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Verordnung
über die Massnahmen für die Beteiligung der Schweiz
an den Programmen der Europäischen Union
im Bereich Forschung und Innovation
(FIPBV)

vom 20. Januar 2021 (Stand am 1. März 2021)

Der Schweizerische Bundesrat,

gestützt auf die Artikel 29 Absatz 2 und 56 des Bundesgesetzes vom
14. Dezember 20121 über die Förderung der Forschung und der Innovation (FIFG),

verordnet:

1. Abschnitt: Allgemeine Bestimmungen

Art. 1 Gegenstand  

1 Die­se Ver­ord­nung re­gelt die Mass­nah­men für die Be­tei­li­gung der Schweiz an:

a.
den fol­gen­den Pro­gram­men der Eu­ro­päi­schen Uni­on (EU) für For­schung und In­no­va­ti­on:
1.
dem Rah­men­pro­gramm für For­schung und In­no­va­ti­on,
2.
dem Pro­gramm der Eu­ro­päi­schen Atom­ge­mein­schaft für For­schung und Aus­bil­dung (Eu­ra­tom-Pro­gramm),
3.
dem Pro­gramm «Di­gi­tal Eu­ro­pe» (DEP);
b.
den In­itia­ti­ven, Pro­gram­men und Pro­jek­ten, die Mit­tel aus den Pro­gram­men der EU für For­schung und In­no­va­ti­on er­hal­ten;
c.
der in­ter­na­tio­na­len For­schungs­in­fra­struk­tur ITER2 und dem die­se In­fra­struk­tur er­gän­zen­den Pro­gramm Broa­der Ap­proach.

2 Sie re­gelt die Mass­nah­men für die Be­tei­li­gung der Schweiz an den Ak­ti­vi­tä­ten nach Ab­satz 1:

a.
als an die Pro­gram­me der EU für For­schung und In­no­va­ti­on as­so­zi­ier­ter Staat (2. Ab­schnitt); oder
b.
als Dritt­staat oder nicht voll­stän­dig as­so­zi­ier­ter Staat (3. Ab­schnitt).

3 Sie re­gelt in Ar­ti­kel 17 zu­dem für die Be­tei­li­gung der Schweiz in den Be­rei­chen nach Ab­satz 1 die Kom­pe­tenz zum Ab­schluss völ­ker­recht­li­cher Ver­trä­ge von be­schränk­ter Trag­wei­te.

2 ITER = In­ter­na­tio­nal Ther­mo­nucle­ar Ex­pe­ri­men­tal Re­ac­tor; www.iter.org

Art. 2 Massnahmen  

Mass­nah­men nach die­ser Ver­ord­nung sind:

a.
Aus­rich­tung von Bei­trä­gen für In­for­ma­ti­on und Be­ra­tung;
b.
Ver­tre­tung von Schwei­zer An­lie­gen in Gre­mi­en und In­sti­tu­tio­nen;
c.
Aus­rich­tung von Bei­trä­gen für die Ko­or­di­na­ti­ons­ar­beit bei der Aus­ar­bei­tung von Pro­jekt­vor­schlä­gen für die Be­tei­li­gung an Pro­gram­men nach Ar­ti­kel 1 Ab­satz 1 Buch­sta­be a;
d.
Aus­rich­tung von Bei­trä­gen für die Be­tei­li­gung an Ak­ti­vi­tä­ten nach Ar­ti­kel 1 Ab­satz 1;
e.
Über­prü­fung der Bei­trags­ver­wen­dung und Eva­lua­ti­on der Schwei­zer Be­tei­li­gung.

2. Abschnitt: Massnahmen im Rahmen der Beteiligung der Schweiz als an die Programme der EU für Forschung und Innovation assoziierter Staat

Art. 3 Beiträge für Information und Beratung  

1 Das Staats­se­kre­ta­ri­at für Bil­dung, For­schung und In­no­va­ti­on (SBFI) kann auf Ge­such hin Bei­trä­ge an nicht­kom­mer­zi­el­le In­sti­tu­tio­nen und Or­ga­ni­sa­tio­nen für die In­for­ma­ti­ons- und Be­ra­tungs­tä­tig­kei­ten nach Ar­ti­kel 29 Ab­satz 1 Buch­sta­be f FIFG im Be­reich der Ak­ti­vi­tä­ten nach Ar­ti­kel 1 Ab­satz 1 aus­rich­ten, so­weit es sol­che In­for­ma­ti­ons- und Be­ra­tungs­tä­tig­kei­ten nicht selbst aus­übt.

