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Bundesgesetz über den Schutz von Marken und Herkunftsangaben

vom 28. August 1992 (Stand am 1. April 2019)

Die Bundesversammlung der Schweizerischen Eidgenossenschaft,

gestützt auf Artikel 122 der Bundesverfassung1,2 nach Einsicht in eine Botschaft des Bundesrates vom 21. November 19903,

beschliesst:

1. Titel: Marken

1. Kapitel: Allgemeine Bestimmungen

1. Abschnitt: Schutz der Marken

Art. 1 Begriff

1Die Mar­ke ist ein Zei­chen, das ge­eig­net ist, Wa­ren oder Dienst­leis­tun­gen ei­nes Un­ter­neh­mens von sol­chen an­de­rer Un­ter­neh­men zu un­ter­schei­den.

2Mar­ken kön­nen ins­be­son­de­re Wör­ter, Buch­sta­ben, Zah­len, bild­li­che Dar­stel­lun­gen, drei­di­men­sio­na­le For­men oder Ver­bin­dun­gen sol­cher Ele­men­te un­ter­ein­an­der oder mit Far­ben sein.

Art. 2 Absolute Ausschlussgründe

Vom Mar­ken­schutz aus­ge­schlos­sen sind:

a.
Zei­chen, die Ge­mein­gut sind, es sei denn, dass sie sich als Mar­ke für die Wa­ren oder Dienst­leis­tun­gen durch­ge­setzt ha­ben, für die sie be­an­sprucht wer­den;
b.
For­men, die das We­sen der Wa­re aus­ma­chen, und For­men der Wa­re oder Ver­pa­ckung, die tech­nisch not­wen­dig sind;
c.
ir­re­füh­ren­de Zei­chen;
d.
Zei­chen, die ge­gen die öf­fent­li­che Ord­nung, die gu­ten Sit­ten oder gel­ten­des Recht ver­stos­sen.
Art. 3 Relative Ausschlussgründe

1Vom Mar­ken­schutz aus­ge­schlos­sen sind wei­ter Zei­chen, die:

a.
mit ei­ner äl­te­ren Mar­ke iden­tisch und für die glei­chen Wa­ren oder Dienst­leis­tun­gen be­stimmt sind wie die­se;
b.
mit ei­ner äl­te­ren Mar­ke iden­tisch und für gleich­ar­ti­ge Wa­ren oder Dienst­leis­tun­gen be­stimmt sind, so dass sich dar­aus ei­ne Ver­wechs­lungs­ge­fahr er­gibt;
c.
ei­ner äl­te­ren Mar­ke ähn­lich und für glei­che oder gleich­ar­ti­ge Wa­ren oder Dienst­leis­tun­gen be­stimmt sind, so dass sich dar­aus ei­ne Ver­wechs­lungs­ge­fahr er­gibt.

2Als äl­te­re Mar­ken gel­ten:

a.
hin­ter­leg­te oder ein­ge­tra­ge­ne Mar­ken, die ei­ne Prio­ri­tät nach die­sem Ge­setz (Art. 6-8) ge­nies­sen;
b.
Mar­ken, die zum Zeit­punkt der Hin­ter­le­gung des un­ter Ab­satz 1 fal­len­den Zei­chens im Sin­ne von Ar­ti­kel 6bis der Pa­ri­ser Ver­bands­über­ein­kunft vom 20. März 18831 zum Schutz des ge­werb­li­chen Ei­gen­tums (Pa­ri­ser Ver­bands­über­ein­kunft) in der Schweiz no­to­risch be­kannt sind.

3Auf die Aus­schluss­grün­de nach die­sem Ar­ti­kel kann sich nur der In­ha­ber der äl­te­ren Mar­ke be­ru­fen.


Art. 4 Eintragung zugunsten Nutzungsberechtigter

Kei­nen Schutz ge­nies­sen fer­ner Mar­ken, die oh­ne Zu­stim­mung des In­ha­bers auf den Na­men von Agen­ten, Ver­tre­tern oder an­de­ren zum Ge­brauch Er­mäch­tig­ten ein­ge­tra­gen wer­den oder die nach Weg­fall der Zu­stim­mung im Re­gis­ter ein­ge­tra­gen blei­ben.

2. Abschnitt: Entstehung des Markenrechts; Priorität

Art. 5 Entstehung des Markenrechts

Das Mar­ken­recht ent­steht mit der Ein­tra­gung im Re­gis­ter.

Art. 6 Hinterlegungspriorität

Das Mar­ken­recht steht demje­ni­gen zu, der die Mar­ke zu­erst hin­ter­legt.

Art. 7 Priorität nach der Pariser Verbandsübereinkunft

1Ist ei­ne Mar­ke erst­mals in ei­nem an­de­ren Mit­glied­staat der Pa­ri­ser Ver­bands­über­ein­kunft1 oder mit Wir­kung für einen sol­chen Staat vor­schrifts­ge­mä­ss hin­ter­legt wor­den, so kann der Hin­ter­le­ger oder sein Rechts­nach­fol­ger für die Hin­ter­le­gung der glei­chen Mar­ke in der Schweiz das Da­tum der Erst­hin­ter­le­gung be­an­spru­chen, so­fern die Hin­ter­le­gung in der Schweiz in­ner­halb von sechs Mo­na­ten nach der Erst­hin­ter­le­gung er­folgt.

2Die Erst­hin­ter­le­gung in ei­nem Staat, wel­cher der Schweiz Ge­gen­recht hält, hat die glei­che Wir­kung wie die Erst­hin­ter­le­gung in ei­nem Mit­glied­staat der Pa­ri­ser Ver­bands­über­ein­kunft.


Art. 8 Ausstellungspriorität

Wer ei­ne mit ei­ner Mar­ke ge­kenn­zeich­ne­te Wa­re oder Dienst­leis­tung auf ei­ner of­fi­zi­el­len oder of­fi­zi­ell an­er­kann­ten Aus­stel­lung im Sin­ne des Über­ein­kom­mens vom 22. No­vem­ber 19281 über die in­ter­na­tio­na­len Aus­stel­lun­gen in ei­nem Mit­glied­staat der Pa­ri­ser Ver­bands­über­ein­kunft2 vor­stellt, kann für die Hin­ter­le­gung das Da­tum des Er­öff­nungs­ta­ges der Aus­stel­lung be­an­spru­chen, so­fern er die Mar­ke in­ner­halb von sechs Mo­na­ten nach die­sem Zeit­punkt hin­ter­legt.


Art. 9 Prioritätserklärung

1Wer die Prio­ri­tät nach der Pa­ri­ser Ver­bands­über­ein­kunft1 oder die Aus­stel­lungs­prio­ri­tät be­an­sprucht, hat beim Eid­ge­nös­si­schen In­sti­tut für Geis­ti­ges Ei­gen­tum (IGE) ei­ne Prio­ri­täts­er­klä­rung ab­zu­ge­ben. Das IGE kann die Ein­rei­chung ei­nes Prio­ri­täts­be­legs ver­lan­gen.2

2Der An­spruch ist ver­wirkt, wenn die in der Ver­ord­nung fest­ge­leg­ten Fris­ten und For­mer­for­der­nis­se nicht be­ach­tet wer­den.

3Die Ein­tra­gung ei­ner Prio­ri­tät be­grün­det le­dig­lich ei­ne Ver­mu­tung zu­guns­ten des Mar­ken­in­ha­bers.


1 SR 0.232.01, 0.232.02, 0.232.03, 0.232.04
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2015 3631; BBl 2009 8533).

3. Abschnitt: Bestand des Markenrechts

Art. 10 Gültigkeitsdauer und Verlängerung der Eintragung

1Die Ein­tra­gung ist wäh­rend zehn Jah­ren vom Hin­ter­le­gungs­da­tum an gül­tig.

2Die Ein­tra­gung wird je­weils um zehn Jah­re ver­län­gert, wenn ein Ver­län­ge­rungs­an­trag vor­liegt und die in der Ver­ord­nung da­für vor­ge­se­he­nen Ge­büh­ren be­zahlt sind.1

3Der Ver­län­ge­rungs­an­trag muss in­ner­halb der letz­ten zwölf Mo­na­te vor Ab­lauf der Gül­tig­keits­dau­er, spä­tes­tens je­doch in­ner­halb von sechs Mo­na­ten nach ih­rem Ab­lauf beim IGE ein­ge­reicht wer­den.2

43


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 2 des BG vom 24. März 1995 über Sta­tut und Auf­ga­ben des Eid­ge­nös­si­schen In­sti­tuts für Geis­ti­ges Ei­gen­tum, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1995 5050; BBl 1994 III 964).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2015 3631; BBl 2009 8533).
3 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 2 des BG vom 24. März 1995 über Sta­tut und Auf­ga­ben des Eid­ge­nös­si­schen In­sti­tuts für Geis­ti­ges Ei­gen­tum, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1996 (AS 1995 5050; BBl 1994 III 964).

Art. 11 Gebrauch der Marke

1Die Mar­ke ist ge­schützt, so­weit sie im Zu­sam­men­hang mit den Wa­ren und Dienst­leis­tun­gen ge­braucht wird, für die sie be­an­sprucht wird.

2Als Ge­brauch der Mar­ke gel­ten auch der Ge­brauch in ei­ner von der Ein­tra­gung nicht we­sent­lich ab­wei­chen­den Form und der Ge­brauch für die Aus­fuhr.

3Der Ge­brauch der Mar­ke mit Zu­stim­mung des In­ha­bers gilt als Ge­brauch durch die­sen selbst.

Art. 12 Folgen des Nichtgebrauchs

1Hat der In­ha­ber die Mar­ke im Zu­sam­men­hang mit den Wa­ren oder Dienst­leis­tun­gen, für die sie be­an­sprucht wird, wäh­rend ei­nes un­un­ter­bro­che­nen Zeit­raums von fünf Jah­ren nach un­be­nütz­tem Ab­lauf der Wi­der­spruchs­frist oder nach Ab­schluss des Wi­der­spruchs­ver­fah­rens nicht ge­braucht, so kann er sein Mar­ken­recht nicht mehr gel­tend ma­chen, aus­ser wenn wich­ti­ge Grün­de für den Nicht­ge­brauch vor­lie­gen.

2Wird der Ge­brauch der Mar­ke nach mehr als fünf Jah­ren erst­mals oder er­neut auf­ge­nom­men, so lebt das Mar­ken­recht mit Wir­kung der ur­sprüng­li­chen Prio­ri­tät wie­der auf, so­fern vor dem Zeit­punkt der erst­ma­li­gen oder er­neu­ten Auf­nah­me des Ge­brauchs nie­mand den Nicht­ge­brauch der Mar­ke nach Ab­satz 1 gel­tend ge­macht hat.

3Wer den Nicht­ge­brauch der Mar­ke gel­tend macht, hat ihn glaub­haft zu ma­chen; der Be­weis des Ge­brauchs ob­liegt so­dann dem Mar­ken­in­ha­ber.

4. Abschnitt: Inhalt des Markenrechts

Art. 13 Ausschliessliches Recht

1Das Mar­ken­recht ver­leiht dem In­ha­ber das aus­sch­liess­li­che Recht, die Mar­ke zur Kenn­zeich­nung der Wa­ren oder Dienst­leis­tun­gen, für die sie be­an­sprucht wird, zu ge­brau­chen und dar­über zu ver­fü­gen.

2Der Mar­ken­in­ha­ber kann an­de­ren ver­bie­ten, ein Zei­chen zu ge­brau­chen, das nach Ar­ti­kel 3 Ab­satz 1 vom Mar­ken­schutz aus­ge­schlos­sen ist, so ins­be­son­de­re:

a.
das Zei­chen auf Wa­ren oder de­ren Ver­pa­ckung an­zu­brin­gen;
b.
un­ter dem Zei­chen Wa­ren an­zu­bie­ten, in Ver­kehr zu brin­gen oder zu die­sem Zweck zu la­gern;
c.
un­ter dem Zei­chen Dienst­leis­tun­gen an­zu­bie­ten oder zu er­brin­gen;
d.
un­ter dem Zei­chen Wa­ren ein-, aus- oder durch­zu­füh­ren;1
e.
das Zei­chen auf Ge­schäfts­pa­pie­ren, in der Wer­bung oder sonst wie im ge­schäft­li­chen Ver­kehr zu ge­brau­chen.

