With big laws like OR and ZGB this can take up to 30 seconds

Verordnung über die Aufnahme von Pflegekindern

vom 19. Oktober 1977 (Stand am 20. Juni 2017)

Der Schweizerische Bundesrat,

gestützt auf Artikel 316 Absatz 2 des Zivilgesetzbuches2 (ZGB) und auf Artikel 30 Absatz 2 des Ausländer- und Integrationsgesetzes3 vom 16. Dezember 20054 sowie in Ausführung des Übereinkommens vom 20. November 19895 über die Rechte des Kindes und des Haager Kindesschutzübereinkommens vom 19. Oktober 19966,7

verordnet:

1. Abschnitt: Allgemeine Bestimmungen

Art. 1 Grundsätze

1Die Auf­nah­me von Min­der­jäh­ri­gen2 aus­ser­halb des El­tern­hau­ses be­darf ge­mä­ss die­ser Ver­ord­nung ei­ner Be­wil­li­gung und un­ter­steht der Auf­sicht.

2Un­ab­hän­gig von der Be­wil­li­gungs­pflicht kann die Auf­nah­me un­ter­sagt wer­den, wenn die be­tei­lig­ten Per­so­nen er­zie­he­risch, cha­rak­ter­lich oder ge­sund­heit­lich ih­rer Auf­ga­be nicht ge­wach­sen sind oder die Ver­hält­nis­se of­fen­sicht­lich nicht ge­nü­gen.

3Vor­be­hal­ten blei­ben

a.3
die Be­fug­nis­se der El­tern, der Kin­des­schutz­be­hör­de und der Ju­gend­straf­rechts­pfle­ge;
b.
die Be­stim­mun­gen des öf­fent­li­chen Rechts zum Schutz der Min­der­jäh­ri­gen, ins­be­son­de­re über die Be­kämp­fung der Tu­ber­ku­lo­se.

4Kei­ne Be­wil­li­gung ist er­for­der­lich für die Be­treu­ung und Ver­mitt­lung im Rah­men von Schü­ler­aus­tausch­pro­gram­men, Au-pair-Ein­sät­zen so­wie ver­gleich­ba­ren Auf­ent­hal­ten aus­ser­halb des El­tern­hau­ses, die nicht be­hörd­lich an­ge­ord­net wer­den.4


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 10. Okt. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 5801).
2 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. I der V vom 10. Okt. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 5801). Die An­pas­sung wur­de im gan­zen Text vor­ge­nom­men.
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 10. Okt. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 5801).
4 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 10. Okt. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 5801).

Art. 1a Kindeswohl

1Beim Ent­scheid über die Er­tei­lung oder den Ent­zug ei­ner Be­wil­li­gung so­wie bei der Aus­übung der Auf­sicht ist vor­ran­gig das Kin­des­wohl zu be­rück­sich­ti­gen.

2Die Kin­des­schutz­be­hör­de sorgt da­für, dass das Kind, das in ei­ner Pfle­ge­fa­mi­lie oder in ei­nem Heim be­treut wird:

a.
über sei­ne Rech­te, ins­be­son­de­re Ver­fah­rens­rech­te, ent­spre­chend sei­nem Al­ter auf­ge­klärt wird;
b.
ei­ne Ver­trau­ens­per­son zu­ge­wie­sen er­hält, an die es sich bei Fra­gen oder Pro­ble­men wen­den kann;
c.
an al­len Ent­schei­dun­gen, die einen we­sent­li­chen Ein­fluss auf sein Le­ben ha­ben, ent­spre­chend sei­nem Al­ter be­tei­ligt wird.

1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 10. Okt. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 5801).

Art. 2 Zuständige Behörde

1Die für die Be­wil­li­gung oder die Ent­ge­gen­nah­me von Mel­dun­gen und die Auf­sicht zu­stän­di­ge Be­hör­de (Be­hör­de) ist:2

a.
im Be­reich der Fa­mi­li­en-, Heim- und Ta­ges­pfle­ge die Kin­des­schutz­be­hör­de am Ort der Un­ter­brin­gung des Kin­des;
b.
für Dienst­leis­tungs­an­ge­bo­te in der Fa­mi­li­en­pfle­ge ei­ne vom Kan­ton be­zeich­ne­te zen­tra­le kan­to­na­le Be­hör­de am Sitz oder im Wohn­sitz­kan­ton der An­bie­te­rin oder des An­bie­ters.

2Die Kan­to­ne kön­nen die Auf­ga­ben nach Ab­satz 1 Buch­sta­be a:

a.
im Be­reich der Fa­mi­li­en- und Heimpfle­ge an­de­ren ge­eig­ne­ten kan­to­na­len oder kom­mu­na­len Be­hör­den über­tra­gen;
b.
im Be­reich der Ta­ges­pfle­ge an­de­ren ge­eig­ne­ten kan­to­na­len oder kom­mu­na­len Be­hör­den oder Stel­len über­tra­gen.

1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 10. Okt. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 5801).
2 Die Be­rich­ti­gung vom 20. Ju­ni 2017 be­trifft nur den fran­zö­si­schen Text (AS 2017 3543).

Art. 2a Internationale Verhältnisse

1Die zu­stän­di­ge Be­hör­de kann ei­ne be­fris­te­te Plat­zie­rung von Pfle­ge­kin­dern in Fa­mi­li­en oder Hei­men im Aus­land un­ter den fol­gen­den Vor­aus­set­zun­gen an­ord­nen:

a.
Sie hat ei­ne Ver­trau­ens­per­son in der Schweiz be­zeich­net, an die sich das im Aus­land be­treu­te Kind bei Fra­gen oder Pro­ble­men wen­den kann.
b.
Sie be­zieht vor der Plat­zie­rung die zen­tra­le Be­hör­de des Kan­tons nach Ar­ti­kel 2 des Bun­des­ge­set­zes vom 21. De­zem­ber 20072 über in­ter­na­tio­na­le Kin­desent­füh­rung und die Haa­ger Über­ein­kom­men zum Schutz von Kin­dern und Er­wach­se­nen ein und holt die Zu­stim­mung der für die Plat­zie­rung zu­stän­di­gen aus­län­di­schen Be­hör­de ein.
c.
Die aus­län­di­schen Pfle­ge­fa­mi­li­en oder Hei­me müs­sen über ei­ne Be­wil­li­gung der zu­stän­di­gen aus­län­di­schen Be­hör­de ver­fü­gen und un­ter de­ren Auf­sicht ste­hen.

2Fin­det das Kind Auf­nah­me bei Ver­wand­ten oder von sei­nen El­tern be­zeich­ne­ten na­he­ste­hen­den Per­so­nen mit Wohn­sitz im Aus­land, so kann von den Vor­aus­set­zun­gen im Ein­zel­fall ab­ge­wi­chen wer­den, wenn die zu­stän­di­ge Be­hör­de vor­gän­gig ab­ge­klärt hat, dass das Wohl des Kin­des nicht ge­fähr­det ist.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 10. Okt. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 5801).
2 SR 211.222.32

Art. 3 Kantonales Recht

1Die Kan­to­ne sind be­fugt, zum Schutz von Min­der­jäh­ri­gen, die aus­ser­halb des El­tern­hau­ses auf­wach­sen, Be­stim­mun­gen zu er­las­sen, die über die­se Ver­ord­nung hin­aus­ge­hen.

2Den Kan­to­nen ist es vor­be­hal­ten, das Pfle­ge­kin­der­we­sen zu för­dern, ins­be­son­de­re:

a.1
Mass­nah­men zu tref­fen zur Aus­bil­dung, Wei­ter­bil­dung und Be­ra­tung von Pfle­ge­el­tern und Fach­per­so­nen so­wie zur Ver­mitt­lung gu­ter Pfle­ge­plät­ze in Fa­mi­li­en und Hei­men;
b.
Mus­ter für Pfle­ge­ver­trä­ge und For­mu­la­re für Ge­su­che und Mel­dun­gen zu er­stel­len, Richt­li­ni­en für die Fest­set­zung von Pfle­ge­gel­dern zu er­las­sen und Merk­blät­ter über die Rech­te und Pflich­ten von El­tern und Pfle­ge­el­tern her­aus­zu­ge­ben.

1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 10. Okt. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 5801).

2. Abschnitt: Familienpflege

Art. 4 Bewilligungspflicht

1Wer ein Pfle­ge­kind in sei­nen Haus­halt auf­neh­men will, be­nö­tigt ei­ne Be­wil­li­gung der Be­hör­de, wenn das Kind:

a.
für mehr als einen Mo­nat ent­gelt­lich auf­ge­nom­men wird; oder
b.
für mehr als drei Mo­na­te un­ent­gelt­lich auf­ge­nom­men wird.

