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Verordnung
über die Meteorologie und Klimatologie
(MetV)

vom 21. November 2018 (Stand am 1. Januar 2019)

Der Schweizerische Bundesrat,

gestützt auf die Artikel 2 Absatz 1, 3 Absatz 1, 5 Absatz 2, 5a Absatz 2 sowie Artikel 7 des Bundesgesetzes vom 18. Juni 19991 über die Meteorologie und Klimatologie (MetG),

verordnet:

1. Abschnitt: Vollziehende Behörden, nationale und internationale Zusammenarbeit und Beiträge an internationale Programme

Art. 1 MeteoSchweiz  

Das für den ge­samtschwei­ze­ri­schen me­teo­ro­lo­gi­schen und kli­ma­to­lo­gi­schen Dienst zu­stän­di­ge Bun­des­amt ist das Bun­des­amt für Me­teo­ro­lo­gie und Kli­ma­to­lo­gie (Me­teoSchweiz).

Art. 2 Nationale Zusammenarbeit  

Me­teoSchweiz ar­bei­tet bei der Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben mit den Ver­wal­tungs­ein­hei­ten des Bun­des und mit an­de­ren Or­ga­ni­sa­tio­nen, de­nen öf­fent­lich-recht­li­che Auf­ga­ben des Bun­des über­tra­gen sind, so­wie mit den Kan­to­nen zu­sam­men.

Art. 3 Internationale Zusammenarbeit  

1 Me­teoSchweiz kann selbst­stän­dig in­ter­na­tio­na­le Ver­trä­ge mit aus­sch­liess­lich fach­tech­ni­schen Be­stim­mun­gen im Be­reich der Me­teo­ro­lo­gie und der Kli­ma­to­lo­gie ab­sch­lies­sen, na­ment­lich über die Mo­da­li­tä­ten des Aus­tauschs von Leis­tun­gen und über die Zu­sam­men­ar­beit in For­schungs- und Ent­wick­lungs­pro­jek­ten so­wie bei der Ver­bes­se­rung von War­nun­gen, Vor­her­sa­gen und Kli­ma­in­for­ma­tio­nen.

2 Das Eid­ge­nös­si­sche De­par­te­ment des In­nern kann im Rah­men der Mit­glied­schaft der Schweiz bei ei­ner in­ter­na­tio­na­len Or­ga­ni­sa­ti­on und un­ter Vor­be­halt der Kre­dit­be­wil­li­gung selbst­stän­dig in­ter­na­tio­na­le Ver­trä­ge über die fi­nan­zi­el­le Be­tei­li­gung an den Pro­gram­men und Ak­ti­vi­tä­ten der be­tref­fen­den Or­ga­ni­sa­ti­on ab­sch­lies­sen. Sol­che Ver­trä­ge kön­nen von Me­teoSchweiz selbst­stän­dig ab­ge­schlos­sen wer­den, wenn sie von be­schränk­ter Trag­wei­te sind.

Art. 4 Beitrag an das globale Klimabeobachtungssystem  

1 Der Bund leis­tet im Rah­men sei­ner in­ter­na­tio­na­len Ver­pflich­tun­gen jähr­lich einen fi­nan­zi­el­len Bei­trag an das glo­ba­le Kli­ma­be­ob­ach­tungs­sys­tem (GCOS).

2 Zu die­sem Zweck kön­nen un­ter­stützt wer­den:

a.
Mess­rei­hen von Kli­ma­va­ria­blen in der Schweiz;
b.
durch Schwei­zer In­sti­tu­tio­nen be­trie­be­ne Da­ten­zen­tren;
c.
Pro­jek­te zur Um­set­zung des in­ter­na­tio­na­len GCOS-Im­ple­men­tie­rungs­plans.

3 Me­teoSchweiz kann zu die­sem Zweck Leis­tungs­ver­ein­ba­run­gen mit Drit­ten ab­sch­lies­sen.

Art. 5 Beitrag an das Programm Global Atmosphere Watch  

1 Der Bund leis­tet im Rah­men sei­ner in­ter­na­tio­na­len Ver­pflich­tun­gen jähr­lich einen fi­nan­zi­el­len Bei­trag an das Pro­gramm Glo­bal At­mo­s­phe­re Watch (GAW).

