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Bundesgesetz über den eidgenössischen Finanzhaushalt

vom 7. Oktober 2005 (Stand am 1. Januar 2016)

Die Bundesversammlung der Schweizerischen Eidgenossenschaft,

gestützt auf die Artikel 126 und 173 Absatz 2 der Bundesverfassung1 (BV), nach Einsicht in die Botschaft des Bundesrates vom 24. November 20042,

beschliesst:

1. Kapitel: Allgemeine Bestimmungen

Art. 1 Gegenstand und Ziele  

1Die­ses Ge­setz re­gelt die Staats­rech­nung, die Ge­samt­steue­rung des Bun­des­haus­halts, die fi­nan­zi­el­le Füh­rung auf der Ver­wal­tungs­ebe­ne und die Rech­nungs­le­gung.

2Mit die­sem Ge­setz sol­len:

a.
Bun­des­ver­samm­lung und Bun­des­rat:
1.
ih­re ver­fas­sungs­mäs­si­gen Fi­nanz­kom­pe­ten­zen wirk­sam aus­üben kön­nen,
2.1
die für ei­ne ziel- und er­geb­ni­s­ori­en­tier­te Füh­rung des Bun­des­haus­halts er­for­der­li­chen In­stru­men­te und Ent­scheid­grund­la­gen in die Hand be­kom­men;
b.
die Ver­wal­tungs­füh­rung nach be­triebs­wirt­schaft­li­chen Grund­sät­zen un­ter­stützt so­wie der wirt­schaft­li­che und wirk­sa­me Ein­satz der öf­fent­li­chen Mit­tel ge­för­dert wer­den.

1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 26. Sept. 2014 (Neu­es Füh­rungs­mo­dell für die Bun­des­ver­wal­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 1583; BBl 2014 767).

Art. 2 Geltungsbereich  

Die­ses Ge­setz gilt für:

a.
die Bun­des­ver­samm­lung ein­sch­liess­lich ih­rer Par­la­ments­diens­te;
b.
die eid­ge­nös­si­schen Ge­rich­te so­wie die Schieds- und Re­kurs­kom­mis­sio­nen;
bbis.1
die Bun­des­an­walt­schaft und die Auf­sichts­be­hör­de über die Bun­des­an­walt­schaft;
c.
den Bun­des­rat;
d.
die De­par­te­men­te, ih­re Ge­ne­ral­se­kre­ta­ria­te und die Bun­des­kanz­lei;
e.
die Grup­pen und Äm­ter;
f.
die Ver­wal­tungs­ein­hei­ten der de­zen­tra­len Bun­des­ver­wal­tung, die kei­ne ei­ge­ne Rech­nung füh­ren.

1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 26. Sept. 2014 (Neu­es Füh­rungs­mo­dell für die Bun­des­ver­wal­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 1583; BBl 2014 767).

Art. 3 Begriffe  

1Aus­ga­ben sind Zah­lun­gen an Drit­te, die:

a.
das Ver­mö­gen ver­min­dern (lau­fen­de Aus­ga­ben);
b.
Ver­mö­gens­wer­te schaf­fen, die un­mit­tel­bar Ver­wal­tungs­zwe­cken die­nen (In­ves­ti­ti­ons­aus­ga­ben).

2Ein­nah­men sind Zah­lun­gen Drit­ter, die:

a.
das Ver­mö­gen ver­meh­ren (lau­fen­de Ein­nah­men);
b.
als Ent­gelt für die Ver­äus­se­rung von Ver­wal­tungs­ver­mö­gen ge­leis­tet wer­den (In­ves­ti­ti­ons­ein­nah­men).

3Als Auf­wand gilt der ge­sam­te Wert­ver­zehr in­ner­halb ei­ner be­stimm­ten Pe­ri­ode.

4Als Er­trag gilt der ge­sam­te Wert­zu­wachs in­ner­halb ei­ner be­stimm­ten Pe­ri­ode.

5Das Ver­wal­tungs­ver­mö­gen um­fasst die Ver­mö­gens­wer­te, die un­mit­tel­bar der Er­fül­lung öf­fent­li­cher Auf­ga­ben die­nen.

6Das Fi­nanz­ver­mö­gen um­fasst al­le üb­ri­gen Ver­mö­gens­wer­te.

7In Leis­tungs­grup­pen zu­sam­men­ge­fasst wer­den Leis­tun­gen ei­ner Ver­wal­tungs­ein­heit, mit de­nen gleich­ar­ti­ge Zie­le er­reicht wer­den sol­len.1


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 26. Sept. 2014 (Neu­es Füh­rungs­mo­dell für die Bun­des­ver­wal­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 1583; BBl 2014 767).

2. Kapitel: Staatsrechnung

Art. 4 Zuständigkeit  

Der Bun­des­rat un­ter­brei­tet der Bun­des­ver­samm­lung jähr­lich die Staats­rech­nung zur Ab­nah­me.

Art. 5 Inhalt  

Die Staats­rech­nung des Bun­des um­fasst:

a.
die Bun­des­rech­nung, be­ste­hend aus:
1.
dem Fi­nanz­kom­men­tar,
2.
der Jah­res­rech­nung des Bun­des,
3.
den Rech­nun­gen der in Ar­ti­kel 2 auf­ge­führ­ten In­sti­tu­tio­nen und Ver­wal­tungs­ein­hei­ten;
b.
die Jah­res­rech­nun­gen von Ver­wal­tungs­ein­hei­ten der de­zen­tra­len Bun­des­ver­wal­tung und der Fonds des Bun­des, die ei­ne ei­ge­ne Rech­nung füh­ren, wenn die­se durch die Bun­des­ver­samm­lung zu ge­neh­mi­gen ist (Son­der­rech­nun­gen).
Art. 6 Jahresrechnung des Bundes  

Die Jah­res­rech­nung des Bun­des um­fasst:

a.
die Fi­nan­zie­rungs­rech­nung;
b.
die Er­folgs­rech­nung;
c.
die In­ves­ti­ti­ons­rech­nung;
d.
die Geld­fluss­rech­nung;
e.
die Bi­lanz;
f.
den Ei­gen­ka­pi­tal­nach­weis;
g.
den An­hang.

1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2015 (Op­ti­mie­rung Neu­es Rech­nungs­mo­dell), in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 4009; BBl 2014 9329).

Art. 7 Finanzierungsrechnung  

1Die Fi­nan­zie­rungs­rech­nung weist an­hand der Aus­ga­ben und Ein­nah­men das Fi­nan­zie­rungs­er­geb­nis aus.

2Sie zeigt das or­dent­li­che Er­geb­nis und das aus­ser­or­dent­li­che Er­geb­nis.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2015 (Op­ti­mie­rung Neu­es Rech­nungs­mo­dell), in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 4009; BBl 2014 9329).

Art. 8 Erfolgsrechnung  

1Die Er­folgs­rech­nung weist den Auf­wand und den Er­trag ei­ner Rech­nungs­pe­ri­ode aus; sie zeigt das ope­ra­ti­ve Er­geb­nis, das Fi­nan­z­er­geb­nis und das Er­geb­nis aus nam­haf­ten Be­tei­li­gun­gen.1

2Sie ist nach Auf­wand- und Er­trags­ar­ten ge­glie­dert.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2015 (Op­ti­mie­rung Neu­es Rech­nungs­mo­dell), in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 4009; BBl 2014 9329).

Art. 8a Investitionsrechnung  

1Die In­ves­ti­ti­ons­rech­nung weist die In­ves­ti­ti­ons­aus­ga­ben und die In­ves­ti­ti­ons­ein­nah­men aus.

2Sie zeigt das or­dent­li­che Er­geb­nis und das aus­ser­or­dent­li­che Er­geb­nis.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2015 (Op­ti­mie­rung Neu­es Rech­nungs­mo­dell), in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 4009; BBl 2014 9329).

Art. 8b Geldflussrechnung  

1Die Geld­fluss­rech­nung weist die Ver­än­de­rung der flüs­si­gen Mit­tel und der kurz­fris­ti­gen Geld­an­lagen aus.

2Sie zeigt die Geld­flüs­se aus der ope­ra­ti­ven Tä­tig­keit, aus der In­ves­ti­ti­ons­tä­tig­keit und aus der Fi­nan­zie­rungs­tä­tig­keit.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2015 (Op­ti­mie­rung Neu­es Rech­nungs­mo­dell), in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 4009; BBl 2014 9329).

Art. 9 Bilanz  

1Die Bi­lanz weist die Ver­mö­gens­wer­te (Ak­ti­ven) so­wie die Ver­pflich­tun­gen und das Ei­gen­ka­pi­tal (Pas­si­ven) aus.

2Die Ver­mö­gens­wer­te wer­den in Fi­nanz- und Ver­wal­tungs­ver­mö­gen ge­glie­dert.

3Die Ver­pflich­tun­gen wer­den in kurz­fris­ti­ges und lang­fris­ti­ges Fremd­ka­pi­tal so­wie in zweck­ge­bun­de­ne Mit­tel ge­glie­dert.

Art. 9a Eigenkapitalnachweis  

1Der Ei­gen­ka­pi­tal­nach­weis zeigt die Aus­wir­kun­gen der er­fass­ten Fi­nanz­vor­fäl­le auf die ver­schie­de­nen Be­stand­tei­le des Ei­gen­ka­pi­tals.

2Auf­wän­de und Er­trä­ge, die dem Ei­gen­ka­pi­tal di­rekt gut­ge­schrie­ben oder be­las­tet wer­den, sind ge­son­dert aus­zu­wei­sen.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2015 (Op­ti­mie­rung Neu­es Rech­nungs­mo­dell), in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 4009; BBl 2014 9329).

Art. 10 Anhang  

Der An­hang der Jah­res­rech­nung des Bun­des:

a.
nennt das auf die Rech­nungs­le­gung an­zu­wen­den­de Re­gel­werk und be­grün­det Ab­wei­chun­gen;
b.
fasst die Rech­nungs­le­gungs­grund­sät­ze ein­sch­liess­lich der we­sent­li­chen Grund­sät­ze für die Bi­lan­zie­rung und Be­wer­tung zu­sam­men;
c.
legt in ge­raff­ter Form we­sent­li­che Ein­zel­hei­ten zu den an­de­ren Tei­len der Jah­res­rech­nung of­fen;
d.
ent­hält zu­sätz­li­che An­ga­ben, die für die Be­ur­tei­lung der Ver­mö­gens- und Er­trags­la­ge, der Ver­pflich­tun­gen und der fi­nan­zi­el­len Ri­si­ken von Be­deu­tung sind;
e.1
f.
nennt die Ab­schrei­bungs­me­tho­den und -sät­ze;
g.2

1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2015 (Op­ti­mie­rung Neu­es Rech­nungs­mo­dell), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 4009; BBl 2014 9329).
2 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2015 (Op­ti­mie­rung Neu­es Rech­nungs­mo­dell), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 4009; BBl 2014 9329).

Art. 11 Rechnung der Institutionen und Verwaltungseinheiten  

1Die Rech­nung der In­sti­tu­tio­nen und Ver­wal­tungs­ein­hei­ten (Art. 5 Bst. a Ziff. 3) bil­det die Grund­la­ge für:

a.
die Kre­dit­be­wil­li­gung und die Schät­zung der Er­trä­ge und der Ein­nah­men;
b.
die Re­chen­schafts­ab­la­ge über die Ver­wen­dung der Mit­tel.

2Die Rech­nung ei­ner In­sti­tu­ti­on oder Ver­wal­tungs­ein­heit um­fasst:

a.
die Er­folgs­rech­nung;
b.
die In­ves­ti­ti­ons­rech­nung;
c.1
die Be­richt­er­stat­tung über die Leis­tungs­grup­pen.

