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Vereinbarung
(PTI-Vereinbarung)

zwischen dem Bund und den Kantonen über die Harmonisierung und die gemeinsame Bereitstellung der Polizeitechnik und -informatik in der Schweiz

vom 2. September 2020 (Stand am 1. Januar 2021)

Die Kantone Zürich, Luzern, Uri, Schwyz, Obwalden, Glarus, Zug, Freiburg, Solothurn, Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Schaffhausen, Appenzell Ausserrhoden, St. Gallen, Graubünden, Aargau, Thurgau, Tessin, Waadt, Wallis, Neuenburg und Jura,
handelnd durch ihre Justiz- und Polizeidirektorinnen und -direktoren,
und der Bund,
handelnd durch die Vorsteherin des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements (EJPD),

mit dem Ziel, die Polizeitechnik und -informatik (PTI) zu harmonisieren,
mit der Absicht, im Rahmen eines Programms PTI Neues gemeinsam zu realisieren und Bestehendes schrittweise anzugleichen,
mit dem Bestreben, polizeiliche Fachanwendungen und Systeme sowie deren Schnittstellen zu Dritten gemeinsam und aufeinander abgestimmt zu planen, zu beschaffen, zu implementieren, weiterzuentwickeln und zu betreiben,
mit der Absicht, dabei den Datenschutz und den Informationsschutz sicherzustellen,

schliessen folgende Vereinbarung:

1. Abschnitt: Allgemeine Bestimmungen

Art. 1 Gegenstand der Vereinbarung  

1 Die­se Ver­ein­ba­rung re­gelt die Zu­sam­men­ar­beit zwi­schen den Kan­to­nen, die Par­tei die­ser Ver­ein­ba­rung sind, so­wie zwi­schen die­sen Kan­to­nen und den be­tei­lig­ten Bun­des­stel­len im Be­reich der Po­li­zei­tech­nik und -in­for­ma­tik (PTI).

2 Sie re­gelt ins­be­son­de­re die Grün­dung und die Ar­beits­wei­se der Kör­per­schaft «PTI Schweiz»

3 Zur PTI ge­hö­ren ins­be­son­de­re:

a.
po­li­zei­li­che Ein­satz­mit­tel;
b.
In­for­ma­ti­k­lö­sun­gen, die ins­be­son­de­re der Kom­mu­ni­ka­ti­on so­wie der ge­mein­sa­men Ver­wal­tung und dem Aus­tausch von Da­ten zur Er­fül­lung von Po­li­zei­auf­ga­ben und da­mit ver­wand­ten öf­fent­li­chen Auf­ga­ben die­nen.
Art. 2 Grundsätze der Zusammenarbeit  

1 Die Par­tei­en die­ser Ver­ein­ba­rung stre­ben ei­ne Har­mo­ni­sie­rung der PTI und, wo es an­ge­zeigt ist, de­ren ge­mein­sa­me Be­reit­stel­lung an.

2 PTI Schweiz und ih­re Part­ner, ins­be­son­de­re die Par­tei­en die­ser Ver­ein­ba­rung, sor­gen für die ge­gen­sei­ti­ge In­for­ma­ti­on und die ge­gen­sei­ti­ge Ab­stim­mung der Tä­tig­kei­ten, ins­be­son­de­re was Be­schaf­fungs­tä­tig­kei­ten, die In­for­ma­ti­kar­chi­tek­tur, den Da­ten­schutz und die In­for­ma­ti­ons­si­cher­heit be­trifft. Zu die­sem Zweck sor­gen sie ins­be­son­de­re da­für, dass ih­re Be­hör­den al­ler Stu­fen so­wie die Or­ga­ne von PTI Schweiz:

a.
ein­an­der früh­zei­tig über lau­fen­de und über ge­plan­te Vor­ha­ben in­for­mie­ren;
b.
ge­plan­te und lau­fen­de Vor­ha­ben auf ih­re Re­le­vanz für die be­trof­fe­nen An­wen­dun­gen und Sys­te­me von PTI Schweiz so­wie von Bund und Kan­to­nen prü­fen und bei der Füh­rung ei­ge­ner Pro­jek­te die In­ter­es­sen der an­de­ren Stel­len be­rück­sich­ti­gen.

2. Abschnitt: Körperschaft «PTI Schweiz»

Art. 3 Rechtsform und Zweck  

1 PTI Schweiz ist ei­ne öf­fent­lich-recht­li­che Kör­per­schaft mit ei­ge­ner Rechts­per­sön­lich­keit und Sitz in der Stadt Bern.

2 Sie dient der Har­mo­ni­sie­rung und der ge­mein­sa­men Be­reit­stel­lung der PTI. Ih­re Tä­tig­kei­ten kön­nen ins­be­son­de­re die Pla­nung, Be­schaf­fung, Im­ple­men­tie­rung, Wei­ter­ent­wick­lung und den Be­trieb von Pro­duk­ten der PTI um­fas­sen.

3 Sie er­bringt ih­re Leis­tun­gen pri­mär für die Par­tei­en die­ser Ver­ein­ba­rung.

4 Sie kann ih­re Pro­duk­te ge­stützt auf Ver­ein­ba­run­gen den fol­gen­den wei­te­ren Nut­zern zur Ver­fü­gung stel­len:

a.
schwei­ze­ri­schen Ge­mein­we­sen so­wie dem Fürs­ten­tum Liech­ten­stein und de­ren ge­mein­sa­men Or­ga­ni­sa­tio­nen;
b.
de­zen­tra­len Ver­wal­tungs­ein­hei­ten der Ge­mein­we­sen nach Buch­sta­be a so­wie Pri­va­ten, die zur Er­fül­lung von Po­li­zei­auf­ga­ben bei­ge­zo­gen wer­den oder de­nen po­lizei­na­he öf­fent­li­che Auf­ga­ben über­tra­gen sind, so­weit die­se die Pro­duk­te für die Er­fül­lung ih­rer ge­setz­li­chen Auf­ga­ben be­nö­ti­gen.