2bisDie An­sprü­che nach Ab­satz 2 Buch­sta­be d ste­hen dem Mar­ken­in­ha­ber auch dann zu, wenn die Ein-, Aus- oder Durch­fuhr von ge­werb­lich her­ge­stell­ten Wa­ren zu pri­va­ten Zwe­cken er­folgt.2

3Die An­sprü­che nach die­sem Ar­ti­kel ste­hen dem Mar­ken­in­ha­ber auch ge­gen­über Nut­zungs­be­rech­tig­ten nach Ar­ti­kel 4 zu.3


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des BG vom 22. Ju­ni 2007, Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).
2 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 3 des BG vom 22. Ju­ni 2007, Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).
3 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des BG vom 22. Ju­ni 2007, Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).

Art. 14 Einschränkung zugunsten vorbenützter Zeichen

1Der Mar­ken­in­ha­ber kann ei­nem an­de­ren nicht ver­bie­ten, ein von die­sem be­reits vor der Hin­ter­le­gung ge­brauch­tes Zei­chen im bis­he­ri­gen Um­fang wei­ter zu ge­brau­chen.

2Die­ses Weiter­be­nüt­zungs­recht kann nur zu­sam­men mit dem Un­ter­neh­men über­tra­gen wer­den.

Art. 15 Berühmte Marke

1Der In­ha­ber ei­ner be­rühm­ten Mar­ke kann an­de­ren de­ren Ge­brauch für je­de Art von Wa­ren oder Dienst­leis­tun­gen ver­bie­ten, wenn ein sol­cher Ge­brauch die Un­ter­schei­dungs­kraft der Mar­ke ge­fähr­det oder de­ren Ruf aus­nützt oder be­ein­träch­tigt.

2Rech­te, die er­wor­ben wur­den, be­vor die Mar­ke Be­rühmt­heit er­langt hat, blei­ben un­be­rührt.

Art. 16 Wiedergabe von Marken in Wörterbüchern und anderen Nachschlagewerken

Ist in ei­nem Wör­ter­buch, in ei­nem an­de­ren Nach­schla­ge­werk oder in ei­nem ähn­li­chen Werk ei­ne ein­ge­tra­ge­ne Mar­ke oh­ne einen Hin­weis auf ih­re Ein­tra­gung wie­der­ge­ge­ben, so kann der Mar­ken­in­ha­ber vom Ver­le­ger, Her­aus­ge­ber oder Ver­tei­ler des Wer­kes ver­lan­gen, spä­tes­tens bei ei­nem Neu­druck einen ent­spre­chen­den Hin­weis auf­zu­neh­men.

5. Abschnitt: Änderungen im Markenrecht

Art. 17 Übertragung

1Der Mar­ken­in­ha­ber kann die Mar­ke für die Wa­ren oder Dienst­leis­tun­gen, für die sie be­an­sprucht wird, ganz oder teil­wei­se über­tra­gen.

2Die Über­tra­gung be­darf zu ih­rer Gül­tig­keit der schrift­li­chen Form. Sie ist ge­gen­über gut­gläu­bi­gen Drit­ten erst wirk­sam, wenn sie im Re­gis­ter ein­ge­tra­gen ist.

3Kla­gen nach die­sem Ge­setz kön­nen bis zur Ein­tra­gung der Über­tra­gung im Re­gis­ter ge­gen den bis­he­ri­gen In­ha­ber ge­rich­tet wer­den.

4Oh­ne ge­gen­tei­li­ge Ver­ein­ba­rung wer­den mit der Über­tra­gung ei­nes Un­ter­neh­mens auch sei­ne Mar­ken über­tra­gen.

Art. 17a Teilung des Eintragungsgesuchs oder der Eintragung

1Der Mar­ken­in­ha­ber kann je­der­zeit die Tei­lung der Ein­tra­gung oder des Ein­tra­gungs­ge­suchs ver­lan­gen.2

2Die Wa­ren und Dienst­leis­tun­gen wer­den auf die Teil­ge­su­che oder Tei­lein­tra­gun­gen auf­ge­teilt.

3Die Teil­ge­su­che oder Tei­lein­tra­gun­gen be­hal­ten das Hin­ter­le­gungs- und Prio­ri­täts­da­tum des Ur­sprungs­ge­suchs oder der Ur­sprungs­ein­tra­gung bei.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 4. Okt. 1996, in Kraft seit 1. Mai 1997 (AS 1997 1028; BBl 1996 II 1425).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2015 3631; BBl 2009 8533).

Art. 18 Lizenz

1Der Mar­ken­in­ha­ber kann die Mar­ke für die Wa­ren oder Dienst­leis­tun­gen, für die sie be­an­sprucht wird, ganz oder teil­wei­se und für das ge­sam­te Ge­biet oder einen Teil der Schweiz an­de­ren zum Ge­brauch über­las­sen.

2Die Li­zenz wird auf An­trag ei­nes Be­tei­lig­ten in das Re­gis­ter ein­ge­tra­gen. Sie er­hält da­mit Wir­kung ge­gen­über ei­nem spä­ter er­wor­be­nen Recht an der Mar­ke.

Art. 19 Nutzniessung und Pfandrecht; Zwangsvollstreckung

1Die Mar­ke kann Ge­gen­stand ei­ner Nutz­nies­sung, ei­nes Pfand­rechts so­wie von Voll­stre­ckungs­mass­nah­men sein.

2Die Nutz­nies­sung und die Ver­pfän­dung sind ge­gen­über gut­gläu­bi­gen Drit­ten erst wirk­sam, wenn sie im Re­gis­ter ein­ge­tra­gen sind.

6. Abschnitt: Völkerrechtliche Verträge

Art. 20

11

2Ge­wäh­ren für die Schweiz ver­bind­li­che völ­ker­recht­li­che Ver­trä­ge wei­ter­ge­hen­de Rech­te als die­ses Ge­setz, so gel­ten die­se auch für schwei­ze­ri­sche Staats­an­ge­hö­ri­ge.


1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. II 11 des BG vom 20. März 2008 zur for­mel­len Be­rei­ni­gung des Bun­des­rechts, mit Wir­kung seit 1. Aug. 2008 (AS 2008 3437; BBl 2007 6121).

2. Kapitel: Garantiemarke und Kollektivmarke

Art. 21 Garantiemarke

1Die Ga­ran­tie­mar­ke ist ein Zei­chen, das un­ter der Kon­trol­le des Mar­ken­in­ha­bers von ver­schie­de­nen Un­ter­neh­men ge­braucht wird und da­zu dient, die Be­schaf­fen­heit, die geo­gra­phi­sche Her­kunft, die Art der Her­stel­lung oder an­de­re ge­mein­sa­me Merk­ma­le von Wa­ren oder Dienst­leis­tun­gen die­ser Un­ter­neh­men zu ge­währ­leis­ten.

2Die Ga­ran­tie­mar­ke darf nicht für Wa­ren oder Dienst­leis­tun­gen des Mar­ken­in­ha­bers oder ei­nes mit ihm wirt­schaft­lich eng ver­bun­de­nen Un­ter­neh­mens ge­braucht wer­den.

3Der Mar­ken­in­ha­ber muss je­der­mann ge­gen an­ge­mes­se­nes Ent­gelt den Ge­brauch der Ga­ran­tie­mar­ke für Wa­ren oder Dienst­leis­tun­gen ge­stat­ten, wel­che die nach dem Mar­ken­re­gle­ment ge­währ­leis­te­ten ge­mein­sa­men Merk­ma­le auf­wei­sen.

Art. 22 Kollektivmarke

Die Kol­lek­tiv­mar­ke ist ein Zei­chen ei­ner Ver­ei­ni­gung von Fa­bri­ka­ti­ons-, Han­dels- oder Dienst­leis­tungs­un­ter­neh­mun­gen, das da­zu dient, Wa­ren oder Dienst­leis­tun­gen der Mit­glie­der der Ver­ei­ni­gung von sol­chen an­de­rer Un­ter­neh­men zu un­ter­schei­den.

Art. 23 Markenreglement

1Der Hin­ter­le­ger ei­ner Ga­ran­tie- oder Kol­lek­tiv­mar­ke muss dem IGE1 ein Re­gle­ment über den Ge­brauch der Mar­ke ein­rei­chen.

2Das Re­gle­ment der Ga­ran­tie­mar­ke nennt die ge­mein­sa­men Merk­ma­le der Wa­ren oder Dienst­leis­tun­gen, wel­che die Mar­ke ge­währ­leis­ten soll; wei­ter muss es ei­ne wirk­sa­me Kon­trol­le über den Ge­brauch der Mar­ke und an­ge­mes­se­ne Sank­tio­nen vor­se­hen.

3Das Re­gle­ment der Kol­lek­tiv­mar­ke be­zeich­net den Kreis der Un­ter­neh­men, die zum Ge­brauch der Mar­ke be­rech­tigt sind.

4Das Re­gle­ment darf nicht ge­gen die öf­fent­li­che Ord­nung, die gu­ten Sit­ten oder gel­ten­des Recht ver­stos­sen.


1 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2015 3631; BBl 2009 8533). Die Änd. wur­de im gan­zen Text be­rück­sich­tigt.

Art. 24 Genehmigung des Reglements

Das Re­gle­ment muss vom IGE ge­neh­migt wer­den. Die Ge­neh­mi­gung wird er­teilt, wenn die Vor­aus­set­zun­gen nach Ar­ti­kel 23 er­füllt sind.

Art. 25 Rechtswidriges Reglement

Er­füllt das Re­gle­ment die Vor­aus­set­zun­gen nach Ar­ti­kel 23 nicht oder nicht mehr und schafft der Mar­ken­in­ha­ber nicht in­ner­halb ei­ner vom Rich­ter an­zu­set­zen­den Frist Ab­hil­fe, so ist die Ein­tra­gung der Mar­ke nach Ab­lauf die­ser Frist nich­tig.

Art. 26 Reglementswidriger Gebrauch

Dul­det der Mar­ken­in­ha­ber einen wie­der­hol­ten Ge­brauch der Ga­ran­tie- oder Kol­lek­tiv­mar­ke, der we­sent­li­che Be­stim­mun­gen des Re­gle­ments ver­letzt, und schafft er nicht in­ner­halb ei­ner vom Rich­ter an­zu­set­zen­den Frist Ab­hil­fe, so ist die Ein­tra­gung der Mar­ke nach Ab­lauf die­ser Frist nich­tig.

Art. 27 Übertragung und Lizenz

Die Über­tra­gung der Ga­ran­tie- oder Kol­lek­tiv­mar­ke so­wie die Er­tei­lung von Li­zen­zen an Kol­lek­tiv­mar­ken sind nur gül­tig, wenn sie im Re­gis­ter ein­ge­tra­gen sind.

2a. Kapitel: Geografische Marke

Art. 27a Gegenstand

In Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 2 Buch­sta­be a kann ei­ne geo­gra­fi­sche Mar­ke ein­ge­tra­gen wer­den:

a.
für ei­ne nach Ar­ti­kel 16 des Land­wirt­schafts­ge­set­zes vom 29. April 19981 (LwG) ein­ge­tra­ge­ne Ur­sprungs­be­zeich­nung oder ein­ge­tra­ge­ne geo­gra­fi­sche An­ga­be oder für ei­ne nach Ar­ti­kel 50a des vor­lie­gen­den Ge­set­zes ein­ge­tra­ge­ne geo­gra­fi­sche An­ga­be;
b.
für ei­ne nach Ar­ti­kel 63 LwG ge­schütz­te kon­trol­lier­te Ur­sprungs­be­zeich­nung oder für ei­ne aus­län­di­sche Wein­be­zeich­nung, die den An­for­de­run­gen im Sin­ne von Ar­ti­kel 63 LwG ent­spricht;
c.
für ei­ne Her­kunfts­an­ga­be, die Ge­gen­stand ei­ner Ver­ord­nung des Bun­des­ra­tes nach Ar­ti­kel 50 Ab­satz 2 ist, oder für ei­ne aus­län­di­sche Her­kunfts­an­ga­be, die sich auf ei­ne gleich­wer­ti­ge aus­län­di­sche Re­ge­lung stützt.

