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Verordnung
über die Erfindungspatente
(Patentverordnung, PatV1)

vom 19. Oktober 1977 (Stand am 1. Januar 2019)

1Abkürzung eingefügt durch Ziff. I der V vom 25. Okt. 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1995 5164).

Der Schweizerische Bundesrat,

gestützt auf die Artikel 35b, 40d Absatz 5, 40e Absatz 5, 50a Absatz 4, 56 Absatz 3, 59c Absatz 4, 65, 140l und 141 des Patentgesetzes vom 25. Juni 19542 (PatG)
und auf Artikel 13 des Bundesgesetzes vom 24. März 19953 über Statut und Aufgaben des Eidgenössischen Instituts für Geistiges Eigentum (IGEG),4

verordnet:

2 SR 232.14

3 SR 172.010.31

4 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 21. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3551).

Erster Titel: Allgemeine Bestimmungen

Erstes Kapitel: Verkehr mit dem Eidgenössischen Institut für Geistiges Eigentum 5

5Fassung gemäss Ziff. I der V vom 25. Okt. 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1995 5164).

Art. 1 Zuständigkeit 6  

1 Der Voll­zug der Ver­wal­tungs­auf­ga­ben, die sich aus dem PatG7 er­ge­ben, ist Sa­che des Eid­ge­nös­si­schen In­sti­tuts für Geis­ti­ges Ei­gen­tum (IGE)8.

2 Der Voll­zug der Ar­ti­kel 86a–86k PatG und der Ar­ti­kel 112–112f die­ser Ver­ord­nung ist Sa­che der Eid­ge­nös­si­schen Zoll­ver­wal­tung.9

6Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. Okt. 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1995 5164).

7 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3551). Die­se Änd. wur­de im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.

8 Die Be­zeich­nung der Ver­wal­tungs­ein­heit wur­de in An­wen­dung von Art. 16 Abs. 3 der Pu­bli­ka­ti­ons­ver­ord­nung vom 17. Nov. 2004 (AS 2004 4937) an­ge­passt. Die­se An­pas­sung wur­de im gan­zen Text vor­ge­nom­men.

9 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 21. Mai 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2585).

Art. 2 Einreichungsdatum bei Postsendungen 10  

Als Ein­rei­chungs­da­tum gilt bei Post­sen­dun­gen der Zeit­punkt, in dem ei­ne Sen­dung der Schwei­ze­ri­schen Post zu­han­den des IGE über­ge­ben wird.

10 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. Dez. 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4837).

Art. 3 Unterschrift 11  

1 Ein­ga­ben müs­sen un­ter­zeich­net sein.

2 Fehlt auf ei­ner Ein­ga­be die rechts­gül­ti­ge Un­ter­schrift, so wird das ur­sprüng­li­che Ein­rei­chungs­da­tum an­er­kannt, wenn ei­ne in­halt­lich iden­ti­sche und un­ter­zeich­ne­te Ein­ga­be in­ner­halb ei­nes Mo­nats nach Auf­for­de­rung durch das IGE nach­ge­reicht wird.

3 Der An­trag auf Er­tei­lung des Pa­tents (Art. 24), des Zer­ti­fi­kats (Art. 127c Abs. 1), der Ver­län­ge­rung des Zer­ti­fi­kats (Art. 127c Abs. 2) oder des päd­ia­tri­schen Zer­ti­fi­kats (Art. 127w) muss nicht un­ter­zeich­net sein. Das IGE kann wei­te­re Do­ku­men­te be­stim­men, für wel­che die Un­ter­schrift nicht nö­tig ist.12

11 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 3. Dez. 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 5025).

12 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3551).

Art. 4 Sprache  

1 Ein­ga­ben an das IGE müs­sen in ei­ner schwei­ze­ri­schen Amtss­pra­che ab­ge­fasst sein.13

2 Die vom An­mel­der14 bei der An­mel­dung15 ge­wähl­te Amtss­pra­che ist die Ver­fah­rens­spra­che.

3 Die für die tech­ni­schen Un­ter­la­gen ein­mal ge­wähl­te Spra­che ist bei­zu­be­hal­ten. Än­de­run­gen der tech­ni­schen Un­ter­la­gen in ei­ner an­dern Spra­che wer­den nicht ent­ge­gen­ge­nom­men. Dies gilt auch für den Teil­ver­zicht (Art. 24 PatG).

4 Wer­den an­de­re Ein­ga­ben nicht in der Ver­fah­rens­spra­che ein­ge­reicht, so kann die Über­set­zung in die­se Spra­che ver­langt wer­den.

5 Be­wei­sur­kun­den, die nicht in ei­ner Amtss­pra­che ab­ge­fasst sind, brau­chen nur be­rück­sich­tigt zu wer­den, wenn ei­ne Über­set­zung in ei­ner Amtss­pra­che vor­liegt; vor­be­halt en blei­ben die Ar­ti­kel 40 Ab­satz 2, 45 Ab­satz 3, 75 Ab­satz 4 und 127p Ab­satz 3.16

6 Ist die Über­set­zung ei­nes Do­ku­ments ein­zu­rei­chen und be­ste­hen Zwei­fel an ih­rer Rich­tig­keit, so kann ver­langt wer­den, dass die Rich­tig­keit in­ner­halb der da­für an­ge­setz­ten Frist be­schei­nigt wird. Das IGE teilt die Grün­de für sei­ne Zwei­fel mit. Wird die Be­schei­ni­gung nicht ein­ge­reicht, so gilt das Do­ku­ment als nicht ein­ge­gan­gen.17

7 Sind die Un­ter­la­gen ei­ner Teilan­mel­dung (Art. 57 PatG), ei­nes An­trags auf Er­rich­tung ei­nes neu­en Pa­tents (Art. 25, 27 und 30 PatG) oder ei­ner An­mel­dung, die ein Prio­ri­täts­recht auf­grund ei­ner schwei­ze­ri­schen Er­stan­mel­dung be­an­sprucht (in­ne­re Prio­ri­tät, Art. 17 Abs. 1ter PatG), nicht in der Amtss­pra­che der frü­he­ren An­mel­dung oder des ur­sprüng­li­chen Pa­tents ab­ge­fasst, so setzt das IGE dem An­mel­der oder Pa­tent­in­ha­ber ei­ne Frist, in­ner­halb de­ren er ei­ne Über­set­zung in die­se Spra­che ein­rei­chen kann.18

13 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. Dez. 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4837).

14 Aus­druck ge­mä­ss V vom 21. Mai 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2585). Die­se Änd. ist im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.

15 Aus­druck ge­mä­ss V vom 21. Mai 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2585). Die­se Änd. ist im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.

16 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3551).

17 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Mai 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2585).

18 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Mai 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2585).

Art. 4a Elektronische Kommunikation 19  

1 Das IGE kann die elek­tro­ni­sche Kom­mu­ni­ka­ti­on zu­las­sen.

2 Es legt die tech­ni­schen Ein­zel­hei­ten fest und ver­öf­fent­licht sie in ge­eig­ne­ter Wei­se.

19 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 31. März 1999, in Kraft seit 1. Mai 1999 (AS 1999 1443).

Art. 4b Nachweise 20  

1 Das IGE kann ver­lan­gen, dass ihm Nach­wei­se zu ei­ner Ein­ga­be ein­ge­reicht wer­den, wenn es be­grün­de­te Zwei­fel an de­ren Rich­tig­keit hat.

2 Es teilt die Grün­de für sei­ne Zwei­fel mit, gibt Ge­le­gen­heit zur Stel­lung­nah­me und setzt für die Ein­rei­chung der Nach­wei­se ei­ne Frist an.

20 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 21. Mai 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2585).

Art. 5 Mehrere Anmelder  

1 Sind an ei­ner An­mel­dung meh­re­re Per­so­nen be­tei­ligt, so ha­ben sie ent­we­der ei­ne von ih­nen zu be­zeich­nen, der das IGE al­le Mit­tei­lun­gen mit Wir­kung für al­le zu­stel­len kann, oder einen ge­mein­sa­men Ver­tre­ter zu be­stel­len.

2 So­lan­ge we­der das ei­ne noch das an­de­re ge­sche­hen ist, wählt das IGE ei­ne Per­son als Zu­stel­lungs­emp­fän­ger im Sin­ne von Ab­satz 1. Wi­der­spricht ei­ne der an­de­ren Per­so­nen, so for­dert das IGE al­le Be­tei­lig­ten auf, nach Ab­satz 1 zu han­deln.21

21 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. Dez. 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4837).

Art. 6 und 722  

22 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 2. Dez. 2016, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4837).

Zweites Kapitel: Vertretung

Art. 823  

23 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 2. Dez. 2016, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4837).

Art. 8a24  

1 Lässt sich ein An­mel­der oder Pa­tent­in­ha­ber vor dem IGE ver­tre­ten, so kann das IGE ei­ne schrift­li­che Voll­macht ver­lan­gen.

2 Als Ver­tre­ter in das Re­gis­ter nach Ar­ti­kel 93 ein­ge­tra­gen wird, wer vom An­mel­der oder Pa­tent­in­ha­ber er­mäch­tigt wor­den ist, in des­sen Na­men al­le im PatG oder in die­ser Ver­ord­nung vor­ge­se­he­nen Er­klä­run­gen ge­gen­über dem IGE ab­zu­ge­ben und Mit­tei­lun­gen des IGE ent­ge­gen­zu­neh­men. Wird dem IGE nicht aus­drück­lich ei­ne Ein­schrän­kung der Er­mäch­ti­gung kund­ge­tan, so gilt die­se als um­fas­send.

24 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 18. Okt. 2006 (AS 2006 4483). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. Dez. 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4837).

Art. 925  

25 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 11. Mai 2011, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2011 (AS 2011 2247).

Drittes Kapitel: Fristen

Art. 10 Berechnung 26  

127

2 Be­rech­net sich ei­ne Frist nach Mo­na­ten oder Jah­ren, so en­det sie im letz­ten Mo­nat an dem Tag, der die­sel­be Zahl trägt wie der Tag, an dem sie zu lau­fen be­gann. Fehlt ein ent­spre­chen­der Tag, so en­det die Frist am letz­ten Tag des letz­ten Mo­nats.28

3 Wird ei­ne Frist vom Prio­ri­täts­da­tum an be­rech­net und wer­den meh­re­re Prio­ri­tä­ten be­an­sprucht, so ist das frü­he­s­te Prio­ri­täts­da­tum mass­ge­bend.

26Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. Okt. 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1995 5164).

27 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 2. Dez. 2016, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4837).

28 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. Dez. 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4837).

Art. 11–1329  

29 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 2. Dez. 2016, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4837).

Art. 14 Weiterbehandlung 30  

1 Die Wei­ter­be­hand­lung (Art. 46aPatG) ist aus­ge­schlos­sen bei den Fris­ten:

a.
für das Nach­ho­len ei­ner feh­len­den Un­ter­schrift (Art. 3);
b.
für die Ein­rei­chung und Be­rich­ti­gung von Prio­ri­täts­er­klä­run­gen (Art. 39 Abs. 2 und 3, 39a Abs. 2 und 3);
c.
zur Hin­ter­le­gung bio­lo­gi­schen Ma­te­ri­als und zur An­ga­be des Ak­ten­zei­chens (Art. 45b und 45d);
d.
im Rah­men der Ein­gangs- und For­mal­prü­fung (Art. 46–52);
e.
für die Zah­lung der Re­cher­chen­ge­bühr (Art. 53);
f.
für die Zah­lung der An­spruchs­ge­bühr (Art. 53a Abs. 1 und 61a Abs. 2);
g.
für den An­trag auf Aus­set­zung der Prü­fung (Art. 62 Abs. 1 und 3, 62aAbs. 1);
h.
für die Zah­lung der Über­mitt­lungs-, Re­cher­chen- und in­ter­na­tio­na­len Ge­büh­ren (Art. 121 und 122);
i.
für den An­trag auf Durch­füh­rung ei­ner Re­cher­che in­ter­na­tio­na­ler Art (Art. 126 Abs. 2);
j.
für den An­trag auf Rück­er­stat­tung von Jah­res­ge­büh­ren (Art. 127mAbs. 6);
k.31
für die Mit­tei­lung des Zah­lungs­zwecks (Art. 6 Abs. 2 der V des IGE vom 14. Ju­ni 201632 über Ge­büh­ren, GebV-IGE);
l.33

2 Ist ei­ne der Vor­aus­set­zun­gen für die Wei­ter­be­hand­lung nicht er­füllt, so wird der Wei­ter­be­hand­lungs­an­trag ab­ge­wie­sen.34

30Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Mai 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2585).

31 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. Dez. 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4837).

32 SR 232.148

33 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 2. Dez. 2016, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4837).

34 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3551).

Art. 15 Wiedereinsetzung in den früheren Stand
a. Form und Inhalt des Gesuchs
 

1 Im Ge­such um Wie­der­ein­set­zung in den frü­he­ren Stand (Art. 47 PatG) sind die Tat­sa­chen zu be­zeich­nen, auf die sich das Ge­such stützt. In­nert der Frist für die Ein­rei­chung des Wie­der­ein­set­zungs­ge­suchs ist die ver­säum­te Hand­lung voll­stän­dig nach­zu­ho­len. Ist ei­ne die­ser Be­din­gun­gen nicht er­füllt, so wird auf das Wie­der­ein­set­zungs­ge­such nicht ein­ge­tre­ten.35

2 Es ist die Wie­der­ein­set­zungs­ge­bühr zu zah­len.

35 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3551).

Art. 16 b. Prüfung des Gesuchs  

1 Ist die Wie­der­ein­set­zungs­ge­bühr nicht bei der Ein­rei­chung des Ge­suchs ge­zahlt wor­den, so setzt das IGE dem Ge­such­stel­ler ei­ne Nach­frist.36

2 Sind die zur Be­grün­dung des Ge­suchs be­zeich­ne­ten Tat­sa­chen nicht glaub­haft ge­macht, so setzt das IGE dem Ge­such­stel­ler ei­ne Frist zur Be­he­bung des Man­gels. Ge­nü­gen die gel­tend ge­mach­ten Grün­de nicht, so weist es das Ge­such end­gül­tig ab. Zu­vor ist dem Ge­such­stel­ler Ge­le­gen­heit zu ge­ben, in­ner­halb ei­ner an­ge­mes­se­nen Frist zur be­ab­sich­tig­ten Ab­wei­sung Stel­lung zu neh­men.37

3 Wird das Ge­such gut­ge­heis­sen, so kann dem Ge­such­stel­ler die Ge­bühr ganz oder teil­wei­se zu­rück­er­stat­tet wer­den.

36Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. Okt. 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1995 5164).

37 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3551).

Viertes Kapitel: Gebühren

Art. 17 Gebührenverordnung 38  

Die Hö­he der nach dem PatG und die­ser Ver­ord­nung zu zah­len­den Ge­büh­ren so­wie die Zah­lungs­mo­da­li­tä­ten sind in der GebV-IGE39 fest­ge­legt.

38 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. Dez. 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4837).

39 SR 232.148

Art. 17a Gebührenarten 40  

1 Um ein Pa­tent zu er­lan­gen oder auf­recht­zu­er­hal­ten, sind fol­gen­de Ge­büh­ren zu be­zah­len:

a.
die An­mel­de­ge­bühr;
b.
die An­spruchs­ge­bühr;
c.
die Prü­fungs­ge­bühr;
d.41
e.
die Jah­res­ge­büh­ren.

242

40Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 25. Okt. 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1995 5164).

41 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 11. Aug. 1999, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2000 (AS 1999 2629).

42 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 21. Mai 2008, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2585).

Art. 18 Jahresgebühren
a. Fälligkeit im Allgemeinen
43  

1 Die Jah­res­ge­büh­ren sind für je­de An­mel­dung und je­des Pa­tent ab Be­ginn des vier­ten Jah­res nach der An­mel­dung all­jähr­lich im Vor­aus zu be­zah­len.44

2 Sie wer­den je­des Jahr am letz­ten Tag des Mo­nats fäl­lig, in dem das der An­mel­dung zu­er­kann­te An­mel­de­da­tum liegt.45

3 Sie sind spä­tes­tens am letz­ten Tag des sechs­ten Mo­nats ab der Fäl­lig­keit zu zah­len; er­folgt die Zah­lung nach dem letz­ten Tag des drit­ten Mo­nats ab der Fäl­lig­keit, so ist ein Zu­schlag zu ent­rich­ten.46

43Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. Okt. 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1995 5164).

44 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 1. Mai. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 1305).

45 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Mai 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2585).

46 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Mai 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2585).

Art. 18a b. Fälligkeit bei Anmeldungen und bei Errichtung neuer Patente 47  

1 Für ei­ne aus der Tei­lung ei­ner frü­he­ren An­mel­dung her­vor­ge­hen­de Teilan­mel­dung rich­ten sich der Be­trag und die Fäl­lig­keit der Jah­res­ge­büh­ren nach dem An­mel­de­da­tum nach Ar­ti­kel 57 PatG.

2 Für ein neu er­rich­te­tes Pa­tent (Art. 25 Abs. 2, 27 oder 30 PatG) rich­ten sich der Be­trag und die Fäl­lig­keit der Jah­res­ge­büh­ren nach dem An­mel­de­da­tum des ur­sprüng­li­chen Pa­ten­tes.

3 Die bei der Ein­rei­chung der Teilan­mel­dung oder des An­tra­ges auf Er­rich­tung des neu­en Pa­ten­tes be­reits fäl­li­gen Jah­res­ge­büh­ren sind in­ner­halb von sechs Mo­na­ten nach Ein­rei­chung der Teilan­mel­dung oder des An­tra­ges auf Er­rich­tung des neu­en Pa­ten­tes zu be­zah­len; er­folgt die Zah­lung in den letz­ten drei Mo­na­ten, so ist ein Zu­schlag zu ent­rich­ten.

47Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 25. Okt. 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1995 5164).

Art. 18b c. Nicht rechtzeitige Zahlung 48  

1 Auf ei­ne An­mel­dung, für die ei­ne fäl­li­ge Jah­res­ge­bühr nicht recht­zei­tig ge­zahlt wor­den ist, wird nicht ein­ge­tre­ten; ein Pa­tent, für das ei­ne fäl­li­ge Jah­res­ge­bühr nicht recht­zei­tig ge­zahlt wor­den ist, wird im Re­gis­ter ge­löscht.49

2 Das IGE löscht das Pa­tent mit Wir­kung vom Da­tum der Fäl­lig­keit der nicht ge­zahl­ten Jah­res­ge­bühr; wird das Pa­tent erst nach die­sem Da­tum er­teilt, so wird es mit Wir­kung vom Er­tei­lungs­da­tum ge­löscht. Die Lö­schung wird dem Pa­tent­in­ha­ber an­ge­zeigt.

48Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 25. Okt. 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1995 5164).

49 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3551).

Art. 18c d. Vorauszahlung 50  

1 Jah­res­ge­büh­ren kön­nen frü­he­s­tens zwei Mo­na­te vor ih­rer Fäl­lig­keit ge­zahlt wer­den.

2 Löscht das IGE ein Pa­tent, so er­stat­tet es die noch nicht fäl­li­ge Jah­res­ge­bühr zu­rück.

50Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 25. Okt. 1995 (AS 1995 5164). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 3. Dez. 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 5025).

Art. 18d e. Zahlungserinnerung 51  

Das IGE macht den An­mel­der oder Pa­tent­in­ha­ber auf die Fäl­lig­keit ei­ner Jah­res­ge­bühr auf­merk­sam und weist ihn auf das En­de der Zah­lungs­frist und die Fol­gen der nicht recht­zei­ti­gen Zah­lung der Ge­bühr hin. Es kann auf Ver­lan­gen des An­mel­ders oder Pa­tent­in­ha­bers An­zei­gen statt an ihn an Drit­te ver­sen­den, die für ihn re­gel­mäs­sig Zah­lun­gen leis­ten. Ins Aus­land wer­den kei­ne An­zei­gen ver­sandt.

51Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 25. Okt. 1995 (AS 1995 5164). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. Dez. 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4837).

Art. 19 Löschung des Patents 52  

Die Lö­schung ei­nes Pa­tents ist ge­büh­ren­frei.

52 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. Dez. 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4837).

Art. 19a53  

53Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 25. Okt. 1995 (AS 1995 5164). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 3. Dez. 2004, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 5025).

Art. 20 Rückerstattung  

1 Wird ei­ne An­mel­dung voll­stän­dig zu­rück­ge­zo­gen oder ab­ge­wie­sen oder wird auf sie nicht ein­ge­tre­ten, so er­stat­tet das IGE zu­rück:54

a.55
ei­ne im Vor­aus ge­zahl­te, noch nicht fäl­li­ge Jah­res­ge­bühr;
b.56
c.57
die Re­cher­chen­ge­bühr un­ter den in Ar­ti­kel 54 Ab­satz 4 vor­ge­se­he­nen Be­din­gun­gen;
d.58
die Prü­fungs­ge­bühr, so­fern das IGE die Sach­prü­fung noch nicht auf­ge­nom­men hat.

2 Wird ein Pa­tent, für das ei­ne fäl­li­ge Jah­res­ge­bühr nicht recht­zei­tig ge­zahlt wor­den ist, im Re­gis­ter ge­löscht, so wird die Jah­res­ge­bühr zu­rück­er­stat­tet.59

54 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3551).

55Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Mai 1995, in Kraft seit 1. Sept. 1995 (AS 1995 3660).

56 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 11. Aug. 1999, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2000 (AS 1999 2629).

57Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Mai 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2585).

58Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 25. Okt. 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1995 5164).

59 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 2. Dez. 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4837).

Zweiter Titel: Die Anmeldung

Erstes Kapitel: Allgemeines

Art. 21 Einzureichende Unterlagen 60  

Wer ein Pa­tent er­lan­gen will, muss fol­gen­de Un­ter­la­gen ein­rei­chen:

a.
den An­trag auf Er­tei­lung des Pa­tents;
b.
die Be­schrei­bung der Er­fin­dung;
c.
min­des­tens einen Pa­ten­t­an­spruch;
d.
die Zeich­nun­gen, auf die in der An­mel­dung Be­zug ge­nom­men wird;
e.
die Zu­sam­men­fas­sung;
f.
die Er­fin­der­nen­nung;
g.
ge­ge­be­nen­falls den Prio­ri­täts­be­leg.

60 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Mai 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2585).

Art. 22 Berichtigung von Fehlern  

1 Sprach­li­che Feh­ler, Schreib­feh­ler und Un­rich­tig­kei­ten in den Un­ter­la­gen kön­nen auf An­trag oder von Am­tes we­gen be­rich­tigt wer­den; vor­be­hal­ten blei­ben die Ar­ti­kel 37 und 52.61

2 Die Be­rich­ti­gung der Be­schrei­bung, der Pa­ten­t­an­sprü­che oder der Zeich­nun­gen ist nur zu­läs­sig, wenn of­fen­sicht­lich ist, dass schon die feh­ler­haf­te Stel­le nichts an­de­res aus­sa­gen woll­te.

61 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Mai 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2585).

Zweites Kapitel: Der Antrag auf Erteilung des Patentes

Art. 23 Form 62  

1 Für den An­trag ist ein vom IGE zu­ge­las­se­nes For­mu­lar zu be­nüt­zen.

2 Ent­hält ein im Üb­ri­gen form­gül­ti­ger An­trag al­le ver­lang­ten An­ga­ben, so kann das IGE auf die Ein­rei­chung des For­mu­lars ver­zich­ten.63

62 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 31. März 1999, in Kraft seit 1. Mai 1999 (AS 1999 1443).

63 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 2. Dez. 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4837).

Art. 24 Inhalt  

1 Der An­trag muss fol­gen­de An­ga­ben ent­hal­ten:

a.
das Be­geh­ren auf Er­tei­lung ei­nes Pa­ten­tes;
b.
den Ti­tel der Er­fin­dung (Art. 26 Abs. 1);
c.
Na­men und Vor­na­men oder Fir­ma, Wohn­sitz oder Sitz so­wie Adres­se des An­mel­ders;
d.64
ein Ver­zeich­nis der ein­ge­reich­ten Ak­ten;
e.65

2 Der An­trag muss aus­ser­dem ent­hal­ten:

a.66
wenn der An­mel­der nicht in der Schweiz wohn­haft ist oder nicht Sitz in der Schweiz hat, sein Zu­stel­lungs­do­mi­zil in der Schweiz;
abis.67
wenn der An­mel­der einen Ver­tre­ter be­stellt hat, des­sen Na­men, Adres­se so­wie ge­ge­be­nen­falls des­sen Zu­stel­lungs­do­mi­zil in der Schweiz;
b.
im Fal­le meh­re­rer An­mel­der die Be­zeich­nung des Zu­stel­lungs­emp­fän­gers;
c.68
wenn es sich um ei­ne Teilan­mel­dung han­delt, die Be­zeich­nung als sol­che so­wie die Num­mer der frü­he­ren An­mel­dung und das be­an­spruch­te An­mel­de­da­tum;
d.
wenn ei­ne Prio­ri­tät be­an­sprucht wird, die Prio­ri­täts­er­klä­rung (Art. 39);
e.
wenn ei­ne Aus­stel­lungs­im­mu­ni­tät gel­tend ge­macht wird, die Er­klä­rung über die Aus­stel­lungs­im­mu­ni­tät (Art. 44).

64Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. Okt. 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1995 5164).

65Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 3. Dez. 2004, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 5025).

66 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. Mai 2011, in Kraft seit 1. Ju­li 2011 (AS 2011 2247).

67 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 11. Mai 2011, in Kraft seit 1. Ju­li 2011 (AS 2011 2247).

68 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Mai 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2585).

Drittes Kapitel: Die technischen Unterlagen

Art. 25 Allgemeines  

1 Die tech­ni­schen Un­ter­la­gen be­ste­hen aus der Be­schrei­bung der Er­fin­dung, den Pa­ten­t­an­sprü­chen, den Zeich­nun­gen und der Zu­sam­men­fas­sung. Je­der Be­stand­teil muss auf ei­nem neu­en Blatt be­gin­nen.

269

3 Sie müs­sen ei­ne un­mit­tel­ba­re so­wie ei­ne elek­tro­ni­sche Ver­viel­fäl­ti­gung, ins­be­son­de­re durch Scan­ning, ge­stat­ten.70 Die Blät­ter dür­fen nicht ge­fal­tet sein und sind ein­sei­tig zu be­schrif­ten.

4 Sie sind auf bieg­sa­mem, weis­sem, glat­tem, mat­tem und wi­der­stands­fä­hi­gem Pa­pier im For­mat A4 (21 cm mal 29,7 cm) ein­zu­rei­chen.

5 Die Text­sei­ten müs­sen links einen un­be­schrif­te­ten Rand von min­des­tens 2,5 cm auf­wei­sen. Die üb­ri­gen Rän­der sol­len 2 cm be­tra­gen.

6 Al­le Blät­ter sind mit ara­bi­schen Zah­len zu num­me­rie­ren.

7 Die Tex­te müs­sen mit Ma­schi­ne ge­schrie­ben oder ge­druckt sein. Sym­bo­le und ein­zel­ne Schrift­zei­chen, che­mi­sche oder ma­the­ma­ti­sche For­meln kön­nen hand­ge­schrie­ben oder ge­zeich­net sein. Es ist min­des­tens ein Zei­len­ab­stand von 1½ Zei­len ein­zu­hal­ten. Die Schrift­grös­se ist so zu wäh­len, dass die Gross­buch­sta­ben ei­ne Min­dest­hö­he von 0,21 cm auf­wei­sen. Die Schrift muss un­ver­wisch­bar sein.

8 Die Be­schrei­bung, die Pa­ten­t­an­sprü­che und die Zu­sam­men­fas­sung dür­fen kei­ne Zeich­nun­gen ent­hal­ten.

9 Mass­ein­hei­ten sind nach den Vor­schrif­ten der Ein­hei­ten­ver­ord­nung vom 23. No­vem­ber 199471 an­zu­ge­ben; zu­sätz­li­che An­ga­ben in an­de­ren Mass­ein­hei­ten sind zu­läs­sig. Für ma­the­ma­ti­sche und che­mi­sche For­meln sind die auf dem Fach­ge­biet üb­li­chen Schreib­wei­sen und Sym­bo­le zu ver­wen­den.72

10 Grund­sätz­lich sind nur sol­che tech­ni­schen Be­zeich­nun­gen, Zei­chen und Sym­bo­le zu ver­wen­den, die auf dem Fach­ge­biet all­ge­mein an­er­kannt sind. Ter­mi­no­lo­gie und Zei­chen sol­len in der An­mel­dung ein­heit­lich sein.

11 So­weit das IGE die tech­ni­schen Un­ter­la­gen elek­tro­nisch ent­ge­gen­nimmt (Art. 4a), kann es von die­sem Ka­pi­tel ab­wei­chen­de An­for­de­run­gen fest­le­gen; es ver­öf­fent­licht die­se in ge­eig­ne­ter Wei­se.73

69 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 2. Dez. 2016, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4837).

70 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 31. März 1999, in Kraft seit 1. Mai 1999 (AS 1999 1443).

71 SR 941.202

72Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II der V vom 7. Dez. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 7193).

73 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 3. Dez. 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 5025).

Art. 26 Beschreibung  

1 Die Be­schrei­bung be­ginnt mit dem Ti­tel, der ei­ne kur­ze und ge­naue tech­ni­sche Be­zeich­nung der Er­fin­dung wie­der­gibt. Der Ti­tel darf kei­ne Fan­ta­sie­be­zeich­nung ent­hal­ten. Der end­gül­ti­ge Ti­tel wird von Am­tes we­gen fest­ge­legt.74

275

3 In der Ein­lei­tung ist die Er­fin­dung in den Grund­zü­gen so zu um­reis­sen, dass da­nach die tech­ni­sche Auf­ga­be und ih­re Lö­sung ver­stan­den wer­den kön­nen.76

4 Die Be­schrei­bung soll ei­ne Auf­zäh­lung der Fi­gu­ren der Zeich­nun­gen ent­hal­ten, mit ei­ner kur­z­en An­ga­be, was je­de Fi­gur dar­stellt.

5 Sie muss min­des­tens ein Aus­füh­rungs­bei­spiel der Er­fin­dung ent­hal­ten, es sei denn, die Er­fin­dung sei auf an­de­re Wei­se ge­nü­gend of­fen­bart.

6 So­fern es nicht of­fen­sicht­lich ist, muss die Be­schrei­bung an­ge­ben, wie der Ge­gen­stand der Er­fin­dung ge­werb­lich an­wend­bar ist.

777

878

74 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Mai 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2585).

75Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 12. Aug. 1986, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1987 (AS 1986 1448).

76Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Mai 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2585).

77Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 12. Aug. 1986, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1987 (AS 1986 1448).

78Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 12. Aug. 1986, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1987 (AS 1986 1448).

Art. 27 Sequenzprotokoll 79  

1 Sind in der An­mel­dung Nu­kleo­tid- oder Ami­no­säu­re­se­quen­zen of­fen­bart, so muss die Be­schrei­bung ein Se­quenz­pro­to­koll ent­hal­ten, das dem An­hang C der Ver­wal­tungs­vor­schrif­ten zum Ver­trag vom 19. Ju­ni 197080 über die in­ter­na­tio­na­le Zu­sam­men­ar­beit auf dem Ge­biet des Pat­ent­we­sens (PCT) ent­spricht.

2 Ein nach dem An­mel­de­da­tum ein­ge­reich­tes Se­quenz­pro­to­koll ist nicht Be­stand­teil der Be­schrei­bung.

79 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Mai 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2585).

80 SR 0.232.141.1

Art. 28 Zeichnungen  

1 Die be­nutz­te Flä­che der Zeich­nungs­blät­ter darf 17 cm mal 26,2 cm nicht über­schrei­ten und kei­ne Um­rah­mun­gen auf­wei­sen.

2 Die Zeich­nun­gen sind in un­ver­wisch­ba­ren, gleich­mäs­sig star­ken und kla­ren Li­ni­en und Stri­chen oh­ne Far­ben oder Tö­nun­gen aus­zu­füh­ren; sie müs­sen sich un­mit­tel­bar für die Ver­öf­fent­li­chung so­wie für die elek­tro­ni­sche Ver­viel­fäl­ti­gung eig­nen.81

3 Schnit­te sind durch Schraf­fie­run­gen zu kenn­zeich­nen, wel­che die Er­kenn­bar­keit der Be­zugs­zei­chen und Füh­rungs­li­ni­en nicht be­ein­träch­ti­gen dür­fen.

4 Der Mass­stab der Zeich­nun­gen und die zeich­ne­ri­sche Aus­füh­rung müs­sen ge­währ­leis­ten, dass die fo­to­gra­fi­sche oder die elek­tro­ni­sche Wie­der­ga­be al­le Ein­zel­hei­ten mü­he­los er­ken­nen lässt.82 Wird der Mass­stab auf der Zeich­nung an­ge­ge­ben, so ist er zeich­ne­risch dar­zu­stel­len; an­de­re Mass­an­ga­ben sind in der Re­gel nicht zu­läs­sig.

5 Zah­len, Buch­sta­ben und Be­zugs­zei­chen in den Zeich­nun­gen müs­sen ein­fach und ein­deu­tig sein.83

6 Die Be­zugs­zei­chen in den Zeich­nun­gen und in der Be­schrei­bung oder den Pa­tent­an­sprü­chen müs­sen mit­ein­an­der über­ein­stim­men.

7 Tei­le ei­ner Fi­gur dür­fen, so­weit er­for­der­lich, auf meh­re­ren Blät­tern dar­ge­stellt wer­den, wenn die Fi­gur durch Ne­ben­ein­an­der­rei­hen der Blät­ter mü­he­los zu­sam­men­ge­setzt wer­den kann.

8 Die ein­zel­nen Fi­gu­ren sind klar von­ein­an­der zu tren­nen, aber platz­spa­rend an­zu­ord­nen. Sie sind durch ara­bi­sche Zah­len fort­lau­fend und un­ab­hän­gig von den Zeich­nungs­blät­tern zu num­me­rie­ren.

9 Die Zeich­nun­gen dür­fen kei­ne Er­läu­te­run­gen ent­hal­ten. Zu­ge­las­sen sind le­dig­lich kur­ze Be­zeich­nun­gen oder Stich­wor­te, die die Zeich­nung bes­ser ver­ständ­lich ma­chen; sie sind in der Spra­che der An­mel­dung ab­zu­fas­sen.84

81 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Mai 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2585).

82 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 31. März 1999, in Kraft seit 1. Mai 1999 (AS 1999 1443).

83Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 12. Aug. 1986, in Kraft seit 1. Jan. 1987 (AS 1986 1448).

84Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 12. Aug. 1986, in Kraft seit 1. Jan. 1987 (AS 1986 1448).

Art. 29 Patentansprüche  

1 In den Pa­ten­t­an­sprü­chen sind die tech­ni­schen Merk­ma­le der Er­fin­dung an­zu­ge­ben.

2 Die Pa­ten­t­an­sprü­che müs­sen klar und mög­lichst knapp ge­fasst sein.85

3 Sie sind sys­te­ma­tisch, klar und über­sicht­lich zu glie­dern.

4 Sie dür­fen in der Re­gel kei­ne Hin­wei­se auf die Be­schrei­bung oder die Zeich­nun­gen und ins­be­son­de­re kei­ne Aus­drücke wie «wie be­schrie­ben in Teil … der Be­schrei­bung» oder «wie in Fig. … der Zeich­nung dar­ge­stellt» ent­hal­ten.

5 Be­zugs­zei­chen in den Zeich­nun­gen, die auf die tech­ni­schen Merk­ma­le der Er­fin­dung hin­wei­sen, sind in Klam­mern in den Pa­ten­t­an­sprü­chen an­zu­ge­ben, wenn die­se da­durch leich­ter ver­ständ­lich wer­den. Sie be­wir­ken kei­ne Ein­schrän­kung der Pa­tent­an­sprü­che.

6 Die Pa­ten­t­an­sprü­che sind fort­lau­fend mit ara­bi­schen Zah­len zu num­me­rie­ren.

85Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 12. Aug. 1986, in Kraft seit 1. Jan. 1987 (AS 1986 1448).

Art. 30 Unabhängige Patentansprüche 86  

1 Ent­hält die An­mel­dung meh­re­re un­ab­hän­gi­ge Pa­ten­t­an­sprü­che glei­cher oder ver­schie­de­ner Ka­te­go­rie (Art. 52 PatG), so muss der tech­ni­sche Zu­sam­men­hang, der die all­ge­mei­ne er­fin­de­ri­sche Idee zum Aus­druck bringt, aus die­sen An­sprü­chen selbst her­vor­ge­hen.

