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Zivilstandsverordnung
(ZStV)

vom 28. April 2004 (Stand am 1. April 2021)

Der Schweizerische Bundesrat,

gestützt auf die Artikel 40, 43a, 44 Absatz 2, 45a Absatz 3, 48, 103 und Schlusstitel Artikel 6a Absatz 1 des Zivilgesetzbuches1 (ZGB)
sowie Artikel 8 des Partnerschaftsgesetzes vom 18. Juni 20042 (PartG),3

verordnet:

1 SR 210

2 SR 211.231

3 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 28. Juni 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2923).

1. Kapitel: Allgemeine Bestimmungen

Art. 1 Zivilstandskreise 4

1 Die Zi­vil­stands­krei­se wer­den von den Kan­to­nen so fest­ge­legt, dass sich für die Zi­vil­stands­be­am­tin­nen und Zi­vil­stands­be­am­ten ein ge­nü­gend ho­her Be­schäf­ti­gungs­grad er­gibt, da­mit ein fach­lich zu­ver­läs­si­ger Voll­zug ge­währ­leis­tet ist. Der Be­schäf­ti­gungs­grad be­trägt min­des­tens 40 Pro­zent. Er wird aus­sch­liess­lich auf­grund zi­vil­stands­amt­li­cher Tä­tig­kei­ten be­rech­net.

2 Das Eid­ge­nös­si­sche Jus­tiz- und Po­li­zei­de­par­te­ment (EJPD) kann in be­son­ders be­grün­de­ten Fäl­len auf Ge­such der kan­to­na­len Auf­sichts­be­hör­de im Zi­vil­stands­we­sen (Auf­sichts­be­hör­de) Aus­nah­men vom mi­ni­ma­len Be­schäf­ti­gungs­grad be­wil­li­gen. Die Auf­sichts­be­hör­de ent­schei­det in ei­ge­ner Ver­ant­wor­tung, wenn sich die Aus­nah­me nur auf den Be­schäf­ti­gungs­grad der Zi­vil­stands­be­am­tin oder des Zi­vil­stands­be­am­ten be­zieht und die Grös­se ei­nes Zi­vil­stands­krei­ses nicht ver­än­dert wird. Der fach­lich zu­ver­läs­si­ge Voll­zug ist in je­dem Fall zu ge­währ­leis­ten.

3 Zi­vil­stands­krei­se kön­nen Ge­mein­den meh­re­rer Kan­to­ne um­fas­sen. Die be­tei­lig­ten Kan­to­ne tref­fen im Ein­ver­neh­men mit dem Eid­ge­nös­si­schen Amt für das Zi­vil­stands­we­sen (EA­ZW) die nö­ti­gen Ver­ein­ba­run­gen.

4 Die Kan­to­ne mel­den je­de Ver­än­de­rung ei­nes Zi­vil­stands­krei­ses vor­gän­gig dem EA­ZW.

4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 4. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3061).

Art. 1a Amtssitz und Amtsräume 5

1 Die Kan­to­ne be­zeich­nen für je­den Zi­vil­stands­kreis den Amts­sitz.

2 Die Kan­to­ne mel­den die Ver­le­gung ei­nes Amts­sit­zes vor­gän­gig dem EA­ZW.

3 In je­dem Zi­vil­stands­kreis wird min­des­tens ein Amts­raum be­zeich­net, der für die Durch­füh­rung von Trau­un­gen und die Be­grün­dung ein­ge­tra­ge­ner Part­ner­schaf­ten kos­ten­frei zur Ver­fü­gung steht.

4 Die Be­nut­zung an­de­rer Lo­ka­le für die Durch­füh­rung von Trau­un­gen und die Be­grün­dung ein­ge­tra­ge­ner Part­ner­schaf­ten un­ter­liegt der Be­wil­li­gung der Auf­sichts­be­hör­de; vor­be­hal­ten blei­ben die Fäl­le nach den Ar­ti­keln 70 Ab­satz 2 und 75i Ab­satz 2.

5 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 4. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3061).

Art. 2 Sonderzivilstandsämter

1 Die Kan­to­ne kön­nen Son­der­zi­vil­stand­säm­ter bil­den, de­ren Zi­vil­stands­kreis das gan­ze Kan­tons­ge­biet um­fasst. Sie be­zeich­nen de­ren Amts­sitz, so­fern die­ser nicht mit demje­ni­gen ei­nes or­dent­li­chen Zi­vil­stands­amts iden­tisch ist.6

2 Sie kön­nen den Son­der­zi­vil­stand­säm­tern fol­gen­de Auf­ga­ben zu­tei­len:

a.
Be­ur­kun­den von aus­län­di­schen Ent­schei­dun­gen oder Ur­kun­den über den Zi­vil­stand auf Grund von Ver­fü­gun­gen der ei­ge­nen Auf­sichts­be­hör­de (Art. 32 des BG vom 18. Dez. 19877 über das In­ter­na­tio­na­le Pri­vat­recht, IPRG);
b.
Be­ur­kun­den von Ur­tei­len oder Ver­fü­gun­gen der Ge­rich­te oder Ver­wal­tungs­be­hör­den des ei­ge­nen Kan­tons;
c.8
Be­ur­kun­den von Ver­wal­tungs­ver­fü­gun­gen des Bun­des, wenn ei­ge­ne Kan­tons­bür­ge­rin­nen oder Kan­tons­bür­ger be­trof­fen sind, oder von Bun­des­ge­richts­ur­tei­len, wenn ers­tin­stanz­lich ein Ge­richt oder ei­ne Ver­wal­tungs­be­hör­de des ei­ge­nen Kan­tons ent­schie­den hat.

3 Sie kön­nen die­se Auf­ga­ben auch or­dent­li­chen Zi­vil­stand­säm­tern zu­tei­len.

4 Meh­re­re Kan­to­ne kön­nen ge­mein­sa­me Son­der­zi­vil­stand­säm­ter bil­den. Sie tref­fen im Ein­ver­neh­men mit dem EA­ZW9 die nö­ti­gen Ver­ein­ba­run­gen.

6 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 4. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3061).

7 SR 291

8 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 26. Okt. 2016, in Kraft seit 1. Ju­li 2017 (AS 2016 3925).

9 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. I der V vom 4. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3061). Die­se Änd. wur­de im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.

Art. 3 Amtssprache

1 Die Amtss­pra­che rich­tet sich nach der kan­to­na­len Re­ge­lung.

2 Ei­ne sprach­lich ver­mit­teln­de Per­son ist bei­zu­zie­hen, wenn bei ei­ner Amts­hand­lung die Ver­stän­di­gung nicht ge­währ­leis­tet ist. Die Kos­ten sind von den be­tei­lig­ten Pri­va­ten zu tra­gen, so­weit es sich nicht um sprach­li­che Ver­mitt­lung für Ge­hör­lo­se han­delt.

3 Die Zi­vil­stands­be­am­tin oder der Zi­vil­stands­be­am­te hält die Per­so­na­li­en der sprach­lich ver­mit­teln­den Per­son schrift­lich fest, er­mahnt die­se zur Wahr­heit und weist sie auf die Straf­fol­gen ei­ner falschen Ver­mitt­lung hin.

4 Ur­kun­den, die nicht in ei­ner schwei­ze­ri­schen Amtss­pra­che ab­ge­fasst sind, kön­nen zu­rück­ge­wie­sen wer­den, wenn sie nicht von ei­ner be­glau­big­ten deut­schen, fran­zö­si­schen oder ita­lie­ni­schen Über­set­zung be­glei­tet sind.

5 Die Zi­vil­stands­be­hör­den sor­gen für die Über­set­zung, so­weit dies not­wen­dig und mög­lich ist.

6 Die Kos­ten der Über­set­zung sind von den be­tei­lig­ten Pri­va­ten zu tra­gen.

Art. 4 Zivilstandsbeamtin und Zivilstandsbeamter 10

1 Die Kan­to­ne ord­nen je­dem Zi­vil­stands­amt die nö­ti­ge An­zahl Zi­vil­stands­be­am­tin­nen und Zi­vil­stands­be­am­te zu. Sie be­stim­men ei­ne die­ser Per­so­nen als Lei­te­rin oder Lei­ter und re­geln die Stell­ver­tre­tung.

2 Ei­ne Zi­vil­stands­be­am­tin oder ein Zi­vil­stands­be­am­ter kann für meh­re­re Zi­vil­stands­krei­se zu­stän­dig sein.

3 Die Er­nen­nung oder Wahl zur Zi­vil­stands­be­am­tin oder zum Zi­vil­stands­be­am­ten setzt vor­aus:

a.
das Schwei­zer Bür­ger­recht;
b.
die Hand­lungs­fä­hig­keit;
c.
den eid­ge­nös­si­schen Fach­aus­weis für Zi­vil­stands­be­am­tin­nen und Zi­vil­stands­be­am­te.

4 Be­sitzt ei­ne zu er­nen­nen­de oder zu wäh­len­de Per­son den Fach­aus­weis nicht, so wird ihr mit Be­wil­li­gung der Auf­sichts­be­hör­de in der Er­nen­nungs- oder Wahl­ver­fü­gung ei­ne Frist für des­sen Er­werb ge­setzt. In be­grün­de­ten Aus­nah­me­fäl­len wird die Frist im Ein­ver­neh­men mit der Auf­sichts­be­hör­de ver­län­gert.

5 Bis zum Er­werb des Fach­aus­wei­ses ent­schei­det die Auf­sichts­be­hör­de im Ein­ver­neh­men mit der Lei­te­rin oder dem Lei­ter des Zi­vil­stands­am­tes über den Funk­ti­ons­be­reich ei­ner Zi­vil­stands­be­am­tin oder ei­nes Zi­vil­stands­be­am­ten un­ter Be­rück­sich­ti­gung der er­wor­be­nen theo­re­ti­schen und prak­ti­schen Fach­kennt­nis­se.

6 Die Kan­to­ne kön­nen wei­te­re Vor­aus­set­zun­gen für die Er­nen­nung oder Wahl zur Zi­vil­stands­be­am­tin oder zum Zi­vil­stands­be­am­tenfest­le­gen.

10 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 4. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3061).

Art. 5 Vertretungen der Schweiz im Ausland 11

1 Die Ver­tre­tun­gen der Schweiz im Aus­land ha­ben im Zi­vil­stands­we­sen ins­be­son­de­re fol­gen­de Auf­ga­ben:12

a.
In­for­ma­ti­on und Be­ra­tung der be­trof­fe­nen Per­so­nen;
b.
Be­schaf­fung, Ent­ge­gen­nah­me, Be­glau­bi­gung, Über­set­zung und Über­mitt­lung aus­län­di­scher Ent­schei­dun­gen und Ur­kun­den über den Zi­vil­stand;
c.
Ent­ge­gen­nah­me und Über­mitt­lung von Ge­su­chen und Er­klä­run­gen für die Ehe­schlies­sung (Art. 63 Abs. 2 und 65 Abs. 1) oder Be­grün­dung ei­ner ein­ge­tra­ge­nen Part­ner­schaft (Art. 75b Abs. 2 und 75d Abs. 1) in der Schweiz, An­hö­rung der Ver­lob­ten (Art. 74a Abs. 2) oder der Part­ne­rin­nen und Part­ner (Art. 75m Abs. 2) und Über­mitt­lung von schwei­ze­ri­schen Ehe­fä­hig­keits­zeug­nis­sen im Hin­blick auf die Ehe­schlies­sung imAus­land (Art. 75);
d.
Ent­ge­gen­nah­me und Über­mitt­lung von Er­klä­run­gen über die Va­ter­schaft (Art. 11 Abs. 6), wenn ei­ne Be­ur­kun­dung der An­er­ken­nung des Kin­des im Aus­land nicht mög­lich ist;
e.13
Ent­ge­gen­nah­me und Über­mitt­lung von Na­mens­er­klä­run­gen (Art. 12 Abs. 2, 12a Abs. 2, 13 Abs. 1, 13a Abs. 1, 14 Abs. 2, 14a Abs. 1, 37 Abs. 4 so­wie 37a Abs. 5);
f.
Ab­klä­rung von Ge­mein­de- und Kan­tons­bür­ger­rech­ten und des Schwei­zer Bür­ger­rechts;
g.
Über­prü­fung der Echt­heit aus­län­di­scher Ur­kun­den;
h.
Be­schaf­fung und Über­mitt­lung von In­for­ma­tio­nen über das aus­län­di­sche Recht;
i.
Er­he­bung von Ge­büh­ren.

2 Sie mel­den dem Zi­vil­stands­amt und der Auf­sichts­be­hör­de zu­han­den der zu­stän­di­gen kan­to­na­len Aus­län­der­be­hör­de Tat­sa­chen, die dar­auf hin­deu­ten, dass mit ei­ner be­ab­sich­tig­ten oder er­folg­ten Ehe­schlies­sung oder Be­grün­dung ei­ner ein­ge­tra­ge­nen Part­ner­schaft ei­ne Um­ge­hung der Be­stim­mun­gen über Zu­las­sung und Auf­ent­halt von Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­dern bezweckt wird (Art. 82a der V vom 24. Okt. 200714 über Zu­las­sung, Auf­ent­halt und Er­werbs­tä­tig­keit, VZAE).15

3 Das EA­ZW er­lässt die nö­ti­gen Wei­sun­gen und übt die Auf­sicht aus.

11 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 4. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3061).

12 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 7. Nov. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 6463).

13 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 14. Mai 2014, in Kraft seit 1. Ju­li 2014 (AS 2014 1327).

14 SR 142.201

15 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 31. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 4309).

Art. 6 Zivilstandsformulare 16

Das EA­ZW legt die For­mu­la­re fest, die im Zi­vil­stands­we­sen in Pa­pier­form oder elek­tro­ni­scher Form zur Er­stel­lung von Do­ku­men­ten aus dem Zi­vil­stands- und Per­so­nen­stands­re­gis­ter zu ver­wen­den sind.

16 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 2 der V vom 8. Dez. 2017 über die Er­stel­lung elek­tro­ni­scher öf­fent­li­cher Ur­kun­den und elek­tro­ni­scher Be­glau­bi­gun­gen, in Kraft seit 1. Fe­br. 2018 (AS 2018 89).

Art. 6a Zivilstandsregister, Personenstandsregister 17

1 Als Zi­vil­stands­re­gis­ter gilt die Ge­samt­heit al­ler seit 1876 in Pa­pier­form oder in elek­tro­ni­scher Form ge­führ­ten Re­gis­ter (Ge­burts­re­gis­ter, To­des­re­gis­ter, Ehe­re­gis­ter, An­er­ken­nungs­re­gis­ter, Le­gi­ti­ma­ti­ons­re­gis­ter, Fa­mi­li­en­re­gis­ter und Per­so­nen­stands­re­gis­ter).

2 Als Per­so­nen­stands­re­gis­ter gilt das ge­stützt auf Ar­ti­kel 39 Ab­satz 1 ZGB ge­führ­te elek­tro­ni­sche Be­ur­kun­dungs­re­gis­ter, das die in Pa­pier­form ge­führ­ten Zi­vil­stands­re­gis­ter ab­löst.18

3 Zi­vil­stands­re­gis­ter, die vor den in Ar­ti­kel 92a Ab­satz 1 auf­ge­führ­ten Zeiträu­men ge­führt wur­den, gel­ten als Ar­chiv­gut.19

17 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 4. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3061).

18 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 31. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 4309).

19 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 26. Okt. 2016, in Kraft seit 1. Ju­li 2017 (AS 2016 3925).

2. Kapitel: Gegenstand der Beurkundung

Art. 7 Personenstand

1 Ge­gen­stand der Be­ur­kun­dung ist der Per­so­nen­stand (Art. 39 Abs. 2 ZGB).

2 Er­fasst wer­den:

a.
Ge­burt;
b.
Fin­del­kind;
c.
Tod;
d.
Tod ei­ner Per­son mit un­be­kann­ter Iden­ti­tät;
e.
Na­mens­er­klä­rung;
f.
Kin­des­an­er­ken­nung;
g.
Bür­ger­recht;
h.
Ehe­vor­be­rei­tung;
i.
Ehe;
j.
Eheauf­lö­sung;
k.
Na­mens­än­de­rung;
l.
Kin­des­ver­hält­nis;
m.
Ad­op­ti­on;
n.
Ver­schol­le­n­er­klä­rung;
o.
Ge­schlechts­än­de­rung;
p.20
Vor­be­rei­tung der Ein­tra­gung ei­ner Part­ner­schaft;
q.21
Ein­tra­gung ei­ner Part­ner­schaft;
r.22
Auf­lö­sung ei­ner ein­ge­tra­ge­nen Part­ner­schaft.

20 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 28. Ju­ni 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2923).

21 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 28. Ju­ni 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2923).

22 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 28. Ju­ni 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2923).

Art. 8 Daten

Fol­gen­de Da­ten wer­den im Per­so­nen­stands­re­gis­ter ge­führt:

a.
Sys­tem­da­ten:
1.
Sys­tem­num­mern,
2.
Ein­tra­gungs­art,
3.
Ein­tra­gungs­sta­tus,
4.
Ver­zeich­nis­se (Ge­mein­den, Zi­vil­stands­krei­se, Staa­ten, Adres­sen);
b.23
Ver­si­cher­ten­num­mer nach Ar­ti­kel 50c des Bun­des­ge­set­zes vom 20. De­zem­ber 194624 über die Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung (AHV-Ver­si­cher­ten­num­mer);
bbis.25
c.
Na­men:
1.
Fa­mi­li­enna­me,
2.
Le­di­gna­me,
3.
Vor­na­men,
4.
an­de­re amt­li­cheNa­men;
d.
Ge­schlecht;
e.
Ge­burt:
1.
Da­tum,
2.
Zeit,
3.
Ort,
4.
Tot­ge­burt;
f.
Zi­vil­stand:
1.26
Sta­tus (le­dig – ver­hei­ra­tet/ge­schie­den/ver­wit­wet/un­ver­hei­ra­tet – in ein­ge­tra­ge­ner Part­ner­schaft/auf­ge­lös­te Part­ner­schaft: ge­richt­lich auf­ge­lös­te Part­ner­schaft/durch Tod auf­ge­lös­te Part­ner­schaft /durch Ver­schol­len­er­klä­rung auf­ge­lös­te Part­ner­schaft),
2.
Da­tum;
g.
Tod:
1.
Da­tum,
2.
Zeit,
3.
Ort;
h.27
Wohn­sitz;
i.
Auf­ent­halts­ort;
j.
Le­bens­sta­tus;
k.28
Er­wach­se­nen­schutz:
1.
Er­rich­tung ei­nes Vor­sor­ge­auf­trags und des­sen Hin­ter­le­gungs­ort (Art. 361 Abs. 3 ZGB),
2.
um­fas­sen­de Bei­stand­schaft oder Wirk­sam­keit ei­nes Vor­sor­ge­auf­trags in­fol­ge dau­ern­der Ur­teil­s­un­fä­hig­keit (Art. 449c ZGB);
l.
El­tern:
1.
Fa­mi­li­enna­me der Mut­ter,
2.
Vor­na­men der Mut­ter,
3.
an­de­re amt­li­cheNa­men der Mut­ter,
4.
Fa­mi­li­enna­me des Va­ters,
5.
Vor­na­men des Va­ters,
6.
an­de­re amt­li­cheNa­men des Va­ters;
m.
Ad­op­tiv­el­tern:
1.
Fa­mi­li­enna­me der Ad­op­tiv­mut­ter,
2.
Vor­na­men der Ad­op­tiv­mut­ter,
3.
an­de­re amt­li­cheNa­men der Ad­op­tiv­mut­ter,
4.
Fa­mi­li­enna­me des Ad­op­tiv­va­ters,
5.
Vor­na­men des Ad­op­tiv­va­ters,
6.
an­de­re amt­li­cheNa­men des Ad­op­tiv­va­ters;
n.
Bür­ger­recht / Staats­an­ge­hö­rig­keit:
1.
Da­tum (gül­tig ab/gül­tig bis),
2.
Er­werbs­grund,
3.
An­mer­kung zum Er­werbs­grund,
4.
Ver­lust­grund,
5.
An­mer­kung zum Ver­lust­grund,
6.
Re­fe­renz Fa­mi­li­en­re­gis­ter,
7.
Bur­ger- oder Kor­po­ra­ti­ons­recht;
o.
Be­zie­hungs­da­ten:
1.29
Art (Ehe­ver­hält­nis/ein­ge­tra­ge­ne Part­ner­schaft/Kin­des­ver­hält­nis),
2.
Da­tum (gül­tig ab/gül­tig bis),
3.
Auf­lö­sungs­grund.

23 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 4. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3061).

24 SR 831.10

25 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 2 der Re­gis­ter­har­mo­ni­sie­rungs­ver­ord­nung vom 21. Nov. 2007 (AS 2007 6719). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 4. Ju­ni 2010, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3061).

26 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Ju­ni 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2923).

27 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 7. Nov. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 6463).

28 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 7. Nov. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 6463).

29 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Ju­ni 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2923).

Art. 8a Zuweisung der AHV-Versichertennummer 30

Die Zen­tra­le Aus­gleichs­stel­le der Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung (ZAS) weist der nach Ar­ti­kel 53 Ab­satz 1 ge­mel­de­ten Per­son die AHV-Ver­si­cher­ten­num­mer zu.

30 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 2 der Re­gis­ter­har­mo­ni­sie­rungs­ver­ord­nung vom 21. Nov. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 6719).

Art. 9 Geburt

1 Als Ge­bur­ten wer­den die Le­bend- und die Tot­ge­bur­ten be­ur­kun­det.

2 Als Tot­ge­bo­re­nes wird ein Kind be­zeich­net, das oh­ne Le­bens­zei­chen auf die Welt kommt und ein Ge­burts­ge­wicht von min­des­tens 500 Gramm oder ein Ge­sta­ti­ons­al­ter von min­des­tens 22 vollen­de­ten Wo­chen auf­weist.31

3 Bei Tot­ge­bo­re­nen kön­nen Fa­mi­li­enna­me und Vor­na­men er­fasst wer­den, wenn es die zur Vor­na­mens­ge­bung be­rech­tig­ten Per­so­nen (Art. 37c Abs. 1) wün­schen.32

31 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 31. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 4309).

32 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 31. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 4309).

