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Verordnung
über die Geschäftsführung der Konkursämter
(KOV)1

vom 13. Juli 1911 (Stand am 1. August 2021)

1Abkürzung eingefügt durch Ziff. I der V des BGer vom 5. Juni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2884).

Das Schweizerische Bundesgericht,

in Anwendung von Artikel 15 des Schuldbetreibungs- und
Konkursgesetzes (SchKG)2 ,3

verordnet:

2SR 281.1

3Fassung gemäss Ziff. I der V des BGer vom 5. Juni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2884).

A. Protokoll-, Akten- und Rechnungswesen

I. Allgemeine Bestimmungen

Art. 14  

I. All­ge­mei­ne Be­stim­mun­gen

1. Ob­li­ga­to­ri­sche Ver­zeich­nis­se und Bü­cher

 

Die Kon­kur­säm­ter ha­ben fol­gen­de Ver­zeich­nis­se und Bü­cher zu füh­ren:

1.
ein Ver­zeich­nis der Kon­kur­se und Rechts­hil­fe­ge­su­che in Kon­kur­sen;
2.
ein Kassa­buch;
3.
ein Kon­to­kor­rent­buch;
4.
ein Bi­lanz­heft.

4Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2884).

Art. 2  

2. Ob­li­ga­to­ri­sche For­mu­la­re

 

Für fol­gen­de, von den Kon­kurs­be­am­ten zu er­rich­ten­de Ak­ten­stücke sind ein­heit­li­che For­mu­la­re zu ver­wen­den:

1.
Kon­kur­spro­to­koll;
2.
In­ven­tar;
3.
Ver­zeich­nis der For­de­rungs­ein­ga­ben;
4.
Ein­la­dung zur Gläu­bi­ger­ver­samm­lung;
5.
Kol­lo­ka­ti­ons­plan;
6.
Ab­tre­tung von Rechts­an­sprü­chen der Mas­se ge­mä­ss Ar­ti­kel 260 SchKG;
7.5
Stei­ge­rungs­an­zei­gen ge­mä­ss Ar­ti­kel 257 SchKG;
8.
Kos­ten­rech­nung und Ver­tei­lungs­lis­te;
9.
An­zei­ge an die Gläu­bi­ger und an den Ge­mein­schuld­ner über die Auf­le­gung der Ver­tei­lungs­lis­te;
10.
Ver­lust­schein;
11.
Ge­büh­ren- und Aus­la­gen­rech­nung;
12.
...6
13.
Be­kannt­ma­chun­gen über die Kon­kurser­öff­nung, die Auf­le­gung des Kol­lo­ka­ti­ons­pla­nes, den Kon­kurs­wi­der­ruf, die Ein­stel­lung und den Schluss des Kon­kurs­ver­fah­rens.

5Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2884).

6Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des Be­schlus­ses des BGer vom 16. Dez. 1988, mit Wir­kung seit 16. Dez. 1988 (AS 1989 262).

Art. 3  

3. Mus­ter für Bü­cher, Ver­zeich­nis­se und For­mu­la­re

 

1 Die in den Ar­ti­keln 1 und 2 ge­nann­ten Bü­cher, Ver­zeich­nis­se und For­mu­la­re müs­sen den im An­hang7 zu der vor­lie­gen­den Ver­ord­nung auf­ge­stell­ten Mus­tern ent­spre­chen.

2 Die Kan­to­ne kön­nen noch wei­te­re For­mu­la­re (für Stei­ge­rungs­pro­to­kol­le, An­zei­gen u. dgl.) ge­stat­ten oder vor­schrei­ben.

7In der AS nicht ver­öf­fent­licht.

Art. 48  

4. Kon­kurs­ver­zeich­nis

 

1 Die in das Kon­kurs­ver­zeich­nis in der Rei­hen­fol­ge ih­res Ein­gangs ein­zu­tra­gen­den Ge­schäf­te sind fort­lau­fend zu num­me­rie­ren. Je­des Jahr ist mit der Num­me­rie­rung neu zu be­gin­nen und das Ver­zeich­nis am En­de je­des Jah­res ab­zu­sch­lies­sen. Die un­er­le­dig­ten Fäl­le aus dem Vor­jahr sind im Ver­zeich­nis des neu­en Jah­res sum­ma­risch vor­zu­mer­ken.

2 Das Ver­zeich­nis ist am Schlus­se mit ei­nem al­pha­be­ti­schen Re­gis­ter nach den Na­men der Ge­mein­schuld­ner zu ver­se­hen.

8Im ita­lie­ni­schen Text be­steht die­ser Art. aus ei­nem ein­zi­gen Abs.

Art. 5  

5. Mit­tei­lun­gen, Emp­fangs­schei­ne und Be­kannt­ma­chun­gen

 

1 Sämt­li­che Mit­tei­lun­gen der Kon­kur­säm­ter sind in Ko­pie zu den Ak­ten zu le­gen.9

2 Für je­de Geld- oder Wert­sen­dung so­wie für je­den ein­ge­schrie­be­nen Brief sind Po­st­emp­fangs­schei­ne zu er­he­ben und zu den Ak­ten zu le­gen, oder es ist die Ver­sen­dung in ei­nem Post­quit­tun­gen­buch zu be­schei­ni­gen.10

3 Er­folgt die Mit­tei­lung mit­tels öf­fent­li­cher Be­kannt­ma­chung, so ist ein Ex­em­plar des Blat­tes oder ein mit dem Da­tum der Pu­bli­ka­ti­on ver­se­he­ner Aus­schnitt zu den Ak­ten zu le­gen.

9Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2884).

10Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2884).

Art. 6  

6. Pro­to­koll- und Ak­ten­füh­rung durch den Stell­ver­tre­ter

 

1 Be­fin­det sich der Kon­kurs­be­am­te im Aus­stan­de, so über­mit­telt er die Ak­ten un­ver­züg­lich sei­nem Stell­ver­tre­ter. Kann auch die­ser nicht am­ten und muss da­her ein aus­ser­or­dent­li­cher Stell­ver­tre­ter be­zeich­net wer­den, so soll der Kon­kurs­be­am­te bei der zu­stän­di­gen kan­to­na­len In­stanz die Er­nen­nung ei­nes sol­chen be­an­tra­gen.

2 Die Ein­tra­gung des vom Stell­ver­tre­ter durch­ge­führ­ten Kon­kur­ses er­folgt stets im Ver­zeich­nis des zu­stän­di­gen Kon­kur­sam­tes. Da­bei ist in der Ru­brik «Be­mer­kun­gen» auf die Be­sor­gung des Kon­kur­ses durch den or­dent­li­chen oder aus­ser­or­dent­li­chen Stell­ver­tre­ter hin­zu­wei­sen und der Grund des Aus­stan­des an­zu­ge­ben.

3 Der Stell­ver­tre­ter hat auf sämt­li­chen von ihm zu un­ter­zeich­nen­den Ak­ten­stücken sei­ne Ei­gen­schaft als Stell­ver­tre­ter an­zu­füh­ren und nach Er­le­di­gung des Kon­kur­ses Pro­to­koll und Ak­ten an das zu­stän­di­ge Kon­kur­samt ab­zu­lie­fern.

Art. 7  

7. Amts­über­ga­be bei Be­am­ten­wech­sel

 

1 Bei je­dem Be­am­ten­wech­sel hat ei­ne förm­li­che Amts­über­ga­be un­ter Lei­tung ei­ner von der kan­to­na­len Auf­sichts­be­hör­de zu be­zeich­nen­den Amts­stel­le statt­zu­fin­den. Da­bei sind sämt­li­che Bü­cher ab­zu­sch­lies­sen und vom bis­he­ri­gen Kon­kurs­be­am­ten ei­gen­hän­dig zu un­ter­zeich­nen. Fer­ner ist die Rech­nungs­füh­rung nach­zu­prü­fen und fest­zu­stel­len, ob der Kassa­be­stand mit der Sum­me der Kon­to­kor­rent­sal­di nach Ab­rech­nung des De­po­si­ten­sal­dos über­ein­stimmt, so­wie das End­da­tum der Amt­stä­tig­keit des bis­he­ri­gen und das An­fangs­da­tum der­je­ni­gen des neu­en Be­am­ten in den Bü­chern zu ver­ur­kun­den.

2 Über den Über­ga­be­akt ist ein Pro­to­koll auf­zu­neh­men, das von sämt­li­chen an­we­sen­den Per­so­nen zu un­ter­zeich­nen ist.

II. Protokollführung

Art. 811  

II. Pro­to­koll­füh­rung

Kon­kur­spro­to­koll

a. Zweck und In­halt

 

Die Kon­kurs­be­am­ten ha­ben in al­len Kon­kur­sen, auch in den­je­ni­gen, wel­che man­gels Ak­ti­ven ein­ge­stellt wer­den, so­wie über je­des bei ih­nen ein­ge­hen­de Rechts­hil­fe­ge­such so­fort nach Ein­gang des Kon­kurs­er­kennt­nis­ses oder des Auf­tra­ges des er­su­chen­den Kon­kur­sam­tes ein Pro­to­koll an­zu­le­gen und nach­zu­füh­ren, in wel­chem sämt­li­che Kon­kurs­hand­lun­gen und sons­ti­gen das Kon­kurs­ver­fah­ren be­ein­flus­sen­den Vor­gän­ge je­wei­len un­ver­züg­lich in zeit­li­cher Rei­hen­fol­ge zu ver­ur­kun­den sind.

11Im fran­zö­si­schen Text be­steht die­ser Ar­ti­kel aus zwei Ab­sät­zen.

Art. 9  

b. Ein­tra­gun­gen

 

Die Ein­tra­gun­gen sol­len nur den we­sent­li­chen In­halt der ein­zel­nen Hand­lun­gen und Vor­gän­ge, so­weit zum Ver­ständ­nis des Pro­to­kolls oder für die Be­weis­kraft er­for­der­lich, wie­der­ge­ben. Eben­so sind Mit­tei­lun­gen des Kon­kur­sam­tes nur in­so­weit zu no­tie­ren, als ihr In­halt recht­s­er­heb­lich ist. Für ge­richt­li­che Ver­fü­gun­gen, Be­schlüs­se und Ur­tei­le ge­nügt die sum­ma­ri­sche Er­wäh­nung des Dis­po­si­tivs. Im üb­ri­gen ist stets auf die Ak­ten in der hier­für be­stimm­ten Ru­brik zu ver­wei­sen.

Art. 10  

c. An­la­ge und Auf­be­wah­rung

 

1 Die Ein­tra­gun­gen im Pro­to­koll er­fol­gen auf flie­gen­den Bo­gen, wel­che zu pa­gi­nie­ren und durch einen ge­mä­ss dem vor­ge­schrie­be­nen For­mu­lar be­ti­tel­ten Um­schlag zu­sam­men­zu­hal­ten sind. Das Pro­to­koll ist am Schluss vom Kon­kurs­be­am­ten un­ter Bei­set­zung des amt­li­chen Stem­pels zu un­ter­zeich­nen.

2 ...12

3 Die­sem Pro­to­koll sind als in­te­grie­ren­de Be­stand­tei­le bei­zu­le­gen: das In­ven­tar, das Ver­zeich­nis der For­de­rungs­ein­ga­ben, die Kos­ten­rech­nung, die Pro­to­kol­le der Gläu­bi­ger­ver­samm­lun­gen, des Gläu­bi­ger­aus­schus­ses, die Be­rich­te der Kon­kurs­ver­wal­tung und die ge­richt­li­chen Ver­fü­gun­gen über den Schluss oder den Wi­der­ruf des Kon­kurs­ver­fah­rens.13

4 Nach Er­le­di­gung ei­nes Rechts­hil­fe­ge­su­ches lie­fert das er­such­te Amt die sämt­li­chen Ak­ten dem er­su­chen­den Am­te ab.14

12Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2884).

13Fas­sung ge­mä­ss Art. 5 der V des BGer vom 14. März 1938 über die Auf­be­wah­rung der Be­trei­bungs- und Kon­kurs­ak­ten, in Kraft seit 30. März 1938 (AS 54 131).

14Ur­sprüng­lich Abs. 3.

Art. 1116  

d. Edi­ti­on

 

Die Haupt­ak­ten (Pro­to­koll und in­te­grie­ren­de Be­stand­tei­le ge­mä­ss Art. 10) dür­fen in der Re­gel an Dritt­per­so­nen oder Ge­rich­te nur dann aus­ge­ge­ben wer­den, wenn die Um­stän­de den Er­satz durch be­glau­big­te Ab­schrif­ten oder durch die per­sön­li­che Ein­ver­nah­me des Kon­kurs­ver­wal­ters nicht er­lau­ben.

16Ur­sprüng­lich Art. 12

III. Elektronische Datenverarbeitung 17

17Eingefügt durch Ziff. I der V des BGer vom 5. Juni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2884).

Art. 1218  

III. Elek­tro­ni­sche Da­ten­ver­ar­bei­tung

Zu­läs­sig­keit

 

Die Füh­rung der in Ar­ti­kel 1 ge­nann­ten Ver­zeich­nis­se und Bü­cher so­wie die Er­stel­lung der in Ar­ti­kel 2 er­wähn­ten Ak­ten­stücke und der Mit­tei­lun­gen ge­mä­ss Ar­ti­kel 5 kön­nen mit Be­wil­li­gung der kan­to­na­len Auf­sichts­be­hör­de mit­tels elek­tro­ni­scher Da­ten­ver­ar­bei­tung er­fol­gen.

18Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2884).

IV. Ordnung und Aufbewahrung der Akten19

19Ursprünglich III

Art. 13  

IV.

1. Ord­nung und Num­me­rie­rung der Ak­ten

 

1 Sämt­li­che dem Kon­kur­samt zu­ge­hen­de Schrift­stücke sind so­fort mit dem Ein­gangs­da­tum zu ver­se­hen.20

2 Die Ak­ten je­des Kon­kur­ses sind, un­ter Vor­be­halt der be­son­de­ren Be­stim­mun­gen der Ar­ti­kel 21 und 24 Ab­satz 2 be­tref­fend die Kas­sa- und Kos­ten­be­le­ge, nach Ma­te­ri­en (In­ven­tar, Ei­gen­tums­an­spra­chen, un­pfänd­ba­re Ge­gen­stän­de, Kol­lo­ka­ti­ons­plan usw.) zu son­dern, in­ner­halb je­der Ma­te­rie nach al­pha­be­ti­scher oder zeit­li­cher Ord­nung zu num­me­rie­ren und in ei­nem mit der Be­zeich­nung des Kon­kur­ses zu über­schrei­ben­den Ord­ner bei­sam­men­zu­hal­ten.21 22

3 Die von den Kon­kurs­gläu­bi­gern ein­ge­leg­ten Be­le­ge er­hal­ten die Num­mer der ent­spre­chen­den For­de­rungs­ein­ga­be und wer­den fort­lau­fend mit Buch­sta­ben be­zeich­net.

20Im ita­lie­ni­schen Text bil­den die Abs. 1 und 2einen ein­zi­gen Ab­satz.

21Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2884).

22Im ita­lie­ni­schen Text bil­den die Abs. 1 und 2einen ein­zi­gen Ab­satz.

Art. 1423  

2. Auf­be­wah­rung

a. der Ak­ten

 

1 Die Ak­ten er­le­dig­ter Kon­kur­se dür­fen nach Ab­lauf von zehn Jah­ren, vom Ta­ge der Er­le­di­gung an ge­rech­net, ver­nich­tet wer­den, eben­so die Kassa­bü­cher nebst Be­le­gen, die Kon­to­kor­rent­bü­cher und Bi­lanz­hef­te nach Ab­lauf von zehn Jah­ren seit de­ren Ab­schluss.

2 Das Kon­kurs­ver­zeich­nis ist wäh­rend 40 Jah­ren seit des­sen Ab­schluss auf­zu­be­wah­ren.

23Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2884).

Art. 15  

b. der Ge­schäfts­bü­cher und Ge­schäfts­pa­pie­re

 

Hin­sicht­lich der Auf­be­wah­rung der vom Kon­kur­samt zu den Kon­kurs­ak­ten bei­ge­zo­ge­nen Ge­schäfts­bü­cher und Ge­schäfts­pa­pie­re des Ge­mein­schuld­ners ist nach fol­gen­den Grund­sät­zen zu ver­fah­ren:

1.
Wird das vom Ge­mein­schuld­ner be­trie­be­ne Ge­schäft im Kon­kurs­ver­fah­ren als Gan­zes an einen Drit­ten ver­äus­sert, so sind die Ge­schäfts­bü­cher und Ge­schäfts­pa­pie­re auf Ver­lan­gen dem Er­wer­ber zu über­ge­ben.
2.
Fin­det kein sol­cher Über­gang des Ge­schäfts und da­mit der Ge­schäfts­bü­cher und Ge­schäfts­pa­pie­re auf einen Drit­ten statt, so ist wie folgt zu ver­fah­ren:
a.24
Im Fal­le des Kon­kur­ses über ei­ne Ein­zel­fir­ma sind die Ge­schäfts­bü­cher und Ge­schäfts­pa­pie­re nach durch­ge­führ­tem Kon­kurs­ver­fah­ren dem Ge­mein­schuld­ner her­aus­zu­ge­ben, und es ist als­dann sei­ne Sa­che, für ih­re Auf­be­wah­rung wäh­rend der zehn­jäh­ri­gen Frist des Ar­ti­kels 962 des Ob­li­ga­tio­nen­rechts25 zu sor­gen.
b.
War der Ge­mein­schuld­ner ei­ne Kol­lek­tiv- oder Kom­man­dit­ge­sell­schaft, so hat die Rück­ga­be der Ge­schäfts­bü­cher und Ge­schäfts­pa­pie­re an den­je­ni­gen un­be­schränkt haf­ten­den Ge­sell­schaf­ter zu er­fol­gen, der von den an­dern Ge­sell­schaf­tern zu ih­rer Emp­fang­nah­me er­mäch­tigt ist. Be­steht hier­über un­ter ih­nen kein Ein­ver­ständ­nis, so blei­ben die Bü­cher und Pa­pie­re so lan­ge beim Kon­kur­samt, bis sie ent­we­der ge­richt­lich ei­nem der Ge­sell­schaf­ter zu­ge­spro­chen wor­den sind oder die ge­setz­li­che zehn­jäh­ri­ge Frist vom Ta­ge der letz­ten Ein­tra­gung an ab­ge­lau­fen ist.
c.26
Die Ge­schäfts­bü­cher und Ge­schäfts­pa­pie­re von fal­li­ten Ak­ti­en­ge­sell­schaf­ten und Ge­nos­sen­schaf­ten sind auch nach Schluss des Kon­kurs­ver­fah­rens auf dem Kon­kur­samt auf­zu­be­wah­ren, so­lan­ge nicht die nach Ar­ti­kel 747 des Ob­li­ga­tio­nen­rechts hier­zu kom­pe­tente Han­dels­re­gis­t­er­be­hör­de einen an­de­ren si­che­ren Ort für die Nie­der­le­gung auf die Dau­er von zehn Jah­ren be­stimmt hat.
3.
Ist die Auf­be­wah­rung durch den Ge­mein­schuld­ner nicht mög­lich, so sind die Bü­cher und Pa­pie­re auf dem Kon­kur­samt auf­zu­be­wah­ren.
4.
Die kan­to­na­len Auf­sichts­be­hör­den ha­ben da­für zu sor­gen, dass die Kon­kur­säm­ter, wel­che nicht in der La­ge sind, die nach vor­ste­hen­den Grund­sät­zen bei ih­nen lie­gen­den Bü­cher und Pa­pie­re auf­zu­be­wah­ren, sie an ei­nem zen­tra­len Or­te ar­chi­vie­ren kön­nen.

24Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2884).

25SR 220

26Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2884).

Art. 15a28  

3. Auf­zeich­nung auf Bild- und Da­ten­trä­gern

 

1 Die auf­zu­be­wah­ren­den Ak­ten kön­nen mit Zu­stim­mung der kan­to­na­len Auf­sichts­be­hör­de auf Bild- oder Da­ten­trä­gern auf­ge­zeich­net und die Ori­gi­nal­ak­ten hier­auf ver­nich­tet wer­den.29

2 Die kan­to­na­le Auf­sichts­be­hör­de sorgt da­für, dass die Vor­schrif­ten der Ge­schäfts­bü­cher­ver­ord­nung vom 24. April 200230 be­folgt wer­den.31

28Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V des BGer vom 18. Mai 1979, in Kraft seit 1. Ju­li 1979 (AS 1979 813).

29Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2884).

30 SR 221.431

31 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 3 der V vom 18. Ju­ni 2021 zur An­pas­sung des Bun­des­rechts an Ent­wick­lun­gen der Tech­nik ver­teil­ter elek­tro­ni­scher Re­gis­ter, in Kraft seit 1. Aug. 2021 (AS 2021 400).

V. Buch-, Kassa- und Rechnungsführung32

32Ursprünglich IV

Art. 16  

V.

1. Kassa­buch

 

1 Al­le Ein- und Aus­zah­lun­gen, wel­che dem Kon­kur­samt oder von ihm auf Rech­nung ei­ner Kon­kurs­li­qui­da­ti­on ge­macht wer­den, wie na­ment­lich Kon­kurs­kos­ten (Vor­schüs­se und Sal­do), in­ven­tier­te Bar­schaft, ein­ge­hen­de Gut­ha­ben, Miet- und Pacht­zin­se, Stei­ge­rungser­lö­se, Be­zü­ge des Kon­kur­sam­tes auf Rech­nung der Kon­kurs­ge­büh­ren, Ein­zah­lun­gen und Rück­zü­ge bei der De­po­si­ten­an­stalt, Ab­schlags­ver­tei­lun­gen, Aus­rich­tung der Di­vi­den­den, sind un­ver­züg­lich nach ih­rer zeit­li­chen Fol­ge in das Kassa­buch ein­zu­tra­gen.

2 Die Ein­tra­gun­gen sol­len ent­hal­ten: das Da­tum der Zah­lung, die An­ga­be des Kon­kur­ses, Na­me und Wohn­ort des Zah­len­den oder des Emp­fän­gers, Be­trag der ein- oder aus­be­zahl­ten Sum­me (ers­te­rer im Soll, letz­te­rer im Ha­ben) und das Fo­lio der ent­spre­chen­den Ein­tra­gung im Kon­to­kor­rent­buch.

3 Das Kassa­buch ist mo­nat­lich ab­zu­sch­lies­sen und der Sal­do vor­zu­tra­gen.

Art. 17  

2. Kon­to­kor­rent­buch

a. An­la­ge im all­ge­mei­nen

 

1 Für je­de Kon­kurs­li­qui­da­ti­on ist im Kon­to­kor­rent­buch ei­ne lau­fen­de Rech­nung zu er­öff­nen, wel­che ei­ne über­sicht­li­che chro­no­lo­gi­sche Zu­sam­men­stel­lung sämt­li­cher auf die Li­qui­da­ti­on be­züg­li­cher Kas­sa­vor­gän­ge auf Grund der Ein­tra­gun­gen im Kassa­buch ge­ben soll und mit der Be­en­di­gung der Li­qui­da­ti­on ab­zu­sch­lies­sen ist.

2 Die Ein­tra­gun­gen sol­len ent­hal­ten: das Da­tum der Zah­lung, Na­me und Wohn­ort des Zah­len­den oder des Emp­fän­gers, kur­ze Be­zeich­nung der Na­tur der Zah­lung, Hin­weis auf den Ein­trag im Kassa­buch, Be­trag der ein- oder aus­be­zahl­ten Sum­me (ers­te­rer im Ha­ben, letz­te­rer im Soll). Setzt sich ein Kass­apo­sten aus meh­re­ren Teil­pos­ten zu­sam­men, so sind die­se auf­zu­füh­ren.

Art. 18  

b. Bu­chung der De­po­si­ten

 

1 Fer­ner ist im Kon­to­kor­rent­buch über den Ver­kehr mit der De­po­si­ten­an­stalt ein be­son­de­res Kon­to zu füh­ren, in wel­chem sämt­li­che Ein­la­gen und Rück­zü­ge des Kon­kur­sam­tes (ers­te­re im Soll, letz­te­re im Ha­ben), so­wie all­fäl­li­ge Zin­sen ein­zu­tra­gen sind, un­ter An­ga­be des Kon­kurs­fal­les, auf des­sen Rech­nung die Zah­lun­gen statt­ge­fun­den ha­ben.

2 Die Ein­la­gen sind bei der De­po­si­ten­an­stalt auf den Na­men der be­tref­fen­den Kon­kurs­mas­se (nicht des Kon­kur­sam­tes) ein­zu­tra­gen, in der Mei­nung, dass die De­po­si­ten­an­stalt für je­den Kon­kurs ein be­son­de­res Kon­to zu füh­ren ha­be.

Art. 19  

3. Bi­lanz­heft

 

1 Die am En­de je­des Mo­nats vor­zu­neh­men­den Kas­saab­schlüs­se (Art. 16 Abs. 3) sind im Bi­lanz­heft ein­zu­tra­gen und vom Kon­kurs­be­am­ten zu un­ter­zeich­nen. Durch die Bi­lanz soll so­wohl die Über­ein­stim­mung der Ein­tra­gun­gen im Kassa­buch mit den­je­ni­gen im Kon­to­kor­rent­buch als auch die Über­ein­stim­mung des Bar­sal­dos und der De­po­si­ten mit den Ein­tra­gun­gen im Kas­sa- und Kon­to­kor­rent­buch fest­ge­stellt wer­den.

2 Die Über­ein­stim­mung der Ein­tra­gun­gen in bei­den Bü­chern ist nach­ge­wie­sen, wenn die Sum­me der Sald­o­be­trä­ge der ein­zel­nen Kon­ti nach Ab­rech­nung des De­po­si­ten­sal­dos dem Be­trag des Kas­sa­sal­dos ent­spricht. All­fäl­li­ge Bu­chungs­feh­ler sind auf­zu­su­chen und zu be­rich­ti­gen, be­vor der Sal­do vor­ge­tra­gen wird.

Art. 20  

4. Form der Ein­tra­gun­gen und Be­rich­ti­gun­gen

 

Die Ein­tra­gun­gen im Kassa­buch, Kon­to­kor­rent­buch und Bi­lanz­heft sind in sorg­fäl­ti­ger Schrift un­ter Ver­mei­dung von Ra­su­ren, Durch­strei­chun­gen, Zwi­schen­schrif­ten und Lücken aus­zu­füh­ren. Die Be­rich­ti­gung irr­tüm­li­cher Ein­tra­gun­gen er­folgt durch Nach­trä­ge oder Ein­schal­tung von Stor­ni­pos­ten.

