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Bundesgesetz über die Verantwortlichkeit des Bundes sowie seiner Behördemitglieder und Beamten

vom 14. März 1958 (Stand am 1. Januar 2020)

Die Bundesversammlung der Schweizerischen Eidgenossenschaft,

gestützt auf Artikel 146 der Bundesverfassung2,3 nach Einsicht in eine Botschaft des Bundesrates vom 29. Juni 19564,

beschliesst:

I. Abschnitt: Geltungsbereich

Art. 1

1Den Be­stim­mun­gen die­ses Ge­set­zes un­ter­ste­hen al­le Per­so­nen, de­nen die Aus­übung ei­nes öf­fent­li­chen Am­tes des Bun­des über­tra­gen ist, näm­lich:

a.
1
b.
die Mit­glie­der des Bun­des­ra­tes und der Bun­des­kanz­ler;
c.2
die Mit­glie­der und Er­satz­mit­glie­der der eid­ge­nös­si­schen Ge­rich­te;
cbis.3
die Mit­glie­der der Auf­sichts­be­hör­de über die Bun­des­an­walt­schaft;
d.
die Mit­glie­der und Er­satz­män­ner von Be­hör­den und Kom­mis­sio­nen des Bun­des, die aus­ser­halb der eid­ge­nös­si­schen Ge­rich­te und der Bun­des­ver­wal­tung ste­hen;
e.
die Be­am­ten und üb­ri­gen Ar­beits­kräf­te des Bun­des;
f.
al­le an­de­ren Per­so­nen, in­so­weit sie un­mit­tel­bar mit öf­fent­lichrecht­li­chen Auf­ga­ben des Bun­des be­traut sind.

2Aus­ge­nom­men sind die An­ge­hö­ri­gen der Ar­mee mit Be­zug auf ih­re mi­li­tä­ri­sche Stel­lung und ih­re dienst­li­chen Pflich­ten.


1 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. II 2 des Par­la­ments­ge­set­zes vom 13. Dez. 2002, mit Wir­kung seit 1. Dez. 2003 (AS 2003 3543; BBl 2001 3467 5428).
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 8 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197; BBl 2001 4202).
3 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. II 1 des Straf­be­hör­den­or­ga­ni­sa­ti­ons­ge­set­zes vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3267; BBl 2008 8125).

Art. 2

1So­weit die­ses Ge­setz nicht be­son­de­re Vor­schrif­ten ent­hält, gel­ten die Be­stim­mun­gen über die Be­am­ten auch für al­le üb­ri­gen in Ar­ti­kel 1 ge­nann­ten Per­so­nen.

2Für die in der Bun­des­ver­samm­lung oder in ih­ren Or­ga­nen ab­ge­ge­be­nen Vo­ten kön­nen die Mit­glie­der des Bun­des­ra­tes und der Bun­des­kanz­ler recht­lich nicht zur Ver­ant­wor­tung ge­zo­gen wer­den.1

3Im üb­ri­gen blei­ben die Be­stim­mun­gen des Bun­des­ge­set­zes vom 26. März 19342 über die po­li­ti­schen und po­li­zei­li­chen Ga­ran­ti­en zu­guns­ten der Eid­ge­nos­sen­schaft vor­be­hal­ten.


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 2 des Par­la­ments­ge­set­zes vom 13. Dez. 2002, in Kraft seit 1. Dez. 2003 (AS 2003 3543; BBl 2001 3467 5428).
2 [BS 1 152; AS 1962 773 Art. 60 Abs. 2, 1977 2249 I 121, 1987 226, 2000 273 An­hang Ziff. 1 414, 2003 2133 An­hang Ziff. 3. AS 2003 3543 An­hang Ziff. I 1]

II. Abschnitt: Die Haftung für Schaden

Art. 3

1Für den Scha­den, den ein Be­am­ter in Aus­übung sei­ner amt­li­chen Tä­tig­keit Drit­ten wi­der­recht­lich zu­fügt, haf­tet der Bund oh­ne Rück­sicht auf das Ver­schul­den des Be­am­ten.

2Bei Tat­be­stän­den, wel­che un­ter die Haft­pflicht­be­stim­mun­gen an­de­rer Er­las­se fal­len, rich­tet sich die Haf­tung des Bun­des nach je­nen be­son­de­ren Be­stim­mun­gen.

3Ge­gen­über dem Fehl­ba­ren steht dem Ge­schä­dig­ten kein An­spruch zu.

4So­bald ein Drit­ter vom Bund Scha­den­er­satz be­gehrt, hat der Bund den Be­am­ten, ge­gen den ein Rück­griff in Fra­ge kom­men kann, so­fort zu be­nach­rich­ti­gen.

Art. 4

Hat der Ge­schä­dig­te in die schä­di­gen­de Hand­lung ein­ge­wil­ligt oder ha­ben Um­stän­de, für die er ein­ste­hen muss, auf die Ent­ste­hung oder Ver­schlim­me­rung des Scha­dens ein­ge­wirkt, so kann die zu­stän­di­ge Be­hör­de die Er­satz­pflicht er­mäs­si­gen oder gänz­lich von ihr ent­bin­den.