1 SR 910.1

Art. 27b Eintragungsberechtigte

Die Ein­tra­gung ei­ner geo­gra­fi­schen Mar­ke kann ver­langt wer­den:

a.
von ei­ner Grup­pie­rung, die die Ur­sprungs­be­zeich­nung oder die geo­gra­fi­sche An­ga­be hat ein­tra­gen las­sen, oder, wenn die­se Grup­pie­rung nicht mehr be­steht, von der re­prä­sen­ta­ti­ven Grup­pie­rung, die sich für den Schutz die­ser Ur­sprungs­be­zeich­nung oder geo­gra­fi­schen An­ga­be ein­setzt;
b.
vom Schwei­zer Kan­ton, der die kon­trol­lier­te Ur­sprungs­be­zeich­nung schützt, oder von der aus­län­di­schen Be­hör­de, die für die Re­ge­lung von Wein­be­zeich­nun­gen zu­stän­dig ist, wel­che Ar­ti­kel 63 LwG1 ent­spre­chen, so­wie von der Grup­pie­rung, die ei­ne sol­che aus­län­di­sche Wein­be­zeich­nung hat schüt­zen las­sen;
c.
von der Dach­or­ga­ni­sa­ti­on ei­ner Bran­che, für die der Bun­des­rat ge­stützt auf Ar­ti­kel 50 Ab­satz 2 ei­ne Ver­ord­nung er­las­sen hat oder die sich auf ei­ne gleich­wer­ti­ge aus­län­di­sche Re­ge­lung stützt.

1 SR 910.1

Art. 27c Markenreglement

1Der Hin­ter­le­ger ei­ner geo­gra­fi­schen Mar­ke muss dem IGE ein Re­gle­ment über den Ge­brauch der Mar­ke ein­rei­chen.

2Das Re­gle­ment muss dem Pflich­ten­heft oder der mass­ge­ben­den Re­ge­lung ent­spre­chen; es darf für den Ge­brauch der geo­gra­fi­schen Mar­ke kein Ent­gelt vor­se­hen.

Art. 27d Rechte

1Ei­ne geo­gra­fi­sche Mar­ke darf von je­der Per­son ge­braucht wer­den, so­fern die An­for­de­run­gen des Re­gle­ments er­füllt wer­den.

2Der In­ha­ber ei­ner geo­gra­fi­schen Mar­ke kann an­de­ren ver­bie­ten, die­se im ge­schäft­li­chen Ver­kehr für iden­ti­sche oder ver­gleich­ba­re Wa­ren zu ge­brau­chen, so­fern der Ge­brauch nicht dem Re­gle­ment ent­spricht.

Art. 27e Nicht anwendbare Bestimmungen

1Die geo­gra­fi­sche Mar­ke kann in Ab­wei­chung der Ar­ti­kel 17 und 18 nicht über­tra­gen oder li­zen­ziert wer­den.

2Der In­ha­ber ei­ner geo­gra­fi­schen Mar­ke kann in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 31 kei­nen Wi­der­spruch ge­gen die Ein­tra­gung ei­ner Mar­ke er­he­ben.

3Die Be­stim­mun­gen über den Ge­brauch und die Fol­gen des Nicht­ge­brauchs der Mar­ke nach den Ar­ti­keln 11 und 12 sind nicht an­wend­bar.

3. Kapitel: Eintragung der Marken

1. Abschnitt: Eintragungsverfahren

Art. 28 Hinterlegung

1Je­de Per­son kann ei­ne Mar­ke hin­ter­le­gen.

2Für die Hin­ter­le­gung sind beim IGE ein­zu­rei­chen:

a.
das Ein­tra­gungs­ge­such mit An­ga­be des Na­mens oder der Fir­ma des Hin­ter­le­gers;
b.
die Wie­der­ga­be der Mar­ke;
c.
das Ver­zeich­nis der Wa­ren oder Dienst­leis­tun­gen, für wel­che die Mar­ke be­an­sprucht wird.

3Für die Hin­ter­le­gung müs­sen die in der Ver­ord­nung da­für vor­ge­se­he­nen Ge­büh­ren be­zahlt wer­den.1

42


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 2 des BG vom 24. März 1995 über Sta­tut und Auf­ga­ben des Eid­ge­nös­si­schen In­sti­tuts für Geis­ti­ges Ei­gen­tum, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1995 5050; BBl 1994 III 964).
2 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 2 des BG vom 24. März 1995 über Sta­tut und Auf­ga­ben des Eid­ge­nös­si­schen In­sti­tuts für Geis­ti­ges Ei­gen­tum, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1996 (AS 1995 5050; BBl 1994 III 964).

Art. 29 Hinterlegungsdatum

1Ei­ne Mar­ke gilt als hin­ter­legt, so­bald die in Ar­ti­kel 28 Ab­satz 2 ge­nann­ten Un­ter­la­gen ein­ge­reicht sind.

2Wird die Mar­ke nach der Hin­ter­le­gung er­setzt oder in we­sent­li­chen Tei­len ge­än­dert oder wird das Ver­zeich­nis der Wa­ren und Dienst­leis­tun­gen er­wei­tert, so gilt als Hin­ter­le­gungs­da­tum der Tag, an dem die­se Än­de­run­gen ein­ge­reicht wer­den.

Art. 30 Entscheid und Eintragung

1Das IGE tritt auf das Ein­tra­gungs­ge­such nicht ein, wenn die Hin­ter­le­gung den Er­for­der­nis­sen nach Ar­ti­kel 28 Ab­satz 2 nicht ent­spricht.

2Es weist das Ein­tra­gungs­ge­such zu­rück, wenn:

a.
die Hin­ter­le­gung den in die­sem Ge­setz oder in der Ver­ord­nung fest­ge­leg­ten for­ma­len Er­for­der­nis­sen nicht ent­spricht;
b.
die vor­ge­schrie­be­nen Ge­büh­ren nicht be­zahlt sind;
c.
ab­so­lu­te Aus­schluss­grün­de vor­lie­gen;
d.
die Ga­ran­tie- oder Kol­lek­tiv­mar­ke den Er­for­der­nis­sen der Ar­ti­kel 21-23 nicht ent­spricht;
e.1
die geo­gra­fi­sche Mar­ke den Er­for­der­nis­sen der Ar­ti­kel 27a-27c nicht ent­spricht.

3Es trägt die Mar­ke ein, wenn kei­ne Zu­rück­wei­sungs­grün­de vor­lie­gen.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2015 3631; BBl 2009 8533).

2. Abschnitt: Widerspruchsverfahren

Art. 31 Widerspruch

1Der In­ha­ber ei­ner äl­te­ren Mar­ke kann ge­stützt auf Ar­ti­kel 3 Ab­satz 1 ge­gen die Ein­tra­gung Wi­der­spruch er­he­ben.

1bisEr kann kei­nen Wi­der­spruch ge­gen die Ein­tra­gung ei­ner geo­gra­fi­schen Mar­ke er­he­ben.1

2Der Wi­der­spruch ist in­ner­halb von drei Mo­na­ten nach der Ver­öf­fent­li­chung der Ein­tra­gung beim IGE schrift­lich mit Be­grün­dung ein­zu­rei­chen. In­ner­halb die­ser Frist ist auch die Wi­der­spruchs­ge­bühr zu be­zah­len.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2015 3631; BBl 2009 8533).

Art. 32 Glaubhaftmachung des Gebrauchs

Be­haup­tet der Wi­der­spruchs­geg­ner den Nicht­ge­brauch der äl­te­ren Mar­ke nach Ar­ti­kel 12 Ab­satz 1, so hat der Wi­der­spre­chen­de den Ge­brauch sei­ner Mar­ke oder wich­ti­ge Grün­de für den Nicht­ge­brauch glaub­haft zu ma­chen.

Art. 33 Entscheid über den Widerspruch

Ist der Wi­der­spruch be­grün­det, so wird die Ein­tra­gung ganz oder teil­wei­se wi­der­ru­fen; an­dern­falls wird der Wi­der­spruch ab­ge­wie­sen.

Art. 34 Parteientschädigung

Mit dem Ent­scheid über den Wi­der­spruch hat das IGE zu be­stim­men, ob und in wel­chem Mas­se die Kos­ten der ob­sie­gen­den Par­tei von der un­ter­lie­gen­den zu er­set­zen sind.

3. Abschnitt: Löschung der Eintragung

Art. 35 Voraussetzung

Das IGE löscht ei­ne Mar­ken­ein­tra­gung ganz oder teil­wei­se; wenn:

a.
der In­ha­ber die Lö­schung be­an­tragt;
b.
die Ein­tra­gung nicht ver­län­gert wird;
c.
die Ein­tra­gung durch ein rechts­kräf­ti­ges rich­ter­li­ches Ur­teil nich­tig er­klärt wird;
d.2
die ge­schütz­te Ur­sprungs­be­zeich­nung oder die ge­schütz­te geo­gra­fi­sche An­ga­be, auf die sich ei­ne geo­gra­fi­sche Mar­ke stützt, ge­löscht wird;
e.3
ein An­trag auf Lö­schung gut­ge­heis­sen wird.

1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2015 3631; BBl 2009 8533).
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2015 3631; BBl 2009 8533).
3 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2015 3631; BBl 2009 8533).

Art. 35a Antrag

1Je­de Per­son kann beim IGE einen An­trag auf Lö­schung der Mar­ke we­gen Nicht­ge­brauchs nach Ar­ti­kel 12 Ab­satz 1 stel­len.

2Der An­trag kann frü­he­s­tens ge­stellt wer­den:

a.
fünf Jah­re nach un­be­nütz­tem Ab­lauf der Wi­der­spruchs­frist; oder
b.
im Fal­le ei­nes Wi­der­spruchs­ver­fah­rens: fünf Jah­re nach Ab­schluss des Wi­der­spruchs­ver­fah­rens.

3Der An­trag gilt erst als ge­stellt, wenn die ent­spre­chen­de Ge­bühr be­zahlt ist.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2015 3631; BBl 2009 8533).

Art. 35b Entscheid

1Das IGE weist den An­trag ab, wenn:

a.
der An­trag­stel­ler den Nicht­ge­brauch der Mar­ke nicht glaub­haft macht; oder
b.
der Mar­ken­in­ha­ber den Ge­brauch der Mar­ke oder wich­ti­ge Grün­de für den Nicht­ge­brauch glaub­haft macht.

2Wird der Nicht­ge­brauch nur für einen Teil der be­an­spruch­ten Wa­ren oder Dienst­leis­tun­gen glaub­haft ge­macht, so heisst das IGE den An­trag nur für die­sen Teil gut.

3Das IGE be­stimmt mit dem Ent­scheid über den An­trag, ob und in wel­chem Mas­se die Kos­ten der ob­sie­gen­den Par­tei von der un­ter­lie­gen­den zu er­set­zen sind.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2015 3631; BBl 2009 8533).

Art. 35c Verfahren

Der Bun­des­rat re­gelt die Ein­zel­hei­ten des Ver­fah­rens.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2015 3631; BBl 2009 8533).

4. Abschnitt: …

Art. 36

1 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 21 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197; BBl 2001 4202).

5. Abschnitt: Register, Veröffentlichungen und elektronischer Behördenverkehr

Art. 37 Führung des Registers

Das IGE führt das Mar­ken­re­gis­ter.

Art. 38 Veröffentlichungen

1Das IGE ver­öf­fent­licht:

a.
die Ein­tra­gung der Mar­ken (Art. 30 Abs. 3);
b.
die Ver­län­ge­rung von Mar­ken­ein­tra­gun­gen (Art. 10 Abs. 2);
c.
den Wi­der­ruf von Mar­ken­ein­tra­gun­gen (Art. 33);
d.
die Lö­schung von Mar­ken­ein­tra­gun­gen (Art. 35).

2Der Bun­des­rat legt fest, wel­che wei­te­ren Ein­tra­gun­gen ver­öf­fent­licht wer­den.

3Das IGE be­stimmt das Pu­bli­ka­ti­ons­or­gan.1


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 3 des De­si­gnge­set­zes vom 5. Okt. 2001, in Kraft seit 1. Ju­li 2002 (AS 2002 1456; BBl 2000 2729).

Art. 39 Öffentlichkeit des Registers; Akteneinsicht

1Je­de Per­son kann in das Re­gis­ter Ein­sicht neh­men, über des­sen In­halt Aus­künf­te ein­ho­len und Aus­zü­ge ver­lan­gen.

2Sie hat zu­dem das Recht, in das Ak­ten­heft ein­ge­tra­ge­ner Mar­ken Ein­sicht zu neh­men.

3Der Bun­des­rat re­gelt die Fäl­le, in de­nen schon vor der Ein­tra­gung Ein­sicht in das Ak­ten­heft ge­währt wird.

Art. 40 Elektronischer Behördenverkehr

1Der Bun­des­rat kann das IGE er­mäch­ti­gen, die elek­tro­ni­sche Kom­mu­ni­ka­ti­on im Rah­men der all­ge­mei­nen Be­stim­mun­gen der Bun­des­rechts­pfle­ge zu re­geln.

2Das Ak­ten­heft und die Ak­ten kön­nen in elek­tro­ni­scher Form ge­führt und auf­be­wahrt wer­den.