2 Zu die­sem Zweck kön­nen un­ter­stützt wer­den:

a.
der Be­trieb von Ka­li­bra­ti­ons- und Qua­li­täts­si­che­rungs­zen­tren in der Schweiz im Rah­men des GAW-Im­ple­men­tie­rungs­plans;
b.
der Be­trieb von GAW-Mess­sta­tio­nen und der Auf­bau von tech­ni­schen und wis­sen­schaft­li­chen Kom­pe­ten­zen in Ent­wick­lungs­län­dern;
c.
die pe­ri­odi­sche Durch­füh­rung von in­ter­na­tio­na­len In­stru­men­ten­ver­glei­chen;
d.
die Durch­füh­rung von Pro­gram­men zur Ver­bes­se­rung von Mes­sun­gen in der Tro­po­sphä­re und Stra­to­sphä­re und zu de­ren Qua­li­täts­si­che­rung;
e.
die Ent­wick­lung, der ope­ra­tio­nel­le Be­trieb und die Aus­wer­tung von at­mo­sphä­ri­schen Mes­sun­gen ge­mä­ss GAW-Im­ple­men­tie­rungs­plan auf der hoch­al­pi­nen For­schungs- und Re­fe­renz­sta­ti­on Jung­frau­joch und an wei­te­ren ge­eig­ne­ten Stand­orten;
f.
For­schungs­pro­jek­te, die zur Um­set­zung des GAW-Im­ple­men­tie­rungs­plans bei­tra­gen.

3 Me­teoSchweiz kann zu die­sem Zweck Leis­tungs­ver­ein­ba­run­gen mit Drit­ten ab­sch­lies­sen.

2. Abschnitt: Leistungen des Grundangebots und ihre Nutzung

Art. 6 Leistungen des Grundangebots  

1 Als Leis­tung des Grun­d­an­ge­bots gilt die Be­reit­stel­lung von me­teo­ro­lo­gi­schen und kli­ma­to­lo­gi­schen Da­ten und In­for­ma­tio­nen, die der All­ge­mein­heit, der Si­cher­heit der Be­völ­ke­rung, der Er­fül­lung der ge­setz­li­chen Auf­ga­ben der Be­hör­den, der Luft­fahrt, der Wis­sen­schaft so­wie den in­ter­na­tio­na­len Or­ga­ni­sa­tio­nen im Be­reich der Me­teo­ro­lo­gie und Kli­ma­to­lo­gie die­nen.

2 Die Leis­tun­gen des Grun­d­an­ge­bots um­fas­sen ins­be­son­de­re:

a.
Be­ob­ach­tun­gen und Mess­da­ten aus den orts­ge­bun­de­nen oder mit Fer­ner­kun­dungs­me­tho­den ar­bei­ten­den Mess­sys­te­men der At­mo­sphä­re;
b.
Vor­her­sa­ge­mo­del­le, die Pro­gno­se­da­ten in ver­schie­de­nen zeit­lich-räum­li­chen Auf­lö­sun­gen lie­fern;
c.
aus den Ba­sis­da­ten nach den Buch­sta­ben a und b mit Hil­fe von sta­tis­ti­schen und nu­me­ri­schen Me­tho­den er­zeug­te wei­ter­ge­hen­de Ana­ly­sen.

3 Zu den Leis­tun­gen des Grun­d­an­ge­bots ge­hö­ren auch die auf der Da­ten­ba­sis nach den Ab­sät­zen 1 und 2 auf­bau­en­de Ent­wick­lung und per­ma­nen­te Be­reit­stel­lung von ak­tu­el­len und hoch­wer­ti­gen Wet­ter- und Kli­ma­in­for­ma­tio­nen so­wie Ana­ly­sen zur Ent­wick­lung des Kli­mas und des Kli­ma­wan­dels. Die­se Leis­tun­gen kön­nen na­ment­lich er­bracht wer­den als gra­fisch auf­be­rei­te­te oder als Text aus­for­mu­lier­te Wet­ter- und Kli­ma­pro­gno­sen, bio­me­teo­ro­lo­gi­sche Pro­gno­sen, In­for­ma­tio­nen zu be­son­de­ren Wet­ter- und Kli­maer­eig­nis­sen, Leis­tun­gen für Be­hör­den, Ein­satz­or­ga­ni­sa­tio­nen und Be­trei­ber kri­ti­scher In­fra­struk­tu­ren so­wie War­nun­gen zu ver­schie­de­nen me­teo­ro­lo­gi­schen Phä­no­me­nen.