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 der V vom 3. Fe­br. 1993 über Vor­in­stan­zen des Bun­des­ge­richts und des Eid­ge­nös­si­schen Ver­si­che­rungs­ge­richts, in Kraft seit 1. Jan. 1994 (AS 1993 901).

Art. 5

1Im Fal­le der Tö­tung ei­nes Men­schen sind die ent­stan­de­nen Kos­ten, ins­be­son­de­re die­je­ni­gen der Be­stat­tung, zu er­set­zen. Ist der Tod nicht so­fort ein­ge­tre­ten, so muss na­ment­lich auch für die Kos­ten der ver­such­ten Hei­lung und für die Nach­tei­le der Ar­beits­un­fä­hig­keit Er­satz ge­leis­tet wer­den. Ha­ben an­de­re Per­so­nen durch die Tö­tung ih­ren Ver­sor­ger ver­lo­ren, so ist auch für die­sen Scha­den Er­satz zu leis­ten.

2Kör­per­ver­let­zung gibt dem Ver­letz­ten An­spruch auf Er­satz der Kos­ten so­wie auf Ent­schä­di­gung für die Nach­tei­le gänz­li­cher oder teil­wei­ser Ar­beits­un­fä­hig­keit, un­ter Be­rück­sich­ti­gung der Er­schwe­rung des wirt­schaft­li­chen Fort­kom­mens.

3Sind im Zeit­punkt des Ent­schei­des die Fol­gen der Ver­let­zung nicht mit hin­rei­chen­der Si­cher­heit fest­zu­stel­len, so kann die zu­stän­di­ge Be­hör­de bis auf zwei Jah­re, vom Ta­ge des Ent­schei­des an ge­rech­net, ei­ne Än­de­rung vor­be­hal­ten.1


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 der V vom 3. Fe­br. 1993 über Vor­in­stan­zen des Bun­des­ge­richts und des Eid­ge­nös­si­schen Ver­si­che­rungs­ge­richts, in Kraft seit 1. Jan. 1994 (AS 1993 901).

Art. 6

1Bei Tö­tung ei­nes Men­schen oder Kör­per­ver­let­zung kann die zu­stän­di­ge Be­hör­de un­ter Wür­di­gung der be­son­de­ren Um­stän­de, so­fern den Be­am­ten ein Ver­schul­den trifft, dem Ver­letz­ten oder den An­ge­hö­ri­gen des Ge­tö­te­ten ei­ne an­ge­mes­se­ne Geld­sum­me als Ge­nug­tu­ung zu­spre­chen.1

2Wer in sei­ner Per­sön­lich­keit wi­der­recht­lich ver­letzt wird, hat bei Ver­schul­den des Be­am­ten An­spruch auf Leis­tung ei­ner Geld­sum­me als Ge­nug­tu­ung, so­fern die Schwe­re der Ver­let­zung es recht­fer­tigt und die­se nicht an­ders wie­der­gut­ge­macht wor­den ist.2


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 der V vom 3. Fe­br. 1993 über Vor­in­stan­zen des Bun­des­ge­richts und des Eid­ge­nös­si­schen Ver­si­che­rungs­ge­richts, in Kraft seit 1. Jan. 1994 (AS 1993 901).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 2 des BG vom 16. Dez. 1983, in Kraft seit 1. Ju­li 1985 (AS 1984 778; BBl 1982 II 636).

Art. 7

Hat der Bund Er­satz ge­leis­tet, so steht ihm der Rück­griff auf den Be­am­ten zu, der den Scha­den vor­sätz­lich oder grob­fahr­läs­sig ver­schul­det hat, und zwar auch nach Auf­lö­sung des Dienst­ver­hält­nis­ses.

Art. 8

Der Be­am­te haf­tet dem Bund für den Scha­den, den er ihm durch vor­sätz­li­che oder grob­fahr­läs­si­ge Ver­let­zung sei­ner Dienst­pflicht un­mit­tel­bar zu­fügt.

Art. 9

1Auf die An­sprü­che des Bun­des ge­mä­ss den Ar­ti­keln 7 und 8 sind im Üb­ri­gen die Be­stim­mun­gen des Ob­li­ga­tio­nen­rechts1 über die Ent­ste­hung von Ob­li­ga­tio­nen durch un­er­laub­te Hand­lun­gen ent­spre­chend an­wend­bar.

2Ha­ben meh­re­re Be­am­te den Scha­den ge­mein­sam ver­schul­det, so haf­ten sie dem Bund in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 50 des Ob­li­ga­tio­nen­rechts le­dig­lich an­teil­mäs­sig nach der Grös­se des Ver­schul­dens.