5 Sie ver­folgt aus­sch­liess­lich öf­fent­li­che In­ter­es­sen zu­guns­ten der Ge­mein­we­sen.

6 Sie ar­bei­tet mit aus­län­di­schen Or­ga­ni­sa­tio­nen mit ent­spre­chen­dem Zweck zu­sam­men.

Art. 4 Organe  

1 Die Or­ga­ne von PTI Schweiz sind:

a.
die stra­te­gi­sche Ver­samm­lung;
b.
der stra­te­gi­sche Aus­schuss;
c.
die ope­ra­ti­ve Ver­samm­lung;
d.
der ope­ra­ti­ve Aus­schuss;
e.
der Leis­tungs­er­brin­ger;
f.
die Fach­grup­pen;
g.
die Re­vi­si­ons­stel­le.

2 Bei der Be­set­zung der Or­ga­ne ist dar­auf Rück­sicht zu neh­men, dass die Lan­des­ge­gen­den und Sprach­re­gio­nen an­ge­mes­sen ver­tre­ten sind.

3 Die Amts­dau­er der ge­wähl­ten Mit­glie­der der Or­ga­ne ge­mä­ss Ab­satz 1 Buch­sta­ben b, d, e so­wie der Re­vi­si­ons­stel­le be­trägt vier Jah­re.

Art. 5 Verhältnis zwischen den Organen  

1 Die stra­te­gi­sche Ver­samm­lung hat die Auf­sicht über den stra­te­gi­schen Aus­schuss und die Ober­auf­sicht über die an­de­ren Or­ga­ne.

2 Der stra­te­gi­sche Aus­schuss hat die Auf­sicht über die ope­ra­ti­ve Ver­samm­lung, die­se über den ope­ra­ti­ven Aus­schuss und die­ser über den Leis­tungs­er­brin­ger so­wie die Fach­grup­pen.

3 Je­des Auf­sichts­or­gan kann ins­be­son­de­re:

a.
zur Er­fül­lung sei­ner ei­ge­nen Auf­ga­ben die un­ter­ge­ord­ne­ten Or­ga­ne mit Vor­ar­bei­ten be­auf­tra­gen;
b.
den un­ter­ge­ord­ne­ten Or­ga­nen Wei­sun­gen über die Er­fül­lung ih­rer ei­ge­nen Auf­ga­ben er­tei­len.

4 Das be­auf­sich­tig­te Or­gan kann sei­nem Auf­sichts­or­gan An­trä­ge stel­len.

5 Die bei­den Aus­schüs­se be­rei­ten die Ge­schäf­te ih­rer je­wei­li­gen Ver­samm­lung vor und be­ru­fen die Ver­samm­lun­gen ein.

6 Die Fach­grup­pen kön­nen dem Leis­tungs­er­brin­ger An­trä­ge zu­han­den der Aus­schüs­se und der Ver­samm­lun­gen stel­len.

7 Die Re­vi­si­ons­stel­le ist von den an­de­ren Or­ga­nen un­ab­hän­gig.

Art. 6 Strategische Versammlung  

1 Die stra­te­gi­sche Ver­samm­lung ist das obers­te Or­gan von PTI Schweiz.

2 Ih­re Mit­glie­der sind die kan­to­na­len Jus­tiz- und Po­li­zei­di­rek­to­rin­nen und -di­rek­to­ren, de­ren Kan­to­ne Par­tei­en die­ser Ver­ein­ba­rung sind, die Vor­ste­he­rin oder der Vor­ste­her des EJPD so­wie die Prä­si­den­tin oder der Prä­si­dent der Kon­fe­renz der Städ­ti­schen Si­cher­heits­di­rek­to­rin­nen und -di­rek­to­ren (KSSD).

3 Die stra­te­gi­sche Ver­samm­lung wählt ih­re Prä­si­den­tin oder ih­ren Prä­si­den­ten und die Vi­ze­prä­si­den­tin oder den Vi­ze­prä­si­den­ten.

Art. 7 Strategischer Ausschuss  

1 Der stra­te­gi­sche Aus­schuss ist das stra­te­gi­sche Füh­rungs­or­gan von PTI Schweiz.

2 Er be­steht aus:

a.
zwei Mit­glie­dern der Kon­fe­renz der kan­to­na­len Jus­tiz- und Po­li­zei­di­rek­to­rin­nen und -di­rek­to­ren (KKJPD);
b.
der Ge­ne­ral­se­kre­tä­rin oder dem Ge­ne­ral­se­kre­tär der KKJPD;
c.
zwei Ver­tre­te­rin­ne­no­der Ver­tre­tern der Kon­fe­renz der kan­to­na­len Po­li­zei­kom­man­dan­tin­nen und -kom­man­dan­ten (KKPKS);
d.
je ei­ner Ver­tre­te­rin oder ei­nem Ver­tre­ter des EJPD, des Eid­ge­nös­si­schen Fi­nanz­de­par­te­ments (EFD) und des Eid­ge­nös­si­schen De­par­te­ments für Ver­tei­di­gung, Be­völ­ke­rungs­schutz und Sport (VBS).

3 Die stra­te­gi­sche Ver­samm­lung wählt die kan­to­na­len Mit­glie­der nach Ab­satz 1 Buch­sta­ben a–c so­wie die Prä­si­den­tin oder den Prä­si­den­ten und die Vi­ze­prä­si­den­tin oder den Vi­ze­prä­si­den­ten. Der Bun­des­rat wählt die Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter des Bun­des.

Art. 8 Operative Versammlung  

1 Die ope­ra­ti­ve Ver­samm­lung ist das obers­te Or­gan von PTI Schweiz in Be­zug auf An­ge­le­gen­hei­ten, die nicht in die Zu­stän­dig­keit der stra­te­gi­schen Or­ga­ne fal­len; die Auf­sicht durch die stra­te­gi­schen Or­ga­ne bleibt vor­be­hal­ten.

2 Ih­re Mit­glie­der sind:

a.
die Kom­man­dan­tin­nen und Kom­man­dan­ten der Kan­tons­po­li­zei­en, de­ren Kan­to­ne Par­tei­en die­ser Ver­ein­ba­rung sind;
b.
die Kom­man­dan­tin oder der Kom­man­dant der Stadt­po­li­zei Zü­rich, so­fern der Kan­ton Zü­rich Par­tei die­ser Ver­ein­ba­rung ist;
c.
die Prä­si­den­tin oder der Prä­si­dent der Schwei­ze­ri­schen Ver­ei­ni­gung Städ­ti­scher Po­li­zei­chefs (SVSP);
d.
die Di­rek­to­rin oder der Di­rek­tor des Schwei­ze­ri­schen Po­li­zei-In­sti­tuts (SPI);
e.
die Di­rek­to­rin­nen oder Di­rek­to­ren des Bun­des­amts für Po­li­zei (fed­pol), des Bun­des­amts für Be­völ­ke­rungs­schutz (BABS) und der Eid­ge­nös­si­schen Zoll­ver­wal­tung (EZV).

