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Verordnung der Bundesversammlung
zum Parlamentsgesetz und
über die Parlamentsverwaltung
(Parlamentsverwaltungsverordnung, ParlVV)

vom 3. Oktober 2003 (Stand am 2. Dezember 2019)

Die Bundesversammlung der Schweizerischen Eidgenossenschaft,

gestützt auf die Artikel 4 Absatz 1, 5 Absatz 2 und 70 Absatz 1
des Parlamentsgesetzes vom 13. Dezember 20021 (ParlG),
nach Einsicht in den Bericht des Büros des Ständerates vom 16. Mai 20032
und in die Stellungnahme des Bundesrates vom 6. Juni 20033,

beschliesst:

1. Kapitel: Ausführungsbestimmungen zum Parlamentsgesetz

1. Abschnitt: Amtliches Bulletin

Art. 1 Inhalt  

1 Das Amt­li­che Bulle­tin gibt die Ver­hand­lun­gen und Be­schlüs­se von Na­tio­nal- und Stän­de­rat so­wie der Ver­ei­nig­ten Bun­des­ver­samm­lung als Wort­pro­to­koll in schrift­li­cher Form voll­stän­dig wie­der. Es wird von den Par­la­ments­diens­ten her­aus­ge­ge­ben.

2 Das Amt­li­che Bulle­tin wird fort­lau­fend in elek­tro­ni­scher Form ver­öf­fent­licht; nach je­der Ses­si­on er­scheint ei­ne ge­druck­te Fas­sung.

Art. 2 Korrekturverfahren  

1 Die Red­ne­rin­nen und Red­ner er­hal­ten die Nie­der­schrift ih­rer Vo­ten zur Über­prü­fung und kön­nen for­ma­le Kor­rek­tu­ren vor­neh­men. Ma­te­ri­el­le Kor­rek­tu­ren sind un­zu­läs­sig. In Streit­fäl­len ent­schei­det das Bü­ro des be­tref­fen­den Ra­tes end­gül­tig.

2 Tref­fen in­ner­halb von drei Ar­beits­ta­gen nach Er­halt des Tex­tes beim zu­stän­di­gen Dienst kei­ne Kor­rek­tu­ren ein, so gel­ten die Tex­te als ge­neh­migt.

Art. 3 Archivierung  

Die für die Er­stel­lung des Amt­li­chen Bulle­tins an­ge­fer­tig­ten Ton­auf­nah­men wer­den vom Bun­de­sar­chiv ar­chi­viert.

2. Abschnitt: Protokolle und weitere Unterlagen der Kommissionen 4

4 Fassung gemäss Ziff. I der V der BVers vom 15. Juni 2018, in Kraft seit 2. Dez. 2019 (AS 2018 3467; BBl 2017 67976865).

Art. 4 Kommissionsprotokolle  

1 Die Par­la­ments­diens­te pro­to­kol­lie­ren die Sit­zun­gen der Kom­mis­sio­nen.

2 Die Kom­mis­si­ons­pro­to­kol­le die­nen:

a.
der Vor­be­rei­tung der wei­te­ren Be­hand­lung des Be­ra­tungs­ge­gen­stan­des im Rat oder in spä­te­ren Kom­mis­si­ons­sit­zun­gen;
b.
als Grund­la­ge für die Er­stel­lung von Be­rich­ten und dem Nach­weis von Kom­missi­ons­be­schlüs­sen;
c.
der spä­te­ren Aus­le­gung von Er­las­sen und Kom­mis­si­ons­be­schlüs­sen.

3 Von den Kom­mis­si­ons­be­ra­tun­gen wer­den ana­ly­ti­sche Pro­to­kol­le er­stellt. Ar­ti­kel 5 bleibt vor­be­hal­ten.

4 Die Kom­mis­si­ons­be­ra­tun­gen wer­den für die Pro­to­kol­lie­rung auf­ge­zeich­net.

5 Die Auf­zeich­nung ist zu kei­nem an­de­ren Zweck zu ver­wen­den und wird drei Mo­na­te nach der Sit­zung ge­löscht. Die Auf­sichts­kom­mis­sio­nen und ‑de­le­ga­tio­nen kön­nen die Auf­zeich­nun­gen in be­grün­de­ten Fäl­len län­ger als drei Mo­na­te auf­be­wah­ren.

Art. 5 Beschlussprotokolle  

Die Kom­mis­si­ons­prä­si­den­tin oder der Kom­mis­si­ons­prä­si­dent kann ein Be­schluss­pro­to­koll er­stel­len las­sen, wenn die Be­ra­tun­gen für die spä­te­re Aus­le­gung ei­nes Er­las­ses oder Kom­mis­si­ons­be­schlus­ses vor­aus­sicht­lich nicht er­heb­lich sind.

Art. 5a Klassifizierung 5  

1 Die Pro­to­kol­le der Kom­mis­si­ons­sit­zun­gen wer­den als «in­tern» klas­si­fi­ziert, so­fern die Kom­mis­si­on kei­ne an­de­re Klas­si­fi­zie­rung vor­nimmt.

2 Die wei­te­ren Un­ter­la­gen wer­den als «in­tern» klas­si­fi­ziert, so­fern sie nicht be­reits öf­fent­lich sind oder so­fern die Kom­mis­si­on kei­ne an­de­re Klas­si­fi­zie­rung vor­nimmt. Hat die Ur­he­be­rin oder der Ur­he­ber ei­ner Un­ter­la­ge die­se als «ver­trau­lich» oder «ge­heim» klas­si­fi­ziert, so bleibt die­se Klas­si­fi­zie­rung be­ste­hen. Vor­be­hal­ten bleibt ei­ne Ent­klas­si­fi­zie­rung nach Ar­ti­kel 8 Ab­sät­ze 3–6.

5 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V der BVers vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 2. Dez. 2019 (AS 2018 3467; BBl 2017 67976865).

Art. 6 Verteilung der Protokolle  

1 Die Kom­mis­si­ons­pro­to­kol­le ge­hen an:

a.
die Kom­mis­si­ons­mit­glie­der;
b.
die Prä­si­den­tin oder den Prä­si­den­ten der ent­spre­chen­den Kom­mis­si­on des an­de­ren Ra­tes;
c.
die zu­stän­di­gen Stel­len der Par­la­ments­diens­te;
d.
die an der Sit­zung teil­neh­men­den Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter von Bun­des­be­hör­den.

2 Die an­dern Sit­zungs­teil­neh­me­rin­nen und ‑teil­neh­mer er­hal­ten einen Pro­to­kol­laus­zug über die Dau­er ih­rer Teil­nah­me.

3 Die Rats­prä­si­den­tin oder der Rats­prä­si­dent und die Mit­glie­der der ent­spre­chen­den Kom­mis­si­on des an­de­ren Ra­tes er­hal­ten die Kom­mis­si­ons­pro­to­kol­le auf Wunsch.

4 Die Kom­mis­si­ons­pro­to­kol­le über fol­gen­de Be­ra­tungs­ge­gen­stän­de ge­hen auf Wunsch an die Mit­glie­der bei­der Rä­te:6

a.
Er­las­sent­wür­fe;
b.
Par­la­men­ta­ri­sche In­itia­ti­ven;
c.
Stan­des­i­ni­tia­ti­ven;
d.
Mo­tio­nen im Zweit­rat;
e.
Pe­ti­tio­nen;
f.
Be­rich­te, die nicht die Ober­auf­sicht be­tref­fen.

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6 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V der BVers vom 20. März 2009, in Kraft seit 1. Ju­li 2009 (AS 2009 2795; BBl 2008 82198227).