3Das Mar­ken­re­gis­ter kann in elek­tro­ni­scher Form ge­führt wer­den.

4Das IGE kann sei­ne Da­ten­be­stän­de ins­be­son­de­re im elek­tro­ni­schen Ab­ruf­ver­fah­ren Drit­ten zu­gäng­lich ma­chen; es kann da­für ein Ent­gelt ver­lan­gen.

5Die Ver­öf­fent­li­chun­gen des IGE kön­nen in elek­tro­ni­scher Form er­fol­gen; die elek­tro­ni­sche Fas­sung ist je­doch nur mass­ge­bend, wenn die Da­ten aus­sch­liess­lich elek­tro­nisch ver­öf­fent­licht wer­den.


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 4 des BG vom 19. Dez. 2003 über die elek­tro­ni­sche Si­gna­tur, in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 5085; BBl 2001 5679).

6. Abschnitt: Weiterbehandlung bei Fristversäumnis

Art. 41

1Ver­säumt der Hin­ter­le­ger oder der Rechts­in­ha­ber ei­ne Frist, die ge­gen­über dem IGE ein­zu­hal­ten ist, so kann er bei die­sem die Wei­ter­be­hand­lung be­an­tra­gen. Vor­be­hal­ten bleibt Ar­ti­kel 24 Ab­satz 1 des Bun­des­ge­set­zes vom 20. De­zem­ber 19681 über das Ver­wal­tungs­ver­fah­ren.2

2Der An­trag muss in­ner­halb von zwei Mo­na­ten, nach­dem der Ge­such­stel­ler von der Frist­ver­säum­nis Kennt­nis er­hal­ten hat, spä­tes­tens je­doch in­ner­halb von sechs Mo­na­ten nach Ab­lauf der ver­säum­ten Frist ein­ge­reicht wer­den; in­ner­halb die­ser Frist müs­sen zu­dem die un­ter­blie­be­ne Hand­lung voll­stän­dig nach­ge­holt und die in der Ver­ord­nung da­für vor­ge­se­he­nen Ge­büh­ren be­zahlt wer­den.3

3Wird dem An­trag ent­spro­chen, so wird da­durch der Zu­stand her­ge­stellt, der bei recht­zei­ti­ger Hand­lung ein­ge­tre­ten wä­re.

4Die Wei­ter­be­hand­lung ist aus­ge­schlos­sen bei Ver­säum­nis:

a.
der Fris­ten für die Ein­rei­chung des Wei­ter­be­hand­lungs­an­trags (Abs. 2);
b.
der Fris­ten für die In­an­spruch­nah­me ei­ner Prio­ri­tät nach den Ar­ti­keln 7 und 8;
c.
der Frist für die Ein­rei­chung des Wi­der­spruchs nach Ar­ti­kel 31 Ab­satz 2;
d.4
der Frist für die Ein­rei­chung des Ver­län­ge­rungs­an­trags nach Ar­ti­kel 10 Ab­satz 3;
e.5
der Fris­ten im Lö­schungs­ver­fah­ren nach den Ar­ti­keln 35a-35c.

1 SR 172.021
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des BG vom 22. Ju­ni 2007, Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).
3 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 2 des BG vom 24. März 1995 über Sta­tut und Auf­ga­ben des Eid­ge­nös­si­schen In­sti­tuts für Geis­ti­ges Ei­gen­tum, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1995 5050; BBl 1994 III 964).
4 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 3 des BG vom 22. Ju­ni 2007, Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).
5 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2015 3631; BBl 2009 8533).

7. Abschnitt: Vertretung

Art. 42

1Wer an ei­nem Ver­wal­tungs­ver­fah­ren nach die­sem Ge­setz be­tei­ligt ist und in der Schweiz kei­nen Wohn­sitz oder Sitz hat, muss ein Zu­stel­lungs­do­mi­zil in der Schweiz be­zeich­nen, es sei denn, das Völ­ker­recht oder die zu­stän­di­ge aus­län­di­sche Stel­le ge­stat­te der Be­hör­de, Schrift­stücke im be­tref­fen­den Staat di­rekt zu­zu­stel­len.

2Das IGE ist be­fugt, ge­gen­über der zu­stän­di­gen aus­län­di­schen Stel­le zu er­klä­ren, dass im Be­reich des geis­ti­gen Ei­gen­tums in der Schweiz die di­rek­te Zu­stel­lung zu­läs­sig ist, so­fern der Schweiz Ge­gen­recht ge­währt wird.


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 2 des BB vom 28. Sept. 2018 über die Ge­neh­mi­gung und die Um­set­zung des Über­ein­kom­mens Nr. 94 des Eu­ro­pa­ra­tes über die Zu­stel­lung von Schrift­stücken in Ver­wal­tungs­sa­chen im Aus­land, in Kraft seit 1. April 2019 (AS 2019 975; BBl 2017 5947).

8. Abschnitt: Gebühren

Art. 43

1Aus­ser in den in die­sem Ge­setz ge­nann­ten Fäl­len sind Ge­büh­ren zu ent­rich­ten für Amts­hand­lun­gen, die durch einen be­son­de­ren An­trag ver­an­lasst wer­den.

21


1 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 2 des BG vom 24. März 1995 über Sta­tut und Auf­ga­ben des Eid­ge­nös­si­schen In­sti­tuts für Geis­ti­ges Ei­gen­tum, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1996 (AS 1995 5050; BBl 1994 III 964).

4. Kapitel: Internationale Markenregistrierung

Art. 44 Anwendbares Recht

1Die­ses Ka­pi­tel gilt für in­ter­na­tio­na­le Re­gis­trie­run­gen nach dem Ma­dri­der Ab­kom­men vom 14. Ju­li 19671 über die in­ter­na­tio­na­le Re­gis­trie­rung von Mar­ken (Ma­dri­der Mar­ken­ab­kom­men) und dem Pro­to­koll vom 27. Ju­ni 19892 zum Ma­dri­der Ab­kom­men über die in­ter­na­tio­na­le Re­gis­trie­rung von Mar­ken (Ma­dri­der Pro­to­koll), die durch Ver­mitt­lung des IGE ver­an­lasst wer­den oder die für die Schweiz wirk­sam sind.

2Die üb­ri­gen Be­stim­mun­gen die­ses Ge­set­zes gel­ten, so­weit sich aus dem Ma­dri­der Mar­ken­ab­kom­men, aus dem Ma­dri­der Pro­to­koll oder aus die­sem Ka­pi­tel nichts an­de­res er­gibt.


Art. 45 Gesuche um Registrierungen im internationalen Register

1Durch Ver­mitt­lung des IGE kön­nen ver­an­lasst wer­den:

a.
die in­ter­na­tio­na­le Re­gis­trie­rung ei­ner Mar­ke, wenn die Schweiz Ur­sprungs­land im Sin­ne von Ar­ti­kel 1 Ab­satz 3 des Ma­dri­der Mar­ken­ab­kom­mens1 oder von Ar­ti­kel 2 Ab­satz 1 des Ma­dri­der Pro­to­kolls2 ist;
b.
die Än­de­rung ei­ner in­ter­na­tio­na­len Re­gis­trie­rung, wenn die Schweiz das Land des Mar­ken­in­ha­bers im Sin­ne des Ma­dri­der Mar­ken­ab­kom­mens oder des Ma­dri­der Pro­to­kolls ist;
c.
die in­ter­na­tio­na­le Re­gis­trie­rung ei­nes Ein­tra­gungs­ge­suchs, wenn die Schweiz Ur­sprungs­land im Sin­ne von Ar­ti­kel 2 Ab­satz 1 des Ma­dri­der Pro­to­kolls ist.

2Für die in­ter­na­tio­na­le Re­gis­trie­rung ei­ner Mar­ke oder ei­nes Ein­tra­gungs­ge­suchs oder für die Än­de­rung ei­ner in­ter­na­tio­na­len Re­gis­trie­rung sind die im Ma­dri­der Mar­ken­ab­kom­men, im Ma­dri­der Pro­to­koll und in der Ver­ord­nung da­für vor­ge­se­he­nen Ge­büh­ren zu be­zah­len.


Art. 46 Wirkung der internationalen Registrierung in der Schweiz

1Ei­ne in­ter­na­tio­na­le Re­gis­trie­rung mit Schut­z­wir­kung für die Schweiz hat die­sel­be Wir­kung wie die Hin­ter­le­gung beim IGE und die Ein­tra­gung im schwei­ze­ri­schen Re­gis­ter.

2Die­se Wir­kung gilt als nicht ein­ge­tre­ten, wenn und so­weit der in­ter­na­tio­nal re­gis­trier­ten Mar­ke der Schutz für die Schweiz ver­wei­gert wird.

Art. 46a Umwandlung einer internationalen Registrierung in ein nationales Eintragungsgesuch

1Ei­ne in­ter­na­tio­na­le Re­gis­trie­rung kann in ein na­tio­na­les Ein­tra­gungs­ge­such um­ge­wan­delt wer­den, wenn:

a.
das Ge­such in­ner­halb von drei Mo­na­ten nach Lö­schung der in­ter­na­tio­na­len Re­gis­trie­rung beim IGE ein­ge­reicht wird;
b.
in­ter­na­tio­na­le Re­gis­trie­rung und na­tio­na­les Ein­tra­gungs­ge­such die­sel­be Mar­ke be­tref­fen;
c.
die im Ge­such auf­ge­führ­ten Wa­ren und Dienst­leis­tun­gen in Be­zug auf die Schut­z­wir­kung für die Schweiz tat­säch­lich von der in­ter­na­tio­na­len Re­gis­trie­rung er­fasst wa­ren;
d.
das na­tio­na­le Ein­tra­gungs­ge­such den üb­ri­gen Vor­schrif­ten die­ses Ge­set­zes ent­spricht.

2Wi­der­sprü­che ge­gen die Ein­tra­gung von Mar­ken, die nach Ab­satz 1 hin­ter­legt wur­den, sind un­zu­läs­sig.

2. Titel: Herkunftsangaben

Art. 47 Grundsatz

1Her­kunfts­an­ga­ben sind di­rek­te oder in­di­rek­te Hin­wei­se auf die geo­gra­phi­sche Her­kunft von Wa­ren oder Dienst­leis­tun­gen, ein­sch­liess­lich Hin­wei­sen auf die Be­schaf­fen­heit oder auf Ei­gen­schaf­ten, die mit der Her­kunft zu­sam­men­hän­gen.

2Geo­gra­phi­sche Na­men und Zei­chen, die von den mass­ge­ben­den Ver­kehrs­krei­sen nicht als Hin­weis auf ei­ne be­stimm­te Her­kunft der Wa­ren oder Dienst­leis­tun­gen ver­stan­den wer­den, gel­ten nicht als Her­kunfts­an­ga­be im Sin­ne von Ab­satz 1.

3Un­zu­läs­sig ist der Ge­brauch:

a.
un­zu­tref­fen­der Her­kunfts­an­ga­ben;
b.
von Be­zeich­nun­gen, die mit ei­ner un­zu­tref­fen­den Her­kunfts­an­ga­be ver­wech­sel­bar sind;
c.1
ei­nes Na­mens, ei­ner Fir­ma, ei­ner Adres­se oder ei­ner Mar­ke im Zu­sam­men­hang mit Wa­ren oder Dienst­leis­tun­gen frem­der Her­kunft, wenn sich dar­aus ei­ne Täu­schungs­ge­fahr er­gibt.

3bisWer­den Her­kunfts­an­ga­ben zu­sam­men mit Zu­sät­zen wie «Art», «Typ», «Stil» oder «Nach­ah­mung» ge­braucht, so müs­sen die glei­chen An­for­de­run­gen er­füllt wer­den, die für den Ge­brauch der Her­kunfts­an­ga­ben oh­ne die­se Zu­sät­ze gel­ten.2

3terAn­ga­ben zu For­schung oder De­sign oder an­de­ren spe­zi­fi­schen Tä­tig­kei­ten, die mit dem Pro­dukt im Zu­sam­men­hang ste­hen, dür­fen nur ver­wen­det wer­den, wenn die­se Tä­tig­keit voll­um­fäng­lich am an­ge­ge­be­nen Ort statt­fin­det.3

4Re­gio­na­le oder lo­ka­le Her­kunfts­an­ga­ben für Dienst­leis­tun­gen wer­den als zu­tref­fend be­trach­tet, wenn die­se Dienst­leis­tun­gen die Her­kunfts­kri­te­ri­en für das be­tref­fen­de Land als Gan­zes er­fül­len.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2015 3631; BBl 2009 8533).
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2015 3631; BBl 2009 8533).
3 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2015 3631; BBl 2009 8533).

