de.88

4 ...89

5und6 ...90

82 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 14. Dez. 2018 (Ver­fah­rens­re­ge­lun­gen und In­for­ma­ti­ons­sys­te­me), in Kraft seit 1. Ju­ni 2019 (AS 2019 1413; BBl 2018 1685).

83 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. Ju­ni 2014 (Sorg­falts- und Mel­de­pflicht­ver­let­zun­gen durch Luft­ver­kehrs­un­ter­neh­men, In­for­ma­ti­ons­sys­te­me), in Kraft seit 1. Okt. 2015 (AS 2015 3023; BBl 2013 2561). Die­se Änd. wur­de im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.

84 SR 0.142.30

85 SR 0.142.40

86 SR 311.0

87 SR 321.0

88 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 14. Dez. 2018 (Ver­fah­rens­re­ge­lun­gen und In­for­ma­ti­ons­sys­te­me), in Kraft seit 1. Ju­ni 2019 (AS 2019 1413; BBl 2018 1685).

89 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 14. Dez. 2018 (Ver­fah­rens­re­ge­lun­gen und In­for­ma­ti­ons­sys­te­me), mit Wir­kung seit 1. Ju­ni 2019 (AS 2019 1413; BBl 2018 1685).

90 Ein­ge­fügt durch Art. 2 Ziff. 2 des BB vom 13. Ju­ni 2008 über die Ge­neh­mi­gung und die Um­set­zung des No­ten­aus­tauschs zwi­schen der Schweiz und der EG be­tref­fend die bio­me­tri­schen Päs­se und Rei­se­do­ku­men­te (AS 2009 5521, 2011 4033; BBl 2007 5159). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 14. Dez. 2018 (Ver­fah­rens­re­ge­lun­gen und In­for­ma­ti­ons­sys­te­me), mit Wir­kung seit 1. Ju­ni 2019 (AS 2019 1413; BBl 2018 1685).

Art. 59a Datenchip 91

1 Rei­se­do­ku­men­te für aus­län­di­sche Per­so­nen kön­nen mit ei­nem Da­ten­chip ver­se­hen wer­den. Der Da­ten­chip kann ein di­gi­ta­li­sier­tes Ge­sichts­bild, die Fin­ger­ab­drücke und wei­te­re Per­so­nen­da­ten der In­ha­be­rin oder des In­ha­bers so­wie An­ga­ben zum Rei­se­do­ku­ment ent­hal­ten. Die in Ar­ti­kel 4 Ab­satz 1 Buch­sta­be g des Bun­des­ge­set­zes vom 20. Ju­ni 200392 über das In­for­ma­ti­ons­sys­tem für den Aus­län­der- und den Asyl­be­reich ge­nann­ten Da­ten kön­nen eben­falls auf dem Da­ten­chip ge­spei­chert wer­den. Ar­ti­kel 2a des Aus­weis­ge­set­zes vom 22. Ju­ni 200193 (AwG) gilt sinn­ge­mä­ss.

2 Der Bun­des­rat legt fest, wel­che Ar­ten von Rei­se­do­ku­men­ten für aus­län­di­sche Per­so­nen mit ei­nem Da­ten­chip ver­se­hen wer­den und wel­che Da­ten dar­auf zu spei­chern sind.

91 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 14. Dez. 2018 (Ver­fah­rens­re­ge­lun­gen und In­for­ma­ti­ons­sys­te­me), in Kraft seit 1. Ju­ni 2019 (AS 2019 1413; BBl 2018 1685).

92 SR 142.51

93 SR 143.1

Art. 59b Biometrische Daten 94

1 Die Er­fas­sung der bio­me­tri­schen Da­ten und die Wei­ter­lei­tung der Aus­weis­da­ten an die aus­fer­ti­gen­de Stel­le kön­nen ganz oder teil­wei­se Drit­ten über­tra­gen wer­den. Ar­ti­kel 6a AwG95 gilt sinn­ge­mä­ss.

2 Das SEM und die kan­to­na­len Be­hör­den, die mit der Ent­ge­gen­nah­me der Ge­su­che um Aus­stel­lung von Rei­se­do­ku­men­ten be­traut sind, kön­nen bio­me­tri­sche Da­ten, die be­reits im Zen­tra­len Mi­gra­ti­ons­in­for­ma­ti­ons­sys­tem (ZE­MIS) er­fasst sind, zur Aus­stel­lung oder Er­neue­rung ei­nes Rei­se­do­ku­ments be­ar­bei­ten.

3 Die für die Aus­stel­lung ei­nes Rei­se­do­ku­ments er­for­der­li­chen bio­me­tri­schen Da­ten wer­den al­le fünf Jah­re neu er­ho­ben. Der Bun­des­rat kann kür­ze­re Fris­ten für die Er­he­bung fest­le­gen, wenn dies auf­grund der Ent­wick­lung der Ge­sichts­zü­ge der be­tref­fen­den Per­son er­for­der­lich ist.

94 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 14. Dez. 2018 (Ver­fah­rens­re­ge­lun­gen und In­for­ma­ti­ons­sys­te­me), in Kraft seit 1. Ju­ni 2019 (AS 2019 1413; BBl 2018 1685).

95 SR 143.1

Art. 59c Reiseverbot für Flüchtlinge 96

1 Flücht­lin­gen ist die Rei­se in den Hei­mat- oder Her­kunfts­staat un­ter­sagt. Be­steht der be­grün­de­te Ver­dacht, dass die­ses Rei­se­ver­bot miss­ach­tet wer­den soll, so kann das SEM für al­le Flücht­lin­ge aus dem be­tref­fen­den Hei­mat- oder Her­kunfts­staat ein Rei­se­ver­bot für wei­te­re Staa­ten vor­se­hen, ins­be­son­de­re für Nach­bar­staa­ten des Hei­mat- oder Her­kunfts­staats.

2 Das SEM kann ei­ner Per­son die Rei­se in einen Staat be­wil­li­gen, für den ein Rei­se­ver­bot nach Ab­satz 1 zwei­ter Satz be­steht, wenn da­für wich­ti­ge Grün­de vor­lie­gen.

96 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 14. Dez. 2018 (Ver­fah­rens­re­ge­lun­gen und In­for­ma­ti­ons­sys­te­me), in Kraft seit 1. April 2020 (AS 2019 1413, 2020 881; BBl 2018 1685).

10. Kapitel: Beendigung des Aufenthalts

1. Abschnitt: Rückkehr- und Wiedereingliederungshilfe

Art. 60

1 Der Bund kann die selb­stän­di­ge und pflicht­ge­mäs­se Aus­rei­se von Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­dern un­ter­stüt­zen, in­dem er Rück­kehr- und Wie­der­ein­glie­de­rungs­hil­fe leis­tet.

2 Die Rück­kehr- und Wie­der­ein­glie­de­rungs­hil­fe kön­nen be­an­spru­chen:

a.
Per­so­nen, die we­gen ei­ner schwe­ren all­ge­mei­nen Ge­fähr­dung, ins­be­son­de­re durch Krieg, Bür­ger­krieg, oder ei­ner Si­tua­ti­on all­ge­mei­ner Ge­walt den Hei­mat- oder Her­kunfts­staat ver­las­sen ha­ben oder wäh­rend der Dau­er der Ge­fähr­dung nicht in die­sen zu­rück­keh­ren konn­ten, so­fern ihr Auf­ent­halt nach die­sem Ge­setz ge­re­gelt war und sie zur Aus­rei­se ver­pflich­tet wur­den;
b.
Per­so­nen nach Ar­ti­kel 30 Ab­satz 1 Buch­sta­ben d und e;
c.97
vor­läu­fig auf­ge­nom­me­ne Per­so­nen, die aus ei­ge­nem An­trieb die Schweiz ver­las­sen oder de­ren vor­läu­fi­ge Auf­nah­me nach Ar­ti­kel 84 Ab­satz 2 auf­ge­ho­ben wur­de.

3 Die Rück­kehr- und Wie­der­ein­glie­de­rungs­hil­fe um­fasst:

a.
die Rück­kehr­be­ra­tung nach Ar­ti­kel 93 Ab­satz 1 Buch­sta­be a AsylG98;
abis.
den Zu­gang zu den Pro­jek­ten in der Schweiz zur Er­hal­tung der Rück­kehr­fä­hig­keit nach Ar­ti­kel 93 Ab­satz 1 Buch­sta­be b AsylG;
b.
die Teil­nah­me an Pro­jek­ten im Hei­mat-, Her­kunfts- oder Dritt­staat, wel­che die Rück­kehr und die Rein­te­gra­ti­on nach Ar­ti­kel 93 Ab­satz 1 Buch­sta­be c AsylG er­leich­tern;
c.
ei­ne fi­nan­zi­el­le Un­ter­stüt­zung im Ein­zel­fall zur Er­leich­te­rung der Ein­glie­de­rung oder zur me­di­zi­ni­schen Be­treu­ung im Hei­mat-, Her­kunfts- oder Dritt­staat nach Ar­ti­kel 93 Ab­satz 1 Buch­sta­be d AsylG.99

4 Der Bun­des­rat re­gelt die Vor­aus­set­zun­gen und das Ver­fah­ren zur Aus­rich­tung und Ab­rech­nung der Bei­trä­ge.

97 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 14. Dez. 2018 (Ver­fah­rens­re­ge­lun­gen und In­for­ma­ti­ons­sys­te­me), in Kraft seit 1. Ju­ni 2019 (AS 2019 1413; BBl 2018 1685).

98 SR 142.31

99 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. IV 2 des BG vom 16. Dez. 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2006 4745, 2007 5573; BBl 2002 3709).

2. Abschnitt: Erlöschen und Widerruf der Bewilligungen und Erlöschen des Aufenthaltsrechts 100

100 Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 16. Dez. 2016 (Steuerung der Zuwanderung und Vollzugsverbesserungen bei den Freizügigkeitsabkommen), in Kraft seit 1. Juli 2018 (AS 2018 733; BBl 2016 3007).

Art. 61 Erlöschen der Bewilligungen

1 Ei­ne Be­wil­li­gung er­lischt:

a.
mit der Ab­mel­dung ins Aus­land;
b.
mit der Er­tei­lung ei­ner Be­wil­li­gung in ei­nem an­de­ren Kan­ton;
c.
mit Ab­lauf der Gül­tig­keits­dau­er der Be­wil­li­gung;
d.
mit der Aus­wei­sung nach Ar­ti­kel 68;
e.101
mit der rechts­kräf­ti­gen Lan­des­ver­wei­sung nach Ar­ti­kel 66a StGB102 oder Ar­ti­kel 49a MStG103;
f.104
mit dem Voll­zug ei­ner Lan­des­ver­wei­sung nach Ar­ti­kel 66abis StGB oder 49abis MStG.

2 Ver­lässt die Aus­län­de­rin oder der Aus­län­der die Schweiz, oh­ne sich ab­zu­mel­den, so er­lischt die Kurz­auf­ent­halts­be­wil­li­gung nach drei Mo­na­ten, die Auf­ent­halts- und Nie­der­las­sungs­be­wil­li­gung nach sechs Mo­na­ten. Auf Ge­such hin kann die Nie­der­las­sungs­be­wil­li­gung wäh­rend vier Jah­ren auf­recht­er­hal­ten wer­den.

101 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 1 des BG vom 20. März 2015 (Um­set­zung von Art. 121 Abs. 3–6 BV über die Aus­schaf­fung kri­mi­nel­ler Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­der) (AS 2016 2329; BBl 2013 5975). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. IV 3 des BG vom 19. Ju­ni 2015 (Än­de­rung des Sank­tio­nen­rechts), in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2016 1249; BBl 2012 4721).

102 SR 311.0

103 SR 321.0

104 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 1 des BG vom 20. März 2015 (Um­set­zung von Art. 121 Abs. 3–6 BV über die Aus­schaf­fung kri­mi­nel­ler Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­der), in Kraft seit 1. Okt. 2016 (AS 2016 2329; BBl 2013 5975).

Art. 61a Erlöschen des Aufenthaltsrechts von EU- und EFTA‑Staatsangehörigen 105

1 Das Auf­ent­halts­recht von Staats­an­ge­hö­ri­gen der Mit­glied­staa­ten der EU und der EFTA mit ei­ner Kurz­auf­ent­halts­be­wil­li­gung er­lischt sechs Mo­na­te nach un­frei­wil­li­ger Be­en­di­gung des Ar­beits­ver­hält­nis­ses. Das Auf­ent­halts­recht von Staats­an­ge­hö­ri­gen der Mit­glied­staa­ten der EU und der EFTA mit ei­ner Auf­ent­halts­be­wil­li­gung er­lischt sechs Mo­na­te nach un­frei­wil­li­ger Be­en­di­gung des Ar­beits­ver­hält­nis­ses, wenn die­ses vor Ab­lauf der ers­ten zwölf Mo­na­te des Auf­ent­halts en­det.

2 Wird nach Ab­lauf der sechs Mo­na­te nach Ab­satz 1 wei­ter­hin Ar­beits­lo­sen­ent­schä­di­gung aus­be­zahlt, so er­lischt das Auf­ent­halts­recht mit dem En­de der Ent­schä­di­gung.

3 Im Zeit­raum von der Be­en­di­gung des Ar­beits­ver­hält­nis­ses bis zum Er­lö­schen des Auf­ent­halts­rechts nach den Ab­sät­zen 1 und 2 be­steht kein An­spruch auf So­zi­al­hil­fe.

4 Bei un­frei­wil­li­ger Be­en­di­gung des Ar­beits­ver­hält­nis­ses nach den ers­ten zwölf Mo­na­ten des Auf­ent­halts er­lischt das Auf­ent­halts­recht von Staats­an­ge­hö­ri­gen der Mit­glied­staa­ten der EU und der EFTA mit ei­ner Auf­ent­halts­be­wil­li­gung sechs Mo­na­te nach der Be­en­di­gung des Ar­beits­ver­hält­nis­ses. Wird nach Ab­lauf der sechs Mo­na­te wei­ter­hin Ar­beits­los­ent­schä­di­gung aus­be­zahlt, so er­lischt das Auf­ent­halts­recht sechs Mo­na­te nach dem En­de der Ent­schä­di­gung.

5 Die Ab­sät­ze 1–4 gel­ten nicht bei Be­en­di­gung des Ar­beits­ver­hält­nis­ses auf­grund vor­über­ge­hen­der Ar­beits­un­fä­hig­keit in­fol­ge Krank­heit, Un­fall oder In­va­li­di­tät so­wie für Per­so­nen, die sich auf ein Ver­blei­be­recht nach dem Ab­kom­men vom 21. Ju­ni 1999106 zwi­schen der Schwei­ze­ri­schen Eid­ge­nos­sen­schaft ei­ner­seits und der Eu­ro­päi­schen Ge­mein­schaft und ih­ren Mit­glied­staa­ten an­de­rer­seits über die Frei­zü­gig­keit (FZA) oder dem Über­ein­kom­men vom 4. Ja­nu­ar 1960107 zur Er­rich­tung der Eu­ro­päi­schen Frei­han­delsas­so­zia­ti­on (EFTA-Über­ein­kom­men) be­ru­fen kön­nen.

105 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 16. Dez. 2016 (Steue­rung der Zu­wan­de­rung und Voll­zugs­ver­bes­se­run­gen bei den Frei­zü­gig­keits­ab­kom­men), in Kraft seit 1. Ju­li 2018 (AS 2018 733; BBl 2016 3007).

