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Bundesgesetz
über den Bevölkerungsschutz und den Zivilschutz
(Bevölkerungs- und Zivilschutzgesetz, BZG)

vom 20. Dezember 2019 (Stand am 1. Januar 2021)

Die Bundesversammlung der Schweizerischen Eidgenossenschaft,

gestützt auf die Artikel 57 Absatz 2 und 61 der Bundesverfassung1,
nach Einsicht in die Botschaft des Bundesrates vom 21. November 20182,

beschliesst:

1. Titel: Gegenstand

Art. 1

Die­ses Ge­setz re­gelt:

a.
die Auf­ga­ben und die Zu­sam­men­ar­beit von Bund, Kan­to­nen und Drit­ten im Be­völ­ke­rungs­schutz;
b.
den Zi­vil­schutz als Part­ner­or­ga­ni­sa­ti­on im Be­völ­ke­rungs­schutz, ins­be­son­de­re die Schutz­dienst­pflicht und die Aus­bil­dung so­wie die Schutz­bau­ten.

2. Titel: Bevölkerungsschutz

1. Kapitel: Zweck, Zusammenarbeit und Pflichten Dritter

Art. 2 Zweck

Zweck des Be­völ­ke­rungs­schut­zes ist es, die Be­völ­ke­rung und ih­re Le­bens­grund­la­gen bei Scha­dener­eig­nis­sen von gros­ser Trag­wei­te (Gros­ser­eig­nis), Ka­ta­stro­phen, Not­la­gen und be­waff­ne­ten Kon­flik­ten zu schüt­zen, zur Be­gren­zung und Be­wäl­ti­gung von Scha­dener­eig­nis­sen bei­zu­tra­gen und ent­spre­chen­de Mass­nah­men zur Vor­sor­ge zu tref­fen.

Art. 3 Führungsorgane, Partnerorganisationen und Dritte

1 Die Füh­rungs­or­ga­ne, Part­ner­or­ga­ni­sa­tio­nen und Drit­te ar­bei­ten im Rah­men des Be­völ­ke­rungs­schut­zes in der Vor­sor­ge und der Er­eig­nis­be­wäl­ti­gung zu­sam­men.

2 Als Part­ner­or­ga­ni­sa­tio­nen ar­bei­ten zu­sam­men:

a.
die Po­li­zei zur Auf­recht­er­hal­tung von Si­cher­heit und Ord­nung;
b.
die Feu­er­wehr zur Ret­tung und zur Si­cher­stel­lung der Scha­den­wehr;
c.
das Ge­sund­heits­we­sen, ein­sch­liess­lich des sa­ni­täts­dienst­li­chen Ret­tungs­we­sens, zur me­di­zi­ni­schen Ver­sor­gung der Be­völ­ke­rung;
d.
die tech­ni­schen Be­trie­be, ins­be­son­de­re zur Ge­währ­leis­tung der Ver­füg­bar­keit von un­ver­zicht­ba­ren Gü­tern und Dienst­leis­tun­gen für die Be­völ­ke­rung;
e.
der Zi­vil­schutz zum Schutz und zur Ret­tung der Be­völ­ke­rung, zur Be­treu­ung schutz­su­chen­der Per­so­nen so­wie zur Füh­rungs­un­ter­stüt­zung und zur Un­ter­stüt­zung der an­de­ren Part­ner­or­ga­ni­sa­tio­nen.

3 Zur Vor­sor­ge und Er­eig­nis­be­wäl­ti­gung kön­nen wei­te­re Stel­len und Or­ga­ni­sa­tio­nen bei­ge­zo­gen wer­den, ins­be­son­de­re:

a.
Be­hör­den;
b.
Un­ter­neh­men;
c.
Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tio­nen.
Art. 4 Zusammenarbeit

Der Bund, die Kan­to­ne und die wei­te­ren Stel­len und Or­ga­ni­sa­tio­nen ar­bei­ten zur Er­fül­lung der Auf­ga­ben nach die­sem Ge­setz im Rah­men ih­rer Zu­stän­dig­kei­ten zu­sam­men, ins­be­son­de­re in den Be­rei­chen:

a.
kon­zep­tio­nel­le Wei­ter­ent­wick­lung des Be­völ­ke­rungs­schut­zes;
b.
Schutz vor ato­ma­ren, bio­lo­gi­schen und che­mi­schen Ge­fähr­dun­gen (ABC-Schutz);
c.
Alar­mie­rungs- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­sys­te­me für den Be­völ­ke­rungs­schutz;
d.
In­for­ma­ti­on von Be­hör­den und Be­völ­ke­rung;
e.
Aus­bil­dung, For­schung und in­ter­na­tio­na­le Zu­sam­men­ar­beit.
Art. 5 Pflichten Dritter

Je­de Per­son ist ver­pflich­tet, die Alar­mie­rungs­an­ord­nun­gen und die Ver­hal­tens­an­wei­sun­gen der da­für zu­stän­di­gen Stel­len zu be­fol­gen.

2. Kapitel: Aufgaben des Bundes

Art. 6 Allgemeine Aufgaben

1 Der Bund sorgt für die Ko­or­di­na­ti­on der Tä­tig­kei­ten der Part­ner­or­ga­ni­sa­tio­nen so­wie für de­ren Zu­sam­men­ar­beit mit den an­de­ren Be­hör­den und Stel­len im Be­reich der Si­cher­heits­po­li­tik.

2 Der Bun­des­rat re­gelt, wel­che Mass­nah­men zum Schutz von Kul­tur­gü­tern in den Be­rei­chen Bau­ten und Ein­rich­tung von Bau­ten im Hin­blick auf Gros­ser­eig­nis­se, Ka­ta­stro­phen, Not­la­gen und be­waff­ne­te Kon­flik­te ge­trof­fen wer­den müs­sen.

3 Er trifft Mass­nah­men zur Ver­stär­kung des Be­völ­ke­rungs­schut­zes für den Fall von be­waff­ne­ten Kon­flik­ten.

Art. 7 Führung und Koordination

1 Der Bund über­nimmt die Füh­rung und die Ko­or­di­na­ti­on bei Ka­ta­stro­phen und Not­la­gen, für de­ren Be­wäl­ti­gung er zu­stän­dig ist, so­wie bei be­waff­ne­ten Kon­flik­ten.

2 Er kann im Ein­ver­neh­men mit den be­trof­fe­nen Kan­to­nen die Ko­or­di­na­ti­on und al­len­falls die Füh­rung bei Er­eig­nis­sen über­neh­men, die meh­re­re Kan­to­ne, die gan­ze Schweiz oder das grenz­na­he Aus­land be­tref­fen.

3 Das Ko­or­di­na­ti­ons­or­gan des Bun­des für den Be­völ­ke­rungs­schutz ist der Bun­des­stab Be­völ­ke­rungs­schutz. Die­ser hat fol­gen­de Auf­ga­ben:

a.
Ko­or­di­na­ti­on der Vor­sor­ge­pla­nun­gen, der Vor­be­rei­tun­gen und der Ein­sät­ze spe­zia­li­sier­ter Ein­satz­or­ga­ni­sa­tio­nen so­wie der wei­te­ren Stel­len und Or­ga­ni­sa­tio­nen;
b.
Si­cher­stel­lung der Füh­rungs­fä­hig­keit;
c.
Si­cher­stel­lung der Kom­mu­ni­ka­ti­on zwi­schen Bund, Kan­to­nen, Be­trei­be­rin­nen kri­ti­scher In­fra­struk­tu­ren und Be­hör­den im Aus­land;
d.
Si­cher­stel­lung des La­ge­ver­bunds zwi­schen Bund, Kan­to­nen, Be­trei­be­rin­nen kri­ti­scher In­fra­struk­tu­ren und Be­hör­den im Aus­land;
e.
Si­cher­stel­lung des Ma­na­ge­ments zi­vi­ler Res­sour­cen.

4 Der Bun­des­rat re­gelt die Or­ga­ni­sa­ti­on des Bun­des­stabs Be­völ­ke­rungs­schutz. Er kann ins­be­son­de­re die Mit­ar­beit der Kan­to­ne so­wie der wei­te­ren Stel­len und Or­ga­ni­sa­tio­nen im Bun­des­stab Be­völ­ke­rungs­schutz vor­se­hen.

Art. 8 Schutz kritischer Infrastrukturen

1 Der Bund er­stellt Grund­la­gen zum Schutz kri­ti­scher In­fra­struk­tu­ren.

2 Das Bun­des­amt für Be­völ­ke­rungs­schutz (BABS) führt ein In­ven­tar der Ob­jek­te kri­ti­scher In­fra­struk­tu­ren und ak­tua­li­siert die­ses re­gel­mäs­sig.

3 Es ko­or­di­niert die Pla­nungs- und Schutz­mass­nah­men der Be­trei­be­rin­nen kri­ti­scher In­fra­struk­tu­ren, ins­be­son­de­re die Mass­nah­men der Be­trei­be­rin­nen kri­ti­scher In­fra­struk­tu­ren von na­tio­na­ler Be­deu­tung, und ar­bei­tet zu die­sem Zweck mit ih­nen zu­sam­men.

Art. 9 Warnung, Alarmierung und Information im Ereignisfall

1 Das BABS ist zu­stän­dig für die Sys­te­me:

a.
zur War­nung der Be­hör­den bei dro­hen­den Ge­fah­ren;
b.
zur Alar­mie­rung der Be­völ­ke­rung im Er­eig­nis­fall;
c.
zur In­for­ma­ti­on der Be­völ­ke­rung bei dro­hen­den Ge­fah­ren und im Er­eig­nis­fall.

2 Es be­treibt ein Sys­tem zur Alar­mie­rung der Be­völ­ke­rung.

3 Es be­treibt wei­te­re Sys­te­me zur Ver­brei­tung von In­for­ma­tio­nen und Ver­hal­tens­an­wei­sun­gen.

4 Der Bund be­treibt ein Not­fall­ra­dio.

5 Der Bund stellt si­cher, dass die Sys­te­me nach Ab­satz 1 Buch­sta­ben b und c so­wie die Ab­sät­ze 2-4 auch für Men­schen mit Be­hin­de­run­gen zu­gäng­lich sind.

6 Der Bun­des­rat kann dem BABS Recht­set­zungs­kom­pe­ten­zen über­tra­gen zur Re­ge­lung:

a.
der Ver­brei­tung von In­for­ma­tio­nen und Ver­hal­tens­an­wei­sun­gen;
b.
der tech­ni­schen Aspek­te der Sys­te­me zur War­nung der Be­hör­den, zur Alar­mie­rung und In­for­ma­ti­on der Be­völ­ke­rung so­wie der tech­ni­schen Aspek­te des Not­fall­ra­di­os.
Art. 10 Nationale Alarmzentrale

1 Das BABS be­treibt die Na­tio­na­le Alarm­zen­tra­le (NAZ).

2 Der Bun­des­rat legt die Auf­ga­ben der NAZ fest. Er re­gelt die Zu­stän­dig­kei­ten, Vor­ga­ben und Ab­läu­fe be­tref­fend die War­nung, Alar­mie­rung und In­for­ma­ti­on.

Art. 11 Labor Spiez

1 Das BABS be­treibt zum ABC-Schutz das La­bor Spiez.

2 Die­ses ist ins­be­son­de­re zu­stän­dig für:

a.
die Er­fül­lung re­fe­renz­ana­ly­ti­scher und dia­gno­s­ti­scher Auf­ga­ben im ABC-Be­reich;
b.
die Un­ter­stüt­zung von Ziel­set­zun­gen des Bun­des im Be­reich der Rüs­tungs­kon­trol­le und Nicht­wei­ter­ver­brei­tung von ABC-Mas­sen­ver­nich­tungs­waf­fen;
c.
die Un­ter­stüt­zung be­hörd­li­cher Stel­len bei ABC-Ma­te­ri­al­be­schaf­fun­gen;
d.
die Un­ter­stüt­zung be­hörd­li­cher Stel­len in kon­zep­tio­nel­len Fra­gen zur Be­wäl­ti­gung von ABC-Er­eig­nis­sen;
e.
ABC-Ge­fähr­dungs­ana­ly­sen;
f.
die For­schung und Ent­wick­lung im ABC-Be­reich.
Art. 12 Spezialisierte Einsatzorganisationen

1 Der Bund un­ter­stützt die Kan­to­ne mit spe­zia­li­sier­ten Ein­satz­or­ga­ni­sa­tio­nen im ABC-Be­reich. Er kann auch an­de­re Staa­ten un­ter­stüt­zen.

2 Bund und Kan­to­ne re­geln die Leis­tun­gen so­wie die Ver­füg­bar­keit ei­ner sol­chen Un­ter­stüt­zung der Kan­to­ne mit spe­zia­li­sier­ten Ein­satz­or­ga­ni­sa­tio­nen im ABC-Be­reich durch Leis­tungs­ver­ein­ba­run­gen.

3 Der Bund kann ABC-Ein­satz­or­ga­ni­sa­tio­nen mit Ein­satz­ma­te­ri­al un­ter­stüt­zen.

4 Er be­treibt wei­te­re spe­zia­li­sier­te Ein­satz­or­ga­ni­sa­tio­nen aus­ser­halb des ABC-Be­reichs und stellt die­se im Er­eig­nis­fall den be­trof­fe­nen Stel­len zur Ver­fü­gung.

5 Der Bun­des­rat kann dem BABS Recht­set­zungs­kom­pe­ten­zen über­tra­gen zur Si­cher­stel­lung der Ein­satz­be­reit­schaft des vom Bund be­schaff­ten Ma­te­ri­als.