3 Hat die­sel­be Per­son zwei Rol­len nach Ab­satz 2, so ver­tritt sie in der ope­ra­ti­ven Ver­samm­lung nur ei­ne von bei­den Be­hör­den. Die stra­te­gi­sche Ver­samm­lung wählt ei­ne an­de­re Per­son zur Ver­tre­tung der an­de­ren Be­hör­de.

4 Die ope­ra­ti­ve Ver­samm­lung wählt ih­re Prä­si­den­tin oder ih­ren Prä­si­den­ten so­wie die Vi­ze­prä­si­den­tin oder den Vi­ze­prä­si­den­ten.

Art. 9 Operativer Ausschuss  

1 Der ope­ra­ti­ve Aus­schuss ist das ope­ra­ti­ve Steue­rungs­or­gan von PTI Schweiz.

2 Er er­füllt al­le Auf­ga­ben, die nicht ei­nem an­de­ren Or­gan zu­ge­wie­sen sind.

3 Er setzt sich zu­sam­men aus:

a.
der Prä­si­den­tin oder dem Prä­si­den­ten; sie oder er muss Mit­glied der KKPKS sein;
b.
ei­ner Fi­nanz­ex­per­tin oder ei­nem Fi­nanz­ex­per­ten;
c.
ei­ner Ju­ris­tin oder ei­nem Ju­ris­ten;
d.
je ei­ner Ver­tre­te­rin oder ei­nem Ver­tre­ter:
1.
der Po­li­zei­kon­kor­da­te Con­cor­dat de coopéra­ti­on po­li­ciè­re de Suis­se ro­man­de et du Tes­sin (CCPC RBT), Po­li­zei­kon­kor­dat Nord­west­schweiz (PKNW), Zen­tral­schwei­zer Po­li­zei­kon­kor­dat (ZPK) und Po­li­zei­kon­kor­dat der Ost­schwei­zer Po­li­zei­korps (ost­pol),
2.
der Kan­to­ne Bern, Zü­rich und Tes­sin,
3.
der Stadt Zü­rich,
4.
der Schwei­ze­ri­schen Ver­ei­ni­gung Städ­ti­scher Po­li­zei­chefs (SVSP),
5.
des Pro­gramms Har­mo­ni­sie­rung der In­for­ma­tik in der Straf­jus­tiz (HIS);
e.
je ei­ner Ver­tre­te­rin oder ei­nem Ver­tre­ter des EJPD, des EFD und des VBS.

4 Die Mit­glie­der nach Ab­satz 3 Buch­sta­ben b und c kön­nen Pri­vat­per­so­nen sein.

5 Die Mit­glie­der wer­den von der ope­ra­ti­ven Ver­samm­lung ge­wählt. Aus­ge­nom­men sind die Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter des Bun­des; die­se wer­den vom Bun­des­rat ge­wählt. Die ope­ra­ti­ve Ver­samm­lung wählt zu­dem die Prä­si­den­tin oder den Prä­si­den­ten und die Vi­ze­prä­si­den­tin oder den Vi­ze­prä­si­den­ten.

Art. 10 Leistungserbringer  

1 Der Leis­tungs­er­brin­ger ist für die Um­set­zung der Be­schlüs­se der über­ge­ord­ne­ten Or­ga­ne zu­stän­dig.

2 Er wird von ei­ner Ge­schäfts­lei­te­rin oder ei­nem Ge­schäfts­lei­ter ge­lei­tet. Die­se oder die­ser wird von der ope­ra­ti­ven Ver­samm­lung ge­wählt.

3 Die Ge­schäfts­lei­te­rin oder der Ge­schäfts­lei­ter so­wie das wei­te­re Per­so­nal wer­den mit ei­nem Ar­beits­ver­trag di­rekt von PTI Schweiz an­ge­stellt oder auf­grund ei­ner Ver­ein­ba­rung zwi­schen PTI Schweiz und ei­nem Ge­mein­we­sen von die­sem ge­stellt. Im Rah­men ih­rer Tä­tig­keit für PTI Schweiz un­ter­ste­hen sie in bei­den Fäl­len der Hier­ar­chie ge­mä­ss die­ser Ver­ein­ba­rung und dür­fen kei­ne Wei­sun­gen des Ge­mein­we­sens ent­ge­gen­neh­men.

4 Für den Ab­schluss der Ver­ein­ba­rung mit dem Ge­mein­we­sen ist der stra­te­gi­sche Aus­schuss zu­stän­dig; die­ser un­ter­brei­tet sie vor­gän­gig der stra­te­gi­schen Ver­samm­lung zur Ge­neh­mi­gung.

Art. 11 Revisionsstelle  

1 Die Re­vi­si­ons­stel­le führt ei­ne or­dent­li­che Re­vi­si­on un­ter sinn­ge­mäs­ser An­wen­dung der dies­be­züg­li­chen Vor­schrif­ten des Ob­li­ga­tio­nen­rechts1 durch.

2 Sie wird von der stra­te­gi­schen Ver­samm­lung ge­wählt.

3 Wenn mög­lich wird die Fi­nanz­kon­trol­le ei­ner Par­tei die­ser Ver­ein­ba­rung ge­wählt.

4 Die Wie­der­wahl ist zu­läs­sig.

Art. 12 Fachgruppen  

1 Der ope­ra­ti­ve Aus­schuss setzt für die Be­rei­che Po­li­zei­tech­nik und Po­li­zei­in­for­ma­tik je ei­ne Fach­grup­pe ein. Er kann bei Be­darf wei­te­re Fach­grup­pen ein­set­zen.

2 Er wählt die Mit­glie­der der Fach­grup­pen auf Vor­schlag der Leis­tungs­be­zü­ger.

3 Die Fach­grup­pen set­zen sich aus Fach­leu­ten zu­sam­men. Die­se wer­den von den Leis­tungs­be­zü­gern ge­stellt. Bei Be­darf kön­nen wei­te­re Fach­leu­te bei­ge­zo­gen wer­den.