2 Für die Bei­trä­ge nach Ab­satz 1 legt es in den Ver­trä­gen oder Ver­fü­gun­gen einen jähr­li­chen Höchst­be­trag im Rah­men der ver­füg­ba­ren Mit­tel fest. Da­bei be­rück­sich­tigt es die in Zu­sam­men­hang mit der In­for­ma­ti­ons- und Be­ra­tungs­tä­tig­keit ste­hen­den Per­so­nal-, In­fra­struk­tur- und Sach­kos­ten, ein­sch­liess­lich Spe­sen, so­wie an­de­re Mit­tel­zu­flüs­se der öf­fent­li­chen Hand oder Drit­ter an die ge­such­stel­len­de In­sti­tu­ti­on oder Or­ga­ni­sa­ti­on.

3 Bei­trä­ge wer­den je­weils für höchs­tens vier Jah­re ge­währt. Ei­ne oder meh­re­re Ver­län­ge­run­gen um je­weils höchs­tens vier Jah­re sind mög­lich. Vor je­der Ver­län­ge­rung wird die Be­rech­ti­gung über­prüft.

Art. 4 Vertretung von Schweizer Anliegen  

Das SBFI wählt die Schwei­zer De­le­gier­ten und kann zu­dem Ex­per­tin­nen und Ex­per­ten bei­zie­hen zur Ver­tre­tung von Schwei­zer An­lie­gen:

a.
in Gre­mi­en und In­sti­tu­tio­nen der EU oder von de­ren Mit­glied­staa­ten im Be­reich der For­schung und In­no­va­ti­on;
b.
bei ge­plan­ten oder be­ste­hen­den Schwei­zer Be­tei­li­gun­gen in Pro­gram­men, In­itia­ti­ven und Pro­jek­ten, na­ment­lich in den eu­ro­päi­schen Part­ner­schaf­ten und an­de­ren Struk­tu­ren im Zu­sam­men­hang mit den Pro­gram­men der EU für For­schung und In­no­va­ti­on.
Art. 5 Beiträge für die Koordinationsarbeit bei Projektvorschlägen  

1 Das SBFI kann für die Aus­ar­bei­tung ei­nes Pro­jekt­vor­schlags im Rah­men der Pro­gram­me der EU für For­schung und In­no­va­ti­on nach Ar­ti­kel 1 Ab­satz 1 Buch­sta­be a einen Bei­trag an Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer ge­wäh­ren, wenn:

a.
die­se die Ko­or­di­na­ti­on des Pro­jekt­kon­sor­ti­ums mit meh­re­ren Part­nern über­neh­men; und
b.
der Pro­jekt­vor­schlag durch die von der Eu­ro­päi­schen Kom­mis­si­on be­auf­trag­ten Sach­ver­stän­di­gen po­si­tiv eva­lu­iert wur­de.

2 Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer nach Ab­satz 1 müs­sen sein:

a.
Hoch­schul­for­schungs­stät­ten, nicht­kom­mer­zi­el­le For­schungs­stät­ten aus­ser­halb des Hoch­schul­be­reichs oder wei­te­re nicht­kom­mer­zi­el­le In­sti­tu­tio­nen; oder
b.
Un­ter­neh­men im Rah­men von Ar­ti­kel 29 Ab­satz 1 Buch­sta­be d FIFG, die zu­sätz­lich zu ih­rer ei­gent­li­chen For­schungs­tä­tig­keit im Rah­men des Pro­jekts die Pro­jekt­ko­or­di­na­ti­on über­neh­men.

3 Die Bei­trä­ge wer­den auf Ge­such hin nach­träg­lich durch Ver­fü­gung ge­währt. Sie be­tra­gen 10 000 Fran­ken.

4 Für die Ko­or­di­na­ti­ons­ar­beit bei Pro­jekt­vor­schlä­gen für «ERC3 Syn­er­gy Grants» wer­den kei­ne Bei­trä­ge ge­währt.

