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Bundesgesetz über den Versicherungsvertrag

vom 2. April 1908 (Stand am 1. Januar 2011)

Die Bundesversammlung der Schweizerischen Eidgenossenschaft,

in Vollziehung des Artikels 64 der Bundesverfassung2,3 nach Einsicht in eine Botschaft des Bundesrates vom 2. Februar 19044,

beschliesst:

I. Allgemeine Bestimmungen

Art. 1  

Ver­si­che­rungs­an­trag

 

1Wer dem Ver­si­che­rer den An­trag zum Ab­schlus­se ei­nes Ver­si­che­rungs­ver­tra­ges ge­stellt und für die An­nah­me kei­ne kür­ze­re Frist ge­setzt hat, bleibt 14 Ta­ge ge­bun­den.

2Er­for­dert die Ver­si­che­rung ei­ne ärzt­li­che Un­ter­su­chung, so bleibt der An­trag­stel­ler vier Wo­chen ge­bun­den.

3Die Frist be­ginnt mit der Über­ga­be oder Ab­sen­dung des An­trags an den Ver­si­che­rer oder des­sen Agen­ten zu lau­fen.

4Der An­trag­stel­ler wird frei, wenn die An­nah­me­er­klä­rung des Ver­si­che­rers nicht vor Ab­lauf der Frist bei ihm ein­ge­trof­fen ist.

Art. 2  

Be­son­de­re An­trags­ver­hält­nis­se

 

1Wird der An­trag, einen be­ste­hen­den Ver­trag zu ver­län­gern oder ab­zuän­dern oder einen sus­pen­dier­ten Ver­trag wie­der in Kraft zu set­zen, vom Ver­si­che­rer nicht bin­nen 14 Ta­gen, vom Emp­fan­ge an ge­rech­net, ab­ge­lehnt, so gilt er als an­ge­nom­men.

2Ist nach Mass­ga­be der all­ge­mei­nen Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen ei­ne ärzt­li­che Un­ter­su­chung er­for­der­lich, so gilt der An­trag als an­ge­nom­men, wenn er vom Ver­si­che­rer nicht bin­nen vier Wo­chen, vom Emp­fan­ge an ge­rech­net, ab­ge­lehnt wird.

3Der An­trag, die Ver­si­che­rungs­s­um­me zu er­hö­hen, fällt nicht un­ter die­se Be­stim­mun­gen.

Art. 3  

In­for­ma­ti­ons- pflicht des Ver­si­che­rers

 

1Der Ver­si­che­rer muss den Ver­si­che­rungs­neh­mer vor Ab­schluss des Ver­si­che­rungs­ver­tra­ges ver­ständ­lich über die Iden­ti­tät des Ver­si­che­rers und den we­sent­li­chen In­halt des Ver­si­che­rungs­ver­tra­ges in­for­mie­ren. Er muss in­for­mie­ren über:

a.
die ver­si­cher­ten Ri­si­ken;
b.
den Um­fang des Ver­si­che­rungs­schut­zes;
c.
die ge­schul­de­ten Prä­mi­en und wei­te­re Pflich­ten des Ver­si­che­rungs­neh­mers;
d.
Lauf­zeit und Be­en­di­gung des Ver­si­che­rungs­ver­tra­ges;
e.
die für die Über­schus­ser­mitt­lung und die Über­schuss­be­tei­li­gung gel­ten­den Be­rech­nungs­grund­la­gen und Ver­tei­lungs­grund­sät­ze und -me­tho­den;
f.
die Rück­kaufs- und Um­wand­lungs­wer­te;
g.
die Be­ar­bei­tung der Per­so­nen­da­ten ein­sch­liess­lich Zweck und Art der Da­ten­samm­lung so­wie Emp­fän­ger und Auf­be­wah­rung der Da­ten.

2Die­se An­ga­ben sind dem Ver­si­che­rungs­neh­mer so zu über­ge­ben, dass er sie ken­nen kann, wenn er den Ver­si­che­rungs­ver­trag be­an­tragt oder an­nimmt. In je­dem Fall muss er zu die­sem Zeit­punkt im Be­sitz der All­ge­mei­nen Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen und der In­for­ma­ti­on nach Ab­satz 1 Buch­sta­be g sein.

3Bei Kol­lek­tiv­ver­trä­gen, die an­de­ren Per­so­nen als dem Ver­si­che­rungs­neh­mer einen di­rek­ten Leis­tungs­an­spruch ver­lei­hen, ist der Ver­si­che­rungs­neh­mer ver­pflich­tet, die­se Per­so­nen über den we­sent­li­chen In­halt des Ver­tra­ges so­wie des­sen Än­de­run­gen und Auf­lö­sung zu un­ter­rich­ten. Der Ver­si­che­rer stellt dem Ver­si­che­rungs­neh­mer die zur In­for­ma­ti­on er­for­der­li­chen Un­ter­la­gen zur Ver­fü­gung.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2005 5245; BBl 2003 3789).

Art. 3a  

Ver­let­zung der In­for­ma­ti­ons­pflicht

 

1Hat der Ver­si­che­rer die In­for­ma­ti­ons­pflicht nach Ar­ti­kel 3 ver­letzt, so ist der Ver­si­che­rungs­neh­mer be­rech­tigt, den Ver­si­che­rungs­ver­trag durch schrift­li­che Er­klä­rung zu kün­di­gen. Die Kün­di­gung wird mit Zu­gang beim Ver­si­che­rer wirk­sam.

2Das Kün­di­gungs­recht er­lischt vier Wo­chen, nach­dem der Ver­si­che­rungs­neh­mer von der Pflicht­ver­let­zung und den In­for­ma­tio­nen nach Ar­ti­kel 3 Kennt­nis er­hal­ten hat, je­den­falls spä­tes­tens ein Jahr nach der Pflicht­ver­let­zung.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 17. Dez. 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2005 5245; BBl 2003 3789).

Art. 4  

An­zei­ge­pflicht beim Ver­trags­ab­schlus­se

a. Im all­ge­mei­nen

 

1Der An­trag­stel­ler hat dem Ver­si­che­rer an Hand ei­nes Fra­ge­bo­gens oder auf sons­ti­ges schrift­li­ches Be­fra­gen al­le für die Be­ur­tei­lung der Ge­fahr er­heb­li­chen Tat­sa­chen, so­weit und so wie sie ihm beim Ver­trags­ab­schlus­se be­kannt sind oder be­kannt sein müs­sen, schrift­lich mit­zu­tei­len.

2Er­heb­lich sind die­je­ni­gen Ge­fahr­stat­sa­chen, die ge­eig­net sind, auf den Ent­schluss des Ver­si­che­rers, den Ver­trag über­haupt oder zu den ver­ein­bar­ten Be­din­gun­gen ab­zu­sch­lies­sen, einen Ein­fluss aus­zuü­ben.

3Die Ge­fahr­stat­sa­chen, auf wel­che die schrift­li­chen Fra­gen des Ver­si­che­rers in be­stimm­ter, un­zwei­deu­ti­ger Fas­sung ge­rich­tet sind, wer­den als er­heb­lich ver­mu­tet.

Art. 5  

b. Beim Ver­trags­ab­schlus­se durch Stell­ver­tre­ter

c. Bei der Ver­si­che­rung für frem­de Rech­nung

 

1Wird der Ver­trag durch einen Stell­ver­tre­ter ab­ge­schlos­sen, so sind so­wohl die er­heb­li­chen Ge­fahr­stat­sa­chen an­zu­zei­gen, die dem Ver­tre­te­nen, als auch die­je­ni­gen, die dem Ver­tre­ter be­kannt sind oder be­kannt sein müs­sen.

2Bei der Ver­si­che­rung für frem­de Rech­nung (Art. 16) sind auch die­je­ni­gen er­heb­li­chen Ge­fahr­stat­sa­chen an­zu­zei­gen, die dem ver­si­cher­ten Drit­ten selbst oder sei­nem Zwi­schen­be­auf­trag­ten be­kannt sind oder be­kannt sein müs­sen, es sei denn, dass der Ver­trag oh­ne Wis­sen die­ser Per­so­nen ab­ge­schlos­sen wird, oder dass die recht­zei­ti­ge Be­nach­rich­ti­gung des An­trag­stel­lers nicht mög­lich ist.

Art. 6  

Fol­gen der ver­letz­ten An­zei­ge­pflicht

a. Im All­ge­mei­nen

 

1Hat der An­zei­ge­pflich­ti­ge beim Ab­schluss der Ver­si­che­rung ei­ne er­heb­li­che Ge­fahr­stat­sa­che, die er kann­te oder ken­nen muss­te und über die er schrift­lich be­fragt wor­den ist, un­rich­tig mit­ge­teilt oder ver­schwie­gen, so ist der Ver­si­che­rer be­rech­tigt, den Ver­trag durch schrift­li­che Er­klä­rung zu kün­di­gen. Die Kün­di­gung wird mit Zu­gang beim Ver­si­che­rungs­neh­mer wirk­sam.

2Das Kün­di­gungs­recht er­lischt vier Wo­chen, nach­dem der Ver­si­che­rer von der Ver­let­zung der An­zei­ge­pflicht Kennt­nis er­hal­ten hat.

3Wird der Ver­trag durch Kün­di­gung nach Ab­satz 1 auf­ge­löst, so er­lischt auch die Leis­tungs­pflicht des Ver­si­che­rers für be­reits ein­ge­tre­te­ne Schä­den, de­ren Ein­tritt oder Um­fang durch die nicht oder un­rich­tig an­ge­zeig­te er­heb­li­che Ge­fahr­stat­sa­che be­ein­flusst wor­den ist. So­weit die Leis­tungs­pflicht schon er­füllt wur­de, hat der Ver­si­che­rer An­spruch auf Rück­er­stat­tung.

4Wird ein Le­bens­ver­si­che­rungs­ver­trag, der nach Mass­ga­be die­ses Ge­set­zes rück­kauf­fä­hig ist (Art. 90 Abs. 2) auf­ge­löst, so hat der Ver­si­che­rer die für den Rück­kauf fest­ge­stell­te Leis­tung zu ge­wäh­ren.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2006 (AS 2005 5245; BBl 2003 3789).

Art. 7  

b. Beim Kol­lek­tiv­ver­si­che­rungs­ver­tra­ge

 

Um­fasst der Ver­trag meh­re­re Ge­gen­stän­de oder Per­so­nen und ist die An­zei­ge­pflicht nur be­züg­lich ei­nes Tei­les die­ser Ge­gen­stän­de oder Per­so­nen ver­letzt, so bleibt die Ver­si­che­rung für den üb­ri­gen Teil wirk­sam, wenn sich aus den Um­stän­den er­gibt, dass der Ver­si­che­rer die­sen Teil al­lein zu den näm­li­chen Be­din­gun­gen ver­si­chert hät­te.

Art. 8  

Nicht­ein­tritt der Fol­gen der ver­letz­ten An­zei­ge­pflicht

 

Trotz der An­zei­ge­pflicht­ver­let­zung (Art. 6) kann der Ver­si­che­rer den Ver­trag nicht kün­di­gen:1

1.
wenn die ver­schwie­ge­ne oder un­rich­tig an­ge­zeig­te Tat­sa­che vor Ein­tritt des be­fürch­te­ten Er­eig­nis­ses weg­ge­fal­len ist;
2.
wenn der Ver­si­che­rer die Ver­schwei­gung oder un­rich­ti­ge An­ga­be ver­an­lasst hat;
3.
wenn der Ver­si­che­rer die ver­schwie­ge­ne Tat­sa­che ge­kannt hat oder ge­kannt ha­ben muss;
4.
wenn der Ver­si­che­rer die un­rich­tig an­ge­zeig­te Tat­sa­che rich­tig ge­kannt hat oder ge­kannt ha­ben muss;
5.2
wenn der Ver­si­che­rer auf das Kün­di­gungs­recht ver­zich­tet hat;
6.
wenn der An­zei­ge­pflich­ti­ge auf ei­ne ihm vor­ge­leg­te Fra­ge ei­ne Ant­wort nicht er­teilt, und der Ver­si­che­rer den Ver­trag gleich­wohl ab­ge­schlos­sen hat. Die­se Be­stim­mung fin­det kei­ne An­wen­dung, wenn die Fra­ge, auf Grund der üb­ri­gen Mit­tei­lun­gen des An­zei­ge­pflich­ti­gen, als in ei­nem be­stimm­ten Sin­ne be­ant­wor­tet an­ge­se­hen wer­den muss und wenn die­se Ant­wort sich als Ver­schwei­gen oder un­rich­ti­ge Mit­tei­lung ei­ner er­heb­li­chen Ge­fahr­stat­sa­che dar­stellt, die der An­zei­ge­pflich­ti­ge kann­te oder ken­nen muss­te.

1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2006 (AS 2005 5245; BBl 2003 3789).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2006 (AS 2005 5245; BBl 2003 3789).

Art. 9  

Nich­tig­keit des Ver­si­che­rungs­ver­tra­ges

 

Der Ver­si­che­rungs­ver­trag ist un­ter Vor­be­halt der Fäl­le nach Ar­ti­kel 100 Ab­satz 2 nich­tig, wenn im Zeit­punkt des Ab­schlus­ses der Ver­si­che­rung die Ge­fahr be­reits weg­ge­fal­len oder das be­fürch­te­te Er­eig­nis schon ein­ge­tre­ten war.


1 Fas­sung ge­mä­ss Art. 115 des Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rungs­ge­set­zes vom 25. Ju­ni 1982, in Kraft seit 1. Jan. 1984 (AS 1982 2184, 1983 1204; BBl 1980 III 489).

Art. 10  

Son­der­stel­lung der Feu­er­ver­si­che­rung und der Trans­port­ver­si­che­rung

 

1Die Vor­schrift des Ar­ti­kels 9 die­ses Ge­set­zes fin­det auf die Feu­er­ver­si­che­rung hin­sicht­lich sol­cher Ge­gen­stän­de, die im Aus­lan­de ge­le­gen sind, und auf die Trans­port­ver­si­che­rung nur dann An­wen­dung, wenn bei­de Par­tei­en beim Ver­trags­ab­schlus­se wuss­ten, dass die Ge­fahr be­reits weg­ge­fal­len oder das be­fürch­te­te Er­eig­nis schon ein­ge­tre­ten war.

2Wuss­te beim Ver­trags­ab­schlus­se nur der Ver­si­che­rer, dass die Ge­fahr be­reits weg­ge­fal­len war, so ist der Ver­si­che­rungs­neh­mer an den Ver­trag nicht ge­bun­den. Der Ver­si­che­rer hat we­der auf die Prä­mie noch auf Er­satz der Ge­schäfts­un­kos­ten An­spruch.

3Wuss­te beim Ver­trags­ab­schlus­se nur der Ver­si­che­rungs­neh­mer, dass das be­fürch­te­te Er­eig­nis be­reits ein­ge­tre­ten war, so ist der Ver­si­che­rer an den Ver­trag nicht ge­bun­den. Der Ver­si­che­rer hat auf Er­satz der Ge­schäfts­un­kos­ten An­spruch.

Art. 11  

Po­li­ce

a. In­halt

 

1Der Ver­si­che­rer ist ge­hal­ten, dem Ver­si­che­rungs­neh­mer ei­ne Po­li­ce aus­zu­hän­di­gen, wel­che die Rech­te und Pflich­ten der Par­tei­en fest­stellt. Der Ver­si­che­rer ist be­rech­tigt, vom Ver­si­che­rungs­neh­mer aus­ser Por­to und Stem­pel­kos­ten ei­ne Ge­bühr für Aus­fer­ti­gung der Po­li­ce so­wie für Ab­än­de­run­gen der­sel­ben zu er­he­ben. Die Hö­he die­ser Ge­bühr kann durch Ver­ord­nung des Bun­des­ra­tes be­grenzt wer­den.