3Die Er­folgs­rech­nung setzt sich zu­sam­men aus:

a.
den Auf­wand­po­si­tio­nen;
b.
den Er­trags­po­si­tio­nen.

4Die In­ves­ti­ti­ons­rech­nung setzt sich zu­sam­men aus:

a.
den Sa­chin­ves­ti­tio­nen, Dar­le­hen, Be­tei­li­gun­gen und In­ves­ti­ti­ons­bei­trä­gen;
b.
den Ein­nah­men aus der Ver­äus­se­rung von Sach­gü­tern und Rück­er­stat­tun­gen von In­ves­ti­ti­ons­aus­ga­ben.

5Die Be­richt­er­stat­tung über die Leis­tungs­grup­pen um­fasst:

a.
Zie­le, Mess­grös­sen und Kon­tex­t­in­for­ma­tio­nen;
b.
Auf­wand­po­si­tio­nen und Er­trags­po­si­tio­nen;
c.
In­ves­ti­ti­ons­aus­ga­ben und In­ves­ti­ti­ons­ein­nah­men.2

6Sie weist ins­be­son­de­re aus:

a.
die Zahl der Mit­ar­bei­ten­den nach Voll­zeit­stel­len;
b.
den In­for­ma­tik­sach­auf­wand;
c.
den ex­ter­nen Be­ra­tungs­auf­wand.3

1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 26. Sept. 2014 (Neu­es Füh­rungs­mo­dell für die Bun­des­ver­wal­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 1583; BBl 2014 767).
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 26. Sept. 2014 (Neu­es Füh­rungs­mo­dell für die Bun­des­ver­wal­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 1583; BBl 2014 767).
3 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 26. Sept. 2014 (Neu­es Füh­rungs­mo­dell für die Bun­des­ver­wal­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 1583; BBl 2014 767).

3. Kapitel: Gesamtsteuerung des Bundeshaushalts

1. Abschnitt: Grundsätze

Art. 12  

1Bun­des­ver­samm­lung und Bun­des­rat hal­ten die Aus­ga­ben und Ein­nah­men auf Dau­er im Gleich­ge­wicht; da­bei rich­ten sie sich nach Ar­ti­kel 126 der Bun­des­ver­fas­sung (Schul­den­brem­se).

2Sie tra­gen bei der Füh­rung des Bun­des­haus­halts so­wohl der Fi­nan­zie­rungs- als auch der Er­folgs­sicht Rech­nung.

3Sie stim­men so­weit mög­lich die Sach- und Fi­nan­zie­rungs­ent­schei­de auf­ein­an­der ab.

4Bun­des­rat und Ver­wal­tung füh­ren den Bun­des­haus­halt nach den Grund­sät­zen der Ge­setz­mäs­sig­keit, der Dring­lich­keit und der Spar­sam­keit. Sie sor­gen für einen wirk­sa­men und wirt­schaft­li­chen Ein­satz der Mit­tel.

2. Abschnitt: Schuldenbremse

Art. 13 Höchstbetrag der Gesamtausgaben  

1Der Höchst­be­trag für die im Vor­an­schlag zu be­wil­li­gen­den Ge­samt­aus­ga­ben nach Ar­ti­kel 126 Ab­satz 2 der Bun­des­ver­fas­sung ent­spricht dem Pro­dukt aus den ge­schätz­ten Ein­nah­men und dem Kon­junk­tur­fak­tor.

2Bei der Er­mitt­lung der ge­schätz­ten Ein­nah­men wer­den aus­ser­or­dent­li­che Ein­nah­men nicht be­rück­sich­tigt. Als sol­che gel­ten ins­be­son­de­re aus­ser­or­dent­li­che In­ves­ti­ti­ons­ein­nah­men so­wie aus­ser­or­dent­li­che Ein­nah­men aus Re­ga­li­en und Kon­zes­sio­nen.

3Der Kon­junk­tur­fak­tor ent­spricht dem Quo­ti­en­ten aus dem ge­schätz­ten rea­len Brut­to­in­land­pro­dukt ge­mä­ss lang­fris­tig ge­glät­te­tem Trend und dem vor­aus­sicht­li­chen rea­len Brut­to­in­land­pro­dukt im Vor­an­schlags­jahr.

Art. 14 Berücksichtigung des Höchstbetrags  

Bun­des­rat und Bun­des­ver­samm­lung be­rück­sich­ti­gen den Höchst­be­trag bei der Be­hand­lung al­ler Vor­la­gen mit fi­nan­zi­el­len Aus­wir­kun­gen.

Art. 15 Erhöhung des Höchstbetrags  

1Die Bun­des­ver­samm­lung kann bei der Ver­ab­schie­dung des Vor­an­schlags oder sei­ner Nach­trä­ge den Höchst­be­trag nach Ar­ti­kel 126 Ab­satz 2 der Bun­des­ver­fas­sung er­hö­hen im Fal­le von:

a.
aus­ser­ge­wöhn­li­chen und vom Bund nicht steu­er­ba­ren Ent­wick­lun­gen;
b.
An­pas­sun­gen am Rech­nungs­mo­dell;
c.
ver­bu­chungs­be­ding­ten Zah­lungs­spit­zen.

2Ei­ne Er­hö­hung ist je­doch nur mög­lich, wenn der zu­sätz­li­che Zah­lungs­be­darf min­des­tens 0,5 Pro­zent des Höchst­be­trags er­reicht.

Art. 16 Ausgleichskonto  

1Nach Ge­neh­mi­gung der Staats­rech­nung wird der Höchst­be­trag für die Ge­samt­aus­ga­ben des Vor­jah­res auf­grund der tat­säch­lich er­ziel­ten or­dent­li­chen Ein­nah­men be­rich­tigt.1

2Sind die in der Staats­rech­nung aus­ge­wie­se­nen Ge­samt­aus­ga­ben hö­her oder tiefer als der be­rich­tig­te Höchst­be­trag, so wird die Ab­wei­chung ei­nem aus­ser­halb der Staats­rech­nung ge­führ­ten Aus­gleichs­kon­to be­las­tet oder gut­ge­schrie­ben.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. März 2009, in Kraft seit 1. Jan. 2010 (AS 2009 5941; BBl 2008 8491).

Art. 17 Fehlbeträge des Ausgleichskontos  

1Ein Fehl­be­trag des Aus­gleichs­kon­tos wird im Ver­lauf meh­re­rer Jah­re durch Kür­zung der nach Ar­ti­kel 13 oder 15 fest­zu­le­gen­den Höchst­be­trä­ge aus­ge­gli­chen.

2Über­schrei­tet ein Fehl­be­trag 6 Pro­zent der im ver­gan­ge­nen Rech­nungs­jahr ge­tä­tig­ten Ge­samt­aus­ga­ben, so wird die­se Über­schrei­tung in­ner­halb der drei fol­gen­den Rech­nungs­jah­re be­sei­tigt.

Art. 17a Amortisationskonto  

1In der Staats­rech­nung aus­ge­wie­se­ne aus­ser­or­dent­li­che Ein­nah­men oder Aus­ga­ben wer­den ei­nem aus­ser­halb der Staats­rech­nung ge­führ­ten Amor­ti­sa­ti­ons­kon­to gut­ge­schrie­ben oder be­las­tet.

2Nicht auf das Amor­ti­sa­ti­ons­kon­to ge­bucht wer­den je­doch:

a.
aus­ser­or­dent­li­che Ein­nah­men mit ge­setz­li­cher Zweck­bin­dung;
b.
aus­ser­or­dent­li­che Aus­ga­ben, die durch Ein­nah­men nach Buch­sta­be a ge­deckt sind.

1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 20. März 2009, in Kraft seit 1. Jan. 2010 (AS 2009 5941; BBl 2008 8491).

Art. 17b Fehlbeträge des Amortisationskontos  

1Ein Fehl­be­trag des Amor­ti­sa­ti­ons­kon­tos im ver­gan­ge­nen Rech­nungs­jahr wird in­ner­halb der fol­gen­den 6 Rech­nungs­jah­re durch Kür­zung der nach Ar­ti­kel 13 oder 15 fest­zu­le­gen­den Höchst­be­trä­ge aus­ge­gli­chen.

2Er­höht sich der Fehl­be­trag des Amor­ti­sa­ti­ons­kon­tos um mehr als 0,5 Pro­zent des Höchst­be­trags nach Ar­ti­kel 126 Ab­satz 2 der Bun­des­ver­fas­sung, so be­ginnt die Frist nach Ab­satz 1 neu zu lau­fen.

3In be­son­de­ren Fäl­len kann die Bun­des­ver­samm­lung die Fris­ten nach den Ab­sät­zen 1 und 2 er­stre­cken.

4Die Pflicht zum Aus­gleich des Amor­ti­sa­ti­ons­kon­tos ist auf­ge­scho­ben, bis ein Fehl­be­trag des Aus­gleichs­kon­tos nach Ar­ti­kel 17 be­sei­tigt ist.

5Über das Aus­mass der Kür­zun­gen be­schliesst die Bun­des­ver­samm­lung jähr­lich bei der Ver­ab­schie­dung des Vor­an­schlags.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 20. März 2009, in Kraft seit 1. Jan. 2010 (AS 2009 5941; BBl 2008 8491).

Art. 17c Vorsorgliche Einsparungen  

1Zum Aus­gleich vor­aus­seh­ba­rer Fehl­be­trä­ge des Amor­ti­sa­ti­ons­kon­tos kann die Bun­des­ver­samm­lung bei der Ver­ab­schie­dung des Vor­an­schlags die nach Ar­ti­kel 13 oder 15 fest­zu­le­gen­den Höchst­be­trä­ge kür­zen.

2Die Kür­zung setzt vor­aus, dass das Aus­gleichs­kon­to nach Ar­ti­kel 16 min­des­tens aus­ge­gli­chen ist.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 20. März 2009, in Kraft seit 1. Jan. 2010 (AS 2009 5941; BBl 2008 8491).

Art. 17d Gutschriften auf das Amortisationskonto  

Kür­zun­gen nach den Ar­ti­keln 17b Ab­satz 1 oder 17c wer­den dem Amor­ti­sa­ti­ons­kon­to gut­ge­schrie­ben, so­weit die Gut­schrift das Aus­gleichs­kon­to nicht be­las­tet.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 20. März 2009, in Kraft seit 1. Jan. 2010 (AS 2009 5941; BBl 2008 8491).

Art. 18 Sparmassnahmen  

1Kür­zun­gen nach den Ar­ti­keln 17, 17b Ab­satz 1 oder 17c setzt der Bun­des­rat wie folgt um:1

a.
Er be­schliesst zu­sätz­li­che Ein­spa­run­gen in sei­ner Zu­stän­dig­keit.
b.
Er be­an­tragt der Bun­des­ver­samm­lung die für zu­sätz­li­che Ein­spa­run­gen not­wen­di­gen Ge­set­zes­än­de­run­gen; da­bei be­rück­sich­tigt er die Mit­wir­kungs­rech­te der Kan­to­ne.

2Der Bun­des­rat nutzt beim Ent­wer­fen und beim Voll­zug des Vor­an­schlags die sich bie­ten­den Spar­mög­lich­kei­ten. Da­zu kann er be­reits be­wil­lig­te Ver­pflich­tungs- und Vor­an­schlags­kre­di­te sper­ren. Ge­setz­li­che An­sprü­che und im Ein­zel­fall rechts­kräf­tig zu­ge­si­cher­te Leis­tun­gen blei­ben vor­be­hal­ten.

