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Bundesgesetz
über die Erfindungspatente
(Patentgesetz, PatG)1

vom 25. Juni 1954 (Stand am 1. April 2019)

1Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 3. Febr. 1995, in Kraft seit 1. Sept. 1995 (AS 1995 2879; BBl 1993 III 706).

Die Bundesversammlung der Schweizerischen Eidgenossenschaft,

gestützt auf Artikel 122 der Bundesverfassung2,3
nach Einsicht in eine Botschaft des Bundesrates vom 25. April 19504
sowie in eine Ergänzungsbotschaft vom 28. Dezember 19515,

beschliesst:

2SR 101

3 Fassung gemäss Anhang Ziff. 6 des BG vom 21. Juni 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2015 3631; BBl 2009 8533).

4BBl 1950 I 977

5BBl 1952 I 1

Erster Titel: Allgemeine Bestimmungen

1. Abschnitt: Voraussetzungen und Wirkung des Patentes

Art. 1  

1 Für neue ge­werb­lich an­wend­ba­re Er­fin­dun­gen wer­den Er­fin­dungs­­pa­ten­te er­teilt.

2 Was sich in na­he lie­gen­der Wei­se aus dem Stand der Tech­nik (Art. 7 Abs. 2) er­gibt, ist kei­ne pa­ten­tier­ba­re Er­fin­dung.7

3 Die Pa­ten­te wer­den oh­ne Ge­währ­leis­tung des Staa­tes er­teilt.8

7Fas­sung ge­mä­ss Art. 2 des BB vom 16. Dez. 2005 über die Ge­neh­mi­gung der Ak­te zur Re­vi­si­on des Eu­ro­päi­schen Pa­tent­über­ein­kom­mens und über die Än­de­rung des Pa­tent­ge­set­zes, in Kraft seit 13. Dez. 2007 (AS 2007 6479; BBl 2005 3773).

8Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976, in Kraft seit 1. Jan. 1978 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1).

Art. 1a9  

1 Der mensch­li­che Kör­per als sol­cher in al­len Pha­sen sei­ner Ent­ste­hung und Ent­wick­lung, ein­sch­liess­lich des Em­bryos, ist nicht pa­ten­tier­bar.

2 Be­stand­tei­le des mensch­li­chen Kör­pers in ih­rer na­tür­li­chen Um­ge­bung sind nicht pa­ten­tier­bar. Ein Be­stand­teil des mensch­li­chen Kör­pers ist je­doch als Er­fin­dung pa­ten­tier­bar, wenn er tech­nisch be­reit­ge­stellt wird, ein tech­ni­scher Nutz­ef­fekt an­ge­ge­ben wird und die wei­te­ren Vor­aus­set­zun­gen von Ar­ti­kel 1 er­füllt sind; Ar­ti­kel 2 bleibt vor­be­hal­ten.

9Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).

Art. 1b10  

1 Ei­ne na­tür­lich vor­kom­men­de Se­quenz oder Teil­se­quenz ei­nes Gens ist als sol­che nicht pa­ten­tier­bar.

2 Se­quen­zen, die sich von ei­ner na­tür­lich vor­kom­men­den Se­quenz oder Teil­se­quenz ei­nes Gens ab­lei­ten, sind je­doch als Er­fin­dung pa­ten­tier­bar, wenn sie tech­nisch be­reit­ge­stellt wer­den, ih­re Funk­ti­on kon­kret an­ge­ge­ben wird und die wei­te­ren Vor­aus­set­zun­gen von Ar­ti­kel 1 er­füllt sind; Ar­ti­kel 2 bleibt vor­be­hal­ten.

10 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).

Art. 211  

1 Von der Pa­ten­tie­rung aus­ge­schlos­sen sind Er­fin­dun­gen, de­ren Ver­wer­tung die Men­schen­wür­de ver­let­zen oder die Wür­de der Krea­tur miss­ach­ten oder auf an­de­re Wei­se ge­gen die öf­fent­li­che Ord­nung oder die gu­ten Sit­ten ver­stos­sen wür­de. Ins­be­son­de­re wer­den kei­ne Pa­ten­te er­teilt für:

a.
Ver­fah­ren zum Klo­nen mensch­li­cher Le­be­we­sen und die da­mit ge­won­ne­nen Klo­ne;
b.
Ver­fah­ren zur Bil­dung von Mischwe­sen un­ter Ver­wen­dung mensch­li­cher Keim­zel­len, mensch­li­cher to­ti­po­ten­ter Zel­len oder mensch­li­cher em­bryo­na­ler Stamm­zel­len und die da­mit ge­won­ne­nen We­sen;
c.
Ver­fah­ren der Par­the­no­ge­ne­se un­ter Ver­wen­dung mensch­li­chen Keim­guts und die da­mit er­zeug­ten Par­the­no­ten;
d.
Ver­fah­ren zur Ver­än­de­rung der in der Keim­bahn ent­hal­te­nen Iden­ti­tät des mensch­li­chen Le­be­we­sens und die da­mit ge­won­ne­nen Keim­bahn­zel­len;
e.
un­ver­än­der­te mensch­li­che em­bryo­na­le Stamm­zel­len und Stamm­zell­li­ni­en;
f.
die Ver­wen­dung mensch­li­cher Em­bryo­nen zu nicht me­di­zi­ni­schen Zwe­cken;
g.
Ver­fah­ren zur Ver­än­de­rung der ge­ne­ti­schen Iden­ti­tät von Tie­ren, die ge­eig­net sind, die­sen Tie­ren Lei­den zu­zu­fü­gen, oh­ne durch über­wie­gen­de schutz­wür­di­ge In­ter­es­sen ge­recht­fer­tigt zu sein, so­wie die mit Hil­fe sol­cher Ver­fah­ren er­zeug­ten Tie­re.

2 Von der Pa­ten­tie­rung sind fer­ner aus­ge­schlos­sen:

a.
Ver­fah­ren der Chir­ur­gie, The­ra­pie und Dia­gno­s­tik, die am mensch­li­chen oder am tie­ri­schen Kör­per an­ge­wen­det wer­den;
b.
Pflan­zen­sor­ten und Tier­ras­sen und im We­sent­li­chen bio­lo­gi­sche Ver­fah­ren zur Züch­tung von Pflan­zen und Tie­ren; un­ter Vor­be­halt von Ab­satz 1 pa­ten­tier­bar sind je­doch mi­kro­bio­lo­gi­sche oder sons­ti­ge tech­ni­sche Ver­fah­ren und die da­mit ge­won­ne­nen Er­zeug­nis­se so­wie Er­fin­dun­gen, de­ren Ge­gen­stand Pflan­zen oder Tie­re sind und de­ren Aus­füh­rung tech­nisch nicht auf ei­ne be­stimm­te Pflan­zen­sor­te oder Tier­ras­se be­schränkt ist.

11Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).

Art. 3  

1 Das Recht auf das Pa­tent steht dem Er­fin­der, sei­nem Rechts­nach­fol­ger oder dem Drit­ten zu, wel­chem die Er­fin­dung aus ei­nem an­dern Rechts­grund ge­hört.

2 Ha­ben meh­re­re ge­mein­sam ei­ne Er­fin­dung ge­macht, so steht ih­nen die­ses Recht ge­mein­sam zu.

3 Ha­ben meh­re­re die Er­fin­dung un­ab­hän­gig von­ein­an­der ge­macht, so steht die­ses Recht dem zu, der sich auf die frü­he­re oder prio­ri­tät­säl­te­re An­mel­dung be­ru­fen kann.

Art. 4  

Im Ver­fah­ren vor dem Eid­ge­nös­si­schen In­sti­tut für Geis­ti­ges Ei­gen­tum12 (IGE)13 gilt der Pa­tent­be­wer­ber als be­rech­tigt, die Er­tei­lung des Pa­ten­tes zu be­an­tra­gen.

12 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 9. Okt. 1998, in Kraft seit 1. Mai 1999 (AS 1999 1363; BBl 1998 1633).

13 Aus­druck ge­mä­ss An­hang Ziff. 6 des BG vom 21. Ju­ni 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2015 3631; BBl 2009 8533).

Art. 5  

1 Der Pa­tent­be­wer­ber hat dem IGE den Er­fin­der schrift­lich zu nen­nen.14

2 Die vom Pa­tent­be­wer­ber ge­nann­te Per­son wird im Pa­tent­re­gis­ter, in der Ver­öf­fent­li­chung des Pa­tent­ge­suchs und der Pa­ten­ter­tei­lung so­wie in der Pa­tent­schrift als Er­fin­der auf­ge­führt.15

3 Ab­satz 2 ist ent­spre­chend an­wend­bar, wenn ein Drit­ter ein voll­streck­ba­res Ur­teil vor­legt, aus wel­chem her­vor­geht, dass nicht die vom Pa­tent­be­wer­ber ge­nann­te Per­son, son­dern der Drit­te der Er­fin­der ist.

14Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976, in Kraft seit 1. Jan. 1978 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1).

15 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 20061).

Art. 6  

1 Wenn der vom Pa­tent­be­wer­ber ge­nann­te Er­fin­der dar­auf ver­zich­tet, un­ter­blei­ben die in Ar­ti­kel 5 Ab­satz 2 vor­ge­schrie­be­nen Mass­nah­men.

2 Ein im Vor­aus er­klär­ter Ver­zicht des Er­fin­ders auf Nen­nung ist oh­ne recht­li­che Wir­kung.

Art. 716  

1 Ei­ne Er­fin­dung gilt als neu, wenn sie nicht zum Stand der Tech­nik ge­hört.

2 Den Stand der Tech­nik bil­det al­les, was vor dem An­mel­de- oder dem Prio­ri­täts­da­tum der Öf­fent­lich­keit durch schrift­li­che oder münd­li­che Be­schrei­bung, durch Be­nüt­zung oder in sons­ti­ger Wei­se zu­gäng­lich ge­macht wor­den ist.

3 In Be­zug auf die Neu­heit um­fasst der Stand der Tech­nik auch den In­halt ei­ner frü­he­ren oder prio­ri­täts­äl­te­ren An­mel­dung für die Schweiz in der ur­sprüng­lich ein­ge­reich­ten Fas­sung, de­ren An­mel­de- oder Prio­ri­täts­da­tum vor dem in Ab­satz 2 ge­nann­ten Da­tum liegt und die erst an oder nach die­sem Da­tum der Öf­fent­lich­keit zu­gäng­lich ge­macht wur­de, so­fern:

a.
im Fal­le ei­ner in­ter­na­tio­na­len An­mel­dung die Vor­aus­set­zun­gen nach Ar­ti­kel 138 er­füllt sind;
b.
im Fal­le ei­ner eu­ro­päi­schen An­mel­dung, die aus ei­ner in­ter­na­tio­na­len An­mel­dung her­vor­ge­gan­gen ist, die Vor­aus­set­zun­gen nach Ar­ti­kel 153 Ab­satz 5 des Eu­ro­päi­schen Pa­tent­über­ein­kom­mens vom 5. Ok­to­ber 1973 in sei­ner re­vi­dier­ten Fas­sung vom 29. No­vem­ber 200017 er­füllt sind;
c.
im Fal­le ei­ner eu­ro­päi­schen An­mel­dung die Ge­büh­ren nach Ar­ti­kel 79 Ab­satz 2 des Eu­ro­päi­schen Pa­tent­über­ein­kom­mens vom 5. Ok­to­ber 1973 in sei­ner re­vi­dier­ten Fas­sung vom 29. No­vem­ber 2000 für die wirk­sa­me Be­nen­nung der Schweiz ent­rich­tet wur­den.18

16Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976, in Kraft seit 1. Jan. 1978 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1).

17 SR 0.232.142.2

18 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).

Art. 7a19  

19Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).

Art. 7b20  

Ist die Er­fin­dung in­ner­halb von sechs Mo­na­ten vor dem An­mel­de- oder dem Prio­ri­täts­da­tum der Öf­fent­lich­keit zu­gäng­lich ge­macht wor­den, so zählt die­se Of­fen­ba­rung nicht zum Stand der Tech­nik, wenn sie un­mit­tel­bar oder mit­tel­bar zu­rück­geht:21

a.
auf einen of­fen­sicht­li­chen Miss­brauch zum Nach­teil des Pa­tent­be­wer­bers oder sei­nes Rechts­vor­gän­gers; oder
b.
auf die Tat­sa­che, dass der Pa­tent­be­wer­ber oder sein Rechts­vor­gän­ger die Er­fin­dung auf ei­ner of­fi­zi­el­len oder of­fi­zi­ell an­er­kann­ten in­ter­na­tio­na­len Aus­stel­lung im Sin­ne des Über­ein­kom­mens vom 22. No­vem­ber 192822 über die in­ter­na­tio­na­len Aus­stel­lun­gen zur Schau ge­stellt hat, und er dies bei der Ein­rei­chung des Pa­tent­ge­su­ches er­klärt und durch einen ge­nü­gen­den Aus­weis recht­zei­tig be­legt hat.

20Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976, in Kraft seit 1. Jan. 1978 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1).

21Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 3. Fe­br. 1995, in Kraft seit 1. Sept. 1995 (AS 1995 2879; BBl 1993 III 706).

22SR 0.945.11

Art. 7c23  

Stof­fe und Stoff­ge­mi­sche, die als sol­che, aber nicht in Be­zug auf ih­re Ver­wen­dung in ei­nem chir­ur­gi­schen, the­ra­peu­ti­schen oder dia­gno­s­ti­schen Ver­fah­ren nach Ar­ti­kel 2 Ab­satz 2 Buch­sta­be a24 zum Stand der Tech­nik ge­hö­ren, gel­ten als neu, so­weit sie nur für ei­ne sol­che Ver­wen­dung be­stimmt sind.

23Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).

24 Be­rich­tigt von der Re­dak­ti­ons­kom­mis­si­on der BVers (Art. 58 Abs. 1 ParlG – SR 171.10).

Art. 7d25  

Stof­fe und Stoff­ge­mi­sche, die als sol­che, aber nicht in Be­zug auf ei­ne ge­gen­über der ers­ten me­di­zi­ni­schen In­di­ka­ti­on nach Ar­ti­kel 7c spe­zi­fi­sche Ver­wen­dung in ei­nem chir­ur­gi­schen, the­ra­peu­ti­schen oder dia­gno­s­ti­schen Ver­fah­ren nach Ar­ti­kel 2 Ab­satz 2 Buch­sta­be a26 zum Stand der Tech­nik ge­hö­ren, gel­ten als neu, so­weit sie nur für die Ver­wen­dung zur Her­stel­lung ei­nes Mit­tels zu chir­ur­gi­schen, the­ra­peu­ti­schen oder dia­gno­s­ti­schen Zwe­cken be­stimmt sind.

25Ein­ge­fügt durch Art. 2 des BB vom 16. Dez. 2005 über die Ge­neh­mi­gung der Ak­te zur Re­vi­si­on des Eu­ro­päi­schen Pa­tent­über­ein­kom­mens und über die Än­de­rung des Pa­tent­ge­set­zes (AS 2007 6479; BBl 2005 3773). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).

26 Be­rich­tigt von der Re­dak­ti­ons­kom­mis­si­on der BVers (Art. 58 Abs. 1 ParlG – SR 171.10).

Art. 827  

1 Das Pa­tent ver­schafft sei­nem In­ha­ber das Recht, an­de­ren zu ver­bie­ten, die Er­fin­dung ge­werbs­mäs­sig zu be­nüt­zen.

2 Als Be­nüt­zung gel­ten ins­be­son­de­re das Her­stel­len, das La­gern, das An­bie­ten, das In­ver­kehr­brin­gen, die Ein-, Aus- und Durch­fuhr so­wie der Be­sitz zu die­sen Zwe­cken.

3 Die Durch­fuhr kann nicht ver­bo­ten wer­den, so­weit der Pa­tent­in­ha­ber die Ein­fuhr in das Be­stim­mungs­land nicht ver­bie­ten kann.

27 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).

Art. 8a28  

1 Be­trifft die Er­fin­dung ein Her­stel­lungs­ver­fah­ren, so er­streckt sich die Wir­kung des Pa­tents auch auf die un­mit­tel­ba­ren Er­zeug­nis­se des Ver­fah­rens.

2 Han­delt es sich bei den un­mit­tel­ba­ren Er­zeug­nis­sen um bio­lo­gi­sches Ma­te­ri­al, so er­streckt sich die Wir­kung des Pa­tents zu­dem auf Er­zeug­nis­se, die durch Ver­meh­rung die­ses bio­lo­gi­schen Ma­te­ri­als ge­won­nen wer­den und die­sel­ben Ei­gen­schaf­ten auf­wei­sen. Ar­ti­kel 9a Ab­satz 3 bleibt vor­be­hal­ten.29

28 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).

29 Zwei­ter Satz ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. Dez. 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2009 (AS 2009 2615; BBl 2008303).