106 SR 0.142.112.681

107 SR 0.632.31

Art. 62 Widerruf von Bewilligungen und anderen Verfügungen 108

1 Die zu­stän­di­ge Be­hör­de kann Be­wil­li­gun­gen, aus­ge­nom­men die Nie­der­las­sungs­be­wil­li­gung, und an­de­re Ver­fü­gun­gen nach die­sem Ge­setz wi­der­ru­fen, wenn die Aus­län­de­rin oder der Aus­län­der:

a.
oder ihr oder sein Ver­tre­ter im Be­wil­li­gungs­ver­fah­ren falsche An­ga­ben macht oder we­sent­li­che Tat­sa­chen ver­schwie­gen hat;
b.
zu ei­ner län­ger­fris­ti­gen Frei­heits­s­tra­fe ver­ur­teilt wur­de oder ge­gen sie ei­ne straf­recht­li­che Mass­nah­me im Sin­ne der Ar­ti­kel 59–61 oder 64 StGB109 an­ge­ord­net wur­de;
c.
er­heb­lich oder wie­der­holt ge­gen die öf­fent­li­che Si­cher­heit und Ord­nung in der Schweiz oder im Aus­land ver­stos­sen hat oder die­se ge­fähr­det oder die in­ne­re oder die äus­se­re Si­cher­heit ge­fähr­det;
d.
ei­ne mit der Ver­fü­gung ver­bun­de­ne Be­din­gung nicht ein­hält;
e.
oder ei­ne Per­son, für die sie oder er zu sor­gen hat, auf So­zi­al­hil­fe an­ge­wie­sen ist;
f.110
in rechts­miss­bräuch­li­cher Wei­se ver­sucht hat, das Schwei­zer Bür­ger­recht zu er­schlei­chen, oder ihr oder ihm die­ses auf­grund ei­ner rechts­kräf­ti­gen Ver­fü­gung im Rah­men ei­ner Nich­ti­g­er­klä­rung ge­mä­ss Ar­ti­kel 36 des Bür­ger­rechts­ge­set­zes vom 20. Ju­ni 2014111 ent­zo­gen wor­den ist;
g.112
ei­ne In­te­gra­ti­ons­ver­ein­ba­rung oh­ne ent­schuld­ba­ren Grund nicht ein­hält.

2 Un­zu­läs­sig ist ein Wi­der­ruf, der nur da­mit be­grün­det wird, dass ein De­likt be­gan­gen wur­de, für das ein Straf­ge­richt be­reits ei­ne Stra­fe oder Mass­nah­me ver­hängt, je­doch von ei­ner Lan­des­ver­wei­sung ab­ge­se­hen hat.

108 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. IV 3 des BG vom 19. Ju­ni 2015 (Än­de­rung des Sank­tio­nen­rechts), in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2016 1249; BBl 2012 4721).

109 SR 311.0

110 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. II 1 des Bür­ger­rechts­ge­set­zes vom 20. Ju­ni 2014, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2016 2561; BBl 2011 2825).

111 SR 141.0

112 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 16. Dez. 2016 (In­te­gra­ti­on), in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2017 6521, 2018 3171; BBl 2013 2397, 2016 2821). Be­rich­ti­gung der Re­dak­ti­ons­kom­missi­on der BVers vom 10. Aug. 2018, ver­öf­fent­licht am 18. Sept. 2018 (AS 2018 3213).

Art. 63 Widerruf der Niederlassungsbewilligung

1 Die Nie­der­las­sungs­be­wil­li­gung kann nur wi­der­ru­fen wer­den, wenn:

a.113
die Vor­aus­set­zun­gen nach Ar­ti­kel 62 Ab­satz 1 Buch­sta­be a oder b er­füllt sind;
b.
die Aus­län­de­rin oder der Aus­län­der in schwer­wie­gen­der Wei­se ge­gen die öf­fent­li­che Si­cher­heit und Ord­nung in der Schweiz oder im Aus­land ver­stos­sen hat oder die­se ge­fähr­det oder die in­ne­re oder die äus­se­re Si­cher­heit ge­fähr­det;
c.
die Aus­län­de­rin oder der Aus­län­der oder ei­ne Per­son, für die sie oder er zu sor­gen hat, dau­er­haft und in er­heb­li­chem Mass auf So­zi­al­hil­fe an­ge­wie­sen ist;
d.114
die Aus­län­de­rin oder der Aus­län­der in rechts­miss­bräuch­li­cher Wei­se ver­sucht hat, das Schwei­zer Bür­ger­recht zu er­schlei­chen, oder ihr oder ihm die­ses auf­grund ei­ner rechts­kräf­ti­gen Ver­fü­gung im Rah­men ei­ner Nich­tig­er­klä­rung ge­mä­ss Ar­ti­kel 36 des Bür­ger­rechts­ge­set­zes vom 20. Ju­ni 2014115 ent­zo­gen wor­den ist;
e.116
...

2 Die Nie­der­las­sungs­be­wil­li­gung kann wi­der­ru­fen und durch ei­ne Auf­ent­halts­be­wil­li­gung er­setzt wer­den, wenn die In­te­gra­ti­ons­kri­te­ri­en nach Ar­ti­kel 58a nicht er­füllt sind.117

3 Un­zu­läs­sig ist ein Wi­der­ruf, der nur da­mit be­grün­det wird, dass ein De­likt be­gan­gen wur­de, für das ein Straf­ge­richt be­reits ei­ne Stra­fe oder Mass­nah­me ver­hängt, je­doch von ei­ner Lan­des­ver­wei­sung ab­ge­se­hen hat.118

113 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. IV 3 des BG vom 19. Ju­ni 2015 (Än­de­rung des Sank­tio­nen­rechts), in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2016 1249; BBl 2012 4721).

114 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. II 1 des Bür­ger­rechts­ge­set­zes vom 20. Ju­ni 2014, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2016 2561; BBl 2011 2825).

115 SR 141.0

116 Ur­sprüng­lich: Bst. d. Auf­ge­ho­ben durch Ziff. IV 3 des BG vom 19. Ju­ni 2015 (Än­de­rung des Sank­tio­nen­rechts), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2018 (AS 2016 1249; BBl 2012 4721).

117 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 16. Dez. 2016 (In­te­gra­ti­on), in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2017 6521, 2018 3171; BBl 2013 2397, 2016 2821).

118 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 1 des BG vom 20. März 2015 (Um­set­zung von Art. 121 Abs. 3–6 BV über die Aus­schaf­fung kri­mi­nel­ler Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­der), in Kraft seit 1. Okt. 2016 (AS 2016 2329; BBl 2013 5975).

3. Abschnitt: Entfernungs- und Fernhaltemassnahmen

Art. 64 Wegweisungsverfügung 119

1 Die zu­stän­di­gen Be­hör­den er­las­sen ei­ne or­dent­li­che Weg­wei­sungs­ver­fü­gung, wenn:

a.
ei­ne Aus­län­de­rin oder ein Aus­län­der ei­ne er­for­der­li­che Be­wil­li­gung nicht be­sitzt;
b.
ei­ne Aus­län­de­rin oder ein Aus­län­der die Ein­rei­se­vor­aus­set­zun­gen (Art. 5) nicht oder nicht mehr er­füllt;
c.
ei­ner Aus­län­de­rin oder ei­nem Aus­län­der ei­ne Be­wil­li­gung ver­wei­gert oder nach be­wil­lig­tem Auf­ent­halt wi­der­ru­fen oder nicht ver­län­gert wird.

2 Ver­fü­gen die Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­der, die sich il­le­gal in der Schweiz auf­hal­ten, über einen gül­ti­gen Auf­ent­halts­ti­tel ei­nes an­de­ren Staa­tes, der durch ei­nes der Schen­gen-As­so­zi­ie­rungs­ab­kom­men120 ge­bun­den ist (Schen­gen-Staat), so sind sie form­los auf­zu­for­dern, sich un­ver­züg­lich in die­sen Staat zu be­ge­ben. Kom­men sie die­ser Auf­for­de­rung nicht nach, so ist ei­ne Ver­fü­gung nach Ab­satz 1 zu er­las­sen. Ist die so­for­ti­ge Aus­rei­se aus Grün­den der öf­fent­li­chen Si­cher­heit und Ord­nung oder der in­ne­ren oder äus­se­ren Si­cher­heit an­ge­zeigt, so ist oh­ne vor­gän­gi­ge Auf­for­de­rung ei­ne Ver­fü­gung zu er­las­sen.

3 Ei­ne Be­schwer­de ge­gen Ver­fü­gun­gen nach Ab­satz 1 Buch­sta­ben a und b ist in­ner­halb von fünf Ar­beits­ta­gen nach de­ren Er­öff­nung ein­zu­rei­chen. Die Be­schwer­de hat kei­ne auf­schie­ben­de Wir­kung. Die Be­schwer­de­in­stanz ent­schei­det in­ner­halb von zehn Ta­gen über de­ren Wie­der­her­stel­lung.

4 Die zu­stän­di­gen kan­to­na­len Be­hör­den be­stim­men für un­be­glei­te­te min­der­jäh­ri­ge Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­der un­ver­züg­lich ei­ne Ver­trau­ens­per­son, die de­ren In­ter­es­sen wäh­rend des Weg­wei­sungs­ver­fah­rens wahr­nimmt.

5 Der Bun­des­rat be­stimmt die Rol­le, die Zu­stän­dig­kei­ten und die Auf­ga­ben der Ver­trau­ens­per­son ge­mä­ss Ab­satz 4.121

119 Fas­sung ge­mä­ss Art. 2 Ziff. 1 des BB vom 18. Ju­ni 2010 be­tref­fend die Über­nah­me der EG-Rück­füh­rungs­richt­li­nie (Richt­li­nie 2008/115/EG), in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 5925; BBl 2009 8881).

120 Die­se Abk. sind in An­hang 1 Ziff. 1 auf­ge­führt.

121 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. I 1 des BB vom 26. Sept. 2014 (Über­nah­me der V[EU] Nr. 604/2013 zur Fest­le­gung der Kri­te­ri­en und Ver­fah­ren zur Be­stim­mung des Mit­glied­staats, der für die Prü­fung ei­nes An­trags auf in­ter­na­tio­na­len Schutz zu­stän­dig ist), in Kraft seit 1. Ju­li 2015 (AS 2015 1841; BBl 2014 2675).

Art. 64a Wegweisung aufgrund der Dublin-Assoziierungsabkommen 122

1 Ist auf­grund der Be­stim­mun­gen der Ver­ord­nung (EU) Nr. 604/2013123 ein an­de­rer Staat, der durch ei­nes der Du­blin-As­so­zi­ie­rungs­ab­kom­men (Abs. 4) ge­bun­den ist, für die Durch­füh­rung ei­nes Asyl- und Weg­wei­sungs­ver­fah­rens zu­stän­dig (Du­blin-Staat), so er­lässt das SEM ei­ne Weg­wei­sungs­ver­fü­gung ge­gen ei­ne Per­son, die sich il­le­gal in der Schweiz auf­hält.124

2 Ei­ne Be­schwer­de ist in­ner­halb von fünf Ar­beits­ta­gen nach der Er­öff­nung der Ver­fü­gung ein­zu­rei­chen. Die Be­schwer­de hat kei­ne auf­schie­ben­de Wir­kung. Die Aus­län­de­rin oder der Aus­län­der kann in­ner­halb der Be­schwer­de­frist die Ge­wäh­rung der auf­schie­ben­den Wir­kung be­an­tra­gen. Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt ent­schei­det in­ner­halb von fünf Ta­gen nach Ein­gang ei­nes sol­chen An­tra­ges dar­über. Wird die auf­schie­ben­de Wir­kung in­ner­halb die­ser Frist nicht ge­währt, kann die Weg­wei­sung voll­zo­gen wer­den.

3 Zu­stän­dig für den Voll­zug der Weg­wei­sung und, so­fern not­wen­dig, für die Aus­rich­tung und Fi­nan­zie­rung von So­zi­al- oder Not­hil­fe ist der Auf­ent­halts­kan­ton der be­trof­fe­nen Per­son.

3bis Bei un­be­glei­te­ten Min­der­jäh­ri­gen ist Ar­ti­kel 64 Ab­satz 4 an­wend­bar.125

4 Die Du­blin-As­so­zi­ie­rungs­ab­kom­men sind in An­hang 1 Zif­fer 2 auf­ge­führt.

122 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 13. Ju­ni 2008 (Er­gän­zun­gen im Rah­men der Um­set­zung der Schen­gen- und Du­blin-As­so­zi­ie­rungs­ab­kom­men) (AS 2008 5407; BBl 2007 7937). Fas­sung ge­mä­ss Art. 2 Ziff. 1 des BB vom 18. Ju­ni 2010 be­tref­fend die Über­nah­me der EG-Rück­füh­rungs­richt­li­nie (Richt­li­nie 2008/115/EG), in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 5925; BBl 2009 8881).

123 Ver­ord­nung (EU) Nr. 604/2013 des Eu­ro­päi­schen Par­la­ments und des Ra­tes vom 26. Ju­ni 2013 zur Fest­le­gung der Kri­te­ri­en und Ver­fah­ren zur Be­stim­mung des Mit­glied­staats, der für die Prü­fung ei­nes von ei­nem Dritt­staats­an­ge­hö­ri­gen oder Staa­ten­lo­sen in ei­nem Mit­glied­staat ge­stell­ten An­trags auf in­ter­na­tio­na­len Schutz zu­stän­dig ist (Neu­fas­sung), Fas­sung ge­mä­ss ABl. L 180 vom 29.6.2013, S. 31.

124 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. I 1 des BB vom 26. Sept. 2014 (Über­nah­me der V[EU] Nr. 604/2013 zur Fest­le­gung der Kri­te­ri­en und Ver­fah­ren zur Be­stim­mung des Mit­glied­staats, der für die Prü­fung ei­nes An­trags auf in­ter­na­tio­na­len Schutz zu­stän­dig ist), in Kraft seit 1. Ju­li 2015 (AS 2015 1841; BBl 2014 2675).

125 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. I 1 des BB vom 26. Sept. 2014 (Über­nah­me der V[EU] Nr. 604/2013 zur Fest­le­gung der Kri­te­ri­en und Ver­fah­ren zur Be­stim­mung des Mit­glied­staats, der für die Prü­fung ei­nes An­trags auf in­ter­na­tio­na­len Schutz zu­stän­dig ist), in Kraft seit 1. Ju­li 2015 (AS 2015 1841; BBl 2014 2675).

Art. 64b Wegweisungsverfügung mit Standardformular 126

Ist ei­ne Per­son il­le­gal in die Schweiz ein­ge­reist, so wird ihr die Weg­wei­sungs­ver­fü­gung mit ei­nem Stan­dard­for­mu­lar er­öff­net.

126 Ein­ge­fügt durch Art. 2 Ziff. 1 des BB vom 18. Ju­ni 2010 be­tref­fend die Über­nah­me der EG-Rück­füh­rungs­richt­li­nie (Richt­li­nie 2008/115/EG), in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 5925; BBl 2009 8881).

Art. 64c Formlose Wegweisung 127

1 Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­der wer­den form­los weg­ge­wie­sen, wenn:

a.
sie von Bel­gi­en, Deutsch­land, Est­land, Frank­reich, Ita­li­en, Lett­land, Li­tau­en, Lu­xem­burg, den Nie­der­lan­den, Nor­we­gen, Ös­ter­reich, Po­len, Schwe­den, der Slo­wa­kei, Slo­we­ni­en, Spa­ni­en oder Un­garn auf­grund ei­nes Rück­über­nah­me­ab­kom­mens wie­der auf­ge­nom­men wer­den;
b.128
ih­nen zu­vor die Ein­rei­se nach Ar­ti­kel 14 des Schen­ge­ner Grenz­ko­dex129 ver­wei­gert wur­de.

2 Auf un­ver­züg­li­ches Ver­lan­gen der be­trof­fe­nen Per­son wird ei­ne Ver­fü­gung mit ei­nem Stan­dard­for­mu­lar er­las­sen (Art. 64b).

127 Ein­ge­fügt durch Art. 2 Ziff. 1 des BB vom 18. Ju­ni 2010 be­tref­fend die Über­nah­me der EG-Rück­füh­rungs­richt­li­nie (Richt­li­nie 2008/115/EG), in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 5925; BBl 2009 8881).

128 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 des BB vom 15. Dez. 2017 (Über­nah­me der Ver­ord­nung [EU] 2016/1624 über die Eu­ro­päi­sche Grenz- und Küs­ten­wa­che), in Kraft seit 15. Sept. 2018 (AS 2018 3161; BBl 2017 4155).

