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Reglement des Bundesstrafgerichts
über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen
in Bundesstrafverfahren
(BStKR)

vom 31. August 2010 (Stand am 1. Dezember 2019)

Das Bundesstrafgericht (BStGer),

gestützt auf die Artikel 53 Absatz 2 Buchstabe a und 73
des Strafbehördenorganisationsgesetzes vom 19. März 20101 (StBOG),
auf die Artikel 63–65 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 19682 (VwVG)
und auf Artikel 25 Absatz 4 des Bundesgesetzes vom 22. März 19743 über
das Verwaltungsstrafrecht (VStrR),

beschliesst:

1. Kapitel: Verfahrenskosten

1. Abschnitt: Allgemeine Bestimmungen

Art. 1 Verfahrenskosten  

1 Die Ver­fah­rens­kos­ten um­fas­sen die Ge­büh­ren und die Aus­la­gen.

2 Die Ge­büh­ren sind für die Ver­fah­rens­hand­lun­gen ge­schul­det, die im Vor­ver­fah­ren von der Bun­des­kri­mi­nal­po­li­zei und von der Bun­des­an­walt­schaft, im ers­tin­stanz­li­chen Haupt­ver­fah­ren von der Straf­kam­mer, im Be­ru­fungs­ver­fah­ren und im Re­vi­si­ons­ver­fah­ren von der Be­ru­fungs­kam­mer und in Be­schwer­de­ver­fah­ren ge­mä­ss Ar­ti­kel 37 StBOG von der Be­schwer­de­kam­mer durch­ge­führt oder an­ge­ord­net wor­den sind.4

3 Die Aus­la­gen um­fas­sen die vom Bund vor­aus­be­zahl­ten Be­trä­ge, na­ment­lich die Kos­ten für die amt­li­che Ver­tei­di­gung und die un­ent­gelt­li­che Ver­bei­stän­dung, Über­set­zun­gen, Gut­ach­ten, Mit­wir­kung an­de­rer Be­hör­den, Por­ti, Te­le­fon­spe­sen und an­de­re ent­spre­chen­de Kos­ten.

4 Für ein­fa­che Fäl­le kön­nen Pau­schal­ge­büh­ren vor­ge­se­hen wer­den, die auch die Aus­la­gen ab­gel­ten.

4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V des BSt­Ger vom 21. Aug. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 4579).

Art. 2 Aufstellung der Kosten  

1 Die Bun­des­kri­mi­nal­po­li­zei und die Bun­des­an­walt­schaft er­stel­len se­pa­ra­te Auf­stel­lun­gen ih­rer Kos­ten.

2 Die Bun­des­kri­mi­nal­po­li­zei über­gibt nach Ab­schluss des po­li­zei­li­chen Er­mitt­lungs­ver­fah­rens ih­re Kos­ten­auf­stel­lung der Bun­des­an­walt­schaft.

3 Die Bun­des­an­walt­schaft fügt die Kos­ten­auf­stel­lun­gen für das Vor­ver­fah­ren ein­sch­liess­lich der­je­ni­gen für die An­kla­ge­er­he­bung der An­kla­ge­schrift bei, die sie der Straf­kam­mer zu­stellt.5

4 Im Fal­le ei­ner Über­tra­gung der Strafsa­che an ei­ne kan­to­na­le Straf­ver­fol­gungs­be­hör­de gibt die Bun­des­an­walt­schaft die Kos­ten­auf­stel­lun­gen des Bun­dess­traf­ver­fah­rens zu den Ak­ten.

5 Er­lässt die Bun­des­an­walt­schaft ei­ne Nicht­an­hand­nah­me­ver­fü­gung (Art. 310 der Straf­pro­zess­ord­nung6, StPO), stellt sie das Ver­fah­ren ein (Art. 319 ff. StPO), er­lässt sie einen Straf­be­fehl oder einen Ein­zie­hungs­be­fehl (Art. 352 ff. und 376 ff. StPO) oder fällt sie einen an­de­ren selbst­stän­di­gen Ent­scheid (Art. 363 ff. StPO), so legt sie die Kos­ten­fol­gen fest.

