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Verordnung
über das Statut des Personals des
Eidgenössischen Instituts für Geistiges Eigentum
(IGE-PersV)

vom 30. September 1996 (Stand am 1. Oktober 2010)

Der Schweizerische Bundesrat,

gestützt auf Artikel 8 Absatz 1 des Bundesgesetzes vom 24. März 19951 über Statut und Aufgaben des Eidgenössischen Instituts für Geistiges Eigentum (IGEG),

verordnet:

1. Kapitel: Anstellung

Art. 1 Form des Anstellungsverhältnisses  

Das An­stel­lungs­ver­hält­nis be­ruht auf ei­nem öf­fent­lichrecht­li­chen, schrift­li­chen An­stel­lungs­ver­trag zwi­schen dem Eid­ge­nös­si­schen In­sti­tut für Geis­ti­ges Ei­gen­tum (IGE)2 und sei­nen An­ge­stell­ten.

2 Die Be­zeich­nung der Ver­wal­tungs­ein­heit wur­de in An­wen­dung von Art. 16 Abs. 3 der Pu­bli­ka­ti­ons­ver­ord­nung vom 17. Nov. 2004 (SR 170.512.1) an­ge­passt. Die­se An­pas­sung wur­de im gan­zen Text vor­ge­nom­men.

Art. 2 Zuständigkeit zur Anstellung  

1 Die An­stel­lung des Per­so­nals er­folgt durch die Di­rek­ti­on oder durch die von ihr be­zeich­ne­ten An­ge­stell­ten des IGE.

2 Die An­stel­lung der Di­rek­ti­ons­mit­glie­der er­folgt durch den In­sti­tuts­rat.

2. Kapitel: Inhalt des Anstellungsverhältnisses

1. Abschnitt: Regelungsbereiche des Anstellungsvertrags

Art. 3  

1 Der An­stel­lungs­ver­trag re­gelt min­des­tens die fol­gen­den Punk­te:

a.
Auf­ga­ben­be­reich, Um­fang der Ar­beits­pflicht;
b.
Hö­he und Aus­zah­lung des Loh­nes so­wie des Lohn­nach­ge­nus­ses;
c.
Zu­la­gen, Ver­güns­ti­gun­gen, Dienstal­ters­ge­schen­ke;
d.
So­zi­al­leis­tun­gen;
e.
Spe­sen;
f.
Ar­beits- und Ru­he­zeit, Fe­ri­en, Ur­laub und Ru­he­tage;
g.
Sorg­falts- und Treue­pflicht der An­ge­stell­ten;
h.
Recht am Ar­beits­er­geb­nis;
i.
Kün­di­gungs­mo­da­li­tä­ten.

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3 So­weit der An­stel­lungs­ver­trag und die­se Ver­ord­nung kei­ne Re­ge­lung ent­hal­ten, gilt das Ob­li­ga­tio­nen­recht4 als öf­fent­li­ches Recht des Bun­des.

3 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. IV 6 der V vom 22. Aug. 2007 zur for­mel­len Be­rei­ni­gung des Bun­des­rechts, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2008 (AS 20074477).

4SR 220

2. Abschnitt: Lohngestaltung

Art. 4 Lohnkomponenten  

1 Die Ver­trä­ge se­hen für die Löh­ne der An­ge­stell­ten ei­ne Ba­sis­kom­po­nen­te und, so­fern die Vor­aus­set­zun­gen da­für ge­ge­ben sind, fol­gen­de Kom­po­nen­ten vor:

a.
Qua­li­fi­ka­ti­ons­kom­po­nen­te;
b.
Leis­tungs­kom­po­nen­te;
c.
Funk­ti­ons­zu­la­ge.

2 Die Sum­me der Kom­po­nen­ten nach Ab­satz 1 be­trägt höchs­tens 280 000 Fran­ken (Stand Ja­nu­ar 2002). Der Be­trag passt sich der vom IGE nach Ar­ti­kel 9 Ab­satz 2 ge­ne­rell aus­ge­gli­che­nen Teue­rung an.5

3 Der Lohn der Lehr­lin­ge rich­tet sich nach den Emp­feh­lun­gen der ent­spre­chen­den Be­rufs­ver­bän­de und nach der re­gio­na­len Pra­xis. Das IGE kann zu­guns­ten der Lehr­lin­ge da­von ab­wei­chen.

