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Asylverordnung 2
über Finanzierungsfragen
(Asylverordnung 2, AsylV 2)

vom 11. August 1999 (Stand am 1. Januar 2021)

Der Schweizerische Bundesrat,

gestützt auf Artikel 119 des Asylgesetzes vom 26. Juni 19981 (AsylG),

verordnet:

1. Titel: Gegenstand

Art. 1  

Die­se Ver­ord­nung re­gelt die Fest­set­zung, Aus­rich­tung, Ab­rech­nung und Rück­er­stat­tung von Leis­tun­gen des Bun­des, der Kan­to­ne und Drit­ter im Asyl­be­reich.

2. Titel: Sozialhilfe und Nothilfe 2

2 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 24. Okt. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5585).

1. Kapitel: Ausrichtung der Sozialhilfeleistungen und der Nothilfe 3

3 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 24. Okt. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5585).

1. Abschnitt: Allgemeine Bestimmungen

Art. 2 Definition der vergütbaren Sozialhilfe- und Nothilfeleistungen 4  

(Art. 88 AsylG)

Ver­güt­ba­re So­zi­al­hil­fe- und Not­hil­fe­leis­tun­gen nach Ar­ti­kel 88 des AsylG sind Un­ter­stüt­zun­gen im Sin­ne von Ar­ti­kel 82 des AsylG und Ar­ti­kel 3 des Zu­stän­dig­keits­ge­set­zes vom 24. Ju­ni 19775. Aus­ge­nom­men da­von sind Leis­tun­gen, wel­che nach Ar­ti­kel 18 der Ver­ord­nung vom 24. Ok­to­ber 20076 über die In­te­gra­ti­on von Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­dern ab­ge­gol­ten wer­den.

4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Dez. 2013, in Kraft seit 1. Fe­br. 2014 (AS 2013 5359).

5 SR 851.1

6 [AS 20075551, 20135351, 20176543, 2018745. AS 2018 3189Art. 30]. Sie­he heu­te: die V vom 15. Aug. 2018 (SR 142.205).

Art. 3 Festsetzung und Ausrichtung der Sozialhilfe und der Nothilfe 7  

1 Bei Flücht­lin­gen, Staa­ten­lo­sen und Schutz­be­dürf­ti­gen mit Auf­ent­halts­be­wil­li­gung rich­ten sich die Fest­set­zung, die Aus­rich­tung und die Ein­schrän­kung der So­zi­al­hil­fe­leis­tun­gen nach kan­to­na­lem Recht. Da­bei ist die Gleich­be­hand­lung mit der ein­hei­mi­schen Be­völ­ke­rung zu ge­währ­leis­ten.8

2 Bei Asyl­su­chen­den, Schutz­be­dürf­ti­gen oh­ne Auf­ent­halts­be­wil­li­gung und vor­läu­fig Auf­ge­nom­me­nen rich­ten sich die Fest­set­zung, die Aus­rich­tung und die Ein­schrän­kung der So­zi­al­hil­fe­leis­tun­gen nach kan­to­na­lem Recht. Vor­be­hal­ten blei­ben die Ar­ti­kel 82 Ab­satz 3 und 83 Ab­satz 1 des AsylG so­wie ab­wei­chen­de Be­stim­mun­gen die­ser Ver­ord­nung.

3 Vor­be­hält­lich der Ar­ti­kel 82 Ab­satz 4 und Ar­ti­kel 83a des AsylG so­wie ab­wei­chen­der Be­stim­mun­gen die­ser Ver­ord­nung rich­ten sich die Fest­set­zung und die Aus­rich­tung der Not­hil­fe­leis­tun­gen für fol­gen­de Per­so­nen nach kan­to­na­lem Recht:

a.
Per­so­nen mit ei­nem rechts­kräf­ti­gen Nicht­ein­tre­tens­ent­scheid oder ei­nem rechts­kräf­tig ab­ge­wie­se­nen Asyl­ge­such, de­nen ei­ne Aus­rei­se­frist an­ge­setzt wor­den ist;
b.
Per­so­nen in ei­nem Ver­fah­ren nach Ar­ti­kel 111b oder 111c AsylG;
c.
Per­so­nen, de­ren vor­läu­fi­ge Auf­nah­me rechts­kräf­tig auf­ge­ho­ben wur­de.9

7 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 24. Okt. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5585).

8 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Dez. 2013, in Kraft seit 1. Fe­br. 2014 (AS 2013 5359).

9 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Dez. 2013, in Kraft seit 1. Fe­br. 2014 (AS 2013 5359).

Art. 4 Koordinationsstelle  

1 Die Kan­to­ne be­zeich­nen für den Ver­kehr mit dem Bund ei­ne Ko­or­di­na­ti­ons­stel­le.

2 ...10

10 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 24. Okt. 2007, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5585).

Art. 5 Auszahlungsverfahren 11  

(Art. 88, 91 Abs. 2bis AsylG; Art. 87 AIG)

1 Der Bund ver­gü­tet den Kan­to­nen die Leis­tun­gen nach Ar­ti­kel 88 und Ar­ti­kel 91 Ab­satz 2bis des AsylG so­wie nach Ar­ti­kel 87 des Aus­län­der- und In­te­gra­ti­ons­ge­set­zes vom 16. De­zem­ber 200512 (AIG)13 quar­tals­wei­se ge­stützt auf die im Da­ten­sys­tem des Staats­se­kre­ta­ria­tes für Mi­gra­ti­on (SEM)14 er­fass­ten Da­ten.

2 Die quar­tals­wei­sen Aus­zah­lun­gen er­fol­gen bin­nen 60 Ta­gen ge­stützt auf das Da­tum der Er­fas­sung im Da­ten­sys­tem des SEM.

3 Mel­dun­gen der Kan­to­ne zur Be­rich­ti­gung der für die Aus­zah­lun­gen mass­ge­ben­den Da­ten sind lau­fend beim SEM, spä­tes­tens bis je­weils am 30. April des Fol­ge­jah­res ein­zu­rei­chen.

4 Kor­rek­tu­ren der Aus­zah­lun­gen nach Ab­satz 2 er­fol­gen je­weils im Fol­ge­jahr. Da­bei wer­den die Dif­fe­ren­zen zwi­schen dem Er­eig­nis- und dem Er­fas­sungs­da­tum aus­ge­gli­chen. Die Nach­zah­lun­gen oder Rück­for­de­run­gen wer­den mit den quar­tals­wei­sen Aus­zah­lun­gen ver­rech­net.

5 ...15

6 Sämt­li­che Zah­lun­gen wer­den aus­sch­liess­lich auf die Kon­to­kor­ren­te der Kan­to­ne bei der Eid­ge­nös­si­schen Fi­nanz­ver­wal­tung an­ge­wie­sen. Sub­ven­ti­ons­recht­li­che Rück­for­de­run­gen so­wie Rück­for­de­run­gen aus Kür­zun­gen nach Ar­ti­kel 89a Ab­satz 2 des AsylG wer­den mit den Aus­zah­lun­gen nach Ab­satz 2 ver­rech­net.16

11 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 24. Okt. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5585).

12 SR 142.20

13 Der Ti­tel wur­de in An­wen­dung von Art. 12 Abs. 2 des Pu­bli­ka­ti­ons­ge­set­zes vom 18. Ju­ni 2004 (SR 170.512) auf den 1. Jan. 2019 an­ge­passt. Die­se An­pas­sung wur­de im gan­zen Text vor­ge­nom­men.

14 Die Be­zeich­nung der Ver­wal­tungs­ein­heit wur­de in An­wen­dung von Art. 16 Abs. 3 der Pu­bli­ka­ti­ons­ver­ord­nung vom 17. Nov. 2004 (AS 20044937) auf den 1. Jan. 2015 an­ge­passt. Die­se An­pas­sung wur­de im gan­zen Text vor­ge­nom­men.

15 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 7. Dez. 2012, mit Wir­kung seit 1. April 2013 (AS 2012 6951).

16 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Dez. 2013, in Kraft seit 1. Fe­br. 2014 (AS 2013 5359).

Art. 5a Datenerhebung 17  

(Art. 95 Abs. 2 AsylG)

Für die Steue­rung und An­pas­sung der fi­nan­zi­el­len Ab­gel­tun­gen des Bun­des kön­nen die Kan­to­ne ver­pflich­tet wer­den, Da­ten zu Han­den des Bun­des zu er­he­ben.

17 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 24. Okt. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5585).

Art. 5b Prämienverbilligung für vorläufig aufgenommene Personen 18  

(Art. 82aAbs. 7 AsylG)

Der An­spruch von vor­läu­fig auf­ge­nom­me­nen Per­so­nen auf Prä­mi­en­ver­bil­li­gungs­bei­trä­ge nach Ar­ti­kel 65 des Bun­des­ge­set­zes vom 18. März 199419 über die Kran­ken­ver­si­che­rung (KVG) lebt sie­ben Jah­re nach de­ren Ein­rei­se wie­der auf.

18 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 24. Okt. 2007 (AS 2007 5585). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 8. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. März 2019 (AS 2018 2875).

19 SR 832.10

2. Abschnitt: Kinderzulagen

Art. 6 Geltendmachung der Kinderzulagen  

1 Macht die asyl­su­chen­de Per­son einen An­spruch auf Kin­der­zu­la­gen nach Ar­ti­kel 84 des AsylG20 gel­tend, so hat sie die­sen ent­spre­chend den kan­to­na­len Vor­schrif­ten bei je­dem Stel­len­an­tritt an­zu­mel­den.

2 Um die Aus­zah­lung von Kin­der­zu­la­gen zu er­wir­ken, hat die be­rech­tig­te Per­son den zu­stän­di­gen Fa­mi­li­en­aus­gleichs­kas­sen, Ab­rech­nungs­stel­len oder den von der An­schluss­pflicht an ei­ne Fa­mi­li­en­aus­gleichs­kas­se be­frei­ten Ar­beit­ge­be­rin­nen und Ar­beit­ge­bern ei­ne Ko­pie des rechts­kräf­ti­gen Ent­schei­des über Asyl oder Schutz­be­dürf­tig­keit in­ner­halb der nach kan­to­na­lem Recht gel­ten­den Nach­for­de­rungs­frist ein­zu­rei­chen.

20 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. I der V vom 8. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. März 2019 (AS 2018 2875). Die­se Änd. wur­de in den in der AS ge­nann­ten Be­stim­mun­gen be­rück­sich­tigt.

Art. 7 Auszahlung der Kinderzulagen  

1 Zu­rück­be­hal­te­ne Kin­der­zu­la­gen wer­den ei­ner asyl­su­chen­den Per­son aus­be­zahlt, wenn sie na­ment­lich:

a.
als Flücht­ling an­er­kannt wor­den ist;
b.21
nach Ar­ti­kel 83 Ab­satz 3 oder 4 des AIG22 vor­läu­fig auf­ge­nom­men wird oder nach Ar­ti­kel 14 Ab­satz 2 des AsylG ei­ne Auf­ent­halts­be­wil­li­gung er­hält, oder
c.
als Schutz­be­dürf­ti­ge an­er­kannt wird.

2 Kin­der­zu­la­gen für im Aus­land le­ben­de Kin­der gel­ten als ei­ge­ne Mit­tel der an­spruchs­be­rech­tig­ten Per­son im Sin­ne von Ar­ti­kel 81 des AsylG.

21 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 24. Okt. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5585).

22 SR 142.20

2. Kapitel: Sonderabgabe auf Vermögenswerten 2324

23 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 24. Okt. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5585).

24 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 15. Nov. 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 6545).

Art. 8 und 925  

25 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 15. Nov. 2017, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 6545).

Art. 10 Geltungsbereich und Dauer der Sonderabgabe auf Vermögenswerten 26  

(Art. 86 und 87 AsylG; Art. 88 AIG)

1 Der Son­der­ab­ga­be auf Ver­mö­gens­wer­ten un­ter­ste­hen:

a.
Asyl­su­chen­de: ab Ein­rei­chung des Asyl­ge­suchs;
b.
Schutz­be­dürf­ti­ge oh­ne Auf­ent­halts­be­wil­li­gung: ab Ein­rei­chung des Ge­suchs um vor­über­ge­hen­de Schutz­ge­wäh­rung;
c.
vor­läu­fig Auf­ge­nom­me­ne: ab Ent­scheid über die vor­läu­fi­ge Auf­nah­me;
d.
weg­ge­wie­se­ne Per­so­nen: ab Rechts­kraft des Weg­wei­sungs­ent­schei­des nach ne­ga­ti­vem Aus­gang des Asyl­ver­fah­rens oder nach Auf­he­bung der vor­läu­fi­gen Auf­nah­me; und
e.
Per­so­nen mit ei­ner rechts­kräf­ti­gen Lan­des­ver­wei­sung: nach ne­ga­ti­vem Aus­gang des Asyl­ver­fah­rens oder nach Er­lö­schen der vor­läu­fi­gen Auf­nah­me.

2 Die Un­ter­stel­lung un­ter die Son­der­ab­ga­be auf Ver­mö­gens­wer­ten en­det:

a.
wenn der Be­trag von 15 000 Fran­ken er­reicht ist, spä­tes­tens aber zehn Jah­re nach der Ein­rei­se in die Schweiz;
b.
wenn ei­ne asyl­su­chen­de, ei­ne vor­läu­fig auf­ge­nom­me­ne, ei­ne schutz­be­dürf­ti­ge oder ei­ne rechts­kräf­tig weg­ge­wie­se­ne Per­son ei­ne Auf­ent­halts­be­wil­li­gung er­hält; oder
c.
wenn ei­ne asyl­su­chen­de Per­son Asyl er­hält oder als Flücht­ling vor­läu­fig auf­ge­nom­men wird.

3 Die Son­der­ab­ga­be­pflicht be­ginnt mit je­dem Asyl­ver­fah­ren hin­sicht­lich des Be­tra­ges neu zu lau­fen.

26 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 15. Nov. 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 6545). Sie­he auch die UeB die­ser Änd. am Schluss des Tex­tes.

Art. 11 Verwaltung der Sonderabgabe auf Vermögenswerten 27  

(Art. 86 und 87 AsylG)

1 Der Bund ver­wal­tet die Son­der­ab­ga­be auf Ver­mö­gens­wer­ten und er­lässt die Ab­nah­me­ver­fü­gun­gen.

2 Das SEM er­teilt der son­der­ab­ga­be­pflich­ti­gen Per­son oder den zu­stän­di­gen kan­to­na­len Be­hör­den auf Ge­such hin Aus­kunft über die Hö­he der ge­leis­te­ten Son­der­ab­ga­be. Dem Ge­such ist ei­ne Ko­pie des Aus­län­der­aus­wei­ses bei­zu­le­gen.

27 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 15. Nov. 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 6545).

Art. 12 Informationssystem über die Sonderabgabe 28  

(Art. 3 und 4 BGIAA29)

1 Das SEM führt zur Ver­wal­tung der Son­der­ab­ga­be auf Ver­mö­gens­wer­ten nach den Ar­ti­keln 86 und 87 des AsylG ein In­for­ma­ti­ons­sys­tem Son­der­ab­ga­be.

2 Das In­for­ma­ti­ons­sys­tem Son­der­ab­ga­be ent­hält fol­gen­de Da­ten:

a.
Na­men, Vor­na­men, Ge­schlecht, Adres­se und Kor­re­spon­denz­spra­che von Asyl­su­chen­den, Schutz­be­dürf­ti­gen oh­ne Auf­ent­halts­be­wil­li­gung, vor­läu­fig Auf­ge­nom­me­nen, Per­so­nen mit ei­nem Weg­wei­sungs­ent­scheid so­wie Per­so­nen mit ei­ner rechts­kräf­ti­gen Lan­des­ver­wei­sung;
b.
Per­so­nen­num­mer, Da­tum der Ein­rei­se in die Schweiz so­wie Da­tum des Asyl­ge­suchs, des Ge­suchs um Schutz­ge­wäh­rung und der vor­läu­fi­gen Auf­nah­me aus ZE­MIS;
c.
Ein­zah­lun­gen und Hö­he der ge­leis­te­ten Son­der­ab­ga­be.

3 Zu­griff auf die Da­ten des In­for­ma­ti­ons­sys­tems Son­der­ab­ga­be ha­ben die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter des SEM, die mit der Ver­wal­tung der Son­der­ab­ga­be auf Ver­mö­gens­wer­ten be­auf­tragt sind.

28 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 15. Nov. 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 6545).

29 Bun­des­ge­setz vom 20. Ju­ni 2003 über das In­for­ma­ti­ons­sys­tem für den Aus­län­der- und den Asyl­be­reich (SR 142.51).

Art. 13–1530  

30 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 15. Nov. 2017, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 6545).

Art. 16 Abnehmbare Vermögenswerte  

1 Ver­mö­gens­wer­te nach Ar­ti­kel 86 und 87 des AsylG sind Geld­be­trä­ge, geld­wer­te Ge­gen­stän­de und un­kör­per­li­che Wer­te wie Bank­gut­ha­ben. All­fäl­li­ge Kurs- und Wert­ver­lus­te ge­hen zu Las­ten der Son­der­ab­ga­be­pflich­ti­gen.31

2 Die Be­hör­de, wel­che die Ver­mö­gens­wer­te si­cher­ge­stellt hat, hat die­se in Schwei­zer Fran­ken dem SEM zu über­wei­sen.

3 Nach dem En­de der Un­ter­stel­lung un­ter die Son­der­ab­ga­be auf Ver­mö­gens­wer­ten nach Ar­ti­kel 10 Ab­satz 2 si­cher­ge­stell­te und dem SEM über­wie­se­ne Ver­mö­gens­wer­te und an­de­re Fehl­über­wei­sun­gen wer­den der über­wei­sen­den Be­hör­de zu­rück­er­stat­tet. Die­se ist ver­pflich­tet, sie der be­rech­tig­ten Per­son zu­kom­men zu las­sen.32

4 Der Be­trag nach Ar­ti­kel 86 Ab­satz 3 Buch­sta­be c des AsylG be­trägt 1000 Fran­ken.33

31 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 15. Nov. 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 6545).

32 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 15. Nov. 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 6545).

33 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 15. Nov. 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 6545).

Art. 1734  

34 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 15. Nov. 2017, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 6545).

Art. 18 Auszahlung abgenommener Vermögenswerte  

(Art. 87 Abs. 5 AsylG)

1 Asyl­su­chen­de, Schutz­be­dürf­ti­ge oh­ne Auf­ent­halts­be­wil­li­gung, vor­läu­fig Auf­ge­nom­me­ne, Per­so­nen mit ei­nem Weg­wei­sungs­ent­scheid so­wie Per­so­nen mit ei­ner rechts­kräf­ti­gen Lan­des­ver­wei­sung, die in­ner­halb von sie­ben Mo­na­ten nach Ein­rei­chung des Asyl­ge­su­ches oder des Ge­suchs um vor­über­ge­hen­de Schutz­ge­wäh­rung selb­stän­dig aus­rei­sen, kön­nen beim SEM vor ih­rer Aus­rei­se um die Aus­zah­lung der ih­nen ab­ge­nom­me­nen Ver­mö­gens­wer­te nach­su­chen. 35

2 Ab­satz 1 gilt auch für vor­läu­fig auf­ge­nom­me­ne Per­so­nen, die in­ner­halb von sie­ben Mo­na­ten seit Ein­rei­chung des Asyl­ge­suchs oder seit An­ord­nung der vor­läu­fi­gen Auf­nah­me selb­stän­dig aus­rei­sen.