6 Die Straf­kam­mer und die Be­ru­fungs­kam­mer fü­gen nach Ab­schluss der Par­teiver­hand­lun­gen ih­re ei­ge­ne Auf­stel­lung der Kos­ten den­je­ni­gen bei, die sie mit der An­kla­ge­schrift er­hal­ten ha­ben. Die Bun­des­an­walt­schaft ist ge­hal­ten, vor Ab­schluss der Par­teiver­hand­lun­gen der Straf­kam­mer bzw. der Be­ru­fungs­kam­mer ih­re Kos­ten­auf­stel­lung für die Aus­übung ih­rer Par­tei­rech­te im ge­richt­li­chen Ver­fah­ren ein­zu­rei­chen.7

5 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V des BSt­Ger vom 21. Aug. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 4579).

6 SR 312.0

7 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V des BSt­Ger vom 21. Aug. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 4579).

Art. 3 Kostenvorschuss in den Beschwerdeverfahren  

1 So­fern das Ge­setz es vor­sieht, kön­nen die Be­schwer­de­kam­mern von der Be­schwer­de­füh­re­rin oder dem Be­schwer­de­füh­rer einen Kos­ten­vor­schuss in der Hö­he der mut­mass­li­chen Ge­richts­kos­ten er­he­ben. Wenn be­son­de­re Grün­de vor­lie­gen, kann auf die Er­he­bung des Kos­ten­vor­schus­ses ganz oder teil­wei­se ver­zich­tet wer­den.8

2 Zur Leis­tung des Kos­ten­vor­schus­ses wird ei­ne an­ge­mes­se­ne Frist ge­setzt.9

3 Die Kas­se des Bun­dess­traf­ge­richts ist für die Er­he­bung der Kos­ten­vor­schüs­se zu­stän­dig.

8 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V des BSt­Ger vom 21. Aug. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 4579).

9 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V des BSt­Ger vom 20. Aug. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3223).

Art. 4 Fälligkeit  

Die Ge­büh­ren und die Aus­la­gen wer­den mit Ein­tritt der Rechts­kraft des Ent­schei­des fäl­lig.

2. Abschnitt: Gebühren

Art. 5 Berechnungsgrundlagen  

Die Hö­he der Ge­bühr rich­tet sich nach Be­deu­tung und Schwie­rig­keit der Sa­che, der Vor­ge­hens­wei­se der Par­tei­en, ih­rer fi­nan­zi­el­len Si­tua­ti­on und dem Kanz­lei­auf­wand.

Art. 6 Gebühren im Vorverfahren  

(Art. 73 Abs. 3 Bst. a StBOG)

1 Die Ge­büh­ren für die po­li­zei­li­chen Er­mitt­lun­gen und für die Un­ter­su­chung um­fas­sen die Er­mitt­lungs- und Un­ter­su­chungs­kos­ten, die Kos­ten der Ver­fü­gun­gen und der an­de­ren Ver­fah­rens­hand­lun­gen so­wie die Kos­ten des En­dent­schei­des.

2 Die Ge­bühr für die Un­ter­su­chung um­fasst die Kos­ten der im Rah­men der Un­ter­su­chung aus­ge­führ­ten po­li­zei­li­chen Tä­tig­kei­ten.

3 Für die po­li­zei­li­chen Er­mitt­lun­gen wer­den die fol­gen­den Be­trä­ge als Ge­büh­ren er­ho­ben:

a.
im Fal­le ei­ner Nicht­an­hand­nah­me­ver­fü­gung (Art. 310 StPO10): 200–5000 Fran­ken;
b.
im Fal­le der Er­öff­nung ei­ner Un­ter­su­chung: 200–50 000 Fran­ken.

4 Für die Un­ter­su­chung wer­den die fol­gen­den Be­trä­ge als Ge­büh­ren er­ho­ben:

a.
im Fal­le ei­nes Straf­be­fehls (Art. 352 ff. StPO): 200–20 000 Fran­ken;
b.
bei Ein­stel­lung des Ver­fah­rens (Art. 319 ff. StPO): 200–40 000 Fran­ken;
c.
im Fal­le ei­ner An­kla­ge­er­he­bung (Art. 324 ff., 358 ff., 374 ff. StPO): 1000–100 000 Fran­ken;
d.
bei Ab­schluss des Ver­fah­rens durch an­der­wei­ti­gen Ent­scheid (Art. 316, 363 ff., 376 ff. StPO): 200–20 000 Fran­ken.

5 Die Ge­bühr für die po­li­zei­li­chen Er­mitt­lun­gen und die Un­ter­su­chung darf den Be­trag von 100 000 Fran­ken nicht über­schrei­ten.

