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Bundesgesetz
über die Anwendung polizeilichen Zwangs
und polizeilicher Massnahmen im Zuständigkeitsbereich des Bundes
(Zwangsanwendungsgesetz, ZAG)

vom 20. März 2008 (Stand am 1. Januar 2018)

Die Bundesversammlung der Schweizerischen Eidgenossenschaft,

gestützt auf die Artikel 57 Absatz 2, 121 und 123 Absatz 1 der Bundesverfassung1,
nach Einsicht in die Botschaft des Bundesrates vom 18. Januar 20062,

beschliesst:

1. Abschnitt: Gegenstand und Geltungsbereich

Art. 1 Gegenstand  

Die­ses Ge­setz re­gelt die Grund­sät­ze der An­wen­dung po­li­zei­li­chen Zwangs und po­li­zei­li­cher Mass­nah­men im Zu­stän­dig­keits­be­reich des Bun­des.

Art. 2 Verpflichtete Behörden und Personen  

1 Die­ses Ge­setz gilt:

a.
für al­le Bun­des­be­hör­den, die bei der Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben po­li­zei­li­chen Zwang oder po­li­zei­li­che Mass­nah­men an­wen­den müs­sen;
b.
für al­le kan­to­na­len Be­hör­den, die im Be­reich der Aus­län­der- und der Asyl­ge­setz­ge­bung po­li­zei­li­chen Zwang oder po­li­zei­li­che Mass­nah­men an­wen­den müs­sen;
c.3
für al­le kan­to­na­len Be­hör­den, die im Zu­sam­men­wir­ken mit den Straf­be­hör­den des Bun­des po­li­zei­li­che Auf­ga­ben im Be­reich der Bun­des­ge­richts­bar­keit wahr­neh­men;
d.
für al­le kan­to­na­len Be­hör­den, die im Auf­trag ei­ner Bun­des­be­hör­de Per­so­nen mit Frei­heits­be­schrän­kun­gen trans­por­tie­ren;
e.
für Pri­va­te, die von die­sen Be­hör­den für die Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben bei­ge­zo­gen wer­den.

2 Für die Ar­mee gilt das Ge­setz nur, so­weit sie im In­land As­sis­tenz­dienst oder Spon­t­an­hil­fe für zi­vi­le Po­li­zei­or­ga­ne des Bun­des oder der Kan­to­ne oder das Grenzwacht­korps leis­tet.4

3 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 11 des Straf­be­hör­den­or­ga­ni­sa­ti­ons­ge­set­zes vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3267; BBl 2008 8125).

4 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 5 des BG vom 18. März 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2016 4277, 2017 2297; BBl 2014 6955).

Art. 3 Verhältnis zum Verfahrensrecht des Bundes  

Die­ses Ge­setz gilt für die An­wen­dung po­li­zei­li­chen Zwangs und po­li­zei­li­cher Mass­nah­men im Be­reich der Ver­fah­rens­ge­set­ze des Bun­des, so­weit die­se da­für kei­ne be­son­de­ren Re­ge­lun­gen ent­hal­ten.

Art. 4 Notwehr und Notstand  

Das Ge­setz ist nicht an­wend­bar bei Hand­lun­gen in Not­wehr oder Not­stand.

2. Abschnitt: Allgemeine Bestimmungen

Art. 5 Polizeilicher Zwang  

Als po­li­zei­li­cher Zwang gilt der ge­gen Per­so­nen ge­rich­te­te Ein­satz von:

a.
kör­per­li­cher Ge­walt;
b.
Hilfs­mit­teln;
c.
Waf­fen.
Art. 6 Polizeiliche Massnahmen  

Als po­li­zei­li­che Mass­nah­men gel­ten:

a.
das kurz­fris­ti­ge Fest­hal­ten von Per­so­nen;
b.
die Durch­su­chung von Per­so­nen und ih­rer per­sön­li­chen Ef­fek­ten;
c.
die Durch­su­chung von Räu­men und Fahr­zeu­gen;
d.
die Be­schlag­nah­me von Ge­gen­stän­den.
Art. 7 Zur Anwendung polizeilichen Zwangs und polizeilicher Massnahmen berechtigte Behörden  

Die Spe­zi­al­ge­set­ze be­zeich­nen die Be­hör­den, die zur An­wen­dung po­li­zei­li­chen Zwangs und po­li­zei­li­cher Mass­nah­men be­rech­tigt sind.