2Wer ent­gelt­lich oder un­ent­gelt­lich Kin­der re­gel­mäs­sig im Rah­men von Kri­sen­in­ter­ven­tio­nen in sei­nen Haus­halt auf­neh­men will, be­nö­tigt un­ab­hän­gig von der Dau­er der Auf­nah­me ei­ne Be­wil­li­gung.

3Die Be­wil­li­gungs­pflicht be­steht auch, wenn das Kind:

a.
von ei­ner Be­hör­de un­ter­ge­bracht wird;
b.
das Wo­chen­en­de nicht in der Pfle­ge­fa­mi­lie ver­bringt.

1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 10. Okt. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 5801).

Art. 5 Allgemeine Voraussetzungen der Bewilligung

1Die Be­wil­li­gung darf nur er­teilt wer­den, wenn die Pfle­ge­el­tern und ih­re Haus­ge­nos­sen nach Per­sön­lich­keit, Ge­sund­heit und er­zie­he­ri­scher Eig­nung so­wie nach den Wohn­ver­hält­nis­sen für gu­te Pfle­ge, Er­zie­hung und Aus­bil­dung des Kin­des Ge­währ bie­ten und das Wohl an­de­rer in der Pfle­ge­fa­mi­lie le­ben­der Kin­der nicht ge­fähr­det wird.

2und 31


1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 29. Nov. 2002, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 4167).

Art. 6 Aufnahme ausländischer Kinder

1Wird kei­ne Ad­op­ti­on an­ge­strebt, so kann ein aus­län­di­sches Kind, das bis­her im Aus­land ge­lebt hat, in der Schweiz nur auf­ge­nom­men wer­den, wenn ein wich­ti­ger Grund vor­liegt.

2Die Pfle­ge­el­tern müs­sen ei­ne schrift­li­che Er­klä­rung des nach dem Recht des Her­kunfts­lan­des des Kin­des zu­stän­di­gen ge­setz­li­chen Ver­tre­ters vor­le­gen, in der die­ser an­gibt, zu wel­chem Zweck das Kind in der Schweiz un­ter­ge­bracht wer­den soll. Ist die­se Er­klä­rung nicht in ei­ner schwei­ze­ri­schen Amtss­pra­che ab­ge­fasst, so kann die Be­hör­de ei­ne Über­set­zung ver­lan­gen.

3Die Pfle­ge­el­tern müs­sen sich schrift­lich ver­pflich­ten, oh­ne Rück­sicht auf die Ent­wick­lung des Pfle­ge­ver­hält­nis­ses für den Un­ter­halt des Kin­des in der Schweiz wie für den ei­nes ei­ge­nen auf­zu­kom­men und dem Ge­mein­we­sen die Kos­ten zu er­set­zen, die es an ih­rer Stel­le für den Un­ter­halt des Kin­des ge­tra­gen hat.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 29. Nov. 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 4167).

Art. 6a

1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 21. Dez. 1988 (AS 1989 54). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 29. Nov. 2002, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 4167).

Art. 6b Erleichterte Aufnahme ausländischer Kinder

Die Vor­aus­set­zun­gen nach Ar­ti­kel 6 gel­ten nicht für die Auf­nah­me ei­nes aus­län­di­schen Kin­des, das bis­her im Aus­land ge­lebt hat, wenn:2

a.
sei­ne El­tern ei­ne Auf­ent­halts- oder Nie­der­las­sungs­be­wil­li­gung in der Schweiz be­sit­zen;
b.
es auf An­ord­nung oder durch Ver­mitt­lung ei­ner Bun­des­be­hör­de un­ter­ge­bracht wird.

1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 21. Dez. 1988, in Kraft seit 1. Jan. 1989 (AS 1989 54).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 29. Nov. 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 4167).

Art. 7 Untersuchung

1Die Be­hör­de hat die Ver­hält­nis­se in ge­eig­ne­ter Wei­se, vor­ab durch Haus­be­su­che und nö­ti­gen­falls un­ter Bei­zug von Sach­ver­stän­di­gen, ab­zu­klä­ren.

21


1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 29. Nov. 2002, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 4167).

Art. 8 Bewilligung

1Die Pfle­ge­el­tern müs­sen die Be­wil­li­gung vor Auf­nah­me des Kin­des ein­ho­len.

2Die Be­wil­li­gung wird ih­nen für ein be­stimm­tes Kind er­teilt; sie kann be­fris­tet und mit Auf­la­gen und Be­din­gun­gen ver­bun­den wer­den.

3Das Kind muss ge­gen die Fol­gen von Krank­heit, Un­fall und Haft­pflicht an­ge­mes­sen ver­si­chert wer­den.1

4Die Be­wil­li­gung für die Auf­nah­me ei­nes aus­län­di­schen Kin­des, das bis­her im Aus­land ge­lebt hat (Art. 6), wird erst wirk­sam, wenn das Vi­sum er­teilt oder die Auf­ent­halts­be­wil­li­gung zu­ge­si­chert ist (Art. 8a).2


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 21. Dez. 1988, in Kraft seit 1. Jan. 1989 (AS 1989 54).
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 21. Dez. 1988 (AS 1989 54). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 29. Nov. 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 4167).

Art. 8a Kantonale Migrationsbehörde

1Die Be­hör­de über­weist die Be­wil­li­gung zur Auf­nah­me ei­nes aus­län­di­schen Kin­des, das bis­her im Aus­land ge­lebt hat, mit ih­rem Be­richt über die Pfle­ge­fa­mi­lie der kan­to­na­len Mi­gra­ti­ons­be­hör­de.

2Die kan­to­na­le Mi­gra­ti­ons­be­hör­de ent­schei­det über das Vi­sum oder die Zu­si­che­rung der Auf­ent­halts­be­wil­li­gung für das Kind und teilt ih­ren Ent­scheid der Be­hör­de mit.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 21. Dez. 1988 (AS 1989 54). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 10. Okt. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 5801).

Art. 8b Meldepflicht

Die Pfle­ge­el­tern müs­sen der Be­hör­de in­ner­halb von zehn Ta­gen die Ein­rei­se des Kin­des mit­tei­len.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 21. Dez. 1988 (AS 1989 54). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 29. Nov. 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 4167).

Art. 9 Änderung der Verhältnisse

1Die Pfle­ge­el­tern ha­ben der Be­hör­de al­le wich­ti­gen Ver­än­de­run­gen der Ver­hält­nis­se un­ver­züg­lich zu mel­den, ins­be­son­de­re den Wech­sel der Woh­nung so­wie die Auf­lö­sung des Pfle­ge­ver­hält­nis­ses und, so­weit be­kannt, den neu­en Auf­ent­halts­ort des Kin­des.

2Sie ha­ben auch den ge­setz­li­chen Ver­tre­ter oder den Ver­sor­ger von wich­ti­gen Vor­komm­nis­sen zu be­nach­rich­ti­gen.

Art. 10 Aufsicht

1Ei­ne Fach­per­son der Be­hör­de be­sucht die Pfle­ge­fa­mi­lie so oft als nö­tig, jähr­lich aber we­nigs­tens ein­mal, und führt über die­se Be­su­che Pro­to­koll.

2Die­se Per­son prüft, ob die Vor­aus­set­zun­gen für die Wei­ter­füh­rung des Pfle­ge­ver­hält­nis­ses er­füllt sind. Sie steht den Pfle­ge­el­tern bei Be­darf be­ra­tend zur Sei­te.

3Die Be­hör­de wacht dar­über, dass die ge­setz­li­che Ver­tre­tung des Kin­des ord­nungs­ge­mä­ss ge­re­gelt ist und das Kind an Ent­schei­dun­gen, die einen we­sent­li­chen Ein­fluss auf sein Le­ben ha­ben, ent­spre­chend sei­nem Al­ter be­tei­ligt wird.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 10. Okt. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 5801).

Art. 11 Widerruf der Bewilligung

1Kön­nen Män­gel oder Schwie­rig­kei­ten auch in Zu­sam­men­ar­beit mit dem ge­setz­li­chen Ver­tre­ter oder dem Ver­sor­ger nicht be­ho­ben wer­den und er­schei­nen an­de­re Mass­nah­men zur Ab­hil­fe nutz­los, so ent­zieht die Be­hör­de die Be­wil­li­gung und for­dert den ge­setz­li­chen Ver­tre­ter oder den Ver­sor­ger auf, das Kind bin­nen an­ge­mes­se­ner Frist an­ders­wo un­ter­zu­brin­gen.

