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Bundesgesetz
zum Zinsbesteuerungsabkommen
mit der Europäischen Gemeinschaft
(Zinsbesteuerungsgesetz, ZBstG)

vom 17. Dezember 2004 (Stand am 1. Januar 2020)

Die Bundesversammlung der Schweizerischen Eidgenossenschaft,

gestützt auf Artikel 173 Absatz 2 der Bundesverfassung1,
in Ausführung des Abkommens vom 26. Oktober 20042 zwischen der
Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europäischen Gemeinschaft über
Regelungen, die den in der Richtlinie 2003/48/EG des Rates vom 3. Juni 2003
im Bereich der Besteuerung von Zinserträgen festgelegten Regelungen gleichwertig sind (Abkommen),
nach Einsicht in die Botschaft des Bundesrates vom 1. Oktober 20043,

beschliesst:4

1 SR 101

2 SR 0.641.926.81

3 BBl 2004 5965

4 Art. 2 des BB vom 17. Dez. 2004 (AS 2005 2557)

1. Kapitel: Allgemeine Bestimmungen

Art. 1 Gegenstand  

1 Zur Um­set­zung des Ab­kom­mens re­gelt die­ses Ge­setz:

a.
den Steu­er­rück­be­halt auf Zins­zah­lun­gen, die frei­wil­li­ge Of­fen­le­gung von Zins­zah­lun­gen und die Stra­fen für Wi­der­hand­lun­gen ge­gen die­se Be­stim­mun­gen;
b.
die Amts­hil­fe zwi­schen der Schweiz und den Mit­glied­staa­ten der Eu­ro­päi­schen Uni­on bei Steu­er­be­trug im Sin­ne von Ar­ti­kel 10 Ab­satz 1 des Ab­kom­mens.

2 Die Be­stim­mun­gen des Ab­kom­mens sind für die schwei­ze­ri­schen Zahl­stel­len di­rekt an­wend­bar.

Art. 2 Begriffe  

In die­sem Ge­setz wer­den die nach­ste­hen­den Be­grif­fe wie folgt ver­wen­det:

a.
Zahl­stel­le: im Sin­ne von Ar­ti­kel 6 des Ab­kom­mens;
b.
Zins­zah­lung: im Sin­ne von Ar­ti­kel 7 des Ab­kom­mens;
c.
nut­zungs­be­rech­tig­te Per­son: im Sin­ne von Ar­ti­kel 4 des Ab­kom­mens.

2. Kapitel: Steuerrückbehalt und freiwillige Offenlegung

1. Abschnitt: Pflichten der Zahlstellen

Art. 3 Anmeldung als Zahlstelle  

1 Die Zahl­stel­len ha­ben sich un­auf­ge­for­dert bei der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung an­zu­mel­den.

2 In der An­mel­dung hat die Zahl­stel­le an­zu­ge­ben:

a.
ih­ren Na­men (ih­re Fir­ma) und ih­ren Sitz oder Wohn­sitz; han­delt es sich um ei­ne ju­ris­ti­sche Per­son oder um ei­ne Ge­sell­schaft oh­ne ju­ris­ti­sche Per­sön­lich­keit mit sta­tu­ta­ri­schem Sitz im Aus­land oder um ein Ein­zel­un­ter­neh­men mit Wohn­sitz im Aus­land: den Na­men (die Fir­ma), den Ort der Haupt­nie­der­las­sung und die Adres­se der in­län­di­schen Lei­tung;
b.
die Art der Tä­tig­keit;
c.
das Da­tum der Auf­nah­me der Tä­tig­keit.

3 Ban­ken im Sin­ne des Ban­ken­ge­set­zes vom 8. No­vem­ber 19345 und Wert­pa­pier­häu­ser im Sin­ne des Fi­nan­z­in­sti­tuts­ge­set­zes vom 15. Ju­ni 20186 gel­ten als an­ge­mel­det, so­fern sie ih­re Ge­schäftstä­tig­keit vor dem 1. Ju­li 2005 auf­ge­nom­men ha­ben.7

5 SR 952.0

6 SR 954.1

7 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 9 des Fi­nan­z­in­sti­tuts­ge­set­zes vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2020 (AS 2018 5247, 2019 4631; BBl 2015 8901).

Art. 4 Steuerrückbehalt  

1 Die Zahl­stel­len neh­men einen Steu­er­rück­be­halt auf Zins­zah­lun­gen nach Mass­ga­be der Ar­ti­kel 1, 3–5, 7 und 16 des Ab­kom­mens vor.

2 Ein zu Un­recht er­ho­be­ner Steu­er­rück­be­halt kann durch die Zahl­stel­le in­ner­halb von fünf Jah­ren be­rich­tigt wer­den, so­fern si­cher­ge­stellt ist, dass für die ent­spre­chen­de Zins­zah­lung im An­säs­sig­keits­staat des Zins­emp­fän­gers we­der ei­ne An­rech­nung noch ei­ne Rück­er­stat­tung be­an­sprucht wor­den ist oder noch be­an­sprucht wird.