3Über­schrei­tet der Fehl­be­trag des Aus­gleichs­kon­tos den Pro­zent­satz nach Ar­ti­kel 17 Ab­satz 2, so be­schliesst die Bun­des­ver­samm­lung über An­trä­ge des Bun­des­ra­tes nach Ab­satz 1 Buch­sta­be b in der­sel­ben Ses­si­on, er­klärt ih­re ent­spre­chen­den Er­las­se für dring­lich und setzt sie so­fort in Kraft (Art. 165 BV); sie ist an den Be­trag der Spar­vor­ha­ben des Bun­des­ra­tes ge­bun­den.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. März 2009, in Kraft seit 1. Jan. 2010 (AS 2009 5941; BBl 2008 8491).

3. Abschnitt: Finanzplanung und Zahlungsrahmen

Art. 19 Finanzplanung  

1Der Bun­des­rat er­stellt ei­ne mehr­jäh­ri­ge Fi­nanz­pla­nung; die­se um­fasst die drei dem Vor­an­schlags­jahr fol­gen­den Jah­re. Sie weist aus:

a.
den in der Plan­pe­ri­ode er­war­te­ten Fi­nan­zie­rungs­be­darf;
b.
die De­ckung des er­war­te­ten Fi­nan­zie­rungs­be­darfs;
c.
die vor­aus­sicht­li­chen Auf­wän­de und Er­trä­ge;
d.1
die Leis­tungs­grup­pen und die da­zu­ge­hö­ri­gen Leis­tungs- und Wir­kungs­zie­le.

2Be­an­tragt der Bun­des­rat der Bun­des­ver­samm­lung Kre­di­te für Vor­ha­ben, die in der Fi­nanz­pla­nung nicht vor­ge­se­hen sind, so legt er gleich­zei­tig dar, wie die Zu­satz­be­las­tung fi­nan­ziert wer­den soll.

3Der Bun­des­rat ko­or­di­niert so­weit als mög­lich die Fi­nanz­pla­nung des Bun­des mit der­je­ni­gen der Kan­to­ne.

4In­halt und Glie­de­rung der Fi­nanz­pla­nung rich­ten sich nach den Ar­ti­keln 143 Ab­satz 2 und 146 Ab­satz 4 des Par­la­ments­ge­set­zes vom 13. De­zem­ber 20022.3


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 26. Sept. 2014 (Neu­es Füh­rungs­mo­dell für die Bun­des­ver­wal­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 1583; BBl 2014 767).
2 SR 171.10
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 26. Sept. 2014 (Neu­es Füh­rungs­mo­dell für die Bun­des­ver­wal­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 1583; BBl 2014 767).

Art. 20 Zahlungsrahmen  

1Der Zah­lungs­rah­men ist ein von der Bun­des­ver­samm­lung für meh­re­re Jah­re fest­ge­setz­ter Höchst­be­trag der Vor­an­schlags­kre­di­te für be­stimm­te Aus­ga­ben.

2Zah­lungs­rah­men kön­nen ins­be­son­de­re dann fest­ge­setzt wer­den, wenn Zu­si­che­run­gen und Zah­lun­gen in das glei­che Jahr fal­len, ein Er­mes­sens­spiel­raum be­steht und gleich­zei­tig ei­ne län­ger­fris­ti­ge Aus­ga­ben­steue­rung ge­bo­ten ist.

3Der Zah­lungs­rah­men stellt kei­ne Kre­dit­be­wil­li­gung dar.

4. Abschnitt: Verpflichtungskredite

Art. 21 Begriff und Anwendungsbereich  

1Sol­len über das lau­fen­de Vor­an­schlags­jahr hin­aus wir­ken­de fi­nan­zi­el­le Ver­pflich­tun­gen ein­ge­gan­gen wer­den, so ist in der Re­gel ein Ver­pflich­tungs­kre­dit ein­zu­ho­len.

2Der Ver­pflich­tungs­kre­dit setzt den Höchst­be­trag fest, bis zu dem der Bun­des­rat für einen be­stimm­ten Zweck fi­nan­zi­el­le Ver­pflich­tun­gen ein­ge­hen kann.

3Der Ver­pflich­tungs­kre­dit ist zeit­lich nur be­schränkt, wenn der Kre­dit­be­schluss dies vor­sieht.

4Ver­pflich­tungs­kre­di­te sind ins­be­son­de­re er­for­der­lich für:

a.
Bau­vor­ha­ben und Lie­gen­schafts­käu­fe;
b.
län­ger­fris­ti­ge Lie­gen­schafts­mie­ten mit er­heb­li­cher fi­nan­zi­el­ler Trag­wei­te;
c.
Ent­wick­lungs- und Be­schaf­fungs­vor­ha­ben;
d.
die Zu­si­che­rung von Bei­trä­gen, die erst in spä­te­ren Rech­nungs­jah­ren aus­zu­zah­len sind;
e.
die Über­nah­me von Bürg­schaf­ten und sons­ti­gen Ge­währ­leis­tun­gen.

5Der Mit­tel­be­darf aus Ver­pflich­tun­gen ist als Auf­wand oder In­ves­ti­ti­ons­aus­ga­be in den je­wei­li­gen Vor­an­schlag ein­zu­stel­len.

Art. 22 Bemessung  

1Die Ver­pflich­tungs­kre­di­te sind auf Grund sorg­fäl­ti­ger, nach fach­män­ni­schen Re­geln er­stell­ter Be­rech­nun­gen zu be­mes­sen.

2Der Bun­des­rat ist für die Er­mitt­lung des Fi­nanz­be­darfs ver­ant­wort­lich. Die mit der Vor­be­rei­tung des Kre­dit­be­geh­rens be­trau­te Ver­wal­tungs­ein­heit hat im Kre­dit­be­geh­ren die Be­rech­nungs­grund­la­gen und die Un­si­cher­heits­fak­to­ren dar­zu­le­gen; nö­ti­gen­falls hat sie an­ge­mes­se­ne Re­ser­ven vor­zu­se­hen, die of­fen aus­zu­wei­sen sind.

3Zur Ab­klä­rung der Trag­wei­te und der fi­nan­zi­el­len Aus­wir­kun­gen um­fang­rei­cher Vor­ha­ben muss die Ver­wal­tungs­ein­heit nö­ti­gen­falls Pro­jek­tie­rungs­kre­di­te ver­lan­gen.

Art. 23 Bewilligung  

1Die Bun­des­ver­samm­lung be­stimmt durch Ver­ord­nung, in wel­chen Fäl­len ihr die Be­geh­ren für Ver­pflich­tungs­kre­di­te mit be­son­de­rer Bot­schaft zu un­ter­brei­ten sind.

2Der Bun­des­rat kann po­li­tisch be­deut­sa­me Kre­dit­be­geh­ren der Bun­des­ver­samm­lung mit be­son­de­rer Bot­schaft vor­le­gen.

3Im Üb­ri­gen er­folgt die Be­wil­li­gung mit den Be­schlüs­sen über den Vor­an­schlag und sei­ne Nach­trä­ge.

Art. 24 Aufteilung  

Ist ein Ver­pflich­tungs­kre­dit für einen all­ge­mein um­schrie­be­nen Zweck oder für meh­re­re Vor­ha­ben be­stimmt, so legt der Bun­des­rat die Auf­tei­lung fest, so­weit sie sich nicht aus der Kre­dit­be­wil­li­gung er­gibt.

Art. 25 Kontrolle  

Die Ver­wal­tungs­ein­heit führt über die Be­an­spru­chung des Ver­pflich­tungs­kre­di­tes ei­ne Kon­trol­le, aus der her­vor­ge­hen muss, wel­che Ver­pflich­tun­gen ein­ge­gan­gen wur­den und wel­che Ver­pflich­tun­gen für die Vollen­dung des Vor­ha­bens noch er­for­der­lich sind.

Art. 26 Abrechnung  

1Der Bun­des­rat legt zu­sam­men mit der Staats­rech­nung Re­chen­schaft ab über den Stand der Ver­pflich­tungs­kre­di­te.

2Ist das Vor­ha­ben ver­wirk­licht, so ver­fal­len nicht be­an­spruch­te Kre­ditres­te.

Art. 27 Zusatzkredite  

1Zeigt sich vor oder wäh­rend der Aus­füh­rung ei­nes Vor­ha­bens, dass der be­wil­lig­te Ver­pflich­tungs­kre­dit nicht aus­reicht, so muss der Bun­des­rat oh­ne Ver­zug einen Zu­satz­kre­dit an­for­dern.

2Für teue­rungs- und wäh­rungs­be­ding­te Mehr­kos­ten kann er das Zu­satz­kre­dit­be­geh­ren nach der Aus­füh­rung des Vor­ha­bens un­ter­brei­ten.

3Die Zah­lun­gen dür­fen in kei­nem Fall den be­wil­lig­ten Ver­pflich­tungs­kre­dit über­stei­gen.

Art. 28 Dringlichkeit  

1Er­trägt die Aus­füh­rung ei­nes Vor­ha­bens kei­nen Auf­schub, so kann der Bun­des­rat die Er­mäch­ti­gung zur In­an­griff­nah­me oder Fort­set­zung des Vor­ha­bens schon vor der Be­wil­li­gung des er­for­der­li­chen Ver­pflich­tungs­kre­di­tes er­tei­len. Er holt vor­gän­gig die Zu­stim­mung der Fi­nanz­de­le­ga­ti­on der eid­ge­nös­si­schen Rä­te (Fi­nanz­de­le­ga­ti­on) ein.

2Der Bun­des­rat un­ter­brei­tet die dring­li­che Ver­pflich­tung der Bun­des­ver­samm­lung zur nach­träg­li­chen Ge­neh­mi­gung.

3Über­schrei­tet die dring­li­che Ver­pflich­tung 500 Mil­lio­nen Fran­ken und wird für ih­re nach­träg­li­che Ge­neh­mi­gung in­nert ei­ner Wo­che nach der Zu­stim­mung der Fi­nanz­de­le­ga­ti­on die Ein­be­ru­fung der Bun­des­ver­samm­lung zu ei­ner aus­ser­or­dent­li­chen Ses­si­on ver­langt, so fin­det die­se in der drit­ten Ka­len­der­wo­che nach der Ein­rei­chung des Be­geh­rens für die Ein­be­ru­fung der Ses­si­on statt.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 3 des BG vom 17. Dez. 2010 über die Wah­rung von De­mo­kra­tie, Rechts­staat und Hand­lungs­fä­hig­keit in aus­ser­or­dent­li­chen La­gen, in Kraft seit 1. Mai 2011 (AS 2011 1381; BBl 2010 1563 2803).

5. Abschnitt: Voranschlag und Nachträge

Art. 29 Zuständigkeit  

1 Die Bun­des­ver­samm­lung be­schliesst den jähr­li­chen Vor­an­schlag nach dem ihr vom Bun­des­rat jähr­lich bis En­de Au­gust un­ter­brei­te­ten Ent­wurf.

2Sie kann für ein­zel­ne Leis­tungs­grup­pen be­stim­men:

a.
Zie­le, Mess­grös­sen und Soll­wer­te;
b.
fi­nan­zi­el­le Pla­nungs­grös­sen.1

3Die fi­nan­zi­el­len Pla­nungs­grös­sen um­fas­sen:

a.
die Auf­wän­de und die Er­trä­ge;
b.
die In­ves­ti­ti­ons­aus­ga­ben und die In­ves­ti­ti­ons­ein­nah­men.2

1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 26. Sept. 2014 (Neu­es Füh­rungs­mo­dell für die Bun­des­ver­wal­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 1583; BBl 2014 767).
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 26. Sept. 2014 (Neu­es Füh­rungs­mo­dell für die Bun­des­ver­wal­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 1583; BBl 2014 767).

Art. 30 Inhalt  

1Der Vor­an­schlag folgt nach In­halt und Glie­de­rung der Staats­rech­nung des Bun­des, um­fasst aber kei­ne Geld­fluss­rech­nung, kei­ne Bi­lanz und kei­nen Ei­gen­ka­pi­tal­nach­weis.1

2Er ent­hält:

a.
die Be­wil­li­gung der Auf­wän­de und der In­ves­ti­ti­ons­aus­ga­ben (Vor­an­schlags­kre­di­te);
b.
die Schät­zung der Er­trä­ge und der In­ves­ti­ti­ons­ein­nah­men;
c.
die be­wil­lig­ten Ge­samt­aus­ga­ben und die ge­schätz­ten Ge­samtein­nah­men.