2 Die­se Be­din­gung gilt ins­be­son­de­re dann als er­füllt, wenn die An­mel­dung ei­ne der fol­gen­den Kom­bi­na­tio­nen von un­ab­hän­gi­gen Pa­ten­t­an­sprü­chen auf­weist:87

a.
ne­ben ei­nem ers­ten Pa­ten­t­an­spruch für ein Ver­fah­ren: je einen Pa­tent­­an­spruch für ein Mit­tel zu des­sen Aus­füh­rung, für das Er­zeug­nis des Ver­fah­rens und ent­we­der für ei­ne An­wen­dung des Ver­fah­rens oder für ei­ne Ver­wen­dung die­ses Er­zeug­nis­ses;
b.88
ne­ben ei­nem ers­ten Pa­ten­t­an­spruch für ein Er­zeug­nis oder ei­ne Vor­rich­tung: je einen Pa­ten­tan­spruch für ein Ver­fah­ren zur Her­stel­lung des Er­zeug­nis­ses oder der Vor­rich­tung, für ein Mit­tel zur Aus­füh­rung des Ver­fah­rens und für ei­ne Ver­wen­dung des Er­zeug­nis­ses oder der Vor­rich­tung.
c.89

86Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 12. Aug. 1986, in Kraft seit 1. Jan. 1987 (AS 1986 1448).

87 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Mai 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2585).

88 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Mai 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2585).

89 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 21. Mai 2008, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2585).

Art. 31 Abhängige Patentansprüche 90  

1 Je­der ab­hän­gi­ge Pa­ten­t­an­spruch muss sich auf min­des­tens einen vor­an­ge­hen­den Pa­ten­t­an­spruch be­zie­hen und die Merk­ma­le ent­hal­ten, wel­che die be­son­de­re Aus­füh­rungs­art kenn­zeich­nen, die er zum Ge­gen­stand hat.

2 Ein ab­hän­gi­ger Pa­ten­t­an­spruch kann sich auf meh­re­re der vor­an­ge­hen­den Pa­tent­an­sprü­che be­zie­hen, so­fern er sie ein­deu­tig und ab­sch­lies­send auf­zählt.

3 Al­le ab­hän­gi­gen Pa­ten­t­an­sprü­che sind über­sicht­lich zu grup­pie­ren.

90Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 12. Aug. 1986, in Kraft seit 1. Jan. 1987 (AS 1986 1448).

Art. 31a Anspruchsgebühr 91  

In je­der An­mel­dung kön­nen zehn Pa­ten­t­an­sprü­che ge­büh­ren­frei auf­ge­stellt wer­den; für je­den wei­te­ren Pa­ten­t­an­spruch ist ei­ne An­spruchs­ge­bühr zu zah­len.

91 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 21. Mai 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2585).

Art. 32 Form und Inhalt der Zusammenfassung  

1 Die Zu­sam­men­fas­sung soll die tech­ni­sche In­for­ma­ti­on ent­hal­ten, die es er­mög­licht zu be­ur­tei­len, ob die Of­fen­le­gungs- oder die Pa­tent­schrift selbst ein­ge­se­hen wer­den muss.92

2 Sie muss ei­ne Kurz­fas­sung des Of­fen­bar­ten ent­hal­ten und die haupt­säch­li­chen Ver­wen­dungs­mög­lich­kei­ten der Er­fin­dung an­ge­ben.93

3 Wei­sen die tech­ni­schen Un­ter­la­gen che­mi­sche For­meln auf, die zur Cha­rak­te­ri­sie­rung der Er­fin­dung ge­eig­net sind, so muss min­des­tens ei­ne da­von in der Zu­sam­men­fas­sung ent­hal­ten sein; ih­re Sym­bo­le sind zu er­läu­tern.94

4 Ent­hal­ten die tech­ni­schen Un­ter­la­gen Zeich­nun­gen, die zur Cha­rak­te­ri­sie­rung der Er­fin­dung ge­eig­net sind, so ist min­des­tens ei­ne da­von für die Auf­nah­me in die Zu­sam­men­fas­sung zu be­zeich­nen; die wich­tigs­ten Be­zugs­zei­chen die­ser Zeich­nung sind in der Zu­sam­men­fas­sung an­zu­ge­ben.95

5 Je­de aus­ge­wähl­te Fi­gur muss sich für ei­ne fo­to­gra­fi­sche oder elek­tro­ni­sche Wie­der­ga­be, wel­che auch bei Ver­klei­ne­run­gen al­le Ein­zel­hei­ten noch er­ken­nen lässt, eig­nen.96

6 Die Zu­sam­men­fas­sung soll aus nicht mehr als 150 Wör­tern be­ste­hen.

92 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Mai 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2585).

93Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 12. Aug. 1986, in Kraft seit 1. Jan. 1987 (AS 1986 1448).

94Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 12. Aug. 1986, in Kraft seit 1. Jan. 1987 (AS 1986 1448).

95Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Mai 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2585).

96 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 31. März 1999, in Kraft seit 1. Mai 1999 (AS 1999 1443).

Art. 33 Bereinigte Zusammenfassung  

1 Der end­gül­ti­ge In­halt der Zu­sam­men­fas­sung wird von Am­tes we­gen fest­ge­legt.

297

97Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 12. Aug. 1986, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1987 (AS 1986 1448).

Viertes Kapitel: Die Erfindernennung

Art. 34 Form 98  

1 Der Er­fin­der ist in ei­nem be­son­de­ren Do­ku­ment mit Na­me, Vor­na­me und Wohn­sitz zu nen­nen.99

2 Die Er­fin­der­nen­nung ist nicht er­for­der­lich, wenn die An­ga­ben nach Ab­satz 1 be­reits im An­trag ent­hal­ten sind.

98 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Mai 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2585).

99 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. Dez. 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4837).

Art. 35 Frist  

1 Wird die Er­fin­der­nen­nung nicht mit dem An­trag ein­ge­reicht, so kann sie bis zum Ab­lauf von 16 Mo­na­ten seit dem An­mel­de- oder dem Prio­ri­täts­da­tum nach­ge­reicht wer­den.

2 Das IGE setzt dem An­mel­der, der ei­ne Teilan­mel­dung ein­reicht (Art. 57 PatG), ei­ne Frist von zwei Mo­na­ten für die Ein­rei­chung der Er­fin­der­nen­nung, wenn die Frist nach Ab­satz 1 nicht spä­ter en­digt.

3 Wird die Er­fin­der­nen­nung nicht recht­zei­tig nach­ge­reicht, so tritt das IGE auf die An­mel­dung nicht ein.100

100 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3551).

Art. 36101  

101Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 12. Aug. 1986, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1987 (AS 1986 1448).

Art. 37 Berichtigung  

1 Der An­mel­der oder Pa­tent­in­ha­ber kann die Be­rich­ti­gung der Er­fin­der­nen­nung be­an­tra­gen. Mit dem An­trag ist die Zu­stim­mungs­er­klä­rung der zu Un­recht als Er­fin­der ge­nann­ten Per­son ein­zu­rei­chen.102

2 Ist die zu Un­recht als Er­fin­der ge­nann­te Per­son be­reits in den Ver­öf­fent­li­chun­gen des IGE ge­nannt oder im Pa­tent­re­gis­ter ein­ge­tra­gen wor­den, so wird die Be­rich­ti­gung eben­falls ein­ge­tra­gen und ver­öf­fent­licht.103

3 Die ein­mal ein­ge­reich­te Er­fin­der­nen­nung wird nicht zu­rück­ge­ge­ben.

102 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 18. Okt. 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 4483).

103 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Mai 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2585).

Art. 38 Verzicht auf Nennung  

1 Ein Ver­zicht des Er­fin­ders auf Nen­nung im Pa­tent­re­gis­ter und in den Ver­öf­fent­­li­chun­gen des IGE wird nur be­rück­sich­tigt, wenn der An­mel­der dem IGE spä­tes­tens 16 Mo­na­te ab dem An­mel­de- oder dem Prio­ri­täts­da­tum ei­ne Ver­zichts­er­klä­rung des Er­fin­ders ein­reicht.104

2 Die Ver­zichts­er­klä­rung muss das Ak­ten­zei­chen der An­mel­dung ent­hal­ten; sie muss da­tiert und mit der Un­ter­schrift des Er­fin­ders ver­se­hen sein.105

3 Ist die Ver­zichts­er­klä­rung we­der in ei­ner Amtss­pra­che noch in eng­li­scher Spra­che ab­ge­fasst wor­den, so ist ei­ne Über­set­zung in ei­ne die­ser Spra­chen bei­zu­fü­gen.106

4 Ent­spricht die Ver­zichts­er­klä­rung den Vor­schrif­ten, so wird sie und die Er­fin­der­nen­nung aus dem Ak­ten­heft aus­ge­son­dert; auf das Vor­han­den­sein die­ser Ur­kun­den wird im Ak­ten­heft hin­ge­wie­sen.107

104 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Mai 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2585).

105 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Mai 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2585).

106 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Mai 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2585).

107Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 12. Aug. 1986, in Kraft seit 1. Jan. 1987 (AS 1986 1448).

Fünftes Kapitel: Priorität und Ausstellungsimmunität

1. Abschnitt: Priorität

Art. 39 Prioritätserklärung 108  

1 Die Prio­ri­täts­er­klä­rung be­steht aus fol­gen­den An­ga­ben:

a.
Da­tum der Er­stan­mel­dung;
b.
Land, in dem oder für das die Er­stan­mel­dung ein­ge­reicht wor­den ist;
c.
Ak­ten­zei­chen der Er­stan­mel­dung.

2 Die Prio­ri­täts­er­klä­rung muss mit dem An­trag auf Er­tei­lung des Pa­tents ab­ge­ge­ben wer­den. Sie kann noch in­ner­halb von 16 Mo­na­ten ab dem frü­he­s­ten be­an­spruch­ten Prio­ri­täts­da­tum ab­ge­ge­ben wer­den. Wird die Frist nicht ein­ge­hal­ten, so ist das Prio­ri­täts­recht ver­wirkt.

3 Der An­mel­der kann die Prio­ri­täts­er­klä­rung in­ner­halb von 16 Mo­na­ten ab dem frü­he­s­ten be­an­spruch­ten Prio­ri­täts­da­tum be­rich­ti­gen oder, wenn die Be­rich­ti­gung zur Ver­schie­bung die­ses Da­tums führt, in­ner­halb von 16 Mo­na­ten ab dem be­rich­tig­ten frü­he­s­ten Prio­ri­täts­da­tum, wenn die­se Frist von 16 Mo­na­ten frü­her ab­läuft; die Be­rich­ti­gung kann bis zum Ab­lauf von vier Mo­na­ten ab dem An­mel­de­da­tum ein­ge­reicht wer­den.

108 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Mai 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2585).

Art. 39a Prioritätserklärung bei der inneren Priorität 109  

1 Für die Prio­ri­täts­er­klä­rung ge­nügt die An­ga­be des Ak­ten­zei­chens der Er­stan­mel­dung im An­trag auf Er­tei­lung des Pa­tents.

2 Die Prio­ri­täts­er­klä­rung kann noch in­ner­halb von 16 Mo­na­ten ab dem frü­he­s­ten be­an­spruch­ten Prio­ri­täts­da­tum ab­ge­ge­ben wer­den. Wird die Frist nicht ein­ge­hal­ten, so ist das Prio­ri­täts­recht ver­wirkt.

3 Ar­ti­kel 39 Ab­satz 3 ist an­wend­bar.

109Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 17. Mai 1995 (AS 1995 3660). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Mai 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2585).

Art. 40 Prioritätsbeleg  

1 Der Prio­ri­täts­be­leg be­steht aus:

a.
ei­ner Ko­pie der tech­ni­schen Un­ter­la­gen der Er­stan­mel­dung, de­ren Über­ein­stim­mung mit den Ori­gi­na­len von der Be­hör­de be­schei­nigt ist, bei der die Erst­an­mel­dung be­wirkt wur­de;
b.
der Be­schei­ni­gung die­ser Be­hör­de über das Da­tum der Er­stan­mel­dung.

2110

3 Soll der Prio­ri­täts­be­leg für meh­re­re An­mel­dun­gen die­nen, so ge­nügt es, wenn er für ei­ne An­mel­dung ein­ge­reicht und für die üb­ri­gen recht­zei­tig auf ihn Be­zug ge­nom­men wird. Die Be­zug­nah­me auf den Prio­ri­täts­be­leg hat die glei­che Wir­kung wie die Ein­rei­chung.

4 Der Prio­ri­täts­be­leg ist in­nert 16 Mo­na­ten seit dem Prio­ri­täts­da­tum ein­zu­rei­chen. Wird die Frist nicht ein­ge­hal­ten, so ist das Prio­ri­täts­recht ver­wirkt.111

5 Die Be­schei­ni­gung nach Ab­satz 1 Buch­sta­be a ist nicht er­for­der­lich, wenn die Erst­an­mel­dung in ei­nem oder mit Wir­kung für ein Land ein­ge­reicht wor­den ist, das der Schweiz Ge­gen­recht hält; die Be­fug­nis des IGE, die Be­schei­ni­gung zum Zwe­cke der Sach­prü­fung ein­zu­for­dern, bleibt vor­be­hal­ten.

5bis Die Ein­rei­chung ei­nes Prio­ri­täts­be­legs und ge­ge­be­nen­falls ei­ner Über­set­zung in ei­ne Amtss­pra­che nach den Ab­sät­zen 1 und 2 ist nicht er­for­der­lich, wenn die­se Un­ter­la­gen für das IGE in ei­ner elek­tro­ni­schen, von ihm zu die­sem Zweck ak­zep­tier­ten Da­ten­samm­lung ver­füg­bar sind.112

6 Wird für ei­ne Pa­ten­tan­mel­dung die in­ne­re Prio­ri­tät be­an­sprucht, so hat die An­ga­be des Ak­ten­zei­chens der Er­stan­mel­dung die glei­che Wir­kung wie die Ein­rei­chung des Prio­ri­täts­be­legs.113

110 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 2. Dez. 2016, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4837).

111Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Mai 1995, in Kraft seit 1. Sept. 1995 (AS 1995 3660).

112 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 21. Mai 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2585).

113Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 17. Mai 1995, in Kraft seit 1. Sept. 1995 (AS 1995 3660).

Art. 41 Ergänzende Prioritätsunterlagen  

Er­gibt sich aus dem Prio­ri­täts­be­leg, dass die An­mel­dung, de­ren Prio­ri­tät be­an­sprucht wird, nur teil­wei­se ei­ne Er­stan­mel­dung im Sin­ne der Pa­ri­ser Ver­bands­über­ein­kunft vom 20. März 1883114 zum Schutz des ge­werb­li­chen Ei­gen­tums ist, so kann das IGE ver­lan­gen, dass die zur Ab­klä­rung des Sach­ver­halts not­wen­di­gen Un­ter­la­gen vor­an­ge­hen­der An­mel­dun­gen ein­ge­reicht wer­den.

Art. 42 Mehrfache Priorität  

1 Wer­den meh­re­re ein­zeln zum Schutz an­ge­mel­de­te Er­fin­dun­gen in ei­ner ein­zi­gen schwei­ze­ri­schen An­mel­dung ver­ei­nigt, so kön­nen un­ter den Vor­aus­set­zun­gen von Ar­ti­kel 17 Pat­Ge­ben­so vie­le Prio­ri­täts­er­klä­run­gen ab­ge­ge­ben wer­den.

2 Ab­satz 1 ist auch im Fall der Be­an­spru­chung der in­ne­ren Prio­ri­tät an­wend­bar.115

115Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 17. Mai 1995, in Kraft seit 1. Sept. 1995 (AS 1995 3660).

Art. 43 Priorität bei Teilanmeldungen  

1 Wird ei­ne An­mel­dung ge­teilt (Art. 57 PatG), so gilt ei­ne für die frü­he­re An­mel­dung ord­nungs­ge­mä­ss be­an­spruch­te Prio­ri­tät auch für ei­ne Teilan­mel­dung, so­fern der An­mel­der nicht auf das Prio­ri­täts­recht ver­zich­tet.116

2 Wur­den meh­re­re Prio­ri­tä­ten be­an­sprucht (Art. 42), so muss der An­mel­der an­ge­ben, wel­che von ih­nen für die Teilan­mel­dung gel­ten sol­len.

3 Das IGE setzt dem An­mel­der ei­ne Frist von zwei Mo­na­ten für die Ein­rei­chung des Prio­ri­täts­be­legs (Art. 40), wenn die Frist nach Ar­ti­kel 40 Ab­satz 4 nicht spä­ter en­digt.

4 Die Ab­sät­ze 1 und 2 sind auch bei der Be­an­spru­chung der in­ne­ren Prio­ri­tät an­wend­bar.117

116 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. Dez. 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4837).

117Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 17. Mai 1995, in Kraft seit 1. Sept. 1995 (AS 1995 3660).

Art. 43a Prioritätsbeleg für schweizerische Erstanmeldungen 118  

1 Das IGE er­stellt auf An­trag einen Prio­ri­täts­be­leg für ei­ne schwei­ze­ri­sche Erst­an­mel­dung. Mass­ge­blich sind die ur­sprüng­lich ein­ge­reich­ten tech­ni­schen Un­ter­la­gen (Art. 46d).

2 Das IGE er­stellt den Prio­ri­täts­be­leg frü­he­s­tens ab dem Zeit­punkt, an dem das An­mel­de­da­tum fest­steht und nicht mehr nach Ar­ti­kel 46c Ab­sät­ze 2 und 5 neu fest­ge­setzt wer­den kann.

118Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 25. Okt. 1995 (AS 1995 5164). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Mai 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2585).

2. Abschnitt: Ausstellungsimmunität

Art. 44 Erklärung über die Ausstellungsimmunität  

1 Die Er­klä­rung über die Aus­stel­lungs­im­mu­ni­tät (Art. 7b Bst. b PatG) be­steht aus fol­gen­den An­ga­ben:

a.
ge­naue Be­zeich­nung der Aus­stel­lung;
b.
Er­klä­rung über die tat­säch­li­che Zur­schau­stel­lung der Er­fin­dung.