Art. 8b30  

Be­trifft die Er­fin­dung ein Er­zeug­nis, das aus ei­ner ge­ne­ti­schen In­for­ma­ti­on be­steht oder ei­ne sol­che ent­hält, so er­streckt sich die Wir­kung des Pa­tents auf je­des Ma­te­ri­al, in das die­ses Er­zeug­nis ein­ge­bracht wird und in dem die ge­ne­ti­sche In­for­ma­ti­on ent­hal­ten ist und ih­re Funk­ti­on er­füllt. Die Ar­ti­kel 1a Ab­satz 1 und 9a Ab­satz 3 blei­ben vor­be­hal­ten.31

30 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).

31 Fas­sung zwei­ter Satz ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Dez. 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2009 (AS 2009 2615; BBl 2008303).

Art. 8c32  

Der Schutz aus ei­nem An­spruch auf ei­ne Nu­kleo­tid­se­quenz, die sich von ei­ner na­tür­lich vor­kom­men­den Se­quenz oder Teil­se­quenz ei­nes Gens ab­lei­tet, ist auf die Se­quenz­ab­schnit­te be­schränkt, wel­che die im Pa­tent kon­kret be­schrie­be­ne Funk­ti­on er­fül­len.

32 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).

Art. 933  

1 Die Wir­kung des Pa­tents er­streckt sich nicht auf:

a.
Hand­lun­gen, die im pri­va­ten Be­reich zu nicht ge­werb­li­chen Zwe­cken vor­ge­nom­men wer­den;
b.
Hand­lun­gen zu For­schungs- und Ver­suchs­zwe­cken, die der Ge­win­nung von Er­kennt­nis­sen über den Ge­gen­stand der Er­fin­dung ein­sch­liess­lich sei­ner Ver­wen­dun­gen die­nen; ins­be­son­de­re ist je­de wis­sen­schaft­li­che For­schung am Ge­gen­stand der Er­fin­dung frei;
c.
Hand­lun­gen, die für die Zu­las­sung ei­nes Arz­nei­mit­tels im In­land oder in Län­dern mit ver­gleich­ba­rer Arz­nei­mit­tel­kon­trol­le vor­aus­ge­setzt sind;
d.
die Be­nüt­zung der Er­fin­dung zu Un­ter­richts­zwe­cken an Lehr­stät­ten;
e.
die Be­nüt­zung bio­lo­gi­schen Ma­te­ri­als zum Zweck der Züch­tung oder der Ent­de­ckung und Ent­wick­lung ei­ner Pflan­zen­sor­te;
f.
bio­lo­gi­sches Ma­te­ri­al, das im Be­reich der Land­wirt­schaft zu­fäl­lig oder tech­nisch nicht ver­meid­bar ge­won­nen wird;
g.34
Hand­lun­gen im Rah­men ei­ner me­di­zi­ni­schen Tä­tig­keit, die sich auf ei­ne ein­zel­ne Per­son oder ein ein­zel­nes Tier be­zieht und Arz­nei­mit­tel be­trifft, ins­be­son­de­re die Ver­schrei­bung, Ab­ga­be oder An­wen­dung von Arz­nei­mit­teln durch ge­setz­lich da­zu be­rech­tig­te Per­so­nen;
h.35
die un­mit­tel­ba­re Ein­zel­zu­be­rei­tung von Arz­nei­mit­teln in Apo­the­ken in Aus­füh­rung ei­ner ärzt­li­chen Ver­schrei­bung so­wie auf Hand­lun­gen, wel­che die auf die­se Wei­se zu­be­rei­te­ten Arz­nei­mit­tel be­tref­fen.

2 Ab­re­den, wel­che die Be­fug­nis­se nach Ab­satz 1 ein­schrän­ken oder auf­he­ben, sind nich­tig.

33Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).

34 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 2 des BG vom 18. März 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2017 2745, 2018 3575; BBl 2013 1).

35 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 2 des BG vom 18. März 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2017 2745, 2018 3575; BBl 2013 1).

Art. 9a36  

1 Hat der Pa­tent­in­ha­ber ei­ne pa­tent­ge­schütz­te Wa­re im In­land oder im Eu­ro­päi­schen Wirt­schafts­raum in Ver­kehr ge­bracht oder ih­rem In­ver­kehr­brin­gen im In­land oder im Eu­ro­päi­schen Wirt­schafts­raum zu­ge­stimmt, so darf die­se Wa­re ge­werbs­mäs­sig ein­ge­führt und im In­land ge­werbs­mäs­sig ge­braucht oder wei­ter­ver­äus­sert wer­den.

2 Hat er ei­ne Vor­rich­tung, mit der ein pa­tent­ge­schütz­tes Ver­fah­ren an­ge­wen­det wer­den kann, im In­land oder im Eu­ro­päi­schen Wirt­schafts­raum in Ver­kehr ge­bracht oder ih­rem In­ver­kehr­brin­gen im In­land oder im Eu­ro­päi­schen Wirt­schafts­raum zu­ge­stimmt, so sind der ers­te und je­der spä­te­re Er­wer­ber der Vor­rich­tung be­rech­tigt, die­ses Ver­fah­ren an­zu­wen­den.

3 Hat der Pa­tent­in­ha­ber pa­tent­ge­schütz­tes bio­lo­gi­sches Ma­te­ri­al im In­land oder im Eu­ro­päi­schen Wirt­schafts­raum in Ver­kehr ge­bracht oder sei­nem In­ver­kehr­brin­gen im In­land oder im Eu­ro­päi­schen Wirt­schafts­­raum zu­ge­stimmt, so darf die­ses Ma­te­ri­al ein­ge­führt und im In­land ver­mehrt wer­den, so­weit dies für die be­stim­mungs­ge­mäs­se Ver­wen­dung not­wen­dig ist. Das so ge­won­ne­ne Ma­te­ri­al darf nicht für ei­ne wei­te­re Ver­meh­rung ver­wen­det wer­den. Ar­ti­kel 35a bleibt vor­be­hal­ten.

4 Hat der Pa­tent­in­ha­ber ei­ne pa­tent­ge­schütz­te Wa­re aus­ser­halb des Eu­ro­päi­schen Wirt­schafts­raums in Ver­kehr ge­bracht oder ih­rem In­ver­kehr­brin­gen aus­ser­halb des Eu­ro­päi­schen Wirt­schafts­raums zu­ge­stimmt und hat der Pa­tent­schutz für die funk­tio­nel­le Be­schaf­fen­heit der Wa­re nur un­ter­ge­ord­ne­te Be­deu­tung, so darf die Wa­re ge­werbs­mäs­sig ein­ge­führt wer­den. Die un­ter­ge­ord­ne­te Be­deu­tung wird ver­mu­tet, wenn der Pa­tent­in­ha­ber nicht das Ge­gen­teil glaub­haft macht.

5 Un­ge­ach­tet der Ab­sät­ze 1–4 bleibt die Zu­stim­mung des Pa­tent­in­ha­bers für das In­ver­kehr­brin­gen ei­ner pa­tent­ge­schütz­ten Wa­re im In­land vor­be­hal­ten, wenn ihr Preis im In­land oder im Land des In­ver­kehr­brin­gens staat­lich fest­ge­legt ist.

36 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007 (AS 2008 2551; BBl 2006 1). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Dez. 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2009 (AS 2009 2615; BBl 2008303).

Art. 1037  

37Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1978 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1).

Art. 11  

1 Er­zeug­nis­se, wel­che durch ein Pa­tent ge­schützt sind, oder ih­re Ver­pa­ckung kön­nen mit dem Pat­ent­zei­chen ver­se­hen wer­den, wel­ches aus dem eid­ge­nös­si­schen Kreuz und der Pa­tent­num­mer be­steht. Der Bun­des­rat kann zu­sätz­li­che An­ga­ben vor­schrei­ben.38

2 Der Pa­tent­in­ha­ber kann von den Mit­be­nüt­zern und Li­zenz­trä­gern ver­lan­gen, dass sie das Pat­ent­zei­chen auf den von ih­nen her­ge­stell­ten Er­zeug­nis­sen oder de­ren Ver­pa­ckung an­brin­gen.

3 Der Mit­be­nüt­zer oder Li­zenz­trä­ger, wel­cher dem Ver­lan­gen des Pa­tent­in­ha­bers nicht nach­kommt, haf­tet die­sem, un­be­scha­det des An­spru­ches auf An­brin­gen des Pat­ent­zei­chens, für den aus der Un­ter­las­sung ent­ste­hen­den Scha­den.

38Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976, in Kraft seit 1. Jan. 1978 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1).

Art. 12  

1 Wer sei­ne Ge­schäfts­pa­pie­re, An­zei­gen je­der Art, Er­zeug­nis­se oder Wa­ren mit ei­ner an­dern auf Pa­tent­schutz hin­wei­sen­den Be­zeich­nung in Ver­kehr setzt oder feil­hält, ist ver­pflich­tet, je­der­mann auf An­fra­ge hin die Num­mer des Pa­tent­ge­su­ches oder des Pa­ten­tes an­zu­ge­ben, auf wel­che sich die Be­zeich­nung stützt.

2 Wer an­dern die Ver­let­zung sei­ner Rech­te vor­wirft oder sie vor sol­cher Ver­let­zung warnt, hat auf An­fra­ge hin die glei­che Aus­kunft zu ge­ben.

Art. 1339  

1 Wer an ei­nem Ver­wal­tungs­ver­fah­ren nach die­sem Ge­setz be­tei­ligt ist und in der Schweiz kei­nen Wohn­sitz oder Sitz hat, muss ein Zu­stel­lungs­do­mi­zil in der Schweiz be­zeich­nen, es sei denn, das Völ­ker­recht oder die zu­stän­di­ge aus­län­di­sche Stel­le ge­stat­te der Be­hör­de, Schrift­stücke im be­tref­fen­den Staat di­rekt zu­zu­stel­len.40 Ein Zu­stel­lungs­do­mi­zil in der Schweiz ist nicht er­for­der­lich für:41

a.
die Ein­rei­chung ei­nes Pa­tent­ge­suchs zum Zweck der Zu­er­ken­nung ei­nes An­mel­de­da­tums;
b.
die Be­zah­lung von Ge­büh­ren, die Ein­rei­chung von Über­set­zun­gen so­wie die Ein­rei­chung und Be­hand­lung von An­trä­gen nach der Pa­ten­ter­tei­lung, so­weit die An­trä­ge zu kei­ner Be­an­stan­dung An­lass ge­ben.42

1bis Das IGE ist be­fugt, ge­gen­über der zu­stän­di­gen aus­län­di­schen Stel­le zu er­klä­ren, dass im Be­reich des geis­ti­gen Ei­gen­tums in der Schweiz die di­rek­te Zu­stel­lung zu­läs­sig ist, so­fern der Schweiz Ge­gen­recht ge­währt wird.43

2 Vor­be­hal­ten blei­ben die Be­stim­mun­gen über die be­rufs­mäs­si­ge Pro­zess­ver­tre­tung.

39Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976, in Kraft seit 1. Jan. 1978 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1).

40 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 4 des BB vom 28. Sept. 2018 über die Ge­neh­mi­gung und die Um­set­zung des Über­ein­kom­mens Nr. 94 des Eu­ro­pa­ra­tes über die Zu­stel­lung von Schrift­stücken in Ver­wal­tungs­sa­chen im Aus­land, in Kraft seit 1. April 2019 (AS 2019 975; BBl 2017 5947).

41 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des Pa­tent­an­walts­ge­set­zes vom 20. März 2009, in Kraft seit 1. Ju­li 2011 (AS 2011 2259; BBl 2008407).

42 Fas­sung ge­mä­ss Art. 2 des BB vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2677; BBl 20061).

43 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 4 des BB vom 28. Sept. 2018 über die Ge­neh­mi­gung und die Um­set­zung des Über­ein­kom­mens Nr. 94 des Eu­ro­pa­ra­tes über die Zu­stel­lung von Schrift­stücken in Ver­wal­tungs­sa­chen im Aus­land, in Kraft seit 1. April 2019 (AS 2019 975; BBl 2017 5947).

Art. 14  

1 Das Pa­tent kann längs­tens bis zum Ab­lauf von 20 Jah­ren seit dem Da­tum der An­mel­dung dau­ern.44

245

44Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez 1976, in Kraft seit 1. Jan. 1978 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1).

45Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1978 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1).

Art. 15  

1 Das Pa­tent er­lischt:

a.
wenn der In­ha­ber in schrift­li­cher Ein­ga­be an das IGE dar­auf ver­zich­tet;
b.
wenn ei­ne fäl­lig ge­wor­de­ne Jah­res­ge­bühr nicht recht­zei­tig be­zahlt wird.46

247

46Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez 1976, in Kraft seit 1. Jan. 1978 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1).

47Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1978 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1).

Art. 1648  

Pa­tent­be­wer­ber und Pa­tent­in­ha­ber schwei­ze­ri­scher Staats­an­ge­hö­rig­keit kön­nen sich auf die Be­stim­mun­gen des für die Schweiz ver­bind­­li­chen Tex­tes der Pa­ri­ser Ver­bands­über­ein­kunft vom 20. März 188349 zum Schutz des ge­werb­li­chen Ei­gen­tums be­ru­fen, wenn je­ne güns­ti­ger sind als die Be­stim­mun­gen die­ses Ge­set­zes.

48Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez 1976, in Kraft seit 1. Jan. 1978 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1).

49SR 0.232.01, 0.232.02, 0.232.03, 0.232.04

2. Abschnitt: Prioritätsrecht

Art. 17  

1 Ist ei­ne Er­fin­dung in ei­nem Land, für das die Pa­ri­ser Ver­bands­über­ein­kunft vom 20. März 188351 zum Schutz des ge­werb­li­chen Ei­gen­tums oder das Ab­kom­men vom 15. April 199452 zur Er­rich­tung der Welt­han­dels­or­ga­ni­sa­ti­on (An­hang 1C, Ab­kom­men über han­dels­be­zo­ge­ne Aspek­te der Rech­te an geis­ti­gem Ei­gen­tum) gilt, oder mit Wir­kung für ein sol­ches Land vor­schrifts­ge­mä­ss zum Schutz durch Pa­tent, Ge­brauchs­mus­ter oder Er­fin­der­schein an­ge­mel­det wor­den, so ent­steht nach Mass­ga­be von Ar­ti­kel 4 der Pa­ri­ser Ver­bands­über­ein­kunft ein Prio­ri­täts­recht. Die­ses kann für das in der Schweiz für die glei­che Er­fin­dung in­ner­halb von zwölf Mo­na­ten nach der Er­stan­mel­dung ein­ge­reich­te Pa­tent­ge­such be­an­sprucht wer­den.53

1bis Die Er­stan­mel­dung in ei­nem Land, das der Schweiz Ge­gen­recht hält, hat die glei­che Wir­kung wie die Er­stan­mel­dung in ei­nem Land der Pa­ri­ser Ver­bands­über­ein­kunft.54

1ter Ab­satz 1 und Ar­ti­kel 4 der Pa­ri­ser Ver­bands­über­ein­kunft gel­ten sinn­ge­mä­ss be­züg­lich ei­ner schwei­ze­ri­schen Er­stan­mel­dung, so­fern sich aus die­sem Ge­setz oder der Ver­ord­nung nichts an­de­res er­gibt.55

2 Das Prio­ri­täts­recht be­steht dar­in, dass der An­mel­dung kei­ne Tat­­sa­chen ent­ge­gen­ge­hal­ten wer­den kön­nen, die seit der ers­ten An­mel­dung ein­ge­tre­ten sind.56

357

51 SR 0.232.01, 0.232.02, 0.232.03, 0.232.04

52 SR 0.632.20

53 Fas­sung ge­mä­ss Art. 2 des BB vom 16. Dez. 2005 über die Ge­neh­mi­gung der Ak­te zur Re­vi­si­on des Eu­ro­päi­schen Pa­tent­über­ein­kom­mens und über die Än­de­rung des Pa­tent­ge­set­zes, in Kraft seit 13. Dez. 2007 (AS 2007 6479, BBl 2005 3773).

54Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976, in Kraft seit 1. Jan. 1978 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1).

55Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 3. Fe­br. 1995, in Kraft seit 1. Sept. 1995 (AS 1995 2879; BBl 1993 III 706).

56Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976, in Kraft seit 1. Jan. 1978 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1).

57Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1978 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1).

Art. 18  

159

2 Das Prio­ri­täts­recht kann vom Er­stan­mel­der oder von demje­ni­gen be­an­sprucht wer­den, der das Recht des Er­stan­mel­ders er­wor­ben hat, die glei­che Er­fin­dung in der Schweiz zur Pa­ten­tie­rung an­zu­mel­den.60

3 Sind die Er­stan­mel­dung, die An­mel­dung in der Schweiz oder bei­de von ei­ner Per­son be­wirkt wor­den, der kein Recht auf das Pa­tent zu­stand, so kann der Be­rech­tig­te die Prio­ri­tät aus der Er­stan­mel­dung gel­tend ma­chen.61

59Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1978 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1).

60Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976, in Kraft seit 1. Jan. 1978 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1).

61Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976, in Kraft seit 1. Jan. 1978 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1).

Art. 1962  

1 Wer ein Prio­ri­täts­recht be­an­spru­chen will, hat dem IGE ei­ne Prio­ri­täts­er­klä­rung ab­zu­ge­ben und einen Prio­ri­täts­be­leg ein­zu­rei­chen.

2 Der Prio­ri­täts­an­spruch ist ver­wirkt, wenn die Fris­ten und For­mer­for­der­nis­se der Ver­ord­nung nicht be­ach­tet wer­den.

62Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976, in Kraft seit 1. Jan. 1978 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1).

Art. 20  

1 Die An­er­ken­nung des Prio­ri­täts­an­spru­ches im Pa­ten­ter­tei­lungs­ver­fah­ren be­freit den Pa­tent­in­ha­ber im Pro­zess­fall nicht da­von, den Be­stand des Prio­ri­täts­rech­tes nach­zu­wei­sen.

2 Es wird ver­mu­tet, dass die An­mel­dung, de­ren Prio­ri­tät be­an­sprucht wird, ei­ne Er­stan­mel­dung (Art. 17 Abs. 1 und 1bis) ist.63

63Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976, in Kraft seit 1. Jan. 1978 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1).

Art. 20a64  

Hat der Er­fin­der oder sein Rechts­nach­fol­ger für die glei­che Er­fin­dung zwei gül­ti­ge Pa­ten­te mit glei­chem An­mel­de- oder Prio­ri­täts­da­tum er­hal­ten, so ver­liert das Pa­tent aus der äl­te­ren An­mel­dung sei­ne Wir­kung, so­weit die sach­li­chen Gel­tungs­be­rei­che der bei­den Pa­ten­te über­ein­stim­men.

64Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 3. Fe­br. 1995, in Kraft seit 1. Sept. 1995 (AS 1995 2879; BBl 1993 III 706).

Art. 21–2365  

65Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1978 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1).

3. Abschnitt: Änderungen im Bestand des Patentes

Art. 2466  

1 Der Pa­tent­in­ha­ber kann auf das Pa­tent teil­wei­se ver­zich­ten, in­dem er beim IGE den An­trag stellt:

a.
einen Pa­ten­t­an­spruch (Art. 51 und 55) auf­zu­he­ben; oder
b.
einen un­ab­hän­gi­gen Pa­ten­t­an­spruch durch Zu­sam­men­le­gung mit ei­nem oder meh­re­ren von ihm ab­hän­gi­gen Pa­ten­tan­sprü­chen ein­zu­schrän­ken; oder
c.
einen un­ab­hän­gi­gen Pa­ten­t­an­spruch auf an­de­rem Weg ein­zu­schrän­ken; in die­sem Fall muss der ein­ge­schränk­te Pa­tent­an­spruch sich auf die glei­che Er­fin­dung be­zie­hen und ei­ne Aus­füh­rungs­art de­fi­nie­ren, die in der ver­öf­fent­lich­ten Pa­tent­schrift und in der für das An­mel­de­da­tum mass­ge­ben­den Fas­sung des Pa­tent­ge­su­ches vor­ge­se­hen ist.

267

66Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976, in Kraft seit 1. Jan. 1978 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1).

67 Auf­ge­ho­ben durch Art. 2 des BB vom 16. Dez. 2005 über die Ge­neh­mi­gung der Ak­te zur Re­vi­si­on des Eu­ro­päi­schen Pa­tent­über­ein­kom­mens und über die Än­de­rung des Pa­tent­ge­set­zes, mit Wir­kung seit 13. Dez. 2007 (AS 2007 6479, BBl 2005 3773).

Art. 2568  

1 Kön­nen die nach ei­nem Teil­ver­zicht ver­blei­ben­den Pa­ten­tan­sprü­che nach den Ar­ti­keln 52 und 55 nicht im näm­li­chen Pa­tent bes­te­hen, so muss das Pa­tent ent­spre­chend ein­ge­schränkt wer­den.

2 Für die weg­fal­len­den Pa­ten­t­an­sprü­che kann der Pa­tent­in­ha­ber die Er­rich­tung ei­nes oder meh­re­rer neu­er Pa­ten­te be­an­tra­gen, die das An­mel­de­da­tum des ur­sprüng­li­chen Pa­ten­tes er­hal­ten.

3 Nach Ein­tra­gung des Teil­ver­zichts im Pa­tent­re­gis­ter setzt das IGE dem Pa­tent­in­ha­ber ei­ne Frist für den An­trag auf Er­rich­tung neu­er Pa­ten­te nach Ab­satz 2; nach­her er­lischt das An­trags­recht.

68Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976, in Kraft seit 1. Jan. 1978 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1).

Art. 26  

1 Der Rich­ter stellt auf Kla­ge hin die Nich­tig­keit des Pa­tents fest, wenn:

a.
der Ge­gen­stand des Pa­tents nach den Ar­ti­keln 1, 1a, 1b und 2 nicht pa­ten­tier­bar ist;
b.
die Er­fin­dung in der Pa­tent­schrift nicht so dar­ge­legt ist, dass der Fach­mann sie aus­füh­ren kann;
c.
der Ge­gen­stand des Pa­tents über den In­halt des Pa­tent­ge­suchs in der für das An­mel­de­da­tum mass­ge­ben­den Fas­sung hin­aus­geht;
d.
der Pa­tent­in­ha­ber we­der der Er­fin­der noch des­sen Rechts­nach­fol­ger ist noch aus ei­nem an­dern Rechts­grund ein Recht auf das Pa­tent hat­te.69

2 Ist ein Pa­tent un­ter An­er­ken­nung ei­ner Prio­ri­tät er­teilt wor­den und hat die An­mel­dung, de­ren Prio­ri­tät be­an­sprucht ist, nicht zum Pa­tent ge­führt, so kann der Rich­ter vom Pa­tent­in­ha­ber ver­lan­gen, die Grün­de an­zu­ge­ben und Be­weis­mit­tel vor­zu­le­gen; wird die Aus­kunft ver­wei­gert, so wür­digt dies der Rich­ter nach frei­em Er­mes­sen.70

69 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).

70Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976, in Kraft seit 1. Jan. 1978 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1).

Art. 27  

1 Trifft ein Nich­tig­keits­grund nur für einen Teil der pa­ten­tier­ten Er­fin­dung zu, so ist das Pa­tent durch den Rich­ter ent­spre­chend ein­zu­schrän­ken.

2 Der Rich­ter hat den Par­tei­en Ge­le­gen­heit zu ge­ben, sich zu der von ihm in Aus­sicht ge­nom­me­nen Neu­fas­sung des Pa­ten­t­an­spru­ches zu äus­sern; er kann über­dies die Ver­nehm­las­sung des IGE ein­ho­len.

3 Ar­ti­kel 25 ist ent­spre­chend an­wend­bar.

Art. 2871  

Die Nich­tig­keits­kla­ge steht je­der­mann zu, der ein In­ter­es­se nach­weist, die Kla­ge aus Ar­ti­kel 26 Ab­satz 1 Buch­sta­be d in­des­sen nur dem Be­rech­tig­ten.

71 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).

Art. 28a72  

Die Wir­kung des er­teil­ten Pa­tents gilt in dem Um­fang, in dem der Pa­tent­in­ha­ber auf das Pa­tent ver­zich­tet oder der Rich­ter auf Kla­ge hin die Nich­tig­keit fest­ge­stellt hat, als von An­fang an nicht ein­ge­tre­ten.

72 Ein­ge­fügt durch Art. 2 des BB vom 16. Dez. 2005 über die Ge­neh­mi­gung der Ak­te zur Re­vi­si­on des Eu­ro­päi­schen Pa­tent­über­ein­kom­mens und über die Än­de­rung des Pa­tent­ge­set­zes, in Kraft seit 13. Dez. 2007 (AS 2007 6479, BBl 2005 3773).

4. Abschnitt: Änderungen im Recht auf das Patent und im Recht am Pa­tent; Lizenzerteilung

Art. 29  

1 Ist das Pa­tent­ge­such von ei­nem Be­wer­ber ein­ge­reicht wor­den, der ge­mä­ss Ar­ti­kel 3 kein Recht auf das Pa­tent hat, so kann der Be­rech­tig­te auf Ab­tre­tung des Pa­tent­ge­su­ches oder, wenn das Pa­tent be­reits er­teilt wor­den ist, ent­we­der auf Ab­tre­tung oder auf Er­klä­rung der Nich­tig­keit des Pa­ten­tes kla­gen.

273

3 Wird die Ab­tre­tung ver­fügt, so fal­len die in­zwi­schen Drit­ten ein­ge­räum­ten Li­zen­zen oder an­dern Rech­te da­hin; die­se Drit­ten ha­ben je­doch, wenn sie be­reits in gu­tem Glau­ben die Er­fin­dung im In­land ge­werbs­mäs­sig be­nützt oder be­son­de­re Ver­an­stal­tun­gen da­zu ge­trof­fen ha­ben, An­spruch auf Er­tei­lung ei­ner nicht aus­sch­liess­li­chen Li­zenz.74

4 Vor­be­hal­ten blei­ben al­le Scha­den­er­satz­an­sprü­che.

5 Ar­ti­kel 40e ist ent­spre­chend an­wend­bar.75

73Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1978 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1).

74Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 16. Dez. 1994, in Kraft seit 1. Ju­li 1995 (AS 1995 2606; BBl 1994 IV 950).

75 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 16. Dez. 1994 (AS 1995 2606; BBl 1994 IV 950). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).

Art. 30  

1 Ver­mag der Klä­ger sein Recht nicht hin­sicht­lich al­ler Pa­ten­tan­­sprü­che nach­zu­wei­sen, so ist die Ab­tre­tung des Pa­tent­ge­su­ches oder des Pa­ten­tes un­ter Strei­chung je­ner Pa­ten­t­an­sprü­che zu ver­fü­gen, für die er sein Recht nicht nach­ge­wie­sen hat.76

2 Ar­ti­kel 25 ist ent­spre­chend an­wend­bar.

76Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976, in Kraft seit 1. Jan. 1978 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1).

Art. 31  

1 Die Ab­tre­tungs­kla­ge ist vor Ab­lauf von zwei Jah­ren seit dem amt­­li­chen Da­tum der Ver­öf­fent­li­chung der Pa­tent­schrift an­zu­he­ben.

2 Die Kla­ge ge­gen einen bös­gläu­bi­gen Be­klag­ten ist an kei­ne Frist ge­bun­den.

Art. 32  

1 Wenn das öf­fent­li­che In­ter­es­se es ver­langt, kann der Bun­des­rat das Pa­tent ganz oder zum Teil ent­eig­nen.

2 Der Ent­eig­ne­te hat An­spruch auf vol­le Ent­schä­di­gung, wel­che im Streit­fall vom Bun­des­ge­richt fest­ge­setzt wird; die Be­stim­mun­gen des II. Ab­schnit­tes des Bun­des­ge­set­zes vom 20. Ju­ni 193077 über die Ent­eig­nung sind ent­spre­chend an­wend­bar.

Art. 33  

1 Das Recht auf das Pa­tent und das Recht am Pa­tent ge­hen auf die Er­ben über; sie kön­nen ganz oder zum Teil auf an­de­re über­tra­gen wer­den.

2 Ste­hen die­se Rech­te im Ei­gen­tum meh­re­rer, so kann je­der Be­rech­tig­te sei­ne Be­fug­nis­se nur mit Zu­stim­mung der an­dern aus­üben; je­der kann aber selb­stän­dig über sei­nen An­teil ver­fü­gen und Kla­ge we­gen Pa­tent­ver­let­zung an­he­ben.

2bis Die Über­tra­gung des Pa­tent­ge­su­ches und des Pa­ten­tes durch Rechts­ge­schäft be­darf zu ih­rer Gül­tig­keit der schrift­li­chen Form.78

3 Zur Über­tra­gung des Pa­ten­tes be­darf es der Ein­tra­gung im Pa­tent­­re­gis­ter nicht; bis zur Ein­tra­gung kön­nen je­doch die in die­sem Ge­setz vor­ge­se­he­nen Kla­gen ge­gen den bis­he­ri­gen In­ha­ber ge­rich­tet wer­den.

4 Ge­gen­über ei­nem gut­gläu­bi­gen Er­wer­ber von Rech­ten am Pa­tent sind ent­ge­gen­ste­hen­de Rech­te Drit­ter un­wirk­sam, die im Pa­ten­tre­gi­s­ter nicht ein­ge­tra­gen sind.

78Ein­ge­fügt durch Ziff. 1 des BG vom 17. Dez. 1976, in Kraft seit 1. Jan. 1978 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1.)

Art. 34  

1 Der Pa­tent­be­wer­ber oder Pa­tent­in­ha­ber kann einen an­dern zur Be­nüt­zung der Er­fin­dung er­mäch­ti­gen (Li­zen­zer­tei­lung).

2 Steht das Pa­tent­ge­such oder das Pa­tent im Ei­gen­tum meh­re­rer, so kann ei­ne Li­zenz nur mit Zu­stim­mung al­ler Be­rech­tig­ten er­teilt wer­den.

3 Ge­gen­über ei­nem gut­gläu­bi­gen Er­wer­ber von Rech­ten am Pa­tent sind ent­ge­gen­ste­hen­de Li­zen­zen un­wirk­sam, die im Pa­tent­re­gis­ter nicht ein­ge­tra­gen sind.

5. Abschnitt: Gesetzliche Beschränkungen im Recht aus dem Patent

Art. 35  

1 Das Pa­tent kann demje­ni­gen nicht ent­ge­gen­ge­hal­ten wer­den, der be­reits vor dem An­mel­de- oder Prio­ri­täts­da­tum die Er­fin­dung im gu­ten Glau­ben im In­land ge­werbs­mäs­sig be­nützt oder be­son­de­re An­stal­ten da­zu ge­trof­fen hat.79

2 Wer sich auf Ab­satz 1 zu be­ru­fen ver­mag, darf die Er­fin­dung zu sei­nen Ge­schäfts­zwe­cken be­nüt­zen; die­se Be­fug­nis kann nur zu­sam­men mit dem Ge­schäft ver­erbt oder über­tra­gen wer­den.

3 Auf Ver­kehrs­mit­tel, wel­che nur vor­über­ge­hend in das In­land ge­lan­gen, und auf Ein­rich­tun­gen an sol­chen er­streckt sich die Wir­kung des Pa­ten­tes nicht.

79Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976, in Kraft seit 1. Jan. 1978 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1).

Art. 35a80  

1 Land­wir­te, die durch den Pa­tent­in­ha­ber oder mit des­sen Zu­stim­mung in Ver­kehr ge­brach­tes pflanz­li­ches Ver­meh­rungs­ma­te­ri­al er­wor­ben ha­ben, dür­fen das im ei­ge­nen Be­trieb durch den An­bau die­ses Ma­te­ri­als ge­won­ne­ne Ern­te­gut im ei­ge­nen Be­trieb ver­meh­ren.

2 Land­wir­te, die durch den Pa­tent­in­ha­ber oder mit des­sen Zu­stim­mung in Ver­kehr ge­brach­tes tie­ri­sches Ver­meh­rungs­ma­te­ri­al oder in Ver­kehr ge­brach­te Tie­re er­wor­ben ha­ben, dür­fen die im ei­ge­nen Be­trieb durch Ver­wen­dung die­ses Ma­te­ri­als oder die­ser Tie­re ge­won­ne­nen Tie­re im ei­ge­nen Be­trieb ver­meh­ren.

3 Die Land­wir­te be­nö­ti­gen die Zu­stim­mung des Pa­tent­in­ha­bers, wenn sie das ge­won­ne­ne Ern­te­gut be­zie­hungs­wei­se das ge­won­ne­ne Tier oder das tie­ri­sche Ver­meh­rungs­ma­te­ri­al Drit­ten zu Ver­meh­rungs­zwe­cken ab­ge­ben wol­len.

4 Ver­trag­li­che Ab­ma­chun­gen, die das Land­wir­te­pri­vi­leg im Be­reich der Le­bens- und Fut­ter­mit­tel­her­stel­lung ein­schrän­ken oder auf­he­ben, sind nich­tig.

80 Ein­ge­fügt durch Art. 2 Ziff. 2 des BB vom 5. Okt. 2007, in Kraft seit 1. Sept. 2008 (AS 2008 3897; BBl 20044155).

Art. 35b81  

Der Bun­des­rat be­stimmt die vom Land­wir­te­pri­vi­leg er­fass­ten Pflan­zen­ar­ten; da­bei be­rück­sich­tigt er ins­be­son­de­re de­ren Be­deu­tung als Roh­stoff für Nah­rungs­mit­tel und Fut­ter­mit­tel.