Art. 7 Nutzung der Leistungen des Grundangebots  

1 Ge­büh­ren­pflich­ti­ge Leis­tun­gen von Me­teoSchweiz dür­fen nur mit dem Ein­ver­ständ­nis von Me­teoSchweiz ge­nutzt wer­den.

2 Ein vor­gän­gi­ges Ein­ver­ständ­nis von Me­teoSchweiz ist zu­dem nö­tig, wenn die be­zo­ge­nen Leis­tun­gen:

a.
im Kon­text ei­ge­ner Pro­duk­te oder im Rah­men wis­sen­schaft­li­cher Pu­bli­ka­tio­nen ver­öf­fent­licht wer­den;
b.
im Rah­men und für die Dau­er ei­nes Auf­trags oder For­schungs­pro­jekts ei­nem Drit­ten zur Ver­fü­gung ge­stellt wer­den; dar­über hin­aus ist ei­ne di­rek­te Wei­ter­lei­tung der be­zo­ge­nen Leis­tun­gen an einen Drit­ten, so­wohl kos­ten­los als auch ent­gelt­lich, nicht er­laubt.

3 Das Ein­ver­ständ­nis von Me­teoSchweiz er­folgt in Form ei­nes Ver­trags.

4 Von die­sen Nut­zungs­be­stim­mun­gen aus­ge­nom­men sind in­ter­na­tio­nal frei­ge­ge­be­ne Da­ten.

Art. 8 Zugang zu Leistungen für Einsatzorganisationen und Fachstellen zum Schutz der Bevölkerung  

Ein­satz­or­ga­ni­sa­tio­nen und Fach­stel­len zum Schutz der Be­völ­ke­rung vor Aus­wir­kun­gen von Na­tur­ge­fah­ren be­zie­hen die Leis­tun­gen von Me­teoSchweiz ins­be­son­de­re über die da­für be­stimm­te Platt­form des Bun­des.2

2 Ge­mein­sa­me In­for­ma­ti­ons­platt­form Na­tur­ge­fah­ren: www.in­fo.gin.ad­min.ch

Art. 9 Quellenangabe  

Die Leis­tun­gen von Me­teoSchweiz dür­fen nur mit An­ga­be der Quel­le wie­der­ge­ge­ben wer­den.

3. Abschnitt: Gebühren für Leistungen des Grundangebots

Art. 10 Anwendbarkeit der Allgemeinen Gebührenverordnung  

So­weit die­se Ver­ord­nung kei­ne be­son­de­re Re­ge­lung ent­hält, gel­ten die Be­stim­mun­gen der All­ge­mei­nen Ge­büh­ren­ver­ord­nung vom 8. Sep­tem­ber 20043.

Art. 11 Kostenlose Leistungen  

1 Me­teoSchweiz kann Leis­tun­gen des Grun­d­an­ge­bots kos­ten­los ver­öf­fent­li­chen, wenn die­se den all­ge­mei­nen Be­dürf­nis­sen ei­ner brei­ten Be­völ­ke­rung die­nen und oh­ne be­son­de­re me­teo­ro­lo­gi­sche und kli­ma­to­lo­gi­sche Fach­kennt­nis­se ge­nutzt wer­den kön­nen. Die Ver­öf­fent­li­chung er­folgt ins­be­son­de­re über On­li­ne-Me­di­en.