Art. 7 Gebühren im erstinstanzlichen Hauptverfahren  

(Art. 73 Abs. 3 Bst. b StBOG)

In Fäl­len, in de­nen die Straf­kam­mer ent­schei­det, be­tra­gen die Ge­richts­ge­büh­ren:

a.
200–50 000 Fran­ken vor dem Ein­zel­ge­richt;
b.
1000–100 000 Fran­ken vor der Kam­mer in der Be­set­zung mit drei Rich­te­rin­nen oder Rich­tern.
Art. 7bis Gebühren im Berufungsverfahren und im Revisionsverfahren 11  

(Art. 73 Abs. 3 Bst. c StBOG)

In Fäl­len, in de­nen die Be­ru­fungs­kam­mer ent­schei­det, be­tra­gen die Ge­richts­ge­büh­ren 200–100 000 Fran­ken.

11 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V des BSt­Ger vom 21. Aug. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 4579).

Art. 8 Gebühren in Beschwerdeverfahren  

(Art. 73 Abs. 3 Bst. c StBOG, Art. 63 Abs. 4bis und 5 VwVG, Art. 25 Abs. 4 VStrR)

1 Für das Be­schwer­de­ver­fah­ren ge­mä­ss den Ar­ti­keln 393 ff. StPO12 so­wie ge­mä­ss VStrR kön­nen Ge­büh­ren von 200 bis 50 000 Fran­ken er­ho­ben wer­den.

2 Die Ge­büh­ren für die an­de­ren Ver­fah­ren ge­mä­ss StPO be­tra­gen zwi­schen 200 und 20 000 Fran­ken.

3 Die Ge­büh­ren für Ver­fah­ren ge­mä­ss dem VwVG be­tra­gen:

a.
in Fäl­len, in de­nen kei­ne Ver­mö­gens­in­ter­es­sen auf dem Spiel ste­hen: 100–5000 Fran­ken;
b.
in den üb­ri­gen Fäl­len: 100–50 000 Fran­ken.

3. Abschnitt: Auslagen

Art. 9  

1 Die Aus­la­gen wer­den ent­spre­chend den dem Bund ver­rech­ne­ten oder von ihm be­zahl­ten Be­trä­gen fest­ge­legt.

2 Aus­ge­nom­men sind die Kos­ten der In­haf­tie­rung.

2. Kapitel: Entschädigungen

1. Abschnitt: Entschädigungen an Parteien

Art. 10  

Auf die Be­rech­nung der Ent­schä­di­gung der ganz oder teil­wei­se frei­ge­spro­che­nen be­schul­dig­ten Per­son, der Wahl­ver­tei­di­gung, der gänz­lich oder teil­wei­se ob­sie­gen­den Pri­vat­klä­ger­schaft und der Dritt­per­son im Sin­ne von Ar­ti­kel 434 StPO13 sind die Be­stim­mun­gen über die Ent­schä­di­gung der amt­li­chen Ver­tei­di­gung an­wend­bar.

2. Abschnitt: Entschädigungen an die amtliche Verteidigung

Art. 11 Grundsatz  

1 Die An­walts­kos­ten um­fas­sen das Ho­no­rar und die not­wen­di­gen Aus­la­gen, na­ment­lich für Rei­se, Ver­pfle­gung und Un­ter­kunft so­wie Por­ti und Te­le­fon­spe­sen.

2 Die­ses Re­gle­ment ist nicht an­wend­bar auf das Ver­hält­nis zwi­schen der frei ge­wähl­ten An­wäl­tin oder dem frei ge­wähl­ten An­walt und der von ihr oder ihm im Straf­ver­fah­ren ver­tre­te­nen Par­tei.

Art. 12 Honorar  

1 Das Ho­no­rar wird nach dem not­wen­di­gen und aus­ge­wie­se­nen Zeit­auf­wand der An­wäl­tin oder des An­walts für die Ver­tei­di­gung be­mes­sen. Der Stun­den­an­satz be­trägt min­des­tens 200 und höchs­tens 300 Fran­ken.

2 Reicht die An­wäl­tin oder der An­walt die Kos­ten­no­te nicht bis zum Ab­schluss der Par­teiver­hand­lun­gen oder in­ner­halb der von der Ver­fah­rens­lei­tung an­ge­setz­ten Frist oder, im Ver­fah­ren vor der Be­schwer­de­kam­mer, spä­tes­tens mit der ein­zi­gen oder letz­ten Ein­ga­be ein, so setzt das Ge­richt das Ho­no­rar nach Er­mes­sen fest.

