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Bundesgesetz
über das Schweizerische Institut für Rechtsvergleichung
(SIRG)

vom 28. September 2018 (Stand am 1. Januar 2020)

Die Bundesversammlung der Schweizerischen Eidgenossenschaft,

gestützt auf Artikel 64 Absätze 1 und 3 der Bundesverfassung1,
nach Einsicht in die Botschaft des Bundesrates vom 31. Januar 20182,

beschliesst:

1. Abschnitt: Anstalt und Zweck

Art. 1 Name, Rechtsform und Sitz  

1 Die Schwei­ze­ri­sche Eid­ge­nos­sen­schaft führt das «Schwei­ze­ri­sche In­sti­tut für Rechts­ver­glei­chung» (In­sti­tut) in der Form ei­ner öf­fent­lich-recht­li­chen An­stalt des Bun­des mit ei­ge­ner Rechts­per­sön­lich­keit, aber oh­ne ei­ge­ne Rech­nung.

2 Das In­sti­tut ist im Han­dels­re­gis­ter ein­ge­tra­gen.

3 Der Sitz des In­sti­tuts ist in Ecublens (VD), auf dem Cam­pus der Uni­ver­si­tät Lau­san­ne.

Art. 2 Zweck und Stellung  

1 Das In­sti­tut ist ei­ne Do­ku­men­ta­ti­ons- und For­schungs­stät­te für Rechts­ver­glei­chung, aus­län­di­sches und in­ter­na­tio­na­les Recht.

2 Es ist ei­ne For­schungs­stät­te im Sin­ne der Ar­ti­kel 5 und 17 des Bun­des­ge­set­zes vom 14. De­zem­ber 20123 über die För­de­rung der For­schung und der In­no­va­ti­on.

2. Abschnitt: Aufgaben und Unabhängigkeit

Art. 3 Aufgaben  

1 Das In­sti­tut hat fol­gen­de Auf­ga­ben:

a.
Es er­stellt für die Bun­des­be­hör­den die für die Aus­ar­bei­tung von Recht­s­er­las­sen und den Ab­schluss völ­ker­recht­li­cher Ver­trä­ge not­wen­di­gen Un­ter­la­gen und Stu­di­en.
b.
Es wirkt an in­ter­na­tio­na­len Be­stre­bun­gen zur Rechts­an­glei­chung oder Rechts­ver­ein­heit­li­chung mit.
c.
Es er­teilt Ge­rich­ten und kan­to­na­len Be­hör­den Aus­künf­te und er­stellt für sie Rechts­gut­ach­ten.
d.
Es be­treibt ei­ge­ne wis­sen­schaft­li­che For­schun­gen, un­ter­stützt und ko­or­di­niert For­schungs­pro­jek­te an den schwei­ze­ri­schen Hoch­schu­len und bie­tet Wis­sen­schaft­le­rin­nen und Wis­sen­schaft­lern in der Schweiz ei­ne an­ge­mes­se­ne For­schungs­stät­te.

2 Es führt ei­ne Fach­bi­blio­thek so­wie ei­ne Do­ku­men­ta­ti­on über aus­län­di­sches und in­ter­na­tio­na­les Recht.

3 Der Bun­des­rat kann dem In­sti­tut wei­te­re Auf­ga­ben über­tra­gen, so­weit die­se in ei­nem Be­zug zu den Auf­ga­ben nach den Ab­sät­zen 1 und 2 ste­hen und de­ren Er­fül­lung nicht be­ein­träch­ti­gen.

Art. 4 Zusammenarbeit mit den Rechtsfakultäten und mit anderen Institutionen  

Das In­sti­tut ar­bei­tet zur Er­fül­lung sei­ner Auf­ga­ben mit den rechts­wis­sen­schaft­li­chen Fa­kul­tä­ten und Ab­tei­lun­gen der schwei­ze­ri­schen Hoch­schu­len so­wie mit wei­te­ren In­sti­tu­tio­nen, Or­ga­ni­sa­tio­nen und Bi­blio­the­ken in der Schweiz und im Aus­land zu­sam­men.

Art. 5 Wissenschaftliche Unabhängigkeit  

Das In­sti­tut ist in sei­ner wis­sen­schaft­li­chen Tä­tig­keit un­ab­hän­gig. Es un­ter­steht in wis­sen­schaft­li­chen Fra­gen kei­nen Wei­sun­gen des Bun­des­ra­tes und des zu­stän­di­gen De­par­te­ments.