4 Die Fach­grup­pen ver­tre­ten die ge­mein­sa­men In­ter­es­sen der Leis­tungs­be­zü­ger und för­dern die Zu­sam­men­ar­beit un­ter die­sen.

Art. 13 Beschlussfassung in den Versammlungen und Ausschüssen  

1 In der stra­te­gi­schen Ver­samm­lung ent­fal­len auf je­den Kan­ton zwei Stim­men. Die Vor­ste­he­rin oder der Vor­ste­her des EJPD und die Prä­si­den­tin oder der Prä­si­dent der KSSD ha­ben je ei­ne Stim­me. In der ope­ra­ti­ven Ver­samm­lung und in bei­den Aus­schüs­sen hat je­des Mit­glied ei­ne Stim­me.

2 Die Ver­samm­lun­gen und die Aus­schüs­se sind be­schluss­fä­hig, wenn min­des­tens die Hälf­te der Stim­men ver­tre­ten ist.

3 Sachent­schei­de der Ver­samm­lun­gen und der Aus­schüs­se be­dür­fen der Mehr­heit der Stim­men der an­we­sen­den stimm­be­rech­tig­ten Mit­glie­der. Bei Stim­men­gleich­heit ent­schei­det die Prä­si­den­tin oder der Prä­si­dent.

4 Ein Sachent­scheid der stra­te­gi­schen Ver­samm­lung kommt nicht zu­stan­de, wenn ihn das EJPD ab­lehnt.

5 Bei Ent­schei­den der Ver­samm­lun­gen über ein Pro­dukt sind nach dem fol­gen­den Zeit­punkt nur die­je­ni­gen Mit­glie­der stimm­be­rech­tigt, de­ren Ge­mein­we­sen sich am Pro­dukt be­tei­li­gen:

a.
bei Pro­duk­ten von na­tio­na­ler und stra­te­gi­scher Be­deu­tung: nach der Ver­ab­schie­dung des Pro­jek­t­auf­trags;
b.
bei den üb­ri­gen Pro­duk­ten: nach dem Ab­schluss der Vor­stu­di­en.

6 An der Be­schluss­fas­sung über Pro­duk­te, an de­nen der Bund sich nicht be­tei­ligt, neh­men sei­ne Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter in al­len Or­ga­nen nur mit be­ra­ten­der Stim­me teil, und das EJPD kann einen Ent­scheid nicht nach Ab­satz 4 ab­leh­nen.

7 Bei Wahlen be­setzt das Wahl­or­gan je­den Sitz ein­zeln. Es ist die kan­di­die­ren­de Per­son ge­wählt, auf wel­che die meis­ten Stim­men ent­fal­len. Bei Stim­men­gleich­heit wird ei­ne Stich­wahl durch­ge­führt.

8 Das Stimm­recht in den Ver­samm­lun­gen und Aus­schüs­sen kann nur von den ge­wähl­ten be­zie­hungs­wei­se in die­ser Ver­ein­ba­rung be­stimm­ten Per­so­nen aus­ge­übt wer­den. Ei­ne Stell­ver­tre­tung durch ein an­de­res Mit­glied des be­tref­fen­den Or­gans ist zu­läs­sig.

9 Be­schlüs­se kön­nen über elek­tro­ni­sche Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mit­tel ge­fasst wer­den, ins­be­son­de­re an Te­le­fon- oder Vi­deo­kon­fe­ren­zen. Schrift­li­che Be­schluss­ver­fah­ren sind zu­läs­sig, wenn kein Mit­glied ei­ne Be­ra­tung ver­langt. Es gel­ten die glei­chen Mehr­heits­re­geln.

Art. 14 Geschäfts- und Finanzreglement  

1 Die stra­te­gi­sche Ver­samm­lung er­lässt für die Or­ga­ne von PTI Schweiz ein Ge­schäfts­re­gle­ment und ein Fi­nanz­re­gle­ment.

2 Das Ge­schäfts­re­gle­ment und das Fi­nanz­re­gle­ment ent­hal­ten die not­wen­di­gen Be­stim­mun­gen na­ment­lich zu den fol­gen­den Ge­gen­stän­den:

a.
Or­ga­ni­sa­ti­on, Auf­ga­ben, Zu­stän­dig­kei­ten und Ver­ant­wort­lich­kei­ten der ein­zel­nen Or­ga­ne;
b.
Ver­hält­nis zwi­schen den Or­ga­nen (Art. 5);
c.
Ein­be­ru­fung und Trak­tan­die­rung von Ver­samm­lun­gen und Aus­schüs­sen;
d.
in­ter­nes Kon­troll­sys­tem (IKS) und Ri­si­ko­ma­na­ge­ment;
e.
Bud­ge­tie­rung, Fi­nanz­plan und über­jäh­ri­ge Fi­nan­zie­run­gen.
Art. 15 Zeichnungsberechtigung und Handelsregistereintrag  

1 Die ope­ra­ti­ve Ver­samm­lung be­stimmt die zur Ver­tre­tung von PTI Schweiz be­fug­ten Per­so­nen. Sie er­teilt nur Kol­lek­ti­vun­ter­schrift zu zwei­en.

2 PTI Schweiz wird in das Han­dels­re­gis­ter ein­ge­tra­gen.

3 Die zur Ver­tre­tung be­fug­ten Per­so­nen so­wie die Mit­glie­der bei­der Aus­schüs­se wer­den ins Han­dels­re­gis­ter ein­ge­tra­gen.

3. Abschnitt: Strategische Führung

Art. 16  

1 Die stra­te­gi­sche Ver­samm­lung legt die Zie­le und die Stra­te­gie von PTI Schweiz und rol­lend einen Mas­ter­plan mit ei­nem Ho­ri­zont von vier Jah­ren fest.

2 Der stra­te­gi­sche und der ope­ra­ti­ve Aus­schuss ana­ly­sie­ren lau­fend den Ist-Zu­stand bei den Ge­mein­we­sen und er­mit­teln den Hand­lungs­be­darf ein­sch­liess­lich des Recht­set­zungs­be­darfs.

3 Zeich­net sich Recht­set­zungs­be­darf ab, so führt die stra­te­gi­sche Ver­samm­lung ei­ne Aus­spra­che über die In­iti­ie­rung von Recht­set­zungs­pro­jek­ten in den be­tref­fen­den Ge­mein­we­sen.

