With big laws like OR and ZGB this can take up to 30 seconds

Bundesgesetz über den Datenschutz

vom 19. Juni 1992 (Stand am 1. März 2019)

Die Bundesversammlung der Schweizerischen Eidgenossenschaft,

gestützt auf die Artikel 95, 122 und 173 Absatz 2 der Bundesverfassung1,2 nach Einsicht in die Botschaft des Bundesrates vom 23. März 19883,

beschliesst:

1. Abschnitt: Zweck, Geltungsbereich und Begriffe

Art. 1 Zweck
Walder Wyss Rechtsanwälte | Noémi Ziegl…
Revision DSG: Differenzbereinigung im Ständerat nicht abgeschlo…
June 2, 2020 Show others

Die­ses Ge­setz bezweckt den Schutz der Per­sön­lich­keit und der Grund­rech­te von Per­so­nen, über die Da­ten be­ar­bei­tet wer­den.

Art. 2 Geltungsbereich
Aug. 23, 2020 Show others

1Die­ses Ge­setz gilt für das Be­ar­bei­ten von Da­ten na­tür­li­cher und ju­ris­ti­scher Per­so­nen durch:

a.
pri­va­te Per­so­nen;
b.
Bun­des­or­ga­ne.

2Es ist nicht an­wend­bar auf:

a.
Per­so­nen­da­ten, die ei­ne na­tür­li­che Per­son aus­sch­liess­lich zum per­sön­li­chen Ge­brauch be­ar­bei­tet und nicht an Aus­sen­ste­hen­de be­kannt gibt;
b.
Be­ra­tun­gen in den Eid­ge­nös­si­schen Rä­ten und in den par­la­men­ta­ri­schen Kom­mis­sio­nen;
c.
hän­gi­ge Zi­vil­pro­zes­se, Straf­ver­fah­ren, Ver­fah­ren der in­ter­na­tio­na­len Rechts­hil­fe so­wie staats- und ver­wal­tungs­recht­li­che Ver­fah­ren mit Aus­nah­me ers­tin­stanz­li­cher Ver­wal­tungs­ver­fah­ren;
d.
öf­fent­li­che Re­gis­ter des Pri­vat­rechts­ver­kehrs;
e.
Per­so­nen­da­ten, die das In­ter­na­tio­na­le Ko­mi­tee vom Ro­ten Kreuz be­ar­bei­tet.
Art. 3 Begriffe

Die fol­gen­den Aus­drücke be­deu­ten:

a.
Per­so­nen­da­ten (Da­ten): al­le An­ga­ben, die sich auf ei­ne be­stimm­te oder be­stimm­ba­re Per­son be­zie­hen;
b.
be­trof­fe­ne Per­so­nen: na­tür­li­che oder ju­ris­ti­sche Per­so­nen, über die Da­ten be­ar­bei­tet wer­den;
c.
be­son­ders schüt­zens­wer­te Per­so­nen­da­ten: Da­ten über:
1.
die re­li­gi­ösen, welt­an­schau­li­chen, po­li­ti­schen oder ge­werk­schaft­li­chen An­sich­ten oder Tä­tig­kei­ten,
2.
die Ge­sund­heit, die In­tim­sphä­re oder die Ras­sen­zu­ge­hö­rig­keit,
3.
Mass­nah­men der so­zia­len Hil­fe,
4.
ad­mi­nis­tra­ti­ve oder straf­recht­li­che Ver­fol­gun­gen und Sank­tio­nen;
d.
Per­sön­lich­keitspro­fil: ei­ne Zu­sam­men­stel­lung von Da­ten, die ei­ne Be­ur­tei­lung we­sent­li­cher Aspek­te der Per­sön­lich­keit ei­ner na­tür­li­chen Per­son er­laubt;
e.
Be­ar­bei­ten: je­der Um­gang mit Per­so­nen­da­ten, un­ab­hän­gig von den an­ge­wand­ten Mit­teln und Ver­fah­ren, ins­be­son­de­re das Be­schaf­fen, Auf­be­wah­ren, Ver­wen­den, Um­ar­bei­ten, Be­kannt­ge­ben, Ar­chi­vie­ren oder Ver­nich­ten von Da­ten;
f.
Be­kannt­ge­ben: das Zu­gäng­lich­ma­chen von Per­so­nen­da­ten wie das Ein­sicht­ge­wäh­ren, Wei­ter­ge­ben oder Ver­öf­fent­li­chen;
g.
Da­ten­samm­lung: je­der Be­stand von Per­so­nen­da­ten, der so auf­ge­baut ist, dass die Da­ten nach be­trof­fe­nen Per­so­nen er­schliess­bar sind;
h.
Bun­des­or­ga­ne: Be­hör­den und Dienst­stel­len des Bun­des so­wie Per­so­nen, so­weit sie mit öf­fent­li­chen Auf­ga­ben des Bun­des be­traut sind;
i.1
In­ha­ber der Da­ten­samm­lung: pri­va­te Per­so­nen oder Bun­des­or­ga­ne, die über den Zweck und den In­halt der Da­ten­samm­lung ent­schei­den;
j.2
Ge­setz im for­mel­len Sinn:
1.
Bun­des­ge­set­ze,
2.
für die Schweiz ver­bind­li­che Be­schlüs­se in­ter­na­tio­na­ler Or­ga­ni­sa­tio­nen und von der Bun­des­ver­samm­lung ge­neh­mig­te völ­ker­recht­li­che Ver­trä­ge mit recht­set­zen­dem In­halt;
k.3

1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 24. März 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 4983; BBl 2003 2101).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 24. März 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 4983; BBl 2003 2101).
3 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 24. März 2006, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 4983; BBl 2003 2101).

2. Abschnitt: Allgemeine Datenschutzbestimmungen

Art. 4 Grundsätze
Nov. 23, 2020 Show others

1Per­so­nen­da­ten dür­fen nur recht­mäs­sig be­ar­bei­tet wer­den.1

2Ih­re Be­ar­bei­tung hat nach Treu und Glau­ben zu er­fol­gen und muss ver­hält­nis­mäs­sig sein.

3Per­so­nen­da­ten dür­fen nur zu dem Zweck be­ar­bei­tet wer­den, der bei der Be­schaf­fung an­ge­ge­ben wur­de, aus den Um­stän­den er­sicht­lich oder ge­setz­lich vor­ge­se­hen ist.

4Die Be­schaf­fung von Per­so­nen­da­ten und ins­be­son­de­re der Zweck ih­rer Be­ar­bei­tung müs­sen für die be­trof­fe­ne Per­son er­kenn­bar sein.2

5Ist für die Be­ar­bei­tung von Per­so­nen­da­ten die Ein­wil­li­gung der be­trof­fe­nen Per­son er­for­der­lich, so ist die­se Ein­wil­li­gung erst gül­tig, wenn sie nach an­ge­mes­se­ner In­for­ma­ti­on frei­wil­lig er­folgt. Bei der Be­ar­bei­tung von be­son­ders schüt­zens­wer­ten Per­so­nen­da­ten oder Per­sön­lich­keitspro­fi­len muss die Ein­wil­li­gung zu­dem aus­drück­lich er­fol­gen.3


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 24. März 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 4983; BBl 2003 2101).
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 24. März 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 4983; BBl 2003 2101).
3 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 24. März 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 4983; BBl 2003 2101).

Art. 5 Richtigkeit der Daten

1Wer Per­so­nen­da­ten be­ar­bei­tet, hat sich über de­ren Rich­tig­keit zu ver­ge­wis­sern. Er hat al­le an­ge­mes­se­nen Mass­nah­men zu tref­fen, da­mit die Da­ten be­rich­tigt oder ver­nich­tet wer­den, die im Hin­blick auf den Zweck ih­rer Be­schaf­fung oder Be­ar­bei­tung un­rich­tig oder un­voll­stän­dig sind.1

2Je­de be­trof­fe­ne Per­son kann ver­lan­gen, dass un­rich­ti­ge Da­ten be­rich­tigt wer­den.


1 Zwei­ter Satz ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 24. März 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 4983; BBl 2003 2101).

Art. 6 Grenzüberschreitende Bekanntgabe

1Per­so­nen­da­ten dür­fen nicht ins Aus­land be­kannt ge­ge­ben wer­den, wenn da­durch die Per­sön­lich­keit der be­trof­fe­nen Per­so­nen schwer­wie­gend ge­fähr­det wür­de, na­ment­lich weil ei­ne Ge­setz­ge­bung fehlt, die einen an­ge­mes­se­nen Schutz ge­währ­leis­tet.

2Fehlt ei­ne Ge­setz­ge­bung, die einen an­ge­mes­se­nen Schutz ge­währ­leis­tet, so kön­nen Per­so­nen­da­ten ins Aus­land nur be­kannt ge­ge­ben wer­den, wenn:

a.
hin­rei­chen­de Ga­ran­ti­en, ins­be­son­de­re durch Ver­trag, einen an­ge­mes­se­nen Schutz im Aus­land ge­währ­leis­ten;
b.
die be­trof­fe­ne Per­son im Ein­zel­fall ein­ge­wil­ligt hat;
c.
die Be­ar­bei­tung in un­mit­tel­ba­rem Zu­sam­men­hang mit dem Ab­schluss oder der Ab­wick­lung ei­nes Ver­trags steht und es sich um Per­so­nen­da­ten des Ver­trags­part­ners han­delt;
d.
die Be­kannt­ga­be im Ein­zel­fall ent­we­der für die Wah­rung ei­nes über­wie­gen­den öf­fent­li­chen In­ter­es­ses oder für die Fest­stel­lung, Aus­übung oder Durch­set­zung von Rechts­an­sprü­chen vor Ge­richt un­er­läss­lich ist;
e.
die Be­kannt­ga­be im Ein­zel­fall er­for­der­lich ist, um das Le­ben oder die kör­per­li­che In­te­gri­tät der be­trof­fe­nen Per­son zu schüt­zen;
f.
die be­trof­fe­ne Per­son die Da­ten all­ge­mein zu­gäng­lich ge­macht und ei­ne Be­ar­bei­tung nicht aus­drück­lich un­ter­sagt hat;
g.
die Be­kannt­ga­be in­ner­halb der­sel­ben ju­ris­ti­schen Per­son oder Ge­sell­schaft oder zwi­schen ju­ris­ti­schen Per­so­nen oder Ge­sell­schaf­ten, die ei­ner ein­heit­li­chen Lei­tung un­ter­ste­hen, statt­fin­det, so­fern die Be­tei­lig­ten Da­ten­schutz­re­geln un­ter­ste­hen, wel­che einen an­ge­mes­se­nen Schutz ge­währ­leis­ten.

3Der Eid­ge­nös­si­sche Da­ten­schutz- und Öf­fent­lich­keits­be­auf­trag­te (Be­auf­trag­te, Art. 26) muss über die Ga­ran­ti­en nach Ab­satz 2 Buch­sta­be a und die Da­ten­schutz­re­geln nach Ab­satz 2 Buch­sta­be g in­for­miert wer­den. Der Bun­des­rat re­gelt die Ein­zel­hei­ten die­ser In­for­ma­ti­ons­pflicht.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 24. März 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 4983; BBl 2003 2101).

Art. 7 Datensicherheit
Nov. 23, 2020 Show others

1Per­so­nen­da­ten müs­sen durch an­ge­mes­se­ne tech­ni­sche und or­ga­ni­sa­to­ri­sche Mass­nah­men ge­gen un­be­fug­tes Be­ar­bei­ten ge­schützt wer­den.

2Der Bun­des­rat er­lässt nä­he­re Be­stim­mun­gen über die Min­dest­an­for­de­run­gen an die Da­ten­si­cher­heit.

Art. 7a

1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 24. März 2006 (AS 2007 4983; BBl 2003 2101). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. 3 des BG vom 19. März 2010 über die Um­set­zung des Rah­men­be­schlus­ses 2008/977/JI über den Schutz von Per­so­nen­da­ten im Rah­men der po­li­zei­li­chen und jus­ti­zi­el­len Zu­sam­men­ar­beit in Strafsa­chen, mit Wir­kung seit 1. Dez. 2010 (AS 2010 3387 3418; BBl 2009 6749).

Art. 8 Auskunftsrecht
Aug. 23, 2020 Show others

1Je­de Per­son kann vom In­ha­ber ei­ner Da­ten­samm­lung Aus­kunft dar­über ver­lan­gen, ob Da­ten über sie be­ar­bei­tet wer­den.