129 Vgl. die Fuss­no­te zu Art. 7 Abs. 3.

Art. 64d Ausreisefrist und sofortige Vollstreckung 130

1 Mit der Weg­wei­sungs­ver­fü­gung ist ei­ne an­ge­mes­se­ne Aus­rei­se­frist zwi­schen sie­ben und dreis­sig Ta­gen an­zu­set­zen. Ei­ne län­ge­re Aus­rei­se­frist ist an­zu­set­zen oder die Aus­rei­se­frist wird ver­län­gert, wenn be­son­de­re Um­stän­de wie die fa­mi­li­äre Si­tua­ti­on, ge­sund­heit­li­che Pro­ble­me oder ei­ne lan­ge Auf­ent­halts­dau­er dies er­for­dern.

2 Die Weg­wei­sung ist so­fort voll­streck­bar oder es kann ei­ne Aus­rei­se­frist von we­ni­ger als sie­ben Ta­gen an­ge­setzt wer­den, wenn:

a.
die be­trof­fe­ne Per­son ei­ne Ge­fahr für die öf­fent­li­che Si­cher­heit und Ord­nung oder die in­ne­re oder die äus­se­re Si­cher­heit dar­stellt;
b.
kon­kre­te An­zei­chen be­fürch­ten las­sen, dass sich die be­trof­fe­ne Per­son der Aus­schaf­fung ent­zie­hen will;
c.
ein Ge­such um Er­tei­lung ei­ner Be­wil­li­gung als of­fen­sicht­lich un­be­grün­det oder miss­bräuch­lich ab­ge­lehnt wor­den ist;
d.
die be­trof­fe­ne Per­son von ei­nem Staat nach Ar­ti­kel 64c Ab­satz 1 Buch­sta­be a auf­grund ei­nes Rück­über­nah­me­ab­kom­mens wie­der auf­ge­nom­men wird;
e.131
der be­trof­fe­nen Per­son zu­vor die Ein­rei­se nach Ar­ti­kel 14 des Schen­ge­ner Grenz­ko­dex132 ver­wei­gert wur­de (Art. 64c Abs. 1 Bst. b);
f.
die be­trof­fe­ne Per­son auf­grund der Du­blin-As­so­zi­ie­rungs­ab­kom­men weg­ge­wie­sen wird (Art. 64a).

3 Na­ment­lich die fol­gen­den kon­kre­ten An­zei­chen las­sen be­fürch­ten, dass sich die be­trof­fe­ne Per­son der Aus­schaf­fung ent­zie­hen will:

a.
Sie kommt der Mit­wir­kungs­pflicht nach Ar­ti­kel 90 nicht nach.
b.
Ihr bis­he­ri­ges Ver­hal­ten lässt dar­auf schlies­sen, dass sie sich be­hörd­li­chen An­ord­nun­gen wi­der­setzt.
c.
Sie be­tritt trotz Ein­rei­se­ver­bot das Ge­biet der Schweiz.133

130 Ein­ge­fügt durch Art. 2 Ziff. 1 des BB vom 18. Ju­ni 2010 be­tref­fend die Über­nah­me der EG-Rück­füh­rungs­richt­li­nie (Richt­li­nie 2008/115/EG), in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 5925; BBl 2009 8881).

131 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 des BB vom 15. Dez. 2017 (Über­nah­me der Ver­ord­nung [EU] 2016/1624 über die Eu­ro­päi­sche Grenz- und Küs­ten­wa­che), in Kraft seit 15. Sept. 2018 (AS 2018 3161; BBl 2017 4155).

132 Vgl. die Fuss­no­te zu Art. 7 Abs. 3.

133 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 14. Dez. 2018 (Ver­fah­rens­re­ge­lun­gen und In­for­ma­ti­ons­sys­te­me), in Kraft seit 1. Ju­ni 2019 (AS 2019 1413; BBl 2018 1685).

Art. 64e Verpflichtungen nach Eröffnung einer Wegweisungsverfügung 134

Die zu­stän­di­ge Be­hör­de kann Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­der nach der Er­öff­nung ei­ner Weg­wei­sungs­ver­fü­gung ver­pflich­ten:

a.
sich re­gel­mäs­sig bei ei­ner Be­hör­de zu mel­den;
b.
an­ge­mes­se­ne fi­nan­zi­el­le Si­cher­hei­ten zu leis­ten;
c.
Rei­se­do­ku­men­te zu hin­ter­le­gen.

134 Ein­ge­fügt durch Art. 2 Ziff. 1 des BB vom 18. Ju­ni 2010 be­tref­fend die Über­nah­me der EG-Rück­füh­rungs­richt­li­nie (Richt­li­nie 2008/115/EG), in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 5925; BBl 2009 8881).

Art. 64f Übersetzung der Wegweisungsverfügung 135

1 Die zu­stän­di­ge Be­hör­de stellt si­cher, dass die Weg­wei­sungs­ver­fü­gung auf Ver­lan­gen schrift­lich oder münd­lich in ei­ne Spra­che über­setzt wird, die von der be­trof­fe­nen Per­son ver­stan­den wird oder von der aus­ge­gan­gen wer­den kann, dass sie sie ver­steht.

2 Wird die Weg­wei­sungs­ver­fü­gung mit­tels Stan­dard­for­mu­lar nach Ar­ti­kel 64ber­öff­net, so er­folgt kei­ne Über­set­zung. Den be­trof­fe­nen Per­so­nen ist ein In­for­ma­ti­ons­blatt mit Er­läu­te­run­gen zur Weg­wei­sungs­ver­fü­gung ab­zu­ge­ben.

135 Ein­ge­fügt durch Art. 2 Ziff. 1 des BB vom 18. Ju­ni 2010 be­tref­fend die Über­nah­me der EG-Rück­füh­rungs­richt­li­nie (Richt­li­nie 2008/115/EG), in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 5925; BBl 2009 8881).

Art. 65 Einreiseverweigerung und Wegweisung am Flughafen 136

1 Wird die Ein­rei­se bei der Grenz­kon­trol­le am Flug­ha­fen ver­wei­gert, so hat die Aus­län­de­rin oder der Aus­län­der die Schweiz un­ver­züg­lich zu ver­las­sen.

2 Die für die Grenz­kon­trol­le zu­stän­di­ge Be­hör­de er­lässt im Na­men des SEM in­ner­halb von 48 Stun­den ei­ne be­grün­de­te Ver­fü­gung auf dem For­mu­lar nach An­hang V Teil B des Schen­ge­ner Grenz­ko­dex137. Ge­gen die­se Ver­fü­gung kann beim SEM in­ner­halb von 48 Stun­den nach der Er­öff­nung schrift­lich Ein­spra­che er­ho­ben wer­den. Die Ein­spra­che hat kei­ne auf­schie­ben­de Wir­kung. Das SEM ent­schei­det in­ner­halb von 48 Stun­den über die Ein­spra­che.138

2bis Ge­gen den Ein­spra­cheent­scheid des SEM kann in­ner­halb von 48 Stun­den nach der Er­öff­nung Be­schwer­de er­ho­ben wer­den. Die Be­schwer­de hat kei­ne auf­schie­ben­de Wir­kung. Die Be­schwer­de­in­stanz ent­schei­det in­ner­halb von 72 Stun­den über die Be­schwer­de.139

3 Weg­ge­wie­se­nen Per­so­nen wird zur Vor­be­rei­tung ih­rer Wei­ter­rei­se für längs­tens 15 Ta­ge der Auf­ent­halt in den in­ter­na­tio­na­len Tran­sit­zo­nen der Flug­hä­fen ge­stat­tet, so­fern nicht die Aus­schaf­fung (Art. 69) oder die Aus­schaf­fungs- oder Durch­set­zungs­haft (Art. 76–78) an­ge­ord­net wird. Vor­be­hal­ten blei­ben die Be­stim­mun­gen über die vor­läu­fi­ge Auf­nah­me (Art. 83) und die Ein­rei­chung ei­nes Asyl­ge­suchs (Art. 22 AsylG140).141

136 Fas­sung ge­mä­ss Art. 2 des BB vom 13. Ju­ni 2008 über die Ge­neh­mi­gung und die Um­set­zung des No­ten­aus­tauschs zwi­schen der Schweiz und der Eu­ro­päi­schen Ge­mein­schaft be­tref­fend die Über­nah­me des Schen­ge­ner Grenz­ko­dex, in Kraft seit 12. Dez. 2008 (AS 2008 56295405Art. 2 Bst. b; BBl 2007 7937).

137 Ver­ord­nung (EU) 2016/399 des Eu­ro­päi­schen Par­la­ments und des Ra­tes vom 9. März 2016 über einen Ge­mein­schafts­ko­dex für das Über­schrei­ten der Gren­ze durch Per­so­nen (Schen­ge­ner Grenz­ko­dex), ABl. L 77 vom 23.3.2016, S. 1; ge­än­dert durch Ver­ord­nung (EU) 2017/458, ABl. L 74 vom 18.3.2017, S. 1.

138 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 14. Dez. 2018 (Ver­fah­rens­re­ge­lun­gen und In­for­ma­ti­ons­sys­te­me), in Kraft seit 1. Ju­ni 2019 (AS 2019 1413; BBl 2018 1685).

139 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 14. Dez. 2018 (Ver­fah­rens­re­ge­lun­gen und In­for­ma­ti­ons­sys­te­me), in Kraft seit 1. Ju­ni 2019 (AS 2019 1413; BBl 2018 1685).

140 SR 142.31

141 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. Ju­ni 2014 (Sorg­falts- und Mel­de­pflicht­ver­let­zun­gen durch Luft­ver­kehrs­un­ter­neh­men, In­for­ma­ti­ons­sys­te­me), in Kraft seit 1. Okt. 2015 (AS 2015 3023; BBl 2013 2561).

Art. 66142

142 Auf­ge­ho­ben durch Art. 2 Ziff. 1 des BB vom 18. Ju­ni 2010 be­tref­fend die Über­nah­me der EG-Rück­füh­rungs­richt­li­nie (Richt­li­nie 2008/115/EG), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 5925; BBl 2009 8881).

Art. 67 Einreiseverbot 143

1 Das SEM ver­fügt un­ter Vor­be­halt von Ab­satz 5 Ein­rei­se­ver­bo­te ge­gen­über weg­ge­wie­se­nen Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­dern, wenn:

a.
die Weg­wei­sung nach Ar­ti­kel 64d Ab­satz 2 Buch­sta­ben a–c so­fort voll­streckt wird;
b.
die­se nicht in­ner­halb der an­ge­setz­ten Frist aus­ge­reist sind.

2 Es144 kann Ein­rei­se­ver­bo­te ge­gen­über Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­dern ver­fü­gen, die:

a.
ge­gen die öf­fent­li­che Si­cher­heit und Ord­nung in der Schweiz oder im Aus­land ver­stos­sen ha­ben oder die­se ge­fähr­den;
b.
So­zi­al­hil­fe­kos­ten ver­ur­sacht ha­ben;
c.
in Vor­be­rei­tungs-, Aus­schaf­fungs- oder Durch­set­zungs­haft (Art. 75–78) ge­nom­men wor­den sind.

3 Das Ein­rei­se­ver­bot wird für ei­ne Dau­er von höchs­tens fünf Jah­ren ver­fügt. Es kann für ei­ne län­ge­re Dau­er ver­fügt wer­den, wenn die be­trof­fe­ne Per­son ei­ne schwer­wie­gen­de Ge­fahr für die öf­fent­li­che Si­cher­heit und Ord­nung dar­stellt.

4 Das Bun­des­amt für Po­li­zei (fed­pol) kann zur Wah­rung der in­ne­ren oder der äus­se­ren Si­cher­heit der Schweiz ge­gen­über Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­dern ein Ein­rei­se­ver­bot ver­fü­gen; es hört den Nach­rich­ten­dienst des Bun­des (NDB) vor­gän­gig an. Das fed­pol kann Ein­rei­se­ver­bo­te für ei­ne Dau­er von mehr als fünf Jah­ren und in schwer­wie­gen­den Fäl­len un­be­fris­tet ver­fü­gen.

5 Die ver­fü­gen­de Be­hör­de kann aus­nahms­wei­se aus hu­ma­ni­tär­en oder an­de­ren wich­ti­gen Grün­den von der Ver­hän­gung ei­nes Ein­rei­se­ver­bots ab­se­hen oder ein Ein­rei­se­ver­bot end­gül­tig oder vor­über­ge­hend auf­he­ben. Da­bei sind na­ment­lich die Grün­de, die zum Ein­rei­se­ver­bot ge­führt ha­ben, so­wie der Schutz der öf­fent­li­chen Si­cher­heit und Ord­nung und die Wah­rung der in­ne­ren oder äus­se­ren Si­cher­heit der Schweiz ge­gen­über den pri­va­ten In­ter­es­sen der be­trof­fe­nen Per­son an ei­ner Auf­he­bung ab­zu­wä­gen.145

143 Fas­sung ge­mä­ss Art. 2 Ziff. 1 des BB vom 18. Ju­ni 2010 be­tref­fend die Über­nah­me der EG-Rück­füh­rungs­richt­li­nie (Richt­li­nie 2008/115/EG), in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 5925; BBl 2009 8881).

144 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. I 1 Abs. 1 des BG vom 15. Ju­ni 2012 über Mass­nah­men ge­gen Zwangs­hei­ra­ten, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1035; BBl 2011 2185).

145 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 des BG vom 20. März 2015 (Um­set­zung von Art. 121 Abs. 3–6 BV über die Aus­schaf­fung kri­mi­nel­ler Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­der), in Kraft seit 1. Okt. 2016 (AS 2016 2329; BBl 2013 5975).

Art. 68 Ausweisung

1 Fed­pol kann zur Wah­rung der in­ne­ren oder der äus­se­ren Si­cher­heit der Schweiz ge­gen­über Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­dern ei­ne Aus­wei­sung ver­fü­gen; es hört den NDB vor­gän­gig an.146

2 Mit der Aus­wei­sung ist ei­ne an­ge­mes­se­ne Aus­rei­se­frist an­zu­set­zen.

3 Die Aus­wei­sung wird mit ei­nem be­fris­te­ten oder un­be­fris­te­ten Ein­rei­se­ver­bot ver­bun­den. Die ver­fü­gen­de Be­hör­de kann das Ein­rei­se­ver­bot vor­über­ge­hend auf­he­ben, wenn wich­ti­ge Grün­de vor­lie­gen.

4 Wenn die be­trof­fe­ne Per­son er­heb­lich oder wie­der­holt ge­gen die öf­fent­li­che Si­cher­heit und Ord­nung ver­stos­sen hat oder die­se ge­fähr­det oder die in­ne­re oder die äus­se­re Si­cher­heit ge­fähr­det, ist die Aus­wei­sung so­fort voll­streck­bar.

146 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 2 der V vom 12. Dez. 2008 über die An­pas­sung ge­setz­li­cher Be­stim­mun­gen in­fol­ge Über­füh­rung der nach­rich­ten­dienst­li­chen Tei­le des Diens­tes für Ana­ly­se und Prä­ven­ti­on zum VBS, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 6261).

Art. 68a Ausschreibung im Schengener Informationssystem 147

1 und 2

3 Das SEM kann bio­me­tri­sche Da­ten, die schon im au­to­ma­ti­sier­ten Fin­ger­ab­druck-Iden­ti­fi­ka­ti­ons­sys­tem nach Ar­ti­kel 354 StGB (AFIS) oder im ZE­MIS ver­füg­bar sind, an das SIS lie­fern. Die Lie­fe­rung kann au­to­ma­ti­siert er­fol­gen.

4

5 Fed­pol kann bei sei­nen Aus­schrei­bun­gen die schon im AFIS ver­füg­ba­ren bio­me­tri­schen Da­ten an das SIS lie­fern. Die Lie­fe­rung kann au­to­ma­ti­siert er­fol­gen. Sind kei­ne bio­me­tri­schen Da­ten vor­han­den, so kann fed­pol de­ren nach­träg­li­che Er­he­bung bei den Be­hör­den, die einen Tref­fer auf die­se Aus­schrei­bun­gen fest­stel­len, an­ord­nen.