Art. 13 Auslagen  

1 Die Spe­sen wer­den auf­grund der tat­säch­li­chen Kos­ten ver­gü­tet.

2 Es wer­den höchs­tens ver­gü­tet:

a.
für Rei­sen in der Schweiz: die Kos­ten ei­nes Halb­tax-Bahn­bil­letts ers­ter Klas­se;
b.
für Flug­rei­sen aus dem Aus­land: ein Flug­bil­lett der Eco­no­my-Klas­se;
c.
für Mit­tag- und Nachtes­sen: die Be­trä­ge ge­mä­ss Ar­ti­kel 43 der Ver­ord­nung des EFD vom 6. De­zem­ber 200114 zur Bun­des­per­so­nal­ver­ord­nung (VB­PV);
d.
für Über­nach­tun­gen ein­sch­liess­lich Früh­stück: die Kos­ten für ein Ein­zel­zim­mer in ei­nem Dreis­tern­ho­tel am Ort der Ver­fah­rens­hand­lung;
e.
für ei­ne Fo­to­ko­pie: 50 Rap­pen bzw. bei Mas­sen­an­fer­ti­gun­gen 20 Rap­pen.

3 An­stel­le ei­ner Ent­schä­di­gung der Bahn­kos­ten kann aus­nahms­wei­se, ins­be­son­de­re bei er­heb­li­cher Zeiter­spar­nis, für die Be­nut­zung des pri­va­ten Mo­tor­fahr­zeu­ges ei­ne Ent­schä­di­gung aus­ge­rich­tet wer­den; der Ki­lo­me­ter­an­satz rich­tet sich nach Ar­ti­kel 46 VB­PV.

4 Recht­fer­ti­gen es be­son­de­re Ver­hält­nis­se, so kann an­stel­le der tat­säch­li­chen Kos­ten nach Ab­satz 2 ein Pau­schal­be­trag ver­gü­tet wer­den.

Art. 14 Mehrwertsteuer  

Die Ho­no­ra­re und Aus­la­gen ver­ste­hen sich ex­klu­si­ve Mehr­wert­steu­er.

3. Abschnitt: Entschädigungen an Zeuginnen, Zeugen und Auskunftspersonen

Art. 15 Grundsatz  

1 Zeu­gin­nen und Zeu­gen ha­ben An­spruch auf ei­ne an­ge­mes­se­ne Ent­schä­di­gung für Er­werbs­aus­fall und Spe­sen.

2 Zeu­gin­nen und Zeu­gen aus ei­nem an­de­ren Kan­ton oder aus dem Aus­land kann ein an­ge­mes­se­ner Vor­schuss für die ih­nen ent­ste­hen­den Aus­la­gen zu­ge­spro­chen wer­den.

3 Von Zeu­gin­nen und Zeu­gen kann ver­langt wer­den, dass sie Be­le­ge vor­le­gen.

Art. 16 Zeugengeld  

1 Zeu­gin­nen und Zeu­gen er­hal­ten je nach Zeit­auf­wand, ein­sch­liess­lich der not­wen­di­gen Rei­se­zeit, ein pau­scha­les Zeu­gen­geld von:

a.
30–100 Fran­ken, wenn die ge­sam­te In­an­spruch­nah­me nicht län­ger als einen hal­b­en Tag dau­ert;
b.
50–150 Fran­ken pro Tag, wenn die In­an­spruch­nah­me län­ger dau­ert.

2 Bei hin­rei­chend nach­ge­wie­se­nem oder glaub­haft ge­mach­tem Er­werbs­aus­fall be­trägt die Ent­schä­di­gung in der Re­gel 25–150 Fran­ken pro Stun­de.

3 Recht­fer­ti­gen es be­son­de­re Ver­hält­nis­se, so kann die Ver­fah­rens­lei­tung be­stim­men, dass der tat­säch­li­che Er­werbs­aus­fall ent­schä­digt wird. Dies gilt nicht für einen aus­ser­or­dent­lich ho­hen Er­werbs­aus­fall.