1 SR 220

Art. 10

1Über strei­ti­ge An­sprü­che des Bun­des oder ge­gen den Bund er­lässt die zu­stän­di­ge Be­hör­de ei­ne Ver­fü­gung. Das Be­schwer­de­ver­fah­ren rich­tet sich nach den all­ge­mei­nen Be­stim­mun­gen über die Bun­des­rechts­pfle­ge.2

2Über strei­ti­ge An­sprü­che auf Scha­den­er­satz und Ge­nug­tu­ung aus der Amt­stä­tig­keit von Per­so­nen im Sin­ne von Ar­ti­kel 1 Ab­satz 1 Buch­sta­ben a–cbis ur­teilt das Bun­des­ge­richt als ein­zi­ge In­stanz im Sin­ne von Ar­ti­kel 120 des Bun­des­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 20053.4 Die Kla­ge ge­gen den Bund kann beim Bun­des­ge­richt er­ho­ben wer­den, wenn die zu­stän­di­ge Be­hör­de zum An­spruch in­nert drei­er Mo­na­te seit sei­ner Gel­tend­ma­chung nicht oder ab­leh­nend Stel­lung ge­nom­men hat.


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 des BG vom 4. Okt. 1991, in Kraft seit 1. Jan. 1994 (AS 1992 288 337 Art. 2 Abs. 1; BBl 1991 II 465).
2 Fas­sung des Sat­zes ge­mä­ss An­hang Ziff. 8 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197; BBl 2001 4202).
3 SR 173.110
4 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 1 des Straf­be­hör­den­or­ga­ni­sa­ti­ons­ge­set­zes vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3267; BBl 2008 8125).

Art. 11

1So­weit der Bund als Sub­jekt des Zi­vil­rechts auf­tritt, haf­tet er nach des­sen Be­stim­mun­gen.

2Auch in die­sen Fäl­len steht dem Ge­schä­dig­ten kein An­spruch ge­gen­über dem fehl­ba­ren Be­am­ten zu.

3Der Rück­griff des Bun­des rich­tet sich nach den Ar­ti­keln 7 und 9.

Art. 12

Die Recht­mäs­sig­keit for­mell rechts­kräf­ti­ger Ver­fü­gun­gen, Ent­schei­de und Ur­tei­le kann nicht in ei­nem Ver­ant­wort­lich­keits­ver­fah­ren über­prüft wer­den.

III. Abschnitt: Die strafrechtliche Verantwortlichkeit

Art. 13

1Für die straf­recht­li­che Ver­fol­gung von Be­am­ten we­gen Ver­bre­chen und Ver­ge­hen, die sie in ih­rer amt­li­chen Stel­lung ver­übt ha­ben, gel­ten die be­son­de­ren bun­des­recht­li­chen Vor­schrif­ten.

2Auf Be­am­te, die der Mi­li­tär­ge­richts­bar­keit un­ter­ste­hen, sind die Be­stim­mun­gen des Mi­li­tär­straf­ge­set­zes vom 13. Ju­ni 19271 und der Mi­li­tär­straf­ge­richts­ord­nung vom 28. Ju­ni 18892 an­zu­wen­den.


1 SR 321.0
2 [BS 3 456; AS 1951 437 Ziff. II, 1968 212 Ziff. III. AS 1979 1059 Art. 216]. Sie­he heu­te: den Mi­li­tär­straf­pro­zess vom 23. März 1979 (SR 322.1).

Art. 14

1Die Straf­ver­fol­gung von durch die Bun­des­ver­samm­lung ge­wähl­ten Be­hör­de­mit­glie­dern und Ma­gis­trats­per­so­nen we­gen straf­ba­rer Hand­lun­gen, die sich un­mit­tel­bar auf ih­re amt­li­che Tä­tig­keit oder Stel­lung be­zie­hen, be­darf ei­ner Er­mäch­ti­gung der zu­stän­di­gen Kom­mis­sio­nen der eid­ge­nös­si­schen Rä­te. Das Ge­schäfts­re­gle­ment je­des Ra­tes be­zeich­net die zu­stän­di­ge Kom­mis­si­on.

2Die Rats­prä­si­den­tin­nen oder Rats­prä­si­den­ten be­stim­men nach Ar­ti­kel 84 des Par­la­ments­ge­set­zes vom 13. De­zem­ber 20022 (ParlG) den­je­ni­gen Rat, des­sen Kom­mis­si­on das Ge­such um Auf­he­bung der Im­mu­ni­tät zu­erst be­han­delt.

3Die Ar­ti­kel 17 Ab­sät­ze 2-4 so­wie 17a Ab­sät­ze 2, 3, 5 und 6 ParlG gel­ten sinn­ge­mä­ss.

4Die Kom­mis­sio­nen ge­ben dem Be­schul­dig­ten Ge­le­gen­heit zur Stel­lung­nah­me.

5Stim­men bei­de Kom­mis­sio­nen dar­in über­ein, dass die Er­mäch­ti­gung zu er­tei­len ist, so kön­nen sie in ge­mein­sa­mer Sit­zung als Kom­mis­si­on der Ver­ei­nig­ten Bun­des­ver­samm­lung die­ser die vor­läu­fi­ge Ein­stel­lung im Am­te be­an­tra­gen. Die Zu­sam­men­set­zung die­ser Kom­mis­si­on rich­tet sich nach Ar­ti­kel 39 Ab­satz 4 ParlG. Ent­spricht die Kom­mis­si­on ei­nes Ra­tes die­ser Zu­sam­men­set­zung nicht, so er­gänzt oder re­du­ziert das Bü­ro die­ses Ra­tes die Mit­glie­der­zahl ent­spre­chend.