81 Ein­ge­fügt durch Art. 2 Ziff. 2 des BB vom 5. Okt. 2007, in Kraft seit 1. Sept. 2008 (AS 2008 3897; BBl 20044155).

Art. 3683  

1 Kann ei­ne pa­ten­tier­te Er­fin­dung oh­ne Ver­let­zung ei­nes äl­te­ren Pa­ten­tes nicht be­nützt wer­den, so hat der In­ha­ber des jün­ge­ren Pa­ten­tes An­spruch auf ei­ne nicht aus­sch­liess­li­che Li­zenz in dem für die Be­nüt­zung er­for­der­li­chen Um­fang, so­fern sei­ne Er­fin­dung im Ver­gleich mit der­je­ni­gen des äl­te­ren Pa­ten­tes einen nam­haf­ten tech­ni­schen Fort­schritt von er­heb­li­cher wirt­schaft­li­cher Be­deu­tung auf­weist.

2 Die Li­zenz zur Be­nüt­zung der Er­fin­dung, die Ge­gen­stand des äl­te­ren Pa­ten­tes ist, kann nur zu­sam­men mit dem jün­ge­ren Pa­tent über­tra­gen wer­den.

3 Der In­ha­ber des äl­te­ren Pa­ten­tes kann die Er­tei­lung der Li­zenz an die Be­din­gung knüp­fen, dass ihm der In­ha­ber des jün­ge­ren ei­ne Li­zenz zur Be­nüt­zung sei­ner Er­fin­dung er­teilt.

83Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 16. Dez. 1994, in Kraft seit 1. Ju­li 1995 (AS 1995 2606; BBl 1994 IV 950).

Art. 36a84  

1 Kann ein Sor­ten­schutz­recht oh­ne Ver­let­zung ei­nes frü­her er­teil­ten Pa­tents nicht be­an­sprucht oder be­nützt wer­den, so hat der Pflan­zen­züch­ter be­zie­hungs­wei­se der Sor­ten­schut­z­in­ha­ber An­spruch auf ei­ne nicht aus­sch­liess­li­che Li­zenz in dem für die Er­lan­gung und Be­nüt­zung sei­nes Sor­ten­schutz­rechts er­for­der­li­chen Um­fang, so­fern die Pflan­zen­sor­te einen nam­haf­ten Fort­schritt von er­heb­li­cher wirt­schaft­li­cher Be­deu­tung ge­gen­über der pa­tent­ge­schütz­ten Er­fin­dung dar­stellt. Bei Sor­ten für Land­wirt­schaft und Er­näh­rung sind die Kri­te­ri­en der Saat­gut-Ver­ord­nung vom 7. De­zem­ber 199885 als An­halts­punk­te zu be­rück­sich­ti­gen.

2 Der Pa­tent­in­ha­ber kann die Er­tei­lung der Li­zenz an die Be­din­gung knüp­fen, dass ihm der Sor­ten­schut­z­in­ha­ber ei­ne Li­zenz zur Be­nüt­zung sei­nes Sor­ten­schutz­rech­tes er­teilt.

84 Ein­ge­fügt durch Art. 2 Ziff. 2 des BB vom 5. Okt. 2007, in Kraft seit 1. Sept. 2008 (AS 2008 3897; BBl 20044155).

85 SR 916.151

Art. 37  

1 Nach Ab­lauf von drei Jah­ren seit der Pa­ten­ter­tei­lung, frü­he­s­tens je­doch vier Jah­re nach der Pa­ten­tan­mel­dung, kann je­der, der ein In­ter­es­se nach­weist, beim Rich­ter auf Er­tei­lung ei­ner nicht aus­sch­liess­­li­chen Li­zenz für die Be­nüt­zung der Er­fin­dung kla­gen, wenn der Pa­tent­in­ha­ber sie bis zur An­he­bung der Kla­ge nicht in ge­nü­gen­der Wei­se im In­land aus­ge­führt hat und die­se Un­ter­las­sung nicht zu recht­fer­ti­gen ver­mag. Als Aus­füh­rung im In­land gilt auch die Ein­fuhr.86

287

3 Der Rich­ter kann dem Klä­ger auf des­sen An­trag schon nach Kla­ge­er­he­bung un­ter Vor­be­halt des End­ur­teils die Li­zenz ein­räu­men, wenn der Klä­ger aus­ser den in Ab­satz 1 ge­nann­ten Vor­aus­set­zun­gen ein In­ter­es­se an der so­for­ti­gen Be­nüt­zung der Er­fin­dung glaub­haft macht und dem Be­klag­ten an­ge­mes­se­ne Si­cher­heit leis­tet; dem Be­klag­ten ist vor­her Ge­le­gen­heit zur Stel­lung­nah­me zu ge­ben.88

86Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 16. Dez. 1994, in Kraft seit 1. Ju­li 1995 (AS 1995 2606; BBl 1994 IV 950).

87Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 16. Dez. 1994, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 1995 (AS 1995 2606; BBl 1994 IV 950).

88Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 16. Dez. 1994, in Kraft seit 1. Ju­li 1995 (AS 1995 2606; BBl 1994 IV 950).

Art. 38  

1 Wenn dem Be­dürf­nis des in­län­di­schen Mark­tes durch die Er­tei­lung von Li­zen­zen nicht ge­nügt wird, so kann je­der, der ein In­ter­es­se nach­weist, nach Ab­lauf von zwei Jah­ren seit der Ein­räu­mung der er­sten Li­zenz auf Grund von Ar­ti­kel 37 Ab­satz 1 auf Lö­schung des Pa­ten­tes kla­gen.

2 Ist nach der Ge­setz­ge­bung des Lan­des, dem der Pa­tent­in­ha­ber an­ge­hört, oder in dem er nie­der­ge­las­sen ist, die Kla­ge auf Lö­schung des Pa­ten­tes man­gels Aus­füh­rung der Er­fin­dung im In­land schon nach Ab­lauf von drei Jah­ren seit der Pa­ten­ter­tei­lung ge­stat­tet, so kann un­ter den in Ar­ti­kel 37 für die Li­zen­zer­tei­lung ge­nann­ten Vor­aus­set­zun­gen statt auf Er­tei­lung ei­ner Li­zenz auf Lö­schung des Pa­ten­tes ge­klagt wer­den.89

89Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976, in Kraft seit 1. Jan. 1978 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1).

Art. 39  

Der Bun­des­rat kann die Ar­ti­kel 37 und 38 ge­gen­über den An­ge­hö­ri­gen von Län­dern, wel­che Ge­gen­recht hal­ten, aus­ser Kraft set­zen.

Art. 40  

1 Wenn es das öf­fent­li­che In­ter­es­se ver­langt, kann der­je­ni­ge, des­sen Li­zenz­ge­such vom Pa­tent­in­ha­ber oh­ne aus­rei­chen­de Grün­de ab­ge­lehnt wor­den ist, beim Rich­ter auf Er­tei­lung ei­ner Li­zenz für die Be­nüt­zung der Er­fin­dung kla­gen.90

291

90Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976, in Kraft seit 1. Jan. 1978 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1).

91Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 16. Dez. 1994, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 1995 (AS 1995 2606; BBl 1994 IV 950).

Art. 40a92  

Für Er­fin­dun­gen auf dem Ge­biet der Halb­lei­ter­tech­nik darf ei­ne nicht aus­sch­liess­li­che Li­zenz nur zur Be­he­bung ei­ner in ei­nem Ge­richts- oder Ver­wal­tungs­ver­fah­ren fest­ge­stell­ten wett­be­werbs­wid­ri­gen Pra­xis er­teilt wer­den.

92Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 16. Dez. 1994, in Kraft seit 1. Ju­li 1995 (AS 1995 2606; BBl 1994 IV 950).

Art. 40b93  

Wer ei­ne pa­ten­tier­te bio­tech­no­lo­gi­sche Er­fin­dung als In­stru­ment oder Hilfs­mit­tel zur For­schung be­nüt­zen will, hat An­spruch auf ei­ne nicht aus­sch­liess­li­che Li­zenz.

93Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 16. Dez. 1994 (AS 1995 2606; BBl 1994 IV 950). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).

Art. 40c94  

Für Er­fin­dun­gen, die ein Er­zeug­nis oder ein Ver­fah­ren zur Dia­gno­se beim Men­schen zum Ge­gen­stand ha­ben, wird zur Be­he­bung ei­ner im Ge­richts- oder Ver­wal­tungs­ver­fah­ren fest­ge­stell­ten wett­be­werbs­wid­ri­gen Pra­xis ei­ne nicht aus­sch­liess­li­che Li­zenz er­teilt.

94 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).

Art. 40d95  

1 Je­der­mann kann beim Rich­ter auf Er­tei­lung ei­ner nicht aus­schliess­li­chen Li­zenz kla­gen für die Her­stel­lung pa­tent­ge­schütz­ter phar­ma­zeu­ti­scher Pro­duk­te und für de­ren Aus­fuhr in ein Land, das über kei­ne oder un­ge­nü­gen­de ei­ge­ne Her­stel­lungs­ka­pa­zi­tä­ten auf phar­ma­zeu­ti­schem Ge­biet ver­fügt und die­se Pro­duk­te zur Be­käm­pfung von Pro­ble­men der öf­fent­li­chen Ge­sund­heit be­nö­tigt, ins­be­son­de­re im Zu­sam­men­hang mit HIV/Ai­ds, Tu­ber­ku­lo­se, Ma­la­ria und an­de­ren Epi­de­mi­en (be­güns­tig­tes Land).

2 Län­der, die in der Welt­han­dels­or­ga­ni­sa­ti­on (WTO) er­klärt ha­ben, dass sie ganz oder teil­wei­se auf die Be­an­spru­chung ei­ner Li­zenz nach Ab­satz 1 ver­zich­ten, sind nach Mass­ga­be die­ser Er­klä­rung als be­güns­tig­tes Land aus­ge­schlos­sen. Al­le an­de­ren Län­der, wel­che die Vor­aus­set­zun­gen von Ab­satz 1 er­fül­len, kön­nen be­güns­tig­te Län­der sein.

3 Die Li­zenz nach Ab­satz 1 ist auf die Her­stel­lung der­je­ni­gen Men­ge des phar­ma­zeu­ti­schen Pro­dukts be­schränkt, wel­che die Be­dürf­nis­se des be­güns­tig­ten Lan­des deckt; die ge­sam­te Men­ge ist in das be­güns­tig­te Land aus­zu­füh­ren.

4 Der In­ha­ber der Li­zenz nach Ab­satz 1 so­wie je­der Pro­du­zent, der Pro­duk­te un­ter Li­zenz her­stellt, muss si­cher­stel­len, dass klar er­kenn­bar ist, dass sei­ne Pro­duk­te un­ter ei­ner Li­zenz nach Ab­satz 1 her­ge­stellt wur­den, und dass die Pro­duk­te sich durch die Ver­pa­ckung oder durch ei­ne ge­eig­ne­te Farb- oder Form­ge­bung von pa­tent­ge­schütz­ten Pro­duk­ten un­ter­schei­den, so­fern dies kei­ne er­heb­li­che Aus­wir­kung auf den Preis der Pro­duk­te im be­güns­tig­ten Land hat.

5 Der Bun­des­rat re­gelt die Vor­aus­set­zun­gen für die Er­tei­lung von Li­zen­zen nach Ab­satz 1. Er legt ins­be­son­de­re fest, über wel­che In­for­ma­tio­nen oder Be­nach­rich­ti­gun­gen der zu­stän­di­ge Rich­ter ver­fü­gen muss, um über die Er­tei­lung der Li­zenz nach Ab­satz 1 ent­schei­den zu kön­nen, und re­gelt die Mass­nah­men nach Ab­satz 4.

95 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).

Art. 40e96  

1 Die in den Ar­ti­keln 36–40dvor­ge­se­he­nen Li­zen­zen wer­den nur un­ter der Vor­aus­set­zung er­teilt, dass Be­mü­hun­gen des Ge­such­stel­lers um Er­tei­lung ei­ner ver­trag­li­chen Li­zenz zu an­ge­mes­se­nen Markt­be­din­gun­gen in­ner­halb ei­ner an­ge­mes­se­nen Frist er­folg­los ge­blie­ben sind; im Fal­le ei­ner Li­zenz nach Ar­ti­kel 40d gilt ei­ne Frist von 30 Werk­ta­gen als an­ge­mes­sen. Sol­che Be­mü­hun­gen sind nicht not­wen­dig im Fal­le ei­nes na­tio­na­len Not­stan­des, bei äus­sers­ter Dring­lich­keit oder bei öf­fent­li­chem, nicht ge­werb­li­chem Ge­brauch.

2 Um­fang und Dau­er der Li­zenz sind auf den Zweck be­schränkt, für den sie er­teilt wor­den ist.

3 Die Li­zenz kann nur zu­sam­men mit dem Ge­schäfts­teil, auf den sich ih­re Ver­wer­tung be­zieht, über­tra­gen wer­den. Dies gilt auch für Un­ter­li­zen­zen.

4 Die Li­zenz wird vor­wie­gend für die Ver­sor­gung des in­län­di­schen Mark­tes er­teilt. Ar­ti­kel 40d bleibt vor­be­hal­ten.

5 Der Pa­tent­in­ha­ber hat An­spruch auf ei­ne an­ge­mes­se­ne Ver­gü­tung. Bei de­ren Be­mes­sung wer­den die Um­stän­de des Ein­zel­fal­les und der wirt­schaft­li­che Wert der Li­zenz be­rück­sich­tigt. Im Fal­le ei­ner Li­zenz nach Ar­ti­kel 40d wird die Ver­gü­tung un­ter Be­rück­sich­ti­gung des wirt­schaft­li­chen Werts der Li­zenz im Ein­fuhr­land, des Ent­wick­lungs­stands und der ge­sund­heit­li­chen und hu­ma­ni­tär­en Dring­lich­keit fest­ge­legt. Der Bun­des­rat prä­zi­siert die Art der Be­rech­nung.

6 Der Rich­ter ent­schei­det über Er­tei­lung und Ent­zug der Li­zenz, über de­ren Um­fang und Dau­er so­wie über die zu leis­ten­de Ver­gü­tung. Ins­be­son­de­re ent­zieht er dem Be­rech­tig­ten auf An­trag die Li­zenz, wenn die Um­stän­de, die zu ih­rer Er­tei­lung ge­führt ha­ben, nicht mehr ge­ge­ben sind und auch nicht zu er­war­ten ist, dass sie er­neut ein­tre­ten. Vor­be­hal­ten bleibt ein an­ge­mes­se­ner Schutz der recht­mäs­si­gen In­ter­es­sen des Be­rech­tig­ten. Im Fal­le der Er­tei­lung ei­ner Li­zenz nach Ar­ti­kel 40d ha­ben Rechts­mit­tel kei­ne auf­schie­ben­de Wir­kung.

96 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).

6. Abschnitt: Gebühren 97

97Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976, in Kraft seit 1. Jan. 1978 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1).

Art. 4198  

Das Er­lan­gen und Auf­recht­er­hal­ten ei­nes Pa­tents so­wie das Behan­deln von be­son­de­ren An­trä­gen set­zen die Be­zah­lung der in der Ver­ord­nung da­für vor­ge­se­he­nen Ge­büh­ren vor­aus.

98Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 4 des BG vom 24. März 1995 über Sta­tut und Auf­ga­ben des Eid­ge­nös­si­schen In­sti­tuts für Geis­ti­ges Ei­gen­tum, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 19955050; BBl 1994III 964).

Art. 42–4499  

99Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 4 des BG vom 24. März 1995 über Sta­tut und Auf­ga­ben des Eid­ge­nös­si­schen In­sti­tuts für Geis­ti­ges Ei­gen­tum, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1996 (AS 19955050; BBl 1994III 964).

Art. 45 und 46100  

100Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1978 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1).

7. Abschnitt: Weiterbehandlung und Wiedereinsetzung in den früheren Stand 101

101Ursprünglich vor Art. 47. Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 3. Febr. 1995, in Kraft seit 1. Sept. 1995 (AS 1995 2879; BBl 1993 III 706).

Art. 46a102  

1 Hat der Pa­tent­be­wer­ber oder der Pa­tent­in­ha­ber ei­ne ge­setz­li­che oder vom IGE an­ge­setz­te Frist ver­säumt, so kann er beim IGE die Wei­ter­be­hand­lung be­an­tra­gen.103

2 Er muss den An­trag in­ner­halb von zwei Mo­na­ten seit dem Zu­gang der Be­nach­rich­ti­gung des IGE über das Frist­ver­säum­nis ein­rei­chen, spä­tes­tens je­doch in­ner­halb von sechs Mo­na­ten nach Ab­lauf der ver­säum­ten Frist.104 In­ner­halb die­ser Fris­ten muss er zu­dem die un­ter­blie­be­ne Hand­lung voll­stän­dig nach­ho­len, ge­ge­be­nen­falls das Pa­tent­ge­such ver­voll­stän­di­gen und die Wei­ter­be­hand­lungs­ge­bühr be­zah­len.