Art. 48 Herkunftsangabe für Waren

1Die Her­kunfts­an­ga­be für ei­ne Wa­re ist zu­tref­fend, wenn die An­for­de­run­gen nach den Ar­ti­keln 48a-48c er­füllt sind.

2All­fäl­li­ge zu­sätz­li­che An­for­de­run­gen wie die Ein­hal­tung orts­üb­li­cher oder am Her­kunfts­ort vor­ge­schrie­be­ner Her­stel­lungs- oder Ver­ar­bei­tungs­grund­sät­ze und Qua­li­täts­an­for­de­run­gen müs­sen eben­falls er­füllt sein.

3Al­le An­for­de­run­gen sind im Ein­zel­fall nach dem Ver­ständ­nis der mass­ge­ben­den Ver­kehrs­krei­se und ge­ge­be­nen­falls nach Mass­ga­be ih­res Ein­flus­ses auf den Ruf der be­tref­fen­den Wa­ren zu be­stim­men.

4Bei Na­tur­pro­duk­ten und Le­bens­mit­teln gel­ten für Schwei­zer Her­kunfts­an­ga­ben als Ort der Her­kunft oder der Ver­ar­bei­tung das schwei­ze­ri­sche Staats­ge­biet und die Zol­l­an­schluss­ge­bie­te. Der Bun­des­rat kann die Grenz­ge­bie­te de­fi­nie­ren, die aus­nahms­wei­se für schwei­ze­ri­sche Her­kunfts­an­ga­ben auch als Ort der Her­kunft oder der Ver­ar­bei­tung gel­ten.

5Er­füllt ei­ne aus­län­di­sche Her­kunfts­an­ga­be die ge­setz­li­chen An­for­de­run­gen des ent­spre­chen­den Lan­des, so ist sie zu­tref­fend. Vor­be­hal­ten bleibt ei­ne all­fäl­li­ge Täu­schung der Kon­su­men­ten in der Schweiz.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2015 3631; BBl 2009 8533).

Art. 48a Naturprodukte

Die Her­kunft ei­nes Na­tur­pro­dukts ent­spricht:

a.
für mi­ne­ra­li­sche Er­zeug­nis­se: dem Ort der Ge­win­nung;
b.
für pflanz­li­che Er­zeug­nis­se: dem Ort der Ern­te;
c.
für Fleisch: dem Ort, an dem die Tie­re den über­wie­gen­den Teil ih­res Le­bens ver­bracht ha­ben;
d.
für an­de­re aus Tie­ren ge­won­ne­ne Er­zeug­nis­se: dem Ort der Hal­tung der Tie­re;
e.
für Jagd­beu­te und Fisch­fän­ge: dem Ort der Jagd oder des Fisch­fangs;
f.
für Zucht­fi­sche: dem Ort der Auf­zucht.

1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2015 3631; BBl 2009 8533).

Art. 48b Lebensmittel

1Un­ter die­se Be­stim­mung fal­len Le­bens­mit­tel im Sin­ne des Le­bens­mit­tel­ge­set­zes vom 9. Ok­to­ber 19922 (LMG) mit Aus­nah­me der Na­tur­pro­duk­te nach Ar­ti­kel 48a des vor­lie­gen­den Ge­set­zes. Der Bun­des­rat re­gelt die Un­ter­schei­dung im Ein­zel­nen.

2Die Her­kunft ei­nes Le­bens­mit­tels ent­spricht dem Ort, von dem min­des­tens 80 Pro­zent des Ge­wichts der Roh­stof­fe, aus de­nen sich das Le­bens­mit­tel zu­sam­men­setzt, kom­men. Bei Milch und Milch­pro­duk­ten sind 100 Pro­zent des Ge­wichts des Roh­stof­fes Milch er­for­der­lich.

3Von der Be­rech­nung nach Ab­satz 2 sind aus­ge­schlos­sen:

a.
Na­tur­pro­duk­te, die we­gen na­tür­li­chen Ge­ge­ben­hei­ten nicht am Her­kunfts­ort pro­du­ziert wer­den kön­nen;
b.
Na­tur­pro­duk­te, die tem­po­rär am Her­kunfts­ort nicht in ge­nü­gen­der Men­ge ver­füg­bar sind.

4Bei der Be­rech­nung nach Ab­satz 2 müs­sen al­le Roh­stof­fe an­ge­rech­net wer­den, für die der Selbst­ver­sor­gungs­grad der Schweiz min­des­tens 50 Pro­zent be­trägt. Roh­stof­fe, für die der Selbst­ver­sor­gungs­grad 20-49,9 Pro­zent be­trägt, sind nur zur Hälf­te an­zu­rech­nen. Roh­stof­fe, für die der Selbst­ver­sor­gungs­grad we­ni­ger als 20 Pro­zent be­trägt, kön­nen von der Be­rech­nung aus­ge­nom­men wer­den. Der Bun­des­rat re­gelt die Ein­zel­hei­ten.

5Die Her­kunfts­an­ga­be muss aus­ser­dem dem Ort ent­spre­chen, an dem die Ver­ar­bei­tung statt­ge­fun­den hat, die dem Le­bens­mit­tel sei­ne we­sent­li­chen Ei­gen­schaf­ten ver­lie­hen hat.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2015 3631; BBl 2009 8533).
2 [AS 1995 1469, 1996 1725 An­hang Ziff. 3, 1998 3033 An­hang Ziff. 5, 2001 2790 An­hang Ziff. 5, 2002 775, 2003 4803 An­hang Ziff. 6, 2005 971, 2006 2197 An­hang Ziff. 94 2363 Ziff. II, 2008 785, 2011 5227 Ziff. I 2.8, 2013 3095 An­hang 1 Ziff. 3. AS 2017 249 An­hang Ziff. I]. Sie­he heu­te: das BG vom 20. Ju­ni 2014 (SR 817.0).

Art. 48c Andere Produkte, insbesondere industrielle Produkte

1Die Her­kunft ei­nes an­de­ren Pro­dukts, ins­be­son­de­re ei­nes in­dus­tri­el­len Pro­dukts, ent­spricht dem Ort, an dem min­des­tens 60 Pro­zent der Her­stel­lungs­kos­ten an­fal­len.

2Bei der Be­rech­nung nach Ab­satz 1 wer­den be­rück­sich­tigt:

a.
die Kos­ten für Fa­bri­ka­ti­on und Zu­sam­men­set­zung;
b.
die Kos­ten für For­schung und Ent­wick­lung;
c.
die Kos­ten für ge­setz­lich vor­ge­schrie­be­ne oder bran­chen­weit ein­heit­lich ge­re­gel­te Qua­li­täts­si­che­rung und Zer­ti­fi­zie­rung.

3Von der Be­rech­nung nach Ab­satz 1 sind aus­ge­schlos­sen:

a.
Kos­ten für Na­tur­pro­duk­te, die we­gen na­tür­li­chen Ge­ge­ben­hei­ten nicht am Her­kunfts­ort pro­du­ziert wer­den kön­nen;
b.
Kos­ten für Roh­stof­fe, die ge­mä­ss ei­ner nach Ar­ti­kel 50 Ab­satz 2 er­las­se­nen Ver­ord­nung aus ob­jek­ti­ven Grün­den am Her­kunfts­ort nicht in ge­nü­gen­der Men­ge ver­füg­bar sind;
c.
Ver­pa­ckungs­kos­ten;
d.
Trans­port­kos­ten;
e.
die Kos­ten für den Ver­trieb der Wa­re, wie die Kos­ten für Mar­ke­ting und für Kun­den­ser­vice.

4Die Her­kunfts­an­ga­be muss aus­ser­dem dem Ort ent­spre­chen, an dem die Tä­tig­keit vor­ge­nom­men wor­den ist, die dem Pro­dukt sei­ne we­sent­li­chen Ei­gen­schaf­ten ver­lie­hen hat. In je­dem Fall muss ein we­sent­li­cher Fa­bri­ka­ti­ons­schritt an die­sem Ort statt­ge­fun­den ha­ben.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2015 3631; BBl 2009 8533).

Art. 48d Ausnahmen

Den An­for­de­run­gen nach den Ar­ti­keln 48a-48c muss nicht ent­spro­chen wer­den, wenn:

a.
ei­ne geo­gra­fi­sche An­ga­be vor dem In­kraft­tre­ten die­ser Be­stim­mung nach Ar­ti­kel 16 LwG2 ein­ge­tra­gen wur­de; oder
b.
ein Her­stel­ler den Nach­weis er­bringt, dass die ver­wen­de­te Her­kunfts­an­ga­be dem Ver­ständ­nis der mass­ge­ben­den Ver­kehrs­krei­se ent­spricht.

1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2015 3631; BBl 2009 8533).
2 SR 910.1

Art. 49 Herkunftsangabe für Dienstleistungen

1Die Her­kunfts­an­ga­be ei­ner Dienst­leis­tung ist zu­tref­fend, wenn:

a.
sie dem Ge­schäfts­sitz der­je­ni­gen Per­son ent­spricht, wel­che die Dienst­leis­tung er­bringt; und
b.
sich ein Ort der tat­säch­li­chen Ver­wal­tung die­ser Per­son im glei­chen Land be­fin­det.

2Er­füllt ei­ne Mut­ter­ge­sell­schaft die Vor­aus­set­zun­gen von Ab­satz 1 Buch­sta­be a und er­füllt ent­we­der sie selbst oder ei­ne von ihr tat­säch­lich be­herrsch­te und im glei­chen Land an­säs­si­ge Toch­ter­ge­sell­schaft die Vor­aus­set­zun­gen von Ab­satz 1 Buch­sta­be b, so gilt die Her­kunfts­an­ga­be auch für die gleich­ar­ti­gen Dienst­leis­tun­gen der aus­län­di­schen Toch­ter­ge­sell­schaf­ten und Zweignie­der­las­sun­gen der Mut­ter­ge­sell­schaft als zu­tref­fend.

3All­fäl­li­ge zu­sätz­li­che An­for­de­run­gen, wie die Ein­hal­tung üb­li­cher oder vor­ge­schrie­be­ner Grund­sät­ze für das Er­brin­gen der Dienst­leis­tung oder die tra­di­tio­nel­le Ver­bun­den­heit der­je­ni­gen Per­son, wel­che die Dienst­leis­tung er­bringt, mit dem Her­kunfts­land, müs­sen eben­falls er­füllt sein.

4Er­füllt ei­ne aus­län­di­sche Her­kunfts­an­ga­be die ge­setz­li­chen An­for­de­run­gen des ent­spre­chen­den Lan­des, so ist sie zu­tref­fend. Vor­be­hal­ten bleibt ei­ne all­fäl­li­ge Täu­schung der Kon­su­men­ten in der Schweiz.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2015 3631; BBl 2009 8533).

Art. 49a Herkunftsangabe in der Werbung

Die Her­kunfts­an­ga­be in der Wer­bung ist zu­tref­fend, wenn die­se der Her­kunft al­ler dar­in be­wor­be­nen Pro­duk­te und Dienst­leis­tun­gen nach den Ar­ti­keln 48-49 ent­spricht.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2015 3631; BBl 2009 8533).

Art. 50 Besondere Bestimmungen

1Recht­fer­tigt es das In­ter­es­se der Kon­su­men­ten, das all­ge­mei­ne In­ter­es­se der Wirt­schaft oder ein­zel­ner Bran­chen, so kann der Bun­des­rat die An­for­de­run­gen nach den Ar­ti­keln 48 Ab­satz 2 und 48a-49 nä­her um­schrei­ben.

2Er kann, ins­be­son­de­re auf An­trag und Vor­ent­wurf ei­ner Bran­che, die Vor­aus­set­zun­gen nä­her um­schrei­ben, un­ter de­nen ei­ne schwei­ze­ri­sche Her­kunfts­an­ga­be für be­stimm­te Wa­ren oder Dienst­leis­tun­gen ge­braucht wer­den darf.

3Er hört vor­her die be­tei­lig­ten Kan­to­ne und die in­ter­es­sier­ten Be­rufs- und Wirt­schafts­ver­bän­de so­wie die Kon­su­men­ten­or­ga­ni­sa­tio­nen an.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2015 3631; BBl 2009 8533).

Art. 50a Register für geografische Angaben

1Der Bun­des­rat schafft ein Re­gis­ter für geo­gra­fi­sche An­ga­ben für Wa­ren, mit Aus­nah­me von land­wirt­schaft­li­chen Er­zeug­nis­sen, ver­ar­bei­te­ten land­wirt­schaft­li­chen Er­zeug­nis­sen und Wein so­wie wald­wirt­schaft­li­chen Er­zeug­nis­sen und de­ren Ver­ar­bei­tungs­pro­duk­ten.