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 des BG vom 17. Ju­ni 2011 (Ge­su­che um Auf­he­bung der Im­mu­ni­tät), in Kraft seit 5. Dez. 2011 (AS 2011 4627; BBl 2010 7345 7385).
2 SR 171.10

Art. 14bis

1Ei­ne Er­mäch­ti­gung ist ins­be­son­de­re er­for­der­lich, wenn zur Ver­fol­gung oder Ver­hin­de­rung ei­ner straf­ba­ren Hand­lung das Post- oder das Fern­mel­de­ge­heim­nis nach Ar­ti­kel 321ter des Straf­ge­setz­bu­ches2 ge­gen­über ei­ner der in Ar­ti­kel 14 ge­nann­ten Per­so­nen auf­ge­ho­ben wer­den soll.3 Die Er­mäch­ti­gung ist stets er­for­der­lich, wenn mit Mass­nah­men ge­gen ei­ne die­ser Per­so­nen ein Drit­ter über­wacht wer­den soll, mit dem sie auf Grund ih­res Am­tes in Be­zie­hung steht.

2Über Er­tei­lung oder Ver­wei­ge­rung der Er­mäch­ti­gung ent­schei­det in die­sen Fäl­len ei­ne Kom­mis­si­on, die aus den Prä­si­den­ten und den Vi­ze­prä­si­den­ten bei­der Rä­te be­steht. Stim­men nicht min­des­tens fünf Kom­mis­si­ons­mit­glie­der zu, so ist die Er­mäch­ti­gung ver­wei­gert.4

3Die Ver­hand­lun­gen und Be­schlüs­se der Kom­mis­si­on sind ge­heim.

4Die vor­ste­hen­den Be­stim­mun­gen sind eben­falls an­wend­bar, wenn für ei­ne ers­te Ab­klä­rung des Sach­ver­halts oder zur Be­weis­si­che­rung an­de­re Mass­nah­men der Er­mitt­lung oder Stra­fun­ter­su­chung ge­gen ei­ne der in Ar­ti­kel 14 ge­nann­ten Per­so­nen not­wen­dig sind. So­bald die von der Kom­mis­si­on be­wil­lig­ten Mass­nah­men durch­ge­führt sind, ist nach Ar­ti­kel 14 die Er­mäch­ti­gung der zu­stän­di­gen Kom­mis­sio­nen der eid­ge­nös­si­schen Rä­te zur Straf­ver­fol­gung ein­zu­ho­len, es sei denn, das Ver­fah­ren wer­de ein­ge­stellt. Ei­ne Ver­haf­tung oh­ne die­se Er­mäch­ti­gung ist un­zu­läs­sig.5


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 6. Okt. 1972 über die Än­de­rung von Be­stim­mun­gen be­tref­fend das Post-, Te­le­fon- und Te­le­gra­fen­ge­heim­nis und die Im­mu­ni­tät, in Kraft seit 1. Ju­li 1973 (AS 1973 925; BBl 1971 II 369 481).
2 SR 311.0
3 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 2 des Post­ge­set­zes vom 30. April 1997, in Kraft seit 1. Jan. 1998 (AS 1997 2452; BBl 1996 III 1249).
4 Fas­sung des zwei­ten Sat­zes ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 des BG vom 17. Ju­ni 2011 (Ge­su­che um Auf­he­bung der Im­mu­ni­tät), in Kraft seit 5. Dez. 2011 (AS 2011 4627; BBl 2010 7345 7385).
5 Fas­sung des zwei­ten und drit­ten Sat­zes ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 des BG vom 17. Ju­ni 2011 (Ge­su­che um Auf­he­bung der Im­mu­ni­tät), in Kraft seit 5. Dez. 2011 (AS 2011 4627; BBl 2010 7345 7385).

Art. 14ter

Ist strei­tig, ob die Er­mäch­ti­gung er­for­der­lich sei, so ent­schei­den die Kom­mis­sio­nen, die für die Er­mäch­ti­gung zu­stän­dig sind.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 6. Okt. 1972 über die Än­de­rung von Be­stim­mun­gen be­tref­fend das Post-, Te­le­fon- und Te­le­gra­fen­ge­heim­nis und die Im­mu­ni­tät (AS 1973 925; BBl 1971 II 369 481). Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 des BG vom 17. Ju­ni 2011 (Ge­su­che um Auf­he­bung der Im­mu­ni­tät), in Kraft seit 5. Dez. 2011 (AS 2011 4627; BBl 2010 7345 7385).