3 Durch die Gut­heis­sung des Wei­ter­be­hand­lungs­an­trags wird der Zu­stand her­ge­stellt, der bei recht­zei­ti­ger Hand­lung ein­ge­tre­ten wä­re. Vor­be­hal­ten bleibt Ar­ti­kel 48.

4 Die Wei­ter­be­hand­lung ist aus­ge­schlos­sen beim Ver­säu­men:

a.
der Fris­ten, die nicht ge­gen­über dem IGE ein­zu­hal­ten sind;
b.
der Fris­ten für die Ein­rei­chung des Wei­ter­be­hand­lungs­an­trags (Abs. 2);
c.
der Fris­ten für die Ein­rei­chung des Wie­der­ein­set­zungs­ge­suchs (Art. 47 Abs. 2);
d.
der Fris­ten für die Ein­rei­chung ei­nes Pa­tent­ge­suchs mit Be­an­spru­chung des Prio­ri­täts­rechts und für die Prio­ri­täts­er­klä­rung (Art. 17 und 19);
e.105
f.
der Frist für die Än­de­rung der tech­ni­schen Un­ter­la­gen
(Art. 58 Abs. 1);
g.106
h.107
von Fris­ten für das Ge­such um Er­tei­lung ei­nes er­gän­zen­den Schutz­zer­ti­fi­kats (Art. 140f Abs. 1, 146 Abs. 2 und 147 Abs. 3) oder um Ver­län­ge­rung von des­sen Dau­er (Art. 140o Abs. 1) so­wie um Er­tei­lung ei­nes päd­ia­tri­schen er­gän­zen­den Schutz­zer­ti­fi­kats (Art. 140v Abs. 1);
i.
der Fris­ten, die durch Ver­ord­nung fest­ge­legt wor­den sind und bei de­ren Über­schrei­tung die Wei­ter­be­hand­lung aus­ge­schlos­sen ist.

102Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 3. Fe­br. 1995, in Kraft seit 1. Sept. 1995 (AS 1995 2879; BBl 1993 III 706).

103 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 23 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 200621971069; BBl 2001 4202).

104 Fas­sung ge­mä­ss Art. 2 des BB vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2677; BBl 20061).

105 Auf­ge­ho­ben durch Art. 2 des BB vom 16. Dez. 2005 über die Ge­neh­mi­gung der Ak­te zur Re­vi­si­on des Eu­ro­päi­schen Pa­tent­über­ein­kom­mens und über die Än­de­rung des Pa­tent­ge­set­zes, mit Wir­kung seit 13. Dez. 2007 (AS 2007 6479; BBl 2005 3773).

106 Auf­ge­ho­ben durch Art. 2 des BB vom 22. Ju­ni 2007, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2677; BBl 20061).

107 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 2 des BG vom 18. März 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2017 2745, 2018 35753793; BBl 2013 1).

Art. 47  

1 Ver­mag der Pa­tent­be­wer­ber oder Pa­tent­in­ha­ber glaub­haft zu ma­chen, dass er oh­ne sein Ver­schul­den an der Ein­hal­tung ei­ner durch das Ge­setz oder die Voll­zie­hungs­ver­ord­nung vor­ge­schrie­be­nen oder vom IGE an­ge­setz­ten Frist ver­hin­dert wur­de, so ist ihm auf sein Ge­such hin Wie­der­ein­set­zung in den frü­her­en Stand zu ge­wäh­ren.

2 Das Ge­such ist in­nert zwei Mo­na­ten seit dem Weg­fall des Hin­der­nis­ses, spä­te­stens aber in­nert ei­nes Jah­res seit dem Ab­lauf der ver­sä­um­ten Frist bei der Be­hör­de ein­zu­rei­chen, bei wel­cher die ver­säum­te Hand­lung vor­zu­neh­men war; gleich­zei­tig ist die ver­säum­te Hand­lung nach­zu­ho­len.

3 Ei­ne Wie­der­ein­set­zung ist nicht zu­läs­sig im Fall von Ab­satz 2 hie­vor (Frist für das Wie­der­ein­set­zungs­ge­such).

4 Wird dem Ge­such ent­spro­chen, so wird da­durch der Zu­stand her­ge­stellt, wel­cher bei recht­zei­ti­ger Hand­lung ein­ge­tre­ten wä­re; vor­be­hal­ten bleibt Ar­ti­kel 48.

Art. 48  

1 Das Pa­tent kann demje­ni­gen nicht ent­ge­gen­ge­hal­ten wer­den, der die Er­fin­dung im In­land gut­gläu­big wäh­rend der fol­gen­den Zeit­ab­schnit­te ge­werbs­mäs­sig be­nützt oder da­zu be­son­de­re An­stal­ten ge­trof­fen hat:

a.
zwi­schen dem letz­ten Tag der Frist für die Zah­lung ei­ner Pa­tent­jah­res­ge­bühr (…110) und dem Tag, an dem ein Wei­ter­be­hand­lungs­an­trag (Art. 46a) oder ein Wie­der­ein­set­zungs­ge­such (Art. 47) ein­ge­reicht wor­den ist;
b.
zwi­schen dem letz­ten Tag der Prio­ri­täts­frist (Art. 17 Abs. 1) und dem Tag, an dem das Pa­tent­ge­such ein­ge­reicht wor­den ist.111

2 Die­ses Mit­be­nüt­zungs­recht rich­tet sich nach Ar­ti­kel 35 Ab­satz 2.

3 Wer das Mit­be­nüt­zungs­recht ge­mä­ss Ab­satz 1 Buch­sta­be a be­an­sprucht, hat dem Pa­tent­in­ha­ber da­für mit Wir­kung vom Wie­der­auf­­le­ben des Pa­ten­tes an ei­ne an­ge­mes­se­ne Ent­schä­di­gung zu be­zah­len.

4 Im Streit­fall ent­schei­det der Rich­ter über den Be­stand und den Um­fang des Mit­be­nüt­zungs­rech­tes so­wie über die Hö­he ei­ner nach Ab­satz 3 zu be­zah­len­den Ent­schä­di­gung.

110Ver­weis ge­stri­chen durch An­hang Ziff. 4 des BG vom 24. März 1995 über Sta­tut und Auf­ga­ben des Eid­ge­nös­si­schen In­sti­tuts für Geis­ti­ges Ei­gen­tum, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1996 (AS 19955050; BBl 1994III 964).

111Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 3. Fe­br. 1995, in Kraft seit 1. Sept. 1995 (AS 1995 2879; BBl 1993 III 706).

8. Abschnitt: Vertretung und Aufsicht112

112 Eingefügt durch Anhang Ziff. 3 des Patentanwaltsgesetzes vom 20. März 2009, in Kraft seit 1. Juli 2011 (AS 2011 2259; BBl 2008407).

Art. 48a  

1 Nie­mand ist ver­pflich­tet, sich in ei­nem Ver­fah­ren nach die­sem Ge­setz vor den Ver­wal­tungs­be­hör­den ver­tre­ten zu las­sen.

2 Wer als Par­tei ein Ver­fah­ren nach die­sem Ge­setz vor den Ver­wal­tungs­be­hör­den nicht selbst füh­ren will, muss sich durch einen Ver­tre­ter mit Zu­stel­lungs­do­mi­zil in der Schweiz ver­tre­ten las­sen.

Art. 48b  

Ar­ti­kel 13 des Pa­tent­an­walts­ge­set­zes vom 20. März 2009113 gilt sinn­ge­mä­ss für Ver­tre­ter, die nicht im Pa­tent­an­walts­re­gis­ter ein­ge­tra­gen sind.

Zweiter Titel: Die Patenterteilung

1. Abschnitt: Die Patentanmeldung

Art. 49  

1 Wer ein Er­fin­dungs­pa­tent er­lan­gen will, hat beim IGE ein Pa­tent­ge­such ein­zu­rei­chen.

2 Das Pa­tent­ge­such muss ent­hal­ten:

a.
einen An­trag auf Er­tei­lung des Pa­ten­tes;
b.115
ei­ne Be­schrei­bung der Er­fin­dung und im Fal­le der Be­an­spru­chung ei­ner Se­quenz, die sich von ei­ner Se­quenz oder Teil­se­quenz ei­nes Gens ab­lei­tet, ei­ne kon­kre­te Be­schrei­bung der von ihr er­füll­ten Funk­ti­on;
c.
einen oder meh­re­re Pa­ten­t­an­sprü­che;
d.
die Zeich­nun­gen, auf die sich die Be­schrei­bung oder die Pa­tent­an­sprü­che be­zie­hen;
e.
ei­ne Zu­sam­men­fas­sung.116

3117

115 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).

116Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976, in Kraft seit 1. Jan. 1978 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1).

117Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 4 des BG vom 24. März 1995 über Sta­tut und Auf­ga­ben des Eid­ge­nös­si­schen In­sti­tuts für Geis­ti­ges Ei­gen­tum, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1996 (AS 19955050; BBl 1994III 964).

Art. 49a118  

1 Das Pa­tent­ge­such muss An­ga­ben ent­hal­ten über die Quel­le:

a.
der ge­ne­ti­schen Res­sour­ce, zu wel­cher der Er­fin­der oder der Pa­tent­be­wer­ber Zu­gang hat­te, so­fern die Er­fin­dung di­rekt auf die­ser Res­sour­ce be­ruht;
b.
von tra­di­tio­nel­lem Wis­sen in­di­ge­ner oder lo­ka­ler Ge­mein­schaf­ten über ge­ne­ti­sche Res­sour­cen, zu dem der Er­fin­der oder der Pa­tent­be­wer­ber Zu­gang hat­te, so­fern die Er­fin­dung di­rekt auf sol­chem Wis­sen be­ruht.

2 Ist die Quel­le we­der dem Er­fin­der noch dem Pa­tent­be­wer­ber be­kannt, so muss der Pa­tent­be­wer­ber dies schrift­lich be­stä­ti­gen.

118 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).

Art. 50  

1 Die Er­fin­dung ist im Pa­tent­ge­such so dar­zu­le­gen, dass der Fach­mann sie aus­füh­ren kann.120

2121

120Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976, in Kraft seit 1. Jan. 1978 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1).

121Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1978 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1).

Art. 50a122  

1 Kann ei­ne Er­fin­dung, wel­che die Her­stel­lung oder Ver­wen­dung bio­lo­gi­schen Ma­te­ri­als be­trifft, nicht aus­rei­chend dar­ge­legt wer­den, so ist die Dar­le­gung durch die Hin­ter­le­gung ei­ner Pro­be des bio­lo­gi­schen Ma­te­ri­als und, in der Be­schrei­bung, durch An­ga­ben über die we­sent­li­chen Merk­ma­le des bio­lo­gi­schen Ma­te­ri­als so­wie einen Hin­weis auf die Hin­ter­le­gung zu ver­voll­stän­di­gen.

2 Kann bei ei­ner Er­fin­dung, die bio­lo­gi­sches Ma­te­ri­al als Er­zeug­nis be­trifft, die Her­stel­lung nicht aus­rei­chend dar­ge­legt wer­den, so ist die Dar­le­gung durch die Hin­ter­le­gung ei­ner Pro­be des bio­lo­gi­schen Ma­te­ri­als und, in der Be­schrei­bung, durch einen Hin­weis auf die Hin­ter­le­gung zu ver­voll­stän­di­gen oder zu er­set­zen.

3 Die Er­fin­dung gilt nur dann als im Sin­ne von Ar­ti­kel 50 of­fen­bart, wenn die Pro­be des bio­lo­gi­schen Ma­te­ri­als spä­tes­tens am An­mel­de­da­tum bei ei­ner an­er­kann­ten Hin­ter­le­gungs­stel­le hin­ter­legt wor­den ist und das Pa­tent­ge­such in sei­ner ur­sprüng­lich ein­ge­reich­ten Fas­sung An­ga­ben zum bio­lo­gi­schen Ma­te­ri­al und den Hin­weis auf die Hin­ter­le­gung ent­hält.

4 Der Bun­des­rat re­gelt im Ein­zel­nen die An­for­de­run­gen an die Hin­ter­le­gung, an die An­ga­ben zum bio­lo­gi­schen Ma­te­ri­al und an den Hin­weis auf die Hin­ter­le­gung

122 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).

Art. 51123  

1 Die Er­fin­dung ist in ei­nem oder meh­re­ren Pa­ten­t­an­sprü­chen zu de­fi­nie­ren.

2 Die Pa­ten­t­an­sprü­che be­stim­men den sach­li­chen Gel­tungs­be­reich des Pa­ten­tes.

3 Die Be­schrei­bung und die Zeich­nun­gen sind zur Aus­le­gung der Pa­ten­t­an­sprü­che her­an­zu­zie­hen.

123Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976, in Kraft seit 1. Jan. 1978 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1).

Art. 52124  

1 Je­der un­ab­hän­gi­ge Pa­ten­t­an­spruch darf nur ei­ne ein­zi­ge Er­fin­dung de­fi­nie­ren, und zwar:

a.
ein Ver­fah­ren; oder
b.
ein Er­zeug­nis, ein Aus­füh­rungs­mit­tel oder ei­ne Vor­rich­tung; oder
c.
ei­ne An­wen­dung ei­nes Ver­fah­rens; oder
d.
ei­ne Ver­wen­dung ei­nes Er­zeug­nis­ses.

2 Ein Pa­tent kann meh­re­re un­ab­hän­gi­ge Pa­ten­t­an­sprü­che um­fas­sen, wenn sie ei­ne Grup­pe von Er­fin­dun­gen de­fi­nie­ren, die un­ter­ein­an­der so ver­bun­den sind, dass sie ei­ne ein­zi­ge all­ge­mei­ne er­fin­de­ri­sche Idee ver­wirk­li­chen.

124Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976, in Kraft seit 1. Jan. 1978 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1).

Art. 53 und 54125  

125Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1978 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1).

Art. 55126  

Be­son­de­re Aus­füh­rungs­ar­ten der in ei­nem un­ab­hän­gi­gen Pa­tent­an­spruch de­fi­ni­er­ten Er­fin­dung kön­nen durch ab­hän­gi­ge Pa­ten­tan­­sprü­che um­schrie­ben wer­den.

126Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976, in Kraft seit 1. Jan. 1978 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1).

Art. 55a127  

127Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1). Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 4 des BG vom 24. März 1995 über Sta­tut und Auf­ga­ben des Eid­ge­nös­si­schen In­sti­tuts für Geis­ti­ges Ei­gen­tum, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1996 (AS 19955050; BBl 1994III 964).

Art. 55b128  

Die Zu­sam­men­fas­sung dient aus­sch­liess­lich der tech­ni­schen In­for­ma­ti­on.

128Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976, in Kraft seit 1. Jan. 1978 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1).

Art. 56  

1 Als An­mel­de­da­tum gilt der Tag, an dem der letz­te der fol­gen­den Be­stand­tei­le ein­ge­reicht wird:

a.
ein aus­drück­li­cher oder still­schwei­gen­der An­trag auf Er­tei­lung ei­nes Pa­tents;
b.
An­ga­ben, an­hand de­ren die Iden­ti­tät des Pa­tent­be­wer­bers fest­ge­stellt wer­den kann;
c.
ein Be­stand­teil, der dem Aus­se­hen nach als Be­schrei­bung an­ge­se­hen wer­den kann.130

2 Für Post­sen­dun­gen ist der Zeit­punkt mass­ge­bend, an wel­chem sie der Schwei­ze­ri­schen Post zu­han­den des IGE über­ge­ben wur­den.131

3 Der Bun­des­rat re­gelt die Ein­zel­hei­ten, ins­be­son­de­re die Spra­che, in der die Be­stand­tei­le nach Ab­satz 1 ein­zu­rei­chen sind, das An­mel­de­da­tum und die Ver­öf­fent­li­chung, falls ein feh­len­der Teil der Be­schrei­bung oder ei­ne feh­len­de Zeich­nung nach­ge­reicht wird, so­wie den Er­satz der Be­schrei­bung und der Zeich­nun­gen durch einen Ver­weis auf ein frü­her ein­ge­reich­tes Pa­tent­ge­such.132

130 Fas­sung ge­mä­ss Art. 2 des BB vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2677; BBl 20061).

131 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 6 des Po­st­or­ga­ni­sa­ti­ons­ge­set­zes vom 30. April 1997, in Kraft seit 1. Jan. 1998 (AS 1997 2465; BBl 1996III 1306).

132 Ein­ge­fügt durch Art. 2 des BB vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2677; BBl 20061).

Art. 57133  

1 Ein Pa­tent­ge­such, das aus der Tei­lung ei­nes frü­he­ren her­vor­geht, er­hält des­sen An­mel­de­da­tum:

a.
wenn es bei sei­ner Ein­rei­chung aus­drück­lich als Teil­ge­such be­zeich­net wur­de;
b.
wenn das frü­he­re Ge­such zur Zeit der Ein­rei­chung des Teil­­ge­su­ches noch hän­gig war; und
c.
so­weit sein Ge­gen­stand nicht über den In­halt des frü­he­ren Ge­su­ches in der ur­sprüng­lich ein­ge­reich­ten Fas­sung hin­aus­geht.