3 ERC = Eu­ro­pean Re­se­arch Coun­cil (Eu­ro­päi­scher For­schungs­rat)

Art.6 Beiträge für die Beteiligung an Aktivitäten nach Artikel 1 Absatz 1  

1 Set­zen Ak­ti­vi­tä­ten nach Ar­ti­kel 1 Ab­satz 1 staat­li­che Bei­trä­ge an die Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer vor­aus, so kön­nen das SBFI und die Schwei­ze­ri­sche Agen­tur für In­no­va­ti­ons­för­de­rung (In­no­suis­se) für die Be­tei­li­gung an die­sen Ak­ti­vi­tä­ten oder für de­ren Vor­be­rei­tung Bei­trä­ge ent­rich­ten an:

a.
Hoch­schul­for­schungs­stät­ten, nicht­kom­mer­zi­el­le For­schungs­stät­ten aus­ser­halb des Hoch­schul­be­reichs und wei­te­re nicht­kom­mer­zi­el­le In­sti­tu­tio­nen;
b.
Un­ter­neh­men im Rah­men von Ar­ti­kel 29 Ab­satz 1 Buch­sta­be e FIFG.

2 Bei­trä­ge kön­nen auf Ge­such hin ge­währt wer­den, wenn die Be­tei­li­gung an die­sen Ak­ti­vi­tä­ten ei­nem gros­sen Be­dürf­nis der Schwei­zer For­schung und In­no­va­ti­on ent­spricht und nicht durch an­de­re Quel­len fi­nan­ziert wer­den kann.

3 Die Bei­trä­ge wer­den für die fol­gen­den Kos­ten aus­ge­rich­tet:

a.
Per­so­nal­kos­ten;
b.
wei­te­re Kos­ten, die nach­weis­lich für die Vor­be­rei­tung oder Durch­füh­rung der For­schung und In­no­va­ti­on im Rah­men der Schwei­zer Teil­nah­me ent­ste­hen;
c.
in­di­rek­te For­schungs­kos­ten (Over­head).
Art. 7 Bemessung der Personalkosten und des Overhead  

1 Für Hoch­schul­for­schungs­stät­ten ge­mä­ss Ar­ti­kel 4 Buch­sta­be c FIFG gel­ten die üb­li­chen Lohn­an­sät­ze der In­sti­tu­ti­on. An­re­chen­bar sind nur ef­fek­tiv be­zahl­te Löh­ne.

2 Für Un­ter­neh­men so­wie nicht­kom­mer­zi­el­le For­schungs­stät­ten und In­sti­tu­tio­nen aus­ser­halb des Hoch­schul­be­reichs sind die ef­fek­tiv be­zahl­ten Löh­ne bis zu den fol­gen­den Höchst­be­trä­gen an­re­chen­bar:

a.
Pro­jekt­lei­te­rin/Pro­jekt­lei­ter so­wie de­ren Stell­ver­tre­te­rin/Stell­ver­tre­ter; er­fah­re­ne Wis­sen­schaft­le­rin / er­fah­re­ner Wis­sen­schaft­ler: 220 500 Fran­ken jähr­lich brut­to bzw. 119 Fran­ken pro Stun­de;
b.
wis­sen­schaft­li­che Mit­ar­bei­te­rin / wis­sen­schaft­li­cher Mit­ar­bei­ter: 126 000 Fran­ken jähr­lich brut­to bzw. 68 Fran­ken pro Stun­de;
c.
Fach­mit­ar­bei­te­rin/Fach­mit­ar­bei­ter: 113 400 Fran­ken jähr­lich brut­to bzw. 61 Fran­ken pro Stun­de;
d.
Dok­to­ran­din/Dok­to­rand und Hilfs­kraft: 85 100 Fran­ken jähr­lich brut­to bzw. 46 Fran­ken pro Stun­de.

3 Die Stun­den­an­sät­ze in Ab­satz 2 ent­spre­chen dem 2100. Teil des Brut­to­jah­res­lohns und ei­nem Zu­schlag von 13,5 Pro­zent als Fe­ri­en- und Fei­er­tags­ent­schä­di­gung.