Art. 9a Fehlgeburt 33

1 Als Fehl­ge­bo­re­nes wird ein Kind be­zeich­net, das oh­ne Le­bens­zei­chen zur Welt kommt und we­der ein Ge­burts­ge­wicht von min­des­tens 500 Gramm noch ein Ge­sta­ti­ons­al­ter von min­des­tens 22 vollen­de­ten Wo­chen auf­weist.

2 Ei­ne Fehl­ge­burt kann dem Zi­vil­stands­amt ge­mel­det wer­den. Die­ses stellt auf An­trag ei­ne Be­stä­ti­gung aus. An­trags­be­rech­tigt ist die Per­son, die die Fehl­ge­burt er­lit­ten hat oder schrift­lich er­klärt, Er­zeu­ger zu sein. Die Be­stä­ti­gung wird aus­ge­stellt, wenn der Er­eig­ni­sort in der Schweiz ist oder wenn die an­trag­stel­len­de Per­son ih­ren Wohn­sitz oder ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt in der Schweiz hat oder das Schwei­zer Bür­ger­recht be­sitzt.

3 Ei­ne Fehl­ge­burt wird nicht im Per­so­nen­stands­re­gis­ter be­ur­kun­det und nicht dem Bun­des­amt für Sta­tis­tik ge­mel­det. Fin­det sie je­doch zu­sam­men mit ei­ner Ge­burt nach Ar­ti­kel 9 statt, so wird sie auf Wunsch be­ur­kun­det.

33 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 31. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 4309).

Art. 9b Form der Meldung, Zuständigkeit, Aufbewahrung 34

1 Die Mel­dung ei­ner Fehl­ge­burt ist auf ei­nem For­mu­lar ein­zu­rei­chen, das auf der In­ter­netsei­te des EA­ZW ab­ruf­bar ist35. Sie muss die Un­ter­schrift der mel­den­den Per­son ent­hal­ten.

2 Der Mel­dung bei­zu­le­gen sind fol­gen­de Do­ku­men­te:

a.
ei­ne Ko­pie des Rei­se­pas­ses, der Iden­ti­täts­kar­te oder ei­nes gleich­wer­ti­gen Aus­wei­ses der mel­den­den Per­son;
b.
ei­ne Be­schei­ni­gung der Fehl­ge­burt durch die Ärz­tin, den Arzt, die Heb­am­me oder den Ent­bin­dungs­pfle­ger.

3 Zu­stän­dig für die Ent­ge­gen­nah­me der Mel­dung ist je­des Zi­vil­stands­amt.

4 Das Zi­vil­stands­amt be­wahrt die Mel­dung zu­sam­men mit den an­de­ren Do­ku­men­ten auf. Die Ar­ti­kel 31–33 sind sinn­ge­mä­ss an­wend­bar.

34 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 31. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 4309).

35 Das For­mu­lar ist gra­tis ab­ruf­bar auf der In­ter­netsei­te www.ea­zw.ad­min.ch.

Art. 9c Bestätigung der Fehlgeburt 36

1 Das Zi­vil­stands­amt be­stä­tigt die Fehl­ge­burt; das EA­ZW stellt da­für ein For­mu­lar zur Ver­fü­gung.

2 In der Be­stä­ti­gung wird als Mut­ter die Frau ein­ge­tra­gen, die die Fehl­ge­burt er­lit­ten hat. Als Va­ter wird der Mann ein­ge­tra­gen, der schrift­lich er­klärt, der Er­zeu­ger zu sein.

3 Das Fehl­ge­bo­re­ne kann in der Be­stä­ti­gung auf Wunsch der mel­den­den Per­son mit Na­me und Vor­na­men ein­ge­tra­gen wer­den. Für die Be­stim­mung des Na­mens des Fehl­ge­bo­re­nen gel­ten die Ar­ti­kel 37 und 37a sinn­ge­mä­ss; bei Vor­lie­gen ach­tens­wer­ter Grün­de kann da­von ab­ge­wi­chen wer­den.

36 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 31. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 4309).

Art. 10 Findelkind

Als Fin­del­kind gilt ein aus­ge­setz­tes Kind un­be­kann­ter Ab­stam­mung.

Art. 11 Kindesanerkennung

1 Als Kin­des­an­er­ken­nung gilt die An­er­ken­nung ei­nes Kin­des, das nur zur Mut­ter in ei­nem Kin­des­ver­hält­nis steht, durch den Va­ter.

2 Die An­er­ken­nung kann vor der Ge­burt des Kin­des er­fol­gen.

3 Aus­ge­schlos­sen ist die Be­ur­kun­dung der An­er­ken­nung ei­nes ad­op­tier­ten Kin­des.

4 Ist der An­er­ken­nungs­wil­li­ge min­der­jäh­rig, steht er un­ter um­fas­sen­der Bei­stand­schaft (Art. 398 ZGB) oder wur­de für ihn auf­grund dau­ern­der Ur­teil­s­un­fä­hig­keit ein Vor­sor­ge­auf­trag wirk­sam (Art. 449c Ziff. 2 ZGB), so ist die not­wen­di­ge Zu­stim­mung sei­nes ge­setz­li­chen Ver­tre­ters (Art. 260 Abs. 2 ZGB) schrift­lich ab­zu­ge­ben. Ver­tre­tungs­be­fug­nis­se sind nach­zu­wei­sen und Un­ter­schrif­ten zu be­glau­bi­gen.37

5 Die Er­klä­rung über die An­er­ken­nung kann un­ter Vor­be­halt von Ar­ti­kel 71 Ab­satz 1 IPRG38 von je­der Zi­vil­stands­be­am­tin und je­dem Zi­vil­stands­be­am­ten ent­ge­gen­ge­nom­men wer­den. Ist es dem An­er­ken­nen­den nicht mög­lich, per­sön­lich zu er­schei­nen, so kann die Er­klä­rung aus­ser­halb der Amts­räu­me ent­ge­gen­ge­nom­men wer­den.39

6 In be­son­ders be­grün­de­ten Aus­nah­me­fäl­len kann die Be­ur­kun­dung aus­ser­halb des Zi­vil­stands­amts, na­ment­lich durch am Ort ei­ner Kli­nik oder ei­ner Straf­voll­zugs­an­stalt zu­stän­di­ge Zi­vil­stands­be­am­tin­nen oder Zi­vil­stands­be­am­te, oder durch Ver­mitt­lung der zu­stän­di­gen Ver­tre­tung der Schweiz im Aus­land er­fol­gen.

7 Die Kin­des­an­er­ken­nung ist un­ter Hin­weis auf die Ar­ti­kel 260a–260cZGB der Mut­ter so­wie dem Kind oder nach sei­nem To­de den Nach­kom­men mit­zu­tei­len.

37 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 7. Nov. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 6463).

38 SR 291

39 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 4. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3061).

Art. 11a Wirkung der Anerkennung auf die Namensführung des Kindes 40

Wird das Kind durch den Va­ter an­er­kannt und ist es nicht das ers­te ge­mein­sa­me Kind der nicht mit­ein­an­der ver­hei­ra­te­ten El­tern, so er­hält es un­ab­hän­gig von der Zu­wei­sung der el­ter­li­chen Sor­ge den Le­di­gna­men des El­tern­teils, den die an­de­ren ge­mein­sa­men Kin­der die­ser El­tern ge­stützt auf Ar­ti­kel 270a ZGB tra­gen.

40 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 14. Mai 2014, in Kraft seit 1. Ju­li 2014 (AS 2014 1327).

Art. 11b Anerkennung und Erklärung über die gemeinsame elterliche Sorge 41

1 Die El­tern ge­ben die Er­klä­rung über die ge­mein­sa­me el­ter­li­che Sor­ge nach Ar­ti­kel 298a Ab­satz 4 ers­ter Satz ZGB ge­mein­sam und schrift­lich ge­gen­über der Zi­vil­stands­be­am­tin oder dem Zi­vil­stands­be­am­ten ab, wel­che oder wel­cher die Er­klä­rung über die An­er­ken­nung ent­ge­gen­nimmt.42

2 Sie schlies­sen gleich­zei­tig ei­ne Ver­ein­ba­rung über die An­rech­nung der Er­zie­hungs­gut­schrif­ten nach Ar­ti­kel 52fbis Ab­satz 3 der Ver­ord­nung vom 31. Ok­to­ber 194743 über die Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung oder rei­chen in­nert drei Mo­na­ten ei­ne sol­che Ver­ein­ba­rung bei der zu­stän­di­gen Kin­des­schutz­be­hör­de ein.44

41 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 14. Mai 2014, in Kraft seit 1. Ju­li 2014 (AS 2014 1327).

42 Die Be­rich­ti­gung vom 1. Ju­li 2014 be­trifft nur den fran­zö­si­schen Text (AS 2014 2049).

43 SR 831.101

44 In Kraft seit 1. Jan. 2015.

Art. 12 Namenserklärung vor der Trauung 45

1 Die Braut­leu­te ge­ben ge­gen­über der Zi­vil­stands­be­am­tin oder dem Zi­vil­stands­be­am­ten, wel­che oder wel­cher das Vor­be­rei­tungs­ver­fah­ren zur Ehe­schlies­sung durch­führt oder die Trau­ung vor­nimmt, die Er­klä­rung nach Ar­ti­kel 160 Ab­satz 2 oder 3 ZGB ab.

2 Bei Trau­ung im Aus­land kann die Er­klä­rung der Ver­tre­tung der Schweiz oder dem Zi­vil­stands­amt des Hei­mator­tes oder des schwei­ze­ri­schen Wohn­sit­zes der Braut oder des Bräu­ti­gams ab­ge­ge­ben wer­den.

3 Die Un­ter­schrif­ten wer­den be­glau­bigt, wenn die Na­mens­er­klä­rung un­ab­hän­gig vom Vor­be­rei­tungs­ver­fah­ren ab­ge­ge­ben wird.

45 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 7. Nov. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 6463).

Art. 12a Namenserklärung vor der Beurkundung der eingetragenen Partnerschaft 46

1 Die Part­ne­rin­nen oder Part­ner kön­nen ge­gen­über der Zi­vil­stands­be­am­tin oder dem Zi­vil­stands­be­am­ten, wel­che oder wel­cher das Vor­ver­fah­ren zur Ein­tra­gung der Part­ner­schaft durch­führt oder die ein­ge­tra­ge­ne Part­ner­schaft be­ur­kun­det, die Er­klä­rung nach Ar­ti­kel 12a PartG ab­ge­ben.

2 Wird die Part­ner­schaft im Aus­land ein­ge­tra­gen, so kann die Er­klä­rung der Ver­tre­tung der Schweiz oder dem Zi­vil­stands­amt des Hei­mator­tes oder des schwei­ze­ri­schen Wohn­sit­zes ei­ner der Part­ne­rin­nen oder ei­nes der Part­ner ab­ge­ge­ben wer­den.

3 Die Un­ter­schrif­ten wer­den be­glau­bigt, wenn die Na­mens­er­klä­rung un­ab­hän­gig vom Vor­ver­fah­ren ab­ge­ge­ben wird.

46 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 7. Nov. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 6463).

Art. 13 Namenserklärung nach Auflösung der Ehe 47

1 Die Ehe­gat­tin oder der Ehe­gat­te kann nach Auf­lö­sung der Ehe die Er­klä­rung nach Ar­ti­kel 30a oder 119 ZGB je­der Zi­vil­stands­be­am­tin oder je­dem Zi­vil­stands­be­am­ten in der Schweiz oder der Ver­tre­tung der Schweiz im Aus­land ab­ge­ben.

2 Die Un­ter­schrift wird be­glau­bigt.

47 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 7. Nov. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 6463).

Art. 13a Namenserklärung nach Auflösung der eingetragenen Partnerschaft 48

1 Die Part­ne­rin oder der Part­ner kann nach Auf­lö­sung der ein­ge­tra­ge­nen Part­ner­schaft die Er­klä­rung nach Ar­ti­kel 30a PartG je­der Zi­vil­stands­be­am­tin oder je­dem Zi­vil­stands­be­am­ten in der Schweiz oder der Ver­tre­tung der Schweiz im Aus­land ab­ge­ben.

2 Die Un­ter­schrift wird be­glau­bigt.

48 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 7. Nov. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 6463).

Art. 14 Erklärung über die Unterstellung des Namens unter das Heimatrecht

1 Im Zu­sam­men­hang mit ei­nem sie oder ihn per­sön­lich be­tref­fen­den Zi­vil­stands­er­eig­nis kann die Schwei­ze­rin oder der Schwei­zer mit Wohn­sitz im Aus­land oder die Aus­län­de­rin oder der Aus­län­der ge­gen­über der Zi­vil­stands­be­am­tin oder dem Zi­vil­stands­be­am­ten schrift­lich er­klä­ren, ih­ren oder sei­nen Na­men dem Hei­mat­recht un­ter­stel­len zu wol­len (Art. 37 Abs. 2 IPRG49).50

2 Im Zu­sam­men­hang mit ei­nem aus­län­di­schen Zi­vil­stand­ser­eig­nis kann ei­ne sol­che Er­klä­rung der Auf­sichts­be­hör­de di­rekt oder durch Ver­mitt­lung der Ver­tre­tung der Schweiz ab­ge­ge­ben wer­den.51

3 Wenn ei­ne Schwei­ze­rin oder ein Schwei­zer die Na­mens­er­klä­rung nach Ar­ti­kel 12, 12a, 13, 13a, 14a, 37 Ab­satz 2 oder 3 oder Ar­ti­kel 37a Ab­satz 3 oder 4 ab­gibt, so gilt dies als Er­klä­rung, den Na­men dem Hei­mat­recht un­ter­stel­len zu wol­len.52

49 SR 291

50 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 4. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3061).

51 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 4. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3061).

52 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 14. Mai 2014, in Kraft seit 1. Ju­li 2014 (AS 2014 1327).

Art. 14a Namenserklärung nach Artikel 8a Schlusstitel ZGB 53

1 Die Er­klä­rung nach Ar­ti­kel 8a Schluss­ti­tel ZGB kann je­der Zi­vil­stands­be­am­tin oder je­dem Zi­vil­stands­be­am­ten in der Schweiz und im Aus­land der Ver­tre­tung der Schweiz ab­ge­ge­ben wer­den.

2 Die Un­ter­schrift wird be­glau­bigt.

53 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 7. Nov. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 6463).

Art. 14b54

54 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 7. Nov. 2012, in Kraft vom 1. Jan. 2013 bis zum 31. Dez. 2013 (AS 2012 6463).

3. Kapitel: Verfahren der Beurkundung

1. Abschnitt: Allgemeines

Art. 15 Grundsätze 55

1 Je­de Per­son wird nur ein­mal in das Per­so­nen­stands­re­gis­ter auf­ge­nom­men. Vor­be­hal­ten bleibt Ar­ti­kel 15b.56

2 Die Be­ur­kun­dung ei­nes Zi­vil­stand­ser­eig­nis­ses oder ei­ner Zi­vil­stand­stat­sa­che setzt vor­aus, dass die ak­tu­el­len Da­ten der be­trof­fe­nen Per­so­nen im Per­so­nen­stands­re­gis­ter ab­ruf­bar sind; die­se Vor­aus­set­zung ent­fällt bei der Be­ur­kun­dung der Ge­burt ei­nes Fin­del­kin­des (Art. 10) und des To­des ei­ner un­be­kann­ten Per­son.

3 Die Zi­vil­stand­ser­eig­nis­se ei­ner Per­son wer­den in chro­no­lo­gi­scher Rei­hen­fol­ge be­ur­kun­det.

4 Die Da­ten­sät­ze (Ge­samt­heit der Da­ten be­tref­fend ei­ne Per­son) der im Per­so­nen­stands­re­gis­ter ge­führ­ten Per­so­nen wer­den ge­stützt auf die fa­mi­li­en­recht­li­chen Ver­hält­nis­se mit­ein­an­der ver­knüpft. Wird das Rechts­ver­hält­nis auf­ge­ho­ben, so ent­fällt die Ver­knüp­fung.

5 An­läss­lich ei­ner Be­ur­kun­dung wer­den die Da­ten al­ler von der Be­ur­kun­dung be­trof­fe­nen Per­so­nen ak­tua­li­siert.

55 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 4. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3061).

56 Zwei­ter Satz ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 26. Okt. 2016, in Kraft seit 1. Ju­li 2017 (AS 2016 3925).

Art. 15a Aufnahme in das Personenstandsregister 57

1 Je­de Per­son wird mit der Be­ur­kun­dung ih­rer Ge­burt in das Per­so­nen­stands­re­gis­ter auf­ge­nom­men.

2 Ei­ne aus­län­di­sche Per­son, de­ren Da­ten …58 nicht ab­ruf­bar sind, wird spä­tes­tens dann in das Per­so­nen­stands­re­gis­ter auf­ge­nom­men, wenn sie von ei­nem in der Schweiz zu be­ur­kun­den­den Zi­vil­stand­ser­eig­nis be­trof­fen ist.

2bis Ei­ne aus­län­di­sche Per­son, de­ren Da­ten nicht ab­ruf­bar sind, wird auch dann auf­ge­nom­men, wenn sie einen An­trag auf Ein­tra­gung der Tat­sa­che stellt, dass sie einen Vor­sor­ge­auf­trag er­rich­tet hat (Art. 8 Bst. k Ziff. 1).59

3 Ist es ei­ner aus­län­di­schen Per­son im Zu­sam­men­hang mit der Auf­nah­me in das Per­so­nen­stands­re­gis­ter un­mög­lich oder un­zu­mut­bar, An­ga­ben über ih­ren Per­so­nen­stand mit Ur­kun­den zu be­le­gen, so wird ge­prüft, ob ei­ne Er­klä­rung nach Ar­ti­kel 41 Ab­satz 1 ZGB ent­ge­gen­ge­nom­men wer­den kann.

4 Er­folgt die Auf­nah­me nach Ab­satz 2 im Hin­blick auf die Re­gis­trie­rung der An­ga­ben über die Ab­stam­mung ei­nes Kin­des in­nert nütz­li­cher Frist, so wird in be­grün­de­ten Aus­nah­me­fäl­len auf die Er­fas­sung ein­zel­ner Da­ten über den Per­so­nen­stand der Mut­ter und des Va­ters ver­zich­tet.

5 Er­folgt die Auf­nah­me nach Ab­satz 2 im Hin­blick auf die Be­ur­kun­dung des To­des in­nert nütz­li­cher Frist, so wird in be­grün­de­ten Aus­nah­me­fäl­len auf die Er­fas­sung ein­zel­ner Da­ten über den Per­so­nen­stand der ver­stor­be­nen Per­son ver­zich­tet.

6 Der Da­ten­satz kann ge­stützt auf nach­ge­reich­te Do­ku­men­te er­gänzt wer­den.

57 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 4. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3061).

58 Aus­druck ge­stri­chen ge­mä­ss Ziff. I der V vom 31. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 4309). Die­se Änd. wur­de im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.

59 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 7. Nov. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 6463).

Art. 15b Zusätzliche Identitäten im Personenstandsregister 60

1 Mit ei­ner oder meh­re­ren zu­sätz­li­chen Iden­ti­tä­ten in das Per­so­nen­stands­re­gis­ter auf­ge­nom­men wer­den kön­nen:

a.
zu schüt­zen­de Per­so­nen nach Ar­ti­kel 5 Buch­sta­be e des Bun­des­ge­set­zes vom 23. De­zem­ber 201161 über den aus­ser­pro­zes­sua­len Zeu­gen­schutz (ZeugSG);
b.
Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter der Zeu­gen­schutz­stel­le nach Ar­ti­kel 19 Ab­satz 4 ZeugSG;
c.
Per­so­nen, die als ver­deck­te Er­mitt­le­rin­nen und Er­mitt­ler nach Ar­ti­kel 285a der Straf­pro­zess­ord­nung62, Ar­ti­kel 73 des Mi­li­tär­straf­pro­zes­ses vom 23. März 197963 oder kan­to­na­lem Recht tä­tig sind;
d.
Per­so­nen, die ge­stützt auf Ar­ti­kel 14c des Bun­des­ge­set­zes vom 21. März 199764 über Mass­nah­men zur Wah­rung der in­ne­ren Si­cher­heit mit ei­ner Tar­ni­den­ti­tät aus­ge­stat­tet sind;
e.
Per­so­nen, die ge­stützt auf Ar­ti­kel 1 Buch­sta­be a des Bun­des­ge­set­zes vom 3. Ok­to­ber 200865 über die Zu­stän­dig­kei­ten im Be­reich des zi­vi­len Nach­rich­ten­diens­tes si­cher­heits­po­li­tisch be­deut­sa­me In­for­ma­tio­nen über das Aus­land be­schaf­fen und ge­stützt dar­auf nach Ar­ti­kel 16 Ab­satz 1 der Ver­ord­nung vom 4. De­zem­ber 200966 über den Nach­rich­ten­dienst des Bun­des mit Tarn­pa­pie­ren und Le­gen­den aus­ge­stat­tet sind.

2 Die An­trä­ge zur Auf­nah­me ei­ner oder meh­re­rer zu­sätz­li­cher Iden­ti­tä­ten in das Per­so­nen­stands­re­gis­ter müs­sen die An­ga­ben der ein­zu­tra­gen­den Da­ten und der mass­ge­ben­den Rechts­grund­la­gen ent­hal­ten. Sie sind schrift­lich, un­ter­zeich­net und im Ori­gi­nal ein­zu­rei­chen.

3 Die Bun­des­be­hör­den rei­chen ih­re An­trä­ge bei dem im Bun­des­amt für Jus­tiz (BJ) zu­stän­di­gen Fach­be­reich In­fo­star (FIS) ein.67

4 Die kan­to­na­len Be­hör­den rei­chen ih­re An­trä­ge beim Bun­des­amt für Po­li­zei ein. Die­ses über­prüft die Au­then­ti­zi­tät der an­trag­stel­len­den Be­hör­de und lei­tet den An­trag an den FIS wei­ter.68

5 Das Er­fas­sen, die Mel­dun­gen, die amt­li­chen Mit­tei­lun­gen und die Be­kannt­ga­be der Da­ten er­fol­gen im Ein­zel­fall auf An­wei­sung des FIS.69

60 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 26. Okt. 2016, in Kraft seit 1. Ju­li 2017 (AS 2016 3925).

61 SR 312.2

62 SR 312.0

63 SR 322.1

64 SR 120

65 SR 121

66 SR 121.1

67 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 31. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 4309).

68 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 31. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 4309).

69 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 31. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 4309).