Art. 13 Forschung und Entwicklung

1 Das BABS sorgt in Zu­sam­men­ar­beit mit den Kan­to­nen und wei­te­ren Stel­len für die For­schung und Ent­wick­lung im Be­völ­ke­rungs­schutz, ins­be­son­de­re in den Be­rei­chen der Ge­fähr­dungs- und Ri­si­ko­ana­ly­se, der tech­ni­schen Ent­wick­lung und der Be­wäl­ti­gung von Ka­ta­stro­phen und Not­la­gen.

2 Es ar­bei­tet im Rah­men der For­schung und Ent­wick­lung im Be­völ­ke­rungs­schutz mit na­tio­na­len und in­ter­na­tio­na­len Part­nern zu­sam­men.

3. Kapitel: Aufgaben der Kantone und Dritter

Art. 14 Allgemeine Aufgaben

1 Die Kan­to­ne re­geln ins­be­son­de­re die Aus­bil­dung, die Füh­rung und die Ein­sät­ze der Part­ner­or­ga­ni­sa­tio­nen im Be­völ­ke­rungs­schutz so­wie der wei­te­ren Stel­len und Or­ga­ni­sa­tio­nen.

2 Sie re­geln die in­ter­kan­to­na­le Zu­sam­men­ar­beit.

Art. 15 Führung und Koordination

Die Kan­to­ne sind für die fol­gen­den Füh­rungs­auf­ga­ben zu­stän­dig:

a.
Bil­dung von Füh­rungs­or­ga­nen zur Si­cher­stel­lung der Füh­rungs­fä­hig­keit und der Be­wäl­ti­gung von Gros­ser­eig­nis­sen, Ka­ta­stro­phen und Not­la­gen;
b.
Ko­or­di­na­ti­on der Vor­sor­ge­pla­nun­gen, der Vor­be­rei­tun­gen und der Ein­sät­ze der Part­ner­or­ga­ni­sa­tio­nen so­wie der wei­te­ren Stel­len und Or­ga­ni­sa­tio­nen;
c.
Si­cher­stel­lung der Be­reit­schaft im Be­völ­ke­rungs­schutz im Hin­blick auf be­waff­ne­te Kon­flik­te.
Art. 16 Warnung, Alarmierung und Information im Ereignisfall

1 Die Kan­to­ne stel­len in Zu­sam­men­ar­beit mit dem Bund die Aus­lö­sung der War­nung der zu­stän­di­gen Stel­len und der Alar­mie­rung der Be­völ­ke­rung si­cher.

2 Sie stel­len in Zu­sam­men­ar­beit mit dem Bund die In­for­ma­ti­on der Be­völ­ke­rung im Er­eig­nis­fall si­cher.

Art. 17 Wasseralarmsystem

1 Die Be­trei­be­rin­nen von Stau­an­la­gen mit ei­nem Was­ser­alarm­sys­tem nach Ar­ti­kel 11 des Stau­an­la­gen­ge­set­zes vom 1. Ok­to­ber 20103 sor­gen für die Er­stel­lung, den Un­ter­halt und die Er­neue­rung der zum Was­ser­alarm­sys­tem ge­hö­ren­den bau­li­chen Ein­rich­tun­gen, die nicht Be­stand­teil des Sys­tems nach Ar­ti­kel 9 Ab­satz 2 die­ses Ge­set­zes sind.

2 Der Bun­des­rat re­gelt die tech­ni­schen An­for­de­run­gen an die Was­ser­alarm­sys­te­me und an die bau­li­chen Ein­rich­tun­gen so­wie die Zu­stän­dig­kei­ten und Ab­läu­fe bei der War­nung und Alar­mie­rung.

3 Er kann dem BABS Recht­set­zungs­kom­pe­ten­zen zur Re­ge­lung der tech­ni­schen Aspek­te über­tra­gen.

3 SR 721.101

4. Kapitel: Gemeinsame Kommunikationssysteme von Bund, Kantonen und Dritten

Art. 18 Mobiles Sicherheitsfunksystem

1 Bund und Kan­to­ne er­rich­ten und be­trei­ben ge­mein­sam ein mo­bi­les Si­cher­heits­funk­sys­tem für die in­ter­kan­to­na­le und or­ga­ni­sa­ti­ons­über­grei­fen­de Zu­sam­men­ar­beit der Be­hör­den und Or­ga­ni­sa­tio­nen für Ret­tung und Si­cher­heit so­wie Drit­ter.

2 Der Bund ist zu­stän­dig für die zen­tra­len Kom­po­nen­ten des mo­bi­len Si­cher­heits­funk­sys­tems, für die in sei­nem Zu­stän­dig­keits­be­reich lie­gen­den de­zen­tra­len Kom­po­nen­ten so­wie für de­ren Strom­ver­sor­gungs­si­cher­heit.

3 Er sorgt für das Funk­tio­nie­ren des Ge­samt­sys­tems.

4 Die Kan­to­ne sind zu­stän­dig für die de­zen­tra­len Kom­po­nen­ten des Sys­tems, für die der Bund nicht zu­stän­dig ist, so­wie für de­ren Strom­ver­sor­gungs­si­cher­heit.

5 Der Bun­des­rat legt die Auf­ga­ben im Ein­zel­nen fest und re­gelt die tech­ni­schen Aspek­te. Er kann dem BABS Recht­set­zungs­kom­pe­ten­zen zur Re­ge­lung der tech­ni­schen Aspek­te über­tra­gen.

6 Er kann den Kan­to­nen und Drit­ten ter­min­li­che Vor­ga­ben zur Um­set­zung so­wie Vor­ga­ben zum Wert­er­halt ma­chen.

7 Er ent­schei­det nach An­hö­rung der Kan­to­ne über die Ein­stel­lung oder Ab­lö­sung des Sys­tems.

Art. 19 Nationales sicheres Datenverbundsystem

1 Bund und Kan­to­ne er­rich­ten und be­trei­ben ge­mein­sam ein na­tio­na­les si­che­res Da­ten­ver­bund­sys­tem für die si­che­re Kom­mu­ni­ka­ti­on zwi­schen Bund, Kan­to­nen und Be­trei­be­rin­nen kri­ti­scher In­fra­struk­tu­ren. Das Sys­tem be­steht aus dem si­che­ren Da­ten­ver­bund­netz, dem Da­ten­zu­gangs­sys­tem und dem Da­ten­kom­mu­ni­ka­ti­ons­sys­tem. Es kann von wei­te­ren Sys­te­men ge­nutzt wer­den.

2 Der Bund ist zu­stän­dig für die zen­tra­len Kom­po­nen­ten des Sys­tems, für die in sei­nem Zu­stän­dig­keits­be­reich lie­gen­den de­zen­tra­len Kom­po­nen­ten so­wie für de­ren Strom­ver­sor­gungs­si­cher­heit.

3 Er sorgt für das Funk­tio­nie­ren des Ge­samt­sys­tems.

4 Die Kan­to­ne sind zu­stän­dig für die de­zen­tra­len Kom­po­nen­ten des Sys­tems, für die der Bund nicht zu­stän­dig ist, ins­be­son­de­re für de­ren Strom­ver­sor­gungs­si­cher­heit.

5 Die Drit­ten sind zu­stän­dig für die de­zen­tra­len Kom­po­nen­ten des Sys­tems, für die we­der der Bund noch die Kan­to­ne zu­stän­dig sind; sie sind ins­be­son­de­re für den An­schluss ih­rer Net­ze an das na­tio­na­le Sys­tem und de­ren Strom­ver­sor­gungs­si­cher­heit zu­stän­dig.

6 Der Bun­des­rat legt die Auf­ga­ben im Ein­zel­nen fest und re­gelt die tech­ni­schen Aspek­te so­wie die Vor­ga­ben für wei­te­re Nut­zun­gen. Er kann dem BABS Recht­set­zungs­kom­pe­ten­zen zur Re­ge­lung der tech­ni­schen Aspek­te über­tra­gen.

7 Er kann den Kan­to­nen und Drit­ten ter­min­li­che Vor­ga­ben zur Um­set­zung so­wie Vor­ga­ben zum Wert­er­halt ma­chen.

8 Er ent­schei­det nach An­hö­rung der Kan­to­ne über die Ein­stel­lung oder Ab­lö­sung des Sys­tems.

Art. 20 Mobiles breitbandiges Sicherheitskommunikationssystem

1 Bund und Kan­to­ne kön­nen ge­mein­sam ein mo­bi­les breit­ban­di­ges Si­cher­heits­kom­mu­ni­ka­ti­ons­sys­tem für die in­ter­kan­to­na­le und or­ga­ni­sa­ti­ons­über­grei­fen­de Zu­sam­men­ar­beit der Be­hör­den und Or­ga­ni­sa­tio­nen für Ret­tung und Si­cher­heit so­wie Drit­ter er­rich­ten und be­trei­ben.

2 Der Bund ist zu­stän­dig für die zen­tra­len Kom­po­nen­ten des Sys­tems, für die in sei­nem Zu­stän­dig­keits­be­reich lie­gen­den de­zen­tra­len Kom­po­nen­ten so­wie für de­ren Strom­ver­sor­gungs­si­cher­heit.

3 Er sorgt für das Funk­tio­nie­ren des Ge­samt­sys­tems.

4 Die Kan­to­ne sind zu­stän­dig für die de­zen­tra­len Kom­po­nen­ten des Sys­tems, für die der Bund nicht zu­stän­dig ist, so­wie für de­ren Strom­ver­sor­gungs­si­cher­heit.

5 Der Bun­des­rat legt die Auf­ga­ben im Ein­zel­nen fest und re­gelt die tech­ni­schen Aspek­te. Er kann dem BABS Recht­set­zungs­kom­pe­ten­zen zur Re­ge­lung der tech­ni­schen Aspek­te über­tra­gen.

6 Er kann den Kan­to­nen und Drit­ten ter­min­li­che Vor­ga­ben zur Um­set­zung so­wie Vor­ga­ben zum Wert­er­halt ma­chen.

7 Er ent­schei­det nach An­hö­rung der Kan­to­ne über die Ein­stel­lung oder Ab­lö­sung des Sys­tems.

8 Der Bund, ein­zel­ne Kan­to­ne und Drit­te kön­nen im Rah­men ei­nes Pi­lot­pro­jekts ein Teil­sys­tem rea­li­sie­ren. Der Bun­des­rat re­gelt die Be­din­gun­gen für ein sol­ches Pi­lot­pro­jekt. Das BABS ko­or­di­niert es.

Art. 21 Nationales Lageverbundsystem

1 Bund und Kan­to­ne kön­nen ge­mein­sam ein na­tio­na­les La­ge­ver­bund­sys­tem für den In­for­ma­ti­ons­aus­tausch zwi­schen Bund, Kan­to­nen und Drit­ten im Er­eig­nis­fall er­rich­ten und be­trei­ben.

2 Der Bund ist zu­stän­dig für die zen­tra­len Kom­po­nen­ten des Sys­tems, für die in sei­nem Zu­stän­dig­keits­be­reich lie­gen­den de­zen­tra­len Kom­po­nen­ten so­wie für de­ren Strom­ver­sor­gungs­si­cher­heit.

3 Er sorgt für das Funk­tio­nie­ren des Ge­samt­sys­tems.

4 Die Kan­to­ne sind zu­stän­dig für die de­zen­tra­len Kom­po­nen­ten des Sys­tems, für die der Bund nicht zu­stän­dig ist, ins­be­son­de­re für die elek­tro­ni­schen La­ge­dar­stel­lungs­sys­te­me und für de­ren Strom­ver­sor­gungs­si­cher­heit.

5 Die Drit­ten sind für die de­zen­tra­len Kom­po­nen­ten des Sys­tems zu­stän­dig, für die we­der der Bund noch die Kan­to­ne zu­stän­dig sind; sie sind ins­be­son­de­re für die elek­tro­ni­schen La­ge­dar­stel­lungs­sys­te­me und de­ren Strom­ver­sor­gungs­si­cher­heit zu­stän­dig.

6 Der Bun­des­rat legt die Auf­ga­ben im Ein­zel­nen fest und re­gelt die tech­ni­schen Aspek­te. Für die tech­ni­schen Aspek­te kann er dem BABS Recht­set­zungs­kom­pe­ten­zen über­tra­gen.

7 Er kann den Kan­to­nen und Drit­ten ter­min­li­che Vor­ga­ben zur Um­set­zung so­wie Vor­ga­ben zum Wert­er­halt ma­chen.

8 Er ent­schei­det nach An­hö­rung der Kan­to­ne über die Ein­stel­lung oder Ab­lö­sung des Sys­tems.

5. Kapitel: Ausbildung

Art. 22

1 Der Bund ko­or­di­niert auf na­tio­na­ler Ebe­ne die Aus­bil­dung der An­ge­hö­ri­gen der Part­ner­or­ga­ni­sa­tio­nen be­tref­fend die Zu­sam­men­ar­beit. Er ko­or­di­niert die Übun­gen zwi­schen den Part­ner­or­ga­ni­sa­tio­nen und:

a.
den Füh­rungs­or­ga­nen;
b.
der Ar­mee;
c.
den Stel­len und Or­ga­ni­sa­tio­nen nach Ar­ti­kel 3 Ab­satz 3.

2 Das BABS stellt die Grund­aus­bil­dungs- und Wei­ter­bil­dungs­an­ge­bo­te für die kan­to­na­len Füh­rungs­or­ga­ne si­cher.

3 Es stellt die Aus­bil­dung für den Be­trieb von Kom­po­nen­ten der Kom­mu­ni­ka­ti­ons­sys­te­me im Be­völ­ke­rungs­schutz so­wie der Sys­te­me zur War­nung der Be­hör­den und zur Alar­mie­rung und In­for­ma­ti­on der Be­völ­ke­rung si­cher.