Art. 8 Besondere Ausbildung  

Per­so­nen, die zur An­wen­dung po­li­zei­li­chen Zwangs und po­li­zei­li­cher Mass­nah­men ein­ge­setzt wer­den, müs­sen da­zu aus­ge­bil­det sein.

Art. 9 Grundsätze  

1 Po­li­zei­li­cher Zwang und po­li­zei­li­che Mass­nah­men dür­fen nur zur Auf­recht­erhal­tung oder Her­stel­lung ei­nes recht­mäs­si­gen Zu­stan­des an­ge­wen­det wer­den, ins­be­son­de­re:

a.
zur Ab­wehr ei­ner Ge­fahr;
b.
zum Schutz von Be­hör­den, Ge­bäu­den und Ein­rich­tun­gen des Bun­des;
c.
zur Durch­füh­rung des Trans­por­tes von Per­so­nen, die Frei­heits­be­schrän­kun­gen un­ter­ste­hen;
d.
zur Ver­hin­de­rung der Flucht von Per­so­nen, die Frei­heits­be­schrän­kun­gen un­ter­ste­hen;
e.
zur Iden­ti­fi­zie­rung von Per­so­nen;
f.
zur Be­schlag­nah­me von Ge­gen­stän­den, wenn ein Ge­setz dies vor­sieht.

2 Die An­wen­dung muss den Um­stän­den an­ge­mes­sen sein; ins­be­son­de­re müs­sen das Al­ter, das Ge­schlecht und der Ge­sund­heits­zu­stand der be­trof­fe­nen Per­so­nen be­rück­sich­tigt wer­den.

3 Sie darf kei­ne Ein­grif­fe oder Be­ein­träch­ti­gun­gen nach sich zie­hen, die zum an­ge­streb­ten Ziel in ei­nem Miss­ver­hält­nis ste­hen.

4 Grau­sa­me, er­nied­ri­gen­de oder be­lei­di­gen­de Be­hand­lun­gen sind ver­bo­ten.

Art. 10 Ankündigung  

1 So­weit die Um­stän­de und der Zweck des Ein­sat­zes es zu­las­sen, muss die An­wen­dung po­li­zei­li­chen Zwangs und po­li­zei­li­cher Mass­nah­men an­ge­kün­digt wer­den.

2 Die An­kün­di­gung muss nach Mög­lich­keit in ei­ner für die Be­trof­fe­nen ver­ständ­li­chen Spra­che er­fol­gen.

Art. 11 Einsatz von Waffen  

1 Der Ein­satz von Waf­fen darf nur als letz­tes Mit­tel er­fol­gen.

2 Feu­er­waf­fen dür­fen nur ein­ge­setzt wer­den, um Per­so­nen fest­zu­neh­men oder ih­re Flucht zu ver­hin­dern, wenn:

a.
sie ei­ne schwe­re Straf­tat be­gan­gen ha­ben;
b.
der drin­gen­de Ver­dacht be­steht, dass sie ei­ne schwe­re Straf­tat be­gan­gen ha­ben.

3 Ein Warn­schuss darf nur ab­ge­ge­ben wer­den, wenn ein Warn­ruf wir­kungs­los bleibt oder nach den Um­stän­den kei­ne Wir­kung ha­ben kann.

4 Über je­den Waf­fen­ein­satz ist der zu­stän­di­gen Be­hör­de Be­richt zu er­stat­ten.

Art. 12 Identifizierbarkeit  

Per­so­nen, die zur An­wen­dung po­li­zei­li­chen Zwangs und po­li­zei­li­cher Mass­nah­men ein­ge­setzt wer­den, müs­sen iden­ti­fi­zier­bar sein.

3. Abschnitt: Besondere Bestimmungen zum polizeilichen Zwang

Art. 13 Körperliche Gewalt  

Tech­ni­ken kör­per­li­cher Ge­walt, wel­che die Ge­sund­heit der be­trof­fe­nen Per­son er­heb­lich be­ein­träch­ti­gen kön­nen, ins­be­son­de­re durch die Be­hin­de­rung der Atem­we­ge, sind ver­bo­ten.