2Bleibt die­se Auf­for­de­rung er­folg­los, so be­nach­rich­tigt die Be­hör­de die Kin­des­schutz­be­hör­de am Wohn­sitz und ge­ge­be­nen­falls am Auf­ent­halts­ort des Kin­des.1

3Liegt Ge­fahr im Ver­zug, so nimmt die Be­hör­de das Kind un­ter An­zei­ge an die Kin­des­schutz­be­hör­de so­fort weg und bringt es vor­läu­fig an­ders­wo un­ter.2


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 10. Okt. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 5801).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 10. Okt. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 5801).

Art. 11a-11j

1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 29. Nov. 2002 (AS 2002 4167). Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. II 1 der Ad­op­ti­ons­ver­ord­nung vom 29. Ju­ni 2011, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2010 (AS 2011 3637).

3. Abschnitt: Tagespflege

Art. 12

1Wer sich all­ge­mein an­bie­tet, Kin­der un­ter zwölf Jah­ren ge­gen Ent­gelt re­gel­mäs­sig tags­über in sei­nem Haus­halt zu be­treu­en, muss dies der Be­hör­de mel­den.

2Die Auf­sicht der Be­hör­de rich­tet sich sinn­ge­mä­ss nach den Be­stim­mun­gen über die Fa­mi­li­en­pfle­ge (Art. 5 und 10).

3Die Be­hör­de un­ter­sagt den Ta­ges­pfle­ge­el­tern - un­ter An­zei­ge an den ge­setz­li­chen Ver­tre­ter - die wei­te­re Auf­nah­me von Kin­dern, wenn an­de­re Mass­nah­men zur Be­he­bung von Män­geln oder Schwie­rig­kei­ten er­folg­los ge­blie­ben sind oder von vorn­her­ein un­ge­nü­gend er­schei­nen.

4. Abschnitt: Heimpflege

Art. 13 Bewilligungspflicht

1Ei­ner Be­wil­li­gung der Be­hör­de be­darf der Be­trieb von Ein­rich­tun­gen, die da­zu be­stimmt sind,

a.
meh­re­re Min­der­jäh­ri­ge zur Er­zie­hung, Be­treu­ung, Aus­bil­dung, Be­ob­ach­tung oder Be­hand­lung tags- und nachts­über auf­zu­neh­men;
b.
meh­re­re Kin­der un­ter zwölf Jah­ren re­gel­mäs­sig tags­über zur Be­treu­ung auf­zu­neh­men (Kin­derkrip­pen, Kin­der­hor­te u. dgl.).

2Von der Be­wil­li­gungs­pflicht sind aus­ge­nom­men:

a.
kan­to­na­le, kom­mu­na­le oder ge­mein­nüt­zi­ge pri­va­te Ein­rich­tun­gen, die nach der Schul-, Ge­sund­heits- oder So­zi­al­hil­fe­ge­setz­ge­bung ei­ner be­son­de­ren Auf­sicht un­ter­ste­hen;
b.
1
c.
Fe­ri­en­ko­lo­ni­en und Fe­ri­en­la­ger, un­ter Vor­be­halt ab­wei­chen­der kan­to­na­ler Vor­schrif­ten;
d.
2

3Min­der­jäh­ri­ge dür­fen erst auf­ge­nom­men wer­den, wenn die Be­wil­li­gung er­teilt wor­den ist.

4Für Hei­me, die Dienst­leis­tun­gen in der Fa­mi­li­en­pfle­ge an­bie­ten, gel­ten zu­sätz­lich die Ar­ti­kel 20a-20f.3


1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 10. Okt. 2012, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 5801).
2 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 10. Okt. 2012, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 5801).
3 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 10. Okt. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 5801).

Art. 14 Bewilligungsgesuch

1Das Ge­such muss al­le sach­dien­li­chen, min­des­tens aber fol­gen­de An­ga­ben ent­hal­ten:

a.
Zweck, recht­li­che Form und fi­nan­zi­el­le Grund­la­ge des Heims;
b.
An­zahl, Al­ter und Art der auf­zu­neh­men­den Min­der­jäh­ri­gen, ge­ge­be­nen­falls Un­ter­richts­pro­gramm oder the­ra­peu­ti­sches An­ge­bot;
c.
Per­so­na­li­en und Aus­bil­dung des Lei­ters, An­zahl und Aus­bil­dung der Mit­ar­bei­ter;
d.
An­ord­nung und Ein­rich­tung der Wohn-, Un­ter­richts- und Frei­zeiträu­me.

2Ist der Trä­ger des Heims ei­ne ju­ris­ti­sche Per­son, so sind die Sta­tu­ten bei­zu­le­gen und die Or­ga­ne be­kannt­zu­ge­ben.

3Die Be­hör­de kann Be­le­ge und wei­te­re sach­dien­li­che Aus­künf­te ver­lan­gen.

Art. 15 Voraussetzungen der Bewilligung

1Die Be­wil­li­gung darf nur er­teilt wer­den:

a.
wenn ei­ne für die kör­per­li­che und geis­ti­ge Ent­wick­lung för­der­li­che Be­treu­ung der Min­der­jäh­ri­gen ge­si­chert er­scheint;
b.
wenn der Lei­ter und sei­ne Mit­ar­bei­ter nach Per­sön­lich­keit, Ge­sund­heit, er­zie­he­ri­scher Be­fä­hi­gung und Aus­bil­dung für ih­re Auf­ga­be ge­eig­net sind und die Zahl der Mit­ar­bei­ter für die zu be­treu­en­den Min­der­jäh­ri­gen ge­nügt;
c.
wenn für ge­sun­de und ab­wechs­lungs­rei­che Er­näh­rung und für ärzt­li­che Über­wa­chung ge­sorgt ist;
d.
wenn die Ein­rich­tun­gen den an­er­kann­ten An­for­de­run­gen der Wohn­hy­gie­ne und des Brand­schut­zes ent­spre­chen;
e.
wenn das Heim ei­ne ge­si­cher­te wirt­schaft­li­che Grund­la­ge hat;
f.
wenn ei­ne an­ge­mes­se­ne Kran­ken-, Un­fall- und Haft­pflicht­ver­si­che­rung der Min­der­jäh­ri­gen ge­währ­leis­tet ist.

2Be­vor sie die Be­wil­li­gung er­teilt, prüft die Be­hör­de in ge­eig­ne­ter Wei­se, ins­be­son­de­re durch Au­gen­schein, Be­spre­chun­gen und Er­kun­di­gun­gen und wenn nö­tig un­ter Bei­zug von Sach­ver­stän­di­gen, ob die Vor­aus­set­zun­gen er­füllt sind.

Art. 16 Bewilligung

1Die Be­wil­li­gung wird dem ver­ant­wort­li­chen Lei­ter des Heims er­teilt und ge­ge­be­nen­falls dem Trä­ger an­ge­zeigt.

2Die Be­wil­li­gung hält fest, wie vie­le und was für Per­so­nen auf­ge­nom­men wer­den dür­fen; sie kann auf Pro­be er­teilt oder be­fris­tet und mit Auf­la­gen und Be­din­gun­gen ver­bun­den wer­den.

3Wech­selt der ver­ant­wort­li­che Lei­ter, so ist ei­ne neue Be­wil­li­gung ein­zu­ho­len.

Art. 16a Umplatzierungen

1Ein Heim darf auf­ge­nom­me­ne Min­der­jäh­ri­ge nur dann in ei­ne Pfle­ge­fa­mi­lie oder ein an­de­res Heim um­plat­zie­ren, wenn:

a.
die Pfle­ge­fa­mi­lie oder das an­de­re Heim über ei­ne Be­wil­li­gung ver­fügt und be­auf­sich­tigt wird;
b.
die Per­son oder Be­hör­de, wel­che die Plat­zie­rung im Heim ver­an­lasst hat, der Um­plat­zie­rung zu­ge­stimmt hat; und
c.
das Kind an der Ent­schei­dung ent­spre­chend sei­nem Al­ter an­ge­mes­sen be­tei­ligt wor­den ist.

2Für Um­plat­zie­run­gen ins Aus­land gilt zu­sätz­lich Ar­ti­kel 2a.

3Die Ab­sät­ze 1 und 2 gel­ten auch für re­gel­mäs­si­ge Wo­chen­end- und für Fe­ri­en­plat­zie­run­gen.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 10. Okt. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 5801).

Art. 17 Verzeichnis der Minderjährigen

1Über die auf­ge­nom­me­nen Min­der­jäh­ri­gen ist ein Ver­zeich­nis mit fol­gen­den An­ga­ben zu füh­ren:

a.
Per­so­na­li­en des Min­der­jäh­ri­gen und sei­ner El­tern,
b.
frü­he­rer Auf­ent­halts­ort,
c.
ge­setz­li­cher Ver­tre­ter und Ver­sor­ger,
d.
Da­tum des Ein­tritts und des Aus­tritts,
e.
ärzt­li­che Fest­stel­lun­gen und An­ord­nun­gen,
f.
be­son­de­re Vor­komm­nis­se.