Art. 15

1Die Straf­ver­fol­gung von Be­am­ten we­gen straf­ba­rer Hand­lun­gen, die sich auf ih­re amt­li­che Tä­tig­keit oder Stel­lung be­zie­hen, aus­ge­nom­men we­gen Wi­der­hand­lun­gen im Stras­sen­ver­kehr, be­darf ei­ner Er­mäch­ti­gung des Eid­ge­nös­si­schen Jus­tiz- und Po­li­zei­de­par­te­ments. Die­se Er­mäch­ti­gung er­teilt:

a.
die Ver­wal­tungs­de­le­ga­ti­on der Bun­des­ver­samm­lung für das Per­so­nal der Par­la­ments­diens­te;
b.
die Ver­wal­tungs­kom­mis­si­on des je­wei­li­gen Ge­richts für das Per­so­nal des Bun­des­ge­richts, des Bun­dess­traf­ge­richts und des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts;
c.1
die Auf­sichts­be­hör­de über die Bun­des­an­walt­schaft für das Per­so­nal ih­res Se­kre­ta­ri­ats;
d.2
der Bun­des­an­walt oder die Bun­des­an­wäl­tin für das von ihm oder ihr ge­wähl­te Per­so­nal der Bun­des­an­walt­schaft.3

2Kan­to­na­le Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den, bei de­nen sol­che Fäl­le an­ge­zeigt wer­den, ha­ben un­ver­züg­lich um die­se Er­mäch­ti­gung nach­zu­su­chen und dring­li­che si­chern­de Mass­nah­men zu tref­fen.

3Er­schei­nen ein Straf­tat­be­stand und die ge­setz­li­chen Vor­aus­set­zun­gen der Straf­ver­fol­gung als er­füllt, so darf die Er­mäch­ti­gung nur in leich­ten Fäl­len ver­wei­gert wer­den und so­fern die Tat nach al­len Um­stän­den durch ei­ne dis­zi­pli­na­ri­sche Mass­nah­me4 des Fehl­ba­ren als ge­nü­gend ge­ahn­det er­scheint.

4Der Ent­scheid, durch den die Er­mäch­ti­gung er­teilt wird, ist end­gül­tig.

5Ge­gen die Ver­wei­ge­rung der Er­mäch­ti­gung durch das Eid­ge­nös­si­sche Jus­tiz- und Po­li­zei­de­par­te­ment oder die Ver­wal­tungs­de­le­ga­ti­on der Bun­des­ver­samm­lung ist die Be­schwer­de an das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt zu­läs­sig. Ent­schei­de der eid­ge­nös­si­schen Ge­rich­te über die Er­mäch­ti­gung sind end­gül­tig.5

5bisDie Staats­an­walt­schaft, die um die Er­mäch­ti­gung nach­ge­sucht hat, ist zur Be­schwer­de be­rech­tigt.6

67


1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. II 1 des Straf­be­hör­den­or­ga­ni­sa­ti­ons­ge­set­zes vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3267; BBl 2008 8125).
2 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. II 1 des Straf­be­hör­den­or­ga­ni­sa­ti­ons­ge­set­zes vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3267; BBl 2008 8125).
3 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 8 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197; BBl 2001 4202).
4 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. 1 des An­hangs zum BG vom 19. Dez. 1986, in Kraft seit 1. Ju­li 1987 (AS 1987 932; BBl 1986 II 313). Die­se Än­de­rung ist im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.
5 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 8 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197; BBl 2001 4202).
6 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 2 des BG vom 8. Okt. 1999 (AS 2000 273; BBl 1999 4809 5979). Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 1 des Straf­be­hör­den­or­ga­ni­sa­ti­ons­ge­set­zes vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3267; BBl 2008 8125).
7 Auf­ge­ho­ben durch An­hang 1 Ziff. II 2 der Straf­pro­zess­ord­nung vom 5. Okt. 2007, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 1881; BBl 2006 1085).

Art. 16

1Be­geht ein Be­am­ter ei­ne straf­ba­re Hand­lung ge­gen die Amts­pflicht, so ist er dem schwei­ze­ri­schen Ge­setz auch dann un­ter­wor­fen, wenn die Tat im Aus­land be­gan­gen wird.

2Be­geht ein Be­am­ter im Aus­land ei­ne an­de­re straf­ba­re Hand­lung die sich auf sei­ne amt­li­che Tä­tig­keit oder Stel­lung be­zieht, so ist er, wenn die Tat auch am Be­ge­hungs­or­te straf­bar ist, dem schwei­ze­ri­schen Ge­setz un­ter­wor­fen; in die­sem Fal­le fin­det je­doch Ar­ti­kel 6 Zif­fer 2 des Straf­ge­setz­bu­ches1 ent­spre­chen­de An­wen­dung.

3Ar­ti­kel 4 des Straf­ge­setz­bu­ches bleibt vor­be­hal­ten.


1 SR 311.0. Sie­he heu­te: Art. 7.

IV. Abschnitt: Die disziplinarische Verantwortlichkeit

Art. 17

Die dis­zi­pli­na­ri­sche Ver­ant­wort­lich­keit der die­sem Ge­setz un­ter­stell­ten Per­so­nen rich­tet sich nach den für sie gel­ten­den be­son­dern Be­stim­mun­gen.

Art. 18

1Die Haf­tung für Scha­den und die straf­recht­li­che Ver­ant­wort­lich­keit wer­den durch ei­ne dis­zi­pli­na­ri­sche Mass­nah­me nicht be­rührt.

2Wird ne­ben der Dis­zi­pli­nar­un­ter­su­chung we­gen der näm­li­chen Tat­sa­che ein Straf­ver­fah­ren durch­ge­führt, so ist in der Re­gel der Ent­scheid über die dis­zi­pli­na­ri­sche Mass­nah­me bis nach Be­en­di­gung des Straf­ver­fah­rens aus­zu­set­zen.