Art. 16 Prüfung

1 Die Zi­vil­stands­be­hör­de prüft, ob:

a.
sie zu­stän­dig ist;
b.
die Iden­ti­tät der be­tei­lig­ten Per­so­nen nach­ge­wie­sen ist und die­se hand­lungs­fä­hig sind;
c.70
die ab­ruf­ba­ren Da­ten und die zu be­ur­kun­den­den An­ga­ben rich­tig, voll­stän­dig und auf dem neus­ten Stand sind.

2 Die be­tei­lig­ten Per­so­nen ha­ben die er­for­der­li­chen Do­ku­men­te vor­zu­le­gen. Die­se dür­fen nicht äl­ter als sechs Mo­na­te sein. Ist die Be­schaf­fung sol­cher Do­ku­men­te un­mög­lich oder of­fen­sicht­lich un­zu­mut­bar, sind in be­grün­de­ten Fäl­len äl­te­re Do­ku­men­te zu­läs­sig.

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4 Per­so­nen­stands­da­ten, die ab­ruf­bar sind, müs­sen nicht mit Do­ku­men­ten nach­ge­wie­sen wer­den.72

5 Die Zi­vil­stands­be­hör­de in­for­miert und berät die be­trof­fe­nen Per­so­nen, ver­an­lasst nö­ti­gen­falls zu­sätz­li­che Ab­klä­run­gen und kann ver­lan­gen, dass die Be­tei­lig­ten da­bei mit­wir­ken.

6 Wird ei­ne aus­län­di­sche Per­son nach Ar­ti­kel 15a Ab­satz 2 in das Per­so­nen­stands­re­gis­ter auf­ge­nom­men, so kön­nen die Kan­to­ne vor­se­hen, dass die Ak­ten der Auf­sichts­be­hör­de zur Prü­fung zu un­ter­brei­ten sind.73

7 Die Zi­vil­stands­be­hör­de zeigt den zu­stän­di­gen kan­to­na­len Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den Straf­ta­ten an, die sie bei ih­rer amt­li­chen Tä­tig­keit fest­stellt (Art. 43a Abs. 3bis ZGB). Sie zieht zu­han­den der zu­stän­di­gen Be­hör­de die Do­ku­men­te ein, bei de­nen der be­grün­de­te Ver­dacht be­steht, dass sie ge­fälscht oder un­recht­mäs­sig ver­wen­det wor­den sind. Die zu­stän­di­gen Be­hör­den tref­fen um­ge­hend die nö­ti­gen Schutz­mass­nah­men.74

8 Mel­det die Zi­vil­stands­be­hör­de der für die Kla­ge auf Un­gül­ti­g­er­klä­rung zu­stän­di­gen Be­hör­de, dass bei ei­ner Ehe oder ein­ge­tra­ge­nen Part­ner­schaft An­lass zur An­nah­me ei­nes Un­gül­tig­keits­grun­des be­steht (Art. 106 Abs. 1 zwei­ter Satz ZGB, Art. 9 Abs. 2 zwei­ter Satz PartG), so in­for­miert sie die Auf­sichts­be­hör­de dar­über.75

70 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Ju­ni 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2923).

71 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 28. Ju­ni 2006, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2923).

72 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Ju­ni 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2923).

73 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 4. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3061).

74 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 27. März 2013, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1045).

75 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 27. März 2013, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1045).

Art. 16a Richtigkeitsbestätigung 76

1 Ei­ne schrift­li­che Be­stä­ti­gung über die Rich­tig­keit der An­ga­ben nach Ar­ti­kel 16 Ab­satz 1 Buch­sta­be c kann ver­langt wer­den:

a.
bei der Auf­nah­me ei­ner aus­län­di­schen Per­son in das Per­so­nen­stands­re­gis­ter;
b.
bei der Prü­fung des Stan­des der ab­ruf­ba­ren Da­ten.

2 Vor der Ent­ge­gen­nah­me der Rich­tig­keits­be­stä­ti­gung macht die Zi­vil­stands­be­am­tin oder der Zi­vil­stands­be­am­te auf die straf­recht­li­chen Fol­gen der Er­schlei­chung ei­ner falschen Be­ur­kun­dung auf­merk­sam (Art. 253 Straf­ge­setz­buch77). Aus­fer­ti­gung und Ent­ge­gen­nah­me sind kos­ten­frei.

3 Die Rich­tig­keits­be­stä­ti­gung ist von der be­trof­fe­nen Per­son oder der Per­son, die sie ge­setz­lich ver­tritt, zu un­ter­schrei­ben. Aus­ser in be­son­ders be­grün­de­ten Aus­nah­me­fäl­len ist die Un­ter­schrift in Ge­gen­wart ei­ner Zi­vil­stands­be­am­tin oder ei­nes Zi­vil­stands­be­am­ten an­zu­brin­gen.

4 Die Rich­tig­keits­be­stä­ti­gung wird zu­sam­men mit den Be­le­gen zum Be­ur­kun­dungs­vor­gang ar­chi­viert.

76 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 4. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3061).

77 SR 311.0

Art. 17 Nachweis nicht streitiger Angaben (Art. 41 ZGB)

1 Die Auf­sichts­be­hör­de kann im Ein­zel­fall den Nach­weis von An­ga­ben über den Per­so­nen­stand durch Ab­ga­be ei­ner Er­klä­rung vor der Zi­vil­stands­be­am­tin oder dem Zi­vil­stands­be­am­ten un­ter fol­gen­den Vor­aus­set­zun­gen be­wil­li­gen:

a.
die zur Mit­wir­kung ver­pflich­te­te Per­son weist nach, dass es ihr nach hin­rei­chen­den Be­mü­hun­gen un­mög­lich oder un­zu­mut­bar ist, die ent­spre­chen­den Ur­kun­den zu be­schaf­fen; und
b.
die An­ga­ben sind nach den zur Ver­fü­gung ste­hen­den Un­ter­la­gen und In­for­ma­tio­nen nicht strei­tig.

2 Die Zi­vil­stands­be­am­tin oder der Zi­vil­stands­be­am­te er­mahnt die er­klä­ren­de Per­son zur Wahr­heit, weist sie auf die Straf­fol­gen ei­ner falschen Er­klä­rung hin und be­glau­bigt ih­re Un­ter­schrift.

3 Er­klärt sich die Auf­sichts­be­hör­de für un­zu­stän­dig, so er­lässt sie ei­ne for­mel­le Ver­fü­gung und for­dert die be­trof­fe­ne Per­son auf, zur Fest­stel­lung des Per­so­nen­stan­des das zu­stän­di­ge Ge­richt an­zu­ru­fen.78

78 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Ju­ni 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2923).

Art. 18 Unterschrift 79

1 Ei­gen­hän­dig und in Ge­gen­wart der Per­son, die für die Ent­ge­gen­nah­me oder Be­ur­kun­dung zu­stän­dig ist, sind zu un­ter­schrei­ben die:

a.
Zu­stim­mung zur An­er­ken­nung (Art. 11 Abs. 4);
b.
Er­klä­rung über die An­er­ken­nung ei­nes Kin­des (Art. 11 Abs. 5 und 6);
bbis.80
Er­klä­rung über die ge­mein­sa­me el­ter­li­che Sor­ge (Art. 11b Abs. 1);
c.
Na­mens­er­klä­rung vor der Trau­ung, wenn sie un­ab­hän­gig vom Vor­be­rei­tungs­ver­fah­ren ab­ge­ge­ben wird (Art. 12 Abs. 3);
d.
Na­mens­er­klä­rung vor der Be­ur­kun­dung der ein­ge­tra­ge­nen Part­ner­schaft (Art. 12a Abs. 3);
e.
Na­mens­er­klä­rung nach Auf­lö­sung der Ehe (Art. 13 Abs. 2);
f.
Na­mens­er­klä­rung nach Auf­lö­sung der ein­ge­tra­ge­nen Part­ner­schaft (Art. 13a Abs. 2);
g.
Na­mens­er­klä­rung nach Ar­ti­kel 8a Schluss­ti­tel ZGB (Art. 14a Abs. 2);
h.81
i.
Be­stä­ti­gung der Rich­tig­keit der An­ga­ben (Art. 16a);
j.
Er­klä­rung zum Nach­weis nicht strei­ti­ger An­ga­ben (Art. 17);
k.82
Er­klä­rung über den Na­men des Kin­des (Art. 37 Abs. 5 und 37a Abs. 6);
l.
Zu­stim­mung des Kin­des zur Na­mens­än­de­rung (Art. 37b Abs. 2);
m.83
Er­klä­rung über die Vor­aus­set­zun­gen für die Ehe­schlies­sung (Art. 65 Abs. 1 und 2);
n.
Be­stä­ti­gung der Trau­ung (Art. 71 Abs. 4);
o.84
Er­klä­rung über die Vor­aus­set­zun­gen für die Be­grün­dung ei­ner ein­ge­tra­ge­nen Part­ner­schaft (Art. 75d Abs. 1 und 2);
p.
Er­klä­rung über die Be­grün­dung der ein­ge­tra­ge­nen Part­ner­schaft (Art. 75k Abs. 2).

2 Ist ei­ne un­ter­schrifts­be­rei­te Per­son aus­ser­stan­de zu un­ter­schrei­ben, so wird dies von der nach Ar­ti­kel 4 oder 5 zu­stän­di­gen Amts­per­son mit ei­ner Be­grün­dung schrift­lich fest­ge­hal­ten.

79 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 7. Nov. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 6463).

80 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 14. Mai 2014, in Kraft seit 1. Ju­li 2014 (AS 2014 1327).

81 Für die Fas­sung vom 1. Jan. bis 31. Dez. 2013 sie­he AS 2012 6463.

82 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 14. Mai 2014, in Kraft seit 1. Ju­li 2014 (AS 2014 1327).

83 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 27. März 2013, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1045).

84 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 27. März 2013, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1045).

Art. 18a Beglaubigung 85

1 Die nach Ar­ti­kel 4 oder 5 zu­stän­di­ge Amts­per­son be­glau­bigt in den in die­ser Ver­ord­nung vor­ge­se­he­nen Fäl­len die Un­ter­schrift ei­ner Per­son. Un­mit­tel­bar vor­her ver­ge­wis­sert sie sich über de­ren Iden­ti­tät.

2 Sie be­glau­bigt die Über­ein­stim­mung von Ko­pi­en und Ab­schrif­ten mit dem Ori­gi­nal­do­ku­ment.

3 Be­zwei­felt sie die Echt­heit ei­ner Un­ter­schrift oder ist un­klar, ob das Do­ku­ment von der zu­stän­di­gen Be­hör­de aus­ge­fer­tigt wor­den ist, so kann sie die Be­glau­bi­gung durch die zu­stän­di­ge Amts­stel­le im In­land oder Aus­land ver­lan­gen.

85 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 4. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3061).

Art. 19 Frist für die Beurkundung von Personenstandsdaten 86

Nach­ge­wie­se­ne Per­so­nen­stands­da­ten sind un­ver­züg­lich zu be­ur­kun­den.

86 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Ju­ni 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2923).

Art. 19a Fehler 87

1 Be­hör­den, na­ment­lich die Zi­vil­stand­säm­ter, sind ver­pflich­tet, der Auf­sichts­be­hör­de Feh­ler zu mel­den.

2 Je­de be­trof­fe­ne Per­son kann der Auf­sichts­be­hör­de Feh­ler mel­den.

3 Hat die be­trof­fe­ne Per­son feh­ler­haf­te Do­ku­men­te ent­ge­gen­ge­nom­men, so ist sie vor der Be­he­bung der Feh­ler an­zu­hö­ren.

87 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 4. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3061).

2. Abschnitt: Zuständigkeit

Art. 20 Geburt 88

1 Die Ge­burt wird im Zi­vil­stands­kreis be­ur­kun­det, in dem sie statt­ge­fun­den hat.

2 Hat die Ge­burt wäh­rend der Fahrt statt­ge­fun­den, so wird sie im Zi­vil­stands­kreis be­ur­kun­det, in dem die Mut­ter das Fahr­zeug ver­las­sen hat.

3 Die Ge­burt ei­nes Fin­del­kin­des wird im Zi­vil­stands­kreis des Auf­fin­dungs­or­tes be­ur­kun­det; die Be­ur­kun­dung um­fasst An­ga­ben über Ort, Zeit und Um­stän­de der Auf­fin­dung, das Ge­schlecht des Kin­des so­wie sein ver­mut­li­ches Al­ter und all­fäl­li­ge kör­per­li­che Kenn­zei­chen.

4 Wer­den Ab­stam­mung, Ge­burts­ort und Ge­burts­zeit ei­nes Fin­del­kin­des spä­ter fest­ge­stellt, so wird die nach Ab­satz 3 durch­ge­führ­te Be­ur­kun­dung auf Ver­fü­gung der Auf­sichts­be­hör­de ge­löscht und die Ge­burt neu be­ur­kun­det.

88 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 4. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3061).

Art. 20a Tod 89

1 Der Tod wird im Zi­vil­stands­kreis be­ur­kun­det, in dem er ein­ge­tre­ten ist.

2 Ist die Per­son wäh­rend der Fahrt ge­stor­ben, so wird der Tod im Zi­vil­stands­kreis be­ur­kun­det, in dem die Lei­che dem Fahr­zeug ent­nom­men wor­den ist.

3 Lässt sich nicht fest­stel­len, wo die Per­son ge­stor­ben ist, so wird der Tod im Zi­vil­stands­kreis be­ur­kun­det, in dem die Lei­che ge­fun­den wor­den ist; das zu­stän­di­ge Zi­vil­stands­amt be­ur­kun­det das Da­tum und die Zeit der Auf­fin­dung der Lei­che.

4 Wird spä­ter fest­ge­stellt, dass ei­ne tot auf­ge­fun­de­ne Per­son in ei­nem an­de­ren Zi­vil­stands­kreis ge­stor­ben ist, so wird die nach Ab­satz 3 durch­ge­führ­te Be­ur­kun­dung auf Ver­fü­gung der Auf­sichts­be­hör­de ge­löscht und der Tod vom zu­stän­di­gen Zi­vil­stands­amt neu be­ur­kun­det. Vor­be­hal­ten bleibt die Be­rei­ni­gung der An­ga­ben über To­desort, To­des­da­tum und To­des­zeit von Am­tes we­gen oder, wenn der Nach­weis strei­tig ist, auf An­ord­nung des Ge­rich­tes.

5 Kann die Per­son in­nert ei­ner ab­seh­ba­ren Frist nicht iden­ti­fi­ziert wer­den, so wer­den Ort, Da­tum und Zeit des To­des oder der Auf­fin­dung der Lei­che, das Ge­schlecht, das mut­mass­li­che Al­ter, all­fäl­li­ge kör­per­li­che Kenn­zei­chen und An­ga­ben über die Um­stän­de des To­des oder der Auf­fin­dung der Lei­che be­ur­kun­det.

6 Wird die Iden­ti­tät der ver­stor­be­nen Per­son spä­ter fest­ge­stellt, so wird die nach Ab­satz 5 durch­ge­führ­te Be­ur­kun­dung auf Ver­fü­gung der Auf­sichts­be­hör­de mit ei­nem Hin­weis er­gänzt, um wen es sich han­delt, und der Tod neu be­ur­kun­det.

89 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 4. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3061).

Art. 20b Besondere Fälle von Geburt und Tod 90

1 Die Zu­stän­dig­keit für die Be­ur­kun­dung der Ge­bur­ten und To­des­fäl­le, die sich an Bord ei­nes Luft­fahr­zeu­ges oder ei­nes See­schif­fes er­eig­nen, rich­tet sich nach den Ar­ti­keln 18 und 19 der Ver­ord­nung vom 22. Ja­nu­ar 196091 über die Rech­te und Pflich­ten des Kom­man­dan­ten ei­nes Luft­fahr­zeu­ges und nach Ar­ti­kel 56 des See­schiff­fahrt­ge­set­zes vom 23. Sep­tem­ber 195392.

2 Er­scheint der Tod ei­ner Per­son als si­cher, ob­wohl nie­mand die Lei­che ge­se­hen hat, so wird er ge­stützt auf ei­ne ge­richt­li­che Ver­fü­gung im Zi­vil­stands­kreis des wahr­schein­li­chen To­desor­tes be­ur­kun­det (Art. 34 und 42 ZGB).

3 Ge­bur­ten und To­des­fäl­le im Aus­land, für die kei­ne zi­vil­stands­amt­li­chen Ur­kun­den bei­ge­bracht wer­den kön­nen, wer­den ge­stützt auf ei­ne ge­richt­li­che Ver­fü­gung durch das Zi­vil­stands­amt am Sitz des nach kan­to­na­lem Recht zu­stän­di­gen Ge­richts be­ur­kun­det (Art. 40 Abs. 1 Bst. a).

90 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 4. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3061).

91 SR 748.225.1

92 SR 747.30

Art. 21 Trauungen und Erklärungen 9394

1 Die Trau­ung und die Er­klä­run­gen über die Be­grün­dung der ein­ge­tra­ge­nen Part­ner­schaft, über die An­er­ken­nung ei­nes Kin­des so­wie über die Na­mens­füh­rung wer­den vom Zi­vil­stands­amt be­ur­kun­det, das die Amts­hand­lung durch­ge­führt hat.95

2 Ist die Er­klä­rung über die An­er­ken­nung ei­nes Kin­des oder über die Na­mens­füh­rung von ei­ner Ver­tre­tung der Schweiz im Aus­land ent­ge­gen­ge­nom­men wor­den, so rich­tet sich die Zu­stän­dig­keit für die Be­ur­kun­dung sinn­ge­mä­ss nach Ar­ti­kel 23.96

3 Die An­er­ken­nung ei­nes Kin­des vor Ge­richt oder durch letzt­wil­li­ge Ver­fü­gung wird vom Zi­vil­stands­amt am Sitz des Ge­richts oder am Ort der Tes­ta­ments­er­öff­nung be­ur­kun­det. Vor­be­hal­ten bleibt die Zu­stän­dig­keit der Son­der­zi­vil­stand­säm­ter nach Ar­ti­kel 2 Ab­satz 2 Buch­sta­be b.

4 Die Er­klä­rung über den Nach­weis nicht strei­ti­ger An­ga­ben nach Ar­ti­kel 17 wird vom Zi­vil­stands­amt ent­ge­gen­ge­nom­men, das die aus­län­di­sche Per­son in das Per­so­nen­stands­re­gis­ter auf­nimmt.

93 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 4. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3061).

94 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 7. Nov. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 6463).

95 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 7. Nov. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 6463).

96 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 7. Nov. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 6463).

Art. 22 Inländische Gerichtsurteile, Verwaltungsverfügungen und Einbürgerungen

1 In­län­di­sche Ge­richts­ur­tei­le, Ver­wal­tungs­ver­fü­gun­gen und Ein­bür­ge­run­gen wer­den im Kan­ton be­ur­kun­det, in dem sie er­las­sen wer­den.

2 Bun­des­ge­richts­ur­tei­le wer­den im Kan­ton des Sit­zes der ers­ten In­stanz, Ver­wal­tungs­ver­fü­gun­gen des Bun­des im Hei­mat­kan­ton der be­trof­fe­nen Per­son be­ur­kun­det.

3 Die Auf­sichts­be­hör­de ist da­für ver­ant­wort­lich, dass die mit­ge­teil­ten Per­so­nen­stands­da­ten be­ur­kun­det wer­den und die Be­kannt­ga­be von Am­tes we­gen er­folgt (6. Ka­pi­tel, 2. Ab­schnitt).

4 Das kan­to­na­le Recht re­gelt die in­ter­nen Zu­stän­dig­kei­ten.

Art. 23 Ausländische Entscheidungen und Urkunden über den Zivilstand 97

1 Aus­län­di­sche Ent­schei­dun­gen und Ur­kun­den über den Zi­vil­stand wer­den auf­grund ei­ner Ver­fü­gung der Auf­sichts­be­hör­de des Hei­mat­kan­tons der be­trof­fe­nen Per­son durch das zu­stän­di­ge Zi­vil­stands­amt be­ur­kun­det. Ist die Per­son in meh­re­ren Kan­to­nen hei­mat­be­rech­tigt, so ent­schei­det die Auf­sichts­be­hör­de des Hei­mat­kan­tons, dem die aus­län­di­sche Ent­schei­dung oder Ur­kun­de über den Zi­vil­stand vor­ge­legt wird.

2 Aus­län­di­sche Ent­schei­dun­gen und Ur­kun­den über den Zi­vil­stand aus­län­di­scher Per­so­nen wer­den auf­grund ei­ner Ver­fü­gung der Auf­sichts­be­hör­de durch das zu­stän­di­ge Zi­vil­stands­amt be­ur­kun­det:

a.
wenn die Be­ur­kun­dung fa­mi­li­en­recht­li­che Wir­kun­gen für ei­ne Per­son mit Schwei­zer Bür­ger­recht hat: im Hei­mat­kan­ton die­ser Per­son;
b.
wenn die Da­ten der Per­son ab­ruf­bar sind und ei­ne Zu­stän­dig­keit nach Buch­sta­be a ent­fällt: im Wohn­sitz­kan­ton oder im Kan­ton, in dem an­sch­lies­send ei­ne wei­te­re Amts­hand­lung vor­zu­neh­men ist;
c.
wenn ei­ne Zu­stän­dig­keit nach Buch­sta­be a oder b ent­fällt: im Ge­burts­kan­ton.

3 Die Auf­sichts­be­hör­de mel­det der zu­stän­di­gen kan­to­na­len Aus­län­der­be­hör­de am Auf­ent­halts­ort der be­trof­fe­nen Per­son an­läss­lich der Ver­fü­gung nach Ar­ti­kel 32 Ab­satz 1 IPRG98 Tat­sa­chen, die im Zu­sam­men­hang mit ei­ner im Aus­land er­folg­ten Ehe­schlies­sung oder Be­grün­dung ei­ner ein­ge­tra­ge­nen Part­ner­schaft auf ei­ne Um­ge­hung der Be­stim­mun­gen über Zu­las­sung und Auf­ent­halt von Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­dern hin­deu­ten (Art. 82a VZAE99). Sie teilt ihr auch das Re­sul­tat all­fäl­li­ger Ab­klä­run­gen so­wie die Ver­wei­ge­rung oder An­er­ken­nung mit.100

4 Das kan­to­na­le Recht re­gelt die Zu­stän­dig­keit für die Be­ur­kun­dung nach Ar­ti­kel 2 Ab­satz 2 Buch­sta­be a oder Ab­satz 3.