4 Es kann mit den Kan­to­nen, Drit­ten und zu­stän­di­gen Be­hör­den des grenz­na­hen Aus­lands die Durch­füh­rung von wei­te­ren Aus­bil­dun­gen und Übun­gen ver­ein­ba­ren.

5 Es kann wei­te­re Aus­bil­dun­gen im Be­reich des Be­völ­ke­rungs­schut­zes an­bie­ten.

6 Es be­treibt ein Aus­bil­dungs­zen­trum.

7 Der Bun­des­rat re­gelt die Zu­stän­dig­kei­ten im Be­reich der Aus­bil­dung.

6. Kapitel: Finanzierung

Art. 23 Mobiles Sicherheitsfunksystem

1 Der Bund trägt die Kos­ten für:

a.
die Be­reit­stel­lung, den Be­trieb, den Un­ter­halt und den Wert­er­halt der zen­tra­len Kom­po­nen­ten des mo­bi­len Si­cher­heits­funk­sys­tems so­wie die ent­spre­chen­den Kos­ten der de­zen­tra­len Kom­po­nen­ten, für die der Bund zu­stän­dig ist;
b.
die Be­reit­stel­lung, den Be­trieb, den Un­ter­halt und den Wert­er­halt sei­ner Sen­de­an­la­gen und von de­ren In­fra­struk­tu­ren;
c.
die Be­reit­stel­lung der End­ge­rä­te und die An­bin­dung der Leit­stel­len der Be­hör­den und Or­ga­ni­sa­tio­nen für Ret­tung und Si­cher­heit auf Bun­des­ebe­ne.

2 Die Kan­to­ne tra­gen die Kos­ten für:

a.
die Be­reit­stel­lung, den Be­trieb, den Un­ter­halt und den Wert­er­halt der de­zen­tra­len Kom­po­nen­ten des mo­bi­len Si­cher­heits­funk­sys­tems und der In­fra­struk­tu­ren ih­rer Teil­net­ze;
b.
die An­bin­dung der In­fra­struk­tu­ren ih­rer Teil­net­ze an die zen­tra­len Kom­po­nen­ten;
c.
die red­un­dan­ten Ver­bin­dun­gen zwi­schen den Teil­net­zen, so­fern die­se nicht Be­stand­teil des na­tio­na­len si­che­ren Da­ten­ver­bund­sys­tems sind;
d.
die Be­reit­stel­lung der End­ge­rä­te auf kan­to­na­ler Ebe­ne, es sei denn, dass der Bund die­se be­schafft hat (Art. 76 Abs. 1);
e.
die An­bin­dung der Leit­stel­len der Be­hör­den und Or­ga­ni­sa­tio­nen für Ret­tung und Si­cher­heit auf kan­to­na­ler Ebe­ne.

3 Der Bun­des­rat legt die An­tei­le der Kos­ten­be­tei­li­gung der Teil­netz­be­trei­ber für die Mit­be­nut­zung von Sen­de­an­la­gen des Bun­des fest.

4 Die Drit­ten tra­gen die Kos­ten ih­rer End­ge­rä­te.

5 Der Bun­des­rat kann fest­le­gen, dass die Kan­to­ne oder Drit­te die­je­ni­gen Mehr­kos­ten, die sie dem Bund auf­grund von Ver­zö­ge­run­gen bei der Um­set­zung von Mass­nah­men des Un­ter­halts oder des Wert­er­halts ver­ur­sa­chen, zu tra­gen ha­ben.

Art. 24 Alarmierungssystem, Information im Ereignisfall und Notfallradio
1 Der Bund trägt die Kos­ten für das Alar­mie­rungs­sys­tem, die Sys­te­me für die In­for­ma­ti­on im Er­eig­nis­fall und das Not­fall­ra­dio.
2 Die Be­trei­be­rin­nen von Stau­an­la­gen tra­gen die Kos­ten für den Be­trieb und den Un­ter­halt der de­zen­tra­len Kom­po­nen­ten des Was­ser­alarm­sys­tems. Der Bun­des­rat re­gelt die Ein­zel­hei­ten.
Art. 25 Nationales sicheres Datenverbundsystem, mobiles breitbandiges Sicherheitskommunikationssystem und nationales Lageverbundsystem

1 Der Bund trägt beim na­tio­na­len si­che­ren Da­ten­ver­bund­sys­tem, beim mo­bi­len breit­ban­di­gen Si­cher­heits­kom­mu­ni­ka­ti­ons­sys­tem und beim na­tio­na­len La­ge­ver­bund­sys­tem die Kos­ten für:

a.
die In­ves­ti­tio­nen und den Wert­er­halt mit In­ves­ti­ti­ons­cha­rak­ter der zen­tra­len Kom­po­nen­ten voll­um­fäng­lich;
b.
die In­ves­ti­ti­on, den Be­trieb, den Un­ter­halt, den be­trieb­li­chen Wert­er­halt so­wie den Wert­er­halt mit In­ves­ti­ti­ons­cha­rak­ter der de­zen­tra­len Kom­po­nen­ten, für die der Bund zu­stän­dig ist;
c.
den Be­trieb, den Un­ter­halt so­wie den be­trieb­li­chen Wert­er­halt der zen­tra­len Kom­po­nen­ten an­teils­mäs­sig.

2 Die Kan­to­ne und die be­trof­fe­nen Drit­ten tra­gen die Kos­ten für:

a.
den Be­trieb, den Un­ter­halt und den be­trieb­li­chen Wert­er­halt der zen­tra­len Kom­po­nen­ten an­teils­mäs­sig;
b.
die In­ves­ti­ti­on, den Be­trieb, den Un­ter­halt, den be­trieb­li­chen Wert­er­halt so­wie den Wert­er­halt mit In­ves­ti­ti­ons­cha­rak­ter der de­zen­tra­len Kom­po­nen­ten, für die der Bund nicht zu­stän­dig ist.

3 Die an ei­nem Pi­lot­pro­jekt (Art. 20 Abs. 8) für ein mo­bi­les breit­ban­di­ges Si­cher­heits­kom­mu­ni­ka­ti­ons­sys­tem be­tei­lig­ten Kan­to­ne und Drit­ten tra­gen da­für die Kos­ten. Wird an­sch­lies­send das Sys­tem auf na­tio­na­ler Ebe­ne rea­li­siert, so er­stat­tet der Bund den be­tei­lig­ten Kan­to­nen und Drit­ten die Kos­ten für die zen­tra­len Kom­po­nen­ten. Der Bun­des­rat re­gelt die Ein­zel­hei­ten der Kos­ten­tra­gung. Er hört da­zu die Kan­to­ne an.

Art. 26 Ausbildung

1 Bund und Kan­to­ne tra­gen je die Kos­ten für die in ih­ren Zu­stän­dig­keits­be­rei­chen lie­gen­den Aus­bil­dun­gen nach Ar­ti­kel 22.

2 Der Bun­des­rat re­gelt die Ein­zel­hei­ten der Kos­ten­tra­gung.

Art. 27 Weitere Kosten

Der Bund trägt die Kos­ten für:

a.
die ei­ge­nen Auf­wen­dun­gen für die For­schung und Ent­wick­lung (Art. 13);
b.
die spe­zia­li­sier­ten Ein­satz­or­ga­ni­sa­tio­nen (Art. 12);
c.
das Ein­satz­ma­te­ri­al für die ABC-Ein­satz­or­ga­ni­sa­tio­nen (Art. 12 Abs. 3);
d.
die ei­ge­nen Auf­wen­dun­gen in der Zu­sam­men­ar­beit mit den Kan­to­nen, den Part­ner­or­ga­ni­sa­tio­nen so­wie den Be­trei­be­rin­nen kri­ti­scher In­fra­struk­tu­ren (Art. 4).

3. Titel: Zivilschutz

1. Kapitel: Aufgaben

Art. 28

1 Der Zi­vil­schutz nimmt bei Gros­ser­eig­nis­sen, Ka­ta­stro­phen, Not­la­gen und be­waff­ne­ten Kon­flik­ten die fol­gen­den Auf­ga­ben wahr:

a.
den Schutz und die Ret­tung der Be­völ­ke­rung;
b.
die Be­treu­ung schutz­su­chen­der Per­so­nen;
c.
die Un­ter­stüt­zung der Füh­rungs­or­ga­ne;
d.
die Un­ter­stüt­zung der an­de­ren Part­ner­or­ga­ni­sa­tio­nen;
e.
den Schutz der Kul­tur­gü­ter.

2 Er kann zu­dem ein­ge­setzt wer­den für:

a.
prä­ven­ti­ve Mass­nah­men zur Ver­hin­de­rung oder Min­de­rung von Schä­den;
b.
In­stand­stel­lungs­ar­bei­ten nach Scha­dener­eig­nis­sen;
c.
Ein­sät­ze zu­guns­ten der Ge­mein­schaft.

2. Kapitel: Schutzdienstpflicht

1. Abschnitt: Personenkreis, Dauer, Rekrutierung, Entlassung und Ausschluss

Art. 29 Schutzdienstpflichtige Personen

1 Schutz­dienst­pflich­tig sind sämt­li­che Män­ner mit Schwei­zer Bür­ger­recht, die für die Schutz­dienst­leis­tung taug­lich sind.

2 Nicht schutz­dienst­pflich­tig ist, wer:

a.
mi­li­tär- oder zi­vil­dienst­pflich­tig ist;
b.
die Re­kru­ten­schu­le ab­sol­viert hat;
c.
min­des­tens so vie­le Dienst­ta­ge Mi­li­tär­dienst und Zi­vil­dienst ge­leis­tet hat, wie die Re­kru­ten­schu­le dau­ert;
d.
Wohn­sitz im Aus­land hat.

3 Der Bun­des­rat re­gelt die Aus­nah­men für Aus­land­schwei­zer und Aus­land­schwei­ze­rin­nen, die im grenz­na­hen Aus­land Wohn­sitz ha­ben (Abs. 2 Bst. d).

Art. 30 Dienstbefreiung von Behördenmitgliedern

Fol­gen­de Per­so­nen müs­sen, so­lan­ge sie ih­re Funk­ti­on aus­üben, kei­nen Schutz­dienst leis­ten:

a.
die Mit­glie­der des Bun­des­ra­tes;
b.
der Bun­des­kanz­ler und die Vi­ze­kanz­ler;
c.
die Mit­glie­der der Bun­des­ver­samm­lung;
d.
die or­dent­li­chen Rich­ter der eid­ge­nös­si­schen Ge­rich­te;
e.
die Mit­glie­der der kan­to­na­len Exe­ku­ti­ven;
f.
die haupt­amt­li­chen Mit­glie­der der kan­to­na­len Ge­rich­te;
g.
die Mit­glie­der der kom­mu­na­len Exe­ku­ti­ven.
Art. 31 Erfüllung und Dauer der Schutzdienstpflicht

1 Die Schutz­dienst­pflicht ist zwi­schen dem Tag, an dem die Per­son 18 Jah­re alt wird, und dem En­de des Jah­res, in dem sie 36 Jah­re alt wird, zu er­fül­len.

2 Sie dau­ert zwölf Jah­re.

3 Sie be­ginnt mit dem Jahr, in dem die Grund­aus­bil­dung ab­sol­viert wird, spä­tes­tens je­doch mit dem Jahr, in dem die Per­son 25 Jah­re alt wird.

4 Sie ist nach ins­ge­samt 245 ge­leis­te­ten Dienst­ta­gen er­füllt. Es be­steht kein An­spruch dar­auf, ins­ge­samt 245 Dienst­ta­ge zu leis­ten.

5 Für hö­he­re Un­ter­of­fi­zie­re und Of­fi­zie­re dau­ert die Schutz­dienst­pflicht, un­ab­hän­gig vom Be­ginn und den ge­leis­te­ten Dienst­ta­gen, bis zum En­de des Jah­res, in dem die Per­son 40 Jah­re alt wird.

6 Fällt das En­de der Schutz­dienst­pflicht mit ei­nem Ka­ta­stro­phen­ein­satz oder ei­ner Not­la­ge zu­sam­men, so ver­län­gert sich die Schutz­dienst­pflicht bis zum En­de des Ein­sat­zes.

7 Der Bun­des­rat kann:

a.
die Dau­er der Schutz­dienst­pflicht auf höchs­tens 14 Jah­re ver­län­gern und einen spä­te­ren Be­ginn der Schutz­dienst­plicht an­ord­nen, wo­bei die Schutz­dienst­pflicht spä­tes­tens in dem Jahr be­gin­nen muss, in dem die Schutz­dienst­pflich­ti­gen 23 Jah­re alt wer­den;
b.
aus der Schutz­dienst­pflicht ent­las­se­ne Per­so­nen bis fünf Jah­re nach ih­rer Ent­las­sung er­neut der Schutz­dienst­pflicht un­ter­stel­len, um die Er­hö­hung des Zi­vil­schutz­be­stan­des na­ment­lich im Fal­le ei­nes be­waff­ne­ten Kon­flik­tes zu er­mög­li­chen.

8 Er kann die Schutz­dienst­pflicht auf Er­su­chen ei­nes von ei­ner lan­ge an­dau­ern­den Ka­ta­stro­phe oder Not­la­ge be­trof­fe­nen Kan­tons um höchs­tens 100 Ta­ge ver­län­gern, so­fern die Dienst­pflicht auf­grund der Ka­ta­stro­phe oder Not­la­ge für zu vie­le Schutz­dienst­pflich­ti­ge gleich­zei­tig en­det und da­durch die Ein­satz­fä­hig­keit ge­fähr­det ist.