Art. 17 Auslagen  

1 Die Spe­sen wer­den auf­grund der tat­säch­li­chen Kos­ten ver­gü­tet. Es wer­den höchs­tens ver­gü­tet:

a.
für Rei­sen in der Schweiz: die Kos­ten ei­nes Halb­tax-Bahn­bil­letts zwei­ter Klas­se;
b.
für Flug­rei­sen aus dem Aus­land: ein Flug­bil­lett der Eco­no­my-Klas­se;
c.
für Mit­tag- und Nachtes­sen: die Be­trä­ge ge­mä­ss Ar­ti­kel 43 VB­PV15;
d.
für Über­nach­tun­gen ein­sch­liess­lich Früh­stück: die Kos­ten für ein Ein­zel­zim­mer in ei­nem Dreis­tern­ho­tel am Ort der Ver­fah­rens­hand­lung.

2 An­stel­le ei­ner Ent­schä­di­gung der Bahn­kos­ten kann aus­nahms­wei­se, ins­be­son­de­re bei er­heb­li­cher Zeiter­spar­nis, für die Be­nut­zung des pri­va­ten Mo­tor­fahr­zeu­ges ei­ne Ent­schä­di­gung aus­ge­rich­tet wer­den; der Ki­lo­me­ter­an­satz rich­tet sich nach Ar­ti­kel 46 VB­PV.

3 Muss die Zeu­gin oder der Zeu­ge we­gen Krank­heit, Ge­bre­chens, Al­ters oder aus an­de­ren ver­gleich­ba­ren Grün­den ein be­son­de­res Trans­port­mit­tel in An­spruch neh­men, so wer­den die da­für er­for­der­li­chen Aus­la­gen er­setzt. Muss die Zeu­gin oder der Zeu­ge we­gen be­son­de­rer Um­stän­de von ei­ner Per­son be­glei­tet wer­den, so hat die­se Be­gleit­per­son An­spruch auf die glei­che Ent­schä­di­gung wie ei­ne Zeu­gin oder ein Zeu­ge.

4 Recht­fer­ti­gen es be­son­de­re Ver­hält­nis­se, so kann an­stel­le der tat­säch­li­chen Kos­ten nach Ab­satz 1 ein Pau­schal­be­trag ver­gü­tet wer­den.

Art. 18 Entschädigung an Auskunftspersonen  

Aus­kunfts­per­so­nen oder an­de­re Dritt­per­so­nen, die von Be­weis­mass­nah­men be­trof­fen sind, wer­den wie Zeu­gin­nen und Zeu­gen ent­schä­digt.

4. Abschnitt: Entschädigung an Sachverständige, Übersetzerinnen, Übersetzer, Dolmetscherinnen und Dolmetscher

Art. 19 Entschädigung an Sachverständige  

1 Sach­ver­stän­di­ge wer­den grund­sätz­lich nach Auf­wand ent­schä­digt. Der An­satz rich­tet sich nach den er­for­der­li­chen Fach­kennt­nis­sen und der Schwie­rig­keit der Auf­trags­er­fül­lung, bei frei­be­ruf­lich tä­ti­gen Sach­ver­stän­di­gen in der Re­gel nach den üb­li­chen An­sät­zen der je­wei­li­gen Bran­che oder nach Ver­ein­ba­rung. Die Ent­schä­di­gung wird in der Re­gel auf­grund der von der sach­ver­stän­di­gen Per­son ein­ge­reich­ten Ho­no­rar­no­te fest­ge­setzt.

2 Die Ver­fah­rens­lei­tung kann vor Er­tei­lung des Gut­ach­ter­auf­trags einen Kos­ten­vor­an­schlag ver­lan­gen.

3 Er­scheint die Rech­nung als über­setzt, so kann die Ver­fah­rens­lei­tung die Ent­schä­di­gung her­ab­set­zen. Pflicht­ver­säum­nis­se der sach­ver­stän­di­gen Per­son wer­den ge­mä­ss Ar­ti­kel 191 StPO16 sank­tio­niert.

4 Für Rei­se- und Ver­pfle­gungs­ent­schä­di­gung und für wei­te­re Aus­la­gen der Sach­ver­stän­di­gen gel­ten sinn­ge­mä­ss die An­sät­ze ge­mä­ss Ar­ti­kel 13, so­weit nichts an­de­res ver­ein­bart wird.

