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Verordnung
über die Militärdienstpflicht
(VMDP)

vom 22. November 2017 (Stand am 1. Januar 2021)

Der Schweizerische Bundesrat,

gestützt auf das Militärgesetz vom 3. Februar 19951 (MG)
und auf Artikel 75 Absatz 1 des Bevölkerungs- und Zivilschutzgesetzes
vom 4. Oktober 20022 (BZG),

verordnet:

1. Kapitel: Zweck

(Art. 94 Abs. 1 Bst. a und b MG)

Art. 1  

Die­se Ver­ord­nung bezweckt ei­ne am Mi­liz­prin­zip aus­ge­rich­te­te Er­fül­lung der Mi­li­tär­dienst­pflicht von der Stel­lungs­pflicht bis zur Ent­las­sung.

2. Kapitel: Militärdienstpflicht

1. Abschnitt: Militärdienstpflicht der Schweizerinnen, der Auslandschweizer und der Doppelbürger

Art. 2 Schweizerinnen und Auslandschweizer  

(Art. 3 Abs. 1 und 2, 4 Abs. 2 MG)

1 Schwei­ze­rin­nen so­wie Aus­land­schwei­zer kön­nen sich schrift­lich beim Kom­man­do Aus­bil­dung (Kdo Ausb) zum Mi­li­tär­dienst an­mel­den.

2 Das Kdo Ausb nimmt die An­mel­dung an, wenn:

a.
die an­ge­mel­de­te Per­son:
1.3
die Re­kru­tie­rung bis zum En­de des Jah­res ab­sol­vie­ren kann, in dem sie das 24. Al­ters­jahr vollen­det; vor­be­hal­ten bleibt ei­ne spä­te­re Re­kru­tie­rung nach Ar­ti­kel 12 Ab­satz 2,
2.
gu­te Kennt­nis­se ei­ner Schwei­zer Lan­des­s­pra­che nach­weist,
3.
die für die Per­so­ne­ni­den­ti­fi­zie­rung er­for­der­li­chen Do­ku­men­te und den ärzt­li­chen Fra­ge­bo­gen ein­ge­reicht hat, und
4.
für kei­nen an­de­ren Staat be­reits Mi­li­tär­dienst ge­leis­tet hat; vor­be­hal­ten blei­ben an­de­re Re­ge­lun­gen in Staats­ver­trä­gen;
b.
bei der an­ge­mel­de­ten Per­son:
1.
kei­ne of­fen­sicht­li­che Dienst­un­taug­lich­keit vor­liegt,
2.
beim Be­ste­hen von be­son­de­ren per­sön­li­chen Ver­hält­nis­sen ei­ne Zu­stim­mung in Ana­lo­gie zu Ar­ti­kel 33 Ab­satz 1 für die Re­kru­tie­rung vor­liegt,
3.
kei­ne Nicht­re­kru­tie­rungs­grün­de nach Ar­ti­kel 21 MG vor­lie­gen; und
c.
ein Be­darf der Ar­mee be­steht.

3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Okt. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3233).

Art. 3 Doppelbürger  

(Art. 5 und 7 Abs. 2 MG)

1 Schwei­zer mit Wohn­sitz in der Schweiz, die das Bür­ger­recht ei­nes an­de­ren Staa­tes be­sit­zen (Dop­pel­bür­ger) und vor der Wohn­sitz­nah­me in der Schweiz oder auf­grund ei­ner in­ter­na­tio­na­len Ver­ein­ba­rung der Schweiz mit die­sem Staat über die ge­gen­sei­ti­ge An­er­ken­nung der Er­fül­lung der Mi­li­tär­dienst­pflicht von Dop­pel­bür­gern dort ih­re mi­li­tä­ri­schen Pflich­ten er­füllt oder Er­satz­leis­tun­gen er­bracht ha­ben, müs­sen dies dem Kreis­kom­man­dan­ten oder der Kreis­kom­man­dan­tin mel­den.

2 Dop­pel­bür­ger blei­ben in der Schweiz mi­li­tär­dienst­pflich­tig, wenn:

a.
die Mel­dung nach Ab­satz 1 un­ter­bleibt;
b.
die Leis­tungs­er­brin­gung im an­de­ren Staat nicht be­wie­sen wer­den kann; oder
c.
die er­brach­ten Leis­tun­gen nicht min­des­tens gleich­wer­tig zu den in der Schweiz zu er­brin­gen­den Leis­tun­gen sind.

3 Das Kdo Ausb er­lässt die ent­spre­chen­den Ver­fü­gun­gen.

2. Abschnitt: Zuteilung und Zuweisung weiterer Personen

Art. 4 Voraussetzungen und Zuständigkeit  

(Art. 6 Abs. 1 Bst. a und c MG)

1 Auf Ge­such hin kön­nen fol­gen­de Per­so­nen der Ar­mee auf ei­ne Funk­ti­on ge­mä­ss der Soll­be­stan­des­ta­bel­le der Ar­mee zu­ge­teilt (Zu­tei­lung) oder oh­ne Be­le­gung ei­nes Soll­be­stands­plat­zes der Ar­mee zu­ge­wie­sen (Zu­wei­sung) wer­den:

a.
Per­so­nen, die ei­ne Aus­bil­dung oder ei­ne qua­li­fi­zier­te Tä­tig­keit in der Seel­sor­ge, in ei­nem psy­cho­lo­gisch-päd­ago­gi­schen Be­reich oder im So­zi­al­dienst aus­wei­sen;
b.4
Ärz­te und Ärz­tin­nen, die ge­mä­ss Me­di­zi­nal­be­ru­fe­ge­setz vom 23. Ju­ni 20065 das eid­ge­nös­si­sche Di­plom in Hu­man­me­di­zin er­langt ha­ben;
c.
Per­so­nen, die zum Nut­zen der Ar­mee über:
1.
be­son­de­re Fach­kennt­nis­se, ins­be­son­de­re in den Be­rei­chen der Aus- und Wei­ter­bil­dung so­wie der Be­ra­tung, ver­fü­gen, oder
2.
be­son­de­re Kennt­nis­se oder Fä­hig­kei­ten im Be­reich der In­for­ma­ti­ons­tech­no­lo­gie ver­fü­gen;
d.
Per­so­nen nach Ar­ti­kel 6 Ab­satz 1 Buch­sta­be c MG, die im Zeit­punkt der Ent­schei­dung über das Ge­such:
1.
das 24. Al­ters­jahr noch nicht vollen­det ha­ben, sich be­reit er­klä­ren, die mi­li­tä­ri­sche Aus­bil­dung vor Vollen­dung des 25. Al­ters­jah­res zu be­gin­nen, und die Aus­bil­dungs­dienst­pflicht in­ner­halb der Al­ters­gren­zen für die Mi­li­tär­dienst­pflicht er­fül­len kön­nen, oder
2.
be­reits mi­li­tä­ri­sche Aus­bil­dung ge­leis­tet ha­ben, so­fern sie die Aus­bil­dungs­dienst­pflicht des zu­letzt er­lang­ten Gra­des in­ner­halb der Al­ters­gren­zen für die Mi­li­tär­dienst­pflicht er­fül­len kön­nen.

2 Die ge­such­stel­len­den Per­so­nen wer­den zu­ge­teilt oder zu­ge­wie­sen, wenn:

a.
ein Be­darf der Ar­mee be­steht;
b.
sie das Fach­wis­sen für die Aus­übung der vor­ge­se­he­nen Funk­ti­on aus­wei­sen;
c.
sie gu­te Kennt­nis­se ei­ner Schwei­zer Lan­des­s­pra­che nach­wei­sen;
d.
die me­di­zi­ni­sche Taug­lich­keit für die vor­ge­se­he­ne Funk­ti­on fest­steht; und
e.
bei Be­ste­hen von be­son­de­ren per­sön­li­chen Ver­hält­nis­sen nach Ar­ti­kel 33 Ab­satz 2 ei­ne Zu­stim­mung vor­liegt.

3 Es be­steht kein An­spruch auf ei­ne Zu­tei­lung oder Zu­wei­sung zur Ar­mee.

4 Die Grup­pe Ver­tei­di­gungent­schei­det über die Ge­su­che.

5 Die Vor­aus­set­zun­gen für Per­so­nen, die einen Dienst im Rot­kreuz­dienst leis­ten wol­len, rich­ten sich nach der Ver­ord­nung vom 29. Sep­tem­ber 20066 über den Rot­kreuz­dienst.

4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Okt. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3233).

5 SR 811.11

6 SR 513.52

Art. 5 Grundsätze  

(Art. 6 Abs. 2 MG)7

1 Für zu­ge­teil­te und zu­ge­wie­se­ne Per­so­nen gel­ten die fol­gen­den Grund­sät­ze:

a.
Sie leis­ten den Mi­li­tär­dienst waf­fen­los; es sei denn für die Funk­ti­ons­aus­übung ist die Not­wen­dig­keit ei­ner Be­waff­nung ge­ge­ben und die Per­son kann ei­ne an­ge­mes­se­ne Schiess­aus­bil­dung nach­wei­sen.
b.
Sie leis­ten den Mi­li­tär­dienst im Um­fang der Aus­bil­dungs­dienst­pflicht bis längs­tens zum vollen­de­ten 65. Al­ters­jahr; vor­be­hal­ten blei­ben Per­so­nen nach Ar­ti­kel 4 Ab­satz 1 Buch­sta­be d.
c.
Sie kön­nen un­ter Vor­be­halt von Ar­ti­kel 6 ta­ge­wei­se zum Aus­bil­dungs­dienst auf­ge­bo­ten wer­den.
d.
Sie ab­sol­vie­ren ei­ne mi­ni­ma­le mi­li­tä­ri­sche Grund­aus­bil­dung, so­fern sie bis­her noch kei­ne gleich­wer­ti­ge mi­li­tä­ri­sche Grund­aus­bil­dung ge­leis­tet ha­ben.
e.
Sie wer­den am En­de die­ser Aus­bil­dung zum Sol­da­ten be­för­dert, so­fern sie nicht be­reits einen schwei­ze­ri­schen mi­li­tä­ri­schen Grad tra­gen.
f.8
Sie kön­nen nicht für die Über­nah­me ei­nes hö­he­ren Gra­des vor­ge­schla­gen oder be­för­dert wer­den, je­doch kön­nen sie nach Ar­ti­kel 80 zum Fa­ch­of­fi­zier oder zur Fa­ch­of­fi­zie­rin er­nannt wer­den; aus der Mi­li­tär­dienst­pflicht ent­las­se­ne Of­fi­zie­re kön­nen der Ar­mee zu­ge­teilt und für einen hö­he­ren Grad vor­ge­schla­gen und be­för­dert wer­den.

2 Zi­vi­len An­ge­stell­ten des Bun­des, die auf­grund ih­rer zi­vi­len Funk­ti­on in ei­ne be­stimm­te mi­li­tä­ri­sche Funk­ti­on zu­ge­teilt oder zu­ge­wie­sen wer­den, kann für die Dau­er der Zu­tei­lung oder der Zu­wei­sung der für die Funk­ti­ons­aus­übung not­wen­di­ge Grad ver­lie­hen wer­den.9

7 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Okt. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3233).

8 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Okt. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3233).

9 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 16. Okt. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3233).

Art. 6 Umfang der Ausbildungsdienstpflicht  

(Art. 6 Abs. 2, 42 MG)

Zu­ge­teil­te oder zu­ge­wie­se­ne Per­so­nen leis­ten als:

a.10
an­ge­hen­de Fa­ch­of­fi­zie­re und Fa­ch­of­fi­zie­rin­nen der Ar­mee­seel­sor­ge, des Psy­cho­lo­gisch-päd­ago­gi­schen Diens­tes der Ar­mee oder des So­zi­al­diens­tes der Ar­mee: einen mi­ni­ma­len mi­li­tä­ri­schen Grund­aus­bil­dungs­dienst von 19 Ta­gen so­wie an­sch­lies­send Aus­bil­dungs­dienst nach Ar­ti­kel 47 Ab­satz 4;
b.
Ärz­te, Ärz­tin­nen, Psy­cho­lo­gen oder Psy­cho­lo­gin­nen: einen mi­ni­ma­len mi­li­tä­ri­schen Grund­aus­bil­dungs­dienst von 2 Ta­gen und an­sch­lies­send fol­gen­de Aus­bil­dungs­diens­te von höchs­tens 180 Ta­gen:
1.
90 Ta­ge Aus­bil­dungs­dienst oh­ne Un­ter­bruch,
2.
90 Ta­ge Aus­bil­dungs­dienst;
c.
Per­so­nen nach Ar­ti­kel 4 Ab­satz 1 Buch­sta­be c:
1.
einen mi­ni­ma­len mi­li­tä­ri­schen Grund­aus­bil­dungs­dienst von 2 Ta­gen und an­sch­lies­send 126 Ta­ge Aus­bil­dungs­dienst als Sol­dat oder 240 Ta­ge Aus­bil­dungs­dienst als Fa­ch­of­fi­zier oder Fa­ch­of­fi­zie­rin,
2.
so­fern sie die Mi­li­tär­dienst­pflicht er­füllt ha­ben: Aus­bil­dungs­diens­te der For­ma­tio­nen von jähr­lich höchs­tens 38 Ta­gen;
d.
Per­so­nen nach Ar­ti­kel 4 Ab­satz 1 Buch­sta­be d Zif­fer 1: 245 Ta­ge Aus­bil­dungs­dienst, als Durch­die­nen­de 280 Ta­ge Aus­bil­dungs­dienst; dar­in ein­ge­schlos­sen sind die Re­kru­tie­rung, ein Grund­aus­bil­dungs­dienst von ins­ge­samt 124 Ta­gen und die üb­ri­gen Aus­bil­dungs­diens­te oh­ne Un­ter­bruch oder in jähr­li­chen Wie­der­ho­lungs­kur­sen.

10 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Okt. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3233).

3. Abschnitt: Ausweis über die Erfüllung der Militärdienstpflicht (Dienstbüchlein)

Art. 7 Inhalt  

(Art. 6a MG)

Der Aus­weis über die Er­fül­lung der Mi­li­tär­dienst­pflicht (Dienst­büch­lein) ent­hält fol­gen­de Da­ten:

a.
Per­so­na­li­en;
b.
Ein­tei­lung, Zu­tei­lung oder Zu­wei­sung;
c.
Grad und Funk­ti­on;
d.
be­son­de­re zu­sätz­li­che Aus­bil­dun­gen und Aus­zeich­nun­gen;
e.
ge­leis­te­te Diens­te;
f.
per­sön­li­che Aus­rüs­tung;
g.
Da­ten zu mi­li­tär­ärzt­li­chen Un­ter­su­chun­gen und Ent­schei­den;
h.
Aus­land­ur­laub;
i.
Wohn­ort und Po­st­adres­se;
j.
An­ord­nun­gen zum Auf­ge­bot, ins­be­son­de­re für das Auf­ge­bot von An­ge­hö­ri­gen der For­ma­tio­nen mit stän­di­gen Be­reit­schafts­auf­la­gen und für die Durch­füh­rung des Auf­ge­bots zum As­sis­tenz- oder Ak­tiv­dienst.
Art. 8 Aufbewahrung und Verlust  

(Art. 6a MG)

1 Das Dienst­büch­lein darf nur für dienst­li­che Zwe­cke aus­ge­hän­digt wer­den. Die Ein­sicht­nah­me in das Dienst­büch­lein und die Be­kannt­ga­be von Da­ten aus dem Dienst­büch­lein sind eben­falls nur für dienst­li­che Zwe­cke zu­läs­sig.

2 Das Dienst­büch­lein ist von der mi­li­tär­dienst­pflich­ti­gen Per­son bis zur Ent­las­sung aus der Mi­li­tär­dienst­pflicht auf­zu­be­wah­ren.

3 Mel­de­pflich­ti­ge Per­so­nen mit Aus­land­ur­laub hin­ter­le­gen das Dienst­büch­lein für die Dau­er ih­rer Aus­land­ab­we­sen­heit beim Kreis­kom­man­dan­ten oder bei der Kreis­kom­man­dan­tin.

4 Der fest­ge­stell­te Ver­lust des Dienst­büch­leins ist zwecks Er­stel­lung ei­nes Du­pli­ka­tes um­ge­hend dem Kreis­kom­man­dan­ten oder der Kreis­kom­man­dan­tin zu mel­den.

Art. 9 Beweiskraft der Eintragungen  

(Art. 6a MG)

1 Ein­tra­gun­gen über mi­li­tär­ärzt­li­che Un­ter­su­chun­gen, Ent­schei­de der Mi­li­tär­ver­si­che­rung, Än­de­run­gen im Grad und in der Funk­ti­on und ge­leis­te­te Diens­te sind vom zu­stän­di­gen Voll­zugs­or­gan zu un­ter­zeich­nen.

2 Feh­len­de oder falsche Ein­tra­gun­gen im Dienst­büch­lein sind um­ge­hend dem Kreis­kom­man­dan­ten oder der Kreis­kom­man­dan­tin zwecks Be­rich­ti­gung zu mel­den.

3 Bei Wi­der­sprü­chen zwi­schen Ein­tra­gun­gen im Dienst­büch­lein und Ein­tra­gun­gen in den Kon­trol­len wird bei Ein­tra­gun­gen nach Ab­satz 1 die Rich­tig­keit des Dienst­büch­leins ver­mu­tet, in al­len an­de­ren Fäl­len die Rich­tig­keit der Kon­trol­len.

4. Abschnitt: Stellungspflicht und Rekrutierung

Art. 10 Vororientierung  

(Art. 150 Abs. 1 MG)

Al­le in der Schweiz wohn­haf­ten Schwei­zer und Schwei­ze­rin­nen wer­den in dem Jahr, in dem sie ihr 17. Al­ters­jahr vollen­den, vor­ori­en­tiert über:

a.
die Auf­ga­ben der Ar­mee, des Zi­vil­diens­tes, des Zi­vil­schut­zes und des Rot­kreuz­diens­tes;
b.
die Pflich­ten und Mög­lich­kei­ten der Dienst­leis­tung;
c.
die Mög­lich­keit der frei­wil­li­gen Dienst­leis­tung;
d.
die Mög­lich­kei­ten der vor­dienst­li­chen Aus­bil­dung;
e.
den In­halt der Re­kru­tie­rung;
ebis.11
die Mög­lich­kei­ten der frei­wil­li­gen aus­ser­dienst­li­chen Tä­tig­keit;
f.
die Stel­len des Bun­des und der Kan­to­ne, die wei­ter­ge­hen­de In­for­ma­tio­nen an­bie­ten.

11 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 16. Okt. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3233).

Art. 11 Orientierungsveranstaltung  

(Art. 7 Abs. 1, 8 Abs. 1 und 3, 11 Abs. 2bis MG)

1 Stel­lungs­pflich­ti­ge wer­den zur ob­li­ga­to­ri­schen Teil­nah­me an der Ori­en­tie­rungs­ver­an­stal­tung auf­ge­bo­ten. Nicht stel­lungs­pflich­ti­ge Schwei­ze­rin­nen wer­den zur Ori­en­tie­rungs­ver­an­stal­tung ein­ge­la­den. Das Auf­ge­bot oder die Ein­la­dung er­folgt an Per­so­nen, die:

a.
im lau­fen­den Jahr ihr 18. Al­ters­jahr vollen­den;
b.
im lau­fen­den Jahr ihr 17. Al­ters­jahr vollen­den und mit­ge­teilt ha­ben, dass sie die Re­kru­ten­schu­le im 19. Al­ters­jahr ab­sol­vie­ren wol­len.

2 Das Auf­ge­bot er­folgt jähr­lich bis spä­tes­tens im Jahr, in dem ein Stel­lungs­pflich­ti­ger das 24. Al­ters­jahr vollen­det.12

3 An der Ori­en­tie­rungs­ver­an­stal­tung wer­den die Teil­neh­men­den ins­be­son­de­re in­for­miert über:

a.
die recht­li­chen Grund­la­gen zum Mi­li­tär­dienst, zum Zi­vil­dienst, zum Zi­vil­schutz und zum Rot­kreuz­dienst;
b.
die Auf­ga­ben und die Ein­sät­ze der Ar­mee, des Zi­vil­diens­tes, des Zi­vil­schut­zes und des Rot­kreuz­diens­tes;
c.13
die Dienst­leis­tungs­mo­del­le, die Ka­der­aus­bil­dungs­lauf­bah­nen, die Be­rufs­mög­lich­kei­ten in der Ar­mee, die vor­dienst­li­che Aus­bil­dung und die frei­wil­li­ge aus­ser­dienst­li­che Tä­tig­keit;
d.
die Dienst­leis­tungs­mo­del­le und die Ka­der­aus­bil­dungs­lauf­bah­nen im Zi­vil­schutz;
e.
die Wehr­pflich­ter­satz­ab­ga­be;
f.
den Ab­lauf der Re­kru­tie­rung und der Re­kru­tie­rungs­ta­ge;
g.
die Per­so­nen­si­cher­heits­prü­fung nach der Ver­ord­nung vom 4. März 201114 über die Per­so­nen­si­cher­heits­prü­fun­gen (PSPV) und die Fol­gen beim Vor­lie­gen von be­son­de­ren per­sön­li­chen Ver­hält­nis­sen nach Ar­ti­kel 33 Ab­satz 2.

4 An der Ori­en­tie­rungs­ver­an­stal­tung wer­den von den Stel­lungs­pflich­ti­gen die für die Re­kru­tie­rung er­for­der­li­chen Da­ten zur Per­son er­ho­ben, ins­be­son­de­re:

a.
die Ge­sund­heits­da­ten; dies ge­schieht mit­tels vor­gän­gig aus­ge­füll­tem ärzt­li­chem Fra­ge­bo­gen;
b.
die Da­ten für die Per­so­nen­si­cher­heits­prü­fung;
c.
der Zeit­punkt für den Be­ginn der Re­kru­ten­schu­le; da­bei wird der mi­li­tä­ri­sche Be­darf und wenn mög­lich die Aus­bil­dungs­si­tua­ti­on der Stel­lungs­pflich­ti­gen be­rück­sich­tigt.

5 Die Auf­ge­bo­te­nen und die Ein­ge­la­de­nen, die sich an­ge­mel­det ha­ben, er­hal­ten einen Aus­weis für die kos­ten­lo­se Be­nut­zung der öf­fent­li­chen Ver­kehrs­mit­tel für die An- und die Rück­rei­se.

12 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Okt. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3233).

13 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Okt. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3233).

14 SR 120.4

Art. 12 Zeitpunkt und Dauer der Rekrutierung 15  

(Art. 9 und 41 Abs. 3 MG)

1 Stel­lungs­pflich­ti­ge wer­den spä­tes­tens in dem Jahr, in dem sie das 24. Al­ters­jahr vollen­den, zur Re­kru­tie­rung auf­ge­bo­ten. Stel­lungs­pflich­ti­ge, die bis zum vollen­de­ten 21. Al­ters­jahr nicht zur Re­kru­tie­rung auf­ge­bo­ten wor­den sind, wer­den durch die Kreis­kom­man­dan­ten oder Kreis­kom­man­dan­tin­nen jähr­lich be­züg­lich des Zeit­punkts der Re­kru­ten­schu­le an­ge­schrie­ben.

2 Das Kdo Ausb kann Schwei­ze­rin­nen und Schwei­zer, die bis En­de des Jah­res, in dem sie das 24. Al­ters­jahr vollen­det ha­ben, nicht zur Re­kru­tie­rung auf­ge­bo­ten wor­den sind oder über de­ren Dienst­taug­lich­keit bis zu die­sem Zeit­punkt nicht de­fi­ni­tiv ent­schie­den wor­den ist, auf de­ren Ge­such hin die Re­kru­tie­rung spä­ter ab­sol­vie­ren las­sen, so­fern die Be­din­gun­gen nach Ar­ti­kel 9 Ab­satz 3 MG er­füllt sind und ein Be­darf der Ar­mee be­steht. Das Ge­such kann nur ein­mal ge­stellt wer­den.

3 Die Re­kru­tie­rung er­folgt frü­he­s­tens zwölf Mo­na­te und spä­tes­tens drei Mo­na­te vor Be­ginn der Re­kru­ten­schu­le. Das Kdo Ausb kann Stel­lungs­pflich­ti­gen auf de­ren An­trag hin in be­grün­de­ten Fäl­len ei­ne Re­kru­tie­rung un­mit­tel­bar vor Be­ginn der Re­kru­ten­schu­le be­wil­li­gen.

4 Die Re­kru­tie­rung dau­ert längs­tens drei Ta­ge. Kann in die­ser Frist kein Ur­teil über die Taug­lich­keit ge­fällt wer­den, so sind die be­tref­fen­den Stel­lungs­pflich­ti­gen zu ei­ner Nach­re­kru­tie­rung auf­zu­bie­ten. Für Eig­nungs­prü­fun­gen kann die Re­kru­tie­rung um höchs­tens zwei Ta­ge ver­län­gert wer­den.

15 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Nov. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 4925).

Art. 13 Inhalt der Rekrutierung  

(Art. 10 Abs. 1 MG)

Bei der Re­kru­tie­rung wer­den:

a.
das Leis­tungs­pro­fil der Stel­lungs­pflich­ti­gen be­ur­teilt so­wie das grund­sätz­li­che Po­ten­zi­al für Ka­der­funk­tio­nen in der Ar­mee oder im Zi­vil­schutz er­mit­telt;
b.
die Taug­lich­keit für den Mi­li­tär­dienst oder den Schutz­dienst oder die Dienst­un­taug­lich­keit fest­ge­stellt;
c.
über­prüft, ob Hin­de­rungs­grün­de für die Über­las­sung ei­ner per­sön­li­chen Waf­fe be­ste­hen;
d.
die Zu­tei­lung zu ei­ner Re­kru­tie­rungs­funk­ti­on der Ar­mee oder des Zi­vil­schut­zes vor­ge­nom­men;
e.
Be­ginn und Ort der mi­li­tä­ri­schen Aus­bil­dung oder der Zi­vil­schutz­aus­bil­dung fest­ge­legt.
Art. 14 Leistungsprofil  

(Art. 10 Abs. 1 Bst. a MG)

1 Zur Er­mitt­lung des Leis­tungs­pro­fils wer­den bei den Stel­lungs­pflich­ti­gen in Test­ver­fah­ren ge­prüft, un­ter­sucht und be­ur­teilt:

a.
der Ge­sund­heits­zu­stand;
b.
die kör­per­li­che Leis­tungs­fä­hig­keit: die Aus­dau­er, die Kraft, die Schnel­lig­keit und die ko­or­di­na­ti­ven Fä­hig­kei­ten;
c.
die In­tel­li­genz und die Per­sön­lich­keit: die all­ge­mei­ne In­tel­li­genz, die Pro­blem­lö­se­fä­hig­keit, die Kon­zen­tra­ti­ons­fä­hig­keit, die Auf­merk­sam­keit, die Fle­xi­bi­li­tät, die Ge­wis­sen­haf­tig­keit, das Selbst­be­wusst­sein und die Nei­gun­gen;
d.
die Psy­che: die psy­chi­sche Ge­sund­heit, die Angst­frei­heit, das Selbst­be­wusst­sein, die Stress­re­sis­tenz, die emo­tio­na­le Sta­bi­li­tät und die Um­gäng­lich­keit;
e.
die so­zia­le Kom­pe­tenz: das Ver­hal­ten und die Sen­si­ti­vi­tät in der Ge­sell­schaft, der Ge­mein­schaft und der Grup­pe;
f.
die Eig­nung zur Aus­übung be­stimm­ter Funk­tio­nen, so­weit sich die­se nicht aus dem all­ge­mei­nen Leis­tungs­pro­fil nach den Buch­sta­ben a–e er­gibt;
g.
das grund­sätz­li­che Ka­der­po­ten­zi­al hin­sicht­lich der Ver­wen­dung als Un­ter­of­fi­zier.

2 Die Be­ur­tei­lung des Ge­sund­heits­zu­stan­des und der Psy­che rich­tet sich nach der Ver­ord­nung vom 24. No­vem­ber 200416 über die me­di­zi­ni­sche Be­ur­tei­lung der Mi­li­tär­dienst­taug­lich­keit und der Mi­li­tär­dienst­fä­hig­keit be­zie­hungs­wei­se nach der Zi­vil­schutz­ver­ord­nung vom 11. No­vem­ber 202017.18

16 SR 511.12

17 SR 520.11

18 Fas­sung ge­mä­ss An­hang 6 Ziff. II 1 der Zi­vil­schutz­ver­ord­nung vom 11. Nov. 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 5031).