2Der Ver­si­che­rer muss über­dies dem Ver­si­che­rungs­neh­mer auf Ver­lan­gen ei­ne Ab­schrift der in den An­trags­pa­pie­ren ent­hal­te­nen oder an­der­wei­tig ab­ge­ge­be­nen Er­klä­run­gen des An­trag­stel­lers, auf Grund de­ren die Ver­si­che­rung ab­ge­schlos­sen wur­de, ge­gen Er­satz der Aus­la­gen aus­hän­di­gen.

Art. 12  

b. Vor­be­halt­lo­se An­nah­me

 

1Stimmt der In­halt der Po­li­ce oder der Nach­trä­ge zu der­sel­ben mit den ge­trof­fe­nen Ver­ein­ba­run­gen nicht über­ein, so hat der Ver­si­che­rungs­neh­mer bin­nen vier Wo­chen nach Emp­fang der Ur­kun­de de­ren Be­rich­ti­gung zu ver­lan­gen, wid­ri­gen­falls ihr In­halt als von ihm ge­neh­migt gilt.

2Die­se Be­stim­mung ist in ih­rem Wort­lau­te in je­de Po­li­ce auf­zu­neh­men.

Art. 13  

c. Kraft­los­er­klä­rung

 

11

2Für die Kraft­los­er­klä­rung von Po­li­cen kom­men die für die Kraft­los­er­klä­rung von In­ha­ber­pa­pie­ren gel­ten­den Be­stim­mun­gen des Bun­des­ge­set­zes vom 14. Ju­ni 18812 über das Ob­li­ga­tio­nen­recht sinn­ge­mä­ss zur An­wen­dung, mit der Ab­än­de­rung, dass die An­mel­dungs­frist höchs­tens ein Jahr be­trägt.


1 Auf­ge­ho­ben durch An­hang 1 Ziff. II 8 der Zi­vil­pro­zess­ord­nung vom 19. Dez. 2008, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 1739; BBl 2006 7221).
2 [AS 5 635, 11 490; BS 2 3. SchlT Art. 60 Abs. 2 199 am Schluss, Art. 18 Schl- und UeB zu den Tit. XXIV-XX­XIII 784 Art. 103 Abs. 1]. Heu­te: die Be­stim­mun­gen des OR (SR 220).

Art. 14  

Schuld­haf­te Her­bei­füh­rung des be­fürch­te­ten Er­eig­nis­ses

 

1Der Ver­si­che­rer haf­tet nicht, wenn der Ver­si­che­rungs­neh­mer oder der An­spruchs­be­rech­tig­te das be­fürch­te­te Er­eig­nis ab­sicht­lich her­bei­ge­führt hat.

2Hat der Ver­si­che­rungs­neh­mer oder der An­spruchs­be­rech­tig­te das Er­eig­nis grob­fahr­läs­sig her­bei­ge­führt, so ist der Ver­si­che­rer be­rech­tigt, sei­ne Leis­tung in ei­nem dem Gra­de des Ver­schul­dens ent­spre­chen­den Ver­hält­nis­se zu kür­zen.

3Ist das Er­eig­nis ab­sicht­lich oder grob­fahr­läs­sig von ei­ner Per­son her­bei­ge­führt wor­den, die mit dem Ver­si­che­rungs­neh­mer oder dem An­spruchs­be­rech­tig­ten in häus­li­cher Ge­mein­schaft lebt, oder für de­ren Hand­lun­gen der Ver­si­che­rungs­neh­mer oder der An­spruchs­be­rech­tig­te ein­ste­hen muss, und hat er sich in der Be­auf­sich­ti­gung, durch die An­stel­lung oder durch die Auf­nah­me je­ner Per­son ei­ner gro­ben Fahr­läs­sig­keit schul­dig ge­macht, so kann der Ver­si­che­rer sei­ne Leis­tung in ei­nem Ver­hält­nis­se kür­zen, das dem Gra­de des Ver­schul­dens des Ver­si­che­rungs­neh­mers oder des An­spruchs­be­rech­tig­ten ent­spricht.

4Hat der Ver­si­che­rungs­neh­mer oder der An­spruchs­be­rech­tig­te das Er­eig­nis leicht­fahr­läs­sig her­bei­ge­führt oder sich ei­ner leich­ten Fahr­läs­sig­keit im Sin­ne des vor­her­ge­hen­den Ab­sat­zes schul­dig ge­macht, oder hat ei­ne der üb­ri­gen dort auf­ge­führ­ten Per­so­nen das Er­eig­nis leicht­fahr­läs­sig her­bei­ge­führt, so haf­tet der Ver­si­che­rer in vol­lem Um­fan­ge.

Art. 15  

Ge­bo­te der Mensch­lich­keit

 

Hat ei­ne der in Ar­ti­kel 14 die­ses Ge­set­zes ge­nann­ten Per­so­nen ge­mä­ss ei­nem Ge­bo­te der Mensch­lich­keit ge­han­delt und da­durch das be­fürch­te­te Er­eig­nis her­bei­ge­führt, so haf­tet der Ver­si­che­rer in vol­lem Um­fan­ge.

Art. 16  

Ver­si­che­rung für frem­de Rech­nung

 

1Die Ver­si­che­rung kann für ei­ge­ne oder frem­de Rech­nung, mit oder oh­ne Be­zeich­nung der Per­son des ver­si­cher­ten Drit­ten, ab­ge­schlos­sen wer­den.

2Im Zwei­fel wird an­ge­nom­men, dass der Ver­si­che­rungs­neh­mer den Ver­trag für ei­ge­ne Rech­nung ab­ge­schlos­sen hat.

Art. 17  

Be­son­der­hei­ten der Ver­si­che­rung für frem­de Rech­nung

 

1Die Ver­si­che­rung für frem­de Rech­nung ist für den Ver­si­che­rer auch dann ver­bind­lich, wenn der ver­si­cher­te Drit­te den Ver­trag erst nach Ein­tritt des be­fürch­te­ten Er­eig­nis­ses ge­neh­migt.

2Der Ver­si­che­rungs­neh­mer ist be­fugt, oh­ne Zu­stim­mung des Ver­si­cher­ten den Er­satz­an­spruch ge­gen den Ver­si­che­rer gel­tend zu ma­chen, wenn der Ver­si­cher­te den Ver­si­che­rungs­neh­mer vor­be­halt­los zum Ab­schlus­se des Ver­tra­ges be­auf­tragt hat oder wenn dem Ver­si­che­rungs­neh­mer ei­ne ge­setz­li­che Ver­si­che­rungs­pflicht ob­ge­le­gen hat.

3Der Ver­si­che­rer ist nicht be­rech­tigt, For­de­run­gen, die ihm ge­gen den Ver­si­che­rungs­neh­mer zu­ste­hen, mit der dem Ver­si­cher­ten ge­schul­de­ten Ent­schä­di­gung zu ver­rech­nen. Die Be­stim­mung des Ar­ti­kels 18 Ab­satz 2 die­ses Ge­set­zes bleibt vor­be­hal­ten.

Art. 18  

Prä­mie

a. Trä­ger der Ver­pflich­tung

 

1Zur Be­zah­lung der Prä­mie ist der Ver­si­che­rungs­neh­mer ver­pflich­tet.

2Bei der Ver­si­che­rung für frem­de Rech­nung ist der Ver­si­che­rer be­rech­tigt, die Be­zah­lung der Prä­mie auch vom Ver­si­cher­ten zu for­dern, wenn der Ver­si­che­rungs­neh­mer zah­lungs­un­fä­hig ge­wor­den ist und die Prä­mie vom Ver­si­cher­ten noch nicht er­hal­ten hat.

3Bei der Ver­si­che­rung zu­guns­ten Drit­ter steht dem Ver­si­che­rer das Recht zu, die Prä­mi­en­for­de­rung mit der dem Be­güns­tig­ten ge­schul­de­ten Leis­tung zu ver­rech­nen.

Art. 19  

b. Fäl­lig­keit

 

1Wenn der Ver­trag nicht an­ders be­stimmt, ist die Prä­mie für die ers­te Ver­si­che­rungs­pe­ri­ode mit dem Ab­schlus­se der Ver­si­che­rung fäl­lig. Un­ter Ver­si­che­rungs­pe­ri­ode wird der Zeit­ab­schnitt, nach dem die Prä­mi­enein­heit be­rech­net wird, ver­stan­den. Die Ver­si­che­rungs­pe­ri­ode um­fasst im Zwei­fel den Zeit­raum ei­nes Jah­res.

2Auf die Be­stim­mung der Po­li­ce, dass die Ver­si­che­rung erst mit Be­zah­lung der ers­ten Prä­mie in Kraft tritt, kann sich der Ver­si­che­rer nicht be­ru­fen, wenn er die Po­li­ce vor Be­zah­lung die­ser Prä­mie aus­ge­hän­digt hat.

3Die fol­gen­den Prä­mi­en sind im Zwei­fel je­wei­len mit Be­ginn ei­ner neu­en Ver­si­che­rungs­pe­ri­ode fäl­lig.

Art. 20  

c. Mahn­pflicht des Ver­si­che­rers; Ver­zugs­fol­gen

 

1Wird die Prä­mie zur Ver­fall­zeit oder wäh­rend der im Ver­tra­ge ein­ge­räum­ten Nach­frist nicht ent­rich­tet, so ist der Schuld­ner un­ter An­dro­hung der Säum­nis­fol­gen auf sei­ne Kos­ten schrift­lich auf­zu­for­dern, bin­nen 14 Ta­gen, von der Ab­sen­dung der Mah­nung an ge­rech­net, Zah­lung zu leis­ten.

2Wird die Prä­mie beim Schuld­ner ab­ge­holt, so kann der Ver­si­che­rer die schrift­li­che Mah­nung durch ei­ne münd­li­che er­set­zen.

3Bleibt die Mah­nung oh­ne Er­folg, so ruht die Leis­tungs­pflicht des Ver­si­che­rers vom Ab­lau­fe der Mahn­frist an.

4Die Vor­schrift des Ar­ti­kels 93 die­ses Ge­set­zes wird vor­be­hal­ten.

Art. 21  

d. Ver­trags­ver­hält­nis nach ein­ge­tre­te­nem Ver­zu­ge

 

1Wird die rück­stän­di­ge Prä­mie nicht bin­nen zwei Mo­na­ten nach Ab­lauf der in Ar­ti­kel 20 die­ses Ge­set­zes fest­ge­setz­ten Frist recht­lich ein­ge­for­dert, so wird an­ge­nom­men, dass der Ver­si­che­rer, un­ter Ver­zicht auf die Be­zah­lung der rück­stän­di­gen Prä­mie, vom Ver­tra­ge zu­rück­tritt.

2Wird die Prä­mie vom Ver­si­che­rer ein­ge­for­dert oder nach­träg­lich an­ge­nom­men, so lebt sei­ne Haf­tung mit dem Zeit­punk­te, in dem die rück­stän­di­ge Prä­mie samt Zin­sen und Kos­ten be­zahlt wird, wie­der auf.

Art. 22  

e. Zah­lungs­ort; Bring­schuld und Hol­schuld

 

1Die Prä­mie ist dem in­län­di­schen Ver­si­che­rer an sei­nem Sitz, dem aus­län­di­schen Ver­si­che­rer am Ort der Ge­schäfts­stel­le für das ge­sam­te schwei­ze­ri­sche Ge­schäft zu be­zah­len, wenn der Ver­si­che­rer dem Ver­si­che­rungs­neh­mer nicht ei­ne an­de­re in­län­di­sche Zahl­stel­le be­zeich­net hat.

2Hat der Ver­si­che­rer, oh­ne hier­zu ver­pflich­tet zu sein, die Prä­mie re­gel­mäs­sig beim Schuld­ner ein­zie­hen las­sen, so ist die Prä­mie ab­zu­ho­len, so­lan­ge die­se Übung vom Ver­si­che­rer nicht aus­drück­lich wi­der­ru­fen wird.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. 3 des An­hangs zum Ver­si­che­rungs­auf­sichts­ge­setz vom 23. Ju­ni 1978, in Kraft seit 1. Jan. 1979 (AS 1978 1836; BBl 1976 II 873).

Art. 23  

f. Prä­mi­en­re­duk­ti­on

 

Ist die Prä­mie un­ter Be­rück­sich­ti­gung be­stimm­ter ge­fahrer­hö­hen­der Um­stän­de ver­ein­bart wor­den, so kann der Ver­si­che­rungs­neh­mer, wenn die­se Um­stän­de im Lau­fe der Ver­si­che­rung weg­fal­len oder ih­re Be­deu­tung ver­lie­ren, für die künf­ti­gen Ver­si­che­rungs­pe­ri­oden die ta­rif­ge­mäs­se Her­ab­set­zung der Prä­mie ver­lan­gen.

Art. 24  

g. Teil­bar­keit

 

1Bei vor­zei­ti­ger Auf­lö­sung oder Be­en­di­gung des Ver­si­che­rungs­ver­tra­ges ist die Prä­mie nur für die Zeit bis zur Ver­trags­auf­lö­sung ge­schul­det. Ar­ti­kel 42 Ab­satz 3 bleibt vor­be­hal­ten.

2Die auf die lau­fen­de Ver­si­che­rungs­pe­ri­ode ent­fal­le­ne Prä­mie ist ganz ge­schul­det, wenn der Ver­si­che­rer zu­fol­ge des Weg­falls des Ri­si­kos die Ver­si­che­rungs­leis­tung er­bracht hat.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2006 (AS 2005 5245; BBl 2003 3789).

Art. 25-27  

1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 17. Dez. 2004, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2006 (AS 2005 5245; BBl 2003 3789).

 
Art. 28  

Ge­fahr­s­er­hö­hung mit Zu­tun des Ver­si­che­rungs­neh­mers

 

1Wenn der Ver­si­che­rungs­neh­mer im Lau­fe der Ver­si­che­rung ei­ne we­sent­li­che Ge­fahr­s­er­hö­hung her­bei­ge­führt hat, so ist der Ver­si­che­rer für die Fol­ge­zeit an den Ver­trag nicht ge­bun­den.

2Die Ge­fahr­s­er­hö­hung ist we­sent­lich, wenn sie auf der Än­de­rung ei­ner für die Be­ur­tei­lung der Ge­fahr er­heb­li­chen Tat­sa­che (Art. 4) be­ruht, de­ren Um­fang die Par­tei­en beim Ver­trags­ab­schlus­se fest­ge­stellt ha­ben.

3Der Ver­trag kann be­stim­men, ob, in wel­chem Um­fan­ge und in wel­chen Fris­ten der Ver­si­che­rungs­neh­mer dem Ver­si­che­rer von sol­chen Ge­fahr­s­er­hö­hun­gen Mit­tei­lung zu ma­chen hat.

Art. 29  

Vor­be­halt be­son­de­rer Ver­ein­ba­run­gen

 

1Ver­trags­a­b­re­den, wo­nach der Ver­si­che­rungs­neh­mer be­stimm­te Ob­lie­gen­hei­ten über­nimmt, um die Ge­fahr zu ver­min­dern oder ei­ne Ge­fahr­s­er­hö­hung zu ver­hü­ten, wer­den durch die Be­stim­mun­gen des Ar­ti­kels 28 die­ses Ge­set­zes nicht be­rührt.

2Auf die Ver­trags­be­stim­mung, dass der Ver­si­che­rer, wenn ei­ne sol­che Ob­lie­gen­heit ver­letzt wird, an den Ver­trag nicht ge­bun­den ist, kann sich der Ver­si­che­rer nicht be­ru­fen, so­fern die Ver­let­zung kei­nen Ein­fluss auf den Ein­tritt des be­fürch­te­ten Er­eig­nis­ses und auf den Um­fang der dem Ver­si­che­rer ob­lie­gen­den Leis­tung ge­habt hat.