V. Abschnitt: Die Verantwortlichkeit der mit Aufgaben des Bundes betrauten besonderen Organisationen und ihres Personals

Art. 19

1Fügt ein Or­gan oder ein An­ge­stell­ter ei­ner mit öf­fent­lichrecht­li­chen Auf­ga­ben des Bun­des be­trau­ten und aus­ser­halb der or­dent­li­chen Bun­des­ver­wal­tung ste­hen­den Or­ga­ni­sa­ti­on in Aus­übung der mit die­sen Auf­ga­ben ver­bun­de­nen Tä­tig­keit Drit­ten oder dem Bund wi­der­recht­lich Scha­den zu, so sind fol­gen­de Be­stim­mun­gen an­wend­bar:

a.
Für den ei­nem Drit­ten zu­ge­füg­ten Scha­den haf­tet dem Ge­schä­dig­ten die Or­ga­ni­sa­ti­on nach den Ar­ti­keln 3–6. So­weit die Or­ga­ni­sa­ti­on die ge­schul­de­te Ent­schä­di­gung nicht zu leis­ten ver­mag, haf­tet der Bund dem Ge­schä­dig­ten für den un­ge­deck­ten Be­trag. Der Rück­griff des Bun­des und der Or­ga­ni­sa­ti­on ge­gen­über dem fehl­ba­ren Or­gan oder An­ge­stell­ten rich­tet sich nach den Ar­ti­keln 7 und 9.
b.
Für den dem Bund zu­ge­füg­ten Scha­den haf­ten pri­mär die fehl­ba­ren Or­ga­ne oder An­ge­stell­ten und sub­si­di­är die Or­ga­ni­sa­ti­on. Ar­ti­kel 8 und 9 sind an­wend­bar.

2Auf die straf­recht­li­che Ver­ant­wort­lich­keit fin­den die Ar­ti­kel 13 ff. ent­spre­chend An­wen­dung. Dies gilt nicht für An­ge­stell­te und Be­auf­trag­te kon­zes­sio­nier­ter Trans­port­un­ter­neh­men.1

3Über strei­ti­ge An­sprü­che von Drit­ten oder des Bun­des ge­gen die Or­ga­ni­sa­ti­on so­wie der Or­ga­ni­sa­ti­on ge­gen fehl­ba­re Or­ga­ne oder An­ge­stell­te er­lässt die Or­ga­ni­sa­ti­on ei­ne Ver­fü­gung. Das Be­schwer­de­ver­fah­ren rich­tet sich nach den all­ge­mei­nen Be­stim­mun­gen über die Bun­des­rechts­pfle­ge.2


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 1 des BG über die Bahn­re­form 2 vom 20. März 2009, in Kraft seit 1. Jan. 2010 (AS 2009 5597; BBl 2005 2415, 2007 2681).
2 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 1 des BG vom 4. Okt. 1991 (AS 1992 288; BBl 1991 II 465). Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 8 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197; BBl 2001 4202).

Va. Abschnitt: Haftung für Schäden im Zusammenhang mit dem Betrieb des Schengener Informationssystems

Art. 19a

1Für den Scha­den, den ei­ne Per­son, die im Diens­te des Bun­des oder ei­nes Kan­tons steht, beim Be­trieb des Schen­ge­ner In­for­ma­ti­ons­sys­tems ei­ner Dritt­per­son wi­der­recht­lich zu­fügt, haf­tet der Bund.

2Hat der Bund Er­satz ge­leis­tet, so steht ihm der Rück­griff auf den Kan­ton zu, in des­sen Dienst die Per­son steht, die den Scha­den ver­ur­sacht hat.

Art. 19b

Der Bund haf­tet ge­gen­über ge­schä­dig­ten Dritt­per­so­nen oh­ne Nach­weis ei­ner Wi­der­recht­lich­keit, wenn:

a.
die Be­hör­de ei­nes an­de­ren Staa­tes, der durch ei­nes der Schen­gen-As­so­zi­ie­rungs­ab­kom­men1 ge­bun­den ist, beim Be­trieb des Schen­ge­ner In­for­ma­ti­ons­sys­tems Da­ten un­rich­tig ein­ge­ge­ben oder un­recht­mäs­sig ge­spei­chert hat; und
b.
auf Grund die­ser Aus­schrei­bung ei­ne Per­son im Diens­te des Bun­des oder ei­nes Kan­tons in Aus­übung ih­rer amt­li­chen Tä­tig­keit den Scha­den ver­ur­sacht hat.