Art. 14 Hilfsmittel  

1 Der Bun­des­rat er­lässt ei­ne Lis­te der zu­läs­si­gen Hilfs­mit­tel.

2 Er lässt ins­be­son­de­re zu:

a.
Hand­schel­len und an­de­re Fes­se­lungs­mit­tel;
b.
Dienst­hun­de.

3 Er darf den Ein­satz von Hilfs­mit­teln, wel­che die Atem­we­ge be­ein­träch­ti­gen kön­nen, nicht zu­las­sen; da­zu ge­hö­ren ins­be­son­de­re In­te­gral­hel­me und Mund­k­ne­bel.

Art. 15 Waffen  

Fol­gen­de Waf­fen dür­fen ein­ge­setzt wer­den:

a.
Schlag- und Ab­wehr­stö­cke;
b.
Reiz­stof­fe;
c.
Feu­er­waf­fen;
d.
nicht töd­lich wir­ken­de De­sta­bi­li­sie­rungs­ge­rä­te.
Art. 16 Aufgabenbezogener Einsatz von Hilfsmitteln und Waffen  

Der Bun­des­rat er­lässt ei­ne Lis­te der für die je­wei­li­gen Auf­ga­ben zu­ge­las­se­nen Hilfs­mit­tel und Waf­fen.

Art. 17 Ausrüstung  

1 Der Bun­des­rat kann die tech­ni­schen An­for­de­run­gen an die Hilfs­mit­tel und die Waf­fen (Aus­rüs­tung) der Po­li­zei­or­ga­ne des Bun­des re­geln.

2 Die Aus­rüs­tung der Po­li­zei­or­ga­ne der Kan­to­ne rich­tet sich nach kan­to­na­lem Recht.

Art. 18 Anhörung der Kantone  

Der Bun­des­rat hört die Kan­to­ne an, be­vor er:

a.
die Lis­te der Hilfs­mit­tel nach Ar­ti­kel 14 Ab­satz 1 er­lässt;
b.
die Lis­te der Hilfs­mit­tel und Waf­fen nach Ar­ti­kel 16 er­lässt.

4. Abschnitt: Besondere Bestimmungen zu den polizeilichen Massnahmen

Art. 19 Kurzfristiges Festhalten  

1 Wird ei­ne Per­son kurz­fris­tig fest­ge­hal­ten, so muss sie:

a.
über den Grund ih­rer Fest­hal­tung in­for­miert wer­den;
b.
die Mög­lich­keit ha­ben, mit den be­wa­chen­den Per­so­nen Kon­takt auf­zu­neh­men, wenn sie Hil­fe be­nö­tigt.

2 Ei­ne Per­son darf nur so­lan­ge fest­ge­hal­ten wer­den, als die Um­stän­de dies er­for­dern, höchs­tens aber 24 Stun­den.

Art. 20 Durchsuchen und Abtasten von Personen sowie Untersuchungen im Intimbereich  

1 Ei­ne Durch­su­chung, die mit Kör­per­kon­tak­ten ver­bun­den ist, darf nur von Per­so­nen vor­ge­nom­men wer­den, die das glei­che Ge­schlecht wie die durch­such­te Per­son ha­ben.

2 Sol­che Durch­su­chun­gen müs­sen un­ter Aus­schluss der Öf­fent­lich­keit er­fol­gen.

3 Die Ab­sät­ze 1 und 2 gel­ten nicht für das Ab­tas­ten von Per­so­nen, bei de­nen der Ver­dacht be­steht, dass sie Waf­fen oder ge­fähr­li­che Ge­gen­stän­de mit sich füh­ren.

4 Un­ter­su­chun­gen im In­tim­be­reich von Per­so­nen dür­fen nur von ei­nem Arzt oder ei­ner Ärz­tin vor­ge­nom­men wer­den.

Art. 21 Beschlagnahme von Gegenständen  

So­weit für die Be­schlag­nah­me von Ge­gen­stän­den kei­ne spe­zi­al­ge­setz­li­che Re­ge­lung gilt, ist Ar­ti­kel 47 des Bun­des­ge­set­zes vom 22. März 19745 über das Ver­wal­tungs­straf­recht an­wend­bar.