5 Die An­zei­ge der fest­ge­stell­ten Straf­ta­ten und die Schutz­mass­nah­men rich­ten sich nach Ar­ti­kel 16 Ab­satz 7. Die Mel­dung an die Be­hör­de, die für die Kla­ge auf Un­gül­ti­g­er­klä­rung ei­ner Ehe oder ein­ge­tra­ge­nen Part­ner­schaft zu­stän­dig ist, rich­tet sich nach Ar­ti­kel 16 Ab­satz 8.101

97 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 4. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3061).

98 SR 291

99 SR 142.201

100 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 31. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 4309).

101 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 27. März 2013, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1045).

Art. 23a Vorsorgeauftrag 102

Je­des Zi­vil­stands­amt ist auf An­trag zu­stän­dig für:

a.
die Ein­tra­gung der Tat­sa­che, dass ein Vor­sor­ge­auf­trag er­rich­tet wor­den ist, und des Hin­ter­le­gungs­orts;
b.
die Än­de­rung ei­ner Ein­tra­gung;
c.
die Lö­schung ei­ner Ein­tra­gung.

102 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 7. Nov. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 6463).

3. Abschnitt: Erfassen

Art. 24 Namen

1 Na­men wer­den so er­fasst, wie sie in den Zi­vil­stand­sur­kun­den oder, wenn sol­che feh­len, in an­de­ren mass­ge­ben­den Aus­wei­sen ge­schrie­ben sind, so­weit es der Stan­dard­zei­chen­satz (Art. 80) er­laubt.103

2 Als Le­di­gna­me ei­ner Per­son wird der Na­me er­fasst, den sie:

a.
un­mit­tel­bar vor ih­rer ers­ten Ehe­schlies­sung oder Be­grün­dung ei­ner ein­ge­tra­ge­nen Part­ner­schaft ge­führt hat; oder
b.
ge­stützt auf einen Na­mens­än­de­rungs­ent­scheid als neu­en Le­di­gna­men er­wor­ben hat.104

3 Amt­li­che Na­men, die we­der Fa­mi­li­enna­men noch Vor­na­men sind, wer­den als «an­de­re amt­li­che Na­men» er­fasst.

4 Na­men dür­fen we­der weg­ge­las­sen noch über­setzt noch in ih­rer Rei­hen­fol­ge ge­än­dert wer­den.

103 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 4. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3061).

104 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 7. Nov. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 6463).

Art. 25 Titel und Grade

Ti­tel und Gra­de wer­den nicht er­fasst.

Art. 26 Ortsnamen 105

Als Er­eig­ni­sort wird be­ur­kun­det:

a.
der Na­me der schwei­ze­ri­schen Ge­mein­de nach dem amt­li­chen Ge­mein­de­ver­zeich­nis der Schweiz;
b.
der Na­me des aus­län­di­schen Staa­tes oder geo­gra­fisch ab­grenz­ba­ren Ge­bie­tes von in­ter­na­tio­na­ler Be­deu­tung; Na­men von Städ­ten, Stadt­tei­len, Ort­schaf­ten und Ge­bietsein­tei­lun­gen wer­den als Zu­satz­an­ga­ben er­fasst, wie sie in den mass­ge­ben­den Aus­wei­sen ge­schrie­ben sind und so­weit es der Stan­dard­zei­chen­satz nach Ar­ti­kel 80 er­laubt.

105 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 4. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3061).

Art. 27 Ausländische Staatsangehörigkeit und Staatenlosigkeit

Er­fasst wer­den:

a.
aus­län­di­sche Staats­an­ge­hö­rig­kei­ten, wenn ei­ne Per­son das Schwei­zer Bür­ger­recht nicht be­sitzt;
b.
die Staa­ten­lo­sig­keit.

4. Abschnitt: Abschliessen

Art. 28

1 Die rechts­gül­ti­ge Be­ur­kun­dung der Per­so­nen­stands­da­ten er­folgt durch die Funk­ti­on des Ab­sch­lies­sens.

2 Ab­sch­lies­sen dür­fen nur Zi­vil­stands­be­am­tin­nen und Zi­vil­stands­be­am­te mit dem ent­spre­chen­den Zu­griffs­recht (Art. 79) und un­ter Ver­wen­dung ih­rer per­sön­li­chen Iden­ti­fi­ka­ti­on.

5. Abschnitt: Bereinigung

Art. 29 Durch die Zivilstandsbehörden

1 Die ad­mi­nis­tra­ti­ve Be­rei­ni­gung der Be­ur­kun­dung von Per­so­nen­stands­da­ten nach Ar­ti­kel 43 ZGB er­folgt auf Ver­fü­gung der Auf­sichts­be­hör­de; vor der Be­ur­kun­dung ei­nes neu­en Zi­vil­stand­ser­eig­nis­ses fest­ge­stell­te Un­ge­nau­ig­kei­ten kön­nen je­doch durch das fehl­ba­re Zi­vil­stands­amt in ei­ge­ner Ver­ant­wor­tung be­ho­ben wer­den.106

2 Sind meh­re­re Auf­sichts­be­hör­den be­trof­fen, so ist für die Be­rei­ni­gung nach den Wei­sun­gen des EA­ZW vor­zu­ge­hen.

3 und 4107

106 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Ju­ni 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2923).

107 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 4. Ju­ni 2010, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3061).

Art. 30 Durch die Gerichte

1 Un­ter Vor­be­halt von Ar­ti­kel 29 ent­schei­den die Ge­rich­te über die Be­rei­ni­gung der Be­ur­kun­dung von Per­so­nen­stands­da­ten (Art. 42 ZGB).

2108

108 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. II 2 der V vom 18. Ju­ni 2010 über die An­pas­sung von Ver­ord­nun­gen an die Schwei­ze­ri­sche Zi­vil­pro­zess­ord­nung, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3053).

6. Abschnitt: Belege

Art. 31 Ablage

1 Die Kan­to­ne sor­gen für ei­ne zweck­mäs­si­ge Ab­la­ge der Be­le­ge zur Be­ur­kun­dung der Per­so­nen­stands­da­ten (Art. 7).

2 Die Be­le­ge nach Ab­satz 1, die dem Staats­se­kre­ta­ri­at für Mi­gra­ti­on nach Ar­ti­kel 2b der Asyl­ver­ord­nung 1 vom 11. Au­gust 1999109 über­mit­telt wer­den, wer­den durch die­se Be­hör­de auf­be­wahrt. Sie stellt die Be­le­ge den Zi­vil­stands­be­hör­den zur Ver­fü­gung.110

109 SR 142.311

110 Ein­ge­fügt durch Ziff. III 1 der V vom 8. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. März 2019 (AS 2018 2857).

Art. 32 Aufbewahrungsfrist

1 Die Be­le­ge sind 50 Jah­re auf­zu­be­wah­ren.

2 Wer­den die Be­le­ge durch Mi­kro­ver­fil­mung oder elek­tro­ni­sche Spei­che­rung ge­si­chert, so dür­fen sie mit Be­wil­li­gung der Auf­sichts­be­hör­de nach 10 Jah­ren ver­nich­tet wer­den.

Art. 33 Bekanntgabe von Daten aus den Belegen

1 Die Be­kannt­ga­be von Da­ten aus den Be­le­gen rich­tet sich nach den Vor­schrif­ten des 6. Ka­pi­tels über die Be­kannt­ga­be von Da­ten.

2 Do­ku­men­te aus den Be­le­gen kön­nen von den Zi­vil­stand­säm­tern den Be­rech­tig­ten zu­rück­ge­ge­ben wer­den. Sie sind durch be­glau­big­te Ko­pi­en zu er­set­zen.

4. Kapitel: Meldepflichten

1. Abschnitt: Geburt und Tod

Art. 34 Geburt 111

Zur Mel­dung der Ge­burt ver­pflich­tet sind:

a.
wenn das Kind in ei­nem Spi­tal, ei­nem Ge­burts­haus oder ei­ner ver­gleich­ba­ren Ein­rich­tung ge­bo­ren wor­den ist, die Lei­tung der Ein­rich­tung; sie kann un­ter Wah­rung der Ver­ant­wor­tung Mit­ar­bei­ten­de mit der Mel­dung be­auf­tra­gen;
b.112
wenn die Vor­aus­set­zun­gen nach Buch­sta­be a nicht er­füllt sind, in fol­gen­der Rei­hen­fol­ge: die zu­ge­zo­ge­ne Ärz­tin oder der zu­ge­zo­ge­ne Arzt, die zu­ge­zo­ge­ne Heb­am­me oder der zu­ge­zo­ge­ne Ent­bin­dungs­pfle­ger;
bbis.113
wenn die Vor­aus­set­zun­gen nach den Buch­sta­ben a und b nicht er­füllt sind, in fol­gen­der Rei­hen­fol­ge: die Hilfs­per­so­nen des Arz­tes oder der Ärz­tin oder der Heb­am­me oder des Ent­bin­dungs­pfle­gers, je­de an­de­re bei der Ge­burt an­we­sen­de Per­son, die Mut­ter;
c.
wenn es sich um ein Fin­del­kind han­delt, die nach kan­to­na­lem Recht zu­stän­di­ge Be­hör­de (Art. 38);
d.
wenn die Ge­burt nicht ge­mel­det wor­den ist, je­de Be­hör­de, wel­cher die Ge­burt zur Kennt­nis kommt.

111 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 4. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3061).

112 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 26. Okt. 2016, in Kraft seit 1. Ju­li 2017 (AS 2016 3925).

113 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 26. Okt. 2016, in Kraft seit 1. Ju­li 2017 (AS 2016 3925).

Art. 34a Tod 114

1 Zur Mel­dung des To­des ver­pflich­tet sind:

a.
wenn die Per­son in ei­nem Spi­tal, in ei­nem Al­ters- und Pfle­ge­heim oder ei­ner ver­gleich­ba­ren Ein­rich­tung ge­stor­ben ist, die Lei­tung der Ein­rich­tung; sie kann un­ter Wah­rung der Ver­ant­wor­tung Mit­ar­bei­ten­de mit der Mel­dung be­auf­tra­gen;
b.
wenn die Per­son nicht in ei­ner Ein­rich­tung nach Buch­sta­be a ge­stor­ben ist, die Wit­we oder der Wit­wer, die über­le­ben­de Part­ne­rin oder der über­le­ben­de Part­ner, die nächst­ver­wand­ten oder im glei­chen Haus­halt le­ben­den Per­so­nen so­wie je­de an­de­re Per­son, die beim Tod zu­ge­gen war oder die Lei­che ge­fun­den hat;
c.
wenn der To­des­fall nicht ge­mel­det wor­den ist, je­de Be­hör­de, wel­cher der To­des­fall zur Kennt­nis kommt.

2 Mel­de­pflich­ti­ge nach Ab­satz 1 Buch­sta­be b kön­nen ei­ne Dritt­per­son schrift­lich zur Mel­dung des To­des be­voll­mäch­ti­gen.

3 Wer beim Tod ei­ner un­be­kann­ten Per­son zu­ge­gen war oder die Lei­che ei­ner un­be­kann­ten Per­son fin­det, hat un­ver­züg­lich die Po­li­zei­be­hör­de zu be­nach­rich­ti­gen. Die­se lei­tet die Mel­dung an das Zi­vil­stands­amt wei­ter.115

114 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 4. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3061).

115 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 7. Nov. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 6463).

Art. 35 Zuständige Behörde, Form und Frist der Meldung

1 Die Mel­de­pflich­ti­gen ha­ben To­des­fäl­le in­nert zwei Ta­gen und Ge­bur­ten in­nert drei Ta­gen dem Zi­vil­stands­amt schrift­lich oder durch per­sön­li­che Vor­spra­che zu mel­den. Der Tod ei­ner un­be­kann­ten Per­son und das Auf­fin­den der Lei­che ei­ner un­be­kann­ten Per­son sind in­nert zehn Ta­gen zu mel­den.116

2 Das Zi­vil­stands­amt nimmt auch ei­ne ver­spä­te­te Mel­dung ent­ge­gen. Lie­gen zwi­schen der Ge­burt oder dem To­des­fall ei­ner­seits und der Mel­dung an­de­rer­seits mehr als dreis­sig Ta­ge, so er­sucht es die Auf­sichts­be­hör­de um ei­ne Ver­fü­gung.

3 Es zeigt der Auf­sichts­be­hör­de die Per­so­nen an, die ih­rer Mel­de­pflicht nicht recht­zei­tig nach­ge­kom­men sind (Art. 91 Abs. 2).

4 Das kan­to­na­le Recht kann vor­se­hen, dass Mel­de­pflich­ti­ge nach Ar­ti­kel 34a Ab­satz 1 Buch­sta­be b den Tod durch Ver­mitt­lung ei­ner Amts­stel­le der Wohn­ge­mein­de der ver­stor­be­nen Per­son mel­den kön­nen. Die von der mel­de­pflich­ti­gen Per­son un­ter­schrie­be­ne Mel­dung ist dem zu­stän­di­gen Zi­vil­stands­amt un­ver­züg­lich und im Ori­gi­nal zu­zu­stel­len.117

5 Wird der Tod oder ei­ne Tot­ge­burt ge­mel­det, so ist ei­ne ärzt­li­che Be­schei­ni­gung ein­zu­rei­chen.

6 Das Zi­vil­stands­amt kann ei­ne ärzt­li­che Be­stä­ti­gung der Nie­der­kunft ver­lan­gen, wenn die Mel­dung durch ei­ne in Ar­ti­kel 34 Buch­sta­be bbis auf­ge­führ­te Per­son er­folgt.118

116 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 7. Nov. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 6463).

117 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 4. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3061).

118 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 26. Okt. 2016, in Kraft seit 1. Ju­li 2017 (AS 2016 3925).

Art. 36 Bestattung

1 Erst nach der Mel­dung des To­des oder des Lei­chen­fun­des darf die Lei­che be­stat­tet oder ein Lei­chen­pass aus­ge­stellt wer­den.

2 In Aus­nah­me­fäl­len kann die nach kan­to­na­lem Rechtzu­stän­di­ge Stel­le die Be­stat­tung er­lau­benoder denLei­chen­pass aus­stel­len, oh­ne dass ihr ei­ne Be­stä­ti­gung der An­mel­dung ei­nes To­des­fal­les vor­liegt. In die­sem Fall muss sie un­ver­züg­lich Mel­dung an das Zi­vil­stands­amt er­stat­ten.

3 Hat die Be­stat­tung oder die Aus­stel­lung des Lei­chen­pas­ses vor der Mel­dung oh­ne be­hörd­li­che Be­wil­li­gung statt­ge­fun­den, so darf die Ein­tra­gung nur mit Be­wil­li­gung der Auf­sichts­be­hör­de vor­ge­nom­men wer­den.

Art. 37 Name des Kindes miteinander verheirateter Eltern 119

1 Der Na­me des Kin­des mit­ein­an­der ver­hei­ra­te­ter El­tern be­stimmt sich nach Ar­ti­kel 270 ZGB.

2 Tra­gen die El­tern ver­schie­de­ne Na­men und ha­ben sie bei der Ehe­schlies­sung nicht er­klärt, wel­chen Na­men ih­re Kin­der tra­gen sol­len, so er­klä­ren sie mit der Ge­burts­mel­dung des ers­ten Kin­des schrift­lich ge­gen­über der Zi­vil­stands­be­am­tin oder dem Zi­vil­stands­be­am­ten, wel­chen ih­rer Le­di­gna­men ih­re Kin­der tra­gen sol­len.

3 Ha­ben die El­tern bei der Ehe­schlies­sung er­klärt, wel­chen ih­rer Le­di­gna­men ih­re Kin­der tra­gen sol­len, so kön­nen sie mit der Ge­burts­mel­dung des ers­ten Kin­des oder in­ner­halb ei­nes Jah­res seit des­sen Ge­burt ge­mein­sam schrift­lich er­klä­ren, dass das Kind den Le­di­gna­men des an­dern El­tern­teils tra­gen soll (Art. 270 Abs. 2 ZGB).

4 Die Er­klä­rung kann in der Schweiz je­der Zi­vil­stands­be­am­tin oder je­dem Zi­vil­stands­be­am­ten ab­ge­ge­ben wer­den. Im Aus­land kann sie der Ver­tre­tung der Schweiz ab­ge­ge­ben wer­den.

5 Die Un­ter­schrif­ten wer­den be­glau­bigt, wenn die Er­klä­rung nach Ab­satz 3 nicht mit der Ge­burts­mel­dung er­folgt.

119 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 7. Nov. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 6463).

Art. 37a Name des Kindes nicht miteinander verheirateter Eltern 120

1 Der Na­me des Kin­des nicht mit­ein­an­der ver­hei­ra­te­ter El­tern be­stimmt sich nach Ar­ti­kel 270a ZGB.

2 Steht die el­ter­li­che Sor­ge bei der Ge­burt des ers­ten Kin­des ei­nem El­tern­teil zu (Art. 298a Abs. 5, 298b Abs. 4 oder 298c ZGB), so er­hält das Kind des­sen Le­di­gna­men.

3 Steht die el­ter­li­che Sor­ge bei der Ge­burt des ers­ten Kin­des den El­tern ge­mein­sam zu, so er­klä­ren sie mit der Ge­burts­mel­dung schrift­lich ge­gen­über der Zi­vil­stands­be­am­tin oder dem Zi­vil­stands­be­am­ten, wel­chen ih­rer Le­di­gna­men ih­re Kin­der tra­gen sol­len.

4 Die Er­klä­rung nach Ar­ti­kel 270a Ab­satz 2 ZGB ist ge­mein­sam und schrift­lich ab­zu­ge­ben.

5 Die Er­klä­rung kann in der Schweiz je­der Zi­vil­stands­be­am­tin oder je­dem Zi­vil­stands­be­am­ten ab­ge­ge­ben wer­den. Im Aus­land kann sie der Ver­tre­tung der Schweiz ab­ge­ge­ben wer­den.

6 Die Un­ter­schrif­ten wer­den be­glau­bigt, wenn die Er­klä­rung nicht mit der Ge­burts­mel­dung er­folgt.

120 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 7. Nov. 2012 (AS 2012 6463). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 14. Mai 2014, in Kraft seit 1. Ju­li 2014 (AS 2014 1327).

Art. 37b Zustimmung des Kindes 121

1 Hat das Kind das zwölf­te Al­ters­jahr vollen­det, so kann sein Na­me nur ge­än­dert wer­den, wenn es zu­stimmt (Art. 270b ZGB).

2 Das Kind muss die Zu­stim­mung per­sön­lich ab­ge­ben. Es kann die Zu­stim­mung in der Schweiz je­der Zi­vil­stands­be­am­tin oder je­dem Zi­vil­stands­be­am­ten ab­ge­ben. Im Aus­land kann es die Zu­stim­mung der Ver­tre­tung der Schweiz ab­ge­ben.

121 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 7. Nov. 2012 in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 6463).

Art. 37c Vornamen des Kindes 122

1 Sind die El­tern mit­ein­an­der ver­hei­ra­tet, so be­stim­men sie die Vor­na­men des Kin­des. Sind sie nicht mit­ein­an­der ver­hei­ra­tet, so be­stimmt die Mut­ter die Vor­na­men, so­fern die El­tern die el­ter­li­che Sor­ge nicht ge­mein­sam aus­üben.

2 Die Vor­na­men sind dem Zi­vil­stands­amt mit der Ge­burts­mel­dung mit­zu­tei­len.

3 Die Zi­vil­stands­be­am­tin oder der Zi­vil­stands­be­am­te weist Vor­na­men zu­rück, wel­che die In­ter­es­sen des Kin­des of­fen­sicht­lich ver­let­zen.

122 Ur­sprüng­lich: Art. 37.

Art. 38 Findelkind

1 Wer ein Kind un­be­kann­ter Ab­stam­mung fin­det, hat die nach kan­to­na­lem Recht zu­stän­di­ge Be­hör­de zu be­nach­rich­ti­gen.

2 Die Be­hör­de gibt dem Fin­del­kind Fa­mi­li­enna­men und Vor­na­men und er­stat­tet dem Zi­vil­stands­amt Mel­dung.

3 Wird die Ab­stam­mung oder der Ge­burts­ort des Fin­del­kin­des spä­ter fest­ge­stellt, so ist dies auf Ver­fü­gung der Auf­sichts­be­hör­de zu be­ur­kun­den.

2. Abschnitt: Ausländische Ereignisse, Erklärungen und Entscheidungen

Art. 39

Schwei­ze­rin­nen und Schwei­zer so­wie aus­län­di­sche Staats­an­ge­hö­ri­ge, die zu Schwei­ze­rin­nen oder Schwei­zern in ei­nem fa­mi­li­en­recht­li­chen Ver­hält­nis ste­hen, ha­ben aus­län­di­sche Er­eig­nis­se, Er­klä­run­gen und Ent­schei­dun­gen, die den Per­so­nen­stand be­tref­fen, der zu­stän­di­gen Ver­tre­tung der Schweiz im Aus­land zu mel­den.

5. Kapitel: Amtliche Mitteilungspflichten

Art. 40 Gerichte

1 Die Ge­rich­te tei­len fol­gen­de Ur­tei­le mit:

a.
Fest­stel­lung von Ge­burt und Tod;
b.
Fest­stel­lung der Ehe­schlies­sung;
c.
Ver­schol­le­n­er­klä­rung und ih­re Auf­he­bung;
d.123
Ehe­schei­dung (Art. 111 ff. ZGB) und Eheun­gül­ti­g­er­klä­rung (Art. 104 ff. ZGB), ge­ge­be­nen­falls mit dem Hin­weis, dass die Un­gül­ti­g­er­klä­rung ge­stützt auf Ar­ti­kel 105 Zif­fer 4 ZGB er­folg­te und dass da­mit das Kin­des­ver­hält­nis zu all­fäl­li­gen wäh­rend der Ehe ge­bo­re­nen Kin­dern auf­ge­ho­ben wird (Art. 109 Abs. 3 ZGB);
e.
Na­mens­sa­chen (Art. 29 und 30 ZGB);
f.
Fest­stel­lung der Va­ter­schaft (Art. 261 ZGB);
g.
Auf­he­bung des Kin­des­ver­hält­nis­ses zum Ehe­mann der Mut­ter (Art. 256 ZGB);
h.
Auf­he­bung der An­er­ken­nung (Art. 259 Abs. 2 und 260a ZGB);
i.
Auf­he­bung der Ad­op­ti­on (Art. 269 ff. ZGB);
j.124
Ge­schlechts­än­de­rung und da­mit ver­bun­de­ne Vor­na­mens­än­de­rung;
k.125
Fest­stel­lung des Per­so­nen­stan­des, so­wie Be­rich­ti­gung und Lö­schung von Per­so­nen­stands­da­ten (Art. 42 ZGB);
l.126
Fest­stel­lung ei­ner ein­ge­tra­ge­nen Part­ner­schaft;
m.127
Auf­lö­sung (Art. 29 ff. PartG) und Un­gül­ti­g­er­klä­rung (Art. 9 ff. PartG) ei­ner ein­ge­tra­ge­nen Part­ner­schaft.