Art. 32 Erweiterte Schutzdienstpflicht für den Fall bewaffneter Konflikte

Für den Fall be­waff­ne­ter Kon­flik­te kann der Bun­des­rat Per­so­nen, die nicht mehr mi­li­tär- oder zi­vil­dienst­pflich­tig sind, zu­sätz­lich der Schutz­dienst­pflicht un­ter­stel­len.

Art. 33 Freiwilliger Schutzdienst

1 Fol­gen­de Per­so­nen kön­nen frei­wil­lig Schutz­dienst leis­ten:

a.
Män­ner, die aus der Schutz­dienst­pflicht ent­las­sen sind;
b.
Män­ner, die nicht mehr mi­li­tär- oder zi­vil­dienst­pflich­tig sind;
c.
Frau­en mit Schwei­zer Bür­ger­recht ab dem Tag, an dem sie 18 Jah­re alt wer­den;
d.
in der Schweiz nie­der­ge­las­se­ne Aus­län­der und Aus­län­de­rin­nen ab dem Tag, an dem sie 18 Jah­re alt wer­den.

2 Die Kan­to­ne ent­schei­den über die Auf­nah­me. Es be­steht kein An­spruch dar­auf, Schutz­dienst zu leis­ten.

3 Per­so­nen, die frei­wil­lig Schutz­dienst leis­ten, sind in Rech­ten und Pflich­ten den Schutz­dienst­pflich­ti­gen gleich­ge­stellt.

4 Sie wer­den frü­he­s­tens nach drei Jah­ren Schutz­dienst auf Ge­such hin aus der Schutz­dienst­pflicht ent­las­sen. Auf be­grün­de­tes Ge­such hin wer­den sie frü­her ent­las­sen.

5 Sie wer­den von Am­tes we­gen aus der Schutz­dienst­pflicht ent­las­sen, wenn sie ei­ne Al­ters­ren­te nach dem Bun­des­ge­setz vom 20. De­zem­ber 19464 über die Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung be­zie­hen.

Art. 34 Rekrutierung

1 Die Re­kru­tie­rung dient zur Be­ur­tei­lung der Schutz­dienst­taug­lich­keit. Sie wird ge­mein­sam mit der Re­kru­tie­rung für die Ar­mee durch­ge­führt.

2 Für den Zi­vil­schutz nicht re­kru­tiert wer­den Stel­lungs­pflich­ti­ge, die:

a.
in­fol­ge ei­nes Stra­f­ur­teils nach Ar­ti­kel 21 Ab­satz 1 des Mi­li­tär­ge­set­zes vom 3. Fe­bru­ar 19955 für die Ar­mee un­trag­bar sind; oder
b.
den An­for­de­run­gen des Mi­li­tär­diensts aus psy­chi­schen Grün­den in­so­fern nicht ge­nü­gen, als sie Auf­fäl­lig­kei­ten zei­gen, die auf ein Ge­walt­po­ten­zi­al schlies­sen las­sen.
Art. 35 Einteilung der Schutzdienstpflichtigen

1 Die Schutz­dienst­pflich­ti­gen ste­hen grund­sätz­lich ih­rem Wohn­sitz­kan­ton zur Ver­fü­gung. Im Ein­ver­neh­men mit den be­trof­fe­nen Kan­to­nen kön­nen sie ei­nem an­de­ren Kan­ton zu­ge­teilt wer­den.

2 Der Kan­ton, dem ei­ne schutz­dienst­pflich­ti­ge Per­son zu­ge­teilt ist, ent­schei­det über die Ein­tei­lung.

3 Schutz­dienst­pflich­ti­ge, die im Aus­land Wohn­sitz neh­men, wer­den im Per­so­nal­pool er­fasst. Sie kön­nen bei der Rück­kehr in die Schweiz wie­der ein­ge­teilt wer­den, so­fern sie noch schutz­dienst­pflich­tig sind.

4 Die Kan­to­ne stel­len nach ih­ren Mög­lich­kei­ten dem Bund ge­eig­ne­te Schutz­dienst­pflich­ti­ge zur Er­fül­lung sei­ner Auf­ga­ben zur Ver­fü­gung. Bund und Kan­to­ne kön­nen da­zu Leis­tungs­ver­ein­ba­run­gen ab­sch­lies­sen.

Art. 36 Personalpool

1 Nicht ein­ge­teil­te Schutz­dienst­pflich­ti­ge wer­den in ei­nem ge­samtschwei­ze­ri­schen Per­so­nal­pool er­fasst und nicht aus­ge­bil­det.

2 Sie kön­nen bei Be­darf ei­nem Kan­ton zur Ver­fü­gung ge­stellt und von die­sem ein­ge­teilt wer­den.

3 Es be­steht kein An­spruch dar­auf, ein­ge­teilt zu wer­den und Schutz­dienst zu leis­ten.

Art. 37 Vorzeitige Entlassung

1 Schutz­dienst­pflich­ti­ge, die in ei­ner Part­ner­or­ga­ni­sa­ti­on nach Ar­ti­kel 3 be­nö­tigt wer­den, kön­nen auf Ge­such hin von den Kan­to­nen vor­zei­tig aus der Schutz­dienst­pflicht ent­las­sen wer­den.

2 Der Bun­des­rat legt fest, wel­che Schutz­dienst­pflich­ti­gen vor­zei­tig ent­las­sen und wel­che wie­der in den Zi­vil­schutz ein­ge­teilt wer­den kön­nen. Er be­stimmt die be­rech­tig­ten Part­ner­or­ga­ni­sa­tio­nen und re­gelt das Ver­fah­ren so­wie die Vor­aus­set­zun­gen für ei­ne vor­zei­ti­ge Ent­las­sung und für ei­ne Wie­der­ein­tei­lung in den Zi­vil­schutz.

Art. 38 Ausschluss

Schutz­dienst­pflich­ti­ge, die zu ei­ner Frei­heits­s­tra­fe oder ei­ner Geld­stra­fe von min­des­tens 30 Ta­ges­sät­zen ver­ur­teilt wer­den, kön­nen vom Schutz­dienst aus­ge­schlos­sen wer­den.

2. Abschnitt: Rechte und Pflichten der Schutzdienstpflichtigen

Art. 39 Sold, Verpflegung, Transport und Unterkunft

1 Schutz­dienst­leis­ten­de ha­ben An­spruch auf:

a.
Sold;
b.
un­ent­gelt­li­che Ver­pfle­gung;
c.
un­ent­gelt­li­chen Trans­port mit öf­fent­li­chen Ver­kehrs­mit­teln für das Ein­rücken und die Ent­las­sung so­wie für den Wech­sel zwi­schen dem Dienst- und dem Wohn­ort wäh­rend des Ur­laubs;
d.
un­ent­gelt­li­che Un­ter­kunft, so­fern sie nicht ih­re Pri­vat­un­ter­kunft be­nut­zen kön­nen.

2 Der Bun­des­rat re­gelt die Vor­aus­set­zun­gen für die An­sprü­che nach Ab­satz 1. Er kann fest­le­gen, dass das Auf­ge­bot zur Be­nut­zung der öf­fent­li­chen Ver­kehrs­mit­tel be­rech­tigt.

Art. 40 Erwerbsausfallentschädigung

Schutz­dienst­leis­ten­de ha­ben An­spruch auf Er­werbs­aus­fall­ent­schä­di­gung nach dem Er­w­erb­ser­satz­ge­setz vom 25. Sep­tem­ber 19526.

Art. 41 Wehrpflichtersatzabgabe

Schutz­dienst­leis­ten­den wer­den bei der Be­rech­nung der Wehr­pflich­ter­satz­ab­ga­be nach dem Bun­des­ge­setz vom 12. Ju­ni 19597 über die Wehr­pflich­ter­satz­ab­ga­be sämt­li­che im Rah­men ih­rer Schutz­dienst­pflicht ge­leis­te­ten Schutz­dienst­ta­ge an­ge­rech­net, die be­sol­det sind.

Art. 42 Versicherung

1 Schutz­dienst­leis­ten­de sind nach dem Bun­des­ge­setz vom 19. Ju­ni 19928 über die Mi­li­tär­ver­si­che­rung (MVG) ver­si­chert.

2 Das BABS er­lässt Be­stim­mun­gen zur Ver­hü­tung von Un­fäl­len und Ge­sund­heits­schä­di­gun­gen im Zi­vil­schutz.

Art. 43 Maximaldauer der Schutzdienstleistungen

Die Schutz­dienst­leis­tun­gen nach den Ar­ti­keln 49–53 dür­fen ins­ge­samt 66 Ta­ge pro Jahr nicht über­schrei­ten.

Art. 44 Pflichten

1 Die Schutz­dienst­pflich­ti­gen ha­ben den dienst­li­chen An­ord­nun­gen Fol­ge zu leis­ten.

2 Sie kön­nen ver­pflich­tet wer­den, Ka­der­funk­tio­nen zu über­neh­men und die da­mit ver­bun­de­nen Schutz­dienst­leis­tun­gen zu er­fül­len.

3 Ka­der­mit­glie­der sind zu­dem ver­pflich­tet, aus­ser­dienst­li­che Pflich­ten zu er­fül­len, ins­be­son­de­re zur Vor­be­rei­tung von Aus­bil­dungs­diens­ten und von Ein­sät­zen des Zi­vil­schut­zes.

4 Die Schutz­dienst­pflich­ti­gen sind mel­de­pflich­tig. Der Bun­des­rat re­gelt Art und Um­fang der Mel­de­pflich­ten.

5 Sie dür­fen ih­re per­sön­li­che Aus­rüs­tung aus­sch­liess­lich im Rah­men von Schutz­dienst­leis­tun­gen ver­wen­den.

3. Abschnitt: Aufgebot und Kontrollaufgaben

Art. 45 Aufgebot zur Ausbildung

1 Das Auf­ge­bot für die Aus- und Wei­ter­bil­dungs­diens­te nach den Ar­ti­keln 49–52 so­wie für die Wie­der­ho­lungs­kur­se nach Ar­ti­kel 53 er­folgt durch die Kan­to­ne. Die Kan­to­ne re­geln das Auf­ge­bot.

2 Das BABS re­gelt das Auf­ge­bot für die Aus- und Wei­ter­bil­dungs­diens­te nach Ar­ti­kel 54 Ab­sät­ze 2–4.

3 Das Auf­ge­bot ist den Schutz­dienst­pflich­ti­gen min­des­tens sechs Wo­chen vor Dienst­be­ginn zu­zu­stel­len.

4 Ge­su­che um Ver­schie­bung von Dienst­leis­tun­gen sind an die auf­bie­ten­de Stel­le zu rich­ten.

Art. 46 Aufgebot zu Einsätzen bei Grossereignissen, Katastrophen, Notlagen und bewaffneten Konflikten

1 Der Bun­des­rat kann die Schutz­dienst­pflich­ti­gen auf­bie­ten:

a.
bei Ka­ta­stro­phen und Not­la­gen, die meh­re­re Kan­to­ne oder die gan­ze Schweiz be­tref­fen;
b.
bei Ka­ta­stro­phen und Not­la­gen, die das grenz­na­he Aus­land be­tref­fen;
c.
bei be­waff­ne­ten Kon­flik­ten.

2 Die Kan­to­ne kön­nen die Schutz­dienst­pflich­ti­gen auf­bie­ten bei Gros­ser­eig­nis­sen, Ka­ta­stro­phen und Not­la­gen, die das Kan­tons­ge­biet oder das be­nach­bar­te grenz­na­he Aus­land be­tref­fen; sie kön­nen die Schutz­dienst­pflich­ti­gen auch zur Un­ter­stüt­zung an­de­rer be­trof­fe­ner Kan­to­ne auf­bie­ten.

3 Die Kan­to­ne re­geln das Ver­fah­ren des Auf­ge­bots.

4 Das BABS re­gelt das Ver­fah­ren des Auf­ge­bots für Schutz­dienst­pflich­ti­ge, die zur Er­fül­lung von Auf­ga­ben nach Ar­ti­kel 35 Ab­satz 4 zur Ver­fü­gung ste­hen.

Art. 47 Kontrollaufgaben

1 Die Kan­to­ne füh­ren die Kon­trol­le über die Schutz­dienst­pflich­ti­gen. Die­se er­folgt im Per­so­na­l­in­for­ma­ti­ons­sys­tem der Ar­mee und des Zi­vil­schut­zes (PI­SA).

2 Das BABS kon­trol­liert, ob:

a.
die zeit­li­chen Ober­gren­zen nach den Ar­ti­keln 43 und 49–53 ein­ge­hal­ten wer­den;
b.
die Ein­sät­ze zu­guns­ten der Ge­mein­schaft nach Ar­ti­kel 53 Ab­satz 3 mit den Auf­ga­ben des Zi­vil­schut­zes über­ein­stim­men.

3 Wer­den die zeit­li­chen Ober­gren­zen nach den Ar­ti­keln 43 und 49-53 über­schrit­ten, so weist das BABS den be­tref­fen­den Kan­ton an, die Schutz­dienst­pflich­ti­gen nicht auf­zu­bie­ten, und in­for­miert die Zen­tra­le Aus­gleichs­stel­le.

4 Das BABS führt die Kon­trol­le über die Schutz­dienst­pflich­ti­gen, die zur Er­fül­lung von Auf­ga­ben nach Ar­ti­kel 35 Ab­satz 4 ein­ge­setzt wer­den. Die Kon­trol­le er­folgt im PI­SA.

5 Der Bun­des­rat legt den Um­fang der Kon­trol­le nach Ab­satz 1 fest. Er kann Re­ge­lun­gen ad­mi­nis­tra­ti­ver und tech­ni­scher Art be­tref­fend die Be­nut­zung des PI­SA er­las­sen.