Art. 15 Diensttauglichkeit  

(Art. 10 Abs. 1 Bst. b MG)

1 Für al­le Re­kru­tie­rungs­funk­tio­nen der Ar­mee oder des Zi­vil­schut­zes be­ste­hen An­for­de­rungs­pro­fi­le.

2 Für Män­ner und Frau­en gel­ten die­sel­ben An­for­de­rungs­pro­fi­le.

3 Mi­li­tär­dienst­taug­lich ist, wer auf­grund sei­nes Leis­tungs­pro­fils dem An­for­de­rungs­pro­fil min­des­tens ei­ner Re­kru­tie­rungs­funk­ti­on der Ar­mee ent­spricht.

4 Schutz­dienst­taug­lich ist, wer auf­grund sei­nes Leis­tungs­pro­fils nicht mi­li­tär­dienst­taug­lich ist, aber dem An­for­de­rungs­pro­fil min­des­tens ei­ner Re­kru­tie­rungs­funk­ti­on des Zi­vil­schut­zes ent­spricht.

5 Dienst­un­taug­lich ist, wer we­der mi­li­tär­dienst- noch schutz­dienst­taug­lich ist.

Art. 16 Zuteilung auf eine Rekrutierungsfunktion der Armee oder des Zivilschutzes  

(Art. 10 Abs. 1 Bst. d MG; Art. 16 Abs. 1, 66a BZG)

1 Für die Zu­tei­lung von Mi­li­tär­dienst­taug­li­chen auf ei­ne Re­kru­tie­rungs­funk­ti­on der Ar­mee oder von Schutz­dienst­taug­li­chen auf ei­ne Re­kru­tie­rungs­funk­ti­on des Zi­vil­schut­zes wer­den be­rück­sich­tigt:

a.
das Leis­tungs­pro­fil der stel­lungs­pflich­ti­gen Per­son;
b.
das An­for­de­rungs­pro­fil der ein­zel­nen Re­kru­tie­rungs­funk­tio­nen;
c.
der Be­darf der Ar­mee oder des Zi­vil­schut­zes;
d.
so­weit mög­lich die In­ter­es­sen der stel­lungs­pflich­ti­gen Per­son;
e.
so­weit mög­lich die Fä­hig­kei­ten, die die stel­lungs­pflich­ti­ge Per­son in Kur­sen der vor­dienst­li­chen Aus­bil­dung er­langt hat.

2 Die Zu­tei­lung auf ei­ne Re­kru­tie­rungs­funk­ti­on der Ar­mee oder des Zi­vil­schut­zes er­folgt auf­grund ei­nes Re­kru­tie­rungs­ge­sprächs zwi­schen der stel­lungs­pflich­ti­gen Per­son und der für die Zu­tei­lung zu­stän­di­gen Per­son der Ar­mee oder des Zi­vil­schut­zes; da­bei wer­den die Mög­lich­kei­ten be­tref­fend die Zu­tei­lung er­ör­tert.

3 Ei­ne mi­li­tär­dienst­taug­li­che Per­son wird pro­vi­so­risch auf ei­ne Re­kru­tie­rungs­funk­ti­on der Ar­mee zu­ge­teilt, wenn:

a.19
sie ei­ne Eig­nungs­ab­klä­rung für die Funk­ti­on als Ge­birgs­spe­zia­list, Ge­birgs­spe­zia­lis­tin, Gre­na­dier, Gre­na­die­rin, Fall­schirm­auf­klä­rer, Fall­schirm­auf­klä­re­rin, Hun­de­füh­rer, Hun­de­füh­re­rin oder für ei­ne Funk­ti­on in der Mi­li­tär­mu­sik zu be­ste­hen hat; oder
b.
ei­ne Per­so­nen­si­cher­heits­prü­fung er­for­der­lich ist, aber noch kein Ent­scheid nach Ar­ti­kel 22 Ab­satz 1 Buch­sta­be a PSPV20 oder noch kei­ne In­for­ma­ti­on nach Ar­ti­kel 23 Ab­satz 3 PSPV vor­liegt.

19 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Okt. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3233).

20 SR 120.4

Art. 17 Zeitpunkt der Zuteilung und Beginn der Ausbildung  

(Art. 10 Abs. 1 Bst. d MG)

Un­mit­tel­bar im An­schluss an das Re­kru­tie­rungs­ge­spräch wird schrift­lich er­öff­net:

a.
die Zu­tei­lung auf ei­ne Re­kru­tie­rungs­funk­ti­on der Ar­mee oder auf ei­ne Funk­ti­on des Zi­vil­schut­zes;
b.
der Be­ginn und der Ort der Aus­bil­dung.
Art. 18 Neuzuteilung der Rekrutierungsfunktion der Armee  

(Art. 10 Abs. 1 Bst. d MG)

1 Die für die Re­kru­tie­rung zu­stän­di­ge Stel­le kann ei­ne Neu­zu­tei­lung auf ei­ne Re­kru­tie­rungs­funk­ti­on der Ar­mee vor­neh­men:

a.
im Fal­le ei­ner pro­vi­so­ri­schen Zu­tei­lung;
b.
wenn sich die per­sön­li­che oder die be­ruf­li­che Si­tua­ti­on, die für die Zu­tei­lung mass­ge­bend war, we­sent­lich ver­än­dert hat;
c.
wenn sich wäh­rend der Grund­aus­bil­dung her­aus­stellt, dass die be­tref­fen­de Per­son für die zu­ge­teil­te Re­kru­tie­rungs­funk­ti­on nicht ge­eig­net ist.

2 Sie teilt mit der Er­öff­nung der Neu­zu­tei­lung den Be­ginn und den Ort der Aus­bil­dung mit.

5. Abschnitt: Altersgrenzen für die Militärdienstpflicht

Art. 19 Angehörige der Mannschaft und Unteroffiziere  

(Art. 6 Abs. 1 Bst. a, 13 Abs. 1 Bst. a und Abs. 2 MG)

1 Die Mi­li­tär­dienst­pflicht für Sol­da­ten, Ge­frei­te, Kor­po­ra­le, Wacht­meis­ter und Ober­wacht­meis­ter, die ih­ren Mi­li­tär­dienst nicht als Durch­die­nen­de leis­ten, dau­ert bis zum En­de des zehn­ten Ka­len­der­jah­res, das auf die Be­för­de­rung zum Sol­da­ten folgt.

2 Die Mi­li­tär­dienst­pflicht für Sol­da­ten als An­wär­ter und An­wär­te­rin zum Mi­li­tär­arzt, zur Mi­li­tärärz­tin, zum Apo­the­ker, zur Apo­the­ke­rin, zum Zahn­arzt, zur Zahn­ärz­tin, zum Ve­te­ri­när­arzt oder zur Ve­te­ri­närärz­tin, die die Ka­der­aus­bil­dungs­lauf­bahn zum Leut­nant nicht be­ste­hen, dau­ert bis zum En­de des zehn­ten Ka­len­der­jah­res nach Ab­schluss der Grund­aus­bil­dung.

3 Die Mi­li­tär­dienst­pflicht für Re­kru­tier­te, die nach Ar­ti­kel 49 Ab­satz 2 MG aus der Ar­mee ent­las­sen wer­den, dau­ert bis zum En­de des zehn­ten Ka­len­der­jah­res nach der Ent­las­sung.21

21 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 16. Okt. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3233).

Art. 20 Durchdienende  

(Art. 13 und 54a Abs. 4 MG)

Die Mi­li­tär­dienst­pflicht für Durch­die­nen­de dau­ert für:

a.
Sol­da­ten, Ge­frei­te, Wacht­meis­ter und Ober­wacht­meis­ter: bis zum En­de des sieb­ten Ka­len­der­jah­res, das auf die Be­för­de­rung zum Sol­da­ten folgt;
b.
Feld­wei­bel, Haupt­feld­wei­bel und Fou­rie­re: wenn sie nach Er­fül­lung der Aus­bil­dungs­dienst­pflicht wäh­rend vier Jah­ren in der Ar­mee ein­ge­teilt wa­ren und min­des­tens das 31. Al­ters­jahr vollen­det ha­ben;
c.
Sub­al­ter­n­of­fi­zie­re: wenn sie nach Er­fül­lung der Aus­bil­dungs­dienst­pflicht wäh­rend vier Jah­ren in der Ar­mee ein­ge­teilt wa­ren und min­des­tens das 35. Al­ters­jahr vollen­det ha­ben.
Art. 21 Verlängerung der Militärdienstpflicht  

(Art. 13 Abs. 2 Bst. c, 44 Abs. 1 MG)

1 Auf ge­mein­sa­mes Ge­such der be­trof­fe­nen Per­son und des zu­stän­di­gen Kom­man­dos kön­nen Spe­zia­lis­ten und Spe­zia­lis­tin­nen, hö­he­re Un­ter­of­fi­zie­re und Stabs­of­fi­zie­re für die Ver­län­ge­rung der Mi­li­tär­dienst­pflicht zu­ge­las­sen wer­den, wenn:

a.
kei­ne an­de­ren, für die vor­ge­se­he­ne Funk­ti­on ge­eig­ne­ten An­ge­hö­ri­gen der Ar­mee zur Ver­fü­gung ste­hen; und
b.
die be­trof­fe­ne Per­son die fol­gen­den Vor­aus­set­zun­gen er­füllt:
1.22
Die Aus­bil­dungs­dienst­pflicht ist er­füllt; aus­ge­nom­men da­von sind Stabs­of­fi­zie­re.
2.
Die me­di­zi­ni­sche Taug­lich­keit für die vor­ge­se­he­ne Funk­ti­on steht fest.
3.
Ei­ne nach der PSPV23 not­wen­di­ge Ver­fü­gung liegt rechts­kräf­tig vor, und die Zu­stim­mung der ent­schei­den­den In­stanz ist er­teilt.
4.
Das Ein­ver­ständ­nis des Ar­beit­ge­bers liegt vor.

2 Das Kdo Ausb ent­schei­det über die Ge­su­che.

22 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Okt. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3233).

23 SR 120.4

6. Abschnitt: Waffenloser Militärdienst

Art. 22 Gesuch  

(Art. 16 MG)

1 Wer sei­nen Dienst aus Ge­wis­sens­grün­den nicht mit ei­ner Waf­fe leis­ten kann, reicht beim Kreis­kom­man­dan­ten oder bei der Kreis­kom­man­dan­tin ein Ge­such um waf­fen­lo­sen Mi­li­tär­dienst ein.

2 Für die Ein­rei­chung des Ge­suchs gel­ten die fol­gen­den Fris­ten:

a.
bis einen Mo­nat vor der Re­kru­tie­rung;
b.
bis drei Mo­na­te vor der nächs­ten Mi­li­tär­dienst­leis­tung.

3 Wer ein Ge­such stellt, muss:

a.
im Ge­such aus­drück­lich er­klä­ren, waf­fen­lo­sen Mi­li­tär­dienst leis­ten zu wol­len;
b.
die per­sön­li­chen Grün­de dar­le­gen, die zum Ge­wis­sens­ent­scheid ge­gen den be­waff­ne­ten Mi­li­tär­dienst ge­führt ha­ben; und
c.
fol­gen­de Un­ter­la­gen bei­le­gen:
1.
einen aus­führ­li­chen Le­bens­lauf,
2.
einen ak­tu­el­len Aus­zug aus dem zen­tra­len Straf­re­gis­ter,
3.
das Dienst­büch­lein,
4.
Be­rich­te, in de­nen Ver­tre­ter oder Ver­tre­te­rin­nen staat­li­cher oder kirch­li­cher In­stan­zen, re­li­gi­öser Ge­mein­schaf­ten oder an­de­re Per­so­nen, die den Ge­such­stel­ler oder die Ge­such­stel­le­rin per­sön­lich ken­nen, die Hal­tung des Ge­such­stel­lers oder der Ge­such­stel­le­rin dar­stel­len und aus ih­rer Sicht wür­di­gen.

4 Wer sein Ge­such frist­ge­recht ein­reicht, leis­tet den Mi­li­tär­dienst oh­ne Waf­fe und wird auf An­ord­nung der kon­troll­füh­ren­den Stel­le von der aus­ser­dienst­li­chen Schiess­pflicht dis­pen­siert, bis über das Ge­such rechts­kräf­tig ent­schie­den ist.

Art. 23 Verfahren  

(Art. 16 Abs. 2 MG)

1 Die Be­wil­li­gungs­in­stanz (Art. 99) hört die ge­such­stel­len­de Per­son in ei­ner nicht öf­fent­li­chen Ver­hand­lung per­sön­lich an; sie kann zu­sätz­li­che Aus­künf­te, Un­ter­la­gen und Be­rich­te ein­ho­len.

2 Die ge­such­stel­len­de Per­son muss vor der Be­wil­li­gungs­in­stanz er­schei­nen. Sie kann sich da­bei von ei­ner Per­son ih­res Ver­trau­ens be­glei­ten las­sen; die­se darf aber nicht an­stel­le der ge­such­stel­len­den Per­son in­ter­ve­nie­ren.

3 Die Be­wil­li­gungs­in­stanz er­öff­net ih­ren Ent­scheid münd­lich und schrift­lich mit ei­ner kur­z­en Be­grün­dung.

4 Die ge­such­stel­len­de Per­son kann den Ent­scheid in­nert 30 Ta­gen ab der schrift­li­chen Er­öff­nung mit Be­schwer­de an das Eid­ge­nös­si­sche De­par­te­ment für Ver­tei­di­gung, Be­völ­ke­rungs­schutz und Sport (VBS) wei­ter­zie­hen.

5 Die Be­wil­li­gungs- und Be­schwer­de­ver­fah­ren vor dem VBS sind kos­ten­los. Es wer­den kei­ne Par­tei­ent­schä­di­gun­gen aus­ge­rich­tet.

Art. 24 Wirkung  

(Art. 16 Abs. 1 MG)

Nach der Be­wil­li­gung des Ge­su­ches zum waf­fen­lo­sen Mi­li­tär­dienst wer­den die Zu­ge­las­se­nen:

a.
in ei­ne Funk­ti­on ein­ge­teilt, in der auf das Tra­gen ei­ner per­sön­li­chen Waf­fe ver­zich­tet wer­den kann;
b.
aus­sch­liess­lich zur Ab­wen­dung von Ge­fähr­dun­gen in der Si­che­rung der Waf­fen aus­ge­bil­det.

7. Abschnitt: Dienstbefreiung für unentbehrliche Tätigkeiten

Art. 25 Hauptberuflichkeit  

(Art. 18 MG)

1 Haupt­be­ruf­lich­keit liegt vor, wenn die mi­li­tär­dienst­pflich­ti­ge Per­son in ei­nem min­des­tens auf ein Jahr ab­ge­schlos­se­nen be­fris­te­ten oder in ei­nem un­be­fris­te­ten Ar­beits­ver­trags­ver­hält­nis steht und die un­ent­behr­li­che Tä­tig­keit durch­schnitt­lich min­des­tens 35 Stun­den in der Wo­che aus­ge­übt wer­den muss.

2 Für ei­ne Aus­bil­dung im Hin­blick auf die Über­nah­me ei­ner un­ent­behr­li­chen Tä­tig­keit wird kei­ne Dienst­be­frei­ung ge­währt; aus­ge­nom­men hier­von ist die Ab­sol­vie­rung der Po­li­zei­re­kru­ten­schu­le und des Grenzwacht­ein­füh­rungs­kur­ses I.

Art. 26 Gesuch und Zuständigkeiten  

(Art. 18 Abs. 4, 19 MG)

1 Das Ge­such um Dienst­be­frei­ung für un­ent­behr­li­che Tä­tig­kei­ten ist auf dem of­fi­zi­el­len For­mu­lar an das Kdo Ausb ein­zu­rei­chen.

1bis Ein Ge­such um Dienst­be­frei­ung hat kei­ne auf­schie­ben­de Wir­kung; ei­nem er­gan­ge­nen Auf­ge­bot ist Fol­ge zu leis­ten.24

2 Das Kdo Ausb:

a.
nimmt die Dienst­be­frei­un­gen von Am­tes we­gen nach Ar­ti­kel 18 Ab­satz 3 MG vor;
b.
führt ei­ne Kon­trol­le über die Dienst­be­frei­un­gen;
c.
kann für die­se Kon­trol­le Ak­ten her­aus­ge­ben las­sen, einen Au­gen­schein neh­men und Zeu­gen an­hö­ren;
d.
ent­schei­det über die Wie­der­ein­tei­lung in die Ar­mee beim Weg­fall des Grun­des für die Dienst­be­frei­ung.

24 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 16. Okt. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3233).

Art. 27 Geistliche  

(Art. 18 Abs. 1 Bst. b MG)

Als Geist­li­che gel­ten Per­so­nen, die:

a.
pro­tes­tan­ti­sche oder evan­ge­lisch-frei­kirch­li­che, or­di­nier­te oder kon­se­krier­te Theo­lo­gen oder Theo­lo­gin­nen und durch kirch­li­che Ein­set­zung Trä­ger oder Trä­ge­rin­nen ei­nes geist­li­chen Am­tes sind, das vom Schwei­ze­ri­schen Evan­ge­li­schen Kir­chen­bund, von ei­ner sei­ner Mit­glied­kir­chen oder von ei­ner Mit­glied­kir­che des Ver­ban­des evan­ge­li­scher Frei­kir­chen und Ge­mein­schaf­ten in der Schweiz an­er­kannt wird; aus­ge­nom­men sind Geist­li­che, die ein Lehr­amt aus­üben;
b.
der rö­misch-ka­tho­li­schen oder der christ­ka­tho­li­schen Kir­che an­ge­hö­ren und die:
1.
die Dia­ko­nats­wei­he emp­fan­gen ha­ben und durch kirch­li­che Ein­set­zung Trä­ger oder Trä­ge­rin ei­nes geist­li­chen Am­tes sind, das von ei­ner der rö­misch-ka­tho­li­schen Di­öze­sen oder von der christ­ka­tho­li­schen Kir­che an­er­kannt wird; aus­ge­nom­men sind Theo­lo­gen und Theo­lo­gin­nen, die in ei­nem aus­ser­kirch­li­chen Stu­di­um oder in ei­ner aus­ser­kirch­li­chen Lehr­tä­tig­keit ste­hen, oder
2.
das ers­te zeit­li­che oder das ewi­ge Ge­lüb­de ab­ge­legt ha­ben und für ei­ne Or­dens­ge­mein­schaft tä­tig sind;
c.
ei­ner christ­li­chen Or­dens­ge­mein­schaft oder Kon­gre­ga­ti­on mit ge­mein­sa­mem Le­ben und ge­mein­sa­men Re­geln an­ge­hö­ren, so­bald sie das ers­te zeit­li­che Ge­lüb­de oder Ver­spre­chen ab­ge­legt ha­ben und für die Ge­mein­schaft tä­tig sind;
d.
ei­ner fest or­ga­ni­sier­ten Re­li­gi­ons­ge­mein­schaft oder re­li­gi­ösen Kör­per­schaft an­ge­hö­ren, so­fern:
1.
ih­nen die Re­li­gi­ons­ge­mein­schaft oder die re­li­gi­öse Kör­per­schaft das Amt ei­nes Geist­li­chen über­tra­gen hat, sie min­des­tens 25 Jah­re alt sind, sie ei­ne min­des­tens drei­jäh­ri­ge Aus­bil­dung zum Geist­li­chen er­hal­ten ha­ben und die Re­li­gi­ons­ge­mein­schaft oder Kör­per­schaft in der Schweiz min­des­tens 2000 Mit­glie­der aus­weist; für je wei­te­re 800 Mit­glie­der kann ein zu­sätz­li­cher Geist­li­cher oder ei­ne zu­sätz­li­che Geist­li­che vom Dienst be­freit wer­den, oder
2.
sie in ei­ner Ge­mein­schaft mit ge­mein­sa­mem Le­ben und ge­mein­sa­men Re­geln le­ben, ein Ge­lüb­de oder ein Ver­spre­chen ab­ge­legt ha­ben und für die Ge­mein­schaft oder Kör­per­schaft tä­tig sind.
Art. 28 Gesundheitswesen  

(Art. 18 Abs. 1 Bst. c MG)

1 Als sa­ni­täts­dienst­li­che Ein­rich­tun­gen des Ge­sund­heits­we­sens gel­ten Ein­rich­tun­gen im Sin­ne von Ar­ti­kel 39 Ab­satz 1 des Bun­des­ge­set­zes vom 18. März 199425 über die Kran­ken­ver­si­che­rung (KVG) so­wie Ein­rich­tun­gen des Blut­spen­de­diens­tes des Schwei­ze­ri­schen Ro­ten Kreu­zes.

2 Als un­ent­behr­li­ches Per­so­nal für die Si­cher­stel­lung des Be­trie­bes die­ser Ein­rich­tun­gen gel­ten:

a.
die Di­rek­to­ren und Di­rek­to­rin­nen, die Spi­tal­ver­wal­ter und Spi­tal­ver­wal­te­rin­nen so­wie die Be­triebs­lei­ter und Be­triebs­lei­te­rin­nen;
b.
die Chef­ärz­te und Chef­ärz­tin­nen, die lei­ten­den Ärz­te und Ärz­tin­nen, oh­ne die Ober- und As­sis­ten­zärz­te und -ärz­tin­nen, die Zahn­ärz­te und Zahn­ärz­tin­nen mit kie­fer­chir­ur­gi­scher Aus­bil­dung so­wie die Apo­the­ker und Apo­the­ke­rin­nen;
c.26
Pfle­ge­fach­per­so­nen mit ei­nem eid­ge­nös­si­schen Fä­hig­keits­zeug­nis;
d.
die me­di­zi­nisch-the­ra­peu­ti­schen und me­di­zi­nisch-tech­ni­schen Spe­zia­lis­ten und Spe­zia­lis­tin­nen mit Hoch­schul­ab­schluss und ei­nem von der kan­to­na­len Bil­dungs­stät­te aus­ge­stell­ten oder an­er­kann­ten Be­rufs­di­plom.

25 SR 832.10

26 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Okt. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3233).

Art. 29 Rettungsdienste, Polizeidienste, Feuerwehren und Wehrdienste  

(Art. 18 Abs. 1 Bst. d, f und i MG)

Als An­ge­hö­ri­ge der Ret­tungs­diens­te, Po­li­zei­diens­te, Feu­er­weh­ren und Wehr­diens­te gel­ten im Ein­zel­nen:

a.
An­ge­stell­te von Ret­tungs­diens­ten im Sin­ne von Ar­ti­kel 56 der Ver­ord­nung vom 27. Ju­ni 199527 über die Kran­ken­ver­si­che­rung mit ei­ner Funk­ti­on im Sin­ne von Ar­ti­kel 28 als Ret­tungs­sa­ni­tä­ter oder Ret­tungs­sa­ni­tä­te­rin mit eid­ge­nös­sisch an­er­kann­tem Di­plom;
b.
An­ge­stell­te der Po­li­zei­diens­te des Bun­des, der Kan­to­ne, der Städ­te oder der Ge­mein­den;
c.
An­ge­stell­te der Be­rufs­feu­er­weh­ren und Stütz­punkt­feu­er­weh­ren so­wie Per­so­nen in der Funk­ti­on als Feu­er­wehr­kom­man­dant oder -kom­man­dan­tin, als stell­ver­tre­ten­der Feu­er­wehr­kom­man­dant oder stell­ver­tre­ten­de Feu­er­wehr­kom­man­dan­tin, als Feu­er­wehr­of­fi­zier oder -of­fi­zie­rin, als Ge­rä­te­füh­rer oder -füh­re­rin, als Chef oder Chefin der Spe­zi­al­ab­tei­lun­gen, als Atem­schutz­ge­rä­te­trä­ger oder -trä­ge­rin, als Atem­schutz­ge­rä­te­wart oder -war­tin, als C-Wehr­spe­zia­list oder -spe­zia­lis­tin und als Strah­len­wehr­spe­zia­list oder -spe­zia­lis­tin der staat­lich an­er­kann­ten Feu­er­weh­ren und Wehr­diens­te.
Art. 30 Postdienste, Transportunternehmen und Verwaltung  

(Art. 18 Abs. 1 Bst. h MG)

1 Für den Si­cher­heits­ver­bund Schweiz sind in aus­ser­or­dent­li­chen La­gen un­ent­behr­lich:

a.
An­ge­stell­te der Post­be­trie­be und der Post­ver­wal­tung der Schwei­ze­ri­schen Post, die in aus­ser­or­dent­li­chen La­gen für die Be­sor­gung des Post­diens­tes un­ent­behr­lich sind und das 30. Al­ters­jahr vollen­det ha­ben;
b.28
An­ge­stell­te al­ler vom Bund kon­zes­sio­nier­ten Trans­port­un­ter­neh­men der Ei­sen­bahn-, Seil­bahn-, Trol­ley­bus-, Au­to­bus- und Schiff­fahrts­un­ter­neh­men so­wie An­ge­stell­te von Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men, die auf der Grund­la­ge ei­ner schwei­ze­ri­schen Netz­zu­gangs­be­wil­li­gung nach Ar­ti­kel 8c Ab­satz 1 des Ei­sen­bahn­ge­set­zes vom 20. De­zem­ber 195729 für die wirt­schaft­li­che Ver­sor­gung des Lan­des mit le­bens­wich­ti­gen Gü­tern re­gel­mäs­sig Dienst­leis­tun­gen im Gü­ter­ver­kehr er­brin­gen und die für die Er­fül­lung der Leis­tungs­auf­trä­ge der kon­zes­sio­nier­ten Trans­port­un­ter­neh­men un­ent­behr­lich sind; der Aus­flugs­ver­kehr fällt für die Be­ur­tei­lung der Leis­tungs­auf­trä­ge aus­ser Be­tracht;
c.
An­ge­stell­te des zi­vi­len Flug­wet­ter­diens­tes des Bun­des­am­tes für Me­teo­ro­lo­gie und Kli­ma­to­lo­gie, die für die Si­cher­stel­lung des zi­vi­len Flug­si­che­rungs­diens­tes un­ent­behr­lich sind.

2 Das VBS be­zeich­net die Per­so­nen nach Ab­satz 1 im Ein­ver­neh­men mit dem Eid­ge­nös­si­schen De­par­te­ment für Um­welt, Ver­kehr, Ener­gie und Kom­mu­ni­ka­ti­on, dem Eid­ge­nös­si­schen De­par­te­ment des In­nern und der Schwei­ze­ri­schen Post.

28 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Okt. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3233).

29 SR 742.101

Art. 31 Flugsicherungsdienste  

(Art. 18 Abs. 1 Bst. j MG)

1 Als zi­vi­le Flug­si­che­rungs­diens­te gel­ten die in Ar­ti­kel 2 Ab­satz 2 der Ver­ord­nung vom 18. De­zem­ber 199530 über den Flug­si­che­rungs­dienst ge­nann­ten Auf­ga­ben­trä­ger.

2 Als un­ent­behr­li­ches Per­so­nal die­ser Diens­te gel­ten An­ge­stell­te des:

a.
Flug­ver­kehrs­lei­t­diens­tes;
b.
Flug­in­for­ma­ti­ons­diens­tes;
c.
Fern­mel­de­diens­tes;
d.
Alarm­diens­tes;
e.
tech­ni­schen Diens­tes;
f.
Flug­ver­mes­sungs­diens­tes für Ra­dio­na­vi­ga­ti­ons­an­la­gen;
g.
Luft­fahrt­in­for­ma­ti­ons­diens­tes.

3 Das VBS be­zeich­net die Per­so­nen im Ein­ver­neh­men mit dem Eid­ge­nös­si­schen De­par­te­ment für Um­welt, Ver­kehr, Ener­gie und Kom­mu­ni­ka­ti­on und mit Sky­gui­de.