2 Sie muss mit dem An­trag auf Er­tei­lung ei­nes Pa­ten­tes ab­ge­ge­ben wer­den; ge­schieht dies nicht, so ist die Aus­stel­lungs­im­mu­ni­tät ver­wirkt.

3 Bei Teilan­mel­dun­gen gilt Ar­ti­kel 43 Ab­sät­ze 1 und 2 sinn­ge­mä­ss.

Art. 45 Ausweis  

1 Der Aus­weis über die Aus­stel­lungs­im­mu­ni­tät ist in­nert vier Mo­na­ten seit dem An­mel­de­da­tum ein­zu­rei­chen.

2 Er muss wäh­rend der Aus­stel­lung von der da­für zu­stän­di­gen Stel­le aus­ge­fer­tigt wor­den sein und fol­gen­de An­ga­ben ent­hal­ten:

a.
ei­ne Be­stä­ti­gung, dass die Er­fin­dung tat­säch­lich aus­ge­stellt wor­den ist;
b.
den Tag der Er­öff­nung der Aus­stel­lung;
c.
den Tag der erst­ma­li­gen Of­fen­ba­rung der Er­fin­dung, wenn die­ser nicht mit dem Er­öff­nungs­tag zu­sam­men­fällt;
d.
ei­ne von der ge­nann­ten Stel­le be­schei­nig­te Dar­stel­lung der Er­fin­dung.

3 Ist der Aus­weis nicht in ei­ner Amtss­pra­che oder in eng­li­scher Spra­che ab­ge­fasst, so ist ei­ne Über­set­zung in ei­ne die­ser Spra­chen ein­zu­rei­chen.

4 Bei Teilan­mel­dun­gen gilt Ar­ti­kel 43 Ab­satz 3 sinn­ge­mä­ss.

Sechstes Kapitel: Angaben über die Quelle genetischer Ressourcen und traditionellen Wissens119

119 Eingefügt durch Ziff. I der V vom 21. Mai 2008, in Kraft seit 1. Juli 2008 (AS 2008 2585).

Art. 45a  

1 Die Quel­le ge­ne­ti­scher Res­sour­cen oder tra­di­tio­nel­len Wis­sens im Sin­ne von Ar­ti­kel 49a PatG ist in der Be­schrei­bung der Er­fin­dung zu nen­nen.

2 Als Quel­le nach Ab­satz 1 gel­ten ins­be­son­de­re:

a.
das ge­ne­ti­sche Res­sour­cen zur Ver­fü­gung stel­len­de Land im Sin­ne der Ar­ti­kel 2 und 15 des Über­ein­kom­mens vom 5. Ju­ni 1992120 über die Bio­lo­gi­sche Viel­falt;
b.
das mul­ti­la­te­ra­le Sys­tem im Sin­ne von Ar­ti­kel 10 Ab­satz 2 des In­ter­na­tio­na­len Ver­trags vom 3. No­vem­ber 2001121 über pflan­zen­ge­ne­ti­sche Res­sour­cen für Er­näh­rung und Land­wirt­schaft;
c.
ein­ge­bo­re­ne und orts­an­säs­si­ge Ge­mein­schaf­ten im Sin­ne von Ar­ti­kel 8 Buch­sta­be j des Über­ein­kom­mens vom 5. Ju­ni 1992 über die Bio­lo­gi­sche Viel­falt;
d.
das Ur­sprungs­land der ge­ne­ti­schen Res­sour­cen im Sin­ne von Ar­ti­kel 2 des Über­ein­kom­mens vom 5. Ju­ni 1992 über die Bio­lo­gi­sche Viel­falt;
e.
Ex-si­tu-Quel­len wie bei­spiels­wei­se bo­ta­ni­sche Gär­ten oder Gen­ban­ken;
f.
wis­sen­schaft­li­che Li­te­ra­tur.

Siebtes Kapitel : Hinterlegung von biologischem Material122

122 Eingefügt durch Ziff. I der V vom 21. Mai 2008, in Kraft seit 1. Juli 2008 (AS 2008 2585).

Art. 45b Hinterlegungspflicht  

Be­trifft ei­ne Er­fin­dung bio­lo­gi­sches Ma­te­ri­al oder bein­hal­tet sie die Her­stel­lung oder Ver­wen­dung von bio­lo­gi­schem Ma­te­ri­al, das der Öf­fent­lich­keit nicht zu­gäng­lich ist, und kann die Er­fin­dung nicht so be­schrie­ben wer­den, dass ein Fach­mann sie da­nach aus­füh­ren kann, so gilt sie nur dann als nach den Ar­ti­keln 50 und 50a PatG of­fen­bart, wenn:

a.
am An­mel­de­da­tum oder, wenn ei­ne Prio­ri­tät be­an­sprucht wor­den ist, am Prio­ri­täts­da­tum ei­ne Pro­be des bio­lo­gi­schen Ma­te­ri­als bei ei­ner an­er­kann­ten Hin­ter­le­gungs­stel­le hin­ter­legt wor­den ist;
b.
am An­mel­de­da­tum die Be­schrei­bung die dem An­mel­der zur Ver­fü­gung ste­hen­den An­ga­ben über die we­sent­li­chen Merk­ma­le des bio­lo­gi­schen Ma­te­ri­als ent­hält; und
c.
am An­mel­de­da­tum in der An­mel­dung die Hin­ter­le­gungs­stel­le und das Ak­ten­zei­chen der Hin­ter­le­gung an­ge­ge­ben sind.
Art. 45c Anerkannte Hinterlegungsstellen  

1 Als Hin­ter­le­gungs­stel­len an­er­kannt sind die in­ter­na­tio­na­len Hin­ter­le­gungs­stel­len, die die­sen Sta­tus nach Ar­ti­kel 7 des Bu­da­pes­ter Ver­trags vom 28. April 1977123 über die in­ter­na­tio­na­le An­er­ken­nung der Hin­ter­le­gung von Mi­kro­or­ga­nis­men für die Zwe­cke von Pa­tent­ver­fah­ren (Bu­da­pes­ter Ver­trag) er­wor­ben ha­ben.

2 Das IGE kann wei­te­re Ein­rich­tun­gen als Hin­ter­le­gungs­stel­le an­er­ken­nen, so­fern die­se Ge­währ für ei­ne ord­nungs­ge­mäs­se Auf­be­wah­rung und Her­aus­ga­be von Pro­ben nach die­ser Ver­ord­nung bie­ten, wis­sen­schaft­lich an­er­kannt und recht­lich, wirt­schaft­lich und or­ga­ni­sa­to­risch vom An­mel­der und vom Hin­ter­le­ger un­ab­hän­gig sind.

3 Es führt ei­ne Lis­te der an­er­kann­ten Hin­ter­le­gungs­stel­len.

Art. 45d Nachreichung des Aktenzeichens der Hinterlegung  

1 Kann die An­mel­dung dem hin­ter­leg­ten bio­lo­gi­schen Ma­te­ri­al zu­ge­ord­net wer­den, so kann das Ak­ten­zei­chen der Hin­ter­le­gung in­ner­halb von 16 Mo­na­ten ab dem An­mel­de­da­tum oder, wenn ei­ne Prio­ri­tät be­an­sprucht wor­den ist, ab dem Prio­ri­täts­da­tum nach­ge­reicht wer­den.

2 Die Frist zur Nach­rei­chung en­det je­doch spä­tes­tens einen Mo­nat nach der Be­nach­rich­ti­gung des An­mel­ders, dass ein Recht auf Ak­ten­ein­sicht be­steht, oder mit dem An­trag auf vor­zei­ti­ge Ver­öf­fent­li­chung der An­mel­dung.

Art. 45e Freigabe des hinterlegten biologischen Materials  

1 Der An­mel­der muss der Hin­ter­le­gungs­stel­le das hin­ter­leg­te bio­lo­gi­sche Ma­te­ri­al zur Her­aus­ga­be von Pro­ben (Art. 45f) ab dem An­mel­de­da­tum für die ge­sam­te Auf­be­wah­rungs­dau­er nach Ar­ti­kel 45h un­ein­ge­schränkt und un­wi­der­ruf­lich zur Ver­fü­gung stel­len.

2 Er muss ei­ne er­neu­te Hin­ter­le­gung vor­neh­men oder durch einen Drit­ten vor­neh­men las­sen, falls ei­ne sol­che nach Ar­ti­kel 45i er­for­der­lich ist.

3 Im Fall ei­ner Drit­thin­ter­le­gung muss der An­mel­der durch Vor­la­ge von Ur­kun­den nach­wei­sen, dass der Hin­ter­le­ger das hin­ter­leg­te bio­lo­gi­sche Ma­te­ri­al nach den Ab­sät­zen 1 und 2 zur Ver­fü­gung ge­stellt hat.

Art. 45f Zugang zu biologischem Material  

1 Die Hin­ter­le­gungs­stel­le macht das hin­ter­leg­te bio­lo­gi­sche Ma­te­ri­al auf An­trag durch Her­aus­ga­be von Pro­ben zu­gäng­lich.

2 Der Zu­gang zu bio­lo­gi­schem Ma­te­ri­al ist beim IGE zu be­an­tra­gen. Die­ses über­mit­telt der Hin­ter­le­gungs­stel­le und dem An­mel­der oder Pa­tent­in­ha­ber und im Fall der Drit­thin­ter­le­gung auch dem Hin­ter­le­ger ei­ne Ko­pie des An­trags.

3 Vor der Ver­öf­fent­li­chung der Of­fen­le­gungs­schrift (Art. 60) wer­den Pro­ben her­aus­ge­ge­ben an:

a.
den Hin­ter­le­ger;
b.
Per­so­nen, die nach­wei­sen, dass ih­nen der An­mel­der die Ver­let­zung sei­ner Rech­te aus der An­mel­dung vor­wirft oder sie vor sol­cher Ver­let­zung warnt;
c.
Per­so­nen, die nach­wei­sen, dass sie über die Zu­stim­mung des Hin­ter­le­gers ver­fü­gen.

4 Nach der Ver­öf­fent­li­chung der Of­fen­le­gungs­schrift wer­den Pro­ben an je­der­mann her­aus­ge­ge­ben. Auf An­trag des Hin­ter­le­gers wird bis zur Er­tei­lung des Pa­tents, für wel­ches das bio­lo­gi­sche Ma­te­ri­al nach Ar­ti­kel 45e frei­ge­ge­ben wor­den ist, der Zu­gang zum hin­ter­leg­ten bio­lo­gi­schen Ma­te­ri­al nur durch Her­aus­ga­be ei­ner Pro­be an einen vom An­trag­stel­ler be­nann­ten un­ab­hän­gi­gen Sach­ver­stän­di­gen ge­währt.

5 Wird die An­mel­dung, für die das bio­lo­gi­sche Ma­te­ri­al nach Ar­ti­kel 45e frei­ge­ge­ben wor­den ist, ab­ge­wie­sen oder zu­rück­ge­zo­gen, so wird der in den Ab­sät­zen 3 und 4 ge­re­gel­te Zu­gang zum hin­ter­leg­ten bio­lo­gi­schen Ma­te­ri­al auf An­trag des Hin­ter­le­gers für die Dau­er von 20 Jah­ren ab dem An­mel­de­da­tum nur durch Her­aus­ga­be ei­ner Pro­be an einen vom An­trag­stel­ler be­nann­ten un­ab­hän­gi­gen Sach­ver­stän­di­gen ge­währt.124

6 Der Hin­ter­le­ger muss An­trä­ge nach den Ab­sät­zen 4 und 5 an das IGE rich­ten und spä­tes­tens 17 Mo­na­te ab dem An­mel­de- oder Prio­ri­täts­da­tum stel­len.

7 Als Sach­ver­stän­di­ger kann je­de na­tür­li­che Per­son be­nannt wer­den:

a.
die vom IGE als Sach­ver­stän­di­ger an­er­kannt ist;
b.
auf die sich der An­trag­stel­ler und der Hin­ter­le­ger ge­ei­nigt ha­ben.

124 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3551).

Art. 45g Verpflichtungserklärung  

1 Ei­ne Pro­be wird nur dann her­aus­ge­ge­ben, wenn der An­trag­stel­ler sich ge­gen­über dem An­mel­der oder Pa­tent­in­ha­ber und im Fall der Drit­thin­ter­le­gung auch ge­gen­über dem Hin­ter­le­ger ver­pflich­tet, für die Dau­er der Wir­kung al­ler Aus­sch­liess­lich­keits­rech­te, die für das hin­ter­leg­te bio­lo­gi­sche Ma­te­ri­al gel­ten, die Pro­be des hin­ter­leg­ten bio­lo­gi­schen Ma­te­ri­als oder ei­nes dar­aus ab­ge­lei­te­ten Ma­te­ri­als nicht Drit­ten zu­gäng­lich zu ma­chen und nicht zu an­de­ren als zu Ver­suchs­zwe­cken zu ver­wen­den.

2 Der An­mel­der oder der Pa­tent­in­ha­ber und im Fall der Drit­thin­ter­le­gung zu­sätz­lich der Hin­ter­le­ger kön­nen auf ei­ne sol­che Ver­pflich­tung des An­trag­stel­lers ver­zich­ten.

3 Wird die Pro­be an einen un­ab­hän­gi­gen Sach­ver­stän­di­gen her­aus­ge­ge­ben, so muss die­ser die Ver­pflich­tungs­er­klä­rung nach Ab­satz 1 ab­ge­ben. Ge­gen­über dem Sach­ver­stän­di­gen ist der An­trag­stel­ler als Drit­ter im Sin­ne von Ab­satz l an­zu­se­hen.

4 Ei­ne Ver­pflich­tung, das bio­lo­gi­sche Ma­te­ri­al nur zu Ver­suchs­zwe­cken zu ver­wen­den, ist hin­fäl­lig, so­weit der An­trag­stel­ler das Ma­te­ri­al auf­grund ei­ner Zwangs­li­zenz ver­wen­det.

Art. 45h Aufbewahrungsdauer  

Das hin­ter­leg­te bio­lo­gi­sche Ma­te­ri­al ist fünf Jah­re ab dem Ein­gang des letz­ten An­trags auf Her­aus­ga­be ei­ner Pro­be auf­zu­be­wah­ren, min­des­tens je­doch fünf Jah­re über die ma­xi­ma­le ge­setz­li­che Schutz­dau­er al­ler Aus­sch­liess­lich­keits­rech­te, die für das hin­ter­leg­te bio­lo­gi­sche Ma­te­ri­al gel­ten, hin­aus.

Art. 45i Erneute Hinterlegung  

1 Ist das hin­ter­leg­te bio­lo­gi­sche Ma­te­ri­al bei der Hin­ter­le­gungs­stel­le nicht mehr zu­gäng­lich, so ist ei­ne er­neu­te Hin­ter­le­gung un­ter den­sel­ben Be­din­gun­gen wie de­nen des Bu­da­pes­ter Ver­trags125 zu­läs­sig und auf An­for­de­rung der Hin­ter­le­gungs­stel­le vor­zu­neh­men.

2 Das bio­lo­gi­sche Ma­te­ri­al ist in­ner­halb von drei Mo­na­ten ab der An­for­de­rung der Hin­ter­le­gungs­stel­le er­neut zu hin­ter­le­gen.

3 Bei je­der er­neu­ten Hin­ter­le­gung muss der Hin­ter­le­ger in ei­ner von ihm un­ter­zeich­ne­ten Er­klä­rung be­stä­ti­gen, dass das er­neut hin­ter­leg­te bio­lo­gi­sche Ma­te­ri­al das glei­che wie das ur­sprüng­lich hin­ter­leg­te ist.

4 Die er­neu­te Hin­ter­le­gung wird so be­han­delt, als wä­re sie am Tag der ur­sprüng­li­chen Hin­ter­le­gung er­folgt.

Art. 45j Hinterlegung nach dem Budapester Vertrag  

Im Fall ei­ner Hin­ter­le­gung nach dem Bu­da­pes­ter Ver­trag126 rich­ten sich die Frei­ga­be, die Ver­pflich­tungs­er­klä­rung und die Auf­be­wah­rungs­dau­er aus­sch­liess­lich nach die­sem Ver­trag so­wie nach der Aus­füh­rungs­ord­nung vom 28. April 1977127 zum Bu­da­pes­ter Ver­trag über die in­ter­na­tio­na­le An­er­ken­nung der Hin­ter­le­gung von Mi­kro­or­ga­nis­men für die Zwe­cke von Pa­tent­ver­fah­ren.

Dritter Titel: Prüfung der Anmeldung

Erstes Kapitel: Eingangs- und Formalprüfung128

128 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 21. Mai 2008, in Kraft seit 1. Juli 2008 (AS 2008 2585).

Art. 46 Anmeldedatum  

1 Als An­mel­de­da­tum gilt der Tag, an dem die vom An­mel­der ein­ge­reich­ten Un­ter­la­gen ent­hal­ten:

a.
einen Hin­weis, der auf den Wil­len schlies­sen lässt, einen An­trag auf Er­tei­lung ei­nes Pa­tents zu stel­len;
b.
An­ga­ben, die es er­lau­ben, die Iden­ti­tät des An­mel­ders fest­zu­stel­len oder mit ihm in Kon­takt zu tre­ten; und
c.
ei­ne Be­schrei­bung der Er­fin­dung oder ei­ne Be­zug­nah­me auf ei­ne frü­her ein­ge­reich­te An­mel­dung.

2 Die Mit­tei­lung, die einen Hin­weis nach Ab­satz 1 Buch­sta­be a ent­hält, so­wie die An­ga­ben nach Ab­satz 1 Buch­sta­be b müs­sen in ei­ner Amtss­pra­che oder in eng­li­scher Spra­che ab­ge­fasst sein. Die Be­schrei­bung der Er­fin­dung nach Ab­satz 1 Buch­sta­be c kann in ei­ner an­de­ren Spra­che ab­ge­fasst sein.

3 Die Be­zug­nah­me auf ei­ne frü­her ein­ge­reich­te An­mel­dung nach Ab­satz 1 Buch­sta­be c muss:

a.
das Ak­ten­zei­chen und das An­mel­de­da­tum der frü­her ein­ge­reich­ten An­mel­dung so­wie das Amt, bei dem sie ein­ge­reicht wor­den ist, an­ge­ben;
b.
in ei­ner Amtss­pra­che oder in eng­li­scher Spra­che ab­ge­fasst sein; und
c.
zum Aus­druck brin­gen, dass sie die Be­schrei­bung der Er­fin­dung und ge­ge­be­nen­falls die Zeich­nun­gen er­set­zen soll.