6

147 Ein­ge­fügt durch An­hang 1 Ziff. 1 des BB vom 18. Dez. 2020 über die Ge­neh­mi­gung und die Um­set­zung der No­ten­aus­tau­sche zwi­schen der Schweiz und der EU be­tref­fend die Über­nah­me der Rechts­grund­la­gen über die Ein­rich­tung, den Be­trieb und die Nut­zung des Schen­ge­ner In­for­ma­ti­ons­sys­tems (SIS), Abs. 3 und 5in Kraft seit 1. Ju­li 2021 (AS 2021 365; BBl 2020 3465).

4. Abschnitt: Ausschaffung und internationale Rückführungseinsätze 148

148 Fassung gemäss Anhang Ziff. 1 des BB vom 15. Dez. 2017 (Übernahme der Verordnung [EU] 2016/1624 über die Europäische Grenz- und Küstenwache), in Kraft seit 15. Sept. 2018 (AS 2018 3161; BBl 2017 4155).

Art. 69 Anordnung der Ausschaffung

1 Die zu­stän­di­ge kan­to­na­le Be­hör­de schafft Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­der aus, wenn:

a.
die­se die Frist, die ih­nen zur Aus­rei­se ge­setzt wor­den ist, ver­strei­chen las­sen;
b.
de­ren Weg- oder Aus­wei­sung so­fort voll­zo­gen wer­den kann;
c.149
die­se sich in Haft nach den Ar­ti­keln 76 und 77 be­fin­den und ein rechts­kräf­ti­ger Aus- oder Weg­wei­sungs­ent­scheid oder ein rechts­kräf­ti­ger Ent­scheid über die Lan­des­ver­wei­sung nach Ar­ti­kel 66a oder 66abis StGB150 oder Ar­ti­kel 49a oder 49abis MStG151 vor­liegt.

2 Ha­ben Aus­län­de­rin­nen oder Aus­län­der die Mög­lich­keit, recht­mäs­sig in meh­re­re Staa­ten aus­zu­rei­sen, so kann die zu­stän­di­ge Be­hör­de sie in das Land ih­rer Wahl aus­schaf­fen.

3 Die zu­stän­di­ge Be­hör­de kann die Aus­schaf­fung um einen an­ge­mes­se­nen Zeit­raum auf­schie­ben, wenn be­son­de­re Um­stän­de wie ge­sund­heit­li­che Pro­ble­me der be­trof­fe­nen Per­son oder feh­len­de Trans­port­mög­lich­kei­ten dies er­for­dern. Die zu­stän­di­ge Be­hör­de be­stä­tigt der be­trof­fe­nen Per­son den Auf­schub der Aus­schaf­fung schrift­lich.152

4 Die zu­stän­di­ge Be­hör­de stellt vor der Aus­schaf­fung von un­be­glei­te­ten min­der­jäh­ri­gen Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­dern si­cher, dass die­se im Rück­kehrstaat ei­nem Fa­mi­li­en­mit­glied, ei­nem Vor­mund oder ei­ner Auf­nah­me­ein­rich­tung über­ge­ben wer­den, wel­che den Schutz des Kin­des ge­währ­leis­ten.153

149 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 14. Dez. 2018 (Ver­fah­rens­re­ge­lun­gen und In­for­ma­ti­ons­sys­te­me), in Kraft seit 1. Ju­ni 2019 (AS 2019 1413; BBl 2018 1685).

150 SR 311.0

151 SR 321.0

152 Ein­ge­fügt durch Art. 2 Ziff. 1 des BB vom 18. Ju­ni 2010 be­tref­fend die Über­nah­me der EG-Rück­füh­rungs­richt­li­nie (Richt­li­nie 2008/115/EG), in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 5925; BBl 2009 8881).

153 Ein­ge­fügt durch Art. 2 Ziff. 1 des BB vom 18. Ju­ni 2010 be­tref­fend die Über­nah­me der EG-Rück­füh­rungs­richt­li­nie (Richt­li­nie 2008/115/EG), in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 5925; BBl 2009 8881).

Art. 70 Durchsuchung

1 Die zu­stän­di­ge kan­to­na­le Be­hör­de kann wäh­rend ei­nes Aus- oder Weg­wei­sungs­ver­fah­rens die be­trof­fe­ne Per­son so­wie Sa­chen, die sie mit­führt, zur Si­cher­stel­lung von Rei­se- und Iden­ti­täts­pa­pie­ren durch­su­chen las­sen. Die Durch­su­chung darf nur von ei­ner Per­son glei­chen Ge­schlechts durch­ge­führt wer­den.

2 Ist ein ers­tin­stanz­li­cher Ent­scheid er­gan­gen, so kann die rich­ter­li­che Be­hör­de die Durch­su­chung ei­ner Woh­nung oder an­de­rer Räu­me an­ord­nen, wenn der Ver­dacht be­steht, dass sich ei­ne weg- oder aus­zu­wei­sen­de Per­son dar­in ver­bor­gen hält, oder dass für das Ver­fah­ren und den Voll­zug be­nö­tig­te Rei­se- und Iden­ti­täts­pa­pie­re dar­in ver­steckt wer­den.154

154 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 des BG vom 14. Dez. 2012, in Kraft seit 1. Fe­br. 2014 (AS 2013 43755357; BBl 2010 4455, 2011 7325).

Art. 71 Unterstützung der Vollzugsbehörden durch den Bund

Das Eid­ge­nös­si­sche Jus­tiz- und Po­li­zei­de­par­te­ment (EJPD) un­ter­stützt die mit dem Voll­zug der Weg- oder Aus­wei­sung oder der Lan­des­ver­wei­sung nach Ar­ti­kel 66aoder 66abis StGB155 oder Ar­ti­kel 49aoder 49abis MStG156 von Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­dern be­trau­ten Kan­to­ne, in­dem es ins­be­son­de­re:157

a.
bei der Be­schaf­fung von Rei­se­do­ku­men­ten mit­wirkt;
b.
die Rei­se or­ga­ni­siert;
c.158
die Zu­sam­men­ar­beit zwi­schen den be­trof­fe­nen Kan­to­nen und dem EDA si­cher­stellt.

155 SR 311.0

156 SR 321.0

157 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 des BB vom 15. Dez. 2017 (Über­nah­me der Ver­ord­nung [EU] 2016/1624 über die Eu­ro­päi­sche Grenz- und Küs­ten­wa­che), in Kraft seit 15. Sept. 2018 (AS 2018 3161; BBl 2017 4155).

158 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. Ju­ni 2014 (Sorg­falts- und Mel­de­pflicht­ver­let­zun­gen durch Luft­ver­kehrs­un­ter­neh­men, In­for­ma­ti­ons­sys­te­me), in Kraft seit 1. Okt. 2015 (AS 2015 3023; BBl 2013 2561).

Art. 71a Internationale Rückführungseinsätze 159

1 Das SEM und die Kan­to­ne wir­ken ge­stützt auf die Ver­ord­nung (EU) 2016/1624160 bei in­ter­na­tio­na­len Rück­füh­rungs­ein­sät­zen mit.

2 Das EJPD kann mit der für die Über­wa­chung der Schen­gen-Aus­sen­gren­zen zu­stän­di­gen Agen­tur der Eu­ro­päi­schen Uni­on Ver­ein­ba­run­gen über den Ein­satz von Per­so­nal des SEM und der Kan­to­ne für in­ter­na­tio­na­le Rück­füh­rungs­ein­sät­ze so­wie über den Ein­satz von Drit­ten für die Über­wa­chung der Rück­füh­run­gen ab­sch­lies­sen.

3 Das EJPD schliesst mit den Kan­to­nen ei­ne Ver­ein­ba­rung über die Mo­da­li­tä­ten des Per­so­nal­ein­sat­zes ab.

159 Ein­ge­fügt durch Art. 2 Ziff. 1 des BB vom 18. Ju­ni 2010 be­tref­fend die Über­nah­me der EG-Rück­füh­rungs­richt­li­nie (Richt­li­nie 2008/115/EG) (AS 2010 5925; BBl 2009 8881). Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 des BB vom 15. Dez. 2017 (Über­nah­me der Ver­ord­nung [EU] 2016/1624 über die Eu­ro­päi­sche Grenz- und Küs­ten­wa­che), in Kraft seit 15. Sept. 2018 (AS 2018 3161; BBl 2017 4155).

160 Ver­ord­nung (EU) 2016/1624 des Eu­ro­päi­schen Par­la­ments und des Ra­tes vom 14. Sep­tem­ber 2016 über die Eu­ro­päi­sche Grenz- und Küs­ten­wa­che und zur Än­de­rung der Ver­ord­nung (EU) 2016/399 des Eu­ro­päi­schen Par­la­ments und des Ra­tes so­wie zur Auf­he­bung der Ver­ord­nung (EG) Nr. 863/2007 des Eu­ro­päi­schen Par­la­ments und des Ra­tes, der Ver­ord­nung (EG) Nr. 2007/2004 des Ra­tes und der Ent­schei­dung des Ra­tes 2005/267/EG, Fas­sung ge­mä­ss ABl. L 251 vom 16.9.2016, S. 1.

Art. 71abis Überwachung von Ausschaffungen und internationalen Rückführungseinsätzen 161

1 Der Bun­des­rat re­gelt das Ver­fah­ren und die Zu­stän­dig­kei­ten zur Über­wa­chung von Aus­schaf­fun­gen und in­ter­na­tio­na­len Rück­füh­rungs­ein­sät­zen.

2 Er kann Drit­te mit Auf­ga­ben im Rah­men der Über­wa­chung von Aus­schaf­fun­gen und in­ter­na­tio­na­len Rück­füh­rungs­ein­sät­zen be­trau­en.

161 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 1 des BB vom 15. Dez. 2017 (Über­nah­me der Ver­ord­nung [EU] 2016/1624 über die Eu­ro­päi­sche Grenz- und Küs­ten­wa­che), in Kraft seit 15. Sept. 2018 (AS 2018 3161; BBl 2017 4155).

Art. 71b Weitergabe medizinischer Daten zur Beurteilung der Transportfähigkeit 162

1 Die be­han­deln­de me­di­zi­ni­sche Fach­per­son gibt auf An­fra­ge die für die Be­ur­tei­lung der Trans­port­fä­hig­keit not­wen­di­gen me­di­zi­ni­schen Da­ten von Per­so­nen mit ei­nem rechts­kräf­ti­gen Weg- oder Aus­wei­sungs­ent­scheid an die fol­gen­den Be­hör­den wei­ter, so­weit die­se die Da­ten zur Er­fül­lung ih­rer ge­setz­li­chen Auf­ga­ben be­nö­ti­gen:

a.
die für die Weg- oder Aus­wei­sung zu­stän­di­gen kan­to­na­len Be­hör­den;
b.
die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter des SEM, die für die zen­tra­le Or­ga­ni­sa­ti­on und Ko­or­di­na­ti­on des zwangs­wei­sen Weg- und Aus­wei­sungs­voll­zugs zu­stän­dig sind;
c.
die me­di­zi­ni­schen Fach­per­so­nen, die im Auf­trag des SEM die me­di­zi­ni­sche Über­wa­chung beim Voll­zug der Weg- oder Aus­wei­sung im Zeit­punkt der Aus­rei­se wahr­neh­men.

2 Der Bun­des­rat re­gelt die Auf­be­wah­rung und Lö­schung der Da­ten.

162 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 1 des BG vom 25. Sept. 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2016 3101, 2017 6171; BBl 2014 7991).

Art. 72163

163 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. IV 2 des BG vom 16. Dez. 2005, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2008 (AS 2006 4745, 2007 5573; BBl 2002 3709).

5. Abschnitt: Zwangsmassnahmen

Art. 73 Kurzfristige Festhaltung

1 Die zu­stän­di­ge Be­hör­de des Bun­des oder des Kan­tons kann Per­so­nen oh­ne Kurz­auf­ent­halts-, Auf­ent­halts- oder Nie­der­las­sungs­be­wil­li­gung fest­hal­ten:

a.
zur Er­öff­nung ei­ner Ver­fü­gung im Zu­sam­men­hang mit ih­rem Auf­ent­haltss­ta­tus;
b.
zur Fest­stel­lung ih­rer Iden­ti­tät oder Staats­an­ge­hö­rig­keit, so­weit da­zu ih­re per­sön­li­che Mit­wir­kung er­for­der­lich ist.

2 Die Per­son darf nur für die Dau­er der er­for­der­li­chen Mit­wir­kung oder Be­fra­gung so­wie des al­len­falls er­for­der­li­chen Trans­ports, höchs­tens aber drei Ta­ge fest­ge­hal­ten wer­den.

3 Wird ei­ne Per­son fest­ge­hal­ten, so muss sie:

a.
über den Grund ih­rer Fest­hal­tung in­for­miert wer­den;
b.
die Mög­lich­keit ha­ben, mit den sie be­wa­chen­den Per­so­nen Kon­takt auf­zu­neh­men, wenn sie Hil­fe be­nö­tigt.

4 Dau­ert die Fest­hal­tung vor­aus­sicht­lich län­ger als 24 Stun­den, so ist der be­trof­fe­nen Per­son zu­vor Ge­le­gen­heit zu ge­ben, dring­li­che per­sön­li­che An­ge­le­gen­hei­ten zu er­le­di­gen oder er­le­di­gen zu las­sen.

5 Auf Ge­such hin hat die zu­stän­di­ge rich­ter­li­che Be­hör­de die Recht­mäs­sig­keit der Fest­hal­tung nach­träg­lich zu über­prü­fen.

6 Die Dau­er der Fest­hal­tung wird nicht an die Dau­er ei­ner all­fäl­li­gen Aus­schaf­fungs­haft, Vor­be­rei­tungs­haft oder Durch­set­zungs­haft an­ge­rech­net.

Art. 74 Ein- und Ausgrenzung

1 Die zu­stän­di­ge kan­to­na­le Be­hör­de kann ei­ner Per­son die Auf­la­ge ma­chen, ein ihr zu­ge­wie­se­nes Ge­biet nicht zu ver­las­sen oder ein be­stimm­tes Ge­biet nicht zu be­tre­ten, wenn:

a.
sie kei­ne Kurz­auf­ent­halts-, Auf­ent­halts- oder Nie­der­las­sungs­be­wil­li­gung be­sitzt und sie die öf­fent­li­che Si­cher­heit und Ord­nung stört oder ge­fähr­det; die­se Mass­nah­me dient ins­be­son­de­re der Be­kämp­fung des wi­der­recht­li­chen Be­täu­bungs­mit­tel­han­dels; oder
b.164
ein rechts­kräf­ti­ger Weg- oder Aus­wei­sungs­ent­scheid vor­liegt und kon­kre­te An­zei­chen be­fürch­ten las­sen, dass die be­trof­fe­ne Per­son nicht in­ner­halb der Aus­rei­se­frist aus­rei­sen wird, oder sie die ihr an­ge­setz­te Aus­rei­se­frist nicht ein­ge­hal­ten hat;
c.165
die Aus­schaf­fung auf­ge­scho­ben wur­de (Art. 69 Abs. 3).

1bis Die zu­stän­di­ge kan­to­na­le Be­hör­de macht ei­ner Per­son, die in ei­nem be­son­de­ren Zen­trum nach Ar­ti­kel 24aAsylG166 un­ter­ge­bracht wird, die Auf­la­ge, ein ihr zu­ge­wie­se­nes Ge­biet nicht zu ver­las­sen oder ein be­stimm­tes Ge­biet nicht zu be­tre­ten.167

2 Die­se Mass­nah­men wer­den von der Be­hör­de des Kan­tons an­ge­ord­net, der für den Voll­zug der Weg- oder Aus­wei­sung zu­stän­dig ist. Für Per­so­nen, wel­che sich in den Zen­tren des Bun­des auf­hal­ten, ist der Stand­ort­kan­ton zu­stän­dig. Das Ver­bot, ein be­stimm­tes Ge­biet zu be­tre­ten, kann auch von der Be­hör­de des Kan­tons er­las­sen wer­den, in dem die­ses Ge­biet liegt.168

3 Ge­gen die An­ord­nung die­ser Mass­nah­men kann bei ei­ner kan­to­na­len rich­ter­li­chen Be­hör­de Be­schwer­de ge­führt wer­den. Die Be­schwer­de hat kei­ne auf­schie­ben­de Wir­kung.