3 Die ab­ge­nom­me­nen Ver­mö­gens­wer­te bzw. de­ren Bar­wert wer­den in der Re­gel bei der Aus­rei­se am Flug­ha­fen in bar aus­be­zahlt. Auf Ge­such hin kann der aus­zu­zah­len­de Be­trag nach er­folg­ter Aus­rei­se ins Aus­land über­wie­sen wer­den.

4 ...36

35 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 15. Nov. 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 6545).

36 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 15. Nov. 2017, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 6545).

Art. 19  

Auf­ge­ho­ben

3. Titel: Bundesbeiträge

1. Kapitel: Sozial- und Nothilfe37

37 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 24. Okt. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5585).

1. Abschnitt: Asylsuchende, vorläufig Aufgenommene und Schutzbedürftige ohne Aufenthaltsbewilligung

Art. 20 Dauer der Kostenerstattungspflicht 38  

(Art. 88 und 89 AsylG; Art. 87 Abs. 1 Bst. a und 87 Abs. 3 AIG)

Der Bund ver­gü­tet den Kan­to­nen Glo­bal­pau­scha­len für Per­so­nen wäh­rend der Dau­er des Asyl­ver­fah­rens, der vor­läu­fi­gen Auf­nah­me und der vor­über­ge­hen­den Schutz­ge­wäh­rung. Aus­ge­nom­men da­von sind die Ver­gü­tun­gen für Per­so­nen wäh­rend der Dau­er ei­nes Ver­fah­rens nach Ar­ti­kel 111c AsylG. Er ver­gü­tet die­se Pau­scha­len ab Be­ginn des Mo­nats, wel­cher der Zu­wei­sung an einen Kan­ton, dem Ent­scheid über die vor­läu­fi­ge Auf­nah­me oder der Ge­wäh­rung des vor­über­ge­hen­den Schut­zes folgt, bis und mit dem En­de des Mo­nats, in dem:39

a.
der Nicht­ein­tre­tens- oder der ne­ga­ti­ve Asyl- und Weg­wei­sungs­ent­scheid rechts­kräf­tig wird;
b.
das Asyl­ge­such ab­ge­schrie­ben wird;
c.
ei­ne Per­son die Schweiz de­fi­ni­tiv ver­las­sen hat oder un­kon­trol­liert ab­ge­reist ist;
d.
die vor­läu­fi­ge Auf­nah­me er­lischt oder rechts­kräf­tig auf­ge­ho­ben wird, längs­tens aber sie­ben Jah­re seit der Ein­rei­se;
e.
der vor­über­ge­hen­de Schutz er­lischt oder rechts­kräf­tig auf­ge­ho­ben wird, längs­tens aber bis zum Zeit­punkt, in dem ei­ne Auf­ent­halts­be­wil­li­gung nach Ar­ti­kel 74 Ab­satz 2 des AsylG zu er­tei­len ist;
f.40
ei­ne aus­län­der­recht­li­che Auf­ent­halts- oder Nie­der­las­sungs­be­wil­li­gung er­teilt wird oder nach Ar­ti­kel 42 Ab­satz 1 oder Ar­ti­kel 43 Ab­satz 1 oder 3 AIG41 ein An­spruch dar­auf be­steht. Ent­steht ein An­spruch auf Er­tei­lung ei­ner Be­wil­li­gung, wird wäh­rend der Dau­er des Be­wil­li­gungs­ver­fah­rens die Glo­bal­pau­scha­le nicht ver­gü­tet. Liegt ein rechts­kräf­ti­ger kan­to­na­ler Ent­scheid be­züg­lich der Ver­wei­ge­rung der Auf­ent­halts- oder Nie­der­las­sungs­be­wil­li­gung vor, so ver­gü­tet der Bund dem Kan­ton auf Ge­such hin die Glo­bal­pau­scha­le rück­wir­kend bis längs­tens zum Weg­fall des Ver­wei­ge­rungs­grun­des.

38 Sie­he auch die UeB Änd. 7.12.2012 am En­de die­ses Tex­tes.

39 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Dez. 2013, in Kraft seit 1. Fe­br. 2014 (AS 2013 5359).

40 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Dez. 2013, in Kraft seit 1. Fe­br. 2014 (AS 2013 5359). Die Be­rich­ti­gung vom 2. Okt. 2018 be­trifft nur den ita­lie­ni­schen Text (AS 2018 3311).

41 SR 142.20

Art. 21 Umfang der Kostenerstattungspflicht 42  

Mit der Glo­bal­pau­scha­le nach Ar­ti­kel 22 sind sämt­li­che ver­güt­ba­ren Auf­wen­dun­gen der Kan­to­ne für die So­zi­al­hil­fe bei kos­ten­güns­ti­gen Lö­sun­gen ab­ge­gol­ten.

42 Sie­he auch die UeB Änd. 7.12.2012 am En­de die­ses Tex­tes.

Art. 22 Höhe und Anpassung der Globalpauschale 43  

1 Der Bund ver­gü­tet den Kan­to­nen für je­de So­zi­al­hil­fe be­zie­hen­de Per­son ei­ne Glo­bal­pau­scha­le. Sie be­trägt im schwei­ze­ri­schen Durch­schnitt pro Mo­nat 1573.39 Fran­ken und ba­siert auf dem Lan­des­in­dex der Kon­su­men­ten­prei­se und dem An­teil der un­be­glei­te­ten Min­der­jäh­ri­gen am Ge­samt­be­stand an Asyl­su­chen­den, vor­läu­fig Auf­ge­nom­me­nen und Schutz­be­dürf­ti­gen oh­ne Auf­ent­halts­be­wil­li­gung (Stand: 31. Okt. 2017).44 45

2 Die Glo­bal­pau­scha­le setzt sich zu­sam­men aus ei­nem An­teil für die Miet­kos­ten, ei­nem An­teil für die So­zi­al­hil­fe- und Be­treu­ungs­kos­ten und ei­nem An­teil für die Kran­ken­ver­si­che­rungs­prä­mi­en, Selbst­be­hal­te und Fran­chi­sen.

3 Der An­teil für die Miet­kos­ten wird un­ter Be­rück­sich­ti­gung ei­ner Band­brei­te zwi­schen 80 und 120 Pro­zent wie folgt kan­to­nal ab­ge­stuft:

Kan­ton

in Pro­zent

Kan­ton

in Pro­zent

Aar­gau

101,4

Nid­wal­den

105,4

Ap­pen­zell Aus­serr­ho­den

85,0

Ob­wal­den

95,2

Ap­pen­zell Inn­err­ho­den

90,2

Schaff­hau­sen

84,6

Ba­sel-Land­schaft

103,6

Schwyz

118,3

Ba­sel-Stadt

96,3

So­lo­thurn

86,7

Bern

89,4

St. Gal­len

90,4

Frei­burg

90,0

Tes­sin

87,0

Genf

106,0

Thur­gau

90,8

Gla­rus

82,0

Uri

87,4

Grau­bün­den

92,5

Waadt

99,8

Ju­ra

80,0

Wal­lis

81,8

Lu­zern

100,2

Zug

120,0

Neu­en­burg

80,0

Zü­rich

117,5

Bei we­sent­li­chen Ver­än­de­run­gen auf dem Lie­gen­schafts­markt kann das SEM die kan­to­na­le Ab­stu­fung ge­stützt auf die vom Bun­des­amt für Sta­tis­tik (BfS) ver­öf­fent­lich­ten Miet­preis­er­he­bun­gen (durch­schnitt­li­cher Miet­preis in Fran­ken nach Zim­mer­zahl und Kan­ton) an­pas­sen.46

4 Der An­teil für die Kran­ken­ver­si­che­rungs­prä­mi­en, Selbst­be­hal­te und Fran­chi­sen wird auf­grund der vom Bun­des­amt für Ge­sund­heit pu­bli­zier­ten Durch­schnittsprä­mi­en47, der vol­len Be­trä­ge der or­dent­li­chen Fran­chi­se und des Selbst­be­hal­tes nach Ar­ti­kel 64 KVG48 so­wie der An­zahl Kin­der, jun­ger Er­wach­se­ner und Er­wach­se­ner kan­to­nal ab­ge­stuft. Die An­pas­sung er­folgt je­weils En­de Jahr für das nach­fol­gen­de Ka­len­der­jahr.49

5 Der An­teil für die Miet­kos­ten be­trägt 215.66 Fran­ken, der An­teil für die üb­ri­gen So­zi­al­hil­fe­kos­ten 617.34 Fran­ken, der An­teil für die Be­treu­ungs­kos­ten 273.90 Fran­ken und der An­teil für die zu­sätz­li­chen Un­ter­brin­gungs- und Be­treu­ungs­kos­ten von un­be­glei­te­ten Min­der­jäh­ri­gen 56.09 Fran­ken. Die An­tei­le ba­sie­ren auf dem Stand des Lan­des­in­de­xes der Kon­su­men­ten­prei­se von 100,9 Punk­ten (In­dex­stand: 31. Okt. 2017). Das SEM passt die­se An­tei­le je­weils En­de des Jah­res für das fol­gen­de Ka­len­der­jahr der In­de­x­ent­wick­lung an.50

6 Der An­teil für die zu­sätz­li­chen Un­ter­brin­gungs- und Be­treu­ungs­kos­ten von un­be­glei­te­ten Min­der­jäh­ri­gen ba­siert auf dem Ge­samt­be­stand an Asyl­su­chen­den, vor­läu­fig Auf­ge­nom­me­nen und Schutz­be­dürf­ti­gen oh­ne Auf­ent­halts­be­wil­li­gung von 44 383 Per­so­nen so­wie dem Be­stand da­von an un­be­glei­te­ten Min­der­jäh­ri­gen von 2283 Per­so­nen (aus­ma­chend 5,1 %; Stand: 31. Okt. 2017). Das SEM passt den An­teil je­weils En­de des Jah­res für das fol­gen­de Ka­len­der­jahr mit fol­gen­der For­mel der Ent­wick­lung der Be­stän­de an:

56.09 Fran­ken ×

An­teil un­be­glei­te­te Min­der­jäh­ri­ge am Ge­samt­be­stand

5,1 %

.51

43 Sie­he auch die UeB Änd. 24.10.2007, 12.12.2008, 7.12.2012, 8.6.2018und 10.4.2019am En­de die­ses Tex­tes.

44 Fas­sung des zwei­ten Sat­zes ge­mä­ss Ziff. I der V vom 10. April 2019, in Kraft seit 1. Mai 2019 (AS 2019 1233).

45 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 8. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. März 2019 (AS 2018 2875).

46 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 8. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. März 2019 (AS 2018 2875).

47 V des EDI vom 28. Okt. 2016 über die Durch­schnittsprä­mi­en der Kran­ken­pfle­ge­ver­si­che­rung für die Be­rech­nung der Er­gän­zungs­leis­tun­gen (SR 831.309.1)

48 SR 832.10

49 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 8. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. März 2019 (AS 2018 2875).

50 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 10. April 2019, in Kraft seit 1. Mai 2019 (AS 2019 1233).

51 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 10. April 2019, in Kraft seit 1. Mai 2019 (AS 2019 1233).

Art. 23 Berechnung des Gesamtbetrages 52  

1 Der vom Bund pro Kan­ton und Mo­nat ge­schul­de­te Ge­samt­be­trag (B) in Fran­ken ba­siert auf den in den Da­ten­sys­te­men des SEM er­fass­ten Da­ten. Er be­rech­net sich nach der fol­gen­den For­mel:

B = An­zahl am ers­ten Tag des Mo­nats So­zi­al­hil­fe be­zie­hen­de Per­so­nen × kan­to­nal ab­ge­stuf­te Glo­bal­pau­scha­le + So­ckel­bei­trag an Be­treu­ungs­kos­ten.

2 Die An­zahl So­zi­al­hil­fe be­zie­hen­der Per­so­nen (SP) be­rech­net sich nach der For­mel:

SP =
P – ETAS – BETVA

In der For­mel be­deu­ten:

P =
Am ers­ten Tag des Mo­nats an­we­sen­de Asyl­su­chen­de, vor­läu­fig Auf­ge­nom­me­ne und schutz­be­dürf­ti­ge Per­so­nen oh­ne Auf­ent­halts­be­wil­li­gung.
ETAS =
Am ers­ten Tag des Mo­nats er­werbs­tä­ti­ge Asyl­su­chen­de
(18- bis 60-Jäh­ri­ge).
BETVA =
Be­rei­nig­te An­zahl der er­werbs­tä­ti­gen vor­läu­fig Auf­ge­nom­me­nen und Schutz­be­dürf­ti­gen oh­ne Auf­ent­halts­be­wil­li­gung (18- bis 60-Jäh­ri­ge).

Die be­rei­nig­te An­zahl be­rech­net sich nach der For­mel:

BETVA = EAVA × (EQCH + ALQCH – ALQKT)

In der For­mel be­deu­ten:

EAVA =
Am ers­ten Tag des Mo­nats im Er­werbsal­ter ste­hen­de vor­läu­fig Auf­ge­nom­me­ne und Schutz­be­dürf­ti­ge oh­ne Auf­ent­halts­be­wil­li­gung
(18- bis 60-Jäh­ri­ge).
EQCH=
Schwei­ze­ri­sche Quo­te der am ers­ten Tag des Mo­nats er­werbs­tä­ti­gen vor­läu­fig Auf­ge­nom­me­nen und Schutz­be­dürf­ti­gen oh­ne Auf­ent­halts­be­wil­li­gung (18- bis 60-Jäh­ri­ge).
ALQCH =
Schwei­ze­ri­sche Ar­beits­lo­sen­quo­te des Vor­mo­nats der in der Schweiz le­ben­den Aus­län­der ge­mä­ss Staats­se­kre­ta­ri­at für Wirt­schaft (SE­CO).
ALQKT =
Kan­to­na­le Ar­beits­lo­sen­quo­te des Vor­mo­nats der im je­wei­li­gen Kan­ton le­ben­den Aus­län­der ge­mä­ss SE­CO.

3 Für die Auf­recht­er­hal­tung ei­ner mi­ni­ma­len Be­treu­ungs­struk­tur ver­gü­tet der Bund je­dem Kan­ton pro Mo­nat ei­ne Pau­scha­le von 27 433 Fran­ken als So­ckel­bei­trag. Sie ba­siert auf dem Stand des Lan­des­in­de­xes der Kon­su­men­ten­prei­se von 100,3 Punk­ten (In­dex­stand: 31. Okt. 2016). Das SEM passt die­se Pau­scha­le je­weils En­de des Jah­res für das fol­gen­de Ka­len­der­jahr der In­de­x­ent­wick­lung an.53

52 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 7. Dez. 2012, in Kraft seit 1. April 2013 (AS 2012 6951). Sie­he auch die UeB Änd. 7.12.2012 am En­de die­ses Tex­tes.

53 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 8. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. März 2019 (AS 2018 2875). Sie­he auch die UeB die­ser Änd. am En­de die­ses Tex­tes.

Art. 23a54  

54 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 12. Dez. 2008 (AS 2009 235). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 7. Dez. 2012, mit Wir­kung seit 1. April 2013 (AS 2012 6951).

2. Abschnitt: Flüchtlinge, vorläufig aufgenommene Flüchtlinge, Staatenlose und Schutzbedürftige mit Aufenthaltsbewilligung

Art. 24 Dauer der Kostenerstattungspflicht 55  

(Art. 88 Abs. 3 AsylG; Art. 31, 87 Abs. 1 Bst. b und 87 Abs. 3 AIG)

1 Der Bund ver­gü­tet den Kan­to­nen Glo­bal­pau­scha­len für Flücht­lin­ge und Staa­ten­lo­se. Er ver­gü­tet die­se Pau­scha­len ab Be­ginn des Mo­nats, wel­cher dem Ent­scheid über die Asyl­ge­wäh­rung, über die Auf­nah­me als vor­läu­fig auf­ge­nom­me­ner Flücht­ling oder über die An­er­ken­nung als Staa­ten­lo­ser folgt, bis und mit dem En­de des Mo­nats, in dem:56

a.57
ein Flücht­ling ei­ne Nie­der­las­sungs­be­wil­li­gung er­hält oder nach Ar­ti­kel 42 Ab­satz 3 oder 4 oder Ar­ti­kel 43 Ab­satz 2 oder 3 AIG58 ein An­spruch dar­auf be­steht, längs­tens aber 5 Jah­re seit dem Zeit­punkt der Ein­rei­chung des Asyl­ge­su­ches, wel­ches zur Asyl­ge­wäh­rung ge­führt hat;
b.59
ein vor­läu­fig auf­ge­nom­me­ner Flücht­ling ei­ne aus­län­der­recht­li­che Auf­ent­halts- oder Nie­der­las­sungs­be­wil­li­gung er­hält oder nach Ar­ti­kel 42 Ab­satz 1 oder Ar­ti­kel 43 Ab­satz 1 oder 3 AIG ein An­spruch dar­auf be­steht, längs­tens aber sie­ben Jah­re seit der Ein­rei­se;
bbis.60
ein Flücht­ling mit ei­ner rechts­kräf­ti­gen Lan­des­ver­wei­sung nach Ar­ti­kel 66a oder 66abis des Straf­ge­setz­buchs61 oder Ar­ti­kel 49a oder 49abis des Mi­li­tär­straf­ge­set­zes vom 13. Ju­ni 192762 die Schweiz de­fi­ni­tiv ver­las­sen hat oder un­kon­trol­liert ab­ge­reist ist, längs­tens aber fünf Jah­re seit dem Zeit­punkt der Ein­rei­chung des Asyl­ge­su­ches;
c.63
ein Staa­ten­lo­ser ei­ne Nie­der­las­sungs­be­wil­li­gung er­hält oder nach Ar­ti­kel 42 Ab­satz 3 oder 4 oder Ar­ti­kel 43 Ab­satz 2 oder 3 AIG ein An­spruch dar­auf be­steht, längs­tens aber 5 Jah­re seit der An­er­ken­nung der Staa­ten­lo­sig­keit;
d.64
ein vor­läu­fig auf­ge­nom­me­ner Staa­ten­lo­ser ei­ne aus­län­der­recht­li­che Auf­ent­halts‑ oder Nie­der­las­sungs­be­wil­li­gung er­hält oder nach Ar­ti­kel 42 Ab­satz 1 oder Ar­ti­kel 43 Ab­satz 1 oder 3 AIG ein An­spruch dar­auf be­steht, längs­tens aber sie­ben Jah­re seit der Ein­rei­se;
dbis.65
ein Staa­ten­lo­ser mit ei­ner rechts­kräf­ti­gen Lan­des­ver­wei­sung die Schweiz de­fi­ni­tiv ver­las­sen hat oder un­kon­trol­liert ab­ge­reist ist, längs­tens aber 5 Jah­re seit der An­er­ken­nung der Staa­ten­lo­sig­keit;
e.
das Asyl wi­der­ru­fen wird;
f.66
ein Flücht­ling oder ein Staa­ten­lo­ser die Schweiz de­fi­ni­tiv ver­las­sen hat oder un­kon­trol­liert ab­ge­reist ist.