2 War­nun­gen vor ge­fähr­li­chen Wet­ter­phä­no­me­nen sind kos­ten­los.

Art. 12 Gebührenpflichtige Leistungen  

Der Ge­büh­ren­pflicht un­ter­lie­gen:

a.
sämt­li­che Leis­tun­gen, die nicht im Sin­ne von Ar­ti­kel 11 kos­ten­los zur Ver­fü­gung ge­stellt wer­den;
b.
Be­ra­tungs­leis­tun­gen;
c.
die Nut­zung von Soft­wa­re, die von Me­teoSchweiz ent­wi­ckelt wur­de;
d.
die Ein­rich­tung, Pfle­ge und Über­mitt­lung re­gel­mäs­si­ger Lie­fe­run­gen von Leis­tun­gen; da­für wer­den zu­sätz­lich Be­reit­stel­lungs­ge­büh­ren er­ho­ben.
Art. 13 Begriffe für die Gebührenbemessung  

Für die Ge­büh­ren­be­mes­sung gel­ten die fol­gen­den Be­grif­fe:

a.
Punkt­da­ten:

Mess- oder Mo­dell­da­ten oder dar­aus ab­ge­lei­te­te Da­ten an ei­nem geo­gra­fi­schen Punkt an der Erd­ober­flä­che oder in der At­mo­sphä­re;

b.
Git­ter­da­ten:

Ver­bund be­rech­ne­ter Da­ten auf Git­tern, die über ei­ne Flä­che ge­legt wer­den;

c.
Gra­fik:

bild­li­che Dar­stel­lung von Punkt- oder Git­ter­da­ten;

d.
Pa­ra­me­ter:

me­teo­ro­lo­gi­sche Grös­sen wie na­ment­lich Luft­tem­pe­ra­tur, Nie­der­schlags­men­ge, Wind­ge­schwin­dig­keit, Son­nen­schein­dau­er, Luft­druck und Luft­feuch­tig­keit;

e.
Or­te:

Mess­sta­tio­nen oder an­de­re geo­gra­fisch lo­ka­li­sier­ba­re Punk­te, für die me­teo­ro­lo­gi­sche Pa­ra­me­ter an­ge­ge­ben wer­den;

f.
Ni­veau:

An­ga­be, auf wel­cher Hö­he die Punkt- oder Git­ter­da­ten ge­mes­sen oder be­rech­net wer­den (z. B. Hö­he ab Bo­den, Hö­he an­ge­ge­ben als kon­stan­te Druck­flä­che);

g.
Fre­quenz:

An­zahl der Wer­te pro Tag;

h.
Ad­ap­ta­ti­ons­fak­tor:

Fak­tor, der zur Her­ab­set­zung der gros­sen Men­gen­un­ter­schie­de bei Punkt- und Git­ter­da­ten aus Mo­dell­vor­her­sa­gen ein­ge­setzt wird;

i.
Be­zugs­zeit­raum:

Dau­er ei­ner re­gel­mäs­si­gen Lie­fe­rung in An­zahl Ta­gen;

j.
Pro­gno­se­dau­er:

Zeit­raum, bis zu dem ei­ne Vor­her­sa­ge dau­ert, in Stun­den;

k.
Lauf:

Er­geb­nis­se ei­nes Be­rech­nungs­zy­klus ei­nes Wet­ter­mo­dells.

Art. 14 Gebühren für internationale Daten  

Die Ge­büh­ren für in­ter­na­tio­na­le Da­ten rich­ten sich nach den Be­stim­mun­gen:

a.
des Über­ein­kom­mens vom 11. Ok­to­ber 19734 zur Er­rich­tung des Eu­ro­päi­schen Zen­trums für mit­tel­fris­ti­ge Wet­ter­vor­her­sa­ge;
b.
des Über­ein­kom­mens vom 24. Mai 19835 zur Grün­dung ei­ner eu­ro­päi­schen Or­ga­ni­sa­ti­on für die Nut­zung von me­teo­ro­lo­gi­schen Sa­tel­li­ten (Eu­met­sat);
c.
des Ab­kom­mens ECO­MET vom 1. Mai 20006 (For­ma­ti­on Agree­ment).