Art. 5 Überweisung des Rückbehalts  

1 Die Zahl­stel­len über­wei­sen die Rück­be­halts­be­trä­ge jähr­lich spä­tes­tens bis zum 31. März des auf die Zins­zah­lung fol­gen­den Jah­res an die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung; Ar­ti­kel 6 Ab­satz 1 bleibt vor­be­hal­ten.

2 Die Zahl­stel­len ge­ben bei der Über­wei­sung an, wie die Be­trä­ge den Mit­glied­staa­ten der Eu­ro­päi­schen Uni­on zu­zu­ord­nen sind.

3 Der Steu­er­rück­be­halt wird in Fran­ken be­rech­net und ab­ge­zo­gen. Geht die Zins­zah­lung in Fremd­wäh­rung ein, so nimmt die Zahl­stel­le die Um­rech­nung zum Kurs am Tag der Kun­den­ab­rech­nung vor.

4 Auf Rück­be­halts­be­trä­gen, die nach dem 31. März des auf die Zins­zah­lung fol­gen­den Jah­res ver­gü­tet wer­den, ist oh­ne Mah­nung ein Ver­zugs­zins ab dem 1. April bis zum Da­tum des Ein­gangs ge­schul­det. Das Eid­ge­nös­si­sche Fi­nanz­de­par­te­ment be­stimmt den Zins­satz.

Art. 6 Freiwillige Offenlegung  

1 Liegt ei­ne aus­drück­li­che Er­mäch­ti­gung durch die nut­zungs­be­rech­tig­te Per­son vor, so mel­det die Zahl­stel­le Zins­zah­lun­gen der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung in An­wen­dung von Ar­ti­kel 2 des Ab­kom­mens. Die Mel­dung tritt an die Stel­le des Rück­be­halts.

2 Ei­ne ein­mal er­teil­te Er­mäch­ti­gung bleibt bis zum Ein­tref­fen des aus­drück­li­chen Wi­der­rufs durch die nut­zungs­be­rech­tig­te Per­son oder ih­ren Rechts­nach­fol­ger bei der Zahl­stel­le gül­tig. Der Wi­der­ruf ist nur gül­tig, wenn die nut­zungs­be­rech­tig­te Per­son oder ihr Rechts­nach­fol­ger den an Stel­le der Mel­dung ge­schul­de­ten Steu­er­rück­be­halt ge­gen­über der Zahl­stel­le si­cher­stellt.

3 Die Zahl­stel­len er­stat­ten die Zins­mel­dun­gen jähr­lich spä­tes­tens bis zum 31. März des auf die Zins­zah­lung fol­gen­den Jah­res.

4 Die Zahl­stel­le kann ei­ne be­reits er­folg­te Zins­mel­dung spä­tes­tens bis zum 31. Mai des Jah­res, in dem die Mel­dung er­folgt ist, wi­der­ru­fen. Muss in die­sem Fall ein Steu­er­rück­be­halt vor­ge­nom­men wer­den, so hat die Zahl­stel­le die­sen un­ver­züg­lich der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung ab­zu­lie­fern.

Art. 7 Verjährung  

1 Die For­de­rung auf Ab­lie­fe­rung des Steu­er­rück­be­halts oder auf Ab­ga­be der Mel­dung ver­jährt fünf Jah­re nach Ab­lauf des Ka­len­der­jah­res, in dem der Rück­be­halt ab­zu­lie­fern oder die Mel­dung ab­zu­ge­ben war.

2 Die Ver­jäh­rung wird un­ter­bro­chen durch je­de auf die Gel­tend­ma­chung des Rück­be­halts­an­spruchs oder die Zins­mel­dung ge­rich­te­te Amts­hand­lung, die ei­ner Zahl­stel­le zur Kennt­nis ge­bracht wird. Mit der Un­ter­bre­chung be­ginnt die Ver­jäh­rung von neu­em.

3 Die ab­so­lu­te Ver­jäh­rungs­frist be­trägt 15 Jah­re.

2. Abschnitt: Organisation und Verfahren

Art. 8 Aufgaben und Zuständigkeiten der Eidgenössischen Steuer­verwaltung  

1 Die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung sorgt für die rich­ti­ge An­wen­dung der Vor­schrif­ten des Ab­kom­mens und die­ses Ge­set­zes über den Steu­er­rück­be­halt und über die frei­wil­li­ge Of­fen­le­gung.

2 Sie fällt al­le Ver­fü­gun­gen und Ent­schei­de, die für die An­wen­dung der Vor­schrif­ten not­wen­dig sind.

3 Sie kann die Ver­wen­dung be­stimm­ter For­mu­la­re auf Pa­pier oder in elek­tro­ni­scher Form vor­schrei­ben und Wei­sun­gen er­las­sen.