2 Ent­steht ein An­spruch auf Er­tei­lung ei­ner Auf­ent­halts- oder Nie­der­las­sungs­be­wil­li­gung, wird wäh­rend der Dau­er des Be­wil­li­gungs­ver­fah­rens die Glo­bal­pau­scha­le nicht ver­gü­tet. Liegt ein rechts­kräf­ti­ger kan­to­na­ler Ent­scheid be­züg­lich der Ver­wei­ge­rung der Auf­ent­halts- oder Nie­der­las­sungs­be­wil­li­gung vor, ver­gü­tet der Bund dem Kan­ton auf Ge­such hin die Glo­bal­pau­scha­le rück­wir­kend bis längs­tens zum Weg­fall des Ver­wei­ge­rungs­grun­des.

3 Der Bund zahlt den Kan­to­nen für Schutz­be­dürf­ti­ge mit ei­ner Auf­ent­halts­be­wil­li­gung die Hälf­te der Glo­bal­pau­scha­le nach Ar­ti­kel 26 vom Tag an, an dem die­se nach Ar­ti­kel 74 Ab­satz 2 des AsylG einen An­spruch auf die Er­tei­lung ei­ner Auf­ent­halts­be­wil­li­gung ha­ben, bis und mit dem Tag, an dem sie erst­mals ei­ne Nie­der­las­sungs­be­wil­li­gung er­hal­ten oder ein An­spruch dar­auf be­steht, längs­tens aber bis zum Zeit­punkt, in dem ei­ne sol­che nach Ar­ti­kel 74 Ab­satz 3 des AsylG er­teilt wer­den könn­te.

4 und 5 ...67

55 Sie­he auch die UeB Änd. 7.12.2012 am En­de die­ses Tex­tes.

56 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 7. Dez. 2012, in Kraft seit 1. April 2013 (AS 2012 6951).

57 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Dez. 2013, in Kraft seit 1. Fe­br. 2014 (AS 2013 5359).

58 SR 142.20

59 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Dez. 2013, in Kraft seit 1. Fe­br. 2014 (AS 2013 5359).

60 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 5 der V vom 1. Fe­br. 2017 über die Ein­füh­rung der Lan­des­ver­wei­sung, in Kraft seit 1. März 2017 (AS 2017 563).

61 SR 311.0

62 SR 321.0

63 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. Okt. 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 6173).

64 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Dez. 2013, in Kraft seit 1. Fe­br. 2014 (AS 2013 5359).

65 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 5 der V vom 1. Fe­br. 2017 über die Ein­füh­rung der Lan­des­ver­wei­sung (AS 2017 563). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. Okt. 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 6173).

66 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 13. Dez. 2013, in Kraft seit 1. Fe­br. 2014 (AS 2013 5359).

67 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 8. Ju­ni 2018, mit Wir­kung seit 1. März 2019 (AS 2018 2875).

Art. 24a Dauer der Kostenerstattungspflicht für Flüchtlingsgruppen 68  

(Art. 56 und 88 Abs. 3 und 3bis AsylG)

1 Der Bund ver­gü­tet den Kan­to­nen Glo­bal­pau­scha­len für al­le Flücht­lin­ge, die ei­ner Flücht­lings­grup­pe nach Ar­ti­kel 56 AsylG an­ge­hö­ren, wäh­rend 7 Jah­ren ab Be­ginn des Mo­nats, wel­cher auf die Ein­rei­se folgt.

2 Die über fünf Jah­re hin­aus­ge­hen­de Ver­gü­tung nach Ab­satz 1 bein­hal­tet Bei­trä­ge an die Kos­ten für un­be­glei­te­te Min­der­jäh­ri­ge und Per­so­nen, die 5 Jah­re nach ih­rer Ein­rei­se auf­grund ei­ner schwe­ren kör­per­li­chen oder geis­ti­gen Be­ein­träch­ti­gung oder we­gen Be­tagt­heit nicht wirt­schaft­lich selb­stän­dig sind.

68 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 8. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. März 2019 (AS 2018 2875). Sie­he auch die UeB die­ser Änd. am En­de die­ses Tex­tes.

Art. 25 Umfang der Kostenerstattungspflicht 69  

Mit der Glo­bal­pau­scha­le nach Ar­ti­kel 26 sind sämt­li­che ver­güt­ba­ren Auf­wen­dun­gen der Kan­to­ne für die So­zi­al­hil­fe bei kos­ten­güns­ti­gen Lö­sun­gen ab­ge­gol­ten.

69 Sie­he auch die UeB Änd. 7.12.2012 am En­de die­ses Tex­tes.

Art. 26 Höhe und Anpassung der Globalpauschale 70  

1 Der Bund ver­gü­tet den Kan­to­nen für je­de So­zi­al­hil­fe be­zie­hen­de Per­son und für je­den Flücht­ling, der ei­ner Flücht­lings­grup­pe nach Ar­ti­kel 56 AsylG an­ge­hört ei­ne Glo­bal­pau­scha­le. Sie be­trägt im schwei­ze­ri­schen Durch­schnitt pro Mo­nat 1480.44 Fran­ken und ba­siert auf dem Lan­des­in­dex der Kon­su­men­ten­prei­se und dem An­teil der un­be­glei­te­ten Min­der­jäh­ri­gen am Ge­samt­be­stand an Flücht­lin­gen, Staa­ten­lo­sen und Schutz­be­dürf­ti­gen mit Auf­ent­halts­be­wil­li­gung (Stand: 31. Okt. 2017).71 72

2 Die Glo­bal­pau­scha­le setzt sich zu­sam­men aus ei­nem An­teil für die Miet­kos­ten, ei­nem An­teil für die So­zi­al­hil­fe- Be­treu­ungs- und Ver­wal­tungs­kos­ten und ei­nem An­teil für die Selbst­be­hal­te und Fran­chi­sen.73

3 Der An­teil für die Miet­kos­ten wird un­ter Be­rück­sich­ti­gung ei­ner Band­brei­te zwi­schen 80 und 120 Pro­zent wie folgt kan­to­nal ab­ge­stuft:

Kan­ton

in Pro­zent

Kan­ton

in Pro­zent

Aar­gau

101,4

Nid­wal­den

105,4

Ap­pen­zell Aus­serr­ho­den

85,0

Ob­wal­den

95,2

Ap­pen­zell Inn­err­ho­den

90,2

Schaff­hau­sen

84,6

Ba­sel-Land­schaft

103,6

Schwyz

118,3

Ba­sel-Stadt

96,3

So­lo­thurn

86,7

Bern

89,4

St. Gal­len

90,4

Frei­burg

90,0

Tes­sin

87,0

Genf

106,0

Thur­gau

90,8

Gla­rus

82,0

Uri

87,4

Grau­bün­den

92,5

Waadt

99,8

Ju­ra

80,0

Wal­lis

81,8

Lu­zern

100,2

Zug

120,0

Neu­en­burg

80,0

Zü­rich

117,5

Bei we­sent­li­chen Ver­än­de­run­gen auf dem Lie­gen­schafts­markt kann das SEM die kan­to­na­le Ab­stu­fung ge­stützt auf die vom BfS ver­öf­fent­lich­ten Miet­preis­er­he­bun­gen (durch­schnitt­li­cher Miet­preis in Fran­ken nach Zim­mer­zahl und Kan­ton) an­pas­sen.74

4 Die Fest­set­zung der vol­len Be­trä­ge der or­dent­li­chen Fran­chi­se und des Selbst­be­hal­tes er­folgt nach Ar­ti­kel 64 KVG75 so­wie der An­zahl Kin­der und Er­wach­se­nen. Die An­pas­sung er­folgt je­weils En­de Jahr für das nach­fol­gen­de Ka­len­der­jahr.76

5 Der An­teil für die Miet­kos­ten be­trägt 314.00 Fran­ken, der An­teil für die üb­ri­gen So­zi­al­hil­fe­kos­ten 827.80 Fran­ken, der An­teil für die Be­treu­ungs- und Ver­wal­tungs­kos­ten 269.37 Fran­ken und der An­teil für die zu­sätz­li­chen Un­ter­brin­gungs- und Be­treu­ungs­kos­ten von un­be­glei­te­ten Min­der­jäh­ri­gen 5.60 Fran­ken. Die An­tei­le ba­sie­ren auf dem Stand des Lan­des­in­de­xes der Kon­su­men­ten­prei­se von 100,9 Punk­ten (In­dex­stand: 31. Okt. 2017). Das SEM passt die­se An­tei­le je­weils En­de des Jah­res für das fol­gen­de Ka­len­der­jahr der In­de­x­ent­wick­lung an.77

6 Der An­teil für die zu­sätz­li­chen Un­ter­brin­gungs- und Be­treu­ungs­kos­ten von un­be­glei­te­ten Min­der­jäh­ri­gen ba­siert auf dem Ge­samt­be­stand an Flücht­lin­gen, Staa­ten­lo­sen und Schutz­be­dürf­ti­gen mit Auf­ent­halts­be­wil­li­gung von 27 891 Per­so­nen so­wie dem Be­stand da­von an un­be­glei­te­ten Min­der­jäh­ri­gen von 138 Per­so­nen (aus­ma­chend 0,5 %; Stand: 31. Okt. 2017). Das SEM passt den An­teil je­weils En­de des Jah­res für das fol­gen­de Ka­len­der­jahr mit fol­gen­der For­mel der Ent­wick­lung der Be­stän­de an:

5.60 Fran­ken ×

An­teil un­be­glei­te­te Min­der­jäh­ri­ge am Ge­samt­be­stand

0,5 %

.78

70 Sie­he auch die UeB Änd. 24.10.2007, 7.12.2012, 8.6.2018und 10.4.2019am En­de die­ses Tex­tes.

71 Fas­sung des zwei­ten Sat­zes ge­mä­ss Ziff. I der V vom 10. April 2019, in Kraft seit 1. Mai 2019 (AS 2019 1233).

72 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 8. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. März 2019 (AS 2018 2875).

73 Die Be­rich­ti­gung vom 13. Fe­br. 2018 be­trifft nur den ita­lie­ni­schen Text (AS 2018 731).

74 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 8. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. März 2019 (AS 2018 2875).

75 SR 832.10

76 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 8. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. März 2019 (AS 2018 2875).

77 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 10. April 2019, in Kraft seit 1. Mai 2019 (AS 2019 1233).

78 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 10. April 2019, in Kraft seit 1. Mai 2019 (AS 2019 1233).

Art. 27 Berechnung des Gesamtbetrages 79  

1 Der vom Bund pro Kan­ton und Mo­nat ge­schul­de­te Ge­samt­be­trag (B) in Fran­ken ba­siert auf den in den Da­ten­sys­te­men des SEM er­fass­ten Da­ten. Er be­rech­net sich nach der fol­gen­den For­mel:

B =
An­zahl am ers­ten Tag des Mo­nats So­zi­al­hil­fe be­zie­hen­de Per­so­nen × kan­to­nal ab­ge­stuf­te Glo­bal­pau­scha­le.

2 Die An­zahl So­zi­al­hil­fe be­zie­hen­der Per­so­nen (SP) be­rech­net sich nach der For­mel:

SP =
P – BETF

In der For­mel be­deu­ten:

P =
Am ers­ten Tag des Mo­nats an­we­sen­de Flücht­lin­ge, Staa­ten­lo­se und schutz­be­dürf­ti­ge Per­so­nen mit ei­ner Auf­ent­halts­be­wil­li­gung.
BETF =
Be­rei­nig­te An­zahl der er­werbs­tä­ti­gen Flücht­lin­ge, Staa­ten­lo­sen und schutz­be­dürf­ti­gen Per­so­nen mit ei­ner Auf­ent­halts­be­wil­li­gung
(18- bis 60-Jäh­ri­ge).

Die be­rei­nig­te An­zahl be­rech­net sich nach der For­mel:

BETF =
EAF × (EQCH + ALQCH – ALQKT)

In der For­mel be­deu­ten:

EAF =
Am ers­ten Tag des Mo­nats im Er­werbsal­ter ste­hen­de Flücht­lin­ge, Staa­ten­lo­se und schutz­be­dürf­ti­ge Per­so­nen mit ei­ner Auf­ent­halts­be­wil­li­gung (18- bis 60-Jäh­ri­ge).
EQCH =
Schwei­ze­ri­sche Quo­te der am ers­ten Tag des Mo­nats er­werbs­tä­ti­gen Flücht­lin­ge, Staa­ten­lo­sen und schutz­be­dürf­ti­gen Per­so­nen mit ei­ner Auf­ent­halts­be­wil­li­gung (18- bis 60-Jäh­ri­ge).
ALQCH =
Schwei­ze­ri­sche Ar­beits­lo­sen­quo­te des Vor­mo­nats der in der Schweiz le­ben­den Aus­län­der ge­mä­ss SE­CO.
ALQKT =
Kan­to­na­le Ar­beits­lo­sen­quo­te des Vor­mo­nats der im je­wei­li­gen Kan­ton le­ben­den Aus­län­der ge­mä­ss SE­CO.

79 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 7. Dez. 2012, in Kraft seit 1. April 2013 (AS 2012 6951). Sie­he auch die UeB Änd. 7.12.2012 am En­de die­ses Tex­tes.

Art. 27a Berechnung des Gesamtbetrages für Flüchtlingsgruppen 80  

Der vom Bund pro Kan­ton und Mo­nat ge­schul­de­te Ge­samt­be­trag (B) in Fran­ken ba­siert auf den in den Da­ten­sys­te­men des SEM er­fass­ten Da­ten. Er be­rech­net sich nach fol­gen­der For­mel:

B = An­zahl am ers­ten Tag des Mo­nats an­we­sen­de Flücht­lin­ge ei­ner Flücht­lings­grup­pe x kan­to­nal ab­ge­stuf­te Glo­bal­pau­scha­le nach Ar­ti­kel 26.

80 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 8. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. März 2019 (AS 2018 2875).

3. Abschnitt: Nothilfe

Art. 28 Nothilfepauschalen 81  

1 Der Bund rich­tet den Kan­to­nen ei­ne ein­ma­li­ge Pau­scha­le aus für je­de Per­son:

a.
die ein Du­blin–Ver­fah­ren durch­lau­fen hat;
b.
die ein be­schleu­nig­tes Ver­fah­ren durch­lau­fen hat;
c.
die ein er­wei­ter­tes Ver­fah­ren durch­lau­fen hat; oder
d.
de­ren vor­läu­fi­ge Auf­nah­me auf­ge­ho­ben wor­den ist.

2 Die Pau­scha­le nach Ab­satz 1 wird für die be­tref­fen­de Per­son ent­rich­tet, wenn:

a.
auf de­ren Asyl­ge­such nach Ar­ti­kel 31a Ab­sät­ze 1 und 3 des AsylG nicht ein­ge­tre­ten wur­de, wenn der ent­spre­chen­de Nicht­ein­tre­tens- und Weg­wei­sungs­ent­scheid rechts­kräf­tig ge­wor­den ist und ihr ei­ne Aus­rei­se­frist an­ge­setzt wor­den ist;
b.
de­ren Asyl­ge­such ab­ge­wie­sen wur­de, wenn der ent­spre­chen­de Asyl- und Weg­wei­sungs­ent­scheid rechts­kräf­tig ge­wor­den ist und ihr ei­ne Aus­rei­se­frist an­ge­setzt wor­den ist; oder
c.
de­ren vor­läu­fi­ge Auf­nah­me rechts­kräf­tig auf­ge­ho­ben wur­de und ihr ei­ne Aus­rei­se­frist an­ge­setzt wor­den ist.

81 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 8. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. März 2019 (AS 2018 2875).

Art. 29 Umfang und Höhe der Nothilfepauschalen 82  

1 Die Not­hil­fe­pau­scha­le für Per­so­nen nach Ab­schluss ei­nes Du­blin-Ver­fah­rens be­trägt 400 Fran­ken (In­dex­stand: 31. Ok­to­ber 2018). Sie ba­siert auf ei­ner Be­zugs­quo­te von 10 Pro­zent, ei­ner Be­zugs­dau­er von 80 Ta­gen und Kos­ten pro Tag in der Hö­he von 50 Fran­ken.

2 Die Not­hil­fe­pau­scha­le für Per­so­nen nach Ab­schluss ei­nes be­schleu­nig­ten Ver­fah­rens be­trägt 2013 Fran­ken (In­dex­stand: 31. Ok­to­ber 2018). Sie ba­siert auf ei­ner Be­zugs­quo­te von 33 Pro­zent, ei­ner Be­zugs­dau­er von 122 Ta­gen und Kos­ten pro Tag in der Hö­he von 50 Fran­ken.

3 Die Not­hil­fe­pau­scha­le für Per­so­nen nach Ab­schluss ei­nes er­wei­ter­ten Ver­fah­rens und für Per­so­nen, de­ren vor­läu­fi­ge Auf­nah­me auf­ge­ho­ben wur­de, be­trägt 6006 Fran­ken (In­dex­stand: 31. Ok­to­ber 2018). Sie ba­siert auf ei­ner Be­zugs­quo­te von 66 Pro­zent, ei­ner Be­zugs­dau­er von 182 Ta­gen und Kos­ten pro Tag in der Hö­he von 50 Fran­ken.

4 Das SEM passt die Not­hil­fe­pau­scha­len je­weils En­de des Jah­res für das fol­gen­de Ka­len­der­jahr dem Lan­des­in­dex der Kon­su­men­ten­prei­se an.

82 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 8. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. März 2019 (AS 2018 2875).

Art. 30 Monitoring Sozialhilfestopp  

1 Das SEM über­prüft un­ter Ein­be­zug der SODK und der KKJPD nach ge­mein­sam fest­ge­leg­ten Kri­te­ri­en die Ent­wick­lung der Not­hil­fe­kos­ten.

2 ...83

3 Das SEM führt ein In­for­ma­ti­ons­sys­tem Mo­ni­to­ring So­zi­al­hil­fe­stopp. Die­ses ent­hält fol­gen­de Da­ten:

a.
Na­men, Vor­na­men, Ge­burts­da­tum, Zi­vil­stand und Staats­an­ge­hö­rig­keit der Not­hil­fe be­zie­hen­den Per­so­nen;
b.
Per­so­nen­num­mer ZE­MIS;
c.
An­ga­ben über Art und Hö­he der Kos­ten.

4 Die Kan­to­ne tei­len dem SEM die für die Durch­füh­rung des Mo­ni­to­rings not­wen­di­gen Da­ten nach Ab­satz 3 mit.

5 Zu­griff auf die Da­ten des Mo­ni­to­ring-Sys­tems So­zi­al­hilf­stopp ha­ben die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter des SEM und der Kan­to­ne, die mit dem Mo­ni­to­ring be­fasst sind.