5. Abschnitt: Medizinische Versorgung und Einsatz von Arzneimitteln

Art. 22 Erste Hilfe  

Er­lei­den Per­so­nen durch po­li­zei­li­chen Zwang ei­ne ge­sund­heit­li­che Be­ein­träch­ti­gung, so leis­ten die aus­füh­ren­den Per­so­nen ers­te Hil­fe und sor­gen wenn nö­tig für ärzt­li­chen Bei­stand.

Art. 23 Medizinische Untersuchung  

Ei­ne Per­son, ge­gen die po­li­zei­li­cher Zwang an­ge­wen­det wor­den ist oder die fest­ge­hal­ten wird, ist me­di­zi­nisch zu un­ter­su­chen, wenn ei­ne er­heb­li­che ge­sund­heit­li­che Be­ein­träch­ti­gung nicht aus­ge­schlos­sen wer­den kann.

Art. 24 Medizinische Überwachung  

Ei­ne fest­ge­hal­te­ne oder trans­por­tier­te Per­son muss durch ei­ne me­di­zi­nisch ge­schul­te Per­son über­wacht wer­den, wenn:

a.
sie aus me­di­zi­ni­schen Grün­den mit Arz­nei­mit­teln ru­hig ge­stellt wird; oder
b.
ei­ne ärzt­li­che Be­ur­tei­lung er­gibt, dass mit ge­sund­heit­li­chen Kom­pli­ka­tio­nen zu rech­nen ist.
Art. 25 Einsatz von Arzneimitteln  

1 Arz­nei­mit­tel dür­fen nicht an Stel­le von Hilfs­mit­teln ver­wen­det wer­den.

2 Sie dür­fen nur ge­stützt auf ei­ne me­di­zi­ni­sche In­di­ka­ti­on und von den nach der Heil­mit­tel­ge­setz­ge­bung zu­stän­di­gen Per­so­nen ver­schrie­ben, ab­ge­ge­ben oder ver­ab­reicht wer­den.

6. Abschnitt: Transport von Personen, die Freiheitsbeschränkungen unterstehen

Art. 26 Vorschriften des Bundesrats  

1 Der Bun­des­rat er­lässt die er­for­der­li­chen Vor­schrif­ten für den Trans­port von Per­so­nen, die Frei­heits­be­schrän­kun­gen un­ter­ste­hen.

2 Er re­gelt ins­be­son­de­re:

a.
wie der Trans­port vor­zu­be­rei­ten und durch­zu­füh­ren ist;
b.
un­ter wel­chen Um­stän­den die trans­por­tier­ten Per­so­nen zu fes­seln sind;
c.
die An­for­de­run­gen an die Trans­port­mit­tel;
d.
wel­che Be­dürf­nis­se der trans­por­tier­ten Per­so­nen bei län­ger dau­ern­den Trans­por­ten zu be­rück­sich­ti­gen sind.
Art. 27 Vorbereitung von Rückführungen auf dem Luftweg  

1 Die zwangs­wei­se Rück­füh­rung von Per­so­nen auf dem Luft­we­ge ist von den zu­stän­di­gen Be­hör­den je­weils auf­grund der kon­kre­ten Um­stän­de vor­zu­be­rei­ten.

2 Die be­trof­fe­nen Per­so­nen sind vor­gän­gig zu ori­en­tie­ren und an­zu­hö­ren, so­weit der Voll­zug selbst da­durch nicht in Fra­ge ge­stellt wird; es ist ih­nen ins­be­son­de­re Ge­le­gen­heit zu ge­ben, dring­li­che per­sön­li­che An­ge­le­gen­hei­ten vor der Rück­füh­rung zu er­le­di­gen oder er­le­di­gen zu las­sen.

3 Ei­ne be­trof­fe­ne Per­son ist vor Be­ginn des Trans­por­tes ärzt­lich zu un­ter­su­chen, wenn:

a.
die be­trof­fe­ne Per­son dies ver­langt;
b.
An­zei­chen für ge­sund­heit­li­che Pro­ble­me fest­stell­bar sind.
Art. 28 Begleitpersonen  

1 Per­so­nen, die auf dem Luft­we­ge zwangs­wei­se rück­ge­führt wer­den, müs­sen durch be­son­ders aus­ge­bil­de­te Per­so­nen be­glei­tet wer­den. Wäh­rend der Rück­füh­rung müs­sen sie Ge­le­gen­heit ha­ben, sich an ei­ne Per­son ih­res Ge­schlechts zu wen­den.