6 Er re­gelt das Kon­troll­ver­fah­ren nach Ab­satz 2.

3. Kapitel: Ausbildung

Art. 48 Zuständigkeit der Kantone

Die Kan­to­ne sind für die Aus­bil­dung zu­stän­dig, so­fern in die­sem Ge­setz nichts an­de­res be­stimmt ist.

Art. 49 Grundausbildung

1 Schutz­dienst­pflich­ti­ge, die nach der Re­kru­tie­rung ein­ge­teilt wer­den, ab­sol­vie­ren die Grund­aus­bil­dung frü­he­s­tens ab dem Tag, an dem sie 18 Jah­re alt wer­den, spä­tes­tens je­doch bis zum En­de des Jah­res, in dem sie 25 Jah­re alt wer­den.

2 Die Grund­aus­bil­dung dau­ert 10–19 Ta­ge.

3 Bei ei­ner Um­tei­lung kön­nen die Schutz­dienst­pflich­ti­gen ver­pflich­tet wer­den, im neu­en Fach­ge­biet er­neut ei­ne Grund­aus­bil­dung zu ab­sol­vie­ren. Die Kan­to­ne ent­schei­den über ei­ne Um­tei­lung.

4 Schutz­dienst­pflich­ti­ge, die nach der Re­kru­tie­rung nicht ein­ge­teilt wer­den und oh­ne Grund­aus­bil­dung im Per­so­nal­pool er­fasst sind, kön­nen bis zum En­de des Jah­res, in dem sie 30 Jah­re alt wer­den, zur Grund­aus­bil­dung auf­ge­bo­ten wer­den.

5 Per­so­nen, die bei ih­rer Ein­bür­ge­rung äl­ter als 24 sind, wer­den von den Kan­to­nen zur Re­kru­tie­rung an­ge­mel­det. Sie ab­sol­vie­ren die Grund­aus­bil­dung bis spä­tes­tens zum En­de des Jah­res, in dem sie 30 Jah­re alt wer­den.

6 Per­so­nen, die frei­wil­lig Schutz­dienst leis­ten, ab­sol­vie­ren die Grund­aus­bil­dung in­ner­halb von drei Jah­ren nach der Re­kru­tie­rung. Ver­fügt ei­ne Per­son be­reits über ei­ne gleich­wer­ti­ge Aus­bil­dung, so be­stimmt der Kan­ton, ob sie die Grund­aus­bil­dung ab­sol­vie­ren muss.

Art. 50 Zusatzausbildung

1 Schutz­dienst­pflich­ti­ge, die für Spe­zi­al­auf­ga­ben vor­ge­se­hen sind, kön­nen für je­de Spe­zi­al­auf­ga­be zu ei­ner Zu­satz­aus­bil­dung von höchs­tens 19 Ta­gen auf­ge­bo­ten wer­den.

2 Der Bun­des­rat kann die Dau­er der Zu­satz­aus­bil­dung auf höchs­tens 54 Ta­ge ver­län­gern.

Art. 51 Kaderausbildung

1 Schutz­dienst­pflich­ti­ge, die für Ka­der­funk­tio­nen vor­ge­se­hen sind, ab­sol­vie­ren für je­de Ka­der­funk­ti­on ei­ne Ka­der­aus­bil­dung.

2 Die Ka­der­aus­bil­dung be­steht aus ei­nem theo­re­ti­schen und ei­nem prak­ti­schen Teil. Sie dau­ert höchs­tens 19 Ta­ge.

3 Der Bun­des­rat re­gelt die Ka­der­aus­bil­dung. Er legt ins­be­son­de­re fest:

a.
die Zu­stän­dig­kei­ten, die Auf­tei­lung der Ka­der­aus­bil­dung in ein­zel­ne Mo­du­le und die Zu­las­sungs­be­din­gun­gen;
b.
die für einen hö­he­ren Grad zu be­ste­hen­den Aus­bil­dungs­diens­te und de­ren Dau­er.
Art. 52 Weiterbildung

Schutz­dienst­pflich­ti­ge in Ka­der- oder Spe­zia­lis­ten­funk­tio­nen kön­nen pro Jahr zu Wei­ter­bil­dungs­kur­sen von höchs­tens fünf Ta­gen auf­ge­bo­ten wer­den.

Art. 53 Wiederholungskurse

1 Schutz­dienst­pflich­ti­ge wer­den nach der Grund­aus­bil­dung jähr­lich zu Wie­der­ho­lungs­kur­sen von 3–21 Ta­gen auf­ge­bo­ten.

2 Wie­der­ho­lungs­kur­se die­nen ins­be­son­de­re dem Er­rei­chen und Er­hal­ten der Ein­satz­be­reit­schaft des Zi­vil­schut­zes.

3 Ein­sät­ze zu­guns­ten der Ge­mein­schaft wer­den als Wie­der­ho­lungs­kur­se durch­ge­führt.

4 Wie­der­ho­lungs­kur­se kön­nen auch im grenz­na­hen Aus­land ab­sol­viert wer­den.

5 Der Bun­des­rat legt die Vor­aus­set­zun­gen und das Be­wil­li­gungs­ver­fah­ren für Ein-sät­ze zu­guns­ten der Ge­mein­schaft fest; da­bei re­gelt er ins­be­son­de­re:

a.
Ver­bot des Ein­sat­zes zu­guns­ten des ei­ge­nen Ar­beit­ge­bers;
b.
Ver­pflich­tung der Über­wei­sung ei­nes Ge­winnan­teils an den Aus­gleichs­fonds der Er­w­erb­ser­satz­ord­nung.
Art. 54 Zuständigkeiten und Vorgaben des BABS

1 Das BABS er­stellt in Zu­sam­men­ar­beit mit den Kan­to­nen die Grund­la­gen für ei­ne ein­heit­li­che Aus­bil­dung.

2 Es ist zu­stän­dig für:

a.
die zen­tra­le Füh­rungs­aus­bil­dung der Of­fi­zie­re;
b.
die Fach­aus­bil­dung von Ka­der­mit­glie­dern so­wie von Spe­zia­lis­ten und Spe­zia­lis­tin­nen;
c.
die Aus­bil­dung der Schutz­dienst­pflich­ti­gen, die dem Bund zur Er­fül­lung der Auf­ga­ben nach Ar­ti­kel 35 Ab­satz 4 zur Ver­fü­gung ste­hen.

3 Es kann mit den Kan­to­nen ver­ein­ba­ren, Aus- und Wei­ter­bil­dun­gen für sie durch­zu­füh­ren.

4 Es kann An­ge­hö­ri­gen von Part­ner­or­ga­ni­sa­tio­nen so­wie Stel­len und Or­ga­ni­sa­tio­nen nach Ar­ti­kel 3 die Teil­nah­me an sei­nem Aus­bil­dungs­an­ge­bot er­mög­li­chen.

5 Es re­gelt:

a.
die In­hal­te der Zi­vil­schutz­aus­bil­dung;
b.
die Vor­aus­set­zun­gen zur Ver­kür­zung von Aus­bil­dungs­diens­ten.
Art. 55 Ausbildung von Lehrpersonal

1 Das BABS stellt die Aus­bil­dung des Lehr­per­so­nals für den Zi­vil­schutz si­cher.

2 Es er­mög­licht dem Lehr­per­so­nal der Part­ner­or­ga­ni­sa­tio­nen nach Ar­ti­kel 3 die Teil­nah­me an sei­nem Aus­bil­dungs­an­ge­bot.

3 Es re­gelt die Aus­bil­dung des Lehr­per­so­nals für den Zi­vil­schutz und die Teil­nah­me des Lehr­per­so­nals der Part­ner­or­ga­ni­sa­tio­nen nach Ar­ti­kel 3 an Aus­bil­dungs­diens­ten des Zi­vil­schut­zes.

Art. 56 Ausbildungsinfrastruktur

1 Das BABS be­treibt ein na­tio­na­les Zi­vil­schutz-Aus­bil­dungs­zen­trum.

2 Die Kan­to­ne mel­den dem BABS die Auf­he­bung von kan­to­na­len Zi­vil­schutz-Aus­bil­dungs­zen­tren.

3 Wer­den kan­to­na­le Zi­vil­schutz-Aus­bil­dungs­zen­tren auf­ge­ho­ben, so müs­sen dem Bund kei­ne Bei­trä­ge rück­er­stat­tet wer­den; aus­ge­nom­men sind Bun­des­bei­trä­ge für den Lan­d­er­werb, so­fern das Land ge­winn­brin­gend ver­äus­sert wird.

4. Kapitel: Rechte und Pflichten von Dritten

Art. 57 Hauseigentümer und -eigentümerinnen sowie Mieter und Mieterinnen

1 Die Haus­ei­gen­tü­mer und -ei­gen­tü­me­rin­nen so­wie die Mie­ter und Mie­te­rin­nen sind ver­pflich­tet, die ih­nen vor­ge­schrie­be­nen Mass­nah­men um­zu­set­zen.

2 Wird der Be­zug der Schutz­räu­me an­ge­ord­net, so müs­sen sie nicht be­nö­tig­te Schutz­plät­ze un­ent­gelt­lich zur Ver­fü­gung stel­len.

Art. 58 Inanspruchnahme von Eigentum und Requisitionsrecht

1 Die Ei­gen­tü­mer und Ei­gen­tü­me­rin­nen so­wie die Mie­ter und Mie­te­rin­nen sind ver­pflich­tet, amt­li­che Hand­lun­gen und tech­ni­sche Ein­rich­tun­gen auf ih­ren Grund­stücken zu dul­den. Ei­ne all­fäl­li­ge Wert­min­de­rung wird an­ge­mes­sen ent­schä­digt.

2 Bei Gros­ser­eig­nis­sen, Ka­ta­stro­phen, Not­la­gen und be­waff­ne­ten Kon­flik­ten hat der Zi­vil­schutz das Re­qui­si­ti­ons­recht zu den glei­chen Be­din­gun­gen wie die Ar­mee.

Art. 59 Versicherung von Privatpersonen durch die Militärversicherung

Wer bei ei­nem Ein­satz des Zi­vil­schut­zes als Pri­vat­per­son zur Mit­hil­fe ver­pflich­tet wird, ist nach dem MVG9 ver­si­chert.

5. Kapitel: Schutzbauten

1. Abschnitt: Schutzräume und Ersatzbeiträge

Art. 60 Grundsatz

Für je­den Ein­woh­ner und je­de Ein­woh­ne­rin ist ein Schutz­platz in ei­nem Schutz­raum in der Nä­he des Wohn­orts be­reit­zu­stel­len.

Art. 61 Baupflicht und Ersatzbeitragspflicht

1 Sind in ei­ner Ge­mein­de zu we­nig Schutz­plät­ze vor­han­den, so müs­sen die Ei­gen­tü­mer und Ei­gen­tü­me­rin­nen von Wohn­häu­sern bei de­ren Bau Schutz­räu­me er­stel­len und aus­rüs­ten. Müs­sen sie kei­ne Schutz­räu­me er­stel­len, so ha­ben sie einen Er­satz­bei­trag zu ent­rich­ten.

2 Die Ei­gen­tü­mer und Ei­gen­tü­me­rin­nen von Hei­men oder Spi­tä­lern ha­ben bei de­ren Bau Schutz­räu­me zu er­stel­len und aus­zu­rüs­ten. Ist dies aus tech­ni­schen Grün­den nicht mög­lich, so ha­ben sie einen Er­satz­bei­trag zu ent­rich­ten.

3 Die Ge­mein­den sor­gen in Ge­bie­ten mit zu we­nig Schutz­plät­zen da­für, dass ei­ne ge­nü­gen­de An­zahl aus­ge­rüs­te­ter öf­fent­li­cher Schutz­räu­me vor­han­den ist.

Art. 62 Steuerung des Schutzraumbaus, Verwendung und Höhe der Ersatzbeiträge

1 Die Kan­to­ne steu­ern zur Ge­währ­leis­tung ei­nes aus­rei­chen­den und an­ge­mes­sen ver­teil­ten Schutz­platz­an­ge­bots den Schutz­raum­bau.

2 Die Er­satz­bei­trä­ge nach Ar­ti­kel 61 Ab­sät­ze 1 und 2 ge­hen an die Kan­to­ne.

3 Sie die­nen zur Fi­nan­zie­rung der öf­fent­li­chen Schutz­räu­me der Ge­mein­den und zur Er­neue­rung öf­fent­li­cher und pri­va­ter Schutz­räu­me. Ver­blei­ben­de Mit­tel dür­fen aus­sch­liess­lich ver­wen­det wer­den für:

a.
die zi­vil­schutz­na­he Um­nut­zung von Schutz­an­la­gen;
b.
den Rück­bau von Schutz­an­la­gen, wenn die­se wei­ter­hin für Zi­vil­schutz-
zwe­cke ge­nutzt wer­den (Art. 91 Abs. 3);
c.
die Be­schaf­fung von Ma­te­ri­al nach Ar­ti­kel 92 Buch­sta­be c;
d.
die pe­ri­odi­sche Schutz­raum­kon­trol­le;
e.
die De­ckung der Ver­wal­tungs­kos­ten des Er­satz­bei­trags­fonds;
f.
die Aus­bil­dungs­auf­ga­ben im Zi­vil­schutz.

4 Der Bun­des­rat legt die Rah­men­be­din­gun­gen fest für die Steue­rung des Schutz­raum­baus, für die Hö­he der Er­satz­bei­trä­ge und für die Ver­wen­dung der ver­blei­ben­den Mit­tel (Abs. 3).