4 Ent­hal­ten die ein­ge­reich­ten Un­ter­la­gen ei­ne Be­zug­nah­me auf ei­ne frü­her ein­ge­reich­te An­mel­dung, so ist ei­ne Ko­pie die­ser An­mel­dung ein­zu­rei­chen und, wenn die­se nicht in ei­ner Amtss­pra­che ab­ge­fasst ist, ei­ne Über­set­zung in ei­ne Amtss­pra­che. Ar­ti­kel 50 Ab­satz 4 bleibt vor­be­hal­ten. Ei­ne Ko­pie der frü­he­ren An­mel­dung und ge­ge­be­nen­falls ei­ne Über­set­zung in ei­ne Amtss­pra­che müs­sen nicht ein­ge­reicht wer­den, wenn sie für das IGE in ei­ner elek­tro­ni­schen, von ihm zu die­sem Zweck ak­zep­tier­ten Da­ten­samm­lung ver­füg­bar sind oder wenn die frü­he­re An­mel­dung beim IGE in ei­ner Amtss­pra­che ein­ge­reicht wor­den ist.

Art. 46a Eingangsprüfung  

1 Er­gibt die Prü­fung der ein­ge­reich­ten Un­ter­la­gen, dass die­se nicht min­des­tens die Vor­aus­set­zun­gen nach Ar­ti­kel 46 Ab­satz 1 Buch­sta­ben a und c, ge­ge­be­nen­falls in Ver­bin­dung mit Ar­ti­kel 46 Ab­satz 3, er­fül­len, so tritt das IGE auf die An­mel­dung nicht ein.129

2 Ge­nü­gen die ein­ge­reich­ten Un­ter­la­gen den üb­ri­gen Vor­aus­set­zun­gen nach Ar­ti­kel 46 nicht, so teilt das IGE dem An­mel­der die fest­ge­stell­ten Män­gel mit, so­fern An­ga­ben vor­han­den sind, die es er­lau­ben, mit ihm in Kon­takt zu tre­ten. Der An­mel­der kann die Män­gel in­ner­halb von drei Mo­na­ten ab Ein­rei­chung der Un­ter­la­gen be­he­ben. Sind die Un­ter­la­gen in meh­re­ren Tei­len ein­ge­reicht wor­den, so läuft die Frist ab dem Zeit­punkt, in dem der ers­te Teil ein­ge­reicht wor­den ist.

3 Sind die Vor­aus­set­zun­gen von Ar­ti­kel 46 nach Ab­lauf der Frist nach Ab­satz 2 nicht er­füllt, so tritt das IGE auf die An­mel­dung nicht ein. Es teilt dies dem An­mel­der un­ter An­ga­be der Grün­de mit und sen­det ihm die ein­ge­reich­ten Un­ter­la­gen zu­rück, so­fern An­ga­ben vor­han­den sind, die es er­lau­ben, mit ihm in Kon­takt zu tre­ten.130

129 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3551).

130 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3551).

Art. 46b Hinterlegungsbescheinigung  

1 Steht das An­mel­de­da­tum fest, so stellt das IGE dem An­mel­der ei­ne Hin­ter­­le­gungs­be­schei­ni­gung aus.

2 Wird das An­mel­de­da­tum nach Ar­ti­kel 46c Ab­sät­ze 2 und 5 nach­träg­lich neu fest­ge­setzt, so teilt das IGE dies dem An­mel­der mit.

Art. 46c Fehlende Teile der Beschreibung oder fehlende Zeichnungen  

1 Der An­mel­der kann feh­len­de Tei­le der Be­schrei­bung oder feh­len­de Zeich­nun­gen in­ner­halb von drei Mo­na­ten ab Ein­rei­chung der Un­ter­la­gen nach­rei­chen. Sind die Un­ter­la­gen in meh­re­ren Tei­len ein­ge­reicht wor­den, so läuft die Frist ab dem Zeit­punkt, in dem der ers­te Teil ein­ge­reicht wor­den ist.

2 An­mel­de­da­tum ist der Tag, an dem die feh­len­den Tei­le der Be­schrei­bung oder die feh­len­den Zeich­nun­gen ein­ge­reicht wer­den, so­fern sich auf­grund von Ar­ti­kel 46 Ab­satz 1 kein spä­te­res Da­tum er­gibt.

3 Ent­ge­gen Ab­satz 2 wird der An­mel­dung auf An­trag des An­mel­ders der Tag nach Ar­ti­kel 46 Ab­satz 1 als An­mel­de­da­tum zu­er­kannt, wenn:

a.
die feh­len­den Tei­le der Be­schrei­bung oder die feh­len­den Zeich­nun­gen in ei­ner frü­he­ren An­mel­dung, de­ren Prio­ri­tät be­an­sprucht wird, voll­stän­dig vor­han­den ge­we­sen sind;
b.
die ein­ge­reich­ten Un­ter­la­gen ei­ne Be­zug­nah­me auf die frü­he­re An­mel­dung ent­hal­ten; und
c.
die Be­zug­nah­me in ei­ner Amtss­pra­che oder in eng­li­scher Spra­che ab­ge­fasst ist und zum Aus­druck bringt, dass der In­halt der frü­he­ren An­mel­dung in die An­mel­dung ein­be­zo­gen ist.

4 Der An­mel­der muss einen An­trag nach Ab­satz 3 in­ner­halb der Frist nach Ab­satz 1 stel­len und dar­in an­ge­ben, an wel­cher Stel­le in der frü­he­ren An­mel­dung die feh­len­den Tei­le der Be­schrei­bung oder die feh­len­den Zeich­nun­gen vor­han­den sind. In­ner­halb der Frist nach Ab­satz 1 ist auch ei­ne Ko­pie der frü­he­ren An­mel­dung ein­zu­rei­chen und, wenn die­se nicht in ei­ner Amtss­pra­che ab­ge­fasst ist, ei­ne Über­set­zung in ei­ne Amtss­pra­che. Ei­ne Ko­pie der frü­he­ren An­mel­dung und ge­ge­be­nen­falls ei­ne Über­set­zung in ei­ne Amtss­pra­che müs­sen nicht ein­ge­reicht wer­den, wenn die­se Un­ter­la­gen für das IGE in ei­ner elek­tro­ni­schen, von ihm zu die­sem Zweck ak­zep­tier­ten Da­ten­samm­lung ver­füg­bar sind oder wenn die frü­he­re An­mel­dung beim IGE in ei­ner Amtss­pra­che ein­ge­reicht wor­den ist.

5 Der An­mel­der kann in­ner­halb ei­nes Mo­nats ab Aus­stel­lung der Hin­ter­le­gungs­be­schei­ni­gung durch das IGE (Art. 46b) be­an­tra­gen, dass die nach Ab­satz 2 ein­ge­reich­ten feh­len­den Tei­le der Be­schrei­bung oder feh­len­den Zeich­nun­gen zwecks Wah­rung des An­mel­de­da­tums als nicht vor­han­den gel­ten.

Art. 46d Ursprünglich eingereichte technische Unterlagen  

Die Un­ter­la­gen, die am An­mel­de­da­tum ein­ge­reicht wor­den oder durch ei­ne Be­zug­nah­me in die An­mel­dung ein­be­zo­gen sind, gel­ten als ur­sprüng­lich ein­ge­reich­te tech­ni­sche Un­ter­la­gen.

Art. 46e Teilanmeldung  

Ent­spricht ei­ne Teilan­mel­dung dem Ar­ti­kel 57 Ab­satz 1 Buch­sta­ben a und b PatG, so geht das IGE da­von aus, dass das be­an­spruch­te An­mel­de­da­tum zu Recht be­steht, so­lan­ge sich aus der Sach­prü­fung nichts an­de­res er­gibt.

Art. 47 Formalprüfung  

Zu­sam­men mit den Vor­aus­set­zun­gen für die Zu­er­ken­nung des An­mel­de­da­tums prüft das IGE, ob:

a.131
ein Zu­stel­lungs­do­mi­zil in der Schweiz zu be­zeich­nen ist (Art. 48);
b.
ein An­trag auf Er­tei­lung ei­nes Pa­tents, min­des­tens ein Pa­ten­t­an­spruch so­wie ei­ne Zu­sam­men­fas­sung ein­ge­reicht wor­den sind und den Vor­schrif­ten ent­spre­chen (Art. 48a–48c);
c.
ei­ne Er­fin­der­nen­nung ein­ge­reicht wor­den ist (Art. 48d);
d.
die An­mel­de­ge­bühr ge­zahlt wor­den ist (Art. 49);
e.
die tech­ni­schen Un­ter­la­gen den nicht ih­ren In­halt be­tref­fen­den Vor­schrif­ten ent­spre­chen (Art. 50).

131 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. Mai 2011, in Kraft seit 1. Ju­li 2011 (AS 2011 2247).

Art. 48 Zustellungsdomizil in der Schweiz 132  

1 Hat der An­mel­der oh­ne Wohn­sitz oder Sitz in der Schweiz kein Zu­stel­lungs­do­mi­zil in der Schweiz be­zeich­net (Art. 13 PatG), so for­dert ihn das IGE auf, in­ner­halb von drei Mo­na­ten ab Ein­rei­chung der Un­ter­la­gen dies nach­zu­ho­len oder den Na­men ei­nes Ver­tre­ters mit Zu­stel­lungs­do­mi­zil in der Schweiz an­zu­ge­ben (Art. 48a Abs. 2 PatG).

2 Wer­den die Un­ter­la­gen in meh­re­ren Tei­len ein­ge­reicht, so läuft die Frist nach Ab­satz 1 ab dem Zeit­punkt, in dem der ers­te Teil ein­ge­reicht wor­den ist.

132 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. Mai 2011, in Kraft seit 1. Ju­li 2011 (AS 2011 2247).

Art. 48a Antrag auf Erteilung eines Patents  

1 Ist für den An­trag auf Er­tei­lung des Pa­tents nicht das vor­ge­schrie­be­ne For­mu­lar (Art. 23) be­nützt wor­den oder ent­spricht der An­trag nicht den Vor­schrif­ten (Art. 24), so for­dert das IGE den An­mel­der auf, den Man­gel in­ner­halb der Frist nach Ab­satz 2 zu be­he­ben, so­fern An­ga­ben vor­han­den sind, die es er­lau­ben, mit ihm in Kon­takt zu tre­ten.

2 Der An­mel­der kann in­ner­halb von drei Mo­na­ten ab Ein­rei­chung der Un­ter­la­gen den Man­gel be­he­ben. Sind die Un­ter­la­gen in meh­re­ren Tei­len ein­ge­reicht wor­den, so läuft die Frist ab dem Zeit­punkt, in dem der ers­te Teil ein­ge­reicht wor­den ist.

Art. 48b Patentansprüche  

1 Hat der An­mel­der kei­ne Pa­ten­t­an­sprü­che ein­ge­reicht und ent­hält die An­mel­dung auch kei­ne Be­zug­nah­me auf ei­ne frü­her ein­ge­reich­te An­mel­dung nach Ar­ti­kel 46 Ab­satz 3, die zum Aus­druck bringt, dass sie auch die Pa­ten­t­an­sprü­che er­setzt, so for­dert ihn das IGE auf, einen oder meh­re­re Pa­ten­t­an­sprü­che in­ner­halb der Frist nach Ab­satz 2 ein­zu­rei­chen, so­fern An­ga­ben vor­han­den sind, die es er­lau­ben, mit ihm in Kon­takt zu tre­ten.

2 Der An­mel­der kann in­ner­halb von drei Mo­na­ten ab Ein­rei­chung der Un­ter­la­gen einen oder meh­re­re Pa­ten­t­an­sprü­che ein­rei­chen. Sind die Un­ter­la­gen in meh­re­ren Tei­len ein­ge­reicht wor­den, so läuft die Frist ab dem Zeit­punkt, in dem der ers­te Teil ein­ge­reicht wor­den ist.

Art. 48c Zusammenfassung  

1 Hat der An­mel­der kei­ne Zu­sam­men­fas­sung ein­ge­reicht, so for­dert ihn das IGE auf, ei­ne sol­che in­ner­halb der Frist nach Ab­satz 2 ein­zu­rei­chen, so­fern An­ga­ben vor­han­den sind, die es er­lau­ben, mit ihm in Kon­takt zu tre­ten.

2 Der An­mel­der kann die Zu­sam­men­fas­sung in­ner­halb von drei Mo­na­ten ab Ein­rei­chung der Un­ter­la­gen ein­rei­chen. Sind die Un­ter­la­gen in meh­re­ren Tei­len ein­ge­reicht wor­den, so läuft die Frist ab dem Zeit­punkt, in dem der ers­te Teil ein­ge­reicht wor­den ist.

3 Wird die Frist für die Ein­rei­chung der Zu­sam­men­fas­sung nicht ein­ge­hal­ten, so wird auf die An­mel­dung nicht ein­ge­tre­ten.133

4134

133 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3551).

134 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 2. Dez. 2016, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4837).

Art. 48d Erfindernennung  

Hat der An­mel­der kei­nen Er­fin­der ge­nannt, so for­dert das IGE den An­mel­der auf, die Er­fin­der­nen­nung in­ner­halb der Frist nach Ar­ti­kel 35 ein­zu­rei­chen.

Art. 49 Anmeldegebühr  

1 Hat der An­mel­der die An­mel­de­ge­bühr nicht ge­zahlt, so for­dert ihn das IGE auf, die­se in­ner­halb der Frist nach Ab­satz 2 zu zah­len, so­fern An­ga­ben vor­han­den sind, die es er­lau­ben, mit ihm in Kon­takt zu tre­ten.

2 Der An­mel­der kann die An­mel­de­ge­bühr in­ner­halb von drei Mo­na­ten ab Ein­rei­chung der Un­ter­la­gen zah­len. Sind die Un­ter­la­gen in meh­re­ren Tei­len ein­ge­reicht wor­den, so läuft die Frist ab dem Zeit­punkt, in dem der ers­te Teil ein­ge­reicht wor­den ist.

Art. 50 Formmängel der technischen Unterlagen  

1 Das IGE prüft bei den tech­ni­schen Un­ter­la­gen, ob:

a.
die er­for­der­li­chen Über­set­zun­gen (Art. 4) ein­ge­reicht wor­den sind;
b.135
...
c.136
die ge­for­der­te äus­se­re Form (Art. 25 Abs. 1 und 3–11, Art. 28) ein­ge­hal­ten ist.

2 Ent­spre­chen die tech­ni­schen Un­ter­la­gen nicht den Vor­schrif­ten, so for­dert das IGE den An­mel­der auf, die fest­ge­stell­ten Män­gel in­ner­halb der Frist nach Ab­satz 3 zu be­he­ben, so­fern An­ga­ben vor­han­den sind, die es er­lau­ben, mit ihm in Kon­takt zu tre­ten.

3 Der An­mel­der kann in­ner­halb von drei Mo­na­ten ab Ein­rei­chung der Un­ter­la­gen die Män­gel be­he­ben. Sind die Un­ter­la­gen in meh­re­ren Tei­len ein­ge­reicht wor­den, so läuft die Frist ab dem Zeit­punkt, in dem der ers­te Teil ein­ge­reicht wor­den ist.

4 Sind die tech­ni­schen Un­ter­la­gen ei­ner Er­stan­mel­dung für die Schweiz in eng­li­scher Spra­che ab­ge­fasst, ent­spre­chen sie aber im Üb­ri­gen den Vor­schrif­ten, so kann das IGE für die Ein­rei­chung ei­ner Über­set­zung in ei­ne Amtss­pra­che ei­ne Frist von 16 Mo­na­ten ab dem An­mel­de- oder Prio­ri­täts­da­tum fest­set­zen.

135 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 21. Sept. 2018, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3551).

136 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. Dez. 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4837).

Art. 51 Änderungen der technischen Unterlagen  

1 Steht das An­mel­de­da­tum fest, so wer­den noch bis zum Be­ginn der Sach­prü­fung nur sol­che Än­de­run­gen der tech­ni­schen Un­ter­la­gen ent­ge­gen­ge­nom­men, zu de­nen der An­mel­der vom IGE auf­ge­for­dert wor­den ist oder zu de­nen die­se Ver­ord­nung ihn er­mäch­tigt.

2 Vor Ab­lauf von 16 Mo­na­ten ab dem An­mel­de- oder Prio­ri­täts­da­tum kann der An­mel­der die Pa­ten­t­an­sprü­che von sich aus ein­mal än­dern. Da­zu muss er in­ner­halb die­ser Frist ei­ne Neu­fas­sung der ge­än­der­ten Pa­ten­t­an­sprü­che ein­rei­chen.

3 Das IGE sen­det dem An­mel­der Än­de­run­gen der tech­ni­schen Un­ter­la­gen, die er ent­ge­gen den Ab­sät­zen 1 und 2 ein­ge­reicht hat, zu­rück.

Art. 52 Prüfung anderer Unterlagen  

1 Das IGE for­dert den An­mel­der auf, heil­ba­re Män­gel recht­zei­tig ab­ge­ge­be­ner Prio­ri­täts­er­klä­run­gen oder recht­zei­tig ein­ge­reich­ter Prio­ri­täts­be­le­ge zu be­he­ben. Kommt der An­mel­der der Auf­for­de­rung nicht nach, so ist das Prio­ri­täts­recht ver­wirkt.137

2 Ab­satz 1 gilt sinn­ge­mä­ss für die Er­klä­rung und den Aus­weis über die Aus­stel­lungs­im­mu­ni­tät (Art. 44 und 45).

137 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. Dez. 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4837).

Zweites Kapitel: Bericht über den Stand der Technik138

138 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 21. Mai 2008, in Kraft seit 1. Juli 2008 (AS 2008 2585).

1. Abschnitt: Auf Antrag des Anmelders

Art. 53 Antrag und Zahlung der Recherchengebühr  

1 Der An­mel­der kann ge­gen Zah­lung der Re­cher­chen­ge­bühr in­ner­halb von 14 Mo­na­ten ab dem An­mel­de­da­tum oder, wenn ei­ne Prio­ri­tät be­an­sprucht wor­den ist, ab dem Prio­ri­täts­da­tum be­an­tra­gen, dass das IGE einen Be­richt über den Stand der Tech­nik er­stellt. Wird die­se Frist nicht ein­ge­hal­ten, so ist das An­trags­recht ver­wirkt.