164 Fas­sung ge­mä­ss Art. 2 Ziff. 1 des BB vom 18. Ju­ni 2010 be­tref­fend die Über­nah­me der EG-Rück­füh­rungs­richt­li­nie (Richt­li­nie 2008/115/EG), in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 5925; BBl 2009 8881).

165 Ein­ge­fügt durch Art. 2 Ziff. 1 des BB vom 18. Ju­ni 2010 be­tref­fend die Über­nah­me der EG-Rück­füh­rungs­richt­li­nie (Richt­li­nie 2008/115/EG), in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 5925; BBl 2009 8881).

166 SR 142.31

167 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 1 des BG vom 25. Sept. 2015, in Kraft seit 1. März 2019 (AS 2016 3101, 2018 2855; BBl 2014 7991).

168 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 des BG vom 25. Sept. 2015, in Kraft seit 1. März 2019 (AS 2016 3101, 2018 2855; BBl 2014 7991).

Art. 75 Vorbereitungshaft

1 Um die Durch­füh­rung ei­nes Weg­wei­sungs­ver­fah­rens oder ei­nes straf­recht­li­chen Ver­fah­rens, in dem ei­ne Lan­des­ver­wei­sung nach Ar­ti­kel 66a oder 66abis StGB169 oder Ar­ti­kel 49a oder 49abis MStG170 droht, si­cher­zu­stel­len, kann die zu­stän­di­ge kan­to­na­le Be­hör­de ei­ne Per­son, die kei­ne Kurz­auf­ent­halts-, Auf­ent­halts- oder Nie­der­las­sungs­be­wil­li­gung be­sitzt, wäh­rend der Vor­be­rei­tung des Ent­schei­des über ih­re Auf­ent­halts­be­rech­ti­gung für höchs­tens sechs Mo­na­te in Haft neh­men, wenn sie:171

a.172
sich im Asyl­ver­fah­ren, im Weg­wei­sungs­ver­fah­ren oder im straf­recht­li­chen Ver­fah­ren, in dem ei­ne Lan­des­ver­wei­sung nach Ar­ti­kel 66a oder 66abis StGB oder Ar­ti­kel 49a oder 49abis MStG droht, wei­gert, ih­re Iden­ti­tät of­fen­zu­le­gen, meh­re­re Asyl­ge­su­che un­ter ver­schie­de­nen Iden­ti­tä­ten ein­reicht, wie­der­holt ei­ner Vor­la­dung oh­ne aus­rei­chen­de Grün­de nicht Fol­ge leis­tet oder an­de­re An­ord­nun­gen der Be­hör­den im Asyl­ver­fah­ren miss­ach­tet;
b.
ein ihr nach Ar­ti­kel 74 zu­ge­wie­se­nes Ge­biet ver­lässt oder ein ihr ver­bo­te­nes Ge­biet be­tritt;
c.
trotz Ein­rei­se­ver­bot das Ge­biet der Schweiz be­tritt und nicht so­fort weg­ge­wie­sen wer­den kann;
d.
nach ei­nem rechts­kräf­ti­gen Wi­der­ruf (Art. 62 und 63) oder ei­ner Nicht­ver­län­ge­rung der Be­wil­li­gung we­gen Ver­let­zung oder Ge­fähr­dung der öf­fent­li­chen Si­cher­heit und Ord­nung oder we­gen Ge­fähr­dung der in­ne­ren oder der äus­se­ren Si­cher­heit weg­ge­wie­sen wur­de und ein Asyl­ge­such ein­reicht;
e.
nach ei­ner Aus­wei­sung (Art. 68) ein Asyl­ge­such ein­reicht;
f.
sich rechts­wid­rig in der Schweiz auf­hält, ein Asyl­ge­such ein­reicht und da­mit of­fen­sicht­lich bezweckt, den dro­hen­den Voll­zug ei­ner Weg- oder Aus­wei­sung zu ver­mei­den; ein sol­cher Zweck ist zu ver­mu­ten, wenn ei­ne frü­he­re Ein­rei­chung des Asyl­ge­suchs mög­lich und zu­mut­bar war und wenn das Ge­such in ei­nem en­gen zeit­li­chen Zu­sam­men­hang mit ei­ner Ver­haf­tung, ei­nem Straf­ver­fah­ren, dem Voll­zug ei­ner Stra­fe oder dem Er­lass ei­ner Weg­wei­sungs­ver­fü­gung ein­ge­reicht wird;
g.
Per­so­nen ernst­haft be­droht oder an Leib und Le­ben er­heb­lich ge­fähr­det und des­halb straf­recht­lich ver­folgt wird oder ver­ur­teilt wor­den ist;
h.
we­gen ei­nes Ver­bre­chens ver­ur­teilt wor­den ist.

1bis ...173

2 Die zu­stän­di­ge Be­hör­de ent­schei­det über die Auf­ent­halts­be­rech­ti­gung der in­haf­tier­ten Per­son oh­ne Ver­zug.

169 SR 311.0

170 SR 321.0

171 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 des BG vom 20. März 2015 (Um­set­zung von Art. 121 Abs. 3–6 BV über die Aus­schaf­fung kri­mi­nel­ler Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­der), in Kraft seit 1. Okt. 2016 (AS 2016 2329; BBl 2013 5975).

172 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 des BG vom 20. März 2015 (Um­set­zung von Art. 121 Abs. 3–6 BV über die Aus­schaf­fung kri­mi­nel­ler Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­der), in Kraft seit 1. Okt. 2016 (AS 2016 2329; BBl 2013 5975).

173 Ein­ge­fügt durch Art. 2 Ziff. 1 des BB vom 18. Ju­ni 2010 be­tref­fend die Über­nah­me der EG-Rück­füh­rungs­richt­li­nie (Richt­li­nie 2008/115/EG) (AS 2010 5925; BBl 2009 8881). Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. I 1 des BB vom 26. Sept. 2014 (Über­nah­me der V[EU] Nr. 604/2013 zur Fest­le­gung der Kri­te­ri­en und Ver­fah­ren zur Be­stim­mung des Mit­glied­staats, der für die Prü­fung ei­nes An­trags auf in­ter­na­tio­na­len Schutz zu­stän­dig ist), mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2015 (AS 2015 1841; BBl 2014 2675).

Art. 76 Ausschaffungshaft

1 Wur­de ein ers­tin­stanz­li­cher Weg- oder Aus­wei­sungs­ent­scheid er­öff­net oder ei­ne ers­tin­stanz­li­che Lan­des­ver­wei­sung nach Ar­ti­kel 66a oder 66abis StGB174 oder Ar­ti­kel 49aoder 49abis MStG175, so kann die zu­stän­di­ge Be­hör­de die be­trof­fe­ne Per­son zur Si­cher­stel­lung des Voll­zugs:176

a.
in Haft be­las­sen, wenn sie sich ge­stützt auf Ar­ti­kel 75 be­reits in Haft be­fin­det;
b.
in Haft neh­men, wenn:
1.177
Grün­de nach Ar­ti­kel 75 Ab­satz 1 Buch­sta­ben a, b, c, f, g oder h vor­lie­gen,
2.178
...
3.179
kon­kre­te An­zei­chen be­fürch­ten las­sen, dass sie sich der Aus­schaf­fung ent­zie­hen will, ins­be­son­de­re weil sie der Mit­wir­kungs­pflicht nach Ar­ti­kel 90 die­ses Ge­set­zes so­wie Ar­ti­kel 8 Ab­satz 1 Buch­sta­be a oder Ab­satz 4 AsylG180 nicht nach­kommt,
4.
ihr bis­he­ri­ges Ver­hal­ten dar­auf schlies­sen lässt, dass sie sich be­hörd­li­chen An­ord­nun­gen wi­der­setzt,
5.181
der Weg­wei­sungs­ent­scheid in ei­nem Zen­trum des Bun­des er­öff­net wird und der Voll­zug der Weg­wei­sung ab­seh­bar ist.
6.182
...

1bis Die Haft­an­ord­nung in Du­blin-Fäl­len rich­tet sich nach Ar­ti­kel 76a.183

2 Die Haft nach Ab­satz 1 Buch­sta­be b Zif­fer 5 darf höchs­tens 30 Ta­ge dau­ern.184

3 Die Haft­ta­ge sind an die Höchst­dau­er nach Ar­ti­kel 79 an­zu­rech­nen.185

4 Die für den Voll­zug der Weg­wei­sung, der Aus­wei­sung oder der Lan­des­ver­wei­sung nach Ar­ti­kel 66a oder 66abis StGB oder Ar­ti­kel 49a oder 49abis MStG not­wen­di­gen Vor­keh­ren sind um­ge­hend zu tref­fen.186

174 SR 311.0

175 SR 321.0

176 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. IV 1 des BG vom 25. Sept. 2015, in Kraft seit 1. März 2019 (AS 2016 3101, 2018 2855; BBl 2014 7991).

177 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. I 1 des BB vom 26. Sept. 2014 (Über­nah­me der V[EU] Nr. 604/2013 zur Fest­le­gung der Kri­te­ri­en und Ver­fah­ren zur Be­stim­mung des Mit­glied­staats, der für die Prü­fung ei­nes An­trags auf in­ter­na­tio­na­len Schutz zu­stän­dig ist), in Kraft seit 1. Ju­li 2015 (AS 2015 1841; BBl 2014 2675).

178 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 1 des BG vom 14. Dez. 2012, mit Wir­kung seit 1. Fe­br. 2014 (AS 2013 43755357; BBl 2010 4455, 2011 7325).

179 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 des BG vom 25. Sept. 2015, in Kraft seit 1. März 2019 (AS 2016 3101, 2018 2855; BBl 2014 7991).

180 SR 142.31

181 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 des BG vom 25. Sept. 2015, in Kraft seit 1. März 2019 (AS 2016 3101, 2018 2855; BBl 2014 7991).

182 Ein­ge­fügt durch Art. 2 Ziff. 1 des BB vom 18. Ju­ni 2010 be­tref­fend die Über­nah­me der EG-Rück­füh­rungs­richt­li­nie (Richt­li­nie 2008/115/EG) (AS 2010 5925; BBl 2009 8881). Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. I 1 des BB vom 26. Sept. 2014 (Über­nah­me der V[EU] Nr. 604/2013 zur Fest­le­gung der Kri­te­ri­en und Ver­fah­ren zur Be­stim­mung des Mit­glied­staats, der für die Prü­fung ei­nes An­trags auf in­ter­na­tio­na­len Schutz zu­stän­dig ist), mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2015 (AS 2015 1841; BBl 2014 2675).

183 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. I 1 des BB vom 26. Sept. 2014 (Über­nah­me der V[EU] Nr. 604/2013 zur Fest­le­gung der Kri­te­ri­en und Ver­fah­ren zur Be­stim­mung des Mit­glied­staats, der für die Prü­fung ei­nes An­trags auf in­ter­na­tio­na­len Schutz zu­stän­dig ist), in Kraft seit 1. Ju­li 2015 (AS 2015 1841; BBl 2014 2675).

184 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. I 1 des BB vom 26. Sept. 2014 (Über­nah­me der V[EU] Nr. 604/2013 zur Fest­le­gung der Kri­te­ri­en und Ver­fah­ren zur Be­stim­mung des Mit­glied­staats, der für die Prü­fung ei­nes An­trags auf in­ter­na­tio­na­len Schutz zu­stän­dig ist), in Kraft seit 1. Ju­li 2015 (AS 2015 1841; BBl 2014 2675).

185 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. I 1 des BB vom 26. Sept. 2014 (Über­nah­me der V[EU] Nr. 604/2013 zur Fest­le­gung der Kri­te­ri­en und Ver­fah­ren zur Be­stim­mung des Mit­glied­staats, der für die Prü­fung ei­nes An­trags auf in­ter­na­tio­na­len Schutz zu­stän­dig ist), in Kraft seit 1. Ju­li 2015 (AS 2015 1841; BBl 2014 2675).

186 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 des BG vom 20. März 2015 (Um­set­zung von Art. 121 Abs. 3–6 BV über die Aus­schaf­fung kri­mi­nel­ler Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­der), in Kraft seit 1. Okt. 2016 (AS 2016 2329; BBl 2013 5975).

Art. 76a Haft im Rahmen des Dublin-Verfahrens 187

1 Die zu­stän­di­ge Be­hör­de kann die be­trof­fe­ne aus­län­di­sche Per­son zur Si­cher­stel­lung der Weg­wei­sung in den für das Asyl­ver­fah­ren zu­stän­di­gen Du­blin-Staat in Haft neh­men, wenn im Ein­zel­fall:

a.
kon­kre­te An­zei­chen be­fürch­ten las­sen, dass die Per­son sich der Durch­füh­rung der Weg­wei­sung ent­zie­hen will;
b.
die Haft ver­hält­nis­mäs­sig ist; und
c.
sich we­ni­ger ein­schnei­den­de Mass­nah­men nicht wirk­sam an­wen­den las­sen (Art. 28 Abs. 2 der Ver­ord­nung [EU] Nr. 604/2013188).

2 Fol­gen­de kon­kre­te An­zei­chen las­sen be­fürch­ten, dass sich die be­trof­fe­ne Per­son der Durch­füh­rung der Weg­wei­sung ent­zie­hen will:

a.
Die be­trof­fe­ne Per­son miss­ach­tet im Asyl- oder Weg­wei­sungs­ver­fah­ren An­ord­nun­gen der Be­hör­den, ins­be­son­de­re in­dem sie sich wei­gert, ih­re Iden­ti­tät of­fen­zu­le­gen, und da­mit ih­rer Mit­wir­kungs­pflicht nach Ar­ti­kel 8 Ab­satz 1 Buch­sta­be a AsylG189 nicht nach­kommt oder wie­der­holt ei­ner Vor­la­dung oh­ne aus­rei­chen­de Grün­de nicht Fol­ge leis­tet.
b.
Ihr Ver­hal­ten in der Schweiz oder im Aus­land lässt dar­auf schlies­sen, dass sie sich be­hörd­li­chen An­ord­nun­gen wi­der­setzt.
c.
Sie reicht meh­re­re Asyl­ge­su­che un­ter ver­schie­de­nen Iden­ti­tä­ten ein.
d.
Sie ver­lässt ein ihr zu­ge­wie­se­nes Ge­biet oder be­tritt ein ihr ver­bo­te­nes Ge­biet nach Ar­ti­kel 74.
e.
Sie be­tritt trotz Ein­rei­se­ver­bot das Ge­biet der Schweiz und kann nicht so­fort weg­ge­wie­sen wer­den.
f.
Sie hält sich rechts­wid­rig in der Schweiz auf, reicht ein Asyl­ge­such ein und bezweckt da­mit of­fen­sicht­lich, den dro­hen­den Voll­zug ei­ner Weg­wei­sung zu ver­mei­den.
g.
Sie be­droht Per­so­nen ernst­haft oder ge­fähr­det die­se er­heb­lich an Leib und Le­ben und wird des­halb straf­recht­lich ver­folgt oder ist des­halb ver­ur­teilt wor­den.
h.
Sie ist we­gen ei­nes Ver­bre­chens ver­ur­teilt wor­den.
i.
Sie ver­neint der zu­stän­di­gen Be­hör­de ge­gen­über, dass sie in ei­nem Du­blin-Staat einen Auf­ent­halts­ti­tel be­zie­hungs­wei­se ein Vi­sum be­sitzt oder be­ses­sen oder ein Asyl­ge­such ein­ge­reicht hat.