7 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V der BVers vom 15. Ju­ni 2018, mit Wir­kung seit 2. Dez. 2019 (AS 2018 3467; BBl 2017 67976865).

Art. 6a Extranet 8  

1 Kom­mis­si­ons­pro­to­kol­le wer­den auf ei­nem ge­schütz­ten In­for­ma­tik­sys­tem (Ex­tra­net) elek­tro­nisch zu­gäng­lich ge­macht, so­weit dies tech­nisch mög­lich ist.

2 Die Rats­mit­glie­der ha­ben im Ex­tra­net Zu­griff auf die Kom­mis­si­ons­pro­to­kol­le über die Be­ra­tungs­ge­gen­stän­de nach Ar­ti­kel 6 Ab­satz 4.9

2bis Mit­glie­der der Kom­mis­sio­nen nach Ar­ti­kel 10 Zif­fern 3–11 des Ge­schäfts­re­gle­ments des Na­tio­nal­ra­tes vom 3. Ok­to­ber 200310 und Ar­ti­kel 7 Zif­fern 3–11 des Ge­schäfts­re­gle­ments des Stän­de­ra­tes vom 20. Ju­ni 200311 ha­ben zu­dem im Ex­tra­net Zu­griff auf die Pro­to­kol­le über kom­mis­si­ons­ei­ge­ne Ge­schäf­te ih­rer Kom­mis­sio­nen und der Kom­mis­sio­nen des an­de­ren Ra­tes mit glei­chem oder ähn­li­chem Auf­ga­ben­be­reich (Schwes­ter­kom­mis­si­on).12

2ter Die zu­stän­di­gen Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter der Par­la­ments­diens­te ha­ben Zu­griff auf die Kom­mis­si­ons­pro­to­kol­le.13

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4 Die Kom­mis­si­ons­prä­si­den­tin oder der Kom­mis­si­ons­prä­si­dent kann aus­nahms­wei­se auf ei­ne elek­tro­ni­sche Be­reit­stel­lung im Ex­tra­net ver­zich­ten, wenn über­wie­gen­de pri­va­te oder öf­fent­li­che In­ter­es­sen dies recht­fer­ti­gen. Die Kom­mis­si­ons­mit­glie­der wer­den dar­über in­for­miert.

8 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V der BVers vom 6. Okt. 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2008 47; BBl 2006 75297537).

9 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V der BVers vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 2. Dez. 2019 (AS 2018 3467; BBl 2017 67976865).

10 SR 171.13

11 SR 171.14

12 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V der BVers vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 2. Dez. 2019 (AS 2018 3467; BBl 2017 67976865).

13 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V der BVers vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 2. Dez. 2019 (AS 2018 3467; BBl 2017 67976865).

14 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V der BVers vom 15. Ju­ni 2018, mit Wir­kung seit 2. Dez. 2019 (AS 2018 3467; BBl 2017 67976865).

Art. 6b Zugriff der Fraktionssekretariate im Extranet 15  

1 Die Frak­ti­ons­se­kre­ta­ria­te ha­ben im Ex­tra­net Zu­griff auf:16

a.
Kom­mis­si­ons­pro­to­kol­le über Be­ra­tungs­ge­gen­stän­de ge­mä­ss Ar­ti­kel 6 Ab­satz 4;
b. 17
Pro­to­kol­le über kom­mis­si­ons­ei­ge­ne Ge­schäf­te der Kom­mis­sio­nen ge­mä­ss Ar­ti­kel 10 Zif­fern 3–11 des Ge­schäfts­re­gle­men­tes des Na­tio­nal­ra­tes vom 3. Ok­to­ber 200318 und Ar­ti­kel 7 Zif­fern 3–11 des Ge­schäfts­re­gle­men­tes des Stän­de­ra­tes vom 20. Ju­ni 200319;
c.
Pro­to­kol­le über ei­ge­ne Ge­schäf­te des Bü­ros des Na­tio­nal­ra­tes.

2 So­weit die Pro­to­kol­le im Ex­tra­net nicht ver­füg­bar sind, wer­den sie den Frak­ti­ons­se­kre­ta­ria­ten zu­ge­stellt.

3 Die Kom­mis­si­ons­prä­si­den­tin oder der Kom­mis­si­ons­prä­si­dent kann auf die Zu­stel­lung oder die Be­reit­stel­lung von Pro­to­kol­len über kom­mis­si­ons­ei­ge­ne Ge­schäf­te ver­zich­ten, wenn dies durch über­wie­gen­de öf­fent­li­che oder pri­va­te In­ter­es­sen ge­recht­fer­tigt ist.

15 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V der BVers vom 20. März 2009, in Kraft seit 1. Ju­li 2009 (AS 2009 2795; BBl 2008 82198227).

16 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V der BVers vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 26. Nov. 2018 (AS 2018 3467; BBl 2017 67976865).

17 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V der BVers vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 26. Nov. 2018 (AS 2018 3467; BBl 2017 67976865).

18 SR 171.13

19 SR 171.14

Art. 6c Zugriff von persönlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Ratsmitglieder im Extranet 20  

1 Je­des Rats­mit­glied kann ei­ne per­sön­li­che Mit­ar­bei­te­rin oder einen per­sön­li­chen Mit­ar­bei­ter be­stim­men, die oder der im Ex­tra­net Zu­griff er­hält auf die Pro­to­kol­le der Kom­mis­sio­nen, de­nen das Rats­mit­glied an­ge­hört, mit Aus­nah­me der Pro­to­kol­le, auf wel­che die Frak­ti­ons­se­kre­ta­ria­te kei­nen Zu­griff ha­ben (Art. 6b).

2 Die per­sön­li­che Mit­ar­bei­te­rin oder der per­sön­li­che Mit­ar­bei­ter un­ter­steht dem Amts­ge­heim­nis nach Ar­ti­kel 8 ParlG.

3 Das Rats­mit­glied lie­fert den Par­la­ments­diens­ten fol­gen­de An­ga­ben zur von ihm be­stimm­ten per­sön­li­chen Mit­ar­bei­te­rin be­zie­hungs­wei­se zum von ihm be­stimm­ten per­sön­li­chen Mit­ar­bei­ter so­wie nach­träg­li­che Än­de­run­gen die­ser An­ga­ben:

a.
Na­men und Vor­na­men;
b.
wei­te­re Ar­beit­ge­be­rin­nen oder Ar­beit­ge­ber und für die­se aus­ge­üb­te Tä­tig­kei­ten;
c.
Adres­se;
d.
AHV-Ver­si­cher­ten­num­mer.

4 Die Par­la­ments­diens­te ver­öf­fent­li­chen die Na­men der Rats­mit­glie­der und die An­ga­ben ih­rer per­sön­li­chen Mit­ar­bei­ter nach Ab­satz 3 Buch­sta­ben a und b in ei­nem Ver­zeich­nis.

20 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V der BVers vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 2. Dez. 2019 (AS 2018 3467; BBl 2017 67976865).

Art. 7 Akteneinsichtsrechte  

1 In die Kom­mis­si­ons­pro­to­kol­le über Be­ra­tungs­ge­gen­stän­de nach Ar­ti­kel 6 Ab­satz 4 ist nach Ab­schluss der Ver­hand­lun­gen oder nach der Schluss­ab­stim­mung, ge­ge­be­nen­falls nach Ab­lauf der Re­fe­ren­dums­frist oder nach der Volks­ab­stim­mung Ein­sicht zu ge­wäh­ren:

a.
für die Rechts­an­wen­dung;
b.
für wis­sen­schaft­li­che Zwe­cke.