8. Abschnitt: Nichtrekrutierung, Ausschluss aus der Armee, Degradation, Wiederzulassung und Funktionsänderung

Art. 32 Zuständigkeit und Kriterien  

(Art. 21–23 MG; Art. 16 Abs. 2 BZG)

1 Das Kdo Ausb ist zu­stän­dig für sämt­li­che Ent­schei­de im Rah­men der Nicht­re­kru­tie­rung, des Aus­schlus­ses aus der Ar­mee oder der De­gra­da­ti­on in­fol­ge ei­nes Straf-ur­teils so­wie der Wie­der­zu­las­sung.

2 Bei der Be­ur­tei­lung der Un­trag­bar­keit nach Ar­ti­kel 21 Ab­satz 1 Buch­sta­be a und Ar­ti­kel 22 Ab­satz 2 Buch­sta­be a MG oder der Un­wür­dig­keit nach Ar­ti­kel 22a Ab­satz 1 MG sind zu be­rück­sich­ti­gen:

a.
die Straf­tat und der Leu­mund der be­tref­fen­den Per­son;
b.
die Rech­te Drit­ter;
c.
die Zu­mut­bar­keit für an­de­re An­ge­hö­ri­ge der Ar­mee, mit der be­tref­fen­den Per­son Dienst zu leis­ten;
d.
das An­se­hen der Ar­mee in der Öf­fent­lich­keit.
Art. 33 Militärdienstleistung bei besonderen persönlichen Verhältnissen  

(Art. 21, 22, 23 und 113 MG)

1 An­ge­hö­ri­ge der Ar­mee, bei de­nen be­son­de­re per­sön­li­che Ver­hält­nis­se vor­lie­gen, dür­fen nach der Re­kru­tie­rung nur mit Zu­stim­mung des Kdo Ausb Mi­li­tär­dienst leis­ten.

2 Be­son­de­re per­sön­li­che Ver­hält­nis­se lie­gen vor, wenn be­züg­lich der be­tref­fen­den An­ge­hö­ri­gen der Ar­mee:

a.
ein rechts­kräf­ti­ges Stra­f­ur­teil we­gen ei­nes Ver­bre­chens oder ei­nes Ver­ge­hens er­gan­gen ist;
b.
ein Straf­ver­fah­ren we­gen ei­nes Ver­bre­chens oder ei­nes Ver­ge­hens hän­gig ist;
c.
of­fe­ne Ver­lust­schei­ne vor­lie­gen oder ein Kon­kurs­ver­fah­ren hän­gig ist;
d.
ernst­zu­neh­men­de An­zei­chen oder Hin­wei­se auf ein Ge­fähr­dungs- oder ein Miss­brauch­spo­ten­zi­al für die Über­las­sung der per­sön­li­chen Waf­fe nach Ar­ti­kel 113 MG vor­lie­gen;
e.
ei­ne Ge­fähr­dungs­mel­dung oder ein Si­cher­heits­ein­wand ei­ner Be­hör­de vor­liegt;
f.
an­de­re Um­stän­de vor­lie­gen, die sich ne­ga­tiv auf den Dienst­be­trieb oder die Funk­ti­ons­aus­übung aus­wir­ken kön­nen.
Art. 34 Vorsorgliche Massnahmen  

(Art. 21, 22, 23 und 113 MG)

Hat das Kdo Ausb Kennt­nis von den be­son­de­ren per­sön­li­chen Ver­hält­nis­sen, so ord­net es die not­wen­di­gen vor­sorg­li­chen Mass­nah­men an wie:

a.
die Ent­las­sung aus dem Mi­li­tär­dienst;
b.
die Ab­nah­me der per­sön­li­chen Waf­fe;
c.
ei­ne Funk­ti­ons­än­de­rung;
d.
ei­ne Um­tei­lung;
e.
einen Auf­ge­botss­topp.
Art. 35 Zustimmung bei einem rechtskräftigen Strafurteil  

(Art. 21, 22, 23 und 113 MG)

1 Liegt ein rechts­kräf­ti­ges Stra­f­ur­teil we­gen ei­nes Ver­bre­chens oder ei­nes Ver­ge­hens vor, so wird die Zu­stim­mung zur Mi­li­tär­dienst­leis­tung nach Ar­ti­kel 33 er­teilt:

a.
bei ei­ner Geld­stra­fe von bis zu 60 Ta­ges­sät­zen oder an­ge­ord­ne­ter ge­mein­nüt­zi­ger Ar­beit von bis zu 240 Stun­den;
b.
fünf Jah­re nach Voll­zug der Sank­ti­on oder, in Ab­hän­gig­keit vom Ver­hal­ten der ver­ur­teil­ten Per­son und von der Hö­he der aus­ge­fäll­ten Stra­fe, auch frü­her bei:
1.
ei­ner un­be­ding­ten Geld­stra­fe von mehr als 60 Ta­ges­sät­zen,
2.
ei­ner teil­be­ding­ten Geld­stra­fe mit ei­nem un­be­dingt voll­zieh­ba­ren Teil von mehr als 60 Ta­ges­sät­zen,
3.
ei­ner un­be­ding­ten oder teil­be­ding­ten Frei­heits­s­tra­fe,
4.
ei­ner un­be­ding­ten ge­mein­nüt­zi­gen Ar­beit von über 240 Stun­den,
5.
ei­ner teil­be­ding­ten ge­mein­nüt­zi­gen Ar­beit von über 240 Stun­den mit ei­nem un­be­dingt voll­zieh­ba­ren Teil von mehr als 240 Stun­den,
6.
ei­ner frei­heits­ent­zie­hen­den Mass­nah­me.

2 Bei Stra­fen und Mass­nah­men, die nicht un­ter Ab­satz 1 ge­nannt sind, wird die Zu­stim­mung zur Mi­li­tär­dienst­leis­tung nach Ar­ti­kel 33 er­teilt:

a.
wenn nicht zu er­war­ten ist oder wenn durch Mass­nah­men nach Ar­ti­kel 38 ver­hin­dert wer­den kann, dass sich die be­son­de­ren per­sön­li­chen Ver­hält­nis­se ne­ga­tiv auf den Dienst­be­trieb und die Funk­ti­ons­aus­übung aus­wir­ken; oder
b.
nach Ab­lauf der Pro­be­zeit oder, in Ab­hän­gig­keit vom Ver­hal­ten der ver­ur­teil­ten Per­son und von der Hö­he der aus­ge­fäll­ten Stra­fe, auch frü­her.

3 Ei­ner nach dem Ju­gend­straf­recht we­gen ei­nes Ver­bre­chens oder ei­nes Ver­ge­hens rechts­kräf­tig ver­ur­teil­ten Per­son wird die Zu­stim­mung zur Mi­li­tär­dienst­leis­tung nach Ar­ti­kel 33 aus­nahms­wei­se nach Prü­fung des Ein­zel­fal­les er­teilt.

Art. 36 Zustimmung bei hängigen Strafverfahren  

(Art. 21, 22, 23 und 113 MG)

Bei hän­gi­gen Straf­ver­fah­ren we­gen ei­nes Ver­bre­chens oder ei­nes Ver­ge­hens wird die Zu­stim­mung zur Mi­li­tär­dienst­leis­tung nach Ar­ti­kel 33 er­teilt, wenn ge­mä­ss dem noch nicht rechts­kräf­ti­gen Ur­teil oder auf­grund ei­ner Mit­tei­lung der zu­stän­di­gen Straf­be­hör­de ei­ne Stra­fe oder ei­ne Mass­nah­me vor­ge­se­hen ist, bei der im Fal­le der rechts­kräf­ti­gen Ver­ur­tei­lung die Zu­stim­mung zur Mi­li­tär­dienst­leis­tung zu er­tei­len wä­re.

Art. 37 Zustimmung in den übrigen Fällen  

(Art. 21, 22, 23 und 113 MG)

Bei in den Ar­ti­keln 35 und 36 nicht ge­nann­ten Fäl­len wird die Zu­stim­mung zur Mi­li­tär­dienst­leis­tung nach Ar­ti­kel 33 er­teilt, wenn nicht zu er­war­ten ist oder wenn durch Mass­nah­men nach Ar­ti­kel 38 ver­hin­dert wer­den kann, dass sich die be­son­de­ren per­sön­li­chen Ver­hält­nis­se ne­ga­tiv auf den Dienst­be­trieb und die Funk­ti­ons­aus­übung aus­wir­ken.

Art. 38 Entscheid  

(Art. 21, 22, 23 und 113 MG)

Das Kdo Ausb ord­net mit Zu­stim­mung zur Mi­li­tär­dienst­leis­tung oder de­ren Ver­wei­ge­rung die not­wen­di­gen Mass­nah­men ana­log zu Ar­ti­kel 34 an.

Art. 39 Funktionsänderung  

(Art. 24 MG)

1 An­ge­hö­ri­ge der Ar­mee, die in Aus­übung ih­rer Funk­ti­on als un­ge­nü­gend qua­li­fi­ziert wer­den, er­hal­ten ei­ne neue Funk­ti­on, wenn:

a.
ein an­ge­ord­ne­ter Be­wäh­rungs­dienst die Un­fä­hig­keit be­stä­tigt; oder
b.
ei­ne so­for­ti­ge Ent­he­bung von der der­zei­ti­gen Funk­ti­on im In­ter­es­se der Trup­pe oder des oder der An­ge­hö­ri­gen der Ar­mee ge­bo­ten ist.

2 Zu­stän­dig für die Funk­ti­ons­än­de­rung sind:

a.
für hö­he­re Stabs­of­fi­zie­re: der Bun­des­rat;
b.
für die Of­fi­ziers­gra­de Haupt­mann und Stabs­of­fi­zie­re: die Grup­pe Ver­tei­di­gung;
c.
für al­le an­de­ren Gra­de: das Kdo Ausb.

9. Abschnitt: Pflichten ausser Dienst

Art. 40 Sichere Aufbewahrung und Unterhalt der persönlichen Ausrüstung  

(Art. 25 Abs. 1 Bst. a, 112 MG)

Die Pflicht zur si­che­ren Auf­be­wah­rung und zum Un­ter­halt der per­sön­li­chen Aus­rüs­tung rich­tet sich nach dem Dienst­re­gle­ment der Schwei­ze­ri­schen Ar­mee vom 22. Ju­ni 199431 und nach der Ver­ord­nung vom 5. De­zem­ber 200332 über die per­sön­li­che Aus­rüs­tung der Ar­mee­an­ge­hö­ri­gen.

31 SR 510.107.0

32 [AS 2003 5137, 2005 1413, 2006 4791, 2009 6503, 2010 5971Ziff. I 12, 2014 4493, 2017 7405An­hang 7 Ziff. II 5. AS 2018 4639]. Sie­he heu­te: die V vom 21. Nov. 2018 (SR 514.10).

Art. 41 Meldepflicht  

(Art. 25 Abs. 1 Bst. b und Abs. 2, 27 Abs. 1 und Abs. 1bis MG)

1 Die Mel­de­pflicht nach Ar­ti­kel 27 Ab­sät­ze 1 und 1bis MG ist in­nert 14 Ta­gen nach Ein­tritt des ent­spre­chen­den Er­eig­nis­ses zu er­fül­len.

2 An­ge­hö­ri­ge der Ar­mee, die in For­ma­tio­nen mit stän­di­gen Be­reit­schafts­auf­la­gen ein­ge­teilt sind, mel­den dem für sie zu­stän­di­gen Kom­man­dan­ten oder der für sie zu­stän­di­gen Kom­man­dan­tin un­auf­ge­for­dert in­nert 14 Ta­gen Än­de­run­gen der Te­le­fon­num­mern und der E-Mail-Adres­sen.

3 Mi­li­tär­dienst­pflich­ti­ge, die kei­nen Dienst in der Ar­mee leis­ten, blei­ben mel­de­pflich­tig.

Art. 42 Meldepflicht der Auslandschweizer und der militärdienstpflichtigen Auslandschweizerinnen  

(Art. 27 Abs. 2 MG)

1 Aus­land­schwei­zer und mi­li­tär­dienst­pflich­ti­ge Aus­land­schwei­ze­rin­nen, die den Ar­beit­s­ort in der Schweiz ha­ben (Grenz­gän­ger und Grenz­gän­ge­rin­nen), un­ter­ste­hen der Mel­de­pflicht nach Ar­ti­kel 27 Ab­satz 1 und 1bis MG.

2 Aus­land­schwei­zer und mi­li­tär­dienst­pflich­ti­ge Aus­land­schwei­ze­rin­nen, die ih­ren Ar­beit­s­ort für we­ni­ger als drei Mo­na­te in der Schweiz ha­ben und da­vor mehr als zwölf Mo­na­te recht­mäs­si­gen Wohn­sitz im Aus­land hat­ten, un­ter­ste­hen nicht der Mel­de­pflicht nach Ar­ti­kel 27 Ab­satz 1 und 1bis MG.

3 Mel­de­pflich­ti­ge Aus­land­schwei­zer und mi­li­tär­dienst­pflich­ti­ge Aus­land­schwei­ze­rin­nen mel­den sich bei dem für den Ar­beit­s­ort zu­stän­di­gen Kreis­kom­man­dan­ten oder der für den Ar­beit­s­ort zu­stän­di­gen Kreis­kom­man­dan­tin.

Art.43 Gesuch um Auslandurlaub  

(Art. 27 Abs. 2 MG)

1 Stel­lungs- und Mi­li­tär­dienst­pflich­ti­ge, die sich für mehr als zwölf Mo­na­te un­un­ter­bro­chen im Aus­land auf­hal­ten wol­len, müs­sen beim Kreis­kom­man­dan­ten oder bei der Kreis­kom­man­dan­tin ein Ge­such um Aus­land­ur­laub ein­rei­chen.

2 Ein Ge­such um Aus­land­ur­laub kön­nen auch Stel­lungs- und Mi­li­tär­dienst­pflich­ti­ge ein­rei­chen, die zi­vil­recht­lich in der Schweiz an­ge­mel­det sind, den tat­säch­li­chen Ar­beit­s­ort je­doch im Aus­land bei ei­nem nicht in der Schweiz nie­der­ge­las­se­nen Ar­beit­ge­ber ha­ben und auf de­ren Ar­beits­ver­trag kei­ne den Ar­ti­keln 324a und 324b des Ob­li­ga­tio­nen­rechts33 min­des­tens gleich­wer­ti­ge Re­ge­lung be­tref­fend die Lohn­fort­zah­lung bei Er­fül­lung ge­setz­li­cher Pflich­ten an­wend­bar ist.

3 Das Ge­such um Aus­land­ur­laub ist spä­tes­tens zwei Mo­na­te vor dem vor­ge­se­he­nen Aus­rei­se­da­tum oder dem Ar­beits­be­ginn im Aus­land schrift­lich beim Kreis­kom­man­dan­ten oder bei der Kreis­kom­man­dan­tin ein­zu­rei­chen.

4 Wird erst nach An­tritt des Aus­land­auf­ent­hal­tes oder des Ar­beits­be­ginns im Aus­land be­schlos­sen, län­ger als zwölf Mo­na­te un­un­ter­bro­chen im Aus­land zu blei­ben oder tä­tig zu sein, so ist in­nert 14 Ta­gen ab dem Be­schluss über die zu­stän­di­ge schwei­ze­ri­sche Ver­tre­tung ein Ge­such um nach­träg­li­che Er­tei­lung von Aus­land­ur­laub ein­zu­rei­chen.

5 Für mehr als zwölf Mo­na­te ins Aus­land ab­kom­man­dier­tes Per­so­nal der Grup­pe Ver­tei­di­gung gilt die Ab­kom­man­die­rung als Be­wil­li­gung von Aus­land­ur­laub von Am­tes we­gen.

Art. 44 Bewilligung von Auslandurlaub  

(Art. 27 Abs. 2 MG)

1 Der Aus­land­ur­laub wird be­wil­ligt, wenn die ge­such­stel­len­de Per­son al­le Pflich­ten er­füllt hat, die sich bis zum Zeit­punkt des Be­wil­li­gungs­ent­scheids aus der Mi­li­tär­dienst­pflicht oder der Er­satz­pflicht er­ge­ben.

2 An­ge­hö­ri­gen der Ar­mee, die für einen be­vor­ste­hen­den Aus­bil­dungs­dienst be­reits einen per­sön­li­chen Marsch­be­fehl er­hal­ten ha­ben, wird der Aus­land­ur­laub erst be­wil­ligt, wenn sie den Aus­bil­dungs­dienst ge­leis­tet ha­ben.

3 Aus­land­ur­laub wird nicht be­wil­ligt, wenn:

a.
die ge­such­stel­len­de Per­son sich zi­vil­recht­lich bei der Ein­woh­ner­ge­mein­de nicht ins Aus­land ab­mel­den will; vor­be­hal­ten bleibt Ar­ti­kel 43 Ab­satz 2;
b.
ge­gen die ge­such­stel­len­de Per­son ei­ne mi­li­tär­ge­richt­li­che Un­ter­su­chung be­züg­lich ei­ner Ver­let­zung der Pflicht zur Dienst­leis­tung an­ge­ord­net ist oder ge­stützt auf das Mi­li­tär­straf­ge­setz vom 13. Ju­ni 192734 ei­ne un­be­ding­te Stra­fe aus­ge­spro­chen wur­de, die noch nicht ver­büsst ist;
c.
die ge­such­stel­len­de Per­son Grenz­gän­ger oder Grenz­gän­ge­rin ist;
d.
die ge­such­stel­len­de Per­son die per­sön­li­che Aus­rüs­tung nicht nach den Wei­sun­gen des Kreis­kom­man­dan­ten oder der Kreis­kom­man­dan­tin zu­rück­ge­ge­ben hat;
e.
die ge­such­stel­len­de Per­son dem Kreis­kom­man­dan­ten oder der Kreis­kom­man­dan­tin kei­nen Zu­stel­lungs­emp­fän­ger oder kei­ne Zu­stel­lungs­emp­fän­ge­rin mit Po­st­adres­se im In­land ge­mel­det hat.

4 Fällt ei­ne Vor­aus­set­zung für den be­wil­lig­ten Aus­land­ur­laub weg, so fällt die Be­wil­li­gung für Aus­land­ur­laub da­hin.

Art. 45 Schiesspflicht  

(Art. 25 Abs. 1 Bst. c, 63 MG)

Die Schiess­pflicht rich­tet sich nach der Schiess­ver­ord­nung vom 5. De­zem­ber 200335.

3. Kapitel: Ausbildung in der Armee

1. Abschnitt: Ausbildungsdienste und Ausbildungsdienstpflicht

Art. 46 Ausbildungsdienste  

(Art. 41 Abs. 1–3, 49–51 und 53–55 MG)

Die Aus­bil­dungs­diens­te wer­den in An­hang 1 fest­ge­legt.

Art. 47 Ausbildungsdienstpflicht  

(Art. 42 MG)

1 Die Zahl der ins­ge­samt zu leis­ten­den an­re­chen­ba­ren Ta­ge Aus­bil­dungs­dienst be­trägt für:

a.
An­ge­hö­ri­ge der Mann­schaft als:
1.
Sol­da­ten und Ge­frei­te: 245 Ta­ge,
2.
Sol­da­ten und Ge­frei­te als Gre­na­dier, Gre­na­die­rin: 280 Ta­ge,
3.
Sol­da­ten und Ge­frei­te Durch­die­nen­de: 280 Ta­ge;
b.
Un­ter­of­fi­zie­re als:
1.
Wacht­meis­ter: 440 Ta­ge,
2.36
Wacht­meis­ter als Gre­na­dier, Gre­na­die­rin: 475 Ta­ge,
2bis.37
Wacht­meis­ter als Fall­schirm­auf­klä­rer, Fall­schirm­auf­klä­re­rin: 865 Ta­ge,
3.
Wacht­meis­ter Durch­die­nen­de: 507 Ta­ge,
4.
Ober­wacht­meis­ter: 450 Ta­ge,
5.38
Ober­wacht­meis­ter als Gre­na­dier, Gre­na­die­rin: 485 Ta­ge,
5bis.39
Ober­wacht­meis­ter als Fall­schirm­auf­klä­rer, Fall­schirm­auf­klä­re­rin:
865 Ta­ge,
6.
Ober­wacht­meis­ter Durch­die­nen­de: 507 Ta­ge;
c.
hö­he­re Un­ter­of­fi­zie­re als:
1.
Feld­wei­bel: 510 Ta­ge,
2.
Feld­wei­bel als Gre­na­dier, Gre­na­die­rin oder Fall­schirm­auf­klä­rer, Fall­schirm­auf­klä­re­rin: 545 Ta­ge,
3.
Fou­ri­er oder Haupt­feld­wei­bel: 650 Ta­ge,
4.
Fou­ri­er oder Haupt­feld­wei­bel als Gre­na­dier, Gre­na­die­rin oder Fall­schirm­auf­klä­rer, Fall­schirm­auf­klä­re­rin: 685 Ta­ge,
5.
Fou­ri­er oder Haupt­feld­wei­bel Durch­die­nen­de: 668 Ta­ge,
6.
Ad­ju­tant­un­ter­of­fi­zier: 680 Ta­ge;
d.
Sub­al­ter­n­of­fi­zie­re:
1.
680 Ta­ge, mit ei­nem Vor­schlag zur Wei­ter­aus­bil­dung zum Haupt­mann: 800 Ta­ge,
2.
als Durch­die­nen­de: 668 Ta­ge,
3.40
als Gre­na­dier, Gre­na­die­rin: 715 Ta­ge, mit ei­nem Vor­schlag zur Wei­ter­aus­bil­dung zum Haupt­mann: 835 Ta­ge,
3bis.41
als Fall­schirm­auf­klä­rer, Fall­schirm­auf­klä­re­rin: 1105 Ta­ge,
4.
als Mi­li­tär­arzt, Mi­li­tärärz­tin oder Apo­the­ker, Apo­the­ke­rin: 456 Ta­ge,
5.
als Zahn­arzt, Zahn­ärz­tin: 538 Ta­ge,
6.42
als Ve­te­ri­när­arzt, Ve­te­ri­närärz­tin: 536 Ta­ge.

2 ...43

3 Stab­s­ad­ju­tan­ten, Haupt­ad­ju­tan­ten, Chef­ad­ju­tan­ten, Haupt­leu­te und Stabs­of­fi­zie­re, für die Fol­gen­des zu­trifft, leis­ten nach­ste­hen­den Aus­bil­dungs­dienst:

a.
Es ist kei­ne Wei­ter­aus­bil­dung zu ei­nem hö­he­ren Grad vor­ge­se­hen: ab ih­rer letz­ten Be­för­de­rung höchs­tens 240 Ta­ge; nach 120 Ta­gen Aus­bil­dungs­dienst kann von ei­nem Auf­ge­bot ab­ge­se­hen wer­den.
b.
Es ist ei­ne Wei­ter­aus­bil­dung für die Über­nah­me ei­ner neu­en Funk­ti­on in dem­sel­ben Grad vor­ge­se­hen: ab Über­nah­me der neu­en Funk­ti­on höchs­tens 240 Ta­ge; nach 120 Ta­gen Aus­bil­dungs­dienst kann von ei­nem Auf­ge­bot ab­ge­se­hen wer­den.

4 Fa­ch­of­fi­zie­re und Fa­ch­of­fi­zie­rin­nen leis­ten, un­ge­ach­tet der bis­her ge­leis­te­ten Diens­ta­ge, ab Er­nen­nung höchs­tens 240 Ta­ge Aus­bil­dungs­dienst.

5 Spe­zia­lis­ten und Spe­zia­lis­tin­nen leis­ten höchs­tens die nach­ste­hen­de An­zahl zu­sätz­li­che Ta­ge Aus­bil­dungs­dienst:

a.
als An­ge­hö­ri­ge der Mann­schaft: 35 Ta­ge;
b.
als Un­ter­of­fi­zie­re, hö­he­re Un­ter­of­fi­zie­re und Of­fi­zie­re: 50 Ta­ge.

36 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Okt. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3233).

37 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 16. Okt. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3233).

38 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Okt. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3233).

39 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 16. Okt. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3233).

40 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Okt. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3233).

41 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 16. Okt. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3233).

42 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Okt. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3233).

43 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 16. Okt. 2019, mit Wir­kung seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3233).

2. Abschnitt: Anrechnung an die Ausbildungsdienstpflicht

Art. 48 Grundsätze  

(Art. 10 Abs. 2, 43 Abs. 1 MG)

1 Die Re­kru­tie­rungs­ta­ge wer­den an die Aus­bil­dungs­dienst­pflicht an­ge­rech­net.

2 Von ei­nem Aus­bil­dungs­dienst wird je­der Tag vom Ein­rückungs­tag bis zum Ent­las­sungs­tag an die Aus­bil­dungs­dienst­pflicht an­ge­rech­net.

Art. 49 Anreise und Rückreise  

(Art. 43 Abs. 1 MG)

Stel­lungs­pflich­ti­gen und An­ge­hö­ri­gen der Ar­mee, die am Vor­tag von ih­rem Wohn­ort ab­rei­sen müs­sen, um zur fest­ge­setz­ten Zeit ein­rücken zu kön­nen, oder den Wohn­ort erst am Ta­ge nach der Ent­las­sung or­dent­lich er­rei­chen kön­nen, wer­den die­se Rei­se­ta­ge an die Aus­bil­dungs­dienst­pflicht an­ge­rech­net.

Art. 50 Anrechnung von Wochenenden und Feiertagen zwischen zwei Ausbildungsdiensten  

(Art. 43 Abs. 1 MG)

1 Wer­den zwei Aus­bil­dungs­diens­te le­dig­lich durch ein Wo­chen­en­de oder ein Wo­chen­en­de mit vor­an­ge­hen­dem oder nach­fol­gen­dem ge­samtschwei­ze­ri­schem oder für ei­ne gros­se An­zahl Kan­to­ne gel­ten­den Fei­er­tag oder bei­dem un­ter­bro­chen, so wer­den die­se Ta­ge an die Aus­bil­dungs­dienst­pflicht an­ge­rech­net.

2 Wird im ers­ten Aus­bil­dungs­dienst le­dig­lich ein Tag Aus­bil­dungs­dienst ge­leis­tet, er­folgt kei­ne An­rech­nung nach Ab­satz 1.

Art. 51 Anrechnung von persönlichem Urlaub  

(Art. 43 Abs. 1 MG)

Beim per­sön­li­chen Ur­laub wer­den nur der Ab­rei­se- und der Rück­rei­se­tag an­ge­rech­net.

Art. 52 Anrechnung von Untersuchungshaft  

(Art. 43 Abs. 1 MG)

1 Wer­den An­ge­hö­ri­ge der Ar­mee wäh­rend ei­nes Aus­bil­dungs­diens­tes auf An­ord­nung der zu­stän­di­gen mi­li­tär­ge­richt­li­chen Stel­le in Un­ter­su­chungs­haft ver­setzt, so wer­den die bis und mit dem Tag der Ver­haf­tung ge­leis­te­ten Dienst­ta­ge an die Aus­bil­dungs­dienst­pflicht an­ge­rech­net.

2 Wird das Ver­fah­ren ein­ge­stellt oder die be­schul­dig­te Per­son frei­ge­spro­chen, so wer­den ihr auch die Ta­ge der Haft bis und mit dem Ent­las­sungs­tag sei­ner oder ih­rer Trup­pe an­ge­rech­net.

Art. 53 Berufsmilitärs  

1 Be­rufs­mi­li­tärs, de­ren Ar­beits­ver­hält­nis vor Er­rei­chen der Al­ters­gren­zen für die Mi­li­tär­dienst­pflicht en­det, wird pro Ka­len­der­jahr, in dem sie kei­nen Aus­bil­dungs­dienst der For­ma­ti­on ge­leis­tet ha­ben, durch das Kdo Ausb fol­gen­de An­zahl Dienst­ta­ge an die Aus­bil­dungs­dienst­pflicht an­ge­rech­net:44

a.
An­ge­hö­ri­gen der Mann­schaft und Un­ter­of­fi­zie­ren: ein Wie­der­ho­lungs­kurs von 19 Ta­gen;
b.
hö­he­ren Un­ter­of­fi­zie­ren und Of­fi­zie­ren: ein Ka­der­vor­kurs und ein Wie­der­ho­lungs­kurs von zu­sam­men 26 Ta­gen.