2Er re­gelt ins­be­son­de­re:

a.
die Ein­tra­gungs­be­rech­ti­gung;
b.
die Vor­aus­set­zun­gen für die Re­gis­trie­rung, ins­be­son­de­re die An­for­de­run­gen an das Pflich­ten­heft;
c.
das Re­gis­trie­rungs- und das Ein­spra­che­ver­fah­ren;
d.
die Kon­trol­le.

3Für Ver­fü­gun­gen und Dienst­leis­tun­gen im Zu­sam­men­hang mit dem Re­gis­ter wer­den Ge­büh­ren er­ho­ben.

4Ein­ge­tra­ge­ne geo­gra­fi­sche An­ga­ben kön­nen nicht zu Gat­tungs­be­zeich­nun­gen wer­den. Gat­tungs­be­zeich­nun­gen dür­fen nicht als geo­gra­fi­sche An­ga­ben ein­ge­tra­gen wer­den.

5Wer ei­ne ein­ge­tra­ge­ne geo­gra­fi­sche An­ga­be für iden­ti­sche oder ver­gleich­ba­re Wa­ren ver­wen­det, muss das Pflich­ten­heft er­fül­len. Die­se Ver­pflich­tung gilt nicht für die Ver­wen­dung von Mar­ken, die mit ei­ner ins Re­gis­ter ein­ge­tra­ge­nen geo­gra­fi­schen An­ga­be iden­tisch oder die­ser ähn­lich sind und die gut­gläu­big hin­ter­legt oder ein­ge­tra­gen oder an de­nen Rech­te durch gut­gläu­bi­ge Be­nut­zung er­wor­ben wur­den:

a.
vor dem 1. Ja­nu­ar 1996; oder
b.
be­vor der Na­me der ein­ge­tra­ge­nen geo­gra­fi­schen An­ga­be im Ur­sprungs­land ge­schützt wor­den ist, so­fern für die Mar­ke kei­ner der in die­sem Ge­setz vor­ge­se­he­nen Grün­de für Nich­tig­keit oder Ver­fall vor­lie­gen.

6Wird ei­ne Mar­ke, die ei­ne geo­gra­fi­sche An­ga­be ent­hält, die mit ei­ner zur Ein­tra­gung an­ge­mel­de­ten geo­gra­fi­schen An­ga­be iden­tisch oder die­ser ähn­lich ist, für iden­ti­sche oder ver­gleich­ba­re Wa­ren hin­ter­legt, so wird das Mar­ken­prü­fungs­ver­fah­ren bis zum rechts­kräf­ti­gen Ent­scheid über das Ge­such um Ein­tra­gung der geo­gra­fi­schen An­ga­be sis­tiert.

7Nach der Ein­tra­gung der geo­gra­fi­schen An­ga­be kann die Mar­ke nur für iden­ti­sche oder ver­gleich­ba­re Wa­ren ein­ge­tra­gen wer­den. Die Wa­ren müs­sen auf die im Pflich­ten­heft um­schrie­be­ne geo­gra­fi­sche Her­kunft ein­ge­schränkt wer­den.

8Ein­ge­tra­ge­ne geo­gra­fi­sche An­ga­ben sind ins­be­son­de­re ge­schützt ge­gen:

a.
je­de kom­mer­zi­el­le Ver­wen­dung für an­de­re Er­zeug­nis­se, durch die der Ruf ge­schütz­ter Be­zeich­nun­gen aus­ge­nutzt wird;
b.
je­de An­mas­sung, Nach­ma­chung oder Nach­ah­mung.

1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2015 3631; BBl 2009 8533).

Art. 51 Produzentenkennzeichen

Wenn die In­ter­es­sen ei­ner Wirt­schafts­bran­che es er­for­dern, kann der Bun­des­rat vor­schrei­ben, dass auf den Wa­ren die­ser Wirt­schafts­bran­che ein Pro­du­zen­ten­kenn­zei­chen an­zu­brin­gen ist.

3. Titel: Rechtsschutz

1. Kapitel: Zivilrechtlicher Schutz

Art. 51a Beweislastumkehr

Der Be­nut­zer ei­ner Her­kunfts­an­ga­be muss be­wei­sen, dass die­se zu­tref­fend ist.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2015 3631; BBl 2009 8533).

Art. 52 Feststellungsklage

Wer ein recht­li­ches In­ter­es­se nach­weist, kann vom Rich­ter fest­stel­len las­sen, dass ein Recht oder Rechts­ver­hält­nis nach die­sem Ge­setz be­steht oder nicht be­steht.

Art. 53 Klage auf Übertragung der Marke

1Der Klä­ger kann an­statt auf Fest­stel­lung der Nich­tig­keit der Mar­ken­ein­tra­gung auf Über­tra­gung der Mar­ke kla­gen, wenn der Be­klag­te sich die­se an­ge­masst hat.

2Der An­spruch er­lischt zwei Jah­re nach Ver­öf­fent­li­chung der Ein­tra­gung oder nach Weg­fall der Zu­stim­mung des Mar­ken­in­ha­bers ge­mä­ss Ar­ti­kel 4.

3Wird die Über­tra­gung ver­fügt, so fal­len die in­zwi­schen Drit­ten ein­ge­räum­ten Li­zen­zen oder an­de­ren Rech­te da­hin; die­se Drit­ten ha­ben je­doch, wenn sie in gu­tem Glau­ben die Mar­ke im In­land ge­werbs­mäs­sig be­nützt oder be­son­de­re An­stal­ten da­zu ge­trof­fen ha­ben, An­spruch auf Er­tei­lung ei­ner nicht aus­sch­liess­li­chen Li­zenz.1

4Vor­be­hal­ten blei­ben An­sprü­che auf Scha­den­er­satz.2


1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 3 des BG vom 22. Ju­ni 2007, Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).
2 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 3 des BG vom 22. Ju­ni 2007, Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).

Art. 54 Mitteilung von Entscheiden

Die ur­tei­len­de Be­hör­de stellt dem IGE Ent­schei­de, ein­sch­liess­lich sol­cher über vor­sorg­li­che Mass­nah­men, und Ab­schrei­bungs­be­schlüs­se nach ih­rem Er­lass oh­ne Ver­zug in voll­stän­di­ger Aus­fer­ti­gung und un­ent­gelt­lich zu.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2015 3631; BBl 2009 8533).

Art. 55 Leistungsklage

1Wer in sei­nem Recht an der Mar­ke oder an ei­ner Her­kunfts­an­ga­be ver­letzt oder ge­fähr­det wird, kann vom Rich­ter ver­lan­gen:

a.
ei­ne dro­hen­de Ver­let­zung zu ver­bie­ten;
b.
ei­ne be­ste­hen­de Ver­let­zung zu be­sei­ti­gen;
c.1
den Be­klag­ten zu ver­pflich­ten, Her­kunft und Men­ge der in sei­nem Be­sitz be­find­li­chen Ge­gen­stän­de, die wi­der­recht­lich mit der Mar­ke oder der Her­kunfts­an­ga­be ver­se­hen sind, an­zu­ge­ben und Adres­sa­ten so­wie Aus­mass ei­ner Wei­ter­ga­be an ge­werb­li­che Ab­neh­mer zu nen­nen.

2Vor­be­hal­ten blei­ben die Kla­gen nach dem Ob­li­ga­tio­nen­recht2 auf Scha­den­er­satz, auf Ge­nug­tu­ung so­wie auf Her­aus­ga­be ei­nes Ge­winns ent­spre­chend den Be­stim­mun­gen über die Ge­schäfts­füh­rung oh­ne Auf­trag.

2bisDie Leis­tungs­kla­ge kann erst nach der Ein­tra­gung der Mar­ke im Re­gis­ter an­ge­ho­ben wer­den. Ein Scha­den kann rück­wir­kend auf den Zeit­punkt gel­tend ge­macht wer­den, in dem der Be­klag­te vom In­halt des Ein­tra­gungs­ge­suchs Kennt­nis er­hal­ten hat.3

3Als Mar­ken­rechts­ver­let­zung gilt auch der re­gle­ments­wid­ri­ge Ge­brauch ei­ner Ga­ran­tie- oder Kol­lek­tiv­mar­ke.

4Wer über ei­ne aus­sch­liess­li­che Li­zenz ver­fügt, ist un­ab­hän­gig von der Ein­tra­gung der Li­zenz im Re­gis­ter selb­stän­dig zur Kla­ge be­rech­tigt, so­fern dies im Li­zenz­ver­trag nicht aus­drück­lich aus­ge­schlos­sen wor­den ist. Al­le Li­zenz­neh­mer kön­nen ei­ner Ver­let­zungs­kla­ge bei­tre­ten, um ih­ren ei­ge­nen Scha­den gel­tend zu ma­chen.4


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des BG vom 22. Ju­ni 2007, Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).
2 SR 220
3 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 3 des BG vom 22. Ju­ni 2007, Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).
4 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 3 des BG vom 22. Ju­ni 2007, Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).

Art. 56 Klageberechtigung der Verbände, Konsumentenorganisationen und Behörden

1Zu Fest­stel­lungs­kla­gen (Art. 52) und Leis­tungs­kla­gen (Art. 55 Abs. 1), die den Schutz von Her­kunfts­an­ga­ben be­tref­fen, sind fer­ner be­rech­tigt:

a.
Be­rufs- und Wirt­schafts­ver­bän­de, die nach den Sta­tu­ten zur Wah­rung der wirt­schaft­li­chen In­ter­es­sen ih­rer Mit­glie­der be­fugt sind;
b.
Or­ga­ni­sa­tio­nen von ge­samtschwei­ze­ri­scher oder re­gio­na­ler Be­deu­tung, die sich nach den Sta­tu­ten dem Kon­su­men­ten­schutz wid­men;
c.
das IGE, so­weit Be­zeich­nun­gen wie «Schweiz», «schwei­ze­risch» oder an­de­re Be­zeich­nun­gen oder Sym­bo­le, die auf das geo­gra­fi­sche Ge­biet der Schwei­ze­ri­schen Eid­ge­nos­sen­schaft im Sin­ne von Ar­ti­kel 48 Ab­satz 4 hin­wei­sen, ver­wen­det wer­den;
d.
der be­trof­fe­ne Kan­ton, so­weit sein Na­me oder an­de­re auf sein geo­gra­fi­sches Ge­biet hin­wei­sen­de Be­zeich­nun­gen oder Sym­bo­le ver­wen­det wer­den.

2Ver­bän­de und Or­ga­ni­sa­tio­nen nach Ab­satz 1 Buch­sta­ben a und b sind zu Kla­gen nach Ar­ti­kel 52 be­rech­tigt, die ei­ne Ga­ran­tie­mar­ke (Art. 21 Abs. 1) oder Kol­lek­tiv­mar­ke (Art. 22) be­tref­fen.

3Die Kan­to­ne be­zeich­nen die zu­stän­di­ge Stel­le für Kla­gen nach Ab­satz 1 Buch­sta­be d.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2015 3631; BBl 2009 8533).

Art. 57 Einziehung im Zivilverfahren

1Der Rich­ter kann die Ein­zie­hung von Ge­gen­stän­den, die wi­der­recht­lich mit ei­ner Mar­ke oder ei­ner Her­kunfts­an­ga­be ver­se­hen sind, oder der vor­wie­gend zu ih­rer Her­stel­lung die­nen­den Ein­rich­tun­gen, Ge­rä­te und sons­ti­gen Mit­tel an­ord­nen.1

2Er ent­schei­det dar­über, ob die Mar­ke oder die Her­kunfts­an­ga­be un­kennt­lich zu ma­chen ist oder ob die Ge­gen­stän­de un­brauch­bar zu ma­chen, zu ver­nich­ten oder in ei­ner be­stimm­ten Wei­se zu ver­wen­den sind.


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des BG vom 22. Ju­ni 2007, Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).

Art. 58

1 Auf­ge­ho­ben ge­mä­ss An­hang 1 Ziff. II 10 der Zi­vil­pro­zess­ord­nung vom 19. Dez. 2008, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 1739; BBl 2006 7221).