2 Für die Ge­neh­mi­gung der Ak­ten­ein­sichts­ge­su­che nach Ab­satz 1 ist die Ge­ne­ral­se­kre­tä­rin oder der Ge­ne­ral­se­kre­tär der Bun­des­ver­samm­lung zu­stän­dig.

3 Vor dem Ab­schluss der Ver­hand­lun­gen über Be­ra­tungs­ge­gen­stän­de nach Ar­ti­kel 6 Ab­satz 4 kann die Kom­mis­si­ons­prä­si­den­tin oder der Kom­mis­si­ons­prä­si­dent aus­nahms­wei­se Ak­ten­ein­sicht ge­wäh­ren, wenn wich­ti­ge Grün­de vor­lie­gen.

4 Über die Ein­sicht in Kom­mis­si­ons­pro­to­kol­le, die nicht un­ter Ar­ti­kel 6 Ab­satz 4 fal­len, ent­schei­det die Prä­si­den­tin oder der Prä­si­dent der zu­stän­di­gen Kom­mis­si­on. Sie oder er kann Ein­sicht ge­wäh­ren, so­fern kei­ne wich­ti­gen Grün­de ent­ge­gen­ste­hen. Nö­ti­gen­falls hört sie oder er die be­tei­lig­te Bun­des­be­hör­de an.

5 Wer Ak­ten­ein­sicht er­hält, hat die Ver­trau­lich­keit der Ak­ten zu wah­ren. Ins­be­son­de­re darf aus den Pro­to­kol­len nicht wört­lich zi­tiert und nicht be­kannt ge­ge­ben wer­den, wie ein­zel­ne Sit­zungs­teil­neh­me­rin­nen und -teil­neh­mer Stel­lung ge­nom­men ha­ben.

6 Die Ein­sicht­nah­me kann mit Auf­la­gen und Be­din­gun­gen ver­knüpft wer­den; ins­be­son­de­re kann die An­ony­mi­sie­rung von Per­so­nen­da­ten ver­langt wer­den.

Art. 8 Weitere Unterlagen 2122  

1 Für Un­ter­la­gen der Kom­mis­sio­nen, die nicht Pro­to­kol­le sind, gel­ten die Be­stim­mun­gen über die Ver­tei­lung der Kom­mis­si­ons­pro­to­kol­le, über ih­re elek­tro­ni­sche Ver­füg­bar­keit und über die Ak­ten­ein­sicht.23

2 Um­fang­rei­che Un­ter­la­gen wer­den so­wohl in Pa­pier­form als auch in elek­tro­ni­scher Form zu Ver­fü­gung ge­stellt.

3 Die Kom­mis­si­on kann wich­ti­ge Un­ter­la­gen nach Ab­satz 1 ent­klas­si­fi­zie­ren und ver­öf­fent­li­chen, so­fern kei­ne schüt­zens­wer­ten In­ter­es­sen ent­ge­gen­ste­hen. Sie prüft ins­be­son­de­re un­mit­tel­bar nach Ab­schluss ih­rer Be­ra­tun­gen ei­nes Ge­schäfts zu­han­den des Ra­tes, ob be­stimm­te Un­ter­la­gen für das Ver­ständ­nis der Kom­mis­si­ons­an­trä­ge we­sent­lich sind.24

4 Vor ei­ner Ent­klas­si­fi­zie­rung nach Ab­satz 3 wird die Ur­he­be­rin oder der Ur­he­ber der Un­ter­la­ge an­ge­hört.25

5 Die Ver­öf­fent­li­chung fol­gen­der Un­ter­la­gen be­darf der Zu­stim­mung der Ur­he­be­rin oder des Ur­he­bers:

a.
Un­ter­la­gen, wel­che ei­ne Kom­mis­si­on in Aus­übung ih­rer In­for­ma­ti­ons- und Kon­sul­ta­ti­ons­rech­te im Be­reich der Aus­sen­po­li­tik (Art. 152 ParlG) er­hal­ten hat;
b.
Un­ter­la­gen, auf de­ren Her­aus­ga­be ei­ne Kom­mis­si­on nach Ar­ti­kel 150 Ab­satz 2 ParlG kei­nen An­spruch gel­tend ma­chen kann.26

6 Ist zwi­schen der Kom­mis­si­on und dem Bun­des­rat strit­tig, ob es sich um ei­ne Un­ter­la­ge nach Ab­satz 5 han­delt, so ist die Stel­lung­nah­me des Bun­des­ra­tes mass­ge­bend. Han­delt es sich bei der Kom­mis­si­on um ei­ne Auf­sichts­kom­mis­si­on, so ent­schei­det die­se end­gül­tig.27

21 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V der BVers vom 6. Okt. 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2008 47; BBl 2006 75297537).

22 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V der BVers vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 2. Dez. 2019 (AS 2018 3467; BBl 2017 67976865).

23 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V der BVers vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 2. Dez. 2019 (AS 2018 3467; BBl 2017 67976865).

24 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V der BVers vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 2. Dez. 2019 (AS 2018 3467; BBl 2017 67976865).

25 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V der BVers vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 2. Dez. 2019 (AS 2018 3467; BBl 2017 67976865).

26 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V der BVers vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 2. Dez. 2019 (AS 2018 3467; BBl 2017 67976865).

27 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V der BVers vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 2. Dez. 2019 (AS 2018 3467; BBl 2017 67976865).

Art. 8a Protokolle und weitere Unterlagen der Aufsichtskommissionen und ‑delegationen 28  

Die Auf­sichts­kom­mis­sio­nen und -de­le­ga­tio­nen re­geln die Ver­tei­lung, die elek­tro­ni­sche Ver­füg­bar­keit und die Klas­si­fi­zie­rung der Pro­to­kol­le und der wei­te­ren Un­ter­la­gen im Be­reich der Ober­auf­sicht so­wie den Zu­gang zu die­sen Pro­to­kol­len und den wei­te­ren Un­ter­la­gen.

28 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V der BVers vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 2. Dez. 2019 (AS 2018 3467; BBl 2017 67976865).

Art. 9 Protokolle und weitere Unterlagen der Büros und der Delegationen nach den Artikeln 38 und 60 ParlG 29  

Die Ar­ti­kel 4–8 gel­ten sinn­ge­mä­ss auch für die Pro­to­kol­le und die wei­te­ren Un­ter­la­gen der Bü­ros und De­le­ga­tio­nen nach den Ar­ti­keln 38 und 60 ParlG.

29 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V der BVers vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 2. Dez. 2019 (AS 2018 3467; BBl 2017 67976865).

3. Abschnitt: Parlamentarische Verwaltungskontrolle

Art. 10  

1 Die Par­la­men­ta­ri­sche Ver­wal­tungs­kon­trol­le (PVK) er­füllt im Auf­trag der Ge­schäfts­prü­fungs­kom­mis­sio­nen fol­gen­de Auf­ga­ben:

a.
Sie führt Eva­lua­tio­nen im Rah­men der par­la­men­ta­ri­schen Ober­auf­sicht durch und weist die Ge­schäfts­prü­fungs­kom­mis­si­on auf ab­klä­rungs­be­dürf­ti­ge The­men hin.
b.
Sie über­prüft die von der Bun­des­ver­wal­tung durch­ge­führ­ten Eva­lua­tio­nen so­wie de­ren Ver­wen­dung in Ent­schei­dungs­pro­zes­sen.