3Die An­ga­ben nach Ab­satz 2 Buch­sta­ben a und b sind ge­glie­dert nach:

a.
Ver­wal­tungs­ein­hei­ten;
b.
Ver­wen­dungs­zweck und Her­kunft der Mit­tel.2

4In der Bot­schaft zum Vor­an­schlag gibt der Bun­des­rat ei­ne Über­sicht über die ein­zel­nen Bud­get­po­si­tio­nen, die er ge­gen­über dem Vor­jahr neu ein­ge­führt, auf­ge­ho­ben, ge­trennt oder zu­sam­men­ge­legt hat.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2015 (Op­ti­mie­rung Neu­es Rech­nungs­mo­dell), in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 4009; BBl 2014 9329).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 26. Sept. 2014 (Neu­es Füh­rungs­mo­dell für die Bun­des­ver­wal­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 1583; BBl 2014 767).

Art. 30a Globalbudgets  

1Die Ver­wal­tungs­ein­hei­ten wer­den im ver­wal­tungs­ei­ge­nen Be­reich mit Glo­bal­bud­gets ge­führt.

2Die Glo­bal­bud­gets um­fas­sen grund­sätz­lich:

a.
den Funk­ti­ons­auf­wand und die In­ves­ti­ti­ons­aus­ga­ben;
b.
den Funk­ti­ons­er­trag und die In­ves­ti­ti­ons­ein­nah­men.

3Ver­wal­tungs­ein­hei­ten mit we­sent­li­chen In­ves­ti­tio­nen wei­sen die In­ves­ti­ti­ons­aus­ga­ben und -ein­nah­men in be­son­de­ren Glo­bal­bud­gets aus.

4Ei­ne Ver­wal­tungs­ein­heit darf die in den Glo­bal­bud­gets be­wil­lig­ten Auf­wän­de und In­ves­ti­ti­ons­aus­ga­ben über­schrei­ten, wenn sie:

a.
die Über­schrei­tung in­ner­halb des Rech­nungs­jah­res durch nicht bud­ge­tier­te, leis­tungs­be­ding­te Mehr­er­trä­ge de­cken kann; oder
b.
die nach Ar­ti­kel 32a ge­bil­de­ten Re­ser­ven auf­löst.

5Zur Fi­nan­zie­rung be­deu­ten­der Ein­zel­mass­nah­men und Pro­jek­te kön­nen Kre­di­te aus­ser­halb der Glo­bal­bud­gets be­wil­ligt wer­den.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 26. Sept. 2014 (Neu­es Füh­rungs­mo­dell für die Bun­des­ver­wal­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 1583; BBl 2014 767).

Art. 31 Grundsätze  

1Die Auf­stel­lung und der Voll­zug des Vor­an­schlags fol­gen den Grund­sät­zen der Brut­to­dar­stel­lung, der Voll­stän­dig­keit, der Jähr­lich­keit und der Spe­zi­fi­ka­ti­on.

2Im Üb­ri­gen gel­ten die Grund­sät­ze nach Ar­ti­kel 47 sinn­ge­mä­ss.

Art. 32 Bemessung der Kredite  

1Die Kre­di­te wer­den auf Grund sorg­fäl­ti­ger Schät­zung des vor­aus­sicht­li­chen Be­darfs fest­ge­setzt.

2Für vor­aus­seh­ba­re Auf­wän­de oder In­ves­ti­ti­ons­aus­ga­ben, de­nen bei der Auf­stel­lung des Vor­an­schlags die Rechts­grund­la­ge noch fehlt, wer­den die ent­spre­chen­den Kre­di­te auf­ge­nom­men; die­se blei­ben ge­sperrt, bis die Rechts­grund­la­ge in Kraft tritt.

3Für Mass­nah­men, die sich über mehr als ein Jahr er­stre­cken, ist in der Be­grün­dung des Kre­dit­be­geh­rens auf die Hö­he des zu er­war­ten­den Ge­samt­auf­wands oder der Ge­sam­tin­ves­ti­ti­on hin­zu­wei­sen.

Art. 32a Reserven  

1Ver­wal­tungs­ein­hei­ten kön­nen Re­ser­ven bil­den, wenn sie:

a.
ih­re Glo­bal­bud­gets oder die nach Ar­ti­kel 30a Ab­satz 5 be­wil­lig­ten Kre­di­te we­gen pro­jekt­be­ding­ter Ver­zö­ge­run­gen nicht oder nicht voll­stän­dig be­an­spru­chen;
b.
die Leis­tungs­zie­le im We­sent­li­chen er­rei­chen und:
1.
durch die Er­brin­gung zu­sätz­li­cher nicht bud­ge­tier­ter Leis­tun­gen einen Net­to­mehr­er­trag er­zie­len, oder
2.
den bud­ge­tier­ten Auf­wand oder die bud­ge­tier­ten In­ves­ti­ti­ons­aus­ga­ben in­fol­ge wirt­schaft­li­cher Leis­tungs­er­brin­gung un­ter­schrei­ten.

2Die Bun­des­ver­samm­lung be­schliesst mit der Staats­rech­nung über die Bil­dung von Re­ser­ven.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 26. Sept. 2014 (Neu­es Füh­rungs­mo­dell für die Bun­des­ver­wal­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 1583; BBl 2014 767).

Art. 33 Ordentliche Nachträge  

1Ent­hält der Vor­an­schlag für einen Auf­wand oder ei­ne In­ves­ti­ti­ons­aus­ga­be kei­nen oder kei­nen aus­rei­chen­den Kre­dit, so ist ein Nach­trags­kre­dit zu be­an­tra­gen.

2Der Bun­des­rat un­ter­brei­tet der Bun­des­ver­samm­lung die Nach­trags­kre­dit­be­geh­ren pe­ri­odisch.

3Kei­ne Nach­trags­kre­di­te sind er­for­der­lich für:

a.
nicht bud­ge­tier­te An­tei­le Drit­ter an be­stimm­ten Ein­nah­men;
b.
Fond­sein­la­gen aus zweck­ge­bun­de­nen Ein­nah­men;
c.1
nicht bud­ge­tier­te Ab­schrei­bun­gen, Wert­be­rich­ti­gun­gen und Rück­stel­lun­gen.

1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Jan 2011 (AS 2010 5003; BBl 2009 7207).

Art. 34 Dringliche Nachträge  

1Er­tra­gen Auf­wän­de oder In­ves­ti­ti­ons­aus­ga­ben, für die im Vor­an­schlag kein oder kein aus­rei­chen­der Kre­dit be­wil­ligt ist, kei­nen Auf­schub, so kann sie der Bun­des­rat vor der Be­wil­li­gung ei­nes Nach­trags­kre­di­tes durch die Bun­des­ver­samm­lung be­schlies­sen. Er holt vor­gän­gig die Zu­stim­mung der Fi­nanz­de­le­ga­ti­on ein.

2Der Bun­des­rat un­ter­brei­tet die mit Zu­stim­mung der Fi­nanz­de­le­ga­ti­on be­schlos­se­nen dring­li­chen Auf­wän­de und In­ves­ti­ti­ons­aus­ga­ben der Bun­des­ver­samm­lung mit dem nächs­ten Nach­trag zum Vor­an­schlag oder, wenn dies nicht mehr mög­lich ist, als Kre­dit­über­schrei­tung mit der Staats­rech­nung zur nach­träg­li­chen Ge­neh­mi­gung.

3Er kann der Bun­des­ver­samm­lung dring­li­che Auf­wän­de oder In­ves­ti­ti­ons­aus­ga­ben oh­ne vor­gän­gi­ge Zu­stim­mung der Fi­nanz­de­le­ga­ti­on zur nach­träg­li­chen Ge­neh­mi­gung un­ter­brei­ten, wenn:

a.
ei­ne Kre­dit­über­schrei­tung be­an­sprucht wer­den muss; und
b.
der Be­trag im Ein­zel­fall 5 Mil­lio­nen Fran­ken nicht über­schrei­tet.

4Über­schrei­tet der Auf­wand oder die In­ves­ti­ti­ons­aus­ga­be 500 Mil­lio­nen Fran­ken und wird für die nach­träg­li­che Ge­neh­mi­gung in­nert ei­ner Wo­che nach der Zu­stim­mung der Fi­nanz­de­le­ga­ti­on die Ein­be­ru­fung der Bun­des­ver­samm­lung zu ei­ner aus­ser­or­dent­li­chen Ses­si­on ver­langt, so fin­det die­se in der drit­ten Ka­len­der­wo­che nach der Ein­rei­chung des Be­geh­rens für die Ein­be­ru­fung der Ses­si­on statt.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 3 des BG vom 17. Dez. 2010 über die Wah­rung von De­mo­kra­tie, Rechts­staat und Hand­lungs­fä­hig­keit in aus­ser­or­dent­li­chen La­gen, in Kraft seit 1. Mai 2011 (AS 2011 1381; BBl 2010 1563 2803).

Art. 35 Kreditüberschreitungen  

Der Bun­des­ver­samm­lung sind nach­träg­lich mit der Staats­rech­nung zur Ge­neh­mi­gung zu un­ter­brei­ten:

a.
die Über­schrei­tung von Glo­bal­bud­gets nach Ar­ti­kel 30a Ab­satz 4;
b.
fol­gen­de Auf­wän­de, so­weit sie nicht bud­ge­tiert wor­den sind:
1.
pas­si­ve Rech­nungs­ab­gren­zung,
2.
Be­las­tung durch Fremd­wäh­rungs­dif­fe­ren­zen oder ver­min­der­ten Mün­z­um­lauf,
3.
Bei­trä­ge an So­zi­al­ver­si­che­run­gen, wenn sie durch Ge­setz an die Ent­wick­lung der Mehr­wert­steuer­ein­nah­men ge­bun­den sind,
4.
Ein­la­gen aus dem all­ge­mei­nen Bun­des­haus­halt in den Fonds zur Fi­nan­zie­rung der Ei­sen­bahnin­fra­struk­tur;
c.
dring­li­che Nach­trä­ge, die nicht mit dem nächs­ten Nach­trag zum Vor­an­schlag un­ter­brei­tet wer­den kön­nen (Art. 34 Abs. 2).

1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. III des BG vom 19. Ju­ni 2015 (Op­ti­mie­rung Neu­es Rech­nungs­mo­dell), in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 4009; BBl 2014 9329).

Art. 36 Kreditübertragungen  

1Im Fal­le von zeit­li­chen Ver­zö­ge­run­gen bei der Rea­li­sie­rung von In­ves­ti­ti­ons­vor­ha­ben, Ein­zel­mass­nah­men und Pro­jek­ten kann der Bun­des­rat nicht voll­stän­dig be­an­spruch­te Vor­an­schlags- und Nach­trags­kre­di­te, die von der Bun­des­ver­samm­lung be­reits be­wil­ligt wor­den sind, auf das Fol­ge­jahr über­tra­gen.

2Er er­stat­tet der Bun­des­ver­samm­lung in den Bot­schaf­ten über die Nach­trags­kre­dit­be­geh­ren oder, wenn dies nicht mög­lich ist, mit der Staats­rech­nung über die Kre­dit­über­tra­gun­gen Be­richt.

Art. 37 Begrenzung der Nachträge  

Der Ge­samt­be­trag der Nach­trä­ge zum Vor­an­schlag soll den Ge­samt­be­trag der vor­aus­sicht­lich nicht be­an­spruch­ten Tei­le von Vor­an­schlags­kre­di­ten nach Mög­lich­keit nicht über­schrei­ten.