2Der In­ha­ber der Da­ten­samm­lung muss der be­trof­fe­nen Per­son mit­tei­len:1

a.2
al­le über sie in der Da­ten­samm­lung vor­han­de­nen Da­ten ein­sch­liess­lich der ver­füg­ba­ren An­ga­ben über die Her­kunft der Da­ten;
b.
den Zweck und ge­ge­be­nen­falls die Rechts­grund­la­gen des Be­ar­bei­tens so­wie die Ka­te­go­ri­en der be­ar­bei­te­ten Per­so­nen­da­ten, der an der Samm­lung Be­tei­lig­ten und der Da­ten­emp­fän­ger.

3Da­ten über die Ge­sund­heit kann der In­ha­ber der Da­ten­samm­lung der be­trof­fe­nen Per­son durch einen von ihr be­zeich­ne­ten Arzt mit­tei­len las­sen.

4Lässt der In­ha­ber der Da­ten­samm­lung Per­so­nen­da­ten durch einen Drit­ten be­ar­bei­ten, so bleibt er aus­kunfts­pflich­tig. Der Drit­te ist aus­kunfts­pflich­tig, wenn er den In­ha­ber nicht be­kannt gibt oder die­ser kei­nen Wohn­sitz in der Schweiz hat.

5Die Aus­kunft ist in der Re­gel schrift­lich, in Form ei­nes Aus­drucks oder ei­ner Fo­to­ko­pie so­wie kos­ten­los zu er­tei­len. Der Bun­des­rat re­gelt die Aus­nah­men.

6Nie­mand kann im Vor­aus auf das Aus­kunfts­recht ver­zich­ten.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 24. März 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 4983; BBl 2003 2101).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 24. März 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 4983; BBl 2003 2101).

Art. 9 Einschränkung des Auskunftsrechts

1Der In­ha­ber der Da­ten­samm­lung kann die Aus­kunft ver­wei­gern, ein­schrän­ken oder auf­schie­ben, so­weit:

a.
ein Ge­setz im for­mel­len Sinn dies vor­sieht;
b.
es we­gen über­wie­gen­der In­ter­es­sen Drit­ter er­for­der­lich ist.

2Ein Bun­des­or­gan kann zu­dem die Aus­kunft ver­wei­gern, ein­schrän­ken oder auf­schie­ben, so­weit:

a.
es we­gen über­wie­gen­der öf­fent­li­cher In­ter­es­sen, ins­be­son­de­re der in­ne­ren oder äus­se­ren Si­cher­heit der Eid­ge­nos­sen­schaft, er­for­der­lich ist;
b.
die Aus­kunft den Zweck ei­ner Stra­fun­ter­su­chung oder ei­nes an­dern Un­ter­su­chungs­ver­fah­rens in Fra­ge stellt.

3So­bald der Grund für die Ver­wei­ge­rung, Ein­schrän­kung oder Auf­schie­bung ei­ner Aus­kunft weg­fällt, muss das Bun­des­or­gan die Aus­kunft er­tei­len, aus­ser dies ist un­mög­lich oder nur mit ei­nem un­ver­hält­nis­mäs­si­gen Auf­wand mög­lich.

4Der pri­va­te In­ha­ber ei­ner Da­ten­samm­lung kann zu­dem die Aus­kunft ver­wei­gern, ein­schrän­ken oder auf­schie­ben, so­weit ei­ge­ne über­wie­gen­de In­ter­es­sen es er­for­dern und er die Per­so­nen­da­ten nicht Drit­ten be­kannt gibt.

5Der In­ha­ber der Da­ten­samm­lung muss an­ge­ben, aus wel­chem Grund er die Aus­kunft ver­wei­gert, ein­schränkt oder auf­schiebt.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. 3 des BG vom 19. März 2010 über die Um­set­zung des Rah­men­be­schlus­ses 2008/977/JI über den Schutz von Per­so­nen­da­ten im Rah­men der po­li­zei­li­chen und jus­ti­zi­el­len Zu­sam­men­ar­beit in Strafsa­chen, in Kraft seit 1. Dez. 2010 (AS 2010 3387 3418; BBl 2009 6749).

Art. 10 Einschränkungen des Auskunftsrechts für Medienschaffende

1Der In­ha­ber ei­ner Da­ten­samm­lung, die aus­sch­liess­lich für die Ver­öf­fent­li­chung im re­dak­tio­nel­len Teil ei­nes pe­ri­odisch er­schei­nen­den Me­di­ums ver­wen­det wird, kann die Aus­kunft ver­wei­gern, ein­schrän­ken oder auf­schie­ben, so­weit:

a.
die Per­so­nen­da­ten Auf­schluss über die In­for­ma­ti­ons­quel­len ge­ben;
b.
Ein­blick in Ent­wür­fe für Pu­bli­ka­tio­nen ge­ge­ben wer­den müss­te;
c.
die freie Mei­nungs­bil­dung des Pu­bli­kums ge­fähr­det wür­de.

2Me­dien­schaf­fen­de kön­nen die Aus­kunft zu­dem ver­wei­gern, ein­schrän­ken oder auf­schie­ben, wenn ih­nen ei­ne Da­ten­samm­lung aus­sch­liess­lich als per­sön­li­ches Ar­beits­in­stru­ment dient.

Art. 10a Datenbearbeitung durch Dritte

1Das Be­ar­bei­ten von Per­so­nen­da­ten kann durch Ver­ein­ba­rung oder Ge­setz Drit­ten über­tra­gen wer­den, wenn:

a.
die Da­ten nur so be­ar­bei­tet wer­den, wie der Auf­trag­ge­ber selbst es tun dürf­te; und
b.
kei­ne ge­setz­li­che oder ver­trag­li­che Ge­heim­hal­tungs­pflicht es ver­bie­tet.

2Der Auf­trag­ge­ber muss sich ins­be­son­de­re ver­ge­wis­sern, dass der Drit­te die Da­ten­si­cher­heit ge­währ­leis­tet.

3Drit­te kön­nen die­sel­ben Recht­fer­ti­gungs­grün­de gel­tend ma­chen wie der Auf­trag­ge­ber.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 24. März 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 4983; BBl 2003 2101).

Art. 11 Zertifizierungsverfahren
Aug. 23, 2020 Show others

1Um den Da­ten­schutz und die Da­ten­si­cher­heit zu ver­bes­sern, kön­nen die Her­stel­ler von Da­ten­be­ar­bei­tungs­sys­te­men oder -pro­gram­men so­wie pri­va­te Per­so­nen oder Bun­des­or­ga­ne, die Per­so­nen­da­ten be­ar­bei­ten, ih­re Sys­te­me, Ver­fah­ren und ih­re Or­ga­ni­sa­ti­on ei­ner Be­wer­tung durch an­er­kann­te un­ab­hän­gi­ge Zer­ti­fi­zie­rungs­stel­len un­ter­zie­hen.

2Der Bun­des­rat er­lässt Vor­schrif­ten über die An­er­ken­nung von Zer­ti­fi­zie­rungs­ver­fah­ren und die Ein­füh­rung ei­nes Da­ten­schutz-Qua­li­täts­zei­chens. Er be­rück­sich­tigt da­bei das in­ter­na­tio­na­le Recht und die in­ter­na­tio­nal an­er­kann­ten tech­ni­schen Nor­men.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 24. März 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 4983; BBl 2003 2101).

Art. 11a Register der Datensammlungen

1Der Be­auf­trag­te führt ein Re­gis­ter der Da­ten­samm­lun­gen, das über In­ter­net zu­gäng­lich ist. Je­de Per­son kann das Re­gis­ter ein­se­hen.

2Bun­des­or­ga­ne müs­sen sämt­li­che Da­ten­samm­lun­gen beim Be­auf­trag­ten zur Re­gis­trie­rung an­mel­den.

3Pri­va­te Per­so­nen müs­sen Da­ten­samm­lun­gen an­mel­den, wenn:

a.
re­gel­mäs­sig be­son­ders schüt­zens­wer­te Per­so­nen­da­ten oder Per­sön­lich­keitspro­fi­le be­ar­bei­tet wer­den; oder
b.
re­gel­mäs­sig Per­so­nen­da­ten an Drit­te be­kannt ge­ge­ben wer­den.

4Die Da­ten­samm­lun­gen müs­sen an­ge­mel­det wer­den, be­vor sie er­öff­net wer­den.

5Ent­ge­gen den Be­stim­mun­gen der Ab­sät­ze 2 und 3 muss der In­ha­ber von Da­ten­samm­lun­gen sei­ne Samm­lun­gen nicht an­mel­den, wenn:

a.
pri­va­te Per­so­nen Da­ten auf­grund ei­ner ge­setz­li­chen Ver­pflich­tung be­ar­bei­ten;
b.
der Bun­des­rat ei­ne Be­ar­bei­tung von der An­mel­de­pflicht aus­ge­nom­men hat, weil sie die Rech­te der be­trof­fe­nen Per­so­nen nicht ge­fähr­det;
c.
er die Da­ten aus­sch­liess­lich für die Ver­öf­fent­li­chung im re­dak­tio­nel­len Teil ei­nes pe­ri­odisch er­schei­nen­den Me­di­ums ver­wen­det und kei­ne Da­ten an Drit­te wei­ter­gibt, oh­ne dass die be­trof­fe­nen Per­so­nen da­von Kennt­nis ha­ben;
d.
die Da­ten durch Jour­na­lis­ten be­ar­bei­tet wer­den, de­nen die Da­ten­samm­lung aus­sch­liess­lich als per­sön­li­ches Ar­beits­in­stru­ment dient;
e.
er einen Da­ten­schutz­ver­ant­wort­li­chen be­zeich­net hat, der un­ab­hän­gig die be­triebs­in­ter­ne Ein­hal­tung der Da­ten­schutz­vor­schrif­ten über­wacht und ein Ver­zeich­nis der Da­ten­samm­lun­gen führt;
f.
er auf­grund ei­nes Zer­ti­fi­zie­rungs­ver­fah­rens nach Ar­ti­kel 11 ein Da­ten­schutz-Qua­li­täts­zei­chen er­wor­ben hat und das Er­geb­nis der Be­wer­tung dem Be­auf­trag­ten mit­ge­teilt wur­de.

6Der Bun­des­rat re­gelt die Mo­da­li­tä­ten der An­mel­dung der Da­ten­samm­lun­gen, der Füh­rung und der Ver­öf­fent­li­chung des Re­gis­ters so­wie die Stel­lung und die Auf­ga­ben der Da­ten­schutz­ver­ant­wort­li­chen nach Ab­satz 5 Buch­sta­be e und die Ver­öf­fent­li­chung ei­nes Ver­zeich­nis­ses der In­ha­ber der Da­ten­samm­lun­gen, wel­che nach Ab­satz 5 Buch­sta­ben e und f der Mel­de­pflicht ent­ho­ben sind.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 24. März 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 4983; BBl 2003 2101).

3. Abschnitt: Bearbeiten von Personendaten durch private Personen

Art. 12 Persönlichkeitsverletzungen

1Wer Per­so­nen­da­ten be­ar­bei­tet, darf da­bei die Per­sön­lich­keit der be­trof­fe­nen Per­so­nen nicht wi­der­recht­lich ver­let­zen.

2Er darf ins­be­son­de­re nicht:

a.
Per­so­nen­da­ten ent­ge­gen den Grund­sät­zen der Ar­ti­kel 4, 5 Ab­satz 1 und 7 Ab­satz 1 be­ar­bei­ten;
b.
oh­ne Recht­fer­ti­gungs­grund Da­ten ei­ner Per­son ge­gen de­ren aus­drück­li­chen Wil­len be­ar­bei­ten;
c.
oh­ne Recht­fer­ti­gungs­grund be­son­ders schüt­zens­wer­te Per­so­nen­da­ten oder Per­sön­lich­keitspro­fi­le Drit­ten be­kannt­ge­ben.1

3In der Re­gel liegt kei­ne Per­sön­lich­keits­ver­let­zung vor, wenn die be­trof­fe­ne Per­son die Da­ten all­ge­mein zu­gäng­lich ge­macht und ei­ne Be­ar­bei­tung nicht aus­drück­lich un­ter­sagt hat.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 24. März 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 4983; BBl 2003 2101).

Art. 13 Rechtfertigungsgründe

1Ei­ne Ver­let­zung der Per­sön­lich­keit ist wi­der­recht­lich, wenn sie nicht durch Ein­wil­li­gung des Ver­letz­ten, durch ein über­wie­gen­des pri­va­tes oder öf­fent­li­ches In­ter­es­se oder durch Ge­setz ge­recht­fer­tigt ist.