4 Für die Be­treu­ungs­zu­la­ge gel­ten die Be­stim­mun­gen des Bun­des sinn­ge­mä­ss. Das IGE kann hö­he­re Bei­trä­ge be­zah­len.6

5 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 29. Mai 2002, in Kraft seit 1. Okt. 2002 (AS 2002 1889).

6 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 9. April 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 1891).

Art. 5 Basiskomponente  

1 Die Ba­sis­kom­po­nen­te be­stimmt sich nach dem ob­jek­ti­ven An­for­de­rungs­pro­fil der ent­spre­chen­den Funk­ti­on.

2 Die Di­rek­ti­on be­stimmt die Ba­sis­kom­po­nen­te nach An­hö­rung der je­wei­li­gen Vor­ge­setz­ten. Sie sorgt für die Gleich­be­wer­tung von gleich­wer­ti­gen Funk­tio­nen.

Art. 6 Qualifikationskomponente  

1 Die Qua­li­fi­ka­ti­ons­kom­po­nen­te be­stimmt sich nach der per­sön­li­chen Qua­li­fi­ka­ti­on der An­ge­stell­ten für die be­tref­fen­de Funk­ti­on; mass­ge­bend sind ins­be­son­de­re Aus­bil­dung, Eig­nung und Er­fah­rung.

2 Die Di­rek­ti­on be­stimmt, wer im Ein­zel­fall die Qua­li­fi­ka­ti­ons­kom­po­nen­te fest­legt. Sie sorgt für die Gleich­be­wer­tung von gleich­wer­ti­gen Qua­li­fi­ka­tio­nen.

3 Die Qua­li­fi­ka­ti­ons­kom­po­nen­te be­trägt ma­xi­mal 40 Pro­zent der Ba­sis­kom­po­nen­te.

Art. 7 Leistungskomponente  

1 Die Leis­tungs­kom­po­nen­te be­stimmt sich nach der Leis­tung der ein­zel­nen An­ge­stell­ten oder der be­tref­fen­den Or­ga­ni­sa­ti­ons­ein­heit oder nach bei­dem. Sie wird im ers­ten Quar­tal nach Ab­schluss des Ge­schäfts­jah­res aus­be­zahlt.7

2 Die Di­rek­ti­on be­stimmt, wer im Ein­zel­fall die Leis­tungs­kom­po­nen­te fest­legt. Sie sorgt für die Gleich­be­hand­lung von gleich­wer­ti­gen Leis­tun­gen und für ei­ne an­ge­mes­se­ne Be­rück­sich­ti­gung al­ler Stu­fen.

3 Die Leis­tungs­kom­po­nen­te be­trägt:

a.
ma­xi­mal 20 Pro­zent der Ba­sis­kom­po­nen­te für das obe­re Ka­der und die Di­rek­ti­ons­mit­glie­der;
b.
ma­xi­mal 15 Pro­zent der Ba­sis­kom­po­nen­te für das wei­te­re Ka­der und für An­ge­stell­te, an die hö­he­re An­for­de­run­gen ge­stellt wer­den;
c.
ma­xi­mal 10 Pro­zent der Ba­sis­kom­po­nen­te für die üb­ri­gen An­ge­stell­ten.

4 Die jähr­li­che Leis­tungs­lohn­sum­me be­trägt zwi­schen 5 und 10 Pro­zent der ent­spre­chen­den Ba­sis­lohn­sum­me. Der Pro­zent­satz wird vom In­sti­tuts­rat in Ab­hän­gig­keit vom Ge­schäfts­gang des IGE jähr­lich neu be­stimmt.

7 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 29. Mai 2002, in Kraft seit 1. Okt. 2002 (AS 2002 1889).

Art. 8 Funktionszulage  

1 Für die vor­über­ge­hen­de Über­nah­me zu­sätz­li­cher Auf­ga­ben kann ei­ne Funk­ti­ons­zu­la­ge ver­ein­bart und aus­be­zahlt wer­den.8

2 Ih­re Hö­he be­stimmt sich nach Mass­ga­be des ob­jek­ti­ven An­for­de­rungs­pro­fils und der per­sön­li­chen Qua­li­fi­ka­ti­on der An­ge­stell­ten für die je­wei­li­ge Zu­satz­funk­ti­on.