2 Die amt­li­che Mit­tei­lungs­pflicht um­fasst auch die vor dem Ge­richt er­folg­te An­er­ken­nung ei­nes Kin­des (Art. 260 Abs. 3 ZGB).

123 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 24. Okt. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5625).

124 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 7. Nov. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 6463).

125 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Ju­ni 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2923).

126 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 28. Ju­ni 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2923).

127 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 28. Ju­ni 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2923).

Art. 41 Verwaltungsbehörden

Die Ver­wal­tungs­be­hör­den tei­len fol­gen­de Ver­fü­gun­gen mit:

a.
Er­werb und Ver­lust von Ge­mein­de- und Kan­tons­bür­ger­rech­ten;
b.
Er­werb und Ver­lust des Schwei­zer Bür­ger­rechts;
c.128
Na­mens­än­de­rung (Art. 30 Abs. 1 ZGB);
d.129
Na­mens­än­de­rung mit Bür­ger­rechts­än­de­rung (Art. 271 Abs. 2 ZGB);
e.130
Bür­ger­rechts­fest­stel­lung (Art. 43 Abs. 1 des Bür­ger­rechts­ge­set­zes vom 20. Ju­ni 2014131).

128 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 7. Nov. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 6463).

129 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 7. Nov. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 6463).

130 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 4. Ju­ni 2010 (AS 2010 3061). Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 4 der Bür­ger­rechts­ver­ord­nung vom 17. Ju­ni 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2016 2577).

131 SR 141.0

Art. 42 Weitere Fälle

1 Die nach kan­to­na­lem Recht zu­stän­di­gen Ge­rich­te und Ver­wal­tungs­be­hör­den tei­len fol­gen­de Ur­tei­le oder Ver­fü­gun­gen mit:

a.
Ad­op­ti­on (Art. 264 ff. ZGB);
b.
tes­ta­men­ta­ri­sche An­er­ken­nung ei­nes Kin­des (Art. 260 Abs. 3 ZGB);
c.132
Er­rich­tung ei­ner um­fas­sen­den Bei­stand­schaft oder Fest­stel­lung der Wirk­sam­keit ei­nes Vor­sor­ge­auf­trags für ei­ne dau­ernd ur­teil­s­un­fä­hi­ge Per­son (Art. 449c ZGB) so­wie Auf­he­bung der Bei­stand­schaft (Art. 399 Abs. 2 ZGB);
d.133
Sper­rung der Be­kannt­ga­be der Da­ten und Auf­he­bung der Sper­rung (Art. 46).

2 Die Mit­tei­lung nach Ab­satz 1 Buch­sta­be b er­folgt durch die das Tes­ta­ment er­öff­nen­de Be­hör­de (Art. 557 Abs. 1 ZGB) in der Form ei­nes Tes­ta­ments­aus­zu­ges.

132 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 7. Nov. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 6463).

133 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 4. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3061).

Art. 43 Zuständige Behörde, Form und Frist der Mitteilung

1 Die Mit­tei­lung wird an die Auf­sichts­be­hör­de am Sitz des Ge­richts oder der Ver­wal­tungs­be­hör­de ge­rich­tet. Die Auf­sichts­be­hör­de lei­tet sie an das für die Be­ur­kun­dung zu­stän­di­ge Zi­vil­stands­amt wei­ter.134

2 Bun­des­ge­richts­ur­tei­le sind der Auf­sichts­be­hör­de am Sitz der ers­ten In­stanz, Ver­wal­tungs­ver­fü­gun­gen des Bun­des der Auf­sichts­be­hör­de des Hei­mat­kan­tons der be­trof­fe­nen Per­son mit­zu­tei­len.

3 Be­zeich­net das kan­to­na­le Recht in­tern ei­ne an­de­re Be­hör­de (Art. 2), so sind die Mit­tei­lun­gen nach den Ab­sät­zen 1 und 2 di­rekt die­ser zu­zu­stel­len.

4 Die Ge­rich­te tei­len die Ur­tei­le und die vor Ge­richt er­folg­ten Kin­des­an­er­ken­nun­gen zu­sätz­lich den fol­gen­den Be­hör­den mit:

a.
der Kin­des­schutz­be­hör­de des Wohn­sit­zes min­der­jäh­ri­ger Kin­der (Art. 40 Abs. 1 Bst. c, bei ei­ner ver­hei­ra­te­ten Per­son, so­wie Bst. d, g, h und i);
b.
der Kin­des­schutz­be­hör­de des Wohn­sit­zes der Mut­ter zur Zeit der Ge­burt des Kin­des (Art. 40 Abs. 1 Bst. f und 2).135

5 Die Mit­tei­lung er­folgt un­ver­züg­lich, nach­dem der Ent­scheid rechts­kräf­tig ge­wor­den ist. Sie hat die Form ei­nes Aus­zu­ges, der die voll­stän­di­gen Per­so­nen­stands­da­ten auf Grund von Zi­vil­stand­sur­kun­den, das Dis­po­si­tiv so­wie das Da­tum des Ein­tritts der Rechts­kraft ent­hält.136

6 Er­folgt die Mit­tei­lung in Form ei­ner Ko­pie, so be­schei­nigt die mit­tei­len­de Amts­stel­le de­ren Über­ein­stim­mung mit dem Ori­gi­nal­do­ku­ment.137

134 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 4. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3061).

135 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 7. Nov. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 6463).

136 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Ju­ni 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2923).

137 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 4. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3061).

6. Kapitel: Bekanntgabe der Daten

1. Abschnitt: Allgemeines

Art. 44 Amtsgeheimnis

1 Die bei den Zi­vil­stands­be­hör­den tä­ti­gen Per­so­nen sind zur Ver­schwie­gen­heit über Per­so­nen­stands­da­ten ver­pflich­tet. Die Schwei­ge­pflicht be­steht nach der Be­en­di­gung des Dienst­ver­hält­nis­ses wei­ter.

2 Vor­be­hal­ten bleibt die Be­kannt­ga­be von Per­so­nen­stands­da­ten auf Grund be­son­de­rer Vor­schrif­ten.

Art. 44a Zuständigkeit für die Bekanntgabe 138

1 Die Be­kannt­ga­be von Am­tes we­gen fällt in die Zu­stän­dig­keit des Zi­vil­stands­am­tes, das die Be­ur­kun­dung durch­ge­führt hat.

2 Die Aus­fer­ti­gung von Zi­vil­stand­sur­kun­den auf Be­stel­lung fällt in die Zu­stän­dig­keit fol­gen­der Zi­vil­stand­säm­ter:

a.
Ur­kun­den über Zi­vil­stand­ser­eig­nis­se wer­den vom Zi­vil­stands­amt aus­ge­stellt, das den Vor­gang be­ur­kun­det hat.
b.
Aus­wei­se über den Per­so­nen­stand und den Fa­mi­li­en­stand wer­den vom Zi­vil­stands­amt des Hei­mator­tes oder, wenn die Per­son das Schwei­zer Bür­ger­recht nicht be­sitzt, durch das Zi­vil­stands­amt des Wohn­sit­zes oder Auf­ent­hal­tes oder des letz­ten Wohn­sit­zes aus­ge­stellt.
c.
Fa­mi­li­en­aus­wei­se und Part­ner­schafts­aus­wei­se kön­nen aus­ser­dem vom Zi­vil­stands­amt aus­ge­stellt, er­neu­ert oder er­setzt wer­den, wel­ches das letz­te Er­eig­nis be­züg­lich der be­trof­fe­nen Per­son be­ur­kun­det hat.
d.
Aus­zü­ge aus den in Pa­pier­form ge­führ­ten Zi­vil­stands­re­gis­tern wer­den vom Zi­vil­stands­amt er­stellt, wel­ches das Re­gis­ter auf­be­wahrt (Art. 92a Abs. 1).

138 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 4. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3061).

Art. 45 Voraussetzungen der Bekanntgabe

1139

2 Per­so­nen­stands­da­ten, die noch nicht rechts­gül­tig be­ur­kun­det (Art. 28), zu be­rei­ni­gen (Art. 29 und 30) oder ge­sperrt (Art. 46) sind, dür­fen nur mit Be­wil­li­gung der Auf­sichts­be­hör­de be­kannt ge­ge­ben wer­den.

139 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 4. Ju­ni 2010, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3061).

Art. 46 Sperrung der Bekanntgabe

1 Die Auf­sichts­be­hör­de ver­an­lasst die Sper­rung der Be­kannt­ga­be von Per­so­nen­stands­da­ten:

a.
auf An­trag oder von Am­tes we­gen, so­fern dies zum Schutz der be­trof­fe­nen Per­son un­er­läss­lich oder ge­setz­lich vor­ge­se­hen ist;
b.140
auf­grund ei­ner ge­richt­li­chen Ver­fü­gung;
c.141
im Hin­blick auf ei­ne ge­richt­li­che Ent­schei­dung als su­per­pro­vi­so­ri­sche Mass­nah­me; ein ein­ge­leg­tes Rechts­mit­tel hat kei­ne auf­schie­ben­de Wir­kung.

1bis Als su­per­pro­vi­so­ri­sche Mass­nah­me nach Ab­satz 1 Buch­sta­be c ver­an­lasst die Auf­sichts­be­hör­de die Sper­rung ins­be­son­de­re, wenn ein Ver­fah­ren auf Un­gül­ti­g­er­klä­rung der Ehe oder Part­ner­schaft ein­ge­lei­tet wird.142

2 Ent­fal­len die Vor­aus­set­zun­gen für die Sper­rung, so ver­an­lasst die Auf­sichts­be­hör­de die Auf­he­bung der Sper­rung.

3 Vor­be­hal­ten bleibt das Recht des Ad­op­tiv­kin­des auf Aus­kunft über die Per­so­na­li­en der leib­li­chen El­tern (Art. 268c ZGB).

140 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 4. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3061).

141 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 4. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3061).

142 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 27. März 2013, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1045).

Art. 46a Sperrung der Verwendung 143

1 Die Auf­sichts­be­hör­de sperrt die Ver­wen­dung der ab­ruf­ba­ren Da­ten über den Per­so­nen­stand, wenn sie die Ge­fahr der Er­schlei­chung ei­ner falschen Be­ur­kun­dung ver­mu­tet.

2 Sie hebt die Sper­rung auf, so­bald sie ei­ne miss­bräuch­li­che Ver­wen­dung der Da­ten aus­sch­lies­sen kann.

143 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 4. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3061).

Art. 47 Form der Bekanntgabe 144

1 Zi­vil­stand­ser­eig­nis­se und Zi­vil­stand­stat­sa­chen so­wie Per­so­nen­stands­da­ten wer­den auf den da­für vor­ge­se­he­nen Zi­vil­stands­for­mu­la­ren (Art. 6) in Form ei­ner öf­fent­li­chen Ur­kun­de be­kannt ge­ge­ben.

2 Ist kein For­mu­lar vor­ge­se­hen oder ist des­sen Ver­wen­dung nicht zweck­mäs­sig, so er­folgt die Be­kannt­ga­be:

a.
durch ei­ne schrift­li­che Be­stä­ti­gung oder Be­schei­ni­gung in Form ei­ner öf­fent­li­chen Ur­kun­de;
b.
durch ei­ne be­glau­big­te Ko­pie oder Ab­schrift aus dem in Pa­pier­form ge­führ­ten Zi­vil­stands­re­gis­ter in Form ei­ner öf­fent­li­chen Ur­kun­de;
c.
durch ei­ne be­glau­big­te Ko­pie oder Ab­schrift des Be­le­ges in Form ei­ner öf­fent­li­chen Ur­kun­de;
d.
auf Ver­lan­gen der ZAS ge­mä­ss den spe­zi­al­ge­setz­li­chen Be­stim­mun­gen des Bun­des­rechts;
e.
münd­lich an Zi­vil­stand­säm­ter und Auf­sichts­be­hör­den, wenn die an­fra­gen­de Per­son zwei­fels­frei iden­ti­fi­ziert wer­den kann;
f.
durch ei­ne nicht be­glau­big­te Ko­pie aus den Zi­vil­stands­re­gis­tern, die als Ar­chiv­gut ge­mä­ss Ar­ti­kel 6a Ab­satz 3 gel­ten.

3 Für Be­hör­den aus­ser­halb des Zi­vil­stands­we­sens rich­tet sich der Zu­griff im Ab­ruf­ver­fah­ren auf Da­ten, die im Per­so­nen­stands­re­gis­ter ge­führt wer­den, nach Ar­ti­kel 43a Ab­satz 4 ZGB.

144 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 2 der V vom 8. Dez. 2017 über die Er­stel­lung elek­tro­ni­scher öf­fent­li­cher Ur­kun­den und elek­tro­ni­scher Be­glau­bi­gun­gen, in Kraft seit 1. Fe­br. 2018 (AS 2018 89).

Art. 47a Urkunden in Papierform und Beglaubigungen von Dokumenten in Papierform 145

1 Die in Pa­pier­form aus­ge­fer­tig­ten öf­fent­li­chen Ur­kun­den und Be­glau­bi­gun­gen sind zu da­tie­ren, durch die Un­ter­schrift der Zi­vil­stands­be­am­tin oder des Zi­vil­stands­be­am­ten als rich­tig zu be­schei­ni­gen und mit dem Amts­stem­pel zu ver­se­hen.

2 Das EA­ZW er­lässt Wei­sun­gen zur Pa­pier­qua­li­tät und zur Be­schrif­tung von Zi­vil­stands­do­ku­men­ten. Für die Be­kannt­ga­be von Zi­vil­stand­ser­eig­nis­sen, Zi­vil­stand­stat­sa­chen so­wie Per­so­nen­stands­da­ten ist das vom EA­ZW de­fi­nier­te Si­cher­heits­pa­pier zu ver­wen­den.

3 Für die Be­glau­bi­gung ge­mä­ss Ar­ti­kel 18a Ab­satz 2 gilt bei elek­tro­ni­schen Aus­gangs­do­ku­men­ten die Ver­ord­nung vom 8. De­zem­ber 2017146 über die Er­stel­lung elek­tro­ni­scher öf­fent­li­cher Ur­kun­den und elek­tro­ni­scher Be­glau­bi­gun­gen (EÖBV), ins­be­son­de­re de­ren Ar­ti­kel 17 EÖBV.

145 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. II 2 der V vom 8. Dez. 2017 über die Er­stel­lung elek­tro­ni­scher öf­fent­li­cher Ur­kun­den und elek­tro­ni­scher Be­glau­bi­gun­gen, in Kraft seit 1. Fe­br. 2018 (AS 2018 89).

146 SR 211.435.1

Art. 47b Elektronische Urkunden und elektronische Beglaubigungen 147

1 Die als Zi­vil­stands­be­am­tin oder Zi­vil­stands­be­am­ter er­nann­te oder ge­wähl­te Per­son ist er­mäch­tigt, Zi­vil­stands­do­ku­men­te in elek­tro­ni­scher Form zu er­stel­len, ein­sch­liess­lich öf­fent­li­cher Ur­kun­den und Be­glau­bi­gun­gen.

2 Die kan­to­na­len Auf­sichts­be­hör­den und das EA­ZW kön­nen ih­re Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter er­mäch­ti­gen, die Be­glau­bi­gun­gen nach Ar­ti­kel 18a Ab­satz 2 elek­tro­nisch vor­zu­neh­men.

3 Das EA­ZW kann sei­ne Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter er­mäch­ti­gen, Zi­vil­stands­do­ku­men­te ein­sch­liess­lich öf­fent­li­cher Ur­kun­den und Be­glau­bi­gun­gen im Be­reich von Ar­ti­kel 92b Ab­satz 1bis elek­tro­nisch zu er­stel­len.

4 Die EÖBV148 ist an­wend­bar.

147 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. II 2 der V vom 8. Dez. 2017 über die Er­stel­lung elek­tro­ni­scher öf­fent­li­cher Ur­kun­den und elek­tro­ni­scher Be­glau­bi­gun­gen, in Kraft seit 1. Fe­br. 2018 (AS 2018 89).

148 SR 211.435.1

Art. 48 Beweiskraft

Die Do­ku­men­te nach Ar­ti­kel 47 ha­ben die glei­che Be­weis­kraft wie die Da­ten­trä­ger (Per­so­nen­stands­re­gis­ter und Be­le­ge), aus de­nen Per­so­nen­stands­da­ten be­kannt ge­ge­ben wer­den.

2. Abschnitt: Bekanntgabe von Amtes wegen 149

149 Ursprünglich vor Art. 49

Art. 48a Zeitpunkt der Bekanntgabe 150

Die Be­kannt­ga­be von Am­tes we­gen er­folgt un­ver­züg­lich.

150 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 4. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3061).

Art. 49 An die Gemeindeverwaltung des Wohnsitzes oder Aufenthaltsortes 151

1 Das für die Be­ur­kun­dung zu­stän­di­ge Zi­vil­stands­amt teilt der Ge­mein­de­ver­wal­tung des ak­tu­el­len oder des letz­ten be­kann­ten Wohn­sit­zes oder Auf­ent­halts­or­tes der be­trof­fe­nen Per­son im Hin­blick auf die Füh­rung des Ein­wohn­er­re­gis­ters ins­be­son­de­re die fol­gen­den An­ga­ben mit:

a.152
die Ge­burt, den Tod, die Ver­schol­le­n­er­klä­rung so­wie de­ren Auf­he­bung;
b.153
je­de Än­de­rung von Na­me, Zi­vil­stand, Bür­ger­recht, Ab­stam­mung oder Ge­schlecht;
c.
die Be­rei­ni­gung von Per­so­nen­stands­da­ten, so­weit die­se Aus­wir­kun­gen auf die ak­tu­el­len Da­ten der Per­son ha­ben;
d.
Ein­tra­gung und Lö­schung ei­ner um­fas­sen­den Bei­stand­schaft oder ei­ner Fest­stel­lung der Wirk­sam­keit ei­nes Vor­sor­ge­auf­trags für ei­ne dau­ernd ur­teils­un­fä­hi­ge Per­son (Art. 42 Abs. 1 Bst. c).

2 Die Mit­tei­lung ent­hält die AHV-Ver­si­cher­ten­num­mer, so­fern sie von der ZAS der be­trof­fe­nen Per­son zu­ge­wie­sen wor­den ist (Art. 8a).

3 Die Da­ten­lie­fe­run­gen er­fol­gen au­to­ma­ti­siert und in elek­tro­ni­scher Form.

151 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 7. Nov. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 6463).

152 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 26. Okt. 2016, in Kraft seit 1. Ju­li 2017 (AS 2016 3925).

153 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 26. Okt. 2016, in Kraft seit 1. Ju­li 2017 (AS 2016 3925).

Art. 49a An das Zivilstandsamt des Heimatortes 154

1 Das für die Be­ur­kun­dung zu­stän­di­ge Zi­vil­stands­amt teilt den Zi­vil­stand­säm­tern der bis­he­ri­gen Hei­mator­te den Er­werb des Ge­mein­de­bür­ger­rechts durch Ein­bür­ge­rung mit.

2 Be­sitzt ei­ne Per­son an ih­rem Hei­mat­ort ein Bur­ger- oder Kor­po­ra­ti­ons­recht und ver­langt es ihr Hei­mat­kan­ton, so teilt das für die Be­ur­kun­dung zu­stän­di­ge Zi­vil­stands­amt dem Zi­vil­stands­amt des Hei­mator­tes der be­trof­fe­nen Per­son mit:

a.
die Ge­burt und den Tod;
b.
je­de Än­de­rung von Na­me, Zi­vil­stand oder Bür­ger­recht;
c.
die Be­rei­ni­gung von Per­so­nen­stands­da­ten.

154 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 9. Dez. 2005 (AS 2005 5679). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 4. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3061).

Art. 50 An die Kindesschutzbehörde 155

1 Das für die Be­ur­kun­dung zu­stän­di­ge Zi­vil­stands­amt teilt der Kin­des­schutz­be­hör­de mit:156

a.
die Ge­burt ei­nes Kin­des, des­sen El­tern nicht mit­ein­an­der ver­hei­ra­tet sind,so­wie des­sen Tod, so­fern die­ser in­ner­halb des ers­ten Le­bens­jah­res er­folgt und in die­sem Zeit­punkt kein Kin­des­ver­hält­nis zum Va­ter be­steht;
b.
die Ge­burt ei­nes in­nert 300 Ta­gen nach dem Tod oder der Ver­schol­len­er­klä­rung des Ehe­man­nes der Mut­ter ge­bo­re­nen Kin­des;
c.157
die An­er­ken­nung ei­nes min­der­jäh­ri­gen Kin­des;
cbis.158
die zu­sam­men mit der An­er­ken­nung ab­ge­ge­be­ne Er­klä­rung über die ge­mein­sa­me el­ter­li­che Sor­ge so­wie die Ver­ein­ba­rung über die An­rech­nung von Er­zie­hungs­gut­schrif­ten;
d.
den Tod ei­nes die el­ter­li­che Sor­ge aus­üben­den El­tern­teils;
e.
das Auf­fin­denei­nes Fin­del­kin­des;
f.159
die Ad­op­ti­on ei­nes Kin­des im Aus­land.

2 Die Mit­tei­lung er­folgt an die Kin­des­schutz­be­hör­de:160

a.
des Wohn­sit­zes der Mut­ter zur Zeit der Ge­burt des Kin­des (Abs. 1 Bst. a und c);
b.161
des Wohn­sit­zes des Kin­des (Abs. 1 Bst. b, d und f);
c.
des Auf­fin­dungs­or­tes (Abs. 1 Bst. e).

3 Die Auf­sichts­be­hör­de teilt den Ein­gang ei­nes Ge­suchs um An­er­ken­nung ei­ner im Aus­land mit ei­ner min­der­jäh­ri­gen Per­son ge­schlos­se­nen Ehe der Kin­des­schutz­be­hör­de an de­ren Wohn­sitz mit.162

155 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 7. Nov. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 6463).