2 Ist die Re­cher­chen­ge­bühr nicht mit dem An­trag ge­zahlt wor­den, so muss sie der An­mel­der in­ner­halb von zwei Mo­na­ten nach ent­spre­chen­der Auf­for­de­rung durch das IGE zah­len oder in­ner­halb von 14 Mo­na­ten ab dem An­mel­de- oder Prio­ri­täts­da­tum, falls die­se Frist frü­her ab­läuft. Der An­trag gilt erst als ge­stellt, wenn die Re­cher­chen­ge­bühr und die An­mel­de­ge­bühr ge­zahlt sind.139

139 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. Dez. 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4837).

Art. 53a Zahlung der Anspruchsgebühren  

1 Ent­hal­ten die tech­ni­schen Un­ter­la­gen mehr als zehn Pa­ten­t­an­sprü­che, so muss der An­mel­der die An­spruchs­ge­büh­ren für die über­zäh­li­gen Pa­ten­t­an­sprü­che (Art. 31a) in­ner­halb von zwei Mo­na­ten nach ent­spre­chen­der Auf­for­de­rung durch das IGE zah­len oder in­ner­halb von 14 Mo­na­ten ab dem An­mel­de- oder Prio­ri­täts­da­tum, falls die­se Frist frü­her ab­läuft.

2 Zahlt er die An­spruchs­ge­büh­ren nicht oder nur teil­wei­se, so wer­den die über­zäh­li­gen Pa­ten­t­an­sprü­che vom letz­ten an von der Re­cher­che aus­ge­nom­men. Das IGE er­stellt den Be­richt über den Stand der Tech­nik auf der Grund­la­ge der ver­blei­ben­den Pa­ten­t­an­sprü­che.

Art. 54 Grundlage des Berichts über den Stand der Technik  

1 Das IGE er­stellt den Be­richt über den Stand der Tech­nik auf der Grund­la­ge der tech­ni­schen Un­ter­la­gen in der ge­stützt auf die Ar­ti­kel 46–50 ge­ge­be­nen­falls ge­än­der­ten Fas­sung. Ar­ti­kel 53a Ab­satz 2 bleibt vor­be­hal­ten.

2 Das IGE kann zu­las­sen, dass der Be­richt auf An­trag hin auf der Grund­la­ge tech­ni­scher Un­ter­la­gen in eng­li­scher Spra­che ver­fasst wird, so­fern die­se den üb­ri­gen An­for­de­run­gen der Ar­ti­kel 46–50 ge­nü­gen. Das IGE ver­kehrt mit dem An­mel­der in der von die­sem ge­wähl­ten Amtss­pra­che.

3 Wird ei­ne Prio­ri­tät nach dem Zeit­punkt be­an­sprucht oder be­rich­tigt, in dem ein An­trag nach Ar­ti­kel 53 ge­stellt wor­den ist, so wird sie für die Er­mitt­lun­gen über den Stand der Tech­nik nicht be­rück­sich­tigt.

44 Das IGE er­stellt den Be­richt über den Stand der Tech­nik, wenn die An­mel­dung im Zeit­punkt, in dem ein An­trag nach Ar­ti­kel 53 ge­stellt wor­den ist, beim IGE noch hän­gig ist. Wird die An­mel­dung nach die­sem Zeit­punkt zu­rück­ge­zo­gen oder ab­ge­wie­sen und ist die Re­cher­che noch nicht be­gon­nen wor­den, so er­stellt das IGE kei­nen Be­richt und er­stat­tet die Re­cher­che­ge­bühr zu­rück.140

140 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3551).

Art. 54a Sequenzprotokoll  

Be­trifft die zu re­cher­chie­ren­de Er­fin­dung Nu­kleo­tid- oder Ami­no­säu­re­se­quen­zen, so kann das IGE ver­lan­gen, dass der An­mel­der für die Durch­füh­rung der Re­cher­che ein Se­quenz­pro­to­koll in elek­tro­ni­scher Form ein­reicht, das dem An­hang C der Ver­wal­tungs­vor­schrif­ten zum PCT141 ent­spricht.

Art. 55 Inhalt des Berichts über den Stand der Technik  

1 Im Be­richt über den Stand der Tech­nik wer­den die für das IGE im Zeit­punkt der Er­stel­lung des Be­richts re­cher­chier­ba­ren Schrift­stücke ge­nannt, die zur Be­ur­tei­lung in Be­tracht ge­zo­gen wer­den kön­nen, ob die Er­fin­dung, die Ge­gen­stand der An­mel­dung ist, neu ist und sich nicht in na­he­lie­gen­der Wei­se aus dem Stand der Tech­nik er­gibt.

2 Die Schrift­stücke wer­den im Zu­sam­men­hang mit den Pa­ten­t­an­sprü­chen auf­ge­führt, auf die sie sich be­zie­hen. Ge­ge­be­nen­falls wer­den die mass­ge­bli­chen Tei­le je­des Schrift­stücks nä­her ge­kenn­zeich­net.

3 Im Be­richt ist zu un­ter­schei­den zwi­schen Schrift­stücken, die ver­öf­fent­licht wor­den sind:

a.
vor dem be­an­spruch­ten Prio­ri­täts­da­tum;
b.
zwi­schen dem Prio­ri­täts­da­tum und dem An­mel­de­da­tum;
c.
am oder nach dem An­mel­de­da­tum.

4 Der Be­richt wird in der Ver­fah­rens­spra­che ab­ge­fasst.

5 Im Be­richt ist die Klas­si­fi­ka­ti­on des Ge­gen­stands der An­mel­dung nach der In­ter­na­tio­na­len Pa­tent­klas­si­fi­ka­ti­on des Strass­bur­ger Ab­kom­mens vom 24. März 1971142 an­zu­ge­ben.

Art. 56 Unvollständige Ermittlungen über den Stand der Technik  

Ist das IGE der Auf­fas­sung, dass es un­mög­lich ist, auf der Grund­la­ge des ge­sam­ten be­an­spruch­ten Ge­gen­stands oder ei­nes Teils des­sel­ben sinn­vol­le Er­mitt­lun­gen über den Stand der Tech­nik durch­zu­füh­ren, so stellt es dies in ei­ner be­grün­de­ten Er­klä­rung fest oder er­stellt, so­weit dies durch­führ­bar ist, einen ein­ge­schränk­ten Be­richt über den Stand der Tech­nik. Die Er­klä­rung oder der ein­ge­schränk­te Be­richt wird an­stel­le des Be­richts über den Stand der Tech­nik ver­öf­fent­licht.

Art. 57 Mangelnde Einheitlichkeit  

1 Ent­spricht die An­mel­dung nach Auf­fas­sung des IGE nicht den An­for­de­run­gen an die Ein­heit­lich­keit der Er­fin­dung, so er­stellt es einen Be­richt über den Stand der Tech­nik für die­je­ni­gen Tei­le der An­mel­dung, die sich auf die in den Pa­ten­t­an­sprü­chen zu­erst er­wähn­te Er­fin­dung oder Grup­pe von Er­fin­dun­gen im Sin­ne von Ar­ti­kel 52 Ab­satz 2 PatG be­zie­hen.

2 Das IGE teilt dem An­mel­der mit, dass er für je­de wei­te­re Er­fin­dung ei­ne wei­te­re Re­cher­chen­ge­bühr zah­len muss, wenn der Be­richt die­se Er­fin­dung er­fas­sen soll. Es setzt dem An­mel­der da­für ei­ne Frist von ei­nem Mo­nat an.143

3 Der Be­richt wird für die­je­ni­gen Tei­le der An­mel­dung er­stellt, die sich auf die Er­fin­dun­gen be­zie­hen, für die Re­cher­chen­ge­büh­ren ge­zahlt wor­den sind.

143 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. Dez. 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4837).

Art. 58 Übermittlung des Berichts über den Stand der Technik  

1 Das IGE über­mit­telt dem An­mel­der den Be­richt über den Stand der Tech­nik un­mit­tel­bar nach des­sen Er­stel­lung zu­sam­men mit ei­ner Ko­pie al­ler an­ge­führ­ten Schrift­stücke.

2 Auf An­fra­ge des Eu­ro­päi­schen Pa­tent­amts (EPA) kann das IGE ei­ne Ko­pie des Be­richts über den Stand der Tech­nik an das EPA wei­ter­lei­ten.144

144 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 2. Dez. 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4837).

2. Abschnitt: Auf Antrag Dritter

Art. 59 Antrag und Zahlung der Recherchengebühr  

1 Ist we­der ein Be­richt über den Stand der Tech­nik nach den Ar­ti­keln 53–58 noch ei­ne Re­cher­che in­ter­na­tio­na­ler Art nach den Ar­ti­keln 126 und 127 be­an­tragt und er­stellt wor­den, so kann je­de Per­son, die nach Ar­ti­kel 90 Ak­ten­ein­sicht ver­lan­gen kann, ge­gen Zah­lung ei­ner Ge­bühr be­an­tra­gen, dass das IGE einen Be­richt über den Stand der Tech­nik er­stellt.

2 Der An­trag gilt erst als ge­stellt, wenn die Re­cher­chen­ge­bühr be­zahlt ist.

Art. 59a Grundlage des Berichts über den Stand der Technik  

1 Der Be­richt über den Stand der Tech­nik wird er­stellt:

a.
bis zur Ver­öf­fent­li­chung der Of­fen­le­gungs­schrift auf der Grund­la­ge der tech­ni­schen Un­ter­la­gen in der ge­stützt auf die Ar­ti­kel 46–50 ge­ge­be­nen­falls ge­än­der­ten Fas­sung be­zie­hungs­wei­se nach Ar­ti­kel 54 Ab­satz 2 auf der Grund­la­ge tech­ni­scher Un­ter­la­gen in eng­li­scher Spra­che;
b.
nach der Ver­öf­fent­li­chung der Of­fen­le­gungs­schrift bis zur Pa­ten­ter­tei­lung auf der Grund­la­ge der ver­öf­fent­lich­ten tech­ni­schen Un­ter­la­gen, wo­bei die nach Ar­ti­kel 51 Ab­satz 2 ge­ge­be­nen­falls ge­än­der­ten Pa­ten­t­an­sprü­che mass­ge­bend sind;
c.
nach der Er­tei­lung des Pa­tents auf der Grund­la­ge des ver­öf­fent­lich­ten und ge­ge­be­nen­falls im Ein­spruchs-, Teil­ver­zichts- oder Zi­vil­ver­fah­ren ein­ge­schränk­ten Pa­tents.

2 Wird ei­ne Prio­ri­tät nach dem Zeit­punkt be­an­sprucht oder be­rich­tigt, in dem ein An­trag nach Ar­ti­kel 59 ge­stellt wor­den ist, so wird sie für die Er­mitt­lun­gen über den Stand der Tech­nik nicht be­rück­sich­tigt.

Art. 59b Inhalt des Berichts über den Stand der Technik  

1 Der In­halt des Be­richts über den Stand der Tech­nik rich­tet sich nach Ar­ti­kel 55.

2 Die Ar­ti­kel 56 und 57 gel­ten sinn­ge­mä­ss.

Art. 59c Übermittlung des Berichts über den Stand der Technik  

1 Das IGE über­mit­telt dem An­trag­stel­ler den Be­richt über den Stand der Tech­nik un­mit­tel­bar nach des­sen Er­stel­lung zu­sam­men mit ei­ner Ko­pie al­ler an­ge­führ­ten Schrift­stücke.

2 Es nimmt ei­ne Ko­pie des Be­richts ins Ak­ten­heft und in­for­miert den An­mel­der oder Pa­tent­in­ha­ber dar­über.

3 Der Be­richt wird nicht ver­öf­fent­licht.

Drittes Kapitel: Veröffentlichung der Anmeldung145

145 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 21. Mai 2008, in Kraft seit 1. Juli 2008 (AS 2008 2585).

Art. 60 Gegenstand und Form  

1 Die An­mel­dung wird als Of­fen­le­gungs­schrift ver­öf­fent­licht. Die­se um­fasst:

a.146
die An­ga­ben des An­trags (Art. 24), die ins Pa­tent­re­gis­ter ein­ge­tra­gen wer­den (Art. 60 Abs. 1bis PatG), die Be­schrei­bung, die Pa­ten­t­an­sprü­che und die vor­han­de­nen Zeich­nun­gen in der ge­stützt auf die Ar­ti­kel 46–50 und 52 ge­ge­be­nen­falls ge­än­der­ten Fas­sung;
b.
die Zu­sam­men­fas­sung;
c.
die Klas­sie­rung;
d.
ge­ge­be­nen­falls den Be­richt über den Stand der Tech­nik (Art. 53–58) oder die Re­cher­che in­ter­na­tio­na­ler Art (Art. 126 und 127).

2 Hat der An­mel­der nach Ar­ti­kel 51 Ab­satz 2 ge­än­der­te Pa­ten­t­an­sprü­che ein­ge­reicht, so wer­den die­se zu­sätz­lich zu den Pa­ten­t­an­sprü­chen nach Ab­satz 1 Buch­sta­be a ver­öf­fent­licht.

3 Ist ein Be­richt über den Stand der Tech­nik oder ei­ne Re­cher­che in­ter­na­tio­na­ler Art be­an­tragt wor­den und liegt der Be­richt oder die Re­cher­che im Zeit­punkt des Ab­schlus­ses der tech­ni­schen Vor­be­rei­tun­gen für die Ver­öf­fent­li­chung nicht vor, so wird der Be­richt oder die Re­cher­che ge­son­dert ver­öf­fent­licht.

4 Die Ver­öf­fent­li­chung er­folgt aus­sch­liess­lich in elek­tro­ni­scher Form.

146 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. Mai 2011, in Kraft seit 1. Ju­li 2011 (AS 2011 2247).

Art. 60a Sprache  

1 Die Of­fen­le­gungs­schrift wird in ei­ner Amtss­pra­che ver­öf­fent­licht.

2 Ist der Be­richt über die Re­cher­che in­ter­na­tio­na­ler Art (Art. 126 und 127) in eng­li­scher Spra­che er­stellt wor­den, so wird er in die­ser Spra­che ver­öf­fent­licht.

Art. 60b Vorzeitige Veröffentlichung  

Steht das An­mel­de­da­tum fest und ge­nügt die An­mel­dung sämt­li­chen An­for­de­run­gen die­ser Ver­ord­nung, so kann der An­mel­der die vor­zei­ti­ge Ver­öf­fent­li­chung ver­lan­gen.

Art. 60c Keine Veröffentlichung  

Das IGE ver­öf­fent­licht kei­ne Of­fen­le­gungs­schrift:

a.147
wenn auf die An­mel­dung vor Ab­lauf von 17 Mo­na­ten nach dem An­mel­de- oder Prio­ri­täts­da­tum nicht ein­ge­tre­ten wor­den ist oder sie end­gül­tig ab­ge­wie­sen oder zu­rück­ge­zo­gen wor­den ist;
b.
wenn der An­mel­der die be­schleu­nig­te Durch­füh­rung der Sach­prü­fung be­an­tragt hat und die Pa­tent­schrift vor dem Zeit­punkt der Ver­öf­fent­li­chung der Of­fen­le­gungs­schrift (Art. 58a PatG) ver­öf­fent­licht wor­den ist;
c.
zu ei­ner in­ter­na­tio­na­len An­mel­dung oder zu ei­ner An­mel­dung, die aus ei­ner in­ter­na­tio­na­len An­mel­dung her­vor­ge­gan­gen ist;
d.148
zu ei­ner An­mel­dung, die aus der Um­wand­lung ei­ner eu­ro­päi­schen Pa­ten­tan­mel­dung her­vor­ge­gan­gen ist, wenn die eu­ro­päi­sche Pa­ten­tan­mel­dung be­reits ver­öf­fent­licht wor­den ist; oder
e.149
zu Teilan­mel­dun­gen nach Ar­ti­kel 57 PatG.

147 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3551).

148 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. Dez. 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4837).

149 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 2. Dez. 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4837).

Art. 61150  

150Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 21. Mai 2008, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2585).

Viertes Kapitel: Die Sachprüfung 151

151 Ursprünglich vor Art. 62.

1. Abschnitt: Allgemeine Bestimmungen 152

152 Ursprünglich vor Art. 62.

Art. 61a Prüfungsgebühr und Anspruchsgebühren 153  

1 Der An­mel­der muss vor Be­ginn der Sach­prü­fung auf Auf­for­de­rung des IGE und in­ner­halb der von die­sem an­ge­setz­ten Frist die Prü­fungs­ge­bühr zah­len.

2 Ent­hal­ten die tech­ni­schen Un­ter­la­gen mehr als zehn Pa­ten­t­an­sprü­che und hat der An­mel­der die An­spruchs­ge­büh­ren für die über­zäh­li­gen Pa­ten­t­an­sprü­che (Art. 31a) nicht oder nur teil­wei­se ge­zahlt (Art. 53a), so muss er in­ner­halb von zwei Mo­na­ten nach ent­spre­chen­der Auf­for­de­rung durch das IGE die aus­ste­hen­den An­spruchs­ge­büh­ren zah­len.

3 Zahlt er die An­spruchs­ge­büh­ren nicht oder nur teil­wei­se, so wer­den die über­zäh­li­gen Pa­ten­t­an­sprü­che vom letz­ten an ge­stri­chen.

153Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 25. Okt. 1995 (AS 1995 5164). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Mai 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2585).

Art. 62 Aussetzung der Sachprüfung 154  

1 So­lan­ge die Sach­prü­fung nicht ab­ge­schlos­sen ist, kann der An­mel­der be­an­tra­gen, dass die­se aus­ge­setzt wird, wenn er nach­weist, dass:

a.
er für die glei­che Er­fin­dung zu­sätz­lich zur schwei­ze­ri­schen An­mel­dung ei­ne eu­ro­päi­sche Pa­ten­tan­mel­dung mit Be­nen­nung der Schweiz ein­ge­reicht hat; und
b.
die bei­den An­mel­dun­gen das glei­che An­mel­de- oder Prio­ri­täts­da­tum auf­wei­sen.