83 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 8. Ju­ni 2018, mit Wir­kung seit 1. März 2019 (AS 2018 2875).

Art. 30a Anpassung der Nothilfepauschalen 84  

1 Das SEM passt die Ba­sis­pau­scha­len nach Ar­ti­kel 29 ge­stützt auf die jähr­li­chen Er­geb­nis­se aus dem Mo­ni­to­ring So­zi­al­hil­fe­stopp nach Ar­ti­kel 30 an, wenn das je­wei­li­ge Pro­dukt aus der durch­schnitt­li­chen Be­zugs­quo­te und der durch­schnitt­li­chen Be­zugs­dau­er der vor­an­ge­hen­den sechs Jah­re um min­des­tens 10 Pro­zent vom ent­spre­chen­den Pro­dukt der gel­ten­den Ba­sis­pau­scha­le ab­weicht und die Vor­aus­set­zun­gen nach den Ab­sät­zen 2 oder 3 er­füllt sind.

2 Die Pau­scha­le wird er­höht, wenn die fi­nan­zi­el­len Net­to­re­ser­ven der Kan­to­ne (Sal­do von Über­schüs­sen und De­fi­zi­ten) tiefer sind als der durch­schnitt­li­che jähr­li­che Ge­samt­be­trag, wel­cher den Kan­to­nen in den vor­an­ge­hen­den vier Jah­ren als Pau­scha­len aus­be­zahlt wur­de.

3 Die Pau­scha­le wird ge­senkt, wenn die fi­nan­zi­el­len Net­to­re­ser­ven der Kan­to­ne (Sal­do von Über­schüs­sen und De­fi­zi­ten) min­des­tens dem durch­schnitt­li­chen jähr­li­chen Ge­samt­be­trag ent­spre­chen, wel­cher den Kan­to­nen in den vor­an­ge­hen­den vier Jah­ren als Pau­scha­len aus­be­zahlt wur­de.

4 Die Pro­duk­te nach Ab­satz 1 und die Net­to­re­ser­ven nach den Ab­sät­zen 2 und 3 wer­den wie folgt be­rech­net: Der mass­ge­ben­de Mit­tel­wert wird be­stimmt, in­dem die Ex­trem­wer­te am un­te­ren und obe­ren En­de aus der Be­rech­nung aus­ge­schlos­sen wer­den. Da­bei wer­den die Wer­te der­je­ni­gen Kan­to­ne aus der Be­rech­nung aus­ge­schlos­sen, wel­che zu­sam­men für den Voll­zug von min­des­tens 10 Pro­zent der rechts­kräf­ti­gen Ent­schei­de nach Ar­ti­kel 28 zu­stän­dig sind.

5 Die An­pas­sung der Not­hil­fe­pau­scha­len wird wie folgt be­rech­net: Das neu er­mit­tel­te Pro­dukt wird mul­ti­pli­ziert mit den in­de­xier­ten Kos­ten pro Tag in der Hö­he von 50 Fran­ken.

6 Die An­pas­sung der Pau­scha­len er­folgt je­weils auf den Be­ginn des fol­gen­den Ka­len­der­jah­res.

7 Wenn die Net­to­re­ser­ven rück­läu­fig sind und 25 Pro­zent oder we­ni­ger vom jähr­li­chen Ge­samt­be­trag nach Ab­satz 2 aus­ma­chen, un­ter­brei­tet das Eid­ge­nös­si­sche Jus­tiz- und Po­li­zei­de­par­te­ment (EJPD) dem Bun­des­rat einen An­trag zur neu­en Fest­le­gung der Hö­he der Pau­scha­len und de­ren Ba­sis­wer­te nach Ar­ti­kel 29.

84 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 8. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. März 2019 (AS 2018 2875).

2. Kapitel: Verwaltungskosten 85

85 Ursprünglich vor Art. 29. Fassung gemäss Ziff. I der V vom 24. Okt. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5585).

(Art. 91 Abs. 2bis AsylG)

Art. 31 Verwaltungskosten für Asylsuchende und Schutzbedürftige ohne Aufenthaltsbewilligung 86  

1 Ver­wal­tungs­kos­ten sind Kos­ten, die den Kan­to­nen aus dem Voll­zug des AsylG ent­ste­hen und nicht nach be­son­de­ren Be­stim­mun­gen ab­ge­gol­ten wer­den.

2 Der Bund be­tei­ligt sich an die­sen Kos­ten mit ei­nem jähr­li­chen Pau­schal­bei­trag. Die­ser wird nach der For­mel P x G x Y: 100 be­rech­net, wo­bei gilt:

P
=ein­ma­li­ger Pau­schal­bei­trag pro Per­son;
G
=An­zahl Asyl­ge­su­che und An­zahl Ge­su­che um Ge­wäh­rung vor­über­ge­hen­den Schut­zes ge­mä­ss Da­ten­sys­tem des SEM;
Y
=be­völ­ke­rungs­pro­por­tio­na­ler Ver­teil­schlüs­sel nach Ar­ti­kel 21 und An­hang 3 der Asyl­ver­ord­nung 1 vom 11. Au­gust 199987 über Ver­fah­rens­fra­gen.88

3 Der Pau­schal­bei­trag nach Ab­satz 2 Va­ria­ble P be­trägt 550 Fran­ken beim Stand des Lan­des­in­de­xes der Kon­su­men­ten­prei­se vom 31. Ok­to­ber 2018. Das SEM passt ihn je­weils En­de des Jah­res für das fol­gen­de Ka­len­der­jahr an die­sen In­dex an.89

86 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 24. Okt. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5585).

87 SR 142.311

88 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 8. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. März 2019 (AS 2018 2875).

89 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 8. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. März 2019 (AS 2018 2875).

Art. 32 Erkennungsdienstliche Behandlung  

Für die er­ken­nungs­dienst­li­che Be­hand­lung von Asyl­su­chen­den oder Schutz­be­dürf­ti­gen ver­gü­tet der Bund den Kan­to­nen Pau­schal­be­trä­ge von je 40 Fran­ken für das Er­he­ben der Fin­ger­ab­drücke und von je 15 Fran­ken für das Fo­to­gra­fie­ren. Die Pau­scha­len wer­den dem Lohn­in­dex (No­mi­nal­lohn der Ar­beit­neh­me­rin­nen und Ar­beit­neh­mer auf der Ba­sis 1939 = 100 in Pro­zent) an­ge­passt. Die Aus­zah­lung er­folgt nach Rech­nungs­stel­lung durch die Kan­to­ne.

3. Kapitel: Finanzierung von Kollektivunterkünften

(Art. 90 AsylG)

1. Abschnitt: Die vergütbaren Kosten

Art. 33 Unterkünfte  

1 Un­ter­künf­te, in de­nen die kan­to­na­len Be­hör­den auf Grund ih­rer Un­ter­stüt­zungs­pflicht nach den asyl- und aus­län­der­recht­li­chen Be­stim­mun­gen zu Las­ten des Bun­des min­des­tens zehn Per­so­nen nach den Grund­sät­zen ei­nes ge­mein­schaft­li­chen Haus­hal­tes un­ter­brin­gen, kön­nen vom Bund ganz oder teil­wei­se fi­nan­ziert wer­den.

2 Wer­den Un­ter­künf­te nach den Be­stim­mun­gen die­ses Teils fi­nan­ziert, sind die ge­währ­ten Bun­des­bei­trä­ge nach Ar­ti­kel 40 zu­rück­zu­er­stat­ten.

Art. 34 Die vergütbaren Kosten im Einzelnen  

Als ver­güt­ba­re Kos­ten für Un­ter­künf­te wer­den ent­spre­chend den nach­fol­gen­den Be­stim­mun­gen an­er­kannt:

a.
Bau- und Er­werbs­kos­ten;
b.
Ge­ste­hungs- und Ne­ben­kos­ten für den Lan­d­er­werb.
Art. 35 Bau- und Erwerbskosten  

1 Als Bau- und Er­werbs­kos­ten gel­ten die not­wen­di­gen Kos­ten für:

a.
den Er­werb von Ge­bäu­den oh­ne Kos­ten für den Land­an­teil;
b.
die Er­schlies­sung von Grund­stücken;
c.
die Pro­jek­tie­rungs­ar­bei­ten und Auf­wen­dun­gen für die Vor­be­rei­tung der Aus­füh­rung so­wie die Kos­ten des Bau­be­wil­li­gungs­ver­fah­rens und für An­schluss­ge­büh­ren, so­weit die­se nach den mass­ge­bli­chen Ge­büh­ren­re­gle­men­ten bei ei­ner Meist­be­güns­ti­gung nicht er­las­sen wer­den kön­nen;
d.
den Neu­bau, Aus­bau oder Um­bau von Lie­gen­schaf­ten, mit Aus­nah­me der Wie­der­her­stel­lungs­kos­ten;
e.
die Be­trieb­sein­rich­tun­gen und die Aus­stat­tung, so­weit sie nicht im Zu­sam­men­hang mit der erst­ma­li­gen Aus­stat­tung, der Be­treu­ung und Ver­wal­tung ste­hen und nicht nach Ar­ti­kel 24 ab­ge­gol­ten wer­den;
f.
die Um­ge­bungs­ar­bei­ten;
g.
die Ka­pi­tal­zin­sen, so­weit sie nicht durch Teil­zah­lun­gen nach Ar­ti­kel 39 Ab­satz 2 kom­pen­siert wer­den.

2 Nicht als Bau- und Er­werbs­kos­ten gel­ten die Kos­ten für:

a.
Ver­wal­tungs­auf­wen­dun­gen der kan­to­na­len Be­hör­den;
b.
Pro­jek­tie­rung von Un­ter­künf­ten, für wel­che das SEM kei­ne Fi­nan­zier­ungs­zu­si­che­rung er­teilt hat oder de­ren Rea­li­sie­rung trotz Zu­si­che­rung nicht bin­nen der vom SEM fest­ge­setz­ten Ver­wir­kungs­frist er­folgt ist.
Art. 36 Gestehungs- und Nebenkosten für den Landerwerb  

Ist kein Miet-, Pacht- oder Bau­rechts­ver­hält­nis mög­lich, kann das SEM die Ge­ste­hungs- und Ne­ben­kos­ten für den Lan­d­er­werb ver­gü­ten. Vor­be­hal­ten bleibt Ar­ti­kel 40.

2. Abschnitt: Das Bewilligungsverfahren

Art. 37 Einreichung der Finanzierungsgesuche  

1 Ge­su­che um Fi­nan­zie­rung von Un­ter­künf­ten sind der kan­to­na­len Ko­or­di­na­ti­ons­stel­le ein­zu­rei­chen.

2 Die­se prüft die Ge­suchs­un­ter­la­gen auf ih­re Voll­stän­dig­keit, be­ur­teilt die recht­li­che und po­li­ti­sche Rea­li­sier­bar­keit des Pro­jekts und ent­schei­det auf Grund ei­nes kan­to­na­len Un­ter­brin­gungs­kon­zep­tes, ob das Ge­such an das SEM wei­ter­zu­lei­ten ist.

3 Kos­ten, die vor der Zu­si­che­rung des SEM ent­stan­den sind, wer­den nur beim Vor­lie­gen be­son­de­rer Um­stän­de ganz oder teil­wei­se ver­gü­tet.

4 We­sent­li­che Pro­jek­tän­de­run­gen sind dem SEM um­ge­hend an­zu­zei­gen und zu be­grün­den.

Art. 38 Zusicherung der Abgeltung  

1 Das SEM be­han­delt das Ge­such nach sei­ner Dring­lich­keit und prüft es nach den Grund­sät­zen der Not­wen­dig­keit, Zweck­mäs­sig­keit und Wirt­schaft­lich­keit.

2 Es be­zeich­net in der Zu­si­che­rungs­ver­fü­gung die Rechts­grund­la­ge so­wie die Art und die Hö­he der Fi­nan­zie­rung. Es setzt die Be­fris­tung der Zu­si­che­rung und die Dau­er der Zweck­bin­dung der Un­ter­kunft fest und be­stimmt die Rück­zah­lungs­mo­da­li­tä­ten nach Ar­ti­kel 40.

3 Wer­den nach Ar­ti­kel 33 fi­nan­zier­te Un­ter­künf­te zweck­ent­frem­det oder ver­äus­sert, so ist dies dem SEM un­ver­züg­lich mit An­ga­be der Grün­de schrift­lich an­zu­zei­gen. Dies­falls wer­den die nach Ar­ti­kel 40 noch zu leis­ten­den Rück­zah­lun­gen so­fort fäl­lig.

3. Abschnitt: Auszahlung und Rückerstattung

Art. 39 Auszahlung  

1 Nach Aus­füh­rung des Pro­jekts prüft der Kan­ton die Bau­ab­rech­nung und reicht sie mit al­len Rech­nungs- und Zah­lungs­be­le­gen nach den Wei­sun­gen des SEM ein.

2 Das SEM ge­währt im Rah­men des Bau­fort­schrit­tes und der ver­füg­ba­ren Zah­lungs­kre­di­te auf Ge­such hin Teil­zah­lun­gen bis zu höchs­tens 80 Pro­zent der zu­ge­si­cher­ten Fi­nan­zie­rung. Nach Über­prü­fung der Schluss­ab­rech­nung auf Grund der Be­le­ge setzt es den de­fi­ni­ti­ven Be­trag der Fi­nan­zie­rung fest und ver­an­lasst die Über­wei­sung des Gut­ha­bens an den Kan­ton.

Art. 40 Rückerstattung  

1 Ge­währ­te Bun­des­bei­trä­ge zur Fi­nan­zie­rung von Un­ter­künf­ten sind zu ver­zin­sen und wäh­rend der fest­ge­setz­ten Dau­er der Zweck­bin­dung in glei­chen Ra­ten zu­rück­zu­er­stat­ten. Der Zins­satz für das fol­gen­de Jahr rich­tet sich nach dem am 1. De­zem­ber des lau­fen­den Jah­res pu­bli­zier­ten Ren­di­te­sat­zes des Swiss-Bond-In­dex für Bun­des­an­lei­hen.

2 Die ra­ten­wei­sen Rück­er­stat­tun­gen wer­den pro Kan­ton ge­samt­haft mit den Zah­lun­gen nach dem 3. Ti­tel ver­rech­net.90

3 Das SEM kann mit den Kan­to­nen ab­wei­chen­de Rück­zah­lungs­mo­da­li­tä­ten ver­ein­ba­ren. Es setzt die Min­dest­an­for­de­run­gen für die Rück­zah­lung fest.

90 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 24. Okt. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5585).

4. Kapitel: Weitere Beiträge

1. Abschnitt: Sicherheitskosten 91

91 Eingefügt durch Anhang der V vom 4. Sept. 2013, in Kraft vom 1. Okt. 2013 bis zum 28. Sept. 2015 (AS 2013 3065).

(Art. 91 Abs. 2ter AsylG)

Art. 4192  

1 Der Pau­schal­bei­trag des Bun­des an die Si­cher­heits­kos­ten be­misst sich nach der Grös­se der Un­ter­künf­te des Bun­des. Der Jah­res­an­satz von 107 981,65 Fran­ken wird pro 100 Un­ter­brin­gungs­plät­ze in Zen­tren des Bun­des oder pro 25 Un­ter­brin­gungs­plät­ze in ei­nem be­son­de­ren Zen­trum des Bun­des nach Ar­ti­kel 24a AsylG aus­ge­rich­tet.

2 Der Pau­schal­bei­trag pro Kan­ton wird je­weils En­de Jahr aus­be­zahlt und be­rech­net sich nach der For­mel:

PB = (PE × DE × FE + PB × DB × FB) × JA/JT

In der For­mel be­deu­ten:

PB
=Pau­schal­bei­trag pro Kan­ton
PE
=An­zahl Un­ter­brin­gungs­plät­ze pro Zen­trum des Bun­des im Kan­ton
PB
=An­zahl Un­ter­brin­gungs­plät­ze pro be­son­de­res Zen­trum des Bun­des im Kan­ton
DE
=Be­triebs­dau­er pro Zen­trum des Bun­des in Ta­gen
DB
=Be­triebs­dau­er pro be­son­de­res Zen­trum des Bun­des in Ta­gen
FE
=0,01 (Fak­tor Zen­trum des Bun­des)
FB
=0,04 (Fak­tor be­son­de­res Zen­trum)
JA
=Jah­res­an­satz nach Ab­satz 1
JT
=An­zahl Ka­len­der­ta­ge im Jahr.

3 Der Jah­res­an­satz nach Ab­satz 1 ba­siert auf dem Stand des Lan­des­in­de­xes der Kon­su­men­ten­prei­se von 100,3 Punk­ten (Stand: 31. Ok­to­ber 2016). Das SEM passt die­sen Be­trag je­weils En­de des Jah­res für das fol­gen­de Ka­len­der­jahr der In­de­x­ent­wick­lung an.93

4 Mit dem nach Ab­satz 2 aus­ge­rich­te­ten Pau­schal­bei­trag sind sämt­li­che nach Ar­ti­kel 91 Ab­satz 2ter AsylG ver­güt­ba­ren Si­cher­heits­kos­ten der Stand­ort­kan­to­ne ab­ge­gol­ten.

5 Wäh­rend ei­ner vor­über­ge­hen­den Still­le­gung ei­nes Zen­trums des Bun­des oder ei­nes be­son­de­ren Zen­trums des Bun­des wird im ers­ten Halb­jahr der gan­ze und im zwei­ten Halb­jahr der hal­be Pau­schal­bei­trag nach den Ab­sät­zen 1 und 2 aus­ge­rich­tet.94

6 Für Lie­gen­schaf­ten, wel­che we­gen nicht aus­rei­chen­der Un­ter­brin­gungs­struk­tu­ren nur vor­über­ge­hend als Zen­tren des Bun­des oder als be­son­de­res Zen­trum des Bun­des ge­nutzt wer­den, wird der Pau­schal­bei­trag nach den Ab­sät­zen 1 und 2 aus­sch­liess­lich wäh­rend der Be­triebs­dau­er aus­ge­rich­tet.95

92 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 8. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. März 2019 (AS 2018 2875). Sie­he auch die UeB die­ser Änd. am Schluss die­ses Tex­tes.

93 Die Be­rich­ti­gung vom 21. Ju­li 2020 be­trifft nur den ita­lie­ni­schen Text (AS 2020 3343).

94 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 18. Nov. 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 5869). Sie­he auch die UeB die­ser Änd. am Schluss die­ses Tex­tes.

95 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 18. Nov. 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 5869).

Art. 42 und 4396  

96 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 24. Okt. 2007, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5585).

1a. Abschnitt: Einrichtungen für traumatisierte Personen 97

97 Fassung gemäss Anhang der V vom 4. Sept. 2013, in Kraft vom 1. Okt. 2013 bis zum 28. Sept. 2015 (AS 2013 3065).

(Art. 91 Abs. 3 AsylG)

Art. 44  

1 Das SEM kann einen jähr­li­chen Bei­trag an die Kos­ten von Ein­rich­tun­gen zur Be­hand­lung trau­ma­ti­sier­ter Per­so­nen aus­rich­ten.