Art. 2133  

5. Quit­tun­gen

 

Die Quit­tun­gen (Art. 16) sind ent­we­der, für je­de Li­qui­da­ti­on ge­son­dert, in zeit­li­cher Rei­hen­fol­ge zu num­me­rie­ren, in ei­nem mit der Be­zeich­nung des Kon­kur­ses über­schrie­be­nen Um­schlag zu sam­meln und nach Ab­schluss der Li­qui­da­ti­on bei den üb­ri­gen Ak­ten des Kon­kur­ses auf­zu­be­wah­ren, oder sie sind fort­lau­fend in der Rei­hen­fol­ge der Ein­tra­gun­gen im Kassa­buch zu num­me­rie­ren, je­des Jahr mit Nr. 1 be­gin­nend, und nach Jahr­gän­gen ge­ord­net auf­zu­be­wah­ren. Im ers­ten Fal­le sind die Be­leg­num­mern im Kon­to­kor­rent­buch, im zwei­ten Fal­le im Kassa­buch vorzu­mer­ken.

33Im fran­zö­si­schen Text be­steht die­ser Ar­ti­kel aus drei Ab­sät­zen. Dem Abs. 1 ent­spricht der ers­te Satz­teil des ers­ten Sat­zes bis «auf­zu­be­wah­ren», Abs. 2 der zwei­te Satz­teil des ers­ten Sat­zes und Abs. 3 der zwei­te Satz.

Art. 22  

6. De­po­si­ten

 

1 Al­le er­heb­li­chen Bar­ein­gän­ge so­wie Wert­pa­pie­re und Wert­sa­chen sind spä­tes­tens am vier­ten Ta­ge nach dem Ein­gan­ge der De­po­si­ten­an­stalt (Art. 9 und 24 SchKG) zu über­ge­ben. Es darf im­mer­hin so­viel Bar­schaft zu­rück­be­hal­ten wer­den, als zur De­ckung na­he be­vors­te­hen­der Aus­la­gen er­for­der­lich ist. Die Ab­lie­fe­rung der Gel­der hat oh­ne Rück­sicht dar­auf zu er­fol­gen, ob Zin­sen ver­gü­tet wer­den.

2 Im Fal­le ei­nes Rechts­hil­fe­ge­su­ches sind die bei dem er­such­ten Kon­kur­samt ein­ge­gan­ge­nen Gel­der, Wert­schrif­ten und Wert­sa­chen so­fort der er­su­chen­den Amts­stel­le ab­zu­lie­fern.

Art. 23  

7. Ge­son­der­te Buch- und Kas­sa­füh­rung

 

Den Kon­kurs­be­am­ten ist un­ter­sagt:

a.
so­wohl im Bar­ver­kehr als im Ver­kehr mit der De­po­si­ten­an­stalt Amts­gel­der mit ih­rem Pri­vat­ver­mö­gen zu ver­mi­schen;
b.
da, wo der Be­am­te noch ein an­de­res staat­li­ches Amt be­klei­det, das Kassa­buch und das Kon­to­kor­rent­buch für an­de­re Ein­tra­gun­gen als für das Kon­kur­samt zu be­nut­zen, es sei denn, dass es in be­son­dern Ko­lon­nen ge­schieht;
c.
die aus ei­ner Kon­kurs­mas­se stam­men­den Bar­ein­gän­ge auch nur vor­über­ge­hend zur Be­frie­di­gung von Be­dürf­nis­sen ei­ner an­dern Kon­kurs­mas­se zu ver­wen­den. So­weit der Be­am­te selbst zur Be­strei­tung von Aus­la­gen für Rech­nung ei­ner Kon­kurs­mas­se Vor­schüs­se leis­tet, müs­sen die­se so­fort als sol­che ge­bucht wer­den.
Art. 24  

8. Ge­büh­ren- und Aus­la­gen­rech­nung

 

1 Über die Ge­büh­ren und Aus­la­gen des Kon­kur­sam­tes so­wie der Mit­glie­der des Gläu­bi­ge­raus­schus­ses ist vom Kon­kurs­be­am­ten für je­den Kon­kurs und für je­des Rechts­hil­fe­ge­such von der Er­öff­nung des Ver­fah­rens an ei­ne be­son­de­re de­tail­lier­te Rech­nung zu füh­ren.

2 Die Be­le­ge für die Ba­raus­la­gen (Massa­kos­ten) sind fort­lau­fend nach ih­rem Da­tum zu num­me­rie­ren, in ei­nem Um­schlag zu sam­meln und nach Schluss des Ver­fah­rens bei den üb­ri­gen Ak­ten des Kon­kur­ses auf­zu­be­wah­ren.

Art. 24a34  

9. An­de­re Or­ga­ni­sa­ti­ons­art

 

Die kan­to­na­le Auf­sichts­be­hör­de kann ei­ne an­de­re Art der Or­ga­ni­sa­ti­on der Buch-, Kas­sa- und Rech­nungs­füh­rung zu­las­sen, so­fern sie den vor­ste­hen­den An­for­de­run­gen ge­nügt.

34Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2884).

B. Verfahren in den einzelnen Stadien des Konkurses 35

35Fassung gemäss Ziff. I der V des BGer vom 5. Juni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2884).

I. Feststellung der Konkursmasse und Bestimmung des Ver­fahrens 36

36Fassung gemäss Ziff. I der V des BGer vom 5. Juni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2884).

(Art. 221–231 SchKG)

Art. 25  

I. Fest­stel­lung der Kon­kurs­mas­se und Be­stim­mung des Ver­fah­rens

1. In­ven­tar

a. An­la­ge im all­ge­mei­nen

 

1 Im In­ven­tar sind in be­son­de­ren Ab­tei­lun­gen, je­doch mit fort­lau­fen­der Num­me­rie­rung, auf­zu­neh­men: die Grund­stücke, die be­weg­li­chen Sa­chen, die Wert­schrif­ten, Gut­ha­ben und sons­ti­gen An­sprü­che und die Bar­schaft. Am Schluss des In­ven­tars sind die Schat­zungs­s­um­men der ein­zel­nen Ka­te­go­ri­en zu­sam­men­zu­stel­len. Fin­den sich für ein­zel­ne Ka­te­go­ri­en kei­ne Ob­jek­te vor, so ist dies in der Zu­sam­men­stel­lung zu be­mer­ken.37

2 Statt ka­te­go­ri­en­wei­se in be­son­dern Ab­tei­lun­gen kön­nen die ein­zel­nen Ge­gen­stän­de auch un­un­ter­schie­den nach­ein­an­der auf­ge­nom­men wer­den.

3 Bei al­len Ob­jek­ten ist an­zu­ge­ben, wo sie sich be­fin­den (Kon­kurs­kreis, Ge­mein­de, Räum­lich­keit).

37Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2884).

Art. 2638  

b. Bei Grund­stücken im be­son­dern

 

1 Die Grund­stücke sind auf Grund ei­nes Aus­zu­ges aus dem Grund­buch un­ter An­ga­be der Rech­te Drit­ter auf­zu­zeich­nen oder es ist auf den Aus­zug zu ver­wei­sen.

2 Sind die Grund­stücke ver­mie­tet oder ver­pach­tet, so sind An­ga­ben über die Per­so­na­li­en des Mie­ters oder Päch­ters, die Dau­er des Rechts­ver­hält­nis­ses, die Hö­he des Zin­ses und den Ver­fall­ter­min ins In­ven­tar oder in ei­ne be­son­de­re Lis­te auf­zu­neh­men.

38Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2884).

Art. 27  

c. In­ven­ta­ri­sie­rung von Ob­jek­ten im Aus­land und von An­fech­tungs­an­sprü­chen

 

1 Die im Aus­land lie­gen­den Ver­mö­gens­stücke sind oh­ne Rück­sicht auf die Mög­lich­keit ih­rer Ein­be­zie­hung in die in­län­di­sche Kon­kurs­mas­se ins In­ven­tar ein­zu­stel­len.

2 Ste­hen der Kon­kurs­mas­se An­fech­tungs­an­sprü­che nach den Ar­ti­keln 214 und 285ff. SchKG zu, so sind sie im In­ven­tar vorzu­mer­ken, un­ter Bei­fü­gung ei­ner un­ge­fäh­ren Schät­zung für den Fall ei­nes güns­ti­gen Er­geb­nis­ses der An­fech­tung.

Art. 2839  

d. Be­hand­lung der Ei­gen­tü­mer­pfand­ti­tel

 

Im Be­sitz des Ge­mein­schuld­ners be­find­li­che Pfand­ti­tel über auf sei­nem Grund­stück pfand­ge­si­cher­te For­de­run­gen sind im In­ven­tar nicht als Ak­ti­ven auf­zu­füh­ren, son­dern le­dig­lich pro me­mo­ria vorzu­mer­ken und vom Kon­kur­samt in Ver­wah­rung zu neh­men (vgl. Art. 75 hier­nach).

39Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2884).

Art. 29  

e. An­er­ken­nung durch den Ge­mein­schuld­ner und Un­ter­zeich­nung

 

1 Das In­ven­tar ist zu da­tie­ren und hat die Dau­er der In­ven­tur so­wie die Na­men sämt­li­cher mit­wir­ken­der Per­so­nen an­zu­ge­ben.

2 Der Kon­kurs­be­am­te und die nö­ti­gen­falls zu­ge­zo­ge­nen Schät­zer ha­ben das In­ven­tar zu un­ter­zeich­nen.40

3 So­dann ist der Ge­mein­schuld­ner vom Kon­kurs­be­am­ten an­zu­fra­gen, ob er das In­ven­tar als voll­stän­dig und rich­tig an­er­ken­ne, und auf die Straf­fol­gen ei­ner un­voll­stän­di­gen Ver­mö­gens­an­ga­be aus­drück­lich auf­merk­sam zu ma­chen.

4 Die Er­klä­run­gen des Ge­mein­schuld­ners sind mit Be­zug auf je­de Ab­tei­lung des In­ven­tars zu pro­to­kol­lie­ren und von ihm zu un­ter­zeich­nen.

40Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2884).

Art. 3041  

f. An­er­ken­nung an Stel­le des Ge­mein­schuld­ners

 

1 Ist der Ge­mein­schuld­ner ge­stor­ben oder flüch­tig, so sind sei­ne er­wach­se­nen Haus­ge­nos­sen zur Ab­ga­be die­ser Er­klä­run­gen (Art. 29 Abs. 3 und 4) an­zu­hal­ten. Im Fall des Kon­kur­ses über ei­ne Kol­lek­tiv- oder Kom­man­dit­ge­sell­schaft sind die Er­klä­run­gen von al­len un­be­schränkt haf­ten­den Ge­sell­schaf­tern ab­zu­ge­ben, wel­che an­we­send und zur Ge­schäfts­füh­rung be­fugt sind, im Fall des Kon­kur­ses über ei­ne Ak­ti­en­ge­sell­schaft oder ei­ne Ge­nos­sen­schaft von ih­ren Or­ga­nen.

2 Kön­nen die Er­klä­run­gen nicht er­hält­lich ge­macht wer­den, so ist der Grund ih­res Feh­lens vorzu­mer­ken.

41Im ita­lie­ni­schen Text be­steht die­ser Ar­ti­kel aus ei­nem ein­zi­gen Ab­satz.

Art. 31  

g. Aus­schei­dung der Kom­pe­tenz­stücke und Mit­tei­lung an den Ge­mein­schuld­ner

 

1 Die Kom­pe­tenz­stücke sind am Schluss des In­ven­tars aus­zu­schei­den, un­ter Ver­wei­sung auf die Num­mer der ein­zel­nen Ge­gen­stän­de im In­ven­tar.42

2 Von die­ser Aus­schei­dung ist dem Ge­mein­schuld­ner ent­we­der bei der Vor­la­ge des In­ven­tars oder durch be­son­de­re schrift­li­che Ver­fü­gung Mit­tei­lung zu ma­chen.

3 Ver­zich­tet der Ge­mein­schuld­ner auf die Kom­pe­tenz­qua­li­tät be­stimm­ter Ge­gen­stän­de zu­guns­ten der Kon­kurs­mas­se, so ist die­se Er­klä­rung im In­ven­tar von ihm zu un­ter­zeich­nen.

42 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 3 der V vom 18. Ju­ni 2021 zur An­pas­sung des Bun­des­rechts an Ent­wick­lun­gen der Tech­nik ver­teil­ter elek­tro­ni­scher Re­gis­ter, in Kraft seit 1. Aug. 2021 (AS 2021 400).

Art. 32  

h. Mit­tei­lung von der Aus­schei­dung an die Gläu­bi­ger

 

1 Von der Ver­fü­gung über die Kom­pe­tenz­stücke ist an der ers­ten Gläu­bi­ger­ver­samm­lung durch Auf­le­gung des In­ven­tars den an­we­sen­den Kon­kurs­gläu­bi­gern Kennt­nis zu ge­ben, und es läuft als­dann für sie die Frist für die Be­schwer­de an die Auf­sichts­be­hör­den von die­sem Zeit­punkt an. Ei­ne spä­te­re An­fech­tung der Ver­fü­gung durch die Kon­kurs­gläu­bi­ger ist aus­ge­schlos­sen.

2 Ist die Aus­schei­dung der Kom­pe­tenz­stücke bis zur ers­ten Gläu­bi­ger­ver­samm­lung nicht mög­lich und eben­so im sum­ma­ri­schen Ver­fah­ren soll die Mit­tei­lung von der Auf­le­gung des In­ven­tars mit der Be­kannt­ma­chung über die Auf­la­ge des Kol­lo­ka­ti­ons­pla­nes ver­bun­den wer­den, in wel­chem Fal­le die Frist für die An­fech­tung des In­ven­tars vom Ta­ge der Auf­le­gung an läuft.