4 Der stra­te­gi­sche Aus­schuss sorgt da­für, dass die für po­li­ti­sche und stra­te­gi­sche Ent­schei­de dien­li­chen In­for­ma­tio­nen aus dem Be­reich von PTI Schweiz den zu­stän­di­gen Stel­len zur Ver­fü­gung ste­hen.

4. Abschnitt: Projekte sowie Produkte und deren Bezug

Art. 17 Leistungsbezüger mit Parteistatus  

1 Je­de Par­tei die­ser Ver­ein­ba­rung ent­schei­det im Rah­men des für sie an­wend­ba­ren Rechts sel­ber, an wel­chen Pro­jek­ten sie teil­nimmt, wel­che Pro­duk­te sie be­zieht und nach wel­chen Re­geln ih­re Be­hör­den die­se nut­zen.

2 Auch ei­ne Par­tei, die am Pro­jekt zur Ent­wick­lung oder Be­schaf­fung ei­nes Pro­dukts nicht teil­ge­nom­men hat, kann die­ses im Rah­men der vor­han­de­nen Ka­pa­zi­tä­ten be­zie­hen.

3 Je­de Par­tei kann die Teil­nah­me an ei­nem Pro­jekt und den Be­zug ei­nes Pro­dukts be­en­den.

Art. 18 Leistungsbezüger ohne Parteistatus  

1 Die Be­din­gun­gen, un­ter de­nen Ge­mein­we­sen oh­ne Par­tei­sta­tus an Pro­jek­ten teil­neh­men und Pro­duk­te be­zie­hen kön­nen, wer­den in den Nut­zungs­ver­ein­ba­run­gen (Art. 3 Abs. 4) ge­re­gelt, ins­be­son­de­re be­tref­fend die Fi­nan­zie­rung.

2 Die­se Be­din­gun­gen ori­en­tie­ren sich an den für die Par­tei­en gel­ten­den Re­geln. Es kann ei­ne Teil­nah­me an den Sit­zun­gen der Or­ga­ne mit oder oh­ne Stimm­recht ver­ein­bart wer­den.

3 Die Ver­ein­ba­run­gen wer­den der Ver­samm­lung, die für den Ent­scheid über die Lan­cie­rung des be­tref­fen­den Pro­jekts zu­stän­dig ist, vor­gän­gig zur Ge­neh­mi­gung un­ter­brei­tet. Der ent­spre­chen­de Aus­schuss ist für den Ab­schluss der Ver­ein­ba­run­gen zu­stän­dig.

4 Der Be­zug von Pro­duk­ten durch Pri­va­te (Art. 3 Abs. 4 Bst. b) setzt zu­sätz­lich die Zu­stim­mung der zu­stän­di­gen Be­hör­de vor­aus.

Art. 19 Entwicklung, Lancierung und Durchführung von Projekten  

1 Der Leis­tungs­er­brin­ger ent­wi­ckelt ge­stützt auf den Mas­ter­plan oder einen Auf­trag des ope­ra­ti­ven Aus­schus­ses mög­li­che Pro­jek­te und er­ar­bei­tet ent­spre­chen­de Vor­stu­di­en als Ent­scheid­grund­la­ge.

2 Über die Lan­cie­rung von Pro­jek­ten von na­tio­na­ler und stra­te­gi­scher Be­deu­tung ent­schei­det die stra­te­gi­sche Ver­samm­lung, über die Lan­cie­rung an­de­rer Pro­jek­te die ope­ra­ti­ve Ver­samm­lung. Für den Ab­bruch und die Neu­aus­rich­tung ei­nes Pro­jekts gilt das­sel­be.

3 Die Ver­samm­lung, die für den Ent­scheid über die Lan­cie­rung ei­nes Pro­jekts zu­stän­dig ist, legt mit nach Ar­ti­kel 13 Ab­satz 5 ein­ge­schränk­tem Stimm­recht die Be­din­gun­gen fest für:

a.
die Teil­nah­me der Ge­mein­we­sen am Pro­jekt ein­sch­liess­lich der Be­din­gun­gen für den nach­träg­li­chen Ein­stieg in ein Pro­jekt und den Aus­stieg aus ei­nem Pro­jekt;
b.
den Be­zug von Pro­duk­ten und des­sen Be­en­di­gung.

4 Der je­wei­li­ge Aus­schuss setzt ei­ne Ein­zel­per­son als Pro­jek­t­auf­trag­ge­be­rin oder
-auf­trag­ge­ber ein. Die­se Per­son un­ter­steht der Auf­sicht durch den Aus­schuss.

5 Für die Durch­füh­rung der Pro­jek­te so­wie das Ent­wi­ckeln, Be­schaf­fen und Zur­ver­fü­gung­stel­len der Pro­duk­te ist der Leis­tungs­er­brin­ger zu­stän­dig.

6 Die zu­stän­di­gen Fach­grup­pen wer­den in al­len Pha­sen ein­be­zo­gen.

7 Die Pro­jek­t­ab­wick­lung rich­tet sich nach an­er­kann­ten Stan­dards. Ins­be­son­de­re ist im Rah­men der Pro­jek­t­ab­wick­lung ein ISDS2-Kon­zept zu er­ar­bei­ten, das die Grund­la­ge für die Fest­le­gung der Mass­nah­men für die In­for­ma­ti­ons­si­cher­heit und den Da­ten­schutz bil­det.

8 Der Leis­tungs­er­brin­ger un­ter­nimmt früh­zei­tig die nö­ti­gen Schrit­te, um ei­ne Zu­sam­men­ar­beit der Da­ten­schutz­auf­sichts­stel­len von Bund und Kan­to­nen im Rah­men des für die Par­tei­en an­wend­ba­ren Rechts zu un­ter­stüt­zen.

2 ISDS = In­for­ma­ti­ons­si­cher­heit und Da­ten­schutz

5. Abschnitt: Finanzen

Art. 20 Voranschlag  

1 Die stra­te­gi­sche Ver­samm­lung be­schliesst den all­ge­mei­nen Vor­an­schlag und den Fi­nanz­plan von PTI Schweiz so­wie je einen Vor­an­schlag für je­des Pro­dukt von na­tio­na­ler und stra­te­gi­scher Be­deu­tung.