2 Der Bei­trag des Bun­des bezweckt na­ment­lich die För­de­rung der Lehr- und For­schungs­tä­tig­keit so­wie der Qua­li­täts­si­che­rung auf dem Ge­biet der spe­zi­el­len Be­treu­ung trau­ma­ti­sier­ter Per­so­nen.98

98 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 8. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. März 2019 (AS 2018 2875).

Art. 4599  

99 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 24. Okt. 2007, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5585).

2. Abschnitt: Entscheidvorbereitung durch die Kantone 100

100 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 24. Okt. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5585).

(Art. 31 und 91 Abs. 6 AsylG)

Art. 46 Vertrag 101  

Das EJPD schliesst mit Kan­to­nen, in de­nen An­ge­stell­te un­ter der Lei­tung des SEM Ent­schei­de nach den Ar­ti­keln 31a–40 AsylG vor­be­rei­ten, im Rah­men der nach­ste­hen­den Be­stim­mun­gen einen schrift­li­chen Ver­trag ab.

101 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 19. Fe­br. 2020, in Kraft seit 1. April 2020 (AS 2020 915).

Art. 47 Voraussetzungen  

1 Kan­to­na­le An­ge­stell­te ha­ben min­des­tens 50 Pro­zent ei­ner Voll­zeit­stel­le für die Ent­scheid­vor­be­rei­tung auf­zu­wen­den.

2 Die An­ge­stell­ten ha­ben die glei­chen Leis­tungs­an­for­de­run­gen zu er­fül­len wie das Bun­des­per­so­nal.

3 Für die Vor­be­rei­tung von Asyl­ent­schei­den und die Aus- und Wei­ter­bil­dung ist das SEM ge­gen­über den kan­to­na­len An­ge­stell­ten wei­sungs­be­rech­tigt.

4 Das EJPD102 ent­schei­det über die zu ver­wen­den­den In­for­ma­tik­sys­te­me.

5 Das SEM lie­fert den Kan­to­nen die für die Vor­be­rei­tung von Asyl­ent­schei­den nö­ti­gen In­for­ma­tio­nen und re­gelt de­ren Ver­wen­dung.

102 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. I der V vom 24. Okt. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5585). Die­se Änd. ist im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.

Art. 48 Kosten  

1 Der Bund ver­gü­tet den Kan­to­nen für die Vor­be­rei­tung von Asyl­ent­schei­den:

a.
die nach kan­to­na­ler Be­sol­dungs­ord­nung an­fal­len­den Kos­ten für An­ge­stell­te, so­weit die­se mit der Vor­be­rei­tung von Asyl­ent­schei­den be­schäf­tigt sind; all­fäl­li­ge Ein­kaufs­s­um­men für Ver­si­che­rungs­jah­re der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge wer­den vom Bund nicht über­nom­men;
b.
ei­ne be­son­de­re Ver­wal­tungs­kos­ten­pau­scha­le in der Hö­he von 40 Pro­zent der nach Buch­sta­be a ver­gü­te­ten Kos­ten zur Ab­gel­tung der zu­sätz­lich nö­ti­gen per­so­nel­len, räum­li­chen und be­trieb­li­chen In­fra­struk­tur.

2 Der Bund über­nimmt im Wei­te­ren:

a.
die Kos­ten für die Be­schaf­fung, die In­be­trieb­nah­me, den Be­trieb und die War­tung von In­for­ma­tik­sys­te­men so­wie für die Da­ten­über­tra­gung, so­weit sie für die Vor­be­rei­tung von Asyl­ent­schei­den not­wen­dig sind;
b.
die Kos­ten für die Aus- und Wei­ter­bil­dung nach Ar­ti­kel 47 Ab­satz 3.
Art. 49 Verfahren  

1 Für den Ab­schluss ei­nes Ver­tra­ges rei­chen die Kan­to­ne dem SEM fol­gen­de Un­ter­la­gen ein:

a.
das Kon­zept;
b.
An­ga­ben über die An­zahl An­ge­stell­te, die Asyl­ent­schei­de vor­be­rei­ten sol­len, so­wie über de­ren Be­schäf­ti­gungs­grad und den Pro­zent­satz der Ar­beits­zeit, die sie für die Ent­scheid­vor­be­rei­tung auf­wen­den sol­len;
c.
für je­de Stel­le An­ga­ben über die vor­ge­se­he­nen Lohn­kos­ten.

2 Das SEM er­stellt einen Ver­trag­s­ent­wurf und legt ihn dem Kan­ton zur Stel­lung­nah­me vor.

3 Hat das EJPD den Ver­trag ge­neh­migt und stimmt der Kan­ton die­sem zu, so er­lässt das SEM ei­ne Ver­fü­gung über die Zu­si­che­rung der ver­güt­ba­ren Kos­ten.

4 Der Ver­trag kann von bei­den Sei­ten mit ei­ner Frist von sechs Mo­na­ten je­weils per 30. Ju­ni und per 31. De­zem­ber schrift­lich ge­kün­digt wer­den.

Art. 50 Abrechnung  

1 Der Kan­ton stellt dem Bund nach den Wei­sun­gen des SEM halb­jähr­lich Rech­nung.

2 Das SEM ge­währt quar­tals­wei­se Teil­zah­lun­gen in der Hö­he von 80 Pro­zent der vor­ge­se­he­nen Kos­ten.

3. Abschnitt: Internationale Zusammenarbeit: Grundsätze 103

103 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 18. Sept 2020, in Kraft seit 1. Nov. 2020 (AS 2020 3991).

(Art. 91 Abs. 7, 93 Abs. 1 Bst. c und Abs. 2, 113 und 114 AsylG)

Art. 51 Bundesbeiträge  

1 ...104

2 Das SEM kann Bei­trä­ge aus­rich­ten an:

a.
Pro­jek­te in­ter­na­tio­na­ler Or­ga­ni­sa­tio­nen zur Er­fas­sung und Steue­rung grenz­über­schrei­ten­der Mi­gra­ti­ons- und Flücht­lings­be­we­gun­gen so­wie zur För­der­ung der Be­reit­schaft zur Auf­nah­me von Flücht­lin­gen;
b.105
in­ter­na­tio­na­le Or­ga­ni­sa­tio­nen, die im Be­reich der in­ter­na­tio­na­len Ko­or­di­na­ti­on und Har­mo­ni­sie­rung der Asyl- und Flücht­lings­po­li­tik tä­tig sind;
c.106
Pro­jek­te oder Pro­gram­me in­ter­na­tio­na­ler Or­ga­ni­sa­tio­nen, na­ment­lich im Be­reich der Asyl­ver­fah­ren, In­for­ma­ti­on, Rück­kehr, Be­treu­ung, Bil­dung und Be­schäf­ti­gung so­wie Un­ter­brin­gung von Asyl­su­chen­den oder Flücht­lin­gen, de­ren Ziel die Stär­kung der Struk­tu­ren des Mi­gra­ti­ons­ma­na­ge­ments ist;
d.107
in­ter­na­tio­nal aus­ge­rich­te­te Pro­jek­te oder Pro­gram­me von Trä­ger­schaf­ten wie Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tio­nen oder Stif­tun­gen, na­ment­lich im Be­reich der Asyl­ver­fah­ren, In­for­ma­ti­on, Rück­kehr, Be­treu­ung, Bil­dung und Be­schäf­ti­gung so­wie Un­ter­brin­gung von Asyl­su­chen­den oder Flücht­lin­gen, de­ren Ziel die Stär­kung der Struk­tu­ren des Mi­gra­ti­ons­ma­na­ge­ments ist;
e.108
Pro­jek­te wis­sen­schaft­li­cher In­sti­tu­tio­nen, na­ment­lich im Be­reich der Früh­er­ken­nung und Steue­rung von grenz­über­schrei­ten­den un­kon­trol­lier­ten Flucht- und Mi­gra­ti­ons­be­we­gun­gen, der Fest­le­gung von Stan­dards bei der Be­hand­lung von Asyl­su­chen­den und Flücht­lin­gen so­wie der Po­li­ti­ke­va­lua­ti­on, de­ren Ziel ins­be­son­de­re die Be­reit­stel­lung von Ent­scheid­grund­la­gen für die Aus­ge­stal­tung von Recht und Pra­xis im Asyl- und Mi­gra­ti­ons­be­reich ist.

3 ...109

104 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 24. Okt. 2007, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5585).

105 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 18. Sept 2020, in Kraft seit 1. Nov. 2020 (AS 2020 3991).

106 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 18. Sept 2020, in Kraft seit 1. Nov. 2020 (AS 2020 3991).

107 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 18. Sept 2020, in Kraft seit 1. Nov. 2020 (AS 2020 3991).

108 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 18. Sept 2020, in Kraft seit 1. Nov. 2020 (AS 2020 3991).

109 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 18. Sept 2020, mit Wir­kung seit 1. Nov. 2020 (AS 2020 3991).

Art. 51a Finanzierung 110  

1 Bei in­ter­na­tio­nal aus­ge­rich­te­ten Pro­jek­ten oder Pro­gram­men prüft das SEM, ob ei­ne aus­rei­chen­de Pro­jekt­fi­nan­zie­rung von Sei­ten Drit­ter si­cher­ge­stellt ist.

2 Pro­jek­te nach Ar­ti­kel 51 Ab­satz 2 Buch­sta­be e kön­nen ganz oder teil­wei­se vom SEM fi­nan­ziert wer­den.

110 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 18. Sept 2020, in Kraft seit 1. Nov. 2020 (AS 2020 3991).

Art. 52 Prüfung des Gesuches durch das SEM 111  

Das SEM be­han­delt das Ge­such nach den Grund­sät­zen der Not­wen­dig­keit und Zweck­mäs­sig­keit so­wie nach dem zu er­war­ten­den Nut­zen. Bei Ge­su­chen um Bei­trä­ge an in­ter­na­tio­nal aus­ge­rich­te­te Pro­jek­te oder Pro­gram­me prüft es zu­dem, ob die Grund­sät­ze ei­nes pro­fes­sio­nel­len Pro­jekt­ma­na­ge­ments ein­ge­hal­ten sind.

111 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 18. Sept 2020, in Kraft seit 1. Nov. 2020 (AS 2020 3991).

4. Abschnitt: Internationale Zusammenarbeit: Besondere Bestimmungen für Rahmenkredite Migration112

112 Eingefügt durch Ziff. I der V vom 18. Sept 2020, in Kraft seit 1. Nov. 2020 (AS 2020 3991).

(Art. 91 Abs. 7, 93 Abs. 1 Bst. c und Abs. 2, 113 und 114 AsylG)

Art. 52a Abschluss von Verträgen  

1 Das EJPD kann zur Um­set­zung be­wil­lig­ter Kre­di­te nach Ar­ti­kel 114 AsylG völ­ker­recht­li­che Ver­trä­ge zu Pro­jek­ten oder Pro­gram­men ab­sch­lies­sen.

2 Das SEM kann zur Um­set­zung be­wil­lig­ter Kre­di­te nach Ar­ti­kel 114 AsylG pri­vat­recht­li­che, öf­fent­lich-recht­li­che oder völ­ker­recht­li­che Ver­trä­ge von be­schränk­ter Trag­wei­te zu Pro­jek­ten oder Pro­gram­men ab­sch­lies­sen.

Art. 52b Zuständigkeit  

1 Das SEM ist zu­stän­dig für die Vor­be­rei­tung, die An­trag­stel­lung, die Durch­füh­rung, die Be­richt­er­stat­tung, die Kon­trol­le der Mit­tel­ver­wen­dung und die Eva­lua­ti­on der Pro­jek­te oder Pro­gram­me.

2 Der Steue­rungs­aus­schuss Mi­gra­ti­on ko­or­di­niert den Ein­satz der Mit­tel und die stra­te­gi­sche Aus­rich­tung der be­wil­lig­ten Kre­di­te. Das SEM führt den Vor­sitz des Aus­schus­ses. Dar­in sind zu­dem die Di­rek­ti­on für Ent­wick­lung und Zu­sam­men­ar­beit (DE­ZA), das SE­CO und die Di­rek­ti­on für eu­ro­päi­sche An­ge­le­gen­hei­ten als Mit­glie­der ver­tre­ten. Ver­wal­tungs­in­ter­ne Ex­per­tin­nen und Ex­per­ten kön­nen zur Mit­wir­kung bei­ge­zo­gen wer­den.

Art. 52c Finanzkompetenzen  

1 Der Bun­des­rat be­schliesst Mass­nah­men, die mehr als 20 Mil­lio­nen Fran­ken kos­ten.

2 Das EJPD ent­schei­det über Mass­nah­men, die mehr als 5 Mil­lio­nen Fran­ken und höchs­tens 20 Mil­lio­nen Fran­ken kos­ten. Bei Mass­nah­men über 10 Mil­lio­nen Fran­ken ent­schei­det es im Ein­ver­neh­men mit dem Eid­ge­nös­si­schen Fi­nanz­de­par­te­ment.

3 Das SEM ent­schei­det über Mass­nah­men bis zum Höchst­be­trag von 5 Mil­lio­nen Fran­ken.

Art. 52d Kostenüberschreitungen  

Über­stei­gen die Kos­ten der be­schlos­se­nen Mass­nah­men den be­wil­lig­ten Be­trag, so sind die Fi­nanz­kom­pe­ten­zen wie folgt ge­re­gelt:

a.
Über­stei­gen die Kos­ten der be­schlos­se­nen Mass­nah­men den be­wil­lig­ten Be­trag um nicht mehr als einen Vier­tel, so kann die ge­mä­ss Ar­ti­kel 52c für die Mehr­kos­ten zu­stän­di­ge In­stanz die Mehr­kos­ten be­wil­li­gen.
b.
Über­stei­gen die Kos­ten der be­schlos­se­nen Mass­nah­men den be­wil­lig­ten Be­trag um mehr als einen Vier­tel, so kann die ge­mä­ss Ar­ti­kel 52c für den neu­en Ge­samt­be­trag zu­stän­di­ge In­stanz die Mehr­kos­ten be­wil­li­gen.
Art. 52e Änderungen  

Das SEM kann ei­ne Mass­nah­me än­dern, so­fern die Än­de­rung kei­ne Mehr­kos­ten ver­ur­sacht.

Art. 52f Form der Beschlüsse  

Mass­nah­men, Mehr­kos­ten und Än­de­run­gen wer­den schrift­lich be­grün­det und be­schlos­sen.

Art. 52g Kontrolle der Verwendung der finanziellen Mittel  

1 Das EJPD kon­trol­liert die Ver­wen­dung der fi­nan­zi­el­len Mit­tel.

2 Es er­lässt für den Nach­weis über die Ver­wen­dung der fi­nan­zi­el­len Mit­tel in Zu­sam­men­ar­beit mit der Eid­ge­nös­si­schen Fi­nanz­kon­trol­le wenn nö­tig be­son­de­re Richt­li­ni­en.

5. Kapitel: Kosten für die Ein- und Ausreise

(Art. 92 AsylG)

1. Abschnitt: Einreisekosten

Art. 53 Grundsatz 113  

Der Bund kann die not­wen­di­gen Kos­ten für die di­rek­te Ein­rei­se in die Schweiz über­neh­men, na­ment­lich für:

a.
Flücht­lings­grup­pen, wel­chen Asyl ge­währt wird auf Grund ei­nes Ent­schei­des des Bun­des­ra­tes oder des EJPD nach Ar­ti­kel 56 des AsylG;
b.
Ein­zel­per­so­nen, die auf An­fra­ge des UN­H­CR auf­ge­nom­men wer­den;
c.
Schutz­be­dürf­ti­ge im Aus­land nach Ar­ti­kel 68 des AsylG;
d.114
Per­so­nen, de­nen die Ein­rei­se in die Schweiz im Rah­men der Fa­mi­li­en­zu­sam­men­füh­rung mit an­er­kann­ten Flücht­lin­gen nach Ar­ti­kel 51 Ab­satz 4 AsylG oder nach Ar­ti­kel 85 Ab­satz 7 AIG115 be­wil­ligt wird;
e.116
Per­so­nen, de­nen die Ein­rei­se in die Schweiz be­wil­ligt wur­de, weil sie ernst­haft und kon­kret an Leib und Le­ben ge­fähr­det sind.

113 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 24. Okt. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5585).

114 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 24. Okt. 2007 (AS 2007 5585). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 8. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. März 2019 (AS 2018 2875).

115 SR 142.20

116 Ein­ge­fügt durch Ziff. II der V vom 4. Sept. 2013 (AS 2013 3065). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 8. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. März 2019 (AS 2018 2875).

Art. 53a Kosten der Unterbringung am Flughafen 117  

Im Rah­men der Zu­wei­sung ei­nes Auf­ent­halts­or­tes am Flug­ha­fen in ei­ner an­ge­mes­se­nen Un­ter­kunft oder aus­nahms­wei­se an ei­nem an­de­ren Ort ver­gü­tet das SEM wäh­rend längs­tens 60 Ta­gen die Kos­ten:

a.
für die Un­ter­brin­gung und die Be­treu­ung;
b.
für die Ver­pfle­gung; so­wie
c.
für die not­wen­di­ge me­di­zi­ni­sche und zahn­ärzt­li­che Grund- bzw. Not­ver­sor­gung.

117 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 24. Okt. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5585).

2. Abschnitt: Ausreisekosten

Art. 54 Zuständigkeit  

1 Das SEM ver­gü­tet den Kan­to­nen im Rah­men die­ser Ver­ord­nung die­je­ni­gen Kos­ten, wel­che durch die Aus­rei­se aus der Schweiz der in Ar­ti­kel 92 Ab­satz 2 des AsylG er­wähn­ten Per­so­nen­grup­pen ent­ste­hen.

2 Die Ver­gü­tun­gen im Rah­men die­ser Ver­ord­nung kön­nen nur von den kan­to­na­len Mi­gra­ti­ons- oder So­zi­al­hil­fe­be­hör­den be­an­tragt wer­den.118

118 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 8. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. März 2019 (AS 2018 2875).

Art. 55 Überprüfung der Mittellosigkeit  

1 Der Kan­ton prüft, ob die aus­län­di­sche Per­son im Zeit­punkt der Or­ga­ni­sa­ti­on der Aus­rei­se mit­tel­los ist. Zu be­rück­sich­ti­gen sind vor al­lem das Er­w­erb­sein­kom­men und die ver­füg­ba­ren Ver­mö­gens­be­trä­ge (Kon­ten, Pen­si­ons­kas­se, Miet­zins­ga­ran­tie, Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rungs­leis­tun­gen usw.). Die Prü­fung er­folgt sum­ma­risch, so­fern kei­ne kon­kre­ten An­halts­punk­te vor­lie­gen.

2 Die aus­län­di­sche Per­son muss mit ih­ren ver­füg­ba­ren Mit­teln die Aus­rei­se­kos­ten selbst be­zah­len. In je­dem Fall wird ihr ein Be­trag in der Hö­he des Rei­se­gel­des nach Ar­ti­kel 59a Ab­satz 1 be­las­sen.119

119 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 7. Dez. 2012, in Kraft seit 1. April 2013 (AS 2012 6951).