2 Be­rufs­mi­li­tärs, de­ren Ar­beits­ver­hält­nis vor Er­rei­chen der Al­ters­gren­zen für die Mi­li­tär­dienst­pflicht en­det, wer­den zu­dem die nach­ste­hen­de An­zahl Ta­ge an die Aus­bil­dungs­dienst­pflicht an­ge­rech­net, wenn sie wie folgt be­för­dert wur­den:

a.
im Ar­mee­auf­klä­rungs­de­ta­che­ment zum:
1.
Wacht­meis­ter: 158 Ta­ge,
2.
Feld­wei­bel: 26 Ta­ge,
3.
Haupt­feld­wei­bel: 98 Ta­ge,
4.
Ad­ju­tant­un­ter­of­fi­zier: 52 Ta­ge,
5.
Stab­s­ad­ju­tant: 45 Ta­ge,
6.
Leut­nant: 234 Ta­ge,
7.
Haupt­mann: 98 Ta­ge;
b.
im Mi­li­tär­po­li­zei-Spe­zi­al­de­ta­che­ment zum:
1.
Feld­wei­bel: 184 Ta­ge,
2.
Haupt­feld­wei­bel: 98 Ta­ge,
3.
Ad­ju­tant­un­ter­of­fi­zier: 52 Ta­ge,
4.
Leut­nant: 234 Ta­ge,
5.
Haupt­mann: 124 Ta­ge;
c.
im Ein­satz­kom­man­do Mi­li­tär­po­li­zei Si­cher­heits­dienst zum:
1.
Wacht­meis­ter: 158 Ta­ge,
2.
Feld­wei­bel: 26 Ta­ge,
3.
Ad­ju­tant­un­ter­of­fi­zier: 52 Ta­ge,
4.
Haupt­mann: 98 Ta­ge;
d.
im Ein­satz­kom­man­do Mi­li­tär­po­li­zei, Kom­pe­tenz­zen­trum Mi­li­tär­po­li­zei und Stab Kom­man­do Mi­li­tär­po­li­zei zum:
1.
Feld­wei­bel: 184 Ta­ge,
2.
Ad­ju­tant­un­ter­of­fi­zier: 52 Ta­ge,
3.
Haupt­mann: 98 Ta­ge;
e.
im Kampf­mit­tel­be­sei­ti­gungs- und Mi­nen­räu­mungs­de­ta­che­ment zum Ad­ju­tant­un­ter­of­fi­zier: 52 Ta­ge;
f.
im Dienst für prä­ven­ti­ven Schutz der Ar­mee des Mi­li­tä­ri­schen Nach­rich­ten­diens­tes zum:
1.
Leut­nant: 98 Ta­ge,
2.
Haupt­mann: 98 Ta­ge.

44 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Okt. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3233).

3. Abschnitt: Freiwillige Dienstleistungen

Art. 54 Freiwilliger Kaderausbildungsdienst  

(Art. 44 Abs. 1 MG )

1 Auf Ge­such von An­ge­hö­ri­gen der Ar­mee an das Kdo Ausb kön­nen die­se zur Leis­tung von frei­wil­li­gen Ka­der­aus­bil­dungs­diens­ten zum Er­rei­chen ei­nes Un­ter­of­fi­ziers­gra­des, hö­he­ren Un­ter­of­fi­ziers­gra­des, Sub­al­ter­n­of­fi­ziers­gra­des oder Haupt­mann­gra­des auf­ge­bo­ten wer­den, wenn:45

a. und b.46
...
c.
sie auf­grund der be­reits ge­leis­te­ten Ta­ge Aus­bil­dungs­dienst in der neu zu er­wer­ben­den Funk­ti­on kei­ne vier Wie­der­ho­lungs­kur­se mehr leis­ten könn­ten; und
d.
ihr Ar­beit­ge­ber oder das zu­stän­di­ge Re­gio­na­le Ar­beits­ver­mitt­lungs­zen­trum schrift­lich da­zu ein­ge­wil­ligt hat.

2 Sie leis­ten die Ka­der­aus­bil­dungs­diens­te an­teil­mäs­sig frei­wil­lig und dür­fen erst nach Ab­schluss der Ka­der­aus­bil­dungs­diens­te für Wie­der­ho­lungs­kur­se auf­ge­bo­ten wer­den.

3 Haupt­leu­te, Stabs­of­fi­zie­re und An­ge­hö­ri­ge des Ge­ne­ral­stabs­diens­tes, die ih­re Aus­bil­dungs­dienst­pflicht nach Ar­ti­kel 47 Ab­satz 3 er­füllt ha­ben oder im Lau­fe ei­nes Ka­der­aus­bil­dungs­diens­tes er­fül­len wür­den, kön­nen zur frei­wil­li­gen Leis­tung von Ka­der­aus­bil­dungs­diens­ten zu­ge­las­sen wer­den.

45 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Okt. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3233).

46 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 16. Okt. 2019, mit Wir­kung seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3233).

Art. 55 Freiwillige Kurse und Wettkämpfe  

(Art. 44 Abs. 1 MG )

1 An­ge­hö­ri­ge der Ar­mee, die frei­wil­lig Kur­se leis­ten wol­len, rei­chen bei der kon­troll­füh­ren­den Stel­le ein ent­spre­chen­des Ge­such ein.

2 Ein Be­dürf­nis der Ar­mee zur frei­wil­li­gen Leis­tung von Kur­sen be­steht ins­be­son­de­re:

a.
wenn ei­ne or­dent­li­che Durch­füh­rung des Wie­der­ho­lungs­kur­ses we­gen Be­stan­des­lücken we­sent­lich er­schwert wür­de und die Lücken nicht mit or­dent­li­chen Mass­nah­men ge­füllt wer­den könn­ten;
b.
für die Teil­nah­me an Wett­kämp­fen und Kur­sen nach der Ver­ord­nung vom 29. Ok­to­ber 200347 über den Mi­li­tär­sport;
c.
für die Teil­nah­me an Kur­sen des Kom­pe­tenz­zen­trums für Mi­li­tär- und Ka­ta­stro­phen­me­di­zin.

3 Das Ge­such wird be­wil­ligt, wenn:

a.
die ge­such­stel­len­de Per­son die Aus­bil­dungs­dienst­pflicht nach Ar­ti­kel 47, 109 oder 111 er­füllt oder den jähr­li­chen Wie­der­ho­lungs­kurs ge­leis­tet hat oder noch leis­ten wird; und
b.
der Ar­beit­ge­ber oder das zu­stän­di­ge Re­gio­na­le Ar­beits­ver­mitt­lungs­zen­trum schrift­lich dar­in ein­ge­wil­ligt hat.

4 An­ge­hö­ri­ge der Ar­mee dür­fen jähr­lich höchs­tens 38 Ta­ge frei­wil­li­gen Aus­bil­dungs­dienst leis­ten.

4. Abschnitt: Grundausbildung

Art. 56 Zeitpunkt und Dauer der Rekrutenschule 48  

(Art. 41 Abs. 3, 49 MG)

1 Die Re­kru­ten­schu­le ist frü­he­s­tens drei Mo­na­te und spä­tes­tens zwölf Mo­na­te nach der Re­kru­tie­rung an­zu­tre­ten. Das Kdo Ausb kann die­se Frist bei ei­nem Be­darf der Ar­mee aus­nahms­wei­se ver­län­gern.

2 Re­kru­ten, die nach Ar­ti­kel 12 Ab­satz 2 re­kru­tiert wur­den, tre­ten die Re­kru­ten­schu­le so rasch als mög­lich an, spä­tes­tens aber 12 Mo­na­te nach der Re­kru­tie­rung. Ha­ben sie die Re­kru­ten­schu­le bis En­de des auf die Re­kru­tie­rung fol­gen­den Jah­res nicht er­folg­reich ab­sol­viert, wer­den sie aus der Ar­mee ent­las­sen.

3 Sol­da­ten als An­wär­ter oder An­wär­te­rin zum Mi­li­tär­arzt oder zur Mi­li­tärärz­tin, zum Apo­the­ker oder zur Apo­the­ke­rin, zum Zahn­arzt oder zur Zahn­ärz­tin oder zum Ve­te­ri­när­arzt oder zur Ve­te­ri­närärz­tin, die die Ka­der­aus­bil­dungs­lauf­bahn zum Leut­nant nicht be­ste­hen, leis­ten den Rest der Re­kru­ten­schu­le von sechs Wo­chen auch nach Vollen­dung des 25. Al­ters­jah­res.

4 Die Dau­er der Re­kru­ten­schu­len wird in An­hang 2 ge­re­gelt.

48 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Nov. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 4925).

Art. 57 Leistung und Bestehen der Grundausbildung  

(Art. 49 MG)

1 Die Grund­aus­bil­dung ist grund­sätz­lich in der vol­len Dau­er ge­mä­ss dem öf­fent­li­chen mi­li­tä­ri­schen Auf­ge­bot zu leis­ten. Sie kann auf Ge­such der An­ge­hö­ri­gen der Ar­mee hin aus­nahms­wei­se in Tei­len ge­leis­tet wer­den, wenn das pri­va­te In­ter­es­se oder das In­ter­es­se des Ar­beit­ge­bers an der Tei­lung des Aus­bil­dungs­diens­tes das öf­fent­li­che In­ter­es­se an der Leis­tung des Aus­bil­dungs­diens­tes oh­ne Tei­lung über­wiegt. Das Kdo Ausb ent­schei­det über das Ge­such.

2 Für An­ge­hö­ri­ge der Ar­mee, die bei der Ent­las­sung aus dem Grund­aus­bil­dungs­dienst min­des­tens 80 Pro­zent der vol­len Dau­er ge­leis­tet ha­ben und in der ge­neh­mig­ten Qua­li­fi­ka­ti­on min­des­tens als ge­nü­gend qua­li­fi­ziert wer­den, gilt der Grund­aus­bil­dungs­dienst als be­stan­den.

3 An­ge­hö­ri­ge der Ar­mee, die den Grund­aus­bil­dungs­dienst nicht be­stan­den ha­ben, wer­den auf den nächst­mög­li­chen Zeit­punkt für den Rest der Dau­er auf­ge­bo­ten.

5. Abschnitt: Ausbildungsdienste der Formationen und besondere Dienste für Kader

Art. 58 Kadervorkurs und Wiederholungskurs  

(Art. 41 Abs. 2, 51 Abs. 3 und 4 MG)

1 Pro Jahr leis­ten die fol­gen­den An­ge­hö­ri­gen der Ar­mee die nach­ste­hen­den Diens­te:

a.
Sol­da­ten und Ge­frei­te in Ka­der­funk­tio­nen, Un­ter­of­fi­zie­re, hö­he­re Un­ter­of­fi­zie­re und Of­fi­zie­re: einen Ka­der­vor­kurs von höchs­tens 7 Ta­gen und einen drei­wö­chi­gen Wie­der­ho­lungs­kurs;
b.
hö­he­re Un­ter­of­fi­zie­re und Of­fi­zie­re, die in Stä­ben Gros­ser Ver­bän­de oder Trup­pen­kör­per ein­ge­teilt sind: einen Ka­der­vor­kurs von höchs­tens 7 Ta­gen und einen Wie­der­ho­lungs­kurs von höchs­tens vier Wo­chen;
c.
Haupt­leu­te der Ar­mee­seel­sor­ge so­wie Fa­ch­of­fi­zie­re und Fa­ch­of­fi­zie­rin­nen der Ar­mee­seel­sor­ge, des Psy­cho­lo­gisch-Päd­ago­gi­schen Diens­tes der Ar­mee und des So­zi­al­diens­tes der Ar­mee: einen Wie­der­ho­lungs­kurs von min­des­tens 10 Ta­gen;
d.
Spe­zia­lis­ten und Spe­zia­lis­tin­nen: die zu­sätz­li­chen Ta­ge Aus­bil­dungs­dienst nach Ar­ti­kel 47 Ab­satz 5 nach Be­darf.

2 Bei Vor­lie­gen be­son­de­rer Aus­bil­dungs­be­dürf­nis­se be­ste­hen fol­gen­de Mög­lich­kei­ten:

a.
Der Wie­der­ho­lungs­kurs kann in meh­re­re Tei­le auf­ge­teilt wer­den.
b.
An­ge­hö­ri­ge der Ar­mee kön­nen ta­ge­wei­se zum Wie­der­ho­lungs­kurs auf­ge­bo­ten wer­den.
c.49
An­ge­hö­ri­ge der Ar­mee kön­nen die Wie­der­ho­lungs­kur­se un­ter mi­li­tä­ri­schem Kom­man­do ganz oder teil­wei­se in zi­vi­len Ein­rich­tun­gen ab­sol­vie­ren;

3 An­ge­hö­ri­ge der Ar­mee, die in ei­nem Ka­len­der­jahr ei­ne Aus­bil­dung zu ei­nem hö­he­ren Grad oder ei­ne Wei­ter­aus­bil­dung für die Über­nah­me ei­ner neu­en Funk­ti­on in dem­sel­ben Grad von ins­ge­samt min­des­tens 4 Wo­chen ab­sol­vie­ren, dür­fen im glei­chen Jahr nur mit ih­rem Ein­ver­ständ­nis zu Ka­der­vor­kur­sen und Wie­der­ho­lungs­kur­sen auf­ge­bo­ten wer­den.50

49 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 16. Okt. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3233).

50 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 16. Okt. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3233).

Art. 59 Vorbereitungs- und Entlassungsarbeiten  

(Art. 53 Abs. 2 MG)

1 An­ge­hö­ri­ge der Mann­schaft kön­nen pro Jahr für höchs­tens 7 zu­sätz­li­che Ta­ge Aus­bil­dungs­dienst auf­ge­bo­ten wer­den für:

a.
Ar­bei­ten im Ka­der­vor­kurs;
b.
die ad­mi­nis­tra­ti­ve und lo­gis­ti­sche Vor­be­rei­tung von Aus­bil­dungs­diens­ten;
c.
Ent­las­sungs­ar­bei­ten.

2 Un­ter­of­fi­zie­re, hö­he­re Un­ter­of­fi­zie­re und Of­fi­zie­re kön­nen pro Jahr für höchs­tens 10 zu­sätz­li­che Ta­ge Aus­bil­dungs­dienst auf­ge­bo­ten wer­den für:

a.
Rap­por­te im Rah­men der Vor­be­rei­tung von Aus­bil­dungs­diens­ten;
b.
die Er­kun­dung zur Vor­be­rei­tung von Aus­bil­dungs­diens­ten;
c.
die ad­mi­nis­tra­ti­ve und lo­gis­ti­sche Vor­be­rei­tung von Aus­bil­dungs­diens­ten;
d.
Ent­las­sungs­ar­bei­ten.
Art. 60 Dienst ausserhalb der Formationen  

(Art. 54 MG)

An­ge­hö­ri­ge der Ar­mee kön­nen im nach­ste­hen­den Um­fang aus­ser­halb der For­ma­tio­nen für die fol­gen­den Diens­te auf­ge­bo­ten wer­den:

a.51
Vor­aus­wahl­kurs für das Ar­mee­auf­klä­rungs­de­ta­che­ment: 6 Ta­ge;
abis.52
Aus­wahl­kurs für das Ar­mee­auf­klä­rungs­de­ta­che­ment: 19 Ta­ge;
b.
per­sön­li­che Be­fra­gung bei Per­so­nen­si­cher­heits­prü­fun­gen: 1 Tag;
c.
prak­ti­scher Teil des Droh­nen­um­schu­lungs­kur­ses: 26 Ta­ge;
d.
Eig­nungs­ab­klä­rung zum Ein­satz im Frie­dens­för­de­rungs­dienst: 2 Ta­ge;
e.
Ein­füh­rungs-, Fach­dienst- und Grund­kurs: höchs­tens 19 Ta­ge;
f.
ein­satz­be­zo­ge­ne Aus­bil­dung für den Frie­dens­för­de­rungs­dienst: nach Be­darf;
g.
me­di­zi­ni­sche Un­ter­su­chung zur Neu­be­ur­tei­lung der Taug­lich­keit: 1 Tag;
h.
Un­ter­su­chung nach Ar­ti­kel 7 Ab­satz 2 der Mi­li­tär­flug­dienst­ver­ord­nung vom 19. No­vem­ber 200353 zur Be­ur­tei­lung der kör­per­li­chen Taug­lich­keit durch das Flie­ge­r­ärzt­li­che In­sti­tut: 1 Tag.

51 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Okt. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3233).

52 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 16. Okt. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3233).

53 SR 512.271

Art. 61 Besondere Ausbildungsdienste für Kader  

(Art. 55 Abs. 3 Bst. b MG)

1 Un­ter­of­fi­zie­re, hö­he­re Un­ter­of­fi­zie­re und Of­fi­zie­re kön­nen wie folgt zu be­son­de­ren Aus­bil­dungs­diens­ten auf­ge­bo­ten wer­den:

a.
jähr­lich für:
1.
Rap­por­te von ins­ge­samt höchs­tens 3 Ta­gen,
2.
einen Trup­pen­be­such von 1 Tag,
3.
die Kom­man­do­über­ga­be von 1 Tag,
4.
die Übungs­lei­tung und Schieds­rich­ter­diens­te von höchs­tens 10 Ta­gen;
b.
in­ner­halb von zwei Jah­ren für:
1.
Trai­nings­kur­se von höchs­tens 5 Ta­gen,
2.
Grund­kur­se des Kom­pe­tenz­zen­trums für Mi­li­tär- und Ka­ta­stro­phen-me­di­zin von höchs­tens 20 Ta­gen;
c.
ein­ma­lig für den theo­re­ti­schen Teil des Droh­nen­um­schu­lungs­kur­ses von höchs­tens 14 Ta­gen.

2 Neu er­nann­te Fa­ch­of­fi­zie­re und Fa­ch­of­fi­zie­rin­nen kön­nen in ei­nem Ein­füh­rungs­kurs oder ei­nem prak­ti­schen Dienst von höchs­tens 19 Ta­gen Aus­bil­dungs­dienst in die Funk­ti­on ein­ge­führt wer­den.54

3 An­ge­hen­de Be­rufs­un­ter­of­fi­zie­re und -un­ter­of­fi­zie­rin­nen so­wie Be­rufs­of­fi­zie­re und -of­fi­zie­rin­nen kön­nen zu Se­lek­tio­nen von zu­sam­men höchs­tens 4 Ta­gen Aus­bil­dungs­dienst auf­ge­bo­ten wer­den.

54 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Okt. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3233).

Art. 62 Anzahl Tage Ausbildungsdienste innerhalb von zwei Jahren  

(Art. 41 Abs. 3 MG)

1 In­ner­halb von zwei auf­ein­an­der­fol­gen­den Jah­ren leis­ten die fol­gen­den An­ge­hö­ri­gen der Ar­mee im Rah­men der Aus­bil­dungs­diens­te der For­ma­tio­nen und der be­son­de­ren Aus­bil­dungs­diens­te für Ka­der ins­ge­samt höchs­tens die nach­ste­hen­de An­zahl Ta­ge Aus­bil­dungs­dienst:

a.
An­ge­hö­ri­ge der Mann­schaft: 63 Ta­ge;
b.
Un­ter­of­fi­zie­re, hö­he­re Un­ter­of­fi­zie­re und Sub­al­ter­n­of­fi­zie­re: 69 Ta­ge;
c.
hö­he­re Un­ter­of­fi­zie­re und Sub­al­ter­n­of­fi­zie­re der Stä­be, Haupt­leu­te und Stabs­of­fi­zie­re: 75 Ta­ge;
d.
mi­li­tä­ri­sches Per­so­nal ab Über­schrei­tung der Al­ters­gren­zen nach Ar­ti­kel 13 MG für den je­wei­li­gen Grad in der Mi­liz: 75 Ta­ge.55

2 Frei­wil­li­ge Aus­bil­dungs­diens­te so­wie die ein­satz­be­zo­ge­ne Aus­bil­dung für den Frie­dens­för­de­rungs­dienst wer­den bei den in­ner­halb von zwei Jah­ren höchs­tens zu leis­ten­den Ta­gen Aus­bil­dungs­dienst nicht mit­ge­rech­net.

55 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Okt. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3233).

6. Abschnitt: Ausbildung der Durchdienenden

(Art. 54a MG)

Art. 63  

1 Durch­die­nen­de, die nach der Re­kru­ten­schu­le, aber vor der Er­fül­lung der Aus­bil­dungs­dienst­pflicht vor­zei­tig ent­las­sen wer­den, leis­ten die nicht ge­leis­te­ten Aus­bil­dungs­dienst­ta­ge der Aus­bil­dungs­dienst­pflicht der Durch­die­nen­den in Wie­der­ho­lungs­kur­sen.

2 Durch­die­nen­de, die aus me­di­zi­ni­schen Grün­den vor der Er­fül­lung der Aus­bil­dungs­dienst­pflicht aus ei­nem Aus­bil­dungs­dienst ent­las­sen wer­den, kön­nen auf ihr Ge­such hin die rest­li­che Aus­bil­dungs­dienst­pflicht als Durch­die­nen­de leis­ten, so­fern ein Be­darf der Ar­mee be­steht.

2bis Durch­die­nen­de wer­den nicht mehr zu Aus­bil­dungs­diens­ten auf­ge­bo­ten und ih­re Aus­bil­dungs­dienst­pflicht gilt im Sin­ne von Ar­ti­kel 54a MG als er­füllt, wenn sie von den ins­ge­samt zu leis­ten­den an­re­chen­ba­ren Ta­gen Aus­bil­dungs­dienst nach Ar­ti­kel 47 Ab­satz 1 höchs­tens noch fol­gen­den An­teil leis­ten müss­ten:

a.
An­ge­hö­ri­ge der Mann­schaft: höchs­tens noch 5 Pro­zent;
b.
Ka­der: höchs­tens noch 10 Pro­zent.56

3 Durch­die­nen­de, die für ei­ne Wei­ter­aus­bil­dung vor­ge­schla­gen wer­den, leis­ten die ent­spre­chen­den Aus­bil­dungs­diens­te wie folgt:

a.
in der Re­gel oh­ne Un­ter­bruch im An­schluss an die bis­he­ri­ge Dienst­leis­tung;
b.
bei Vor­lie­gen zwin­gen­der per­sön­li­cher Grün­de zu ei­nem spä­te­ren Zeit­punkt oh­ne Un­ter­bre­chung, so­fern es der Be­darf der Ar­mee zu­lässt.

56 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 16. Okt. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3233).

7. Abschnitt: Ausbildung der Unteroffiziere, höheren Unteroffiziere und Offiziere

Art. 64 Leisten und Bestehen von Kaderausbildungsdiensten  

(Art. 41 Abs. 3, 55 Abs. 3 Bst. a MG)

1 Die Dau­er der Eig­nungs­ab­klä­run­gen, der Ka­der­aus­bil­dungs­diens­te für an­ge­hen­de Un­ter­of­fi­zie­re, hö­he­re Un­ter­of­fi­zie­re und Of­fi­zie­re so­wie die ma­xi­ma­le Dau­er der Ka­der­aus­bil­dung sind in An­hang 2 fest­ge­legt.

2 Die Ka­der­aus­bil­dungs­diens­te sind grund­sätz­lich in der vol­len Dau­er ge­mä­ss dem öf­fent­li­chen mi­li­tä­ri­schen Auf­ge­bot zu leis­ten. Sie kön­nen auf Ge­such der An­ge­hö­ri­gen der Ar­mee aus­nahms­wei­se in Tei­len ge­leis­tet wer­den, wenn das pri­va­te In­ter­es­se oder das In­ter­es­se des Ar­beit­ge­bers an der Tei­lung des Aus­bil­dungs­diens­tes das öf­fent­li­che In­ter­es­se an der Leis­tung des Aus­bil­dungs­diens­tes oh­ne Tei­lung über­wiegt. Das Kdo Ausb ent­schei­det über die Ge­su­che.

3 Für An­ge­hö­ri­ge der Ar­mee, die bei der Ent­las­sung aus dem Ka­der­aus­bil­dungs­dienst min­des­tens 75 Pro­zent der vol­len Dau­er ge­leis­tet ha­ben und in der ge­neh­mig­ten Qua­li­fi­ka­ti­on min­des­tens als ge­nü­gend qua­li­fi­ziert wer­den, gilt der Ka­der­aus­bil­dungs­dienst als be­stan­den.57

4 An­ge­hö­ri­ge der Ar­mee, die einen Ka­der­aus­bil­dungs­dienst nicht be­stan­den ha­ben, wer­den auf den nächst­mög­li­chen Zeit­punkt für den Rest der Dau­er nach Ab­satz 2 auf­ge­bo­ten.

57 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Okt. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3233).

Art. 65 Verbindlichkeit zur Leistung von Kaderausbildungsdiensten  

(Art. 41 Abs. 3, 55 Abs. 3 MG)

1 An­wär­ter und An­wär­te­rin­nen auf ei­ne Un­ter­of­fi­ziers-, hö­he­re Un­ter­of­fi­ziers- oder Of­fi­ziers­funk­ti­on müs­sen die nach An­hang 2 zu leis­ten­den Ka­der­aus­bil­dungs­diens­te nicht be­ste­hen, wenn sie:58

a.
Aus­bil­dungs­blö­cke in Grund- oder Ka­der­aus­bil­dungs­diens­ten un­ter­rich­tet oder die­se wäh­rend ih­rer be­ruf­li­chen Tä­tig­keit ab­sol­viert ha­ben;
b.
einen an­de­ren Aus­bil­dungs­dienst oder ei­ne an­de­re Aus­bil­dung mit glei­chen oder ver­gleich­ba­ren Aus­bil­dungs­in­hal­ten be­stan­den ha­ben.

2 Sie ha­ben die nach An­hang 2 zu leis­ten­den Ka­der­aus­bil­dungs­diens­te für den hö­he­ren Grad oder für die neue Funk­ti­on in­nert fünf Jah­ren seit der Ge­neh­mi­gung des Vor­schla­ges zu be­ste­hen. Mi­li­tärärz­te, Mi­li­tärärz­tin­nen, Apo­the­ker, Apo­the­ke­rin­nen, Zahn­ärz­te, Zahn­ärz­tin­nen, Ve­te­ri­närärz­te und Ve­te­ri­närärz­tin­nen müs­sen die­se Ka­der­aus­bil­dungs­diens­te bis spä­tes­tens drei Jah­re nach Er­rei­chen des eid­ge­nös­si­schen Be­rufs­di­ploms be­stan­den ha­ben.59

3 So­fern nicht ein neu­er Vor­schlag für die Wei­ter­aus­bil­dung er­teilt wird, leis­ten sie die ih­rem Grad ent­spre­chen­den Aus­bil­dungs­diens­te.

58 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Okt. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3233).

59 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Okt. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3233).

8. Abschnitt: Dienst in Schulen und Kursen sowie in der Militärverwaltung

Art. 66 Voraussetzungen  

(Art. 59 Abs. 1–3 MG)

1 Zur Mi­li­tär­ver­wal­tung nach Ar­ti­kel 59 Ab­satz 2 MG zäh­len:

a.
die Ver­wal­tungs­ein­hei­ten der Grup­pe Ver­tei­di­gung;
b.
die Ver­wal­tungs­ein­hei­ten der Kan­to­ne, die Mi­li­tär­recht des Bun­des voll­zie­hen.

2 Zum Dienst in Schu­len und in Kur­sen oder in der Mi­li­tär­ver­wal­tung und de­ren Be­trie­ben dür­fen nur aus­bil­dungs­dienst­pflich­ti­ge An­ge­hö­ri­ge der Ar­mee auf­ge­bo­ten wer­den.

3 In Be­zug auf die Vor­aus­set­zun­gen für ein Auf­ge­bot von An­ge­hö­ri­gen der Ar­mee zum Dienst in der Mi­li­tär­ver­wal­tung und de­ren Be­trie­ben gilt:

a.
als aus­ser­or­dent­li­che Mehr­be­las­tung: ei­ne nicht vor­her­seh­ba­re Mehr­be­las­tung oder ei­ne sol­che, de­ren En­de nicht ab­seh­bar ist und die zu­dem nicht mit dem or­dent­li­chen Per­so­nal oder mit or­dent­li­chen Or­ga­ni­sa­ti­ons­mass­nah­men zeit­ge­recht be­wäl­tig­bar ist;
b.
als be­son­de­res Fach­wis­sen: mi­li­tä­ri­sches, tech­ni­sches oder wis­sen­schaft­li­ches Fach­wis­sen, das:
1.
in ei­nem zeit­li­chen Um­fang ge­braucht wird, für den sich ei­ne An­stel­lung in ei­ner Voll- oder Teil­zeit­stel­le nicht recht­fer­ti­gen lässt, oder
2.
in ei­nem klas­si­fi­zier­ten Pro­jekt im Be­reich der in­ne­ren oder der äus­se­ren Si­cher­heit be­nö­tigt wird, bei dem der Zu­gang zu klas­si­fi­zier­ten In­for­ma­tio­nen, Ma­te­ria­li­en oder An­la­gen er­öff­net wird.