4 SR 0.420.514.291

5 SR 0.425.43

6 Agree­ment for the for­ma­ti­on of an Eco­no­mic In­te­rest Grou­ping (For­ma­ti­on Agree­ment), un­ter­zeich­net am 12. Dez. 1995, für die Schweiz in Kraft ge­tre­ten am 6. Ju­li 2000; die je­weils ak­tu­ells­te Ver­si­on des Ab­kom­mens­tex­tes kann auf der Web­si­te von Me­teoSchweiz (www.me­teoschweiz.ad­min.ch) ein­ge­se­hen wer­den.

Art. 15 Berechnung der bezogenen Menge Punkt- und Gitterdaten  

1 Die Ge­büh­ren für Punkt- und Git­ter­da­ten be­rech­nen sich nach der be­zo­ge­nen Da­ten­men­ge. Die­se wird in Ein­hei­ten an­ge­ge­ben.

2 Bei den Punkt­da­ten er­gibt sich die An­zahl Ein­hei­ten aus der An­zahl Or­te mul­ti­pli­ziert mit der An­zahl Pa­ra­me­ter mul­ti­pli­ziert mit der An­zahl Ni­ve­aus mul­ti­pli­ziert mit der Fre­quenz und dem Be­zugs­zeit­raum.

3 Bei den Git­ter­da­ten er­gibt sich die An­zahl Ein­hei­ten aus der An­zahl be­zo­ge­ner Flä­chen mul­ti­pli­ziert mit der An­zahl Pa­ra­me­ter mul­ti­pli­ziert mit der An­zahl Ni­ve­aus mul­ti­pli­ziert mit der Fre­quenz und dem Be­zugs­zeit­raum.

4 Die kleins­te mög­li­che Flä­che bei Git­ter­da­ten ist die Flä­che, wel­che die Schweiz recht­e­ckig ein­rahmt. Ist die be­zo­ge­ne Flä­che grös­ser, wird mit ei­nem Fak­tor 2 mul­ti­pli­ziert.

5 Bei Mo­dell­punkt- und Mo­dell­git­ter­da­ten wer­den die fol­gen­den Be­son­der­hei­ten in die Be­rech­nung ein­be­zo­gen:

a.
Die An­zahl Ni­ve­aus wird auf 3 be­schränkt, auch wenn mehr als 3 Ni­ve­aus be­zo­gen wer­den.
b.
Zu­sätz­lich wird mit ei­nem Ad­ap­ta­ti­ons­fak­tor mul­ti­pli­ziert; die­ser be­trägt bei den Mo­dell­punkt­da­ten 5, bei den Mo­dell­git­ter­da­ten 0,5.
c.
Statt mit der Fre­quenz wird mit der An­zahl Läu­fe mal der Pro­gno­se­dau­er in Stun­den mul­ti­pli­ziert.
d.
Die An­zahl Läu­fe wird auf 4 be­schränkt, auch wenn mehr als 4 Läu­fe be­zo­gen wer­den.
Art. 16 Gebühren für Punkt- und Gitterdaten  

1 Es gel­ten fol­gen­de Ge­büh­ren­an­sät­ze:

a.
bei Punkt­da­ten: pro 1000 Ein­hei­ten 0.10 Fran­ken;
b.
bei Git­ter­da­ten: pro Ein­heit 0.10 Fran­ken.

2 Bei Gra­fi­ken wird die Ge­bühr um den Fak­tor 0,5 re­du­ziert.

3 Die Min­dest­ge­bühr für Punkt- und Git­ter­da­ten be­trägt 10 Fran­ken.

4 Die Ober­gren­ze der Ge­bühr be­trägt pro Be­zugs­jahr 20 000 Fran­ken für je­de der fol­gen­den Leis­tun­gen:

a.
Bo­den­sta­ti­ons- und Au­gen­be­ob­ach­tungs­da­ten;
b.
Pro­fil­da­ten der At­mo­sphä­re/Ra­dio­son­den­da­ten;
c.
ge­git­ter­te Kli­ma­da­ten und Punkt-Kli­ma­da­ten;
d.
Ba­sis-Ra­dar­da­ten;
e.
wei­ter­ver­ar­bei­te­te Ra­dar­da­ten;
f.
Da­ten aus dem hoch­auf­ge­lös­ten de­ter­mi­nis­ti­schen nu­me­ri­schen Mo­dell;
g.
Da­ten aus dem hoch­auf­ge­lös­ten pro­ba­bi­lis­ti­schen nu­me­ri­schen Mo­dell;
h.
da­ten­ba­sier­te Gra­fi­ken;
i.
Kurz­frist­vor­her­sa­gen aus Now­cas­ting-Sys­te­men;
j.
post­pro­zes­sier­te Punkt­vor­her­sa­gen;
k.
Ka­me­ra­bil­der;
l.
Mo­nat­sta­bel­len und Nie­der­schlags­bulle­tins.