2 Sie kann mit Zu­stim­mung der Ge­schäfts­prü­fungs­kom­mis­sio­nen im Auf­trag an­de­rer par­la­men­ta­ri­scher Kom­mis­sio­nen Eva­lua­tio­nen in de­ren Zu­stän­dig­keits­be­reich durch­füh­ren und von der Bun­des­ver­wal­tung durch­ge­führ­te Eva­lua­tio­nen und ih­re Ver­wen­dung in Ent­schei­dungs­pro­zes­sen über­prü­fen.30

3 Sie ver­fügt über die­sel­ben In­for­ma­ti­ons­rech­te wie das Se­kre­ta­ri­at der Ge­schäfts­prü­fungs­kom­mis­sio­nen. Sie kann ex­ter­ne Sach­ver­stän­di­ge bei­zie­hen und ih­nen die not­wen­di­gen Rech­te ein­räu­men.

4 Sie ver­fügt selb­stän­dig über einen Ex­per­ten­kre­dit, über des­sen Ver­wen­dung sie den Ge­schäfts­prü­fungs­kom­mis­sio­nen jähr­lich Be­richt er­stat­tet.

5 Sie ist in der Be­ar­bei­tung ih­rer Auf­trä­ge un­ab­hän­gig. Sie ko­or­di­niert ih­re Ak­ti­vi­tä­ten mit den Tä­tig­kei­ten der an­de­ren Kon­troll­or­ga­ne des Bun­des.

6 Die Be­rich­te der PVK wer­den ver­öf­fent­licht, so­fern kei­ne schüt­zens­wer­ten In­te­res­sen ent­ge­gen­ste­hen. Die Ent­schei­dung liegt bei den Kom­mis­sio­nen, wel­che die Un­ter­su­chung ver­an­lasst ha­ben.

30 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V der BVers vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 26. Nov. 2018 (AS 2018 3467; BBl 2017 67976865).

4. Abschnitt: Akkreditierung von Medienschaffenden

Art. 11  

1 Die von der Bun­des­kanz­lei aus­ge­stell­ten Ak­kre­di­tie­run­gen für Me­dien­schaf­fen­de gel­ten auch für die Bun­des­ver­samm­lung.

2 Die Par­la­ments­diens­te kön­nen für Me­dien­schaf­fen­de Ta­ges­ak­kre­di­tie­run­gen aus­stel­len.

3 Die Ak­kre­di­tie­rungs-Ver­ord­nung vom 21. De­zem­ber 199031 ist sinn­ge­mä­ss an­wend­bar.

4 Die Ver­wal­tungs­de­le­ga­ti­on kann Me­dien­schaf­fen­den die durch die Ak­kre­di­tie­rung ge­währ­ten Ver­güns­ti­gun­gen im Zu­stän­dig­keits­be­reich der Bun­des­ver­samm­lung ent­zie­hen, falls sie das ih­nen ge­währ­te Haus­recht in schwer­wie­gen­der Wei­se miss­brau­chen. Die be­trof­fe­ne Per­son ist vor dem Ent­scheid an­zu­hö­ren.

5. Abschnitt: Aufzeichnung und Verbreitung der Ratsdebatten 32

32 Fassung gemäss Ziff. I der V der BVers vom 15. Juni 2018, in Kraft seit 26. Nov. 2018 (AS 2018 3467; BBl 2017 67976865).

Art. 12 Audiovisuelle Aufzeichnung der Ratsdebatten  

Die Par­la­ments­diens­te sor­gen für die Pro­duk­ti­on ei­nes pro­to­kol­l­ähn­li­chen au­dio­vi­su­el­len Si­gnals der Be­ra­tun­gen der eid­ge­nös­si­schen Rä­te.

Art. 13 Verwendung des audiovisuellen Signals  

Die Par­la­ments­diens­te stel­len das au­dio­vi­su­el­le Si­gnal Ra­dio- und Fern­seh­an­stal­ten zur Ver­fü­gung.

Art. 14 Direktübertragung 33  

Die Be­ra­tun­gen der Rä­te und der Ver­ei­nig­ten Bun­des­ver­samm­lung wer­den für die Öf­fent­lich­keit di­rekt über­tra­gen. Die Auf­nah­men wer­den zur Ver­fü­gung ge­stellt und kön­nen für Di­rekt­über­tra­gun­gen ver­wen­det wer­den.

33 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V der BVers vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 26. Nov. 2018 (AS 2018 3467; BBl 2017 67976865).

Art. 15 Andere Aufzeichnungen  

Per­so­nen, wel­che in den Rä­ten sel­ber Auf­zeich­nun­gen ma­chen wol­len, be­dür­fen ei­ner Be­wil­li­gung des Bü­ros des je­wei­li­gen Ra­tes.

6. Abschnitt: Biografische Publikationen

Art. 16  

1 Die Par­la­ments­diens­te er­stel­len Kurz­bio­gra­fi­en der Mit­glie­der der Bun­des­ver­samm­lung und des Bun­des­ra­tes. Die Kurz­bio­gra­fie ent­hält ins­be­son­de­re fol­gen­de Da­ten:

a.
Na­men und Vor­na­men;
b.
Ge­burts­da­tum und Ge­burts­ort;
c.
Bür­ger­ort und Wohn­ort;
d.
Aus­bil­dung, Ti­tel und ge­gen­wär­ti­ge Tä­tig­keit;
e.
Po­li­ti­sche Äm­ter und an­de­re Man­da­te;
f.
Kom­mis­si­ons­tä­tig­kei­ten;
g.
dienst­li­che Po­st­adres­se;
h.
mi­li­tä­ri­scher Grad;
i.
Fo­to­gra­fie.

2 Fol­gen­de Da­ten dür­fen nur mit schrift­li­cher Zu­stim­mung der be­trof­fe­nen Per­son ver­öf­fent­licht wer­den:

a.
pri­va­te Wohn- und Po­st­adres­se;
b.
E-Mail-Adres­se;
c.
Zi­vil­stand;
d.
An­zahl Kin­der.

3 Die Kurz­bio­gra­fi­en wer­den in ei­nem Hand­buch ver­öf­fent­licht; sie kön­nen na­ment­lich auch im In­ter­net ver­öf­fent­licht wer­den.

7. Abschnitt: Hausrecht34

34 Eingefügt durch Ziff. I der V der BVers vom 18. Juni 2004, in Kraft seit 1. Juli 2004 (AS 2004 2993; BBl 2004 16331639).

Art. 16a Zutrittsausweise  

1 Wer das Par­la­ments­ge­bäu­de be­tre­ten will, braucht einen Zu­tritts­aus­weis.

2 Es gibt fol­gen­de Zu­tritts­aus­wei­se:

a.
Dau­er­aus­wei­se für Per­so­nen, die im Par­la­ments­ge­bäu­de tä­tig sind oder die­ses re­gel­mäs­sig auf­su­chen;
b.
Ta­ges­aus­wei­se für Per­so­nen, die das Par­la­ments­ge­bäu­de für ein­zel­ne Ta­ge auf­su­chen.

3 Dau­er­aus­wei­se müs­sen bei der Au­to­ri­sie­rungs­stel­le des De­par­te­men­tes, der Bun­des­kanz­lei oder der Par­la­ments­diens­te be­an­tragt wer­den. Sie wer­den von dem für die Si­cher­heit zu­stän­di­gen Dienst der Par­la­ments­diens­te aus­ge­stellt.

4 Ta­ges­aus­wei­se müs­sen bei dem für die Si­cher­heit zu­stän­di­gen Dienst der Par­la­ments­diens­te be­an­tragt wer­den. Die­ser Dienst stellt die Aus­wei­se aus.

Art. 16b Daten und Datenschutz  

1 Wer einen Dau­er­aus­weis be­an­tra­gen will, hat der Au­to­ri­sie­rungs­stel­le fol­gen­de Da­ten zu lie­fern:

a.
Na­me und Vor­na­me;
b.
Funk­ti­on;
c.
Adres­se;
d.
AHV-Num­mer;
e.
Fo­to.