Art. 56 Umfang  

1 Der Bund ver­gü­tet nur die­je­ni­gen Kos­ten, wel­che durch die in den Ar­ti­keln 57–60 vor­ge­se­he­nen Hand­lun­gen und Leis­tun­gen ent­ste­hen. Ist kein Pau­schal­be­trag vor­ge­se­hen, so wer­den die tat­säch­li­chen Kos­ten ver­gü­tet.

2 Aus­ge­schlos­sen ist je­de Über­nah­me von Kos­ten, wel­che die in den Ar­ti­keln 57–60 fest­ge­setz­ten Gren­zen über­schrei­ten. Lie­gen aus­ser­or­dent­li­che Grün­de vor, bleibt die vor­gän­gi­ge Zu­stim­mung des SEM vor­be­hal­ten.

3 In al­len Fäl­len ist die kos­ten­güns­tigs­te Va­ri­an­te zu wäh­len, so­fern sie den Um­stän­den – wie na­ment­lich Ge­sund­heits­zu­stand, an­wend­ba­re Be­stim­mun­gen für den Tran­sit durch Dritt­län­der und für die Auf­nah­me im Be­stim­mungs­land – an­ge­mes­sen ist.120

120 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 8. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. März 2019 (AS 2018 2875).

Art. 57 Beschaffung von Reisepapieren 121  

Der Bund ver­gü­tet:

a.
die Kos­ten für die Aus­stel­lung der er­for­der­li­chen Rei­se­pa­pie­re durch die aus­län­di­schen kon­su­la­ri­schen Ver­tre­tun­gen und die Kos­ten für die Aus­stel­lung wei­te­rer Do­ku­men­te, die für den Er­halt der Rei­se­pa­pie­re not­wen­dig sind; ver­gü­tet wird das Rei­se­pa­pier, das am schnells­ten er­hält­lich ist;
b.
die Trans­port­kos­ten (Rei­se mit öf­fent­li­chen Ver­kehrs­mit­teln in der zwei­ten Klas­se) für die not­wen­di­gen Fahr­ten der aus­län­di­schen Per­son von ih­rem Wohn­ort zur nächst­ge­le­ge­nen zu­stän­di­gen kon­su­la­ri­schen Ver­tre­tung des ent­spre­chen­den Staa­tes, so­fern das per­sön­li­che Er­schei­nen vor­aus­ge­setzt wird.

121 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 1. März 2006, in Kraft seit 1. April 2006 (AS 2006 933).

Art. 58 Kosten für die Begleitung 122  

1 Der Bund ver­gü­tet ei­ne Be­gleit­pau­scha­le von 200 Fran­ken pro Be­gleit­per­son, wenn ei­ne aus­län­di­sche Per­son von ih­rem Wohn­ort zur nächst­ge­le­ge­nen zu­stän­di­gen kon­su­la­ri­schen Ver­tre­tung po­li­zei­lich be­glei­tet wer­den muss.

2 Für Per­so­nen, die auf der ge­sam­ten Rück­rei­se po­li­zei­lich be­glei­tet wer­den müs­sen, ver­gü­tet der Bund ei­ne Be­gleit­pau­scha­le von:

a.
200 Fran­ken pro Be­gleit­per­son für die po­li­zei­li­che Be­glei­tung bis zum Flug­ha­fen oder bis zum Grenz­über­gang;
b.
300 Fran­ken pro Tag und Be­gleit­per­son für die Be­glei­tung vom Flug­ha­fen in den Hei­mat-, Her­kunfts- oder Dritt­staat als Bei­trag an die Kos­ten für Mahl­zei­ten, Un­ter­kunft und wei­te­re Auf­wen­dun­gen; die Löh­ne für die Be­gleit­per­so­nen so­wie all­fäl­li­ge Ge­büh­ren oder Ent­schä­di­gun­gen für die Be­glei­tung wer­den nicht ver­gü­tet; und
c.
400 Fran­ken pro Tag für den Equi­pen­lei­ter oder die Equi­pen­lei­te­rin ei­nes Son­der­flugs nach Ar­ti­kel 28 Ab­satz 2 der Ver­ord­nung vom 12. No­vem­ber 2008123 über die An­wen­dung po­li­zei­li­chen Zwangs und po­li­zei­li­cher Mass­nah­men im Zu­stän­dig­keits­be­reich des Bun­des ab Flug­ha­fen bis in den Hei­mat-, Her­kunfts- oder Dritt­staat.

3 Be­fin­det sich die zu­stän­di­ge kon­su­la­ri­sche Ver­tre­tung, der Flug­ha­fen oder der Grenz­über­gang im glei­chen Kan­ton, in wel­chem sich die aus­län­di­sche Per­son auf­hält, so be­trägt die Be­gleit­pau­scha­le nach den Ab­sät­zen 1 und 2 Buch­sta­be a 50 Fran­ken.

4 Der Bund ver­gü­tet ei­ne Be­gleit­pau­scha­le von 200 Fran­ken für die so­zia­le Be­glei­tung vom Wohn­ort bis zum Flug­ha­fen oder bis zum Grenz­über­gang oder für die ge­sam­te Rück­rei­se, wenn es sich um be­son­ders be­treu­ungs­be­dürf­ti­ge Per­so­nen, ins­be­son­de­re um Fa­mi­li­en mit Kin­dern oder al­lein rei­sen­de Min­der­jäh­ri­ge han­delt.

5 Der Kan­ton kann Dritt­per­so­nen mit der so­zia­len Be­glei­tung nach Ab­satz 5 be­auf­tra­gen.

122 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 8. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. März 2019 (AS 2018 2875).

123 SR 364.3

Art. 58a Kosten für die Identitätsabklärung 124  

1 Die Kos­ten für Dol­met­sche­rin­nen oder Dol­met­scher, die zur Ab­klä­rung der Iden­ti­tät er­for­der­lich sind, wer­den vom Bund über­nom­men, so­fern das SEM da­zu vor­gän­gig die Ein­wil­li­gung er­teilt hat. Es gel­ten die Ta­ri­fe für die Leis­tun­gen im Rah­men des Asyl­ver­fah­rens.

2 Der Bund ver­gü­tet dem für den Voll­zug der Weg­wei­sung zu­stän­di­gen Kan­ton ei­ne Pau­scha­le von 300 Fran­ken, wenn die aus­rei­se­pflich­ti­ge Per­son am Ort der Iden­ti­täts­ab­klä­rung über­nach­ten muss. In die­ser Pau­scha­le ist die Haft­pau­scha­le nach Ar­ti­kel 15 Ab­satz 1 der Ver­ord­nung vom 11. Au­gust 1999125 über den Voll­zug der Weg- und Aus­wei­sung so­wie der Lan­des­ver­wei­sung von aus­län­di­schen Per­so­nen (VV­WAL) be­reits ent­hal­ten.126

124 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 1. März 2006, in Kraft seit 1. April 2006 (AS 2006 933).

125 SR142.281

126 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 5 der V vom 1. Fe­br. 2017 über die Ein­füh­rung der Lan­des­ver­wei­sung, in Kraft seit 1. März 2017 (AS 2017 563).

Art. 58b Kosten für ärztliche Untersuchungen und Begleitungen 127  

1 Bei Durch­füh­rung ei­ner ärzt­li­chen Un­ter­su­chung nach Ar­ti­kel 27 Ab­satz 3 des Bun­des­ge­set­zes vom 20. März 2008128 über die An­wen­dung po­li­zei­li­chen Zwangs und po­li­zei­li­cher Mass­nah­men im Zu­stän­dig­keits­be­reich des Bun­des ver­gü­tet das SEM den Kan­to­nen ei­ne Pau­scha­le von 350 Fran­ken.

2 Für ei­ne ärzt­li­che Be­glei­tung an den Flug­ha­fen oder bis zum Grenz­über­gang, die sich nach ei­ner ärzt­li­chen Un­ter­su­chung als not­wen­dig er­weist, ver­gü­tet das SEM den Kan­to­nen ei­ne Pau­scha­le von 1000 Fran­ken.

3 Die Pau­scha­len nach den Ab­sät­zen 1 und 2 ba­sie­ren auf dem Stand des Lan­des­in­de­xes der Kon­su­men­ten­prei­se vom 31. Ok­to­ber 2018. Das SEM passt die Pau­scha­len je­weils En­de des Jah­res für das fol­gen­de Ka­len­der­jahr der In­de­x­ent­wick­lung an.

127 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 8. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. März 2019 (AS 2018 2875).

128 SR 364

Art. 59 Weitere vergütbare Kosten 129130  

1 Der Bund ver­gü­tet die Kos­ten für:

a.
ei­ne kos­ten­güns­ti­ge und zweck­dien­li­che Ver­bin­dung zwi­schen dem schwei­ze­ri­schen Wohn­ort und ei­nem in­ter­na­tio­na­len Flug­ha­fen im Hei­mat- oder Her­kunfts­staat bzw. ei­nem in­ter­na­tio­na­len Ha­fen oder ei­nem Haupt­bahn­hof im Hei­mat- oder Her­kunfts­staat;
b.131
...
c.132
die Be­för­de­rung des Ge­päcks bis zum Be­trag von 200 Fran­ken pro Per­son, höchs­tens je­doch bis zu ei­nem Be­trag von 500 Fran­ken pro Fa­mi­lie;
d.133
je­de not­wen­di­ge Über­nach­tung in der Über­nach­tungs­sta­ti­on ei­nes Flug­ha­fen­ge­fäng­nis­ses mit ei­ner Pau­scha­le von 300 Fran­ken; in die­ser Pau­scha­le ist die Haft­pau­scha­le nach Ar­ti­kel 15 Ab­satz 1 VV­WAL134 be­reits ent­hal­ten;
e.135
...

2 Nicht ver­gü­tet wer­den in der Re­gel die Kos­ten für den Trans­fer im Be­stim­mungs­land.

3 Er­scheint ei­ne aus­rei­se­pflich­ti­ge Per­son nicht zum Aus­rei­se­ter­min, so stellt das SEM dem Kan­ton die Flug­an­nul­lie­rungs­kos­ten so­wie die in die­sem Zu­sam­men­hang ent­stan­de­nen wei­te­ren Kos­ten in Rech­nung, falls der Kan­ton die An­nul­lie­rung hät­te ver­hin­dern kön­nen.136

4 ...137

5 Das SEM re­gelt die Mo­da­li­tä­ten der Be­stel­lung von Rei­se­bil­let­ten und der Rou­ten­wahl.

129 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 1. März 2006, in Kraft seit 1. April 2006 (AS 2006 933).

130 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 8. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. März 2019 (AS 2018 2875).

131 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 24. Okt. 2007, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5585).

132 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 8. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. März 2019 (AS 2018 2875).

133 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 5 der V vom 1. Fe­br. 2017 über die Ein­füh­rung der Lan­des­ver­wei­sung, in Kraft seit 1. März 2017 (AS 2017 563).

134 SR 142.281

135 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 7. Dez. 2012, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 6951).

136 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 8. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. März 2019 (AS 2018 2875).

137 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 24. Okt. 2007, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5585).

Art. 59a Reisegeld 138  

1 Das SEM kann zur De­ckung der Grund­be­dürf­nis­se wäh­rend der Rei­se zum Hei­mat- oder Her­kunfts­staat das Rei­se­geld ver­gü­ten. Die­ses be­trägt 100 Fran­ken pro Per­son, höchs­tens je­doch 500 Fran­ken pro Fa­mi­lie.139

2 Es kann das Rei­se­geld bis zum Be­trag von 500 Fran­ken pro Per­son, höchs­tens je­doch bis zu ei­nem Be­trag von 1000 Fran­ken pro Fa­mi­lie er­hö­hen, wenn da­mit aus be­son­de­ren, ins­be­son­de­re län­der­spe­zi­fi­schen oder ge­sund­heit­li­chen Grün­den die kon­trol­lier­te Aus­rei­se ge­för­dert wer­den kann.140

2bis Das SEM kann Per­so­nen, die sich ge­stützt auf Ar­ti­kel 75–78 AIG141 in Haft be­fin­den und die sich be­reit er­klä­ren, pflicht­ge­mä­ss aus­zu­rei­sen, ein Rei­se­geld von ma­xi­mal 500 Fran­ken ver­gü­ten. Die Ver­gü­tung des Rei­se­gel­des er­folgt erst, nach­dem ein Be­ra­tungs­ge­spräch in Ad­mi­nis­tra­tiv­haft nach Ar­ti­kel 3b VV­WAL142 statt­ge­fun­den hat.143

3 Das SEM ver­gü­tet den be­trof­fe­nen Per­so­nen die Pau­schal­bei­trä­ge nach den Ab­sät­zen 1, 2 und 2bis di­rekt.144

138 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 24. Okt. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5585).

139 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 8. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. März 2019 (AS 2018 2875).

140 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 8. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. März 2019 (AS 2018 2875).

141 SR 142.20

142 SR 142.281

143 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 7. Dez. 2012 (AS 2012 6951). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 8. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. März 2019 (AS 2018 2875).

144 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 7. Dez. 2012, in Kraft seit 1. April 2013 (AS 2012 6951).

Art. 59abis Ausreisegeld 145  

1 Aus­rei­se­pflich­ti­gen Per­so­nen, die ge­mä­ss Ar­ti­kel 64 Ab­satz 1 von der Rück­kehr­hil­fe aus­ge­schlos­sensind, kann das SEM ein Aus­rei­se­geld von ma­xi­mal 2000 Fran­ken ver­gü­ten.

2 Die aus­rei­se­pflich­ti­ge Per­son muss be­reit sein, bei der Be­schaf­fung der Rei­se­pa­pie­re mit­zu­wir­ken und aus­zu­rei­sen.

3 Das SEM ent­schei­det auf An­trag der Kan­to­ne über die Aus­rich­tung des Aus­rei­se­gel­des. Hier­für hat der Kan­ton dar­zu­le­gen, dass:

a.146
er al­le für die Pa­pier­be­schaf­fung not­wen­di­gen Schrit­te recht­zei­tig ein­ge­lei­tet so­wie bei Per­so­nen, die sich ge­stützt auf Ar­ti­kel 75–78 AIG147 in Haft be­fin­den, ein Be­ra­tungs­ge­spräch in Ad­mi­nis­tra­tiv­haft ge­mä­ss Ar­ti­kel 3b VV­WAL148 durch­ge­führt hat; und
b.
ei­ne der fol­gen­den Vor­aus­set­zun­gen er­füllt ist:
1.
die Pa­pier­be­schaf­fung wird vor­aus­sicht­lich län­ger als sechs Mo­na­te dau­ern,
2.
die rück­zu­füh­ren­de Per­son hat min­des­tens ei­ne po­li­zei­lich be­glei­te­te Rück­füh­rung in den Hei­mat­staat ver­wei­gert, oder
3.
die rück­zu­füh­ren­de Per­son ist ge­stützt auf Ar­ti­kel 75–78 AIG ver­haf­tet wor­den.

3bis Auf­grund des Ge­sund­heits­zu­stan­des der Per­son und aus län­der­spe­zi­fi­schen Grün­den kann das SEM das Aus­rei­se­geld aus­nahms­wei­se auch dann aus­rich­ten, wenn die Vor­aus­set­zun­gen in den Ab­sät­zen 2 und 3 nicht er­füllt sind.149

4 Das Aus­rei­se­geld kann nicht mit dem Rei­se­geld ge­mä­ss Ar­ti­kel 59a Ab­satz 2bis ku­mu­liert wer­den.

5 Das SEM oder von die­sem be­auf­trag­te Drit­te kön­nen das Aus­rei­se­geld an den in­ter­na­tio­na­len Flug­hä­fen oder im Be­stim­mungs­land aus­zah­len.150

145 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 7. Dez. 2012, in Kraft seit 1. April 2013 (AS 2012 6951).

146 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 8. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. März 2019 (AS 2018 2875).

147 SR 142.20

148 SR 142.281

149 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 8. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. März 2019 (AS 2018 2875).

150 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 8. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. März 2019 (AS 2018 2875).

Art.59ater151  

151 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 7. Dez. 2012, in Kraft seit 1. April 2013 (AS 2012 6951).

Art. 59b Interkantonale Transporte für inhaftierte Personen 152  

1 Das SEM kann an die Be­triebs­kos­ten der in­ter­kan­to­na­len Trans­por­te von in­haf­tier­ten Per­so­nen einen jähr­li­chen Bei­trag leis­ten.

2 Der Bei­trag des Bun­des be­läuft sich, un­ab­hän­gig von der An­zahl der Per­so­nen, die im Auf­tra­ge des Bun­des trans­por­tiert wer­den, auf einen Drit­tel der Ge­samt­kos­ten des Trans­port­sys­tems. Das SEM ent­rich­tet den jähr­li­chen Bei­trag an die KKJPD.153

3 Für den in­ter­kan­to­na­len Trans­port von Per­so­nen, wel­che nach den Leis­tungs­nor­men der Trans­port­be­trei­ber mit den in­ter­kan­to­na­len Häft­lings­trans­por­ten trans­por­tiert wer­den kön­nen, die aber trotz­dem po­li­zei­lich be­glei­tet wer­den, rich­tet das SEM kei­ne Be­gleit­pau­scha­le nach Ar­ti­kel 58 Ab­satz 2 Buch­sta­be a aus.

152 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 24. Okt. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5585).

153 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 30. Nov. 2011 (AS 2011 6087). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 8. Ju­ni 2018, mit Wir­kung seit 1. März 2019 (AS 2018 2875).

Art. 60154  

154 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 1. März 2006, mit Wir­kung seit 1. April 2006 (AS 2006 933).

Art. 61 Kontrolle  

1 Das SEM prüft die Ver­gü­tungs­an­trä­ge. So­fern er­for­der­lich, kann es zu­sätz­­li­che An­ga­ben oder Be­le­ge an­for­dern.

2 Bei un­ge­nü­gen­der Or­ga­ni­sa­ti­on der Aus­rei­se oder Nicht­be­ach­tung der vor­lie­gen­den Vor­schrif­ten ver­wei­gert das SEM ei­ne voll­um­fäng­li­che oder teil­wei­se Ver­gü­tung.

6. Kapitel: Rückkehrhilfe und Wiedereingliederung

(Art. 93, 93a, 93b AsylG)155

155 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 8. Juni 2018, in Kraft seit 1. März 2019 (AS 2018 2875).

1. Abschnitt: Allgemeine Bestimmungen

Art. 62 Zweck der Rückkehrhilfe 156  

1 Zweck der Rück­kehr­hil­fe­mass­nah­men ist die För­de­rung der frei­wil­li­gen und pflicht­ge­mäs­sen Rück­kehr in den Hei­mat-, Her­kunfts- oder einen Dritt­staat von Per­so­nen nach Ar­ti­kel 63.

2 Frei­wil­li­ge Rück­kehr be­deu­tet, dass ei­ne Per­son die Schweiz aus ei­ge­nem An­trieb ver­lässt; pflicht­ge­mäs­se Rück­kehr be­deu­tet, dass ei­ne Per­son die Schweiz auf­grund ei­ner ent­spre­chen­den Ver­fü­gung ver­lässt.