4 Zu­züg­lich zu den Brut­tolöh­nen sind die ef­fek­tiv be­zahl­ten Ar­beit­ge­ber­bei­trä­ge nach AHVG/IVG/EOG, BVG, AVIG und UVG an­re­chen­bar.

5 Der Bei­trag an die in­di­rek­ten For­schungs­kos­ten (Over­head) ent­spricht höchs­tens dem im je­wei­li­gen EU-Pro­gramm oder in der je­wei­li­gen In­itia­ti­ve fest­ge­leg­ten Pro­zent­satz der an­re­chen­ba­ren di­rek­ten Pro­jekt­kos­ten nach Ar­ti­kel 6 Ab­satz 3 Buch­sta­ben a und b.

Art. 8 Zentrale Verwaltung der Beiträge  

1 Ist für ei­ne Ak­ti­vi­tät nach Ar­ti­kel 1 Ab­satz 1 auf eu­ro­päi­scher Ebe­ne ei­ne zen­tra­le Ver­wal­tung al­ler Fi­nanz­bei­trä­ge vor­ge­se­hen, so kön­nen das SBFI und die In­no­suis­se die staat­li­chen Bei­trä­ge nach Ar­ti­kel 6 Ab­satz 1 an das ge­mein­sa­me För­der­ge­fäss leis­ten, das der Fi­nan­zie­rung die­ser Ak­ti­vi­tät dient.

2 Die Bei­trä­ge nach Ab­satz 1 die­nen der De­ckung des An­teils der Schweiz an Pro­jekt­kos­ten, die über das ge­mein­sa­me För­der­ge­fäss der je­wei­li­gen Ak­ti­vi­tät fi­nan­ziert wer­den.

3 Sie kön­nen nur ge­währt wer­den, wenn die Be­tei­li­gung an der je­wei­li­gen Ak­ti­vi­tät ei­nem gros­sen Be­dürf­nis der Schwei­zer For­schung und In­no­va­ti­on ent­spricht und nicht durch an­de­re Quel­len fi­nan­ziert wer­den kann.

Art. 9 Überprüfung, Evaluation und Berichterstattung  

1 Das SBFI und die In­no­suis­se über­prü­fen die Ver­wen­dung der von ih­nen ge­währ­ten Bei­trä­ge.

2 Sie sor­gen da­für, dass die Schwei­zer Be­tei­li­gung an den Ak­ti­vi­tä­ten nach Ar­ti­kel 1 Ab­satz 1 eva­lu­iert wird.

3 Sie er­stat­ten dem Bun­des­rat pe­ri­odisch Be­richt.

3. Abschnitt: Massnahmen im Rahmen der Beteiligung der Schweiz als Drittstaat oder als nicht vollständig assoziierter Staat

Art. 10 Beiträge zur projektweisen Beteiligung  

Ist die Schweiz zur Teil­nah­me an den Ak­ti­vi­tä­ten nach Ar­ti­kel 1 Ab­satz 1 als Dritt­staat oder als nicht voll­stän­dig as­so­zi­ier­ter Staat zu­ge­las­sen, so kön­nen das SBFI und die In­no­suis­se Bei­trä­ge zur pro­jekt­wei­sen Be­tei­li­gung an den Ak­ti­vi­tä­ten nach Ar­ti­kel 1 Ab­satz 1 ge­wäh­ren.

Art. 11 Beitragsvoraussetzungen  

1 Das SBFI und die In­no­suis­se kön­nen auf Ge­such hin Bei­trä­ge für die pro­jekt­wei­se Be­tei­li­gung ge­wäh­ren an:

a.
Hoch­schul­for­schungs­stät­ten, nicht­kom­mer­zi­el­le For­schungs­stät­ten aus­ser­halb des Hoch­schul­be­reichs und wei­te­re nicht­kom­mer­zi­el­le In­sti­tu­tio­nen;
b.
Un­ter­neh­men im Rah­men von Ar­ti­kel 29 Ab­satz 1 Buch­sta­be e FIFG.

2 Bei­trä­ge für die pro­jekt­wei­se Be­tei­li­gung kön­nen sich zu­sam­men­set­zen aus den An­tei­len, die bei ei­ner As­so­zi­ie­rung der Schweiz an die Pro­gram­me der EU für For­schung und In­no­va­ti­on ge­währt wür­den:

a.
von der EU;
b.
vom SBFI oder von der In­no­suis­se nach den Ar­ti­keln 6 und 8.