3 Die be­trof­fe­ne Per­son kann in Haft be­las­sen oder in Haft ge­nom­men wer­den ab Haft­an­ord­nung für die Dau­er von höchs­tens:

a.
sie­ben Wo­chen wäh­rend der Vor­be­rei­tung des Ent­schei­des über die Zu­stän­dig­keit für das Asyl­ge­such; da­zu ge­hört die Stel­lung des Über­nah­me­er­su­chens an den an­de­ren Du­blin-Staat, die War­te­frist bis zur Ant­wort oder bis zur still­schwei­gen­den An­nah­me so­wie die Ab­fas­sung des Ent­schei­des und des­sen Er­öff­nung;
b.
fünf Wo­chen wäh­rend ei­nes Ver­fah­rens ge­mä­ss Ar­ti­kel 5 der Ver­ord­nung (EG) Nr. 1560/2003190;
c.
sechs Wo­chen zur Si­cher­stel­lung des Voll­zugs zwi­schen der Er­öff­nung des Weg- oder Aus­wei­sungs­ent­schei­des be­zie­hungs­wei­se nach Be­en­di­gung der auf­schie­ben­den Wir­kung ei­nes all­fäl­lig ein­ge­reich­ten Rechts­mit­tels ge­gen einen ers­tin­stanz­lich er­gan­ge­nen Weg- oder Aus­wei­sungs­ent­scheid und der Über­stel­lung der be­trof­fe­nen Per­son an den zu­stän­di­gen Du­blin-Staat.

4 Wei­gert sich ei­ne Per­son, ein Trans­port­mit­tel zur Durch­füh­rung der Über­stel­lung in den zu­stän­di­gen Du­blin-Staat zu be­stei­gen, oder ver­hin­dert sie auf ei­ne an­de­re Art und Wei­se durch ihr per­sön­li­ches Ver­hal­ten die Über­stel­lung, so kann sie, um die Über­stel­lung si­cher­zu­stel­len, in Haft ge­nom­men wer­den, so­fern die An­ord­nung der Haft nach Ab­satz 3 Buch­sta­be c nicht mehr mög­lich ist und ei­ne we­ni­ger ein­schnei­den­de Mass­nah­me nicht zum Ziel führt. Die Haft darf nur so lan­ge dau­ern, bis die er­neu­te Über­stel­lung mög­lich ist, je­doch höchs­tens sechs Wo­chen. Sie kann mit Zu­stim­mung der rich­ter­li­chen Be­hör­de ver­län­gert wer­den, so­fern die be­trof­fe­ne Per­son wei­ter­hin nicht be­reit ist, ihr Ver­hal­ten zu än­dern. Die Höchst­dau­er die­ser Haft be­trägt drei Mo­na­te.

5 Die Haft­ta­ge sind an die Höchst­dau­er nach Ar­ti­kel 79 an­zu­rech­nen.

187 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. I 1 des BB vom 26. Sept. 2014 (Über­nah­me der V[EU] Nr. 604/2013 zur Fest­le­gung der Kri­te­ri­en und Ver­fah­ren zur Be­stim­mung des Mit­glied­staats, der für die Prü­fung ei­nes An­trags auf in­ter­na­tio­na­len Schutz zu­stän­dig ist), in Kraft seit 1. Ju­li 2015 (AS 2015 1841; BBl 2014 2675).

188 Sie­he Fuss­no­te zu Art. 64a Abs. 1.

189 SR 142.31

190 Ver­ord­nung (EG) Nr. 1560/2003 der Kom­mis­si­on vom 2. Sept. 2003 mit Durch­füh­rungs­be­stim­mun­gen zur Ver­ord­nung (EG) Nr. 343/2003 des Ra­tes zur Fest­le­gung der Kri­te­ri­en und Ver­fah­ren zur Be­stim­mung des Mit­glied­staats, der für die Prü­fung ei­nes von ei­nem Dritt­staats­an­ge­hö­ri­gen in ei­nem Mit­glied­staat ge­stell­ten Asy­lan­trags zu­stän­dig ist, ABl. L 222 vom 5.9.2003, S. 3.

Art. 77 Ausschaffungshaft wegen fehlender Mitwirkung bei der Beschaffung der Reisedokumente

1 Die zu­stän­di­ge kan­to­na­le Be­hör­de kann ei­ne Per­son zur Si­cher­stel­lung des Voll­zugs der Weg- oder Aus­wei­sung in Haft neh­men, wenn:

a.
ein voll­streck­ba­rer Ent­scheid vor­liegt;
b.
die­se die Schweiz nicht in der an­ge­setz­ten Frist ver­las­sen hat; und
c.
sie die Rei­se­do­ku­men­te für die­se Per­son be­schaf­fen muss­te.

2 Die Haft darf höchs­tens 60 Ta­ge dau­ern.

3 Die für den Voll­zug der Weg- oder Aus­wei­sung not­wen­di­gen Vor­keh­run­gen sind um­ge­hend zu tref­fen.

Art. 78 Durchsetzungshaft

1 Hat ei­ne Per­son ih­re Pflicht zur Aus­rei­se aus der Schweiz in­ner­halb der ihr an­ge­setz­ten Frist nicht er­füllt und kann die rechts­kräf­ti­ge Weg- oder Aus­wei­sung oder die rechts­kräf­ti­ge Lan­des­ver­wei­sung nach Ar­ti­kel 66a oder 66abis StGB191 oder Ar­ti­kel 49a oder 49abis MStG192 auf­grund ih­res per­sön­li­chen Ver­hal­tens nicht voll­zo­gen wer­den, so kann sie, um der Aus­rei­se­pflicht Nachach­tung zu ver­schaf­fen, in Haft ge­nom­men wer­den, so­fern die An­ord­nung der Aus­schaf­fungs­haft nicht zu­läs­sig ist und ei­ne an­de­re, mil­de­re Mass­nah­me nicht zum Ziel führt.193

2 Die Haft kann für einen Mo­nat an­ge­ord­net wer­den. Sie kann mit Zu­stim­mung der kan­to­na­len rich­ter­li­chen Be­hör­de je­weils um zwei Mo­na­te ver­län­gert wer­den, so­fern die be­trof­fe­ne Per­son wei­ter­hin nicht be­reit ist, ihr Ver­hal­ten zu än­dern und aus­zu­rei­sen. Vor­be­hal­ten bleibt Ar­ti­kel 79.194

3 Die Haft und de­ren Ver­län­ge­rung wer­den von der Be­hör­de des Kan­tons an­ge­ord­net, wel­cher für den Voll­zug der Weg- oder Aus­wei­sung zu­stän­dig ist. Be­fin­det sich die be­trof­fe­ne Per­son ge­stützt auf den Ar­ti­kel 75, 76 oder 77 be­reits in Haft, so kann sie in Haft be­las­sen wer­den, wenn die Vor­aus­set­zun­gen von Ab­satz 1 er­füllt sind.195

4 Die erst­ma­li­ge An­ord­nung der Haft ist spä­tes­tens nach 96 Stun­den durch ei­ne rich­ter­li­che Be­hör­de auf Grund ei­ner münd­li­chen Ver­hand­lung zu über­prü­fen. Die Ver­län­ge­rung der Haft ist auf Ge­such der in­haf­tier­ten Per­son von der rich­ter­li­chen Be­hör­de in­ner­halb von acht Ar­beits­ta­gen auf Grund ei­ner münd­li­chen Ver­hand­lung zu über­prü­fen. Die Prü­fungs­be­fug­nis rich­tet sich nach Ar­ti­kel 80 Ab­sät­ze 2 und 4.

5 Die Haft­be­din­gun­gen rich­ten sich nach Ar­ti­kel 81.

6 Die Haft wird be­en­det, wenn:

a.
ei­ne selb­stän­di­ge und pflicht­ge­mäs­se Aus­rei­se nicht mög­lich ist, ob­wohl die be­trof­fe­ne Per­son den be­hörd­lich vor­ge­ge­be­nen Mit­wir­kungs­pflich­ten nach­ge­kom­men ist;
b.
die Schweiz wei­sungs­ge­mä­ss ver­las­sen wird;
c.
die Aus­schaf­fungs­haft an­ge­ord­net wird;
d.
ei­nem Haft­ent­las­sungs­ge­such ent­spro­chen wird.

191 SR 311.0

192 SR 321.0

193 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 des BG vom 20. März 2015 (Um­set­zung von Art. 121 Abs. 3–6 BV über die Aus­schaf­fung kri­mi­nel­ler Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­der), in Kraft seit 1. Okt. 2016 (AS 2016 2329; BBl 2013 5975).

194 Fas­sung ge­mä­ss Art. 2 Ziff. 1 des BB vom 18. Ju­ni 2010 be­tref­fend die Über­nah­me der EG-Rück­füh­rungs­richt­li­nie (Richt­li­nie 2008/115/EG), in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 5925; BBl 2009 8881).

195 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. I 1 des BB vom 26. Sept. 2014 (Über­nah­me der V[EU] Nr. 604/2013 zur Fest­le­gung der Kri­te­ri­en und Ver­fah­ren zur Be­stim­mung des Mit­glied­staats, der für die Prü­fung ei­nes An­trags auf in­ter­na­tio­na­len Schutz zu­stän­dig ist), in Kraft seit 1. Ju­li 2015 (AS 2015 1841; BBl 2014 2675).

Art. 79 Maximale Haftdauer 196

1 Die Vor­be­rei­tungs- und die Aus­schaf­fungs­haft nach den Ar­ti­keln 75–77 so­wie die Durch­set­zungs­haft nach Ar­ti­kel 78 dür­fen zu­sam­men die ma­xi­ma­le Haft­dau­er von sechs Mo­na­ten nicht über­schrei­ten.

2 Die ma­xi­ma­le Haft­dau­er kann mit Zu­stim­mung der kan­to­na­len rich­ter­li­chen Be­hör­de um ei­ne be­stimm­te Dau­er, je­doch höchs­tens um zwölf Mo­na­te, für Min­der­jäh­ri­ge zwi­schen 15 und 18 Jah­ren um höchs­tens sechs Mo­na­te ver­län­gert wer­den, wenn:

a.
die be­trof­fe­ne Per­son nicht mit der zu­stän­di­gen Be­hör­de ko­ope­riert;
b.
sich die Über­mitt­lung der für die Aus­rei­se er­for­der­li­chen Un­ter­la­gen durch einen Staat, der kein Schen­gen-Staat ist, ver­zö­gert.

196 Fas­sung ge­mä­ss Art. 2 Ziff. 1 des BB vom 18. Ju­ni 2010 be­tref­fend die Über­nah­me der EG-Rück­füh­rungs­richt­li­nie (Richt­li­nie 2008/115/EG), in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 5925; BBl 2009 8881).

Art. 80 Haftanordnung und Haftüberprüfung

1 Die Haft wird von den Be­hör­den des Kan­tons an­ge­ord­net, wel­cher für den Voll­zug der Weg- oder Aus­wei­sung zu­stän­dig ist. Für Per­so­nen, wel­che sich in den Zen­tren des Bun­des auf­hal­ten, ist für die An­ord­nung der Vor­be­rei­tungs­haft (Art. 75) der Stand­ort­kan­ton zu­stän­dig. In den Fäl­len nach Ar­ti­kel 76 Ab­satz 1 Buch­sta­be b Zif­fer 5 wird die Haft vom Stand­ort­kan­ton der Zen­tren des Bun­des an­ge­ord­net.197

1bis In den Fäl­len nach Ar­ti­kel 76 Ab­satz 1 Buch­sta­be b Zif­fer 5 wird die Haft vom Stand­ort­kan­ton der Zen­tren des Bun­des an­ge­ord­net; wur­de ge­stützt auf Ar­ti­kel 46 Ab­satz 1bis drit­ter Satz AsylG198 ein an­de­rer als der Stand­ort­kan­ton für den Voll­zug der Weg­wei­sung als zu­stän­dig be­zeich­net, so ist die­ser auch für die An­ord­nung der Haft zu­stän­dig.199

2 Die Recht­mäs­sig­keit und die An­ge­mes­sen­heit der Haft sind spä­tes­tens nach 96 Stun­den durch ei­ne rich­ter­li­che Be­hör­de auf­grund ei­ner münd­li­chen Ver­hand­lung zu über­prü­fen. Wur­de die Aus­schaf­fungs­haft nach Ar­ti­kel 77 an­ge­ord­net, so wird das Ver­fah­ren der Haft­über­prü­fung schrift­lich durch­ge­führt.200

2bis Bei ei­ner Haft nach Ar­ti­kel 76 Ab­satz 1 Buch­sta­be b Zif­fer 5 wird die Recht­mäs­sig­keit und An­ge­mes­sen­heit der Haft auf An­trag der in­haf­tier­ten Per­son durch ei­ne rich­ter­li­che Be­hör­de in ei­nem schrift­li­chen Ver­fah­ren über­prüft. Die­se Über­prü­fung kann je­der­zeit be­an­tragt wer­den.201

3 Die rich­ter­li­che Be­hör­de kann auf ei­ne münd­li­che Ver­hand­lung ver­zich­ten, wenn die Aus­schaf­fung vor­aus­sicht­lich in­ner­halb von acht Ta­gen nach der Haft­an­ord­nung er­fol­gen wird und die be­trof­fe­ne Per­son sich da­mit schrift­lich ein­ver­stan­den er­klärt hat. Kann die Aus­schaf­fung nicht in­ner­halb die­ser Frist durch­ge­führt wer­den, so ist ei­ne münd­li­che Ver­hand­lung spä­tes­tens zwölf Ta­ge nach der Haft­an­ord­nung nach­zu­ho­len.

4 Die rich­ter­li­che Be­hör­de be­rück­sich­tigt bei der Über­prü­fung des Ent­schei­des über An­ord­nung, Fort­set­zung und Auf­he­bung der Haft auch die fa­mi­li­ären Ver­hält­nis­se der in­haf­tier­ten Per­son und die Um­stän­de des Haft­voll­zugs. Die An­ord­nung ei­ner Vor­be­rei­tungs-, Aus­schaf­fungs- oder Durch­set­zungs­haft ist aus­ge­schlos­sen ge­gen­über Kin­dern und Ju­gend­li­chen, die das 15. Al­ters­jahr noch nicht zu­rück­ge­legt ha­ben.202

5 Die in­haf­tier­te Per­son kann einen Mo­nat nach der Haft­über­prü­fung ein Haft­ent­las­sungs­ge­such ein­rei­chen. Über das Ge­such hat die rich­ter­li­che Be­hör­de in­nert acht Ar­beits­ta­gen auf­grund ei­ner münd­li­chen Ver­hand­lung zu ent­schei­den. Ein er­neu­tes Ge­such um Haft­ent­las­sung kann bei der Haft nach Ar­ti­kel 75 nach ei­nem oder bei der Haft nach Ar­ti­kel 76 nach zwei Mo­na­ten ge­stellt wer­den.

6 Die Haft wird be­en­det, wenn:

a.
der Haft­grund ent­fällt oder sich er­weist, dass der Voll­zug der Weg- oder Aus­wei­sung aus recht­li­chen oder tat­säch­li­chen Grün­den un­durch­führ­bar ist;
b.
ei­nem Haft­ent­las­sungs­ge­such ent­spro­chen wird;
c.
die in­haf­tier­te Per­son ei­ne frei­heits­ent­zie­hen­de Stra­fe oder Mass­nah­me an­tritt.

197 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 des BG vom 25. Sept. 2015, in Kraft seit 1. März 2019 (AS 2016 3101, 2018 2855; BBl 2014 7991).

198 SR 142.31

199 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 1 des BG vom 25. Sept. 2015, in Kraft seit 1. März 2019 (AS 2016 3101, 2018 2855; BBl 2014 7991).

200 Fas­sung ge­mä­ss Art. 2 Ziff. 1 des BB vom 18. Ju­ni 2010 be­tref­fend die Über­nah­me der EG-Rück­füh­rungs­richt­li­nie (Richt­li­nie 2008/115/EG), in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 5925; BBl 2009 8881).

201 Ein­ge­fügt durch Art. 2 Ziff. 1 des BB vom 18. Ju­ni 2010 be­tref­fend die Über­nah­me der EG-Rück­füh­rungs­richt­li­nie (Richt­li­nie 2008/115/EG) (AS 2010 5925; BBl 2009 8881). Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 des BG vom 25. Sept. 2015, in Kraft seit 1. März 2019 (AS 2016 3101, 2018 2855; BBl 2014 7991).