Art. 3343  

i. Fruch­t­er­lös

 

Der Er­trag aus den na­tür­li­chen und den zi­vi­len Früch­ten, wel­che die Grund­stücke wäh­rend des Kon­kur­ses ab­wer­fen, ist im In­ven­tar in ei­ner be­son­de­ren Ab­tei­lung suk­zes­si­ve an­zu­ge­ben.

43Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2884).

Art. 3444  

k. An­mel­dung der An­sprü­che nach den Ar­ti­keln 242–242b SchKG und ih­rer Er­le­di­gung

 

1 Die an­ge­mel­de­ten An­sprü­che nach den Ar­ti­keln 242–242b SchKG sind in ei­ner be­son­de­ren Ab­tei­lung des In­ven­tars fort­lau­fend auf­zu­neh­men, un­ter An­ga­be der an­mel­den­den Per­son, der In­ven­tar­num­mer des be­an­spruch­ten Ver­mö­gens­wer­tes und der all­fäl­li­gen Be­le­ge. Im In­ven­tar sel­ber ist bei den be­an­spruch­ten Ver­mö­gens­wer­ten in der Ru­brik «Be­mer­kun­gen» auf die­se An­mel­dung hin­zu­wei­sen.

2 Am En­de des Ti­tels sind die Er­klä­run­gen des Ge­mein­schuld­ners so­wie die spä­te­ren Ver­fü­gun­gen der Kon­kurs­ver­wal­tung über die an­ge­mel­de­ten An­sprü­che und das Re­sul­tat all­fäl­li­ger Pro­zes­se sum­ma­risch vorzu­mer­ken.

44 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 3 der V vom 18. Ju­ni 2021 zur An­pas­sung des Bun­des­rechts an Ent­wick­lun­gen der Tech­nik ver­teil­ter elek­tro­ni­scher Re­gis­ter, in Kraft seit 1. Aug. 2021 (AS 2021 400).

Art. 35  

2. Kos­ten­vor­schuss

 

1 Hat das Kon­kur­ser­kennt­nis vom Gläu­bi­ger oder Schuld­ner, auf des­sen Be­geh­ren die Er­öff­nung des Kon­kur­ses aus­ge­spro­chen wur­de, nicht einen Kos­ten­vor­schuss für die bis und mit der Ein­stel­lung des Kon­kur­ses man­gels Ak­ti­ven oder bis zum Schul­den­ruf er­lau­fen­den Kos­ten ge­for­dert, so kann das Kon­kur­samt selbst von den nach Ar­ti­kel 169 SchKG für die­se Kos­ten Haf­ten­den noch einen sol­chen ver­lan­gen.45

2 Die Auf­nah­me des In­ven­tars darf da­durch kei­ne Ver­zö­ge­rung er­fah­ren.

45Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2884).

Art. 36  

3. Ab­schluss der Ge­schäfts­bü­cher

 

Wird das Ge­schäft des Ge­mein­schuld­ners bis zur ers­ten Gläu­bi­ger­ver­samm­lung wei­ter be­trie­ben, so sind die Bü­cher auf den Tag der Kon­kurser­öff­nung ab­zu­sch­lies­sen und von da an auf Rech­nung der Kon­kurs­mas­se wei­ter­zu­füh­ren, so­fern nicht be­son­de­re Bü­cher von der Kon­kurs­ver­wal­tung ge­führt wer­den.

Art. 37  

4. Ein­ver­nah­me des Ge­mein­schuld­ners

 

An­läss­lich der In­ven­tar­auf­nah­me hat der Kon­kurs­be­am­te den Ge­mein­schuld­ner über fol­gen­de Punk­te ein­zu­ver­neh­men:

a.
über die dem Na­men und Wohn­ort nach be­kann­ten Gläu­bi­ger, so­fern die Bü­cher dar­über nicht Auf­schluss ge­ben;
b.
über den Be­stand von Pro­zes­sen im Sinn von Ar­ti­kel 207 Ab­satz 1 SchKG;
c.
über den Be­stand von Scha­dens- und Per­so­nen­ver­si­che­run­gen (vgl. Art. 54 und 55 des BG vom 2. April 190846 über den Ver­si­che­rungs­ver­trag);
d.
ob Kin­der oder Mün­del un­ter sei­ner Ge­walt ste­hen und ob zu ih­ren Guns­ten Ei­gen­tums- oder For­de­rungs­an­sprü­che bes­te­hen;
e.47
ob er Un­ter­of­fi­zier, Of­fi­zier oder Fa­ch­of­fi­zier (Sol­dat, Ge­frei­ter oder Un­ter­of­fi­zier in Of­fi­ziers­funk­ti­on) der Ar­mee sei.

46SR 221.229.1

47Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2884).

Art. 3848  

5. ...

 

48Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I 3 der V vom 18. Ju­ni 2021 zur An­pas­sung des Bun­des­rechts an Ent­wick­lun­gen der Tech­nik ver­teil­ter elek­tro­ni­scher Re­gis­ter, mit Wir­kung seit 1. Aug. 2021 (AS 2021 400).

Art. 3949  

6. Be­stim­mung des ein­zu­sch­la­gen­den Ver­fah­rens

 

1 Bei der Be­gut­ach­tung der Fra­ge, ob der Er­lös der in­ven­ta­ri­sier­ten Ak­ti­ven vor­aus­sicht­lich zur De­ckung der Kos­ten des or­dent­li­chen Ver­fah­rens hin­rei­chen wer­de (Art. 231 Abs. 1 Ziff. 1 SchKG), hat das Kon­kur­samt zu be­rück­sich­ti­gen, dass, so­weit Pfand­rech­te an den Ver­mö­gens­stücken haf­ten, nur ein all­fäl­li­ger Über­schuss des Er­lö­ses über die pfand­ge­si­cher­ten For­de­run­gen hin­aus zur De­ckung der all­ge­mei­nen Kon­kurs­kos­ten ver­wen­det wer­den kann (Art. 262 SchKG).

2 Deckt der mut­mass­li­che Über­schuss in Ver­bin­dung mit dem Er­lös aus den un­ver­pfän­de­ten Ak­ti­ven die vor­aus­sicht­li­chen Kos­ten nicht, so hat das Kon­kur­samt beim Kon­kurs­ge­richt Durch­füh­rung des Kon­kur­ses im sum­ma­ri­schen Ver­fah­ren oder Ein­stel­lung des Kon­kur­ses, sind die Ver­hält­nis­se ein­fach, Durch­füh­rung des Kon­kur­ses im sum­ma­ri­schen Ver­fah­ren zu be­an­tra­gen.

49Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2884).

II. Schuldenruf 50

50Ursprünglich vor Art. 39

(Art 231-234 SchKG)

Art. 40  

II. Schul­den­ruf

1. Spe­zi­al­an­zei­gen über die Kon­kurser­öff­nung

 

1 In die Spe­zi­al­an­zei­gen nach Art. 233 SchKG ist der In­halt der Kon­kur­spu­bli­ka­ti­on auf­zu­neh­men. Da­mit ist die Auf­for­de­rung an die Pfand­gläu­bi­ger so­wie an die Dritt­per­so­nen, de­nen die Pfand­ti­tel wei­ter­ver­pfän­det wor­den sind, zu ver­bin­den, die­se Ti­tel dem Kon­kurs­amt ein­zu­ge­ben.

2 Sol­che Spe­zi­al­an­zei­gen sind im or­dent­li­chen Ver­fah­ren zu er­las­sen:

a.
an die Gläu­bi­ger, de­ren Na­men und Wohn­ort be­kannt sind;
b.
an das Ge­richt, vor wel­chem ein Zi­vil­pro­zess im Sinn von Ar­ti­kel 207 Ab­satz 1 SchKG, und an die Be­hör­de, vor wel­cher ein Ver­wal­tungs­ver­fah­ren im Sinn von Ar­ti­kel 207 Ab­satz 2 SchKG hän­gig ist;
c.
an den Ver­si­che­rer, wenn der Ge­mein­schuld­ner ei­ne Scha­dens- oder ei­ne Per­so­nen­ver­si­che­rung ab­ge­schlos­sen hat­te;
d.52
an die zu­stän­di­ge Kin­des- und Er­wach­se­nen­schutz­be­hör­de, wenn der Ge­mein­schuld­ner In­ha­ber der el­ter­li­chen Sor­ge ist oder als Bei­stand, Vor­mund oder Vor­sor­ge­be­auf­trag­ter tä­tig ist und kon­kre­te An­zei­chen da­für be­ste­hen, dass die In­ter­es­sen der Kin­der oder der be­trof­fe­nen Per­so­nen durch die Kon­kurser­öff­nung ge­fähr­det wer­den könn­ten;
e.
an die Grund­buchäm­ter der an­dern Kon­kurs­krei­se, in de­nen der Ge­mein­schuld­ner laut dem In­ven­tar Grund­stücke be­sass.53

3 Die Na­men der Gläu­bi­ger, an wel­che Spe­zi­al­an­zei­gen er­ge­hen, sind im Kon­kur­spro­to­koll oder in ei­ner be­son­dern, vom Kon­kurs­be­am­ten zu un­ter­zeich­nen­den Lis­te zu­sam­men­zu­stel­len.

52 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 3 der V vom 18. Ju­ni 2021 zur An­pas­sung des Bun­des­rechts an Ent­wick­lun­gen der Tech­nik ver­teil­ter elek­tro­ni­scher Re­gis­ter, in Kraft seit 1. Aug. 2021 (AS 2021 400).

53Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2884).

Art. 4154  

2. Rück­ga­be der Be­weis­mit­tel

 

Be­weis­mit­tel sol­len, wenn der Gläu­bi­ger nicht spe­zi­el­le Grün­de gel­tend macht, bis zum Ab­lauf der Frist zur An­fech­tung des Kol­lo­ka­ti­ons­pla­nes bei den Ak­ten be­hal­ten und erst her­nach zu­rück­ge­ge­ben wer­den.

54Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2884).

III. Verwaltung

(Art. 235-243 SchKG)

Art. 42  

III. Ver­wal­tung

1. Pro­to­kol­le der Gläu­bi­ger­ver­samm­lun­gen

 

1 Über je­de Gläu­bi­ger­ver­samm­lung ist vom Kon­kur­samt ein aus­führ­li­ches Pro­to­koll auf­zu­neh­men, wel­ches die Na­men sämt­li­cher er­schie­ne­ner Gläu­bi­ger und ih­rer Ver­tre­ter, evtl. un­ter Ver­wei­sung auf ei­ne be­son­ders an­ge­fer­tig­te, vom Kon­kurs­be­am­ten und den Mit­glie­dern des Bü­ros zu un­ter­zeich­nen­de Lis­te der be­kann­ten Gläu­bi­ger so­wie die Fest­stel­lung ent­hal­ten soll, ob die Ver­samm­lung be­schluss­fä­hig war (Art. 236 und 254 SchKG).

2 Der vom Kon­kur­samt ge­mä­ss den Ar­ti­keln 237 Ab­satz 1 und 253 Ab­satz 1 zu er­stat­ten­de Be­richt soll ent­we­der schrift­lich ab­ge­fasst, un­ter­zeich­net und un­ter Vor­mer­kung am Pro­to­koll zu den Ak­ten ge­legt oder, falls er münd­lich er­stat­tet wird, in sei­nen we­sent­li­chen Be­stand­tei­len pro­to­kol­liert wer­den.

3 Das Pro­to­koll soll im üb­ri­gen sämt­li­che ge­stell­ten An­trä­ge und ge­fass­ten Be­schlüs­se ent­hal­ten, oh­ne Wie­der­ga­be der Dis­kus­si­on, und ist vom Kon­kurs­be­am­ten und den Mit­glie­dern des Bü­ros zu un­ter­zeich­nen.55

55Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2884).

Art. 43  

2. Ak­ten­über­ga­be an aus­ser­amt­li­che Kon­kurs­ver­wal­tun­gen. Mit­tei­lung

 

1 Wird von der Gläu­bi­ger­ver­samm­lung ei­ne aus­ser­amt­li­che Kon­kurs­ver­wal­tung ein­ge­setzt (Art. 237 Abs. 2 und 253 Abs. 2 SchKG), so hat das Kon­kur­samt ihr die Ak­ten und das Pro­to­koll zu über­ge­ben und die Auf­sichts­be­hör­de un­ter Mit­tei­lung der Na­men, des Be­ru­fes und des Wohn­or­tes der Mit­glie­der der Kon­kurs­ver­wal­tung und ei­nes Aus­zu­ges aus dem Pro­to­koll der Gläu­bi­ger­ver­samm­lung da­von zu be­nach­rich­ti­gen.

2 Ist der Ge­mein­schuld­ner im Han­dels­re­gis­ter ein­ge­tra­gen, so hat das Kon­kur­samt die aus­ser­amt­li­che Kon­kurs­ver­wal­tung auch dem Han­dels­re­gis­ter­amt mit­zu­tei­len.57

57Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2884).

Art. 4458  

3. Pro­to­koll des Gläu­bi­ge­raus­schus­ses

 

Ist ein Gläu­bi­ge­raus­schuss be­stellt wor­den, so ist über die von ihm ge­fass­ten Be­schlüs­se ein Pro­to­koll zu füh­ren, das nach Er­le­di­gung des Kon­kur­ses mit dem Kon­kur­spro­to­koll zu ver­bin­den ist (Art. 10).

58Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2884).

Art. 4559  

4. Aus­son­de­rungs­an­sprü­che und An­sprü­che auf kryp­to­ba­sier­te Ver­mö­gens­wer­te

a. Ver­fü­gung der Kon­kurs­ver­wal­tung

 

1 Die Ver­fü­gungüber die Her­aus­ga­be von Ver­mö­gens­wer­ten, die sich in der Ver­fü­gungs­macht der Mas­se be­fin­den und die von ei­nem Drit­ten be­an­sprucht wer­den (Art. 242 und 242a SchKG so­wie Art. 34 die­ser Ver­ord­nung), ist nach Ab­lauf der Ein­ga­be­frist (Art. 232 Abs. 2 Ziff. 2 SchKG) zu er­las­sen, oh­ne Rück­sicht dar­auf, ob der Drit­te selbst den An­spruch an­ge­mel­det hat oder ob der Ver­mö­gens­wert vom Ge­mein­schuld­ner oder von ei­ner an­de­ren Per­son als ei­nem Drit­ten zu­ste­hend be­zeich­net wor­den ist.

2 Die Ver­fü­gung ist auch dann noch zu er­las­sen, wenn der An­spruch erst nach der Ver­stei­ge­rung des an­ge­spro­che­nen Ver­mö­gens­werts, je­doch vor der Ver­tei­lung des Er­lö­ses an­ge­mel­det wird.

59 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 3 der V vom 18. Ju­ni 2021 zur An­pas­sung des Bun­des­rechts an Ent­wick­lun­gen der Tech­nik ver­teil­ter elek­tro­ni­scher Re­gis­ter, in Kraft seit 1. Aug. 2021 (AS 2021 400).

Art. 4660  

b. Kla­ge­frist­an­set­zung an den Drit­ten

 

Wird dem Drit­ten ei­ne Kla­ge­frist nach den Ar­ti­keln 242 Ab­satz 2 und 242a Ab­satz 3 SchKG ge­setzt, so sind dar­in die strei­ti­gen Ver­mö­gens­wer­te ge­nau zu be­zeich­nen und die An­dro­hung auf­zu­neh­men, dass der An­spruch als ver­wirkt gilt, wenn die Frist nicht ein­ge­hal­ten wird.

60 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 3 der V vom 18. Ju­ni 2021 zur An­pas­sung des Bun­des­rechts an Ent­wick­lun­gen der Tech­nik ver­teil­ter elek­tro­ni­scher Re­gis­ter, in Kraft seit 1. Aug. 2021 (AS 2021 400).

Art. 4761  

c. Wah­rung der Gläu­bi­ger­rech­te

 

1 Die Kon­kurs­ver­wal­tung teilt dem Drit­ten ih­re An­er­ken­nung des An­spruchs erst mit und gibt ihm die be­an­spruch­ten Ver­mö­gens­wer­te erst her­aus, wenn fest­steht, dass:

a.
die zwei­te Gläu­bi­ger­ver­samm­lung nichts an­de­res be­schliesst; und
b.
nicht ein­zel­ne Gläu­bi­ger nach Ar­ti­kel 260 SchKG Ab­tre­tung der An­sprü­che der Mas­se auf den Ver­mö­gens­wert ver­lan­gen.

2 Die Ver­wah­rungs­kos­ten ge­hen zu­las­ten der Kon­kurs­mas­se oder, nach er­folg­ter Ab­tre­tung der An­sprü­che ge­mä­ss Ar­ti­kel 260 SchKG, zu­las­ten des Ab­tre­tungs­gläu­bi­gers. Die Kon­kurs­ver­wal­tung kann die­sem un­ter An­dro­hung so­for­ti­ger Her­aus­ga­be des Ver­mö­gens­werts an den Drit­ten ei­ne Frist an­set­zen, in­nert der er für die Kos­ten der wei­te­ren Ver­wah­rung un­be­ding­te Gut­spra­che und Si­cher­heit zu leis­ten hat.

61 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 3 der V vom 18. Ju­ni 2021 zur An­pas­sung des Bun­des­rechts an Ent­wick­lun­gen der Tech­nik ver­teil­ter elek­tro­ni­scher Re­gis­ter, in Kraft seit 1. Aug. 2021 (AS 2021 400).

Art. 48  

aa. Im or­dent­li­chen Ver­fah­ren

 

1 Zu die­sem Zweck hat die Kon­kurs­ver­wal­tung in der Ein­la­dung zur zwei­ten Gläu­bi­ger­ver­samm­lung aus­drück­lich zu be­mer­ken, dass Ab­tre­tungs­be­geh­ren im Sin­ne von Ar­ti­kel 260 SchKG bei Ver­mei­dung des Aus­schlus­ses in der Ver­samm­lung selbst oder spä­tes­tens bin­nen zehn Ta­gen nach ih­rer Ab­hal­tung zu stel­len sei­en.

2 Las­sen in­des­sen die be­son­de­ren Um­stän­de des Falls ei­ne Er­le­di­gung des Aus­son­de­rungs- oder Her­aus­ga­be­an­spruchs vor der zwei­ten Gläu­bi­ger­ver­samm­lung als wün­schens­wert er­schei­nen, so kann zu die­sem Zwe­cke ent­we­der ei­ne be­son­de­re Gläu­bi­ger­ver­samm­lung ein­be­ru­fen oder den Gläu­bi­gern durch Zir­ku­lar ei­ne an­ge­mes­se­ne Frist an­ge­setzt wer­den, bin­nen der sie, bei Ver­mei­dung des Aus­schlus­ses, der Kon­kurs­ver­wal­tung mit­zu­tei­len ha­ben, ob sie den An­spruch ge­mä­ss Ar­ti­kel 260 Ab­satz 1 SchKG an­stel­le der Mas­se be­strei­ten wol­len.62

62 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 3 der V vom 18. Ju­ni 2021 zur An­pas­sung des Bun­des­rechts an Ent­wick­lun­gen der Tech­nik ver­teil­ter elek­tro­ni­scher Re­gis­ter, in Kraft seit 1. Aug. 2021 (AS 2021 400).

Art. 49  

bb. Im sum­ma­ri­schen Ver­fah­ren

 

Im sum­ma­ri­schen Ver­fah­ren hat in wich­ti­ge­ren Fäl­len ei­ne Fris­tan­set­zung zu er­fol­gen, wel­che mit der Be­kannt­ma­chung der Auf­le­gung des Kol­lo­ka­ti­ons­pla­nes zu ver­bin­den ist.

Art. 50  

cc. Bei nach­träg­lich ein­ge­ge­be­nen An­sprü­chen

 

1 Nach­träg­lich ein­ge­ge­be­ne An­sprü­che sind in wich­ti­ge­ren Fäl­len den Gläu­bi­gern nach dem Er­mes­sen der Kon­kurs­ver­wal­tung durch öf­fent­li­che Be­kannt­ma­chung oder durch Zir­ku­lar mit­zu­tei­len oder es ist, wenn nö­tig, ei­ne be­son­de­re Gläu­bi­ger­ver­samm­lung ein­zu­be­ru­fen.

2 Die ein­ge­ben­de Per­son hat sämt­li­che durch die nach­träg­lich ein­ge­ge­be­nen An­sprü­che ver­ur­sach­ten Kos­ten zu tra­gen; sie kann zu ei­nem ent­spre­chen­den Vor­schuss ver­pflich­tet wer­den.63

63 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 3 der V vom 18. Ju­ni 2021 zur An­pas­sung des Bun­des­rechts an Ent­wick­lun­gen der Tech­nik ver­teil­ter elek­tro­ni­scher Re­gis­ter, in Kraft seit 1. Aug. 2021 (AS 2021 400).

Art. 5164  

dd. Aus­nah­men

 

Die Ar­ti­kel 47–50 fin­den kei­ne An­wen­dung, wenn:

a.
der An­spruch des Drit­ten von vorn­her­ein als be­wie­sen zu be­trach­ten ist;
b.
die so­for­ti­ge Her­aus­ga­be des an­ge­spro­che­nen Ver­mö­gens­werts im of­fen­ba­ren In­ter­es­se der Mas­se liegt; oder
c.
vom Drit­ten an­ge­mes­se­ne Kau­ti­on ge­leis­tet wird.

64 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 3 der V vom 18. Ju­ni 2021 zur An­pas­sung des Bun­des­rechts an Ent­wick­lun­gen der Tech­nik ver­teil­ter elek­tro­ni­scher Re­gis­ter, in Kraft seit 1. Aug. 2021 (AS 2021 400).

Art. 5265  

d. Kla­ge­frist­an­set­zung bei Massa­rechts­ab­tre­tun­gen

 

Wird ei­ne Ab­tre­tung der Rechts­an­sprü­che der Mas­se ver­langt, so setzt die Kon­kurs­ver­wal­tung nach er­folg­ter Ab­tre­tung und Aus­stel­lung ei­ner Be­schei­ni­gung hier­über an die Ab­tre­tungs­gläu­bi­ger dem Drit­ten die in den Ar­ti­keln 242 Ab­satz 2 und 242a Ab­satz 3 SchKG vor­ge­schrie­be­ne Frist zur Kla­ge an, un­ter An­ga­be der Gläu­bi­ger, ge­gen die er als Ver­tre­ter der Mas­se ge­richt­lich vor­zu­ge­hen hat.

65 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 3 der V vom 18. Ju­ni 2021 zur An­pas­sung des Bun­des­rechts an Ent­wick­lun­gen der Tech­nik ver­teil­ter elek­tro­ni­scher Re­gis­ter, in Kraft seit 1. Aug. 2021 (AS 2021 400).

Art. 5366  

e. Kon­kur­renz von Pfand­an­sprü­chen mit An­sprü­chen nach den Ar­ti­keln 242 und 242a SchKG

 

Wird die Her­aus­ga­be von Ver­mö­gens­wer­ten nach den Ar­ti­keln 242 und 242a SchKG ver­langt und wer­den zu­gleich von ei­nem Kon­kurs­gläu­bi­ger Pfand- oder Re­ten­ti­ons­rech­te an die­sen Ver­mö­gens­wer­ten gel­tend ge­macht, so ist je fol­gen­der­mas­sen zu ver­fah­ren:

a.
Wird der An­spruch im Kon­kurs an­er­kannt, so ist ein all­fäl­li­ger Streit zwi­schen dem An­mel­der nach Ar­ti­kel 242 oder 242a SchKG und dem An­mel­der ei­nes Pfand­an­spruchs nicht im Kon­kurs­ver­fah­ren aus­zu­tra­gen.
b.
Kommt es da­ge­gen zu ei­nem Pro­zess über einen an­ge­mel­de­ten An­spruch nach Ar­ti­kel 242 oder 242a SchKG, so ist über die Pfand­an­sprü­che erst nach rechts­kräf­ti­ger Ab­wei­sung des An­spruchs des An­mel­ders durch einen Nach­trag zum Kol­lo­ka­ti­ons­plan zu ver­fü­gen.

66 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 3 der V vom 18. Ju­ni 2021 zur An­pas­sung des Bun­des­rechts an Ent­wick­lun­gen der Tech­nik ver­teil­ter elek­tro­ni­scher Re­gis­ter, in Kraft seit 1. Aug. 2021 (AS 2021 400).

Art. 54  

f. Kon­kur­renz von Pfand­an­sprü­chen und An­sprü­chen nach den Ar­ti­keln 242 und 242a SchKG mit Kom­pe­tenz­an­sprü­chen

 

1 Kom­pe­tenz­stücke, an de­nen ver­trag­li­che Pfand­rech­te gel­tend ge­macht wer­den, sind, so­fern die­se Rech­te im Kol­lo­ka­ti­ons­ver­fah­ren an­er­kannt wer­den, in die Kon­kurs­mas­se zu zie­hen und zu­guns­ten der Pfand­an­spre­cher zu ver­wer­ten. Ein all­fäl­li­ger Über­schuss ist dem Ge­mein­schuld­ner zu­zu­wei­sen.

2 Wer­den von Drit­ten an­ge­spro­che­ne Ver­mö­gens­wer­te von der Mas­se als Kom­pe­tenz­stücke an­er­kannt, so un­ter­bleibt das Ver­fah­ren nach den Ar­ti­keln 242 und 242a SchKG und ist der An­mel­der dar­auf zu ver­wei­sen, den An­spruch ge­gen den Ge­mein­schuld­ner aus­ser­halb des Kon­kurs­ver­fah­rens gel­tend zu ma­chen.68

68 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 3 der V vom 18. Ju­ni 2021 zur An­pas­sung des Bun­des­rechts an Ent­wick­lun­gen der Tech­nik ver­teil­ter elek­tro­ni­scher Re­gis­ter, in Kraft seit 1. Aug. 2021 (AS 2021 400).

Art. 54a69  

5. Zu­gang zu Da­ten und de­ren Her­aus­ga­be

 

1 Die Ver­fü­gung über den Zu­gang zu Da­ten, die sich in der Ver­fü­gungs­macht der Mas­se be­fin­den, und über de­ren Her­aus­ga­be ist zu er­las­sen:

a.
un­ver­züg­lich nach Ein­gang des Ge­suchs;
b.
so­fern den be­an­spruch­ten Da­ten Ver­mö­gens­wert zu­kommt: nach Ab­lauf der Ein­ga­be­frist (Art. 232 Abs. 2 Ziff. 2 SchKG).