6. Abschnitt: Sperrung und Freigabe von Krediten

Art. 37a Sperrung  

Die Bun­des­ver­samm­lung kann im Bun­des­be­schluss über den Vor­an­schlag teil­wei­se sper­ren:

a.
Ver­pflich­tungs­kre­di­te;
b.
Zah­lungs­rah­men;
c.
Vor­an­schlags­kre­di­te, so­weit sie Aus­ga­ben zur Fol­ge ha­ben.
Art. 37b Freigabe  

1Der Bun­des­rat ist be­fugt, die von der Bun­des­ver­samm­lung be­schlos­se­nen Kre­ditsper­ren ganz oder teil­wei­se auf­zu­he­ben, wenn:

a.
ei­ne schwe­re Re­zes­si­on dies er­for­dert; oder
b.
Zah­lun­gen ge­leis­tet wer­den müs­sen, auf die ein ge­setz­li­cher An­spruch be­steht oder die ver­bind­lich zu­ge­si­chert wor­den sind.

2Die Kre­dit­frei­ga­be we­gen schwe­rer Re­zes­si­on be­darf der Ge­neh­mi­gung durch die Bun­des­ver­samm­lung. Über an­de­re Frei­ga­ben er­stat­tet der Bun­des­rat der Bun­des­ver­samm­lung in den Bot­schaf­ten über die Nach­trags­kre­dit­be­geh­ren oder mit der Staats­rech­nung Be­richt.

4. Kapitel: Finanzielle Führung auf Verwaltungsebene

Art. 38 Grundsätze der Buchführung  

Die Buch­füh­rung rich­tet sich nach den Grund­sät­zen der Voll­stän­dig­keit, der Rich­tig­keit, der Recht­zei­tig­keit und der Nach­prüf­bar­keit.

Art. 39 Interne Kontrolle  

1Der Bun­des­rat trifft die not­wen­di­gen Mass­nah­men, um:

a.
das Ver­mö­gen des Bun­des zu schüt­zen;
b.
die zweck­mäs­si­ge Ver­wen­dung der Mit­tel nach den Grund­sät­zen von Ar­ti­kel 12 Ab­satz 4 si­cher­zu­stel­len;
c.
Feh­ler und Un­re­gel­mäs­sig­kei­ten bei der Rech­nungs­füh­rung zu ver­hin­dern oder auf­zu­de­cken;
d.
die Ord­nungs­mäs­sig­keit der Rech­nungs­le­gung und die ver­läss­li­che Be­richt­er­stat­tung zu ge­währ­leis­ten.

2Er be­rück­sich­tigt da­bei die Ri­si­ko­la­ge und das Kos­ten-Nut­zen-Ver­hält­nis.

Art. 40 Kostentransparenz  

1Die Ver­wal­tungs­ein­hei­ten füh­ren ei­ne auf ih­re Be­dürf­nis­se aus­ge­rich­te­te Kos­ten- und Leis­tungs­rech­nung.

2Die Kos­ten- und Leis­tungs­rech­nung un­ter­stützt die Ver­wal­tungs­ein­hei­ten bei der Be­triebs­füh­rung und lie­fert Grund­la­gen für die Er­ar­bei­tung und Be­ur­tei­lung von Vor­an­schlag und Rech­nungs­ab­la­ge. Sie stellt die Kos­ten­trans­pa­renz im In­ter­es­se ei­ner wirt­schaft­li­chen Ver­wal­tungs­tä­tig­keit si­cher.

3Sie rich­tet sich nach den Stan­dards, die in den Aus­füh­rungs­re­ge­lun­gen fest­zu­le­gen sind.

4Ver­gü­tun­gen zwi­schen Ver­wal­tungs­ein­hei­ten des Bun­des sind zu­läs­sig, so­weit sie für die Auf­wand- und Er­trags­er­mitt­lung oder für die wirt­schaft­li­che Auf­ga­ben­er­fül­lung un­er­läss­lich sind.

Art. 41 Gewerbliche Leistungen; Grundsatz  

Ver­wal­tungs­ein­hei­ten dür­fen Drit­ten ge­werb­li­che Leis­tun­gen nur er­brin­gen, so­weit ein Ge­setz sie hier­zu er­mäch­tigt.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Jan 2011 (AS 2010 5003; BBl 2009 7207).

Art. 41a Gewerbliche Leistungen; Ermächtigungen  

1Ge­stützt auf die­ses Ge­setz kön­nen die fol­gen­den Ver­wal­tungs­ein­hei­ten ge­werb­li­che Leis­tun­gen für Drit­te er­brin­gen:

a.
die Bun­des­rei­se­zen­tra­le;
b.
das In­for­ma­tik-Ser­vice-Cen­ter des Eid­ge­nös­si­schen Jus­tiz- und Po­li­zei­de­par­te­men­tes;
c.
das Bun­des­amt für Bau­ten und Lo­gis­tik;
d.
das Bun­des­amt für In­for­ma­tik und Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­on.

2Die er­mäch­tig­ten Ver­wal­tungs­ein­hei­ten dür­fen ge­werb­li­che Leis­tun­gen er­brin­gen, wenn die­se:

a.
mit den Haupt­auf­ga­ben in ei­nem en­gen Zu­sam­men­hang ste­hen;
b.
die Er­fül­lung der Haupt­auf­ga­ben nicht be­ein­träch­ti­gen; und
c.
kei­ne be­deu­ten­den zu­sätz­li­chen sach­li­chen und per­so­nel­len Mit­tel er­for­dern.

3Die ge­werb­li­chen Leis­tun­gen sind auf der Grund­la­ge ei­ner Kos­ten- und Leis­tungs­rech­nung zu min­des­tens kos­ten­de­cken­den Prei­sen zu er­brin­gen. Das zu­stän­di­ge De­par­te­ment kann für be­stimm­te Leis­tun­gen Aus­nah­men zu­las­sen, wenn da­durch die Pri­vat­wirt­schaft nicht kon­kur­ren­ziert wird.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Jan 2011 (AS 2010 5003; BBl 2009 7207).

Art. 42-46  

1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 26. Sept. 2014 (Neu­es Füh­rungs­mo­dell für die Bun­des­ver­wal­tung), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 1583; BBl 2014 767).

5. Kapitel: Rechnungslegung

1. Abschnitt: Grundsätze und Standards

Art. 47 Grundsätze  

1Mit der Rech­nungs­le­gung sol­len die Ver­mö­gens-, die Fi­nanz- und die Er­trags­la­ge den tat­säch­li­chen Ver­hält­nis­sen ent­spre­chend dar­ge­stellt wer­den.

2Die Rech­nungs­le­gung folgt den Grund­sät­zen der We­sent­lich­keit, der Ver­ständ­lich­keit, der Ste­tig­keit und der Brut­to­dar­stel­lung.

Art. 48 Standards  

1Die Rech­nungs­le­gung rich­tet sich nach all­ge­mein an­er­kann­ten Stan­dards.

2Der Bun­des­rat re­gelt die Ein­zel­hei­ten. Er kon­sul­tiert vor­gän­gig die Fi­nanz­kom­mis­sio­nen.

3Je­de Ab­wei­chung von die­sen Stan­dards ist im An­hang der Jah­res­rech­nung des Bun­des zu be­grün­den.

4Der Bun­des­rat setzt sich für har­mo­ni­sier­te Rech­nungs­le­gungs­stan­dards von Bund, Kan­to­nen und Ge­mein­den ein. Er kann die­se Be­stre­bun­gen mit Bei­trä­gen för­dern.1


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2015 (Op­ti­mie­rung Neu­es Rech­nungs­mo­dell), in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 4009; BBl 2014 9329).

2. Abschnitt: Bilanzierung und Bewertung

Art. 49 Bilanzierungsgrundsätze  

1Ver­mö­gens­tei­le wer­den als Ak­ti­ven in der Bi­lanz auf­ge­führt:

a.
wenn sie einen künf­ti­gen wirt­schaft­li­chen Nut­zen her­vor­brin­gen oder wenn sie un­mit­tel­bar der Er­fül­lung öf­fent­li­cher Auf­ga­ben die­nen; und
b.
wenn ihr Wert ver­läss­lich er­mit­telt wer­den kann.

2Be­ste­hen­de Ver­pflich­tun­gen wer­den als Pas­si­ven in der Bi­lanz auf­ge­führt, wenn ih­re Er­fül­lung vor­aus­sicht­lich zu ei­nem Mit­tel­ab­fluss füh­ren wird.

3Rück­stel­lun­gen wer­den ge­bil­det für be­ste­hen­de Ver­pflich­tun­gen, bei de­nen der Zeit­punkt der Er­fül­lung oder die Hö­he des künf­ti­gen Mit­tel­ab­flus­ses mit Un­si­cher­hei­ten be­haf­tet sind.

4Fi­nan­zi­el­le Ga­ran­ti­en und Bürg­schaf­ten wer­den in der Bi­lanz als Pas­si­ven auf­ge­führt, wenn dies nach all­ge­mein an­er­kann­ten Stan­dards er­for­der­lich ist.1


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2015 (Op­ti­mie­rung Neu­es Rech­nungs­mo­dell), in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 4009; BBl 2014 9329).

Art. 50 Bewertungsgrundsätze  

1Das Fi­nanz­ver­mö­gen wird zum Ver­kehrs­wert oder zu fort­ge­führ­ten An­schaf­fungs­kos­ten in der Bi­lanz auf­ge­führt.

2Das Ver­wal­tungs­ver­mö­gen wird in der Bi­lanz auf­ge­führt:

a.
zum An­schaf­fungs­wert ab­züg­lich Ab­schrei­bun­gen und Wert­be­rich­ti­gun­gen oder zum Ver­kehrs­wert;
b.
im Fal­le von Be­tei­li­gun­gen:
1.
wenn sie nam­haft sind: zu dem An­teil, den der Bund am Ei­gen­ka­pi­tal des be­tref­fen­den Un­ter­neh­mens hält,
2.
im Üb­ri­gen: zum Ver­kehrs­wert oder, wenn die­ser nicht er­mit­telt wer­den kann, zum An­schaf­fungs­wert.

3Die Fi­nanz­ver­bind­lich­kei­ten wer­den zum Ver­kehrs­wert oder zu fort­ge­führ­ten An­schaf­fungs­kos­ten in der Bi­lanz auf­ge­führt.

4Es gilt der Grund­satz der Ein­zel­be­wer­tung.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2015 (Op­ti­mie­rung Neu­es Rech­nungs­mo­dell), in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 4009; BBl 2014 9329).

Art. 51 Abschreibungen und Wertberichtigungen  

1Die Bi­lan­z­wer­te für Sach­an­la­gen wer­den ab­ge­schrie­ben:

a.
plan­mäs­sig: um Wert­ver­min­de­run­gen zu be­rück­sich­ti­gen, die durch die or­dent­li­che Nut­zung ver­ur­sacht wer­den;
b.
aus­ser­plan­mäs­sig: um an­de­ren Wert­ver­min­de­run­gen Rech­nung zu tra­gen.

2Ver­min­dert sich der Wert von Gut­ha­ben und Be­tei­li­gun­gen, so wer­den die Bi­lan­z­wer­te be­rich­tigt. Die Wert­be­rich­ti­gun­gen be­ein­flus­sen die An­sprü­che des Bun­des ge­gen­über Drit­ten nicht.

3Aus­ser­plan­mäs­si­ge Ab­schrei­bun­gen und Wert­be­rich­ti­gun­gen wer­den vor­ge­nom­men, so­bald die Wert­ver­min­de­rung ab­seh­bar ist.