156 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 7. Nov. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 6463).

157 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 7. Nov. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 6463).

158 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 14. Mai 2014, in Kraft seit 1. Ju­li 2014, zwei­ter Satz­teil seit 1. Jan. 2015 (AS 2014 1327).

159 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 4. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3061).

160 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 7. Nov. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 6463).

161 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 4. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3061).

162 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 27. März 2013, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1045).

Art. 51 An das Staatssekretariat für Migration 163164

1 Das für die Be­ur­kun­dung zu­stän­di­ge Zi­vil­stands­amt mel­det dem Staats­se­kre­ta­ri­at für Mi­gra­ti­on fol­gen­de Zi­vil­stand­ser­eig­nis­se, die ei­ne schutz­be­dürf­ti­ge, ei­ne asyl­su­chen­de, ei­ne ab­ge­wie­se­ne asyl­su­chen­de oder ei­ne vor­läu­fig auf­ge­nom­me­ne Per­son oder einen vor­läu­fig auf­ge­nom­me­nen Flücht­ling oder einen Flücht­ling mit ei­ner Auf­ent­halts- oder Nie­der­las­sungs­be­wil­li­gung be­tref­fen:165

a.
Ge­bur­ten;
b.
Kin­des­an­er­ken­nun­gen;
c.
Trau­un­gen und ein­ge­tra­ge­ne Part­ner­schaf­ten;
d.
To­des­fäl­le.

2 Das für die Vor­be­rei­tung der Ehe­schlies­sung oder für das Vor­ver­fah­ren der ein­ge­tra­ge­nen Part­ner­schaft zu­stän­di­ge Zi­vil­stands­amt nimmt zu­dem die Mit­tei­lun­gen nach den Ar­ti­keln 67 Ab­satz 5, 74a Ab­sät­ze 6 Buch­sta­ben b und c so­wie 7, 75f Ab­satz 5 und 75m Ab­sät­ze 6 Buch­sta­ben b und c so­wie 7 vor.

163 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 4. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3061).

164 Die Be­zeich­nung der Ver­wal­tungs­ein­heit wur­de in An­wen­dung von Art. 16 Abs. 3 der Pu­bli­ka­ti­ons­ver­ord­nung vom 17. Nov. 2004 (AS 2004 4937) auf den 1. Jan. 2015 an­ge­passt. Die­se An­pas­sung wur­de im gan­zen Text vor­ge­nom­men.

165 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 31. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 4309).

Art. 52 An das Bundesamt für Statistik

1 Das Bun­des­amt für Sta­tis­tik er­hält die sta­tis­ti­schen An­ga­ben nach der Ver­ord­nung vom 30. Ju­ni 1993166 über die Durch­füh­rung von sta­tis­ti­schen Er­he­bun­gen des Bun­des.

2 Die Da­ten­lie­fe­run­gen er­fol­gen au­to­ma­ti­siert und in elek­tro­ni­scher Form.167

166 SR 431.012.1

167 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 2 der Re­gis­ter­har­mo­ni­sie­rungs­ver­ord­nung vom 21. Nov. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 6719).

Art. 52a An das Bundesamt für Polizei 168

Das elek­tro­ni­sche Per­so­nen­stands­re­gis­ter über­mit­telt der Da­ten­bank RI­POL nach Ar­ti­kel 15 des Bun­des­ge­set­zes vom 13. Ju­ni 2008169 über die po­li­zei­li­chen In­for­ma­ti­ons­sys­te­me des Bun­des bei ei­ner Än­de­rung von RI­POL-Per­so­nen­da­ten, auf die das Bun­des­amt für Po­li­zei ge­mä­ss der Ta­bel­le im An­hang Zu­griff hat, au­to­ma­tisch einen ent­spre­chen­den elek­tro­ni­schen Hin­weis.

168 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 26. Okt. 2016 (AS 2016 3925). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 31. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 4309).

169 SR 361

Art. 53 An die AHV-Behörde 170

1 Das für die Be­ur­kun­dung zu­stän­di­ge Zi­vil­stands­amt mel­det der ZAS für je­de Per­son:

a.
bei der Ge­burt (Art. 15a Abs. 1) oder bei der spä­te­ren Auf­nah­me in das Per­so­nen­stands­re­gis­ter (Art. 15a Abs. 2) die Da­ten nach Ar­ti­kel 8 Buch­sta­ben a Zif­fer 1, c, d, e Zif­fern 1 und 3, f, l, m und n Zif­fern 1 und 2;
b.
die Än­de­rung der ge­mel­de­ten Da­ten, un­ter An­ga­be der AHV-Ver­si­cher­ten­num­mer (Art. 8 Bst. b);
c.
bei der Ver­schol­le­n­er­klä­rung oder beim Tod die Da­ten nach Ar­ti­kel 8 Buch­sta­ben a Zif­fer 1, c, d, e Zif­fern 1 und 3, f, g, l, m und n Zif­fern 1 und 2.

2 Die Da­ten wer­den au­to­ma­tisch und in elek­tro­ni­scher Form ge­lie­fert.

170 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 4. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3061).

Art. 54 An ausländische Behörden

1 Aus­län­di­schen Be­hör­den wer­den Per­so­nen­stands­da­ten über ih­re Staats­an­ge­hö­ri­gen mit­ge­teilt, wenn ei­ne in­ter­na­tio­na­le Ver­ein­ba­rung dies vor­sieht.

2 Fehlt ei­ne sol­che Ver­ein­ba­rung, so kann ei­ne Mel­dung grund­sätz­lich nur durch die be­rech­tig­ten Per­so­nen (Art. 59) er­fol­gen. Vor­be­hal­ten bleibt in Aus­nah­me­fäl­len die amt­li­che Zu­stel­lung ei­nes Aus­zu­ges auf Ge­such ei­ner aus­län­di­schen Be­hör­de (Art. 61).

3 Mit­tei­lun­gen nach Ab­satz 1 über­mit­telt das Zi­vil­stands­amt di­rekt dem FIS zu­han­den der aus­län­di­schen Ver­tre­tung, so­fern die in­ter­na­tio­na­le Ver­ein­ba­rung kei­ne ab­wei­chen­de Re­ge­lung vor­sieht.171

171 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 31. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 4309).

Art. 55 Todesmeldungen an ausländische Vertretungen

1 Das Zi­vil­stands­amt des To­desor­tes mel­det al­le von ihm zu be­ur­kun­den­den To­des­fäl­le von aus­län­di­schen Staats­an­ge­hö­ri­gen der Ver­tre­tung des Hei­mat­staa­tes, in de­ren Kon­su­lar­kreis der To­des­fall ein­ge­tre­ten ist (Art. 37 Bst. a des Wie­ner Über­eink. vom 24. April 1963172 über kon­su­la­ri­sche Be­zie­hun­gen).

2 Die Mel­dung er­folgt un­ver­züg­lich und ent­hält die fol­gen­den An­ga­ben, so­weit sie ver­füg­bar sind:

a.
Fa­mi­li­enna­men;
b.
Vor­na­men;
c.
Ge­schlecht;
d.
Ort und Da­tum der Ge­burt;
e.
Ort und Da­tum des To­des.
Art. 56 An andere Stellen

1 Vor­be­hal­ten blei­ben wei­te­re Mit­tei­lungs- und Mel­de­pflich­ten der Zi­vil­stand­säm­ter auf Grund des Rechts des Bun­des oder der Kan­to­ne.

2 Per­so­nen mit ei­nem Bur­ger- oder Kor­po­ra­ti­ons­recht wer­den im Re­gis­ter auf Grund der An­ga­ben der zu­stän­di­gen kan­to­na­len Stel­len als sol­che ge­kenn­zeich­net.173

3 Für die Be­hör­den, wel­che die Mit­tei­lun­gen oder Mel­dun­gen er­hal­ten, gel­ten die Grund­sät­ze der Ge­heim­hal­tung eben­falls (Art. 44).174

173 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 9. Dez. 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2006 (AS 2005 5679).

174 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 9. Dez. 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2006 (AS 2005 5679).

Art. 57175

175 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 26. Okt. 2016, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2017 (AS 2016 3925).

3. Abschnitt: Bekanntgabe auf Anfrage

Art. 58 An Gerichte und Verwaltungsbehörden

Die Zi­vil­stands­be­hör­den sind ver­pflich­tet,schwei­ze­ri­schen Ge­rich­ten und Ver­wal­tungs­be­hör­den die zur Er­fül­lung ih­rer ge­setz­li­chen Auf­ga­ben un­er­läss­li­chen Per­so­nen­stands­da­ten auf Ver­lan­gen be­kannt zu ge­ben.

Art. 59 An Private

Pri­va­ten, die ein un­mit­tel­ba­res und schutz­wür­di­ges In­ter­es­se nach­wei­sen, wer­den Per­so­nen­stands­da­ten be­kannt ge­ge­ben, wenn die Be­schaf­fung bei den di­rekt be­trof­fe­nen Per­so­nen nicht mög­lich oder of­fen­sicht­lich nicht zu­mut­bar ist.

Art. 60 An Forschende 176

1 For­schen­den wer­den Per­so­nen­stands­da­ten be­kannt­ge­ge­ben, wenn de­ren Be­schaf­fung bei den be­trof­fe­nen Per­so­nen nicht mög­lich oder of­fen­sicht­lich nicht zu­mut­bar ist; die Da­ten­be­kannt­ga­be er­folgt ge­stützt auf ei­ne Be­wil­li­gung der Auf­sichts­be­hör­de.

2 Die Da­ten­be­kannt­ga­be er­folgt un­ter den Auf­la­gen des Da­ten­schut­zes; ins­be­son­de­re sind die For­schen­den ver­pflich­tet:

a.
die Da­ten zu an­ony­mi­sie­ren, so­bald es der Zweck der Be­ar­bei­tung er­laubt;
b.
die Da­ten nur mit Zu­stim­mung der Zi­vil­stands­be­am­tin oder des Zi­vil­stands­be­am­ten wei­ter­zu­ge­ben;
c.
im Fal­le der Ver­öf­fent­li­chung der Er­geb­nis­se si­cher­zu­stel­len, dass die be­trof­fe­nen Per­so­nen nicht iden­ti­fi­zier­bar sind.

3 Er­folgt die Da­ten­be­kannt­ga­be zum Zweck der per­so­nen­be­zo­ge­nen For­schung, so dür­fen die Er­geb­nis­se nur mit der schrift­li­chen Zu­stim­mung der be­trof­fe­nen Per­so­nen ver­öf­fent­licht wer­den. Die Zu­stim­mung ist von der For­sche­rin oder dem For­scher ein­zu­ho­len.

176 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 4. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3061).

Art. 61 An ausländische Behörden

1 Be­steht kei­ne in­ter­na­tio­na­le Ver­ein­ba­rung (Art. 54), so kön­nen in Aus­nah­me­fäl­len Per­so­nen­stands­da­ten auf Ge­such ei­ner aus­län­di­schen Ver­tre­tung be­kannt ge­ge­ben wer­den.

2 Das Ge­such ist an das EA­ZW zu rich­ten.

3 Die aus­län­di­sche Ver­tre­tung muss nach­wei­sen, dass:

a.
sie die ge­wünsch­te In­for­ma­ti­on trotz zu­rei­chen­der Be­mü­hun­gen von der be­rech­tig­ten Per­son (Art. 59) nicht er­hal­ten konn­te;
b.
die be­rech­tig­te Per­son die Be­kannt­ga­be oh­ne zu­rei­chen­den Grund ver­wei­gert, na­ment­lich um sich ei­ner schwei­ze­ri­schen oder aus­län­di­schen ge­setz­li­chen Be­stim­mung zu ent­zie­hen;
c.
für sie da­ten­schutz­recht­li­che Vor­schrif­ten gel­ten, die mit je­nen der Schweiz ver­gleich­bar sind;
d.
sie den Grund­satz der Ge­gen­sei­tig­keit be­ach­tet.

4 Ist der Nach­weis er­bracht oder han­delt es sich um ei­ne To­des­ur­kun­de, die von ei­ner Be­hör­de ei­nes Ver­trags­staa­tes des Wie­ner Über­ein­kom­mens vom 24. April 1963177 über die kon­su­la­ri­schen Be­zie­hun­gen für einen ei­ge­nen Staats­an­ge­hö­ri­gen ver­langt wird, so be­stellt das EA­ZW den ent­spre­chen­den Aus­zug di­rekt beim Zi­vil­stands­amt. Die­ses über­mit­telt das Do­ku­ment di­rekt dem Eid­ge­nös­si­schen Amt zu­han­den der aus­län­di­schen Ver­tre­tung.

5 Es wer­den kei­ne Ge­büh­ren er­ho­ben.

7. Kapitel: Vorbereitung der Eheschliessung und Trauung

1. Abschnitt: Vorbereitungsverfahren

Art. 62 Zuständigkeit

1 Zu­stän­dig für die Durch­füh­rung des Vor­be­rei­tungs­ver­fah­rens ist:

a.
das Zi­vil­stands­amt des schwei­ze­ri­schen Wohn­sit­zes der Braut oder des Bräu­ti­gams;
b.
das Zi­vil­stands­amt, das die Trau­ung durch­füh­ren soll, wenn bei­de Ver­lob­ten im Aus­land woh­nen.

2 Ein nach­träg­li­cher Wohn­sitz­wech­sel hebt die ein­mal be­grün­de­te Zu­stän­dig­keit nicht auf.

3 Schwebt ei­ne ver­lob­te Per­son in To­des­ge­fahr, so kann die Zi­vil­stands­be­am­tin oder der Zi­vil­stands­be­am­te an ih­rem Auf­ent­halts­ort auf ärzt­li­che Be­stä­ti­gung hin das Vor­be­rei­tungs­ver­fah­ren durch­füh­ren und die Trau­ung vor­neh­men.178

178 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 28. Ju­ni 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2923).

Art. 63 Einreichung des Gesuchs

1 Die Ver­lob­ten rei­chen das Ge­such um Durch­füh­rung des Vor­be­rei­tungs­ver­fah­rens beim zu­stän­di­gen Zi­vil­stands­amt ein.

2 Ver­lob­te, die sich im Aus­land auf­hal­ten, kön­nen das Ge­such durch Ver­mitt­lung der zu­stän­di­gen Ver­tre­tung der Schweiz ein­rei­chen.

Art. 64 Dokumente 179

1 Die Ver­lob­ten le­gen dem Ge­such fol­gen­de Do­ku­men­te bei:

a.
Aus­wei­se über den ak­tu­el­len Wohn­sitz;
b.
Do­ku­men­te über Ge­burt, Ge­schlecht, Na­men, Ab­stam­mung, Zi­vil­stand (Ver­lob­te, die ver­hei­ra­tet ge­we­sen sind oder in ein­ge­tra­ge­ner Part­ner­schaft ge­lebt ha­ben: Da­tum der Eheauf­lö­sung oder der Auf­lö­sung der ein­ge­tra­ge­nen Part­ner­schaft) so­wie Hei­mator­te und Staats­an­ge­hö­rig­keit, wenn die An­ga­ben über den ak­tu­el­len Per­so­nen­stand noch nicht be­ur­kun­det wor­den sind oder wenn die ab­ruf­ba­ren Da­ten nicht rich­tig, nicht voll­stän­dig oder nicht auf dem neus­ten Stand sind;
c.
Do­ku­men­te über Ge­burt, Ge­schlecht, Na­men und Ab­stam­mung ge­mein­sa­mer Kin­der, wenn das Kin­des­ver­hält­nis noch nicht be­ur­kun­det wor­den ist oder wenn die ab­ruf­ba­ren Da­ten nicht rich­tig, nicht voll­stän­dig oder nicht auf dem neus­ten Stand sind.

2 Ver­lob­te, die nicht Schwei­zer­bür­ge­rin­nen oder Schwei­zer­bür­ger sind, le­gen zu­sätz­lich ein Do­ku­ment zum Nach­weis der Recht­mäs­sig­keit ih­res Auf­ent­hal­tes in der Schweiz bis zum vor­aus­sicht­li­chen Zeit­punkt der Trau­ung bei.

179 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 27. März 2013, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1045).

Art. 65 Erklärungen

1 Die Ver­lob­ten er­klä­ren vor der Zi­vil­stands­be­am­tin oder dem Zi­vil­stands­be­am­ten, dass:

a.
die An­ga­ben im Ge­such und die vor­ge­leg­ten Do­ku­men­te auf dem neues­ten Stand, voll­stän­dig und rich­tig sind;
b.180
c.181
sie we­der durch leib­li­che Ab­stam­mung noch durch Ad­op­ti­on mit­ein­an­der in ge­ra­der Li­nie ver­wandt und nicht Ge­schwis­ter oder Halb­ge­schwis­ter sind;
d.182
sie kei­ne be­ste­hen­de Ehe oder ein­ge­tra­ge­ne Part­ner­schaft ver­schwie­gen ha­ben.

1bis Die Zi­vil­stands­be­am­tin oder der Zi­vil­stands­be­am­te macht die Ver­lob­ten dar­auf auf­merk­sam, dass die Ehe­schlies­sung ih­ren frei­en Wil­len vor­aus­setzt.183

2 Die Zi­vil­stands­be­am­tin oder der Zi­vil­stands­be­am­te er­mahnt die Ver­lob­ten zur Wahr­heit und in­for­miert sie über die Straf­fol­gen:

a.
ei­ner Zwangs­hei­rat (Art. 181a des Straf­ge­setz­bu­ches184; StGB);
b.
ei­ner straf­ba­ren Hand­lung ge­gen die se­xu­el­le In­te­gri­tät (Art. 187–200 StGB);
c.
ei­nes Ver­bre­chens oder Ver­ge­hens ge­gen die Fa­mi­lie (Art. 213–220 StGB);
d.
ei­ner Ur­kun­den­fäl­schung (Art. 251–257 StGB);
e.
ei­ner Wi­der­hand­lung ge­gen die Ar­ti­kel 115–122 des Aus­län­der- und In­te­gra­ti­ons­ge­set­zes vom 16. De­zem­ber 2005185 (AIG)186.187

2bis Die Zi­vil­stands­be­am­tin oder der Zi­vil­stands­be­am­te be­glau­bigt die Un­ter­schrif­ten.188

3 In be­grün­de­ten Fäl­len kann die Er­klä­rung nach Ab­satz 1 aus­ser­halb der Amts­räu­me ent­ge­gen­ge­nom­men wer­den.189

180 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 7. Nov. 2012, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 6463).

181 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 9. Dez. 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2006 (AS 2005 5679).

182 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Ju­ni 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2923).

183 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 4. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3061).

184 SR 311.0

185 SR 142.20

186 Der Ti­tel wur­de in An­wen­dung von Art. 12 Abs. 2 des Pu­bli­ka­ti­ons­ge­set­zes vom 18. Ju­ni 2004 (SR 170.512) auf den 1. Jan. 2019 an­ge­passt. Die­se An­pas­sung wur­de im gan­zen Text vor­ge­nom­men.

187 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 27. März 2013, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1045).

188 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 27. März 2013, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1045).

189 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 4. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3061).

Art. 66 Prüfung des Gesuchs

1 Das Zi­vil­stands­amt führt die Prü­fung nach Ar­ti­kel 16 durch.

2 Zu­sätz­lich prüft es, ob:

a.
das Ge­such in der rich­ti­gen Form ein­ge­reicht wor­den ist;
b.
die nö­ti­gen Do­ku­men­te und Er­klä­run­gen vor­lie­gen;
c.
die Ehe­fä­hig­keit bei­der Ver­lob­ten fest­steht (Art. 94 ZGB);
d.190
kei­ne Ehe­hin­der­nis­se vor­lie­gen (Art. 95, 96 ZGB und 26 PartG: kei­ne durch Ver­wandt­schaft, be­ste­hen­de Ehe oder ein­ge­tra­ge­ne Part­ner­schaft be­grün­de­ten Ehe­hin­der­nis­se);
e.191
die Ver­lob­ten, die nicht Schwei­zer­bür­ge­rin­nen oder Schwei­zer­bür­ger sind, ih­ren recht­mäs­si­gen Auf­ent­halt in der Schweiz wäh­rend des Vor­be­rei­tungs­ver­fah­rens nach­ge­wie­sen ha­ben (Art. 98 Abs. 4 ZGB);
f.192
kein Um­stand er­ken­nen lässt, dass das Ge­such of­fen­sicht­lich nicht dem frei­en Wil­len der Ver­lob­ten ent­spricht (Art. 99 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB).

3 Das Zi­vil­stands­amt kann die Recht­mäs­sig­keit des Auf­ent­hal­tes ge­stützt auf das Zen­tra­le Mi­gra­ti­ons­in­for­ma­ti­ons­sys­tem über­prü­fen. Im Zwei­fels­fall kann es sie durch Rück­fra­ge bei der zu­stän­di­gen Aus­län­der­be­hör­de am Wohn­sitz oder Auf­ent­halts­ort der Ver­lob­ten über­prü­fen las­sen. Die­se Be­hör­de ist ver­pflich­tet, die Aus­kunft ge­büh­ren­frei und un­ver­züg­lich zu er­tei­len.193

190 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Ju­ni 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2923).

191 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 4. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3061).

192 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 27. März 2013, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1045).

193 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 4. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3061).

Art. 67 Abschluss des Vorbereitungsverfahrens 194

1 Die Zi­vil­stands­be­am­tin oder der Zi­vil­stands­be­am­te stellt das Er­geb­nis des Vor­be­rei­tungs­ver­fah­rens fest.

2 Sind die Vor­aus­set­zun­gen nach Ar­ti­kel 66 Ab­satz 2 er­füllt, so er­öff­net das Zi­vil­stands­amt den Ver­lob­ten den Ent­scheid, dass die Trau­ung statt­fin­den kann. Es ver­ein­bart die Ein­zel­hei­ten des Voll­zugs oder ver­weist die Ver­lob­ten an das Zi­vil­stands­amt, das die­se für die Trau­ung ge­wählt ha­ben.195

3 Sind die Ehe­vor­aus­set­zun­gen nicht er­füllt oder blei­ben er­heb­li­che Zwei­fel be­ste­hen, so ver­wei­gert das Zi­vil­stands­amt die Trau­ung.196

4 Der Ent­scheid der Zi­vil­stands­be­am­tin oder des Zi­vil­stands­be­am­ten über die Ver­wei­ge­rung der Ehe­schlies­sung wird den Ver­lob­ten schrift­lich mit­ge­teilt; er ent­hält ei­ne Rechts­mit­tel­be­leh­rung.