2Ein über­wie­gen­des In­ter­es­se der be­ar­bei­ten­den Per­son fällt ins­be­son­de­re in Be­tracht, wenn die­se:

a.
in un­mit­tel­ba­rem Zu­sam­men­hang mit dem Ab­schluss oder der Ab­wick­lung ei­nes Ver­trags Per­so­nen­da­ten über ih­ren Ver­trags­part­ner be­ar­bei­tet;
b.
mit ei­ner an­de­ren Per­son in wirt­schaft­li­chem Wett­be­werb steht oder tre­ten will und zu die­sem Zweck Per­so­nen­da­ten be­ar­bei­tet, oh­ne die­se Drit­ten be­kannt zu ge­ben;
c.
zur Prü­fung der Kre­dit­wür­dig­keit ei­ner an­de­ren Per­son we­der be­son­ders schüt­zens­wer­te Per­so­nen­da­ten noch Per­sön­lich­keitspro­fi­le be­ar­bei­tet und Drit­ten nur Da­ten be­kannt gibt, die sie für den Ab­schluss oder die Ab­wick­lung ei­nes Ver­tra­ges mit der be­trof­fe­nen Per­son be­nö­ti­gen;
d.
be­ruf­lich Per­so­nen­da­ten aus­sch­liess­lich für die Ver­öf­fent­li­chung im re­dak­tio­nel­len Teil ei­nes pe­ri­odisch er­schei­nen­den Me­di­ums be­ar­bei­tet;
e.
Per­so­nen­da­ten zu nicht per­so­nen­be­zo­ge­nen Zwe­cken ins­be­son­de­re in der For­schung, Pla­nung und Sta­tis­tik be­ar­bei­tet und die Er­geb­nis­se so ver­öf­fent­licht, dass die be­trof­fe­nen Per­so­nen nicht be­stimm­bar sind;
f.
Da­ten über ei­ne Per­son des öf­fent­li­chen Le­bens sam­melt, so­fern sich die Da­ten auf das Wir­ken die­ser Per­son in der Öf­fent­lich­keit be­zie­hen.
Art. 14 Informationspflicht beim Beschaffen von besonders schützenswerten Personendaten und Persönlichkeitsprofilen

1Der In­ha­ber der Da­ten­samm­lung ist ver­pflich­tet, die be­trof­fe­ne Per­son über die Be­schaf­fung von be­son­ders schüt­zens­wer­ten Per­so­nen­da­ten oder Per­sön­lich­keitspro­fi­len zu in­for­mie­ren; die­se In­for­ma­ti­ons­pflicht gilt auch dann, wenn die Da­ten bei Drit­ten be­schafft wer­den.

2Der be­trof­fe­nen Per­son sind min­des­tens mit­zu­tei­len:

a.
der In­ha­ber der Da­ten­samm­lung;
b.
der Zweck des Be­ar­bei­tens;
c.
die Ka­te­go­ri­en der Da­ten­emp­fän­ger, wenn ei­ne Da­ten­be­kannt­ga­be vor­ge­se­hen ist.

3Wer­den die Da­ten nicht bei der be­trof­fe­nen Per­son be­schafft, so hat de­ren In­for­ma­ti­on spä­tes­tens bei der Spei­che­rung der Da­ten oder, wenn die Da­ten nicht ge­spei­chert wer­den, mit ih­rer ers­ten Be­kannt­ga­be an Drit­te zu er­fol­gen.

4Die In­for­ma­ti­ons­pflicht des In­ha­bers der Da­ten­samm­lung ent­fällt, wenn die be­trof­fe­ne Per­son be­reits in­for­miert wur­de oder, in Fäl­len nach Ab­satz 3, wenn:

a.
die Spei­che­rung oder die Be­kannt­ga­be der Da­ten aus­drück­lich im Ge­setz vor­ge­se­hen ist; oder
b.
die In­for­ma­ti­on nicht oder nur mit un­ver­hält­nis­mäs­si­gem Auf­wand mög­lich ist.

5Der In­ha­ber der Da­ten­samm­lung kann die In­for­ma­ti­on un­ter den in Ar­ti­kel 9 Ab­sät­ze 1 und 4 ge­nann­ten Vor­aus­set­zun­gen ver­wei­gern, ein­schrän­ken oder auf­schie­ben.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. 3 des BG vom 19. März 2010 über die Um­set­zung des Rah­men­be­schlus­ses 2008/977/JI über den Schutz von Per­so­nen­da­ten im Rah­men der po­li­zei­li­chen und jus­ti­zi­el­len Zu­sam­men­ar­beit in Strafsa­chen, in Kraft seit 1. Dez. 2010 (AS 2010 3387 3418; BBl 2009 6749).

Art. 15 Rechtsansprüche

1Kla­gen zum Schutz der Per­sön­lich­keit rich­ten sich nach den Ar­ti­keln 28, 28a so­wie 28l des Zi­vil­ge­setz­buchs2. Die kla­gen­de Par­tei kann ins­be­son­de­re ver­lan­gen, dass die Da­ten­be­ar­bei­tung ge­sperrt wird, kei­ne Da­ten an Drit­te be­kannt ge­ge­ben oder die Per­so­nen­da­ten be­rich­tigt oder ver­nich­tet wer­den.

2Kann we­der die Rich­tig­keit noch die Un­rich­tig­keit von Per­so­nen­da­ten dar­ge­tan wer­den, so kann die kla­gen­de Par­tei ver­lan­gen, dass bei den Da­ten ein ent­spre­chen­der Ver­merk an­ge­bracht wird.

3Die kla­gen­de Par­tei kann zu­dem ver­lan­gen, dass die Be­rich­ti­gung, die Ver­nich­tung, die Sper­re, na­ment­lich die Sper­re der Be­kannt­ga­be an Drit­te, der Ver­merk über die Be­strei­tung oder das Ur­teil Drit­ten mit­ge­teilt oder ver­öf­fent­licht wird.

4Über Kla­gen zur Durch­set­zung des Aus­kunfts­rechts ent­schei­det das Ge­richt im ver­ein­fach­ten Ver­fah­ren nach der Zi­vil­pro­zess­ord­nung vom 19. De­zem­ber 20083.


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang 1 Ziff. II 14 der Zi­vil­pro­zess­ord­nung vom 19. Dez. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 1739; BBl 2006 7221).
2 SR 210
3 SR 272

4. Abschnitt: Bearbeiten von Personendaten durch Bundesorgane

Art. 16 Verantwortliches Organ und Kontrolle

1Für den Da­ten­schutz ist das Bun­des­or­gan ver­ant­wort­lich, das die Per­so­nen­da­ten in Er­fül­lung sei­ner Auf­ga­ben be­ar­bei­tet oder be­ar­bei­ten lässt.

2Be­ar­bei­ten Bun­des­or­ga­ne Per­so­nen­da­ten zu­sam­men mit an­de­ren Bun­des­or­ga­nen, mit kan­to­na­len Or­ga­nen oder mit Pri­va­ten, so kann der Bun­des­rat die Kon­trol­le und Ver­ant­wor­tung für den Da­ten­schutz be­son­ders re­geln.2


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 24. März 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 4983; BBl 2003 2101).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 24. März 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 4983; BBl 2003 2101).

Art. 17 Rechtsgrundlagen

1Or­ga­ne des Bun­des dür­fen Per­so­nen­da­ten be­ar­bei­ten, wenn da­für ei­ne ge­setz­li­che Grund­la­ge be­steht.

2Be­son­ders schüt­zens­wer­te Per­so­nen­da­ten so­wie Per­sön­lich­keitspro­fi­le dür­fen sie nur be­ar­bei­ten, wenn ein Ge­setz im for­mel­len Sinn es aus­drück­lich vor­sieht oder wenn aus­nahms­wei­se:

a.
es für ei­ne in ei­nem Ge­setz im for­mel­len Sinn klar um­schrie­be­ne Auf­ga­be un­ent­behr­lich ist;
b.
der Bun­des­rat es im Ein­zel­fall be­wil­ligt, weil die Rech­te der be­trof­fe­nen Per­son nicht ge­fähr­det sind; oder
c.
die be­trof­fe­ne Per­son im Ein­zel­fall ein­ge­wil­ligt oder ih­re Da­ten all­ge­mein zu­gäng­lich ge­macht und ei­ne Be­ar­bei­tung nicht aus­drück­lich un­ter­sagt hat.1

1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 24. März 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 4983; BBl 2003 2101).

Art. 17a Automatisierte Datenbearbeitung im Rahmen von Pilotversuchen

1Der Bun­des­rat kann, nach­dem er die Stel­lung­nah­me des Be­auf­trag­ten ein­ge­holt hat, vor In­kraft­tre­ten ei­nes Ge­set­zes im for­mel­len Sinn die au­to­ma­ti­sier­te Be­ar­bei­tung von be­son­ders schüt­zens­wer­ten Per­so­nen­da­ten oder Per­sön­lich­keitspro­fi­len be­wil­li­gen, wenn:

a.
die Auf­ga­ben, die die­se Be­ar­bei­tung er­for­der­lich ma­chen, in ei­nem Ge­setz im for­mel­len Sinn ge­re­gelt sind;
b.
aus­rei­chen­de Mass­nah­men zur Ver­hin­de­rung von Per­sön­lich­keits­ver­let­zun­gen ge­trof­fen wer­den;
c.
die prak­ti­sche Um­set­zung ei­ner Da­ten­be­ar­bei­tung ei­ne Test­pha­se vor dem In­kraft­tre­ten des Ge­set­zes im for­mel­len Sinn zwin­gend er­for­dert.

2Die prak­ti­sche Um­set­zung ei­ner Da­ten­be­ar­bei­tung kann ei­ne Test­pha­se dann zwin­gend er­for­dern, wenn:

a.
die Er­fül­lung ei­ner Auf­ga­be tech­ni­sche Neue­run­gen er­for­dert, de­ren Aus­wir­kun­gen zu­nächst eva­lu­iert wer­den müs­sen;
b.
die Er­fül­lung ei­ner Auf­ga­be be­deu­ten­de or­ga­ni­sa­to­ri­sche oder tech­ni­sche Mass­nah­men er­for­dert, de­ren Wirk­sam­keit zu­nächst ge­prüft wer­den muss, ins­be­son­de­re bei der Zu­sam­men­ar­beit zwi­schen Or­ga­nen des Bun­des und der Kan­to­ne; oder
c.
sie die Über­mitt­lung von be­son­ders schüt­zens­wer­ten Per­so­nen­da­ten oder Per­sön­lich­keitspro­fi­len an kan­to­na­le Be­hör­den mit­tels ei­nes Ab­ruf­ver­fah­rens er­for­dert.

3Der Bun­des­rat re­gelt die Mo­da­li­tä­ten der au­to­ma­ti­sier­ten Da­ten­be­ar­bei­tung in ei­ner Ver­ord­nung.

4Das zu­stän­di­ge Bun­des­or­gan legt dem Bun­des­rat spä­tes­tens in­nert zwei Jah­ren nach In­be­trieb­nah­me des Pi­lot­sys­tems einen Eva­lua­ti­ons­be­richt vor. Es schlägt dar­in die Fort­füh­rung oder die Ein­stel­lung der Be­ar­bei­tung vor.

5Die au­to­ma­ti­sier­te Da­ten­be­ar­bei­tung muss in je­dem Fall ab­ge­bro­chen wer­den, wenn in­nert fünf Jah­ren nach der In­be­trieb­nah­me des Pi­lot­sys­tems kein Ge­setz im for­mel­len Sinn in Kraft ge­tre­ten ist, wel­ches die er­for­der­li­che Rechts­grund­la­ge um­fasst.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 24. März 2006 (AS 2006 4873; BBl 2003 2101, 2006 3547). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 24. März 2006, in Kraft seit 15. Dez. 2006 (AS 2007 4983; BBl 2003 2101).

Art. 18 Beschaffen von Personendaten

1Bei sys­te­ma­ti­schen Er­he­bun­gen, na­ment­lich mit Fra­ge­bo­gen, gibt das Bun­des­or­gan den Zweck und die Rechts­grund­la­ge des Be­ar­bei­tens, die Ka­te­go­ri­en der an der Da­ten­samm­lung Be­tei­lig­ten und der Da­ten­emp­fän­ger be­kannt.

21


1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 24. März 2006, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 4983; BBl 2003 2101).