5 Die Ho­no­ra­re und Aus­la­gen ver­ste­hen sich ex­klu­si­ve Mehr­wert­steu­er.

Art. 20 Entschädigung an Dolmetscherinnen, Dolmetscher, Übersetzerinnen und Übersetzer  

1 Dol­met­sche­rin­nen und Dol­met­scher wer­den in der Re­gel mit 80–120 Fran­ken pro Stun­de ent­schä­digt; die Ent­schä­di­gung der Über­set­ze­rin­nen und Über­set­zern rich­tet sich nach ih­rer Ho­no­rar­no­te, wo­bei die An­sät­ze für von der Bun­des­ver­wal­tung be­auf­trag­te Über­set­ze­rin­nen und Über­set­zer so­wie Re­vi­so­rin­nen und Re­vi­so­ren nicht über­schrit­ten wer­den dür­fen17. Der An­satz rich­tet sich nach den Sprach- und Fach­kennt­nis­sen (na­ment­lich Be­rufs­di­plom, Sprach­li­zen­ti­at, gleich­wer­ti­ge Aus­bil­dung oder ver­gleich­ba­re be­ruf­li­che Er­fah­rung).

2 Er­scheint die Rech­nung als über­setzt, na­ment­lich wenn der Auf­trag nicht kor­rekt oder nicht recht­zei­tig aus­ge­führt wor­den ist, so kann die Ver­fah­rens­lei­tung die Ent­schä­di­gung her­ab­set­zen.

3 Für Rei­se- und Ver­pfle­gungs­ent­schä­di­gung und für wei­te­re Aus­la­gen gel­ten sinn­ge­mä­ss die An­sät­ze ge­mä­ss Ar­ti­kel 17, so­weit nichts an­de­res ver­ein­bart wird.

4 Die Ent­schä­di­gun­gen ver­ste­hen sich ex­klu­si­ve Mehr­wert­steu­er.

17 An­hang zu den Wei­sun­gen der Bun­des­kanz­lei über den Bei­zug pri­va­ter Über­set­ze­rin­nen und Über­set­zer so­wie Re­vi­so­rin­nen und Re­vi­so­ren (www.bk.ad­min.ch/the­men/lang/04919/04933/in­dex.html?lang=de)

3. Kapitel: Schlussbestimmungen

Art. 21 Auszahlung und Rückerstattung der Verfahrenskosten  

1 Grund­sätz­lich kommt die Bun­des­an­walt­schaft bzw. in Ver­wal­tungs­straf­ver­fah­ren die be­tref­fen­de Ver­wal­tungs­be­hör­de für al­le Ver­fah­rens­kos­ten, die Ent­schä­di­gun­gen der Par­tei­en und die Ent­schä­di­gun­gen für die amt­li­che Ver­tei­di­gung auf.

2 Die Bun­dess­traf­ge­richts­kas­se trägt die vom Ge­richt in den Ver­fah­ren vor den Be­schwer­de­kam­mern oder nach An­kla­ge­er­he­bung ver­ur­sach­ten Kos­ten.

3 Mit dem Ent­scheid wird be­stimmt, in­wie­weit die be­schul­dig­te Per­son, die Pri­vat­klä­ger­schaft, die frei­ge­spro­che­ne Per­son oder die ver­ur­teil­te Per­son Er­satz zu leis­ten hat ge­gen­über dem Bund, der die amt­li­che Ver­tei­di­gung ent­schä­digt hat.

4 Bei län­ger dau­ern­der amt­li­cher Ver­tre­tung kön­nen Akon­to­zah­lun­gen aus­ge­rich­tet wer­den; die Ver­fah­rens­lei­tung legt de­ren Hö­he fest.

Art. 22 Schluss- und Übergangsbestimmungen  

1 Die­ses Re­gle­ment tritt am 1. Ja­nu­ar 2011 in Kraft.

2 Das Re­gle­ment vom 26. Sep­tem­ber 200618 über die Ent­schä­di­gun­gen in Ver­fah­ren vor dem Bun­dess­traf­ge­richt und das Re­gle­ment vom 11. Fe­bru­ar 200419 über die Ge­richts­ge­büh­ren vor dem Bun­dess­traf­ge­richt wer­den auf­ge­ho­ben.

3 Die­ses Re­gle­ment fin­det auch auf Ver­fah­ren An­wen­dung, die im Zeit­punkt sei­nes In­kraft­tre­tens hän­gig sind.

Art. 22a Übergangsbestimmung zur Änderung vom
21. August 2018
20  

Die Än­de­rung vom 21. Au­gust 2018 fin­det auch auf Ver­fah­ren An­wen­dung, die im Zeit­punkt ih­res In­kraft­tre­tens hän­gig sind.

20 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V des BSt­Ger vom 21. Aug. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 4579).

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