3. Abschnitt: Organisation

Art. 6 Organe des Instituts  

Die Or­ga­ne des In­sti­tuts sind:

a.
der In­sti­tuts­rat;
b.
die Di­rek­ti­on.
Art. 7 Institutsrat: Funktion, Zusammensetzung, Wahl und Organisation  

1 Der In­sti­tuts­rat ist das obers­te Lei­tungs­or­gan des In­sti­tuts.

2 Er be­steht aus höchs­tens neun Mit­glie­dern na­ment­lich aus Bil­dung und Wis­sen­schaft, aus der Recht­spre­chung und aus der Bun­des­ver­wal­tung; ein Mit­glied ver­tritt den Sitz­kan­ton.

3 Der Bun­des­rat wählt die Mit­glie­der des In­sti­tuts­rats und be­stimmt die Prä­si­den­tin oder den Prä­si­den­ten.

4 Be­wer­be­rin­nen und Be­wer­ber für die Wahl in den In­sti­tuts­rat müs­sen ge­gen­über dem Bun­des­rat ih­re In­ter­es­sen­bin­dun­gen of­fen­le­gen.

5 Die Amts­dau­er be­trägt längs­tens vier Jah­re. Der Bun­des­rat kann Mit­glie­der zwei­mal wie­der­wäh­len. Er kann sie aus wich­ti­gen Grün­den je­der­zeit ab­be­ru­fen.

6 Der Di­rek­tor oder die Di­rek­to­rin des In­sti­tuts nimmt mit be­ra­ten­der Stim­me an den Sit­zun­gen des In­sti­tuts­rats teil; die an­de­ren Mit­ar­bei­ten­den des In­sti­tuts kön­nen hin­zu­ge­zo­gen wer­den.

Art. 8 Institutsrat: Vertragsbedingungen und Pflichten der Mitglieder  

1 Der Bun­des­rat legt die Ho­no­ra­re und die wei­te­ren Ver­trags­be­din­gun­gen der Mit­glie­der des In­sti­tuts­rats fest. Das Ver­trags­ver­hält­nis zwi­schen ih­nen und dem In­sti­tut un­ter­steht dem öf­fent­li­chen Recht. Er­gän­zend sind die Be­stim­mun­gen des Ob­li­ga­tio­nen­rechts4 sinn­ge­mä­ss an­wend­bar.

2 Die Mit­glie­der des In­sti­tuts­rats er­fül­len ih­re Auf­ga­ben und Pflich­ten mit al­ler Sorg­falt und wah­ren die In­ter­es­sen des In­sti­tuts in gu­ten Treu­en.

3 Sie sind wäh­rend der Zu­ge­hö­rig­keit zum In­sti­tuts­rat und nach de­ren Be­en­di­gung zur Ver­schwie­gen­heit über amt­li­che An­ge­le­gen­hei­ten ver­pflich­tet.

4 Sie mel­den Ver­än­de­run­gen ih­rer In­ter­es­sen­bin­dun­gen lau­fend dem In­sti­tuts­rat. Die­ser in­for­miert den Bun­des­rat dar­über im Rah­men des Jah­res­be­richts.

5 Ist ei­ne In­ter­es­sen­bin­dung mit der Mit­glied­schaft im In­sti­tuts­rat un­ver­ein­bar und hält das Mit­glied an die­ser Bin­dung fest, so be­an­tragt der In­sti­tuts­rat dem Bun­des­rat die Ab­be­ru­fung des Mit­glieds.

Art. 9 Institutsrat: Aufgaben  

Der In­sti­tuts­rat hat fol­gen­de Auf­ga­ben:

a.
Er sorgt für die Um­set­zung der stra­te­gi­schen Zie­le des Bun­des­ra­tes und er­stat­tet die­sem jähr­lich Be­richt über de­ren Er­rei­chung.
b.
Er plant und be­stimmt in den Grund­zü­gen die Tä­tig­keit des In­sti­tuts und legt des­sen For­schungs- und Ar­beits­pro­gramm fest.
c.
Er ent­schei­det über die An­nah­me wich­ti­ger For­schungs­auf­trä­ge.
d.
Er trifft al­le not­wen­di­gen Vor­keh­ren zur Wah­rung der In­ter­es­sen des In­sti­tuts und zur Ver­hin­de­rung von In­ter­es­sen­kol­li­sio­nen.
e.
Er er­lässt das Or­ga­ni­sa­ti­ons­re­gle­ment.
f.
Er er­lässt ein Re­gle­ment über die Ent­ge­gen­nah­me von Dritt­mit­teln.
g.
Er legt die Rah­men­be­din­gun­gen für die Er­brin­gung von Dienst­leis­tun­gen fest.
h.
Er un­ter­brei­tet dem Bun­des­rat den Jah­res­be­richt zur Ge­neh­mi­gung und be­an­tragt die Ent­las­tung; der Jah­res­be­richt stellt die or­ga­ni­sa­to­ri­sche und be­trieb­li­che Ent­wick­lung so­wie die Ver­än­de­run­gen der In­ter­es­sen­bin­dun­gen der Mit­glie­der des In­sti­tuts­rats dar.
i.
Er ent­schei­det über die Be­grün­dung, die Än­de­rung und die Auf­lö­sung des Ar­beits­ver­hält­nis­ses mit der Di­rek­to­rin oder dem Di­rek­tor; die Be­grün­dung und die Auf­lö­sung be­dür­fen der Ge­neh­mi­gung durch den Bun­des­rat.
j.
Er ent­schei­det auf An­trag der Di­rek­to­rin oder des Di­rek­tors über die Be­grün­dung, die Än­de­rung und die Auf­lö­sung des Ar­beits­ver­hält­nis­ses der wei­te­ren Mit­glie­der der Di­rek­ti­on.
k.
Er legt die Be­schaf­fungs­grund­sät­ze der Bi­blio­thek fest.
l.
Er be­auf­sich­tigt die Di­rek­ti­on.
m.
Er sorgt für ein dem In­sti­tut an­ge­pass­tes in­ter­nes Kon­troll­sys­tem und Ri­si­ko­ma­na­ge­ment.
Art. 10 Wissenschaftlicher Beirat  

1 Der In­sti­tuts­rat kann zur Un­ter­stüt­zung der Di­rek­ti­on in wis­sen­schaft­li­chen Fra­gen einen wis­sen­schaft­li­chen Bei­rat mit be­ra­ten­der Funk­ti­on ein­set­zen.

2 Im wis­sen­schaft­li­chen Bei­rat sind nach Mög­lich­keit al­le schwei­ze­ri­schen rechts­wis­sen­schaft­li­chen Fa­kul­tä­ten ver­tre­ten; über­dies müs­sen in ihm auch aus­län­di­sche rechts­wis­sen­schaft­li­che Fa­kul­tä­ten ver­tre­ten sein.

3 Das in­ter­ne Re­gle­ment des Bei­rats be­darf der Ge­neh­mi­gung durch den In­sti­tuts­rat.

Art. 11 Direktion: Funktion und Zusammensetzung  

1 Die Di­rek­ti­on ist das ope­ra­ti­ve Or­gan des In­sti­tuts.

2 Sie setzt sich zu­sam­men aus der Di­rek­to­rin oder dem Di­rek­tor und höchs­tens zwei stell­ver­tre­ten­den Di­rek­to­rin­nen oder Di­rek­to­ren.

Art. 12 Direktion: Aufgaben  

Die Di­rek­ti­on hat fol­gen­de Auf­ga­ben:

a.
Sie führt die Ge­schäf­te.
b.
Sie er­lässt Ver­fü­gun­gen, ins­be­son­de­re über die Ge­büh­ren.
c.
Sie er­ar­bei­tet die Grund­la­gen für Ent­schei­de des In­sti­tuts­rats und be­rei­tet die Ge­schäf­te des wis­sen­schaft­li­chen Bei­ra­tes vor; sie un­ter­brei­tet dem In­sti­tuts­rat Vor­schlä­ge für die Wahl der Mit­glie­der des wis­sen­schaft­li­chen Bei­ra­tes.
d.
Sie er­stat­tet dem In­sti­tuts­rat min­des­tens ein­mal pro Jahr Be­richt und un­ter­rich­tet ihn un­ver­züg­lich im Fal­le von be­son­de­ren Vor­komm­nis­sen.
e.
Sie ver­tritt das In­sti­tut nach aus­sen.
f.
Sie ent­schei­det über die Be­grün­dung, die Än­de­rung und die Auf­lö­sung der Ar­beits­ver­hält­nis­se des Per­so­nals des In­sti­tuts; vor­be­hal­ten bleibt Ar­ti­kel 9 Buch­sta­ben i und j.
g.
Sie er­füllt al­le Auf­ga­ben, die die­ses Ge­setz nicht ei­nem an­de­ren Or­gan zu­weist.

4. Abschnitt: Personal

Art. 13 Anstellungsverhältnisse  

Auf die Mit­glie­der der Di­rek­ti­on und das üb­ri­ge Per­so­nal ist das Bun­des­per­so­nal­ge­setz vom 24. März 20005 (BPG) an­wend­bar.

Art. 14 Pensionskasse  

Die Mit­glie­der der Di­rek­ti­on und das üb­ri­ge Per­so­nal sind nach den Be­stim­mun­gen der Ar­ti­kel 32a–32m BPG6 bei der Pen­si­ons­kas­se des Bun­des (PU­BLI­CA) ver­si­chert.