2 Die ope­ra­ti­ve Ver­samm­lung be­schliesst je einen Vor­an­schlag für je­des üb­ri­ge Pro­dukt.

3 Über den all­ge­mei­nen Vor­an­schlag wird ins­be­son­de­re Fol­gen­des fi­nan­ziert:

a.
die nicht an ein Pro­dukt ge­bun­de­nen Auf­ga­ben des Leis­tungs­er­brin­gers;
b.
Vor­stu­di­en zu Pro­jek­ten;
c.
die In­itia­li­sie­rungs­pha­se bei Pro­jek­ten von na­tio­na­ler und stra­te­gi­scher Be­deu­tung; die­se en­det mit der Ver­ab­schie­dung des Pro­jek­t­auf­trags.
Art. 21 Allgemeine Kosten  

1 Je­de Par­tei die­ser Ver­ein­ba­rung leis­tet einen jähr­li­chen Bei­trag an die über den all­ge­mei­nen Vor­an­schlag fi­nan­zier­ten Kos­ten. Die­ser wird von der stra­te­gi­schen Ver­samm­lung nach den fol­gen­den Re­geln fest­ge­legt:

a.
Der Bund trägt 30 Pro­zent der Kos­ten.
b.
Die Kan­to­ne tra­gen ge­samt­haft 70 Pro­zent der Kos­ten; die Bei­trä­ge der Kan­to­ne wer­den im Ver­hält­nis ih­rer im Zeit­punkt der Fest­le­gung be­kann­ten stän­di­gen Wohn­be­völ­ke­run­gen fest­ge­legt.

2 Mit Leis­tungs­be­zü­gern oh­ne Par­tei­sta­tus (Art. 18) wird ein Bei­trag an die all­ge­mei­nen Kos­ten von PTI Schweiz ver­ein­bart, der der Be­las­tung der Or­ga­ne, ins­be­son­de­re des Leis­tungs­er­brin­gers, durch das Pro­dukt ent­spricht. Die Bei­trä­ge der Par­tei­en nach Ab­satz 1 re­du­zie­ren sich in die­sem Um­fang.

Art. 22 Projektkosten  

1 Die für den Ent­scheid über die Lan­cie­rung ei­nes Pro­jekts zu­stän­di­ge Ver­samm­lung (Art. 19 Abs. 2) legt mit nach Ar­ti­kel 13 Ab­satz 5 ein­ge­schränk­tem Stimm­recht Fol­gen­des fest:

a.
den Schlüs­sel, nach dem die Kos­ten des Pro­dukts auf die Teil­neh­mer des Pro­jekts und die Leis­tungs­be­zü­ger ver­teilt wer­den;
b.
die Re­geln zur Be­mes­sung der Ein­kaufs­bei­trä­ge von nach­träg­lich ein­tre­ten­den Pro­jekt­teil­neh­mern und von Leis­tungs­be­zü­gern, die nicht am Pro­jekt zur Ein­füh­rung des Pro­dukts be­tei­ligt wa­ren.

2 Mass­ge­bend für die Fest­le­gung des Ver­teil­schlüs­sels und der Ein­kaufs­bei­trä­ge ist der Nut­zen des be­tref­fen­den Pro­dukts für die Be­tei­lig­ten.

3 Die Ein­kaufs­bei­trä­ge wer­den den Par­tei­en die­ser Ver­ein­ba­rung, die am Pro­jekt teil­ge­nom­men ha­ben, im Ver­hält­nis ih­rer ei­ge­nen Bei­trä­ge gut­ge­schrie­ben.

Art. 23 Gewinn und Vermögen  

PTI Schweiz strebt kei­nen Ge­winn an und baut Ver­mö­gen nur so weit auf, als es not­wen­dig ist, um den dau­er­haf­ten Be­trieb zu fi­nan­zie­ren und die Li­qui­di­tät si­cher­zu­stel­len.

Art. 24 Buchführung und Rechnungslegung  

1 Die stra­te­gi­sche Ver­samm­lung ist für die Ge­neh­mi­gung der Jah­res­rech­nung von PTI Schweiz zu­stän­dig.

2 Je­des Pro­dukt wird als ei­ge­ne Kos­ten­stel­le ge­führt.

3 Für je­des an ei­nem Pro­dukt teil­neh­men­de Ge­mein­we­sen wird in der Bi­lanz pro Pro­dukt ein ei­ge­nes Kon­to ge­führt. Gut­schrif­ten aus Ein­kaufs­bei­trä­gen (Art. 21 Abs. 2) wer­den auf die­sen Kon­ten ver­bucht. Über all­fäl­li­ge Gut­ha­ben ent­schei­det je­des Ge­mein­we­sen ge­mä­ss sei­nem Recht.

4 Die Rech­nungs­le­gung rich­tet sich nach ei­nem der an­er­kann­ten Stan­dards zur Rech­nungs­le­gung nach Ar­ti­kel 962a des Ob­li­ga­tio­nen­rechts3.

5 Das Ge­schäfts­jahr ist das Ka­len­der­jahr.

6. Abschnitt: Anwendbares Recht

Art. 25  

1 Auf die mit dem Be­trieb von PTI Schweiz ver­bun­de­nen Rechts­fra­gen ist un­ter Vor­be­halt der Ab­sät­ze 4 und 5 kan­to­na­les ber­ni­sches Recht an­wend­bar, ins­be­son­de­re be­tref­fend:

a.
Da­ten­schutz, Öf­fent­lich­keit der Ver­wal­tung, In­for­ma­ti­ons­schutz und Ar­chi­vie­rung;
b.
öf­fent­li­che Be­schaf­fun­gen;
c.
Ar­beits­ver­hält­nis­se und da­mit ver­bun­de­ne Fra­gen wie die be­ruf­li­che Vor­sor­ge;
d.
Haf­tung.

2 Für die Be­hör­den der be­tei­lig­ten Ge­mein­we­sen rich­tet sich die Be­ur­tei­lung von Zu­gangs­ge­su­chen zu amt­li­chen Do­ku­men­ten, die sie zu­han­den von PTI Schweiz er­stellt ha­ben oder die ih­nen als Haupt­adres­sa­ten zu­ge­stellt wur­den, nach der je­weils an­wend­ba­ren Ge­setz­ge­bung über die Öf­fent­lich­keit der Ver­wal­tung.

3 PTI Schweiz kann in ei­ge­nem Na­men öf­fent­li­che Be­schaf­fun­gen durch­füh­ren und die da­zu er­for­der­li­chen Ver­fü­gun­gen er­las­sen.