2134

133Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976, in Kraft seit 1. Jan. 1978 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1).

134 Auf­ge­ho­ben durch Art. 2 des BB vom 22. Ju­ni 2007, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2677; BBl 20061).

Art. 58135  

1 Dem Pa­tent­be­wer­ber ist bis zum Ab­schluss des Prü­fungs­ver­fah­rens min­des­tens ein­mal Ge­le­gen­heit zu ge­ben, die tech­ni­schen Un­ter­la­gen zu än­dern.

2 Die tech­ni­schen Un­ter­la­gen dür­fen nicht so ge­än­dert wer­den, dass der Ge­gen­stand des ge­än­der­ten Pa­tent­ge­suchs über den In­halt der ur­sprüng­lich ein­ge­reich­ten tech­ni­schen Un­ter­la­gen hin­aus­geht.

135Fas­sung ge­mä­ss Art. 2 des BB vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2677; BBl 20061).

Art. 58a136  

1 Das IGE ver­öf­fent­licht Pa­tent­ge­su­che:

a.
un­ver­züg­lich nach Ab­lauf von 18 Mo­na­ten nach dem An­mel­de­da­tum oder, wenn ei­ne Prio­ri­tät in An­spruch ge­nom­men wur­de, nach dem Prio­ri­täts­da­tum;
b.
auf An­trag des An­mel­ders vor Ab­lauf der Frist nach Buch­sta­be a.

2 Die Ver­öf­fent­li­chung ent­hält die Be­schrei­bung, die Pa­ten­t­an­sprü­che und ge­ge­be­nen­falls die Zeich­nun­gen, fer­ner die Zu­sam­men­fas­sung, so­fern die­se vor Ab­schluss der tech­ni­schen Vor­be­rei­tun­gen für die Ver­öf­fent­li­chung vor­liegt, und ge­ge­be­nen­falls den Be­richt über den Stand der Tech­nik oder die Re­cher­che in­ter­na­tio­na­ler Art nach Ar­ti­kel 59 Ab­satz 5. Ist der Be­richt über den Stand der Tech­nik oder die Re­cher­che in­ter­na­tio­na­ler Art nach Ar­ti­kel 59 Ab­satz 5 nicht mit dem Pa­tent­ge­such ver­öf­fent­licht wor­den, so wer­den sie ge­son­dert ver­öf­fent­licht.

136 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).

2. Abschnitt: Das Prüfungsverfahren

Art. 59  

1 Ent­spricht der Ge­gen­stand des Pa­tent­ge­suchs den Ar­ti­keln 1, 1a, 1b und 2 nicht oder bloss teil­wei­se, so teilt das IGE dies dem Pa­tent­be­wer­ber un­ter An­ga­be der Grün­de mit und setzt ihm ei­ne Frist zur Stel­lung­nah­me.138

2 Ge­nügt das Pa­tent­ge­such an­dern Vor­schrif­ten des Ge­set­zes oder der Ver­ord­nung nicht, so setzt das IGE dem Pa­tent­be­wer­ber ei­ne Frist zur Be­he­bung der Män­gel.139

3140

4 Das IGE prüft nicht, ob die Er­fin­dung neu ist und ob sie sich in na­he­lie­gen­der Wei­se aus dem Stand der Tech­nik er­gibt.141

5 Der Ge­such­stel­ler kann ge­gen Zah­lung ei­ner Ge­bühr:

a.
in­ner­halb von 14 Mo­na­ten nach dem An­mel­de­da­tum oder, wenn ei­ne Prio­ri­tät in An­spruch ge­nom­men wur­de, nach dem Prio­ri­täts­da­tum be­an­tra­gen, dass das IGE einen Be­richt über den Stand der Tech­nik er­stellt; oder
b.
in­ner­halb von sechs Mo­na­ten nach dem An­mel­de­da­tum ei­ner Er­stan­mel­dung be­an­tra­gen, dass das IGE ei­ne Re­cher­che in­ter­na­tio­na­ler Art ver­mit­telt.142

6 Ist kei­ne Ab­klä­rung nach Ab­satz 5 vor­ge­nom­men wor­den, so kann je­de Per­son, die nach Ar­ti­kel 65 Ak­ten­ein­sicht ver­lan­gen kann, ge­gen Zah­lung ei­ner Ge­bühr be­an­tra­gen, dass das IGE einen Be­richt über den Stand der Tech­nik er­stellt.143

138Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).

139Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976, in Kraft seit 1. Jan. 1978 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1).

140Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1978 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1).

141Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976, in Kraft seit 1. Jan. 1978 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1).

142 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).

143Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).

Art. 59a144  

1 Sind die Vor­aus­set­zun­gen für die Er­tei­lung des Pa­ten­tes er­füllt, so teilt das IGE dem Pa­tent­be­wer­ber den Ab­schluss des Prü­fungs­ver­fah­rens mit.

2145

3 Das IGE weist das Pa­tent­ge­such zu­rück, wenn:

a.
das Ge­such nicht zu­rück­ge­zo­gen wird, ob­wohl die Er­tei­lung ei­nes Pa­ten­tes aus den Grün­den nach Ar­ti­kel 59 Ab­satz 1 aus­ge­schlos­sen ist; oder
b.
die nach Ar­ti­kel 59 Ab­satz 2 ge­rüg­ten Män­gel nicht be­ho­ben wer­den.

144Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976, in Kraft seit 1. Jan. 1978 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1).

145Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 4 des BG vom 24. März 1995 über Sta­tut und Auf­ga­ben des Eid­ge­nös­si­schen In­sti­tuts für Geis­ti­ges Ei­gen­tum, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1996 (AS 19955050; BBl 1994III 964).

Art. 59b146  

146Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).

Art. 59c147  

1 In­ner­halb von neun Mo­na­ten nach der Ver­öf­fent­li­chung der Ein­tra­gung in das Pa­tent­re­gis­ter kann je­de Per­son beim IGE ge­gen ein von die­sem er­teil­tes Pa­tent Ein­spruch ein­le­gen. Der Ein­spruch ist schrift­lich ein­zu­rei­chen und zu be­grün­den.

2 Der Ein­spruch kann nur dar­auf ge­stützt wer­den, dass der Ge­gen­stand des Pa­tents nach den Ar­ti­keln 1a, 1b und 2 von der Pa­ten­tie­rung aus­ge­schlos­sen ist.

3 Heisst das IGE den Ein­spruch ganz oder teil­wei­se gut, so kann es das Pa­tent wi­der­ru­fen oder in ge­än­der­tem Um­fang auf­recht­er­hal­ten. Der Ein­spruchs­ent­scheid un­ter­liegt der Be­schwer­de an das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt.

4 Der Bun­des­rat re­gelt die Ein­zel­hei­ten, na­ment­lich das Ver­fah­ren.

147Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).

Art. 59d148  

148Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).

3. Abschnitt: Patentregister; Veröffentlichungen des IGE; elektronischer Behör­den­verkehr 149

149Fassung gemäss Anhang Ziff. 6 des BG vom 19. Dez. 2003 über die elektronische Signatur, in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 5085; BBl 2001 5679).

Art. 60  

1 Das Pa­tent wird vom IGE durch Ein­tra­gung ins Pa­tent­re­gis­ter er­teilt.150

1bis Ins Pa­tent­re­gis­ter wer­den ins­be­son­de­re fol­gen­de An­ga­ben ein­ge­tra­gen: Num­mer des Pa­ten­tes, Klas­si­fi­ka­ti­ons­sym­bo­le, Ti­tel der Er­fin­dung, An­mel­de­da­tum, Na­me und Wohn­sitz des Pa­ten­tin­ha­bers so­wie ge­ge­be­nen­falls Prio­ri­täts­an­ga­ben, Na­me und Ge­schäfts­sitz des Ver­tre­ters, Na­me des Er­fin­ders.151

2 Im Pa­tent­re­gis­ter sind fer­ner al­le Än­de­run­gen im Be­stand des Pa­ten­tes oder im Recht am Pa­tent ein­zu­tra­gen.

3152

150Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976, in Kraft seit 1. Jan. 1978 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1).

151Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976, in Kraft seit 1. Jan. 1978 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1).

152 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).

Art. 61  

1 Das IGE ver­öf­fent­licht:

a.
das Pa­tent­ge­such mit den in Ar­ti­kel 58a Ab­satz 2 auf­ge­führ­ten An­ga­ben;
b.
die Ein­tra­gung des Pa­tents ins Pa­tent­re­gis­ter, mit den in Ar­ti­kel 60 Ab­satz 1bis auf­ge­führ­ten An­ga­ben;
c.
die Lö­schung des Pa­tents im Pa­tent­re­gis­ter;
d.
die im Re­gis­ter ein­ge­tra­ge­nen Än­de­run­gen im Be­stand des Pa­tents und im Recht am Pa­tent.153

2154

3 Das IGE be­stimmt das Pu­bli­ka­ti­ons­or­gan.155

153Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).

154Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).

155 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 9. Okt. 1998 (AS 1999 1363; BBl 1998 1633). Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 4 des De­si­gnge­set­zes vom 5. Okt. 2001, in Kraft seit 1. Ju­li 2002 (AS 2002 1456; BBl 2000 2729).

Art. 62156  

156 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).

Art. 63158  

1 Das IGE gibt für je­des er­teil­te Pa­tent ei­ne Pa­tent­schrift her­aus.159

2 Die­se ent­hält die Be­schrei­bung, die Pa­ten­t­an­sprü­che, die Zus­am­men­fas­sung und ge­ge­be­nen­falls die Zeich­nun­gen so­wie die Re­gi­ster­an­ga­ben (Art. 60 Abs. 1bis).

158Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976, in Kraft seit 1. Jan. 1978 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1).

159 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).

Art. 63a160  

160Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).

Art. 64  

1 So­bald die Pa­tent­schrift zur Her­aus­ga­be be­reit ist, stellt das IGE die Pa­ten­tur­kun­de aus.

2 Die­se be­steht aus ei­ner Be­schei­ni­gung, in wel­cher die Er­fül­lung der ge­setz­li­chen Be­din­gun­gen für die Er­lan­gung des Pa­ten­tes fest­ge­stellt wird, und aus ei­nem Ex­em­plar der Pa­tent­schrift.

Art. 65161  

1 Nach der Ver­öf­fent­li­chung des Pa­tent­ge­suchs darf je­der­mann in das Ak­ten­heft Ein­sicht neh­men. Der Bun­des­rat darf das Ein­sichts­recht nur ein­schrän­ken, wenn Fa­bri­ka­ti­ons- oder Ge­schäfts­ge­heim­nis­se oder an­de­re über­wie­gen­de In­ter­es­sen ent­ge­gen­ste­hen.

2 Der Bun­des­rat re­gelt, in wel­chen Fäl­len vor der Ver­öf­fent­li­chung des Pa­tent­ge­suchs Ein­sicht in das Ak­ten­heft ge­währt wird. Er re­gelt ins­be­son­de­re auch die Ein­sicht­nah­me in Pa­tent­ge­su­che, die vor de­ren Ver­öf­fent­li­chung zu­rück­ge­wie­sen oder zu­rück­ge­nom­men wur­den.

161 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).

Art. 65a162  

1 Der Bun­des­rat kann das IGE er­mäch­ti­gen, die elek­tro­ni­sche Kom­mu­ni­ka­ti­on im Rah­men der all­ge­mei­nen Be­stim­mun­gen der Bun­des­rechts­pfle­ge zu re­geln.

2 Das Ak­ten­heft und die Ak­ten kön­nen in elek­tro­ni­scher Form ge­führt und auf­be­wahrt wer­den.

3 Das Pa­tent­re­gis­ter kann in elek­tro­ni­scher Form ge­führt wer­den.

4 Das IGE kann sei­ne Da­ten­be­stän­de ins­be­son­de­re im elek­tro­ni­schen Ab­ruf­ver­fah­ren Drit­ten zu­gäng­lich ma­chen; es kann da­für ein Ent­gelt ver­lan­gen.

5 Die Ver­öf­fent­li­chun­gen des IGE kön­nen in elek­tro­ni­scher Form er­fol­gen; die elek­tro­ni­sche Fas­sung ist je­doch nur mass­ge­bend, wenn die Da­ten aus­sch­liess­lich elek­tro­nisch ver­öf­fent­licht wer­den.

162Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 6 des BG vom 19. Dez. 2003 über die elek­tro­ni­sche Si­gna­tur, in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 5085; BBl 2001 5679).

Dritter Titel: Rechtsschutz

1. Abschnitt: Gemeinsame Bestimmungen für den zivilrechtlichen und strafrechtlichen Schutz

Art. 66  

Ge­mä­ss den nach­fol­gen­den Be­stim­mun­gen kann zi­vil- und straf­recht­lich zur Ver­ant­wor­tung ge­zo­gen wer­den:

a.
wer die pa­ten­tier­te Er­fin­dung wi­der­recht­lich be­nützt; als Be­nüt­zung gilt auch die Nach­ah­mung;
b.163
wer sich wei­gert, der zu­stän­di­gen Be­hör­de Her­kunft und Men­ge der in sei­nem Be­sitz be­find­li­chen Er­zeug­nis­se, die wi­der­recht­lich her­ge­stellt oder in Ver­kehr ge­bracht wor­den sind, an­zu­ge­ben und Adres­sa­ten so­wie Aus­mass ei­ner Wei­ter­ga­be an ge­werb­li­che Ab­neh­mer zu nen­nen;
c.
wer an Er­zeug­nis­sen oder ih­rer Ver­pa­ckung das Pat­ent­zei­chen oh­ne Er­mäch­ti­gung des Pa­tent­in­ha­bers oder des Li­zenz­neh­mers ent­fernt;
d.
wer zu die­sen Hand­lun­gen an­stif­tet, bei ih­nen mit­wirkt, ih­re Be­ge­hung be­güns­tigt oder er­leich­tert.

163 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).

Art. 67  

1 Be­trifft die Er­fin­dung ein Ver­fah­ren zur Her­stel­lung ei­nes neu­en Er­zeug­nis­ses, so gilt bis zum Be­weis des Ge­gen­teils je­des Er­zeug­nis von glei­cher Be­schaf­fen­heit als nach dem pa­ten­tier­ten Ver­fah­ren her­ge­stellt.

2 Ab­satz 1 ist ent­spre­chend an­wend­bar im Fall ei­nes Ver­fah­rens zur Her­stel­lung ei­nes be­kann­ten Er­zeug­nis­ses, wenn der Pa­tent­in­ha­ber ei­ne Pa­tent­ver­let­zung glaub­haft macht.

Art. 68  

1 Fa­bri­ka­ti­ons- oder Ge­schäfts­ge­heim­nis­se der Par­tei­en sind zu wah­ren.

2 Be­weis­mit­tel, durch wel­che sol­che Ge­heim­nis­se of­fen­bart wer­den kön­nen, dür­fen dem Geg­ner nur in­so­weit zu­gäng­lich ge­macht wer­den, als dies mit der Wah­rung der Ge­heim­nis­se ver­ein­bar ist.

Art. 69  

1 Im Fal­le der Ver­ur­tei­lung kann der Rich­ter die Ein­zie­hung und die Ver­wer­tung oder Zer­stö­rung der wi­der­recht­lich her­ge­stell­ten Er­zeug­nis­se oder der vor­wie­gend zu ih­rer Her­stel­lung die­nen­den Ein­rich­tun­gen, Ge­rä­te und sons­ti­gen Mit­tel an­ord­nen.164

2 Der Ver­wer­tungs­rein­er­lös wird zu­nächst zur Be­zah­lung der Bus­se, dann zur Be­zah­lung der Un­ter­su­chungs- und Ge­richts­kos­ten und end­lich zur Be­zah­lung ei­ner rechts­kräf­tig fest­ge­stell­ten Scha­den­er­satz- und Pro­zess­kos­ten­for­de­rung des Ver­letz­ten ver­wen­det; ein Über­schuss fällt dem bis­he­ri­gen Ei­gen­tü­mer der ver­wer­te­ten Ge­gen­stän­de zu.

3 Auch im Fall ei­ner Kla­ge­ab­wei­sung oder ei­nes Frei­spruchs kann der Rich­ter die Zer­stö­rung der vor­wie­gend zur Pa­tent­ver­let­zung die­nen­den Ein­rich­tun­gen, Ge­rä­te und sons­ti­gen Mit­tel an­ord­nen.165

164Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 16. Dez. 1994, in Kraft seit 1. Ju­li 1995 (AS 1995 2606; BBl 1994 IV 950).

165Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 16. Dez. 1994, in Kraft seit 1. Ju­li 1995 (AS 1995 2606; BBl 1994 IV 950).

Art. 70  

1 Der Rich­ter kann die ob­sie­gen­de Par­tei er­mäch­ti­gen, das Ur­teil auf Kos­ten der Ge­gen­par­tei zu ver­öf­fent­li­chen; er be­stimmt da­bei Art, Um­fang und Zeit­punkt der Ver­öf­fent­li­chung.