2 Die Ar­ti­kel 46–54 gel­ten sinn­ge­mä­ss.

69 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 3 der V vom 18. Ju­ni 2021 zur An­pas­sung des Bun­des­rechts an Ent­wick­lun­gen der Tech­nik ver­teil­ter elek­tro­ni­scher Re­gis­ter, in Kraft seit 1. Aug. 2021 (AS 2021 400).

IV. Erwahrung der Konkursforderungen Kollokation der Gläu­biger

(Art. 244-251 SchKG)

Art. 55  

IV. Er­wah­rung der Kon­kurs­for­de­run­gen Kol­lo­ka­ti­on der Gläu­bi­ger

1. Pro­to­kol­lie­rung der Er­klä­run­gen des Ge­mein­schuld­ners

 

Die Er­klä­run­gen des Ge­mein­schuld­ners über die ein­zel­nen For­de­run­gen (Art. 244 SchKG) sind ent­we­der im Ver­zeich­nis der For­de­rungs­ein­ga­ben oder in ei­nem be­son­dern Pro­to­koll zu ver­ur­kun­den und von ihm zu un­ter­zeich­nen. Ist der Ge­mein­schuld­ner ge­stor­ben oder ab­we­send, so ist dies an­zu­ge­ben. Die Be­stim­mung in Ar­ti­kel 30 Ab­satz 1 hier­vor be­tref­fend die Kol­lek­tiv-, Kom­man­dit-, Ak­ti­en­ge­sell­schaf­ten und Ge­nos­sen­schaf­ten fin­det hier eben­falls An­wen­dung.

Art. 56  

2. Kol­lo­ka­ti­ons­plan

a. An­ord­nung

 

1 Der Kol­lo­ka­ti­ons­plan ist nach fol­gen­der Ord­nung zu er­stel­len:

A.
Pfand­ge­si­cher­te For­de­run­gen (vgl. Art. 37 SchKG):
1.
grund­pfand­ge­si­cher­te;
2.
faust­pfand­ge­si­cher­te.
B.
Un­ge­si­cher­te For­de­run­gen: Klas­sen I–III (Art. 219 SchKG).70

2 Lie­gen für ein­zel­ne Ka­te­go­ri­en oder Klas­sen des Kol­lo­ka­ti­ons­pla­nes kei­ne An­mel­dun­gen vor, so ist dies je­wei­len zu be­mer­ken.

70Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2884).

Art. 5771  

b. Ab­än­de­run­gen

 

Ab­än­de­run­gen des Kol­lo­ka­ti­ons­pla­nes in­nert der Be­schwer­de­frist, Er­läu­te­run­gen oder Ver­voll­stän­di­gun­gen dür­fen nur durch un­ter­schrift­lich be­glau­big­te Rand­be­mer­kung er­fol­gen und sind je­wei­len neu zu pu­bli­zie­ren.

71Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2884).

Art. 58  

c. In­halt

 

1 Je­de An­spra­che ist in der­je­ni­gen Klas­se und in demje­ni­gen Rang auf­zu­neh­men, der ihr von der Kon­kurs­ver­wal­tung oder vom Gläu­bi­ge­raus­schuss zu­er­kannt wird.

2 Bei je­der An­spra­che ist die Ver­fü­gung der Ver­wal­tung über An­er­ken­nung oder Ab­wei­sung, im letz­te­ren Fall mit kur­z­er An­ga­be des Grun­des, vorzu­mer­ken. Die­se Ver­fü­gung hat sich auch auf die gel­tend ge­mach­ten oder im Grund­buch ent­hal­te­nen be­schränk­ten ding­li­chen Rech­te (Pfand­rech­te, Nutz­nies­sung, Wohn­recht, Grund­dienst­bar­kei­ten) nach Be­stand, Um­fang und Rang zu er­stre­cken.72

72Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2884).

Art. 5973  

d. Form der Kol­lo­ka­ti­ons­ver­fü­gun­gen

 

1 Er­scheint ei­ne For­de­rung als nicht hin­rei­chend be­legt, so kann die Ver­wal­tung sie ab­wei­sen oder dem An­spre­cher zur Ein­rei­chung wei­te­rer Be­weis­mit­tel ei­ne Frist an­set­zen.

2 Be­ding­te Zu­las­sun­gen oder Ab­wei­sun­gen sind un­statt­haft, aus­ser im Fall, wo die Til­gung ei­ner im Be­stand un­be­strit­te­nen For­de­rung an­ge­foch­ten wird, die bei Rück­er­stat­tung des Emp­fan­ge­nen wie­der auf­lebt (Art. 291 Abs. 2 SchKG).

3 Kann die Kon­kurs­ver­wal­tung sich über die Zu­las­sung oder Ab­wei­sung ei­ner An­spra­che noch nicht aus­spre­chen, so soll sie ent­we­der mit der Auf­stel­lung des Kol­lo­ka­ti­ons­pla­nes zu­war­ten oder aber den Kol­lo­ka­ti­ons­plan nach­träg­lich er­gän­zen und un­ter öf­fent­li­cher Be­kannt­ma­chung wie­der auf­le­gen.

73Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2884).

Art. 60  

e. Um­schrei­bung der An­spra­chen

 

1 Die An­spra­chen sind fort­lau­fend zu num­me­rie­ren.

2 Bei je­der An­spra­che ist der For­de­rungs­grund zu be­zeich­nen und auf die Num­mer der An­spra­che im Ver­zeich­nis der For­de­rungs­ein­ga­ben zu ver­wei­sen.

3 Der Kol­lo­ka­ti­ons­plan hat für je­de Pfand­an­spra­che ge­nau an­zu­ge­ben, auf wel­chen Mas­sa­ge­gen­stand sie sich be­zieht; bei Grund­stücken sind die mit­ver­haf­te­ten Früch­te und Er­träg­nis­se so­wie die Zu­ge­hör, bei For­de­run­gen all­fäl­lig mit­ver­pfän­de­te Zins­be­treff­nis­se un­zwei­deu­tig zu be­zeich­nen, un­ter Ver­wei­sung auf die Ein­trä­ge im In­ven­tar. Ist ein Drit­ter per­sön­li­cher Schuld­ner, so ist dies eben­falls zu be­mer­ken.74

74Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2884).

Art. 6175  

f. Dritt­pfand­ge­si­cher­te For­de­run­gen

 

1 For­de­run­gen, für wel­che ganz oder zum Teil im Ei­gen­tum ei­nes Drit­ten ste­hen­de Ge­gen­stän­de als Pfand haf­ten, sind oh­ne Rück­sicht auf das Pfand, aber un­ter Er­wäh­nung des­sel­ben, in ih­rem vol­len (an­er­kann­ten) Be­trag un­ter die un­ge­si­cher­ten For­de­run­gen auf­zu­neh­men.

2 Hat die Pfand­ver­wer­tung vor er­folg­ter Aus­rich­tung der Kon­kurs­di­vi­den­de an den Pfand­gläu­bi­ger statt­ge­fun­den, so ist der Pfand­ei­gen­tü­mer an Stel­le des Gläu­bi­gers zum Be­zug der Di­vi­den­de be­rech­tigt, so­fern und in­so­weit er nach dem gel­ten­den ma­te­ri­el­len Recht durch die Ein­lö­sung des Pfan­des in die Rech­te des Gläu­bi­gers ein­ge­tre­ten ist. Ist die Sub­ro­ga­ti­on strei­tig, so ist die Di­vi­den­de zu hin­ter­le­gen.

75Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2884).

Art. 62  

g. For­de­run­gen mit aus­län­di­schem Pfand­ob­jekt

 

Wenn die Pfan­d­ob­jek­te zwar dem Ge­mein­schuld­ner ge­hö­ren, aber im Aus­land lie­gen und nach dem mass­ge­ben­den Rech­te nicht zur in­län­di­schen Kon­kurs­mas­se ge­zo­gen wer­den kön­nen, so wird die auf die For­de­rung ent­fal­len­de Di­vi­den­de so lan­ge zu­rück­be­hal­ten, als das Pfand nicht im Aus­land li­qui­diert wor­den ist, und nur so­weit aus­ge­rich­tet, als der Pfand­aus­fall reicht. Die aus­zu­rich­ten­de Di­vi­den­de be­rech­net sich nach dem Pfand­aus­fall.76

76Satz ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 5. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2884).

Art. 63  

h. Im Pro­zess lie­gen­de For­de­run­gen

 

1 Strei­ti­ge For­de­run­gen, wel­che im Zeit­punkt der Kon­kurser­öff­nung be­reits Ge­gen­stand ei­nes Pro­zes­ses bil­den, sind im Kol­lo­ka­ti­ons­plan zu­nächst oh­ne Ver­fü­gung der Kon­kurs­ver­wal­tung le­dig­lich pro me­mo­ria vorzu­mer­ken.

2 Wird der Pro­zess we­der von der Mas­se noch von ein­zel­nen Gläu­bi­gern nach Ar­ti­kel 260 SchKG fort­ge­führt, so gilt die For­de­rung als an­er­kannt, und die Gläu­bi­ger ha­ben kein Recht mehr, ih­re Kol­lo­ka­ti­on nach Ar­ti­kel 250 SchKG an­zu­fech­ten.

3 Wird der Pro­zess da­ge­gen fort­ge­führt, so er­folgt je nach des­sen Aus­gang die Strei­chung der For­de­rung oder ih­re de­fi­ni­ti­ve Kol­lo­ka­ti­on, wel­che von den Gläu­bi­gern eben­falls nicht mehr an­ge­foch­ten wer­den kann.

4 Bei der Ver­hand­lung dar­über, ob der Pro­zess fort­ge­führt wer­den soll, ist nach Ana­lo­gie von Ar­ti­kel 48 hier­vor zu ver­fah­ren.

Art. 64  

i. Pro­to­kol­lie­rung der Ver­fü­gun­gen des Gläu­bi­geraus­schus­ses und des Pro­zess­er­geb­nis­ses

 

1 Ist ein Gläu­bi­ge­raus­schuss er­nannt wor­den, so sind sei­ne Ver­fü­gun­gen im Kol­lo­ka­ti­ons­plan an­zu­ge­ben.

2 Eben­so ist von all­fäl­li­gen Kol­lo­ka­ti­onss­trei­tig­kei­ten und der Art und Wei­se ih­rer Er­le­di­gung im Kol­lo­ka­ti­ons­plan Vor­merk zu neh­men.

Art. 6578  

k. Nach­träg­li­che Ab­än­de­run­gen

aa. In­ner­halb der An­fech­tungs­frist

 

1 In­ner­halb der An­fech­tungs­frist darf die Kon­kurs­ver­wal­tung die im Kol­lo­ka­ti­ons­plan ge­trof­fe­ne Ent­schei­dung nur so lan­ge ab­än­dern, als nicht ei­ne Kla­ge ge­gen die Mas­se oder einen an­dern Gläu­bi­ger an­ge­ho­ben ist.79

2 Die Ab­än­de­rung ist neu zu pu­bli­zie­ren (Art. 67 Abs. 3).

78Im ita­lie­ni­schen Text be­steht die­ser Ar­ti­kel aus ei­nem ein­zi­gen Ab­satz.

79Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2884).

Art. 66  

bb. Im Pro­zess

 

1 Will die Kon­kurs­ver­wal­tung in dem ge­gen sie ge­führ­ten Kol­lo­ka­ti­onss­treit es nicht zu ei­nem ge­richt­li­chen Ent­schei­de kom­men las­sen und an­er­kennt sie das gel­tend ge­mach­te Rechts­be­geh­ren nach­träg­lich ganz oder zum Teil, so kann die­se An­er­ken­nung nur un­ter Vor­be­halt der Rech­te der Kon­kurs­gläu­bi­ger er­fol­gen, ge­mä­ss Ar­ti­kel 250 SchKG die Zu­las­sung der For­de­rung oder den ihr neu an­ge­wie­se­nen Rang ih­rer­seits noch zu be­strei­ten.

2 Zu die­sem Zwe­cke hat die Kon­kurs­ver­wal­tung die aus ih­rer nach­träg­li­chen An­er­ken­nung sich er­ge­ben­de Ab­än­de­rung des ur­sprüng­lich auf­ge­leg­ten Kol­lo­ka­ti­ons­pla­nes neu auf­zu­le­gen und zu pu­bli­zie­ren.

3 Vor­be­hal­ten bleibt die dem Gläu­bi­ge­raus­schuss all­fäl­lig über­tra­ge­ne Kom­pe­tenz zum Ab­schluss oder zur Ge­neh­mi­gung von Ver­glei­chen ge­mä­ss Ar­ti­kel 237 Ab­satz 3 Zif­fer 3 SchKG. In die­sen Fäl­len hat ei­ne Neu­auf­la­ge und Pu­bli­ka­ti­on des durch den Ver­gleich ab­ge­än­der­ten Kol­lo­ka­ti­ons­pla­nes nicht statt­zu­fin­den.

Art. 67  

l. Pu­bli­ka­ti­on

 

1 Die Be­kannt­ma­chung der Auf­le­gung des Kol­lo­ka­ti­ons­pla­nes hat in den glei­chen Blät­tern zu er­fol­gen, in de­nen der Kon­kurs pu­bli­ziert wur­de.