Art. 30  

Ge­fahr­s­er­hö­hung oh­ne Zu­tun des Ver­si­che­rungs­neh­mers

 

1Ist die we­sent­li­che Ge­fahr­s­er­hö­hung oh­ne Zu­tun des Ver­si­che­rungs­neh­mers her­bei­ge­führt wor­den, so tre­ten die in Ar­ti­kel 28 die­ses Ge­set­zes fest­ge­stell­ten Fol­gen nur dann ein, wenn der Ver­si­che­rungs­neh­mer es un­ter­las­sen hat, die ihm be­kannt ge­wor­de­ne Ge­fahr­s­er­hö­hung oh­ne Ver­zug dem Ver­si­che­rer schrift­lich mit­zu­tei­len.

2Ist die­se An­zei­ge­pflicht nicht ver­letzt und hat sich der Ver­si­che­rer das Recht vor­be­hal­ten, we­gen we­sent­li­cher Ge­fahr­s­er­hö­hung den Ver­trag auf­zu­he­ben, so er­lischt die Haf­tung des Ver­si­che­rers mit dem Ab­lau­fe von 14 Ta­gen, nach­dem er dem Ver­si­che­rungs­neh­mer den Rück­tritt vom Ver­tra­ge mit­ge­teilt hat.

Art. 31  

Ge­fahr­s­er­hö­hung beim Kol­lek­tiv­ver­si­che­rungs­ver­tra­ge

 

Um­fasst der Ver­trag meh­re­re Ge­gen­stän­de oder Per­so­nen, und trifft die Ge­fahr­s­er­hö­hung nur einen Teil die­ser Ge­gen­stän­de oder Per­so­nen, so bleibt die Ver­si­che­rung für den üb­ri­gen Teil wirk­sam, so­fern der Ver­si­che­rungs­neh­mer die auf die­sen Teil et­wa ent­fal­len­de hö­he­re Prä­mie auf ers­tes Be­geh­ren des Ver­si­che­rers be­zahlt.

Art. 32  

Nicht­ein­tritt der Fol­gen der Ge­fahr­s­er­hö­hung

 

Die an die Ge­fahr­s­er­hö­hung ge­knüpf­ten Rechts­fol­gen tre­ten nicht ein:

1.
wenn die Ge­fahr­s­er­hö­hung auf den Ein­tritt des be­fürch­te­ten Er­eig­nis­ses und auf den Um­fang der dem Ver­si­che­rer ob­lie­gen­den Leis­tung kei­nen Ein­fluss aus­ge­übt hat;
2.
wenn die Ge­fahr­s­er­hö­hung in der Ab­sicht, das In­ter­es­se des Ver­si­che­rers zu wah­ren, vor­ge­nom­men wor­den ist;
3.
wenn die Ge­fahr­s­er­hö­hung durch ein Ge­bot der Mensch­lich­keit ver­an­lasst wor­den ist.
4.
wenn der Ver­si­che­rer aus­drück­lich oder still­schwei­gend auf den Rück­tritt ver­zich­tet hat, ins­be­son­de­re wenn er, nach­dem ihm die Ge­fahr­s­er­hö­hung durch schrift­li­che An­zei­ge des Ver­si­che­rungs­neh­mers zur Kennt­nis ge­bracht wor­den ist, nicht bin­nen 14 Ta­gen dem Ver­si­che­rungs­neh­mer den Rück­tritt vom Ver­tra­ge an­ge­zeigt hat.
Art. 33  

Um­fang der Ge­fahr

 

So­weit die­ses Ge­setz nicht an­ders be­stimmt, haf­tet der Ver­si­che­rer für al­le Er­eig­nis­se, wel­che die Merk­ma­le der Ge­fahr, ge­gen de­ren Fol­gen Ver­si­che­rung ge­nom­men wur­de, an sich tra­gen, es sei denn, dass der Ver­trag ein­zel­ne Er­eig­nis­se in be­stimm­ter, un­zwei­deu­ti­ger Fas­sung von der Ver­si­che­rung aus­sch­liesst.

Art. 34  

Ver­ant­wort­lich­keit des Ver­si­che­rers für sei­ne Ver­mitt­ler

 

Ge­gen­über dem Ver­si­che­rungs­neh­mer hat der Ver­si­che­rer für das Ver­hal­ten sei­nes Ver­mitt­lers wie für sein ei­ge­nes ein­zu­ste­hen.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2006 (AS 2005 5245; BBl 2003 3789).

Art. 35  

Re­vi­si­on der all­ge­mei­nen Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen

 

Wer­den im Lau­fe der Ver­si­che­rung die all­ge­mei­nen Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen der­sel­ben Ver­si­che­rungs­art ab­ge­än­dert, so kann der Ver­si­che­rungs­neh­mer ver­lan­gen, dass der Ver­trag zu den neu­en Be­din­gun­gen fort­ge­setzt wer­de. Er muss je­doch, wenn für die Ver­si­che­rung zu den neu­en Be­din­gun­gen ei­ne hö­he­re Ge­gen­leis­tung er­for­der­lich ist, das ent­spre­chen­de Ent­gelt ge­wäh­ren.

Art. 36  

Ent­zug der Be­wil­li­gung zum Ge­schäfts­be­trieb; pri­vat­recht­li­che Fol­gen1

 

1Der Ver­si­che­rungs­neh­mer ist be­rech­tigt, vom Ver­trag zu­rück­zu­tre­ten, wenn dem Ver­si­che­rer die Be­wil­li­gung zum Ge­schäfts­be­trieb nach Ar­ti­kel 61 des Ver­si­che­rungs­auf­sichts­ge­set­zes vom 17. De­zem­ber 20042 (VAG) ent­zo­gen wor­den ist.3

2Tritt der Ver­si­che­rungs­neh­mer vom Ver­tra­ge zu­rück, so kann er die be­zahl­te Prä­mie für die noch nicht ab­ge­lau­fe­ne Ver­si­che­rungs­zeit zu­rück­for­dern.

3Tritt der Ver­si­che­rungs­neh­mer von ei­nem Le­bens­ver­si­che­rungs­ver­tra­ge zu­rück, so kann er das De­ckungs­ka­pi­tal zu­rück­for­dern.

4Dem Ver­si­che­rungs­neh­mer bleibt über­dies der An­spruch auf Scha­den­er­satz ge­wahrt.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2006 (AS 2005 5245; BBl 2003 3789).
2 SR 961.01
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2006 (AS 2005 5245; BBl 2003 3789).

Art. 37  

Kon­kurs des Ver­si­che­rers

 

1Wird über den Ver­si­che­rer der Kon­kurs er­öff­net, so er­lischt der Ver­trag mit dem Ab­lau­fe von vier Wo­chen, von dem Ta­ge an ge­rech­net, da die Kon­kurser­öff­nung be­kannt ge­macht wor­den ist.1

2Der Ver­si­che­rungs­neh­mer kann die in Ar­ti­kel 36 Ab­sät­ze 2 und 3 die­ses Ge­set­zes fest­ge­stell­te For­de­rung gel­tend ma­chen.

3Steht ihm aus der lau­fen­den Ver­si­che­rungs­pe­ri­ode ein Er­satz­an­spruch ge­gen den Ver­si­che­rer zu, so kann er nach sei­ner Wahl ent­we­der die­sen Er­satz­an­spruch oder je­ne For­de­rung gel­tend ma­chen.

4Über­dies blei­ben ihm Scha­den­er­satz­an­sprü­che vor­be­hal­ten.


1 Durch die Kon­kurser­öff­nung wer­den die zum Si­che­rungs­fonds bzw. zum schwei­ze­ri­schen Ver­si­che­rungs­be­stand ge­hö­ren­den Ver­si­che­run­gen nicht auf­ge­löst (Art. 55 VAG; SR 961.01).

Art. 38  

An­zei­ge­pflicht nach Ein­tritt des be­fürch­te­ten Er­eig­nis­ses

 

1Ist das be­fürch­te­te Er­eig­nis ein­ge­tre­ten, so muss der An­spruchs­be­rech­tig­te, so­bald er von die­sem Er­eig­nis­se und sei­nem An­spru­che aus der Ver­si­che­rung Kennt­nis er­langt, den Ver­si­che­rer be­nach­rich­ti­gen. Der Ver­trag kann ver­fü­gen, dass die An­zei­ge schrift­lich er­stat­tet wer­den muss.

2Hat der An­spruchs­be­rech­tig­te die An­zei­ge­pflicht schuld­haf­ter­wei­se ver­letzt, so ist der Ver­si­che­rer be­fugt, die Ent­schä­di­gung um den Be­trag zu kür­zen, um den sie sich bei recht­zei­ti­ger An­zei­ge ge­min­dert ha­ben wür­de.

3Der Ver­si­che­rer ist an den Ver­trag nicht ge­bun­den, wenn der An­spruchs­be­rech­tig­te die un­ver­züg­li­che An­zei­ge in der Ab­sicht un­ter­las­sen hat, den Ver­si­che­rer an der recht­zei­ti­gen Fest­stel­lung der Um­stän­de, un­ter de­nen das be­fürch­te­te Er­eig­nis ein­ge­tre­ten ist, zu hin­dern.

Art. 39  

Be­grün­dung des Ver­si­che­rungs­an­spru­ches

 

1Der An­spruchs­be­rech­tig­te muss auf Be­geh­ren des Ver­si­che­rers je­de Aus­kunft über sol­che ihm be­kann­te Tat­sa­chen er­tei­len, die zur Er­mitt­lung der Um­stän­de, un­ter de­nen das be­fürch­te­te Er­eig­nis ein­ge­tre­ten ist, oder zur Fest­stel­lung der Fol­gen des Er­eig­nis­ses dien­lich sind.

2Der Ver­trag kann ver­fü­gen:

1.
dass der An­spruchs­be­rech­tig­te be­stimm­te Be­le­ge, de­ren Be­schaf­fung ihm oh­ne er­heb­li­che Kos­ten mög­lich ist, ins­be­son­de­re auch ärzt­li­che Be­schei­ni­gun­gen, bei­zu­brin­gen hat;
2.
dass die in Ab­satz 1 und Ab­satz 2 Zif­fer 1 die­ses Ar­ti­kels vor­ge­se­he­nen Mit­tei­lun­gen, bei Ver­lust des Ver­si­che­rungs­an­spru­ches, bin­nen be­stimm­ter, an­ge­mes­se­ner Frist ge­macht wer­den müs­sen. Die Frist läuft von dem Ta­ge an, an dem der Ver­si­che­rer den An­spruchs­be­rech­tig­ten, un­ter An­dro­hung der Säum­nis­fol­gen, schrift­lich auf­ge­for­dert hat, die­se Mit­tei­lun­gen zu ma­chen.
Art. 39a  

Frü­her­fas­sung

 

1So­fern kein über­wie­gen­des Pri­vat­in­ter­es­se ent­ge­gen­steht, dür­fen zur Frü­her­fas­sung Da­ten an die zu­stän­di­ge IV-Stel­le be­kannt ge­ge­ben wer­den nach Ar­ti­kel 3b des Bun­des­ge­set­zes vom 19. Ju­ni 19592 über die In­va­li­den­ver­si­che­rung (IVG).

2Es dür­fen nur die Da­ten be­kannt ge­ge­ben wer­den, wel­che für den in Fra­ge ste­hen­den Zweck er­for­der­lich sind. Un­ter die­ser Vor­aus­set­zung ist die Ver­si­che­rungs­ein­rich­tung von ih­rer Schwei­ge­pflicht ent­bun­den.

3Der Bun­des­rat re­gelt die Ein­zel­hei­ten.


1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 1 des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).
2 SR 831.20

Art. 39b  

In­ter- in­sti­tu­tio­nel­le Zu­sam­men­ar­beit

 

1So­fern kein über­wie­gen­des Pri­vat­in­ter­es­se ent­ge­gen­steht, dür­fen im Rah­men der in­ter­in­sti­tu­tio­nel­len Zu­sam­men­ar­beit nach Ar­ti­kel 68bis IVG2 Da­ten be­kannt ge­ge­ben wer­den an:

a.
die IV-Stel­len;
b.
die pri­va­ten Ver­si­che­rungs­ein­rich­tun­gen nach Ar­ti­kel 68bis Ab­satz 1 Buch­sta­be b IVG;
c.
die Ein­rich­tun­gen der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge nach Ar­ti­kel 68bis Ab­satz 1 Buch­sta­be c IVG.

2Es dür­fen nur die Da­ten be­kannt ge­ge­ben wer­den, wel­che für den in Fra­ge ste­hen­den Zweck er­for­der­lich sind. Un­ter die­ser Vor­aus­set­zung ist die Ver­si­che­rungs­ein­rich­tung von ih­rer Schwei­ge­pflicht ent­bun­den.

3Die be­trof­fe­ne Per­son ist über die Da­ten­be­kannt­ga­be zu in­for­mie­ren.


1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 1 des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).
2 SR 831.20

Art. 40  

Be­trü­ge­ri­sche Be­grün­dung des Ver­si­che­rungs­an­spru­ches

 

Hat der An­spruchs­be­rech­tig­te oder sein Ver­tre­ter Tat­sa­chen, wel­che die Leis­tungs­pflicht des Ver­si­che­rers aus­sch­lies­sen oder min­dern wür­den, zum Zwe­cke der Täu­schung un­rich­tig mit­ge­teilt oder ver­schwie­gen oder hat er die ihm nach Mass­ga­be des Ar­ti­kels 39 die­ses Ge­set­zes ob­lie­gen­den Mit­tei­lun­gen zum Zwe­cke der Täu­schung zu spät oder gar nicht ge­macht, so ist der Ver­si­che­rer ge­gen­über dem An­spruchs­be­rech­tig­ten an den Ver­trag nicht ge­bun­den.

Art. 41  

Fäl­lig­keit des Ver­si­che­rungs­an­spru­ches

 

1Die For­de­rung aus dem Ver­si­che­rungs­ver­tra­ge wird mit dem Ab­lau­fe von vier Wo­chen, von dem Zeit­punk­te an ge­rech­net, fäl­lig, in dem der Ver­si­che­rer An­ga­ben er­hal­ten hat, aus de­nen er sich von der Rich­tig­keit des An­spru­ches über­zeu­gen kann.

2Die Ver­trags­a­b­re­de, dass der Ver­si­che­rungs­an­spruch erst nach An­er­ken­nung durch den Ver­si­che­rer oder nach rechts­kräf­ti­ger Ver­ur­tei­lung des Ver­si­che­rers fäl­lig wer­de, ist un­gül­tig.

Art. 42  

Teil­scha­den

 

1Ist nur ein Teil­scha­den ein­ge­tre­ten und wird da­für Er­satz be­an­sprucht, so ist der Ver­si­che­rer wie der Ver­si­che­rungs­neh­mer be­rech­tigt, spä­tes­tens bei der Aus­zah­lung der Ent­schä­di­gung vom Ver­tra­ge zu­rück­zu­tre­ten.

2Wird der Ver­trag ge­kün­digt, so er­lischt die Haf­tung des Ver­si­che­rers 14 Ta­ge, nach­dem der an­de­ren Par­tei die Kün­di­gung mit­ge­teilt wur­de.1

3Dem Ver­si­che­rer bleibt der An­spruch auf die Prä­mie für die lau­fen­de Ver­si­che­rungs­pe­ri­ode ge­wahrt, falls der Ver­si­che­rungs­neh­mer den Ver­trag wäh­rend des auf den Ver­trags­ab­schluss fol­gen­den Jah­res kün­digt.2

4Tritt we­der der Ver­si­che­rer noch der Ver­si­che­rungs­neh­mer vom Ver­tra­ge zu­rück, so haf­tet der Ver­si­che­rer für die Fol­ge­zeit, wenn nichts an­de­res ver­ein­bart ist, mit dem Rest­be­tra­ge der Ver­si­che­rungs­s­um­me.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2006 (AS 2005 5245; BBl 2003 3789).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2006 (AS 2005 5245; BBl 2003 3789).

Art. 43  

Mit­tei­lun­gen des Ver­si­che­rers

 

Die Mit­tei­lun­gen, die der Ver­si­che­rer nach Mass­ga­be die­ses Ge­set­zes dem Ver­si­che­rungs­neh­mer oder dem An­spruchs­be­rech­tig­ten zu ma­chen hat, er­fol­gen gül­tig an die dem Ver­si­che­rer be­kann­te letz­te Adres­se.