2 Wäh­rend des Flug­es un­ter­ste­hen die rück­zu­füh­ren­den Per­so­nen und die Be­gleit­per­so­nen der Bord­ge­walt des Kom­man­dan­ten oder der Kom­man­dan­tin des Luft­fahr­zeugs.

7. Abschnitt: Aus- und Weiterbildung 6

6 Die Änd. gemäss BG vom 20. Juni 2014 über die Weiterbildung, in Kraft seit 1. Jan. 2017, betrifft nur den italienischen Text (AS 2016 689; BBl 20133729).

Art. 29 Programme und Koordination  

1 Der Bun­des­rat re­gelt die Aus- und Wei­ter­bil­dungs­pro­gram­me für Per­so­nen, de­ren Auf­ga­ben mit der An­wen­dung po­li­zei­li­chen Zwangs und po­li­zei­li­cher Mass­nah­men im Gel­tungs­be­reich die­ses Ge­set­zes ver­bun­den sein kön­nen. Er hört da­zu die Kan­to­ne an und sorgt für die er­for­der­li­che Ko­or­di­na­ti­on un­ter den be­tei­lig­ten Bun­des­stel­len und den kan­to­na­len Be­hör­den.

2 Er trägt da­bei den Er­kennt­nis­sen der Wis­sen­schaft und der Tech­nik Rech­nung.

3 Der Bund un­ter­stützt be­son­de­re Aus- und Wei­ter­bil­dungs­pro­gram­me für Per­so­nen, die mit der zwangs­wei­sen Rück­füh­rung von Per­so­nen auf dem Luft­weg be­auf­tragt sind.

Art. 30 Inhalt  

In der Aus- und Wei­ter­bil­dung wer­den ins­be­son­de­re fol­gen­de The­men be­han­delt:

a.
Um­gang mit wi­der­stand­wil­li­gen und ge­walt­be­rei­ten Per­so­nen;
b.
Ein­satz kör­per­li­cher Ge­walt;
c.
Ein­satz von Hilfs­mit­teln und Waf­fen;
d.
Be­ur­tei­lung ge­sund­heit­li­cher Ri­si­ken der Ge­walt­an­wen­dung;
e.
Leis­tung ers­ter Hil­fe;
f.
Grund­rech­te, Per­sön­lich­keits­schutz und Ver­fah­rens­recht;
g.
Um­gang mit Per­so­nen aus an­de­ren Kul­tur­krei­sen.

8. Abschnitt: Haftung für Schäden

Art. 31  

1 Der Bund haf­tet nach dem Ver­ant­wort­lich­keits­ge­setz vom 14. März 19587 für Schä­den, die:

a.
Or­ga­ne des Bun­des beim Voll­zug die­ses Ge­set­zes wi­der­recht­lich ver­ur­sacht ha­ben;
b.
Or­ga­ne der Kan­to­ne oder Pri­va­te, die un­mit­tel­bar im Auf­trag oder un­ter Lei­tung der Bun­des­be­hör­den tä­tig ge­we­sen sind, wi­der­recht­lich ver­ur­sacht ha­ben.

2 Hat der Bund Er­satz ge­leis­tet, so steht ihm der Rück­griff auf den Kan­ton zu, in des­sen Dienst die Per­son steht, die den Scha­den ver­ur­sacht hat. Das Ver­fah­ren rich­tet sich nach Ar­ti­kel 10 Ab­satz 1 des Ver­ant­wort­lich­keits­ge­set­zes vom 14. März 1958.

9. Abschnitt: Schlussbestimmungen

Art. 32 Änderung bisherigen Rechts  

Die Än­de­rung bis­he­ri­gen Rechts wird im An­hang ge­re­gelt.

Art. 33 Referendum und Inkrafttreten  

1 Die­ses Ge­setz un­ter­steht dem fa­kul­ta­ti­ven Re­fe­ren­dum.

2 Der Bun­des­rat be­stimmt das In­kraft­tre­ten.

Da­tum des In­kraft­tre­tens: 1. Ja­nu­ar 20098

8 BRB vom 12. Nov. 2008

Anhang

(Art. 32)

Änderung bisherigen Rechts

Die nachstehenden Bundesgesetze werden wir folgt geändert:

9

9 Die Änderungen können unter AS 20085463konsultiert werden.

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