3 Die Di­rek­ti­on be­stimmt, wer im Ein­zel­fall die Funk­ti­ons­zu­la­ge fest­legt. Sie sorgt für die Gleich­be­wer­tung von gleich­wer­ti­gen Funk­tio­nen und Qua­li­fi­ka­tio­nen.

8 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 29. Mai 2002, in Kraft seit 1. Okt. 2002 (AS 2002 1889).

Art. 9 Neubewertungen  

1 In den Ver­trä­gen sind für die ein­zel­nen Lohn­kom­po­nen­ten wie folgt Neu­be­wer­tun­gen vor­zu­be­hal­ten:

a.
Ba­sis- und Qua­li­fi­ka­ti­ons­kom­po­nen­te we­nigs­tens zwei­jähr­lich, in je­dem Fall aber bei ei­nem Funk­ti­ons­wech­sel;
b.
Leis­tungs­kom­po­nen­te jähr­lich ge­stützt auf die Leis­tungs­be­ur­tei­lung (Art. 25).

2 Die Ba­sis­kom­po­nen­te wird zu­sätz­lich der jähr­li­chen Teue­rung an­ge­mes­sen an­ge­passt.

3. Abschnitt: Sozialversicherung

Art. 10 Berufliche Vorsorge 9  

1 Die An­ge­stell­ten des IGE sind bei der Pen­si­ons­kas­se des Bun­des PU­BLI­CA nach den Be­stim­mun­gen des Vor­sor­ge­re­gle­ments für die An­ge­stell­ten und die Ren­ten­be­zie­hen­den des Vor­sor­ge­werks IGE ver­si­chert.10

1bis Als ver­sicher­ba­rer Lohn gel­ten die Lohn­kom­po­nen­ten nach Ar­ti­kel 4 Ab­satz 1 un­ter Ein­schluss der An­pas­sung an die Teue­rung nach Ar­ti­kel 9 Ab­satz 2. Nicht ver­si­chert wer­den Ab­gel­tun­gen nach Ar­ti­kel 18 Ab­satz 2 so­wie Dienstal­ters­ge­schen­ke.11

212

9 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 1 der V vom 2. Mai 2007 über das pa­ri­tä­ti­sche Or­gan des Vor­sor­ge­werks Bund, in Kraft seit 1. Mai 2007 (AS 2007 2235).

10 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 9. April 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 1891).

11 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 9. April 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 1891).

12 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. II der V vom 1. Sept. 2010, mit Wir­kung seit 1. Okt. 2010 (AS 2010 3867).

Art. 10a Paritätisches Organ des Vorsorgewerks 13  

1 Das IGE re­gelt die Zu­sam­men­set­zung und das Wahl­ver­fah­ren so­wie die Or­ga­ni­sa­ti­on des pa­ri­tä­ti­schen Or­gans für sein Vor­sor­ge­werk. Bei ge­mein­schaft­li­chen Vor­sor­ge­wer­ken le­gen die Ar­beit­ge­ber ih­re Re­ge­lun­gen ge­mein­sam fest.

2 Zu Mit­glie­dern des pa­ri­tä­ti­schen Or­gans dür­fen nur fach­kun­di­ge und zur Wahr­neh­mung ih­rer Füh­rungs­auf­ga­be ge­eig­ne­te Per­so­nen ge­wählt wer­den. So­weit mög­lich sol­len die Ge­schlech­ter und Amtss­pra­chen an­ge­mes­sen ver­tre­ten sein.

3 Die Ent­schä­di­gun­gen an die Mit­glie­der des pa­ri­tä­ti­schen Or­gans wer­den von der Kas­sen­kom­mis­si­on von PU­BLI­CA fest­ge­legt.

13 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 1 der V vom 2. Mai 2007 über das pa­ri­tä­ti­sche Or­gan des Vor­sor­ge­werks Bund, in Kraft seit 1. Mai 2007 (AS 2007 2235).