2 Im Zeit­punkt der Auf­le­gung des Pla­nes sol­len al­le von der Kon­kurs­ver­wal­tung oder dem Gläu­bi­ge­raus­schuss er­klär­ten Be­strei­tun­gen im Kol­lo­ka­ti­ons­plan ge­hö­rig vor­ge­merkt sein.

3 Für nach­träg­li­che Ab­än­de­run­gen ge­nügt nicht ei­ne An­zei­ge an den Gläu­bi­ger, son­dern es ist in­nert der An­fech­tungs­frist die Be­kannt­ma­chung der Auf­le­gung des Kol­lo­ka­ti­ons­pla­nes zu wi­der­ru­fen und der neu er­stell­te oder ab­ge­än­der­te Plan wie­der­um auf­zu­le­gen und des­sen Be­kannt­ma­chung an­zu­ord­nen.

Art. 6880  

m. Spe­zi­al­an­zei­gen

 

In den nach Ar­ti­kel 249 Ab­satz 3 SchKG zu ver­sen­den­den Spe­zi­al­an­zei­gen ist der Grund der Ab­wei­sung zu be­zeich­nen und bei­zu­fü­gen, dass die zwan­zig­tä­gi­ge An­fech­tungs­frist (Art. 250 SchKG) vom Ta­ge der öf­fent­li­chen Be­kannt­ma­chung der Auf­le­gung des Kol­lo­ka­ti­ons­pla­nes an zu lau­fen be­gin­ne.

80Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2884).

Art. 69  

n. Be­hand­lung­ver­spä­te­ter Kon­kurs­ein­ga­ben

 

Wird ei­ne Kon­kurs­for­de­rung erst nach er­folg­ter Auf­le­gung des Kol­lo­ka­ti­ons­pla­nes ein­ge­ge­ben, so hat ei­ne Pu­bli­ka­ti­on der Ver­fü­gung über sie nur zu er­fol­gen, wenn sie ganz oder teil­wei­se zu­ge­las­sen wird. Wird sie voll­stän­dig ab­ge­wie­sen, so ge­nügt die blos­se An­zei­ge da­von an den Gläu­bi­ger. Vor­be­hal­ten blei­ben die Ar­ti­kel 65 und 66.

Art. 70  

o. Im sum­ma­ri­schen Ver­fah­ren

 

Ein Kol­lo­ka­ti­ons­plan ist stets auch im sum­ma­ri­schen Ver­fah­ren zu er­stel­len. Da­bei sind die auf die Er­rich­tung, Auf­la­ge, Pu­bli­ka­ti­on und An­fech­tung des Kol­lo­ka­ti­ons­pla­nes be­züg­li­chen Vor­schrif­ten des SchKG so­wie der vor­lie­gen­den Ver­ord­nung in glei­cher Wei­se zu be­ob­ach­ten.

V. Verwertung

(Art. 252-260 SchKG81)

81Heute: Art. 252-260bis SchKG.

Art. 7182  

V. Ver­wer­tung

1. Spe­zi­al­an­zei­gen über Grund­stücks­stei­ge­run­gen

 

Spe­zi­al­an­zei­gen nach Ar­ti­kel 257 SchKG sind aus­ser an die Grund­pfand­gläu­bi­ger auch an die­je­ni­gen Gläu­bi­ger zu er­las­sen, de­nen die Pfand­ti­tel über die auf dem Grund­stück haf­ten­den Pfand­rech­te ver­pfän­det sind (vgl. Art. 40 Abs. 1 hier­vor).

82Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2884).

Art. 7283  

2. Stei­ge­rungs­pro­to­koll

a. An­la­ge im all­ge­mei­nen

 

1 Über je­de Stei­ge­rung ist ein be­son­de­res Pro­to­koll zu füh­ren, wel­ches an­ge­ben soll: die lei­ten­den Per­so­nen, den Tag und die Dau­er so­wie den Ort der Stei­ge­rung und den Be­trag des Er­lö­ses für je­des spe­zi­ell ver­stei­ger­te Ob­jekt. Das Pro­to­koll ist vom Stei­ge­rungs­be­am­ten zu un­ter­zeich­nen. Bei der Ver­wer­tung von Wert­schrif­ten und Gut­ha­ben sind aus­ser­dem die Na­men der Er­stei­ge­rer zu ver­ur­kun­den, bei der Ver­wer­tung von Fahr­nis nur dann, wenn die Ge­gen­stän­de ins­ge­samt (en bloc) von ei­ner und der­sel­ben Per­son er­wor­ben wer­den.

2 Wird die Stei­ge­rung von ei­nem an­dern öf­fent­li­chen Amt vor­ge­nom­men, so soll dies aus dem Pro­to­koll eben­falls her­vor­ge­hen.

83Im ita­lie­ni­schen Text be­steht die­ser Ar­ti­kel aus ei­nem ein­zi­gen Ab­satz.

Art. 73  

b. Bei Lie­gen­schafts­stei­ge­run­gen im be­son­dern

 

Das Pro­to­koll über die Ver­wer­tung von Lie­gen­schaf­ten soll ins­be­son­de­re noch ent­hal­ten: die Er­klä­rung des Stei­ge­rungs­be­am­ten: «Die Lie­gen­schaft wird hier­mit um den Preis von Fr. ...... zu­ge­schla­gen an N.N.» und die Un­ter­schrift des Er­wer­bers, der als der «Er­stei­ge­rer» zeich­net. Wo nicht zu­ge­schla­gen wird, ist am Fus­se des Pro­to­kolls zu be­mer­ken: «Die Lie­gen­schaft wur­de nicht zu­ge­schla­gen», und zwar un­ter An­ga­be des Grun­des, warum der Zu­schlag un­ter­blie­ben ist. Wur­de der Zu­schlag an Be­din­gun­gen ge­knüpft, so sind die­se ge­nau an­zu­ge­ben.

Art. 74  

3. Lö­schung der un­ter­ge­gan­ge­nen Grund­pfand­rech­te

 

1 Wer­den die Pfand­ti­tel über Grund­pfand­rech­te, wel­che durch die Ver­stei­ge­rung ganz oder teil­wei­se un­ter­ge­gan­gen sind, nicht bei­ge­bracht, so hat die Kon­kurs­ver­wal­tung trotz­dem die er­for­der­li­chen Lö­schun­gen oder Ab­än­de­run­gen im Grund­buch zu ver­an­las­sen.

2 Die statt­ge­fun­de­ne Lö­schung oder Ab­än­de­rung des Grund­pfand­rechts ist durch ein­ma­li­ge Pu­bli­ka­ti­on im Amts­blatt zu ver­öf­fent­li­chen und dem Gläu­bi­ger, so­fern sein Na­me und sein Wohn­ort be­kannt sind, durch ein­ge­schrie­be­nen Brief zur Kennt­nis zu brin­gen, mit der An­zei­ge, dass die Ver­äus­se­rung oder Ver­pfän­dung des gänz­lich zu Ver­lust ge­kom­me­nen Pfand­ti­tels oder des teil­wei­se zu Ver­lust ge­kom­me­nen über den er­lös­ten Be­trag hin­aus als Be­trug straf­bar wä­re.84

3 Ist der In­ha­ber des Ti­tels un­be­kannt, so hat das Be­trei­bungs­amt die Lö­schung oder Ab­än­de­rung des Grund­pfand­rechts öf­fent­lich be­kannt­zu­ma­chen, un­ter Hin­weis auf die in Ab­satz 2 hier­vor er­wähn­te Fol­ge ei­ner Ver­äus­se­rung oder Ver­pfän­dung des Ti­tels.85

84Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2884).

85Fas­sung ge­mä­ss den Art. 69 Abs. 3 und 136Abs. 2 der V des BGer vom 23. April 1920 über die Zwangs­ver­wer­tung von Grund­stücken, in Kraft seit 1. Jan. 1921 (AS 36425).

Art. 7586  

4. Spe­zi­al­fäl­le

a. Ent­kräf­tung der Ei­gen­tü­mer­pfand­ti­tel und Lö­schung der lee­ren Pfand­stel­len

 

Im Be­sitz des Ge­mein­schuld­ners be­find­li­che Pfand­ti­tel über auf sei­nem Grund­stück grund­pfand­ge­si­cher­te For­de­run­gen so­wie lee­re Pfand­stel­len dür­fen ge­mä­ss Ar­ti­kel 815 des Zi­vil­ge­setz­bu­ches87 bei der Auf­stel­lung der Stei­ge­rungs­be­din­gun­gen nicht be­rück­sich­tigt wer­den. Die Pfand­ti­tel sind oh­ne wei­te­res zur Ent­kräf­tung zu brin­gen und die lee­ren Pfand­stel­len nach der Ver­stei­ge­rung im Grund­buch zu lö­schen.

86Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2884).

87SR 210

Art. 7688  

b. Be­hand­lung der vom Ge­mein­schuld­ner ver­pfän­de­ten Ei­gen­tü­mer­pfand­ti­tel

 

Die vom Ge­mein­schuld­ner ver­pfän­de­ten Pfand­ti­tel über auf sei­nem Grund­stück grund­pfand­ge­si­cher­te For­de­run­gen dür­fen nicht se­pa­rat ver­stei­gert wer­den, son­dern es ist für die be­tref­fen­den For­de­run­gen an­läss­lich der Ver­stei­ge­rung des Grund­stücks in den Stei­ge­rungs­be­din­gun­gen Bar­zah­lung zu ver­lan­gen, und es sind die Ti­tel nach der Ver­stei­ge­rung zur Ent­kräf­tung zu brin­gen.

88Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2884).

Art. 77  

c. Ver­wer­tung von ver­si­cher­ten Ge­gen­stän­den und von Le­bens­ver­si­che­rungs­an­sprü­chen

 

1 Sind die zur Ver­wer­tung ge­lan­gen­den Ge­gen­stän­de ge­gen Scha­den ver­si­chert (vgl. Art. 37 und 40 Abs. 2 hier­vor), so ist bei der Ver­wer­tungs­hand­lung auf die be­ste­hen­de Ver­si­che­rung auf­merk­sam zu ma­chen. Wird die Ge­samt­heit der ver­si­cher­ten Ge­gen­stän­de von ei­ner und der­sel­ben Per­son er­wor­ben, so ist der Ver­si­che­rer vom Über­gang des Ei­gen­tums so­fort in Kennt­nis zu set­zen.

2 Be­züg­lich der Ver­wer­tung (Ver­stei­ge­rung oder Ver­kauf aus frei­er Hand) ei­nes Le­bens­ver­si­che­rungs­an­spruchs sind die Vor­schrif­ten der Ar­ti­kel 10 und 15-21 der Ver­ord­nung vom 10. Mai 191089 be­tref­fend die Pfän­dung, Ar­res­tie­rung und Ver­wer­tung von Ver­si­che­rungs­an­sprü­chen mass­ge­bend.

Art. 7890  
 

90Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I 3 der V vom 18. Ju­ni 2021 zur An­pas­sung des Bun­des­rechts an Ent­wick­lun­gen der Tech­nik ver­teil­ter elek­tro­ni­scher Re­gis­ter, mit Wir­kung seit 1. Aug. 2021 (AS 2021 400).

Art. 7991  
 

91Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2884).

Art. 80  

5. Ab­tre­tung von Rechts­an­sprü­chen der Mas­se

 

1 Die Ab­tre­tung von Rechts­an­sprü­chen der Mas­se an ein­zel­ne Gläu­bi­ger im Sin­ne von Ar­ti­kel 260 SchKG er­folgt un­ter den im vor­ge­schrie­be­nen For­mu­lar fest­ge­setz­ten Be­din­gun­gen.

2 Die aus der Flüs­sig­ma­chung des Pro­zes­s­er­geb­nis­ses ent­ste­hen­den Kos­ten dür­fen nicht der all­ge­mei­nen Mas­se be­las­tet wer­den.

Art. 8192  
 

92Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2884).

VI. Verteilung

(Art. 261-267 SchKG)

Art. 82  

VI. Ver­tei­lung

1. Ab­schlags­ver­tei­lun­gen

 

1 Be­vor Ab­schlags­ver­tei­lun­gen vor­ge­nom­men wer­den (Art. 237 Abs. 3 Ziff. 5 und 266 SchKG), ist ei­ne pro­vi­so­ri­sche Ver­tei­lungs­lis­te auf­zu­stel­len, wel­che un­ter Mit­tei­lung an die Gläu­bi­ger wäh­rend zehn Ta­gen beim Kon­kur­samt auf­zu­le­gen ist (Art. 263 SchKG).

2 Teil­be­trä­ge, die auf strei­ti­ge For­de­run­gen, auf For­de­run­gen un­ter auf­schie­ben­der Be­din­gung oder mit un­ge­wis­ser Ver­fall­zeit (Art. 264 Abs. 3 SchKG), auf Si­cher­heits­an­sprü­che so­wie auf sol­che For­de­run­gen ent­fal­len, wel­che ver­spä­tet, je­doch noch vor der Ab­schlags­ver­tei­lung an­ge­mel­det wur­den (Art. 251 Abs. 3 SchKG), sind zu­rück­zu­be­hal­ten.

Art. 83  

2. Er­stel­lung der de­fi­ni­ti­ven Ver­tei­lungs­li­ste

a. Vor­aus­set­zun­gen

aa. Er­le­di­gung der Pro­zes­se

 

1 Die de­fi­ni­ti­ve Ver­tei­lungs­lis­te darf erst er­stellt wer­den, wenn sämt­li­che, auf die Fest­stel­lung der Ak­tiv- und Pas­siv­mas­se be­züg­li­chen Pro­zes­se er­le­digt sind.