Art. 44  

Mit­tei­lun­gen des Ver­si­che­rungs­neh­mers oder An­spruchs­be­rech­tig­ten; Mel­de­stel­len

 

1Der Ver­si­che­rer ist ver­pflich­tet, für al­le Mit­tei­lun­gen, die ihm nach Mass­ga­be des Ver­tra­ges oder die­ses Ge­set­zes ge­macht wer­den müs­sen, min­des­tens ei­ne in­län­di­sche Mel­de­stel­le zu be­zeich­nen und dem Ver­si­che­rungs­neh­mer, so­wie dem An­spruchs­be­rech­tig­ten, der sei­ne Rech­te beim Ver­si­che­rer schrift­lich an­ge­mel­det hat, zur Kennt­nis zu brin­gen.

2Kommt der Ver­si­che­rer die­sen Ver­pflich­tun­gen nicht nach, so tre­ten die Fol­gen nicht ein, die nach Mass­ga­be des Ver­tra­ges oder die­ses Ge­set­zes für den Fall vor­ge­se­hen sind, dass ei­ne Mit­tei­lung gar nicht oder ver­spä­tet er­stat­tet wird.

3Der Ver­si­che­rungs­neh­mer oder der An­spruchs­be­rech­tig­te kann die ihm ob­lie­gen­den Mit­tei­lun­gen, nach sei­ner Wahl, ent­we­der der be­zeich­ne­ten Mel­de­stel­le oder dem Ver­si­che­rer di­rekt oder je­dem Agen­ten des Ver­si­che­rers er­stat­ten. Durch Ver­ein­ba­rung der Par­tei­en kann die Be­fug­nis des Agen­ten, für den Ver­si­che­rer Mit­tei­lun­gen ent­ge­gen­zu­neh­men, aus­ge­schlos­sen wer­den.

Art. 45  

Un­ver­schul­de­te Ver­trags­ver­let­zung

 

1Ist ver­ein­bart wor­den, dass der Ver­si­che­rungs­neh­mer oder der An­spruchs­be­rech­tig­te we­gen Ver­let­zung ei­ner Ob­lie­gen­heit von ei­nem Rechts­nach­teil be­trof­fen wird, so tritt die­ser Nach­teil nicht ein, wenn die Ver­let­zung den Um­stän­den nach als ei­ne un­ver­schul­de­te an­zu­se­hen ist.

2Die we­gen Zah­lungs­un­fä­hig­keit des Prä­mi­en­schuld­ners ver­säum­te Prä­mi­en­zah­lung gilt nicht als un­ver­schul­det.

3Wo der Ver­trag oder die­ses Ge­setz den Be­stand ei­nes Rech­tes aus der Ver­si­che­rung an die Be­ob­ach­tung ei­ner Frist knüpft, ist der Ver­si­che­rungs­neh­mer oder der An­spruchs­be­rech­tig­te be­fugt, die oh­ne Ver­schul­den ver­säum­te Hand­lung so­fort nach Be­sei­ti­gung des Hin­der­nis­ses nach­zu­ho­len.

Art. 46  

Ver­jäh­rung und Be­fris­tung

 

1Die For­de­run­gen aus dem Ver­si­che­rungs­ver­tra­ge ver­jäh­ren in zwei Jah­ren nach Ein­tritt der Tat­sa­che, wel­che die Leis­tungs­pflicht be­grün­det. Ar­ti­kel 41 des Bun­des­ge­set­zes vom 25. Ju­ni 19821 über die be­ruf­li­che Al­ters-, Hin­ter­las­se­nen- und In­va­li­den­vor­sor­ge bleibt vor­be­hal­ten.2

2Ver­trags­a­b­re­den, die den An­spruch ge­gen den Ver­si­che­rer ei­ner kür­zern Ver­jäh­rung oder ei­ner zeit­lich kür­zern Be­schrän­kung un­ter­wer­fen, sind un­gül­tig. Vor­be­hal­ten bleibt die Be­stim­mung des Ar­ti­kels 39 Ab­satz 2 Zif­fer 2 die­ses Ge­set­zes.


1 SR 831.40
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. 3 des An­hangs zum BG vom 25. Ju­ni 1982 über die be­ruf­li­che Al­ters-, Hin­ter­las­se­nen- und In­va­li­den­vor­sor­ge, in Kraft seit 1. Jan. 1985 (AS 1983 797 827 Art. 1 Abs. 1; BBl 1976 I 149).

Art. 46a  

Er­fül­lungs­ort

 

Die Ver­si­che­rer müs­sen ih­re Ver­pflich­tun­gen aus Ver­si­che­rungs­ver­trä­gen am schwei­ze­ri­schen Wohn­sitz des Ver­si­cher­ten oder Ver­si­che­rungs­neh­mers er­fül­len. Der Ge­richts­stand rich­tet sich nach dem Ge­richts­stands­ge­setz vom 24. März 20002.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. 3 des An­hangs zum Ver­si­che­rungs­auf­sichts­ge­setz vom 23. Ju­ni 1978 (AS 1978 1836; BBl 1976 II 873). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2006 (AS 2005 5245; BBl 2003 3789).
2 [AS 2000 2355, 2004 2617 An­hang Ziff. 3, 2005 5685 An­hang Ziff. 14, 2006 5379 An­hang Ziff. II 2. AS 2010 1739 An­hang 1 Ziff. 1]. Sie­he heu­te: die Zi­vil­pro­zess­ord­nung (SR 272).

Art. 47  

Still­schwei­gen­de Ver­trags­er­neue­rung

 

Die Ab­re­de, dass der Ver­si­che­rungs­ver­trag man­gels Kün­di­gung als er­neu­ert gel­ten soll, ist in­so­weit nich­tig, als die Er­neue­rung für mehr als je ein Jahr aus­be­dun­gen wird.

Art. 47a  

Ver­si­cher­ten­num­mer der Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung (AHV)

 

Dem VAG2 un­ter­ste­hen­de pri­va­te Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men sind nur be­rech­tigt, die Ver­si­cher­ten­num­mer der AHV nach den Be­stim­mun­gen des Bun­des­ge­set­zes vom 20. De­zem­ber 19463 über die Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung für die Durch­füh­rung der pri­va­ten Zu­satz­ver­si­che­run­gen im Rah­men der Kran­ken­ver­si­che­rung oder der Un­fall­ver­si­che­rung sys­te­ma­tisch zu ver­wen­den, wenn sie:

a.
die in Ar­ti­kel 12 Ab­satz 2 des Bun­des­ge­set­zes vom 18. März 19944 über die Kran­ken­ver­si­che­rung (KVG) vor­ge­se­he­nen Zu­satz­ver­si­che­run­gen zur so­zia­len Kran­ken­ver­si­che­rung an­bie­ten;
b.
nach Ar­ti­kel 68 Ab­satz 2 des Bun­des­ge­set­zes vom 20. März 19815 über die Un­fall­ver­si­che­rung (UVG) im Re­gis­ter der UVG-Ver­si­che­rer ein­ge­tra­gen sind und die Zu­satz­ver­si­che­run­gen zum UVG an­bie­ten.

1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 2 des BG vom 23. Ju­ni 2006 (Neue AHV-Ver­si­cher­ten­num­mer), in Kraft seit 1. Dez. 2007 (AS 2007 5259; BBl 2006 501).
2 SR 961.01
3 SR 831.10
4 SR 832.10. Die­ser Art. ist heu­te auf­ge­ho­ben. Sie­he seit dem 1. Jan. 2016: Art. 2 Abs. 2 des Kran­ken­ver­si­che­rungs­auf­sichts­ge­set­zes vom 26. Sept. 2014 (SR 832.12).
5 SR 832.20

II. Besondere Bestimmungen über die Schadensversicherung

Art. 48  

Ge­gen­stand der Ver­si­che­rung

 

Ge­gen­stand der Scha­dens­ver­si­che­rung kann je­des wirt­schaft­li­che In­ter­es­se sein, das je­mand am Aus­blei­ben ei­nes be­fürch­te­ten Er­eig­nis­ses hat.

Art. 49  

Ver­si­che­rungs­wert

 

1Der Wert, den das ver­si­cher­te In­ter­es­se zur Zeit des Ver­trags­ab­schlus­ses hat, ist der Ver­si­che­rungs­wert.

2Be­steht das ver­si­cher­te In­ter­es­se dar­in, dass ei­ne Sa­che nicht be­schä­digt oder ver­nich­tet wird, so gilt im Zwei­fel das­je­ni­ge In­ter­es­se als ver­si­chert, das ein Ei­gen­tü­mer der Sa­che an de­ren Er­hal­tung hat.

Art. 50  

Ver­min­de­rung des Ver­si­che­rungs­wer­tes

 

1Hat sich im Lau­fe der Ver­si­che­rung der Ver­si­che­rungs­wert we­sent­lich ver­min­dert, so kann so­wohl der Ver­si­che­rer wie der Ver­si­che­rungs­neh­mer die ver­hält­nis­mäs­si­ge Her­ab­set­zung der Ver­si­che­rungs­s­um­me ver­lan­gen.

2Die Prä­mie ist für die künf­ti­gen Ver­si­che­rungs­pe­ri­oden ent­spre­chend zu er­mäs­si­gen.

Art. 51  

Über­ver­si­che­rung

 

Über­steigt die Ver­si­che­rungs­s­um­me den Ver­si­che­rungs­wert (Über­ver­si­che­rung), so ist der Ver­si­che­rer ge­gen­über dem Ver­si­che­rungs­neh­mer an den Ver­trag nicht ge­bun­den, wenn der Ver­si­che­rungs­neh­mer den Ver­trag in der Ab­sicht ab­ge­schlos­sen hat, sich aus der Über­ver­si­che­rung einen rechts­wid­ri­gen Ver­mö­gens­vor­teil zu ver­schaf­fen. Der Ver­si­che­rer hat auf die gan­ze ver­ein­bar­te Ge­gen­leis­tung An­spruch.

Art. 52  

Kon­troll­mass­nah­men

 

Ist ei­ne Über­ver­si­che­rung ge­gen Feu­ers­ge­fahr ab­ge­schlos­sen wor­den, so ist die nach kan­to­na­lem Rech­te zu­stän­di­ge Be­hör­de be­fugt, die Ver­si­che­rungs­s­um­me auf Grund ei­ner amt­li­chen Schät­zung auf den Be­trag des Ver­si­che­rungs­wer­tes her­ab­zu­set­zen, wenn die Über­ver­si­che­rung nicht als ge­recht­fer­tigt er­scheint.

Art. 53  

Dop­pel­ver­si­che­rung

 

1Wird das­sel­be In­ter­es­se ge­gen die­sel­be Ge­fahr und für die­sel­be Zeit bei mehr als ei­nem Ver­si­che­rer der­ge­stalt ver­si­chert, dass die Ver­si­che­rungs­s­um­men zu­sam­men den Ver­si­che­rungs­wert über­stei­gen (Dop­pel­ver­si­che­rung), so ist der Ver­si­che­rungs­neh­mer ver­pflich­tet, hier­von al­len Ver­si­che­rern oh­ne Ver­zug schrift­lich Kennt­nis zu ge­ben.

2Hat der Ver­si­che­rungs­neh­mer die­se An­zei­ge ab­sicht­lich un­ter­las­sen oder die Dop­pel­ver­si­che­rung in der Ab­sicht ab­ge­schlos­sen, sich dar­aus einen rechts­wid­ri­gen Ver­mö­gens­vor­teil zu ver­schaf­fen, so sind die Ver­si­che­rer ge­gen­über dem Ver­si­che­rungs­neh­mer an den Ver­trag nicht ge­bun­den.

3Je­der Ver­si­che­rer hat auf die gan­ze ver­ein­bar­te Ge­gen­leis­tung An­spruch.

Art. 54  

Hand­än­de­rung

 

1Wech­selt der Ge­gen­stand des Ver­tra­ges den Ei­gen­tü­mer, so ge­hen die Rech­te und Pflich­ten aus dem Ver­si­che­rungs­ver­trag auf den neu­en Ei­gen­tü­mer über.

2Der neue Ei­gen­tü­mer kann den Über­gang des Ver­tra­ges durch ei­ne schrift­li­che Er­klä­rung bis spä­tes­tens 30 Ta­ge nach der Hand­än­de­rung ab­leh­nen.

3Das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men kann den Ver­trag in­nert 14 Ta­gen nach Kennt­nis des neu­en Ei­gen­tü­mers kün­di­gen. Der Ver­trag en­det frühs­tens 30 Ta­ge nach der Kün­di­gung.

4Ist mit der Hand­än­de­rung ei­ne Ge­fahr­s­er­hö­hung ver­bun­den, so gel­ten die Ar­ti­kel 28-32 sinn­ge­mä­ss.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Dez. 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2009 (AS 2009 2799; BBl 2008 7693 7703).

Art. 55  

Kon­kurs des Ver­si­che­rungs­neh­mers

 

1Fällt der Ver­si­che­rungs­neh­mer in Kon­kurs, so en­det der Ver­trag mit der Kon­kurser­öff­nung.1

2Be­fin­den sich un­ter den ver­si­cher­ten Sa­chen un­pfänd­ba­re Ver­mö­gens­stücke (Art. 92 des BG vom 11. April 18892 über Schuld­be­trei­bung und Kon­kurs), so ver­bleibt der für die­se Ver­mö­gens­stücke be­grün­de­te Ver­si­che­rungs­an­spruch dem Ge­mein­schuld­ner und sei­ner Fa­mi­lie.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2006 (AS 2005 5245; BBl 2003 3789).
2 SR 281.1

Art. 56  

Pfän­dung und Ar­rest

 

Ist ei­ne ver­si­cher­te Sa­che auf dem We­ge der Schuld­be­trei­bung ge­pfän­det oder mit Ar­rest be­legt wor­den, so kann der Ver­si­che­rer, wenn er hier­von recht­zei­tig be­nach­rich­tigt wird, die Er­satz­leis­tung gül­tig nur an das Be­trei­bungs­amt aus­rich­ten.

Art. 57  

Pfand­recht an der ver­si­cher­ten Sa­che

 

1Ist ei­ne ver­pfän­de­te Sa­che ver­si­chert, so er­streckt sich das Pfand­recht des Gläu­bi­gers so­wohl auf den Ver­si­che­rungs­an­spruch des Ver­pfän­ders als auch auf die aus der Ent­schä­di­gung an­ge­schaff­ten Er­satz­stücke.

2Ist das Pfand­recht beim Ver­si­che­rer an­ge­mel­det wor­den, so darf der Ver­si­che­rer die Ent­schä­di­gung nur mit Zu­stim­mung des Pfand­gläu­bi­gers oder ge­gen Si­cher­stel­lung des­sel­ben an den Ver­si­cher­ten aus­rich­ten.

Art. 58  

Vor­be­halt zu­guns­ten des kan­to­na­len Rech­tes

 

Die Vor­schrif­ten der kan­to­na­len Ge­set­ze, wo­nach das ding­li­che Recht, das an der ver­si­cher­ten Sa­che be­steht, auf den Ver­si­che­rungs­an­spruch und die Ver­si­che­rungs­s­um­me aus­ge­dehnt wird, so­wie die Be­stim­mun­gen, durch die der An­spruch des Be­rech­tig­ten ge­si­chert wird, blei­ben vor­be­hal­ten.

Art. 59  

Haft­pflicht­ver­si­che­rung

a. Um­fang

 

Hat sich der Ver­si­che­rungs­neh­mer ge­gen die Fol­gen der mit ei­nem ge­werb­li­chen Be­trie­be ver­bun­de­nen ge­setz­li­chen Haft­pflicht ver­si­chert, so er­streckt sich die Ver­si­che­rung auch auf die Haft­pflicht der Ver­tre­ter des Ver­si­che­rungs­neh­mers so­wie auf die Haft­pflicht der mit der Lei­tung oder Be­auf­sich­ti­gung des Be­trie­bes be­trau­ten Per­so­nen.