Art. 10b Überbrückungsrente 14  

1 Be­zieht ei­ne Per­son ei­ne gan­ze oder hal­be Über­brückungs­ren­te, so über­nimmt das IGE die Hälf­te der Kos­ten zur Fi­nan­zie­rung der ef­fek­tiv be­zo­ge­nen Über­brü­ckungs­ren­te, wenn:

a.
die be­trof­fe­ne Per­son das 62. Al­ters­jahr vollen­det hat;
b.
der mass­ge­ben­de Jah­res­lohn bei Voll­zeit­be­schäf­ti­gung nicht mehr als 120 000 Fran­ken be­trägt; und
c.
das Ar­beits­ver­hält­nis vor dem Al­ters­rück­tritt min­des­tens fünf Jah­re ge­dau­ert hat.

2 Sind die Vor­aus­set­zun­gen nach Ab­satz 1 Buch­sta­be a oder b nicht ge­ge­ben, so be­tei­ligt sich das IGE an den Kos­ten zu 10 Pro­zent.

14 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 9. April 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 1891).

4. Abschnitt: Beendigung des Anstellungsverhältnisses

Art. 11 Grundsatz  

1 Das An­stel­lungs­ver­hält­nis en­det durch Ver­ein­ba­rung, mit Ab­lauf ei­ner ver­ein­bar­ten Frist, durch Kün­di­gung oder durch Pen­sio­nie­rung, In­va­li­di­sie­rung oder Tod der an­ge­stell­ten Per­son.

2 Die Kün­di­gung ist schrift­lich zu be­grün­den.

Art. 12 Ordentliche Kündigung  

1 Wäh­rend ei­ner ver­ein­bar­ten Pro­be­zeit be­trägt die Kün­di­gungs­frist min­des­tens sie­ben Ka­len­der­ta­ge; das An­stel­lungs­ver­hält­nis en­det am En­de ei­ner Ka­len­der­wo­che.

2 Nach Ab­lauf der Pro­be­zeit gel­ten für das un­be­fris­te­te An­stel­lungs­ver­hält­nis min­des­tens fol­gen­de Kün­di­gungs­fris­ten:

a.
im 1. An­stel­lungs­jahr ein Mo­nat;
b.
vom 2. bis zum 5. An­stel­lungs­jahr zwei Mo­na­te;
c.
ab dem 6. An­stel­lungs­jahr drei Mo­na­te.

3 Das ge­kün­dig­te An­stel­lungs­ver­hält­nis en­det am En­de ei­nes Ka­len­der­mo­nats.

Art. 13 Ausserordentliche Kündigung  

1 Aus wich­ti­gen Grün­den kann das An­stel­lungs­ver­hält­nis von bei­den Par­tei­en frist­los ge­kün­digt wer­den. Als wich­ti­ge Grün­de gel­ten Um­stän­de, wel­che der kün­di­gen­den Par­tei ei­ne Fort­set­zung des An­stel­lungs­ver­hält­nis­ses nach Treu und Glau­ben un­zu­mut­bar ma­chen.

2 Bei un­ge­recht­fer­tig­ter aus­ser­or­dent­li­cher Kün­di­gung schul­den:

a.
das kün­di­gen­de IGE den Lohn, der bis zur or­dent­li­chen Ver­trags­be­en­di­gung ge­schul­det wä­re; vor­be­hal­ten blei­ben Ein­künf­te, die be­trof­fe­ne An­ge­stell­te an­der­wei­tig er­zielt oder ab­sicht­lich zu er­zie­len un­ter­las­sen ha­ben;
b.
kün­di­gen­de An­ge­stell­te vol­len Er­satz des durch die Kün­di­gung ents­tan­de­nen, vom IGE be­wie­se­nen Scha­dens.

3 Bei un­ge­recht­fer­tig­ter Ent­las­sung kön­nen An­ge­stell­te zu­dem auf dem Rechts­weg ei­ne Ent­schä­di­gung ver­lan­gen. De­ren Hö­he be­trägt höchs­tens den für die lau­fen­de Be­rech­nungs­pe­ri­ode ge­schul­de­ten Jah­res­lohn. Die Wie­der­ein­stel­lung in ei­ner an­dern Ver­wal­tungs­ein­heit des Bun­des bleibt vor­be­hal­ten.