2Bei Ein­rich­tun­gen, die Kin­der nur tags­über auf­neh­men, müs­sen le­dig­lich die Per­so­na­li­en der Kin­der und ih­rer El­tern oder Pfle­ge­el­tern auf­ge­führt wer­den.

Art. 18 Änderung der Verhältnisse

1Der Lei­ter und ge­ge­be­nen­falls der Trä­ger des Heims ha­ben der Be­hör­de be­ab­sich­tig­te we­sent­li­che Än­de­run­gen der Or­ga­ni­sa­ti­on, der Ein­rich­tun­gen oder der Tä­tig­keit des Heims, ins­be­son­de­re auch die Er­wei­te­rung, Ver­le­gung oder Ein­stel­lung des Be­triebs, recht­zei­tig zum vor­aus mit­zu­tei­len.

2Aus­ser­dem sind al­le be­son­dern Vor­komm­nis­se zu mel­den, wel­che die Ge­sund­heit oder die Si­cher­heit der Min­der­jäh­ri­gen be­tref­fen, ins­be­son­de­re schwe­re Krank­hei­ten, Un­fäl­le und To­des­fäl­le.

3Die Be­wil­li­gung darf nur be­ste­hen blei­ben, wenn das Wohl der Min­der­jäh­ri­gen wei­ter­hin ge­währ­leis­tet ist; sie ist ge­ge­be­nen­falls zu än­dern und mit neu­en Auf­la­gen und Be­din­gun­gen zu ver­bin­den.

Art. 19 Aufsicht

1Sach­kun­di­ge Ver­tre­ter der Be­hör­de müs­sen je­des Heim so­oft als nö­tig, we­nigs­tens aber al­le zwei Jah­re be­su­chen.

2Sie ha­ben die Auf­ga­be, sich in je­der ge­eig­ne­ten Wei­se, na­ment­lich auch im Ge­spräch, ein Ur­teil über das Be­fin­den und die Be­treu­ung der Min­der­jäh­ri­gen zu bil­den.

3Sie wa­chen dar­über, dass die Vor­aus­set­zun­gen für die Er­tei­lung der Be­wil­li­gung er­füllt und die da­mit ver­bun­de­nen Auf­la­gen und Be­din­gun­gen ein­ge­hal­ten wer­den.

Art. 20 Widerruf der Bewilligung

1Kön­nen Män­gel durch Be­ra­tung oder Ver­mitt­lung fach­kun­di­ger Hil­fe nicht be­sei­tigt wer­den, so for­dert die Be­hör­de den Lei­ter des Heims un­ter Mit­tei­lung an den Trä­ger auf, un­ver­züg­lich die zur Be­he­bung der Män­gel nö­ti­gen Vor­keh­ren zu tref­fen.

2Die Be­hör­de kann das Heim ei­ner be­son­dern Auf­sicht un­ter­stel­len und da­für be­son­de­re Vor­schrif­ten er­las­sen.

3Sind die­se Mass­nah­men er­folg­los ge­blie­ben oder er­schei­nen sie von vorn­her­ein un­ge­nü­gend, so ent­zieht die Be­hör­de die Be­wil­li­gung. Sie trifft recht­zei­tig die zur Schlies­sung des Heims er­for­der­li­chen An­ord­nun­gen und un­ter­stützt nö­ti­gen­falls die Un­ter­brin­gung der Min­der­jäh­ri­gen; liegt Ge­fahr im Ver­zug, so ver­fügt sie un­ver­züg­lich die not­wen­di­gen Mass­nah­men.1


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 10. Okt. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 5801).

4a. Abschnitt: Dienstleistungsangebote in der Familienpflege

Art. 20a Meldepflicht

Ge­gen­über der zen­tra­len kan­to­na­len Be­hör­de mel­de­pflich­tig und de­ren Auf­sicht un­ter­stellt ist, wer ent­gelt­lich oder un­ent­gelt­lich Dienst­leis­tun­gen in der Fa­mi­li­en­pfle­ge an­bie­tet (An­bie­te­rin oder An­bie­ter), ins­be­son­de­re:

a.
Pfle­ge­plät­ze für Min­der­jäh­ri­ge in Pfle­ge­fa­mi­li­en ver­mit­telt;
b.
das Pfle­ge­ver­hält­nis so­zi­al­päd­ago­gisch be­glei­tet;
c.
Pfle­ge­el­tern aus- und wei­ter­bil­det; oder
d.
Be­ra­tun­gen und The­ra­pi­en für Pfle­ge­kin­der durch­führt.
Art. 20b Meldung

1Der Mel­dung der An­bie­te­rin oder des An­bie­ters muss min­des­tens fol­gen­de An­ga­ben und Be­le­ge ent­hal­ten:

a.
Zweck und recht­li­che Form so­wie, wenn es sich um ei­ne ju­ris­ti­sche Per­son han­delt, Sta­tu­ten und Or­ga­ne;
b.
Per­so­na­li­en und be­ruf­li­che Qua­li­fi­ka­tio­nen der mit den Dienst­leis­tun­gen be­trau­ten Per­so­nen;
c.
Straf­re­gis­ter­aus­zug der ge­schäfts­füh­ren­den Per­so­nen und de­ren Er­klä­rung, wo­nach die mit den Dienst­leis­tun­gen be­trau­ten Per­so­nen bei Stel­len­an­tritt so­wie wäh­rend der Dau­er des An­stel­lungs­ver­hält­nis­ses jähr­lich ent­spre­chend über­prüft wer­den;
d.
Kon­zept zu den an­ge­bo­te­nen Dienst­leis­tun­gen; im Kon­zept ist ins­be­son­de­re dar­zu­le­gen, ob ge­nü­gend per­so­nel­le und fi­nan­zi­el­le Mit­tel für die Dienst­leis­tun­gen vor­han­den sind;
e.
de­tail­lier­te An­ga­ben zu den Ta­ri­fen für die an­ge­bo­te­nen Dienst­leis­tun­gen.

2Die Mel­dung ist in­ner­halb drei­er Mo­na­te nach Auf­nah­me der Tä­tig­keit zu ma­chen.

Art. 20c Änderung der Verhältnisse

1Die An­bie­te­rin­nen und An­bie­ter müs­sen we­sent­li­che Än­de­run­gen der Tä­tig­keit, ins­be­son­de­re sol­che, die Ge­gen­stand der Mel­de­pflicht wa­ren, der Be­hör­de un­ver­züg­lich und un­auf­ge­for­dert mel­den.

2Zu mel­den sind ins­be­son­de­re:

a.
we­sent­li­che Än­de­run­gen der Sta­tu­ten, der Or­ga­ni­sa­ti­on, der Tä­tig­keit und des Kon­zepts;
b.
Wech­sel der ge­schäfts­füh­ren­den Per­so­nen;
c.
die Er­wei­te­rung, Ver­le­gung oder Ein­stel­lung der Tä­tig­keit.
Art. 20d Führen von Verzeichnissen

1Die An­bie­te­rin­nen und An­bie­ter müs­sen Ver­zeich­nis­se füh­ren über:

a.
die Pfle­ge­fa­mi­li­en, mit de­nen sie zu­sam­men­ar­bei­ten und bei de­nen sie Pfle­ge­plät­ze ver­mit­teln;
b.
die Kin­der, für die sie Pfle­ge­plät­ze ver­mit­telt ha­ben.

2Die Ver­zeich­nis­se müs­sen min­des­tens fol­gen­de An­ga­ben ent­hal­ten:

a.
Per­so­na­li­en der Pfle­ge­el­tern;
b.
Per­so­na­li­en des Kin­des;
c.
Per­so­na­li­en der El­tern des Kin­des;
d.
Da­tum der Plat­zie­rung, ei­ner all­fäl­li­gen Um- oder Rück­plat­zie­rung so­wie der Be­en­di­gung der Fremd­plat­zie­rung.

3Um­fasst die Tä­tig­keit auch Dienst­leis­tun­gen nach Ar­ti­kel 20a Buch­sta­ben b-d, so müs­sen die Ver­zeich­nis­se zu­sätz­lich fol­gen­de An­ga­ben ent­hal­ten:

a.
ärzt­li­che Fest­stel­lun­gen und An­ord­nun­gen, die im Zu­sam­men­hang mit dem Pfle­ge­platz oder der Be­treu­ungs­si­tua­ti­on ste­hen;
b.
be­son­de­re Vor­komm­nis­se;
c.
Ent­schei­dun­gen, die einen we­sent­li­chen Ein­fluss auf das Le­ben der be­treu­ten Kin­der ha­ben, so­wie de­ren Mei­nung zu die­sen Ent­schei­dun­gen.