2 In Strafsa­chen (Art. 81–82) rich­tet sich die Ver­öf­fent­li­chung des Ur­teils nach Ar­ti­kel 68 des Straf­ge­setz­bu­ches166.167

166 SR 311.0

167 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).

Art. 70a168  

Die Ge­rich­te stel­len rechts­kräf­ti­ge Ur­tei­le dem IGE in voll­stän­di­ger Aus­fer­ti­gung un­ent­gelt­lich zu.

168 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).

Art. 71  

Wer ei­ne der in den Ar­ti­keln 72, 73, 74 oder 81 vor­ge­se­he­nen Kla­gen er­ho­ben hat und spä­ter we­gen der glei­chen oder ei­ner gleich­ar­ti­gen Hand­lung auf Grund ei­nes an­dern Pa­ten­tes ei­ne wei­te­re Kla­ge ge­gen die glei­che Per­son er­hebt, hat die Ge­richts- und Par­tei­kos­ten des neu­en Pro­zes­ses zu tra­gen, wenn er nicht glaub­haft macht, dass er im frü­he­ren Ver­fah­ren oh­ne sein Ver­schul­den nicht in der La­ge war, auch die­ses an­de­re Pa­tent gel­tend zu ma­chen.

2. Abschnitt: Besondere Bestimmungen für den zivilrechtlichen Schutz

Art. 72  

1 Wer durch ei­ne der in Ar­ti­kel 66 ge­nann­ten Hand­lun­gen be­droht oder in sei­nen Rech­ten ver­letzt ist, kann auf Un­ter­las­sung oder auf Be­sei­ti­gung des rechts­widri­gen Zu­stan­des kla­gen.

2170

170Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).

Art. 73  

1 Wer ei­ne der in Ar­ti­kel 66 ge­nann­ten Hand­lun­gen ab­sicht­lich oder fahr­läs­sig be­geht, wird dem Ge­schä­dig­ten nach Mass­ga­be des Ob­li­ga­tio­nen­rechts171 zum Er­satz des Scha­dens ver­pflich­tet.

2172

3 Die Scha­den­er­satz­kla­ge kann erst nach Er­tei­lung des Pa­tents an­ge­ho­ben wer­den; mit ihr kann aber der Scha­den gel­tend ge­macht wer­den, den der Be­klag­te ver­ur­sacht hat, seit er vom In­halt des Pa­tent­ge­suchs Kennt­nis er­langt hat­te, spä­tes­tens je­doch seit des­sen Ver­öf­fent­li­chung.173

4174

171SR 220

172 Auf­ge­ho­ben durch An­hang 1 Ziff. II 12 der Zi­vil­pro­zess­ord­nung vom 19. Dez. 2008, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 1739; BBl 2006 7221).

173 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).

174Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).

Art. 74  

Wer ein In­ter­es­se dar­an nach­weist, kann auf Fest­stel­lung des Vor­han­den­seins oder des Feh­lens ei­nes nach die­sem Ge­setz zu be­ur­tei­len­den Tat­be­stan­des oder Rechts­ver­hält­nis­ses kla­gen, ins­be­son­de­re:

1.
dass ein be­stimm­tes Pa­tent zu Recht be­steht;
2.
dass der Be­klag­te ei­ne der in Ar­ti­kel 66 ge­nann­ten Hand­lun­gen be­gan­gen hat;
3.
dass der Klä­ger kei­ne der in Ar­ti­kel 66 ge­nann­ten Hand­lun­gen be­gan­gen hat;
4.175
dass ein be­stimm­tes Pa­tent ge­gen­über dem Klä­ger kraft Ge­set­zes un­wirk­sam ist;
5.
dass für zwei be­stimm­te Pa­ten­te die Vor­aus­set­zun­gen von Ar­ti­kel 36 für die Er­tei­lung ei­ner Li­zenz vor­lie­gen oder nicht vor­lie­gen;
6.
dass der Klä­ger die Er­fin­dung ge­macht hat, die Ge­gen­stand ei­nes be­stimm­ten Pa­tent­ge­su­ches oder Pa­ten­tes ist;
7.176
dass ein be­stimm­tes Pa­tent, das ge­gen das Ver­bot des Dop­pel­schut­zes ver­stösst, da­hin­ge­fal­len ist.

175Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976, in Kraft seit 1. Jan. 1978 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1).

176Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976, in Kraft seit 1. Jan. 1978 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1).

Art. 75177  

1 Wer über ei­ne aus­sch­liess­li­che Li­zenz ver­fügt, ist un­ab­hän­gig von der Ein­tra­gung der Li­zenz im Re­gis­ter selb­stän­dig zur Kla­ge nach Ar­ti­kel 72 oder 73 be­rech­tigt, so­fern dies im Li­zenz­ver­trag nicht aus­drück­lich aus­ge­schlos­sen wor­den ist.

2 Al­le Li­zenz­neh­mer kön­nen ei­ner Kla­ge nach Ar­ti­kel 73 bei­tre­ten, um ih­ren ei­ge­nen Scha­den gel­tend zu ma­chen.

177 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).

Art. 76178  

178 Auf­ge­ho­ben durch An­hang 1 Ziff. II 12 der Zi­vil­pro­zess­ord­nung vom 19. Dez. 2008, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2001 (AS 2010 1739; BBl 2006 7221).

Art. 77179  

1 Er­sucht ei­ne Per­son um An­ord­nung vor­sorg­li­cher Mass­nah­men, so kann sie ins­be­son­de­re ver­lan­gen, dass das Ge­richt an­ord­net:

a.
Mass­nah­men zur Be­weis­si­che­rung, zur Wah­rung des be­ste­hen­den Zu­stan­des oder zur vor­läu­fi­gen Voll­stre­ckung von Un­ter­las­sungs- und Be­sei­ti­gungs­an­sprü­chen;
b.
ei­ne ge­naue Be­schrei­bung:
1.
der an­geb­lich wi­der­recht­lich an­ge­wen­de­ten Ver­fah­ren,
2.
der an­geb­lich wi­der­recht­lich her­ge­stell­ten Er­zeug­nis­se so­wie der zur Her­stel­lung die­nen­den Hilfs­mit­tel; oder
c.
die Be­schlag­nah­me die­ser Ge­gen­stän­de.

2 Be­an­tragt ei­ne Par­tei ei­ne Be­schrei­bung, so hat sie glaub­haft zu ma­chen, dass ein ihr zu­ste­hen­der An­spruch ver­letzt ist oder ei­ne Ver­let­zung zu be­fürch­ten ist.

3 Macht die Ge­gen­par­tei gel­tend, dass es sich um Fa­bri­ka­ti­ons- oder Ge­schäfts­ge­heim­nis­se han­delt, so trifft das Ge­richt die er­for­der­li­chen Mass­nah­men zu de­ren Wah­rung. Es kann die an­trag­stel­len­de Par­tei von der Teil­nah­me an der Durch­füh­rung der Be­schrei­bung aus­sch­lies­sen.

4 Die Be­schrei­bung mit oder oh­ne Be­schlag­nah­me wird von ei­nem Mit­glied des Bun­de­spa­tent­ge­richts durch­ge­führt, nö­ti­gen­falls un­ter Bei­zug ei­ner sach­ver­stän­di­gen Per­son. So­weit er­for­der­lich, er­folgt sie in Zu­sam­men­ar­beit mit den zu­stän­di­gen kan­to­na­len In­stan­zen.

5 Be­vor die an­trag­stel­len­de Par­tei vom Er­geb­nis der Be­schrei­bung Kennt­nis nimmt, er­hält die Ge­gen­par­tei Ge­le­gen­heit zur Stel­lung­nah­me.

179 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 4 des Pa­tent­ge­richts­ge­set­zes vom 20. März 2009, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2010513, 2011 2241; BBl 2008455).

Art. 78180  

180 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 11 des Ge­richts­stands­ge­set­zes vom 24. März 2000, (AS 2000 2355; BBl 1999 2829).

Art. 79 und 80181  

181 Auf­ge­ho­ben durch An­hang 1 Ziff. II 12 der Zi­vil­pro­zess­ord­nung vom 19. Dez. 2008, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 1739; BBl 2006 7221).

3. Abschnitt: Besondere Bestimmungen für den strafrechtlichen Schutz

Art. 81  

1 Wer vor­sätz­lich ei­ne Hand­lung nach Ar­ti­kel 66 be­geht, wird auf An­trag des Ver­letz­ten mit Frei­heits­s­tra­fe bis zu ei­nem Jahr oder Geld­stra­fe be­straft.182

2 Das An­trags­recht er­lischt nach Ab­lauf von sechs Mo­na­ten seit dem Tag, an wel­chem dem Ver­letz­ten der Tä­ter be­kannt wur­de.

3 Han­delt der Tä­ter ge­werbs­mäs­sig, so wird er von Am­tes we­gen ver­folgt. Die Stra­fe ist Frei­heits­s­tra­fe bis zu fünf Jah­ren oder Geld­stra­fe. Mit der Frei­heits­s­tra­fe ist ei­ne Geld­stra­fe zu ver­bin­den.183

182 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).

183 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).

Art. 81a184  

1 Wer vor­sätz­lich falsche An­ga­ben nach Ar­ti­kel 49a macht, wird mit Bus­se bis zu 100 000 Fran­ken be­straft.

2 Der Rich­ter kann die Ver­öf­fent­li­chung des Ur­teils an­ord­nen.

184 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).

Art. 82  

1 Wer sei­ne Ge­schäfts­pa­pie­re, An­zei­gen je­der Art, Er­zeug­nis­se oder Wa­ren vor­sätz­lich mit ei­ner Be­zeich­nung in Ver­kehr setzt oder feil­hält, die ge­eig­net ist, zu Un­recht den Glau­ben zu er­we­cken, dass ein Pa­tent­schutz für die Er­zeug­nis­se oder Wa­ren be­steht, wird mit Bus­se be­straft.186

2 Der Rich­ter kann die Ver­öf­fent­li­chung des Ur­teils an­ord­nen.

186 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).

Art. 83  

Die all­ge­mei­nen Be­stim­mun­gen des Straf­ge­setz­bu­ches187 sind an­wend­bar, so­weit die­ses Ge­setz kei­ne ab­wei­chen­den Vor­schrif­ten ent­hält.

Art. 83a188  

Bei Wi­der­hand­lun­gen in Ge­schäfts­be­trie­ben durch Un­ter­ge­be­ne, Be­auf­trag­te oder Ver­tre­ter gel­ten die Ar­ti­kel 6 und 7 des Bun­des­ge­set­zes vom 22. März 1974189 über das Ver­wal­tungs­straf­recht.

188 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 6 des BG vom 21. Ju­ni 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2015 3631; BBl 2009 8533).

189 SR 313.0

Art. 84  

1 Zur Ver­fol­gung und Be­ur­tei­lung ei­ner straf­ba­ren Hand­lung sind die Be­hör­den des Or­tes zu­stän­dig, wo die Tat aus­ge­führt wur­de oder wo der Er­folg ein­ge­tre­ten ist; fal­len meh­re­re Or­te in Be­tracht oder sind an der Tat meh­re­re Mit­tä­ter be­tei­ligt, so sind die Be­hör­den des Or­tes zu­stän­dig, wo die Un­ter­su­chung zu­erst an­ge­ho­ben wur­de.

2 Zur Ver­fol­gung und Be­ur­tei­lung der An­stif­ter und Ge­hil­fen sind die Be­hör­den zu­stän­dig, de­nen die Ver­fol­gung und Be­ur­tei­lung des Tä­ters ob­liegt.

Art. 85  

1 Die Ver­fol­gung und Be­ur­tei­lung ei­ner straf­ba­ren Hand­lung ist Sa­che der kan­to­na­len Be­hör­den.

2 Ur­tei­le, Straf­be­schei­de der Ver­wal­tungs­be­hör­den und Ein­stel­lungs­be­schlüs­se sind oh­ne Ver­zug in voll­stän­di­ger Aus­fer­ti­gung un­ent­gelt­lich der Bun­des­an­walt­schaft mit­zu­tei­len.

Art. 86  

1 Er­hebt der An­ge­schul­dig­te die Ein­re­de der Nich­tig­keit des Pa­tents, so kann ihm der Rich­ter ei­ne an­ge­mes­se­ne Frist zur An­he­bung der Nich­tig­keits­kla­ge un­ter ge­eig­ne­ter An­dro­hung für den Säum­nis­fall an­set­zen; ist das Pa­tent nicht auf Neu­heit und er­fin­de­ri­sche Tä­tig­keit ge­prüft wor­den und hat der Rich­ter Zwei­fel an der Gül­tig­keit des Pa­tents, oder hat der An­ge­schul­dig­te Um­stän­de glaub­haft ge­macht, wel­che die Nich­tig­keitsein­re­de als be­grün­det er­schei­nen las­sen, so kann der Rich­ter dem Ver­letz­ten ei­ne an­ge­mes­se­ne Frist zur An­he­bung der Kla­ge auf Fest­stel­lung der Rechts­be­stän­dig­keit des Pa­tents, eben­falls un­ter ge­eig­ne­ter An­dro­hung für den Säum­nis­fall, an­set­zen.190

2 Wird dar­auf­hin die Kla­ge recht­zei­tig an­ge­ho­ben, so ist das Straf­ver­fah­ren bis zum end­gül­ti­gen Ent­scheid über die Kla­ge ein­zu­stel­len; un­ter­des­sen ruht die Ver­jäh­rung.

3191

190 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).

191 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 11 des Ge­richts­stands­ge­set­zes vom 24. März 2000, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2001 (AS 2000 2355; BBl 1999 2829).

4. Abschnitt: Hilfeleistung der Zollverwaltung192

192 Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 22. Juni 2007, in Kraft seit 1. Juli 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).

Art. 86a  

1 Die Zoll­ver­wal­tung ist er­mäch­tigt, den Pa­tent­in­ha­ber zu be­nach­rich­ti­gen, wenn der Ver­dacht be­steht, dass das Ver­brin­gen ins schwei­ze­ri­sche Zoll­ge­biet oder aus dem schwei­ze­ri­schen Zoll­ge­biet von Wa­ren be­vor­steht, die ein in der Schweiz gül­ti­ges Pa­tent ver­let­zen.193

2 In die­sem Fall ist die Zoll­ver­wal­tung er­mäch­tigt, die Wa­ren wäh­rend drei Werk­ta­gen zu­rück­zu­be­hal­ten, da­mit die an­trags­be­rech­tig­te Per­son einen An­trag nach Ar­ti­kel 86b Ab­satz 1 stel­len kann.

193 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 6 des BG vom 21. Ju­ni 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2015 3631; BBl 2009 8533).

Art. 86b  

1 Hat der Pa­tent­in­ha­ber oder der kla­ge­be­rech­tig­te Li­zenz­neh­mer kon­kre­te An­halts­punk­te da­für, dass das Ver­brin­gen ins schwei­ze­ri­sche Zoll­ge­biet oder aus dem schwei­ze­ri­schen Zoll­ge­biet von Wa­ren be­vor­steht, die ein in der Schweiz gül­ti­ges Pa­tent ver­let­zen, so kann er bei der Zoll­ver­wal­tung schrift­lich be­an­tra­gen, die Frei­ga­be der Wa­ren zu ver­wei­gern.194

2 Der An­trag­stel­ler muss al­le ihm zur Ver­fü­gung ste­hen­den An­ga­ben ma­chen, die für den Ent­scheid der Zoll­ver­wal­tung er­for­der­lich sind; da­zu ge­hört ei­ne ge­naue Be­schrei­bung der Wa­ren.

3 Die Zoll­ver­wal­tung ent­schei­det end­gül­tig über den An­trag. Sie kann ei­ne Ge­bühr zur De­ckung der Ver­wal­tungs­kos­ten er­he­ben.

194 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 6 des BG vom 21. Ju­ni 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2015 3631; BBl 2009 8533).

Art. 86c  

1 Hat die Zoll­ver­wal­tung auf­grund ei­nes An­trags nach Ar­ti­kel 86b Ab­satz 1 den be­grün­de­ten Ver­dacht, dass ei­ne zum Ver­brin­gen ins schwei­ze­ri­sche Zoll­ge­biet oder aus dem schwei­ze­ri­schen Zoll­ge­biet be­stimm­te Wa­re ein in der Schweiz gül­ti­ges Pa­tent ver­letzt, so teilt sie dies ei­ner­seits dem An­trag­stel­ler und an­de­rer­seits dem An­mel­der, Be­sit­zer oder Ei­gen­tü­mer der Wa­re mit.195

2 Sie be­hält die Wa­re bis höchs­tens zehn Werk­ta­ge vom Zeit­punkt der Mit­tei­lung nach Ab­satz 1 an zu­rück, da­mit der An­trag­stel­ler vor­sorg­li­che Mass­nah­men er­wir­ken kann.