Art. 18a Informationspflicht beim Beschaffen von Personendaten
Aug. 23, 2020 Show others

1Bun­des­or­ga­ne sind ver­pflich­tet, die be­trof­fe­ne Per­son über die Be­schaf­fung von Per­so­nen­da­ten zu in­for­mie­ren; die­se In­for­ma­ti­ons­pflicht gilt auch dann, wenn die Da­ten bei Drit­ten be­schafft wer­den.

2Der be­trof­fe­nen Per­son sind min­des­tens mit­zu­tei­len:

a.
der In­ha­ber der Da­ten­samm­lung;
b.
der Zweck des Be­ar­bei­tens;
c.
die Ka­te­go­ri­en der Da­ten­emp­fän­ger, wenn ei­ne Da­ten­be­kannt­ga­be vor­ge­se­hen ist;
d.
das Aus­kunfts­recht nach Ar­ti­kel 8;
e.
die Fol­gen ei­ner Wei­ge­rung der be­trof­fe­nen Per­son, die ver­lang­ten Per­so­nen­da­ten an­zu­ge­ben.

3Wer­den die Da­ten nicht bei der be­trof­fe­nen Per­son be­schafft, so hat de­ren In­for­ma­ti­on spä­tes­tens bei der Spei­che­rung der Da­ten oder, wenn die Da­ten nicht ge­spei­chert wer­den, mit ih­rer ers­ten Be­kannt­ga­be an Drit­te zu er­fol­gen.

4Die In­for­ma­ti­ons­pflicht der Bun­des­or­ga­ne ent­fällt, wenn die be­trof­fe­ne Per­son be­reits in­for­miert wur­de oder, in Fäl­len nach Ab­satz 3, wenn:

a.
die Spei­che­rung oder die Be­kannt­ga­be der Da­ten aus­drück­lich im Ge­setz vor­ge­se­hen ist; oder
b.
die In­for­ma­ti­on nicht oder nur mit un­ver­hält­nis­mäs­si­gem Auf­wand mög­lich ist.

5Wenn die In­for­ma­ti­ons­pflicht die Wett­be­werbs­fä­hig­keit ei­nes Bun­des­or­ga­nes be­ein­träch­ti­gen wür­de, so kann sie der Bun­des­rat auf die Be­schaf­fung von be­son­ders schüt­zens­wer­ten Per­so­nen­da­ten und von Per­sön­lich­keitspro­fi­len be­schrän­ken.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. 3 des BG vom 19. März 2010 über die Um­set­zung des Rah­men­be­schlus­ses 2008/977/JI über den Schutz von Per­so­nen­da­ten im Rah­men der po­li­zei­li­chen und jus­ti­zi­el­len Zu­sam­men­ar­beit in Strafsa­chen, in Kraft seit 1. Dez. 2010 (AS 2010 3387 3418; BBl 2009 6749).

Art. 18b Einschränkung der Informationspflicht

1Bun­des­or­ga­ne kön­nen die In­for­ma­ti­on un­ter den in Ar­ti­kel 9 Ab­sät­ze 1 und 2 ge­nann­ten Vor­aus­set­zun­gen ver­wei­gern, ein­schrän­ken oder auf­schie­ben.

2So­bald der Grund für die Ver­wei­ge­rung, Ein­schrän­kung oder Auf­schie­bung weg­fällt, sind die Bun­des­or­ga­ne durch die In­for­ma­ti­ons­pflicht ge­bun­den, aus­ser die­se ist un­mög­lich oder nur mit ei­nem un­ver­hält­nis­mäs­si­gen Auf­wand zu er­fül­len.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. 3 des BG vom 19. März 2010 über die Um­set­zung des Rah­men­be­schlus­ses 2008/977/JI über den Schutz von Per­so­nen­da­ten im Rah­men der po­li­zei­li­chen und jus­ti­zi­el­len Zu­sam­men­ar­beit in Strafsa­chen, in Kraft seit 1. Dez. 2010 (AS 2010 3387 3418; BBl 2009 6749).

Art. 19 Bekanntgabe von Personendaten

1Bun­des­or­ga­ne dür­fen Per­so­nen­da­ten nur be­kannt ge­ben, wenn da­für ei­ne Rechts­grund­la­ge im Sin­ne von Ar­ti­kel 17 be­steht oder wenn:1

a.
die Da­ten für den Emp­fän­ger im Ein­zel­fall zur Er­fül­lung sei­ner ge­setz­li­chen Auf­ga­be un­ent­behr­lich sind;
b.2
die be­trof­fe­ne Per­son im Ein­zel­fall ein­ge­wil­ligt hat;
c.3
die be­trof­fe­ne Per­son ih­re Da­ten all­ge­mein zu­gäng­lich ge­macht und ei­ne Be­kannt­ga­be nicht aus­drück­lich un­ter­sagt hat; oder
d.
der Emp­fän­ger glaub­haft macht, dass die be­trof­fe­ne Per­son die Ein­wil­li­gung ver­wei­gert oder die Be­kannt­ga­be sperrt, um ihm die Durch­set­zung von Rechts­an­sprü­chen oder die Wahr­neh­mung an­de­rer schutz­wür­di­ger In­ter­es­sen zu ver­weh­ren; der be­trof­fe­nen Per­son ist vor­her wenn mög­lich Ge­le­gen­heit zur Stel­lung­nah­me zu ge­ben.

1bisBun­des­or­ga­ne dür­fen im Rah­men der be­hörd­li­chen In­for­ma­ti­on der Öf­fent­lich­keit von Am­tes we­gen oder ge­stützt auf das Öf­fent­lich­keits­ge­setz vom 17. De­zem­ber 20044 auch Per­so­nen­da­ten be­kannt ge­ben, wenn:

a.
die be­tref­fen­den Per­so­nen­da­ten im Zu­sam­men­hang mit der Er­fül­lung öf­fent­li­cher Auf­ga­ben ste­hen; und
b.
an de­ren Be­kannt­ga­be ein über­wie­gen­des öf­fent­li­ches In­ter­es­se be­steht.5

2Bun­des­or­ga­ne dür­fen auf An­fra­ge Na­me, Vor­na­me, Adres­se und Ge­burts­da­tum ei­ner Per­son auch be­kannt ge­ben, wenn die Vor­aus­set­zun­gen von Ab­satz 1 nicht er­füllt sind.

3Bun­des­or­ga­ne dür­fen Per­so­nen­da­ten durch ein Ab­ruf­ver­fah­ren zu­gäng­lich ma­chen, wenn dies aus­drück­lich vor­ge­se­hen ist. Be­son­ders schüt­zens­wer­te Per­so­nen­da­ten so­wie Per­sön­lich­keitspro­fi­le dür­fen nur durch ein Ab­ruf­ver­fah­ren zu­gäng­lich ge­macht wer­den, wenn ein Ge­setz im for­mel­len Sinn es aus­drück­lich vor­sieht.6

3bisBun­des­or­ga­ne dür­fen Per­so­nen­da­ten mit­tels au­to­ma­ti­sier­ter In­for­ma­ti­ons- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­diens­te je­der­mann zu­gäng­lich ma­chen, wenn ei­ne Rechts­grund­la­ge die Ver­öf­fent­li­chung die­ser Da­ten vor­sieht oder wenn sie ge­stützt auf Ab­satz 1bis In­for­ma­tio­nen der Öf­fent­lich­keit zu­gäng­lich ma­chen. Be­steht das öf­fent­li­che In­ter­es­se an der Zu­gäng­lich­ma­chung nicht mehr, so sind die be­tref­fen­den Da­ten wie­der aus dem au­to­ma­ti­sier­ten In­for­ma­ti­ons- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­dienst zu ent­fer­nen.7

4 Das Bun­des­or­gan lehnt die Be­kannt­ga­be ab, schränkt sie ein oder ver­bin­det sie mit Auf­la­gen, wenn:

a.
we­sent­li­che öf­fent­li­che In­ter­es­sen oder of­fen­sicht­lich schutz­wür­di­ge In­ter­es­sen ei­ner be­trof­fe­nen Per­son es ver­lan­gen oder
b.
ge­setz­li­che Ge­heim­hal­tungs­pflich­ten oder be­son­de­re Da­ten­schutz­vor­schrif­ten es ver­lan­gen.

1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 24. März 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 4983; BBl 2003 2101).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 24. März 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 4983; BBl 2003 2101).
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 24. März 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 4983; BBl 2003 2101).
4 SR 152.3
5 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 4 des Öf­fent­lich­keits­ge­set­zes vom 17. Dez. 2004, in Kraft seit 1. Ju­li 2006 (AS 2006 2319; BBl 2003 1963).
6 Fas­sung des zwei­ten Sat­zes ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 24. März 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 4983; BBl 2003 2101).
7 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 4 des Öf­fent­lich­keits­ge­set­zes vom 17. Dez. 2004, in Kraft seit 1. Ju­li 2006 (AS 2006 2319; BBl 2003 1963).

Art. 20 Sperrung der Bekanntgabe

1Ei­ne be­trof­fe­ne Per­son, die ein schutz­wür­di­ges In­ter­es­se glaub­haft macht, kann vom ver­ant­wort­li­chen Bun­des­or­gan ver­lan­gen, dass es die Be­kannt­ga­be von be­stimm­ten Per­so­nen­da­ten sperrt.

2Das Bun­des­or­gan ver­wei­gert die Sper­rung oder hebt sie auf, wenn:

a.
ei­ne Rechts­pflicht zur Be­kannt­ga­be be­steht; oder
b.
die Er­fül­lung sei­ner Auf­ga­be sonst ge­fähr­det wä­re.

3Die Sper­rung steht un­ter dem Vor­be­halt von Ar­ti­kel 19 Ab­satz 1bis.1


1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 4 des Öf­fent­lich­keits­ge­set­zes vom 17. Dez. 2004, in Kraft seit 1. Ju­li 2006 (AS 2006 2319; BBl 2003 1963).

Art. 21 Angebot von Unterlagen an das Bundesarchiv

1In Über­ein­stim­mung mit dem Ar­chi­vie­rungs­ge­setz vom 26. Ju­ni 19982 bie­ten die Bun­des­or­ga­ne dem Bun­de­sar­chiv al­le Per­so­nen­da­ten an, die sie nicht mehr stän­dig be­nö­ti­gen.

2Die Bun­des­or­ga­ne ver­nich­ten die vom Bun­de­sar­chiv als nicht ar­chiv­wür­dig be­zeich­ne­ten Per­so­nen­da­ten, aus­ser wenn die­se:

a.
an­ony­mi­siert sind;
b.3
zu Be­weis- oder Si­cher­heits­zwe­cken oder zur Wah­rung der schutz­wür­di­gen In­ter­es­sen der be­trof­fe­nen Per­son auf­be­wahrt wer­den müs­sen.

1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 24. März 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 4983; BBl 2003 2101).
2 SR 152.1
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. 3 des BG vom 19. März 2010 über die Um­set­zung des Rah­men­be­schlus­ses 2008/977/JI über den Schutz von Per­so­nen­da­ten im Rah­men der po­li­zei­li­chen und jus­ti­zi­el­len Zu­sam­men­ar­beit in Strafsa­chen, in Kraft seit 1. Dez. 2010 (AS 2010 3387 3418; BBl 2009 6749).

Art. 22 Bearbeiten für Forschung, Planung und Statistik

1Bun­des­or­ga­ne dür­fen Per­so­nen­da­ten für nicht per­so­nen­be­zo­ge­ne Zwe­cke, ins­be­son­de­re für For­schung, Pla­nung und Sta­tis­tik be­ar­bei­ten, wenn:

a.
die Da­ten an­ony­mi­siert wer­den, so­bald es der Zweck des Be­ar­bei­tens er­laubt;
b.
der Emp­fän­ger die Da­ten nur mit Zu­stim­mung des Bun­des­or­gans wei­ter­gibt; und
c.
die Er­geb­nis­se so ver­öf­fent­licht wer­den, dass die be­trof­fe­nen Per­so­nen nicht be­stimm­bar sind.