4 Nicht als Mi­li­tär­dienst in der Mi­li­tär­ver­wal­tung und de­ren Be­trie­ben gel­ten:

a.
Diens­te zur Aus­bil­dung oder für einen Ein­satz von An­ge­hö­ri­gen der Ar­mee ei­ner For­ma­ti­on, die im Fal­le ei­nes Ein­sat­zes der Ar­mee Auf­ga­ben der Mi­li­tär­ver­wal­tung über­nimmt;
b.
Diens­te von An­ge­hö­ri­gen der Ar­mee nach Ar­ti­kel 6 Ab­satz 1 Buch­sta­be c MG.

5 Nicht zu­läs­sig sind:

a.
frei­wil­li­ge Dienst­leis­tun­gen;
b.
Diens­te von An­ge­stell­ten der Mi­li­tär­ver­wal­tung zur Er­le­di­gung ih­rer täg­li­chen Ar­beit;
c.
Diens­te als Er­satz für nicht be­wil­lig­te Stel­len;
d.
Diens­te zur Be­set­zung va­kan­ter Stel­len;
e.
über län­ge­re Zeit auf­ein­an­der fol­gen­de Diens­te an der­sel­ben Stel­le und für die­sel­ben Zwe­cke un­ab­hän­gig da­von, ob da­für der­sel­be oder ver­schie­de­ne An­ge­hö­ri­ge der Ar­mee auf­ge­bo­ten wer­den;
f.
Diens­te, die le­dig­lich da­zu die­nen, ei­ne Ar­beits­lo­sig­keit des be­tref­fen­den An­ge­hö­ri­gen der Ar­mee zu ver­kür­zen oder zu ver­hin­dern.
Art. 67 Verfahren  

(Art. 59 Abs. 1–3 MG)

1 Die Mi­li­tär­ver­wal­tung reicht beim Kdo Ausb so früh wie mög­lich ein be­grün­de­tes Ge­such ein.

2 Das Kdo Ausb ent­schei­det über die Ge­su­che.

Art. 68 Vollzug  

(Art. 59 Abs. 1–3 MG)

Die Grup­pe Ver­tei­di­gung sorgt für den Voll­zug und er­lässt Wei­sun­gen für Dienst­leis­tun­gen in der Mi­li­tär­ver­wal­tung und de­ren Be­trie­ben so­wie in Schu­len und Kur­sen, ein­sch­liess­lich der ad­mi­nis­tra­ti­ven Vor­ga­ben.

9. Abschnitt: Verwendung von Angehörigen der Armee im Rahmen des Sicherheitsverbundes Schweiz

(Art. 61 MG)

Art.69  

1 Auf Ge­such der zi­vi­len Füh­rungs­or­ga­ne des Si­cher­heits­ver­bun­des Schweiz, des Zi­vil­schut­zes oder von Stütz­punkt­feu­er­weh­ren kön­nen An­ge­hö­ri­ge der Ar­mee zur Ver­fü­gung ge­stellt wer­den, wenn sie min­des­tens 30 Jah­re alt sind und ei­ne nach dem dort an­wend­ba­ren Recht vor­ge­se­he­ne Füh­rungs- oder Spe­zia­lis­ten­funk­ti­on aus­üben.

2 Das Kdo Ausb ent­schei­det über die Ge­su­che.

3 Für die Auf­ga­be nach Ar­ti­kel 61 Ab­satz 3 MG dür­fen zur Ver­fü­gung ge­stellt wer­den:

a.
Durch­die­nen­de im Aus­bil­dungs­dienst der For­ma­tio­nen;
b.
mi­li­tä­ri­sches Per­so­nal.

10. Abschnitt: Vorzeitige Entlassung aus der Rekrutierung oder den Ausbildungsdiensten 60

60 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 16. Okt. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3233).

Art. 70  

1 Die kom­man­die­ren­de Per­son ent­lässt An­ge­hö­ri­ge der Ar­mee vor­zei­tig aus den Aus­bil­dungs­diens­ten, wenn die Ent­las­sung aus zwin­gen­den per­sön­li­chen oder dienst­li­chen Grün­den ge­bo­ten er­scheint, ins­be­son­de­re wenn:61

a.
die be­tref­fen­den An­ge­hö­ri­gen der Ar­mee auf­grund ei­nes drin­gen­den Tat­ver­dachts ei­ner straf­ba­ren Hand­lung, die der mi­li­tä­ri­schen oder der zi­vi­len Ge­richts­bar­keit un­ter­steht, für den Aus­bil­dungs­dienst nicht mehr trag­bar sind;
b.62
ein Ver­fah­ren auf Aus­schluss aus der Ar­mee, De­gra­da­ti­on oder Funk­ti­ons­än­de­rung ein­ge­lei­tet wird;
c.
ein Auf­ge­botss­topp ver­hängt wird;
d.
nach Ar­ti­kel 39 ei­ne Funk­ti­ons­än­de­rung vor­ge­nom­men wer­den muss;
e.
ein gut­heis­sen­der Zu­las­sungs­ent­scheid zum Zi­vil­dienst vor­liegt;
f.
sich her­aus­stellt, dass die an der Ka­der­aus­bil­dung teil­neh­men­de Per­son für den hö­he­ren Grad oder die neue Funk­ti­on un­ge­eig­net ist und der ent­spre­chen­de Vor­schlag ge­stri­chen wird.

2 Die Kom­man­dan­ten und die Kom­man­dan­tin­nen der Re­kru­tie­rungs­zen­tren ent­las­sen Stel­lungs­pflich­ti­ge vor­zei­tig aus der Re­kru­tie­rung, wenn ein Ver­fah­ren auf Nicht­re­kru­tie­rung er­öff­net wird.63

61 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Okt. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3233).

62 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Okt. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3233).

63 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 16. Okt. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3233).

4. Kapitel: Grad und Funktion

1. Abschnitt: Beförderung und Einteilung in eine Funktion

Art. 71 Grundsätze  

(Art. 15, 55 Abs. 3, 94 Abs. 1 Bst. c, 103 Abs. 1 MG)

1 Es be­steht kein An­spruch auf Be­för­de­rung zu ei­nem be­stimm­ten Grad oder auf Ein­tei­lung in ei­ne be­stimm­te Funk­ti­on.

2 Die für ei­ne Be­för­de­rung mass­ge­ben­den Al­ters­gren­zen, Zu­stän­dig­kei­ten so­wie der Zeit­punkt sind in den An­hän­gen 3 und 4 ge­re­gelt.

3 Die für Be­för­de­run­gen zu­stän­di­gen Stel­len er­klä­ren Be­för­de­run­gen, die dem MG oder sei­nen Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen wi­der­spre­chen, für un­gül­tig.

4 Die Grup­pe Ver­tei­di­gung er­lässt die ad­mi­nis­tra­ti­ven Vor­ga­ben für:

a.
das Qua­li­fi­ka­ti­ons­we­sen, ins­be­son­de­re die für ei­ne Qua­li­fi­ka­ti­on mi­ni­mal zu leis­ten­den Ta­ge Aus­bil­dungs­dienst, die ein­zel­nen Ele­men­te des Qua­li­fi­ka-ti­ons­ver­fah­rens und die Zu­stän­dig­kei­ten;
b.
das Vor­schlags­ver­fah­ren;
c.
das Be­för­de­rungs- und Ein­tei­lungs­ver­fah­ren.
Art. 72 Voraussetzungen  

(Art. 15, 55 Abs. 3, 94 Abs. 1 Bst. c, 103 Abs. 1 MG)

1 Für ei­ne Funk­ti­ons­über­nah­me, ei­ne Wei­ter­aus­bil­dung oder ei­ne Be­för­de­rung ist ein Vor­schlag er­for­der­lich. Aus­ge­nom­men sind die Be­för­de­rung zum Sol­da­ten, die Über­nah­me von Sol­da­ten­funk­tio­nen so­wie die Be­för­de­rung zum Ober­leut­nant nach der Leis­tung von sechs Wie­der­ho­lungs­kur­sen.

2 Für ei­ne Ein­tei­lung in ei­ne be­stimm­te Funk­ti­on oder ei­ne Be­för­de­rung in einen hö­he­ren Grad müs­sen die fol­gen­den Vor­aus­set­zun­gen er­füllt sein:

a.
Der Be­darf der Ar­mee ist aus­ge­wie­sen.
b.
Die be­tref­fen­den An­ge­hö­ri­gen der Ar­mee er­fül­len die fol­gen­den Vor­aus­set­zun­gen:
1.
Sie ha­ben die für den hö­he­ren Grad er­for­der­li­chen Aus­bil­dungs­diens­te nach An­hang 2 oder 4 oder die Aus­bil­dungs­diens­te zur Über­nah­me ei­ner neu­en Funk­ti­on in dem­sel­ben Grad be­stan­den.
2.
Sie ver­fü­gen über die zur Aus­übung der neu­en Funk­ti­on er­for­der­li­chen münd­li­chen und schrift­li­chen Kennt­nis­se ei­ner zwei­ten Amtss­pra­che oder kön­nen sich als Vor­ge­setz­ter oder Vor­ge­setz­te in den Amtss­pra­chen der Un­ter­stell­ten ver­stän­di­gen.
c.
Es liegt ei­ne nach der PSPV64 not­wen­di­ge rechts­kräf­ti­ge Ver­fü­gung vor und die Zu­stim­mung der ent­schei­den­den In­stanz ist er­teilt.

3 Bei der Ein­tei­lung in ei­ne be­stimm­te Funk­ti­on oder der Be­för­de­rung in einen hö­he­ren Grad sind die im Zi­vil­le­ben und in der Ar­mee er­wor­be­nen Kennt­nis­se der An­ge­hö­ri­gen der Ar­mee so­weit als mög­lich zu be­rück­sich­ti­gen.

Art. 73 Qualifikation  

(Art. 15, 103 Abs. 1 MG)

1 Mit der Qua­li­fi­ka­ti­on wer­den die Selbst-, die So­zi­al-, die Hand­lungs- und die Fach­kom­pe­ten­zen der An­ge­hö­ri­gen der Ar­mee in Be­zug auf die aus­ge­üb­te Funk­ti­on und al­len­falls das Po­ten­zi­al zur Über­nah­me ei­ner an­de­ren Funk­ti­on oder zur Ein­tei­lung in einen an­de­ren Grad be­ur­teilt.

2 Qua­li­fi­ziert wer­den:

a.
Teil­neh­mer und Teil­neh­me­rin­nen an Grund- und Ka­der­aus­bil­dungs­diens­ten;
b.
Ka­der in Aus­bil­dungs­diens­ten der For­ma­tio­nen;
c.
Per­so­nen, die ei­ne Aus­bil­dung für einen hö­he­ren Grad oder für ei­ne neue Funk­ti­on ab­sol­vie­ren;
d.
An­ge­hö­ri­ge der Ar­mee, de­ren Leis­tun­gen nicht zu ge­nü­gen schei­nen.
Art. 74 Vorschlag  

(Art. 15, 103 Abs. 1 MG)

1 Ein Vor­schlag darf nur er­teilt und ge­neh­migt wer­den, wenn:

a.
ein Be­darf der Ar­mee aus­ge­wie­sen ist;
b.
ei­ne Qua­li­fi­ka­ti­on mit Emp­feh­lung zur Funk­ti­ons­über­nah­me, zur Wei­ter­aus­bil­dung oder zur Be­för­de­rung ge­neh­migt wur­de;
c.
die Eig­nung zur Funk­ti­ons­über­nah­me, zur Wei­ter­aus­bil­dung oder zur Be­för­de­rung ab­ge­klärt und fest­ge­stellt wur­de;
d.
die üb­ri­gen Vor­aus­set­zun­gen für ei­ne Funk­ti­ons­über­nah­me, zur Wei­ter­aus­bil­dung oder für ei­ne Be­för­de­rung er­füllt sind.

2 Ein ge­neh­mig­ter Vor­schlag be­grün­det kei­nen An­spruch auf ei­ne Funk­ti­ons­über­nah­me, ei­ne Wei­ter­aus­bil­dung oder ei­ne Be­för­de­rung.

Art. 75 Befristete Gradverleihung  

(Art. 103 Abs. 1 MG)

1 Der Bun­des­rat kann bei Be­darf Of­fi­zie­ren den Grad ei­nes hö­he­ren Stabs­of­fi­ziers be­fris­tet ver­lei­hen, wenn sie im In- und im Aus­land ei­ne be­stimm­te Funk­ti­on in der Ar­mee be­fris­tet aus­üben oder wenn sie im Auf­trag des Bun­des zur Er­fül­lung ei­ner be­son­de­ren Auf­ga­be be­fris­tet ein­ge­setzt wer­den.

2 Die Grup­pe Ver­tei­di­gung ver­leiht für die Dau­er des Ein­sat­zes den zwin­gend er­for­der­li­chen mi­li­tä­ri­schen Grad bis zum Grad Oberst an Per­so­nen, die im Auf­trag des Bun­des im Aus­land:

a.
ein be­son­de­res Amt oder ei­ne be­stimm­te Funk­ti­on mit Be­zug zum Mi­li­tär­we­sen des Bun­des aus­üben;
b.
ei­ne be­stimm­te mi­li­tä­ri­sche Aus­bil­dung ab­sol­vie­ren;
c.
im Rah­men ei­ner frie­den­ser­hal­ten­den Ope­ra­ti­on oder ei­nes As­sis­tenz­diens­tes ein­ge­setzt wer­den.

3 Nach Ab­lauf der Funk­ti­ons­aus­übung oder des Ein­sat­zes be­klei­den die Per­so­nen wie­der ih­ren ur­sprüng­li­chen Grad.

Art. 76 Parallelität von Grad und Funktion  

(Art. 103 Abs. 1 MG)

1 An­ge­hö­ri­ge der Ar­mee kön­nen bei Be­stan­des­lücken aus­nahms­wei­se in ei­ne Funk­ti­on ein­ge­teilt wer­den, die in den Soll­be­stan­des­ta­bel­len mit ei­nem Grad tiefer oder hö­her aus­ge­wie­sen ist.

2 In ei­ne um einen Grad hö­he­re Funk­ti­on dür­fen sie nur in Ver­tre­tung oder ad interim ein­ge­teilt wer­den.

3 Für Be­rufs­un­ter­of­fi­zie­re gilt An­hang 4.

Art. 77 Ausübung einer Funktion in Vertretung  

(Art. 103 Abs. 1 MG)

1 Kann ei­ne Funk­ti­on durch einen An­ge­hö­ri­gen oder ei­ne An­ge­hö­ri­ge der Ar­mee vor­über­ge­hend nicht aus­ge­übt wer­den, so be­stim­men der Kom­man­dant oder die Kom­man­dan­tin des ent­spre­chen­den Gros­sen Ver­ban­des oder gleich­ge­stell­te Vor­ge­setz­te ei­ne ge­eig­ne­te Stell­ver­tre­tung für die Dau­er von längs­tens zwei Jah­ren.

2 Mit der Stell­ver­tre­tung wer­den sämt­li­che Rech­te und Pflich­ten der ver­tre­te­nen Per­son über­nom­men.

3 Auf­grund der Stell­ver­tre­tung be­steht kein An­spruch auf end­gül­ti­ge Über­tra­gung der Funk­ti­on oder auf einen Vor­schlag zur Wei­ter­aus­bil­dung oder zur Be­för­de­rung zu ei­ner sol­chen Funk­ti­on.

Art. 78 Übertragung einer Kaderfunktion ad interim 65  

(Art. 103 Abs. 1 MG)

1 Er­füllt ein An­ge­hö­ri­ger oder ei­ne An­ge­hö­ri­ge der Ar­mee nicht al­le Be­din­gun­gen für die Über­nah­me ei­ner Ka­der­funk­ti­on, so kann das Kdo Ausb nach Rück­spra­che mit der für die Be­för­de­rung zu­stän­di­gen Stel­le nach An­hang 3 die Ka­der­funk­ti­on ad in­te­rim über­tra­gen.

2 An­ge­hö­ri­ge der Ar­mee, die ei­ne Ka­der­funk­ti­on ad in­te­rim in­ne­ha­ben und ih­re Aus­bil­dungs­diens­te nicht in­ner­halb von drei Jah­ren ab­sch­lies­sen, wer­den durch das Kdo Ausb wie­der in ei­ne Funk­ti­on ent­spre­chend ih­rem Grad ein­ge­teilt.

65 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 16. Okt. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3233).

Art. 79 Beförderung bei besonderen persönlichen Verhältnissen  

(Art. 103 Abs. 1 MG)

1 An­ge­hö­ri­ge der Ar­mee, bei de­nen be­son­de­re per­sön­li­che Ver­hält­nis­se nach Ar­ti­kel 33 Ab­satz 2 vor­lie­gen, wer­den nur be­för­dert, wenn das Kdo Ausb die Zu­stim­mung zur Mi­li­tär­dienst­leis­tung er­teilt.

2 Sie kön­nen rück­wir­kend auf den ur­sprüng­li­chen Zeit­punkt hin be­för­dert wer­den:

a.
bei ei­nem hän­gi­gen Straf­ver­fah­ren we­gen ei­nes Ver­bre­chens oder ei­nes Ver­ge­hens: wenn das Straf­ver­fah­ren ein­ge­stellt oder mit ei­nem rechts­kräf­ti­gen Frei­spruch ab­ge­schlos­sen wur­de;
b.
wenn kei­ne of­fe­nen Pfän­dungs- oder Kon­kurs­ver­lust­schei­ne mehr be­ste­hen;
c.
wenn der Kon­kurs wi­der­ru­fen wur­de;
d.
wenn sich ernst­zu­neh­men­de An­zei­chen oder Hin­wei­se auf ein Ge­fähr­dungs- oder ein Miss­brauch­spo­ten­zi­al für die Über­las­sung der per­sön­li­chen Waf­fe nach Ar­ti­kel 113 MG, ei­ne Ge­fähr­dungs­mel­dung oder ein Si­cher­heits­ein­wand ei­ner Be­hör­de nach­träg­lich als falsch her­aus­stel­len.

2. Abschnitt: Ernennung zum Fachoffizier, zur Fachoffizierin oder zum Spezialisten, zur Spezialistin

Art. 80 Ernennung zum Fachoffizier oder zur Fachoffizierin und Einführung in die Funktion  

(Art. 104 Abs. 3 MG)

1 Of­fi­ziers­funk­tio­nen, bei de­nen das nö­ti­ge Spe­zi­al­wis­sen und die nö­ti­gen Fach­kennt­nis­se für die Aus­übung der Funk­ti­on im Ver­hält­nis zur Of­fi­ziers­aus­bil­dung we­sent­lich im Vor­der­grund ste­hen, kön­nen Fa­ch­of­fi­zie­ren oder Fa­ch­of­fi­zie­rin­nen über­tra­gen wer­den, wenn die Of­fi­ziers­funk­ti­on nicht mit ei­nem ent­spre­chend qua­li­fi­zier­ten Of­fi­zier be­setzt wer­den kann.

2 Zum Fa­ch­of­fi­zier oder zur Fa­ch­of­fi­zie­rin er­nannt wer­den kön­nen Sol­da­ten, Ge­frei­te, Un­ter­of­fi­zie­re und hö­he­re Un­ter­of­fi­zie­re, wenn:

a.
sie auf­grund ih­rer be­ruf­li­chen Tä­tig­keit oder ih­rer Pra­xi­ser­fah­rung, ih­rer zi­vil ab­ge­schlos­se­nen Aus­bil­dung oder ih­rer zi­vi­len Qua­li­fi­ka­ti­on über das nö­ti­ge Spe­zi­al­wis­sen und die er­for­der­li­chen Fach­kennt­nis­se für die Aus­übung der vor­ge­se­he­nen Of­fi­ziers­funk­ti­on ver­fü­gen;
b.
sie für die vor­ge­se­he­ne Funk­ti­on me­di­zi­nisch taug­lich sind;
c.
ei­ne nach der PSPV66 not­wen­di­ge Ver­fü­gung rechts­kräf­tig vor­liegt und die Zu­stim­mung der ent­schei­den­den In­stanz er­teilt ist; und
d.
sie sich be­reit er­klä­ren, die da­mit ver­bun­de­nen Diens­te zu leis­ten.

3 An­ge­hen­de Fa­ch­of­fi­zie­re oder Fa­ch­of­fi­zie­rin­nen der Ar­mee­seel­sor­ge, des Psy­cho­lo­gisch-Päd­ago­gi­schen Diens­tes der Ar­mee und des So­zi­al­diens­tes der Ar­mee ha­ben vor der Er­nen­nung einen Tech­ni­schen Lehr­gang von 19 Ta­gen Aus­bil­dungs­dienst zu be­ste­hen.

4 Die Grup­pe Ver­tei­di­gung legt fest, wel­che Of­fi­ziers­funk­tio­nen mit ei­nem Fa­ch­of­fi­zier oder ei­ner Fa­ch­of­fi­zie­rin be­setzt wer­den kön­nen.

5 Der für die Be­set­zung ei­ner Of­fi­ziers­funk­ti­on zu­stän­di­ge Kom­man­dant stellt Ge­su­che um Er­nen­nung zum Fa­ch­of­fi­zier oder zur Fa­ch­of­fi­zie­rin zu­sam­men mit dem oder der be­trof­fe­nen An­ge­hö­ri­gen der Ar­mee an das Kdo Ausb. Die­ses ent­schei­det über die Ge­su­che und nimmt al­len­falls die Er­nen­nung zum Fa­ch­of­fi­zier oder zur Fa­ch­of­fi­zie­rin vor.

Art. 81 Ernennung zum Spezialisten oder zur Spezialistin  

(Art. 104a MG)

1 Die Funk­tio­nen für Spe­zia­lis­ten oder Spe­zia­lis­tin­nen wer­den in An­hang 5 be­zeich­net und um­schrie­ben.

2 Das Kdo Ausb nimmt die not­wen­di­gen Er­nen­nun­gen vor.

Art. 82 Aufhebung der Ernennungen  

(Art. 104 Abs. 4, 104a MG)

1 Die Er­nen­nung zum Fa­ch­of­fi­zier oder zur Fa­ch­of­fi­zie­rin kann durch das Kdo Ausb auf­ge­ho­ben wer­den:

a.
wenn sie auf­grund ei­ner be­ruf­li­chen Tä­tig­keit er­folg­te, die nicht mehr wahr­ge­nom­men wird;
b.
wenn die fach­li­chen Fä­hig­kei­ten der be­trof­fe­nen Per­son den An­for­de­run­gen an die Of­fi­ziers­funk­ti­on nicht mehr ge­nü­gen; oder
c.
im ge­gen­sei­ti­gen Ein­ver­neh­men mit dem Fa­ch­of­fi­zier oder der Fa­ch­of­fi­zie­rin.

2 Die Er­nen­nung zum Spe­zia­lis­ten oder zur Spe­zia­lis­tin wird durch das Kdo Ausb auf­ge­ho­ben, wenn:

a.
die Funk­ti­on auf­grund ei­ner be­ruf­li­chen Tä­tig­keit er­folg­te, die nicht mehr wahr­ge­nom­men wird; oder
b.
die fach­li­chen Fä­hig­kei­ten der be­trof­fe­nen Per­son den An­for­de­run­gen an die Funk­ti­on nicht mehr ge­nü­gen.

3 Mit der Auf­he­bung der Er­nen­nung en­det die Dau­er der Mi­li­tär­dienst­pflicht; vor­be­hal­ten bleibt ei­ne län­ge­re Dau­er der Mi­li­tär­dienst­pflicht im ur­sprüng­lich er­wor­be­nen Grad nach Ar­ti­kel 13 Ab­satz 1 MG oder nach Ar­ti­kel 19 die­ser Ver­ord­nung.

5. Kapitel: Aufgebote und Verschiebungen

1. Abschnitt: Aufgebote

Art. 83 Form und Wirkung  

(Art. 144 Abs. 1 MG)

1 Die An­ge­hö­ri­gen der Ar­mee wer­den zu Aus­bil­dungs­diens­ten auf­ge­bo­ten:

a.
in der Re­gel durch öf­fent­li­ches mi­li­tä­ri­sches Auf­ge­bot;
b.
aus­nahms­wei­se durch per­sön­li­ches Auf­ge­bot.

2 Das Auf­ge­bot ver­pflich­tet die Auf­ge­bo­te­nen, den Dienst in ih­re zi­vi­le Tä­tig­keit ein­zu­pla­nen. Den Ar­beit­ge­bern dient es als Ori­en­tie­rung über mi­li­tä­ri­sche Ab­we­sen­hei­ten ih­rer Ar­beit­neh­me­rin­nen und Ar­beit­neh­mer.

Art. 84 Öffentliches militärisches Aufgebot  

(Art. 132 Bst. e, 144 Abs. 1 MG)

1 Die Grup­pe Ver­tei­di­gung er­lässt das öf­fent­li­che mi­li­tä­ri­sche Auf­ge­bot bis spä­tes­tens En­de Sep­tem­ber je­den Jah­res durch Pu­bli­ka­ti­on im In­ter­net67. Es muss zu­dem in al­len po­li­ti­schen Ge­mein­den an­ge­schla­gen wer­den.

2 Das öf­fent­li­che mi­li­tä­ri­sche Auf­ge­bot ent­hält die Aus­bil­dungs­diens­te des Fol­ge­jah­res. Aus­ge­nom­men sind Aus­bil­dungs­diens­te, die aus Grün­den der Ge­heim­hal­tung nicht pu­bli­ziert wer­den dür­fen.

3 Das pu­bli­zier­te öf­fent­li­che mi­li­tä­ri­sche Auf­ge­bot kann auf­grund zwin­gen­der mi­li­tä­ri­scher Be­dürf­nis­se an­ge­passt wer­den. Die von der An­pas­sung be­trof­fe­nen Per­so­nen wer­den um­ge­hend po­sta­lisch oder elek­tro­nisch in­for­miert.

4 Das VBS kann ins­be­son­de­re für aus­ser­or­dent­li­che Mass­nah­men und zur Er­hö­hung der Be­reit­schaft For­ma­tio­nen oder Tei­le da­von frü­her oder spä­ter ein­be­ru­fen oder spä­ter ent­las­sen, als dies im öf­fent­li­chen mi­li­tä­ri­schen Auf­ge­bot pu­bli­ziert ist.

67 www.vtg.ad­min.ch > Mein Mi­li­tär­dienst > Auf­ge­bots­da­ten

Art. 85 Persönliches Aufgebot  

(Art. 144 Abs. 1 MG)

An­ge­hö­ri­gen der Ar­mee, de­ren Aus­bil­dungs­dienst nicht im öf­fent­li­chen mi­li­tä­ri­schen Auf­ge­bot oder nicht mit Da­tum auf­ge­führt ist, wird um­ge­hend nach Fest­le­gung des Da­tums des Aus­bil­dungs­diens­tes durch die zu­stän­di­ge Stel­le ein per­sön­li­ches Auf­ge­bot po­sta­lisch oder elek­tro­nisch zu­ge­stellt.

Art. 86 Dienstanzeige  

(Art. 144 Abs. 1 MG)

1 Al­len An­ge­hö­ri­gen der Ar­mee wird spä­tes­tens 21 Wo­chen vor ei­nem mehr als zwei Ta­ge dau­ern­den Aus­bil­dungs­dienst ei­ne Dienst­an­zei­ge po­sta­lisch oder elek­tro­nisch zu­ge­stellt.68

2 Er­folgt nach der Zu­stel­lung der Dienst­an­zei­ge ei­ne An­pas­sung des öf­fent­li­chen oder des per­sön­li­chen Auf­ge­bots, so gilt die In­for­ma­ti­on über die An­pas­sung als Dienst­an­zei­ge.