3 Die Bei­trä­ge kön­nen ge­währt wer­den, wenn die Pro­jek­te:

a.
im Rah­men ei­nes Ver­trags zwi­schen der Ge­such­stel­le­rin oder dem Ge­such­stel­ler und der Eu­ro­päi­schen Kom­mis­si­on, der von der Eu­ro­päi­schen Kom­mis­si­on da­für be­auf­trag­ten För­der­ein­rich­tung oder der Trä­ger­schaft der Ak­ti­vi­tät durch­ge­führt wer­den; und
b.
nicht aus­nahms­wei­se von der EU aus den Pro­gram­men der EU für For­schung und In­no­va­ti­on fi­nan­ziert wer­den.

4 Für Pro­jek­te, die von der Eu­ro­päi­schen Kom­mis­si­on, der von der Eu­ro­päi­schen Kom­mis­si­on da­für be­auf­trag­ten För­der­ein­rich­tung, der Trä­ger­schaft der Ak­ti­vi­tät oder ei­ner an­de­ren Stel­le, die für die Eva­lua­ti­on von Pro­jek­ten zu­stän­dig ist, als för­der­bar be­ur­teilt wur­den, kön­nen Bei­trä­ge auch oh­ne Ver­trag nach Ab­satz 3 Buch­sta­be a ge­währt wer­den, wenn:

a.
nach der Be­ur­tei­lung des Pro­jekts der Sta­tus der Schweiz von as­so­zi­ier­tem oder nicht voll­stän­dig as­so­zi­ier­tem Staat zu Dritt­staat än­dert und ein Ver­trag nach Ab­satz 3 Buch­sta­be a als Fol­ge der Sta­tus­än­de­rung nicht zu­stan­de kommt;
b.
der Ver­trag nach Ab­satz 3 Buch­sta­be a sei­ne Gül­tig­keit ver­liert, weil wäh­rend der Teil­nah­me der Schweiz als Dritt­staat ein lau­fen­des Pro­jekt aus ei­nem EU-Mit­glied­staat oder ei­nem as­so­zi­ier­ten Staat an ei­ne Schwei­zer In­sti­tu­ti­on trans­fe­riert wird; oder
c.
die Teil­nah­me an Ak­ti­vi­tä­ten kei­nen Ver­trag nach Ab­satz 3 Buch­sta­be a er­for­dert.

5 Bei­trä­ge an Schwei­zer Pro­jekt­part­ner für die pro­jekt­wei­se Be­tei­li­gung kön­nen nur dann ge­währt wer­den, wenn die ef­fek­ti­ven Pro­jekt­kos­ten in der Schweiz an­fal­len. Kos­ten, die nicht in der Schweiz an­fal­len, wer­den nur über­nom­men, wenn es sich um Kos­ten han­delt:

a.
im Rah­men von Un­ter­ver­trä­gen für Ar­bei­ten, die nicht in der Schweiz aus­ge­führt wer­den kön­nen; oder
b.
aus der er­for­der­li­chen Nut­zung von For­schungs­in­fra­struk­tu­ren aus­ser­halb der Schweiz.
Art. 12 Beitragsbemessung  

1 Der Bei­trag für den An­teil, der bei ei­ner As­so­zi­ie­rung der Schweiz an die Pro­gram­me der EU für For­schung und In­no­va­ti­on von der EU ge­währt wür­de, kann be­ste­hen aus:

a.
Per­so­nal­kos­ten;
b.
wei­te­ren Kos­ten, die nach­weis­lich für die Durch­füh­rung der For­schung und In­no­va­ti­on ent­ste­hen;
c.
in­di­rek­ten For­schungs­kos­ten (Over­head).