Art. 60  

b. Ge­setz­li­ches Pfand­recht des ge­schä­dig­ten Drit­ten

 

1An dem Er­satz­an­spru­che, der dem Ver­si­che­rungs­neh­mer aus der Ver­si­che­rung ge­gen die Fol­gen ge­setz­li­cher Haft­pflicht zu­steht, be­sitzt der ge­schä­dig­te Drit­te im Um­fan­ge sei­ner Scha­den­er­satz­for­de­rung Pfand­recht. Der Ver­si­che­rer ist be­rech­tigt, die Er­satz­leis­tung di­rekt an den ge­schä­dig­ten Drit­ten aus­zu­rich­ten.

2Der Ver­si­che­rer ist für je­de Hand­lung, durch die er den Drit­ten in sei­nem Rech­te ver­kürzt, ver­ant­wort­lich.

Art. 61  

Ret­tungs­pflicht

 

1Der An­spruchs­be­rech­tig­te ist ver­pflich­tet, nach Ein­tritt des be­fürch­te­ten Er­eig­nis­ses tun­lichst für Min­de­rung des Scha­dens zu sor­gen. Er muss, wenn nicht Ge­fahr im Ver­zu­ge liegt, über die zu er­grei­fen­den Mass­re­geln die Wei­sung des Ver­si­che­rers ein­ho­len und be­fol­gen.

2Hat der An­spruchs­be­rech­tig­te die­se Pflich­ten in nicht zu ent­schul­di­gen­der Wei­se ver­letzt, so ist der Ver­si­che­rer be­rech­tigt, die Ent­schä­di­gung um den Be­trag zu kür­zen, um den sie sich bei Er­fül­lung je­ner Ob­lie­gen­hei­ten ver­min­dert hät­te.

Art. 62  

Er­satz­wert

a. Grund­satz

 

Der Er­satz­wert ist auf Grund­la­ge des Wer­tes zu be­mes­sen, den das ver­si­cher­te In­ter­es­se zur Zeit des Ein­trit­tes des be­fürch­te­ten Er­eig­nis­ses ge­habt hat.

Art. 63  

b. Feu­er­ver­si­che­rung

 

1In der Feu­er­ver­si­che­rung ist der Er­satz­wert:

1.
bei Wa­ren und Na­tur­er­zeug­nis­sen der Markt­preis;
2.
bei Ge­bäu­den der orts­üb­li­che Bau­wert, nach Ab­zug der seit der Er­bau­ung ein­ge­tre­te­nen bau­li­chen Wert­ver­min­de­rung. Wird das Ge­bäu­de nicht wie­der auf­ge­baut, so darf der Er­satz­wert den Ver­kehrs­wert nicht über­stei­gen;
3.
bei Mo­bi­li­ar, Ge­brauchs­ge­gen­stän­den, Ar­beits­ge­rät­schaf­ten und Ma­schi­nen der­je­ni­ge Be­trag, den die Neu­an­schaf­fung er­for­dern wür­de. Ha­ben in­des­sen die ver­si­cher­ten Ge­gen­stän­de durch Ab­nut­zung oder aus an­dern Grün­den ei­ne Wert­ver­min­de­rung er­lit­ten, so ist die­se bei Er­mitt­lung des Er­satz­wer­tes in bil­li­ge Be­rück­sich­ti­gung zu zie­hen.

2Als Feu­er­scha­den ist auch der­je­ni­ge Scha­den an­zu­se­hen, der durch Lö­schen des Feu­ers oder durch not­wen­di­ges Aus­räu­men ein­tritt und in der Ver­nich­tung, Be­schä­di­gung oder in dem Ab­han­den­kom­men der Sa­che be­steht.

Art. 64  

c. An­de­re Ver­si­che­rungs­ar­ten

 

1Bei der Wa­ren­trans­port­ver­si­che­rung ist der Wert der Sa­che am Be­stim­mungs­or­te mass­ge­bend.

2Bei der Vieh­ver­si­che­rung ist der Wert zur Zeit der Er­kran­kung oder des Un­falls des Tie­res mass­ge­bend.

3Ist ein künf­ti­ger Ge­winn ver­si­chert wor­den, so ist der Fest­stel­lung des Scha­dens der Ge­winn zu­grun­de zu le­gen, der bei Ge­lin­gen des Un­ter­neh­mens er­zielt wor­den wä­re.

4Ist ein künf­ti­ger Er­trag ver­si­chert wor­den, so ist der Fest­stel­lung des Scha­dens der Er­trag zu­grun­de zu le­gen, der sich bei Aus­blei­ben des be­fürch­te­ten Er­eig­nis­ses er­ge­ben hät­te.

5Von dem Er­satz­wer­te sind all­fäl­li­ge durch den Ein­tritt des be­fürch­te­ten Er­eig­nis­ses er­spar­te Un­kos­ten in Ab­zug zu brin­gen.

Art. 65  

d. Ver­ein­ba­rung über den Er­satz­wert

 

1Ha­ben die Par­tei­en den Ver­si­che­rungs­wert durch be­son­de­re Ver­ein­ba­rung fest­ge­stellt, so gilt der ver­ein­bar­te Wert auch als Er­satz­wert, so­fern der Ver­si­che­rer nicht be­weist, dass der Er­satz­wert nach Mass­ga­be der Vor­schrif­ten der Ar­ti­kel 62-64 und 66 die­ses Ge­set­zes ge­rin­ger ist als der Ver­si­che­rungs­wert.

2Ei­ne sol­che Ver­ein­ba­rung ist un­gül­tig, wenn ein künf­ti­ger Er­trag oder Ge­winn ge­gen Feu­ers­ge­fahr ver­si­chert wird.

Art. 66  

Gat­tungs­sa­chen

 

Ist die ver­si­cher­te Sa­che der Gat­tung nach be­stimmt, so fal­len al­le zur Zeit des Ein­trit­tes des be­fürch­te­ten Er­eig­nis­ses zur Gat­tung ge­hö­ren­den Ge­gen­stän­de un­ter die Ver­si­che­rung.

Art. 67  

Scha­den­ser­mitt­lung

 

1Der Ver­si­che­rer so­wohl als der An­spruchs­be­rech­tig­te kann ver­lan­gen, dass der Scha­den von den Par­tei­en oh­ne Ver­zug fest­ge­stellt wer­de. Sind land­wirt­schaft­li­che Er­zeug­nis­se nur teil­wei­se ver­nich­tet wor­den, ins­be­son­de­re durch Ha­gel­schlag, so ist auf Be­geh­ren der einen oder an­dern Par­tei die Ab­schät­zung des Scha­dens bis zur Ern­te auf­zu­schie­ben.

2Wei­gert sich ei­ne Par­tei, bei der Fest­stel­lung des Scha­dens mit­zu­wir­ken, oder kön­nen sich die Par­tei­en über die Grös­se des ent­stan­de­nen Scha­dens nicht ei­ni­gen, so ist, vor­be­hält­lich be­son­de­rer Ver­ein­ba­run­gen, der Scha­den durch ge­richt­lich be­stell­te Sach­ver­stän­di­ge zu er­mit­teln.

3Der Ver­si­che­rer geht da­durch, dass er bei der Fest­stel­lung des Scha­dens mit­wirkt, der Ein­re­den, die ihm ge­gen die Ent­schä­di­gungs­for­de­rung des An­spruchs­be­rech­tig­ten zu­ste­hen, nicht ver­lus­tig.

4Die Ver­ein­ba­rung, dass der An­spruchs­be­rech­tig­te bei den Ver­hand­lun­gen zur Fest­stel­lung des Scha­dens sich nicht ver­bei­stän­den las­sen darf, ist un­gül­tig.

5Die Kos­ten der Scha­den­ser­mitt­lung tra­gen die Par­tei­en zu glei­chen Tei­len.

Art. 68  

Ver­än­de­rungs­ver­bot

 

1Be­vor der Scha­den er­mit­telt ist, darf der An­spruchs­be­rech­tig­te oh­ne Zu­stim­mung des Ver­si­che­rers an den be­schä­dig­ten Ge­gen­stän­den kei­ne Ver­än­de­rung vor­neh­men, wel­che die Fest­stel­lung der Scha­den­s­ur­sa­che oder des Scha­dens er­schwe­ren oder ver­ei­teln könn­te, es sei denn, dass die Ver­än­de­rung zum Zwe­cke der Scha­dens­min­de­rung oder im öf­fent­li­chen In­ter­es­se als ge­bo­ten er­scheint.

2Han­delt der An­spruchs­be­rech­tig­te die­ser Pflicht in be­trü­ge­ri­scher Ab­sicht zu­wi­der, so ist der Ver­si­che­rer an den Ver­trag nicht ge­bun­den.

Art. 69  

Ver­si­che­rungs­s­um­me; Er­satz­pflicht bei Un­ter­ver­si­che­rung

 

1So­weit der Ver­trag oder die­ses Ge­setz (Art. 70) nicht an­ders be­stimmt, haf­tet der Ver­si­che­rer für den Scha­den nur bis auf die Hö­he der Ver­si­che­rungs­s­um­me.

2Er­reicht die Ver­si­che­rungs­s­um­me den Er­satz­wert nicht (Un­ter­ver­si­che­rung), so ist der Scha­den, wenn nichts an­de­res ver­ein­bart ist, in dem Ver­hält­nis­se zu er­set­zen, in dem die Ver­si­che­rungs­s­um­me zum Er­satz­wer­te steht.

Art. 70  

Ret­tungs­kos­ten

 

1Der Ver­si­che­rer ist ge­hal­ten, dem An­spruchs­be­rech­tig­ten die zum Zwe­cke der Scha­dens­min­de­rung (Art. 61) nicht of­fen­bar un­zweck­mäs­sig auf­ge­wende­ten Kos­ten auch dann zu ver­gü­ten, wenn die ge­trof­fe­nen Mass­nah­men oh­ne Er­folg ge­blie­ben sind, oder wenn die­se Kos­ten und der Scha­den­er­satz zu­sam­men den Be­trag der Ver­si­che­rungs­s­um­me über­stei­gen.

2Er­reicht die Ver­si­che­rungs­s­um­me den Er­satz­wert nicht, so trägt der Ver­si­che­rer die Kos­ten in dem Ver­hält­nis­se, in dem die Ver­si­che­rungs­s­um­me zum Er­satz­wer­te steht.

Art. 71  

Er­satz­pflicht bei Dop­pel­ver­si­che­rung

 

1Bei Dop­pel­ver­si­che­rung (Art. 53) haf­tet je­der Ver­si­che­rer für den Scha­den in dem Ver­hält­nis­se, in dem sei­ne Ver­si­che­rungs­s­um­me zum Ge­samt­be­tra­ge der Ver­si­che­rungs­s­um­men steht.

2Ist ei­ner der Ver­si­che­rer zah­lungs­un­fä­hig ge­wor­den, so haf­ten, un­ter Vor­be­halt der Be­stim­mung des Ar­ti­kels 70 Ab­satz 2 die­ses Ge­set­zes, die üb­ri­gen Ver­si­che­rer in dem Ver­hält­nis­se, in dem die von ih­nen ver­si­cher­ten Sum­men zu­ein­an­der ste­hen, bis auf die Hö­he ih­rer Ver­si­che­rungs­s­um­me für den An­teil des zah­lungs­un­fä­hi­gen Ver­si­che­rers. Die For­de­rung, die dem An­spruchs­be­rech­tig­ten ge­gen die­sen Ver­si­che­rer zu­steht, geht auf die Ver­si­che­rer, die Er­satz ge­leis­tet ha­ben, über.

3Ist das be­fürch­te­te Er­eig­nis ein­ge­tre­ten, so darf der An­spruchs­be­rech­tig­te kei­ne Ver­si­che­rung zu­un­guns­ten der üb­ri­gen Ver­si­che­rer auf­he­ben oder ab­än­dern.

Art. 72  

Re­gress­recht des Ver­si­che­rers

 

1Auf den Ver­si­che­rer geht in­so­weit, als er Ent­schä­di­gung ge­leis­tet hat, der Er­satz­an­spruch über, der dem An­spruchs­be­rech­tig­ten ge­gen­über Drit­ten aus un­er­laub­ter Hand­lung zu­steht.

2Der An­spruchs­be­rech­tig­te ist für je­de Hand­lung, durch die er die­ses Recht des Ver­si­che­rers ver­kürzt, ver­ant­wort­lich.

3Die Be­stim­mung des ers­ten Ab­sat­zes fin­det kei­ne An­wen­dung, wenn der Scha­den durch ei­ne Per­son leicht­fahr­läs­sig her­bei­ge­führt wor­den ist, die mit dem An­spruchs­be­rech­tig­ten in häus­li­cher Ge­mein­schaft lebt oder für de­ren Hand­lun­gen der An­spruchs­be­rech­tig­te ein­ste­hen muss.

III. Besondere Bestimmungen über die Personenversicherung

Art. 73  

Recht­li­che Na­tur der Po­li­ce; Ab­tre­tung und Ver­pfän­dung

 

1Der An­spruch aus ei­nem Per­so­nen­ver­si­che­rungs­ver­tra­ge kann we­der durch In­dos­sie­rung noch durch ein­fa­che Über­ga­be der Po­li­ce ab­ge­tre­ten oder ver­pfän­det wer­den. Ab­tre­tung und Ver­pfän­dung be­dür­fen zu ih­rer Gül­tig­keit der schrift­li­chen Form und der Über­ga­be der Po­li­ce so­wie der schrift­li­chen An­zei­ge an den Ver­si­che­rer.

2Be­stimmt die Po­li­ce, dass der Ver­si­che­rer an den In­ha­ber leis­ten darf, so ist der gut­gläu­bi­ge Ver­si­che­rer be­fugt, je­den In­ha­ber als an­spruchs­be­rech­tigt zu be­trach­ten.

Art. 74  

Ver­si­che­rung auf frem­des Le­ben

 

1Die Ver­si­che­rung auf frem­des Le­ben ist un­gül­tig, wenn nicht der­je­ni­ge, auf des­sen Tod die Ver­si­che­rung ge­stellt ist, vor Ab­schluss des Ver­tra­ges schrift­lich sei­ne Zu­stim­mung er­teilt hat. Ist die Ver­si­che­rung auf den Tod ei­ner hand­lungs­un­fä­hi­gen Per­son ge­stellt, so ist die schrift­li­che Zu­stim­mung des ge­setz­li­chen Ver­tre­ters er­for­der­lich.

2Der Ver­si­che­rungs­an­spruch kann da­ge­gen oh­ne Zu­stim­mung des Drit­ten ab­ge­tre­ten wer­den.

3Der Ver­trag kann ver­fü­gen, dass die Be­stim­mun­gen der Ar­ti­kel 6 und 28 die­ses Ge­set­zes auch dann zur An­wen­dung kom­men, wenn der­je­ni­ge, auf des­sen Tod die Ver­si­che­rung ge­stellt ist, die An­zei­ge­pflicht ver­letzt oder die Ge­fahr­s­er­hö­hung her­bei­ge­führt hat.

Art. 75  

Un­rich­ti­ge Al­ter­s­an­ga­be

 

1We­gen un­rich­ti­ger An­ga­be des Al­ters kann der Ver­si­che­rer nur dann vom Ver­tra­ge zu­rück­tre­ten, wenn das wirk­li­che Al­ter beim Ein­trit­te aus­ser­halb der von ihm fest­ge­stell­ten Auf­nah­me­gren­zen liegt.