Art. 59 Vorsorgliche Massnahmen

Er­sucht ei­ne Per­son um die An­ord­nung vor­sorg­li­cher Mass­nah­men, so kann sie ins­be­son­de­re ver­lan­gen, dass das Ge­richt Mass­nah­men an­ord­net:

a.
zur Be­weis­si­che­rung;
b.
zur Er­mitt­lung der Her­kunft wi­der­recht­lich mit der Mar­ke oder der Her­kunfts­an­ga­be ver­se­he­ner Ge­gen­stän­de;
c.
zur Wah­rung des be­ste­hen­den Zu­stan­des; oder
d.
zur vor­läu­fi­gen Voll­stre­ckung von Un­ter­las­sungs- und Be­sei­ti­gungs­an­sprü­chen.

1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang 1 Ziff. II 10 der Zi­vil­pro­zess­ord­nung vom 19. Dez. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 1739; BBl 2006 7221).

Art. 60 Veröffentlichung des Urteils

Der Rich­ter kann auf An­trag der ob­sie­gen­den Par­tei an­ord­nen, dass das Ur­teil auf Kos­ten der an­de­ren Par­tei ver­öf­fent­licht wird. Er be­stimmt Art und Um­fang der Ver­öf­fent­li­chung.

2. Kapitel: Strafbestimmungen

Art. 61 Markenrechtsverletzung

1Auf An­trag des Ver­letz­ten wird mit Frei­heits­s­tra­fe bis zu ei­nem Jahr oder Geld­stra­fe be­straft, wer vor­sätz­lich das Mar­ken­recht ei­nes an­de­ren ver­letzt, in­dem er:

a.
sich die Mar­ke des an­de­ren an­masst oder die­se nach­macht oder nach­ahmt;
b.2
un­ter der an­ge­mass­ten, nach­ge­mach­ten oder nach­ge­ahm­ten Mar­ke Wa­ren in Ver­kehr setzt oder Dienst­leis­tun­gen er­bringt, sol­che Wa­ren an­bie­tet, ein-, aus- oder durch­führt, sie zum Zweck des In­ver­kehr­brin­gens la­gert oder für sie wirbt oder sol­che Dienst­leis­tun­gen an­bie­tet oder für sie wirbt.

2Eben­so wird auf An­trag des Ver­letz­ten be­straft, wer sich wei­gert, Her­kunft und Men­ge der in sei­nem Be­sitz be­find­li­chen Ge­gen­stän­de, die wi­der­recht­lich mit der Mar­ke ver­se­hen sind, an­zu­ge­ben und Adres­sa­ten so­wie Aus­mass ei­ner Wei­ter­ga­be an ge­werb­li­che Ab­neh­mer zu nen­nen.

3Han­delt der Tä­ter ge­werbs­mäs­sig, so wird er von Am­tes we­gen ver­folgt. Die Stra­fe ist Frei­heits­s­tra­fe bis zu fünf Jah­ren oder Geld­stra­fe. Mit der Frei­heits­s­tra­fe ist ei­ne Geld­stra­fe zu ver­bin­den.


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des BG vom 22. Ju­ni 2007, Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2015 3631; BBl 2009 8533).

Art. 62 Betrügerischer Markengebrauch

1Auf An­trag des Ver­letz­ten wird mit Frei­heits­s­tra­fe bis zu ei­nem Jahr oder Geld­stra­fe be­straft, wer:1

a.
Wa­ren oder Dienst­leis­tun­gen zum Zwe­cke der Täu­schung wi­der­recht­lich mit der Mar­ke ei­nes an­de­ren kenn­zeich­net und auf die­se Wei­se den An­schein er­weckt, es hand­le sich um Ori­gi­nal­wa­ren oder -dienst­leis­tun­gen;
b.
wi­der­recht­lich mit der Mar­ke ei­nes an­de­ren ge­kenn­zeich­ne­te Wa­ren oder Dienst­leis­tun­gen als Ori­gi­nal­wa­ren an­bie­tet oder in Ver­kehr setzt oder als Ori­gi­nal­dienst­leis­tun­gen an­bie­tet oder er­bringt.

2Han­delt der Tä­ter ge­werbs­mäs­sig, so wird er von Am­tes we­gen ver­folgt. Die Stra­fe ist Frei­heits­s­tra­fe bis zu fünf Jah­ren oder Geld­stra­fe. Mit der Frei­heits­s­tra­fe ist ei­ne Geld­stra­fe zu ver­bin­den.2

33


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des BG vom 22. Ju­ni 2007, Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des BG vom 22. Ju­ni 2007, Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).
3 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2013, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2017 (AS 2015 3631; BBl 2009 8533).

Art. 63 Reglementswidriger Gebrauch einer Garantie- oder Kollektivmarke

1Auf An­trag des Ver­letz­ten wird mit Frei­heits­s­tra­fe bis zu ei­nem Jahr oder Geld­stra­fe be­straft, wer ei­ne Ga­ran­tie- oder Kol­lek­tiv­mar­ke vor­sätz­lich in re­gle­ments­wid­ri­ger Wei­se ge­braucht.1

2Eben­so wird auf An­trag des Ver­letz­ten be­straft, wer sich wei­gert, die Her­kunft der re­gle­ments­wid­rig mit ei­ner Ga­ran­tie- oder Kol­lek­tiv­mar­ke ver­se­he­nen und in sei­nem Be­sitz be­find­li­chen Ge­gen­stän­de an­zu­ge­ben.

3Sind nur un­we­sent­li­che Be­stim­mun­gen des Re­gle­ments be­trof­fen, so kann von ei­ner Be­stra­fung ab­ge­se­hen wer­den.

4Han­delt der Tä­ter ge­werbs­mäs­sig, so wird er von Am­tes we­gen ver­folgt. Die Stra­fe ist Frei­heits­s­tra­fe bis zu fünf Jah­ren oder Geld­stra­fe. Mit der Frei­heits­s­tra­fe ist ei­ne Geld­stra­fe zu ver­bin­den.2


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des BG vom 22. Ju­ni 2007, Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des BG vom 22. Ju­ni 2007, Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).

Art. 64 Gebrauch unzutreffender Herkunftsangaben

1Mit Frei­heits­s­tra­fe bis zu ei­nem Jahr oder mit Geld­stra­fe wird be­straft, wer vor­sätz­lich:

a.
ei­ne un­zu­tref­fen­de Her­kunfts­an­ga­be ge­braucht;
b.
ei­ne mit ei­ner un­zu­tref­fen­den Her­kunfts­an­ga­be ver­wech­sel­ba­re Be­zeich­nung ge­braucht;
c.
ei­ne Täu­schungs­ge­fahr schafft, in­dem er einen Na­men, ei­ne Fir­ma, ei­ne Adres­se oder ei­ne Mar­ke im Zu­sam­men­hang mit Wa­ren oder Dienst­leis­tun­gen frem­der Her­kunft ge­braucht.

2Han­delt der Tä­ter ge­werbs­mäs­sig, so ist die Stra­fe Frei­heits­s­tra­fe bis zu fünf Jah­ren oder Geld­stra­fe. Mit der Frei­heits­s­tra­fe ist ei­ne Geld­stra­fe zu ver­bin­den.

3Das IGE kann bei der zu­stän­di­gen Straf­ver­fol­gungs­be­hör­de An­zei­ge er­stat­ten und im Ver­fah­ren die Rech­te ei­ner Pri­vat­klä­ger­schaft wahr­neh­men.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2015 3631; BBl 2009 8533).

Art. 65 Widerhandlungen betreffend das Produzentenkennzeichen

Wer vor­sätz­lich die Vor­schrif­ten über das Pro­du­zen­ten­kenn­zei­chen ver­letzt, wird mit Bus­se bis zu 20 000 Fran­ken be­straft.

Art. 65a Nicht strafbare Handlungen

Hand­lun­gen nach Ar­ti­kel 13 Ab­satz 2bis sind nicht straf­bar.


1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 3 des BG vom 22. Ju­ni 2007, Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).

Art. 66 Aussetzung des Verfahrens

1Der Rich­ter kann das Straf­ver­fah­ren aus­set­zen, wenn der An­ge­schul­dig­te die Nich­tig­keit der Mar­ken­ein­tra­gung in ei­nem Zi­vil­ver­fah­ren gel­tend macht.

2Wen­det der An­ge­schul­dig­te im Straf­ver­fah­ren die Nich­tig­keit der Mar­ken­ein­tra­gung ein, so kann ihm der Rich­ter zu ih­rer Gel­tend­ma­chung in ei­nem Zi­vil­ver­fah­ren ei­ne an­ge­mes­se­ne Frist an­set­zen.

3Wäh­rend der Aus­set­zung ruht die Ver­jäh­rung.

Art. 67 Widerhandlungen in Geschäftsbetrieben

Bei Wi­der­hand­lun­gen in Ge­schäfts­be­trie­ben, durch Un­ter­ge­be­ne, Be­auf­trag­te oder Ver­tre­ter gel­ten die Ar­ti­kel 6 und 7 des Ver­wal­tungs­straf­rechts­ge­set­zes vom 22. März 19741.


1 SR 313.0

Art. 68 Einziehung im Strafverfahren

Ar­ti­kel 69 des Straf­ge­setz­bu­ches2 ist an­wend­bar; der Rich­ter kann an­ord­nen, dass ein wi­der­recht­lich mit ei­ner Mar­ke oder ei­ner Her­kunfts­an­ga­be ver­se­he­ner Ge­gen­stand als Gan­zes ein­zu­zie­hen ist.


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des BG vom 22. Ju­ni 2007, Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).
2 SR 311.0

Art. 69 Zuständigkeit der kantonalen Behörden

Die Straf­ver­fol­gung ist Sa­che der Kan­to­ne.

3. Kapitel: Hilfeleistung der Zollverwaltung

Art. 70 Anzeige verdächtiger Sendungen

1Die Zoll­ver­wal­tung ist er­mäch­tigt, den Mar­ken­in­ha­ber, den an ei­ner Her­kunfts­an­ga­be Be­rech­tig­ten oder ei­ne nach Ar­ti­kel 56 kla­ge­be­rech­tig­te Par­tei zu be­nach­rich­ti­gen, wenn der Ver­dacht be­steht, dass das Ver­brin­gen von wi­der­recht­lich mit ei­ner Mar­ke oder ei­ner Her­kunfts­an­ga­be ver­se­he­nen Wa­ren ins schwei­ze­ri­sche Zoll­ge­biet oder aus dem schwei­ze­ri­schen Zoll­ge­biet be­vor­steht.2

2In die­sem Fall ist die Zoll­ver­wal­tung er­mäch­tigt, die Wa­ren wäh­rend drei Werk­ta­gen zu­rück­zu­be­hal­ten, da­mit der Mar­ken­in­ha­ber, der an ei­ner Her­kunfts­an­ga­be Be­rech­tig­te oder ein nach Ar­ti­kel 56 kla­ge­be­rech­tig­ter Be­rufs- oder Wirt­schafts­ver­band einen An­trag nach Ar­ti­kel 71 stel­len kann.


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des BG vom 22. Ju­ni 2007, Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2015 3631; BBl 2009 8533).

Art. 71 Antrag auf Hilfeleistung

1Hat der Mar­ken­in­ha­ber, der kla­ge­be­rech­tig­te Li­zenz­neh­mer, der an ei­ner Her­kunfts­an­ga­be Be­rech­tig­te oder ei­ne nach Ar­ti­kel 56 kla­ge­be­rech­tig­te Par­tei kon­kre­te An­halts­punk­te da­für, dass das Ver­brin­gen von wi­der­recht­lich mit ei­ner Mar­ke oder ei­ner Her­kunfts­an­ga­be ver­se­he­nen Wa­ren ins schwei­ze­ri­sche Zoll­ge­biet oder aus dem schwei­ze­ri­schen Zoll­ge­biet be­vor­steht, so kann er oder sie der Zoll­ver­wal­tung schrift­lich be­an­tra­gen, die Frei­ga­be der Wa­ren zu ver­wei­gern.1

2Der An­trag­stel­ler muss al­le ihm zur Ver­fü­gung ste­hen­den An­ga­ben ma­chen, die für den Ent­scheid der Zoll­ver­wal­tung er­for­der­lich sind; da­zu ge­hört ei­ne ge­naue Be­schrei­bung der Wa­ren.

3Die Zoll­ver­wal­tung ent­schei­det über den An­trag end­gül­tig. Sie kann ei­ne Ge­bühr zur De­ckung der Ver­wal­tungs­kos­ten er­he­ben.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2015 3631; BBl 2009 8533).