2 Für die Be­mes­sung der Per­so­nal­kos­ten und der Over­head­kos­ten gilt Ar­ti­kel 7.

3 Das SBFI und die In­no­suis­se kön­nen die be­an­trag­te Bei­trags­dau­er und die be­an­trag­ten Kos­ten kür­zen.

4 Bei­trä­ge nach Ab­satz 1 ent­spre­chen höchs­tens den im Ver­trag mit der Eu­ro­päi­schen Kom­mis­si­on, mit der von der Eu­ro­päi­schen Kom­mis­si­on be­auf­trag­ten För­der­ein­rich­tung oder mit der Trä­ger­schaft der Ak­ti­vi­tät vor­ge­se­he­nen Pro­jekt­kos­ten für die Schwei­zer Pro­jekt­teil­neh­me­rin oder den Schwei­zer Pro­jekt­teil­neh­mer un­ter Be­rück­sich­ti­gung na­ment­lich:

a.
des im Ver­trag fest­ge­leg­ten Er­stat­tungs­sat­zes;
b.
ei­ner all­fäl­li­gen Kür­zung des bei der Pro­jektein­ga­be be­an­trag­ten Bei­trags al­ler Pro­jekt­part­ner durch die Eu­ro­päi­sche Kom­mis­si­on, durch die von der Eu­ro­päi­schen Kom­mis­si­on be­auf­trag­te För­der­ein­rich­tung oder durch die Trä­ger­schaft der Ak­ti­vi­tät.

5 Bei den Ak­ti­vi­tä­ten oh­ne Ver­trag ge­mä­ss Ar­ti­kel 11 Ab­satz 4 Buch­sta­be c rich­tet sich der An­teil nach den Ab­sät­zen 1 und 2.

6 Der Bei­trag für den An­teil, der bei ei­ner As­so­zi­ie­rung der Schweiz an die Pro­gram­me der EU für For­schung und In­no­va­ti­on vom SBFI oder von der In­no­suis­se nach Ar­ti­kel 6 ge­währt wür­de, rich­tet sich nach den Ar­ti­keln 6, 7 und 8. Dies kann Bei­trä­ge in ein ge­mein­sa­mes För­der­ge­fäss ge­mä­ss Ar­ti­kel 8 ein­sch­lies­sen.

7 Über­stei­gen die ein­ge­reich­ten oder zu er­war­ten­den Ge­su­che die ver­füg­ba­ren Mit­tel, so er­stellt das De­par­te­ment für Wirt­schaft, Bil­dung und For­schung ei­ne Prio­ri­tä­ten­ord­nung. Die­se rich­tet sich nach den fol­gen­den Kri­te­ri­en:

a.
Ver­zicht auf die Fi­nan­zie­rung von ein­zel­nen Ak­ti­vi­tä­ten oder Pro­gramm­be­rei­chen;
b.
Ver­zicht auf die Ge­wäh­rung des Bei­trags für den An­teil, der bei ei­ner As­so­zi­ie­rung der Schweiz an die Pro­gram­me der EU für For­schung und In­no­va­ti­on vom SBFI oder von der In­no­suis­se nach den Ar­ti­keln 6 und 8 ge­währt wür­de;
c.
pro­zen­tua­le Kür­zung der Pro­jekt­kos­ten, na­ment­lich der Over­head­kos­ten;
d.
Be­vor­zu­gung von Ge­su­chen von Hoch­schul­for­schungs­stät­ten, nicht­kom­mer­zi­el­len For­schungs­stät­ten aus­ser­halb des Hoch­schul­be­reichs und wei­te­ren nicht­kom­mer­zi­el­len In­sti­tu­tio­nen;
e.
Be­vor­zu­gung von Ge­su­chen von KMU ge­gen­über Ge­su­chen an­de­rer Un­ter­neh­men.
Art. 13 Gesuchseingaben und Entscheid  

1 Die In­sti­tu­tio­nen und Un­ter­neh­men rei­chen ih­re Ge­su­che für Pro­jekt­bei­trä­ge beim SBFI oder, wenn die Ge­su­che im Rah­men der Zu­stän­dig­keit der In­no­suis­se be­han­delt wer­den, bei der In­no­suis­se ein.

2 Sie in­for­mie­ren das SBFI oder die In­no­suis­se lau­fend über al­le bei der Eu­ro­päi­schen Kom­mis­si­on oder der zu­stän­di­gen För­der­ein­rich­tung ein­ge­reich­ten Pro­jekt­vor­schlä­ge.

3 Das SBFI und die In­no­suis­se kön­nen Ein­ga­be­fris­ten vor­se­hen. Sie ver­öf­fent­li­chen die­se auf ih­ren Web­si­tes.