2Die An­for­de­run­gen der fol­gen­den Be­stim­mun­gen müs­sen nicht er­füllt sein:

a.
Ar­ti­kel 4 Ab­satz 3 über den Zweck des Be­ar­bei­tens
b.
Ar­ti­kel 17 Ab­satz 2 über die Rechts­grund­la­gen für die Be­ar­bei­tung von be­son­ders schüt­zens­wer­ten Per­so­nen­da­ten und Per­sön­lich­keitspro­fi­len;
c.
Ar­ti­kel 19 Ab­satz 1 über die Be­kannt­ga­be von Per­so­nen­da­ten.
Art. 23 Privatrechtliche Tätigkeit von Bundesorganen

1Han­delt ein Bun­des­or­gan pri­vat­recht­lich, so gel­ten die Be­stim­mun­gen für das Be­ar­bei­ten von Per­so­nen­da­ten durch pri­va­te Per­so­nen.

2Die Auf­sicht rich­tet sich nach den Be­stim­mun­gen für Bun­des­or­ga­ne.

Art. 24

1 Auf­ge­ho­ben durch Art. 31 des BG vom 21. März 1997 über Mass­nah­men zur Wah­rung der in­ne­ren Si­cher­heit mit Wir­kung seit 1. Ju­li 1998 (AS 1998 1546; BBl 1994 II 1127).

Art. 25 Ansprüche und Verfahren

1Wer ein schutz­wür­di­ges In­ter­es­se hat, kann vom ver­ant­wort­li­chen Bun­des­or­gan ver­lan­gen, dass es:

a.
das wi­der­recht­li­che Be­ar­bei­ten von Per­so­nen­da­ten un­ter­lässt;
b.
die Fol­gen ei­nes wi­der­recht­li­chen Be­ar­bei­tens be­sei­tigt;
c.
die Wi­der­recht­lich­keit des Be­ar­bei­tens fest­stellt.

2Kann we­der die Rich­tig­keit noch die Un­rich­tig­keit von Per­so­nen­da­ten be­wie­sen wer­den, so muss das Bun­des­or­gan bei den Da­ten einen ent­spre­chen­den Ver­merk an­brin­gen.

3Der Ge­such­stel­ler kann ins­be­son­de­re ver­lan­gen, dass das Bun­des­or­gan:

a.
Per­so­nen­da­ten be­rich­tigt, ver­nich­tet oder die Be­kannt­ga­be an Drit­te sperrt;
b.
sei­nen Ent­scheid, na­ment­lich die Be­rich­ti­gung, Ver­nich­tung, Sper­re oder den Ver­merk über die Be­strei­tung Drit­ten mit­teilt oder ver­öf­fent­licht.

4Das Ver­fah­ren rich­tet sich nach dem Bun­des­ge­setz vom 20. De­zem­ber 19681 über das Ver­wal­tungs­ver­fah­ren (Ver­wal­tungs­ver­fah­rens­ge­setz). Die Aus­nah­men von Ar­ti­kel 2 und 3 des Ver­wal­tungs­ver­fah­rens­ge­set­zes gel­ten nicht.

52


1 SR 172.021
2 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 26 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197 1069; BBl 2001 4202).

Art. 25bis Verfahren im Falle der Bekanntgabe von amtlichen Dokumenten, die Personendaten enthalten

So­lan­ge ein Ver­fah­ren be­tref­fend den Zu­gang zu amt­li­chen Do­ku­men­ten im Sin­ne des Öf­fent­lich­keits­ge­set­zes vom 17. De­zem­ber 20042, wel­che Per­so­nen­da­ten ent­hal­ten, im Gan­ge ist, kann die be­trof­fe­ne Per­son im Rah­men die­ses Ver­fah­rens die Rech­te gel­tend ma­chen, die ihr auf­grund von Ar­ti­kel 25 des vor­lie­gen­den Ge­set­zes be­zo­gen auf die­je­ni­gen Do­ku­men­te zu­ste­hen, die Ge­gen­stand des Zu­gangs­ver­fah­rens sind.


1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 4 des Öf­fent­lich­keits­ge­set­zes vom 17. Dez. 2004, in Kraft seit 1. Ju­li 2006 (AS 2006 2319; BBl 2003 1963).
2 SR 152.3

5. Abschnitt: Eidgenössischer Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragter

Art. 26 Wahl und Stellung

1Der Be­auf­trag­te wird vom Bun­des­rat für ei­ne Amts­dau­er von vier Jah­ren ge­wählt. Die Wahl ist durch die Bun­des­ver­samm­lung zu ge­neh­mi­gen.

2Das Ar­beits­ver­hält­nis des Be­auf­trag­ten rich­tet sich, so­weit die­ses Ge­setz nichts an­de­res vor­sieht, nach dem Bun­des­per­so­nal­ge­setz vom 24. März 20002.

3Der Be­auf­trag­te übt sei­ne Funk­ti­on un­ab­hän­gig aus, oh­ne Wei­sun­gen ei­ner Be­hör­de oder ei­nes Drit­ten ein­zu­ho­len oder ent­ge­gen­zu­neh­men.3 Er ist der Bun­des­kanz­lei ad­mi­nis­tra­tiv zu­ge­ord­net.

4Er ver­fügt über ein stän­di­ges Se­kre­ta­ri­at und ein ei­ge­nes Bud­get. Er stellt sein Per­so­nal an.

5Der Be­auf­trag­te un­ter­steht nicht dem Be­ur­tei­lungs­sys­tem nach Ar­ti­kel 4 Ab­satz 3 des Bun­des­per­so­nal­ge­set­zes vom 24. März 2000.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. 3 des BG vom 19. März 2010 über die Um­set­zung des Rah­men­be­schlus­ses 2008/977/JI über den Schutz von Per­so­nen­da­ten im Rah­men der po­li­zei­li­chen und jus­ti­zi­el­len Zu­sam­men­ar­beit in Strafsa­chen, in Kraft seit 1. Dez. 2010 (AS 2010 3387 3418; BBl 2009 6749).
2 SR 172.220.1
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 1 des BG vom 28. Sept. 2018 über die Um­set­zung der Richt­li­nie (EU) 2016/680 zum Schutz na­tür­li­cher Per­so­nen bei der Ver­ar­bei­tung per­so­nen­be­zo­ge­ner Da­ten zum Zwe­cke der Ver­hü­tung, Er­mitt­lung, Auf­de­ckung oder Ver­fol­gung von Straf­ta­ten oder der Straf­voll­stre­ckung, in Kraft seit 1. März 2019 (AS 2019 625; BBl 2017 6941).

Art. 26a Wiederwahl und Beendigung der Amtsdauer

1Die Amts­dau­er des Be­auf­trag­ten kann zwei Mal ver­län­gert wer­den.2

1bisVer­fügt der Bun­des­rat nicht spä­tes­tens sechs Mo­na­te vor Ab­lauf der Amts­dau­er aus sach­lich hin­rei­chen­den Grün­den die Nicht­ver­län­ge­rung, so ver­län­gert sich die Amts­dau­er still­schwei­gend.3

2Der Be­auf­trag­te kann den Bun­des­rat un­ter Ein­hal­tung ei­ner Frist von sechs Mo­na­ten um Ent­las­sung auf ein Mo­nats­en­de er­su­chen.

3Der Bun­des­rat kann den Be­auf­trag­ten vor Ab­lauf der Amts­dau­er des Am­tes ent­he­ben, wenn die­ser:

a.
vor­sätz­lich oder grob­fahr­läs­sig Amts­pflich­ten schwer ver­letzt hat; oder
b.
die Fä­hig­keit, das Amt aus­zuü­ben, auf Dau­er ver­lo­ren hat.

1 Ein­ge­fügt durch Ziff. 3 des BG vom 19. März 2010 über die Um­set­zung des Rah­men­be­schlus­ses 2008/977/JI über den Schutz von Per­so­nen­da­ten im Rah­men der po­li­zei­li­chen und jus­ti­zi­el­len Zu­sam­men­ar­beit in Strafsa­chen, in Kraft seit 1. Dez. 2010 (AS 2010 3387 3418; BBl 2009 6749).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 1 des BG vom 28. Sept. 2018 über die Um­set­zung der Richt­li­nie (EU) 2016/680 zum Schutz na­tür­li­cher Per­so­nen bei der Ver­ar­bei­tung per­so­nen­be­zo­ge­ner Da­ten zum Zwe­cke der Ver­hü­tung, Er­mitt­lung, Auf­de­ckung oder Ver­fol­gung von Straf­ta­ten oder der Straf­voll­stre­ckung, in Kraft seit 1. März 2019 (AS 2019 625; BBl 2017 6941).
3 Ein­ge­fügt durch Ziff. II 1 des BG vom 28. Sept. 2018 über die Um­set­zung der Richt­li­nie (EU) 2016/680 zum Schutz na­tür­li­cher Per­so­nen bei der Ver­ar­bei­tung per­so­nen­be­zo­ge­ner Da­ten zum Zwe­cke der Ver­hü­tung, Er­mitt­lung, Auf­de­ckung oder Ver­fol­gung von Straf­ta­ten oder der Straf­voll­stre­ckung, in Kraft seit 1. März 2019 (AS 2019 625; BBl 2017 6941).

Art. 26b Nebenbeschäftigung

1Der Be­auf­trag­te darf kei­ne Ne­ben­be­schäf­ti­gung aus­üben.

2Der Bun­des­rat kann dem Be­auf­trag­ten ge­stat­ten, ei­ne Ne­ben­be­schäf­ti­gung aus­zuü­ben, wenn da­durch die Aus­übung der Funk­ti­on so­wie die Un­ab­hän­gig­keit und das An­se­hen nicht be­ein­träch­tigt wer­den. Der Ent­scheid wird ver­öf­fent­licht.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. 3 des BG vom 19. März 2010 über die Um­set­zung des Rah­men­be­schlus­ses 2008/977/JI über den Schutz von Per­so­nen­da­ten im Rah­men der po­li­zei­li­chen und jus­ti­zi­el­len Zu­sam­men­ar­beit in Strafsa­chen (AS 2010 3387 3418; BBl 2009 6749). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 1 des BG vom 28. Sept. 2018 über die Um­set­zung der Richt­li­nie (EU) 2016/680 zum Schutz na­tür­li­cher Per­so­nen bei der Ver­ar­bei­tung per­so­nen­be­zo­ge­ner Da­ten zum Zwe­cke der Ver­hü­tung, Er­mitt­lung, Auf­de­ckung oder Ver­fol­gung von Straf­ta­ten oder der Straf­voll­stre­ckung, in Kraft seit 1. März 2019 (AS 2019 625; BBl 2017 6941).

Art. 27 Aufsicht über Bundesorgane

1Der Be­auf­trag­te1 über­wacht die Ein­hal­tung die­ses Ge­set­zes und der üb­ri­gen Da­ten­schutz­vor­schrif­ten des Bun­des durch die Bun­des­or­ga­ne. Der Bun­des­rat ist von die­ser Auf­sicht aus­ge­nom­men.

2Der Be­auf­trag­te klärt von sich aus oder auf Mel­dung Drit­ter hin den Sach­ver­halt nä­her ab.

3Bei der Ab­klä­rung kann er Ak­ten her­aus­ver­lan­gen, Aus­künf­te ein­ho­len und sich Da­ten­be­ar­bei­tun­gen vor­füh­ren las­sen. Die Bun­des­or­ga­ne müs­sen an der Fest­stel­lung des Sach­ver­hal­tes mit­wir­ken. Das Zeug­nis­ver­wei­ge­rungs­recht nach Ar­ti­kel 16 des Ver­wal­tungs­ver­fah­rens­ge­set­zes2 gilt sinn­ge­mä­ss.

4Er­gibt die Ab­klä­rung, dass Da­ten­schutz­vor­schrif­ten ver­letzt wer­den, so emp­fiehlt der Be­auf­trag­te dem ver­ant­wort­li­chen Bun­des­or­gan, das Be­ar­bei­ten zu än­dern oder zu un­ter­las­sen. Er ori­en­tiert das zu­stän­di­ge De­par­te­ment oder die Bun­des­kanz­lei über sei­ne Emp­feh­lung.

5Wird ei­ne Emp­feh­lung nicht be­folgt oder ab­ge­lehnt, so kann er die An­ge­le­gen­heit dem De­par­te­ment oder der Bun­des­kanz­lei zum Ent­scheid vor­le­gen. Der Ent­scheid wird den be­trof­fe­nen Per­so­nen in Form ei­ner Ver­fü­gung mit­ge­teilt.3

6Der Be­auf­trag­te ist be­rech­tigt, ge­gen die Ver­fü­gung nach Ab­satz 5 und ge­gen den Ent­scheid der Be­schwer­de­be­hör­de Be­schwer­de zu füh­ren.4


1 Aus­druck ge­mä­ss An­hang Ziff. 4 des Öf­fent­lich­keits­ge­set­zes vom 17. Dez. 2004, in Kraft seit 1. Ju­li 2006 (AS 2006 2319; BBl 2003 1963). Die­se Änd. ist im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.
2 SR 172.021
3 Fas­sung des zwei­ten Sat­zes ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 24. März 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 4983; BBl 2003 2101).
4 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 24. März 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 4983; BBl 2003 2101).