5. Abschnitt: Finanzierung und Gebühren, Mobilien und Liegenschaften

Art. 15 Betriebsmittel  

Der Bund trägt die Auf­wen­dun­gen für den Be­trieb des In­sti­tuts.

Art. 16 Drittmittel  

1 Das In­sti­tut darf Mit­tel von drit­ter Sei­te ent­ge­gen­neh­men oder sich be­schaf­fen, so­weit dies mit sei­ner Un­ab­hän­gig­keit und mit sei­nen Auf­ga­ben und Zie­len ver­ein­bar ist.

2 Dritt­mit­tel sind na­ment­lich:

a.
Zu­wen­dun­gen Drit­ter;
b.
Bei­trä­ge aus For­schungs­pro­gram­men.
Art. 17 Gebühren  

1 Der Bun­des­rat er­lässt für das In­sti­tut ei­ne Ge­büh­ren­ver­ord­nung nach Ar­ti­kel 46a des Re­gie­rungs- und Ver­wal­tungs­or­ga­ni­sa­ti­ons­ge­set­zes vom 21. März 19977.

2 Er sieht für Aus­künf­te und Rechts­gut­ach­ten an Ge­rich­te und kan­to­na­le Be­hör­den ei­ne Er­mäs­si­gung vor.

3 Für in­ter­na­tio­na­le Or­ga­ni­sa­tio­nen kann die Ge­bühr ge­senkt wer­den, wenn das Rechts­gut­ach­ten im öf­fent­li­chen In­ter­es­se ist.

Art. 18 Mobilien  

1 Der Bund über­trägt dem In­sti­tut sei­ne bis zum In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes im Be­sitz des In­sti­tuts be­find­li­chen Mo­bi­li­en, ins­be­son­de­re die Bi­blio­the­ken und de­ren Ein­rich­tun­gen zur Nutz­nies­sung.

2 Er kann dem In­sti­tut an wei­te­ren Mo­bi­li­en ei­ne Nutz­nies­sung ein­räu­men.

3 Mo­bi­li­en, die das In­sti­tut neu er­wirbt, ste­hen von Ge­set­zes we­gen im Ei­gen­tum des Bun­des. Das In­sti­tut er­hält die­se Mo­bi­li­en vom Bund zur Nutz­nies­sung.

4 Das In­sti­tut ver­si­chert die ihm an­ver­trau­ten Mo­bi­li­en des Bun­des oder Drit­ter nur, so­fern dies ver­trag­lich mit dem Bund vor­ge­se­hen ist. Der Bund kann das Ri­si­ko für die dem In­sti­tut vom Bund oder von Drit­ten an­ver­trau­ten Mo­bi­li­en de­cken.

5 Die Ein­zel­hei­ten der Nutz­nies­sung und die Ver­si­che­rungs­pflich­ten wer­den in ei­nem öf­fent­lich-recht­li­chen Ver­trag zwi­schen dem Bund und dem In­sti­tut fest­ge­legt.

6 Der Do­ku­men­ta­ti­ons­fonds, der sich auf­grund der Ver­ein­ba­rung vom 1. Ju­li 19978 zwi­schen dem In­sti­tut und der Fon­da­ti­on Jean Mon­net pour l’Eu­ro­pe im Be­sitz des In­sti­tuts be­fin­det und Teil des Eu­ro­päi­schen Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trums bil­det, bleibt Ei­gen­tum der Fon­da­ti­on.

8 Der Text der Ver­ein­ba­rung kann beim Schwei­ze­ri­schen In­sti­tut für Rechts­ver­glei­chung ein­ge­se­hen wer­den.

Art. 19 Liegenschaft  

1 Das In­sti­tut nutzt die Lie­gen­schaft, die ihm vom Kan­ton Waadt ge­mä­ss der Kon­ven­ti­on vom 15. Au­gust 19799 zwi­schen dem Bund und dem Kan­ton Waadt und dem Zu­satz­pro­to­koll vom 14. Mai/5. Ju­ni 199710 zu die­ser Kon­ven­ti­on zur Ver­fü­gung ge­stellt wur­de und vom Kan­ton Waadt un­ter­hal­ten wird.

2 Der Bund kann an den all­fäl­li­gen Aus­bau der Lie­gen­schaft im Rah­men der be­wil­lig­ten Kre­di­te einen an­ge­mes­se­nen Bei­trag leis­ten. Die­ser be­trägt höchs­tens 50 Pro­zent der Kos­ten.