4 Die Bei­trä­ge wer­den durch Ver­fü­gung oder im Rah­men von Ver­trä­gen ge­währt.

Art. 14 Beiträge an Trägerschaften  

Das SBFI kann Trä­ger­schaf­ten von Ak­ti­vi­tä­ten nach Ar­ti­kel 1 Ab­satz 1 Bei­trä­ge ge­wäh­ren zur De­ckung des An­teils der Schweiz an den Ko­or­di­na­ti­ons- und Ad­mi­nis­tra­tiv­kos­ten, die bei ei­ner As­so­zi­ie­rung der Schweiz an die Pro­gram­me der EU für For­schung und In­no­va­ti­on von der EU ver­gü­tet wer­den.

Art. 15 Übrige Massnahmen  

Die Ar­ti­kel 3, 4, 5 und 9 gel­ten auch dann, wenn die Schweiz zur Teil­nah­me an den Ak­ti­vi­tä­ten nach Ar­ti­kel 1 Ab­satz 1 nur als Dritt­staat oder als nicht voll­stän­dig as­so­zi­ier­ter Staat zu­ge­las­sen ist.

4. Abschnitt: Anwendbares Recht

Art. 16  

Ge­su­che um Bei­trä­ge wer­den be­ur­teilt nach dem Recht ent­spre­chend dem Schwei­zer Be­tei­li­gungs­sta­tus zum Zeit­punkt der Un­ter­zeich­nung des Ver­trags zwi­schen der Ge­such­stel­le­rin oder dem Ge­such­stel­ler und der Eu­ro­päi­schen Kom­mis­si­on, der von der Eu­ro­päi­schen Kom­mis­si­on da­für be­auf­trag­ten För­der­ein­rich­tung, der Trä­ger­schaft der Ak­ti­vi­tät oder ei­ner an­de­ren Stel­le, die für die Un­ter­zeich­nung des Ver­trags zu­stän­dig ist.

5. Abschnitt: Kompetenz zum Abschluss völkerrechtlicher Verträge

Art. 17  

1 Das in der Sa­che zu­stän­di­ge De­par­te­ment ist be­fugt, für die Be­tei­li­gung der Schweiz in den Be­rei­chen nach Ar­ti­kel 1 Ab­satz 1 völ­ker­recht­li­che Ver­trä­ge von be­schränk­ter Trag­wei­te im Sin­ne von Ar­ti­kel 7a Ab­satz 2 des Re­gie­rungs- und Ver­wal­tungs­or­ga­ni­sa­ti­ons­ge­set­zes vom 21. März 19974 ab­zu­sch­lies­sen.

2 Es kann die­se Kom­pe­tenz ei­nem Bun­des­amt über­tra­gen.

6. Abschnitt: Schlussbestimmungen

Art. 18 Aufhebung eines anderen Erlasses  

Die Ver­ord­nung vom 12. Sep­tem­ber 20145 über die Mass­nah­men für die Be­tei­li­gung der Schweiz an den Rah­men­pro­gram­men der Eu­ro­päi­schen Uni­on im Be­reich For­schung und In­no­va­ti­on wird auf­ge­ho­ben.

5 [AS 2014 2979; 2017 6029, 6607An­hang Ziff. 4; 2018 1275]

Art. 19 Übergangsbestimmungen  

1 Ge­su­che um Bei­trä­ge wer­den nach dem im Zeit­punkt der Ge­such­sein­rei­chung gel­ten­den Recht be­ur­teilt.

2 Das bis­he­ri­ge Recht bleibt an­wend­bar:

a.
für För­der­ver­hält­nis­se, die das SBFI oder die In­no­suis­se vor dem In­kraft­tre­ten die­ser Ver­ord­nung ein­ge­gan­gen ist;
b.
für Nach­trä­ge zu Ver­trä­gen oder Ver­fü­gun­gen zu För­der­ver­hält­nis­sen nach Buch­sta­be a, die nach In­kraft­tre­ten die­ser Ver­ord­nung vor­ge­nom­men wer­den.
Art. 20 Inkrafttreten  

Die­se Ver­ord­nung tritt am 1. März 2021 in Kraft.

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