2 Auf die von ein­zel­nen Gläu­bi­gern ge­mä­ss Ar­ti­kel 260 SchKG ge­führ­ten Pro­zes­se braucht da­ge­gen kei­ne Rück­sicht ge­nom­men zu wer­den, wenn zum vorn­her­ein fest­steht, dass ein Über­schuss für die Mas­se nicht zu er­war­ten ist (vgl. Art. 95 hier­nach).

Art. 8493  

bb. Be­stim­mung der Spe­zi­al­ver­gü­tung nach Art. 48 Ge­büh­ren­ver­ord­nung

 

Glaubt die Kon­kurs­ver­wal­tung (und even­tu­ell der Gläu­bi­geraus­schuss), auf ei­ne Spe­zi­al­ver­gü­tung nach Ar­ti­kel 48 der Ge­büh­ren­ver­ord­nung vom 23. Sep­tem­ber 199694 zum SchKG An­spruch er­he­ben zu kön­nen, so hat sie vor der end­gül­ti­gen Fest­stel­lung der Ver­tei­lungs­li­ste der zu­stän­di­gen Auf­sichts­be­hör­de aus­ser sämt­li­chen Ak­ten ei­ne de­tail­lier­te Auf­stel­lung ih­rer Ver­rich­tun­gen, für wel­che die Ver­ord­nung kei­ne Ge­büh­ren vor­sieht, zur Fest­set­zung der Ent­schä­di­gung ein­zu­rei­chen.

93Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2884).

94SR 281.35

Art. 8595  

b. An­la­ge im all­ge­mei­nen

 

Bei der Auf­stel­lung der Ver­tei­lungs­lis­te ist wie folgt zu ver­fah­ren:

In ers­ter Li­nie sind bei ver­pfän­de­ten Ver­mö­gens­stücken so­wohl der Er­lös als die Kos­ten ih­rer In­ven­tur, Ver­wal­tung und Ver­wer­tung für al­le ein­zeln ge­nau an­zu­ge­ben. Die­se spe­zi­el­len Kos­ten sind vom Er­lös der be­tref­fen­den Pfand­ge­gen­stän­de in Ab­zug zu brin­gen.
Er­gibt sich nach Ab­zug der Kos­ten und voll­stän­di­ger De­ckung der Pfand­for­de­run­gen ein Über­schuss, so wird er zum Er­lös des frei­en Mas­se­ver­mö­gens ge­schla­gen. Er­gibt sich um­ge­kehrt auf den Pfan­d­ob­jek­ten ein Aus­fall, so ist er un­ter die For­de­run­gen in der ers­ten bis drit­ten Klas­se ein­zu­rei­hen, so­fern ei­ne per­sön­li­che Haf­tung des Schuld­ners für die For­de­rung be­steht.
Der Ge­sam­t­er­lös des frei­en Mas­se­ver­mö­gens nebst ei­nem all­fäl­li­gen Mehr­er­lös aus der Li­qui­da­ti­on der Pfan­d­ob­jek­te wird vor­ab zur De­ckung der ge­sam­ten üb­ri­gen Kon­kurs­kos­ten, zu de­nen auch die Kos­ten ei­nes vor­aus­ge­gan­ge­nen öf­fent­li­chen In­ven­tars zu rech­nen sind, ver­wen­det; der Rest ist nach Mass­ga­be des Kol­lo­ka­ti­ons­pla­nes un­ter die Kur­rent­gläu­bi­ger zu ver­tei­len.

95Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2884).

Art. 86  

c. Im Fall des Art. 260 SchKG im Be­son­de­ren

 

Sind von ein­zel­nen Gläu­bi­gern Pro­zes­se nach Ar­ti­kel 260 SchKG mit Er­folg durch­ge­führt wor­den, so hat die Ver­tei­lungs­lis­te, evtl. in ei­nem Nach­trag, auch die Ver­tei­lung des Er­geb­nis­ses un­ter die Ab­tre­tungs­gläu­bi­ger und die Mas­se fest­zu­stel­len.

Art. 87  

3. An­zei­ge über die Auf­le­gung der Ver­tei­lungs­lis­te

 

1 Die An­zei­ge an die ein­zel­nen Gläu­bi­ger so­wie an den Ge­mein­schuld­ner über die Auf­le­gung der Ver­tei­lungs­lis­te hat durch ein­ge­schrie­be­ne Sen­dung zu er­fol­gen (Art. 34 SchKG).96

2 Die­se An­zei­ge hat auch im Fal­le von Ab­än­de­run­gen der Ver­tei­lungs­lis­te statt­zu­fin­den, es sei denn, dass die Än­de­rung durch einen Ent­scheid der Auf­sichts­be­hör­de er­folgt ist.

96Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2884).

Art. 88  

4. Vor­nah­me der Ver­tei­lung. Vor­aus­set­zung

 

Be­vor die Kon­kurs­ver­wal­tung zur Ver­tei­lung des Er­lö­ses an die Gläu­bi­ger schrei­tet, hat sie sich dar­über zu ver­ge­wis­sern, ob wäh­rend der ge­setz­li­chen Frist von zehn Ta­gen Be­schwer­den ge­gen die Ver­tei­lungs­lis­te bei der Auf­sichts­be­hör­de ein­ge­langt sind, und be­ja­hen­den­falls ih­re Er­le­di­gung ab­zu­war­ten.

Art. 8997  
 

97Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I 3 der V vom 18. Ju­ni 2021 zur An­pas­sung des Bun­des­rechts an Ent­wick­lun­gen der Tech­nik ver­teil­ter elek­tro­ni­scher Re­gis­ter, mit Wir­kung seit 1. Aug. 2021 (AS 2021 400).

Art. 9098  
 

98Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2884).

Art. 9199  
 

99Auf­ge­ho­ben durch V des BGer vom 23. April 1926, mit Wir­kung seit 19. Dez. 1923 (AS 42 252).

VII. Schluss des Konkursverfahrens

(Art. 268-270 SchKG)

Art. 92  

VII. Schluss des Kon­kurs­ver­fah­rens

1. Schluss­be­richt

 

1 Der Schluss­be­richt der Kon­kurs­ver­wal­tung (Art. 268 SchKG) ist stets schrift­lich ab­zu­fas­sen und dem Kon­kurs­ge­rich­te mit sämt­li­chen Ak­ten und Be­le­gen, mit Ein­schluss der Quit­tun­gen der Gläu­bi­ger für die Kon­kurs­di­vi­den­de, ein­zu­rei­chen. Ei­ne Ab­schrift des Be­richts ist bei den Ak­ten auf­zu­be­wah­ren.

2 Der Be­richt soll ei­ne ge­dräng­te Dar­stel­lung des Ver­laufs der Li­qui­da­ti­on ent­hal­ten. Er hat na­ment­lich über die Ur­sa­chen des Kon­kur­ses, die Ak­ti­ven und Pas­si­ven und den Ge­samt­be­trag der Ver­lus­te sum­ma­risch Auf­schluss zu ge­ben und zu er­wäh­nen, ob und even­tu­ell wel­che Be­trä­ge ge­mä­ss Ar­ti­kel 264 Ab­satz 3 SchKG bei der De­po­si­ten­an­stalt hin­ter­legt wer­den muss­ten.

Art. 93  

2. Sum­ma­ri­sches Ver­fah­ren

 

Die Er­stat­tung ei­nes Schluss­be­rich­tes und die Be­kannt­ma­chung der Schluss­ver­fü­gung ha­ben auch im sum­ma­ri­schen Ver­fah­ren statt­zu­fin­den. Da­ge­gen ist ei­ne Pu­bli­ka­ti­on der Schluss­ver­fü­gung bei Ein­stel­lung des Kon­kurs­ver­fah­rens im Sin­ne des Ar­ti­kels 230 Ab­satz 2 SchKG nicht er­for­der­lich.

Art. 94100  
 

100Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2884).

Art. 95  

3. Ein­fluss von Pro­zes­sen nach Art. 260 SchKG

 

Hat ei­ne Ab­tre­tung von Rechts­an­sprü­chen der Mas­se an ein­zel­ne Kon­kurs­gläu­bi­ger im Sin­ne von Ar­ti­kel 260 SchKG statt­ge­fun­den und ist an­zu­neh­men, dass aus der Ver­fol­gung der ab­ge­tre­te­nen Rech­te ein Über­schuss zu­guns­ten der Mas­se sich nicht er­ge­ben wer­de, so hat das Kon­kur­samt dem Kon­kurs­ge­rich­te un­ter Ein­sen­dung der Akt­en dar­über An­trag zu stel­len, ob das Kon­kurs­ver­fah­ren so­fort ge­schlos­sen oder ob mit dem Schluss des Ver­fah­rens bis nach durch­ge­führ­ter Gel­tend­ma­chung des An­spruchs zu­ge­war­tet wer­den soll.

VIII. Summarisches Verfahren

Art. 96102  

VIII. Sum­ma­ri­sches Ver­fah­ren

Be­son­de­re Vor­schrif­ten für das sum­ma­ri­sche Ver­fah­ren

 

Für das sum­ma­ri­sche Ver­fah­ren gel­ten, aus­ser den Ar­ti­keln 32, 49, 70 und 93, fol­gen­de Be­son­der­hei­ten:103

a.
Schlägt der Ge­mein­schuld­ner einen Nach­lass­ver­trag vor, so ist ei­ne Gläu­bi­ger­ver­samm­lung ein­zu­be­ru­fen, wenn er die Kos­ten da­für vor­schiesst.
b.
Für Grund­stücks­stei­ge­run­gen gel­ten die Be­stim­mun­gen der Ar­ti­kel 134–137 und 143 SchKG; ein all­fäl­li­ger Zah­lungs­ter­min darf je­doch nicht mehr als drei Mo­na­te be­tra­gen. Im Üb­ri­gen gel­ten für die Ver­wer­tung die Vor­schrif­ten der Ar­ti­kel 71–78 und 80 die­ser Ver­ord­nung.
c.104
...

102Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2884).

103 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 3 der V vom 18. Ju­ni 2021 zur An­pas­sung des Bun­des­rechts an Ent­wick­lun­gen der Tech­nik ver­teil­ter elek­tro­ni­scher Re­gis­ter, in Kraft seit 1. Aug. 2021 (AS 2021 400).

104 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I 3 der V vom 18. Ju­ni 2021 zur An­pas­sung des Bun­des­rechts an Ent­wick­lun­gen der Tech­nik ver­teil­ter elek­tro­ni­scher Re­gis­ter, mit Wir­kung seit 1. Aug. 2021 (AS 2021 400).

C. Geschäftsführung der ausseramtlichen Konkursverwal­tungen

Art. 97106  

...

1. Be­zeich­nung der an­wend­ba­ren all­ge­mei­nen Be­stim­mun­gen

 

Die in den Ar­ti­keln 1 Zif­fern 2–4, 2, 3, 5, 8–10, 13, 15–34, 36, 38, 41, 44–69, 71–78, 80, 82–89, 92, 93 und 95 der vor­lie­gen­den Ver­ord­nung auf­ge­stell­ten Vor­schrif­ten gel­ten auch für ei­ne von den Gläu­bi­gern ge­wähl­te Kon­kurs­ver­wal­tung (Art. 241 SchKG und Art. 43 hier­vor).

106Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2884).

Art. 98  

2. Be­son­de­re Be­stim­mun­gen

 

1 Die Auf­le­gung des Kol­lo­ka­ti­ons­pla­nes, der Stei­ge­rungs­be­din­gun­gen und der Kos­ten­rech­nung und Ver­tei­lungs­lis­te hat, auch wenn ei­ne aus­se­r­amt­li­che Kon­kurs­ver­wal­tung ein­ge­setzt ist, beim zu­stän­di­gen Kon­kur­samt zu er­fol­gen. Die Kan­to­ne kön­nen vor­schrei­ben, dass der Voll­zug der öf­fent­li­chen Stei­ge­run­gen durch das Kon­kurs- oder ein an­de­res öf­fent­li­ches Amt oder un­ter des­sen Mit­wir­kung zu ge­sche­hen ha­be.107

2 Nach Schluss des Ver­fah­rens hat die Kon­kurs­ver­wal­tung das Pro­to­koll und die Ak­ten an das Kon­kur­samt zur Auf­be­wah­rung in des­sen Ar­chiv ab­zu­lie­fern.

3 ...108

107Im ita­lie­ni­schen Text be­steht die­ser Ab­satz aus zwei Ab­sät­zen. Je­der Ab­satz ent­spricht ei­nem Satz des deut­schen Tex­tes.

108Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2884).

D. Schlussbestimmungen

Art. 99  

1. Zeit­punkt des In­kraft­tre­tens

 

1 Die vor­lie­gen­de Ver­ord­nung tritt auf den 1. Ja­nu­ar 1912 in Kraft.

2 ...109

109Ge­gen­stands­lo­se UeB.

Art. 100  

2. Über­gangs­be­stim­mung

 

1 Al­le mit den obi­gen Be­stim­mun­gen im Wi­der­spruch ste­hen­den Ver­ord­nungs­vor­schrif­ten und An­wei­sun­gen wer­den auf­ge­ho­ben.

2 Ins­be­son­de­re wird Ar­ti­kel 12 der Ver­ord­nung vom 10. Mai 1910110 be­tref­fend die Pfän­dung, Ar­res­tie­rung und Ver­wer­tung von Ver­si­che­rungs­an­sprü­chen durch Ar­ti­kel 61 hier­vor ab­ge­än­dert.

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