4 Scha­den­er­satz­an­sprü­che aus an­dern Rechts­ti­teln blei­ben vor­be­hal­ten.

Art. 14 Verjährung und Verwirkung  

1 Die Ver­jäh­rung für For­de­run­gen aus dem An­stel­lungs­ver­hält­nis tritt un­ab­hän­gig vom Zeit­punkt der Be­en­di­gung des An­stel­lungs­ver­hält­nis­ses ein:

a.
nach Ab­lauf von fünf Jah­ren seit der Fäl­lig­keit ei­nes An­spruchs im all­ge­mei­nen;
b.
nach den Be­stim­mun­gen des Straf­rechts, so­weit der An­spruch auf ei­nem Straf­tat­be­stand be­ruht, für den ei­ne län­ge­re Ver­jäh­rungs­frist vor­ge­se­hen ist.

2 An­sprü­che nach den Ar­ti­keln 13 Ab­satz 3 und 22 Ab­satz 3, die nicht in­nert sechs Mo­na­ten nach Be­en­di­gung des An­stel­lungs­ver­hält­nis­ses gel­tend ge­macht wer­den, ver­wir­ken.

3. Kapitel: Mindestschutz

1. Abschnitt: Lohnfortzahlung

Art. 15 Grundsatz  

1 Sind An­ge­stell­te aus Grün­den, die in ih­rer Per­son lie­gen, un­ver­schul­det an der Ar­beit ver­hin­dert, so ist das IGE wäh­rend den fol­gen­den Fris­ten zur Wei­ter­zah­lung des Loh­nes ver­pflich­tet:

a.
im 1. An­stel­lungs­jahr für drei Mo­na­te;
b.
im 2. und 3. An­stel­lungs­jahr für sechs Mo­na­te;
c.
ab dem 4. An­stel­lungs­jahr für zwölf Mo­na­te.

2 Un­ver­schul­de­te Grün­de sind ins­be­son­de­re Krank­heit, Un­fall, Er­fül­lung ge­setz­li­cher Pflich­ten, frei­wil­li­ger schwei­ze­ri­scher Mi­li­tär- oder Zi­vil­schutz­dienst, Rot­kreuz­dienst oder Aus­übung ei­nes öf­fent­li­chen Am­tes. Die Dau­er für meh­re­re Ver­hin­de­rungs­grün­de pro An­stel­lungs­jahr wird zu­sam­men­ge­zählt; aus­ge­nom­men ist die Er­fül­lung schwei­ze­ri­schen Mi­li­tär­diens­tes.

3 Der wäh­rend der un­ver­schul­de­ten Ar­beits­ver­hin­de­rung zu be­zah­len­de Lohn um­fasst die Ba­sis- und Qua­li­fi­ka­ti­ons­kom­po­nen­te; die Leis­tungs­kom­po­nen­te wird grund­sätz­lich nach Mass­ga­be der bis­he­ri­gen Leis­tun­gen be­zahlt.

Art. 16 Ausnahme  

Ob­li­ga­to­ri­sche ge­setz­li­che Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen sind an die Lohn­fort­zah­lung an­zu­rech­nen.

2. Abschnitt: Arbeits- und Ruhezeit; Ferien; Mutterschaftsurlaub

Art. 17 Normalarbeitszeit  

Die wö­chent­li­che Nor­ma­l­ar­beits­zeit be­trägt 41 Stun­den.

Art. 18 Überstunden  

1 Über­stun­den wer­den in der Re­gel durch Frei­zeit aus­ge­gli­chen; schrift­lich an­ge­ord­ne­te Über­stun­den wer­den mit dem Fak­tor 1,25 mul­ti­pli­ziert.

2 Aus­nahms­wei­se kann im Ein­zel­fall ei­ne fi­nan­zi­el­le Ab­gel­tung von Über­stun­den ver­ein­bart wer­den.

Art. 19 Nacht- und Sonntagsarbeit  

1 Bei an­ge­ord­ne­ter Nacht- und Sonn­tags­ar­beit wird die Ar­beits­zeit mit dem Fak­tor 1,25 mul­ti­pli­ziert; sie wird durch Frei­zeit aus­ge­gli­chen.