Art. 72 Zurückbehalten von Waren

1Hat die Zoll­ver­wal­tung auf­grund ei­nes An­trags nach Ar­ti­kel 71 Ab­satz 1 den be­grün­de­ten Ver­dacht, dass ei­ne zum Ver­brin­gen ins schwei­ze­ri­sche Zoll­ge­biet oder aus dem schwei­ze­ri­schen Zoll­ge­biet be­stimm­te Wa­re wi­der­recht­lich mit ei­ner Mar­ke oder ei­ner Her­kunfts­an­ga­be ver­se­hen ist, so teilt sie dies ei­ner­seits dem An­trag­stel­ler und an­de­rer­seits dem An­mel­der, Be­sit­zer oder Ei­gen­tü­mer der Wa­re mit.2

2Sie be­hält die Wa­re bis höchs­tens zehn Werk­ta­ge vom Zeit­punkt der Mit­tei­lung nach Ab­satz 1 an zu­rück, da­mit der An­trag­stel­ler vor­sorg­li­che Mass­nah­men er­wir­ken kann.

3In be­grün­de­ten Fäl­len kann sie die Wa­re wäh­rend höchs­tens zehn wei­te­ren Werk­ta­gen zu­rück­be­hal­ten.


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des BG vom 22. Ju­ni 2007, Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2015 3631; BBl 2009 8533).

Art. 72a Proben oder Muster

1Wäh­rend des Zu­rück­be­hal­tens der Wa­re ist die Zoll­ver­wal­tung er­mäch­tigt, dem An­trag­stel­ler auf An­trag Pro­ben oder Mus­ter zur Prü­fung zu über­ge­ben oder zu­zu­sen­den oder ihm die Be­sich­ti­gung der zu­rück­be­hal­te­nen Wa­re zu ge­stat­ten.

2Die Pro­ben oder Mus­ter wer­den auf Kos­ten des An­trag­stel­lers ent­nom­men und ver­sandt.

3Sie müs­sen nach er­folg­ter Prü­fung, so­weit sinn­voll, zu­rück­ge­ge­ben wer­den. Ver­blei­ben Pro­ben oder Mus­ter beim An­trag­stel­ler, so un­ter­lie­gen sie den Be­stim­mun­gen der Zoll­ge­setz­ge­bung.


1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 3 des BG vom 22. Ju­ni 2007, Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).

Art. 72b Wahrung von Fabrikations- und Geschäftsgeheimnissen

1Gleich­zei­tig mit der Be­nach­rich­ti­gung nach Ar­ti­kel 72 Ab­satz 1 in­for­miert die Zoll­ver­wal­tung den An­mel­der, Be­sit­zer oder Ei­gen­tü­mer der Wa­re über die mög­li­che Über­ga­be von Pro­ben oder Mus­tern be­zie­hungs­wei­se die Be­sich­ti­gungs­mög­lich­keit nach Ar­ti­kel 72a Ab­satz 1.

2Der An­mel­der, Be­sit­zer oder Ei­gen­tü­mer kann ver­lan­gen, zur Wah­rung sei­ner Fa­bri­ka­ti­ons- oder Ge­schäfts­ge­heim­nis­se bei der Be­sich­ti­gung an­we­send zu sein.

3Die Zoll­ver­wal­tung kann auf be­grün­de­ten An­trag des An­mel­ders, Be­sit­zers oder Ei­gen­tü­mers die Über­ga­be von Pro­ben oder Mus­tern ver­wei­gern.


1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 3 des BG vom 22. Ju­ni 2007, Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).

Art. 72c Antrag auf Vernichtung der Ware

1Zu­sam­men mit dem An­trag nach Ar­ti­kel 71 Ab­satz 1 kann der An­trag­stel­ler bei der Zoll­ver­wal­tung schrift­lich be­an­tra­gen, die Wa­re zu ver­nich­ten.

2Wird ein An­trag auf Ver­nich­tung ge­stellt, so teilt die Zoll­ver­wal­tung dies dem An­mel­der, Be­sit­zer oder Ei­gen­tü­mer der Wa­re im Rah­men der Mit­tei­lung nach Ar­ti­kel 72 Ab­satz 1 mit.

3Der An­trag auf Ver­nich­tung führt nicht da­zu, dass die Fris­ten nach Ar­ti­kel 72 Ab­sät­ze 2 und 3 zur Er­wir­kung vor­sorg­li­cher Mass­nah­men ver­län­gert wer­den.


1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 3 des BG vom 22. Ju­ni 2007, Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).

Art. 72d Zustimmung

1Für die Ver­nich­tung der Wa­re ist die Zu­stim­mung des An­mel­ders, Be­sit­zers oder Ei­gen­tü­mers er­for­der­lich.

2Die Zu­stim­mung gilt als er­teilt, wenn der An­mel­der, Be­sit­zer oder Ei­gen­tü­mer die Ver­nich­tung nicht in­ner­halb der Fris­ten nach Ar­ti­kel 72 Ab­sät­ze 2 und 3 aus­drück­lich ab­lehnt.


1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 3 des BG vom 22. Ju­ni 2007, Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).

Art. 72e Beweismittel

Vor der Ver­nich­tung der Wa­re ent­nimmt die Zoll­ver­wal­tung Pro­ben oder Mus­ter und be­wahrt sie als Be­weis­mit­tel auf für all­fäl­li­ge Kla­gen auf Scha­den­er­satz.


1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 3 des BG vom 22. Ju­ni 2007, Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).

Art. 72f Schadenersatz

1Er­weist sich die Ver­nich­tung der Wa­re als un­be­grün­det, so haf­tet aus­sch­liess­lich der An­trag­stel­ler für den ent­stan­de­nen Scha­den.

2Hat der An­mel­der, Be­sit­zer oder Ei­gen­tü­mer der Ver­nich­tung schrift­lich zu­ge­stimmt, so ent­ste­hen ge­gen­über dem An­trag­stel­ler auch dann kei­ne An­sprü­che auf Scha­den­er­satz, wenn sich die Ver­nich­tung spä­ter als un­be­grün­det er­weist.


1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 3 des BG vom 22. Ju­ni 2007, Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).

Art. 72g Kosten

1Die Ver­nich­tung der Wa­re er­folgt auf Kos­ten des An­trag­stel­lers.

2Über die Kos­ten für die Ent­nah­me und Auf­be­wah­rung von Pro­ben oder Mus­tern nach Ar­ti­kel 72e ent­schei­det das Ge­richt im Zu­sam­men­hang mit der Be­ur­tei­lung der Scha­den­er­satz­an­sprü­che nach Ar­ti­kel 72f Ab­satz 1.


1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 3 des BG vom 22. Ju­ni 2007, Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).

Art. 72h Haftungserklärung und Schadenersatz

1Ist durch das Zu­rück­be­hal­ten der Wa­re ein Scha­den zu be­fürch­ten, so kann die Zoll­ver­wal­tung das Zu­rück­be­hal­ten da­von ab­hän­gig ma­chen, dass der An­trag­stel­ler ihr ei­ne Haf­tungs­er­klä­rung ab­gibt. An de­ren Stel­le kann die Zoll­ver­wal­tung vom An­trag­stel­ler in be­grün­de­ten Fäl­len ei­ne an­ge­mes­se­ne Si­cher­heits­leis­tung ver­lan­gen.

2Der An­trag­stel­ler muss den Scha­den, der durch das Zu­rück­be­hal­ten der Wa­re und die Ent­nah­me von Pro­ben oder Mus­tern ent­stan­den ist, er­set­zen, wenn vor­sorg­li­che Mass­nah­men nicht an­ge­ord­net wer­den oder sich als un­be­grün­det er­wei­sen.


1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 3 des BG vom 22. Ju­ni 2007, Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).

4. Titel: Schlussbestimmungen

1. Kapitel: Vollzug

Art. 73

Der Bun­des­rat er­lässt die Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen.

2. Kapitel: Aufhebung und Änderung von Bundesrecht

Art. 74 Aufhebung bisherigen Rechts

Das Bun­des­ge­setz vom 26. Sep­tem­ber 18901 be­tref­fend den Schutz der Fa­brik- und Han­dels­mar­ken, der Her­kunfts­be­zeich­nun­gen von Wa­ren und der ge­werb­li­chen Aus­zeich­nun­gen wird auf­ge­ho­ben. Je­doch ist Ar­ti­kel 16bis Ab­satz 2 bis zum In­kraft­tre­ten von Ar­ti­kel 36 die­ses Ge­set­zes wei­ter­hin an­wend­bar.


1 [BS 2 845; AS 1951 903 Art. 1, 1971 1617, 1988 1776 An­hang Ziff. I Bst. e]

Art. 75 Änderung bisherigen Rechts

1. und 2. …1

3. Der Aus­druck «Fa­brik- und Han­dels­mar­ken» wird in sämt­li­chen Er­las­sen durch «Mar­ken» er­setzt; da­von aus­ge­nom­men sind die Ar­ti­kel 1 und 2 des Bun­des­ge­set­zes vom 5. Ju­ni 19312zum Schutz öf­fent­li­cher Wap­pen und an­de­rer öf­fent­li­cher Zei­chen. Die be­tref­fen­den Er­las­se sind bei nächs­ter Ge­le­gen­heit ent­spre­chend an­zu­pas­sen.


1 Die­se Än­de­run­gen kön­nen un­ter AS 1993 274 kon­sul­tiert wer­den.
2 [AS 48 1, 2006 2197 An­hang Ziff. 25, 2008 3437 Ziff. II 13. AS 2015 3679 An­hang 3 Ziff. I 1]. Sie­he heu­te: das BG vom 21. Ju­ni 2013 (SR 232.21).

3. Kapitel: Übergangsbestimmungen

Art. 76 Hinterlegte oder eingetragene Marken

1Die beim In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes hin­ter­leg­ten oder ein­ge­tra­ge­nen Mar­ken un­ter­ste­hen von die­sem Zeit­punkt an dem neu­en Recht.

2Da­von ab­wei­chend gel­ten je­doch fol­gen­de Be­stim­mun­gen:

a.
Die Prio­ri­tät rich­tet sich nach al­tem Recht.
b.
Die Grün­de für die Zu­rück­wei­sung von Ein­tra­gungs­ge­su­chen, aus­ge­nom­men die ab­so­lu­ten Aus­schluss­grün­de, rich­ten sich nach al­tem Recht.
c.
Wi­der­sprü­che ge­gen die Ein­tra­gung von Mar­ken, die beim In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes hin­ter­legt wa­ren, sind un­zu­läs­sig.
d.
Die Gül­tig­keit der Ein­tra­gung en­det mit dem Ab­lauf der nach al­tem Recht gel­ten­den Frist; bis da­hin kann sie je­der­zeit ver­län­gert wer­den.
e.
Die ers­te Ver­län­ge­rung der Ein­tra­gung von Kol­lek­tiv­mar­ken un­ter­liegt den glei­chen Form­vor­schrif­ten wie ei­ne Hin­ter­le­gung.
Art. 77 Bisher nicht eintragbare Marken

Sind beim In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes Ein­tra­gungs­ge­su­che für Mar­ken hän­gig, die nach dem al­ten, nicht aber nach dem neu­en Recht von der Ein­tra­gung aus­ge­schlos­sen sind, so gilt als Hin­ter­le­gungs­da­tum der Tag des In­kraft­tre­tens.

Art. 78 Gebrauchspriorität

1Wer ei­ne Mar­ke vor dem In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes auf Wa­ren oder de­ren Ver­pa­ckung oder zur Kenn­zeich­nung von Dienst­leis­tun­gen zu­erst ge­braucht hat, ist ge­gen­über dem ers­ten Hin­ter­le­ger bes­ser be­rech­tigt, so­fern er die Mar­ke in­ner­halb von zwei Jah­ren nach In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes hin­ter­legt und zu­gleich den Zeit­punkt an­gibt, in dem die Mar­ke in Ge­brauch ge­nom­men wur­de.

21


1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. II 11 des BG vom 20. März 2008 zur for­mel­len Be­rei­ni­gung des Bun­des­rechts, mit Wir­kung seit 1. Aug. 2008 (AS 2008 3437; BBl 2007 6121).

Art. 78a Klagebefugnis von Lizenznehmern

Die Ar­ti­kel 55 Ab­satz 4 und 59 Ab­satz 5 sind nur auf Li­zenz­ver­trä­ge an­wend­bar, die nach In­kraft­tre­ten der Än­de­rung vom 22. Ju­ni 2007 die­ses Ge­set­zes ab­ge­schlos­sen oder be­stä­tigt wor­den sind.


1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 3 des BG vom 22. Ju­ni 2007, Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).

4. Kapitel: Referendum und Inkrafttreten

Art. 79

1Die­ses Ge­setz un­ter­steht dem fa­kul­ta­ti­ven Re­fe­ren­dum.

2Der Bun­des­rat be­stimmt das In­kraft­tre­ten.

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