5 Die Kan­to­ne er­stat­ten dem BABS auf des­sen Ver­lan­gen Be­richt über die Ver­wen­dung der Er­satz­bei­trä­ge.

Art. 63 Baubewilligungen

1 Bau­be­wil­li­gun­gen für den Bau von Wohn­häu­sern, Hei­men und Spi­tä­lern dür­fen erst er­teilt wer­den, wenn die zu­stän­di­gen Stel­len über die Schutz­raum-Baupflicht ent­schie­den ha­ben.

2 Um die ord­nungs­ge­mäs­se Aus­füh­rung des Schutz­raum­baus zu ge­währ­leis­ten, kön­nen die Kan­to­ne vom Bau­herrn oder von der Bau­her­rin Si­cher­heits­leis­tun­gen ver­lan­gen.

Art. 64 Kulturgüterschutz

1 Die Kan­to­ne kön­nen den Ei­gen­tü­mer oder die Ei­gen­tü­me­rin so­wie den Be­sit­zer oder die Be­sit­ze­rin un­be­weg­li­cher oder be­weg­li­cher Kul­tur­gü­ter von na­tio­na­ler Be­deu­tung ver­pflich­ten, bau­li­che Mass­nah­men zu de­ren Schutz zu tref­fen oder zu dul­den.

2 Der Bun­des­rat be­stimmt die Min­dest­an­for­de­run­gen an bau­li­che Mass­nah­men zum Schutz von Kul­tur­gü­tern von na­tio­na­ler Be­deu­tung so­wie die An­for­de­run­gen an die Ein­rich­tun­gen von Kul­tur­gü­ter­schutz­räu­men.

Art. 65 Unterhalt

Der Un­ter­halt der Schutz­räu­me ob­liegt dem Ei­gen­tü­mer oder der Ei­gen­tü­me­rin.

Art. 66 Aufhebung

1 Die Auf­he­bung von Schutz­räu­men er­folgt durch die Kan­to­ne.

2 Der Bun­des­rat legt die Vor­aus­set­zun­gen fest.

2. Abschnitt: Schutzanlagen

Art. 67 Arten von Schutzanlagen

Schutz­an­la­gen sind:

a.
Kom­man­do­pos­ten;
b.
Be­reit­stel­lungs­an­la­gen;
c.
ge­schütz­te Sa­ni­täts­stel­len;
d.
ge­schütz­te Spi­tä­ler.
Art. 68 Regelungen des Bundes

1 Der Bun­des­rat re­gelt zur Si­cher­stel­lung ei­ner aus­rei­chen­den Be­reit­schaft der Schutz­an­la­gen nach An­hö­rung der Kan­to­ne die Er­stel­lung, die Aus­rüs­tung, den Un­ter­halt, die Er­neue­rung und die Um­nut­zung.

2 Er re­gelt die Be­darfs­pla­nung be­tref­fend Schutz­an­la­gen. In die Be­darfs­pla­nung wer­den Schutz­an­la­gen auf­ge­nom­men, die tech­nisch und per­so­nell be­trie­ben wer­den kön­nen.

3 Er legt fest, in wel­chen Ab­stän­den die Pla­nung zu ak­tua­li­sie­ren ist.

4 Er kann dem BABS Recht­set­zungs­kom­pe­ten­zen zur Re­ge­lung tech­ni­scher Ein­zel­hei­ten in die­sem Be­reich über­tra­gen.

5 Das BABS re­gelt die tech­ni­schen Aspek­te des Un­ter­halts und der Er­neue­rung der Schutz­an­la­gen.

Art. 69 Aufgaben der Kantone

1 Die Kan­to­ne le­gen den Be­darf an Schutz­an­la­gen fest.

2 Sie le­gen die Be­darfs­pla­nung dem BABS zur Ge­neh­mi­gung vor.

3 Sie sor­gen für die Er­stel­lung, die Aus­rüs­tung, den Un­ter­halt und die Er­neue­rung der Kom­man­do­pos­ten, der Be­reit­stel­lungs­an­la­gen und der ge­schütz­ten Sa­ni­täts­stel­len.

Art. 70 Aufgaben der Spitalträgerschaften

Die Spi­tal­trä­ger­schaf­ten sor­gen für die Er­stel­lung, die Aus­rüs­tung, den Un­ter­halt und die Er­neue­rung der ge­schütz­ten Spi­tä­ler.

Art. 71 Aufhebung

1 Schutz­an­la­gen dür­fen nur mit Ge­neh­mi­gung des BABS auf­ge­ho­ben wer­den.

2 Wer­den ge­schütz­te Sa­ni­täts­stel­len oder ge­schütz­te Spi­tä­ler auf­ge­ho­ben, so ist für die auf­ge­ho­be­nen Pa­ti­en­ten­plät­ze un­ter Be­rück­sich­ti­gung der Be­darfs­pla­nung Er­satz zu ge­währ­leis­ten.

3 Das BABS re­gelt das Ver­fah­ren zur Ge­neh­mi­gung der Auf­he­bung.

3. Abschnitt: Gemeinsame Bestimmungen

Art. 72 Mindestanforderungen

Der Bun­des­rat legt die Min­dest­an­for­de­run­gen an die Schutz­bau­ten fest.

Art. 73 Betriebsbereitschaft

Die Ei­gen­tü­mer und Ei­gen­tü­me­rin­nen so­wie die Be­sit­zer und Be­sit­ze­rin­nen ei­ner Schutz­bau­te ha­ben da­für zu sor­gen, dass die Schutz­bau­ten auf An­ord­nung des Bun­des in Be­trieb ge­nom­men wer­den kön­nen.

Art. 74 Ersatzvornahme

Setzt ein Ei­gen­tü­mer oder ei­ne Ei­gen­tü­me­rin oder ein Be­sit­zer oder ei­ne Be­sit­ze­rin ei­ner Schutz­bau­te die vor­ge­schrie­be­nen Mass­nah­men nicht um, so sind die­se von der zu­stän­di­gen Be­hör­de des Bun­des oder des Kan­tons an­zu­ord­nen und wenn nö­tig auf Kos­ten des Ei­gen­tü­mers oder der Ei­gen­tü­me­rin oder des Be­sit­zers oder der Be­sit­ze­rin um­zu­set­zen.

Art. 75 Rechtsetzungsdelegation

Der Bun­des­rat kann dem BABS im Be­reich der Schutz­bau­ten Recht­set­zungs­kom­pe­ten­zen über­tra­gen zur Re­ge­lung:

a.
der Pro­jek­tie­rung, der Er­stel­lung, der Aus­rüs­tung, der Be­schaf­fen­heit, der Er­neue­rung, der Ver­wen­dung, des Un­ter­halts, der pe­ri­odi­schen Kon­trol­len so­wie der Auf­he­bung;
b.
der Steue­rung des Schutz­raum­baus und der Zu­wei­sungs­pla­nung;
c.
der Ver­wen­dung durch Drit­te;
d.
der An­for­de­run­gen an das Zu­las­sungs­ver­fah­ren für prüf­pflich­ti­ge Kom­po­nen­ten.

6. Kapitel: Einsatzmaterial und Material für Schutzanlagen

Art. 76

1 Der Bund ist zu­stän­dig für die Be­schaf­fung:

a.
des stan­dar­di­sier­ten Ma­te­ri­als des Zi­vil­schut­zes;
b.
der Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mit­tel des Zi­vil­schut­zes, ein­sch­liess­lich der End­ge­rä­te des mo­bi­len Si­cher­heits­funk­sys­tems;
c.
der Aus­rüs­tung und des Ma­te­ri­als für die Schutz­an­la­gen;
d.
der per­sön­li­chen Aus­rüs­tung und des Ein­satz­ma­te­ri­als der Schutz­dienst­pflich­ti­gen, die zur Er­fül­lung der Auf­ga­ben nach Ar­ti­kel 35 Ab­satz 4 zur Ver­fü­gung ste­hen.

2 Er kann in Ab­spra­che mit den Kan­to­nen die Be­schaf­fung des Ein­satz­ma­te­ri­als und der per­sön­li­chen Aus­rüs­tung der Schutz­dienst­pflich­ti­gen über­neh­men.

3 Der Bun­des­rat legt Art und Um­fang des stan­dar­di­sier­ten Ma­te­ri­als nach Ab­satz 1 Buch­sta­be a fest. Er kann Vor­ga­ben zur Or­ga­ni­sa­ti­on, zur Aus­bil­dung und zum Ein­satz ma­chen.

4 Er kann dem BABS Recht­set­zungs­kom­pe­ten­zen über­tra­gen zur Si­cher­stel­lung der Ein­satz­be­reit­schaft von Ma­te­ri­al und Aus­rüs­tung nach Ab­satz 1.

7. Kapitel: Internationales Schutzzeichen und Ausweis des Zivilschutzes

Art. 77

1 Das Per­so­nal und das Ma­te­ri­al des Zi­vil­schut­zes so­wie die Schutz­bau­ten wer­den mit dem in­ter­na­tio­na­len Schutz­zei­chen des Zi­vil­schut­zes ge­kenn­zeich­net.

2 Mit dem Schutz­zei­chen kön­nen auch ge­kenn­zeich­net wer­den:

a.
Pri­vat­per­so­nen, die ei­nem Auf­ruf der zu­stän­di­gen Be­hör­den Fol­ge leis­ten und un­ter de­ren Lei­tung Zi­vil­schutz­auf­ga­ben wahr­neh­men;
b.
Per­so­nen von Stel­len des Bun­des, der Kan­to­ne und der Ge­mein­den, die für den Zi­vil­schutz ad­mi­nis­tra­ti­ve Auf­ga­ben er­fül­len.

3 Die Schutz­dienst­pflich­ti­gen er­hal­ten den Aus­weis für das Per­so­nal des Zi­vil­schut­zes.

4 Die Ge­stal­tung des Schutz­zei­chens und des Aus­wei­ses rich­tet sich nach dem Zu­satz­pro­to­koll vom 8. Ju­ni 197710 zu den Gen­fer Ab­kom­men vom 12. Au­gust 1949 über den Schutz der Op­fer in­ter­na­tio­na­ler be­waff­ne­ter Kon­flik­te.

8. Kapitel: Haftung für Schäden

Art. 78 Grundsätze

1 Bund, Kan­to­ne oder Ge­mein­den haf­ten für al­le Schä­den, die das Lehr­per­so­nal so­wie die Schutz­dienst­pflich­ti­gen in Er­fül­lung der Auf­ga­ben des Zi­vil­schut­zes Drit­ten wi­der­recht­lich zu­fü­gen, so­fern sie nicht be­wei­sen, dass der Scha­den durch hö­he­re Ge­walt oder durch Ver­schul­den des oder der Ge­schä­dig­ten oder Drit­ter ver­ur­sacht wur­de.

2 Scha­den­er­satz­pflich­tig ist das Ge­mein­we­sen, dem die je­weils auf­bie­ten­de Stel­le an­ge­hört.

3 Bei Tat­be­stän­den, die un­ter an­de­re Haft­pflicht­be­stim­mun­gen fal­len, ge­hen die­se dem vor­lie­gen­den Ge­setz vor.

4 Ge­schä­dig­te kön­nen ge­gen das Lehr­per­so­nal so­wie ge­gen Schutz­dienst­pflich­ti­ge kei­ne An­sprü­che gel­tend ma­chen.

5 Die Be­stim­mun­gen die­ses Ka­pi­tels gel­ten auch bei ge­mein­sa­men Übun­gen des Zi­vil­schut­zes mit an­de­ren Part­ner­or­ga­ni­sa­tio­nen nach Ar­ti­kel 3 oder der Ar­mee.

6 Im Fal­le ei­nes be­waff­ne­ten Kon­flikts sind die Be­stim­mun­gen die­ses Ka­pi­tels nicht an­wend­bar.

Art. 79 Rückgriff und Schadloshaltung

1 Ha­ben Bund, Kan­to­ne oder Ge­mein­den Scha­den­er­satz ge­leis­tet, so steht ih­nen der Rück­griff auf das Lehr­per­so­nal so­wie auf die Schutz­dienst­pflich­ti­gen zu, die den Scha­den vor­sätz­lich oder grob­fahr­läs­sig ver­ur­sacht ha­ben.

2 Wer um einen Ein­satz des Zi­vil­schut­zes zu­guns­ten der Ge­mein­schaft auf na­tio­na­ler Ebe­ne (Art. 53 Abs. 3) er­sucht, muss Bund, Kan­to­ne oder Ge­mein­den im Scha­dens­fall für Leis­tun­gen an Drit­te schad­los hal­ten und hat ge­gen­über die­sen Ge­mein­we­sen kei­ne Scha­den­er­satz­an­sprü­che für ihm oder ihr di­rekt zu­ge­füg­te Schä­den; vor­be­hal­ten blei­ben An­sprü­che aus vor­sätz­li­cher oder grob­fahr­läs­si­ger Scha­dens­zu­fü­gung.

Art. 80 Haftung gegenüber Bund, Kantonen und Gemeinden

1 Das Lehr­per­so­nal so­wie die Schutz­dienst­pflich­ti­gen haf­ten für den Scha­den, den sie Bund, Kan­to­nen oder Ge­mein­den durch vor­sätz­li­che oder grob­fahr­läs­si­ge Ver­let­zung ih­rer Pflich­ten un­mit­tel­bar zu­fü­gen.

2 Sie sind für das ih­nen über­ge­be­ne Ma­te­ri­al ver­ant­wort­lich und haf­ten für vor­sätz­lich oder grob­fahr­läs­sig ver­ur­sach­te Schä­den.

3 Die Rech­nungs­füh­rer und -füh­re­rin­nen sind für die Rech­nungs­füh­rung, die ih­nen an­ver­trau­ten Gel­der und Mit­tel so­wie de­ren vor­schrifts­ge­mäs­se Ver­wen­dung ver­ant­wort­lich. Sie haf­ten für vor­sätz­lich oder grob­fahr­läs­sig ver­ur­sach­ten Scha­den; das Glei­che gilt für Kon­troll­or­ga­ne für das Rech­nungs­we­sen, wenn sie ih­re Kon­troll­pflich­ten ver­let­zen.