68 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 16. Okt. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3233).

Art. 87 Persönlicher Marschbefehl  

(Art. 144 Abs. 1 MG)

1 Der per­sön­li­che Marsch­be­fehl ent­hält die Ein­zel­hei­ten in Be­zug auf das Ein­rücken in den ent­spre­chen­den Aus­bil­dungs­dienst.

2 Er wird spä­tes­tens sechs Wo­chen vor Be­ginn des Diens­tes po­sta­lisch oder elek­tro­nisch zu­ge­stellt.

3 Auf­ge­bo­te­ne Per­so­nen, die zwei Wo­chen vor Be­ginn des Aus­bil­dungs­diens­tes den per­sön­li­chen Marsch­be­fehl noch nicht er­hal­ten ha­ben, mel­den dies so­fort dem Kom­man­dan­ten oder der Kom­man­dan­tin ih­rer Ein­tei­lungs­for­ma­ti­on oder der Stel­le, die den Aus­bil­dungs­dienst mit­tels Dienst­an­zei­ge an­ge­kün­digt hat.

4 Zu­stän­dig für den Er­lass von per­sön­li­chen Marsch­be­feh­len sind:

a.
für die Re­kru­tie­rung: die Kan­to­ne;
b.
für die Re­kru­tie­rung der Schwei­ze­rin­nen so­wie der Aus­land­schwei­zer: das Kdo Ausb;
c.
für die Aus­bil­dungs­diens­te: die Grup­pe Ver­tei­di­gung;
d.
für den Wie­der­ho­lungs­kurs im Fal­le der Dienst­ver­schie­bung in­ner­halb des Jah­res: die Grup­pe Ver­tei­di­gung oder die zu­stän­di­ge kan­to­na­le Mi­li­tär­be­hör­de.
Art. 88 Beschränkung der Aufgebote im Jahr der Entlassung aus der Militärdienstpflicht  

(Art. 144 Abs. 1 MG)

Für das Jahr der Ent­las­sung aus der Mi­li­tär­dienst­pflicht gel­ten fol­gen­de Be­schrän­kun­gen der Auf­ge­bo­te:

a.
An­ge­hö­ri­ge der Mann­schaft und Un­ter­of­fi­zie­re dür­fen nicht mehr zu Aus­bil­dungs­diens­ten auf­ge­bo­ten wer­den, die der Er­fül­lung der Aus­bil­dungs­dienst­pflicht die­nen.
b.
Al­le an­de­ren An­ge­hö­ri­gen der Ar­mee dür­fen nur noch zu Aus­bil­dungs­diens­ten der For­ma­tio­nen und zu be­son­de­ren Diens­ten für Ka­der auf­ge­bo­ten wer­den, wenn sie auf En­de des Jah­res ent­las­sen wer­den kön­nen.

2. Abschnitt: Verschiebungen

Art. 89 Verschiebung aus militärischen Gründen  

(Art. 144 Abs. 1 MG)

Die kon­troll­füh­ren­de Stel­le kann die Ver­schie­bung ei­nes Aus­bil­dungs­diens­tes an­ord­nen:

a.
zur De­ckung des Be­darfs an Spe­zia­lis­ten und Spe­zia­lis­tin­nen nach Ar­ti­kel 50 MG und an Ka­dern in Aus­bil­dungs­diens­ten der For­ma­tio­nen;
b.
wenn ein Ver­sto­ss ge­gen Ar­ti­kel 62 Ab­satz 1 fest­ge­stellt wird;
c.
wenn Diens­te zeit­lich ganz oder teil­wei­se zu­sam­men­fal­len und da­durch nicht in der vol­len Dau­er ge­leis­tet wer­den kön­nen.
Art. 90 Verschiebung aus persönlichen Gründen  

(Art. 144 Abs. 1 MG)

1 Aus per­sön­li­chen Grün­den kön­nen Stel­lungs­pflich­ti­ge ein Ge­such um Ver­schie­bung der Re­kru­tie­rung und An­ge­hö­ri­ge der Ar­mee um Ver­schie­bung ei­nes Aus­bil­dungs­diens­tes stel­len.

2 Das Ge­such ist bis spä­tes­tens 14 Wo­chen vor Be­ginn der Dienst­leis­tung in schrift­li­cher oder elek­tro­ni­scher Form bei den Be­hör­den nach An­hang 6 ein­zu­rei­chen. Ist der Zeit­punkt der Dienst­leis­tung nicht spä­tes­tens 14 Wo­chen vor­her fest­ge­legt, so ist das Ge­such in­nert 14 Ta­gen seit Kennt­nis des Dienst­be­ginns ein­zu­rei­chen.

3 Das Ge­such muss ent­hal­ten:

a.
ei­ne Be­grün­dung, ver­se­hen mit den nö­ti­gen Be­weis­mit­teln;
b.
den Zeit­raum, in dem die ge­such­stel­len­de Per­son den Dienst leis­ten kann;
c.
die Un­ter­schrift der ge­such­stel­len­den Per­son.

4 Die ge­such­stel­len­de Per­son bleibt ein­rückungs­pflich­tig, so­lan­ge die Ver­schie­bung nicht be­wil­ligt ist.

5 Ent­fällt der Grund, der zur Be­wil­li­gung ei­ner Ver­schie­bung führ­te, so wird die ge­such­stel­len­de Per­son ge­mä­ss ur­sprüng­li­chem Auf­ge­bot wie­der ein­rückungs­pflich­tig. Sie teilt dies der Be­wil­li­gungs­be­hör­de um­ge­hend mit.

Art. 91 Beurteilung und Bewilligung  

(Art. 144 Abs. 1 MG)

1 Die Zu­stän­dig­kei­ten für die Be­ur­tei­lung der Ver­schie­bungs­ge­su­che sind in An­hang 6 ge­re­gelt.

2 Ge­su­che wer­den be­wil­ligt, wenn:

a.
das pri­va­te In­ter­es­se der ge­such­stel­len­den Per­son an ei­ner Ver­schie­bung des Aus­bil­dungs­diens­tes das öf­fent­li­che In­ter­es­se an der Leis­tung des Aus­bil­dungs­diens­tes zur vor­ge­se­he­nen Zeit über­wiegt und für die Wah­rung des pri­va­ten In­ter­es­ses die Ge­wäh­rung ei­nes per­sön­li­chen Ur­laubs, ei­ner Dienst­un­ter­bre­chung oder die Ab­sol­vie­rung ei­ner Teil­dienst­leis­tung nicht ge­nügt;
b.
die ge­such­stel­len­de Per­son in ei­nem Ka­len­der­jahr be­reits Diens­te von min­des­tens vier Wo­chen ge­leis­tet hat oder ein Auf­ge­bot zu ei­ner sol­chen Dienst­leis­tung be­steht.

3 Ge­su­che, die nicht in­ner­halb der Frist nach Ar­ti­kel 90 Ab­satz 2 ein­ge­reicht wer­den, dür­fen nur bei Vor­lie­gen ei­nes seit­her ein­ge­tre­te­nen per­sön­li­chen Grun­des be­wil­ligt wer­den.

Art. 92 Leistung zusätzlicher Wiederholungskurse  

(Art. 51 Abs. 1, 144 Abs. 1 MG)

1 An­ge­hö­ri­ge der Ar­mee, de­nen in ei­nem Jahr die Ver­schie­bung des Wie­der­ho­lungs-kur­ses be­wil­ligt wur­de, kön­nen in ei­nem der Fol­ge­jah­re bei der kon­troll­füh­ren­den Stel­le ein Ge­such um Leis­tung ei­nes zu­sätz­li­chen Wie­der­ho­lungs­kur­ses stel­len.

2 Das Ge­such wird ge­neh­migt, wenn ein mi­li­tä­ri­scher Be­darf be­steht und die Ober­gren­zen nach Ar­ti­kel 62 Ab­satz 1 nicht über­schrit­ten wer­den.

Art. 93 Vollzug  

(Art. 144 Abs. 1 MG)

Die Grup­pe Ver­tei­di­gung er­lässt Wei­sun­gen über das Ver­fah­ren und sorgt für ei­ne ein­heit­li­che Ent­scheid­pra­xis.

6. Kapitel: Entlassung aus der Armee und aus der Militärdienstpflicht

Art. 94 Zeitpunkt, Entlassungsgründe und administrative Abwicklung  

(Art. 49 Abs. 2, 54a Abs. 4, 122 MG)

1 Ent­las­sun­gen aus der Ar­mee oder der Mi­li­tär­dienst­pflicht er­fol­gen auf En­de des Jah­res, in dem der Ent­las­sungs­grund ein­tritt.

2 Für An­ge­hö­ri­ge der Ar­mee, de­ren Mi­li­tär­dienst­pflicht ver­län­gert wur­de, gel­ten als Ent­las­sungs­grün­de:

a.
das Er­rei­chen der Ver­län­ge­rungs­frist;
b.
ihr schrift­li­ches Ge­such um Ent­las­sung;
c.
der Weg­fall des Be­darfs der Ar­mee.

3 Für die ob­li­ga­to­ri­sche Teil­nah­me an der Ent­las­sung aus der Ar­mee und der Mi­li­tär­dienst­pflicht wer­den die be­trof­fe­nen An­ge­hö­ri­gen der Ar­mee durch die Kan­to­ne auf­ge­bo­ten; das Auf­ge­bot er­folgt mit­tels Zu­stel­lung ei­nes Aus­wei­ses für die kos­ten­lo­se Be­nut­zung der öf­fent­li­chen Ver­kehrs­mit­tel.

4 Das Kdo Ausb sorgt für einen ein­heit­li­chen Voll­zug.

Art. 95 Gradbezeichnung nach der Entlassung aus der Militärdienstpflicht  

1 An­ge­hö­ri­ge der Ar­mee, die aus der Mi­li­tär­dienst­pflicht ent­las­sen wur­den, dür­fen ih­ren zu­letzt ge­tra­ge­nen Grad mit dem Zu­satz «aus­ser Dienst» oder «aD» wei­ter füh­ren.

2 Da­von aus­ge­nom­men sind:

a.
An­ge­hö­ri­ge der Ar­mee, die ge­stützt auf das MG oder das Mi­li­tär­straf­ge­setz vom 13. Ju­ni 192769 von der Mi­li­tär­dienst­leis­tung oder der Ar­mee aus­ge­schlos­sen wur­den;
b.
Be­rufs­mi­li­tärs, de­ren Ar­beits­ver­hält­nis beim VBS ge­stützt auf Ar­ti­kel 10 Ab­satz 3 oder 4 des Bun­des­per­so­nal­ge­set­zes vom 24. März 200070 aus ei­ge­nem Ver­schul­den be­en­digt wur­de.

7. Kapitel: Zuständigkeiten von Bund und Kantonen

1. Abschnitt: Örtliche Zuständigkeit bei kantonalen Aufgaben

(Art. 121 Abs. 1 MG)

Art. 96  

1 Die ört­li­che Zu­stän­dig­keit bei Auf­ga­ben, die nach die­ser Ver­ord­nung den Kan­to­nen ob­lie­gen, be­stimmt sich nach dem Wohn­sitz der stel­lungs- oder der mi­li­tär­dienst­pflich­ti­gen Per­son.

2 Hat die stel­lungs- oder mi­li­tär­dienst­pflich­ti­ge Per­son kei­nen Wohn­sitz in der Schweiz, so rich­tet sich die ört­li­che Zu­stän­dig­keit:

a.
bei Grenz­gän­gern und Grenz­gän­ge­rin­nen: nach dem Ar­beit­s­ort;
b.
bei al­len üb­ri­gen Aus­land­schwei­zern und Aus­land­schwei­ze­rin­nen: nach dem Hei­mat­ort.

2. Abschnitt: Rekrutierung

Art. 97 Vororientierung und Orientierungsveranstaltung  

(Art. 4, 11 Abs. 2 und 2bis MG)

1 Die Kan­to­ne sind in or­ga­ni­sa­to­ri­scher, fi­nan­zi­el­ler und per­so­nel­ler Hin­sicht zu­stän­dig für die Vor­ori­en­tie­rung und die Ori­en­tie­rungs­ver­an­stal­tung.

2 Die Kreis­kom­man­dan­ten und Kreis­kom­man­dan­tin­nen stel­len den Stel­lungs­pflich­ti­gen das Auf­ge­bot und den Frei­wil­li­gen ei­ne Ein­la­dung zur Ori­en­tie­rungs­ver­an­stal­tung zu. Auf­ge­bot und Ein­la­dung ent­hal­ten:

a.
In­for­ma­tio­nen über den Zweck, die Pflicht oder die Mög­lich­keit zur Teil­nah­me an der Ori­en­tie­rungs­ver­an­stal­tung und de­ren Durch­füh­rung;
b.
das Ta­ges­pro­gramm der Ori­en­tie­rungs­ver­an­stal­tung;
c.
einen ärzt­li­chen Fra­ge­bo­gen für die Re­kru­tie­rung.

3 Das Kdo Ausb legt in Zu­sam­men­ar­beit mit den Kan­to­nen und den zu­stän­di­gen Stel­len des Bun­des fest:

a.
den de­tail­lier­ten In­halt der In­for­ma­tio­nen der Vor­ori­en­tie­rung so­wie das ge­eig­ne­te Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mit­tel;
b.
die Form, den de­tail­lier­ten In­halt und den zeit­li­chen Be­darf der an der Ori­en­tie­rungs­ver­an­stal­tung zu ver­mit­teln­den In­for­ma­tio­nen so­wie die zu er­he­ben­den Da­ten im Ein­zel­nen.

4 In­ner­halb die­ser Vor­ga­ben sind die Kan­to­ne frei in der Durch­füh­rung der Ori­en­tie­rungs­ver­an­stal­tung.

Art. 98 Zuständigkeiten bei der Rekrutierung und Rekrutierungszentren  

(Art. 11 Abs. 3, 120 Abs. 1 MG)

1 Das Kdo Ausb führt die Re­kru­tie­rung durch. Ihm ob­lie­gen al­le Auf­ga­ben und Ent­schei­de im Zu­sam­men­hang mit der Re­kru­tie­rung, so­weit nach Bun­des­recht kei­ne an­de­re Stel­le da­für zu­stän­dig ist.

2 Die Re­kru­tie­rung wird in den fol­gen­den re­gio­na­len Re­kru­tie­rungs­zen­tren durch­ge­führt:

Stand­ort

Spra­che

Ein­zugs­ge­biet (nach Mut­ter­spra­che)

Mon­te­ce­ne­ri TI

Ita­lie­nisch

al­le ita­lie­nisch­spra­chi­gen Per­so­nen

Lau­san­ne VD

(bis 31. De­zem­ber 2018)

Pay­er­ne VD

(ab 1. Ja­nu­ar 2019)

Fran­zö­sisch

al­le fran­zö­sisch­spra­chi­gen Per­so­nen

Rü­ti ZH

Deutsch

deutsch­spra­chi­ge Per­so­nen der Kan­to­ne Zü­rich, Zug, Schaff­hau­sen, Thur­gau

Su­mis­wald BE

Deutsch

deutsch­spra­chi­ge Per­so­nen der Kan­to­ne Bern, Frei­burg, Waadt, Wal­lis, Neu­en­burg, Genf, Ju­ra

Win­disch AG

(bis 30. April 2018)

Aar­au AG

(ab 1. Mai 2018)

Deutsch

deutsch­spra­chi­ge Per­so­nen der Kan­to­ne Lu­zern, Uri, Ob­wal­den, Nid­wal­den, So­lo­thurn, Ba­sel-Stadt, Ba­sel-Land­schaft, Aar­gau, Tes­sin

Mels SG

Deutsch

deutsch­spra­chi­ge Per­so­nen der Kan­to­ne Schwyz, Gla­rus, Ap­pen­zell Aus­serr­ho­den, Ap­pen­zell Inn­err­ho­den, St. Gal­len, Grau­bün­den

3 Zur bes­se­ren Aus­las­tung der Re­kru­tie­rungs­zen­tren kann das Kdo Ausb aus­nahms­wei­se vor­über­ge­hend Ab­wei­chun­gen von den vor­ge­nann­ten Ein­zugs­ge­bie­ten an­ord­nen.

Art. 99 Instanz für die Bewilligung des waffenlosen Militärdienstes  

(Art. 16 Abs. 2 MG)

1 Je­des Re­kru­tie­rungs­zen­trum hat ei­ne Be­wil­li­gungs­in­stanz, die über Ge­su­che um Zu­las­sung zum waf­fen­lo­sen Mi­li­tär­dienst ent­schei­det. Die­se be­steht aus:

a.
dem Kom­man­dan­ten oder der Kom­man­dan­tin des Re­kru­tie­rungs­zen­trums oder der Stell­ver­tre­tung;
b.
ei­nem Kreis­kom­man­dan­ten oder ei­ner Kreis­kom­man­dan­tin oder der Stell­ver­tre­tung;
c.
ei­nem Arzt oder ei­ner Ärz­tin.

2 Die Per­son nach Ab­satz 1 Buch­sta­be a führt den Vor­sitz.

Art. 100 Anforderungsprofile von Armee und Zivilschutz  

(Art. 120 Abs. 1 MG)

1 Das Kdo Ausb er­stellt in Zu­sam­men­ar­beit mit den zu­stän­di­gen Fach­stel­len die An­for­de­rungs­pro­fi­le der ein­zel­nen Re­kru­tie­rungs­funk­tio­nen der Ar­mee.

2 Das Bun­des­amt für Be­völ­ke­rungs­schutz er­stellt in Zu­sam­men­ar­beit mit dem Kdo Ausb die An­for­de­rungs­pro­fi­le der ein­zel­nen Re­kru­tie­rungs­funk­tio­nen des Zi­vil­schut­zes.

Art. 101 Untersuchungen und Prüfungen für die Rekrutierung  

(Art. 10 Abs. 1, 120 Abs. 1 MG)

1 Das Kdo Ausb legt in Zu­sam­men­ar­beit mit den zu­stän­di­gen Fach­stel­len fest:

a.
die In­hal­te der Un­ter­su­chun­gen und der Prü­fun­gen so­wie de­ren An­for­de­run­gen und Wer­tungs­ta­bel­len;
b.
die Funk­tio­nen, für die Eig­nungs­prü­fun­gen zu be­ste­hen sind, die An­for­de­run­gen und die Wer­tungs­ta­bel­len.

2 Es be­an­tragt den zu­stän­di­gen Stel­len, für wel­che Re­kru­tie­rungs­funk­tio­nen der Ar­mee ei­ne Per­so­nen­si­cher­heits­prü­fung durch­zu­füh­ren ist.

3. Abschnitt: Militärisches Kontrollwesen

Art. 102 Kantone, Kreiskommandanten oder Kreiskommandantinnen  

(Art. 121 MG)

1 Die Kreis­kom­man­dan­ten und Kreis­kom­man­dan­tin­nen sind zu­stän­dig für:

a.
die Be­schaf­fung der fol­gen­den Da­ten über die Schwei­zer Bür­ger und Bür­ge­rin­nen spä­tes­tens am En­de des Jah­res, in dem die­se das 17. Al­ters­jahr vollen­den:
1.
Na­me,
2.
Vor­na­me,
3.
Ge­burts­da­tum,
4.
Hei­mat­ort,
5.
Mut­ter­spra­che,
6.
Be­ruf,
7.
Wohn­adres­se,
8.
AHV-Ver­si­cher­ten­num­mer;
b.
die Füh­rung der Kon­troll­da­ten nach Buch­sta­be a der stel­lungs­pflich­ti­gen Per­so­nen;
c.
die Füh­rung der Kon­troll­da­ten nach Buch­sta­be a der mi­li­tär­dienst­pflich­ti­gen Per­so­nen, so­weit nach Bun­des­recht kei­ne an­de­re Stel­le da­für zu­stän­dig ist;
d.
die Aus­stel­lung und die Ab­ga­be des Dienst­büch­leins an die mi­li­tär­dienst­pflich­ti­gen Per­so­nen vor der Re­kru­tie­rung;
e.
die Aus­stel­lung und die Ab­ga­be ei­nes Er­sat­zes für das ver­lo­ren ge­gan­ge­ne Dienst­büch­lein ge­gen ei­ne vom Auf­wand ab­hän­gi­ge Ge­bühr von höchs­tens 300 Fran­ken;
f.
die Nach­for­schung über den Grund des Nicht­ein­rückens ei­ner stel­lungs­pflich­ti­gen Per­son zur Re­kru­tie­rung;
g.
die Nach­for­schung über den Auf­ent­halts­ort ei­ner stel­lungs- oder mi­li­tär­dienst­pflich­ti­gen Per­son, die an der ge­mel­de­ten Wohn­adres­se nicht auf­find­bar ist;
h.
die Aus­schrei­bung ei­ner stel­lungs- oder mi­li­tär­dienst­pflich­ti­gen Per­son im au­to­ma­ti­sier­ten Po­li­zei­fahn­dungs­sys­tem (RI­POL) zur Auf­ent­halts­nach­for­schung, so­fern der Auf­ent­halts­ort nicht in­nert zwei­er Mo­na­te er­mit­telt wer­den kann;
i.
die Re­vo­ka­ti­on der Aus­schrei­bung im RI­POL, wenn die stel­lungs- oder mi­li­tär­dienst­pflich­ti­ge Per­son wie­der ord­nungs­ge­mä­ss mi­li­tä­risch an­ge­mel­det ist;
j.
die Ab­klä­run­gen und den Ent­scheid im Rah­men ei­nes Ge­suchs um Aus­land­ur­laub;
k.
die Auf­be­wah­rung des Dienst­büch­leins ei­ner mi­li­tär­dienst­pflich­ti­gen Per­son mit Aus­land­ur­laub.

2 Die Trup­pen­kör­per und die For­ma­tio­nen der Ar­mee sind je­weils ei­nem Kan­ton zur Wahr­neh­mung der be­son­de­ren kan­to­na­len Auf­ga­ben zu­ge­wie­sen. Im Rah­men die­ser be­son­de­ren Auf­ga­ben ha­ben die Kan­to­ne die fol­gen­den Pflich­ten und Rech­te:

a.
Sie sor­gen für die Zu­sam­men­ar­beit mit den Kom­man­dos der Ter­ri­to­ri­al­di­vi­sio­nen.
b.
Sie wer­den bei Kom­mand­o­be­set­zun­gen kon­sul­tiert.
c.
Sie ha­ben das Recht, die Aus­bil­dungs­diens­te zu be­su­chen.
Art. 103 Kontrollführende Stelle  

Die Ver­wal­tungs­ein­hei­ten der zen­tra­len Bun­des­ver­wal­tung, de­nen nach der Ar­mee­or­ga­ni­sa­ti­on ei­ne For­ma­ti­on oder ein Stab Bun­des­rat zur Kon­troll­füh­rung zu­ge­wie­sen ist:

a.
füh­ren zur Kon­trol­le der Er­fül­lung der Mi­li­tär­dienst­pflicht die Korps­kon­trol­le;
b.
kön­nen auf be­grün­de­tes Ge­such hin Auf­ga­ben der Korps­kon­trol­le für Be­triebs- und Ein­sat­zun­ter­stüt­zungs­de­ta­che­men­te an die­je­ni­gen Stel­len der Bun­des­ver­wal­tung ab­tre­ten, de­nen die­se De­ta­che­men­te zur Dienst­leis­tung zu­ge­wie­sen oder un­ter­stellt sind.
Art. 104 Kommandanten und Kommandantinnen von Formationen  

Die Kom­man­dan­ten und Kom­man­dan­tin­nen kon­trol­lie­ren in je­dem Dienst ih­rer For­ma­ti­on, ob die Da­ten, die ih­nen von der kon­troll­füh­ren­den Stel­le zu­ge­stellt wer­den, mit den Da­ten der Ein­ge­rück­ten über­ein­stim­men; Un­stim­mig­kei­ten mel­den sie der kon­troll­füh­ren­den Stel­le zur Be­rei­ni­gung.

Art. 105 Kommando Ausbildung  

Das Kdo Ausb ist zu­stän­dig für:

a.
die Er­stel­lung des Dienst­büch­leins;
b.
die Aus­stel­lung und die Ab­ga­be des Dienst­büch­leins an Per­so­nen, die sich frei­wil­lig zum Mi­li­tär­dienst mel­den;
c.
die Ein­tei­lung der Sol­da­ten in ei­ne For­ma­ti­on;
d.
die Neu­ein­tei­lung und die Ver­set­zung von An­ge­hö­ri­gen der Ar­mee;
e.
die Nach­for­schung über den Grund des Nicht­ein­rückens bei al­len nicht in Mi­li­tär­diens­te ein­ge­rück­ten An­ge­hö­ri­gen der Ar­mee so­wie den Ent­scheid be­tref­fend die Über­wei­sung an die Mi­li­tär­jus­tiz;
f.
die Ver­wen­dung der nicht in For­ma­tio­nen ein­ge­teil­ten An­ge­hö­ri­gen der Ar­mee;
g.
die Auf­nah­me in mi­li­tä­ri­sche Kon­trol­len von Per­so­nen, die der Ar­mee zu­ge­teilt oder zu­ge­wie­sen wer­den;
h.
den Er­lass von Wei­sun­gen im Be­reich Ver­stor­be­nen- und Ver­miss­ten­dienst der Ar­mee.

8. Kapitel: Schlussbestimmungen

1. Abschnitt: Vollzug

(Art. 41 Abs. 3, 47 Abs. 5, 48a, 55 Abs. 4 MG; Art. 48a Abs. 1 RVOG)

Art. 106  

1 Das VBS re­gelt:

a.
die Ein­zel­hei­ten wie die Auf­tei­lung, die Teil­neh­mer und die Teil­neh­me­rin­nen und die Zu­las­sungs­be­din­gun­gen für:
1.
die Grund- und Ka­der­aus­bil­dungs­diens­te,
2.
die Aus­bil­dungs­diens­te zur Über­nah­me ei­ner neu­en Funk­ti­on in dem­sel­ben Grad,
3.
die Diens­te aus­ser­halb der For­ma­ti­on;
b.
die wei­te­ren be­rufs­be­zo­ge­nen Aus­bil­dungs­diens­te des mi­li­tä­ri­schen Per­so­nals.

2 Es kann an­ord­nen:

a.
die Ver­kür­zung oder die Ver­län­ge­rung von Aus­bil­dungs­diens­ten bei Er­eig­nis­sen hö­he­rer Ge­walt;
b.
gleich lan­ge oder kür­ze­re Diens­te bei be­son­de­ren Aus­bil­dungs­be­dürf­nis­sen im Ein­zel­fall.

3 Die Grup­pe Ver­tei­di­gung kann, im Ein­ver­neh­men mit dem VBS, selbst­stän­dig Staats­ver­trä­ge zur Um­set­zung be­ste­hen­der Rah­men­ab­kom­men im Be­reich der mi­li­tä­ri­schen Aus­bil­dungs­zu­sam­men­ar­beit nach Ar­ti­kel 48a MG ab­sch­lies­sen.

2. Abschnitt: Aufhebung und Änderung anderer Erlasse

Art. 107  

Die Auf­he­bung und die Än­de­rung an­de­rer Er­las­se wer­den in An­hang 7 ge­re­gelt.

3. Abschnitt: Übergangsbestimmungen

Art. 108 Verlängerung der Militärdienstpflicht  

1 Ver­län­ge­run­gen der Mi­li­tär­dienst­pflicht, die nach bis­he­ri­gem Recht be­wil­ligt wur­den, blei­ben in Kraft. Für Sub­al­ter­n­of­fi­zie­re und Haupt­leu­te gel­ten sie je­doch längs­tens bis am 31. De­zem­ber 2022.

2 Nach dem 1. Ja­nu­ar 2018 kön­nen auf Ge­such des oder der An­ge­hö­ri­gen der Ar­mee und des zu­stän­di­gen Kom­man­dos Sub­al­ter­n­of­fi­zie­re und Haupt­leu­te so­wie Fa­ch­of­fi­zie­re und Fa­ch­of­fi­zie­rin­nen, die in ei­ne für Sub­al­ter­n­of­fi­zie­re oder Haupt­leu­te vor­ge­se­he­ne Of­fi­ziers­funk­ti­on ein­ge­teilt sind, bis längs­tens am 31. De­zem­ber 2022 zur Ver­län­ge­rung der Mi­li­tär­dienst­pflicht zu­ge­las­sen wer­den, wenn die Vor­aus­set­zun­gen für die Ver­län­ge­rung der Mi­li­tär­dienst­pflicht nach Ar­ti­kel 21 Ab­satz 1 vor­lie­gen.