3. Abschnitt: Besondere Finanzierungsarten

Art. 52 Spezialfonds  

1Spe­zi­al­fonds sind Ver­mö­gen, die der Eid­ge­nos­sen­schaft von Drit­ten mit be­stimm­ten Auf­la­gen zu­ge­wen­det wur­den oder die auf Grund ge­setz­li­cher Be­stim­mun­gen aus Vor­an­schlags­kre­di­ten stam­men.

2Der Bun­des­rat ord­net ih­re Ver­wal­tung im Rah­men der Auf­la­gen oder der ge­setz­li­chen Be­stim­mun­gen.

3Auf­wand und Er­trag wer­den aus­ser­halb der Er­folgs­rech­nung auf Bi­lanz­kon­ten ver­bucht.

4Die Rech­nungs­le­gung der spe­zi­al­ge­setz­lich ge­re­gel­ten Fonds, ein­sch­liess­lich der­je­ni­gen mit Son­der­rech­nung nach Ar­ti­kel 5 Buch­sta­be b, rich­tet sich nach den Be­stim­mun­gen die­ses Ge­set­zes.1


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2015 (Op­ti­mie­rung Neu­es Rech­nungs­mo­dell), in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 4009; BBl 2014 9329).

Art. 53 Spezialfinanzierungen  

1Spe­zi­al­fi­nan­zie­run­gen lie­gen vor, wenn Ein­nah­men zur Er­fül­lung ei­ner be­stimm­ten Auf­ga­be zweck­ge­bun­den wer­den. Die Bil­dung ei­ner Spe­zi­al­fi­nan­zie­rung be­darf der ge­setz­li­chen Grund­la­ge.

2Aus­ga­ben, die nicht der An­schaf­fung von Ver­mö­gens­wer­ten die­nen, dür­fen nur dann als Ak­ti­ven in der Bi­lanz auf­ge­führt wer­den, wenn sie durch zweck­ge­bun­de­ne Ein­nah­men ge­deckt wer­den müs­sen.

Art. 54  

1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 26. Sept. 2014 (Neu­es Füh­rungs­mo­dell für die Bun­des­ver­wal­tung), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 1583; BBl 2014 767).

4. Abschnitt: Konsolidierte Rechnung

Art. 55  

1Für die Be­ra­tung der Staats­rech­nung wer­den nach dem Grund­satz der Voll­kon­so­li­die­rung rech­nungs­mäs­sig zu­sam­men­ge­fasst:

a.
die In­sti­tu­tio­nen und die Ver­wal­tungs­ein­hei­ten, die in der Bun­des­rech­nung er­fasst sind (Art. 5 Bst. a Ziff. 3);
b.
die Ver­wal­tungs­ein­hei­ten und die Fonds des Bun­des, die im Rah­men der Staats­rech­nung ei­ne Son­der­rech­nung un­ter­brei­ten (Art. 5 Bst. b);
c.
die Ver­wal­tungs­ein­hei­ten der de­zen­tra­len Bun­des­ver­wal­tung, die ei­ne ei­ge­ne Rech­nung füh­ren.

2Der Bun­des­rat kann durch Ver­ord­nung:

a.
Ver­wal­tungs­ein­hei­ten der de­zen­tra­len Bun­des­ver­wal­tung, die ei­ne ei­ge­ne Rech­nung füh­ren, von der Voll­kon­so­li­die­rung aus­neh­men oder die­sen die Grund­sät­ze der Rech­nungs­le­gung vor­schrei­ben;
b.1
wei­te­re Or­ga­ni­sa­tio­nen in die Voll­kon­so­li­die­rung ein­be­zie­hen, wenn sie mit dem Bun­des­haus­halt eng ver­floch­ten sind.

3Die kon­so­li­dier­te Rech­nung ver­mit­telt einen Über­blick über die Ver­mö­gens-, die Fi­nanz- und die Er­trags­la­ge, be­rei­nigt um die In­nen­be­zie­hun­gen. Nam­haf­te Be­tei­li­gun­gen kön­nen mit ih­rem an­tei­li­gen Ei­gen­ka­pi­tal kon­so­li­diert wer­den.2


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2015 (Op­ti­mie­rung Neu­es Rech­nungs­mo­dell), in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 4009; BBl 2014 9329).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2015 (Op­ti­mie­rung Neu­es Rech­nungs­mo­dell), in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 4009; BBl 2014 9329).

6. Kapitel: Aufgaben und Zuständigkeiten der Bundesverwaltung

Art. 56 Departemente und Bundeskanzlei  

1Die De­par­te­men­te und die Bun­des­kanz­lei ver­fol­gen zu­sam­men mit dem Bun­des­rat und der Bun­des­ver­samm­lung die über­ge­ord­ne­ten fi­nanz- und haus­halt­po­li­ti­schen Zie­le.

2Sie neh­men ins­be­son­de­re fol­gen­de Auf­ga­ben wahr:

a.
Sie pla­nen, steu­ern und ko­or­di­nie­ren das Fi­nanz­we­sen in ih­rem Be­reich.
b.
Sie sor­gen für den Über­blick über den Fi­nanz­haus­halt der ih­nen zu­ge­ord­ne­ten Ver­wal­tungs­ein­hei­ten und för­dern in ih­rem Zu­stän­dig­keits­be­reich die Qua­li­tät des Rech­nungs­we­sens.
c.
Sie er­las­sen nö­ti­gen­falls er­gän­zen­de Wei­sun­gen zur Um­set­zung der Vor­ga­ben des Bun­des­ra­tes, des Eid­ge­nös­si­schen Fi­nanz­de­par­te­men­tes (EFD) und der Eid­ge­nös­si­schen Fi­nanz­ver­wal­tung (EFV).
d.
Sie un­ter­stüt­zen das EFD beim Ent­wer­fen des Vor­an­schlags und sei­ner Nach­trä­ge, der Staats­rech­nung und des Fi­nanz­plans.
Art. 57 Verwaltungseinheiten  

1Die Ver­wal­tungs­ein­hei­ten sind ver­ant­wort­lich für die sorg­fäl­ti­ge, wirt­schaft­li­che und spar­sa­me Ver­wen­dung der ih­nen an­ver­trau­ten Kre­di­te und Ver­mö­gens­wer­te.

2Sie dür­fen nur im Rah­men be­wil­lig­ter Kre­di­te Ver­pflich­tun­gen ein­ge­hen und Zah­lun­gen leis­ten. Die Kre­di­te dür­fen nur für den be­wil­lig­ten Zweck und für un­er­läss­li­che Be­dürf­nis­se ver­wen­det wer­den.

3Ver­wal­tet ei­ne Ver­wal­tungs­ein­heit Kre­di­te, die den Be­dürf­nis­sen meh­re­rer Ver­wal­tungs­ein­hei­ten die­nen, so prüft sie de­ren Kre­dit­be­geh­ren auf ih­re Not­wen­dig­keit. Im Üb­ri­gen tra­gen die den Kre­dit an­for­dern­den Ver­wal­tungs­ein­hei­ten die Ver­ant­wor­tung für die Be­darfsab­klä­rung.

4Grund­sätz­lich wird ein Vor­ha­ben nur durch ei­ne Ver­wal­tungs­ein­heit fi­nan­ziert. Der Bun­des­rat kann Aus­nah­men be­stim­men.

Art. 58 Eidgenössisches Finanzdepartement  

1Das EFD lei­tet die Ver­wal­tung der Bun­des­fi­nan­zen und sorgt für den Über­blick über den ge­sam­ten Fi­nanz­haus­halt des Bun­des.

2Es ent­wirft zu­han­den des Bun­des­ra­tes den Vor­an­schlag, des­sen Nach­trä­ge, die Staats­rech­nung und den Fi­nanz­plan; es prüft die Kre­dit­be­geh­ren und die Er­trags­schät­zun­gen.

3Es prüft zu­han­den des Bun­des­ra­tes al­le Vor­la­gen mit fi­nan­zi­el­len Aus­wir­kun­gen auf ih­re Wirt­schaft­lich­keit und Wirk­sam­keit so­wie auf ih­re fi­nan­zi­el­le Trag­bar­keit.

4Es un­ter­sucht pe­ri­odisch die Not­wen­dig­keit und Zweck­mäs­sig­keit der wie­der­keh­ren­den Auf­wän­de und der In­ves­ti­ti­ons­aus­ga­ben.

Art. 59 Eidgenössische Finanzverwaltung  

1Die EFV ist, vor­be­hält­lich be­son­de­rer Be­stim­mun­gen, ver­ant­wort­lich für die ein­heit­li­che Or­ga­ni­sa­ti­on des Rech­nungs­we­sens und des Zah­lungs­ver­kehrs so­wie der Ver­wal­tung der Bi­lanz­be­stän­de in der Bun­des­ver­wal­tung.

2Sie ist be­fugt:

a.
die Eid­ge­nos­sen­schaft zur Ein­trei­bung be­strit­te­ner oder zur Ab­wehr un­be­grün­de­ter ver­mö­gens­recht­li­cher An­sprü­che zu ver­tre­ten:
1.
vor Zi­vil- und Schieds­ge­rich­ten,
2.
zur Ein­rei­chung von Ad­hä­si­ons­kla­gen,
3.
in An­ge­le­gen­hei­ten des Schuld­be­trei­bungs- und Kon­kurs­rechts;
b.
auf die Ein­trei­bung be­strit­te­ner An­sprü­che zu ver­zich­ten, wenn sie aus­sichts­los er­scheint oder wenn Ver­wal­tungs­auf­wand und Kos­ten nicht in an­ge­mes­se­nem Ver­hält­nis zur Hö­he des Be­trags ste­hen;
c.
bei den zu­stän­di­gen Be­hör­den ein­sch­liess­lich der Steu­er­be­hör­den des Bun­des, der Kan­to­ne und der Ge­mein­den zur Durch­set­zung öf­fent­lich-recht­li­cher For­de­run­gen Aus­künf­te über die Ein­kom­mens- und Ver­mö­gens­ver­hält­nis­se säu­mi­ger Schuld­ner ein­zu­ho­len.1

3Be­steht kei­ne Aus­sicht auf ein für den Bund güns­ti­ge­res Er­geb­nis, so kann die EFV un­ab­hän­gig von spe­zi­al­ge­setz­li­chen Be­stim­mun­gen:

a.
Nach­lass­ver­trä­gen zu­stim­men;
b.
Schuld­nern Ver­lust- und Pfand­aus­fall­schei­ne un­ter dem Nenn­wert über­las­sen.2

1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Jan 2011 (AS 2010 5003; BBl 2009 7207).
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Jan 2011 (AS 2010 5003; BBl 2009 7207).

Art. 60 Zentrale Tresorerie und Geldaufnahme  

1Die EFV führt die zen­tra­le Tre­so­re­rie der die­sem Ge­setz un­ter­ste­hen­den In­sti­tu­tio­nen und Ver­wal­tungs­ein­hei­ten und sorgt für die stän­di­ge Zah­lungs­be­reit­schaft.1

2Zur Si­cher­stel­lung der Zah­lungs­be­reit­schaft kann die EFV Gel­der am Geld- und Ka­pi­tal­markt auf­neh­men.

3Über die Tre­so­re­rie und die Geld­auf­nah­me wird jähr­lich im Rah­men des Fi­nanz­plans und des Vor­an­schlags be­rich­tet so­wie in der Staats­rech­nung Re­chen­schaft ab­ge­legt.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 8 des BG vom 20. März 2009 über die Bahn­re­form 2, in Kraft seit 1. Jan. 2010 (AS 2009 5597; BBl 2005 2415, 2007 2681).

Art. 60a Sparkasse Bundespersonal  

1Die EFV führt im Rah­men der Bun­dest­re­so­re­rie die Spar­kas­se Bun­des­per­so­nal (SKB) zur Mit­tel­be­schaf­fung des Bun­des und zur För­de­rung der Spar­tä­tig­keit. Sie kann die SKB durch Drit­te füh­ren las­sen.