2 Die Sach­prü­fung wird längs­tens bis zu dem Zeit­punkt aus­ge­setzt, in dem:

a.
die eu­ro­päi­sche Pa­ten­tan­mel­dung mit Wir­kung für die Schweiz end­gül­tig zu­rück­ge­wie­sen oder zu­rück­ge­nom­men wor­den ist oder als zu­rück­ge­nom­men gilt;
b.
die Ein­spruchs­frist ge­gen das eu­ro­päi­sche Pa­tent un­be­nützt ab­ge­lau­fen ist; oder
c.
über das eu­ro­päi­sche Pa­tent im Ein­spruchs­ver­fah­ren rechts­kräf­tig ent­schie­den wor­den ist.

3 So­lan­ge die Sach­prü­fung nicht ab­ge­schlos­sen ist, kann der An­mel­der be­an­tra­gen, dass die­se aus­ge­setzt wird, wenn er nach­weist, dass:

a.
er für die glei­che Er­fin­dung zu­sätz­lich zur schwei­ze­ri­schen An­mel­dung ei­ne in­ter­na­tio­na­le An­mel­dung ein­ge­reicht hat; und
b.
die bei­den An­mel­dun­gen das glei­che An­mel­de- oder Prio­ri­täts­da­tum auf­wei­sen.

4 Die Sach­prü­fung wird längs­tens bis zu dem Zeit­punkt aus­ge­setzt, in dem:

a.
die in­ter­na­tio­na­le An­mel­dung mit Wir­kung für die Schweiz end­gül­tig zu­rück­ge­zo­gen oder zu­rück­ge­wie­sen wor­den ist;
b.
die Ein­spruchs­frist ge­gen das Pa­tent aus der in­ter­na­tio­na­len An­mel­dung un­be­nützt ab­ge­lau­fen ist;
c.
über das Pa­tent aus der in­ter­na­tio­na­len An­mel­dung im Ein­spruchs­ver­fah­ren rechts­kräf­tig ent­schie­den wor­den ist; oder
d.
für ei­ne eu­ro­päi­sche Pa­ten­tan­mel­dung aus der in­ter­na­tio­na­len An­mel­dung die Frist nach Re­gel 159 der Aus­füh­rungs­ord­nung vom 7. De­zem­ber 2006155 zum Eu­ro­päi­schen Pa­tent­über­ein­kom­men ab­ge­lau­fen ist.

5 Be­reits an­ge­setz­te Fris­ten wer­den durch An­trä­ge nach den Ab­sät­zen 1–4 nicht ge­hemmt.

154 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Mai 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2585).

155 SR 0.232.142.21

Art. 62a Aussetzung der Sachprüfung im Fall der Beanspruchung der inneren Priorität 156  

1 Dient ei­ne An­mel­dung als Grund­la­ge für die Be­an­spru­chung ei­ner in­ne­ren Prio­ri­tät und ist die Sach­prü­fung noch nicht ab­ge­schlos­sen, so kann der An­mel­der be­an­tra­gen, dass die Sach­prü­fung bis zur Er­tei­lung des aus der jün­ge­ren An­mel­dung her­vor­ge­hen­den Pa­tents aus­ge­setzt wird.

2 Wird auf die jün­ge­re An­mel­dung nicht ein­ge­tre­ten oder wird sie end­gül­tig zu­rück­ge­zo­gen oder ab­ge­wie­sen, so wird die Sach­prü­fung wie­der auf­ge­nom­men.157

3 Be­reits an­ge­setz­te Fris­ten wer­den durch An­trä­ge nach Ab­satz 1 nicht ge­hemmt.

156Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 17. Mai 1995 (AS 1995 3660). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Mai 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2585).

157 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3551).

Art. 63 Beschleunigung der Prüfung 158  

1 Der An­mel­der kann die be­schleu­nig­te Durch­füh­rung der Sach­prü­fung be­an­tra­gen. Bis zum Ab­lauf von 18 Mo­na­ten ab dem An­mel­de- oder Prio­ri­täts­da­tum kann ein sol­cher An­trag nur ge­stellt wer­den, wenn die for­mel­len An­for­de­run­gen nach den Ar­ti­keln 46–52 er­füllt sind.159

2 Der An­trag gilt erst als ge­stellt, wenn die vom IGE da­für in Rech­nung ge­stell­te Ge­bühr be­zahlt ist.160

3 Vor Ab­lauf der Prio­ri­täts­frist nach Ar­ti­kel 17 PatG wird die Pa­tent­schrift nur auf An­trag des An­mel­ders ver­öf­fent­licht.161

158Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 12. Aug. 1986, in Kraft seit 1. Jan. 1987 (AS 1986 1448).

159 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. Dez. 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4837).

160 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 3. Dez. 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 5025).

161 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 2. Dez. 2016 (AS 2016 4837). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3551).

Art. 64 Änderung der technischen Unterlagen 162  

1 Der An­mel­der kann bei Auf­nah­me der Sach­prü­fung von sich aus die tech­ni­schen Un­ter­la­gen än­dern.

2 Nach Er­halt der ers­ten Be­an­stan­dung kann der An­mel­der von sich aus die tech­ni­schen Un­ter­la­gen ein wei­te­res Mal än­dern, so­fern die Än­de­rung gleich­zei­tig mit der Er­wi­de­rung auf die Be­an­stan­dung ein­ge­reicht wird. Wei­te­re Än­de­run­gen kön­nen nur mit Zu­stim­mung des IGE vor­ge­nom­men wer­den.

3 Die tech­ni­schen Un­ter­la­gen dür­fen nicht so ge­än­dert wer­den, dass der Ge­gen­stand der ge­än­der­ten An­mel­dung über den In­halt der ur­sprüng­lich ein­ge­reich­ten tech­ni­schen Un­ter­la­gen (Art. 46d) hin­aus­geht.

4 Wird ein Pa­ten­t­an­spruch in­halt­lich ge­än­dert oder neu auf­ge­stellt, so muss der An­mel­der auf Ver­lan­gen des IGE an­ge­ben, wo der neu de­fi­nier­te Ge­gen­stand in den ur­sprüng­lich ein­ge­reich­ten tech­ni­schen Un­ter­la­gen (Art. 46d) of­fen­bart wor­den ist.

5 Er­gibt die Sach­prü­fung, dass der Ge­gen­stand der ge­än­der­ten An­mel­dung über den In­halt der ur­sprüng­lich ein­ge­reich­ten tech­ni­schen Un­ter­la­gen (Art. 46d) hin­aus­geht, so wird dem An­mel­der ei­ne Frist zur Stel­lung­nah­me an­ge­setzt, in­ner­halb de­ren er:

a.
auf die Än­de­rung ver­zich­ten kann, so­weit die Of­fen­ba­rung der Er­fin­dung da­durch nicht in Fra­ge ge­stellt wird; oder
b.
den Nach­weis er­brin­gen kann, dass die Er­fin­dung in den ur­sprüng­lich ein­ge­reich­ten tech­ni­schen Un­ter­la­gen of­fen­bart wor­den ist.

6 Ver­zich­tet der An­mel­der nicht auf die Än­de­rung oder kann er die Ein­wen­dun­gen des IGE nicht ent­kräf­ten, so weist die­ses die An­mel­dung ab.163

7 Ver­zich­tet der An­mel­der ge­gen­über dem IGE bis zum Ein­tritt der Rechts­kraft der Ab­wei­sung auf die Än­de­rung, so be­wirkt dies die Wie­der­auf­nah­me der Sach­prü­fung auf der Grund­la­ge des Ver­zichts.164

162 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Mai 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2585).

163 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3551).

164 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3551).

Art. 65 Anmeldedatum der Teilanmeldung 165  

1 Auf Ver­lan­gen des IGE muss der An­mel­der an­ge­ben, wo der in ei­ner Teil­an­mel­dung de­fi­nier­te Ge­gen­stand in den ur­sprüng­lich ein­ge­reich­ten tech­ni­schen Un­ter­la­gen (Art. 46d) der frü­he­ren An­mel­dung of­fen­bart wor­den ist.

2 Stellt sich her­aus, dass das ei­ner Teilan­mel­dung bei der Ein­gangs­prü­fung zu­er­kann­te An­mel­de­da­tum (Art. 46e) zu Un­recht be­an­sprucht wird, so gilt Ar­ti­kel 64 Ab­sät­ze 4–7 sinn­ge­mä­ss.

165Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Mai 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2585).

Art. 66 Klassierung  

1 Je­de An­mel­dung wird nach der In­ter­na­tio­na­len Pa­tent­klas­si­fi­ka­ti­on des Strass­bur­ger Ab­kom­mens vom 24. März 1971166 klas­siert. Der An­mel­der muss die not­wen­di­gen An­ga­ben lie­fern.

2 Bis zur Er­tei­lung des Pa­tents kann das IGE die Klas­sie­rung än­dern.167

166SR 0.232.143.1

167 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Mai 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2585).

2. Abschnitt: Prüfungsgegenstand und -abschluss

Art. 67 Verfahren 168  

1 Das IGE prüft die An­mel­dung zu­nächst dar­auf­hin, ob sie nach Ar­ti­kel 59 Ab­satz 1 PatG zu be­an­stan­den ist. Trifft dies zu, so weist es die An­mel­dung ab, wenn der An­mel­der die er­ho­be­nen Ein­wän­de nicht durch Än­de­rung der tech­ni­schen Un­ter­la­gen oder auf an­de­rem Weg ent­kräf­ten kann.169

2 Ent­spricht die An­mel­dung den Ar­ti­keln 49a, 50, 50a, 51, 52, 55 und 57 PatG so­wie den Be­stim­mun­gen die­ser Ver­ord­nung nicht, so setzt das IGE dem An­mel­der ei­ne Frist zur Be­he­bung der Män­gel. Wer­den die­se nur teil­wei­se be­ho­ben, so kann das IGE, wenn es dies für zweck­mäs­sig hält, wei­te­re Be­an­stan­dun­gen er­las­sen.

168 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Mai 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2585).

169 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3551).

Art. 68170  

170 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 21. Mai 2008, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2585).

Art. 69 Prüfungsabschluss 171  

1 Sind die Vor­aus­set­zun­gen für die Pa­ten­ter­tei­lung er­füllt, so kün­digt das IGE dem An­mel­der das vor­ge­se­he­ne Da­tum des Prü­fungs­ab­schlus­ses min­des­tens einen Mo­nat im Vor­aus an. Mit der An­kün­di­gung teilt es ihm auch all­fäl­li­ge Än­de­run­gen in der Zu­sam­men­fas­sung so­wie im Ti­tel und Be­rich­ti­gun­gen nach Ar­ti­kel 22 mit.

2 Ge­nü­gen die tech­ni­schen Un­ter­la­gen von vorn­her­ein oder mit den nach Ab­satz 1 mit­ge­teil­ten Än­de­run­gen dem PatG und die­ser Ver­ord­nung, so wird ver­mu­tet, dass der An­mel­der der Fas­sung zu­stimmt, in der das Pa­tent er­teilt wer­den soll.

171 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Mai 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2585).

Fünftes Kapitel: Vorbereitung der Patenterteilung 172

172 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 21. Mai 2008, in Kraft seit 1. Juli 2008 (AS 2008 2585).

Art. 70173  

173 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 21. Mai 2008, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2585).

Art. 71174  

174 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 11. Aug. 1999, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2000 (AS 1999 2629).

Art. 72 Sperrfrist 175  

An­trä­ge für Än­de­run­gen, die im Pa­tent­re­gis­ter vorzu­mer­ken oder ein­zu­tra­gen sind, so­wie der Rück­zug der An­mel­dung, die dem IGE nach dem mit­ge­teil­ten Da­tum des Prü­fungs­ab­schlus­ses ein­ge­reicht wer­den, gel­ten als erst nach der Pa­ten­ter­tei­lung ge­stellt be­zie­hungs­wei­se ein­ge­reicht.

175 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Mai 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2585).

Sechstes Kapitel: Einspruchsverfahren176

176 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 21. Mai 2008, in Kraft seit 1. Juli 2008 (AS 2008 2585).

Art. 73 Form und Inhalt  

1 Der Ein­spruch ist in­ner­halb von neun Mo­na­ten ab der Ver­öf­fent­li­chung der Ein­tra­gung ins Pa­tent­re­gis­ter schrift­lich ein­zu­rei­chen und muss ent­hal­ten:177

a.178
Na­me und Vor­na­me oder Fir­ma so­wie Adres­se des Ein­spre­chers und ge­ge­be­nen­falls sein Zu­stel­lungs­do­mi­zil in der Schweiz;
b.
Num­mer und Ti­tel des an­ge­foch­te­nen Pa­tents;
c.
die Er­klä­rung, in wel­chem Um­fang ge­gen das Pa­tent Ein­spruch er­ho­ben wird;
d.
die Ein­spruchs­grün­de (Art. 1a, 1b und 2 PatG);
e.
die Be­grün­dung un­ter An­ga­be al­ler hier­zu gel­tend ge­mach­ten Tat­sa­chen und Be­weis­mit­tel.

2 In­ner­halb der Ein­spruchs­frist (Art. 59c PatG) ist die Ein­spruchs­ge­bühr zu zah­len.

3 Ur­kun­den, die der Ein­spre­cher als Be­weis­mit­tel an­führt, sind bei­zu­le­gen.

177 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. Dez. 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4837).

178 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. Mai 2011, in Kraft seit 1. Ju­li 2011 (AS 2011 2247).

Art. 74 Prüfung des Einspruchs  

1 Ge­nügt der Ein­spruch nicht den An­for­de­run­gen nach Ar­ti­kel 73 Ab­sät­ze 1 und 2 und wer­den die Män­gel nicht bis zum Ab­lauf der Ein­spruchs­frist (Art. 59c PatG) be­ho­ben, so tritt das IGE auf den Ein­spruch nicht ein.179

2 Ge­nügt der Ein­spruch den An­for­de­run­gen nach Ab­satz 1, aber an­de­ren Vor­schrif­ten des PatG oder die­ser Ver­ord­nung nicht, so räumt das IGE dem Ein­spre­cher nach Ab­lauf der Ein­spruchs­frist ei­ne an­ge­mes­se­ne Nach­frist zur Ver­bes­se­rung ein. Es ver­bin­det die Nach­frist mit der An­dro­hung, dass auf den Ein­spruch sonst nicht ein­ge­tre­ten wird.

3 Reicht der Ein­spre­cher Ur­kun­den, die er als Be­weis­mit­tel an­führt, auch auf Auf­for­de­rung hin nicht ein, so braucht das IGE die Be­weis­mit­tel nicht zu be­rück­sich­ti­gen.

179 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3551).

Art. 75 Sprache  

1 Das Ein­spruchs­ver­fah­ren wird in der Spra­che des an­ge­foch­te­nen Pa­tents durch­ge­führt.

2 Der Ein­spruch oder wei­te­re Ein­ga­ben der Par­tei­en kön­nen auch in ei­ner an­de­ren Amtss­pra­che (Art. 4 Abs. 1) ein­ge­reicht wer­den.

3 Än­de­run­gen der tech­ni­schen Un­ter­la­gen (Art. 81) müs­sen in der Ver­fah­rens­spra­che ein­ge­reicht wer­den.

4 Ist ein Be­weis­mit­tel we­der in ei­ner Amtss­pra­che noch in eng­li­scher Spra­che ab­ge­fasst wor­den, so kann das IGE an­ord­nen, dass ei­ne Über­set­zung in die Ver­fah­rens­spra­che ein­zu­rei­chen ist. Wird die Über­set­zung nicht ein­ge­reicht, so braucht das IGE das Be­weis­mit­tel nicht zu be­rück­sich­ti­gen.

Art. 76 Parteien  

1 Par­tei­en des Ein­spruchs­ver­fah­rens sind der Pa­tent­in­ha­ber und der Ein­spre­cher.

2 Ist das Pa­tent über­tra­gen wor­den, so gilt Ar­ti­kel 33 Ab­satz 3 PatG sinn­ge­mä­ss.

Art. 77 Zustellungsdomizil der Parteien 180  

1 Der Ein­spre­cher, der ein Zu­stel­lungs­do­mi­zil in der Schweiz be­zeich­nen muss (Art. 13 PatG), hat dies in­ner­halb der Ein­spruchs­frist oder ei­ner vom IGE an­ge­setz­ten Nach­frist nach­zu­ho­len.181 Das IGE ver­bin­det die Nach­frist mit der An­dro­hung, dass auf den Ein­spruch sonst nicht ein­ge­tre­ten wird.

2 Muss der Pa­tent­in­ha­ber ein Zu­stel­lungs­do­mi­zil in der Schweiz be­zeich­nen, so hat er die­ses in­ner­halb der vom IGE an­ge­setz­ten Frist an­zu­ge­ben.182 Kommt er die­ser Ver­pflich­tung nicht nach, so wird er vom Ver­fah­ren aus­ge­schlos­sen.

3183

180 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. Mai 2011, in Kraft seit 1. Ju­li 2011 (AS 2011 2247).

181 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. Mai 2011, in Kraft seit 1. Ju­li 2011 (AS 2011 2247).

182 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. Mai 2011, in Kraft seit 1. Ju­li 2011 (AS 2011 2247).

183 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 11. Mai 2011, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2011 (AS 2011 2247).

Art. 78 Mehrere Einsprüche  

Sind ge­gen das­sel­be Pa­tent meh­re­re Ein­sprü­che ein­ge­reicht wor­den, so ver­ei­nigt das IGE die Be­hand­lung der Ein­sprü­che in ei­nem Ver­fah­ren.

Art. 79184  

184 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 2. Dez. 2016, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4837).

Art. 80 Beantwortung des Einspruchs  

Das IGE stellt den Ein­spruch dem Pa­tent­in­ha­ber zu und for­dert ihn auf, da­zu Stel­lung zu neh­men und ge­ge­be­nen­falls ge­än­der­te Un­ter­la­gen ein­zu­rei­chen. Es räumt ihm ei­ne an­ge­mes­se­ne Frist ein.

Art. 81 Änderung des Patents  

1 Pa­ten­t­an­sprü­che, Be­schrei­bung und Zeich­nun­gen kön­nen ge­än­dert wer­den, so­weit die Än­de­run­gen durch einen Ein­spruchs­grund nach Ar­ti­kel 59c PatG ver­an­lasst sind.