3 Rück­kehr­hil­fe­mass­nah­men kön­nen auch Leis­tun­gen um­fas­sen, die den Wie­der­ein­glie­de­rungs­pro­zess der rück­keh­ren­den Per­son un­ter­stüt­zen.

4 Rück­kehr­hil­fe wird nur ein­mal ge­währt. Dies schliesst die in an­de­ren eu­ro­päi­schen Staa­ten ge­währ­ten Rück­kehr­hil­fen ein.

5 Rei­sen die Be­güns­tig­ten nicht aus oder wie­der ein, so ha­ben sie die durch die Schweiz aus­be­zahl­ten Be­trä­ge rück­zu­er­stat­ten.

156 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 8. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. März 2019 (AS 2018 2875).

Art. 63 Begünstigte 157  

Be­güns­tig­te von Rück­kehr­hil­fe­leis­tun­gen sind Per­so­nen, de­ren An­we­sen­heits­ver­hält­nis nach dem AsylG oder nach den Be­stim­mun­gen der vor­läu­fi­gen Auf­nah­men des AIG158 ge­re­gelt ist.

157 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 24. Okt. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5585).

158SR142.20

Art. 64 Einschränkungen  

1 Von fi­nan­zi­el­ler Rück­kehr­hil­fe aus­ge­schlos­sen sind Per­so­nen:159

a.160
...
b.
die ein Ver­bre­chen oder wie­der­hol­te Ver­ge­hen be­gan­gen ha­ben;
c.
die sich of­fen­sicht­lich miss­bräuch­lich ver­hal­ten ha­ben, ins­be­son­de­re wenn sie:
1.
die Mit­wir­kungs­pflicht nach Ar­ti­kel 8 des AsylG grob ver­letzt ha­ben,
2.
sich wei­gern, der zu­stän­di­gen Stel­le über ih­re wirt­schaft­li­chen Ver­hält­nis­se Aus­kunft zu er­tei­len, oder sie nicht er­mäch­ti­gen, Aus­künf­te ein­zu­ho­len,
3.
ei­ne zu­mut­ba­re Ar­beit nicht an­neh­men,
4.
die Für­sor­ge­leis­tun­gen miss­bräuch­lich ver­wen­den;
d.161
die of­fen­sicht­lich über ge­nü­gend fi­nan­zi­el­le Mit­tel oder um­fang­rei­che Ver­mö­gens­wer­te ver­fü­gen.

2 ...162

3 Der Be­zug von Leis­tun­gen der Rück­kehr­hil­fe darf kei­ne Ver­zö­ge­rung der Aus­rei­se be­wir­ken.

4 ...163

5 Das EJPD kann die Rück­kehr­hil­fe für ein­zel­ne Hei­mat-, Her­kunfts- oder Dritt­staa­ten aus län­der­spe­zi­fi­schen Grün­den be­fris­tet aus­sch­lies­sen.164

159 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 1. März 2006, in Kraft seit 1. April 2006 (AS 2006 933).

160 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 24. Okt. 2007, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5585).

161 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 1. März 2006, in Kraft seit 1. April 2006 (AS 2006 933).

162 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 1. März 2006, mit Wir­kung seit 1. April 2006 (AS 2006 933).

163 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 1. März 2006, mit Wir­kung seit 1. April 2006 (AS 2006 933).

164 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 8. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. März 2019 (AS 2018 2875).

2. Abschnitt: Rückkehrberatung165

165 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 24. Okt. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5585).

(Art. 93a AsylG)166

166 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 8. Juni 2018, in Kraft seit 1. März 2019 (AS 2018 2875).

Art. 65  

Auf­ge­ho­ben

Art. 66 Rückkehrberatung  

Rück­kehr­be­ra­tungs­stel­len in den Kan­to­nen, in den Zen­tren des Bun­des167 und an den Flug­hä­fen Zü­rich-Klo­ten und Genf-Coin­t­rin sor­gen für die Ver­brei­tung von In­for­ma­tio­nen über Rück­kehr und Rück­kehr­hil­fe bei kan­to­na­len Be­hör­den, in­ter­es­sier­ten pri­va­ten In­sti­tu­tio­nen und bei Per­so­nen aus dem Asyl­be­reich so­wie bei Per­so­nen nach Ar­ti­kel 60 AIG168. Die Rück­kehr­be­ra­tungs­stel­len füh­ren in­di­vi­du­el­le Rück­kehr­be­ra­tun­gen für In­ter­es­sier­te durch.

167 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. I der V vom 8. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. März 2019 (AS 2018 2875).

168 SR 142.20

Art. 67 Zuständigkeiten  

1 Die kan­to­na­len Rück­kehr­be­ra­tungs­stel­len wer­den vom Kan­ton be­zeich­net; sie sind die aus­sch­liess­li­chen An­sprech­part­ner für das SEM.

2 Die Kan­to­ne kön­nen sich zum Zweck der Schaf­fung und Un­ter­hal­tung der für die Rück­kehr­be­ra­tung not­wen­di­gen Struk­tu­ren zu­sam­mensch­lies­sen oder Drit­te da­mit be­auf­tra­gen. Sie stel­len si­cher, dass die Rück­kehr­be­ra­tungs­stel­len Zu­gang zu den für ih­re Ar­beit not­wen­di­gen Da­ten, na­ment­lich Per­so­na­li­en und Ver­fah­rens­stand, ha­ben.

3 Zu­stän­dig für die Rück­kehr­be­ra­tungs­stel­len in den Zen­tren des Bun­des und an den Flug­hä­fen Zü­rich und Genf ist das SEM. Es kann die­se Auf­ga­be kan­to­na­len Rück­kehr­be­ra­tungs­stel­len oder Drit­ten über­tra­gen; in die­sem Fall schliesst es mit die­sen ei­ne Ver­ein­ba­rung über die Ab­gel­tung ab.169

169 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 8. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. März 2019 (AS 2018 2875).

Art. 68 Bundesbeiträge an die Kantone  

1 Das SEM rich­tet Bun­des­bei­trä­ge an die Kan­to­ne für die Rück­kehr­be­ra­tung nach Ar­ti­kel 66 im Rah­men des jähr­lich fest­zu­set­zen­den Bud­gets aus. Die­se die­nen aus­sch­liess­lich der De­ckung or­dent­li­cher Ver­wal­tungs- und Per­so­nal­kos­ten, die der Rück­kehr­be­ra­tung nach Ar­ti­kel 66 ent­ste­hen.

2 Die Bun­des­bei­trä­ge an die Kan­to­ne für die Rück­kehr­be­ra­tung set­zen sich aus ei­ner Ba­sis­pau­scha­le und ei­ner Leis­tungs­pau­scha­le zu­sam­men.

3 Die Ba­sis­pau­scha­le wird kan­to­nal wie folgt ab­ge­stuft:

Kan­ton

Fran­ken

Kan­ton

Fran­ken

Aar­gau

62 174

Nid­wal­den

23 161

Ap­pen­zell Aus­serr­ho­den

19 710

Ob­wal­den

20 086

Ap­pen­zell Inn­err­ho­den

15 365

Schaff­hau­sen

21 505

Ba­sel-Land­schaft

41 785

Schwyz

26 986

Ba­sel-Stadt

25 501

So­lo­thurn

37 482

Bern

125 565

St. Gal­len

47 782

Frei­burg

42 715

Tes­sin

31 928

Genf

59 619

Thur­gau

20 662

Gla­rus

21 206

Uri

18 103

Grau­bün­den

28 554

Waadt

83 285

Ju­ra

20 431

Wal­lis

47 220

Lu­zern

47 925

Zug

25 072

Neu­en­burg

30 028

Zü­rich

156 156.170

4 Die Leis­tungs­pau­scha­le be­trägt 1000 Fran­ken pro im Vor­jahr aus­ge­reis­te Per­son.171

5 Die Aus­zah­lung der Pau­scha­len nach den Ab­sät­zen 3 und 4 er­folgt je­weils im ers­ten Quar­tal des lau­fen­den Ka­len­der­jah­res im Um­fang von 80 Pro­zent auf die Aus­gleichs­kon­ten der Kan­to­ne beim Eid­ge­nös­si­schen Kas­sen- und Rech­nungs­we­sen. Der Rest­be­trag wird je­weils am En­de des Ka­len­der­jah­res aus­be­zahlt, so­weit der Bei­trag ge­mä­ss Bun­des­ge­setz vom 5. Ok­to­ber 1990172 über Fi­nanz­hil­fen und Ab­gel­tun­gen nicht ge­kürzt oder zu­rück­ge­for­dert wird.

6 Vor­aus­set­zung für die Ent­rich­tung der Bun­des­bei­trä­ge nach Ab­satz 5 ist das Vor­lie­gen ei­nes Tä­tig­keits­be­rich­tes der Kan­to­ne für das vor­her­ge­hen­de Ka­len­der­jahr.

7 Bei ei­nem we­sent­li­chen An­stieg oder Rück­gang der Asyl­ge­su­che kann das EJPD die Pau­scha­len nach den Ab­sät­zen 3 und 4 an­pas­sen.

170 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 8. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2020 (AS 2018 2875).

171 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 8. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2020 (AS 2018 2875).

172 SR 616.1

Art. 68a Bundesbeiträge für Zusatzaufgaben 173  

1 Das SEM kann mit den Kan­to­nen oder Drit­ten Ab­spra­chen zur Durch­füh­rung von zu­sätz­li­chen Auf­ga­ben tref­fen, die nicht un­ter Ar­ti­kel 66 fal­len.

2 Die­se Zu­satz­auf­ga­ben bein­hal­ten na­ment­lich die Durch­füh­rung spe­zi­fi­scher Um­fra­gen, Be­ra­tungs- und In­for­ma­ti­ons­tä­tig­kei­ten so­wie Auf­ga­ben, die be­son­de­re Fach­kennt­nis­se vor­aus­set­zen.

3 Die Durch­füh­rung die­ser Zu­satz­auf­ga­ben und die fi­nan­zi­el­le Ab­gel­tung wer­den im Rah­men der Ab­spra­chen zwi­schen dem SEM und den Kan­to­nen oder den Drit­ten ge­re­gelt.

4 Die Kan­to­ne oder Drit­te kön­nen dem SEM Pro­jek­te un­ter­brei­ten, die un­ter die Ab­sät­ze 1 und 2 fal­len. Die­ses äus­sert sich zur Zweck­mäs­sig­keit des Pro­jek­tes und ent­schei­det über des­sen Fi­nan­zie­rung.

173 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 7. Dez. 2012, in Kraft seit 1. April 2013 (AS 2012 6951).

Art. 69 und 70  

Auf­ge­ho­ben

3. Abschnitt: Programme im Ausland174

174 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 24. Okt. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5585).

(Art. 93 Abs. 1 Bst. c und Abs. 2 sowie Art. 114 AsylG)175

175 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 18. Sept 2020, in Kraft seit 1. Nov. 2020 (AS 2020 3991).

Art. 71 Allgemeines  

1 Pro­gram­me im Aus­land för­dern die Rück­kehr und dau­er­haf­te Wie­der­ein­glie­de­rung be­stimm­ter Per­so­nen­grup­pen im Hei­mat-, Her­kunfts- oder Dritt­staat und sind zeit­lich be­fris­tet. Ein­zel­ne Tei­le sol­cher Pro­gram­me kön­nen auch vor der Aus­rei­se der be­tref­fen­den Per­so­nen aus der Schweiz oder dem Schen­gen-Raum um­ge­setzt wer­den.176

2 Pro­gram­me im Aus­land kön­nen ins­be­son­de­re ei­ne oder meh­re­re der fol­gen­den Mass­nah­men zu Guns­ten der Rück­keh­ren­den um­fas­sen:

a.
die Vor­be­rei­tung, Or­ga­ni­sa­ti­on und Be­glei­tung der Rück­rei­se so­wie die Er­leich­te­rung der Ein- und der Wei­ter­rei­se im Hei­mat-, Her­kunfts- oder Dritt­staat;
b.
die Un­ter­stüt­zung der schu­li­schen, be­ruf­li­chen und so­zia­len Wie­der­ein­glie­de­rung.

3 Pro­gram­me im Aus­land kön­nen auch Hil­fe­leis­tun­gen zu Guns­ten der hei­mat­li­chen Be­hör­den oder der ein­hei­mi­schen Be­völ­ke­rung in Form von Struk­tur­hil­fe bein­hal­ten.

4 Als Pro­gram­me im Aus­land gel­ten eben­falls Mass­nah­men, die in Her­kunfts- und Tran­sit­län­dern oder in Mit­glied­staa­ten der Eu­ro­päi­schen Uni­on zur Prä­ven­ti­on von ir­re­gu­lä­rer Mi­gra­ti­on in die Schweiz, in den Schen­gen-Raum oder in­ner­halb des Schen­gen-Raums bei­tra­gen oder An­rei­ze da­zu ab­bau­en. Dar­un­ter fal­len ins­be­son­de­re fol­gen­de Mass­nah­men:

a.
Durch­füh­rung von In­for­ma­ti­ons- und Auf­klä­rungs­kam­pa­gnen;
b.
Hil­fe­leis­tun­gen an aus­län­di­sche Be­hör­den oder Trä­ger­schaf­ten, na­ment­lich im Be­reich der Asyl­ver­fah­ren, In­for­ma­ti­on, Be­treu­ung, Bil­dung und Be­schäf­ti­gung so­wie Un­ter­brin­gung von Asyl­su­chen­den oder Flücht­lin­gen;
c.
Zu­sam­men­ar­beit mit aus­län­di­schen Be­hör­den im Rück­kehr­be­reich mit dem Ziel, die Rück­kehr und Rück­füh­rung in Hei­mat-, Her­kunfts- oder Dritt­staa­ten zu er­leich­tern oder zu för­dern.177

176 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 18. Sept 2020, in Kraft seit 1. Nov. 2020 (AS 2020 3991).

177 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 18. Sept 2020, in Kraft seit 1. Nov. 2020 (AS 2020 3991).

Art. 72 Zuständigkeit und Zusammenarbeit  

1 Das SEM legt den Kreis der Be­güns­tig­ten fest und be­stimmt die Ziel­set­zung der Pro­gram­me im Sin­ne von Ar­ti­kel 71.

2 Zu­stän­dig für die Pla­nung und Um­set­zung der Pro­gram­me nach Ar­ti­kel 71 ist das SEM. Es kann die­se Auf­ga­be an die DE­ZA oder an Drit­te über­tra­gen.178

178 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 18. Sept 2020, in Kraft seit 1. Nov. 2020 (AS 2020 3991).

4. Abschnitt: Individuelle Rückkehrhilfe179

179 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 24. Okt. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5585).

(Art. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG)

Art. 73 Voraussetzungen  

In­di­vi­du­el­le Rück­kehr­hil­fe kann be­an­spru­chen, wer nach­weis­lich al­le er­for­der­li­chen Dis­po­si­tio­nen ge­trof­fen hat, um die Schweiz zu ver­las­sen.

Art. 74 Ausrichtung  

1 Die in­di­vi­du­el­le Rück­kehr­hil­fe wird im Rah­men des jähr­lich fest­zu­set­zen­den Bud­gets in Form ei­nes Pau­schal­be­trags ge­währt.

2 Die Pau­scha­le für die in­di­vi­du­el­le Rück­kehr­hil­fe nach Ab­satz 1 be­trägt ma­xi­mal 1000 Fran­ken pro Per­son. Sie kann in­di­vi­du­ell ab­ge­stuft wer­den, na­ment­lich nach Al­ter, Stand des Asyl­ver­fah­rens, Auf­ent­halts­dau­er und aus län­der­spe­zi­fi­schen Grün­den.180

3 Die Pau­scha­le kann durch ei­ne ma­te­ri­el­le Zu­satz­hil­fe er­gänzt wer­den. Dar­un­ter fal­len in­di­vi­du­el­le Mass­nah­men na­ment­lich in den Be­rei­chen Be­ruf, Aus­bil­dung und Wohn­raum.181

4 Die ma­te­ri­el­le Zu­satz­hil­fe wird bis höchs­tens 3000 Fran­ken pro Per­son oder Fa­mi­lie ge­währt. Das SEM kann für Per­so­nen mit be­son­de­ren per­sön­li­chen, so­zia­len oder be­ruf­li­chen Rein­te­gra­ti­ons­be­dürf­nis­sen im Ziel­staat und aus län­der­spe­zi­fi­schen Grün­den die ma­te­ri­el­le Zu­satz­hil­fe bis auf höchs­tens 5000 Fran­ken er­hö­hen.182

5 In den Zen­tren des Bun­des wer­den die in­di­vi­du­el­le Rück­kehr­hil­fe und die ma­te­ri­el­le Zu­satz­hil­fe un­ter Be­rück­sich­ti­gung des Ver­fah­rens­stands und der Auf­ent­halts­dau­er de­gres­siv aus­ge­stal­tet.183

180 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 8. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. März 2019 (AS 2018 2875).

181 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 8. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. März 2019 (AS 2018 2875).

182 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 8. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. März 2019 (AS 2018 2875).

183 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 8. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. März 2019 (AS 2018 2875).

Art. 74a Verhältnis zu den Ausreisekosten  

1 ...184

2 Die Kos­ten für die Aus­rei­se und die Zah­lung von Rei­se­geld wer­den vom SEM un­ab­hän­gig von der Ge­wäh­rung in­di­vi­du­el­ler Rück­kehr­hil­fe nach Ar­ti­kel 59 Ab­satz 1 Buch­sta­be a und Ar­ti­kel 59a er­stat­tet.

184 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 7. Dez. 2012, mit Wir­kung seit 1.April 2013 (AS 2012 6951).

Art. 75 Medizinische Rückkehrhilfe  

1 Ist ei­ne me­di­zi­ni­sche Be­hand­lung im Aus­land un­er­läss­lich, so kann das SEM Bei­trä­ge zu de­ren Durch­füh­rung leis­ten. Die Dau­er der me­di­zi­ni­schen Hil­fe ist auf ma­xi­mal sechs Mo­na­te be­fris­tet.

2 Bei me­di­zi­nisch un­er­läss­li­chen Be­hand­lun­gen kann die Be­hand­lungs­dau­er ver­län­gert wer­den, wenn ei­ne end­gül­ti­ge Hei­lung er­reicht wer­den kann. Hil­fe­leis­tun­gen auf un­be­stimm­te Zeit sind je­doch aus­ge­schlos­sen.

3 In­di­vi­du­el­le Rück­kehr­hil­fe kann auch in Form von Me­di­ka­men­ten oder der Aus­rich­tung ei­ner Pau­scha­le für me­di­zi­ni­sche Leis­tun­gen ge­währt wer­den.

Art. 76 Ausreise in einen Drittstaat 185  

1 Bei der Aus­rei­se in einen Dritt­staat, der nicht dem Hei­mat- oder Her­kunfts­staat ent­spricht, kann in­di­vi­du­el­le Rück­kehr­hil­fe ge­währt wer­den. Die be­trof­fe­ne Per­son muss min­des­tens ein Jahr zum Ver­bleib im Dritt­staat be­rech­tigt sein.