Art. 109 Ausbildungsdienstpflicht bei Beförderung oder Funktionsübernahme vor dem
1. Januar 2018
 

(Art. 42 MG)71

1 Die Zahl der ins­ge­samt zu leis­ten­den an­re­chen­ba­ren Ta­ge Aus­bil­dungs­dienst für die fol­gen­den An­ge­hö­ri­gen der Ar­mee, die vor dem 1. Ja­nu­ar 2018 zu ih­rem ak­tu­el­len Grad be­för­dert wur­den, be­trägt für:72

a.
Ober­ge­frei­te: 245 Ta­ge;
abis.73
Ober­ge­frei­te als Gre­na­dier, Gre­na­die­rin: 280 Ta­ge;
b.
Kor­po­ra­le: 260 Ta­ge;
c.
Wacht­meis­ter: 400 Ta­ge;
d.74
Wacht­meis­ter als Gre­na­dier, Gre­na­die­rin oder Fall­schirm­auf­klä­rer, Fall­schirm­auf­klä­re­rin: 425 Ta­ge;
e.
Ober­wacht­meis­ter: 430 Ta­ge;
f.
Feld­wei­bel: 450 Ta­ge;
g.
Haupt­feld­wei­bel oder Fou­rie­re: 500 Ta­ge;
h.
Ad­ju­tant­un­ter­of­fi­zie­re: 620 Ta­ge;
i.
Stab­s­ad­ju­tan­ten: 630 Ta­ge;
j.
Haupt- oder Chef­ad­ju­tan­ten: 730 Ta­ge;
k.
Sub­al­ter­n­of­fi­zie­re: 600 Ta­ge.

2 Die Zahl der ins­ge­samt zu leis­ten­den an­re­chen­ba­ren Ta­ge Aus­bil­dungs­dienst für die fol­gen­den An­ge­hö­ri­gen der Ar­mee, wel­che die Of­fi­ziers­schu­le vor dem 31. De­zem­ber 2017 ab­sol­viert ha­ben und den prak­ti­schen Dienst nach dem 1. Ja­nu­ar 2018 ab­sol­vie­ren, be­trägt für:

a.
Mi­li­tärärz­te, Mi­li­tärärz­tin­nen und Apo­the­ker, Apo­the­ke­rin­nen: 456 Ta­ge;
b.
Zahn­ärz­te und Zahn­ärz­tin­nen: 538 Ta­ge;
c.
Ve­te­ri­närärz­te und Ve­te­ri­närärz­tin­nen: 536 Ta­ge.75

3 Haupt­leu­te und Stabs­of­fi­zie­re, die vor dem 1. Ja­nu­ar 2018 zu ih­rem ak­tu­el­len Grad be­för­dert oder in ih­re ak­tu­el­le Funk­ti­on ein­ge­teilt wur­den und für die kei­ne Wei­ter­aus­bil­dung vor­ge­se­hen ist, leis­ten Aus­bil­dungs­diens­te wäh­rend vier bis acht Jah­ren.76

71 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Okt. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3233).

72 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Okt. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3233).

73 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 16. Okt. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3233).

74 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Okt. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3233).

75 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Okt. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3233).

76 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Okt. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3233).

Art. 109a Ausbildungsdienstpflicht für aus Bestandesgründen nicht in die aktive Armee eingeteilte Angehörige der Armee 77  

(Art. 60 MG)

An­ge­hö­ri­gen der Ar­mee, die vor dem 31. De­zem­ber 2017 ih­re Aus­bil­dungs­dienst­pflicht noch nicht er­füllt hat­ten und aus Be­stan­des­grün­den nicht in der ak­ti­ven Ar­mee ein­ge­teilt wa­ren, wer­den pro Ka­len­der­jahr die­ser Nicht­ein­tei­lung 19 Ta­ge an die Aus­bil­dungs­dienst­pflicht an­ge­rech­net, ab­züg­lich im ent­spre­chen­den Jahr ef­fek­tiv ge­leis­te­ter oder aus per­sön­li­chen Grün­den ver­scho­be­ner Ta­ge Aus­bil­dungs­dienst.

77 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 16. Okt. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3233).

Art. 110 Spezialisten, Spezialistinnen und Fachoffiziere, Fachoffizierinnen  

1 Die Mi­li­tär­dienst­pflicht für Spe­zia­lis­ten und Spe­zia­lis­tin­nen, die vor dem 1. Ja­nu­ar 2018 ein­ge­teilt wur­den und nach neu­em Recht nicht mehr als Spe­zia­lis­ten oder Spe­zia­lis­tin­nen gel­ten, dau­ert längs­tens bis zum 31. De­zem­ber 2022.

2 Spe­zia­lis­ten und Spe­zia­lis­tin­nen der Gra­de Haupt­mann bis Oberst so­wie Fa­ch­of­fi­zie­re und Fa­ch­of­fi­zie­rin­nen, die vor dem 1. Ja­nu­ar 2018 ein­ge­teilt wur­den, leis­ten in Aus­bil­dungs­diens­ten der For­ma­tio­nen höchs­tens 300 Ta­ge Aus­bil­dungs­dienst.

3 Fa­ch­of­fi­zie­re und Fa­ch­of­fi­zie­rin­nen, die vor dem 1. Ja­nu­ar 2018 er­nannt wur­den und kei­ne Of­fi­ziers­funk­ti­on be­klei­den, dür­fen längs­tens bis zum 31. De­zem­ber 2022 er­nannt blei­ben.

Art. 111 Durchdienende  

1 Für durch­die­nen­de Sol­da­ten und Ge­frei­te be­trägt die Zahl der bis am 31. De­zem­ber 2022 ins­ge­samt zu leis­ten­den an­re­chen­ba­ren Ta­ge Aus­bil­dungs­dienst 300 Ta­ge.

2 Für durch­die­nen­de Un­ter­of­fi­zie­re, hö­he­re Un­ter­of­fi­zie­re und Sub­al­ter­n­of­fi­zie­re, die vor dem 31. De­zem­ber 2017 zu ih­rem ak­tu­el­len Grad be­för­dert wur­den, be­trägt die Zahl der ins­ge­samt zu leis­ten­den an­re­chen­ba­ren Ta­ge Aus­bil­dungs­dienst:

a.
für Wacht­meis­ter und Ober­wacht­meis­ter: 430 Ta­ge;
b.
für Feld­wei­bel, Haupt­feld­wei­bel und Fou­ri­er: 500 Ta­ge;
c.
für Sub­al­ter­n­of­fi­zie­re: 600 Ta­ge.

3 Durch­die­nen­de nach den Ab­sät­zen 1 und 2 wer­den nicht mehr zu Aus­bil­dungs­diens­ten auf­ge­bo­ten und ih­re Aus­bil­dungs­dienst­pflicht gilt im Sin­ne von Ar­ti­kel 54a MG als er­füllt, wenn sie von den ins­ge­samt zu leis­ten­den an­re­chen­ba­ren Ta­gen Aus­bil­dungs­dienst höchs­tens noch den An­teil nach Ar­ti­kel 63 Ab­satz 2bis leis­ten müss­ten.78

78 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 16. Okt. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3233).

Art.112 Unteroffiziersschule in der ersten Januarwoche 2018  

1 Der län­ge­re all­ge­mei­ne Ur­laub wäh­rend der Un­ter­of­fi­ziers­schu­le in der ers­ten Ka­len­der­wo­che 2018 wird nicht an die Aus­bil­dungs­dienst­pflicht an­ge­rech­net. Die­se Re­ge­lung gilt nicht für Durch­die­nen­de.

2 Die An­wär­ter und An­wär­te­rin­nen rücken am 8. Ja­nu­ar 2018 in die letz­te Wo­che der Un­ter­of­fi­ziers­schu­le ein.

Art. 113 Grund- und Kaderausbildungsdienste  

1 Grund- und Ka­der­aus­bil­dungs­diens­te nach neu­em Recht gel­ten als be­stan­den, wenn ein Aus­bil­dungs­dienst mit glei­chen oder über­wie­gend glei­chen Aus­bil­dungs­in­hal­ten nach bis­he­ri­gem Recht be­stan­den wur­de.

2 Ka­deran­ge­hö­ri­ge, wel­che die Be­din­gun­gen für ei­ne Be­för­de­rung und ei­ne Funk­ti­ons­über­nah­me nach bis­he­ri­gem Recht bis zum 31. De­zem­ber 2017 er­füllt ha­ben, müs­sen für ei­ne ent­spre­chen­de Be­för­de­rung und Funk­ti­ons­über­nah­me ab dem 1. Ja­nu­ar 2018 kei­ne wei­te­ren Ka­der­aus­bil­dungs­diens­te leis­ten.

3 An­ge­hö­ri­ge der Ar­mee, die einen Grund­aus­bil­dungs­dienst bis zum 31. De­zem­ber 2017 nur an­teils­mäs­sig ge­leis­tet oder die­sen nicht be­stan­den ha­ben, leis­ten die Grund- und Ka­der­aus­bil­dungs­diens­te ab dem 1. Ja­nu­ar 2018 nach An­hang 2. Sie wer­den für den nächst­mög­li­chen Zeit­punkt für die rest­li­che Aus­bil­dungs­dau­er auf­ge­bo­ten.

Art. 114 Pflicht der Betriebssoldaten und -soldatinnen zu Wiederholungskursen  

Be­triebs­sol­da­ten und -sol­da­tin­nen, die vor dem 1. Ja­nu­ar 2018 in ei­nem Be­triebs-de­ta­che­ment ein­ge­teilt wa­ren und ab dem 1. Ja­nu­ar 2018 neu in ei­nem Ein­sat­zun­ter­stüt­zungs­de­ta­che­ment oder in ei­nem Be­triebs­de­ta­che­ment ein­ge­teilt sind, leis­ten bis zum 31. De­zem­ber 2022 jähr­lich Wie­der­ho­lungs­kur­se von min­des­tens zwei Wo­chen bis zur Er­fül­lung der Aus­bil­dungs­dienst­pflicht.

Art. 115 Logistikzugführer und -führerinnen in Weiterausbildung zum Hauptmann  

1 Ad­ju­tant­un­ter­of­fi­zie­re, die vor dem 1. Ja­nu­ar 2018 in der Funk­ti­on als Lo­gis­tik­zug­füh­rer oder -füh­re­rin in Wei­ter­aus­bil­dung zum Haupt­mann ein­ge­teilt wa­ren, kön­nen noch bis zum 31. De­zem­ber 2022 die Ka­der­aus­bil­dung nach An­hang 2 Zif­fer 5.0 zum Haupt­mann in der Funk­ti­on als Ein­heits­kom­man­dant oder Ein­heits­kom­man­dan­tin be­zie­hungs­wei­se als Füh­rungs­ge­hil­fe oder Füh­rungs­ge­hil­fin ab­sol­vie­ren.

2 Be­rufs­un­ter­of­fi­zie­re und -un­ter­of­fi­zie­rin­nen im Grad Ad­ju­tant­un­ter­of­fi­zier kön­nen, so­fern sie in der Funk­ti­on als Lo­gis­tik­zug­füh­rer oder -füh­re­rin min­des­tens drei Jah­re als Be­rufs­un­ter­of­fi­zier E1 oder Be­rufs­un­ter­of­fi­zie­rin E1 ein­ge­setzt wa­ren, nach be­stan­de­ner Se­lek­ti­on 2 Be­rufs­of­fi­zier oder Be­rufs­of­fi­zie­rin den Füh­rungs­lehr­gang Ein­heit und den Tech­ni­schen Lehr­gang I leis­ten, falls sie die­se noch nicht ab­sol­viert ha­ben. Sie kön­nen nach dem Prak­ti­schen Dienst zum Haupt­mann in der Funk­ti­on Ein­heits­kom­man­dant oder Ein­heits­kom­man­dan­tin be­för­dert wer­den und ha­ben einen Grund­aus­bil­dungs­lehr­gang an der Mi­li­tär­aka­de­mie zu be­su­chen. Über An­trä­ge ent­schei­det der Chef oder die Chefin der Ar­mee.

Art. 116 Mehrfachgrade  

Of­fi­zie­re, die bis zum 31. De­zem­ber 2017 in ei­ne Funk­ti­on ein­ge­teilt wa­ren, für die in den Soll­be­stan­des­ta­bel­len meh­re­re mög­li­che Gra­de fest­ge­legt wa­ren, kön­nen bei Be­darf der Ar­mee in der­sel­ben Funk­ti­on bis längs­tens zum 31. De­zem­ber 2022 be­las­sen wer­den, auch wenn für die­se nach neu­em Recht ein an­de­rer Grad vor­ge­se­hen ist.

Art. 117 Absolvierung der Rekrutenschule, Altersgrenzen für die Militärdienstpflicht und Aufgebot im Jahr der Entlassung  

(Art. 13 Abs. 1 Bst. a und Abs. 2, 49 MG)

1 Re­kru­tier­te mit Jahr­gang 1992, die am 31. De­zem­ber 2017 in ei­ne Re­kru­tie­rungs­funk­ti­on der Ar­mee zu­ge­teilt wa­ren, ab­sol­vie­ren die Re­kru­ten­schu­le bis zum 31. De­zem­ber 2018.

2 An­ge­hö­ri­ge der Mann­schaft und Un­ter­of­fi­zie­re, die am 31. De­zem­ber 2017 ih­re Aus­bil­dungs­dienst­pflicht noch nicht er­füllt ha­ben, blei­ben bis zum En­de des 12. Ka­len­der­jah­res nach der Be­för­de­rung zum Sol­da­ten mi­li­tär­dienst­pflich­tig.

3 Sie kön­nen auf ihr schrift­li­ches Ge­such hin auch in dem Jahr, in dem sie aus der Mi­li­tär­dienst­pflicht ent­las­sen wer­den, zu Wie­der­ho­lungs­kur­sen so­wie zu Vor­be­rei­tungs- und Ent­las­sungs­ar­bei­ten auf­ge­bo­ten wer­den, wenn sie die Aus­bil­dungs­dienst­pflicht noch nicht er­füllt ha­ben und ein Be­darf der Ar­mee ge­ge­ben ist. Das Ge­such ist bei der kon­troll­füh­ren­den Stel­le ein­zu­rei­chen.

4. Abschnitt: Inkrafttreten

Art. 118  

Die­se Ver­ord­nung tritt am 1. Ja­nu­ar 2018 in Kraft.

Anhang 1 79

79 Fassung gemäss Ziff. II Abs. 1 der V vom 16. Okt. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3233).

(Art. 46)

Ausbildungsdienste

Grundausbildungsdienste

Fortbildungsdienste der Truppe

Grundausbildung

Ausbildung der Unteroffiziere, höheren Unteroffiziere und Offiziere (Kaderausbildungsdienste)

Ausbildungsdienste der Formationen

Besondere Dienste für Kader

Rekruten­schule1
(inkl. Fachkurse für Spezialisten/

-innen nach Art. 50 MG)

Kaderausbildung

Höherer Unteroffizierslehrgang1
Küchenchefunteroffiziersschule1
Offiziersschule1
Unteroffiziersschule1

Wiederholungskurse

Kadervorkurs2
Wiederholungskurse2
(für höhere Unteroffiziere und Offiziere

in Stäben Grosser Verbände oder
Truppenkörper gelten als Wiederholungskurse: Stabskurse2, Stabsrahmenübungen3, Stabsübungen3, Volltruppenübungen3
und Trainingskurse der Luftwaffe2)
Fachkurs2
Kommandoübergabe4
Grundkurs des
Kompetenzzentrums für Militär- und Katastrophenmedizin2
Rapport4
Schiedsrichterdienst3
Trainingskurs2
Truppenbesuch4
Übungsleitung3

Vorbereitungs- und Entlassungsarbeiten

Entlassungsarbeiten2
Erkundung2
Rapporte im Rahmen der Vorbereitung von Ausbildungsdiensten4

Ausbildungsdienste in einer Rekrutenschule

Kadervorkurs2
Praktischer Dienst1

Dienst ausserhalb der Formation

Vorauswahl- und Auswahlkurs für das Armeeaufklärungsdetachement2
Befragung bei Personensicherheitsprüfung4
Drohnenumschulungskurs
(Praktischer Teil)2
Eignungsabklärung zum Einsatz im Friedensförderungsdienst4
Einführungs-, Fachdienst-, Umschulungs- oder Grundkurs2
Einsatzbezogene Ausbildung für den Friedensförderungsdienst2
medizinische Untersuchung zur Beurteilung der Tauglichkeit4
Verbliebenenkurs2

Weitere Ausbildungsdienste für höheren Grad, neue Funktion oder Umschulung

Drohnenumschulungskurs (Theorie)2
Führungslehrgang1
Generalstabslehrgang1
Kaderkurs Medizin2
Kaderkurs Veterinär2
Praktischer Dienst in den Regionen bzw. Bereichen der Sanität oder im Ausbildungsdienst für Formationen2
Spezialkurs Grenadier/in und Fallschirmaufklärer/in2
Technischer Lehrgang1

Legende:

1
Schulen
2
Kurse
3
Übungen
4
Rapporte

Durchdienende

Restliche Diensttage ohne Unterbrechung2

Anhang 2 80

80 Fassung gemäss Ziff. II Abs. 1 der V vom 16. Okt. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3233).

(Art. 56 Abs. 4, 64 Abs. 1, 65 Abs. 1 und 2, 72 Abs. 2 Bst. b Ziff. 1, 113 Abs. 3 sowie 115 Abs. 1)

Dauer der Rekrutenschulen sowie maximale Dauer der Kaderausbildung und der Ausbildungsdienste in Tagen

Grundausbildungs- und Kaderausbildungslaufbahn

Aktueller Grad

Angehender Grad

Funktion

Grundausbildung

Kaderausbildungsdienste

Rekrutierung

Eignungsab­klärung

Rekrutenschule
(inkl. Fach­kurse für Spezialist/innen nach Art. 50 MG)

Unteroffiziersschule

Küchenchefunteroffiziersschule

Kadervorkurs und Praktischer Dienst in Rekrutenschule

1.0

Rekr

Sdt

Alle Funktionen, sofern keine Ausnahme

3

124/159

Folgende Funktionen leisten eine Rekrutenschule von 159 Tagen am Ausbildungszentrum Spezialkräfte:

Spezialkräfte Sicherungssoldat, Spezialkräfte Führungsstaffel Soldat, Spezialkräfte Nachschub Soldat;

und am Ausbildungszentrum Spezialkräfte die Logis­tikfunktionen Büroordonnanz, Truppenbuchhalter/in, Truppenkoch/-köchin, Truppenkoch/-köchin Durchdiener, Betriebssoldat

Gebirgsspezialist/in

3

2

124

Grenadier/in und Fallschirmaufklärer/in

3

2

159

Sanitätssoldat Arzt/Ärztin Anwärter/in

Spitalssoldat Arzt/Ärztin Anwärter/in

3

82/124

Anwärter/innen leisten eine Grundausbildung von 82 Tagen. Bestehen sie die Kaderausbildungslaufbahn zum Offizier nicht, werden sie für den Rest der Dauer der Grundausbildung von 124 Tagen aufgeboten.

Soldat Veterinärarzt/ärztin Anwärter/in

82/124

1.1

Sdt

Gfr

Alle Funktionen

Nach Erreichen des Grades Soldat sind keine weiteren Kaderausbildungsdienste zu leisten.

2.0

Sdt

Gfr

Wm

Gruppenführer/in

Gruppenführer/in Gebirgsspezialist/in

27

12–131*

Gruppenführer/in Grenadier/in

Gruppenführer/in Fallschirmaufklärer/in

40

47–124*

Küchenchef/in

40

33–131*

2.1

Wm

Obwm

Zugführer/in Stellvertreter/in

Nach Erreichen des Grades Wachtmeister sind keine weiteren Kaderausbildungsdienste zu leisten.

2.2

Wm

Obwm

Leiter/in Tambour

Leisten einen Technischen Lehrgang Tambour Uof von 12 Tagen.

Kaderausbildungslaufbahn

Aktueller Grad

Angehender Grad

Funktion

Kaderausbildungsdienste

Technischer Lehrgang

Höherer Unteroffizierslehrgang

Kadervorkurs und Praktischer Dienst in Rekrutenschule

Technischer Lehrgang Logistik

Führungslehrgang Truppenkörper

Praktischer Dienst in Ausbildungsdiensten der Formationen

Technischer Lehrgang B

Führungslehrgang Grosser Verband

3.0

Wm

Obwm

Fw

5–26*

0–131*

3.1

Wm

Obwm

Fw

Four

Fourier/in

40

0–131*

3.2

Hptfw

Einheitsfeldweibel

3.3

Fw

Four

Hptfw

Adj Uof

26

26

3.4

Fw

Four

Hptfw

Adj Uof

Stabsadj

33

12

3.5

Stabsadj

Hptadj

0–21*

12–38*

3.6

Hptadj

Chefadj

Nach Erreichen des Grades Hauptadjutant sind keine weiteren Kaderausbildungsdienste zu leisten.

Kaderausbildungslaufbahn

Aktueller Grad

Angehender Grad

Funktion

Kaderausbildungsdienste

Offiziersschule

Spezialkurs für Grenadier/innen und Fallschirmaufklärer/innen

Kaderkurs Medizin

Kaderkurs Veterinär

Kadervorkurs und Praktischer Dienst in Rekrutenschule oder in den Regionen bzw. Bereichen der Sanität

Führungslehrgang Einheit

Technischer Lehrgang

Kadervorkurs und Praktischer Dienst in Rekrutenschule

Führungslehrgang Truppenkörper

Technischer Lehrgang

Praktischer Dienst in Ausbildungsdienste der Formationen

Führungslehrgang Grosser Verband

4.0

Uof

Höh Uof

Lt

Zugführer/in

103

131

Zugführer/in Grenadier/in

Zugführer/in Fallschirmaufklärer/in

75

26–73**

124

Quartiermeister/in

103

131

Sdt

Militärarzt/-ärztin

Apotheker/in

54

82

Zahnarzt/-ärztin

54

164

Veterinärarzt/-ärztin

54

96

96

4.1

Lt

Oblt

Alle Funktionen

Nach Erreichen des Grades Leutnant sind keine weiteren Kaderausbildungsdienste zu leisten.

Quartiermeister/in

12

12

5.0

Lt

Oblt

Hptm

Einheitskommandant/in

26

5–26*

132

Bordoperateur/in

Pilot/in

26

12

Drohnenpilot/in

Drohnenoperateur/in

26

19

12

Führungsgehilfe/
-gehilfin Truppenkörper

12–31*

0–19*

12–16*

Führungsgehilfe/
-gehilfin Grosser Verband

0–21

19–38*

Bataillonsarzt/-ärztin

Abteilungsarzt/-ärztin

Chef/in Medizin

12–33*

5

12

Apotheker/in

Veterinärarzt/-ärztin

12

12

Chef/in Dienste Militärmusik

12

12

26

5.1

Oblt

Hptm

Quartiermeister/in

Nach Erreichen des Grades Oberleutnant sind keine weiteren Kaderausbildungsdienste zu leisten.

Kaderausbildungslaufbahn

Aktueller Grad

Angehender Grad

Funktion

Kaderausbildungsdienste

Bemerkung

Führungslehrgang Truppenkörper

Technischer Lehrgang

Praktischer Dienst in Ausbildungsdienst der Formationen

Technischer Lehrgang II

Praktischer Dienst in Ausbildungsdienste der Formationen

Technischer Lehrgang B

Führungslehrgang Grosser Verband

5.2

Hptm

Hptm/

Maj

Bei gleichbleibender Funktion, mit Übernahme einer neuen Einheit als Kommandant/in

0–26*

nach dem 3. Funktionsjahr als Hptm, mit Einverständnis des/der Betroffenen und des Arbeitgebers

5.3

Bei gleichbleibender Funktion in einer Stabs- oder Logistikkompanie (ohne die Logistikbataillone), einer Feuerleit- oder Logistikbatterie (ohne die Logistikbataillone)

5.4

Bei gleichbleibender Funktion

als Führungsgehilfe in Stäben

der Truppenkörper

12–31*

0–19*

12–16*

5.5

Bei gleichbleibender Funktion

als Führungsgehilfe in Stäben

der Grossen Verbände

0–21*

19–38*

5.6

Bei gleichbleibender Funktion als Führungsgehilfe in besonderen Stäben

12–31*

0–19*

12–16*

6.0

Hptm

Maj

Führungsgehilfe/-gehilfin Truppenkörper (Kommandant/in Stellvertreter/in, Chef/in Einsatz S3)

33

12–19*

16

ab Funktion Einheitskommandant/in

Führungsgehilfe/-gehilfin Truppenkörper

12–31*

0–19*

12–16*

ab Funktion Zugführer/in

12–31*

0–19*

12–16*

0–19*

ab Funktion Einheitskommandant/in

Führungsgehilfe/-gehilfin

Grosser Verband

Quartiermeister/in

0–21*

19–38*

Staffelkommandant/in

33

26

ab Funktion Pilot/in

Chef/in Medizin

Detachementschef/in

Lebensmittel­inspektorat

Chef/in Veterinär/in Armeetiere

Nach Erreichen des Grades Hauptmann sind keine weiteren Kaderausbildungsdienste zu leisten.

Chef/in Veterinärdienst

12

5

19

6.1

Maj

Oberstlt

Truppenkörperkommandant/in

5–19*

16

Geschwaderkommandant/in

12

Führungsgehilfe/-gehilfin

Grosser Verband

0–21*

0–38*

Arzt/Ärztin Grosser Verband

Chef/in Pharmazie

5

31

Chef/in Veterinärdienst Truppenkörper

Nach Erreichen des Grades Major sind keine weiteren Kader­ausbildungsdienste zu leisten.

Kaderausbildungslaufbahn

Aktueller Grad

Angehender Grad

Funktion

Kaderausbildungsdienste

Zusätzliche Kaderausbildungsdienste

Eignungsprüfung und Einführungskurs

Generalstabslehrgang I und II

Generalstabslehrgang III/1 und III/2

Generalstabslehrgang IV und V

6.2

Oberstlt

Oberst

Führungsgehilfe/-gehilfin Grosser Verband

Divisionsarzt/-ärztin

Chef/in Sanitätsdienst

Chef/in Pharmazie

Chef/in Lebensmittelinspektorat

Chef/in Veterinärdienst Grosser Verband

Nach Erreichen des Grades Oberstleutnant sind keine weiteren Kaderausbildungsdienste zu leisten.