2 Die­se Da­ten wer­den von den ent­spre­chen­den Au­to­ri­sie­rungs­stel­len auf ih­re Rich­tig­keit über­prüft.

3 Wer einen Ta­ges­aus­weis be­an­tra­gen will, hat dem für die Si­cher­heit zu­stän­di­gen Dienst fol­gen­de Da­ten zu lie­fern:

a.
Na­me und Vor­na­me;
b.
Adres­se;
c.
Num­mer ei­nes amt­li­chen Aus­wei­ses oder ei­nes Per­so­nal­aus­wei­ses des Bun­des.

4 Die Da­ten nach den Ab­sät­zen 1 und 3 wer­den vom für die Si­cher­heit zu­stän­di­gen Dienst auf­be­wahrt:

a.
im Fal­le ei­nes Dau­er­aus­wei­ses: für die Dau­er der Zu­tritts­be­rech­ti­gung so­wie ein Jahr lang über de­ren Er­lö­schen hin­aus;
b.
im Fal­le des Ta­ges­aus­wei­ses: ein Jahr lang.

5 Zu­gang zu den Da­ten­samm­lun­gen hat nur der für die Si­cher­heit zu­stän­di­ge Dienst.

6 Die Da­ten über Per­so­nen­be­we­gun­gen im Par­la­ments­ge­bäu­de wer­den nicht aus­ge­wer­tet, es sei denn im Fal­le ei­ner Not­si­tua­ti­on. Sie wer­den spä­tes­tens 30 Ta­ge nach ih­rer Er­he­bung ge­löscht.

7 Die Ge­ne­ral­se­kre­tä­rin oder der Ge­ne­ral­se­kre­tär der Bun­des­ver­samm­lung kann für das Per­so­nal der Par­la­ments­diens­te ei­ne an­der­wei­ti­ge Nut­zung des Dau­er­aus­wei­ses ge­stat­ten, ins­be­son­de­re für die Er­fas­sung der Ar­beits­zeit.

8. Abschnitt: Bearbeitung von Personendaten, die bei der Nutzung der elektronischen Infrastruktur anfallen35

35 Eingefügt durch Ziff. I der V der BVers vom 19. Juni 2015, in Kraft seit 7. Sept. 2015 (AS 2015 2889; BBl 2015 10031013).

Art. 16c Rechtsgrundlagen und Zuständigkeiten  

1 Die Ver­ord­nung vom 22. Fe­bru­ar 201236 über die Be­ar­bei­tung von Per­so­nen­da­ten, die bei der Nut­zung der elek­tro­ni­schen In­fra­struk­tur des Bun­des an­fal­len, gilt sinn­ge­mä­ss auch für die Mit­glie­der der Bun­des­ver­samm­lung und die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter der Frak­ti­ons­se­kre­ta­ria­te, so­weit die vor­lie­gen­de Ver­ord­nung nichts an­de­res be­stimmt.

2 Er­klärt die Ver­ord­nung über die Be­ar­bei­tung von Per­so­nen­da­ten, die bei der Nut­zung der elek­tro­ni­schen In­fra­struk­tur des Bun­des an­fal­len, die nach dem Da­ten­schutz­kon­zept ei­nes Bun­des­or­gans vor­ge­se­he­ne Stel­le als zu­stän­dig, so ist dies für die Bun­des­ver­samm­lung und die Frak­ti­ons­se­kre­ta­ria­te die oder der Si­cher­heits­be­auf­trag­te der Bun­des­ver­samm­lung.

Art. 16d Namentliche personenbezogene Auswertung wegen Missbrauchs oder Missbrauchsverdachts  

1 Er­hält die oder der Si­cher­heits­be­auf­trag­te der Bun­des­ver­samm­lung einen An­trag auf ei­ne na­ment­li­che per­so­nen­be­zo­ge­ne Aus­wer­tung we­gen Miss­brauchs oder Miss­brauchs­ver­dachts, so in­for­miert sie oder er die be­trof­fe­ne Per­son schrift­lich und holt ih­re Zu­stim­mung zu der Aus­wer­tung ein.

2 Die oder der De­le­gier­te der Ver­wal­tungs­de­le­ga­ti­on prüft vor der Aus­wer­tung, ob:

a.
der kon­kre­te Miss­brauchs­ver­dacht hin­rei­chend schrift­lich be­grün­det oder der Miss­brauch be­legt ist; und
b.
die be­trof­fe­ne Per­son über den kon­kre­ten Miss­brauchs­ver­dacht oder den be­leg­ten Miss­brauch schrift­lich in­for­miert wor­den ist.

3 Stimmt die be­trof­fe­ne Per­son nicht zu, so muss die Aus­wer­tung be­wil­li­gen:

a.
für die Rats­mit­glie­der: die Ver­wal­tungs­de­le­ga­ti­on;
b.
für die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter der Frak­ti­ons­se­kre­ta­ria­te: die Frak­ti­ons­prä­si­den­tin oder der Frak­ti­ons­prä­si­dent.

4 Die oder der Si­cher­heits­be­auf­trag­te der Bun­des­ver­samm­lung er­teilt den Par­la­ments­diens­ten (Be­trei­be­rin) den Auf­trag, ei­ne na­ment­li­che per­so­nen­be­zo­ge­ne Aus­wer­tung be­wirt­schaf­te­ter oder nicht be­wirt­schaf­te­ter Da­ten ei­ner be­trof­fe­nen Per­son durch­zu­füh­ren.

5 Die Par­la­ments­diens­te über­ge­ben das Er­geb­nis der Aus­wer­tung der oder dem Si­cher­heits­be­auf­trag­ten der Bun­des­ver­samm­lung. Die­se oder die­ser in­for­miert die be­trof­fe­ne Per­son und ent­we­der die Ver­wal­tungs­de­le­ga­ti­on oder die Frak­ti­ons­prä­si­den­tin oder den Frak­ti­ons­prä­si­den­ten.

9. Abschnitt: Informationssysteme und Auswertungen37

37 Eingefügt durch Ziff. I der V der BVers vom 16. März 2018, in Kraft seit 26. Nov. 2018 (AS 2018 3549; BBl 2017 68776889).

Art. 16e Informationssysteme  

1 Die Par­la­ments­diens­te be­trei­ben In­for­ma­ti­ons­sys­te­me zum Aus­wer­ten von Da­ten für die Auf­ga­ben­er­fül­lung der Bun­des­ver­samm­lung, ih­rer Or­ga­ne, der Rats­mit­glie­der und der Mit­ar­bei­ten­den der Frak­ti­ons­se­kre­ta­ria­te und der Par­la­ments­diens­te.

2 In den In­for­ma­ti­ons­sys­te­men nach Ab­satz 1 wer­den ins­be­son­de­re Da­ten aus den In­for­ma­ti­ons­sys­te­men zu den par­la­men­ta­ri­schen Be­ra­tungs­ge­gen­stän­den, zu den Ver­hand­lun­gen, zu den Ab­stim­mun­gen in den Rä­ten und zu den Kom­mis­si­ons­be­ra­tun­gen be­ar­bei­tet und ver­knüpft.