2Kon­ten kön­nen ge­führt wer­den für:

a.
An­ge­stell­te der Bun­des­ver­wal­tung;
b.
Per­so­nen, die dem Bund na­he­ste­hen, na­ment­lich von der Bun­des­ver­samm­lung, den eid­ge­nös­si­schen Ge­rich­ten, vom Bun­des­rat oder von der Bun­des­ver­wal­tung ge­wähl­te oder er­nann­te Per­so­nen;
c.
an­de­re Per­so­nen, wenn die Kon­to­füh­rung im In­ter­es­se des Bun­des liegt, na­ment­lich zur Ver­mei­dung von In­ter­es­sen­kol­li­sio­nen.

3Der Bun­des­rat be­zeich­net den Kreis der Kon­to­be­rech­tig­ten nach Ab­satz 2. Er kann Aus­nah­men von der Be­rech­ti­gung vor­se­hen, wenn auf­grund der feh­len­den dau­ern­den Ein­bin­dung in die Ar­beits­or­ga­ni­sa­ti­on des Bun­des dem Ar­beits­ver­hält­nis die Nä­he zum Bund fehlt oder der Auf­wand für die Kon­to­füh­rung un­ver­hält­nis­mäs­sig wä­re.

4Der Bund haf­tet für die Ver­bind­lich­kei­ten der SKB und trägt ih­re Kos­ten, so­weit die­se nicht von den Kun­din­nen und Kun­den ge­deckt wer­den.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2015 (Op­ti­mie­rung Neu­es Rech­nungs­mo­dell), in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 4009; BBl 2014 9329).

Art. 60b Kontobeziehung  

1So­weit die­ses Ge­setz oder das Aus­füh­rungs­recht nichts an­de­res be­stimmt, rich­ten sich die Kon­to­be­zie­hun­gen der SKB nach den Vor­schrif­ten des Pri­vat­rechts. Strei­tig­kei­ten zwi­schen der SKB und ih­ren Kun­din­nen und Kun­den wer­den durch die Zi­vil­ge­rich­te be­ur­teilt.

2Nebst den ei­ge­nen Gel­dern dür­fen die Kun­din­nen und Kun­den auch Gel­der von na­hen An­ge­hö­ri­gen an­le­gen.

3Die SKB kann die Kon­to­be­zie­hung ins­be­son­de­re auf­lö­sen, wenn:

a.
die Wei­ter­füh­rung der Kon­to­be­zie­hung Be­stim­mun­gen des Lan­des- oder des Völ­ker­rechts wi­der­spre­chen wür­de oder die­se Be­stim­mun­gen nur mit un­ver­hält­nis­mäs­sig ho­hem Auf­wand ein­ge­hal­ten wer­den könn­ten;
b.
der SKB oder dem Bund Rechts- oder Re­pu­ta­ti­ons­schä­den dro­hen.

4Sie kann ein Kon­to zins­los stel­len und das Er­brin­gen wei­te­rer Dienst­leis­tun­gen ver­wei­gern, wenn die Kun­din oder der Kun­de den Ver­pflich­tun­gen ge­gen­über der SKB nicht nach­kommt.

5Die SKB kann für das Er­brin­gen ih­rer Dienst­leis­tun­gen kos­ten­de­cken­de Prei­se ver­lan­gen.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2015 (Op­ti­mie­rung Neu­es Rech­nungs­mo­dell), in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 4009; BBl 2014 9329).

Art. 60c Datenbearbeitung  

1Die SKB be­ar­bei­tet in Pa­pier­form und in ei­nem In­for­ma­ti­ons­sys­tem die Da­ten, ein­sch­liess­lich be­son­ders schüt­zens­wer­ter Per­so­nen­da­ten und Per­sön­lich­keitspro­fi­le, ih­rer Kun­din­nen und Kun­den, die sie zur Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­be be­nö­tigt, na­ment­lich um:

a.
die Kon­ten zu füh­ren;
b.
den Zah­lungs­ver­kehr ab­zu­wi­ckeln; und
c.
Be­ra­tun­gen zum Dienst­leis­tungs­an­ge­bot durch­zu­füh­ren.

2Die An­ge­stell­ten der SKB und die mit dem tech­ni­schen Be­trieb, der Ab­wick­lung des Zah­lungs­ver­kehrs und der Da­ten­er­fas­sung be­auf­trag­ten Drit­ten er­hal­ten Zu­griff auf das In­for­ma­ti­ons­sys­tem, so­weit es für die Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben not­wen­dig ist.

3Die An­ge­stell­ten der SKB kön­nen für die Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben Per­so­nen­da­ten, ein­sch­liess­lich be­son­ders schüt­zens­wer­ter Per­so­nen­da­ten und Per­sön­lich­keitspro­fi­le, an ih­re di­rek­ten Vor­ge­setz­ten wei­ter­ge­ben, auch wenn die­se nicht An­ge­stell­te der SKB sind.

4Die SKB tauscht re­gel­mäs­sig Per­so­nen­da­ten zur Ab­klä­rung der Kon­to­be­rech­ti­gung und zur Er­fül­lung der Pflich­ten nach dem Geld­wä­sche­rei­ge­setz vom 10. Ok­to­ber 19972 mit dem Eid­ge­nös­si­schen Per­so­nal­amt, wei­te­ren Ar­beit­ge­bern der Kun­din­nen und Kun­den so­wie mit PU­BLI­CA aus. Der Da­ten­aus­tausch fin­det ge­gen­sei­tig statt.

5Die SKB ist ver­ant­wort­lich für den Schutz der Da­ten und die Si­cher­heit des In­for­ma­ti­ons­sys­tems.

6Der Bun­des­rat legt fest:

a.
die Per­so­nen­da­ten, die be­ar­bei­tet wer­den dür­fen;
b.
die Auf­be­wah­rungs­frist und die Ver­nich­tung der Da­ten nach Ab­lauf die­ser Frist.

1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2015 (Op­ti­mie­rung Neu­es Rech­nungs­mo­dell), in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 4009; BBl 2014 9329).
2 SR 955.0

Art. 61 Anschluss an die zentrale Tresorerie  

1Die EFV kann Ver­wal­tungs­ein­hei­ten der de­zen­tra­len Bun­des­ver­wal­tung, die ei­ne ei­ge­ne Rech­nung füh­ren, für die Ver­wal­tung ih­rer li­qui­den Mit­tel der zen­tra­len Tre­so­re­rie an­sch­lies­sen, so­weit an­de­re Bun­des­ge­set­ze nichts Ab­wei­chen­des vor­se­hen.

2Die EFV und die an­ge­schlos­se­ne Ver­wal­tungs­ein­heit le­gen die Ein­zel­hei­ten des An­schlus­ses ein­ver­nehm­lich fest.

Art. 62 Anlage verfügbarer Gelder  

1Die EFV legt die für den Zah­lungs­be­darf nicht be­nö­tig­ten Gel­der so an, dass ih­re Si­cher­heit so­wie ein markt­kon­for­mer Er­trag ge­währ­leis­tet sind. Sie sind un­ter dem Fi­nanz­ver­mö­gen zu er­fas­sen.

2Grund­stücke oder Be­tei­li­gungs­rech­te an Er­werbs­un­ter­neh­men dür­fen nicht zu An­la­ge­zwe­cken er­wor­ben wer­den.

3Gel­der von Spe­zi­al­fonds, die durch einen Recht­s­er­lass ge­schaf­fen wor­den sind, kön­nen nach den Be­stim­mun­gen über die be­ruf­li­che Vor­sor­ge an­ge­legt wer­den.

7. Kapitel: Schlussbestimmungen

Art. 63 Vollzug  

1Der Bun­des­rat er­lässt die Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen.

2Er be­stimmt ins­be­son­de­re:

a.
den Kon­ten­rah­men;
b.
die Kon­tie­rungs­grund­sät­ze;
c.
die Ab­schrei­bungs­me­tho­den und -sät­ze;
d.
die Un­ter­ar­ten der Vor­an­schlags- und Ver­pflich­tungs­kre­di­te.
Art. 63a Evaluation des neuen Führungsmodells des Bundes  

Der Bun­des­rat legt der Bun­des­ver­samm­lung spä­tes­tens sechs Jah­re nach In­kraft­tre­ten der Än­de­rung vom 26. Sep­tem­ber 2014 einen Eva­lua­ti­ons­be­richt zur Um­set­zung und Wirk­sam­keit des neu­en Füh­rungs­mo­dells des Bun­des vor.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 26. Sept. 2014 (Neu­es Füh­rungs­mo­dell für die Bun­des­ver­wal­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 1583; BBl 2014 767).

Art. 64 Aufhebung bisherigen Rechts  

Das Fi­nanz­haus­halt­ge­setz vom 6. Ok­to­ber 19891 wird auf­ge­ho­ben.


1 [AS 1990 985, 1995 836 Ziff. II, 1996 3042, 1997 2022 An­hang Ziff. 2 2465 An­hang Ziff. 11, 1998 1202 Art. 7 Ziff. 3, 2847 An­hang Ziff. 5, 1999 3131, 2000 273 An­hang Ziff. 7, 2001 707 Art. 31 Ziff. 2, 2002 2471, 2003 535, 3543 An­hang Ziff. II 7 4265 5191, 2004 1633 Ziff. I 6 1985 An­hang Ziff. II 3 2143]

Art. 65 Änderung bisherigen Rechts  

Die nach­ste­hen­den Bun­des­ge­set­ze wer­den wie folgt ge­än­dert:

1


1 Die Än­de­run­gen kön­nen un­ter AS 2006 1275 kon­sul­tiert wer­den.

Art. 66 Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 20. März 2009  

1Beim In­kraft­tre­ten die­ser Än­de­rung re­du­ziert sich der Stand des Aus­gleichs­kon­tos nach Ar­ti­kel 16 Ab­satz 2 um ei­ne Mil­li­ar­de Fran­ken.

2Ar­ti­kel 17a ist auf al­le aus­ser­or­dent­li­chen Ein­nah­men und Aus­ga­ben des beim In­kraft­tre­ten die­ser Än­de­rung lau­fen­den Rech­nungs­jah­res an­wend­bar.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. März 2009, in Kraft seit 1. Jan. 2010 (AS 2009 5941; BBl 2008 8491).

Art. 66a Übergangsbestimmungen zur Änderung vom
26.September 2014
 

1Das bis­he­ri­ge Recht bleibt an­wend­bar auf:

a.
den Voll­zug des letz­ten vor In­kraft­tre­ten die­ser Än­de­rung be­schlos­se­nen Vor­an­schlags;
b.
das Ent­wer­fen, die Un­ter­brei­tung und die Ab­nah­me der da­zu ge­hö­ren­den Staats­rech­nung.

2Der Bun­des­rat ver­län­gert die En­de 2015 aus­lau­fen­den Leis­tungs­auf­trä­ge bis zum In­kraft­tre­ten die­ser Än­de­rung für Ver­wal­tungs­ein­hei­ten, die nach Ar­ti­kel 44 des Re­gie­rungs- und Ver­wal­tungs­or­ga­ni­sa­ti­ons­ge­set­zes vom 21. März 19972 (RVOG) mit Leis­tungs­auf­trag und Glo­bal­bud­get ge­führt wer­den. Er kann bei der Ver­län­ge­rung:

a.
die Leis­tungs­auf­trä­ge an die ver­än­der­ten Be­din­gun­gen an­pas­sen;
b.
auf die in Ar­ti­kel 44 Ab­satz 3 RVOG vor­ge­se­he­ne Kon­sul­ta­ti­on der zu­stän­di­gen par­la­men­ta­ri­schen Kom­mis­sio­nen ver­zich­ten.