1 Abk. vom 26. Okt. 2004 zwi­schen der Schwei­ze­ri­schen Eid­ge­nos­sen­schaft, der Eu­ro­päi­schen Uni­on und der Eu­ro­päi­schen Ge­mein­schaft über die As­so­zi­ie­rung die­ses Staa­tes bei der Um­set­zung, An­wen­dung und Ent­wick­lung des Schen­gen-Be­sitz­stands (SR0.362.31); Abk. vom 28. April 2005 zwi­schen der Schwei­ze­ri­schen Eid­ge­nos­sen­schaft und dem Kö­nig­reich Dä­ne­mark über die Be­grün­dung von Rech­ten und Pflich­ten zwi­schen die­sen bei­den Staa­ten hin­sicht­lich der Schen­ge­ner Zu­sam­men­ar­beit (SR 0.362.33); Über­eink. vom 17. Dez. 2004 zwi­schen der Schwei­ze­ri­schen Eid­ge­nos­sen­schaft, der Re­pu­blik Is­land und dem Kö­nig­reich Nor­we­gen über die Um­set­zung, An­wen­dung und Ent­wick­lung des Schen­gen-Be­sitz­stands und über die Kri­te­ri­en und Ver­fah­ren zur Be­stim­mung des zu­stän­di­gen Staa­tes für die Prü­fung ei­nes in der Schweiz, in Is­land oder in Nor­we­gen ge­stell­ten Asy­lan­trags (SR 0.362.32).

Art. 19c

Über strei­ti­ge An­sprü­che von Dritt­per­so­nen ge­gen­über dem Bund oder des Bun­des ge­gen­über ei­nem Kan­ton er­lässt die zu­stän­di­ge Be­hör­de des Bun­des ei­ne Ver­fü­gung. Ar­ti­kel 10 Ab­satz 1 ist sinn­ge­mä­ss an­wend­bar.

VI. Abschnitt: Verjährung und Verwirkung

Art. 20

1Der An­spruch ge­gen den Bund (Art. 3 ff.) ver­jährt nach den Be­stim­mun­gen des Ob­li­ga­tio­nen­rechts1 über die un­er­laub­ten Hand­lun­gen.2

2Be­geh­ren auf Scha­den­er­satz oder Ge­nug­tu­ung sind beim Eid­ge­nös­si­schen Fi­nanz­de­par­te­ment ein­zu­rei­chen. Die schrift­li­che Gel­tend­ma­chung beim Eid­ge­nös­si­schen Fi­nanz­de­par­te­ment un­ter­bricht die Ver­jäh­rung. 3

3Be­strei­tet in den Fäl­len nach Ar­ti­kel 10 Ab­satz 2 der Bund den An­spruch oder er­hält der Ge­schä­dig­te in­nert drei­er Mo­na­te kei­ne Stel­lung­nah­me, so hat die­ser in­nert wei­te­rer sechs Mo­na­te bei Fol­ge der Ver­wir­kung Kla­ge ein­zu­rei­chen.4


1 SR 220
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 2 des BG vom 15. Ju­ni 2018 (Re­vi­si­on des Ver­jäh­rungs­rechts), in Kraft seit 1. Jan. 2020 (AS 2018 5343; BBl 2014 235).
3 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 2 des BG vom 15. Ju­ni 2018 (Re­vi­si­on des Ver­jäh­rungs­rechts), in Kraft seit 1. Jan. 2020 (AS 2018 5343; BBl 2014 235).
4 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 des BG vom 4. Okt. 1991, in Kraft seit 1. Jan. 1994 (AS 1992 288 337 Art. 2 Abs. 1; BBl 1991 II 465).

Art. 21

Der Rück­griffs­an­spruch des Bun­des ge­gen einen Be­am­ten ver­jährt in­nert drei Jah­ren seit der An­er­ken­nung oder der rechts­kräf­ti­gen Fest­stel­lung der Scha­den­er­satz­pflicht des Bun­des, je­den­falls aber mit Ab­lauf von zehn Jah­ren, bei Tö­tung ei­nes Men­schen oder bei Kör­per­ver­let­zung mit Ab­lauf von zwan­zig Jah­ren, vom Ta­ge an ge­rech­net, an wel­chem das schä­di­gen­de Ver­hal­ten er­folg­te oder auf­hör­te.


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 2 des BG vom 15. Ju­ni 2018 (Re­vi­si­on des Ver­jäh­rungs­rechts), in Kraft seit 1. Jan. 2020 (AS 2018 5343; BBl 2014 235).

Art. 22

1Die Ver­jäh­rung der straf­recht­li­chen Ver­fol­gung rich­tet sich nach den Be­stim­mun­gen des Straf­rechts.

2Die dis­zi­pli­na­ri­sche Ver­ant­wort­lich­keit ei­nes Be­am­ten ver­jährt nach den spe­zi­el­len Dis­zi­pli­nar­be­stim­mun­gen, je­doch längs­tens ein Jahr nach Ent­de­ckung des dis­zi­plin­wid­ri­gen Ver­hal­tens, auf al­le Fäl­le drei Jah­re nach der letz­ten Ver­let­zung der Dienst­pflicht.

3Die Ver­jäh­rung ruht, so­lan­ge we­gen des näm­li­chen Tat­be­stan­des ein Straf­ver­fah­ren durch­ge­führt wird oder so­lan­ge über Rechts­mit­tel noch nicht ent­schie­den ist, die im Dis­zi­pli­nar­ver­fah­ren er­grif­fen wur­den.