2 Das Pa­tent darf nicht in der Wei­se ge­än­dert wer­den, dass:

a.
sein Ge­gen­stand über den In­halt der ur­sprüng­lich ein­ge­reich­ten tech­ni­schen Un­ter­la­gen (Art. 46d) hin­aus­geht; oder
b.
sein sach­li­cher Gel­tungs­be­reich er­wei­tert wird.
Art. 82 Weiterer Schriftenwechsel  

1 Das IGE teilt dem Ein­spre­cher die Stel­lung­nah­me des Pa­tent­in­ha­bers und ge­ge­be­nen­falls die Än­de­run­gen der tech­ni­schen Un­ter­la­gen mit. Falls meh­re­re Ein­sprü­che ein­ge­reicht wor­den sind, bringt es dem Ein­spre­cher auch die üb­ri­gen Ein­sprü­che zur Kennt­nis.

2 Hat der Pa­tent­in­ha­ber die tech­ni­schen Un­ter­la­gen ge­än­dert oder hält es das IGE aus an­de­ren Grün­den für zweck­mäs­sig, so for­dert es den Ein­spre­cher zur Stel­lung­nah­me auf. Es räumt ihm ei­ne an­ge­mes­se­ne Frist ein.

3 Es kann die Par­tei­en zu ei­nem wei­te­ren Schrif­ten­wech­sel ein­la­den.

Art. 83 Stellungnahme der Ethikkommission  

1 Das IGE kann auf be­grün­de­ten An­trag ei­ner Par­tei oder von Am­tes we­gen ei­ne Stel­lung­nah­me der Eid­ge­nös­si­schen Ethik­kom­mis­si­on für Bio­tech­no­lo­gie im Aus­ser­hu­man­be­reich ein­ho­len.

2 Es bringt den Par­tei­en die Stel­lung­nah­me der Ethik­kom­mis­si­on zur Kennt­nis und gibt ih­nen Ge­le­gen­heit zur schrift­li­chen Stel­lung­nah­me.

Art. 84 Mündliche Verhandlung  

1 Das IGE kann auf be­grün­de­ten An­trag ei­ner Par­tei oder von Am­tes we­gen die Par­tei­en zu ei­ner münd­li­chen Ver­hand­lung ein­la­den, wenn dies zur Ab­klä­rung des Sach­ver­halts zweck­mäs­sig er­scheint.

2 Die Ver­hand­lung ist nicht öf­fent­lich. Aus­nahms­wei­se kann das IGE auf be­grün­de­ten An­trag ei­ner Par­tei oder von Am­tes we­gen ei­ne öf­fent­li­che Ver­hand­lung an­ord­nen, wenn ge­wich­ti­ge öf­fent­li­che In­ter­es­sen es recht­fer­ti­gen. Über die Ver­hand­lung wird ein sum­ma­ri­sches Pro­to­koll ge­führt.

3 Die Be­ra­tun­gen sind ge­heim.

Art. 85 Endverfügung  

1 Sind die Ak­ten spruch­reif, so ver­fügt das IGE, dass das Pa­tent:

a.
ganz oder teil­wei­se wi­der­ru­fen und der Ein­spruch in­so­weit gut­ge­heis­sen wird;
b.
un­ver­än­dert auf­recht­er­hal­ten und der Ein­spruch zu­rück­ge­wie­sen wird; oder
c.
auf­grund der aus­ge­leg­ten oder der im Ein­spruchs­ver­fah­ren ge­än­der­ten tech­ni­schen Un­ter­la­gen in ge­än­der­tem Um­fang auf­recht­er­hal­ten wer­den kann und der Ein­spruch, so­weit ihm nicht ent­spro­chen wor­den ist, zu­rück­ge­wie­sen wird.

2 Wird das Pa­tent in ge­än­der­tem Um­fang auf­recht­er­hal­ten, so for­dert das IGE ge­ge­be­nen­falls den Pa­tent­in­ha­ber nach Ein­tritt der Rechts­kraft der Ver­fü­gung auf, die tech­ni­schen Un­ter­la­gen an­zu­pas­sen. Kommt er der Auf­for­de­rung nicht nach oder ent­spre­chen die ge­än­der­ten tech­ni­schen Un­ter­la­gen nicht der Ver­fü­gung des IGE, so wird das Pa­tent wi­der­ru­fen.

3 Ge­nü­gen die im Ein­spruchs­ver­fah­ren ge­än­der­ten tech­ni­schen Un­ter­la­gen von vor­ne­he­rein der Ver­fü­gung des IGE, so wird ver­mu­tet, dass der An­mel­der der Fas­sung zu­stimmt.

Art. 86 Rückerstattung der Einspruchsgebühr 185  

1 Wird der Ein­spruch gut­ge­heis­sen, so wird dem Ein­spre­cher die Ein­spruchs­ge­bühr in der Re­gel zu­rück­er­stat­tet; wird der Ein­spruch teil­wei­se gut­ge­heis­sen, so wird die Ein­spruchs­ge­bühr in der Re­gel an­teils­mäs­sig zu­rück­er­stat­tet.

2 Recht­fer­ti­gen es be­son­de­re Um­stän­de, so kann das IGE von der Rück­er­stat­tung der Ein­spruchs­ge­bühr ab­se­hen, ins­be­son­de­re wenn der Ein­spre­cher das Ver­fah­ren mut­wil­lig ver­zö­gert hat.

185 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3551).

Art. 87 Eintragung und Veröffentlichung  

Der Wi­der­ruf, die un­ver­än­der­te Auf­recht­er­hal­tung oder die Auf­recht­er­hal­tung des Pa­tents in ge­än­der­tem Um­fang wird im Pa­tent­re­gis­ter ein­ge­tra­gen und vom IGE ver­öf­fent­licht. Das IGE stellt dem Pa­tent­in­ha­ber ei­ne neue Pa­ten­tur­kun­de zu.

Art. 88 Anwendbares Recht  

Das Bun­des­ge­setz vom 20. De­zem­ber 1968186 über das Ver­wal­tungs­ver­fah­ren ist auf das Ein­spruchs­ver­fah­ren an­wend­bar, so­weit die­se Ver­ord­nung kei­ne Re­ge­lung ent­hält.

Vierter Titel: Aktenheft, Patentregister und Veröffentlichungen des IGE 187

187 Ursprünglich fünfter Tit. Fassung gemäss Ziff. I der V vom 21. Mai 2008, in Kraft seit 1. Juli 2008 (AS 2008 2585).

Erstes Kapitel: Das Aktenheft

Art. 89 Inhalt  

1 Das IGE führt für je­de An­mel­dung und je­des Pa­tent ein Ak­ten­heft, das über den Ver­lauf des Prü­fungs­ver­fah­rens und über die Än­de­run­gen im Be­stand und im Recht Aus­kunft gibt.188

2 Wer ei­ne Be­wei­sur­kun­de zu den Ak­ten gibt und er­klärt, dass sie Fa­bri­ka­ti­ons- oder Ge­schäfts­ge­heim­nis­se of­fen­bart, kann be­an­tra­gen, dass die Ur­kun­de aus­ge­son­dert wird. Auf das Vor­han­den­sein sol­cher Ur­kun­den wird im Ak­ten­heft hin­ge­wie­sen.

3189

188 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Mai 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2585).

189 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 31. März 1999 (AS 1999 1443). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 3. Dez. 2004, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 5025).

Art. 90 Akteneinsicht  

1 Vor der Ver­öf­fent­li­chung der Of­fen­le­gungs­schrift oder der Er­tei­lung des Pa­tents, falls die­se frü­her er­folgt, dür­fen in das Ak­ten­heft Ein­sicht neh­men:190

a.
der An­mel­der und sein Ver­tre­ter;
b.
Per­so­nen, die nach­wei­sen, dass ih­nen der An­mel­der die Ver­let­zung sei­ner Rech­te aus der An­mel­dung vor­wirft oder dass er sie vor sol­cher Ver­let­zung warnt;
c.
Drit­te, die sich über die Zu­stim­mung des An­mel­ders oder sei­nes Ver­tre­ters aus­wei­sen kön­nen.

2 Die­se Per­so­nen dür­fen auch in An­mel­dun­gen Ein­sicht neh­men, auf die nicht ein­ge­tre­ten wor­den ist oder die ab­ge­wie­sen oder zu­rück­ge­zo­gen wor­den sind.191

2bis Auf An­fra­ge des EPA kann das IGE be­reits vor dem in Ab­satz 1 ge­nann­ten Zeit­punkt ei­ne Ko­pie des Be­richts über den Stand der Tech­nik an das EPA wei­ter­lei­ten (Art. 58 Abs. 2).192

3 Nach dem in Ab­satz 1 ge­nann­ten Zeit­punkt steht das Ak­ten­heft je­der­mann zur Ein­sicht­nah­me of­fen.193

4194

5 Wird Ein­sicht in aus­ge­son­der­te Be­wei­sur­kun­den (Art. 89 Abs. 2) be­an­tragt, so ent­schei­det das IGE dar­über nach An­hö­rung des An­mel­ders oder Pa­tent­in­ha­bers.195

6 Wenn es das öf­fent­li­che In­ter­es­se ver­langt, kann das Eid­ge­nös­si­sche Jus­tiz- und Po­li­zei­de­par­te­ment das IGE er­mäch­ti­gen, Dienst­stel­len der Bun­des­ver­wal­tung die Ein­sicht­nah­me in das Ak­ten­heft zu ge­stat­ten.196

7 Auf An­trag wird die Ein­sicht­nah­me durch Ab­ga­be von Ko­pi­en ge­währt.197

8198

190Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Mai 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2585).

191 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3551).

192 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 2. Dez. 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4837).

193Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 18. Okt. 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 4483).

194 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 2. Dez. 2016, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4837).

195 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Mai 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2585).

196 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Mai 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2585).

197Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 18. Okt. 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 4483).

198 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 2. Dez. 2016, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4837).

Art. 91199  

199 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 21. Mai 2008, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2585).

Art. 92 Aktenaufbewahrung 200  

1 Das IGE be­wahrt die Ak­ten voll­stän­dig ge­lösch­ter Pa­ten­te im Ori­gi­nal oder in Ko­pie wäh­rend fünf Jah­ren nach der Lö­schung auf.

2 Es be­wahrt die Ak­ten von An­mel­dun­gen, auf die nicht ein­ge­tre­ten wor­den ist oder die ab­ge­wie­sen oder zu­rück­ge­zo­gen wor­den sind, im Ori­gi­nal oder in Ko­pie wäh­rend fünf Jah­ren nach dem Nicht­ein­tre­ten, der Ab­wei­sung oder dem Rück­zug, min­des­tens aber wäh­rend zehn Jah­ren nach dem An­mel­de­da­tum auf.201

200 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 3. Dez. 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 5025).

201 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3551).

Zweites Kapitel: Das Patentregister

Art. 93 Registerführung  

1 Das IGE führt ein Re­gis­ter der er­teil­ten Pa­ten­te.

2 Ver­öf­fent­lich­te An­mel­dun­gen wer­den im Re­gis­ter vor­ge­merkt. Mit der Pa­ten­ter­tei­lung gel­ten die vor­ge­merk­ten An­ga­ben als ein­ge­tra­gen.202

3203

202 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Mai 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2585).

203 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 31. März 1999 (AS 1999 1443). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 3. Dez. 2004, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 5025).

Art. 94 Registerinhalt  

1 Die Pa­ten­te wer­den mit fol­gen­den An­ga­ben im Pa­tent­re­gis­ter ein­ge­tra­gen:

a.
Pa­tent­num­mer;
b.204
Klas­sie­rung;
c.
Ti­tel der Er­fin­dung;
d.
An­mel­de­da­tum;
e.205
Ak­ten­zei­chen der An­mel­dung;
f.206
g.
Da­tum der Pa­ten­ter­tei­lung.
h.
Prio­ri­tä­ten und Aus­stel­lungs­im­mu­ni­tä­ten;
i.
Na­me und Vor­na­me oder Fir­ma, Wohn­sitz oder Sitz so­wie Adres­se des Pa­tent­in­ha­bers;
k.207
Na­me und Adres­se ei­nes all­fäl­li­gen Ver­tre­ters;
l.
Na­me und Wohn­sitz des Er­fin­ders, so­fern er nicht auf Nen­nung ver­zich­tet hat;
m.
ein­ge­räum­te Rech­te so­wie Ver­fü­gungs­be­schrän­kun­gen von Ge­rich­ten oder Zwangs­voll­stre­ckungs­be­hör­den;
n.
Än­de­run­gen im Be­stand des Pa­ten­tes oder im Recht am Pa­tent;
o.
Än­de­run­gen des Wohn­sit­zes oder Sit­zes des Pa­tent­in­ha­bers;
p.208
Än­de­run­gen in der Per­son des Ver­tre­ters oder sei­ner Adres­se;
q.209
hän­gi­ge Ein­spruchs­ver­fah­ren.

2 Die ver­öf­fent­lich­ten An­mel­dun­gen wer­den mit den ent­spre­chen­den An­ga­ben vor­ge­merkt.210

3 Das IGE kann noch an­de­re als nütz­lich er­ach­te­te An­ga­ben ein­tra­gen oder vor­mer­ken.

204 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Mai 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2585).

205 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Mai 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2585).

206 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 21. Mai 2008, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2585).

207 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. Mai 2011, in Kraft seit 1. Ju­li 2011 (AS 2011 2247).

208 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. Mai 2011, in Kraft seit 1. Ju­li 2011 (AS 2011 2247).

209 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 21. Mai 2008 (AS 2008 2585). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. Dez. 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4837).

210 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Mai 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2585).

Art. 95 Einsichtnahme und Registerauszüge 211  

1 Das Pa­tent­re­gis­ter steht je­der­mann zur Ein­sicht­nah­me of­fen.

2 Das IGE er­stellt Aus­zü­ge aus dem Pa­tent­re­gis­ter.212

211 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 18. Okt. 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 4483).

212 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. Dez. 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4837).

Drittes Kapitel: Änderungen

1. Abschnitt: Änderungen im Bestand des Patentes

Art. 96 Teilverzicht
a. Form
 

1213

2 Die Er­klä­rung des teil­wei­sen Ver­zichts auf das Pa­tent (Art. 24 PatG) darf an kei­ne Be­din­gung ge­knüpft sein.214

3 Sie ist ge­büh­ren­pflich­tig.215

213 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 2. Dez. 2016, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4837).

214 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. Dez. 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4837).

215 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 3. Dez. 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 5025).

Art. 97 b. Inhalt  

1 Durch den Teil­ver­zicht darf kei­ne Un­klar­heit über die recht­li­che Trag­wei­te der Pa­ten­t­an­sprü­che ent­ste­hen; die Ar­ti­kel 1, 1a, 2, 51, 52 und 55 PatG gel­ten auch für die Neu­ord­nung der Pa­ten­t­an­sprü­che.

2 Die Be­schrei­bung, die Zeich­nun­gen und die Zu­sam­men­fas­sung kön­nen nicht ge­än­dert wer­den. Der Teil­ver­zicht soll in­des­sen ei­ne Er­klä­rung fol­gen­der Art ent­hal­ten:

So­weit Tei­le der Be­schrei­bung und der Zeich­nun­gen mit der Neu­ord­nung der Pa­tent­an­sprü­che nicht ver­ein­bar sind, sol­len sie als nicht vor­han­den gel­ten.

3 Ent­spricht die Er­klä­rung des teil­wei­sen Ver­zichts nicht den Vor­schrif­ten, so setzt das IGE dem Pa­tent­in­ha­ber ei­ne Frist zur Be­he­bung des Man­gels. Wird er nur teil­wei­se be­ho­ben, so kann das IGE, wenn es dies für zweck­dien­lich hält, wei­te­re Be­ans­tan­dun­gen er­las­sen.

4216

216 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 21. Mai 2008, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2585).

Art. 98 c. Eintragung und Veröffentlichung  

1 Ent­spricht die Er­klä­rung des teil­wei­sen Ver­zichts den Vor­schrif­ten, so wird sie im Pa­tent­re­gis­ter ein­ge­tra­gen.

2 Sie wird vom IGE ver­öf­fent­licht und der Pa­tent­schrift bei­ge­legt; dem Pa­tent­in­ha­ber wird ei­ne neue Pa­ten­tur­kun­de zu­ge­stellt.

3 Gleich­zei­tig setzt das IGE dem Pa­tent­in­ha­ber ei­ne Frist von drei Mo­na­ten, in­nert der er die Er­rich­tung neu­er Pa­ten­te (Art. 25 PatG) be­an­tra­gen kann.

Art. 98a d. Beschränkung des Teilverzichts 217  

Ein teil­wei­ser Ver­zicht auf das Pa­tent kann nicht be­an­tragt wer­den, so­lan­ge ge­gen das Pa­tent ein Ein­spruch mög­lich oder über einen Ein­spruch noch nicht rechts­kräf­tig ent­schie­den wor­den ist.

217 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 21. Mai 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2585).

Art. 99 Beschränkung durch den Richter  

Ar­ti­kel 98 gilt sinn­ge­mä­ss, wenn das Pa­tent durch den Rich­ter ein­ge­schränkt wur­de (Art. 27 oder 30 PatG).

Art. 100 Errichtung neuer Patente
a. Antrag
 

Für den An­trag auf Er­rich­tung ei­nes neu­en Pa­ten­tes (Art. 25, 27 Abs. 3 oder 30 Abs. 2 PatG) gel­ten die für An­mel­dun­gen an­wend­ba­ren Be­stim­mun­gen; vor­be­hal­ten blei­ben die Ar­ti­kel 101 und 102.

Art. 101 b. Patentansprüche  

1 Für je­des nach Ar­ti­kel 100 neu zu er­rich­ten­de Pa­tent ist im Rah­men der aus dem ur­sprüng­li­chen Pa­tent aus­ge­schie­de­nen Pa­ten­t­an­sprü­che und un­ter Be­rück­sich­ti­gung von Ar­ti­kel 24 PatG min­des­tens ein neu­er Pa­ten­t­an­spruch auf­zu­stel­len.

2218

218 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 21. Mai 2008, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2585).

Art. 102 c. Beschreibung  

1 Be­züg­lich der Be­schrei­bung und Zeich­nun­gen kann auf die Pa­tent­schrift des ur­sprüng­li­chen Pa­ten­tes ver­wie­sen wer­den; da­bei soll ei­ne Er­klä­rung fol­gen­der Art bei­ge­fügt wer­den:

So­weit Tei­le der Be­schrei­bung und der Zeich­nun­gen der Pa­tent­schrift Nr. … mit den Pa­ten­t­an­sprü­chen des vor­lie­gen­den Pa­ten­tes nicht ver­ein­bar sind, sol­len sie als nicht