7.0

Hptm / Maj

Maj i Gst

5

52

7.1

Maj i Gst

Oberstlt i Gst

24

7.2

Oberstlt i Gst/Oberst i Gst

Oberstlt i Gst/Oberst i Gst

19–38*

Legende:
*
Funktionsabhängige Dauer des Kaderausbildungsdienstes
**
Grenadier- und Fallschirmaufkläreranwärter/innen, die den Vorschlag im Fortbildungsdienst der Truppe erhalten haben, absolvieren einen Vorkurs der Grenadier- und Fallschirmaufklärerunteroffiziersschule
Adj Uof
Adjutantunteroffizier
Chefadj
Chefadjutant
Four
Fourier
Fw
Feldweibel
Gfr
Gefreiter
Höh Uof
Höherer Unteroffizier
Hptadj
Hauptadjutant
Hptfw
Hauptfeldweibel
Hptm
Hauptmann
i Gst
im Generalstab
Lt
Leutnant
Maj
Major
Oberstlt
Oberstleutnant
Oblt
Oberleutnant
Obwm
Oberwachtmeister
Rekr
Rekrut
Sdt
Soldat
Stabsadj
Stabsadjutant
Uof
Unteroffizier
Wm
Wachtmeister

Anhang 3 81

81 Fassung gemäss Ziff. II Abs. 1 der V vom 16. Okt. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3233).

(Art. 71 Abs. 2 und 78 Abs. 1)

Zeitliche Voraussetzungen für den Vorschlag und die Beförderung sowie Zuständigkeiten bei Beförderungen

Kaderausbildungslaufbahn

Aktueller Grad

Angehender Grad

Funktion

Vorschlagserteilung1

Beförderung

Bemerkungen

Gelegenheit

Mindestanzahl geleistete Wiederholungskurse oder Dienstjahre im zuletzt erworbenen Grad

Bis vollendetes Altersjahr

Mindestalter

Zeitpunkt

durch

Wiederholungskurs (WK)

Grundausbildungs-dienst

Kaderausbildungsdienst

1.0

Rekr

Sdt

alle Funktionen

18

Rekrutenschule

Einh Kdt GAD

Alter für Beförderung:
bis vollendetes 25. Altersjahr

1.1

Sdt

Gfr

alle Funktionen

X

1 WK

Kein

Kein

WK*

Einh Kdt

Beförderung frühestens:

nach dem 1. WK
ab 20 Tagen ADF DD

2.0

Sdt

Gfr

Wm

Gruppenführer/in
Küchenchef/in

X

X

28

Kein

Unteroffizierschule*

Kdt KAD

2.1

Wm

Obwm

Zugführer/in Stell­vertreter/in

X

2 WK

29

Kein

WK*

Einh Kdt

Beförderung frühestens:

nach dem 2. WK
ab 50 Tagen ADF DD

3.0

Wm

Obwm

Fw

X

X

2 WK bei Vorschlags-erteilung aus WK

31

Kein

Technischer Lehrgang*

Kdt KAD

3.1

Wm

Obwm

Fw

Four

Fourier/in

X

X

2 WK bei Vorschlags-erteilung aus WK

30

Kein

Höherer Unteroffiziers-lehrgang*

3.2

Hptfw

Einheitsfeld­weibel/in

X

X

2 WK bei Vorschlags-erteilung aus WK

30

Kein

3.3

Fw

Four

Hptfw

Adj Uof

X

1 WK

30

Kein

Technischer Lehrgang*

3.4

Fw

Four

Hptfw

Adj Uof

Stabsadj

X

2 WK

36

25

Praktischer Dienst im ADF**

CdA

3.5

Stabsadj

Hptadj

X

4 WK

44

32

Führungslehrgang Grosser Verband**

3.6

Hptadj

Chefadj

X

4 Dienstjahre

50

38

**

4.0

Uof und höh Uof

Lt

Zugführer/in
Quartiermeister/in

X

X

2 WK bei Vorschlags-erteilung aus WK

33

Kein

Offiziersschule oder Spezialkurs Grenadier und Fallschirmauf­klärer*

4.1

Lt

Oblt

Zugführer/in

X

2 WK

34

Kein

WK** oder

im ADF DD (keine Quartalsbeförderung)

Chef/in VBS

Beförderung frühestens:

nach 3. WK oder
ab 70 Tagen ADF DD

Beförderung
ohne Vorschlag:

nach 6. WK oder
140 Tagen ADF DD

Quartiermeister/in

X

Kein

Nach Praktischem Dienst im ADF (keine Quartalsbeförderung)

5.0

Lt

Oblt

Hptm

Bataillons- und Abteilungsarzt/ärztin

X

1 WK

36

Kein

WK**

Chef/in VBS

Einheitskommandant/in

X

2 WK, d. h. frühestens Ende 3. WK mit zeit-gleichem Antrag auf Beförderung zum Oblt.

36

Kein

Praktischer Dienst in Rekrutenschule**

Führungsgehilfe/
-gehilfin

Truppenkörper oder Grosser Verband

X

36

Kein

Praktischer Dienst im ADF**

5.1

Oblt

Hptm

Quartiermeister/in

X

3 WK

36

Kein

WK**

6.0

Hptm

Maj

Quartiermeister/in

X

32

Führungslehrgang Grosser Verband**

Chef/in VBS

Voraussetzung: mindestens acht Jahre als Offizier

Führungsgehilfe/
-gehilfin

Truppenkörper

X

3 WK

32

**

X

3 WK

Kein

Praktischer Dienst im ADF**

ab Funktion Einheits­kommandant/in

Führungsgehilfe/
-gehilfin Grosser Verband

X

32

Führungslehrgang Grosser Verband**

Voraussetzung: mindestens drei Jahre als Einheitskommandant/in oder Führungsgehilfe/-gehilfin Truppenkörper und min­destens acht Jahre als Offizier

6.1

Maj

Oberstlt

Kommandant/in
Truppenkörper

X

ab Funktion Einheitskommandant/in: min­destens 2 WK als Truppenkörper Kommandant/in Stellvertreter/in oder S3, Generalstabsoffiziere/
-offizierinnen ausgenommen

38

**

Führungsgehilfe/
-gehilfin Grosser Verband

X

38

**

6.2

Oberstlt

Oberst

Führungsgehilfe/
-gehilfin Grosser Verband

X

Funktion Kommandant/in Grosser Verband Stellvertreter/in nur als ehemalige/r Truppenkörper Kommandant/in möglich

42

**

Chef/in VBS

Kaderausbildungslaufbahn

Aktueller Grad

Angehender Grad

Vorschlagserteilung1

Beförderung

Bemerkungen

Gelegenheit

Mindestanzahl geleistete Wiederholungskurse oder Dienstjahre im zuletzt erworbenen Grad

Bis vollendetes Altersjahr

Mindestalter

Zeitpunkt

durch

Wiederholungskurs (WK)

Grundausbildungs-dienst

Kaderausbildungs-dienst

7.0

Hptm / Maj

Maj i Gst

X

30

Generalstabs­lehrgang II*

Chef/in VBS

Mindestens drei Jahre als Einheitskommandant/in und acht Jahre als Offizier

7.1

Maj i Gst

Oberstlt i Gst

X

37

Generalstabs­lehrgang III/2**

7.2

Oberstlt i Gst

Oberst i Gst

X

42

Generalstabs­lehrgang IV** und V**

Höhere Stabsoffiziere

(Brigadier, Divisionär, Korpskommandant)

Genehmigung durch Chef/Chefin VBS

Ernennung durch Bundesrat

Legende:

1
Die Bedingungen für die Vorschlagserteilung gelten nicht für das Militärische Personal
*
Beförderung während des Ausbildungsdienstes, administrativ auf den ersten Tag nach bestandenem Ausbildungsdienst
**
Beförderung durch Quartalsbeförderung per 01.01./01.04./01.07./01.10. mit Einteilung in die Funktion
ADF
Ausbildungsdienste der Formationen
ADF DD
Ausbildungsdienste der Formationen für Durchdienende (restliche Diensttage ohne Unterbruch)
Adj Uof
Adjutantunteroffizier
CdA
Chef/in der Armee
Chefadj
Chefadjutant
DD
Durchdienende
Einh Kdt
Einheitskommandant/in, unter dem/der die Angehörigen der Armee Dienst leisten
Einh Kdt GAD
Einheitskommandant/in Grundausbildung
Four
Fourier
Fw
Feldweibel
Gfr
Gefreiter
Höh Uof
Höherer Unteroffizier
Hptadj
Hauptadjutant
Hptfw
Hauptfeldweibel
Hptm
Hauptmann
i Gst
im Generalstab
Kdt KAD
Kommandant/in Kaderausbildungsdienst
Lt
Leutnant
Maj
Major
Oberstlt
Oberstleutnant
Oblt
Oberleutnant
Obwm
Oberwachtmeister
Rekr
Rekrut
Sdt
Soldat
Stabsadj
Stabsadjutant
Uof
Unteroffizier
Wm
Wachtmeister
WK
Wiederholungskurse

Anhang 4 82

82 Bereinigt gemäss Ziff. II Abs. 2 der V vom 16. Okt. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3233).

(Art. 71 Abs. 2, 72 Abs. 2 Bst. b Ziff. 1 und 76 Abs. 3)

Abweichende Bestimmungen zur Kaderausbildung und zur Beförderung

1. Berufsoffiziere/-offizierinnen (BO), ausgenommen Angehörige des militärischen Flugdienstes*

Angehender Grad

Funktion

in Einsatzgruppe (E)

Kaderausbildungsdienste nach Kaderausbildungslaufbahn

zusätzliche berufliche Ausbildungslehrgänge

Beförderung in Abweichung zu Anhang 3

Selektion 1

(Eignungsabklärung)

Selektion 2

(Zulassungsprüfung zum Grundausbildungslehrgang)

Grundausbildungslehrgang Militärakademie

Selektion 3

WAL 1 BO

Mindestens vollendetes Altersjahr

Bemerkungen

Oblt

E1

4.1

1–2

2

X

Hptm

5.0

1–2

2

X

Maj

6.0

1–2

2

X

Maj i Gst

7.0

1–2

2

X

Hptm

E2

5.0

Muss mindestens vier Jahre (Absolventen/Absolventinnen Diplomlehrgang und Bachelorlehrgang) bzw. fünf Jahre (Absolventen/Absolventinnen Militärschule) erfolgreich in der Einsatzgruppe E1 gewesen sein.

Maj

6.0

Maj i Gst

7.0

Oberstlt

Kommandant/in Truppenkörper

E3

6.1

X

X

38

Führungsgehilfe/-gehilfin Grosser Verband

40

Oberstlt i Gst

Kommandant/in Truppenkörper

7.1

X

X

37

Führungsgehilfe/-gehilfin Grosser Verband

38

Angehender Grad

Funktion

in Einsatzgruppe (E)

Kaderausbildungsdienste nach Kaderausbildungslaufbahn

zusätzliche berufliche Ausbildungslehrgänge

Beförderung in Abweichung zu Anhang 3

WAL 2 BO

Selektion 4

WAL 3 BO

Mindestens vollendetes Altersjahr

Bemerkungen

Oberstlt

Kommandant/in Truppenkörper

E3+

6.1

X

38

Führungsgehilfe/-gehilfin Grosser Verband

40

Oberstlt i Gst

Kommandant/in Truppenkörper

7.1

X

37

Führungsgehilfe/-gehilfin Grosser Verband

38

Oberst

E3+

6.2

X

42

Über Anträge entscheidet der Chef / die Chefin der Armee.

Oberst i Gst

7.2

X

Oberst

E4

6.2

X

42

Oberst i Gst

7.2

X

Oberst

E5

6.2

X

47

Oberst i Gst

7.2

X

Brigadier

X

X

WAL 3 BO kann auch nach der Funk­tionsübernahme und Beförderung absolviert werden.

Divisionär

Korpskommandant

Legende:

*
Für Angehörige des militärischen Flugdienstes gelten die Bestimmungen gemäss der Verordnung vom 19. November 2003 über den militärischen Flugdienst (MFV; SR 512.271) und der Verordnung des VBS vom 4. Dezember 2003 über die Angehörigen des militärischen Flugdienstes (VamFD; SR 512.271.1).

2. Berufsunteroffiziere/-unteroffizierinnen (BU)

Angehender Grad

in Einsatzgruppe (E)

Kaderausbildungsdienste und berufliche Ausbildungslehrgänge

Beförderung in Abweichung zu Anhang 3

Kaderausbildungsdienste nach Kaderausbildungslaufbahn

Selektion 1

(Eignungsabklärung)

Selektion 2

(Zulassungsprüfung zum GAL BUSA)

GAL BUSA

Selektion 3

WAL 1 BU

Selektion 4

WAL 2 BU

WAL 3 BU

Mindestens vollen­detes Altersjahr

Bemerkungen

Adj Uof

E1

1–2

2

X

Angehende Berufsunteroffiziere/-unteroffizierinnen werden nach dem erfolgreichen Abschliessen des Grundausbildungslehrgangs zum Adjutantunteroffizier befördert.

Unabhängig vom Grundausbildungslehrgang an der Berufsunteroffiziersschule der Armee kann eine Beförderung nach Anhang 2 zum Adjutantunteroffizier oder zum Stabsadjutant erfolgen.

Stabsadj

3.4*

1–2

2

X

28

Adj Uof

E2

26

Muss mindestens drei Jahre erfolgreich in der Einsatzgruppe E1 gewesen sein.

Stabsadj

3.4*

28

Adj Uof

E2+

31

Muss mindestens fünf Jahre erfolgreich in der Einsatzgruppe E2 gewesen sein.

Stabsadj

3.4*

33

Stabsadj

E3

X

X

35

Hptadj

3.5*

X

X

35

Hptadj

E4

X

X

42

Chefadj

3.6*

X

X

42

Chefadj

E5

X

48

Der WAL 3 BU kann auch nach der Funktionsübernahme und Beförderung absolviert werden.

3. Fachberufsmilitärs

3.1 Armeeaufklärungsdetachement (AAD)

Kaderausbildungslaufbahn

Angehender Grad

Kaderausbildungsdienste in Abweichung zu Anhang 2

Beförderung in Abweichung zu Anhang 3

Grundkurs AAD

Kadervorkurs und Praktischer Dienst in Rekrutenschule

Führungslehrgang Einheit

Ausbildung zum Fachexperten/zur Fachexpertin AAD

Ausbildung zum Zug-führer/zur Zugführerin oder Leiter/zur Leiterin Fachbereich AAD

Offizierslehrgang AAD

Fachdienstkurs für den angehenden Grad

Bemerkungen

Bemerkungen

2.0

Wm

X

anstelle Unteroffiziersschule (27 Tage) sowie Kadervorkurs und Praktischer Dienst in Rekrutenschule (131 Tage)

3.0

Fw

X

anstelle Technischer Lehrgang Logistik (26 Tage)

Mindestens drei Jahre als Angehöriger des AAD

3.2

Hptfw

33

anstelle Kadervorkurs und Praktischer Dienst in Rekrutenschule (131) für angehende Berufsunteroffiziere/-offizierinnen

3.2

Adj Uof

X

anstelle Technischer Lehrgang Logistik (26 Tage) und Praktischer Dienst in Ausbildungsdienste in Formationen (26 Tage)

Mindestens zwei Jahre Einsatzerfahrung im AAD

3.3

Stabsadj

26

X

anstelle Führungslehrgang Truppenkörper (33 Tage) und Praktischer Dienst in Ausbildungsdienste in Formationen (12 Tage)

Mindestens zwei Jahre Einsatzerfahrung im AAD

4.0

Lt

X

anstelle Offiziersschule (103 Tage) sowie Kadervorkurs und praktischer Dienst in Rekrutenschule (131 Tage)

Mindestens zwei Jahre Einsatzerfahrung im AAD

4.1

Oblt

Mindestens zwei Jahre im Grade eines Leutnants

5.0

Hptm

33

anstelle Kadervorkurs und Praktischer Dienst in Rekrutenschule (131)

3.2 Militärpolizei Spezialdetachement (MP Spez Det)

Kaderausbildungslaufbahn

Angehender Grad

Kaderausbildungsdienste in Abweichung zu Anhang 2

Beförderung in Abweichung zu Anhang 3

Grundkurs MP Spez Det

Kadervorkurs und Praktischer Dienst in Rekrutenschule

Kurs 2 für Interventions­einheiten des Schweizerischen Polizeiinstituts

Offizierslehrgang MP
Spez Det

Kurs 3 für Interventions­einheiten des Schweizerischen Polizeiinstituts

Kadervorkurs und Praktischer Dienst im Einsatzbereich

Bemerkungen

Bemerkungen

3.0

Fw

X

anstelle Unteroffiziersschule (27 Tage), Kadervorkurs und Praktischer Dienst in Rekrutenschule (131 Tage) sowie Technischer Lehrgang (26 Tage)

3.2

Hptfw

33

anstelle Kadervorkurs und Praktischer Dienst in Rekrutenschule (131 Tage) für angehende Berufsunteroffiziere/-offizierinnen

3.3

Adj Uof

X

anstelle Technischer Lehrgang Logistik (26 Tage) und Praktischer Dienst in Ausbildungsdienste in Formationen (26 Tage)

Mindestens zwei Jahre Einsatzerfahrung im MP Spez Det

4.0

Lt

X

anstelle Offiziersschule (103 Tage) sowie Kadervorkurs und Praktischer Dienst in Rekrutenschule (131 Tage)

Mindestens zwei Jahre Einsatzerfahrung im MP Spez Det

4.1

Oblt

Mindestens zwei Jahre im Grad eines Leutnants

5.0

Hptm

X

X

33

anstelle Kadervorkurs und Praktischer Dienst in Rekrutenschule (131 Tage) und Technischer Lehrgang Logistik (26 Tage)

3.3 Kommando Militärpolizei

Kaderausbildungslaufbahn

Angehender Grad

Kaderausbildungsdienste in Abweichung zu Anhang 2

Beförderung in Abweichung zu Anhang 3

Grundkurs Kommando Militärpolizei

Führungslehrgang
Truppenkörper

Fachdienstkurs für
den angehenden Grad

Offizierslehrgang Militärpolizei

Kadervorkurs und
Praktischer Dienst
im Einsatzbereich

Bemerkungen

Bemerkungen

2.0

Wm

X

anstelle Unteroffiziersschule (27 Tage) sowie Kadervorkurs und Praktischer Dienst in Rekrutenschule (131 Tage)

2.1

Obwm

Mindestens zwei Jahre als Wm

3.0

Fw
MP Sich Uof

X

anstelle Technischer Lehrgang Logistik (26 Tage)

Mindestens zwei Jahre als Obwm

3.1

Fw
MP Uof

X

anstelle Technischer Lehrgang Logistik (26 Tage)
und Praktischer Dienst in Ausbildungsdienste
der Formationen (26 Tage)

3.2

Hptfw

X

3.3

Adj Uof

X

X

anstelle Kadervorkurs und Praktischer Dienst in
Rekrutenschule (131 Tage)

Mindestens zwei Jahre als Hptfw

3.4

Stabsadj

X

Anstelle Führungslehrgang Truppenkörper (33 Tage) und praktischer Dienst in Ausbildungsdienste der Formationen (12 Tage)

Mindestens zwei Jahre als Adj Uof

4.0

Lt

X

Anstelle Offiziersschule (103 Tage) sowie Kader­vorkurs und praktischer Dienst in Rekrutenschule (131 Tage)

4.1

Oblt

Mindestens zwei Jahre als Lt

5.01

Hptm

X

33

Anstelle Kadervorkurs und praktischer Dienst in Rekrutenschule (131 Tage)

Mindestens zwei Jahre als Oblt

6.0

Maj

X

Anstelle praktischer Dienst im Ausbildungsdienst der Truppe

6.1

Oberstlt

X

X

Anstelle praktischer Dienst im Ausbildungsdienst der Truppe

3.4 Kampfmittelbeseitigung- und Minenräumungsdetachement

Kaderausbildungslaufbahn

Angehender Grad / Funktion

Kaderausbildungsdienste in Abweichung zu Anhang 2

Beförderung in Abweichung zu Anhang 3

Ausgangsgrad

Berufliches Assessment KAMIR (3)

Grundausbildung KAMIBES «Profi"» (329)

Lehrgang IEDD, BEMS 552 (84)

Lehrgang Fachkunde, BEMS 555 (189)

Bemerkungen

Bemerkungen

2.0

Wm / Betriebsspezialist/in

Sdt / Wm

Absolvierte Grundausbildung zum Gruppenführer/zur Gruppenführerin gemäss Anhang 2 VMDP.

3.0

Fw / Leiter/in Logistik

Wm /
Obwm

X

X

Anstelle des Technischen Lehrgangs (12-26) und des Praktischen Dienstes (0-131) als Fw absolviert der/die Angehörige der Armee die berufliche Grundausbildung KAMIBES (329).

Beförderung zum Fw ohne obere Alterslimite möglich. Vorschlag zur Weiterausbildung erfolgt beruflich.

3.2

Hptfw / Adj Uof in der Funktion KAMIBES Spezialist/in, Mitarbeiter/in Ausbildung und Leiter/in Logistik

Wm /
Obwm /
Fw

X

X

Anstelle des Praktischen Dienstes (131) als Einhheits-Fw absolviert der/die Angehörige der Armee die berufliche Grundausbildung KAMIBES (329).

Beförderung zum Hptfw/Adj Uof ohne Alterslimite möglich. Vorschlag zur Weiterausbildung erfolgt beruflich.

3.3

Adj Uof
KAMIBES Experte/Expertin

Hptfw / Adj Uof

X

X

X

X

Anstelle des Technischen Lehrgangs (26) und des Praktischen Dienstes (26) absolviert der/die Angehörige der Armee den Lehrgang IEDD, BEMS 552 (84 Tage) sowie den Lehrgang Fachkunde, BEMS 555 (189).

Für die Beförderung zum Adj Uof (KAMIBES Experte/Expertin) mindestens vier Jahre im Grad eines Hptfw. Beförderung zum Adj Uof ohne obere Alterslimite möglich. Vorschlag zur Weiterausbildung erfolgt beruflich.

4.0

Subalternoffizier/in mit Funktion Chef/in KAMIBES Detachementschef/in ad interim und Sachbearbeiter/in Weiterentwicklung Technik ad interim

Wm /
Obwm /
Subalternoffizier/in

X

X

X

X

Kein Praktischer Dienst als Zugführer/in. Der/die Angehörige der Armee absolviert das berufliche Assessment KAMIR (3), die Grundausbildung KAMIBES «Profi» (329), den Lehrgang IEDD, BEMS 552 (84) sowie den Lehrgang Fachkunde, BEMS 555 (189). Einstieg ad interim als Subalternoffizier/in aus allen Truppengattungen. Nach Absolvierung der beruflichen Ausbildungen erfolgt die Funktionsübernahme ohne ad interim.

Absolvierung der Offiziersschule ohne Alterslimite möglich. Vorschlag erfolgt beruflich. Beförderung Lt zu Oblt frühestens nach 3 Funktionsjahren.

5.0

Hptm
in der Funktion Chef/in KAMIBES Detachement und Sachbearbeiter/in Weiterentwicklung Technik

Subalternoffizier/in

X

X

X

X

Ausbildung zum Einheitskommandanten/zur Einheitskommandantin: Führungslehrgang Einheit (26), Praktischer Dienst (131).

Die Weiterausbildung und die Beförderung zum Hptm ist ohne obere Alterslimite möglich. Vorschlag zur Weiterausbildung erfolgt beruflich.

6.0

Maj
in der Funktion EOD Offizier/in und Chef/in Ausbildung

Hptm

X

X

X

Führungslehrgang Truppenkörper 1. und 2. Teil (33).

Beförderung zum Maj nach mindestens 2 Funktionsjahren Chef/in KAMIBES Detachement oder Sachbearbeiter/in Weiterentwicklung Technik. Mindestalter zur Beförderung zum Maj = 32. Altersjahr. Beförderung zum Maj ist ohne Alterslimite möglich. Vorschlag zur Weiterausbildung erfolgt beruflich.

6.1

Oberstlt
in den Funktionen Chef/in Einsatz /
Konzeption oder Chef/in EOD

Maj

X

X

X

Führungslehrgang Truppenkörper 1. und 2. Teil (33)

Beförderung zum Oberstlt nach mindestens 2 Funktionsjahren EOD Offizier/in oder Chef/in Ausbildung. Beförderung zum Oberstlt ist ohne Alterslimite möglich. Vorschlag erfolgt beruflich.

3.5 Dienst für präventiven Schutz der Armee (DPSA)

Kaderausbildungslaufbahn

Angehender Grad

Kaderausbildungsdienste in Abweichung zu Anhang 2

Beförderung in Abweichung zu Anhang 3

Praktischer Dienst in Ausbildungsdienste der Formationen

Technischer Lehrgang A Nachrichtenoffizier/-in oder Technischer Lehrgang Militärische Sicherheit

Kadervorkurs und Praktischer Dienst in Rekrutenschule

Bemerkungen

Bemerkungen

4.0

Lt

33

anstelle Kadervorkurs und Praktischer Dienst in Rekrutenschule (131 Tage)

5.0

Hptm

12–16

33

anstelle Technischer Lehrgang (5–26 Tage) sowie Kadervorkurs und Praktischer Dienst in Rekrutenschule (131 Tage)

Legende:

X
Berufliche Ausbildungslehrgänge im Rahmen des Anstellungsverhältnisses ohne Anrechenbarkeit an die Ausbildungsdienstpflicht.
*
Der Grad eines Berufsunteroffiziers/einer Berufsunteroffizierin darf in der Milizfunktion höchstens um einen Grad höher sein als sein/ihr Grad in der beruflichen Funktion.
Adj Uof
Adjutantunteroffizier
BEMS
Berechtigung für den Einsatz von Munition mit Sprengwirkung
BO
Berufsoffizier/in
BU
Berufsunteroffizier/in
Chefadj
Chefadjutant
EOD
Explosive Ordnance Disposal
Four
Fourier
Fw
Feldweibel
GAL BUSA
Grundausbildungslehrgang Berufsunteroffiziersschule der Armee
Gfr
Gefreiter
Hptadj
Hauptadjutant
Hptfw
Hauptfeldweibel
Hptm
Hauptmann
IEDD
Improvised Explosive Device Disposal
i Gst
im Generalstab
KAMIBES
Kampfmittelbeseitigung
KAMIR
Kampfmittelbeseitigung und Minenräumung
Lt
Leutnant
Maj
Major
MP
Militärpolizei
Oberstlt
Oberstleutnant
Oblt
Oberleutnant
Obwm
Oberwachtmeister
Rekr
Rekrut
Sdt
Soldat
Stabsadj
Stabsadjutant
WAL
Weiterausbildungslehrgang
Wm
Wachtmeister

Anhang 5 83

83 Fassung gemäss Ziff. II Abs. 1 der V vom 16. Okt. 2019 (AS 2019 3233). Bereinigt gemäss Anhang 3 Ziff. II 3 der Bevölkerungsschutzverordnung vom 11. Nov. 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 5087).

(Art. 81 Abs. 1)

Spezialisten und Spezialistinnen

Folgende Angehörige der Armee können zu Spezialisten oder Spezialistinnen ernannt und militärisch entsprechend eingeteilt werden, wenn sie:

1. in ihrer zivilen Tätigkeit bei der Swisscom im technischen Betrieb (Planung/Entwicklung, Steuerung, Unterhalt, Einsatz und Schutz) in folgenden Bereichen tätig sind:

1.1 System «Information der Bevölkerung durch den Bund in Krisenlagen mit Radio (IBBK)»,

1.2 Kabelanlagen, namentlich Glasfaserkabelanlagen,

1.3 AF-Netz oder dessen Folgesysteme,

1.4 Höhenstandorte,

1.5 Weitere zukünftige Folgesysteme, mit den gleichen Zwecken;

2. in ihrer zivilen Tätigkeit bei der Luftwaffe oder bei der Logistikbasis der Armee eine Funktion innehaben, die unabhängig von der Lage einsatzrelevante Aufgaben erfüllt;

3. die Voraussetzungen für eine Einteilung als Pilot/in, Werkpilot/in, Bordoperateur/in, Drohnenoperateur/in, Drohneneinsatzoffizier/in, Fallschirmaufklärer/in oder Armeeaufklärer/in erfüllen;

4. über besondere Kenntnisse in folgenden Bereichen verfügen:

4.1 Flugzeuginstandhaltung und -instandsetzung,

4.2 Integrale Flugsicherheit inklusive Einsatzplanung und -führung,

4.3 Luftraumüberwachung und -be­wirtschaftung sowie Einsatzplanung und Ein­satzleitung von Luftmitteln,

4.4 Flugmeteorologie,

4.5 Flugmedizin und Flugpsychologie,

4.6 Genietechnische Instandstellung von Luftwaffeninfrastruktur nach gegnerischer Einwirkung,

4.7 Humanmedizin,

4.8 Zahnmedizin,

4.9 Veterinärmedizin,

4.10 Pharmazie,

4.11 Lebensmittelhygiene,

4.12 Biologie,

4.13 Chemie,

4.14 Physik,

4.15 Kommunikation sowie Management-, Informations- und Kommunikationsausbildung,

4.16 Sprachen,

4.17 Lehre und Forschung in den Bereichen Führung, Militärgeschichte, Militärpsy­chologie, Militärpädagogik, Militärökonomie, Militärsoziologie und Stra­te­gie­studien,

4.18 Geoinformationssysteme,

4.19 Kynologie,

4.20 Ingenieurwesen,

4.21 Bedienung für die Software des Führungssimulators 95+,

4.22 Sportausbildung,

4.23 Tauchen,

4.24 Moderation von Orientierungsveranstaltungen;

5. dem Stab Bundesrat Nationale Alarmzentrale angehören.