Art. 28 Beratung Privater

Der Be­auf­trag­te berät pri­va­te Per­so­nen in Fra­gen des Da­ten­schut­zes.

Art. 29 Abklärungen und Empfehlungen im Privatrechtsbereich

1Der Be­auf­trag­te klärt von sich aus oder auf Mel­dung Drit­ter hin den Sach­ver­halt nä­her ab, wenn:

a.
Be­ar­bei­tungs­me­tho­den ge­eig­net sind, die Per­sön­lich­keit ei­ner grös­se­ren An­zahl von Per­so­nen zu ver­let­zen (Sys­tem­feh­ler);
b.1
Da­ten­samm­lun­gen re­gis­triert wer­den müs­sen (Art. 11a);
c.2
ei­ne In­for­ma­ti­ons­pflicht nach Ar­ti­kel 6 Ab­satz 3 be­steht.

2Er kann da­bei Ak­ten her­aus­ver­lan­gen, Aus­künf­te ein­ho­len und sich Da­ten­be­ar­bei­tun­gen vor­füh­ren las­sen. Das Zeug­nis­ver­wei­ge­rungs­recht nach Ar­ti­kel 16 des Ver­wal­tungs­ver­fah­rens­ge­set­zes3 gilt sinn­ge­mä­ss.

3Der Be­auf­trag­te kann auf­grund sei­ner Ab­klä­run­gen emp­feh­len, das Be­ar­bei­ten zu än­dern oder zu un­ter­las­sen.

4Wird ei­ne sol­che Emp­feh­lung des Be­auf­trag­ten nicht be­folgt oder ab­ge­lehnt, so kann er die An­ge­le­gen­heit dem Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt zum Ent­scheid vor­le­gen. Er ist be­rech­tigt, ge­gen die­sen Ent­scheid Be­schwer­de zu füh­ren.4


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 24. März 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 4983; BBl 2003 2101).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 24. März 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 4983; BBl 2003 2101).
3 SR 172.021
4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 24. März 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 4983; BBl 2003 2101).

Art. 30 Information

1Der Be­auf­trag­te er­stat­tet der Bun­des­ver­samm­lung pe­ri­odisch so­wie nach Be­darf Be­richt. Er über­mit­telt den Be­richt gleich­zei­tig dem Bun­des­rat. Die pe­ri­odi­schen Be­rich­te wer­den ver­öf­fent­licht.1

2In Fäl­len von all­ge­mei­nem In­ter­es­se kann er die Öf­fent­lich­keit über sei­ne Fest­stel­lun­gen und Emp­feh­lun­gen in­for­mie­ren. Per­so­nen­da­ten, die dem Amts­ge­heim­nis un­ter­ste­hen, darf er nur mit Zu­stim­mung der zu­stän­di­gen Be­hör­de ver­öf­fent­li­chen. Ver­wei­gert die­se die Zu­stim­mung, so ent­schei­det der Prä­si­dent der auf dem Ge­biet des Da­ten­schut­zes zu­stän­di­gen Ab­tei­lung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts end­gül­tig.2


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. 3 des BG vom 19. März 2010 über die Um­set­zung des Rah­men­be­schlus­ses 2008/977/JI über den Schutz von Per­so­nen­da­ten im Rah­men der po­li­zei­li­chen und jus­ti­zi­el­len Zu­sam­men­ar­beit in Strafsa­chen, in Kraft seit 1. Dez. 2010 (AS 2010 3387 3418; BBl 2009 6749).
2 Fas­sung des Sat­zes ge­mä­ss An­hang Ziff. 26 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197 1069; BBl 2001 4202).

Art. 31 Weitere Aufgaben

1Der Be­auf­trag­te hat ins­be­son­de­re fol­gen­de wei­te­ren Auf­ga­ben:1

a.
Er un­ter­stützt Or­ga­ne des Bun­des und der Kan­to­ne in Fra­gen des Da­ten­schut­zes.
b.
Er nimmt Stel­lung zu Vor­la­gen über Er­las­se und Mass­nah­men des Bun­des, die für den Da­ten­schutz er­heb­lich sind.
c.
Er ar­bei­tet mit in- und aus­län­di­schen Da­ten­schutz­be­hör­den zu­sam­men.
d.2
Er be­gut­ach­tet, in­wie­weit die Da­ten­schutz­ge­setz­ge­bung im Aus­land einen an­ge­mes­se­nen Schutz ge­währ­leis­tet.
e.3
Er prüft die ihm nach Ar­ti­kel 6 Ab­satz 3 ge­mel­de­ten Ga­ran­ti­en und Da­ten­schutz­re­geln.
f.4
Er prüft die Zer­ti­fi­zie­rungs­ver­fah­ren nach Ar­ti­kel 11 und kann da­zu Emp­feh­lun­gen nach Ar­ti­kel 27 Ab­satz 4 oder 29 Ab­satz 3 ab­ge­ben.
g.5
Er nimmt die ihm durch das Öf­fent­lich­keits­ge­setz vom 17. De­zem­ber 20046 über­tra­ge­nen Auf­ga­ben wahr.
h.7
Er sen­si­bi­li­siert die Be­völ­ke­rung in Be­zug auf den Da­ten­schutz.

2Er kann Or­ga­ne der Bun­des­ver­wal­tung auch dann be­ra­ten, wenn die­ses Ge­setz nach Ar­ti­kel 2 Ab­satz 2 Buch­sta­ben c und d nicht an­wend­bar ist. Die Or­ga­ne der Bun­des­ver­wal­tung kön­nen ihm Ein­blick in ih­re Ge­schäf­te ge­wäh­ren.


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 4 des Öf­fent­lich­keits­ge­set­zes vom 17. Dez. 2004, in Kraft seit 1. Ju­li 2006 (AS 2006 2319; BBl 2003 1963).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 24. März 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 4983; BBl 2003 2101).
3 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 4 des Öf­fent­lich­keits­ge­set­zes vom 17. Dez. 2004 (AS 2006 2319; BBl 2003 1963). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 24. März 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 4983; BBl 2003 2101).
4 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 24. März 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 4983; BBl 2003 2101).
5 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 24. März 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 4983; BBl 2003 2101).
6 SR 152.3
7 Ein­ge­fügt durch Ziff. II 1 des BG vom 28. Sept. 2018 über die Um­set­zung der Richt­li­nie (EU) 2016/680 zum Schutz na­tür­li­cher Per­so­nen bei der Ver­ar­bei­tung per­so­nen­be­zo­ge­ner Da­ten zum Zwe­cke der Ver­hü­tung, Er­mitt­lung, Auf­de­ckung oder Ver­fol­gung von Straf­ta­ten oder der Straf­voll­stre­ckung, in Kraft seit 1. März 2019 (AS 2019 625; BBl 2017 6941).

Art. 32

1 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. I des BG vom 30. Sept. 2011 über die For­schung am Men­schen, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 3215; BBl 2009 8045).

6. Abschnitt: Rechtsschutz

Art. 33

1Der Rechts­schutz rich­tet sich nach den all­ge­mei­nen Be­stim­mun­gen über die Bun­des­rechts­pfle­ge.

2Stellt der Be­auf­trag­te bei ei­ner Sach­ver­halts­ab­klä­rung nach Ar­ti­kel 27 Ab­satz 2 oder nach Ar­ti­kel 29 Ab­satz 1 fest, dass den be­trof­fe­nen Per­so­nen ein nicht leicht wie­der gutz­u­ma­chen­der Nach­teil droht, so kann er dem Prä­si­den­ten der auf dem Ge­biet des Da­ten­schut­zes zu­stän­di­gen Ab­tei­lung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts vor­sorg­li­che Mass­nah­men be­an­tra­gen. Das Ver­fah­ren rich­tet sich sinn­ge­mä­ss nach den Ar­ti­keln 79-84 des Bun­des­ge­set­zes vom 4. De­zem­ber 19471 über den Bun­des­zi­vil­pro­zess.


1 SR 273

7. Abschnitt: Strafbestimmungen

Art. 34 Verletzung der Auskunfts-, Melde- und Mitwirkungspflichten

1Mit Bus­se wer­den pri­va­te Per­so­nen auf An­trag be­straft:1

a.
die ih­re Pflich­ten nach den Ar­ti­keln 8-10 und 14 ver­let­zen, in­dem sie vor­sätz­lich ei­ne falsche oder ei­ne un­voll­stän­di­ge Aus­kunft er­tei­len;
b.
die es vor­sätz­lich un­ter­las­sen:
1.
die be­trof­fe­ne Per­son nach Ar­ti­kel 14 Ab­satz 1 zu in­for­mie­ren, oder
2.
ihr die An­ga­ben nach Ar­ti­kel 14 Ab­satz 2 zu lie­fern.2

2Mit Bus­se wer­den pri­va­te Per­so­nen be­straft, die vor­sätz­lich:3

a.4
die In­for­ma­ti­on nach Ar­ti­kel 6 Ab­satz 3 oder die Mel­dung nach Ar­ti­kel 11a un­ter­las­sen oder da­bei vor­sätz­lich falsche An­ga­ben ma­chen;
b.
dem Be­auf­trag­ten bei der Ab­klä­rung ei­nes Sach­ver­hal­tes (Art. 29) falsche Aus­künf­te er­tei­len oder die Mit­wir­kung ver­wei­gern.

1 Fas­sung ge­mä­ss Art. 333 des Straf­ge­setz­bu­ches in der Fas­sung des BG vom 13. Dez. 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 3459; BBl 1999 1979).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. 3 des BG vom 19. März 2010 über die Um­set­zung des Rah­men­be­schlus­ses 2008/977/JI über den Schutz von Per­so­nen­da­ten im Rah­men der po­li­zei­li­chen und jus­ti­zi­el­len Zu­sam­men­ar­beit in Strafsa­chen, in Kraft seit 1. Dez. 2010 (AS 2010 3387 3418; BBl 2009 6749).
3 Fas­sung ge­mä­ss Art. 333 des Straf­ge­setz­bu­ches in der Fas­sung des BG vom 13. Dez. 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 3459; BBl 1999 1979).
4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 24. März 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 4983; BBl 2003 2101).

Art. 35 Verletzung der beruflichen Schweigepflicht

1Wer vor­sätz­lich ge­hei­me, be­son­ders schüt­zens­wer­te Per­so­nen­da­ten oder Per­sön­lich­keitspro­fi­le un­be­fugt be­kannt gibt, von de­nen er bei der Aus­übung sei­nes Be­ru­fes, der die Kennt­nis sol­cher Da­ten er­for­dert, er­fah­ren hat, wird auf An­trag mit Bus­se be­straft.1

2Gleich wird be­straft, wer vor­sätz­lich ge­hei­me, be­son­ders schüt­zens­wer­te Per­so­nen­da­ten oder Per­sön­lich­keitspro­fi­le un­be­fugt be­kannt gibt, von de­nen er bei der Tä­tig­keit für den Ge­heim­hal­tungs­pflich­ti­gen oder wäh­rend der Aus­bil­dung bei die­sem er­fah­ren hat.

3Das un­be­fug­te Be­kannt­ge­ben ge­hei­mer, be­son­ders schüt­zens­wer­ter Per­so­nen­da­ten oder Per­sön­lich­keitspro­fi­le ist auch nach Be­en­di­gung der Be­rufs­aus­übung oder der Aus­bil­dung straf­bar.


1 Fas­sung ge­mä­ss Art. 333 des Straf­ge­setz­bu­ches in der Fas­sung des BG vom 13. Dez. 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 3459; BBl 1999 1979).

8. Abschnitt: Schlussbestimmungen

Art. 36 Vollzug

1Der Bun­des­rat er­lässt die Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen.

21

3Er kann für die Aus­kunft­s­er­tei­lung durch di­plo­ma­ti­sche und kon­su­la­ri­sche Ver­tre­tun­gen der Schweiz im Aus­land Ab­wei­chun­gen von den Ar­ti­keln 8 und 9 vor­se­hen.