2 Kei­ne in­di­vi­du­el­le Rück­kehr­hil­fe wird ge­währt, wenn die be­trof­fe­ne Per­son in einen Staat nach Ar­ti­kel 76a wei­ter­reist.

185 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 8. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. März 2019 (AS 2018 2875).

Art. 76a Ausreise in einen visumsbefreiten Staat 186  

1 Von der in­di­vi­du­el­len Rück­kehr­hil­fe aus­ge­schlos­sen sind:187

a.
Staats­an­ge­hö­ri­ge aus Staa­ten, die für einen Auf­ent­halt bis zu drei Mo­na­ten von der Vi­sums­pflicht be­freit sind;
b.
Per­so­nen, die in einen Staat nach Buch­sta­be a wei­ter­rei­sen.

2 Für Per­so­nen mit be­son­de­ren per­sön­li­chen, so­zia­len oder be­ruf­li­chen Rein­te­gra­ti­ons­be­dürf­nis­sen im Ziel­staat kann das SEM Aus­nah­men ge­wäh­ren.

186 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 7. Dez. 2012, in Kraft seit 1. April 2013 (AS 2012 6951).

187 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 8. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. März 2019 (AS 2018 2875).

Art. 77 Zuständigkeit 188  

Das SEM ent­schei­det auf An­trag der zu­stän­di­gen kan­to­na­len Stel­len oder von be­auf­trag­ten Drit­ten über die Ge­wäh­rung der in­di­vi­du­el­len Rück­kehr­hil­fe.

188 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 8. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. März 2019 (AS 2018 2875).

Art. 78 Auszahlung 189  

Das SEM oder von die­sem be­auf­trag­te Drit­te kön­nen in­di­vi­du­el­le Rück­kehr­hil­fe­be­trä­ge an den in­ter­na­tio­na­len Flug­hä­fen oder im Be­stim­mungs­land aus­zah­len.

189 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 8. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. März 2019 (AS 2018 2875).

7. Kapitel: ...

Art. 79 und 80190  

190 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 8. Ju­ni 2018, mit Wir­kung seit 1. März 2019 (AS 2018 2875).

4. Titel: Schlussbestimmungen

(Art. 121 AsylG)

Art. 81 Aufhebung bisherigen Rechts  

Die Asyl­ver­ord­nung 2 vom 22. Mai 1991191 wird auf­ge­ho­ben.

Art. 82 Übergangsbestimmungen  

1 Die Ar­ti­kel 8–19 gel­ten für al­le hän­gi­gen Ver­fah­ren, in de­nen das SEM die Schluss­ab­rech­nung oder Zwi­schen­ab­rech­nung nach den Ar­ti­keln 16 Ab­satz 1 und 17 Ab­satz 2 nach dem In­kraft­tre­ten die­ser Ver­ord­nung zu ver­an­las­sen hat.

2 Für­sor­ge­kos­ten, die asyl­su­chen­de, vor­läu­fig auf­ge­nom­me­ne oder schutz­be­dürf­ti­ge Per­so­nen im Zeit­punkt der Er­tei­lung oder Ver­län­ge­rung ei­ner Be­wil­li­gung zur vor­läu­fi­gen Auf­nah­me ei­ner Er­werbs­tä­tig­keit nach Ar­ti­kel 11 Ab­satz 1 be­reits zu­rück­er­stat­tet ha­ben, wer­den vom Be­trag nach Ar­ti­kel 9 Ab­sät­ze 2 und 3 in Ab­zug ge­bracht. Über­stei­gen die ge­leis­te­ten Rück­er­stat­tun­gen die­sen Be­trag, wird die Dif­fe­renz nicht aus­be­zahlt.

3 Bis zum In­kraft­tre­ten der Ar­ti­kel 41–43 fin­det das al­te Recht An­wen­dung. Das SEM kann mit ein­zel­nen Kan­to­nen Ver­ein­ba­run­gen im Sin­ne ei­nes Pi­lot­ver­su­ches nach Ar­ti­kel 41–43 ab­sch­lies­sen.

4 Die Pau­scha­len nach den Ar­ti­keln 21 Ab­satz 2, 29 Ab­satz 4, 30 Ab­satz 3, 31 Ab­satz 1 wer­den erst­mals auf den 1. Ja­nu­ar 2001 an­ge­passt.

5 Die Un­ter­brin­gungs­pau­scha­le für Asyl­su­chen­de und Schutz­be­dürf­ti­ge oh­ne Auf­ent­halts­be­wil­li­gung nach Ar­ti­kel 24 Ab­satz 1 Buch­sta­be a be­trägt bis zum 31. De­zem­ber 2000 12.05 Fran­ken pro Tag und vom 1. Ja­nu­ar 2001 bis 31. De­zem­ber 2001 11.85 Fran­ken pro Tag.

6 Die Miet­preis­pau­scha­le nach Ar­ti­kel 24 Ab­satz 2 Buch­sta­be a be­trägt für Asyl­su­chen­de und Schutz­be­dürf­ti­ge oh­ne Auf­ent­halts­be­wil­li­gung bei ei­nem Hy­po­the­kar­zins­satz für Al­thy­po­the­ken im ers­ten Rang der Ber­ner Kan­to­nal­bank von 3¾ Pro­zent und bei ei­nem Stand des Lan­des­in­de­xes der Kon­su­men­ten­prei­se von 104.4 Punk­ten bis zum 31. De­zem­ber 2000 8.80 Fran­ken und vom 1. Ja­nu­ar 2001 bis 31. De­zem­ber 2001 8.60 Fran­ken. Die An­pas­sung rich­tet sich nach Ar­ti­kel 24 Ab­satz 2 Buch­sta­be a.

7 Die Pau­scha­le für die üb­ri­gen Kos­ten nach Ar­ti­kel 24 Ab­satz 2 Buch­sta­be b be­trägt für Asyl­su­chen­de und Schutz­be­dürf­ti­ge oh­ne Auf­ent­halts­be­wil­li­gung bei ei­nem Stand des Lan­des­in­de­xes der Kon­su­men­ten­preis von 104.4 Punk­ten bis zum 31. De­zem­ber 2001 3.25 Fran­ken. Die An­pas­sung rich­tet sich nach Ar­ti­kel 24 Ab­satz 2 Buch­sta­be b.

8 Der Pau­schal­bei­trag an die Be­treu­ungs- und Ver­wal­tungs­kos­ten für die Flücht­lings­be­treu­ung nach Ar­ti­kel 31 wird bis zum Zu­stän­dig­keits­wech­sel dem je­wei­li­gen Hilfs­werk, an­sch­lies­send dem je­wei­li­gen Kan­ton pro ra­ta aus­ge­rich­tet. Die Bun­des­bei­trä­ge wer­den den Hilfs­wer­ken bis zum Zu­stän­dig­keits­wech­sel nach al­tem Recht aus­ge­rich­tet, so­fern sie nicht bis zum 31. De­zem­ber 1999 beim SEM schrift­lich die Ab­gel­tung nach neu­em Recht be­an­tra­gen.

9 Für Per­so­nen, für de­ren Be­treu­ungs- und Für­sor­ge­kos­ten der Bund im Zeit­punkt der In­kraft­set­zung die­ser Ver­ord­nung trotz Er­tei­lung der Nie­der­las­sungs­be­wil­li­gung be­rech­tig­ter­wei­se auf­ge­kom­men ist, über­nimmt er auch wei­ter­hin die ent­spre­chen­den Kos­ten im Sin­ne von Ar­ti­kel 2.

10 Die bis zum Zeit­punkt des In­kraft­tre­tens die­ser Ver­ord­nung ge­währ­ten und pro ra­ta aus­zu­rich­ten­den Sti­pen­di­en wer­den vom Bund an die Kan­to­ne rück­er­stat­tet.

11 Die vor In­kraft­tre­ten an die Kan­to­ne aus­ge­rich­te­ten Bun­des­bei­trä­ge für die Fi­nan­zie­rung von Un­ter­künf­ten sind mit Aus­nah­me der Ver­zin­sung nach Ar­ti­kel 40 rück­zu­er­stat­ten, so­weit sie nach den Be­stim­mun­gen des bis­he­ri­gen Rechts noch nicht amor­ti­siert sind. Das SEM setzt für je­des ein­zel­ne Sub­ven­ti­ons­ver­hält­nis den rück­er­stat­tungs­pflich­ti­gen Be­trag so­wie pro Kan­ton den Ge­samt­be­trag und die quar­tals­wei­se zu ver­rech­nen­den Ra­ten fest.

12 Für die Be­stim­mung des Rück­er­stat­tungs­be­tra­ges nach Ab­satz 11 wer­den im Fal­le von Er­werb von Bau­land die in der Zu­si­che­rungs­ver­fü­gung fest­ge­leg­ten Ges­te­hungs- und Ne­ben­kos­ten für den Lan­d­er­werb er­höht um die Dif­fe­renz zwi­schen dem Stand des Lan­des­in­de­xes der Kon­su­men­ten­prei­se im Zeit­punkt der Zu­si­che­rungs­ver­fü­gung und demje­ni­gen im Zeit­punkt des In­kraft­tre­tens die­ser Ver­ord­nung.

13 Für die In­te­gra­ti­ons­pro­jek­te nach Ar­ti­kel 45 so­wie für die Be­schäf­ti­gungs­pro­gram­me nach Ar­ti­kel 91 Ab­satz 4 des AsylG, die vor In­kraft­tre­ten die­ser Ver­ord­nung be­wil­ligt wor­den sind, gilt die er­gan­ge­ne Zu­si­che­rung bis En­de 1999.

Art. 83 Inkrafttreten und Geltungsdauer 192  

1 Die­se Ver­ord­nung tritt mit Aus­nah­me der Ar­ti­kel 41–43 am 1. Ok­to­ber 1999 in Kraft.

2 Die Ar­ti­kel 41–43 tre­ten am 1. Ja­nu­ar 2001 in Kraft.

3 Die Gel­tungs­dau­er der fol­gen­den, bis­her bis zum 28. Sep­tem­ber 2015193 be­fris­te­ten Ar­ti­kel, wird bis zum 28. Sep­tem­ber 2019 ver­län­gert: die Ar­ti­kel 41 und 53 Buch­sta­ben d und e.194

192 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 5. Ju­ni 2015, in Kraft seit 29. Sept. 2015 (AS 2015 2053).

193 AS 2013 3065

194 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 5. Ju­ni 2015, in Kraft seit 29. Sept. 2015 (AS 2015 2053).

Schlussbestimmungen zur Änderung vom 24. März 2004 195

Für Personen, deren Nichteintretensentscheid nach den Artikeln 32–34 und deren Wegweisungsentscheid nach Artikel 44 des AsylG vor Inkrafttreten dieser Verordnungsän­derung rechtskräftig wurde, richtet der Bund den Kantonen die Pauschalen für Sozialhilfekosten nach Artikel 88 Absatz 1 Buchstabe a des AsylG bis längstens zum Ablauf der Ausreisefrist aus. Hat der Bund den Kantonen im Rahmen der Vollzugsunterstützung nach Artikel 22a des Bundesgesetzes vom 26. März 1931196 über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer die weitere Abgeltung der Sozialhilfekosten zugesichert, so richtet er ihnen die Pauschalen nach Artikel 88 Absatz 1 Buchstabe a des AsylG bis längstens neun Monate nach Inkrafttreten dieser Verordnungsänderung aus. Voraussetzung dazu ist, dass die Kantone das Gesuch um Vollzugsunterstützung inklusive Kostenübernahme bis spätestens Ende des Monats, in dem diese Verordnung in Kraft tritt, eingereicht haben.

196 [BS 1 121; AS 1949 221, 19871665, 1988332, 19901587Art. 3 Abs. 2, 1991362Ziff. II 11 1034 Ziff. III, 1995146, 199911112262Anhang Ziff. 1, 20001891Ziff. IV 2, 2002 685Ziff. I 1 701 Ziff. I 1 3988 Anhang Ziff. 3, 2003 4557Anhang Ziff. II 2, 2004 1633Ziff. I 1 4655 Ziff. I 1, 2005 5685Anhang Ziff. 2, 2006 979Art. 2 Ziff. 1 1931 Art. 18 Ziff. 1 2197 Anhang Ziff. 3 3459 Anhang Ziff. 1 4745 Anhang Ziff. 1, 2007 359Anhang Ziff. 1. AS 2007 5437Anhang Ziff. I]. Siehe heute: das Ausländer- und Integrationsgesetz vom 16. Dez. 2005 (SR 142.20).

Schlussbestimmung zur Änderung vom 3. Dezember 2004 197

Die Pauschale nach Artikel 30 Absatz 3 wird für das Jahr 2005 der Teuerung nach dem Stand des Landesindexes der Konsumentenpreise vom 31. Oktober 2004 angepasst.

Übergangsbestimmung zur Änderung vom 24. Oktober 2007 198

1 Der Bund richtet den Kantonen für jede Person, deren Asyl- und Wegweisungsentscheid vor dem 1. Januar 2008 rechtskräftig geworden ist oder deren vorläufige Aufnahme rechtskräftig aufgehoben worden ist, einen einmaligen Beitrag von 15 000 Franken aus, sofern sie die Schweiz noch nicht definitiv verlassen haben oder nicht unkontrolliert abgereist sind. Die Auszahlung erfolgt im 1. Quartal 2008.

2 Der Bund richtet den Kantonen für jede am 31. Dezember 2007 vorläufig aufgenommene Person einen einmaligen Beitrag von 3500 Franken aus. Die Auszahlung erfolgt im 1. Quartal 2008.

3 Die Pauschalen nach Artikel 22 und 26 werden für das Jahr 2008 der Teuerung angepasst.

4 Die Festsetzung des Faktors der Familienstruktur pro Kanton nach den Artikeln 23 und 27 sowie die Festsetzung des Anteils der Krankenversicherungsprämie, der Mindestfranchise und der Selbstbehalte nach den Artikeln 22 Absatz 6 und 26 Absatz 5 erfolgt für das Jahr 2008 gestützt auf die Bestandeszahlen gemäss dem Datensystem des SEM vom 31. Januar 2008.

5 Die Verfahren zur Abgeltung der Sozialhilfekosten inklusive Rückzahlungen und Nachforderungen für die Zeit vor Inkrafttreten dieser Verordnungsänderungen richten sich nach dem alten Recht.

6 Asylsuchenden, vorläufig Aufgenommenen und Schutzbedürftigen ohne Aufenthaltsbewilligung, die mit Inkrafttreten dieser Verordnungsänderung der Sonder­abgabe nach Artikel 86 des AsylG unterstehen, wird die Zeit seit Aufnahme der ersten sicherheitsleistungspflichtigen Erwerbstätigkeit oder die Zeit seit Eintritt der Rechtskraft der Verfügung über eine erste Vermögenswertabnahme an die Dauer der Sonderabgabepflicht angerechnet.

7 Rückerstattungen, welche gestützt auf eine Zwischenabrechnung nach Artikel 16 AsylV 2 in der Fassung vom 11. August 1999199 geleistet wurden, werden den von dieser Zwischenabrechnung betroffenen, sonderabgabepflichtigen Personen vollumfänglich an die Sonderabgabepflicht angerechnet.

8 Sicherheitsleistungen nach den Artikeln 86 Asylgesetz in der Fassung vom 26. Juni 1998200 und 14c Absatz 6 ANAG201 werden unter Anrechnung allfälliger Rückerstattungen nach Absatz 6 bis zum Maximalbetrag der Sonderabgabe von 15 000 Franken vom Bund vereinnahmt und vollumfänglich an die Sonderabgabepflicht angerechnet. Die über den Betrag von 15 000 Franken hinausgehenden Sicher­heits­leistungen werden den Kontoinhaberinnen und -inhabern ausbezahlt oder an die Sonderabgabepflicht des Ehegatten angerechnet.

Übergangsbestimmung zur Änderung vom 12. Dezember 2008 202

Die Pauschalen nach den Artikeln 22 und 23a werden rückwirkend ab dem 1. Juli 2008 dem Stand der Teuerung per 31. Oktober 2007 angepasst.

Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 7. Dezember 2012 203

1 Für die Berechnung der Höhe der Pauschalen nach den Artikeln 22, 23 Absatz 3 und 26 im Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser Verordnungsänderung ist die Teuerung bis zum Indexstand vom 31. Oktober 2012 aufzurechnen.

2 Die Berechnung, die Ausrichtung sowie die Nach- und Rückzahlungen der Pauschalen nach den Artikeln 20‒27 für die Zeit vor Inkrafttreten dieser Verordnungsänderung richten sich nach dem alten Recht.

Übergansbestimmungen zur Änderung vom 4. September 2013 204

1 Bei der Berechnung des Pauschalbeitrages nach Artikel 41 berücksichtigt der Bund die ab dem 1. Januar 2013 zur Verfügung stehenden Unterbringungsplätze in Bun­des­zentren.

2 Für alle Asylgesuche, die vor dem 29. September 2012 bei einer schweizerischen Vertretung im Ausland eingereicht wurden gilt Artikel 53 Buchstabe d in der Fassung vom 1. Januar 2008205.

Übergangsbestimmung zur Änderung vom 15. November 2017 206

Bis zum Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser Verordnungsänderung geleistete oder fällige Sonderabgaben aus Erwerbseinkommen und abgenommene Vermögenswerte werden vollumfänglich an den maximalen Betrag nach Artikel 10 Absatz 2 Buchstabe a angerechnet.

Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 8. Juni 2018 207

1 Im Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser Änderung passt das SEM die in den folgenden Bestimmungen enthaltenen Beträge dem Stand des Landesindexes der Konsumentenpreise vom 31. Oktober 2018 an: Artikel 22 Absätze 1 und 5, Artikel 23 Absatz 3, Artikel 26 Absätze 1 und 5 sowie Artikel 41 Absätze 1 und 3.

2 Artikel 24a gilt auch in Bezug auf Flüchtlinge, die einer Flüchtlingsgruppe nach Artikel 56 AsylG angehören und vor Inkrafttreten dieser Änderung in die Schweiz eingereist sind.

3 Der Umfang und die Höhe der Nothilfepauschale für Personen, die vor Inkrafttreten dieser Änderung ein Asylgesuch eingereicht haben, richten sich nach altem Recht.

Übergangsbestimmung zur Änderung vom 10. April 2019 208

Im Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser Änderung passt das SEM die in den folgenden Bestimmungen enthaltenen Beträge dem Stand des Landesindexes der Konsumentenpreise und dem Anteil unbegleiteter Minderjähriger am Gesamtbestand (Stand: 31. Okt. 2018) an: Artikel 22 Absätze 1, 5 und 6, Artikel 26 Absätze 1, 5 und 6.

Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 18. November 2020 209

209 AS 2020 5869

Für die im Jahre 2019 vorübergehend stillgelegten Zentren des Bundes und besonderen Zentren des Bundes wird der volle Pauschalbeitrag nach Artikel 41 Absätze 1 und 2 für die Dauer der Stilllegung bis längstens am 31. Dezember 2020 vergütet. Für Zentren des Bundes und besondere Zentren des Bundes, die im Jahre 2020 vorübergehend stillgelegt wurden, gilt Artikel 41 Absatz 5.

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