202 Fas­sung des zwei­ten Sat­zes ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 26. Sept. 2014, in Kraft seit 1. März 2015 (AS 2015 533; BBl 2014 3373).

Art. 80a Haftanordnung und Haftüberprüfung im Rahmen des Dublin‑Verfahrens 203

1 Zur Haft­an­ord­nung nach Ar­ti­kel 76a ist zu­stän­dig:

a.204
bei Per­so­nen, die sich in ei­nem Zen­trum des Bun­des auf­hal­ten: der Kan­ton, der ge­stützt auf Ar­ti­kel 46 Ab­satz 1bis drit­ter Satz AsylG205 als für den Voll­zug der Weg­wei­sung zu­stän­dig be­zeich­net wur­de, und in den üb­ri­gen Fäl­len der Stand­ort­kan­ton des Zen­trums des Bun­des;
b.
bei Per­so­nen, die ei­nem Kan­ton zu­ge­wie­sen wur­den oder sich in ei­nem Kan­ton auf­hal­ten und kein Asyl­ge­such ge­stellt ha­ben (Art. 64a): der ent­spre­chen­de Kan­ton.

2 ...206

3 Die Recht­mäs­sig­keit und An­ge­mes­sen­heit der Haft wird auf An­trag der in­haf­tier­ten Per­son durch ei­ne rich­ter­li­che Be­hör­de in ei­nem schrift­li­chen Ver­fah­ren über­prüft. Die­se Über­prü­fung kann je­der­zeit be­an­tragt wer­den.207

4 Die in­haf­tier­te Per­son kann je­der­zeit ein Haft­ent­las­sungs­ge­such ein­rei­chen. Über das Ge­such hat die rich­ter­li­che Be­hör­de in­nert acht Ar­beits­ta­gen in ei­nem schrift­li­chen Ver­fah­ren zu ent­schei­den.

5 Die Haft­an­ord­nung ge­gen­über Kin­dern und Ju­gend­li­chen un­ter 15 Jah­ren ist aus­ge­schlos­sen.

6 Bei ei­ner Haft­an­ord­nung ge­gen­über un­be­glei­te­ten min­der­jäh­ri­gen Asyl­su­chen­den wird die Ver­trau­ens­per­son nach Ar­ti­kel 64a Ab­satz 3bis des vor­lie­gen­den Ge­set­zes oder nach Ar­ti­kel 17 Ab­satz 3 AsylG vor­gän­gig in­for­miert.

7 Die Haft wird be­en­det, wenn:

a.
der Haft­grund ent­fällt oder sich er­weist, dass der Voll­zug der Weg- oder Aus­wei­sung aus recht­li­chen oder tat­säch­li­chen Grün­den un­durch­führ­bar ist;
b.
ei­nem Haft­ent­las­sungs­ge­such ent­spro­chen wird; oder
c.
die in­haf­tier­te Per­son ei­ne frei­heits­ent­zie­hen­de Stra­fe oder Mass­nah­me an­tritt.

8 Die rich­ter­li­che Be­hör­de be­rück­sich­tigt bei der Über­prü­fung des Ent­schei­des über An­ord­nung, Fort­set­zung und Auf­he­bung der Haft auch die fa­mi­li­ären Ver­hält­nis­se der in­haf­tier­ten Per­son und die Um­stän­de des Haft­voll­zugs.

203 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. I 1 des BB vom 26. Sept. 2014 (Über­nah­me der V[EU] Nr. 604/2013 zur Fest­le­gung der Kri­te­ri­en und Ver­fah­ren zur Be­stim­mung des Mit­glied­staats, der für die Prü­fung ei­nes An­trags auf in­ter­na­tio­na­len Schutz zu­stän­dig ist), in Kraft seit 1. Ju­li 2015 (AS 2015 1841; BBl 2014 2675).

204 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 14. Dez. 2018 (Ver­fah­rens­re­ge­lun­gen und In­for­ma­ti­ons­sys­te­me), in Kraft seit 1. Ju­ni 2019 (AS 2019 1413; BBl 2018 1685).

205 SR 142.31

206 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 1 des BG vom 25. Sept. 2015, mit Wir­kung seit 1. März 2019 (AS 2016 3101, 2018 2855; BBl 2014 7991).

207 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 des BG vom 25. Sept. 2015, in Kraft seit 1. März 2019 (AS 2016 3101, 2018 2855; BBl 2014 7991).

Art. 81 Haftbedingungen 208

1 Die Kan­to­ne sor­gen da­für, dass ei­ne von der in­haf­tier­ten Aus­län­de­rin oder dem in­haf­tier­ten Aus­län­der be­zeich­ne­te Per­son in der Schweiz be­nach­rich­tigt wird. Die in­haf­tier­te Per­son kann mit ih­rer Rechts­ver­tre­te­rin oder ih­rem Rechts­ver­tre­ter so­wie mit Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­gen und Kon­su­l­ar­be­hör­den münd­lich und schrift­lich ver­keh­ren.

2 Die Haft ist in Haf­tein­rich­tun­gen zu voll­zie­hen, die dem Voll­zug der Vor-be­rei­tungs-, Aus­schaf­fungs- und Durch­set­zungs­haft die­nen. Ist dies ins­be­son­de­re aus Ka­pa­zi­täts­grün­den in Aus­nah­me­fäl­len nicht mög­lich, so sind die in­haf­tier­ten Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­der ge­son­dert von Per­so­nen in Un­ter­su­chungs­haft oder im Straf­voll­zug un­ter­zu­brin­gen.209

3 Den Be­dürf­nis­sen von Schutz­be­dürf­ti­gen, un­be­glei­te­ten Min­der­jäh­ri­gen und Fa­mi­li­en mit Min­der­jäh­ri­gen ist bei der Aus­ge­stal­tung der Haft Rech­nung zu tra­gen.210

4 Zu­dem rich­ten sich die Haft­be­din­gun­gen:

a.
bei Rück­füh­run­gen in einen Dritt­staat: nach den Ar­ti­keln 16 Ab­satz 3 und 17 der Richt­li­nie 2008/115/EG211;
b.
bei Du­blin-Über­stel­lun­gen: nach Ar­ti­kel 28 Ab­satz 4 der Ver­ord­nung (EU) Nr. 604/2013212;
c.213
nach Ar­ti­kel 37 des Über­ein­kom­mens vom 20. No­vem­ber 1989214 über die Rech­te des Kin­des.215

208 Fas­sung ge­mä­ss Art. 2 Ziff. 1 des BB vom 18. Ju­ni 2010 be­tref­fend die Über­nah­me der EG-Rück­füh­rungs­richt­li­nie (Richt­li­nie 2008/115/EG), in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 5925; BBl 2009 8881).

209 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 14. Dez. 2018 (Ver­fah­rens­re­ge­lun­gen und In­for­ma­ti­ons­sys­te­me), in Kraft seit 1. Ju­ni 2019 (AS 2019 1413; BBl 2018 1685).

210 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. I 1 des BB vom 26. Sept. 2014 (Über­nah­me der V[EU] Nr. 604/2013 zur Fest­le­gung der Kri­te­ri­en und Ver­fah­ren zur Be­stim­mung des Mit­glied­staats, der für die Prü­fung ei­nes An­trags auf in­ter­na­tio­na­len Schutz zu­stän­dig ist), in Kraft seit 1. Ju­li 2015 (AS 2015 1841; BBl 2014 2675).

211 Richt­li­nie 2008/115/EG des Eu­ro­päi­schen Par­la­ments und des Ra­tes vom 16. Dez. 2008 über ge­mein­sa­me Nor­men und Ver­fah­ren in den Mit­glied­staa­ten zur Rück­füh­rung il­le­gal auf­häl­ti­ger Dritt­staats­an­ge­hö­ri­ger, Fas­sung ge­mä­ss ABl. L 348 vom 24.12.2008, S. 98.

212 Sie­he Fuss­no­te zu Art. 64a Abs. 1.

213 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 14. Dez. 2018 (Ver­fah­rens­re­ge­lun­gen und In­for­ma­ti­ons­sys­te­me), in Kraft seit 1. Ju­ni 2019 (AS 2019 1413; BBl 2018 1685).

214 SR 0.107

215 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. I 1 des BB vom 26. Sept. 2014 (Über­nah­me der V[EU] Nr. 604/2013 zur Fest­le­gung der Kri­te­ri­en und Ver­fah­ren zur Be­stim­mung des Mit­glied­staats, der für die Prü­fung ei­nes An­trags auf in­ter­na­tio­na­len Schutz zu­stän­dig ist), in Kraft seit 1. Ju­li 2015 (AS 2015 1841; BBl 2014 2675).

Art. 82 Finanzierung durch den Bund 216

1 Der Bund kann den Bau und die Ein­rich­tung kan­to­na­ler Haft­an­stal­ten, die aus­schliess­lich dem Voll­zug der Vor­be­rei­tungs-, Aus­schaf­fungs- und Durch­set­zungs­haft so­wie der kurz­fris­ti­gen Fest­hal­tung die­nen und die ei­ne be­stimm­te Grös­se auf­wei­sen, ganz oder teil­wei­se fi­nan­zie­ren. Für die Be­mes­sung der Bei­trä­ge und das Ver­fah­ren gel­ten sinn­ge­mä­ss der 2. und der 6. Ab­schnitt des Bun­des­ge­set­zes vom 5. Ok­to­ber 1984217 über die Leis­tun­gen des Bun­des für den Straf- und Mass­nah­men­voll­zug.

2 Der Bund be­tei­ligt sich mit ei­ner Ta­ges­pau­scha­le an den Be­triebs­kos­ten der Kan­to­ne für den Voll­zug der Vor­be­rei­tungs-, Aus­schaf­fungs- und Durch­set­zungs­haft so­wie der kurz­fris­ti­gen Fest­hal­tung. Die Pau­scha­le wird aus­ge­rich­tet für:

a.
Asyl­su­chen­de;
b.
Flücht­lin­ge so­wie an­de­re Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­der, de­ren In­haf­tie­rung im Zu­sam­men­hang mit der Auf­he­bung ei­ner vor­läu­fi­gen Auf­nah­me steht;
c.
Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­der, de­ren In­haf­tie­rung im Zu­sam­men­hang mit ei­ner Weg­wei­sungs­ver­fü­gung des SEM an­ge­ord­net wur­de;
d.
Flücht­lin­ge, die nach Ar­ti­kel 65 AsylG218 aus­ge­wie­sen wer­den.

216 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 des BG vom 14. Dez. 2012, in Kraft seit 1. Fe­br. 2014 (AS 2013 43755357; BBl 2010 4455, 2011 7325).

217 SR 341

218 SR 142.31

11. Kapitel: Vorläufige Aufnahme

Art. 83 Anordnung der vorläufigen Aufnahme

1 Ist der Voll­zug der Weg- oder Aus­wei­sung nicht mög­lich, nicht zu­läs­sig oder nicht zu­mut­bar, so ver­fügt das SEM die vor­läu­fi­ge Auf­nah­me.

2 Der Voll­zug ist nicht mög­lich, wenn die Aus­län­de­rin oder der Aus­län­der we­der in den Hei­mat- oder in den Her­kunfts­staat noch in einen Dritt­staat aus­rei­sen oder dort­hin ge­bracht wer­den kann.

3 Der Voll­zug ist nicht zu­läs­sig, wenn völ­ker­recht­li­che Ver­pflich­tun­gen der Schweiz ei­ner Wei­ter­rei­se der Aus­län­de­rin oder des Aus­län­ders in den Hei­mat-, Her­kunfts- oder in einen Dritt­staat ent­ge­gen­ste­hen.

4 Der Voll­zug kann für Aus­län­de­rin­nen oder Aus­län­der un­zu­mut­bar sein, wenn sie in Si­tua­tio­nen wie Krieg, Bür­ger­krieg, all­ge­mei­ner Ge­walt und me­di­zi­ni­scher Not­la­ge im Hei­mat- oder Her­kunfts­staat kon­kret ge­fähr­det sind.

5 Der Bun­des­rat be­zeich­net Hei­mat- oder Her­kunfts­staa­ten oder Ge­bie­te die­ser Staa­ten, in wel­che ei­ne Rück­kehr zu­mut­bar ist. Kom­men weg- oder aus­ge­wie­se­ne Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­der aus ei­nem die­ser Staa­ten oder aus ei­nem Mit­glied­staat der EU oder der EFTA, so ist ein Voll­zug der Weg- oder Aus­wei­sung in der Re­gel zu­mut­bar.219

5bis Der Bun­des­rat über­prüft den Be­schluss nach Ab­satz 5 pe­ri­odisch.220

6 Die vor­läu­fi­ge Auf­nah­me kann von kan­to­na­len Be­hör­den be­an­tragt wer­den.

7 Die vor­läu­fi­ge Auf­nah­me nach den Ab­sät­zen 2 und 4 wird nicht ver­fügt, wenn die weg- oder aus­ge­wie­se­ne Per­son:

a.221
zu ei­ner län­ger­fris­ti­gen Frei­heits­s­tra­fe im In- oder Aus­land ver­ur­teilt wur­de oder wenn ge­gen sie ei­ne straf­recht­li­che Mass­nah­me im Sin­ne der Ar­ti­kel 59–61 oder 64 StGB222 an­ge­ord­net wur­de;
b.
er­heb­lich oder wie­der­holt ge­gen die öf­fent­li­che Si­cher­heit und Ord­nung in der Schweiz oder im Aus­land ver­stos­sen hat oder die­se ge­fähr­det oder die in­ne­re oder die äus­se­re Si­cher­heit ge­fähr­det; oder
c.
die Un­mög­lich­keit des Voll­zugs der Weg- oder Aus­wei­sung durch ihr ei­ge­nes Ver­hal­ten ver­ur­sacht hat.

8 Flücht­lin­ge, bei de­nen Asy­laus­schluss­grün­de nach Ar­ti­kel 53 und 54 AsylG223 vor­lie­gen, wer­den vor­läu­fig auf­ge­nom­men.

9 Die vor­läu­fi­ge Auf­nah­me wird nicht ver­fügt oder er­lischt, wenn ei­ne Lan­des­ver­wei­sung nach Ar­ti­kel 66a oder 66abis StGB oder Ar­ti­kel 49a oder 49abis MStG224 rechts­kräf­tig ge­wor­den ist.225

10 Die kan­to­na­len Be­hör­den kön­nen mit vor­läu­fig auf­ge­nom­me­nen Per­so­nen In­te­gra­ti­ons­ver­ein­ba­run­gen ab­sch­lies­sen, wenn ein be­son­de­rer In­te­gra­ti­ons­be­darf nach den Kri­te­ri­en ge­mä­ss Ar­ti­kel 58abe­steht.226

219 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 des BG vom 14. Dez. 2012, in Kraft seit 1. Fe­br. 2014 (AS 2013 43755357; BBl 2010 4455, 2011 7325). Sie­he auch die UeB die­ser Änd. am Schluss des Tex­tes.

220 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 1 des BG vom 14. Dez. 2012, in Kraft seit 1. Fe­br. 2014 (AS 2013 43755357; BBl 2010 4455, 2011 7325). Sie­he auch die UeB die­ser Änd. am Schluss des Tex­tes.

221 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 des BG vom 20. März 2015 (Um­set­zung von Art. 121 Abs. 3–6 BV über die Aus­schaf­fung kri­mi­nel­ler Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­der), in Kraft seit 1. Okt. 2016 (AS 2016 2329; BBl 2013 5975).

222 SR 311.0

223 SR 142.31

224 SR 321.0

225 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 1 des BG vom 20. März 2015 (Um­set­zung von Art. 121 Abs. 3–6 BV über die Aus­schaf­fung kri­mi­nel­ler Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­der), in Kraft seit 1. Okt. 2016 (AS 2016 2329; BBl 2013 5975).

226 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 16. Dez. 2016 (In­te­gra­ti­on), in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2017 6521, 2018 3171; BBl 2013 2397, 2016 2821).