5 Das Zi­vil­stands­amt teilt der zu­stän­di­gen Aus­län­der­be­hör­de am Auf­ent­halts­ort der be­trof­fe­nen Per­son die Iden­ti­tät von Ver­lob­ten mit, die ih­ren recht­mäs­si­gen Auf­ent­halt in der Schweiz nicht nach­ge­wie­sen ha­ben.

6 Die An­zei­ge der fest­ge­stell­ten Wi­der­hand­lun­gen und die Schutz­mass­nah­men rich­ten sich nach Ar­ti­kel 16 Ab­satz 7.197

194 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 4. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3061).

195 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 20. Nov. 2019, in Kraft seit 1. Jan. 2020 (AS 2019 3815).

196 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 27. März 2013, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1045).

197 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 27. März 2013, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1045).

Art. 68 Frist 198

Die Trau­ung kann nach Mit­tei­lung des Ent­scheids über das po­si­ti­ve Er­geb­nis des Vor­be­rei­tungs­ver­fah­rens in­ner­halb von drei Mo­na­ten statt­fin­den.

198 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 20. Nov. 2019, in Kraft seit 1. Jan. 2020 (AS 2019 3815).

Art. 69 Mitwirkung 199

1 Ist es für die Ver­lob­te oder den Ver­lob­ten of­fen­sicht­lich un­zu­mut­bar, im Vor­be­rei­tungs­ver­fah­ren per­sön­lich beim zu­stän­di­gen Zi­vil­stands­amt zu er­schei­nen, so kann ins­be­son­de­re für die Ent­ge­gen­nah­me der Er­klä­rung nach Ar­ti­kel 65 Ab­satz 1 die Mit­wir­kung des Zi­vil­stands­am­tes am Auf­ent­halts­ort ver­langt wer­den.

2 Ver­lob­te, die sich im Aus­land auf­hal­ten, kön­nen die Er­klä­rung nach Ar­ti­kel 65 Ab­satz 1 bei ei­ner Ver­tre­tung der Schweiz ab­ge­ben. In be­grün­de­ten Aus­nah­me­fäl­len kann die Er­klä­rung mit Be­wil­li­gung der Zi­vil­stands­be­am­tin oder des Zi­vil­stands­be­am­ten auch bei ei­ner aus­län­di­schen Ur­kunds­per­son ab­ge­ge­ben wer­den, wel­che die Un­ter­schrift be­glau­bigt.

199 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 4. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3061).

2. Abschnitt: Trauung

Art. 70 Ort

1 Die Trau­ung fin­det im Trau­ungs­lo­kal des Zi­vil­stands­krei­ses statt, den die Ver­lob­ten ge­wählt ha­ben (Art. 67 Abs. 2).

2 Wei­sen die Ver­lob­ten nach, dass es für sie of­fen­sicht­lich un­zu­mut­bar ist, sich in das Trau­ungs­lo­kal zu be­ge­ben, so kann die Zi­vil­stands­be­am­tin oder der Zi­vil­stands­be­am­te die Trau­ung in ei­nem an­dern Lo­kal durch­füh­ren.

3 Wur­de das Vor­be­rei­tungs­ver­fah­ren in ei­nem an­de­ren Zi­vil­stands­kreis durch­ge­führt, so ha­ben die Ver­lob­ten die Trau­ungs­er­mäch­ti­gung vor­zu­le­gen.200

200 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 28. Ju­ni 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2923).

Art. 71 Form der Trauung

1 Die Trau­ung ist öf­fent­lich und fin­det in An­we­sen­heit von zwei voll­jäh­ri­gen und ur­teils­fä­hi­gen Zeu­gin­nen und Zeu­gen statt. Die­se müs­sen von den Ver­lob­ten ge­stellt wer­den.201

2 Die Trau­ung wird voll­zo­gen, in­dem die Zi­vil­stands­be­am­tin oder der Zi­vil­stands­be­am­te an die Braut und den Bräu­ti­gam ein­zeln die Fra­ge rich­tet:

«N. N., ich rich­te an Sie die Fra­ge: Wol­len Sie mit M. M. die Ehe ein­ge­hen?»

«M. M., ich rich­te an Sie die Fra­ge: Wol­len Sie mit N. N. die Ehe ein­ge­hen?»

3 Ha­ben bei­de die Fra­ge be­jaht, so er­klärt die Zi­vil­stands­be­am­tin oder der Zi­vil­stands­be­am­te:

«Da Sie bei­de mei­ne Fra­ge be­jaht ha­ben, ist Ih­re Ehe durch Ih­re beid­sei­ti­ge Zu­stim­mung ge­schlos­sen.»

4 Un­mit­tel­bar nach der Trau­ung wird der vor­be­rei­te­te Be­leg für die Er­fas­sung der Trau­ung von den Ehe­gat­ten, den Zeu­gin­nen oder Zeu­gen und der Zi­vil­stands­be­am­tin oder dem Zi­vil­stands­be­am­ten un­ter­zeich­net.

5 Las­sen die Um­stän­de er­ken­nen, dass das Ehe­schlies­sungs­ge­such of­fen­sicht­lich nicht dem frei­en Wil­len der Ver­lob­ten ent­spricht, so ver­wei­gert die Zi­vil­stands­be­am­tin oder der Zi­vil­stands­be­am­te die Trau­ung und hebt die Trau­ungs­er­mäch­ti­gung durch schrift­li­che Er­öff­nung des Ent­scheids an die Ver­lob­ten und an die Zi­vil­stands­be­am­tin oder den Zi­vil­stands­be­am­ten auf, die oder der das Vor­be­rei­tungs­ver­fah­ren durch­ge­führt hat. Sie oder er zeigt die Tat­sa­chen den Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den an (Art. 16 Abs. 7).202

201 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 7. Nov. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 6463).

202 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 27. März 2013, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1045).

Art. 72 Besondere organisatorische Vorschriften

1 Die Zi­vil­stands­be­am­tin oder der Zi­vil­stands­be­am­te kann die Zahl der teil­neh­men­den Per­so­nen aus Ord­nungs­grün­den be­schrän­ken. Wer die Trau­hand­lung stört, wird weg­ge­wie­sen.

2 Die Trau­ung meh­re­rer Paa­re zur glei­chen Zeit darf nur er­fol­gen, wenn al­le Ver­lob­ten da­mit ein­ver­stan­den sind.

3 An Sonn­ta­gen und an den am Amts­sitz des Zi­vil­stands­am­tes gel­ten­denall­ge­mei­nen Fei­er­ta­gen dür­fen kei­ne Trau­un­gen statt­fin­den.

3. Abschnitt: Eheschliessung von ausländischen Staatsangehörigen

Art. 73 Wohnsitz im Ausland

1 Die Auf­sichts­be­hör­de ent­schei­det über Ge­su­che um Be­wil­li­gung der Ehe­schlies­sung zwi­schen aus­län­di­schen Ver­lob­ten, die bei­de nicht in der Schweiz woh­nen (Art. 43 Abs. 2 IPRG203).

2 Das Ge­such ist beim Zi­vil­stands­amt ein­zu­rei­chen, das die Trau­ung durch­füh­ren soll. Bei­zu­le­gen sind:

a.
die Ehean­er­ken­nungs­er­klä­rung des Hei­mat- oder Wohn­sitz­staa­tes bei­der Ver­lob­ten (Art. 43 Abs. 2 IPRG);
b.204
die Do­ku­men­te nach Ar­ti­kel 64.

3 Gleich­zei­tig mit dem Ent­scheid über das Ge­such ent­schei­det die Auf­sichts­be­hör­de über die schrift­li­che Durch­füh­rung des Vor­be­rei­tungs­ver­fah­rens (Art. 69).205

203 SR 291

204 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 27. März 2013, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1045).

205 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 27. März 2013, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1045).

Art. 74206

206 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 27. März 2013, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1045).

Art. 74a Umgehung des Ausländerrechts 207

1 Die Zi­vil­stands­be­am­tin oder der Zi­vil­stands­be­am­te, die oder der für die Durch­füh­rung des Ehe­vor­be­rei­tungs­ver­fah­rens oder für die Trau­ung zu­stän­dig ist, tritt auf das Ge­such nicht ein, wenn die Braut oder der Bräu­ti­gam of­fen­sicht­lich kei­ne Le­bens­ge­mein­schaft be­grün­den, son­dern die Be­stim­mun­gen über Zu­las­sung und Auf­ent­halt von Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­dern um­ge­hen will (Art. 97a ZGB).

2 Die Zi­vil­stands­be­am­tin oder der Zi­vil­stands­be­am­te hört die Ver­lob­ten ein­zeln an. Aus­nahms­wei­se wer­den die Ver­lob­ten ge­mein­sam an­ge­hört, wenn dies für die Ab­klä­rung des Sach­ver­halts bes­ser ge­eig­net er­scheint. Die Ver­lob­ten ha­ben die Mög­lich­keit, Do­ku­men­te ein­zu­rei­chen.

3 Die Zi­vil­stands­be­am­tin oder der Zi­vil­stands­be­am­te for­dert das Dos­sier der Aus­län­der­be­hör­den an; sie oder er kann auch bei an­de­ren Be­hör­den und bei Dritt­per­so­nen Aus­künf­te ein­ho­len.

4 Die Be­hör­den sind ver­pflich­tet, die Aus­künf­te oh­ne Ver­zug und ge­büh­ren­frei zu er­tei­len.

5 Die An­hö­rung der Ver­lob­ten und münd­lich oder te­le­fo­nisch er­teil­te Aus­künf­te wer­den pro­to­kol­liert.

6 Die Zi­vil­stands­be­am­tin oder der Zi­vil­stands­be­am­te teilt den Ent­scheid, dass auf das Ge­such um Ehe­vor­be­rei­tung nicht ein­ge­tre­ten oder die Trau­ung ver­wei­gert wird, fol­gen­den Per­so­nen und Stel­len schrift­lich mit:

a.
den Ver­lob­ten; der Ent­scheid ent­hält ei­ne Rechts­mit­tel­be­leh­rung;
b.
der Auf­sichts­be­hör­de des Hei­mat­kan­tons, wenn ei­ne der ver­lob­ten Per­so­nen das Schwei­zer Bür­ger­recht be­sitzt;
c.
der Auf­sichts­be­hör­de des Wohn­sitz­kan­tons der Braut und des Bräu­ti­gams.208

7 Das Zi­vil­stands­amt mel­det der kan­to­na­len Aus­län­der­be­hör­de am Auf­ent­halts­ort der be­trof­fe­nen Per­son Tat­sa­chen, die dar­auf hin­deu­ten, dass mit der be­ab­sich­tig­ten oder er­folg­ten Ehe­schlies­sung ei­ne Um­ge­hung der Be­stim­mun­gen über Zu­las­sung und Auf­ent­halt von Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­dern bezweckt wird (Art. 82a VZAE209). Zu­dem teilt es ihr das Re­sul­tat all­fäl­li­ger Ab­klä­run­gen, sei­nen Ent­scheid und den all­fäl­li­gen Rück­zug des Ge­suchs mit.210

8 Die An­zei­ge der fest­ge­stell­ten Wi­der­hand­lun­gen und die Schutz­mass­nah­men rich­ten sich nach Ar­ti­kel 16 Ab­satz 7.211

207 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 24. Okt. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5625).

208 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 4. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3061).

209 SR 142.201

210 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 4. Ju­ni 2010 (AS 2010 3061). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 31. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 4309).

211 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 27. März 2013, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1045).

4. Abschnitt: Ehefähigkeitszeugnisse

Art. 75

1 Ein für die Trau­ung ei­ner Schwei­zer Bür­ge­rin oder ei­nes Schwei­zer Bür­gers im Aus­land not­wen­di­ges Ehe­fä­hig­keits­zeug­nis wird auf Ge­such bei­der Ver­lob­ten aus­ge­stellt.

2 Zu­stän­dig­keit und Ver­fah­ren rich­ten sich sinn­ge­mä­ss nach den Vor­schrif­ten über das Vor­be­rei­tungs­ver­fah­ren für ei­ne Ehe­schlies­sung in der Schweiz (Art. 62–67, 69 und 74a). Be­steht kein Wohn­sitz in der Schweiz, so ist das Zi­vil­stands­amt des Hei­mator­tes der Braut oder des Bräu­ti­gams zu­stän­dig.212

212 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 27. März 2013, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1045).

7a. Kapitel: Eingetragene Partnerschaft213

213 Eingefügt durch Ziff. I der V vom 24. Okt. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5625).

1. Abschnitt: Vorverfahren

Art. 75a Zuständigkeit

1 Zu­stän­dig für die Durch­füh­rung des Vor­ver­fah­rens ist:

a.
das Zi­vil­stands­amt am schwei­ze­ri­schen Wohn­sitz ei­ner der Part­ne­rin­nen oder ei­nes der Part­ner;
b.
das Zi­vil­stands­amt, das die Ein­tra­gung durch­füh­ren soll, wenn bei­de Part­ne­rin­nen oder Part­ner im Aus­­land woh­nen und ei­ne oder ei­ner von ih­nen das Schwei­zer Bür­ger­recht be­sitzt (Art. 43 und 65a IPRG214).

2 Ein nach­träg­li­cher Wohn­sitz­wech­sel hebt die ein­mal be­grün­de­te Zu­stän­dig­keit nicht auf.

3 Schwebt die ei­ne Part­ne­rin oder der ei­ne Part­ner in To­des­ge­fahr, so kann die Zi­vil­stands­be­am­tin oder der Zi­vil­stands­be­am­te am Auf­ent­halts­ort die­ser Per­son auf ärzt­li­che Be­stä­ti­gung hin das Vor­ver­fah­ren durch­füh­ren und die Ein­tra­gung der Part­ner­schaft vor­neh­men.

214 SR 291

Art. 75b Einreichung des Gesuchs

1 Die bei­den Part­ne­rin­nen oder Part­ner rei­chen das Ge­such beim zu­stän­di­gen Zi­vil­stands­amt ein.

2 Sind die schwei­ze­ri­schen Be­hör­den nach Ar­ti­kel 75a zu­stän­dig, so kön­nen Part­ne­rin­nen oder Part­ner, die sich im Aus­land auf­hal­ten, das Ge­such durch Ver­mitt­lung der zu­stän­di­gen Ver­tre­tung der Schweiz ein­rei­chen.

Art. 75c Dokumente

1 Die Part­ne­rin­nen oder Part­ner le­gen dem Ge­such fol­gen­de Do­ku­men­te bei:

a.
Aus­wei­se über den ak­tu­el­len Wohn­sitz;
b.
Do­ku­men­te über Ge­burt, Ge­schlecht, Na­men, Ab­stam­mung, Zi­vil­stand (Part­ne­rin­nen oder Part­ner, die in ein­ge­tra­ge­ner Part­ner­schaft ge­lebt ha­ben oder ver­hei­ra­tet ge­we­sen sind: Da­tum der Auf­lö­sung der ein­ge­tra­ge­nen Part­ner­schaft oder der Ehe­auf­lö­sung) so­wie Hei­mator­te und Staats­­an­gehö­rig­keit, wenn die An­ga­ben über den ak­tu­el­len Per­so­nen­stand noch nicht be­ur­kun­det wor­den sind oder wenn die ab­ruf­ba­ren Da­ten nicht rich­tig, nicht voll­stän­dig oder nicht auf dem neus­ten Stand sind.

2215

3 Part­ne­rin­nen oder Part­ner, die nicht Schwei­zer­bür­ge­rin­nen oder Schwei­zer­bür­ger sind, le­gen zu­sätz­lich ein Do­ku­ment zum Nach­weis der Recht­mäs­sig­keit ih­res Auf­ent­hal­tes in der Schweiz bis zum vor­aus­sicht­li­chen Zeit­punkt der Be­ur­kun­dung der ein­ge­tra­ge­nen Part­ner­schaft bei.216

215 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 7. Nov. 2012, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 6463).

216 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 4. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3061).

Art. 75d Erklärungen

1 Die bei­den Part­ne­rin­nen oder Part­ner er­klä­ren vor der Zi­vil­stands­be­am­tin oder dem Zi­vil­stands­be­am­ten, dass:

a.
die An­ga­ben im Ge­such und die vor­ge­leg­ten Do­ku­men­te auf dem neues­ten Stand, voll­stän­dig und rich­tig sind;
b.217
c.
sie we­der durch leib­li­che Ab­stam­mung noch durch Ad­op­ti­on mit­ein­an­der in ge­ra­der Li­nie ver­wandt und kei­ne Ge­schwis­ter oder Halb­ge­schwis­ter sind;
d.
sie kei­ne ein­ge­tra­ge­ne Part­ner­schaft oder be­ste­hen­de Ehe ver­schwie­gen ha­ben.

1bis Die Zi­vil­stands­be­am­tin oder der Zi­vil­stands­be­am­te macht die Part­ne­rin­nen oder Part­ner dar­auf auf­merk­sam, dass die Be­grün­dung der ein­ge­tra­ge­nen Part­ner­schaft ih­ren frei­en Wil­len vor­aus­setzt.218

2 Die Zi­vil­stands­be­am­tin oder der Zi­vil­stands­be­am­te er­mahnt die Part­ne­rin­nen oder Part­ner zur Wahr­heit und in­for­miert sie über die Straf­fol­gen:

a.
ei­ner er­zwun­ge­nen ein­ge­tra­ge­nen Part­ner­schaft (Art. 181a StGB219);
b.
ei­ner straf­ba­ren Hand­lung ge­gen die se­xu­el­le In­te­gri­tät (Art. 187–200 StGB);
c.
ei­nes Ver­bre­chens oder Ver­ge­hens ge­gen die Fa­mi­lie (Art. 213–220 StGB);
d.
ei­ner Ur­kun­den­fäl­schung (Art. 251–257 StGB);
e.
ei­ner Wi­der­hand­lung ge­gen die Ar­ti­kel 115–122 AIG220.221

2bis Die Zi­vil­stands­be­am­tin oder der Zi­vil­stands­be­am­te be­glau­bigt die Un­ter­schrif­ten.222

3 In be­grün­de­ten Fäl­len kann die Er­klä­rung nach Ab­satz 1 aus­ser­halb der Amts­räu­me ent­ge­gen­ge­nom­men wer­den.223

217 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 7. Nov. 2012, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 6463).

218 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 4. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3061).

219 SR 311.0

220 SR 142.20

221 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 27. März 2013, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1045).

222 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 27. März 2013, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1045).

223 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 4. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3061).

Art. 75e Prüfung des Gesuchs

1 Das Zi­vil­stands­amt führt die Prü­fung nach Ar­ti­kel 16 durch.

2 Zu­sätz­lich prüft es, ob:

a.
das Ge­such in der rich­ti­gen Form ein­ge­reicht wor­den ist;
b.
die nö­ti­gen Do­ku­men­te und Er­klä­run­gen vor­lie­gen;
c.224
die Vor­aus­set­zun­gen für die Be­ur­kun­dung der ein­ge­tra­ge­nen Part­ner­schaft er­füllt sind und kei­ne Ein­tra­gungs­hin­der­nis­se vor­lie­gen (Art. 3, 4 und 26 PartG);
d.225
Part­ne­rin­nen oder Part­ner, die nicht Schwei­zer­bür­ge­rin­nen oder Schwei­zer­bür­ger sind, ih­ren recht­mäs­si­gen Auf­ent­halt in der Schweiz wäh­rend des Vor­ver­fah­rens nach­ge­wie­sen ha­ben (Art. 5 Abs. 4 PartG);
e.226
kein Um­stand er­ken­nen lässt, dass das Ein­tra­gungs­ge­such of­fen­sicht­lich nicht dem frei­en Wil­len der Part­ne­rin­nen oder Part­ner ent­spricht (Art. 6 Abs. 1 PartG).

3 Das Zi­vil­stands­amt kann die Recht­mäs­sig­keit des Auf­ent­hal­tes ge­stützt auf das Zen­tra­le Mi­gra­ti­ons­in­for­ma­ti­ons­sys­tem über­prü­fen. Im Zwei­fels­fall kann es sie durch Rück­fra­ge bei der zu­stän­di­gen Aus­län­der­be­hör­de am Wohn­sitz oder Auf­ent­halts­ort der Part­ne­rin­nen oder Part­ner über­prü­fen las­sen. Die­se Be­hör­de ist ver­pflich­tet, die Aus­kunft ge­büh­ren­frei und un­ver­züg­lich zu er­tei­len.227

224 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 7. Nov. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 6463).

225 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 4. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3061).

226 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 27. März 2013, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1045).

227 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 4. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3061).

Art. 75f Abschluss des Vorverfahrens 228

1 Die Zi­vil­stands­be­am­tin oder der Zi­vil­stands­be­am­te stellt das Er­geb­nis des Vor­ver­fah­rens fest.

2 Sind die Vor­aus­set­zun­gen nach Ar­ti­kel 75e Ab­satz 2 er­füllt, so er­öff­net das Zi­vil­stands­amt den Part­ne­rin­nen oder Part­nern den Ent­scheid, dass die Be­ur­kun­dung statt­fin­den kann. Es ver­ein­bart die Ein­zel­hei­ten des Voll­zugs oder ver­weist das Paar an das Zi­vil­stands­amt, das die­ses für die Be­ur­kun­dung ge­wählt hat.229

3 Sind die Vor­aus­set­zun­gen nicht er­füllt oder blei­ben er­heb­li­che Zwei­fel be­ste­hen, so ver­wei­gert das Zi­vil­stands­amt die Be­ur­kun­dung.230

4 Der Ent­scheid der Zi­vil­stands­be­am­tin oder des Zi­vil­stands­be­am­ten über die Ver­wei­ge­rung der Be­ur­kun­dung der Part­ner­schaft wird den Part­ne­rin­nen oder Part­nern schrift­lich mit­ge­teilt; er ent­hält ei­ne Rechts­mit­tel­be­leh­rung.

5 Das Zi­vil­stands­amt teilt der zu­stän­di­gen Aus­län­der­be­hör­de am Auf­ent­halts­ort der be­trof­fe­nen Per­son die Iden­ti­tät von Part­ne­rin­nen oder Part­nern mit, die ih­ren recht­mäs­si­gen Auf­ent­halt in der Schweiz nicht nach­ge­wie­sen ha­ben.