2 Als Nacht­ar­beit gilt die zwi­schen 22 und 6 Uhr ge­leis­te­te Ar­beit.

Art. 20 Ferien  

1 Bei Nor­ma­l­ar­beits­zeit be­trägt der Fe­ri­en­an­spruch vier Wo­chen pro Ka­len­der­jahr.

2 Bis und mit dem Ka­len­der­jahr, in dem das 20. Al­ters­jahr vollen­det wird, und ab dem Ka­len­der­jahr, in dem das 50. Al­ters­jahr vollen­det wird, be­trägt der Fe­ri­en­an­spruch fünf Wo­chen; ab dem Ka­len­der­jahr, in dem das 60. Al­ters­jahr vollen­det wird, be­trägt er sechs Wo­chen pro Ka­len­der­jahr.

Art. 21 Mutterschaftsurlaub 15  

Weib­li­che An­ge­stell­te ha­ben An­spruch auf vier Mo­na­te be­zahl­ten Mut­ter­schafts­ur­laub; mass­ge­bend ist der Zeit­punkt der Nie­der­kunft. Die An­ge­stell­te kann auf Wunsch ma­xi­mal zwei Wo­chen vor dem er­rech­ne­ten Zeit­punkt der Nie­der­kunft die Ar­beit aus­set­zen.

15 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 9. April 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 1891).

3. Abschnitt: Kündigungsschutz

Art. 22 Missbräuchliche Kündigung  

1 Wird der Ver­trag miss­bräuch­lich ge­kün­digt, so muss die Ge­gen­par­tei bis zum Ab­lauf der Kün­di­gungs­frist bei der kün­di­gen­den Par­tei schrift­lich Ein­spra­che er­he­ben.

2 Die Kün­di­gung ist na­ment­lich miss­bräuch­lich, wenn sei aus­ge­spro­chen wird:

a.
aus Grün­den, die in der Per­sön­lich­keit der an­ge­stell­ten Per­son lie­gen, so­weit die­se Grün­de oh­ne Be­zug zum An­stel­lungs­ver­hält­nis be­ste­hen und das An­s­tel­lungs­ver­hält­nis nicht we­sent­lich be­ein­träch­ti­gen;
b.
weil die an­ge­stell­te Per­son ver­fas­sungs­mäs­si­ge Rech­te aus­übt, so­weit sie da­durch ih­re Pflich­ten nicht ver­letzt und die Zu­sam­men­ar­beit nicht we­sent­lich be­ein­träch­tigt;
c.
weil die an­ge­stell­te Per­son ge­setz­li­che Pflich­ten er­füllt oder weil sie frei­wil­li­gen schwei­ze­ri­schen Mi­li­tär- oder Zi­vil­schutz­dienst oder Rot­kreuz­dienst lei­stet;
d.
weil die an­ge­stell­te Per­son ei­nem Per­so­nal­ver­band an­ge­hört oder nicht an­ge­hört oder weil sie recht­mäs­sig ge­werk­schaft­li­che Tä­tig­kei­ten aus­übt;
e.
oh­ne be­grün­de­ten An­lass wäh­rend der Dau­er, in der die an­ge­stell­te Per­son ge­wähl­te Ver­tre­te­rin ei­ner be­trieb­li­chen oder dem IGE an­ge­schlos­se­nen Ein­rich­tung ist;
f.
aus­sch­liess­lich um die Ent­ste­hung von An­sprü­chen der an­de­ren Par­tei aus dem An­stel­lungs­ver­hält­nis zu ver­ei­teln;
g.
weil die an­de­re Par­tei nach Treu und Glau­ben An­sprü­che aus dem An­s­tel­lungs­ver­hält­nis gel­tend macht.

3 Er­zie­len die Par­tei­en kei­ne Ei­ni­gung, so kann die ge­kün­dig­te Par­tei auf dem Rechts­weg ei­ne Ent­schä­di­gung ver­lan­gen. De­ren Hö­he be­trägt höchs­tens den für die lau­fen­de Be­rech­nungs­pe­ri­ode ge­schul­de­ten Jah­res­lohn. Die Wie­der­ein­stel­lung in ei­ner an­dern Ver­wal­tungs­ein­heit des Bun­des bleibt vor­be­hal­ten.