9 Der Text der Kon­ven­ti­on kann beim Schwei­ze­ri­schen In­sti­tut für Rechts­ver­glei­chung ein­ge­se­hen wer­den.

10 Der Text des Zu­satz­pro­to­kolls kann beim Schwei­ze­ri­schen In­sti­tut für Rechts­ver­glei­chung ein­ge­se­hen wer­den.

6. Abschnitt: Wahrung der Bundesinteressen

Art. 20 Strategische Ziele  

Der Bun­des­rat legt im Rah­men der Auf­ga­ben nach Ar­ti­kel 3 und un­ter Wah­rung der wis­sen­schaft­li­chen Un­ab­hän­gig­keit des In­sti­tuts für je­weils vier Jah­re die stra­te­gi­schen Zie­le des In­sti­tuts fest.

Art. 21 Aufsicht des Bundes  

1 Das In­sti­tut steht un­ter dem Vor­be­halt sei­ner wis­sen­schaft­li­chen Un­ab­hän­gig­keit un­ter der Auf­sicht des Bun­des­ra­tes. Die­ser übt sei­ne Auf­sicht ins­be­son­de­re aus:

a.
durch die Wahl und die Ab­be­ru­fung der Mit­glie­der des In­sti­tuts­rats und von des­sen Prä­si­den­tin oder Prä­si­den­ten;
b.
durch die Ge­neh­mi­gung des Jah­res­be­richts und die Ent­las­tung des In­sti­tuts­rats;
c.
durch die Ge­neh­mi­gung der Be­grün­dung und der Auf­lö­sung des Ar­beits­ver­hält­nis­ses mit der Di­rek­to­rin oder dem Di­rek­tor;
d.
durch die Über­wa­chung der Ein­hal­tung die­ses Ge­set­zes und der zweck­ge­mäs­sen Ver­wen­dung der fi­nan­zi­el­len Mit­tel und durch ent­spre­chen­de Be­richt­er­stat­tung im Rah­men der Staats­rech­nung an die Bun­des­ver­samm­lung.

2 Der Bun­des­rat kann zur Wahr­neh­mung sei­ner Auf­sicht Ein­sicht neh­men in sämt­li­che Ge­schäfts­un­ter­la­gen des In­sti­tuts und sich zu die­sem Zweck je­der­zeit über des­sen Ge­schäftstä­tig­keit in­for­mie­ren las­sen.

7. Abschnitt: Gewerbliche Leistungen

Art. 22  

1 Das In­sti­tut kann Drit­ten ge­werb­li­che Leis­tun­gen er­brin­gen, wenn die­se:

a.
mit sei­nen Haupt­auf­ga­ben in ei­nem en­gen Zu­sam­men­hang ste­hen;
b.
die Er­fül­lung sei­ner Auf­ga­ben nicht be­ein­träch­ti­gen; und
c.
kei­ne be­deu­ten­den zu­sätz­li­chen sach­li­chen oder per­so­nel­len Mit­tel er­for­dern.

2 Es kann ins­be­son­de­re Rechts­gut­ach­ten er­stel­len.

3 Es setzt für sei­ne ge­werb­li­chen Leis­tun­gen min­des­tens kos­ten­de­cken­de Prei­se fest. Ei­ne Quer­sub­ven­tio­nie­rung ge­werb­li­cher Leis­tun­gen ist nicht zu­läs­sig.

4 Hin­sicht­lich sei­ner ge­werb­li­chen Leis­tun­gen hat das In­sti­tut die­sel­ben Rech­te und Pflich­ten wie die pri­va­ten An­bie­te­rin­nen und An­bie­ter.

5 Das In­sti­tut ist für Ge­win­ne aus den ge­werb­li­chen Leis­tun­gen steu­er­pflich­tig.

8. Abschnitt: Schlussbestimmungen

Art. 23 Aufhebung und Änderung anderer Erlasse  

1 Das Bun­des­ge­setz vom 6. Ok­to­ber 197811 über das Schwei­ze­ri­sche In­sti­tut für Rechts­ver­glei­chung wird auf­ge­ho­ben.

212

11 [AS 1979 56, 1997 896, 2006 2197An­hang Ziff. 40]

12 Die Än­de­rung kann un­ter AS 2019 3199kon­sul­tiert wer­den.

Art. 24 Referendum und Inkrafttreten  

1 Die­ses Ge­setz un­ter­steht dem fa­kul­ta­ti­ven Re­fe­ren­dum.

2 Der Bun­des­rat be­stimmt das In­kraft­tre­ten.

Da­tum des In­kraft­tre­tens: 1. Ja­nu­ar 202013

13 BRB vom 9. Okt. 2019

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