2Liegt da­ge­gen das Ein­tritts­al­ter in­ner­halb die­ser Gren­zen, so gel­ten fol­gen­de Be­stim­mun­gen:

1.
Ist in­fol­ge un­rich­ti­ger An­ga­be des Al­ters ei­ne nied­ri­ge­re Prä­mie ent­rich­tet wor­den, als auf Grund des rich­ti­gen Ein­tritts­al­ters hät­te be­zahlt wer­den müs­sen, so ist die Ge­gen­leis­tung des Ver­si­che­rers im Ver­hält­nis­se der ver­ein­bar­ten Prä­mie zu der Ta­rif­prä­mie des rich­ti­gen Ein­tritts­al­ters her­ab­zu­set­zen. Hat der Ver­si­che­rer be­reits er­füllt, so ist er be­rech­tigt, den Be­trag, den er nach die­ser Be­rech­nungs­wei­se zu viel be­zahlt hat, samt Zins zu­rück­zu­for­dern.
2.
Ist in­fol­ge un­rich­ti­ger An­ga­be des Al­ters ei­ne hö­he­re Prä­mie ent­rich­tet wor­den, als auf Grund des rich­ti­gen Ein­tritts­al­ters hät­te be­zahlt wer­den müs­sen, so ist der Ver­si­che­rer ver­pflich­tet, die Dif­fe­renz zwi­schen dem vor­han­de­nen und dem für das rich­ti­ge Ein­tritts­al­ter not­wen­di­gen De­ckungs­ka­pi­tal zu­rück­zu­er­stat­ten. Künf­ti­ge Prä­mi­en sind nach Mass­ga­be des rich­ti­gen Ein­tritts­al­ters her­ab­zu­set­zen.
3.
Den in den Zif­fern 1 und 2 die­ses Ar­ti­kels vor­ge­se­he­nen Be­rech­nun­gen sind die Ta­ri­fe zu­grun­de zu le­gen, die zur Zeit des Ver­trags­ab­schlus­ses ge­gol­ten ha­ben.
Art. 76  

Ver­si­che­rung zu­guns­ten Drit­ter

a. Grund­la­ge. Um­fang der Be­güns­ti­gung

 

1Der Ver­si­che­rungs­neh­mer ist be­fugt, oh­ne Zu­stim­mung des Ver­si­che­rers einen Drit­ten als Be­güns­tig­ten zu be­zeich­nen.1

2Die Be­güns­ti­gung kann sich auf den ge­sam­ten Ver­si­che­rungs­an­spruch oder nur auf einen Teil des­sel­ben be­zie­hen.


1 Sie­he je­doch Art. 1 der V vom 1. März 1966 über die Auf­he­bung von Be­schrän­kun­gen der Ver­trags­frei­heit in Ver­si­che­rungs­ver­trä­gen (SR 221.229.11).

Art. 77  

b. Ver­fü­gungs­be­fug­nis des Ver­si­che­rungs­neh­mers

 

1Der Ver­si­che­rungs­neh­mer kann auch dann, wenn ein Drit­ter als Be­güns­tig­ter be­zeich­net ist, über den An­spruch aus der Ver­si­che­rung un­ter Le­ben­den und von To­des we­gen frei ver­fü­gen.1

2Das Recht, die Be­güns­ti­gung zu wi­der­ru­fen, fällt nur dann da­hin, wenn der Ver­si­che­rungs­neh­mer in der Po­li­ce auf den Wi­der­ruf un­ter­schrift­lich ver­zich­tet und die Po­li­ce dem Be­güns­tig­ten über­ge­ben hat.


1 Sie­he je­doch Art. 1 der V vom 1. März 1966 über die Auf­he­bung von Be­schrän­kun­gen der Ver­trags­frei­heit in Ver­si­che­rungs­ver­trä­gen (SR 221.229.11).

Art. 78  

c. Na­tur des dem Be­güns­tig­ten zu­ste­hen­den Rech­tes

 

Die Be­güns­ti­gung be­grün­det, un­ter Vor­be­halt von Ver­fü­gun­gen nach Ar­ti­kel 77 Ab­satz 1 die­ses Ge­set­zes, für den Be­güns­tig­ten ein ei­ge­nes Recht auf den ihm zu­ge­wie­se­nen Ver­si­che­rungs­an­spruch.

Art. 79  

d. Ge­setz­li­che Er­lö­schungs­grün­de

 

1Die Be­güns­ti­gung er­lischt mit der Pfän­dung des Ver­si­che­rungs­an­spru­ches und mit der Kon­kurser­öff­nung, über den Ver­si­che­rungs­neh­mer. Sie lebt wie­der auf, wenn die Pfän­dung da­hin­fällt oder der Kon­kurs wi­der­ru­fen wird.

2Hat der Ver­si­che­rungs­neh­mer auf das Recht, die Be­güns­ti­gung zu wi­der­ru­fen, ver­zich­tet, so un­ter­liegt der durch die Be­güns­ti­gung be­grün­de­te Ver­si­che­rungs­an­spruch nicht der Zwangs­voll­stre­ckung zu­guns­ten der Gläu­bi­ger des Ver­si­che­rungs­neh­mers.

Art. 80  

e. Aus­schluss der be­trei­bungs- und kon­kurs­recht­li­chen Ver­wer­tung des Ver­si­che­rungs­an­spruchs

 

Sind der Ehe­gat­te, die ein­ge­tra­ge­ne Part­ne­rin, der ein­ge­tra­ge­ne Part­ner oder Nach­kom­men des Ver­si­che­rungs­neh­mers Be­güns­tig­te, so un­ter­liegt, vor­be­hält­lich all­fäl­li­ger Pfand­rech­te, we­der der Ver­si­che­rungs­an­spruch des Be­güns­tig­ten noch der­je­ni­ge des Ver­si­che­rungs­neh­mers der Zwangs­voll­stre­ckung zu­guns­ten der Gläu­bi­ger des Ver­si­che­rungs­neh­mers.


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 13 des Part­ner­schafts­ge­set­zes vom 18. Ju­ni 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2005 5685; BBl 2003 1288).

Art. 81  

f. Ein­tritts­recht1

 

1Sind der Ehe­gat­te, die ein­ge­tra­ge­ne Part­ne­rin, der ein­ge­tra­ge­ne Part­ner oder Nach­kom­men des Ver­si­che­rungs­neh­mers Be­güns­tig­te aus ei­nem Le­bens­ver­si­che­rungs­ver­trag, so tre­ten sie, so­fern sie es nicht aus­drück­lich ab­leh­nen, im Zeit­punkt, in dem ge­gen den Ver­si­che­rungs­neh­mer ein Ver­lust­schein vor­liegt oder über ihn der Kon­kurs er­öff­net wird, an sei­ner Stel­le in die Rech­te und Pflich­ten aus dem Ver­si­che­rungs­ver­trag ein.2

2Die Be­güns­tig­ten sind ver­pflich­tet, den Über­gang der Ver­si­che­rung durch Vor­la­ge ei­ner Be­schei­ni­gung des Be­trei­bungs­am­tes oder der Kon­kurs­ver­wal­tung dem Ver­si­che­rer an­zu­zei­gen. Sind meh­re­re Be­güns­tig­te vor­han­den, so müs­sen sie einen Ver­tre­ter be­zeich­nen, der die dem Ver­si­che­rer ob­lie­gen­den Mit­tei­lun­gen ent­ge­gen­zu­neh­men hat.


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 13 des Part­ner­schafts­ge­set­zes vom 18. Ju­ni 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2005 5685; BBl 2003 1288).
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 13 des Part­ner­schafts­ge­set­zes vom 18. Ju­ni 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2005 5685; BBl 2003 1288).

Art. 82  

g. Vor­be­halt der An­fech­tungs­kla­ge

 

Ge­gen­über den Be­stim­mun­gen die­ses Ge­set­zes über die Ver­si­che­rung zu­guns­ten Drit­ter wer­den die Vor­schrif­ten der Ar­ti­kel 285 ff. des Bun­des­ge­set­zes vom 11. April 18891 über Schuld­be­trei­bung und Kon­kurs vor­be­hal­ten.


1 SR 281.1

Art. 83  

h. Aus­le­gung der Be­güns­ti­gungs­klau­seln

aa. Hin­sicht­lich der be­güns­tig­ten Per­so­nen

 

1Sind als Be­güns­tig­te die Kin­der ei­ner be­stimm­ten Per­son be­zeich­net, so wer­den dar­un­ter die erb­be­rech­tig­ten Nach­kom­men der­sel­ben ver­stan­den.

2Un­ter dem Ehe­gat­ten ist der über­le­ben­de Ehe­gat­te zu ver­ste­hen.

2bisUn­ter der ein­ge­tra­ge­nen Part­ne­rin oder dem ein­ge­tra­ge­nen Part­ner ist die über­le­ben­de ein­ge­tra­ge­ne Part­ne­rin oder der über­le­ben­de ein­ge­tra­ge­ne Part­ner zu ver­ste­hen.1

3Un­ter den Hin­ter­las­se­nen, Er­ben oder Rechts­nach­fol­gern sind die erb­be­rech­tig­ten Nach­kom­men und der über­le­ben­de Ehe­gat­te oder die über­le­ben­de ein­ge­tra­ge­ne Part­ne­rin be­zie­hungs­wei­se der über­le­ben­de ein­ge­tra­ge­ne Part­ner zu ver­ste­hen; sind kei­ne die­ser Per­so­nen vor­han­den, so sind dar­un­ter die an­de­ren Per­so­nen zu ver­ste­hen, de­nen ein Erbrecht am Nach­lass zu­steht.2


1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 13 des Part­ner­schafts­ge­set­zes vom 18. Ju­ni 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2005 5685; BBl 2003 1288).
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 13 des Part­ner­schafts­ge­set­zes vom 18. Ju­ni 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2005 5685; BBl 2003 1288).

Art. 84  

bb. Hin­sicht­lich der An­tei­le

 

1Fällt der Ver­si­che­rungs­an­spruch den erb­be­rech­tig­ten Nach­kom­men und dem über­le­ben­den Ehe­gat­ten oder der über­le­ben­den ein­ge­tra­ge­nen Part­ne­rin oder dem über­le­ben­den ein­ge­tra­ge­nen Part­ner als Be­güns­tig­ten zu, so er­hal­ten der Ehe­gat­te, die Part­ne­rin oder der Part­ner die Hälf­te der Ver­si­che­rungs­s­um­me und die Nach­kom­men nach Mass­ga­be ih­rer Erb­be­rech­ti­gung die an­de­re Hälf­te.1

2Sind an­de­re Er­ben als Be­güns­tig­te be­zeich­net, so fällt ih­nen der Ver­si­che­rungs­an­spruch nach Mass­ga­be ih­rer Erb­be­rech­ti­gung zu.

3Sind meh­re­re nicht erb­be­rech­tig­te Per­so­nen oh­ne nä­he­re Be­stim­mung ih­rer Tei­le als Be­güns­ti­ge be­zeich­net, so fällt ih­nen der Ver­si­che­rungs­an­spruch zu glei­chen Tei­len zu.

4Fällt ein Be­güns­tig­ter weg, so wächst sein An­teil den üb­ri­gen Be­güns­tig­ten zu glei­chen Tei­len an.


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 13 des Part­ner­schafts­ge­set­zes vom 18. Ju­ni 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2005 5685; BBl 2003 1288).

Art. 85  

i. Aus­schla­gung der Erb­schaft

 

Sind erb­be­rech­tig­te Nach­kom­men, ein Ehe­gat­te, ei­ne ein­ge­tra­ge­ne Part­ne­rin, ein ein­ge­tra­ge­ner Part­ner, El­tern, Gros­s­el­tern oder Ge­schwis­ter die Be­güns­tig­ten, so fällt ih­nen der Ver­si­che­rungs­an­spruch zu, auch wenn sie die Erb­schaft nicht an­tre­ten.


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 13 des Part­ner­schafts­ge­set­zes vom 18. Ju­ni 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2005 5685; BBl 2003 1288).

Art. 86  

Be­trei­bungs- und kon­kurs­recht­li­che Ver­wer­tung des Ver­si­che­rungs­an­spruchs

 

1Un­ter­liegt der An­spruch aus ei­nem Le­bens­ver­si­che­rungs­ver­trag, den der Schuld­ner auf sein ei­ge­nes Le­ben ab­ge­schlos­sen hat, der be­trei­bungs- oder kon­kurs­recht­li­chen Ver­wer­tung, so kön­nen der Ehe­gat­te, die ein­ge­tra­ge­ne Part­ne­rin, der ein­ge­tra­ge­ne Part­ner oder die Nach­kom­men des Schuld­ners mit des­sen Zu­stim­mung ver­lan­gen, dass der Ver­si­che­rungs­an­spruch ih­nen ge­gen Er­stat­tung des Rück­kaufs­prei­ses über­tra­gen wird.

2Ist ein sol­cher Ver­si­che­rungs­an­spruch ver­pfän­det und soll er be­trei­bungs- oder kon­kurs­recht­lich ver­wer­tet wer­den, so kön­nen der Ehe­gat­te, die ein­ge­tra­ge­ne Part­ne­rin, der ein­ge­tra­ge­ne Part­ner oder die Nach­kom­men des Schuld­ners mit des­sen Zu­stim­mung ver­lan­gen, dass der Ver­si­che­rungs­an­spruch ih­nen ge­gen Be­zah­lung der pfand­ver­si­cher­ten For­de­rung oder, wenn die­se klei­ner ist als der Rück­kaufs­preis, ge­gen Be­zah­lung die­ses Prei­ses über­tra­gen wird.

3Der Ehe­gat­te, die ein­ge­tra­ge­ne Part­ne­rin, der ein­ge­tra­ge­ne Part­ner oder die Nach­kom­men müs­sen ihr Be­geh­ren vor der Ver­wer­tung der For­de­rung bei dem Be­trei­bungs­amt oder der Kon­kurs­ver­wal­tung gel­tend ma­chen.


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 13 des Part­ner­schafts­ge­set­zes vom 18. Ju­ni 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2005 5685; BBl 2003 1288).

Art. 87  

Kol­lek­ti­v­un­fall­ver­si­che­rung; For­de­rungs­recht des Be­güns­tig­ten

 

Aus der kol­lek­ti­ven Un­fall- oder Kran­ken­ver­si­che­rung steht demje­ni­gen, zu des­sen Guns­ten die Ver­si­che­rung ab­ge­schlos­sen wor­den ist, mit dem Ein­tritt des Un­falls oder der Krank­heit ein selb­stän­di­ges For­de­rungs­recht ge­gen den Ver­si­che­rer zu.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II Art. 3 des BG vom 25. Ju­ni 1971 über die Re­vi­si­on des Zehn­ten Ti­tels und des Zehn­ten Ti­telsbis des Ob­li­ga­tio­nen­rechts (Der Ar­beits­ver­trag), in Kraft seit 1. Jan. 1972 (AS 1971 1465; BBl 1967 II 241).

Art. 88  

Un­fall­ver­si­che­rung; In­va­li­di­täts­ent­schä­di­gung

 

1Wird in­fol­ge ei­nes Un­fal­les die Er­werbs­fä­hig­keit des Ver­si­cher­ten vor­aus­sicht­lich blei­bend be­ein­träch­tigt, so ist die Ent­schä­di­gung, so­bald die vor­aus­sicht­lich dau­ern­den Un­fall­fol­gen fest­ste­hen, auf Grund­la­ge der für den Fall der In­va­li­di­tät ver­si­cher­ten Sum­me in Form der Ka­pi­tal­ab­fin­dung aus­zu­rich­ten. Die­se Be­stim­mung fin­det kei­ne An­wen­dung, wenn der Ver­si­che­rungs­neh­mer die Ent­schä­di­gung aus­drück­lich in Form der Ren­ten­ab­fin­dung be­an­tragt hat.

2Der Ver­trag kann be­stim­men, dass Zwi­schen­ren­ten ge­währt und von der Ent­schä­di­gung in Ab­zug ge­bracht wer­den.

Art. 89  

Rück­tritts­recht des Ver­si­che­rungs­neh­mers

 

1Hat der Ver­si­che­rungs­neh­mer die Prä­mie für ein Jahr ent­rich­tet, so kann er vom Le­bens­ver­si­che­rungs­ver­tra­ge zu­rück­tre­ten und die Be­zah­lung wei­te­rer Prä­mi­en ab­leh­nen.