1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 26. Sept. 2014 (Neu­es Füh­rungs­mo­dell für die Bun­des­ver­wal­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 1583; BBl 2014 767).
2 SR 172.010

Art. 66b Übergangsbestimmung zur Änderung vom
19.Juni 2015
 

1Das bis­he­ri­ge Recht bleibt an­wend­bar auf:

a.
den Voll­zug des letz­ten vor In­kraft­tre­ten der Än­de­rung vom 19. Ju­ni 2015 be­schlos­se­nen Vor­an­schlags;
b.
die Er­stel­lung, die Un­ter­brei­tung und die Ab­nah­me der da­zu­ge­hö­ren­den Staats­rech­nung.

2Die Bun­des­ver­samm­lung kor­ri­giert den Stand des Aus­gleichs­kon­tos nach Ar­ti­kel 16 Ab­satz 2 mit der Staats­rech­nung 2016 um die in den Jah­ren 2007 bis 2016 ku­mu­lier­te Ab­wei­chung ge­gen­über ei­ner pe­ri­oden­ge­rech­ten Er­fas­sung der Agi­os und Di­sa­gi­os aus Bun­des­an­lei­hen.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2015 (Op­ti­mie­rung Neu­es Rech­nungs­mo­dell), in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 4009; BBl 2014 9329).

Art. 67 Referendum und Inkrafttreten  

1Die­ses Ge­setz un­ter­steht dem fa­kul­ta­ti­ven Re­fe­ren­dum.

2Der Bun­des­rat be­stimmt das In­kraft­tre­ten.

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EOG EOV EPDG EPDV EPDV-EDI EpG EpV ERV-BVGer ESV ExpaV EÖBV EÖBV-EJPD F: FamZG FamZV FAV FDO FHG FHV FIFG FiFV FiG FiLaG FiLaV FinfraG FinfraV FinfraV-FINMA FINIG FINIV FINMAG FiV FKG FLG FLV FMBV FMedG FMedV FMG FMV FOrgV FPV FrSV FusG FV FVAV FWG FWV FZG FZV G: GaGV GBV GebR-BVGer GebR-PatGer GebV ESTV GebV SchKG GebV-AIG GebV-ArG GebV-ASTRA GebV-AVG GebV-BAFU GebV-BASPO GebV-BAZL GebV-BJ GebV-BLW GebV-EDA GebV-EDI-NBib GebV-En GebV-ESA GebV-fedpol GebV-FMG GebV-HReg GebV-IGE GebV-KG GebV-NBib GebV-Publ GebV-SBFI GebV-TPS GebV-TVD GebV-VBS GebV-öV GebV-ÜPF GeBüV GeoIG GeoIV GeoIV-swisstopo GeomV GeoNV GesBG GesBKV GGBV GGUV GgV GKZ GlG GLPV GR-PatGer GR-WEKO GRN GRS GSchG GSchV GSG GTG GUMG GUMV GUMV-EDI GVVG GüTG GüTV H: HArG HArGV HasLV HasLV-WBF HBV HELV HEsÜ HFG HFKG HFV HGVAnG HKSV HKsÜ HMG HRegV HSBBV HVA HVI HVUV HyV I: IAMV IBH-V IBLV IBSG IBSV IFEG IGE-OV IGE-PersV IGEG InvV IPFiV IPRG IQG IR-PatGer IRSG IRSV ISABV-V ISchV ISLV IStrV-EZV ISUV ISVet-V IVG IVV IVZV J: 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PublG PublV PVBger PVFMH PVFMH-VBS PVGer PVO-ETH PVO-TVS PVSPA PVSPA-VBS PäV PüG Q: QStV QuNaV R: RAG RAV RDV ReRBGer ResV-EDI RHG RHV RKV RLG RLV RPG RPV RSD RTVG RTVV RV-AHV RVOG RVOV RöV S: SAFIG SBBG SBMV SBV SchKG SDR SDSG SebG SebV SEFV SeilV SFV SGV SIaG SIRG SKV SnAV SPBV-EJPD SpDV SpG SpoFöG SpoFöV SpV SRVG SSchG SSchV SSchV-EDI SSV StAG StAhiG StAhiV StAV StBOG STEBV StFG StFV StG StGB StHG StPO StromVG StromVV StSG StSV STUG STUV StV STVG SuG SV SVAG SVAV SVG SVKG SVV T: TabV TAMV TBDV TEVG TGBV TGV ToG ToV TPFV TrG TSchAV TSchG TSchV TSG TStG TStV TSV TUG TVAV TVSV TwwV TZV U: UIDV UraM URG URV USG UVG UVPV UVV UWG V: V Mil Pers V-ASG V-FIFG V-FIFG-WBF V-GSG V-HFKG V-LTDB V-NDA V-NISSG V-NQR-BB V-StGB-MSt VABK VABUA VAböV VAEW VAG VAK VAM VAmFD VAN VAND VAPF VAPK VASA VASm VASR VATV VATV-VBS VAusb VAusb-VBS VAV VAwG VAZV VBB VBBo VBGA VBGF VBGÖ VBKV VBLN VBO VBO-ÜPF VBP VBPO VBPV VBPV-EDA VBR I VBRK VBSTB VBVA VBVV VBWK VböV VCITES VD-ÜPF VDA VDPS VDPV-EDI VDSG VDSZ VDTI VDZV VEAGOG VEE-PW VegüV VEJ VEKF VEL VEleS VEMV VEP VerTi-V VES VEV VeVA VEVERA VeÜ-VwV VeÜ-ZSSV VFAI VFAL VFAV VFB-B VFB-DB VFB-H VFB-K VFB-LG VFB-S VFB-SB VFB-W VFBF VFD VFRR VFSD VFV VG VGD VGeK VGG VGKE VGR VGS VGSEB VGV VGVL VGWR VHK VHyMP VHyPrP VHyS VID VIL VILB VIMK VIntA VIS-NDB VISOS VISV VITH VIVS VIZBM VJAR-FSTD VKA VKKG VKKL VKKP VKL VKos VKOVE VKP VKP-KMU VKSWk VKV-FINMA VKZ VLBE VLE VLF VlG VLHb VLIb VLIp VLK VLKA VLL VLpH VLtH VlV VMAP VMBM VMDP VMILAK VMob VMS VMSch VMSV VMWG VNEK VNem VNF VOCV VOD VOEW VORA-EDI VOSA VPA VPABP VPAV VPB VPeA VPG VPGA VPiB VpM-BAFU VpM-BLW VPO ETH VPOB VPOG VPR VPRG VPRH VPrP VPS VPVKEU VR-ENSI VR-ETH 1 VR-ETH 2 VR-FINMA VR-IGE VR-METAS VR-PUBLICA VR-RAB VR-SNM VR-Swissmedic VRA VRAB VREG VRHB VRKD VRLtH VRP VRS VRSL VRV VRV-L VSA VSB VSBN VSFK VSFS VSKV-ASTRA VSL VSMS VSPA VSpoFöP VSPS VSR VSRL VSS VST VStFG VStG VStrR VStV VSV VSVB VSZV VTE VTM VTNP VTS VTSchS VtVtH VUFB VUM VUV VVA VVAG VVAwG VVE VVEA VVG VVK VVK-EDI VVMH VVNF VVS-ÜPF VVTA VVV VVWAL VWEV VWL VWLV VWS VwVG VZAE VZAG VZG VZSchB VZV VZVM VöB VüKU VÜPF VüV-ÖV W: WaG WaV WBV WeBiG WeBiV WEFV WEG WFG WFV WG WPEG WPEV WRG WRV WSchG WSchV WV WZV WZVV Z: ZAG ZAV ZBstG ZDG ZDUeV ZDV ZDV-WBF ZEBG ZentG ZeugSG ZeugSV ZEV ZG ZGB ZISG ZPO ZSAV-BiZ ZSTEBV ZStGV ZStV ZSV ZTG ZUG ZustV-PrSV ZuV ZV ZV-EFD ZWG ZWV Ü: ÜbZ ÜüAVaS ÜüiZR ÜüRK ÜüSKZGIA ÜüzAiK No acronym: 818_101_24 331 632_319 818_102 830_31 131_211 131_212 131_213 131_214 131_215 131_216_1 131_216_2 131_217 131_218 131_221 131_222_1 131_222_2 131_223 131_224_1 131_224_2 131_225 131_226 131_227 131_228 131_229 131_231 131_232 131_233 131_235 142_318 142_513 170_321 172_010_441 172_211_21 172_220_11 172_327_11 196_127_67 221_213_221 221_415 360_2 361_0 361_2 362_0 366_1 367_1 420_126 420_171 510_620_2 514_10 632_421_0 672_933_6 701 732_12 741_618 748_222_0 748_222_1 811_117_2 812_121_5 812_214_5 817_023_41 818_101_25 831_471 837_033 837_21 861 935_121_41 935_121_42 935_816_2
A: AccredO-LPsy AETR C: Caclid CC CCoop-ESF CE-TAF CEDH CL CLaH 2000 CLaH 96 CO CP CPC Cpecmdi CPM CPP Cprlsaé Crdl Crpc Cst-GE Cst. Ctflij D: DE-OCEB DE-OCF DE-OMBat DPA DPMin E: EIMP F: FITAF FP-TFB L: LA LAA LAAF LAAM LACI LAFam LAGH LAgr LAI Lalc LAM LAMal LAO LAP LApEl LAPG LAr LArm LAS LASEI LAsi LAT LAVI LAVS LB LBCF LBFA LBI LBNS LCA LCAP LCart LCBr LCC LCD LCdF LCESF LCF LCFF LChim LChP LCin LCITES LCo LCPI LCPR LCR LD LDA LDAl LDEA LDEP LDes LDFR LDI LDIF LDIP LDP LDT LDét LEAC LEAR LEaux LEC LEDPP LEEJ LEFin LEg LEH LEHE LEI LEIS LEMO LEne LEnTR LENu LEp LERI LESE LESp LET LEx LF-CLaH LF-EEA LFA LFAIE LFC LFCo LFE LFH LFIF LFINMA LFisE LFLP LFMG LFo LFORTA LFPC LFPr LFSP LFus LGG LGéo LHand LHID LHR LIA LIB LICa LIE LIFD LIFSN LIMF Limpauto Limpmin LIPI LIPPI LISDC LISint LITC LJAr LLC LLCA LLG LLGV LMAP LMC LMCFA LMP LMSI LMét LN LNI LOA LOAP LOC LOG LOGA LOP LOST LP LPA LPAP LParl LPart LPBC LPC LPCA LPCC LPCo LPD LPDS LPE LPers LPGA LPM LPMA LPMéd LPN LPO LPP LPPCi LPPS LPSan LPSP LPsy LPTh LPubl LRaP LRCF LRCN LRCS LRens LRFP LRH LRN LRNIS LRPL LRS LRTV LSA LSAMal LSC LSCPT LSE LSEtr LSF LSIA LSIP LSIS LSPr LSPro LSR LStup LSu LT LTab LTaD LTAF LTBC LTC LTEO LTF LTFB LTI LTM LTN LTo LTr LTRA LTrAlp LTrans LTrD LTro LTTM LTV LTVA Ltém LUMin LUsC LVA LVP LVPC O: O E-VERA O LERI DEFR O OFSPO J+S O pers mil O-CNC-FPr O-CP-CPM O-HEFSM O-LEHE O-LERI O-LRNIS O-OPers O-OPers-DFAE O-SI ABV O-SIGEXPA O-STAC OA 1 OA 2 OA 3 OAA OAAcc OAAE OAAE-DFJP OAAF OAAFM OAAFM-DDPS OAASF OAbCV OAC OACA OACAMIL OACata OAcCP OACE OACI OACM OACP OACS OAdd OAdma OAdo OADou OAEP OAF OAFA OAFam OAG OAGH OAGH-DFI OAgrD OAIE OAlc OAllerg