3 In be­grün­de­ten Fäl­len kann sie die Wa­re wäh­rend höchs­tens zehn wei­te­ren Werk­ta­gen zu­rück­be­hal­ten.

195 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 6 des BG vom 21. Ju­ni 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2015 3631; BBl 2009 8533).

Art. 86d  

1 Wäh­rend des Zu­rück­be­hal­tens der Wa­re ist die Zoll­ver­wal­tung er­mäch­tigt, dem An­trag­stel­ler auf An­trag Pro­ben oder Mus­ter zur Prü­fung zu über­ge­ben oder zu­zu­sen­den oder ihm die Be­sich­ti­gung der zu­rück­be­hal­te­nen Wa­re zu ge­stat­ten.

2 Die Pro­ben oder Mus­ter wer­den auf Kos­ten des An­trag­stel­lers ent­nom­men und ver­sandt.

3 Sie müs­sen nach er­folg­ter Prü­fung, so­weit sinn­voll, zu­rück­ge­ge­ben wer­den. Ver­blei­ben Pro­ben oder Mus­ter beim An­trag­stel­ler, so un­ter­lie­gen sie den Be­stim­mun­gen der Zoll­ge­setz­ge­bung.

Art. 86e  

1 Gleich­zei­tig mit der Be­nach­rich­ti­gung nach Ar­ti­kel 86c Ab­satz 1 in­for­miert die Zoll­ver­wal­tung den An­mel­der, Be­sit­zer oder Ei­gen­tü­mer der Wa­re über die mög­li­che Über­ga­be von Pro­ben oder Mus­tern be­zie­hungs­wei­se die Be­sich­ti­gungs­mög­lich­keit nach Ar­ti­kel 86d Ab­satz 1.

2 Der An­mel­der, Be­sit­zer oder Ei­gen­tü­mer kann ver­lan­gen, zur Wah­rung sei­ner Fa­bri­ka­ti­ons- oder Ge­schäfts­ge­heim­nis­se bei der Be­sich­ti­gung an­we­send zu sein.

3 Die Zoll­ver­wal­tung kann auf be­grün­de­ten An­trag des An­mel­ders, Be­sit­zers oder Ei­gen­tü­mers die Über­ga­be von Pro­ben oder Mus­tern ver­wei­gern.

Art. 86f  

1 Zu­sam­men mit dem An­trag nach Ar­ti­kel 86b Ab­satz 1 kann der An­trag­stel­ler bei der Zoll­ver­wal­tung schrift­lich be­an­tra­gen, die Wa­re zu ver­nich­ten.

2 Wird ein An­trag auf Ver­nich­tung ge­stellt, so teilt die Zoll­ver­wal­tung dies dem An­mel­der, Be­sit­zer oder Ei­gen­tü­mer der Wa­re im Rah­men der Mit­tei­lung nach Ar­ti­kel 86c Ab­satz 1 mit.

3 Der An­trag auf Ver­nich­tung führt nicht da­zu, dass die Fris­ten nach Ar­ti­kel 86c Ab­sät­ze 2 und 3 zur Er­wir­kung vor­sorg­li­cher Mass­nah­men ver­län­gert wer­den.

Art. 86g  

1 Für die Ver­nich­tung der Wa­re ist die Zu­stim­mung des An­mel­ders, Be­sit­zers oder Ei­gen­tü­mers er­for­der­lich.

2 Die Zu­stim­mung gilt als er­teilt, wenn der An­mel­der, Be­sit­zer oder Ei­gen­tü­mer die Ver­nich­tung nicht in­ner­halb der Fris­ten nach Ar­ti­kel 86c Ab­sät­ze 2 und 3 aus­drück­lich ab­lehnt.

Art. 86h  

Vor der Ver­nich­tung der Wa­re ent­nimmt die Zoll­ver­wal­tung Pro­ben oder Mus­ter und be­wahrt sie als Be­weis­mit­tel auf für all­fäl­li­ge Kla­gen auf Scha­den­er­satz.

Art. 86i  

1 Er­weist sich die Ver­nich­tung der Wa­re als un­be­grün­det, so haf­tet aus­sch­liess­lich der An­trag­stel­ler für den ent­stan­de­nen Scha­den.

2 Hat der An­mel­der, Be­sit­zer oder Ei­gen­tü­mer der Ver­nich­tung schrift­lich zu­ge­stimmt, so ent­ste­hen ge­gen­über dem An­trag­stel­ler auch dann kei­ne An­sprü­che auf Scha­den­er­satz, wenn sich die Ver­nich­tung spä­ter als un­be­grün­det er­weist.

Art. 86j  

1 Die Ver­nich­tung der Wa­re er­folgt auf Kos­ten des An­trag­stel­lers.

2 Über die Kos­ten für die Ent­nah­me und Auf­be­wah­rung von Pro­ben oder Mus­tern nach Ar­ti­kel 86h ent­schei­det das Ge­richt im Zu­sam­men­hang mit der Be­ur­tei­lung der Scha­den­er­satz­an­sprü­che nach Ar­ti­kel 86i Ab­satz 1.

Art. 86k  

1 Ist durch das Zu­rück­be­hal­ten der Wa­re ein Scha­den zu be­fürch­ten, so kann die Zoll­ver­wal­tung das Zu­rück­be­hal­ten da­von ab­hän­gig ma­chen, dass der An­trag­stel­ler ihr ei­ne Haf­tungs­er­klä­rung ab­gibt. An de­ren Stel­le kann die Zoll­ver­wal­tung vom An­trag­stel­ler in be­grün­de­ten Fäl­len ei­ne an­ge­mes­se­ne Si­cher­heits­leis­tung ver­lan­gen.

2 Der An­trag­stel­ler muss den Scha­den, der durch das Zu­rück­be­hal­ten der Wa­re und die Ent­nah­me von Pro­ben oder Mus­tern ent­stan­den ist, er­set­zen, wenn vor­sorg­li­che Mass­nah­men nicht an­ge­ord­net wer­den oder sich als un­be­grün­det er­wei­sen.

Vierter Titel: …

Art. 91–94197  

197Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 10 des BG vom 4. Okt. 1991, mit Wir­kung seit 15. Fe­br. 1992 (AS 1992288; BBl 1991 II 465).

Art. 95198  

198Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1978 (AS 1977 1997: BBl 1976 II 1).

Art. 102 und 103200  

200Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1978 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1).

Art. 106a202  

202Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).

Art. 107 und 108203  

203Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1978 (AS 1977 1997; BBl 1976II 1).

Fünfter Titel: Europäische Patentanmeldungen und europäische Patente 204

204Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976, in Kraft seit 1. Juni 1978 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1).

1. Abschnitt: Anwendbares Recht 205

205Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976, in Kraft seit 1. Juni 1978 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1).

Art. 109206  

1 Die­ser Ti­tel gilt für eu­ro­päi­sche Pa­ten­tan­mel­dun­gen und eu­ro­päi­sche Pa­ten­te, die für die Schweiz wirk­sam sind.

2 Die üb­ri­gen Be­stim­mun­gen die­ses Ge­set­zes gel­ten, so­weit sich aus dem Über­ein­kom­men vom 5. Ok­to­ber 1973207 über die Er­tei­lung eu­ro­päi­scher Pa­ten­te (Eu­ro­päi­sches Pa­tent­über­ein­kom­men) und die­sem Ti­tel nichts an­de­res er­gibt.

3 Die für die Schweiz ver­bind­li­che Fas­sung des Eu­ro­päi­schen Pa­tent­über­ein­kom­mens geht die­sem Ge­setz vor.

206Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976, in Kraft seit 1. Jan. 1978 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1).

207[AS 1977 1711, 1979 621Art. 1, 1995 4187, 1996 793, 1997 1647Art. 1, 2007 3673Art. 1 3674 Art. 1]. Sie­he heu­te: das Eu­ro­päi­sche Pa­tent­über­ein­kom­men, re­vi­diert in Mün­chen am 29. No­vem­ber 2000 (SR 0.232.142.2).

2. Abschnitt: Wirkungen der europäischen Patentanmeldung und des europäischen Patents und Änderungen im Bestand des europäischen Patents 208

208Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1). Fas­sung gemäss Art. 2 des BB vom 16. Dez. 2005 über die Genehmigung der Akte zur Revi­sion des Europäischen Patentübereinkommens und über die Änderung des Patentgesetzes, in Kraft seit 13. Dez. 2007 (AS 2007 6479, BBl 2005 3773).

Art. 110210  

Die eu­ro­päi­sche Pa­ten­tan­mel­dung, für die der An­mel­de­tag fest­steht, und das eu­ro­päi­sche Pa­tent ha­ben in der Schweiz die­sel­be Wir­kung­wie ein beim IGE vor­schrifts­mäs­sig ein­ge­reich­tes Pa­tent­ge­such und ein von die­sem IGE er­teil­tes Er­fin­dungs­pa­tent.

210Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976, in Kraft seit 1. Jan. 1978 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1).

Art. 110a211  

Ei­ne Än­de­rung im Be­stand des eu­ro­päi­schen Pa­tents durch einen rechts­kräf­ti­gen Ent­scheid in ei­nem Ver­fah­ren vor dem Eu­ro­päi­schen Pa­tent­amt hat die­sel­be Wir­kung wie ein rechts­kräf­ti­ges Ur­teil in ei­nem Ver­fah­ren in der Schweiz.

211Ein­ge­fügt durch Art. 2 des BB vom 16. Dez. 2005 über die Ge­neh­mi­gung der Ak­te zur Re­vi­si­on des Eu­ro­päi­schen Pa­tent­über­ein­kom­mens und über die Än­de­rung des Pa­tent­ge­set­zes, in Kraft seit 13. Dez. 2007 (AS 2007 6479, BBl 2005 3773).

Art. 111212  

1 Die ver­öf­fent­lich­te eu­ro­päi­sche Pa­ten­tan­mel­dung ver­schafft dem An­mel­der kei­nen Schutz nach Ar­ti­kel 64 des Eu­ro­päi­schen Pa­tent­über­ein­kom­mens.

2 Mit der Scha­den­er­satz­kla­ge kann aber der Scha­den gel­tend ge­macht wer­den, den der Be­klag­te ver­ur­sacht hat, seit­dem er vom In­halt der eu­ro­päi­schen Pa­ten­tan­mel­dung Kennt­nis er­langt hat­te, spä­tes­tens je­doch seit der Ver­öf­fent­li­chung der An­mel­dung durch das Eu­ro­päi­sche Pa­tent­amt.

212Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976, in Kraft seit 1. Jan. 1978 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1).

Art. 112–116213  

213Auf­ge­ho­ben durch Art. 2 des BB vom 16. Dez. 2005 über die Ge­neh­mi­gung des Über­ein­kom­mens über die An­wen­dung des Ar­ti­kels 65 des Eu­ro­päi­schen Pa­tent­über­ein­kom­mens und über die Än­de­rung des Pa­tent­ge­set­zes, mit Wir­kung seit 1. Mai 2008 (AS 2008 1739; BBl 20053773).

3. Abschnitt: Verwaltung des europäischen Patentes 214

214Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976, in Kraft seit 1. Juni 1978 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1).

Art. 117215  

Das IGE trägt das eu­ro­päi­sche Pa­tent, so­bald auf die Er­tei­lung im Eu­ro­päi­schen Pa­tent­blatt hin­ge­wie­sen wor­den ist, mit den im eu­ro­päi­schen Pa­tent­re­gis­ter ver­merk­ten An­ga­ben in das schwei­ze­ri­sche Re­gis­ter für eu­ro­päi­sche Pa­ten­te ein.

215Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976, in Kraft seit 1. Ju­ni 1978 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1).

Art. 118216  

Die Ein­tra­gun­gen im schwei­ze­ri­schen Re­gis­ter für eu­ro­päi­sche Pa­ten­te wer­den vom IGE ver­öf­fent­licht.

216Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976, in Kraft seit 1. Ju­ni 1978 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1).

Art. 119217  

217Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1). Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 4 des BG vom 24. März 1995 über Sta­tut und Auf­ga­ben des Eid­ge­nös­si­schen In­sti­tuts für Geis­ti­ges Ei­gen­tum, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1996 (AS 19955050; BBl 1994III 964).

Art. 120218  

218Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1). Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 3 des Pa­tent­an­walts­ge­set­zes vom 20. März 2009, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2011 (AS 2011 2259; BBl 2008407).

4. Abschnitt: Umwandlung der europäischen Patentanmel­dung 219

219Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976, in Kraft seit 1. Juni 1978 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1).

Art. 121220  

1 Die eu­ro­päi­sche Pa­ten­tan­mel­dung kann in ein schwei­ze­ri­sches Pa­tent­ge­such um­ge­wan­delt wer­den:

a.221
im Fal­le von Ar­ti­kel 135 Ab­satz 1 Buch­sta­be a des Eu­ro­päi­schen Pa­tent­über­ein­kom­mens;
b.
bei Ver­säum­nis der Frist nach Ar­ti­kel 14 Ab­satz 2 des Eu­ro­päi­schen Pa­tent­über­ein­kom­mens, wenn die An­mel­dung ur­sprüng­lich in ita­lie­ni­scher Spra­che ein­ge­reicht wor­den ist;
c.222

2223

220Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976, in Kraft seit 1. Ju­ni 1978 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1).

221 Fas­sung ge­mä­ss Art. 2 des BB vom 16. Dez. 2005 über die Ge­neh­mi­gung der Ak­te zur Re­vi­si­on des Eu­ro­päi­schen Pa­tent­über­ein­kom­mens und über die Än­de­rung des Pa­tent­ge­set­zes, in Kraft seit 13. Dez. 2007 (AS 2007 6479, BBl 2005 3773).

222 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).

223 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).

Art. 122224  

1 Ist der Um­wand­lungs­an­trag vor­schrifts­ge­mä­ss ge­stellt und dem IGE recht­zei­tig zu­ge­stellt wor­den, so gilt das Pa­tent­ge­such als am An­mel­de­tag der eu­ro­päi­schen Pa­tent­an­mel­dung ein­ge­reicht.

2 Un­ter­la­gen der eu­ro­päi­schen Pa­ten­tan­mel­dung oder des eu­ro­päi­schen Pa­ten­tes, die beim Eu­ro­päi­schen Pa­tent­amt ein­ge­reicht wor­den sind, gel­ten als gleich­zei­tig beim IGE ein­ge­reicht.

3 Die mit der eu­ro­päi­schen Pa­ten­tan­mel­dung er­wor­be­nen Rech­te blei­ben ge­wahrt.

224Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976, in Kraft seit 1. Ju­ni 1978 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1).

Art. 123225  

Ist die Spra­che der ur­sprüng­li­chen Fas­sung der eu­ro­päi­schen Pa­tent­­an­mel­dung nicht ei­ne schwei­ze­ri­sche Amtss­pra­che, so setzt das IGE dem Pa­tent­be­wer­ber ei­ne Frist zur Ein­rei­chung ei­ner Über­set­zung in ei­ne schwei­ze­ri­sche Amts­spra­che.

225Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976, in Kraft seit 1. Ju­ni 1978 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1).

Art. 124226  

1 Auf das aus der Um­wand­lung her­vor­ge­gan­ge­ne Pa­tent­ge­such sind vor­be­hält­lich Ar­ti­kel 137 Ab­satz 1 des Eu­ro­päi­schen Pa­tent­über­ein­kom­mens die für schwei­ze­ri­sche Pa­tent­ge­su­che gel­ten­den Be­stim­mun­gen an­wend­bar.

2 Die Pa­ten­t­an­sprü­che ei­nes aus der Um­wand­lung des eu­ro­päi­schen Pa­ten­tes her­vor­ge­gan­ge­nen Pa­tent­ge­su­ches dür­fen nicht so ab­ge­fasst wer­den, dass der Schutz­be­reich er­wei­tert wird.

226Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976, in Kraft seit 1. Ju­ni 1978 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1).

5. Abschnitt: Bestimmungen für den zivilrechtlichen und strafrechtlichen Schutz 227

227Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976, in Kraft seit 1. Juni 1978 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1).

Art. 125228  

1 So­weit für die glei­che Er­fin­dung dem­sel­ben Er­fin­der oder sei­nem Rechts­nach­fol­ger so­wohl ein schwei­ze­ri­sches als auch ein für die Schweiz wirk­sa­mes eu­ro­päi­sches Pa­tent mit glei­chem An­mel­de- oder Prio­ri­täts­da­tum er­teilt wor­den sind, fällt die Wir­kung des schwei­ze­ri­schen Pa­ten­tes in dem Zeit­punkt da­hin, in dem:

a.
die Ein­spruchs­frist ge­gen das eu­ro­päi­sche Pa­tent un­be­nützt ab­ge­lau­fen ist; oder
b.
das eu­ro­päi­sche Pa­tent im Ein­spruchs­ver­fah­ren rechts­kräf­tig auf­recht­erhal­ten wor­den ist.

2 Ar­ti­kel 27 gilt sinn­ge­mä­ss.

228Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1976, in Kraft seit 1. Ju­ni 1978 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1).

Art. 126229