4Die Ver­zeich­nis­se sind der Be­hör­de jähr­lich zu­zu­stel­len.

5Die Be­hör­de kann zu­sätz­li­che Un­ter­la­gen und Aus­künf­te ver­lan­gen.

Art. 20e Aufsicht

1Die Be­hör­de prüft jähr­lich die Ver­zeich­nis­se der An­bie­te­rin­nen und An­bie­ter so­wie all­fäl­li­ge wei­te­re ver­lang­te Un­ter­la­gen. Sie führt Pro­to­koll über die Auf­sichtstä­tig­keit.

2Sie bil­det sich auf ge­eig­ne­te Wei­se, ins­be­son­de­re durch Au­gen­schein, Be­spre­chun­gen und Er­kun­di­gun­gen, ein Ur­teil über die aus­ge­üb­te Tä­tig­keit.

Art. 20f Aufsichtsmassnahmen

1Stellt die Be­hör­de im Rah­men ih­rer Auf­sicht Män­gel bei der Aus­übung der Tä­tig­keit fest, die das Wohl der plat­zier­ten Kin­der ge­fähr­den kön­nen, so ord­net sie ge­eig­ne­te Mass­nah­men zur Be­he­bung der Män­gel an.

2Trägt die An­bie­te­rin oder der An­bie­ter den An­ord­nun­gen der Be­hör­de nicht Rech­nung und ist da­durch das Wohl der plat­zier­ten Kin­der ge­fähr­det, so kann die Be­hör­de die Aus­übung der Tä­tig­keit vor­über­ge­hend un­ter­sa­gen.

3Die­se Mass­nah­me gilt, so­lan­ge die An­bie­te­rin oder der An­bie­ter ge­gen­über der Be­hör­de nicht dar­le­gen kann, dass die fest­ge­stell­ten Män­gel be­ho­ben sind.

4Un­ter­sagt die Be­hör­de die Aus­übung der Tä­tig­keit, so in­for­miert sie:

a.
die Pfle­ge­fa­mi­li­en, die mit der An­bie­te­rin oder dem An­bie­ter zu­sam­men­ge­ar­bei­tet ha­ben;
b.
die be­trof­fe­nen Kin­des­schutz­be­hör­den oder, wenn das Kind nicht auf be­hörd­li­che An­ord­nung hin plat­ziert wur­de, die In­ha­be­rin oder den In­ha­ber der el­ter­li­chen Sor­ge oder der el­ter­li­chen Ob­hut; und
c.
die üb­ri­gen kan­to­na­len Auf­sichts­be­hör­den.

5. Abschnitt: Verfahren

Art. 21 Aktenführung

1Die Be­hör­de führt Ak­ten:1

a.
über die Kin­der in Fa­mi­li­en­pfle­ge, mit fol­gen­den An­ga­ben: Per­so­na­li­en des Kin­des und der Pfle­ge­el­tern, Be­ginn und En­de des Pfle­ge­ver­hält­nis­ses, Er­geb­nis­se der Be­su­che und all­fäl­li­ge Mass­nah­men;
b.
über die Ta­ges­pfle­ge­el­tern mit fol­gen­den An­ga­ben: Per­so­na­li­en der Pfle­ge­el­tern, Zahl der Pfle­ge­plät­ze, Er­geb­nis­se der Be­su­che und all­fäl­li­ge Mass­nah­men;
c.
über die Hei­me mit fol­gen­den An­ga­ben: Per­so­na­li­en des Lei­ters, ge­ge­be­nen­falls der Trä­ger, Zahl der Min­der­jäh­ri­gen, Er­geb­nis­se der Be­su­che und all­fäl­li­ge Mass­nah­men;
d.2
über die An­bie­te­rin­nen und An­bie­ter von Dienst­leis­tun­gen in der Fa­mi­li­en­pfle­ge, mit fol­gen­den An­ga­ben: Per­so­na­li­en der ge­schäfts­füh­ren­den Per­so­nen; Per­so­na­li­en der Pfle­ge­el­tern, mit de­nen ei­ne Zu­sam­men­ar­beit be­steht; Per­so­na­li­en der Kin­der, für die Pfle­ge­plät­ze ver­mit­telt oder die plat­ziert wur­den; Er­geb­nis­se der Auf­sichtstä­tig­keit und all­fäl­li­ge Mass­nah­men.

2Das kan­to­na­le Recht kann die Er­he­bung wei­te­rer Da­ten vor­se­hen.3

3Das Eid­ge­nös­si­sche Jus­tiz- und Po­li­zei­de­par­te­ment kann sta­tis­ti­sche Er­he­bun­gen über die Pfle­ge­kin­der an­ord­nen und die nö­ti­gen Be­stim­mun­gen er­las­sen; das Bun­des­amt für Sta­tis­tik führt die Er­he­bun­gen durch.4


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 10. Okt. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 5801).
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 10. Okt. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 5801).
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Dez. 1988, in Kraft seit 1. Jan. 1989 (AS 1989 54).
4 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 21. Dez. 1988, in Kraft seit 1. Jan. 1989 (AS 1989 54).

Art. 22 Schweigepflicht

Al­le in der Pfle­ge­kin­der­auf­sicht tä­ti­gen Per­so­nen sind ge­gen­über Drit­ten zur Ver­schwie­gen­heit ver­pflich­tet.

Art. 23 Mitteilung

1Die Ein­woh­ner­kon­trol­le der Ge­mein­de mel­det der Be­hör­de neu zu­ge­zo­ge­ne Min­der­jäh­ri­ge, die nicht bei ih­ren El­tern woh­nen.1

2Er­fährt die Be­hör­de, dass ein Kind aus­wärts in ei­ner Pfle­ge­fa­mi­lie un­ter­ge­bracht wird, so be­nach­rich­tigt sie die dort zu­stän­di­ge Be­hör­de; das gilt sinn­ge­mä­ss, wenn ei­ne Pfle­ge­fa­mi­lie ih­ren Wohn­sitz ver­legt.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 10. Okt. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 5801).

Art. 24 Rechtshilfe

Die mit der Pfle­ge­kin­der­auf­sicht be­trau­ten Be­hör­den und die üb­ri­gen für den Schutz des Kin­des ver­ant­wort­li­chen Be­hör­den leis­ten ein­an­der Amts- und Rechts­hil­fe.

Art. 25 Unentgeltlichkeit

1Die Be­hör­de darf für die Auf­sicht über Fa­mi­li­en- und Ta­ges­pfle­ge­ver­hält­nis­se nur Ge­büh­ren er­he­ben, wenn ein Pfle­ge­platz zu wie­der­hol­ten oder schwe­ren Be­an­stan­dun­gen An­lass gibt.

2Aus­la­gen, die der Be­hör­de zu­sätz­lich an­fal­len, wie Kos­ten für Ar­bei­ten von Drit­ten, dür­fen den Ge­such­stel­lern be­las­tet wer­den.1


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 21. Dez. 1988, in Kraft seit 1. Jan. 1989 (AS 1989 54).

Art. 26 Sanktionen

1Wer die Pflich­ten, die sich aus die­ser Ver­ord­nung oder aus ei­ner ge­stützt dar­auf er­las­se­nen Ver­fü­gung er­ge­ben, vor­sätz­lich oder fahr­läs­sig ver­letzt, wird von der Be­hör­de mit ei­ner Ord­nungs­bus­se bis zu 1000 Fran­ken be­legt.2

2Wird ei­ne Ord­nungs­bus­se aus­ge­spro­chen, so kann die Be­hör­de für die vor­sätz­li­che Wie­der­ho­lung Be­stra­fung mit Bus­se we­gen Un­ge­hor­sams ge­gen ei­ne amt­li­che Ver­fü­gung nach Ar­ti­kel 292 des Straf­ge­setz­bu­ches3 an­dro­hen.4

3Be­hör­den oder Be­am­te, die in ih­rer dienst­li­chen Tä­tig­keit ei­ne Wi­der­hand­lung ge­gen Be­stim­mun­gen die­ser Ver­ord­nung wahr­neh­men oder da­von Kennt­nis er­hal­ten, sind ver­pflich­tet, sie der Be­hör­de so­fort an­zu­zei­gen.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Dez. 1988, in Kraft seit 1. Jan. 1989 (AS 1989 54).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Dez. 1988, in Kraft seit 1. Jan. 1989 (AS 1989 54).
3 SR 311.0
4 Fas­sung ge­mä­ss Art. 333 des Straf­ge­setz­bu­ches (SR 311.0) in der Fas­sung des BG vom 13. Dez. 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 3459; BBl 1999 1979).