4Er kann fer­ner be­stim­men:

a.
wel­che Da­ten­samm­lun­gen ein Be­ar­bei­tungs­re­gle­ment be­nö­ti­gen;
b.
un­ter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen ein Bun­des­or­gan Per­so­nen­da­ten durch einen Drit­ten be­ar­bei­ten las­sen oder für Drit­te be­ar­bei­ten darf;
c.
wie die Mit­tel zur Iden­ti­fi­ka­ti­on von Per­so­nen ver­wen­det wer­den dür­fen.

5Er kann völ­ker­recht­li­che Ver­trä­ge über den Da­ten­schutz ab­sch­lies­sen, wenn sie den Grund­sät­zen die­ses Ge­set­zes ent­spre­chen.

6Er re­gelt, wie Da­ten­samm­lun­gen zu si­chern sind, de­ren Da­ten im Kriegs- oder Kri­sen­fall zu ei­ner Ge­fähr­dung von Leib und Le­ben der be­trof­fe­nen Per­so­nen füh­ren kön­nen.


1 Auf­ge­ho­ben durch Art. 25 des Ar­chi­vie­rungs­ge­set­zes vom 26. Ju­ni 1998, mit Wir­kung seit 1. Okt. 1999 (AS 1999 2243; BBl 1997 II 941).

Art. 37 Vollzug durch die Kantone

1So­weit kei­ne kan­to­na­len Da­ten­schutz­vor­schrif­ten be­ste­hen, die einen an­ge­mes­se­nen Schutz ge­währ­leis­ten, gel­ten für das Be­ar­bei­ten von Per­so­nen­da­ten durch kan­to­na­le Or­ga­ne beim Voll­zug von Bun­des­recht die Ar­ti­kel 1-11a, 16, 17, 18-22 und 25 Ab­sät­ze 1-3 die­ses Ge­set­zes.1

2Die Kan­to­ne be­stim­men ein Kon­troll­or­gan, wel­ches für die Ein­hal­tung des Da­ten­schut­zes sorgt. Die Ar­ti­kel 27, 30 und 31 sind sinn­ge­mä­ss an­wend­bar.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 24. März 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 4983; BBl 2003 2101).

Art. 38 Übergangsbestimmungen

1Die In­ha­ber von Da­ten­samm­lun­gen müs­sen be­ste­hen­de Da­ten­samm­lun­gen, die nach Ar­ti­kel 11 zu re­gis­trie­ren sind, spä­tes­tens ein Jahr nach In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes an­mel­den.

2Sie müs­sen in­nert ei­nem Jahr nach In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes die not­wen­di­gen Vor­keh­ren tref­fen, da­mit sie die Aus­künf­te nach Ar­ti­kel 8 er­tei­len kön­nen.

3Bun­des­or­ga­ne dür­fen ei­ne be­ste­hen­de Da­ten­samm­lung mit be­son­ders schüt­zens­wer­ten Per­so­nen­da­ten oder mit Per­sön­lich­keitspro­fi­len noch bis am 31. De­zem­ber 2000 be­nüt­zen, oh­ne dass die Vor­aus­set­zun­gen von Ar­ti­kel 17 Ab­satz 2 er­füllt sind.1

4Im Asyl- und Aus­län­der­be­reich wird die Frist nach Ab­satz 3 bis zum In­kraft­tre­ten des to­tal­re­vi­dier­ten Asyl­ge­set­zes vom 26. Ju­ni 19982 so­wie der Än­de­rung des Bun­des­ge­set­zes vom 26. März 19313 über Auf­ent­halt und Nie­der­las­sung der Aus­län­der ver­län­gert.4


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BB vom 26. Ju­ni 1998, in Kraft bis 31. Dez. 2000 (AS 1998 1586; BBl 1998 1579 1583).
2 SR 142.31
3 [BS 1 121; AS 1949 221, 1987 1665, 1988 332, 1990 1587 Art. 3 Abs. 2, 1991 362 Ziff. II 11 1034 Ziff. III, 1995 146, 1999 1111 2262 An­hang Ziff. 1, 2000 1891 Ziff. IV 2, 2002 685 Ziff. I 1 701 Ziff. I 1 3988 An­hang Ziff. 3, 2003 4557 An­hang Ziff. II 2, 2004 1633 Ziff. I 1 4655 Ziff. I 1, 2005 5685 An­hang Ziff. 2, 2006 979 Art. 2 Ziff. 1 1931 Art. 18 Ziff. 1 2197 An­hang Ziff. 3 3459 An­hang Ziff. 1 4745 An­hang Ziff. 1, 2007 359 An­hang Ziff. 1. AS 2007 5437 An­hang Ziff. I]
4 Ein­ge­fügt durch Ziff. II des BB vom 20. Ju­ni 1997, in Kraft seit 1. Jan. 1998 (AS 1997 2372; BBl 1997 I 877). Die ge­nann­ten Ge­set­ze tra­ten am 1. Okt. 1999 in Kraft.

Art. 38a Übergangsbestimmung zur Änderung vom
19.März 2010

Die Wahl des Be­auf­trag­ten und die Be­en­di­gung sei­nes Ar­beits­ver­hält­nis­ses un­ter­ste­hen bis zum En­de der Le­gis­la­tur­pe­ri­ode, in der die­se Än­de­rung in Kraft tritt, dem bis­he­ri­gen Recht.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. 3 des BG vom 19. März 2010 über die Um­set­zung des Rah­men­be­schlus­ses 2008/977/JI über den Schutz von Per­so­nen­da­ten im Rah­men der po­li­zei­li­chen und jus­ti­zi­el­len Zu­sam­men­ar­beit in Strafsa­chen, in Kraft seit 1. Dez. 2010 (AS 2010 3387 3418; BBl 2009 6749).

Art. 39 Referendum und Inkrafttreten

1Die­ses Ge­setz un­ter­steht dem fa­kul­ta­ti­ven Re­fe­ren­dum.

2Der Bun­des­rat be­stimmt das In­kraft­tre­ten.

Übergangsbestimmung der Änderung vom 24. März 2006

Anhang

Änderung von Bundesgesetzen

This site is protected by reCAPTCHA and the Google Privacy Policy and Terms of Service apply.