Art. 23

1Der Scha­den­er­satz­an­spruch des Bun­des ge­gen­über ei­nem Be­am­ten aus Amts­pflicht­ver­let­zung (Art. 8 und 19) ver­jährt in­nert drei Jah­ren, nach­dem die zur Gel­tend­ma­chung des An­spru­ches zu­stän­di­ge Dienst­stel­le oder Be­hör­de vom Scha­den und vom er­satz­pflich­ti­gen Be­am­ten Kennt­nis er­hal­ten hat, je­den­falls aber mit Ab­lauf von zehn Jah­ren, vom Ta­ge an ge­rech­net, an wel­chem das schä­di­gen­de Ver­hal­ten er­folg­te oder auf­hör­te.

2Hat der Be­am­te durch sein schä­di­gen­des Ver­hal­ten ei­ne straf­ba­re Hand­lung be­gan­gen, so ver­jährt der An­spruch auf Scha­den­er­satz frü­he­s­tens mit Ein­tritt der straf­recht­li­chen Ver­fol­gungs­ver­jäh­rung. Tritt die­se in­fol­ge ei­nes ers­tin­stanz­li­chen Stra­f­ur­teils nicht mehr ein, so ver­jährt der An­spruch frü­he­s­tens mit Ab­lauf von drei Jah­ren seit Er­öff­nung des Ur­teils.


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 2 des BG vom 15. Ju­ni 2018 (Re­vi­si­on des Ver­jäh­rungs­rechts), in Kraft seit 1. Jan. 2020 (AS 2018 5343; BBl 2014 235).

VII. Abschnitt: Schluss- und Übergangsbestimmungen

Art. 24

1Der Bun­des­rat er­lässt die er­for­der­li­chen Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen.

2Er ord­net ins­be­son­de­re die Zu­stän­dig­keit der De­par­te­men­te und der Ab­tei­lun­gen zur end­gül­ti­gen An­er­ken­nung oder Be­strei­tung von An­sprü­chen, die ge­gen­über dem Bund er­ho­ben wer­den, so­wie zur Gel­tend­ma­chung von Scha­den­er­satz- und Rück­griffs­an­sprü­chen ge­gen­über Be­am­ten und zur Durch­füh­rung der er­for­der­li­chen Pro­zes­se (Art. 3, 10 Abs. 2 und Art. 11; Art. 7, 8, 19 und 20).

Art. 25

Der Bun­des­rat be­stimmt den Zeit­punkt des In­kraft­tre­tens die­ses Ge­set­zes.

Art. 26

1Beim In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes an­hän­gi­ge Ge­su­che um Er­mäch­ti­gung zur Straf­ver­fol­gung ei­nes Be­am­ten wer­den nach bis­he­ri­gem Recht be­han­delt.

2Die Haf­tung des Bun­des nach den Ar­ti­keln 3 ff. be­steht auch für Scha­den, der vor dem In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes ent­stan­den ist, so­fern we­der Ver­jäh­rung noch Ver­wir­kung ge­mä­ss Ar­ti­kel 20 ein­ge­tre­ten ist.

3An­hän­gi­ge Ge­su­che um Er­mäch­ti­gung zur An­he­bung ei­ner Zi­vil­kla­ge ge­gen einen Be­am­ten sind als Ge­su­che um Stel­lung­nah­me zum An­spruch im Sin­ne von Ar­ti­kel 10 Ab­satz 2 zu be­han­deln; sie sind von Am­tes we­gen der zu­stän­di­gen Stel­le zu über­mit­teln.

4Ist je­doch über ein sol­ches Er­mäch­ti­gungs­ge­such schon ent­schie­den, so ist der Fall nach al­tem Recht zu er­le­di­gen.

5Im Üb­ri­gen gilt für die Ver­ant­wort­lich­keit der Be­am­ten und für den Rück­griff des Bun­des auf Fehl­ba­re aus­sch­liess­lich das neue Ge­setz.

Art. 27

Auf den Zeit­punkt des In­kraft­tre­tens die­ses Ge­set­zes wer­den al­le wi­der­spre­chen­den Be­stim­mun­gen auf­ge­ho­ben, so ins­be­son­de­re:

a.
das Bun­des­ge­setz vom 9. De­zem­ber 18501 über die Ver­ant­wort­lich­keit der eid­ge­nös­si­schen Be­hör­den und Be­am­ten;
b.
Ar­ti­kel 91 des Bun­des­ge­set­zes vom 5. April 19102 be­tref­fend das schwei­ze­ri­sche Post­we­sen;
c.
die Ar­ti­kel 29, 35 und 36 des Bun­des­ge­set­zes vom 30. Ju­ni 19273 über das Dienst­ver­hält­nis der Bun­des­be­am­ten.

1 [BS 1 462]
2 [BS 7 745, 8 281 Art. 128 Ziff. 3; AS 1997 2452 Art. 69 Ziff. 1. AS 1961 17 Art. 19 Bst. b]
3 [BS 1 489; AS 1958 1413 Art. 27 Bst. c, 1997 2465 An­hang Ziff. 4, 2000 411 Ziff. II 1853, 2001 894 Art. 39 Abs. 1 2197 Art. 2 3292 Art. 2. AS 2008 3437 Ziff. I 1]

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