Art. 27 Beschwerdeverfahren

1Ver­fü­gun­gen, wel­che die Kin­des­schutz­be­hör­de ge­stützt auf die­se Ver­ord­nung er­lässt, un­ter­lie­gen der Be­schwer­de an das zu­stän­di­ge Ge­richt (Art. 450 ZGB).1

2Sind an­de­re Stel­len mit den Be­fug­nis­sen der Be­hör­de be­traut, so rich­tet sich die Wei­ter­zie­hung der Ver­fü­gung nach kan­to­na­lem Recht.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 10. Okt. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 5801).

6. Abschnitt: Schlussbestimmungen

Art. 28 Bestehende Pflegeverhältnisse

1Be­wil­li­gun­gen, die bis 31. De­zem­ber 1977 nach dem bis­he­ri­gen kan­to­na­len Recht er­teilt wor­den und auch in die­ser Ver­ord­nung vor­ge­schrie­ben sind, blei­ben in Kraft; sie sind, so­weit nö­tig, bis zum 31. De­zem­ber 1978 dem neu­en Recht an­zu­pas­sen.

2Die Auf­sicht rich­tet sich in je­dem Fall nach den Be­stim­mun­gen die­ser Ver­ord­nung.

3Für Pfle­ge­ver­hält­nis­se, die nach dem bis­he­ri­gen Recht kei­ner Be­wil­li­gungs­pflicht un­ter­la­gen, für die aber das neue Recht ei­ne Be­wil­li­gung ver­langt, ist das Be­wil­li­gungs­ge­such bis zum 30. Ju­ni 1978 ein­zu­rei­chen; das gilt sinn­ge­mä­ss für Mel­dun­gen, die das neue Recht vor­schreibt.

Art. 29 Aufhebung kantonalen Rechts

1Mit dem In­kraft­tre­ten die­ser Ver­ord­nung sind die kan­to­na­len Be­stim­mun­gen über den Schutz von Min­der­jäh­ri­gen, die aus­ser­halb des El­tern­hau­ses le­ben, auf­ge­ho­ben, so­weit nicht bun­des­recht­lich et­was an­de­res vor­ge­se­hen ist (Art. 51 SchlT ZGB).

2Be­ste­hen­de kan­to­na­le Be­stim­mun­gen über die Or­ga­ni­sa­ti­on des Schut­zes von Min­der­jäh­ri­gen, die aus­ser­halb des El­tern­hau­ses le­ben, blei­ben in Kraft, so­lan­ge die Kan­to­ne nichts an­de­res be­stim­men.

Art. 29a Übergangsbestimmung zur Änderung vom 10. Oktober 2012

1Für Pfle­ge­ver­hält­nis­se, die nach dem bis­he­ri­gen Recht kei­ner Be­wil­li­gungs­pflicht un­ter­la­gen, für die aber das neue Recht ei­ne Be­wil­li­gung ver­langt, ist das Be­wil­li­gungs­ge­such bis zum 31. März 2013 ein­zu­rei­chen. Be­ste­hen­de Pfle­ge­ver­hält­nis­se dür­fen wei­ter­ge­führt wer­den, bis die Be­hör­de über das Ge­such ent­schie­den hat.

2Die Be­hör­de nach Ar­ti­kel 2 Ab­satz 1 Buch­sta­be b ist am 1. Ja­nu­ar 2014 ein­zu­set­zen.

3An­bie­te­rin­nen und An­bie­ter von Dienst­leis­tun­gen in der Fa­mi­li­en­pfle­ge müs­sen ih­re Tä­tig­keit auf den Zeit­punkt der Ein­set­zung die­ser Be­hör­de in ih­rem Sitz- oder Wohn­sitz­kan­ton mel­den.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 10. Okt. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 5801).

Art. 30 Inkrafttreten

Die­se Ver­ord­nung tritt am 1. Ja­nu­ar 1978 in Kraft.

This site is protected by reCAPTCHA and the Google Privacy Policy and Terms of Service apply.