4 Wird Per­so­nal von ei­nem Ge­mein­we­sen ge­stellt, so bleibt auf die Ar­beits­ver­hält­nis­se und die da­mit ver­bun­de­nen Fra­gen un­ter Vor­be­halt von Ar­ti­kel 10 Ab­satz 3 des­sen Recht an­wend­bar.

5 Für Staats­haf­tungs­an­sprü­che nach ber­ni­schem Recht haf­tet PTI Schweiz mit ih­rem Ver­mö­gen. Die Aus­fall­haf­tung des Kan­tons Bern (Art. 101 Abs. 2 des ber­ni­schen Per­so­nal­ge­set­zes vom 16. Sept. 20044) gilt nicht; an ih­re Stel­le tre­ten die Bei­trags­ver­pflich­tun­gen nach die­ser Ver­ein­ba­rung.

6 Sieht das ber­ni­sche Recht einen Ent­scheid durch Ver­fü­gung vor, so er­lässt die­se:

a.
bei Be­schaf­fun­gen: der Leis­tungs­er­brin­ger;
b.
in den üb­ri­gen Fäl­len: der ope­ra­ti­ve Aus­schuss.

7 Ver­fü­gun­gen nach Ab­satz 6 kön­nen beim Ver­wal­tungs­ge­richt des Kan­tons Bern an­ge­foch­ten wer­den; im Üb­ri­gen gilt das Ver­fah­rens­recht des Kan­tons Bern.

4 BSG 153.01

7. Abschnitt: Schlussbestimmungen

Art. 26 Abschluss der Vereinbarung und Inkrafttreten  

1 Die­se Ver­ein­ba­rung steht al­len Kan­to­nen und dem Bund zur Un­ter­zeich­nung of­fen.

2 Sie kann in Kraft tre­ten, nach­dem der Bund so­wie min­des­tens 18 Kan­to­ne sie un­ter­zeich­net ha­ben. Die stra­te­gi­sche Ver­samm­lung legt das Da­tum des In­kraft­tre­tens fest.

3 Ar­ti­kel 28 Ab­sät­ze 2 und 3 tritt mit dem Er­rei­chen des Quorums nach Ab­satz 2 in Kraft.

Art. 27 Beitritt  

1 Je­der Kan­ton kann der Ver­ein­ba­rung nach de­ren In­kraft­tre­ten durch ein­sei­ti­ge Er­klä­rung ge­gen­über dem stra­te­gi­schen Aus­schuss bei­tre­ten. Der Bei­tritt wird auf den 1. Ja­nu­ar des fol­gen­den Jah­res oder auf einen durch den Kan­ton und den stra­te­gi­schen Aus­schuss ein­ver­nehm­lich fest­ge­leg­ten Zeit­punkt wirk­sam.

2 Der Bei­tritt wird nur wirk­sam, so­fern die Auf­lö­sung und die Ab­wick­lung be­ste­hen­der Nut­zungs­ver­ein­ba­run­gen (Art. 3 Abs. 4 und Art. 18) zwi­schen dem Kan­ton und dem stra­te­gi­schen Aus­schuss ver­ein­bart wur­den. Die­se Ver­ein­ba­rung be­darf der Ge­neh­mi­gung durch die stra­te­gi­sche Ver­samm­lung.

Art. 28 Gründung von PTI Schweiz  

1 PTI Schweiz ent­steht durch das In­kraft­tre­ten die­ser Ver­ein­ba­rung.

2 Die stra­te­gi­sche Ver­samm­lung führt ei­ne Grün­dungs­ver­samm­lung durch. Sie führt die­se in der Zeit zwi­schen dem Er­rei­chen der Mit­glie­der­zahl nach Ar­ti­kel 26 Ab­satz 2 und dem In­kraft­tre­ten durch.

3 Sie nimmt an der Grün­dungs­ver­samm­lung die er­for­der­li­chen Wahlen vor.

4 Be­schliesst der Ver­ein HPI5 Ap­pli­ka­tio­nen sei­ne Auf­lö­sung und die Über­tra­gung sei­nes Ver­mö­gens auf PTI Schweiz, so:

a.
über­nimmt die­se es voll­stän­dig;
b.
führt die­se die im Ver­ein ge­führ­ten Pro­duk­te wei­ter;
c.
wer­den die vor­han­de­nen Ver­mö­gens­wer­te den Pro­duk­ten so­wie den dar­an be­tei­lig­ten Ge­mein­we­sen ge­mä­ss der bis­he­ri­gen Re­ge­lung im Ver­ein zu­ge­ord­net.

5 Die Re­geln nach Ab­satz 4 gel­ten, so­lan­ge die für den Ent­scheid über die Lan­cie­rung ei­nes Pro­jekts zu­stän­di­ge Ver­samm­lung nichts an­de­res be­schliesst.

5 HPI = Har­mo­ni­sie­rung der Schwei­zer Po­li­zei­in­for­ma­tik

Art. 29 Weitergeführter Bezug von Produkten von HPI ohne Unterzeichnung dieser Vereinbarung  

1 Ein Leis­tungs­be­zü­ger, der im Ver­ein HPI Ap­pli­ka­tio­nen ver­tre­ten ist oder sich an be­ste­hen­den Pro­jek­ten des Ver­eins be­tei­ligt oder be­ste­hen­de Pro­duk­te des Ver­eins be­zieht, die­se Ver­ein­ba­rung aber im Zeit­punkt ih­res In­kraft­tre­tens nicht un­ter­zeich­net hat, kann sich wäh­rend zwei Jah­ren oh­ne Ab­schluss ei­ner Nut­zungs­ver­ein­ba­rung nach die­ser Ver­ein­ba­rung (Art. 3 Abs. 4 und Art. 18) wei­ter­hin an den bis­he­ri­gen Pro­duk­ten be­tei­li­gen.

2 Die bis­he­ri­gen Be­din­gun­gen gel­ten wei­ter, so­lan­ge sie nicht in Nut­zungs­ver­ein­ba­run­gen neu ge­re­gelt wer­den.