4 Scha­den­er­satz­an­sprü­che aus an­dern Rechts­ti­teln blei­ben vor­be­hal­ten.

Art. 23 Kündigung zur Unzeit  

1 Die Kün­di­gung wäh­rend ei­ner Sperr­frist ist nich­tig; die Frist ei­ner vor­gän­gig aus­ge­spro­che­nen Kün­di­gung steht wäh­rend ei­ner Sperr­frist still und er­streckt sich bis zum En­de des Mo­nats, in dem die­se en­det.

2 Sperr­fris­ten be­ste­hen:

a.
bei Er­fül­lung ge­setz­li­cher Pflich­ten so­wie bei frei­wil­li­gem schwei­ze­ri­schem Mi­li­tär- oder Zi­vil­schutz­dienst oder bei Rot­kreuz­dienst: wäh­rend der Dau­er der Ar­beits­ver­hin­de­rung so­wie, wenn die­se mehr als zwei Ar­beits­wo­chen be­trägt, wäh­rend vier Wo­chen da­vor und da­nach;
b.
bei Krank­heit oder un­ver­schul­de­tem Un­fall: wäh­rend drei­er Mo­na­te bis zum vollen­de­ten 5. An­stel­lungs­jahr, da­nach wäh­rend sechs Mo­na­ten;
c.
bei Schwan­ger­schaft: wäh­rend der Schwan­ger­schaft so­wie 16 Wo­chen nach der Nie­der­kunft;
d.
bei vom IGE be­wil­lig­ten Hilfs­ak­tio­nen im Aus­land: wäh­rend der Dau­er der Ar­beits­ver­hin­de­rung.

4. Abschnitt: Personalförderung

Art. 24 Persönlichkeit der Angestellten  

Das IGE för­dert die Per­sön­lich­keit sei­ner An­ge­stell­ten na­ment­lich mit fol­gen­den Mit­teln:

a.
Es ge­stal­tet das Ar­beit­sum­feld nach Mög­lich­keit ent­spre­chend mo­der­ner ar­beits­wis­sen­schaft­li­cher Er­kennt­nis­se.
b.
Es sorgt für ei­ne lau­fen­de Aus- und Wei­ter­bil­dung.
c.
Es setzt sich für Chan­cen­gleich­heit von Frau und Mann ein.
d.
Es stellt den Schutz der An­ge­stell­ten­da­ten si­cher.
e.
Es sorgt nach Mög­lich­keit für die Wie­der­ein­glie­de­rung von vor­über­ge­hend ganz oder teil­wei­se Ar­beits­un­fä­hi­gen.
Art. 25 Leistungsbeurteilung  

1 Die Leis­tun­gen der An­ge­stell­ten wer­den we­nigs­tens jähr­lich in ei­ner Be­ur­tei­lung fest­ge­hal­ten.

2 Das Ver­fah­ren für die Leis­tungs­be­ur­tei­lung wird durch die Di­rek­ti­on be­stimmt.

3 Bei Dif­fe­ren­zen ha­ben die An­ge­stell­ten ein Wei­ter­zugs­recht an die Di­rek­ti­on.

4. Kapitel: Verhältnis zum Bund und zu Dritten; Personalvertretung

1. Abschnitt: Verhältnis der Angestellten zum Bund und zu Dritten

Art. 26 Geheimhaltungs- und Treuepflicht 16  

Die An­stel­lungs­ver­trä­ge ver­pflich­ten die An­ge­stell­ten, im Ver­hält­nis zum Bund die Ge­heim­hal­tungs- und Treue­pflich­ten nach den Ar­ti­keln 20, 21 Ab­satz 3 und 22 des Bun­des­per­so­nal­ge­set­zes vom 24. März 200017 ein­zu­hal­ten.

16 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. IV 6 der V vom 22. Aug. 2007 zur for­mel­len Be­rei­ni­gung des Bun­des­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 20074477).

17 SR 172.220.1

Art. 27 Haftung und strafrechtliche Verfolgung  

1 Die Haf­tung und die straf­recht­li­che Ver­fol­gung rich­ten sich nach dem Ver­ant­wort­lich­keits­ge­setz vom 14. März 195818.