Feedback
A: AB-EBV AB-SBV AB-VASm AdoV AEFV AETR AEV AFZFG AFZFV AHVG AHVV AIAG AIAV AIG AkkredV-PsyG ALBAG ALBAV AlgV AlkG AlkV AllergV AllgGebV AltlV AMBV AMZV AO ArG ArGV 1 ArGV 2 ArGV 3 ArGV 4 ArGV 5 ARPV ARV 1 ARV 2 ASG AStG AStV ASV ASV-RAB AsylG AsylV 1 AsylV 2 AsylV 3 AtraG AtraV ATSG ATSV AufRBGer AufzV AuLaV AVFV AVG AVIG AVIV AVO AVO-FINMA AVV AwG AWV AZG AZGV B: BankG BankV BauAV BauPG BauPV BBG BBV BDSV BEG BehiG BehiV BekV-RAB BetmG BetmKV BetmSV BetmVV-EDI BeV BevSV BewG BewV BG-HAÜ BG-KKE BGA BGBB BGCITES BGerR BGF BGFA BGG BGIAA BGLE BGMD BGMK BGRB BGS BGSA BGST BGÖ BIFG BiGV BIV-FINMA BiZG BKSG BKSV BMV BPDV BPG BPI BPR BPS BPV BSG BSO BStatG BStG BStGerNR BStGerOR BStKR BStV BSV BTrV BURV BV BVG BVV 1 BVV 2 BVV 3 BWIS BZG BöB BüG BÜPF BüV C: CartV ChemG ChemGebV ChemPICV ChemRRV ChemV CyRV CZV D: DBG DBV DBZV DesG DesV DGV DR 04 DSG DV-RAB DZV DüBV DüV E: EBG EBV EDAV-DS-EDI EDAV-EU-EDI EDAV-Ht EHSM-V EiV EKBV EleG ELG ELV EMRK EnEV EnFV EnG ENSIG ENSIV EntG EntsG EntsV EnV EOG EOV EPDG EPDV EPDV-EDI EpG EpV ERV-BVGer ESV ExpaV EÖBV EÖBV-EJPD F: FamZG FamZV FAV FDO FHG FHV FIFG FiFV FiG FiLaG FiLaV FinfraG FinfraV FinfraV-FINMA FINIG FINIV FINMAG FiV FKG FLG FLV FMBV FMedG FMedV FMG FMV FOrgV FPV FrSV FusG FV FVAV FWG FWV FZG FZV G: GaGV GBV GebR-BVGer GebR-PatGer GebV ESTV GebV SchKG GebV-AIG GebV-ArG GebV-ASTRA GebV-AVG GebV-BAFU GebV-BASPO GebV-BAZL GebV-BJ GebV-BLW GebV-EDA GebV-EDI-NBib GebV-En GebV-ESA GebV-fedpol GebV-FMG GebV-HReg GebV-IGE GebV-KG GebV-NBib GebV-Publ GebV-SBFI GebV-TPS GebV-TVD GebV-VBS GebV-öV GebV-ÜPF GeBüV GeoIG GeoIV GeoIV-swisstopo GeomV GeoNV GesBG GesBKV GGBV GGUV GgV GKZ GlG GLPV GR-PatGer GR-WEKO GRN GRS GSchG GSchV GSG GTG GUMG GUMV GUMV-EDI GVVG GüTG GüTV H: HArG HArGV HasLV HasLV-WBF HBV HELV HEsÜ HFG HFKG HFV HGVAnG HKSV HKsÜ HMG HRegV HSBBV HVA HVI HVUV HyV I: IAMV IBH-V IBLV IBSG IBSV IFEG IGE-OV IGE-PersV IGEG InvV IPFiV IPRG IQG IR-PatGer IRSG IRSV ISABV-V ISchV ISLV IStrV-EZV ISUV ISVet-V IVG IVV IVZV J: J+S-V-BASPO JSG JStG JStPO JSV K: KAG KAKV-FINMA KBFHV KEG KEV KFG KFV KG KGSG KGSV KGTG KGTV KGVV KHG KHV KJFG KJFV KKG KKV KKV-FINMA KlinV KLV KMG KMV KOV KoVo KPAV KPFV KR-PatGer KRG KRV KV-GE KVAG KVAV KVG KVV L: LAfV LBV LDV LeV LFG LFV LGBV LGeoIV LGV LIV LMG LMVV LPG LRV LSMV LSV LTrV LugÜ LV-Informationssystemeverordnung LVG LVV LVV-VBS LwG M: MAkkV MaLV MaschV MatV MAV MBV MCAV MedBG MedBV MepV MetG MetV MFV MG MIG MinLV MinVG MinVV MinöStG MinöStV MiPV MIV MiVo-HF MJV MNKPV MPV MSchG MSchV MSG MStG MStP MStV MSV MVG MVV MWSTG MWSTV N: NAFG NagV NBibG NBibV NDG NEV NFSV NHG NHV NISSG NISV NIV NSAG NSAV NSG NSV NZV NZV-BAV O: OAV-SchKG OBG OBV OHG OHV OR OrFV Org-VöB OV-BK OV-BR OV-EDA OV-EDI OV-EFD OV-EJPD OV-HFG OV-UVEK OV-VBS OV-WBF P: PAG ParlG ParlVV PartG PaRV PatG PatGG PatV PAV PAVO PAVV PBG PBV PfG PfV PG PGesV PGesV–WBF–UVEK PGRELV PhaV PHV POG PRG PrHG PrSG PrSV PRTR-V PSAV PSMV PSPV PSPV-BK PSPV-EDA PSPV-EDI PSPV-EJPD PSPV-UVEK PSPV-VBS PSPV-WBF PSPVK PsyBV PsyG PublG PublV PVBger PVFMH PVFMH-VBS PVGer PVO-ETH PVO-TVS PVSPA PVSPA-VBS PäV PüG Q: QStV QuNaV R: RAG RAV RDV ReRBGer ResV-EDI RHG RHV RKV RLG RLV RPG RPV RSD RTVG RTVV RV-AHV RVOG RVOV RöV S: SAFIG SBBG SBMV SBV SchKG SDR SDSG SebG SebV SEFV SeilV SFV SGV SIaG SIRG SKV SnAV SPBV-EJPD SpDV SpG SpoFöG SpoFöV SpV SRVG SSchG SSchV SSchV-EDI SSV StAG StAhiG StAhiV StAV StBOG STEBV StFG StFV StG StGB StHG StPO StromVG StromVV StSG StSV STUG STUV StV STVG SuG SV SVAG SVAV SVG SVKG SVV T: TabV TAMV TBDV TEVG TGBV TGV ToG ToV TPFV TrG TSchAV TSchG TSchV TSG TStG TStV TSV TUG TVAV TVSV TwwV TZV U: UIDV UraM URG URV USG UVG UVPV UVV UWG V: V Mil Pers V-ASG V-FIFG V-FIFG-WBF V-GSG V-HFKG V-LTDB V-NDA V-NISSG V-NQR-BB V-StGB-MSt VABK VABUA VAböV VAEW VAG VAK VAM VAmFD VAN VAND VAPF VAPK VASA VASm VASR VATV VATV-VBS VAusb VAusb-VBS VAV VAwG VAZV VBB VBBo VBGA VBGF VBGÖ VBKV VBLN VBO VBO-ÜPF VBP VBPO VBPV VBPV-EDA VBR I VBRK VBSTB VBVA VBVV VBWK VböV VCITES VD-ÜPF VDA VDPS VDPV-EDI VDSG VDSZ VDTI VDZV VEAGOG VEE-PW VegüV VEJ VEKF VEL VEleS VEMV VEP VerTi-V VES VEV VeVA VEVERA VeÜ-VwV VeÜ-ZSSV VFAI VFAL VFAV VFB-B VFB-DB VFB-H VFB-K VFB-LG VFB-S VFB-SB VFB-W VFBF VFD VFRR VFSD VFV VG VGD VGeK VGG VGKE VGR VGS VGSEB VGV VGVL VGWR VHK VHyMP VHyPrP VHyS VID VIL VILB VIMK VIntA VIS-NDB VISOS VISV VITH VIVS VIZBM VJAR-FSTD VKA VKKG VKKL VKKP VKL VKos VKOVE VKP VKP-KMU VKSWk VKV-FINMA VKZ VLBE VLE VLF VlG VLHb VLIb VLIp VLK VLKA VLL VLpH VLtH VlV VMAP VMBM VMDP VMILAK VMob VMS VMSch VMSV VMWG VNEK VNem VNF VOCV VOD VOEW VORA-EDI VOSA VPA VPABP VPAV VPB VPeA VPG VPGA VPiB VpM-BAFU VpM-BLW VPO ETH VPOB VPOG VPR VPRG VPRH VPrP VPS VPVKEU VR-ENSI VR-ETH 1 VR-ETH 2 VR-FINMA VR-IGE VR-METAS VR-PUBLICA VR-RAB VR-SNM VR-Swissmedic VRA VRAB VREG VRHB VRKD VRLtH VRP VRS VRSL VRV VRV-L VSA VSB VSBN VSFK VSFS VSKV-ASTRA VSL VSMS VSPA VSpoFöP VSPS VSR VSRL VSS VST VStFG VStG VStrR VStV VSV VSVB VSZV VTE VTM VTNP VTS VTSchS VtVtH VUFB VUM VUV VVA VVAG VVAwG VVE VVEA VVG VVK VVK-EDI VVMH VVNF VVS-ÜPF VVTA VVV VVWAL VWEV VWL VWLV VWS VwVG VZAE VZAG VZG VZSchB VZV VZVM VöB VüKU VÜPF VüV-ÖV W: WaG WaV WBV WeBiG WeBiV WEFV WEG WFG WFV WG WPEG WPEV WRG WRV WSchG WSchV WV WZV WZVV Z: ZAG ZAV ZBstG ZDG ZDUeV ZDV ZDV-WBF ZEBG ZentG ZeugSG ZeugSV ZEV ZG ZGB ZISG ZPO ZSAV-BiZ ZSTEBV ZStGV ZStV ZSV ZTG ZUG ZustV-PrSV ZuV ZV ZV-EFD ZWG ZWV Ü: ÜbZ ÜüAVaS ÜüiZR ÜüRK ÜüSKZGIA ÜüzAiK No acronym: 331 131_211 131_212 131_213 131_214 131_215 131_216_1 131_216_2 131_217 131_218 131_221 131_222_1 131_222_2 131_223 131_224_1 131_224_2 131_225 131_226 131_227 131_228 131_229 131_231 131_232 131_233 131_235 142_318 142_513 170_321 172_010_441 172_211_21 172_220_11 172_327_11 196_127_67 221_213_221 221_415 360_2 361_0 361_2 362_0 366_1 367_1 420_126 420_171 510_620_2 514_10 632_319 632_421_0 672_933_6 701 732_12 741_618 748_222_0 748_222_1 811_117_2 812_121_5 812_214_5 817_023_41 818_101_24 818_101_25 818_102 830_31 831_471 837_033 837_21 861 935_121_41 935_121_42 935_816_2