Art. 84 Beendigung der vorläufigen Aufnahme

1 Das SEM über­prüft pe­ri­odisch, ob die Vor­aus­set­zun­gen für die vor­läu­fi­ge Auf­nah­me noch ge­ge­ben sind.

2 Das SEM hebt die vor­läu­fi­ge Auf­nah­me auf und ord­net den Voll­zug der Weg- oder Aus­wei­sung an, wenn die Vor­aus­set­zun­gen nicht mehr ge­ge­ben sind.

3 Auf An­trag der kan­to­na­len Be­hör­den, von fed­pol oder des NDB kann das SEM die vor­läu­fi­ge Auf­nah­me we­gen Un­zu­mut­bar­keit oder Un­mög­lich­keit des Voll­zu­ges (Art. 83 Abs. 2 und 4) auf­he­ben und den Voll­zug der Weg­wei­sung an­ord­nen, wenn Grün­de nach Ar­ti­kel 83 Ab­satz 7 ge­ge­ben sind.227

4 Die vor­läu­fi­ge Auf­nah­me er­lischt mit der de­fi­ni­ti­ven Aus­rei­se, bei ei­nem nicht be­wil­lig­ten Aus­land­auf­ent­halt von mehr als zwei Mo­na­ten oder bei Er­halt ei­ner Auf­ent­halts­be­wil­li­gung.228

5 Ge­su­che um Er­tei­lung ei­ner Auf­ent­halts­be­wil­li­gung von vor­läu­fig auf­ge­nom­me­nen Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­dern, die sich seit mehr als fünf Jah­ren in der Schweiz auf­hal­ten, wer­den un­ter Be­rück­sich­ti­gung der In­te­gra­ti­on, der fa­mi­li­ären Ver­hält­nis­se und der Zu­mut­bar­keit ei­ner Rück­kehr in den Her­kunfts­staat ver­tieft ge­prüft.

227 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 2 der V vom 12. Dez. 2008 über die An­pas­sung ge­setz­li­cher Be­stim­mun­gen in­fol­ge Über­füh­rung der nach­rich­ten­dienst­li­chen Tei­le des Diens­tes für Ana­ly­se und Prä­ven­ti­on zum VBS, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 6261).

228 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 des BG vom 14. Dez. 2012, in Kraft seit 1. Fe­br. 2014 (AS 2013 43755357; BBl 2010 4455, 2011 7325).

Art. 85 Ausgestaltung der vorläufigen Aufnahme

1 Der Aus­weis für vor­läu­fig auf­ge­nom­me­ne Per­so­nen (Art. 41 Abs. 2) wird vom Auf­ent­halts­kan­ton zur Kon­trol­le für höchs­tens zwölf Mo­na­te aus­ge­stellt und un­ter Vor­be­halt von Ar­ti­kel 84 ver­län­gert.

2 Für die Ver­tei­lung der vor­läu­fig auf­ge­nom­me­nen Per­so­nen ist Ar­ti­kel 27 AsylG229 sinn­ge­mä­ss an­wend­bar.

3 Das Ge­such um einen Kan­tons­wech­sel ist von den vor­läu­fig auf­ge­nom­me­nen Per­so­nen beim SEM ein­zu­rei­chen. Die­ses ent­schei­det un­ter Vor­be­halt von Ab­satz 4 über den Kan­tons­wech­sel nach An­hö­rung der be­trof­fe­nen Kan­to­ne end­gül­tig.

4 Der Ent­scheid über den Kan­tons­wech­sel kann nur mit der Be­grün­dung an­ge­foch­ten wer­den, er ver­let­ze den Grund­satz der Ein­heit der Fa­mi­lie.

5 Die vor­läu­fig auf­ge­nom­me­nen Per­so­nen kön­nen ih­ren Wohn­ort im Ge­biet des bis­he­ri­gen oder des zu­ge­wie­se­nen Kan­tons frei wäh­len. Die kan­to­na­len Be­hör­den kön­nen vor­läu­fig auf­ge­nom­me­ne Per­so­nen, die nicht als Flücht­lin­ge an­er­kannt wur­den und So­zi­al­hil­fe be­zie­hen, in­ner­halb des Kan­tons ei­nem Wohn­ort oder ei­ner Un­ter­kunft zu­wei­sen.230

6 ...231

7 Ehe­gat­ten und le­di­ge Kin­der un­ter 18 Jah­ren von vor­läu­fig auf­ge­nom­me­nen Per­so­nen und vor­läu­fig auf­ge­nom­me­nen Flücht­lin­gen kön­nen frü­he­s­tens drei Jah­re nach An­ord­nung der vor­läu­fi­gen Auf­nah­me nach­ge­zo­gen und in die­se ein­ge­schlos­sen wer­den, wenn:

a.
sie mit die­sen zu­sam­men­woh­nen;
b.
ei­ne be­darfs­ge­rech­te Woh­nung vor­han­den ist; und
c.
die Fa­mi­lie nicht auf So­zi­al­hil­fe an­ge­wie­sen ist;
d.232
sie sich in der am Wohn­ort ge­spro­che­nen Lan­des­s­pra­che ver­stän­di­gen kön­nen; und
e.233
die nach­zie­hen­de Per­son kei­ne jähr­li­chen Er­gän­zungs­leis­tun­gen nach dem ELG234 be­zieht oder we­gen des Fa­mi­li­ennach­zugs be­zie­hen könn­te.

7bis Für die Er­tei­lung der vor­läu­fi­gen Auf­nah­me ist an­stel­le der Vor­aus­set­zung nach Ab­satz 7 Buch­sta­be d die An­mel­dung zu ei­nem Sprach­för­de­rungs­an­ge­bot aus­rei­chend.235

7ter Bei le­di­gen Kin­dern un­ter 18 Jah­ren fin­det die Vor­aus­set­zung nach Ab­satz 7 Buch­sta­be d kei­ne An­wen­dung. Von die­ser Vor­aus­set­zung kann zu­dem ab­ge­wi­chen wer­den, wenn wich­ti­ge Grün­de nach Ar­ti­kel 49a Ab­satz 2 vor­lie­gen.236

8 Hat das SEM bei der Prü­fung des Nach­zugs nach Ab­satz 7 An­halts­punk­te da­für, dass ein Un­gül­tig­keits­grund nach Ar­ti­kel 105 Zif­fer 5 oder 6 ZGB237 vor­liegt, so mel­det es dies der nach Ar­ti­kel 106 ZGB zu­stän­di­gen Be­hör­de. Das Ge­such um Nach­zug wird bis zur Ent­schei­dung die­ser Be­hör­de sis­tiert. Er­hebt die Be­hör­de Kla­ge, so wird das Ge­such bis zum Vor­lie­gen des rechts­kräf­ti­gen Ur­teils sis­tiert.238

229 SR 142.31

230 Zwei­ter Satz ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 1 des BG vom 14. Dez. 2012, in Kraft seit 1. Fe­br. 2014 (AS 2013 43755357; BBl 2010 4455, 2011 7325).

231 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 16. Dez. 2016 (In­te­gra­ti­on), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2019 (AS 2017 6521, 2018 3171; BBl 2013 2397, 2016 2821).

232 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 16. Dez. 2016 (In­te­gra­ti­on), in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2017 6521, 2018 3171; BBl 2013 2397, 2016 2821).

233 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 16. Dez. 2016 (In­te­gra­ti­on), in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2017 6521, 2018 3171; BBl 2013 2397, 2016 2821).

234 SR 831.30

235 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 16. Dez. 2016 (In­te­gra­ti­on), in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2017 6521, 2018 3171; BBl 2013 2397, 2016 2821).

236 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 16. Dez. 2016 (In­te­gra­ti­on), in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2017 6521, 2018 3171; BBl 2013 2397, 2016 2821).

237 SR 210

238 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 1 des BG vom 15. Ju­ni 2012 über Mass­nah­men ge­gen Zwangs‑ hei­ra­ten, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1035; BBl 2011 2185).

Art. 85a Erwerbstätigkeit 239

1 Vor­läu­fig auf­ge­nom­me­ne Per­so­nen kön­nen in der gan­zen Schweiz ei­ne Er­werbs­tä­tig­keit aus­üben, wenn die orts-, be­rufs- und bran­chen­üb­li­chen Lohn- und Ar­beits­be­din­gun­gen ein­ge­hal­ten wer­den (Art. 22).

2 Die Auf­nah­me und die Be­en­di­gung der Er­werbs­tä­tig­keit so­wie ein Stel­len­wech­sel müs­sen vom Ar­beit­ge­ber vor­gän­gig der vom Kan­ton be­zeich­ne­ten, für den Ar­beit­s­ort zu­stän­di­gen Be­hör­de ge­mel­det wer­den. Die Mel­dung muss ins­be­son­de­re fol­gen­de An­ga­ben ent­hal­ten:

a.
die Iden­ti­tät und den Lohn der er­werbs­tä­ti­gen Per­son;
b.
die aus­ge­üb­te Tä­tig­keit;
c.
den Ar­beit­s­ort.

3 Der Ar­beit­ge­ber muss der Mel­dung ei­ne Er­klä­rung bei­le­gen, dass er die orts-, be­rufs- und bran­chen­üb­li­chen Lohn- und Ar­beits­be­din­gun­gen kennt und sich ver­pflich­tet, sie ein­zu­hal­ten.

4 Die Be­hör­de nach Ab­satz 2 über­mit­telt den Kon­troll­or­ga­nen, die für die Über­prü­fung der Ein­hal­tung der Lohn- und Ar­beits­be­din­gun­gen zu­stän­dig sind, un­ver­züg­lich ei­ne Ko­pie der Mel­dung.

5 Der Bun­des­rat be­zeich­net die zu­stän­di­gen Kon­troll­or­ga­ne.

6 Er re­gelt das Mel­de­ver­fah­ren.

239 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 16. Dez. 2016 (In­te­gra­ti­on), in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2017 6521, 2018 3171; BBl 2013 2397, 2016 2821).

Art. 86 Sozialhilfe und Krankenversicherung

1 Die Kan­to­ne re­geln die Fest­set­zung und die Aus­rich­tung der So­zi­al­hil­fe und der Not­hil­fe für vor­läu­fig auf­ge­nom­me­ne Per­so­nen. Die Ar­ti­kel 80a–84 AsylG240 für Asyl­su­chen­de sind an­wend­bar. Die Un­ter­stüt­zung für vor­läu­fig auf­ge­nom­me­ne Per­so­nen ist in der Re­gel in Form von Sach­leis­tun­gen aus­zu­rich­ten. Der An­satz für die Un­ter­stüt­zung liegt un­ter dem An­satz für die ein­hei­mi­sche Be­völ­ke­rung.241

1bis Für die fol­gen­den Per­so­nen gel­ten be­züg­lich So­zi­al­hil­fes­tan­dards die glei­chen Be­stim­mun­gen wie für Flücht­lin­ge, de­nen die Schweiz Asyl ge­währt hat:

a.
vor­läu­fig auf­ge­nom­me­ne Flücht­lin­ge;
b.
Flücht­lin­ge mit ei­ner rechts­kräf­ti­gen Lan­des­ver­wei­sung nach Ar­ti­kel 66a oder 66abis StGB242 oder Ar­ti­kel 49a oder 49abis MStG243;
c.
staa­ten­lo­se Per­so­nen nach Ar­ti­kel 31 Ab­sät­ze 1 und 2; und
d.
staa­ten­lo­se Per­so­nen mit ei­ner rechts­kräf­ti­gen Lan­des­ver­wei­sung nach Ar­ti­kel 66a oder 66abis StGB oder Ar­ti­kel 49a oder 49abis MStG.244

2 Be­züg­lich ob­li­ga­to­ri­scher Kran­ken­ver­si­che­rung für vor­läu­fig auf­ge­nom­me­ne Per­so­nen sind die ent­spre­chen­den Be­stim­mun­gen für Asyl­su­chen­de nach dem AsylG und dem Bun­des­ge­setz vom 18. März 1994245 über die Kran­ken­ver­si­che­rung an­wend­bar.

240 SR 142.31

241 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 14. Dez. 2018 (Ver­fah­rens­re­ge­lun­gen und In­for­ma­ti­ons­sys­te­me), in Kraft seit 1. Ju­ni 2019 (AS 2019 1413; BBl 2018 1685).

242 SR 311.0

243 SR 321.0

244 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 14. Dez. 2018 (Ver­fah­rens­re­ge­lun­gen und In­for­ma­ti­ons­sys­te­me), in Kraft seit 1. Ju­ni 2019 (AS 2019 1413; BBl 2018 1685).

245 SR 832.10

Art. 87 Bundesbeiträge

1 Der Bund zahlt den Kan­to­nen für:

a.246
je­de vor­läu­fig auf­ge­nom­me­ne Per­son ei­ne Pau­scha­le nach den Ar­ti­keln 88 Ab­sät­ze 1 und 2 und 89 des AsylG247;
b.248
je­den vor­läu­fig auf­ge­nom­me­nen Flücht­ling und je­de staa­ten­lo­se Per­son nach Ar­ti­kel 31 Ab­satz 2 ei­ne Pau­scha­le nach den Ar­ti­keln 88 Ab­satz 3 und 89 AsylG;
c.249
Per­so­nen, de­ren vor­läu­fi­ge Auf­nah­me rechts­kräf­tig auf­ge­ho­ben wur­de, die Pau­scha­le nach Ar­ti­kel 88 Ab­satz 4 AsylG, so­fern die­se nicht be­reits in ei­nem frü­he­ren Zeit­punkt aus­ge­rich­tet wor­den ist;
d.250
je­de staa­ten­lo­se Per­son nach Ar­ti­kel 31 Ab­satz 1 und je­de staa­ten­lo­se Per­son mit ei­ner rechts­kräf­ti­gen Lan­des­ver­wei­sung nach Ar­ti­kel 66a oder 66abis StGB251 oder Ar­ti­kel 49a oder 49abis MStG252 ei­ne Pau­scha­le nach den Ar­ti­keln 88 Ab­satz 3 und 89 AsylG.

2 Die Über­nah­me der Aus­rei­se­kos­ten und die Aus­rich­tung von Rück­kehr­hil­fe rich­ten sich nach den Ar­ti­keln 92 und 93 AsylG.

3 Die Pau­scha­len nach Ab­satz 1 Buch­sta­ben a und b wer­den wäh­rend längs­tens sie­ben Jah­ren nach der Ein­rei­se aus­ge­rich­tet.253

4 Die Pau­scha­le nach Ab­satz 1 Buch­sta­be d wird wäh­rend längs­tens fünf Jah­ren nach der An­er­ken­nung der Staa­ten­lo­sig­keit aus­ge­rich­tet.254

246 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 des BG vom 14. Dez. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 43755357; BBl 2010 4455, 2011 7325).

247 SR 142.31

248 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 des BG vom 25. Sept. 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2016 3101, 2017 6171; BBl 2014 7991).

249 Ein­ge­fügt durch Ziff. IV 2 des BG vom 16. Dez. 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2006 4745, 2007 5573; BBl 2002 3709).

250 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 1 des BG vom 25. Sept. 2015 (AS 2016 3101, 2017 6171; BBl 2014 7991). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 14. Dez. 2018 (Ver­fah­rens­re­ge­lun­gen und In­for­ma­ti­ons­sys­te­me), in Kraft seit 1. Ju­ni 2019 (AS 2019 1413; BBl 2018 1685).

251 SR 311.0

252 SR 321.0

253 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 des BG vom 25. Sept. 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2016 3101, 2017 6171; BBl 2014 7991).

254 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 1 des BG vom 25. Sept. 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2016 3101, 2017 6171; BBl 2014 7991).

Art. 88 Sonderabgabe auf Vermögenswerten 255

1 Vor­läu­fig auf­ge­nom­me­ne Per­so­nen un­ter­lie­gen der Son­der­ab­ga­be auf Ver­mö­gens­wer­ten nach Ar­ti­kel 86 AsylG256. Die Be­stim­mun­gen des 5. Ka­pi­tels 2. Ab­schnitts und des 10. Ka­pi­tels des AsylG so­wie Ar­ti­kel 112aAsylG sind an­wend­bar.

2 Die Pflicht zur Son­der­ab­ga­be be&sh