5 Die Ober­gren­ze der Ge­bühr für das Post­leit­zah­len­wet­ter be­trägt pro Be­zugs­jahr 12 000 Fran­ken.

Art. 17 Gebühren für Informationen  

Die Ge­bühr für die Er­stel­lung von In­for­ma­tio­nen wird nach Zeit­auf­wand ge­mä­ss Ar­ti­kel 21 be­rech­net.

Art. 18 Gebühren für die Nutzung von Plattformen und Software  

Die Ge­bühr für Zu­grif­fe auf nicht öf­fent­li­che elek­tro­ni­sche Platt­for­men und für die Nut­zung von Soft­wa­re, die von Me­teoSchweiz ent­wi­ckelt wur­de, wird be­rech­net, in­dem die Her­stel­lungs- und Be­schaf­fungs­kos­ten und die Kos­ten für die Pfle­ge der Platt­form oder der Soft­wa­re ad­diert und durch die er­war­te­te An­zahl Nut­zer ge­teilt wer­den.

Art. 19 Pauschalangebote  

1 Me­teoSchweiz kann die Ge­bühr pau­schal be­rech­nen für An­ge­bo­te:

a.
die meh­re­re Leis­tun­gen um­fas­sen;
b.
die re­gel­mäs­sig an ei­ne gros­se Be­nut­zer­grup­pe ge­lie­fert wer­den; und
c.
bei de­nen sich die Men­ge der tat­säch­lich be­zo­ge­nen Leis­tun­gen nicht fest­stel­len lässt.

2 Zur Be­rech­nung der Pau­scha­le wer­den die Ein­zel­ta­ri­fe mul­ti­pli­ziert mit der rea­lis­tisch ge­schätz­ten Häu­fig­keit, mit wel­cher die Be­nut­zer­grup­pe die zur Ver­fü­gung ge­stell­ten Leis­tun­gen ver­wen­det.

Art. 20 Gebühren für Beratungen sowie für Einrichtung, Pflege und Übermittlung regelmässiger Lieferungen  

1 Für Be­ra­tungs­leis­tun­gen so­wie für das Ein­rich­ten und die Pfle­ge re­gel­mäs­si­ger Lie­fe­run­gen von Da­ten und In­for­ma­tio­nen wird die Ge­bühr für die Per­so­nal- und In­fra­struk­tur­kos­ten nach Zeit­auf­wand ge­mä­ss Ar­ti­kel 21 zu­sätz­lich in Rech­nung ge­stellt.

2 Die Ge­bühr für die Be­ar­bei­tung und Auf­be­rei­tung von Sa­tel­li­ten­da­ten be­trägt 0.05 Fran­ken pro Bild.

3 Bei re­gel­mäs­si­gen Lie­fe­run­gen wird zu­dem für die elek­tro­ni­sche Über­mitt­lung ei­ne Ge­bühr pro se­pa­rat ein­zu­rich­ten­den Lie­fer­ka­nal und Jahr er­ho­ben. Die Ge­bühr wird wie folgt be­rech­net:

a.
für Über­mitt­lun­gen 1× täg­lich bis 1× mo­nat­lich:

0.15 Fran­ken pro Mel­dung und Lie­fer­ka­nal;

b.
für häu­fi­ge­re Über­mitt­lun­gen (mehr als 1× täg­lich):