A: AccredO-LPsy AETR C: Caclid CC CCoop-ESF CE-TAF CEDH CL CLaH 2000 CLaH 96 CO CP CPC Cpecmdi CPM CPP Cprlsaé Crdl Crpc Cst-GE Cst. Ctflij D: DE-OCEB DE-OCF DE-OMBat DPA DPMin E: EIMP F: FITAF FP-TFB L: LA LAA LAAF LAAM LACI LAFam LAGH LAgr LAI Lalc LAM LAMal LAO LAP LApEl LAPG LAr LArm LAS LASEI LAsi LAT LAVI LAVS LB LBCF LBFA LBI LBNS LCA LCAP LCart LCBr LCC LCD LCdF LCESF LCF LCFF LChim LChP LCin LCITES LCo LCPI LCPR LCR LD LDA LDAl LDEA LDEP LDes LDFR LDI LDIF LDIP LDP LDT LDét LEAC LEAR LEaux LEC LEDPP LEEJ LEFin LEg LEH LEHE LEI LEIS LEMO LEne LEnTR LENu LEp LERI LESE LESp LET LEx LF-CLaH LF-EEA LFA LFAIE LFC LFCo LFE LFH LFIF LFINMA LFisE LFLP LFMG LFo LFORTA LFPC LFPr LFSP LFus LGG LGéo LHand LHID LHR LIA LIB LICa LIE LIFD LIFSN LIMF Limpauto Limpmin LIPI LIPPI LISDC LISint LITC LJAr LLC LLCA LLG LLGV LMAP LMC LMCFA LMP LMSI LMét LN LNI LOA LOAP LOC LOG LOGA LOP LOST LP LPA LPAP LParl LPart LPBC LPC LPCA LPCC LPCo LPD LPDS LPE LPers LPGA LPM LPMA LPMéd LPN LPO LPP LPPCi LPPS LPSan LPSP LPsy LPTh LPubl LRaP LRCF LRCN LRCS LRens LRFP LRH LRN LRNIS LRPL LRS LRTV LSA LSAMal LSC LSCPT LSE LSEtr LSF LSIA LSIP LSIS LSPr LSPro LSR LStup LSu LT LTab LTaD LTAF LTBC LTC LTEO LTF LTFB LTI LTM LTN LTo LTr LTRA LTrAlp LTrans LTrD LTro LTTM LTV LTVA Ltém LUMin LUsC LVA LVP LVPC O: O E-VERA O LERI DEFR O OFSPO J+S O pers mil O-CNC-FPr O-CP-CPM O-HEFSM O-LEHE O-LERI O-LRNIS O-OPers O-OPers-DFAE O-SI ABV O-SIGEXPA O-STAC OA 1 OA 2 OA 3 OAA OAAcc OAAE OAAE-DFJP OAAF OAAFM OAAFM-DDPS OAASF OAbCV OAC OACA OACAMIL OACata OAcCP OACE OACI OACM OACP OACS OAdd OAdma OAdo OADou OAEP OAF OAFA OAFam OAG OAGH OAGH-DFI OAgrD OAIE OAlc OAllerg OAM OAMal OAMAS OAMéd OAMédcophy OAO OAOF OAP OAPA OAPCM OApEl OARF OARF-OFT OARG OArm OAS OASA OAsc OASF OASM OASMéd OAStup OAT OAV OAVI OB OBat OBB OBCF OBI OBiG OBioc OBLF OBMa OBNP OBNS OBPL OCA OCA-DFI Ocach OCAl OCart OCBD OCBr Occd OCCEA OCCHE OCCP OCCR OCDA OCDM OCDoc OCEB OCEC OCEl-PA OCEl-PCPP OCEM OCF OCFH OChim OChP OCIFM OCin OCITES OCL OClin OCM OCM ES OCMD OCNE OCo OCOFE OComp-OSPro OCont OCoo OCoR-DFI OCos OCOV OCP OCPD OCPF OCPPME OCPR OCPSan OCR OCS OCSP OCSP-ChF OCSP-DDPS OCSP-DEFR OCSP-DETEC OCSP-DFAE OCSP-DFI OCSP-DFJP OCSPN OCStup OCTE OCVM OCâbles OD OD-ASR OD-DFF Odac ODAlAn ODAlGM ODAlOUs ODAlOV ODAu ODCS ODE OdelO ODEP ODEP-DFI ODes ODF ODFR ODI ODim ODO ODP ODPr ODSC ODV ODVo Odét OE OEAR OEaux OEB OEC OECA OEChim OECin OEDPP OEDRP-DFI OEDS OEE-VT OEEC OEEE OEEJ OEFin OEI-SCPT OEIE OEIMP OEIT OELDAl OELP OEM Oem-LEI Oem-OFJ OEMCN OEMFP OEmiA OEMO OEmol-AFC OEmol-ASF OEmol-BN OEmol-DDPS OEmol-DFAE OEmol-DFI-BN OEmol-fedpol OEmol-LCart OEmol-LSE OEmol-LTr OEmol-OFAC OEmol-OFAG OEmol-OFEV OEmol-OFRO OEmol-OFSPO OEmol-Publ OEmol-RC OEmol-SEFRI OEmol-TA OEmol-TP OEMTP OEMéd OEne OEneR OEng OENu OEOHB OEp OEPI OEPL OERE OESE OESE-DFI OESN OESp OESS OETHand OETV OEV Oexpa OFA-FINMA OFAC OFC OFCo OFCoop OFDG OFDPP OFE OFG OFH OFMO OFo OFOrg Oform OFP OFPAn OFPC-FINMA OFPr OFPT OFSI OFSPers OGE OGEmol OGN OGOM OGPCT OGéo OGéo-swisstopo OGéom OH OHand OHEL OHR OHS-LP OHyAb OHyg OHyPL OHyPPr OIA OIAgr OIAM OIB OIB-FINMA OIBC OIBL OIBT OIC OICa OIDAl OIDE OIE OIELFP OIFC OIFP OIFSN OILC OIMA OIMAS OIMF OIMF-FINMA Oimpauto Oimpmin OInstr pré OInstr prém DDPS Oinv OIOP OIP OIPI OIPSD OIPSD-DEFR OIS OISec OISofCA OISOS OIT OITab OITC OITE-AC OITE-PT-DFI OITE-UE-DFI OITPTh OITRV OIVS OJAr OJAR-FSTD OJM OJPM OLAA OLALA OLang OLAr OLCC OLCP OLDI OLDT OLEC OLED OLEH OLEl OLen OLFP OLG Olico OLN OLOG OLOGA OLOP OLP OLPA OLPD OLPS OLQE OLT 1 OLT 2 OLT 3 OLT 4 OLT 5 OLUsC OMA OMAA OMach OMAH OMAI OMAP OMAS OMat OMAV OMBat OMBT OMCFA OMCo OMDA OME-SCPT OMG OMi OMinTA OMJ-DFJP OMN OMN-DDPS OMO OMob OMoD OMP OMP-OFAG OMP-OFEV OMPr OMSA OMSVM OMéd OMédv OMét ONAE ONag ONCAF ONCR ONGéo ONI ONM ONo-ASR OO OOBE OOC-SCPT OOCCR-OFROU OODA OOIT OOLDI OOMA OOP EPF OOPC OOrgA OOST OOUS OPA OPAAb OPair OPAM OPAn OPAnAb OPAP OParcs OPart OPAS OPAT OPATE OPB OPBC OPBD OPBio OPC OPC-AVS-AI OPC-FINMA OPCAP OPCC OPCi OPCNP OPCo OPCy OPD OPDC OPE OPEA OPer-AH OPer-B OPer-D OPer-Fl OPer-Fo OPer-Fu Oper-IPI OPer-P OPer-S OPers OPers-EPF OPers-PDHH OPers-PDHH-DDPS OPers-PPOE OPers-PPOE-DDPS OPers-ServAS OPersT OPersTF OPESp OPF OPFCC OPFr OPGA OPha OPICChim OPICin OPIE OPM OPMA OPMéd OPN OPO OPoA OPOVA OPP 1 OPP 2 OPP 3 OPPB OPPBE OPPh OPPM OPPPS OPPr OPR OPrI OProP OPSP OPsy OPTA OPTP OPU OPubl OPuM OPVA OQPN OQuaDu OR-AVS ORA ORAb OrAc ORAgr ORaP ORAT ORB ORC ORCN ORCPL ORCPP ORCS ORCSN Ordonnance sur les systèmes d’information AC ORE I ORe-DFI OREA OREDT OREE ORegBL ORF ORFI Org CF Org ChF Org DEFR Org DETEC Org DFAE Org DFF Org DFI Org DFJP Org LRH Org-DDPS Org-OMP ORH ORIn ORInt ORM ORMI ORN ORNI OROEM ORPGAA ORPL ORPMUE ORRChim ORRTP ORS ORSA ORSec ORT ORTV OrX ORésDAlan OS OS LCart OS-FINMA OSAC OSALA OSAMal OSAR OSAss OSAv OSaVé OSaVé–DEFR–DETEC OSCi OSCi-DEFR OSCPT OSCR OSE OSEP OServAS OSEtr OSFPrHE OSIA OSIAC OSIAgr OSIAr OSIP-AFD OSIS OSIS-SRC OSites OSIVét OSJo OSL OSLing OSM OSMP OSNA OSO OSOA Osol OSPA OSPBC OSPEX OSPF OSPro OSR OSRA OSRens OSRev OSRP OSS OST-SCPT OStrA OSur-ASR OSV OsVO OT OTa-IPI OTab OTAS OTBC OTConst OTDD OTEMO OTEO OTerm OThand OTM OTN OTNI OTo OTPE OTPSP OTR 1 OTR 2 OTrA OTrans Otransa OTrD OTRF OTS OTStup-DFI OTV OTVA OTVM OTém OUC OUMin OUMR OUS OVA OVCC OVid-TP OVIS OVotE Oémol-En P: PA PFCC PPM PPMin R: RAATPF RAI RAPG RAVS RCE RCETF RCN RDE REmol-TAF REmol-TFB RFA RFPPF RI-COMCO RInfo-TFB RNC ROTPF RP-ASR RP-EPF 1 RP-EPF 2 RP-FINMA RP-IFSN RP-IPI RP-METAS RP-MNS RP-PUBLICA RP-Swissmedic RPBC RPEC RS 04 RSD RSTF RTAF RTF RTFB S: SDR No acronym: 331 131_211 131_212 131_213 131_214 131_215 131_216_1 131_216_2 131_217 131_218 131_221 131_222_1 131_222_2 131_223 131_224_1 131_224_2 131_225 131_226 131_227 131_228 131_229 131_231 131_232 131_233 131_235 142_318 142_513 170_321 172_010_441 172_211_21 172_220_11 172_327_11 196_127_67 221_213_221 221_415 360_2 361_0 361_2 362_0 366_1