2Die Rück­tritts­er­klä­rung ist dem Ver­si­che­rer vor Be­ginn ei­ner neu­en Ver­si­che­rungs­pe­ri­ode schrift­lich ab­zu­ge­ben.

Art. 89a  

Rück­tritts­recht des Ver­si­che­rungs­neh­mers im Rah­men des grenz­über­schrei­ten­den Dienst­leis­tungs­ver­kehrs

 

Auf Ein­zel-Le­bens­ver­si­che­rungs­ver­trä­ge, die im Rah­men des grenz­über­schrei­ten­den Dienst­leis­tungs­ver­kehrs mit Ver­si­che­rern ab­ge­schlos­sen wer­den, de­ren Sitz sich in ei­nem Staat be­fin­det, mit dem die Schweiz auf der Grund­la­ge der Ge­gen­sei­tig­keit ein völ­ker­recht­li­ches Ab­kom­men ab­ge­schlos­sen hat, das die An­er­ken­nung auf­sichts­recht­li­cher An­for­de­run­gen und Mass­nah­men vor­sieht und si­cher­stellt, dass im be­tref­fen­den Staat gleich­wer­ti­ge Re­ge­lun­gen wie in der Schweiz zur An­wen­dung kom­men (Ver­trags­staat), sind fol­gen­de Be­stim­mun­gen an­wend­bar, so­lan­ge die­ses Ab­kom­men in Kraft ist:2

a.
Schliesst der Ver­si­che­rungs­neh­mer einen Le­bens­ver­si­che­rungs­ver­trag ab, des­sen Lauf­zeit sechs Mo­na­te über­steigt, so kann er von die­sem Ver­trag in­ner­halb von 14 Ta­gen seit Kennt­nis des Ver­trags­ab­schlus­ses zu­rück­tre­ten. Die Rück­tritts­er­klä­rung ist dem Ver­si­che­rer schrift­lich ab­zu­ge­ben. Die Rück­tritts­frist ist ein­ge­hal­ten, wenn die Rück­tritts­er­klä­rung am vier­zehn­ten Tag der Post über­ge­ben wird.
b.
Als Zeit­punkt, da der Ver­si­che­rungs­neh­mer vom Ver­trags­ab­schluss Kennt­nis hat, gilt der Tag des Ein­tref­fens der An­nah­me­er­klä­rung des Ver­si­che­rers beim Ver­si­che­rungs­neh­mer oder der Tag der An­nah­me­er­klä­rung des Ver­si­che­rungs­neh­mers.
c.
Die Mit­tei­lung des Ver­si­che­rungs­neh­mers, dass er vom Ver­trag zu­rück­tritt, be­freit ihn für die Zu­kunft von al­len aus die­sem Ver­trag ent­ste­hen­den Ver­pflich­tun­gen. Hat der Ver­si­che­rungs­neh­mer be­reits Prä­mi­en oder Ein­mal­ein­la­gen ein­be­zahlt, so sind ihm die­se vom Ver­si­che­rer zu­rück­zu­er­stat­ten.
d.
Der Ver­si­che­rer muss in dem von ihm aus­ge­ge­be­nen An­trag­schein so­wie in den all­ge­mei­nen Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen den An­trag­stel­ler über Rück­tritts­recht, Frist und Form des Rück­tritts­rechts so­wie über die Adres­se sei­ner Nie­der­las­sung, mit wel­cher der Ver­trag ab­ge­schlos­sen wird, un­ter­rich­ten. Wird kein An­trag­schein aus­ge­ge­ben, so sind die­se An­ga­ben in die Po­li­ce so­wie in die all­ge­mei­nen Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen auf­zu­neh­men. Wird die­se Vor­schrift nicht ein­ge­hal­ten, so kann der Kun­de je­der­zeit vom Ver­trag zu­rück­tre­ten.

1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. Ju­ni 1993, in Kraft seit 1. Jan. 1994 (AS 1993 3175; BBl 1993 I 805).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2006 (AS 2005 5245; BBl 2003 3789).

Art. 90  

Um­wand­lung und Rück­kauf

a. Im all­ge­mei­nen

 

1Der Ver­si­che­rer ist ver­pflich­tet, je­de Le­bens­ver­si­che­rung, für wel­che die Prä­mi­en we­nigs­tens für drei Jah­re ent­rich­tet wor­den sind, auf Be­geh­ren des An­spruchs­be­rech­tig­ten ganz oder teil­wei­se in ei­ne bei­trags­freie Ver­si­che­rung um­zu­wan­deln.

2Der Ver­si­che­rer muss über­dies die­je­ni­ge Le­bens­ver­si­che­rung, bei wel­cher der Ein­tritt des ver­si­cher­ten Er­eig­nis­ses ge­wiss ist, auf Ver­lan­gen des An­spruchs­be­rech­tig­ten ganz oder teil­wei­se zu­rück­kau­fen, so­fern die Prä­mi­en we­nigs­tens für drei Jah­re ent­rich­tet wor­den sind.1


1 Sie­he je­doch Art. 1 der V vom 1. März 1966 über die Auf­he­bung von Be­schrän­kun­gen der Ver­trags­frei­heit in Ver­si­che­rungs­ver­trä­gen (SR 221.229.11).

Art. 91  

b. Fest­stel­lung der Ab­fin­dungs­wer­te

 

1Der Ver­si­che­rer hat die Grund­la­gen zur Er­mitt­lung des Um­wand­lungs­wer­tes und des Rück­kaufs­wer­tes der Ver­si­che­rung fest­zu­stel­len.

2Die Be­stim­mun­gen über Um­wand­lung und Rück­kauf sind in die all­ge­mei­nen Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen auf­zu­neh­men.

3Die Eid­ge­nös­si­sche Fi­nanz­mark­tauf­sicht (FIN­MA) ent­schei­det, ob die vor­ge­se­he­nen Ab­fin­dungs­wer­te an­ge­mes­sen sind.1


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 7 des Fi­nanz­mark­tauf­sichts­ge­set­zes vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5207; BBl 2006 2829).

Art. 92  

c. Ob­lie­gen­hei­ten des Ver­si­che­rers; Nach­prü­fung durch die FIN­MA; Fäl-lig­keit der Rück­kaufs­for­de­rung1

 

1Der Ver­si­che­rer ist ver­pflich­tet, auf An­fra­ge des An­spruchs­be­rech­tig­ten bin­nen vier Wo­chen den Um­wand­lungs­wert oder den Rück­kaufs­wert der Ver­si­che­rung zu be­rech­nen und dem An­spruchs­be­rech­tig­ten mit­zu­tei­len. Der Ver­si­che­rer muss, wenn der An­spruchs­be­rech­tig­te es ver­langt, über­dies die­je­ni­gen An­ga­ben ma­chen, die zur Er­mitt­lung des Um­wand­lungs­wer­tes oder des Rück­kaufs­wer­tes für Sach­ver­stän­di­ge er­for­der­lich sind.

2Die FIN­MA hat auf Er­su­chen des An­spruchs­be­rech­tig­ten die vom Ver­si­che­rer fest­ge­stell­ten Wer­te un­ent­gelt­lich auf ih­re Rich­tig­keit hin zu prü­fen.2

3Stellt der An­spruchs­be­rech­tig­te das Rück­kaufs­be­geh­ren, so wird die Rück­kaufs­for­de­rung nach drei Mo­na­ten, vom Ein­tref­fen des Be­geh­rens an ge­rech­net, fäl­lig.


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 7 des Fi­nanz­mark­tauf­sichts­ge­set­zes vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5207; BBl 2006 2829).
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 7 des Fi­nanz­mark­tauf­sichts­ge­set­zes vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5207; BBl 2006 2829).

Art. 93  

d. Un­ver­fall­bar­keit

 

1Un­ter­bleibt die Prä­mi­en­zah­lung, nach­dem die Ver­si­che­rung min­des­tens drei Jah­re in Kraft be­stan­den hat, so wird der Um­wand­lungs­wert der Ver­si­che­rung ge­schul­det. Der Ver­si­che­rer hat den Um­wand­lungs­wert und, wenn die Ver­si­che­rung rück­kaufs­fä­hig ist, auch den Rück­kaufs­wert nach Mass­ga­be die­ses Ge­set­zes fest­zu­stel­len und dem An­spruchs­be­rech­tig­ten auf des­sen Be­geh­ren mit­zu­tei­len.

2Ist die Ver­si­che­rung rück­kaufs­fä­hig, so kann der An­spruchs­be­rech­tig­te bin­nen sechs Wo­chen, vom Emp­fan­ge die­ser Mit­tei­lung an ge­rech­net, an Stel­le der Um­wand­lung den Rück­kaufs­wert der Ver­si­che­rung ver­lan­gen.

Art. 94  

e. Um­wand­lung und Rück­kauf von An­tei­len am Ge­schäfts­er­geb­nis

 

Die Vor­schrif­ten die­ses Ge­set­zes über die Um­wand­lung und den Rück­kauf der Le­bens­ver­si­che­rung gel­ten auch für sol­che Leis­tun­gen, die der Ver­si­che­rer aus an­ge­fal­le­nen An­tei­len am Ge­schäfts­er­geb­nis dem An­spruchs­be­rech­tig­ten in Form der Er­hö­hung der Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen ge­währt hat.

Art. 94a  

1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. Ju­ni 1993 (AS 1993 3175; BBl 1993 I 805). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 17. Dez. 2004, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2006 (AS 2005 5245; BBl 2003 3789).

 
Art. 95  

Pfand­recht des Ver­si­che­rers; Li­qui­da­ti­on

 

Hat der An­spruchs­be­rech­tig­te den An­spruch aus dem Le­bens­ver­si­che­rungs­ver­tra­ge dem Ver­si­che­rer ver­pfän­det, so ist der Ver­si­che­rer be­rech­tigt, sei­ne For­de­rung mit dem Rück­kaufs­wert der Ver­si­che­rung zu ver­rech­nen, nach­dem er un­ter An­dro­hung der Säum­nis­fol­gen den Schuld­ner oh­ne Er­folg schrift­lich auf­ge­for­dert hat, bin­nen sechs Mo­na­ten, vom Emp­fan­ge der Auf­for­de­rung an ge­rech­net, die Schuld zu be­zah­len.

Art. 96  

Aus­schluss des Re­gress­rech­tes des Ver­si­che­rers

 

In der Per­so­nen­ver­si­che­rung ge­hen die An­sprü­che, die dem An­spruchs­be­rech­tig­ten in­fol­ge Ein­trit­tes des be­fürch­te­ten Er­eig­nis­ses ge­gen­über Drit­ten zu­ste­hen, nicht auf den Ver­si­che­rer über.

IV. Zwingende Bestimmungen

Art. 97  

Vor­schrif­ten, die nicht ab­ge­än­dert wer­den dür­fen

 

1Fol­gen­de Vor­schrif­ten die­ses Ge­set­zes dür­fen durch Ver­trags­a­b­re­de nicht ge­än­dert wer­den: Ar­ti­kel 9, 10, 13, 24, 41 Ab­satz 2, 46a, 47, 51, 53, 62, 63, 65 Ab­satz 2, 67 Ab­satz 4, 71 Ab­satz 1, 73, so­wie 74 Ab­satz 1.1

2Die­se Be­stim­mung fin­det, so­weit die Vor­schrif­ten der Ar­ti­kel 47 und 71 Ab­satz 1 in Be­tracht kom­men, auf die Trans­port­ver­si­che­rung kei­ne An­wen­dung.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2006 (AS 2005 5245; BBl 2003 3789).

Art. 98  

Vor­schrif­ten, die nicht zu­un­guns­ten des Ver­si­che­rungs­neh­mers oder des An­spruchs­be­rech­tig­ten ab­ge­än­dert wer­den dür­fen

 

1Die fol­gen­den Vor­schrif­ten die­ses Ge­set­zes dür­fen durch Ver­trags­a­b­re­de nicht zu­un­guns­ten des Ver­si­che­rungs­neh­mers oder des An­spruchs­be­rech­tig­ten ge­än­dert wer­den: Ar­ti­kel 1, 2, 3 Ab­sät­ze 1-3, 3a, 6, 11, 12, 14 Ab­satz 4, 15, 19 Ab­satz 2, 20-22, 28, 29 Ab­satz 2, 30, 32, 34, 39 Ab­satz 2 Zif­fer 2 Satz 2, 42 Ab­sät­ze 1-3, 44-46, 54-57, 59, 60, 72 Ab­satz 3, 76 Ab­satz 1, 77 Ab­satz 1, 87, 88 Ab­satz 1, 89, 89a, 90-94, 95 und 96.1

2Die­se Be­stim­mung fin­det auf die Trans­port­ver­si­che­rung kei­ne An­wen­dung.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2006 (AS 2005 5245; BBl 2003 3789).

Art. 99  

Ver­ord­nungs­recht des Bun­des­ra­tes

 

Der Bun­des­rat kann durch Ver­ord­nung ver­fü­gen, dass die in Ar­ti­kel 98 die­ses Ge­set­zes fest­ge­stell­ten Be­schrän­kun­gen der Ver­trags­frei­heit bei ein­zel­nen Ver­si­che­rungs­ar­ten so­weit aus­ser Kraft tre­ten, als die Ei­gen­art oder die be­son­dern Ver­hält­nis­se ei­ner Ver­si­che­rungs­art es er­for­dern.

V. Schlussbestimmungen

Art. 100  

Ver­hält­nis zum Ob­li­ga­tio­nen­rech­te

 

1So­weit die­ses Ge­setz kei­ne Vor­schrif­ten ent­hält, fin­den auf den Ver­si­che­rungs­ver­trag die Be­stim­mun­gen des Ob­li­ga­tio­nen­rech­tes An­wen­dung.

2Für Ver­si­che­rungs­neh­mer und Ver­si­cher­te, die nach Ar­ti­kel 10 des Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rungs­ge­set­zes vom 25. Ju­ni 19821 als ar­beits­los gel­ten, sind über­dies die Ar­ti­kel 71 Ab­sät­ze 1 und 2 und 73 KVG2 sinn­ge­mä­ss an­wend­bar.3


1 SR 837.0
2 SR 832.10
3 Ein­ge­fügt durch Art. 115 des Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rungs­ge­set­zes (AS 1982 2184, 1983 1204; BBl 1980 III 489). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2006 (AS 2005 5245; BBl 2003 3789).

Art. 101  

Nicht un­ter das Ge­setz fal­len­de Rechts­ver­hält­nis­se

 

1Die­ses Ge­setz fin­det kei­ne An­wen­dung:

1.
auf Rück­ver­si­che­rungs­ver­trä­ge;
2.2
auf die pri­va­ten Rechts­ver­hält­nis­se zwi­schen den der Ver­si­che­rungs­auf­sicht nicht un­ter­stell­ten Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men (Art. 2 Abs. 2 VAG3) und ih­ren Ver­si­cher­ten, mit Aus­nah­me der Rechts­ver­hält­nis­se, für de­ren Durch­füh­rung die­se Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men der Ver­si­che­rungs­auf­sicht un­ter­stellt sind.

2Für die­se Rechts­ver­hält­nis­se gilt das Ob­li­ga­tio­nen­recht4.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. 3 des An­hangs zum Ver­si­che­rungs­auf­sichts­ge­setz vom 23. Ju­ni 1978, in Kraft seit 1. Jan. 1979 (AS 1978 1836; BBl 1976 II 873).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2006 (AS 2005 5245; BBl 2003 3789).
3 SR 961.01
4 SR 220

Art. 101a  

Son­der­be­stim­mung für die Rechts­an­wen­dung mit Ver­trags­staa­ten

 

Die Ar­ti­kel 101bund 101cgel­ten, so­lan­ge ein völ­ker­recht­li­ches Ab­kom­men in Kraft ist, das die An­er­ken­nung auf­sichts­recht­li­cher An­for­de­run­gen und Mass­nah­men vor­sieht so­wie si­cher­stellt, dass im be­tref­fen­den Staat gleich­wer­ti­ge Re­ge­lun­gen wie in der Schweiz zur An­wen­dung kom­men.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. Ju­ni 1993, in Kraft seit 1. Jan. 1994 (AS 1993 3175; BBl 1993 I 805).