3 In den In­for­ma­ti­ons­sys­te­men nach Ab­satz 1 kön­nen fol­gen­de Da­ten aus wei­te­ren In­for­ma­ti­ons­quel­len ver­knüpft wer­den:

a.
Da­ten der Bun­des­ver­wal­tung, so­fern dies nach den für die­se Da­ten in der Bun­des­ver­wal­tung gel­ten­den Da­ten­schutz- und In­for­ma­ti­ons­schutz­be­stim­mun­gen zu­läs­sig ist und die zu­stän­di­ge Ver­wal­tungs­ein­heit den Zu­griff auf die­se Da­ten ge­währt;
b.
Da­ten aus öf­fent­li­chen In­for­ma­tio­nen staat­li­cher und pri­va­ter Or­ga­ni­sa­tio­nen.

4 Wer­den klas­si­fi­zier­te In­for­ma­tio­nen wie Pro­to­kol­le und wei­te­re Un­ter­la­gen der Kom­mis­sio­nen be­ar­bei­tet, so sind die Zu­griffs­rech­te auf die­se In­for­ma­tio­nen nach den Ar­ti­keln 6aund 6b be­schränkt.

Art. 16f Auswertungen und Datenbekanntgabe sowie Zugang der Bundesverwaltung  

1 Die Ko­or­di­na­ti­ons­kon­fe­renz legt den Um­fang und die Emp­fän­ge­rin­nen und Emp­fän­ger der Aus­wer­tun­gen fest.

2 Sie kann der Bun­des­ver­wal­tung für die Ab­wick­lung von Ge­schäftspro­zes­sen Zu-gang zu den In­for­ma­ti­ons­sys­te­men und den Aus­wer­tun­gen ge­wäh­ren. Sie legt den Um­fang des Zu­gangs fest.

2. Kapitel: Parlamentsverwaltung

1. Abschnitt: Aufgaben der Parlamentsdienste und Zusammenarbeit

Art. 17 Aufgaben  

1 Die Par­la­ments­diens­te sind die Stab­s­stel­le der Bun­des­ver­samm­lung und un­ter­stüt­zen sie und ih­re Or­ga­ne bei der Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben.

2 Sie neh­men die Auf­ga­ben nach Ar­ti­kel 64 ParlG wahr.

3 Die Dienst­stel­len der Par­la­ments­diens­te, die Auf­trä­ge ein­zel­ner Rats­mit­glie­der aus­füh­ren, ge­ben die Auf­trag­ge­be­rin oder den Auf­trag­ge­ber nicht be­kannt.

Art. 18 Zusammenarbeit mit der Bundesverwaltung  

1 Die Par­la­ments­diens­te ver­keh­ren di­rekt mit den Dienst­stel­len des Bun­des so­wie mit an­de­ren Trä­gern von Auf­ga­ben des Bun­des.

2 Kön­nen die Par­la­ments­diens­te die für den Par­la­ments­be­trieb not­wen­di­gen ad­mi­nis­tra­ti­ven Dienst­leis­tun­gen nicht selbst er­brin­gen, so kön­nen sie die zu­stän­di­gen Dienst­stel­len der Bun­des­ver­wal­tung bei­zie­hen.

3 Die Par­la­ments­diens­te kön­nen für die Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben bei den De­par­te­men­ten und ih­ren Diens­ten Sach- und Rechts­aus­künf­te ein­ho­len.

Art. 19 Zusammenarbeit mit Dritten  

Die Par­la­ments­diens­te kön­nen mit Drit­ten Ver­trä­ge über ein­zel­ne Dienst­leis­tun­gen ab­sch­lies­sen.

2. Abschnitt: Organisation und Leitung der Parlamentsdienste

Art. 20 Verwaltungsdelegation  

1 Der Ver­wal­tungs­de­le­ga­ti­on ob­liegt die obers­te Lei­tung der Par­la­ments­diens­te. Sie be­auf­sich­tigt de­ren Ge­schäfts­füh­rung und de­ren Fi­nan­zen.

2 Die Ver­wal­tungs­de­le­ga­ti­on ist ins­be­son­de­re zu­stän­dig für:

a.
den Ent­wurf des Vor­an­schla­ges und der Rech­nung der Bun­des­ver­samm­lung;
b.
die Be­grün­dung, Än­de­rung und Be­en­di­gung der Ar­beits­ver­hält­nis­se des Per­so­nals der Par­la­ments­diens­te nach Ar­ti­kel 27 Ab­satz 1;
c
die Ge­neh­mi­gung der Ge­schäfts­ord­nung der Par­la­ments­diens­te;
d.
die Re­ge­lung des Con­trol­ling und Re­por­ting im Per­so­nal­be­reich der Par­la­ments­diens­te;
e.
die Aus­übung des Haus­rechts nach Ar­ti­kel 69 Ab­satz 1 ParlG; in Ab­we­sen­heit der Ver­wal­tungs­de­le­ga­ti­on wird die­ses Recht durch die Ge­ne­ral­se­kre­tä­rin oder den Ge­ne­ral­se­kre­tär der Bun­des­ver­samm­lung aus­ge­übt;
f.
al­le wei­te­ren Ver­wal­tungs­ge­schäf­te der Bun­des­ver­samm­lung und der Par­la­ments­diens­te, die nicht an­de­ren Or­ga­nen der Bun­des­ver­samm­lung oder der Ge­ne­ral­se­kre­tä­rin oder dem Ge­ne­ral­se­kre­tär vor­be­hal­ten sind oder an sie de­le­giert wer­den.
Art. 21 Delegierte oder Delegierter  

1 Die Ver­wal­tungs­de­le­ga­ti­on be­zeich­net ei­nes ih­rer Mit­glie­der für je­weils zwei Jah­re als ih­re De­le­gier­te oder ih­ren De­le­gier­ten.

2 Die oder der De­le­gier­te:

a.
ver­tritt die Ver­wal­tungs­de­le­ga­ti­on ge­gen­über den Par­la­ments­diens­ten;
b.
über­wacht und prüft die Ge­schäfts­füh­rung und die Fi­nan­zen der Par­la­ments­diens­te;
c.
sorgt für die Ein­hal­tung der Richt­li­ni­en und Be­schlüs­se der Ver­wal­tungs­de­le­ga­ti­on;
d.
be­rich­tet über die Ein­hal­tung der Ziel­set­zun­gen und des Vor­an­schla­ges der Par­la­ments­diens­te und stellt ent­spre­chen­de An­trä­ge.

3 In drin­gen­den Fäl­len kann die oder der De­le­gier­te nach Rück­spra­che mit der Prä­si­den­tin oder dem Prä­si­den­ten die Be­fug­nis­se wahr­neh­men, die der Ver­wal­tungs­de­le­ga­ti­on bei Per­so­nal­ge­schäf­ten zu­ste­hen. Aus­ge­nom­men sind die Be­fug­nis­se nach Ar­ti­kel 27 Ab­satz 1.

Art. 22 Generalsekretärin oder Generalsekretär der Bundesversammlung  

1 Die Ge­ne­ral­se­kre­tä­rin oder der Ge­ne­ral­se­kre­tär der Bun­des­ver­samm­lung führt die Par­la­ments­diens­te und steht de­ren Ge­schäfts­lei­tung vor.

2 Sie oder er lei­tet das Se­kre­ta­ri­at des Na­tio­nal­ra­tes und der Ver­ei­nig­ten Bun­des­ver­samm­lung.

Art. 23 Sekretärin oder Sekretär des Ständerates  

1 Die Se­kre­tä­rin oder der Se­kre­tär des Stän­de­ra­tes lei­tet das Se­kre­ta­ri­at des Stän­de­ra­tes. Sie oder er ist zu­gleich stell­ver­tre­ten­de Ge­ne­ral­se­kre­tä­rin oder stell­ver­tre­ten­der Ge­ne­ral­se­kre­tär der Bun­des­ver­samm­lung.