3 Läuft die Frist nach Ab­satz 1 ab, oh­ne dass ei­ne Nut­zungs­ver­ein­ba­rung nach die­ser Ver­ein­ba­rung ab­ge­schlos­sen wird oder der Kan­ton die­ser Ver­ein­ba­rung bei­tritt, so wird er von der Be­tei­li­gung an den Pro­jek­ten und dem Be­zug von Pro­duk­ten ent­schä­di­gungs­los aus­ge­schlos­sen. Er hat kei­nen An­spruch auf ei­ne Rück­er­stat­tung ge­leis­te­ter Bei­trä­ge oder auf einen An­teil am Ver­mö­gen von PTI Schweiz.

Art. 30 Änderung dieser Vereinbarung  

1 Die stra­te­gi­sche Ver­samm­lung kann ei­ne Än­de­rung die­ser Ver­ein­ba­rung be­schlies­sen. An­stel­le der ein­fa­chen Mehr­heit (Art. 13 Abs. 2) ist ei­ne Zwei-Drit­tels-Mehr­heit er­for­der­lich.

2 Die Än­de­rung wird zur Ra­ti­fi­ka­ti­on auf­ge­legt. Sie be­darf der Ra­ti­fi­ka­ti­on durch zwei Drit­tel der Par­tei­en.

3 Sie tritt auf den nächs­ten Kün­di­gungs­ter­min nach dem Er­rei­chen der not­wen­di­gen Ra­ti­fi­ka­tio­nen in Kraft.

4 Die stra­te­gi­sche Ver­samm­lung kann das In­kraft­tre­ten auf einen an­de­ren Zeit­punkt fest­set­zen, nicht aber auf einen Zeit­punkt vor dem Er­rei­chen der not­wen­di­gen Ra­ti­fi­ka­tio­nen. Setzt sie ein In­kraft­tre­ten vor dem nächs­ten Kün­di­gungs­ter­min fest, so kann je­der Kan­ton in den zwölf Mo­na­ten nach dem Be­schluss ge­gen­über dem stra­te­gi­schen Aus­schuss sei­nen Aus­tritt auf den Zeit­punkt des In­kraft­tre­tens der Än­de­rung er­klä­ren.

Art. 31 Austritt  

1 Je­der Kan­ton und der Bund kön­nen mit ei­ner Frist von drei Jah­ren auf das En­de ei­nes Ka­len­der­jahrs aus die­ser Ver­ein­ba­rung aus­tre­ten.

2 Sinkt die Zahl der Par­tei­en un­ter zehn, so muss die stra­te­gi­sche Ver­samm­lung, be­ste­hend aus den Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­tern der ver­blei­ben­den Par­tei­en, einen Be­schluss über die Auf­lö­sung oder die An­pas­sung die­ser Ver­ein­ba­rung her­bei­füh­ren.

Art. 32 Auflösung der Vereinbarung  

1 Die­se Ver­ein­ba­rung kann durch einen Be­schluss der stra­te­gi­schen Ver­samm­lung je­der­zeit auf­ge­löst wer­den.

2 Die stra­te­gi­sche Ver­samm­lung be­schliesst über die Mo­da­li­tä­ten der Auf­lö­sung so­wie die Fris­ten zur Ein­stel­lung der Ar­bei­ten.

Art. 33 Auflösung von PTI Schweiz  

Wird die­se Ver­ein­ba­rung auf­ge­löst, so li­qui­diert der ope­ra­ti­ve Aus­schuss PTI Schweiz und lässt die Or­ga­ni­sa­ti­on im Han­dels­re­gis­ter lö­schen.

Art. 34 Finanzielle Folgen des Austritts und der Auflösung von PTI Schweiz  

1 Beim Aus­tritt ei­ner Par­tei aus die­ser Ver­ein­ba­rung so­wie bei der Auf­lö­sung von PTI Schweiz wer­den ge­leis­te­te Bei­trä­ge nicht zu­rück­er­stat­tet.

2 Die Par­tei­en ha­ben im Fal­le ih­res Aus­tritts oder der Auf­lö­sung An­spruch auf einen po­si­ti­ven Sal­do ih­res Bi­lanz­kon­tos.

3 Bei der Auf­lö­sung von PTI Schweiz wird:

a.
das po­si­ti­ve oder ne­ga­ti­ve Li­qui­da­ti­ons­er­geb­nis für je­des Pro­dukt ge­son­dert er­mit­telt und ge­mä­ss dem ent­spre­chen­den Schlüs­sel (Art. 22 Abs. 1) un­ter den Pro­jekt­teil­neh­mern be­zie­hungs­wei­se Leis­tungs­be­zü­gern auf­ge­teilt;
b.
das ver­blei­ben­de po­si­ti­ve oder ne­ga­ti­ve Ge­sam­t­er­geb­nis ge­mä­ss dem Schlüs­sel für die Bei­trä­ge an die all­ge­mei­nen Kos­ten (Art. 21 Abs. 1) un­ter den Par­tei­en die­ser Ver­ein­ba­rung auf­ge­teilt.
Art. 35 Weitergeführter Bezug von Produkten nach dem Austritt  

Für aus­ge­tre­te­ne Par­tei­en gel­ten in Be­zug auf die Be­tei­li­gung an Pro­jek­ten und den Be­zug von Pro­duk­ten die Re­geln für Leis­tungs­be­zü­ger oh­ne Par­tei­sta­tus (Art. 18 und Art. 19 Abs. 3).

Art. 36 Streitbeilegung  

Strei­tig­kei­ten un­ter Par­tei­en die­ser Ver­ein­ba­rung, Pro­jekt­teil­neh­mern und Leis­tungs­be­zü­gern oh­ne Par­tei­sta­tus und PTI Schweiz wer­den nach Mög­lich­keit durch Ver­hand­lung und Ver­mitt­lung bei­ge­legt (Art. 44 Abs. 3 der Bun­des­ver­fas­sung6).

Be­schluss der Grün­dungs­ver­samm­lung über das In­kraft­tre­ten

Am 14. No­vem­ber 2020 wur­de die Zahl von 18 Si­gnatar­kan­to­nen er­reicht

(ZH, LU, UR, SZ, OW, GL, ZG, FR, SO, BS, BL, SH, AR, SG, GR, AG, TG, TI, VD, VS, NE und JU).

Am 11. De­zem­ber 2020 hat zu­dem der Bund die Ver­ein­ba­rung un­ter­zeich­net. Die Ver­ein­ba­rung tritt am 1. Ja­nu­ar 2021 in Kraft.

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