Art. 81 Festsetzung der Entschädigung

1 Bei der Fest­set­zung der Ent­schä­di­gung gel­ten die Ar­ti­kel 42, 43 Ab­sät­ze 1 und 1bis, 44 Ab­satz 1, 45–47, 49 und 53 des Ob­li­ga­tio­nen­rechts (OR)11 sinn­ge­mä­ss.

2 Bei der Haf­tung des Lehr­per­so­nals oder der Schutz­dienst­pflich­ti­gen wer­den aus­ser­dem ihr Ver­hal­ten im Dienst, ih­re fi­nan­zi­el­len Ver­hält­nis­se und die Art des Diens­tes be­rück­sich­tigt.

Art. 82 Beschädigung oder Verlust von persönlichem Eigentum

1 Das Lehr­per­so­nal und die Schutz­dienst­pflich­ti­gen müs­sen für Ver­lust und Be­schä­di­gung ih­res Ei­gen­tums selbst auf­kom­men.

2 Wur­de der Scha­den durch einen dienst­li­chen Un­fall oder un­mit­tel­bar durch die Aus­füh­rung ei­nes Be­fehls ver­ur­sacht, so rich­ten Bund, Kan­to­ne oder Ge­mein­den ei­ne an­ge­mes­se­ne Ent­schä­di­gung aus.

3 Bei Selbst­ver­schul­den kann die Ent­schä­di­gung an­ge­mes­sen her­ab­ge­setzt wer­den. Da­bei wird auch be­rück­sich­tigt, ob die Ver­wen­dung des pri­va­ten Ge­gen­stands dienst­lich ge­bo­ten war.

Art. 83 Verjährung

1 Scha­den­er­satz­an­sprü­che ge­gen­über Bund, Kan­to­nen oder Ge­mein­den nach den Ar­ti­keln 78 und 82 ver­jäh­ren nach den Be­stim­mun­gen des OR12 über die un­er­laub­ten Hand­lun­gen. Als Kla­ge im Sin­ne von Ar­ti­kel 135 Zif­fer 2 OR gilt auch die schrift­li­che Gel­tend­ma­chung des Scha­den­er­satz­an­spruchs bei Bund, Kan­to­nen oder Ge­mein­den.

2 Der An­spruch von Bund, Kan­to­nen oder Ge­mein­den auf Rück­griff nach Ar­ti­kel 79 Ab­satz 1 ver­jährt in­nert drei Jah­ren seit der An­er­ken­nung oder der rechts­kräf­ti­gen Fest­stel­lung der Scha­den­er­satz­pflicht von Bund, Kan­to­nen oder Ge­mein­den, je­den­falls aber mit Ab­lauf von zehn Jah­ren, bei Tö­tung ei­nes Men­schen oder bei Kör­per­ver­let­zung mit Ab­lauf von zwan­zig Jah­ren, vom Ta­ge an ge­rech­net, an wel­chem das schä­di­gen­de Ver­hal­ten er­folg­te oder auf­hör­te.

3 Der Scha­den­er­satz­an­spruch von Bund, Kan­to­nen oder Ge­mein­den nach Ar­ti­kel 80 ver­jährt in­nert drei Jah­ren, nach­dem der Bund, der Kan­ton oder die Ge­mein­de Kennt­nis vom Scha­den und der er­satz­pflich­ti­gen Per­son er­langt hat, je­den­falls aber mit Ab­lauf von zehn Jah­ren, vom Ta­ge an ge­rech­net, an wel­chem das schä­di­gen­de Ver­hal­ten er­folg­te oder auf­hör­te.

4 Hat die er­satz­pflich­ti­ge Per­son durch ihr schä­di­gen­des Ver­hal­ten ei­ne straf­ba­re Hand­lung be­gan­gen, so ver­jährt der An­spruch auf Scha­den­er­satz frü­he­s­tens mit Ein­tritt der straf­recht­li­chen Ver­fol­gungs­ver­jäh­rung. Tritt die­se in­fol­ge ei­nes ers­tin­stanz­li­chen Stra­f­ur­teils nicht mehr ein, so ver­jährt der An­spruch frü­he­s­tens mit Ab­lauf von drei Jah­ren seit Er­öff­nung des Ur­teils.

9. Kapitel: Beschwerderecht und Verfahren

1. Abschnitt: Nicht vermögensrechtliche Ansprüche

Art. 84 Beurteilung der Schutzdiensttauglichkeit

1 Ge­gen den Ent­scheid ei­ner me­di­zi­ni­schen Un­ter­su­chungs­kom­mis­si­on über die Be­ur­tei­lung der Schutz­dienst­taug­lich­keit kann bei ei­ner an­de­ren me­di­zi­ni­schen Un­ter­su­chungs­kom­mis­si­on Be­schwer­de ge­führt wer­den. Die­se ent­schei­det end­gül­tig.

2 Be­schwer­de­be­rech­tigt ist die be­ur­teil­te Per­son oder de­ren ge­setz­li­che Ver­tre­tung.

Art. 85 Zuteilung einer Funktion

Wer mit der Zu­tei­lung ei­ner Funk­ti­on im Zi­vil­schutz nicht ein­ver­stan­den ist, kann beim Eid­ge­nös­si­schen De­par­te­ment für Ver­tei­di­gung, Be­völ­ke­rungs­schutz und Sport(VBS) Be­schwer­de füh­ren. Das VBS ent­schei­det end­gül­tig.

Art. 86 Beschwerden gegen letztinstanzliche kantonale Verfügungen

1 In Strei­tig­kei­ten nicht ver­mö­gens­recht­li­cher Na­tur kann ge­gen letz­tin­stanz­li­che kan­to­na­le Ver­fü­gun­gen beim Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt Be­schwer­de ge­führt wer­den; aus­ge­nom­men ist der Be­reich des Auf­ge­bots­we­sens.

2 Das VBS kann ge­gen letz­tin­stanz­li­che kan­to­na­le Ver­fü­gun­gen beim Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt Be­schwer­de füh­ren.Die letz­tin­stanz­lich ver­fü­gen­den kan­to­na­len Be­hör­den stel­len dem BABS auf des­sen Ver­lan­gen ih­re Ver­fü­gun­gen so­fort und un­ent­gelt­lich zu.

2. Abschnitt: Vermögensrechtliche Ansprüche

Art. 87

1 Die Kan­to­ne be­zeich­nen die Be­hör­den, die auf Stu­fe Kan­ton oder Ge­mein­de über Scha­den­er­satz­an­sprü­che und Rück­griffs­for­de­run­gen be­tref­fend Schä­den ent­schei­den, die wäh­rend kan­to­na­ler oder kom­mu­na­ler Schutz­dienst­leis­tun­gen ent­stan­den sind. Die Ent­schei­de die­ser Be­hör­den kön­nen an das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt wei­ter­ge­zo­gen wer­den.

2 Das BABS ent­schei­det über Scha­den­er­satz­an­sprü­che und Rück­griffs­for­de­run­gen be­tref­fend Schä­den, die wäh­rend Schutz­dienst­leis­tun­gen ent­stan­den sind, die in der Auf­ge­bots­kom­pe­tenz des Bun­des lie­gen.

3 Über An­sprü­che ver­mö­gens­recht­li­cher Na­tur des Bun­des oder ge­gen­über dem Bund, die sich auf die­ses Ge­setz stüt­zen, je­doch nicht die Scha­den­haf­tung be­tref­fen, ent­schei­det das BABS.

10. Kapitel: Strafbestimmungen

Art. 88 Widerhandlungen gegen dieses Gesetz

1 Mit Geld­stra­fe wird be­straft, wer vor­sätz­lich:

a.
als schutz­dienst­pflich­ti­ge Per­son ei­nem Auf­ge­bot nicht Fol­ge leis­tet, den Dienst oh­ne Be­wil­li­gung ver­lässt, nach ei­ner be­wil­lig­ten Ab­we­sen­heit nicht mehr zu­rück­kehrt, einen Ur­laub über­schrei­tet oder sich auf an­de­re Wei­se der Schutz­dienst­leis­tung ent­zieht;
b.
Aus­bil­dungs­diens­te oder Ein­sät­ze des Zi­vil­schut­zes stört oder Schutz­dienst­leis­ten­de be­hin­dert;
c.
öf­fent­lich da­zu auf­for­dert, Schutz­dienst­leis­tun­gen oder amt­lich an­ge­ord­ne­te Mass­nah­men zu ver­wei­gern.

2 Wer in den Fäl­len nach Ab­satz 1 Buch­sta­be a fahr­läs­sig han­delt, wird mit Bus­se be­straft.

3 Mit Bus­se wird be­straft, wer vor­sätz­lich:

a.
als schutz­dienst­pflich­ti­ge Per­son:
1.
sich wei­gert, die im Zi­vil­schutz über­tra­ge­ne Auf­ga­be und Funk­ti­on zu über­neh­men,
2.
dienst­li­che An­ord­nun­gen nicht be­folgt,
3.
die per­sön­li­che Aus­rüs­tung aus­ser­halb von Schutz­dienst­leis­tun­gen ver­wen­det,
4.
ge­gen die Mel­de­pflich­ten ver­stösst, die ge­stützt auf Ar­ti­kel 44 Ab­satz 4 ge­re­gelt sind;
b.
Alar­mie­rungs­an­ord­nun­gen und Ver­hal­tens­an­wei­sun­gen nicht be­ach­tet;
c.
das in­ter­na­tio­na­le Schutz­zei­chen des Zi­vil­schut­zes oder den Aus­weis für das Per­so­nal des Zi­vil­schut­zes miss­bräuch­lich ver­wen­det.

4 Wer in den Fäl­len nach Ab­satz 3 Buch­sta­be a Zif­fern 2–4 so­wie Buch­sta­ben b und c fahr­läs­sig han­delt, wird mit Bus­se bis 5000 Fran­ken be­straft.

5 Sind Schuld und Tat­fol­gen ge­ring­fü­gig, so kann die zu­stän­di­ge Be­hör­de auf ei­ne Straf­an­zei­ge ver­zich­ten; sie kann die be­tref­fen­de Per­son ver­war­nen.

6 Die Straf­ver­fol­gung und zi­vil­recht­li­che For­de­run­gen nach an­de­ren Ge­set­zen blei­ben vor­be­hal­ten.

Art. 89 Widerhandlungen gegen Ausführungserlasse

1 Mit Bus­se wird be­straft, wer den in Aus­füh­rung die­ses Ge­set­zes er­las­se­nen Vor­schrif­ten, de­ren Über­tre­tung un­ter Hin­weis auf die Straf­dro­hung des vor­lie­gen­den Ar­ti­kels für straf­bar er­klärt wor­den ist, vor­sätz­lich zu­wi­der­han­delt.

2 In schwe­ren Fäl­len oder bei Rück­fall ist die Stra­fe Bus­se bis 20 000 Fran­ken. Han­delt der Tä­ter oder die Tä­te­rin fahr­läs­sig, so ist die Stra­fe Bus­se bis 5000 Fran­ken.

3 Sind Schuld und Tat­fol­gen ge­ring­fü­gig, so kann die zu­stän­di­ge Be­hör­de auf ei­ne Straf­an­zei­ge ver­zich­ten; sie kann die be­tref­fen­de Per­son ver­war­nen.

Art. 90 Strafverfolgung

Die Ver­fol­gung und die Be­ur­tei­lung straf­ba­rer Hand­lun­gen sind Sa­che der Kan­to­ne.

11. Kapitel: Finanzierung

Art. 91 Bund

1 Der Bund trägt die Kos­ten für:

a.
die Re­kru­tie­rung der Schutz­dienst­pflich­ti­gen;
b.
die ge­mä­ss die­sem Ge­setz von ihm durch­zu­füh­ren­de Aus­bil­dung und die da­zu er­for­der­li­che Aus­bil­dungs­in­fra­struk­tur;
c.
Ein­sät­ze der Schutz­dienst­pflich­ti­gen beim Auf­ge­bot durch den Bun­des­rat;
d.
Aus­bil­dung, Ein­sät­ze und Kon­troll­füh­rung der Schutz­dienst­pflich­ti­gen, die zur Er­fül­lung von Auf­ga­ben nach Ar­ti­kel 35 Ab­satz 4 zur Ver­fü­gung ste­hen;
e.
das Ein­satz­ma­te­ri­al und das Ma­te­ri­al für die Schutz­an­la­gen nach Ar­ti­kel 76 Ab­satz 1;
f.
Sold, Auf­ge­bot, Rei­se, Ver­pfle­gung und Un­ter­kunft der Schutz­dienst­pflich­ti­gen bei Ein­sät­zen zu­guns­ten der Ge­mein­schaft auf na­tio­na­ler Ebe­ne;
g.
die Ver­stär­kung des Zi­vil­schut­zes bei be­waff­ne­ten Kon­flik­ten;
h.
Ein­sät­ze im Fall be­waff­ne­ter Kon­flik­te.
i.
In­ves­ti­ti­on, Be­trieb, Un­ter­halt und Wert­er­halt des­je­ni­gen Teils des PI­SA, der zur Kon­troll­füh­rung über die Schutz­dienst­pflich­ti­gen dient.

2 Er trägt die an­er­kann­ten Mehr­kos­ten für die Er­stel­lung, die Aus­rüs­tung und die Er­neu­erung von Schutz­an­la­gen.