2 Sie oder er nimmt die Stell­ver­tre­tung der Ge­ne­ral­se­kre­tä­rin oder des Ge­ne­ral­sek­re­tärs in der Ver­ei­nig­ten Bun­des­ver­samm­lung und bei der Füh­rung der Par­la­ments­diens­te ge­mä­ss Ar­ti­kel 22 Ab­satz 1 wahr.38

38 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V der BVers vom 22. Ju­ni 2007 (Än­de­rung der Füh­rungs­struk­tu­ren), in Kraft seit 1. Aug. 2007 (AS2007 3475; BBl 2007 4273).

Art. 24 Geschäftsleitung  

1 Die Zu­sam­men­set­zung der Ge­schäfts­lei­tung wird in der Ge­schäfts­ord­nung der Par­la­ments­diens­te fest­ge­legt.39

2 Die Ge­schäfts­lei­tung un­ter­stützt die Ge­ne­ral­se­kre­tä­rin oder den Ge­ne­ral­se­kre­tär der Bun­des­ver­samm­lung ins­be­son­de­re bei fol­gen­den Auf­ga­ben:

a.
Er­lass der Ge­schäfts­ord­nung über die Or­ga­ni­sa­ti­on und Auf­ga­ben der Par­la­ments­diens­te;
b.
Um­set­zung der Per­so­nal­po­li­tik und Steue­rung des Ein­sat­zes der Mit­tel;
c.
Er­ar­bei­tung des Fi­nanz­pla­nes, des Vor­an­schla­ges und der Rech­nung zu Han­den der Ver­wal­tungs­de­le­ga­ti­on;
d.
Re­gel­mäs­si­ge Be­richt­er­stat­tung über die Ge­schäftstä­tig­keit an die De­le­gier­te oder den De­le­gier­ten der Ver­wal­tungs­de­le­ga­ti­on.

3 Die Ge­schäfts­lei­tung sorgt für ef­fi­zi­en­te ad­mi­nis­tra­ti­ve Ab­läu­fe und setzt das Per­so­nal und die Sach­mit­tel ra­tio­nell ein.

39 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V der BVers vom 22. Ju­ni 2007 (Än­de­rung der Füh­rungs­struk­tu­ren), in Kraft seit 1. Aug. 2007 (AS2007 3475; BBl 2007 4273).

3. Abschnitt: Arbeitsverhältnisse

Art. 25 Grundsatz  

Das Per­so­nal der Par­la­ments­diens­te un­ter­steht dem Bun­des­per­so­nal­ge­setz vom 24. März 200040. Die Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen zum Bun­des­per­so­nal­ge­setz wer­den an­ge­wen­det, so­fern die­se Ver­ord­nung nichts an­de­res be­stimmt.

Art. 26 Wahl der Generalsekretärin oder des Generalsekretärs der Bundesversammlung  

1 Die Ko­or­di­na­ti­ons­kon­fe­renz wählt die Ge­ne­ral­se­kre­tä­rin oder den Ge­ne­ral­se­kre­tär der Bun­des­ver­samm­lung. Die Wahl be­darf der Be­stä­ti­gung durch die Ver­ei­nig­te Bun­des­ver­samm­lung.

2 Die Amts­dau­er be­trägt vier Jah­re. Sie be­ginnt am 1. Ja­nu­ar nach Be­ginn der Le­gis­la­tur­pe­ri­ode des Na­tio­nal­ra­tes und en­det mit dem 31. De­zem­ber nach Be­ginn der fol­gen­den Le­gis­la­tur­pe­ri­ode.

3 Die Amts­pe­ri­ode ver­län­gert sich um wei­te­re vier Jah­re, wenn die Ko­or­di­na­ti­ons­kon­fe­renz das Ar­beits­ver­hält­nis bis zum 30. Ju­ni des letz­ten Amts­jah­res nicht auf­ge­löst hat.

Art. 27 Anstellung des Personals der Parlamentsdienste  

1 Die Ver­wal­tungs­de­le­ga­ti­on ist zu­stän­dig für die Be­grün­dung, Än­de­rung und Be­en­di­gung der Ar­beits­ver­hält­nis­se:

a.41
b.
der Se­kre­tä­rin oder des Se­kre­tärs des Stän­de­ra­tes; das Bü­ro des Stän­de­ra­tes ist vor­her an­zu­hö­ren;
bbis.42
der Be­reichs­lei­te­rin­nen und der Be­reichs­lei­ter;
c.
der Se­kre­tä­rin oder des Se­kre­tärs der Ge­schäfts­prü­fungs­kom­missio­nen und der Ge­schäfts­prü­fungs­de­le­ga­ti­on;
d.43
der Se­kre­tä­rin oder des Se­kre­tärs der Fi­nanz­kom­mis­sio­nen und der Fi­nanz­de­le­ga­ti­on.

1bis Sie er­nennt ei­ne Si­cher­heits­be­auf­trag­te oder einen Si­cher­heits­be­auf­trag­ten der Bun­des­ver­samm­lung. Die­se oder die­ser ist in al­len Be­rei­chen der Si­cher­heit zu­stän­dig für die Pla­nung und die Or­ga­ni­sa­ti­on von Schutz­mass­nah­men für Rats­mit­glie­der und Mit­ar­bei­ten­de der Par­la­ments­diens­te.44

2 Die Ge­ne­ral­se­kre­tä­rin oder der Ge­ne­ral­se­kre­tär ist zu­stän­dig für die Be­grün­dung, Än­de­rung und Be­en­di­gung der Ar­beits­ver­hält­nis­se des üb­ri­gen Per­so­nals.

3 Vor der An­stel­lung der Kom­mis­si­ons- und De­le­ga­ti­ons­se­kre­tä­rin­nen und ‑se­k­re­tä­re sind die Prä­si­den­tin­nen oder Prä­si­den­ten der Kom­mis­sio­nen und De­le­ga­tio­nen an­zu­hö­ren.

41 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V der BVers vom 22. Ju­ni 2007 (Än­de­rung der Füh­rungs­struk­tu­ren), mit Wir­kung seit 1. Aug. 2007 (AS2007 3475; BBl 2007 4273).

42 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V der BVers vom 22. Ju­ni 2007 (Än­de­rung der Füh­rungs­struk­tu­ren), in Kraft seit 1. Aug. 2007 (AS2007 3475; BBl 2007 4273).

43 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V der BVers vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 26. Nov. 2018 (AS 2018 3467; BBl 2017 67976865).

44 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V der BVers vom 19. Ju­ni 2015, in Kraft seit 7. Sept. 2015 (AS 2015 2889; BBl 2015 10031013).

Art. 28 Zuständigkeit bei anderen Personalangelegenheiten  

1 Für Per­so­nal­ent­schei­de, die nicht un­ter die Ar­ti­kel 26 und 27 fal­len, sind zu­stän­dig:

a.
die oder der De­le­gier­te der Ver­wal­tungs­de­le­ga­ti­on, wenn der Ent­scheid be­trifft:
1.
die Ge­ne­ral­se­kre­tä­rin oder den Ge­ne­ral­se­kre­tär der Bun­des­ver­samm­lung,
2.
das Per­so­nal, für des­sen An­stel­lung die Ver­wal­tungs­de­le­ga­ti­on zu­stän­dig ist;
b.
die Ge­ne­ral­se­kre­tä­rin oder der Ge­ne­ral­se­kre­tär der Bun­des­ver­samm­lung in al­len üb­ri­gen Fäl­len.