2 So­weit das IGE zum Straf­an­trag ver­pflich­tet ist, holt es vom zu­stän­di­gen De­par­te­ment die er­for­der­li­che Er­mäch­ti­gung ein.19

18SR 170.32

19 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. IV 6 der V vom 22. Aug. 2007 zur for­mel­len Be­rei­ni­gung des Bun­des­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 20074477).

2. Abschnitt: …

Art. 2820  

20 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. II der V vom 1. Sept. 2010, mit Wir­kung seit 1. Okt. 2010 (AS 2010 3867).

3. Abschnitt: Personalvertretung

Art. 29 Personalausschuss  

1 Der Per­so­nal­aus­schuss ver­tritt die An­lie­gen des Per­so­nals. Sei­ne Zu­sam­men­set­zung und sei­ne Auf­ga­ben wer­den in ei­nem Re­gle­ment ge­re­gelt.

2 Das Re­gle­ment wird von ei­nem Rat mit ei­ner Mehr­heit von zwei Drit­teln der Stimm­be­rech­tig­ten er­las­sen. Der Rat setzt sich zu­sam­men aus drei von der Be­leg­schaft und drei von der Di­rek­ti­on ge­wähl­ten An­ge­stell­ten; der Rat be­stimmt, wer aus sei­ner Mit­te den Vor­sitz über­nimmt.

3 Bis zum In­kraft­tre­ten ei­nes re­vi­dier­ten Re­gle­ments gilt das je­weils vor­her­ge­hen­de Re­gle­ment.21

21 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. IV 6 der V vom 22. Aug. 2007 zur for­mel­len Be­rei­ni­gung des Bun­des­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 20074477).

Art. 30 Personalverbände  

1 Die Per­so­nal­ver­bän­de ver­tre­ten die grund­le­gen­den An­lie­gen des Per­so­nals ge­gen­über dem IGE; zu die­sem Zweck kann das IGE ein ge­eig­ne­tes Gre­mi­um schaf­fen.

2 In in­di­vi­du­el­len Per­so­nal­an­ge­le­gen­hei­ten sind die Per­so­nal­ver­bän­de zur Ver­tre­tung ih­rer Mit­glie­der be­rech­tigt.

322

4 Kann die Ba­sis­kom­po­nen­te auf­grund des Ge­schäfts­gangs oder an­de­rer Grün­de der jähr­li­chen Teue­rung nicht an­ge­passt wer­den, so sind die Per­so­nal­ver­bän­de zu kon­sul­tie­ren.

22 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. IV 6 der V vom 22. Aug. 2007 zur for­mel­len Be­rei­ni­gung des Bun­des­rechts, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2008 (AS 20074477).

5. Kapitel: Rechtsschutz und Verfahren

Art. 31  

1 Ei­ni­gen sich die Par­tei­en im Streit­fall nicht, so er­lässt das IGE ei­ne Ver­fü­gung. Zu­stän­dig ist die Di­rek­ti­on, für die Di­rek­ti­ons­mit­glie­der der In­sti­tuts­rat.

2 Die Ver­fü­gung un­ter­liegt der Be­schwer­de nach den all­ge­mei­nen Be­stim­mun­gen über die Bun­des­rechts­pfle­ge.23

23 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 9 der V vom 8. Nov. 2006 über die An­pas­sung von Bun­des­rats­ver­ord­nun­gen an die To­tal­re­vi­si­on der Bun­des­rechts­pfle­ge, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 4705).

6. Kapitel: Schlussbestimmungen

Art. 32 Übergangsbestimmung zur Änderung vom
9. April 2008
24  

Wäh­rend ei­ner Über­gangs­frist von fünf Jah­ren nach dem voll­stän­di­gen In­kraft­tre­ten des PU­BLI­CA-Ge­set­zes vom 20. De­zem­ber 200625 über­nimmt das IGE die Hälf­te der Kos­ten zur Fi­nan­zie­rung der Über­brückungs­ren­te (Art. 10b) ab vollen­de­tem 60. Al­ters­jahr und un­ab­hän­gig vom mass­ge­ben­den Jah­res­lohn.

24 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 9. April 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 1891).

25 SR 172.222.1

Art. 33 Inkrafttreten  

Die­se Ver­ord­nung tritt am 1. Ja­nu­ar 1997 in Kraft.

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