Art. 101b  

Rechts­an­wen­dung im Be­reich Di­rekt­ver­si­che­rung mit Aus­nah­me der Le­bens­ver­si­che­rung

 

1Auf Ver­si­che­rungs­ver­trä­ge in den nach Ar­ti­kel 6 VAG2 vom Bun­des­rat be­stimm­ten Zwei­gen der Di­rekt­ver­si­che­rung mit Aus­nah­me der Le­bens­ver­si­che­rung sind, wenn sie Ri­si­ken de­cken, die im Sin­ne von Ab­satz 5 in ei­nem Ver­trags­staat ge­le­gen sind, die fol­gen­den Vor­schrif­ten an­wend­bar:3

a.
Hat der Ver­si­che­rungs­neh­mer sei­nen ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt oder sei­ne Haupt­ver­wal­tung im Ver­trags­staat, in dem das Ri­si­ko ge­le­gen ist, so ist das auf den Ver­si­che­rungs­ver­trag an­wend­ba­re Recht das Recht die­ses Ver­trags­staats. Die Par­tei­en kön­nen je­doch das Recht ei­nes an­de­ren Staa­tes wäh­len, so­fern dies nach dem Recht die­ses Ver­trags­staats zu­läs­sig ist.
b.
Hat der Ver­si­che­rungs­neh­mer sei­nen ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt oder sei­ne Haupt­ver­wal­tung nicht in dem Ver­trags­staat, in dem das Ri­si­ko ge­le­gen ist, so kön­nen die Par­tei­en des Ver­si­che­rungs­ver­trags wäh­len, ob das Recht die­ses Ver­trags­staats oder das Recht je­nes Staa­tes, in dem der Ver­si­che­rungs­neh­mer sei­nen ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt oder sei­ne Haupt­ver­wal­tung hat, auf den Ver­trag an­wend­bar sein soll.
c.
Übt der Ver­si­che­rungs­neh­mer ei­ne Tä­tig­keit im in­dus­tri­el­len oder ge­werb­li­chen Sek­tor oder ei­ne frei­be­ruf­li­che Tä­tig­keit aus und deckt der Ver­trag zwei oder meh­re­re in ver­schie­de­nen Ver­trags­staa­ten ge­le­ge­ne Ri­si­ken in Ver­bin­dung mit die­sen Tä­tig­kei­ten, so um­fasst die freie Wahl des auf den Ver­trag an­wend­ba­ren Rechts das Recht die­ser Ver­trags­staa­ten und des Staa­tes, in dem der Ver­si­che­rungs­neh­mer sei­nen ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt oder sei­ne Haupt­ver­wal­tung hat.
d.
Las­sen die nach den Buch­sta­ben b und c wähl­ba­ren Rech­te ei­ne wei­ter­ge­hen­de Rechts­wahl zu, so kön­nen die Par­tei­en da­von Ge­brauch ma­chen.
e.
Be­schrän­ken sich die durch den Ver­trag ge­deck­ten Ri­si­ken auf Scha­den­fäl­le, die in ei­nem an­de­ren Ver­trags­staat ein­tre­ten kön­nen als demje­ni­gen, in dem das Ri­si­ko ge­le­gen ist, so kön­nen die Par­tei­en das Recht des an­de­ren Staa­tes wäh­len.
f.4
Bei der Ver­si­che­rung von Gross­ri­si­ken ge­mä­ss Ab­satz 6 kön­nen die Par­tei­en je­des be­lie­bi­ge Recht wäh­len.
g.
Be­fin­den sich die we­sent­li­chen Sach­ver­halts­ele­men­te (Ver­si­che­rungs­neh­mer, Ort des ge­le­ge­nen Ri­si­kos) im sel­ben Ver­trags­staat, so darf die Wahl ei­nes Rechts in den un­ter den Buch­sta­ben a und f ge­nann­ten Fäl­len durch die Par­tei­en die zwin­gen­den Be­stim­mun­gen die­ses Ver­trags­staats nicht be­rüh­ren.
h.
Die un­ter den Buch­sta­ben a-g ge­nann­te Rechts­wahl muss aus­drück­lich er­folgt sein oder sich mit hin­rei­chen­der Si­cher­heit aus den Ver­trags­klau­seln oder aus den Um­stän­den des Falls er­ge­ben. Ist dies nicht der Fall oder ist kei­ne Rechts­wahl ge­trof­fen wor­den, so gilt für den Ver­trag das Recht des­je­ni­gen nach den Buch­sta­ben a-g in Be­tracht kom­men­den Staa­tes, zu dem er in der engs­ten Be­zie­hung steht. Je­doch kann auf einen selb­stän­di­gen Teil des Ver­tra­ges, der zu ei­nem an­de­ren nach den Buch­sta­ben a-g in Be­tracht kom­men­den Staat in en­ge­rer Be­zie­hung steht, aus­nahms­wei­se das Recht die­ses an­de­ren Staa­tes an­wend­bar sein. Es wird ver­mu­tet, dass der Ver­trag die engs­ten Be­zie­hun­gen zu dem Ver­trags­staat auf­weist, in dem das Ri­si­ko ge­le­gen ist.

2Vor­be­hal­ten blei­ben die Be­stim­mun­gen des schwei­ze­ri­schen Rechts, die im Sin­ne von Ar­ti­kel 18 des Bun­des­ge­set­zes vom 18. De­zem­ber 19875über das In­ter­na­tio­na­le Pri­vat­recht (IPRG) oh­ne Rück­sicht auf das auf den Ver­trag an­zu­wen­den­de Recht den Sach­ver­halt zwin­gend re­geln.

3Im Sin­ne von Ar­ti­kel 19 IPRG blei­ben fer­ner vor­be­hal­ten die zwin­gen­den Vor­schrif­ten des Rechts des Ver­trags­staats, in dem das Ri­si­ko ge­le­gen ist, oder ei­nes Ver­trags­staats, der die Ver­si­che­rungs­pflicht vor­schreibt.

4Deckt der Ver­trag in mehr als ei­nem Ver­trags­staat ge­le­ge­ne Ri­si­ken, so wird für die An­wen­dung der Ab­sät­ze 2 und 3 da­von aus­ge­gan­gen, dass er meh­re­ren Ver­trä­gen ent­spricht, von de­nen sich je­der auf je­weils einen Ver­trags­staat be­zieht.

5Ein Ri­si­ko gilt als in dem Staat ge­le­gen, in dem:

a.
sich die ver­si­cher­ten Ge­gen­stän­de be­fin­den, wenn Ge­bäu­de oder Ge­bäu­de ein­sch­liess­lich dar­in be­find­li­che Sa­chen ver­si­chert wer­den;
b.
die ver­si­cher­ten Fahr­zeu­ge, un­ge­ach­tet wel­cher Art, zu­ge­las­sen sind;
c.
der Ver­si­che­rungs­neh­mer einen Ver­trag von höchs­tens vier Mo­na­ten Dau­er zur Ver­si­che­rung von Rei­se- und Fe­ri­en­ri­si­ken ab­ge­schlos­sen hat, un­ge­ach­tet des be­tref­fen­den Ver­si­che­rungs­zwei­ges;
d.
der Ver­si­che­rungs­neh­mer sei­nen ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt oder, im Fal­le ei­ner ju­ris­ti­schen Per­son, ei­ne Nie­der­las­sung hat, auf die sich der Ver­trag be­zieht.6

6Ein Gross­ri­si­ko liegt vor, wenn:

a.
die un­ter den Ver­si­che­rungs­zwei­gen Schie­nen­fahr­zeug-Kas­ko, Luft­fahr­zeug-Kas­ko, See-, Bin­nen­see- und Fluss­schiff­fahrts-Kas­ko, Trans­port­gü­ter, Luft­fahr­zeug­haft­pflicht und See-, Bin­nen­see- und Fluss­schiff­fahrts­haft­pflicht ein­ge­stuf­ten Ri­si­ken be­trof­fen sind;
b.
die un­ter den Zwei­gen Kre­dit und Kau­ti­on ein­ge­stuf­ten Ri­si­ken be­trof­fen sind, so­fern der Ver­si­che­rungs­neh­mer ei­ne Er­werbs­tä­tig­keit im in­dus­tri­el­len oder ge­werb­li­chen Sek­tor oder ei­ne frei­be­ruf­li­che Tä­tig­keit aus­übt und das Ri­si­ko da­mit im Zu­sam­men­hang steht;
c.
die un­ter den Zwei­gen Land­fahr­zeug-Kas­ko, Feu­er- und Ele­men­tar­schä­den, Sons­ti­ge Sach­schä­den, Haft­pflicht für Land­fahr­zeu­ge mit ei­ge­nem An­trieb, All­ge­mei­ne Haft­pflicht und Ver­schie­de­ne fi­nan­zi­el­le Ver­lus­te ein­ge­stuf­ten Ri­si­ken be­trof­fen sind, so­fern der Ver­si­che­rungs­neh­mer bei min­des­tens zwei der drei fol­gen­den Kri­te­ri­en die Ober­gren­zen über­schrei­tet:
1.
Bi­lanz­sum­me: 6,2 Mil­lio­nen Eu­ro;
2.
Net­toum­satz: 12,8 Mil­lio­nen Eu­ro;
3.
250 Voll­zeit­stel­len im Jah­res­durch­schnitt.7

1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. Ju­ni 1993, in Kraft seit 1. Jan. 1994 (AS 1993 3175; BBl 1993 I 805).
2 SR 961.01
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2006 (AS 2005 5245; BBl 2003 3789).
4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2006 (AS 2005 5245; BBl 2003 3789).
5 SR 291
6 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 17. Dez. 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2006 (AS 2005 5245; BBl 2003 3789).
7 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 17. Dez. 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2006 (AS 2005 5245; BBl 2003 3789).

Art. 101c  

Rechts­an­wen­dung im Be­reich Le­bens­ver­si­che­rung

 

1Das Recht, das auf die Le­bens­ver­si­che­rungs­ver­trä­ge in den nach Ar­ti­kel 6 VAG2 vom Bun­des­rat be­stimm­ten Ver­si­che­rungs­zwei­gen an­wend­bar ist, ist das Recht des Ver­trags­staats, in dem der Ver­si­che­rungs­neh­mer sei­nen ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt oder, im Fal­le ei­ner ju­ris­ti­schen Per­son, ei­ne Nie­der­las­sung hat, auf die sich der Ver­trag be­zieht. Die Par­tei­en kön­nen je­doch das Recht ei­nes an­dern Staa­tes wäh­len, so­fern dies nach dem Recht die­ses Ver­trags­staats zu­läs­sig ist.3

2Han­delt es sich bei dem Ver­si­che­rungs­neh­mer um ei­ne na­tür­li­che Per­son und hat die­se ih­ren ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt in ei­nem an­de­ren Ver­trags­staat als dem, des­sen Staats­an­ge­hö­ri­ge sie ist, so kön­nen die Par­tei­en das Recht des Ver­trags­staats wäh­len, des­sen Staats­an­ge­hö­ri­ge sie ist.

34

4Vor­be­hal­ten blei­ben die Be­stim­mun­gen des schwei­ze­ri­schen Rechts, die im Sin­ne von Ar­ti­kel 18 IPRG5oh­ne Rück­sicht auf das auf den Ver­trag an­zu­wen­den­de Recht den Sach­ver­halt zwin­gend re­geln.

5Im Sin­ne von Ar­ti­kel 19 IPRG blei­ben fer­ner vor­be­hal­ten die zwin­gen­den Vor­schrif­ten des Rechts des Ver­trags­staats der Ver­pflich­tung.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. Ju­ni 1993, in Kraft seit 1. Jan. 1994 (AS 1993 3175; BBl 1993 I 805).
2 SR 961.01
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2006 (AS 2005 5245; BBl 2003 3789).
4 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 17. Dez. 2004, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2006 (AS 2005 5245; BBl 2003 3789).
5 SR 291

Art. 102  

Ver­hält­nis des neu­en Rech­tes zum al­ten Rech­te

 

1Auf die zur Zeit des In­kraft­tre­tens die­ses Ge­set­zes be­ste­hen­den Ver­si­che­rungs­ver­trä­ge kom­men von die­sem Zeit­punk­te an zur An­wen­dung die Be­stim­mun­gen der Ar­ti­kel 11 Ab­satz 2, 13, 20, 21, 22 Ab­sät­ze 2-4, 29 Ab­satz 2, 34-37, 43-45, 54-57, 60, 65 Ab­satz 2, 66, 67 Ab­satz 4, 73 Ab­satz 2, 76, 77, 79, 80-87, 93 Ab­satz 1 Satz 1, 95 und 96.

2Die Be­stim­mung des Ar­ti­kels 44 Ab­satz 3, dass der Ver­si­che­rungs­neh­mer oder der An­spruchs­be­rech­tig­te die ihm ob­lie­gen­den Mit­tei­lun­gen auch je­dem Agen­ten des Ver­si­che­rers er­stat­ten kann, fin­det in­des­sen auf die­se Ver­trä­ge nur dann An­wen­dung, wenn der Ver­si­che­rer es un­ter­lässt, dem Ver­si­che­rungs­neh­mer oder dem An­spruchs­be­rech­tig­ten ei­ne in­län­di­sche Mel­de­stel­le zur Kennt­nis zu brin­gen.

3Ver­trä­ge, die vor In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes ab­ge­schlos­sen wor­den sind, aber nach In­kraft­tre­ten des Ge­set­zes durch ver­trags­mäs­si­ge Kün­di­gung be­en­digt wer­den kön­nen, sind von dem Zeit­punk­te an, auf den sie hät­ten be­en­digt wer­den kön­nen, über­dies den in den Ar­ti­keln 97 und 98 die­ses Ge­set­zes auf­ge­führ­ten Vor­schrif­ten un­ter­wor­fen.

4Im üb­ri­gen kom­men die Ar­ti­kel 882 und 883 des Bun­des­ge­set­zes vom 14. Ju­ni 18811 über das Ob­li­ga­tio­nen­recht sinn­ge­mä­ss zur An­wen­dung.


1 [AS 5 635, 11 490. BS 2 3 SchlT Art. 60 Abs. 2]

Art. 103  

Auf­he­bung be­ste­hen­der Vor­schrif­ten

 

1Mit dem In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes wer­den, vor­be­hält­lich der Vor­schrift des Ar­ti­kels 102 Ab­satz 4 die­ses Ge­set­zes, die Be­stim­mung des Ar­ti­kels 896 des Ob­li­ga­tio­nen­rech­tes vom 14. Ju­ni 18811 so­wie al­le ent­ge­gen­ste­hen­den Vor­schrif­ten der kan­to­na­len Ge­set­ze und Ver­ord­nun­gen auf­ge­ho­ben.

2In­des­sen wer­den durch die­ses Ge­setz die kan­to­na­len Vor­schrif­ten über Ver­si­che­rungs­ver­hält­nis­se, die bei den von den Kan­to­nen or­ga­ni­sier­ten Ver­si­che­rungs­an­stal­ten ent­ste­hen, nicht be­rührt.


1 [AS 5 635, 11 490. BS 2 3 SchlT Art. 60 Abs. 2]

Art. 104  

In­kraft­tre­ten des Ge­set­zes

 

Der Bun­des­rat wird be­auf­tragt, auf Grund­la­ge der Be­stim­mun­gen des Bun­des­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 18741 be­tref­fend Volks­ab­stim­mung über Bun­des­ge­set­ze und Bun­des­be­schlüs­se, die­ses Ge­setz be­kannt zu ma­chen und den Be­ginn sei­ner Wirk­sam­keit fest­zu­set­zen.


1 [BS 1 173; AS 1962 789 Art. 11 Abs. 3. AS 1978 688 Art. 89 Bst. b]

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