2 Schreibt die Bun­des­per­so­nal­ver­ord­nung vom 3. Ju­li 200145 (BPV) für einen Per­so­nal­ent­scheid das Ein­ver­neh­men mit dem Eid­ge­nös­si­schen Fi­nanz­de­par­te­ment oder die Ori­en­tie­rung des­sel­ben­ vor, so holt die Ge­ne­ral­se­kre­tä­rin oder der Ge­ne­ral­se­kre­tär der Bun­des­ver­samm­lung die Zu­stim­mung der Ver­wal­tungs­de­le­ga­ti­on ein oder in­for­miert die­se.

Art. 29 Personalkommission  

1 Die Per­so­nal­kom­mis­si­on wird na­ment­lich in Per­so­nal­an­ge­le­gen­hei­ten von der Ge­schäfts­lei­tung an­ge­hört.

2 Die Amts­dau­er der Mit­glie­der der Per­so­nal­kom­mis­si­on be­trägt vier Jah­re. Sie be­ginnt am 1. Ja­nu­ar nach Be­ginn der Le­gis­la­tur­pe­ri­ode des Na­tio­nal­ra­tes.

Art. 30 Ausnahmen vom Mitarbeitergespräch  

1 Für Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter der Par­la­ments­diens­te mit ei­nem Be­schäf­ti­gungs­grad bis zu 25 Pro­zent oder mit ei­nem be­fris­te­ten An­stel­lungs­ver­trag gel­ten die Be­stim­mun­gen über die Durch­füh­rung von Mit­ar­bei­ter­ge­sprä­chen und Per­so­nal­be­ur­tei­lun­gen nicht.

2 Mit ih­nen ist min­des­tens ein­mal in­ner­halb von zwei Jah­ren ein Er­war­tungs­ge­spräch durch­zu­füh­ren; die­ses ist nicht lohn­re­le­vant.

3 Ihr Lohn wird jähr­lich auf den 1. Ja­nu­ar um min­des­tens 2 bis ma­xi­mal 3 Pro­zent er­höht, bis das Ma­xi­mum der Be­ur­tei­lungs­stu­fe A der­je­ni­gen Lohn­klas­se er­reicht ist, die im Ar­beits­ver­trag ver­ein­bart wur­de. Hö­he­re Löh­ne oder an­de­re Lohnauf­stiegs­schrit­te sind nicht mög­lich.

Art. 31 Erfordernis der Schweizer Staatsangehörigkeit  

Fol­gen­de Äm­ter sind Per­so­nen mit Schwei­zer Staats­an­ge­hö­rig­keit vor­be­hal­ten:

a.
Ge­ne­ral­se­kre­tä­rin oder Ge­ne­ral­se­kre­tär der Bun­des­ver­samm­lung;
b.46
c.
Se­kre­tä­rin oder Se­kre­tär des Stän­de­ra­tes;
d.
Se­kre­tä­rin oder Se­kre­tär der Ge­schäfts­prü­fungs­kom­mis­sio­nen und der Ge­schäfts­prü­fungs­de­le­ga­ti­on;
e.
Se­kre­tä­rin oder Se­kre­tär der Fi­nanz­kom­mis­sio­nen und der Fi­nanz­de­le­ga­ti­on.

46 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V der BVers vom 22. Ju­ni 2007 (Än­de­rung der Füh­rungs­struk­tu­ren), mit Wir­kung seit 1. Aug. 2007 (AS2007 3475; BBl 2007 4273).

Art. 32 Funktionsbewertung  

1 Je­de Funk­ti­on wird von der nach Ar­ti­kel 27 Ab­sät­ze 1 und 2 zu­stän­di­gen Stel­le be­wer­tet und ei­ner Lohn­klas­se zu­ge­wie­sen.

2 Die für das Per­so­nal­we­sen zu­stän­di­ge Fach­stel­le ar­bei­tet ei­ne Emp­feh­lung aus.

3 Die Be­wer­tungs­kri­te­ri­en ge­mä­ss BPV47 und die Richt­li­ni­en des Eid­ge­nös­si­schen Fi­nanz­de­par­te­ments sind sinn­ge­mä­ss an­wend­bar. Die Be­wer­tungs­stel­len nach Ar­ti­kel 53 Buch­sta­ben a und b BPV kön­nen kon­sul­tiert wer­den.

4 Weist die Ver­wal­tungs­de­le­ga­ti­on ei­ne Funk­ti­on den Lohn­klas­sen 32–38 zu, so kon­sul­tiert sie die Fi­nanz­de­le­ga­ti­on.

Art. 33 Arbeitszeit, Ferien und Urlaub  

Die für die Bun­des­ver­wal­tung gel­ten­den Vor­schrif­ten über Ar­beits­zeit, Fe­ri­en und Ur­laub kön­nen durch die Ge­ne­ral­se­kre­tä­rin oder den Ge­ne­ral­se­kre­tär der Bun­des­ver­samm­lung den spe­zi­fi­schen Be­dürf­nis­sen des Par­la­ments­be­trie­bes an­ge­passt und er­gänzt wer­den; aus­ge­nom­men da­von sind die Jah­res­ar­beits­zeit, der Fe­ri­en­an­spruch und der Mut­ter­schafts­ur­laub.

Art. 34 Weitere Leistungen des Arbeitgebers  

Die Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen des Eid­ge­nös­si­schen Fi­nanz­de­par­te­ments über die wei­te­ren Leis­tun­gen des Ar­beit­ge­bers kön­nen durch die Ge­ne­ral­se­kre­tä­rin oder den Ge­ne­ral­se­kre­tär der Bun­des­ver­samm­lung den spe­zi­fi­schen Be­dürf­nis­sen der Par­la­ments­diens­te an­ge­passt oder er­gänzt wer­den.

Art. 35 Einschränkung des Streikrechts  

1 Die Mit­ar­bei­ten­den der Par­la­ments­diens­te dür­fen nicht strei­ken, so­weit sie im Rah­men von Ar­ti­kel 96 BPV48 we­sent­li­che Auf­ga­ben für die Si­cher­stel­lung der Funk­ti­ons­fä­hig­keit des Kom­mis­si­ons- und Ses­si­ons­be­triebs der Bun­des­ver­samm­lung wahr­neh­men.

2 Die oder der De­le­gier­te der Ver­wal­tungs­de­le­ga­ti­on be­zeich­net im kon­kre­ten Fall die Per­so­nen, de­nen die Aus­übung des Streik­rechts un­ter­sagt ist.

3. Kapitel: Schlussbestimmungen

Art. 36 Anwendbares Recht  

Ver­wal­tungs­ver­ord­nun­gen, die für die Bun­des­ver­wal­tung gel­ten, wer­den für die Par­la­ments­diens­te an­ge­wen­det, so­fern die Ver­wal­tungs­de­le­ga­ti­on der Bun­des­ver­samm­lung nichts an­de­res be­stimmt.

Art. 37 Aufhebung bisherigen Rechts  

Die Ver­ord­nung der Bun­des­ver­samm­lung vom 7. Ok­to­ber 198849 über die Par­la­ments­diens­te wird auf­ge­ho­ben.

Art. 38 Inkrafttreten  

Die­se Ver­ord­nung der Bun­des­ver­samm­lung tritt mit Aus­nah­me von Ar­ti­kel 23 Ab­satz 2 am 1. De­zem­ber 2003 in Kraft. Die Ko­or­di­na­ti­ons­kon­fe­renz be­stimmt das In­kraft­tre­ten von Ar­ti­kel 23 Ab­satz 2.

Übergangsbestimmung zur Änderung vom 22. Juni 2007 50

Die bisherigen stellvertretenden Generalsekretärinnen oder Generalsekretäre behal­ten diesen Titel bis zur Beendigung ihres Arbeitsverhältnisses.

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