Feedback
A: AB-EBV AB-SBV AB-VASm AdoV AEFV AETR AEV AFZFG AFZFV AHVG AHVV AIAG AIAV AIG AkkredV-PsyG ALBAG ALBAV AlgV AlkG AlkV AllergV AllgGebV AltlV AMBV AMZV AO ArG ArGV 1 ArGV 2 ArGV 3 ArGV 4 ArGV 5 ARPV ARV 1 ARV 2 ASG AStG AStV ASV ASV-RAB AsylG AsylV 1 AsylV 2 AsylV 3 AtraG AtraV ATSG ATSV AufRBGer AufzV AuLaV AVFV AVG AVIG AVIV AVO AVO-FINMA AVV AwG AWV AZG AZGV B: BankG BankV BauAV BauPG BauPV BBG BBV BDSV BEG BehiG BehiV BekV-RAB BetmG BetmKV BetmSV BetmVV-EDI BeV BevSV BewG BewV BG-HAÜ BG-KKE BGA BGBB BGCITES BGerR BGF BGFA BGG BGIAA BGLE BGMD BGMK BGRB BGS BGSA BGST BGÖ BIFG BiGV BIV-FINMA BiZG BKSG BKSV BMV BPDV BPG BPI BPR BPS BPV BSG BSO BStatG BStG BStGerNR BStGerOR BStKR BStV BSV BTrV BURV BV BVG BVV 1 BVV 2 BVV 3 BWIS BZG BöB BüG BÜPF BüV C: CartV ChemG ChemGebV ChemPICV ChemRRV ChemV CyRV CZV D: DBG DBV DBZV DesG DesV DGV DR 04 DSG DV-RAB DZV DüBV DüV E: EBG EBV EDAV-DS-EDI EDAV-EU-EDI EDAV-Ht EHSM-V EiV EKBV EleG ELG ELV EMRK EnEV EnFV EnG ENSIG ENSIV EntG EntsG EntsV EnV EOG EOV EPDG EPDV EPDV-EDI EpG EpV ERV-BVGer ESV ExpaV EÖBV EÖBV-EJPD F: FamZG FamZV FAV FDO FHG FHV FIFG FiFV FiG FiLaG FiLaV FinfraG FinfraV FinfraV-FINMA FINIG FINIV FINMAG FiV FKG FLG FLV FMBV FMedG FMedV FMG FMV FOrgV FPV FrSV FusG FV FVAV FWG FWV FZG FZV G: GaGV GBV GebR-BVGer GebR-PatGer GebV ESTV GebV SchKG GebV-AIG GebV-ArG GebV-ASTRA GebV-AVG GebV-BAFU GebV-BASPO GebV-BAZL GebV-BJ GebV-BLW GebV-EDA GebV-EDI-NBib GebV-En GebV-ESA GebV-fedpol GebV-FMG GebV-HReg GebV-IGE GebV-KG GebV-NBib GebV-Publ GebV-SBFI GebV-TPS GebV-TVD GebV-VBS GebV-öV GebV-ÜPF GeBüV GeoIG GeoIV GeoIV-swisstopo GeomV GeoNV GesBG GesBKV GGBV GGUV GgV GKZ GlG GLPV GR-PatGer GR-WEKO GRN GRS GSchG GSchV GSG GTG GUMG GUMV GUMV-EDI GVVG GüTG GüTV H: HArG HArGV HasLV HasLV-WBF HBV HELV HEsÜ HFG HFKG HFV HGVAnG HKSV HKsÜ HMG HRegV HSBBV HVA HVI HVUV HyV I: IAMV IBH-V IBLV IBSG IBSV IFEG IGE-OV IGE-PersV IGEG InvV IPFiV IPRG IQG IR-PatGer IRSG IRSV ISABV-V ISchV ISLV IStrV-EZV ISUV ISVet-V IVG IVV IVZV J: J+S-V-BASPO JSG JStG JStPO JSV K: KAG KAKV-FINMA KBFHV KEG KEV KFG KFV KG KGSG KGSV KGTG KGTV KGVV KHG KHV KJFG KJFV KKG KKV KKV-FINMA KlinV KLV KMG KMV KOV KoVo KPAV KPFV KR-PatGer KRG KRV KV-GE KVAG KVAV KVG KVV L: LAfV LBV LDV LeV LFG LFV LGBV LGeoIV LGV LIV LMG LMVV LPG LRV LSMV LSV LTrV LugÜ LV-Informationssystemeverordnung LVG LVV LVV-VBS LwG M: MAkkV MaLV MaschV MatV MAV MBV MCAV MedBG MedBV MepV MetG MetV MFV MG MIG MinLV MinVG MinVV MinöStG MinöStV MiPV MIV MiVo-HF MJV MNKPV MPV MSchG MSchV MSG MStG MStP MStV MSV MVG MVV MWSTG MWSTV N: NAFG NagV NBibG NBibV NDG NEV NFSV NHG NHV NISSG NISV NIV NSAG NSAV NSG NSV NZV NZV-BAV O: OAV-SchKG OBG OBV OHG OHV OR OrFV Org-VöB OV-BK OV-BR OV-EDA OV-EDI OV-EFD OV-EJPD OV-HFG OV-UVEK OV-VBS OV-WBF P: PAG ParlG ParlVV PartG PaRV PatG PatGG PatV PAV PAVO PAVV PBG PBV PfG PfV PG PGesV PGesV–WBF–UVEK PGRELV PhaV PHV POG PRG PrHG PrSG PrSV PRTR-V PSAV PSMV PSPV PSPV-BK PSPV-EDA PSPV-EDI PSPV-EJPD PSPV-UVEK PSPV-VBS PSPV-WBF PSPVK PsyBV PsyG PublG PublV PVBger PVFMH PVFMH-VBS PVGer PVO-ETH PVO-TVS PVSPA PVSPA-VBS PäV PüG Q: QStV QuNaV R: RAG RAV RDV ReRBGer ResV-EDI RHG RHV RKV RLG RLV RPG RPV RSD RTVG RTVV RV-AHV RVOG RVOV RöV S: SAFIG SBBG SBMV SBV SchKG SDR SDSG SebG SebV SEFV SeilV SFV SGV SIaG SIRG SKV SnAV SPBV-EJPD SpDV SpG SpoFöG SpoFöV SpV SRVG SSchG SSchV SSchV-EDI SSV StAG StAhiG StAhiV StAV StBOG STEBV StFG StFV StG StGB StHG StPO StromVG StromVV StSG StSV STUG STUV StV STVG SuG SV SVAG SVAV SVG SVKG SVV T: TabV TAMV TBDV TEVG TGBV TGV ToG ToV TPFV TrG TSchAV TSchG TSchV TSG TStG TStV TSV TUG TVAV TVSV TwwV TZV U: UIDV UraM URG URV USG UVG UVPV UVV UWG V: V Mil Pers V-ASG V-FIFG V-FIFG-WBF V-GSG V-HFKG V-LTDB V-NDA V-NISSG V-NQR-BB V-StGB-MSt VABK VABUA VAböV VAEW VAG VAK VAM VAmFD VAN VAND VAPF VAPK VASA VASm VASR VATV VATV-VBS VAusb VAusb-VBS VAV VAwG VAZV VBB VBBo VBGA VBGF VBGÖ VBKV VBLN VBO VBO-ÜPF VBP VBPO VBPV VBPV-EDA VBR I VBRK VBSTB VBVA VBVV VBWK VböV VCITES VD-ÜPF VDA VDPS VDPV-EDI VDSG VDSZ VDTI VDZV VEAGOG VEE-PW VegüV VEJ VEKF VEL VEleS VEMV VEP VerTi-V VES VEV VeVA VEVERA VeÜ-VwV VeÜ-ZSSV VFAI VFAL VFAV VFB-B VFB-DB VFB-H VFB-K VFB-LG VFB-S VFB-SB VFB-W VFBF VFD VFRR VFSD VFV VG VGD VGeK VGG VGKE VGR VGS VGSEB VGV VGVL VGWR VHK VHyMP VHyPrP VHyS VID VIL VILB VIMK VIntA VIS-NDB VISOS VISV VITH VIVS VIZBM VJAR-FSTD VKA VKKG VKKL VKKP VKL VKos VKOVE VKP VKP-KMU VKSWk VKV-FINMA VKZ VLBE VLE VLF VlG VLHb VLIb VLIp VLK VLKA VLL VLpH VLtH VlV VMAP VMBM VMDP VMILAK VMob VMS VMSch VMSV VMWG VNEK VNem VNF VOCV VOD VOEW VORA-EDI VOSA VPA VPABP VPAV VPB VPeA VPG VPGA VPiB VpM-BAFU VpM-BLW VPO ETH VPOB VPOG VPR VPRG VPRH VPrP VPS VPVKEU VR-ENSI VR-ETH 1 VR-ETH 2 VR-FINMA VR-IGE VR-METAS VR-PUBLICA VR-RAB VR-SNM VR-Swissmedic VRA VRAB VREG VRHB VRKD VRLtH VRP VRS VRSL VRV VRV-L VSA VSB VSBN VSFK VSFS VSKV-ASTRA VSL VSMS VSPA VSpoFöP VSPS VSR VSRL VSS VST VStFG VStG VStrR VStV VSV VSVB VSZV VTE VTM VTNP VTS VTSchS VtVtH VUFB VUM VUV VVA VVAG VVAwG VVE VVEA VVG VVK VVK-EDI VVMH VVNF VVS-ÜPF VVTA VVV VVWAL VWEV VWL VWLV VWS VwVG VZAE VZAG VZG VZSchB VZV VZVM VöB VüKU VÜPF VüV-ÖV W: WaG WaV WBV WeBiG WeBiV WEFV WEG WFG WFV WG WPEG WPEV WRG WRV WSchG WSchV WV WZV WZVV Z: ZAG ZAV ZBstG ZDG ZDUeV ZDV ZDV-WBF ZEBG ZentG ZeugSG ZeugSV ZEV ZG ZGB ZISG ZPO ZSAV-BiZ ZSTEBV ZStGV ZStV ZSV ZTG ZUG ZustV-PrSV ZuV ZV ZV-EFD ZWG ZWV Ü: ÜbZ ÜüAVaS ÜüiZR ÜüRK ÜüSKZGIA ÜüzAiK No acronym: 331 632_319 818_101_24 131_211 131_212 131_213 131_214 131_215 131_216_1 131_216_2 131_217 131_218 131_221 131_222_1 131_222_2 131_223 131_224_1 131_224_2 131_225 131_226 131_227 131_228 131_229 131_231 131_232 131_233 131_235 142_318 142_513 170_321 172_010_441 172_211_21 172_220_11 172_327_11 196_127_67 221_213_221 221_415 360_2 361_0 361_2 362_0 366_1 367_1 420_126 420_171 510_620_2 514_10 632_421_0 672_933_6 701 732_12 741_618 748_222_0 748_222_1 811_117_2 812_121_5 812_214_5 817_023_41 818_101_25 818_102 830_31 831_471 837_033 837_21 861 935_121_41 935_121_42 935_816_2
A: AccredO-LPsy AETR C: Caclid CC CCoop-ESF CE-TAF CEDH CL CLaH 2000 CLaH 96 CO CP CPC Cpecmdi CPM CPP Cprlsaé Crdl Crpc Cst-GE Cst. Ctflij D: DE-OCEB DE-OCF DE-OMBat DPA DPMin E: EIMP F: FITAF FP-TFB L: LA LAA LAAF LAAM LACI LAFam LAGH LAgr LAI Lalc LAM LAMal LAO LAP LApEl LAPG LAr LArm LAS LASEI LAsi LAT LAVI LAVS LB LBCF LBFA LBI LBNS LCA LCAP LCart LCBr LCC LCD LCdF LCESF LCF LCFF LChim LChP LCin LCITES LCo LCPI LCPR LCR LD LDA LDAl LDEA LDEP LDes LDFR LDI LDIF LDIP LDP LDT LDét LEAC LEAR LEaux LEC LEDPP LEEJ LEFin LEg LEH LEHE LEI LEIS LEMO LEne LEnTR LENu LEp LERI LESE LESp LET LEx LF-CLaH LF-EEA LFA LFAIE LFC LFCo LFE LFH LFIF LFINMA LFisE LFLP LFMG LFo LFORTA LFPC LFPr LFSP LFus LGG LGéo LHand LHID LHR LIA LIB LICa LIE LIFD LIFSN LIMF Limpauto Limpmin LIPI LIPPI LISDC LISint LITC LJAr LLC LLCA LLG LLGV LMAP LMC LMCFA LMP LMSI LMét LN LNI LOA LOAP LOC LOG LOGA LOP LOST LP LPA LPAP LParl LPart LPBC LPC LPCA LPCC LPCo LPD LPDS LPE LPers LPGA LPM LPMA LPMéd LPN LPO LPP LPPCi LPPS LPSan LPSP LPsy LPTh LPubl LRaP LRCF LRCN LRCS LRens LRFP LRH LRN LRNIS LRPL LRS LRTV LSA LSAMal LSC LSCPT LSE LSEtr LSF LSIA LSIP LSIS LSPr LSPro LSR LStup LSu LT LTab LTaD LTAF LTBC LTC LTEO LTF LTFB LTI LTM LTN LTo LTr LTRA LTrAlp LTrans LTrD LTro LTTM LTV LTVA Ltém LUMin LUsC LVA LVP LVPC O: O E-VERA O LERI DEFR O OFSPO J+S O pers mil O-CNC-FPr O-CP-CPM O-HEFSM O-LEHE O-LERI O-LRNIS O-OPers O-OPers-DFAE O-SI ABV O-SIGEXPA O-STAC OA 1 OA 2 OA 3 OAA OAAcc OAAE OAAE-DFJP OAAF OAAFM OAAFM-DDPS OAASF OAbCV OAC OACA OACAMIL OACata OAcCP OACE OACI OACM OACP OACS OAdd OAdma OAdo OADou OAEP OAF OAFA OAFam OAG OAGH OAGH-DFI OAgrD OAIE OAlc OAllerg OAM OAMal OAMAS OAMéd OAMédcophy OAO OAOF OAP OAPA OAPCM OApEl OARF OARF-OFT OARG OArm OAS OASA OAsc OASF OASM OASMéd OAStup OAT OAV OAVI OB OBat OBB OBCF OBI OBiG OBioc OBLF OBMa OBNP OBNS OBPL OCA OCA-DFI Ocach OCAl OCart OCBD OCBr Occd OCCEA OCCHE OCCP OCCR OCDA OCDM OCDoc OCEB OCEC OCEl-PA OCEl-PCPP OCEM OCF OCFH OChim OChP OCIFM OCin OCITES OCL OClin OCM OCM ES OCMD OCNE OCo OCOFE OComp-OSPro OCont OCoo OCoR-DFI OCos OCOV OCP OCPD OCPF OCPPME OCPR OCPSan OCR OCS OCSP OCSP-ChF OCSP-DDPS OCSP-DEFR OCSP-DETEC OCSP-DFAE OCSP-DFI OCSP-DFJP OCSPN OCStup OCTE OCVM OCâbles OD OD-ASR OD-DFF Odac ODAlAn ODAlGM ODAlOUs ODAlOV ODAu ODCS ODE OdelO ODEP ODEP-DFI ODes ODF ODFR ODI ODim ODO ODP ODPr ODSC ODV ODVo Odét OE OEAR OEaux OEB OEC OECA OEChim OECin OEDPP OEDRP-DFI OEDS OEE-VT OEEC OEEE OEEJ OEFin OEI-SCPT OEIE OEIMP OEIT OELDAl OELP OEM Oem-LEI Oem-OFJ OEMCN OEMFP OEmiA OEMO OEmol-AFC OEmol-ASF OEmol-BN OEmol-DDPS OEmol-DFAE OEmol-DFI-BN OEmol-fedpol OEmol-LCart OEmol-LSE OEmol-LTr OEmol-OFAC OEmol-OFAG OEmol-OFEV OEmol-OFRO OEmol-OFSPO OEmol-Publ OEmol-RC OEmol-SEFRI OEmol-TA OEmol-TP OEMTP OEMéd OEne OEneR OEng OENu OEOHB OEp OEPI OEPL OERE OESE OESE-DFI OESN OESp OESS OETHand OETV OEV Oexpa OFA-FINMA OFAC OFC OFCo OFCoop OFDG OFDPP OFE OFG OFH OFMO OFo OFOrg Oform OFP OFPAn OFPC-FINMA OFPr OFPT OFSI OFSPers OGE OGEmol OGN OGOM OGPCT OGéo OGéo-swisstopo OGéom OH OHand OHEL OHR OHS-LP OHyAb OHyg OHyPL OHyPPr OIA OIAgr OIAM OIB OIB-FINMA OIBC OIBL OIBT OIC OICa OIDAl OIDE OIE OIELFP OIFC OIFP OIFSN OILC OIMA OIMAS OIMF OIMF-FINMA Oimpauto Oimpmin OInstr pré OInstr prém DDPS Oinv OIOP OIP OIPI OIPSD OIPSD-DEFR OIS OISec OISofCA OISOS OIT OITab OITC OITE-AC OITE-PT-DFI OITE-UE-DFI OITPTh OITRV OIVS OJAr OJAR-FSTD OJM OJPM OLAA OLALA OLang OLAr OLCC OLCP OLDI OLDT OLEC OLED OLEH OLEl OLen OLFP OLG Olico OLN OLOG OLOGA OLOP OLP OLPA OLPD OLPS OLQE OLT 1 OLT 2 OLT 3 OLT 4 OLT 5 OLUsC OMA OMAA OMach OMAH OMAI OMAP OMAS OMat OMAV OMBat OMBT OMCFA OMCo OMDA OME-SCPT OMG OMi OMinTA OMJ-DFJP OMN OMN-DDPS OMO OMob OMoD OMP OMP-OFAG OMP-OFEV OMPr OMSA OMSVM OMéd OMédv OMét ONAE ONag ONCAF ONCR ONGéo ONI ONM ONo-ASR OO OOBE OOC-SCPT OOCCR-OFROU OODA OOIT OOLDI OOMA OOP EPF OOPC OOrgA OOST OOUS OPA OPAAb OPair OPAM OPAn OPAnAb OPAP OParcs OPart OPAS OPAT OPATE OPB OPBC OPBD OPBio OPC OPC-AVS-AI OPC-FINMA OPCAP OPCC OPCi OPCNP OPCo OPCy OPD OPDC OPE OPEA OPer-AH OPer-B OPer-D OPer-Fl OPer-Fo OPer-Fu Oper-IPI OPer-P OPer-S OPers OPers-EPF OPers-PDHH OPers-PDHH-DDPS OPers-PPOE OPers-PPOE-DDPS OPers-ServAS OPersT OPersTF OPESp OPF OPFCC OPFr OPGA OPha OPICChim OPICin OPIE OPM OPMA