3 Er trägt die Kos­ten für den not­wen­di­gen Rück­bau der tech­ni­schen Schutz­bau­sys­te­me von Schutz­an­la­gen, die still­ge­legt wer­den. Er trägt die Rück­bau­kos­ten nicht, wenn die Schutz­an­la­ge wei­ter­hin für Zi­vil­schutz­zwe­cke ge­nutzt oder durch die zu­stän­di­gen Be­hör­den oder Drit­te ei­ner an­der­wei­ti­gen Nut­zung zu­ge­führt wird.

4 Fällt auf­grund der Auf­he­bung ei­ner ge­schütz­ten Sa­ni­täts­stel­le oder ei­nes ge­schütz­ten Spi­tals die An­zahl Pa­ti­en­ten­plät­ze un­ter die in der Be­darfs­pla­nung fest­ge­leg­te An­zahl, so über­nimmt der Bund bei ei­nem Er­satz die an­er­kann­ten Mehr­kos­ten für die Er­stel­lung und Aus­rüs­tung nicht.

5 Der Bund trägt die an­er­kann­ten Mehr­kos­ten für die Er­stel­lung und die Er­neue­rung von Kul­tur­gü­ter­schutz­räu­men für die kan­to­na­len Ar­chi­ve und die Samm­lun­gen von na­tio­na­ler Be­deu­tung so­wie für de­ren Ein­rich­tung.

6 Er leis­tet einen jähr­li­chen Pau­schal­bei­trag zur Si­cher­stel­lung der Be­triebs­be­reit­schaft der Schutz­an­la­gen bei be­waff­ne­ten Kon­flik­ten.

7 Für Schutz­an­la­gen, die nicht in der vom BABS ge­neh­mig­ten Be­darfs­pla­nung ent­hal­ten sind, trägt der Bund we­der die an­er­kann­ten Mehr­kos­ten, noch rich­tet er den jähr­li­chen Pau­schal­bei­trag aus.

8 Der Bund kann Tä­tig­kei­ten öf­fent­li­cher oder pri­va­ter Or­ga­ni­sa­tio­nen im Be­reich des Zi­vil­schut­zes fi­nan­zi­ell un­ter­stüt­zen.

9 Er be­tei­ligt sich nicht an:

a.
Lan­d­er­werbs­kos­ten und Ent­schä­di­gun­gen für die In­an­spruch­nah­me von öf­fent­li­chem oder pri­va­tem Grund;
b.
kan­to­na­len und kom­mu­na­len Ge­büh­ren;
c.
Kos­ten für den or­dent­li­chen Un­ter­halt der Schutz­an­la­gen.

10 Der Bun­des­rat legt fest:

a.
die Vor­aus­set­zun­gen zur Über­nah­me oder Ver­wei­ge­rung der an­er­kann­ten Mehr­kos­ten nach den Ab­sät­zen 2, 4 und 5 so­wie zur Aus­rich­tung oder Ver­wei­ge­rung des Pau­schal­bei­trags nach Ab­satz 6 und re­gelt das Ver­fah­ren;
b.
die Hö­he der an­er­kann­ten Mehr­kos­ten und des Pau­schal­bei­trags; er kann die an­er­kann­ten Mehr­kos­ten pau­schal fest­le­gen;
c.
die Kos­ten­tra­gung für Ein­sät­ze zu­guns­ten der Ge­mein­schaft.

11 Das BABS kann für Ein­sät­ze zu­guns­ten der Ge­mein­schaft auf na­tio­na­ler Ebe­ne, die den Kan­to­nen ver­gü­tet wer­den, Pau­scha­len pro schutz­dienst­leis­ten­de Per­son fest­le­gen.

Art. 92 Kantone

Die Kan­to­ne tra­gen die­je­ni­gen Kos­ten, die nach Ar­ti­kel 91 nicht der Bund trägt, ins­be­son­de­re die Kos­ten für:

a.
die Aus­bil­dun­gen und Ein­sät­ze der Schutz­dienst­pflich­ti­gen;
b.
die Aus­bil­dun­gen des Bun­des, die die­ser nach Ar­ti­kel 54 Ab­satz 3 mit den Kan­to­nen ver­ein­bart;
c.
das Ein­satz­ma­te­ri­al und die per­sön­li­che Aus­rüs­tung der Schutz­dienst­pflich­ti­gen so­wie die dem Bund für die Be­schaf­fung nach Ar­ti­kel 76 Ab­satz 2 an­fal­len­den Kos­ten.

4. Titel: Personendaten

Art. 93 Bearbeitung von Daten

1 Das BABS be­ar­bei­tet zur Er­fül­lung sei­ner Auf­ga­ben im Rah­men der Re­kru­tie­rung (Art. 34) und der Kon­trol­l­auf­ga­ben (Art. 47) die Per­so­nen­da­ten der Schutz­dienst­pflich­ti­gen im PI­SA. Es kann da­bei fol­gen­de be­son­ders schüt­zens­wer­ten Per­so­nen­da­ten und Per­sön­lich­keitspro­fi­le be­ar­bei­ten:

a.
Da­ten über die Ge­sund­heit;
b.
Per­sön­lich­keitspro­fi­le:
1.
für Ent­schei­de über die Zu­tei­lung der Grund­funk­ti­on,
2.
zur Ab­klä­rung des Ka­der­po­ten­zi­als.

2 Es be­ar­bei­tet die Per­so­nen­da­ten der Kurs­teil­neh­men­den zur Durch­füh­rung der Aus­bil­dun­gen im Ver­an­stal­tungs­ad­mi­nis­tra­tor­sys­tem. Es kann da­bei fol­gen­de be­son­ders schüt­zens­wer­ten Per­so­nen­da­ten und Per­sön­lich­keitspro­fi­le be­ar­bei­ten:

a.
Da­ten über die Ge­sund­heit;
b.
Per­sön­lich­keitspro­fi­le zur Be­ur­tei­lung des Ka­der- oder Spe­zia­lis­ten­po­ten­zi­als.

3 Die Kan­to­ne kön­nen die Da­ten der Schutz­dienst­pflich­ti­gen be­ar­bei­ten, so­weit dies zur Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben nach die­sem Ge­setz not­wen­dig ist. Ins­be­son­de­re kön­nen sie die für die Be­ur­tei­lung der Fä­hig­keit einen be­vor­ste­hen­den Dienst zu leis­ten not­wen­di­gen sa­ni­täts­dienst­li­chen Da­ten der Schutz­dienst­pflich­ti­gen be­ar­bei­ten.

4 Die Da­ten nach Ab­satz 3 wer­den nach der Ent­las­sung aus der Schutz­dienst­pflicht wäh­rend fünf Jah­ren auf­be­wahrt und dann ver­nich­tet.

5 Das BABS und die Kan­to­ne sind be­rech­tigt, zur Wahr­neh­mung ih­rer Kon­trol­l­auf­ga­ben die Ver­si­cher­ten­num­mer nach Ar­ti­kel 50cdes Bun­des­ge­set­zes vom 20. De­zem­ber 194613 über die Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rungder Per­so­nen, über die sie Da­ten be­ar­bei­ten, sys­te­ma­tisch zu ver­wen­den.

Art. 94 Bekanntgabe von Daten

1 Die kon­troll­füh­ren­den Stel­len der Kan­to­ne ge­ben dem BABS die Da­ten über Schutz­dienst­pflich­ti­ge be­kannt, die die­ses zur Er­fül­lung der Auf­ga­ben nach die­sem Ge­setz be­nö­tigt.

2 Sie ge­ben der Mi­li­tär­ver­si­che­rung die Da­ten über die schutz­dienst­pflich­ti­gen Per­so­nen be­kannt, die die­se für die Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben nach dem MVG14 be­nö­tigt.

3 Das BABS kann den für die Aus­bil­dung zu­stän­di­gen Stel­len der Kan­to­ne die Be­ur­tei­lun­gen des Ka­der- oder Spe­zia­lis­ten­po­ten­zi­als der an Aus­bil­dun­gen des Bun­des teil­neh­men­den Per­so­nen zur Ver­fü­gung stel­len.

5. Titel: Gewerbliche Leistungen des BABS

Art. 95

1 Das BABS kann Drit­ten ge­werb­li­che Leis­tun­gen er­brin­gen, wenn die­se Leis­tun­gen:

a.
mit sei­nen Haupt­auf­ga­ben in ei­nem en­gen Zu­sam­men­hang ste­hen;
b.
die Er­fül­lung der Haupt­auf­ga­ben nicht be­ein­träch­ti­gen; und
c.
kei­ne be­deu­ten­den zu­sätz­li­chen sach­li­chen und per­so­nel­len Mit­tel er­for­dern.

2 Ge­werb­li­che Leis­tun­gen sind auf der Grund­la­ge ei­ner Kos­ten- und Leis­tungs­rech­nung zu min­des­tens kos­ten­de­cken­den Prei­sen zu er­brin­gen. Das VBS kann für be­stimm­te Leis­tun­gen Aus­nah­men vor­se­hen, wenn da­durch die Pri­vat­wirt­schaft nicht kon­kur­ren­ziert wird.

6. Titel: Schlussbestimmungen

Art. 96 Vollzug

Der Voll­zug die­ses Ge­set­zes ob­liegt den Kan­to­nen, so­weit nichts an­de­res be­stimmt ist.

Art. 97 Übertragung von Vollzugsaufgaben

Der Bund kann im Rah­men sei­ner Zu­stän­dig­kei­ten Drit­te für den Voll­zug die­ses Ge­set­zes bei­zie­hen und ih­nen Voll­zugs­auf­ga­ben über­tra­gen.

Art. 98 Aufhebung und Änderung anderer Erlasse

Die Auf­he­bung und die Än­de­rung an­de­rer Er­las­se sind im An­hang ge­re­gelt.

Art. 99 Übergangsbestimmungen

1 Die Kan­to­ne stel­len noch bis längs­tens vier Jah­re nach In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes die Si­re­nen nach den Vor­ga­ben des Bun­des be­reit (Art. 9 Abs. 2). Sie sor­gen so lan­ge für den Un­ter­halt und für die stän­di­ge Be­triebs­be­reit­schaft der Si­re­nen. Der Bund ent­schä­digt die Kan­to­ne da­für mit höchs­tens 400 Fran­ken pro Si­re­ne und Jahr.

2 Der Bund kann den Kan­to­nen die tech­ni­sche Nach­rüs­tung ih­rer be­schaff­ten Sen­de­an­la­gen des mo­bi­len Si­cher­heits­funk­sys­tems Typ Ba­sis­sta­ti­on T-BS400e (Art. 18 und 23) mit­tels zins­lo­sem Dar­le­hen vor­fi­nan­zie­ren, so­fern da­mit der Par­al­lel­be­trieb ver­kürzt wer­den kann und die­se Lö­sung ins­ge­samt wirt­schaft­li­cher ist. Die Kan­to­ne zah­len die Vor­fi­nan­zie­rung bis spä­tes­tens 2028 zu­rück.

3 Die Kan­to­ne kön­nen vor­se­hen, dass sich für Schutz­dienst­pflich­ti­ge, die bei In­kraft­tre­ten des Ge­set­zes be­reits zwölf Jah­re schutz­dienst­pflich­tig wa­ren oder 245 Dienst­ta­ge ge­leis­tet ha­ben, die Schutz­dienst­pflicht bis zum En­de des Jah­res, in dem sie 40 Jah­re alt wer­den, ver­län­gert. Die Ver­län­ge­rung der Schutz­dienst­pflicht darf nur vor­ge­se­hen wer­den, wenn sie zur Er­hal­tung des er­for­der­li­chen Be­stan­des not­wen­dig und der Un­ter­be­stand ei­ne Fol­ge der Re­duk­ti­on der Dienst­pflicht­dau­er nach die­sem Ge­setz ist. Die Ver­län­ge­rung der Schutz­dienst­pflicht ist bis längs­tens fünf Jah­re nach In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes mög­lich.

4 Die Kan­to­ne rei­chen bis spä­tes­tens fünf Jah­re nach In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes dem BABS die Be­darfs­pla­nung für die Schutz­an­la­gen nach Ar­ti­kel 68 ein. Der Bund rich­tet den jähr­li­chen Pau­schal­be­trag bis sechs Jah­re nach In­kraft­tre­ten nach bis­he­ri­gem Recht aus (Art. 71 Abs. 3 des Be­völ­ke­rungs- und Zi­vil­schutz­ge­set­zes vom 4. Ok­to­ber 200215). In die­sen sechs Jah­ren wer­den kei­ne Ge­neh­mi­gun­gen zur Auf­he­bung von Schutz­an­la­gen nach Ar­ti­kel 71 er­teilt.

Art. 100 Referendum und Inkrafttreten

1 Die­ses Ge­setz un­ter­steht dem fa­kul­ta­ti­ven Re­fe­ren­dum.

2 Der Bun­des­rat be­stimmt das In­kraft­tre­ten.

Da­tum des In­kraft­tre­tens: 1. Ja­nu­ar 202116

16 BRB vom 11. Nov. 2020

Anhang

(Art. 98)

Aufhebung und Änderung anderer Erlasse

I

Das Bevölkerungs- und Zivilschutzgesetz vom 4. Oktober 200217 wird aufgehoben.

II

Die nachstehenden Erlasse werden wie folgt geändert:

...18

17 [AS 2003 41874327, 2005 2881Ziff. II Abs. 1 Bst. c, 2006 2197 Anhang Ziff. 47, 2009 6617Anhang Ziff. 3, 2010 6015Anhang Ziff. 4, 2011 5891, 2014 3545Art. 23, 2015 187, 2016 4277Anhang Ziff. 7, 2018 5343Anhang Ziff. 7]

18 Die Änderungen können unter AS 2020 4995konsultiert werden.

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