6 Die An­zei­ge der fest­ge­stell­ten Wi­der­hand­lun­gen und die Schutz­mass­nah­men rich­ten sich nach Ar­ti­kel 16 Ab­satz 7.231

228 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 4. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3061).

229 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 20. Nov. 2019, in Kraft seit 1. Jan. 2020 (AS 2019 3815).

230 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 27. März 2013, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1045).

231 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 27. März 2013, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1045).

Art. 75g Zeitpunkt der Beurkundung

Die Be­ur­kun­dung der ein­ge­tra­ge­nen Part­ner­schaft kann un­mit­tel­bar nach Mit­tei­lung des Ent­scheids über das po­si­ti­ve Er­geb­nis des Vor­ver­fah­rens statt­fin­den; sie muss spä­tes­tens drei Mo­na­te nach die­sem Ent­scheid er­fol­gen.

Art. 75h Mitwirkung 232

1 Ist es für ei­ne Part­ne­rin oder einen Part­ner of­fen­sicht­lich un­zu­mut­bar, im Vor­be­rei­tungs­ver­fah­ren per­sön­lich beim zu­stän­di­gen Zi­vil­stands­amt zu er­schei­nen, so kann ins­be­son­de­re für die Ent­ge­gen­nah­me der Er­klä­rung nach Ar­ti­kel 75d Ab­satz 1 die Mit­wir­kung des Zi­vil­stands­am­tes am Auf­ent­halts­ort ver­langt wer­den.

2 Je­de Part­ne­rin oder je­der Part­ner mit Auf­ent­halt im Aus­land kann die Er­klä­rung nach Ar­ti­kel 75d Ab­satz 1 bei ei­ner Ver­tre­tung der Schweiz ab­ge­ben. In be­grün­de­ten Aus­nah­me­fäl­len kann die Er­klä­rung mit Be­wil­li­gung der Zi­vil­stands­be­am­tin oder des Zi­vil­stands­be­am­ten auch bei ei­ner aus­län­di­schen Ur­kunds­per­son ab­ge­ge­ben wer­den, wel­che die Un­ter­schrift be­glau­bigt.

232 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 4. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3061).

2. Abschnitt: Begründung der eingetragenen Partnerschaft 233

233 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 4. Juni 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3061).

Art. 75i Ort 234

1 Die Be­grün­dung der ein­ge­tra­ge­nen Part­ner­schaft fin­det im Amts­raum des Zi­vil­stands­krei­ses statt, den die Part­ne­rin­nen oder Part­ner ge­wählt ha­ben (Art. 75f Abs. 2).

2 Wei­sen die Part­ne­rin­nen oder Part­ner nach, dass es für sie of­fen­sicht­lich un­zu­mut­bar ist, sich in den Amts­raum zu be­ge­ben, so kann die Zi­vil­stands­be­am­tin oder der Zi­vil­stands­be­am­te die Er­klä­rung über die Be­grün­dung der Part­ner­schaft in ei­nem an­de­ren Lo­kal ent­ge­gen­neh­men.

3 Wur­de das Vor­ver­fah­ren in ei­nem an­de­ren Zi­vil­stands­kreis durch­ge­führt, so muss ei­ne Er­mäch­ti­gung zur Be­grün­dung der Part­ner­schaft vor­ge­legt wer­den.

234 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 4. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3061).

Art. 75k Form der Begründung 235

1 Die Ent­ge­gen­nah­me der Er­klä­rung über die Be­grün­dung der ein­ge­tra­ge­nen Part­ner­schaft ist öf­fent­lich.236

2 Die Zi­vil­stands­be­am­tin oder der Zi­vil­stands­be­am­te nimmt die über­ein­stim­men­de Er­klä­rung der bei­den Part­ne­rin­nen oder Part­ner ent­ge­gen, ei­ne ein­ge­tra­ge­ne Part­ner­schaft be­grün­den zu wol­len, lässt die Part­ner­schafts­ur­kun­de von bei­den Part­ne­rin­nen oder Part­nern un­ter­schrei­ben und be­ur­kun­det sie an­sch­lies­send.237

3 Die Un­ter­schrif­ten sind zu be­glau­bi­gen.

4 Las­sen die Um­stän­de er­ken­nen, dass das Ein­tra­gungs­ge­such of­fen­sicht­lich nicht dem frei­en Wil­len der Part­ne­rin­nen oder Part­ner ent­spricht, so ver­wei­gert die Zi­vil­stands­be­am­tin oder der Zi­vil­stands­be­am­te die Be­ur­kun­dung und hebt die Er­mäch­ti­gung zur Be­grün­dung der Part­ner­schaft durch schrift­li­che Er­öff­nung des Ent­scheids an die Part­ne­rin­nen oder Part­ner und an die Zi­vil­stands­be­am­tin oder den Zi­vil­stands­be­am­ten auf, die oder der das Vor­ver­fah­ren durch­ge­führt hat. Sie oder er zeigt die Tat­sa­chen den Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den an (Art. 16 Abs. 7).238

235 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 4. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3061).

236 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 4. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3061).

237 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 4. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3061).

238 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 27. März 2013, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1045).

Art. 75l Besondere organisatorische Vorschriften 239

1 Die Zi­vil­stands­be­am­tin oder der Zi­vil­stands­be­am­te kann die Zahl der teil­neh­men­den Per­so­nen aus Ord­nungs­grün­den be­schrän­ken. Wer die Be­grün­dung ei­ner ein­ge­tra­ge­nen Part­ner­schaft stört, wird weg­ge­wie­sen.

2 An Sonn­ta­gen und an den am Sitz des Zi­vil­stands­am­tes gel­ten­den all­ge­mei­nen Fei­er­ta­gen dür­fen kei­ne ein­ge­tra­ge­nen Part­ner­schaf­ten be­grün­det wer­den.

239 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 4. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3061).

3. Abschnitt: Eingetragene Partnerschaft von ausländischen Staatsangehörigen240

240 Eingefügt durch Ziff. I der V vom 24. Okt. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5625).

Art. 75m

1 Die Zi­vil­stands­be­am­tin oder der Zi­vil­stands­be­am­te, die oder der für die Durch­füh­rung des Vor­ver­fah­rens oder für die Be­ur­kun­dung der ein­ge­tra­ge­nen Part­ner­schaft zu­stän­dig ist, tritt auf das Ge­such nicht ein, wenn ei­ne der Part­ne­rin­nen oder ei­ner der Part­ner of­fen­sicht­lich kei­ne Le­bens­ge­mein­schaft be­grün­den, son­dern die Be­stim­mun­gen über Zu­las­sung und Auf­ent­halt von Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­dern um­ge­hen will (Art. 6 Abs. 2 PartG).

2 Die Zi­vil­stands­be­am­tin oder der Zi­vil­stands­be­am­te hört die Part­ne­rin­nen oder Part­ner ein­zeln an. Aus­nahms­wei­se wer­den die Part­ne­rin­nen oder Part­ner ge­mein­sam an­ge­hört, wenn dies für die Ab­klä­rung des Sach­ver­halts bes­ser ge­eig­net er­scheint. Die Part­ne­rin­nen oder Part­ner ha­ben die Mög­lich­keit, Do­ku­men­te ein­zu­rei­chen.

3 Die Zi­vil­stands­be­am­tin oder der Zi­vil­stands­be­am­te for­dert das Dos­sier der Aus­län­der­be­hör­den an; sie oder er kann auch bei an­de­ren Be­hör­den und bei Dritt­per­so­nen Aus­künf­te ein­ho­len.

4 Die Be­hör­den sind ver­pflich­tet, die Aus­künf­te oh­ne Ver­zug und ge­büh­ren­frei zu er­tei­len.

5 Die An­hö­rung der Part­ne­rin­nen oder Part­ner und münd­lich oder te­le­fo­nisch er­teil­te Aus­künf­te wer­den pro­to­kol­liert.

6 Die Zi­vil­stands­be­am­tin oder der Zi­vil­stands­be­am­te teilt den Ent­scheid, dass auf das Ge­such um Durch­füh­rung des Vor­ver­fah­rens zur Be­grün­dung der ein­ge­tra­ge­nen Part­ner­schaft nicht ein­ge­tre­ten oder die Ent­ge­gen­nah­me der Er­klä­rung über die Be­grün­dung ver­wei­gert wird, fol­gen­den Per­so­nen und Stel­len schrift­lich mit:

a.
den Part­ne­rin­nen oder Part­nern; der Ent­scheid ent­hält ei­ne Rechts­mit­tel­be­leh­rung;
b.
der Auf­sichts­be­hör­de des Hei­mat­kan­tons, wenn ei­ne der Part­ne­rin­nen oder ei­ner der Part­ner das Schwei­zer Bür­ger­recht be­sitzt;
c.
der Auf­sichts­be­hör­de des Wohn­sitz­kan­tons der Part­ne­rin­nen oder der Part­ner.241

7 Das Zi­vil­stands­amt mel­det der kan­to­na­len Aus­län­der­be­hör­de am Auf­ent­halts­ort der be­trof­fe­nen Per­son Tat­sa­chen, die dar­auf hin­deu­ten, dass mit der be­ab­sich­tig­ten oder er­folg­ten Be­grün­dung der ein­ge­tra­ge­nen Part­ner­schaft ei­ne Um­ge­hung der Be­stim­mun­gen über Zu­las­sung und Auf­ent­halt von Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­dern bezweckt wird (Art. 82a VZAE242). Zu­dem teilt es ihr das Re­sul­tat all­fäl­li­ger Ab­klä­run­gen, sei­nen Ent­scheid und den all­fäl­li­gen Rück­zug des Ge­suchs mit.243

8 Die An­zei­ge der fest­ge­stell­ten Wi­der­hand­lun­gen und die Schutz­mass­nah­men rich­ten sich nach Ar­ti­kel 16 Ab­satz 7.244

241 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 4. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3061).

242 SR 142.201

243 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 4. Ju­ni 2010 (AS 2010 3061). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 31. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 4309).

244 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 27. März 2013, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1045).

8. Kapitel: Zentrales Personen-Informationssystem 245

245 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 31. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 4309).

Art. 76 Verantwortliche Organe 246

1 Das BJ ist ver­ant­wort­lich für den Be­trieb so­wie die Neu- und Wei­ter­ent­wick­lung (Ent­wick­lung) des zen­tra­len Per­so­nen-In­for­ma­ti­ons­sys­tems (Sys­tem).

2 Es trifft ins­be­son­de­re Mass­nah­men zur Ge­währ­leis­tung des Da­ten­schut­zes und der Da­ten­si­cher­heit.

3 Die Stel­len, die das Sys­tem be­nut­zen, sind in ih­rem Be­reich für die Ge­währ­leis­tung des Da­ten­schut­zes und der Da­ten­si­cher­heit ver­ant­wort­lich.

246 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 31. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 4309).

Art. 77 Finanzierung, Leistungen und Gebühren 247

1 Der Bund fi­nan­ziert den Be­trieb und die Ent­wick­lung des Sys­tems. Er stellt den Ap­pli­ka­ti­ons­be­trieb und die fach­tech­ni­sche Un­ter­stüt­zung der Kan­to­ne si­cher.

2 Die Kan­to­ne be­zah­len dem Bund für die Nut­zung des Sys­tems zu Zi­vil­stands­zwe­cken jähr­lich ei­ne Ge­bühr von 600 000 Fran­ken. Das BJ ver­stän­digt sich mit der Kon­fe­renz der kan­to­na­len Jus­tiz- und Po­li­zei­di­rek­to­rin­nen und -di­rek­to­ren (KKJPD) auf die Zah­lungs­mo­da­li­tä­ten und stellt den Kan­to­nen jähr­lich Rech­nung.

3 Die Kan­to­ne er­brin­gen ih­re Leis­tun­gen nach den Ar­ti­keln 78–78b oh­ne Ent­schä­di­gung durch den Bund.

247 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 31. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 4309).

Art. 78 Einbezug der Kantone in die Entwicklung 248

1 Die Kan­to­ne wer­den in die Ent­wick­lung des Sys­tems ein­be­zo­gen, so­weit es Zi­vil­stands­zwe­cke be­trifft.

2 Der Ein­be­zug er­folgt im Rah­men ei­ner Fach­kom­mis­si­on und durch den Bei­zug von Fach­per­so­nen.

248 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 31. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 4309).

Art. 78a Fachkommission 249

1 Zum Zweck der Mit­wir­kung der Kan­to­ne bei der Ent­wick­lung des Sys­tems wird ei­ne Fach­kom­mis­si­on ein­ge­setzt.

2 Die Fach­kom­mis­si­on be­steht aus neun Mit­glie­dern. Das BJ und die KKJPD be­stim­men je vier Ver­tre­te­rin­nen oder Ver­tre­ter. Das BJ er­nennt zu­sätz­lich die Vor­sit­zen­de oder den Vor­sit­zen­den.

3 Die Fach­kom­mis­si­on hat ins­be­son­de­re fol­gen­de Auf­ga­ben:

a.
Er­ar­bei­tung von Grund­la­gen und Emp­feh­lun­gen für die Ent­wick­lung des Sys­tems;
b.
Be­hand­lung von Fach­fra­gen be­tref­fend die An­wen­dung des Sys­tems.

4 Das BJ kann die Ein­zel­hei­ten der Or­ga­ni­sa­ti­on der Fach­kom­mis­si­on in ei­nem Re­gle­ment re­geln.

249 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 31. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 4309).

Art. 78b Fachpersonen 250

1 Die Kan­to­ne stel­len dem BJ für die Ent­wick­lung des Sys­tems un­ent­gelt­lich Fach­per­so­nen zur Ver­fü­gung.

2 Die Fach­per­so­nen wir­ken ins­be­son­de­re bei fol­gen­den Auf­ga­ben mit:

a.
Er­ar­bei­tung und Prü­fung von Kon­zep­ten und An­for­de­run­gen;
b.
Ent­wer­fen von Test­sze­na­ri­en und Test­fäl­len;
c.
Tes­ten des Sys­tems;
d.
Do­ku­men­ta­ti­on des Sys­tems.

250 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 31. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 4309).

Art. 79 Zugriffsrechte

1 Die Zu­griffs­rech­te rich­ten sich nach den in die­ser Ver­ord­nung fest­ge­leg­ten Rech­ten und Pflich­ten der be­tei­lig­ten Be­hör­den.251

2 Sie sind im An­hang ta­bel­la­risch dar­ge­stellt.

3 Der Zu­gang wird durch den FIS ein­ge­rich­tet, ge­än­dert und auf­ge­ho­ben.252

4 Ge­su­che um Zu­griff im Ab­ruf­ver­fah­ren nach Ar­ti­kel 43a Ab­satz 4 ZGB sind an das BJ zu rich­ten.253

251 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 31. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 4309).

252 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 31. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 4309).

253 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 31. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 4309).

Art. 79a Sicherung der Daten 254

Das BJ ist für die Si­che­rung der Da­ten des Sys­tems ver­ant­wort­lich.

254 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 31. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 4309).

Art. 80 Zeichensatz 255

Die Da­ten wer­den nach dem hin­ter­leg­ten Stan­dard­zei­chen­satz er­fasst (ISO-Norm 8859-15256).

255 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 4. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3061).

256 Die Norm kann ge­gen Be­zah­lung be­zo­gen wer­den bei der Schwei­ze­ri­schen Nor­men-Ver­ei­ni­gung (SNV), Sul­zer­al­lee 70, 8404Win­ter­thur; www.snv.ch. Sie ist auch im In­ter­net auf der Ho­me­pa­ge der In­ter­na­tio­na­len Or­ga­ni­sa­ti­on für Nor­mung (www.iso.org) ab­ruf­bar.

9. Kapitel: Datenschutz und Datensicherheit

Art. 81 Auskunftsrecht

1 Je­de Per­son kann beim Zi­vil­stands­amt des Er­eig­nis- oder Hei­mator­tes Aus­kunft über die Da­ten ver­lan­gen, die über sie ge­führt wer­den.

2 Die Aus­kunft wird nach Ar­ti­kel 47 er­teilt. Die Kos­ten rich­ten sich nach der Ver­ord­nung vom 27. Ok­to­ber 1999257 über die Ge­büh­ren im Zi­vil­stands­we­sen.258

257 SR 172.042.110

258 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 2 der V vom 8. Dez. 2017 über die Er­stel­lung elek­tro­ni­scher öf­fent­li­cher Ur­kun­den und elek­tro­ni­scher Be­glau­bi­gun­gen, in Kraft seit 1. Fe­br. 2018 (AS 2018 89).

Art. 82 Datensicherheit

1 Die Per­so­nen­stands­da­ten, Pro­gram­me und Pro­gramm­do­ku­men­ta­tio­nen sind vor un­be­fug­tem Zu­griff, vor un­be­fug­ter Ver­än­de­rung und Ver­nich­tung so­wie vor Ent­wen­dung an­ge­mes­sen zu schüt­zen.

2 Die Zi­vil­stand­säm­ter, die Auf­sichts­be­hör­den und das EA­ZW tref­fen in ih­rem Be­reich die not­wen­di­gen or­ga­ni­sa­to­ri­schen und tech­ni­schen Mass­nah­men zur Si­che­rung der Per­so­nen­stands­da­ten und zur Auf­recht­er­hal­tung der Be­ur­kun­dung des Per­so­nen­stan­des bei ei­nem Sys­te­m­aus­fall.

3 Das EA­ZW er­lässt auf der Grund­la­ge der Vor­schrif­ten des Bun­des­ra­tes so­wie des EJPD über die In­for­ma­tik­si­cher­heit Wei­sun­gen über die An­for­de­run­gen an die Da­ten­si­cher­heit und sorgt für die Ko­or­di­na­ti­on mit den Kan­to­nen.

Art. 83 Aufsicht

1 Die Auf­sichts­be­hör­den und das EA­ZW über­wa­chen die Ein­hal­tung des Da­ten­schut­zes und die Ge­währ­leis­tung der Da­ten­si­cher­heit im Rah­men ih­rer Auf­sichts- und In­spek­ti­ons­tä­tig­keit (Art. 84 und 85). Sie sor­gen da­für, dass Män­gel beim Da­ten­schutz und bei der Da­ten­si­cher­heit so rasch als mög­lich be­ho­ben wer­den.

2 Das EA­ZW zieht den Eid­ge­nös­si­schen Da­ten­schutz- und Öf­fent­lich­keits­be­auf­trag­ten so­wie das Na­tio­na­le Zen­trum für Cy­ber­si­cher­heit bei.259

259 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 9 der V vom 24. Fe­br. 2021, in Kraft seit 1. April 2021 (AS 2021 132).

10. Kapitel: Aufsicht und Zuständigkeiten der Bundesbehörden 260

260 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 26. Okt. 2016, in Kraft seit 1. Juli 2017 (AS 2016 3925).

Art. 84 Behörden

1 Das EA­ZW übt die Ober­auf­sicht über das schwei­ze­ri­sche Zi­vil­stands­we­sen aus.261

2 Die Auf­sichts­be­hör­den sind für den fach­lich zu­ver­läs­si­gen Voll­zug des Zi­vil­stands­we­sens in ih­rem Kan­ton be­sorgt. Meh­re­re Kan­to­ne kön­nen ei­ne Auf­ga­ben­tei­lung vor­se­hen oder ih­re Auf­sichts­be­hör­den zu­sam­men­le­gen. Sie tref­fen im Ein­ver­neh­men mit dem EA­ZW die nö­ti­gen Ver­ein­ba­run­gen.

3 Das EA­ZW hat ins­be­son­de­re fol­gen­de Auf­ga­ben:262

a.263
Er­lass von Wei­sun­gen über die Be­ur­kun­dung des Per­so­nen­stan­des, die Vor­be­rei­tung der Ehe­schlies­sung und die Trau­ung, die Vor­be­rei­tung und die Ein­tra­gung ei­ner Part­ner­schaft so­wie die Si­cher­stel­lung der Re­gi­ster und Be­le­ge;
b.
In­spek­ti­on der Zi­vil­stand­säm­ter, der Auf­sichts­be­hör­den und der kan­to­na­len Zi­vil­stand­s­ar­chi­ve;
c.264

4 Es kann für den Aus­tausch und die Be­schaf­fung von Zi­vil­stand­sur­kun­den di­rekt mit Ver­tre­tun­gen der Schweiz im Aus­land so­wie mit aus­län­di­schen Be­hör­den und Amts­stel­len ver­keh­ren.

5 Das BJ265 kann völ­ker­recht­li­che Ver­trä­ge von be­schränk­ter Trag­wei­te im Be­reich des Aus­tauschs und der Be­schaf­fung von Per­so­nen­stands­da­ten selbst­stän­dig ab­sch­lies­sen.266

6 Der FIS ist für die tech­ni­schen Aspek­te des Be­triebs, der Ent­wick­lung und der Aus­bil­dung so­wie den Sup­port des Per­so­nen­stands­re­gis­ters zu­stän­dig. Er hat ins­be­son­de­re fol­gen­de Auf­ga­ben:

a.
Er­lass von fach­tech­ni­schen Wei­sun­gen;
b.
Durch­füh­rung von fach­tech­ni­schen In­spek­tio­nen;
c.
Pfle­ge der Re­gis­ter der Ge­mein­den und Hei­mator­te;
d.
Aus­tausch und Be­schaf­fung von Zi­vil­stand­sur­kun­den;
e.
Har­mo­ni­sie­rung der Re­gis­ter mit der AHV-Ver­si­cher­ten­num­mer.267

261 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 26. Okt. 2016, in Kraft seit 1. Ju­li 2017 (AS 2016 3925).

262 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 31. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 4309).

263 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Ju­ni 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2923).

264 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 31. Okt. 2018, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 4309).

265 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. I der V vom 31. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 4309). Die­se Änd. wur­de im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.

266 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 26. Okt. 2016, in Kraft seit 1. Ju­li 2017 (AS 2016 3925).

267 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 31. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 4309).

Art. 85 Inspektion und Berichterstattung

1 Die Auf­sichts­be­hör­den las­sen die Zi­vil­stand­säm­ter min­des­tens al­le zwei Jah­re in­spi­zie­ren. Bie­tet ein Zi­vil­stands­amt kei­ne Ge­währ für einen fach­lich zu­ver­läs­si­gen Voll­zug sei­ner Auf­ga­ben, so ver­an­las­sen sie die In­spek­tio­nen so oft wie nö­tig mit dem Ziel, die Män­gel um­ge­hend zu be­he­ben.

2 Die Au