0.015 Fran­ken pro Mel­dung und Lie­fer­ka­nal.

4 Für die Ge­bühr nach Ab­satz 3 gilt ei­ne Ober­gren­ze von 788 Fran­ken.

Art. 21 Berechnung der Gebühren nach Zeitaufwand  

Die Ge­büh­ren nach Zeit­auf­wand be­rech­nen sich nach den Per­so­nal-, Ar­beits­platz- und In­fra­struk­tur­kos­ten. Es gel­ten die fol­gen­den An­sät­ze:

Be­sol­dungs­klas­se

Stun­den­an­satz in Fran­ken

24 und hö­her

200.–

18–23

165.–

bis 17

130.–

Art. 22 Rechnungsstellung für Leistungen im Abonnement  

Für Leis­tun­gen im Abon­ne­ment er­hebt Me­teoSchweiz die Ge­bühr jähr­lich im Vor­aus.

Art. 23 Wissenschaft und öffentliche Hand  

1 Bei Leis­tun­gen, die aus­sch­liess­lich für Leh­re und For­schung oder das Schul­we­sen ver­wen­det wer­den, wer­den die Ge­büh­ren nach den Ar­ti­keln 16 und 17 er­las­sen.

2 Den Kan­to­nen und Ge­mein­den so­wie den aus­län­di­schen staat­li­chen Wet­ter­diens­ten wer­den die Ge­büh­ren nach Ar­ti­kel 16 für Da­ten, die sie zur Er­fül­lung ih­rer öf­fent­li­chen Auf­ga­be be­nö­ti­gen, er­las­sen.

3 In Rech­nung ge­stellt wer­den die Ge­büh­ren für Be­ra­tungs­leis­tun­gen und für die Ein­rich­tung, Pfle­ge und Über­mitt­lung re­gel­mäs­si­ger Lie­fe­run­gen ge­mä­ss Ar­ti­kel 20, so­fern der Ge­samt­be­trag 80 Fran­ken pro Auf­trag über­schrei­tet.

Art. 24 Einsatzorganisationen und Fachstellen zum Schutz der Bevölkerung  

1 Den eid­ge­nös­si­schen, kan­to­na­len und kom­mu­na­len Ein­satz­or­ga­ni­sa­tio­nen und Fach­stel­len zum Schutz der Be­völ­ke­rung vor Aus­wir­kun­gen von Na­tur­ge­fah­ren wer­den für die Be­ra­tung und den Be­zug der für ih­re Tä­tig­keit not­wen­di­gen Leis­tun­gen aus dem Grun­d­an­ge­bot die Ge­büh­ren er­las­sen.

2 Gleich be­han­delt wer­den die Fach­stel­len ei­ner öf­fent­lich-recht­li­chen oder pri­vat­recht­li­chen Or­ga­ni­sa­ti­on, die im Auf­trag des Bun­des, ei­nes Kan­tons oder ei­ner Ge­mein­de zum Schutz der Be­völ­ke­rung vor Aus­wir­kun­gen von Na­tur­ge­fah­ren tä­tig sind.

4. Abschnitt: Beschwerderecht zum Schutz der Infrastrukturen

Art. 25  

1 Me­teoSchweiz steht nach den all­ge­mei­nen Be­stim­mun­gen der Bun­des­rechts­pfle­ge das Recht auf Be­schwer­de zu ge­gen Ver­fü­gun­gen und Ent­schei­de über die Pla­nung, Er­rich­tung oder Än­de­rung von An­la­gen, wel­che die Funk­ti­on von Ra­dar­an­la­gen und an­de­ren sen­si­blen me­teo­ro­lo­gi­schen An­la­gen be­ein­träch­ti­gen kön­nen.

2 Me­teoSchweiz kann von den Kan­to­nen die Er­öff­nung von Ver­fü­gun­gen und Ent­schei­den im Sin­ne von Ab­satz 1 ver­lan­gen.

5. Abschnitt: Schlussbestimmungen

Art. 26 Aufhebung eines anderen Erlasses  

Die Ver­ord­nung vom 7. No­vem­ber 20077 über die Me­teo­ro­lo­gie und Kli­ma­to­lo­gie wird auf­ge­ho­ben.

Art. 27 Inkrafttreten  

Die­se Ver­ord­nung tritt am 1. Ja­nu­ar 2019 in Kraft.

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