4 Sie kann zur Ab­klä­rung des Sach­ver­halts:

a.
die Ge­schäfts­bü­cher, die Be­le­ge und an­de­re Ur­kun­den der Zahl­stel­le an Ort und Stel­le ein­ver­lan­gen und über­prü­fen;
b.
Aus­künf­te schrift­lich und münd­lich ein­ho­len;
c.
Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter der Zahl­stel­le zur Ein­ver­nah­me vor­la­den.

5 Stellt sie fest, dass die Zahl­stel­le ih­ren Pflich­ten nicht oder man­gel­haft nach­ge­kom­men ist, so gibt sie ihr Ge­le­gen­heit, zu den fest­ge­stell­ten Män­geln Stel­lung zu neh­men.

6 Kommt es zwi­schen der Zahl­stel­le und der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung nicht zu ei­ner Ei­ni­gung, so er­lässt die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung ei­ne Ver­fü­gung.

7 Auf An­trag er­lässt die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung vor­sorg­lich ei­ne Fest­stel­lungs­ver­fü­gung über die Zahl­stel­le­nei­gen­schaft, die Grund­la­gen der Rück­be­halts­be­rech­nung oder den In­halt der Zins­mel­dung.

Art. 9 Rechtsmittel  

1 Ge­gen Ver­fü­gun­gen der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung kann in­nert 30 Ta­gen nach der Er­öff­nung schrift­lich Ein­spra­che er­ho­ben wer­den.

2 Die Ein­spra­che hat die An­trä­ge zu ent­hal­ten und die zur Be­grün­dung die­nen­den Tat­sa­chen an­zu­ge­ben.

3 Ist gül­tig Ein­spra­che er­ho­ben wor­den, so über­prüft die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung die Ver­fü­gung oh­ne Bin­dung an die ge­stell­ten An­trä­ge.

4 Sie be­grün­det den Ein­spra­cheent­scheid und fügt ihm ei­ne Rechts­mit­tel­be­leh­rung an.

5 Der Ein­spra­cheent­scheid der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung un­ter­liegt der Be­schwer­de nach den all­ge­mei­nen Be­stim­mun­gen über die Bun­des­rechts­pfle­ge.8

6 und 79

8 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 61 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 21971069; BBl 2001 4202).

9 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 61 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 21971069; BBl 2001 4202).

Art. 10 Schweigepflicht  

1 Wer mit dem Voll­zug der Be­stim­mun­gen des Ab­kom­mens und die­ses Ge­set­zes über den Steu­er­rück­be­halt und die frei­wil­li­ge Of­fen­le­gung be­traut ist oder zu de­ren Voll­zug bei­ge­zo­gen wird, hat ge­gen­über an­dern Amts­stel­len und Pri­va­ten über die in Aus­übung die­ser Tä­tig­keit ge­mach­ten Wahr­neh­mun­gen Still­schwei­gen zu be­wah­ren und den Ein­blick in amt­li­che Ak­ten zu ver­wei­gern.

2 Kei­ne Ge­heim­hal­tungs­pflicht be­steht:

a.
für die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung bei Zins­mel­dun­gen an Mit­glied­staa­ten der Eu­ro­päi­schen Uni­on ge­mä­ss Ar­ti­kel 2 des Ab­kom­mens;
b.
ge­gen­über Or­ga­nen der Rechts­pfle­ge und der Ver­wal­tung im Ver­fah­ren ge­mä­ss den Ar­ti­keln 8 und 9 die­ses Ge­set­zes;
c.
bei Fest­stel­lun­gen über Wi­der­hand­lun­gen ge­gen eid­ge­nös­si­sche oder kan­to­na­le Ver­wal­tungs­ge­set­ze oder ge­gen das Straf­ge­setz­buch (StGB)10, wenn das Eid­ge­nös­si­sche Fi­nanz­de­par­te­ment die Er­mäch­ti­gung zur An­zei­ge er­teilt.

3 Fest­stel­lun­gen über Drit­te, die an­läss­lich ei­ner Prü­fung nach Ar­ti­kel 8 Ab­satz 4 bei ei­ner Zahl­stel­le ge­macht wer­den, dür­fen nur für die Durch­füh­rung des Steu­er­rück­be­halts und der frei­wil­li­gen Of­fen­le­gung ver­wen­det wer­den.

4 Das Bank­ge­heim­nis und an­de­re ge­setz­lich ge­schütz­te Be­rufs­ge­heim­nis­se sind zu wah­ren.

Art. 11 Ertrag des Steuerrückbehalts  

1 Die Kan­to­ne sind an dem der Schweiz ver­blei­ben­den An­teil des EU-Steu­er­rück­be­halts zu zehn Pro­zent be­tei­ligt.

2 Die Ver­tei­lung auf die ein­zel­nen Kan­to­ne er­folgt jähr­lich per 30. Ju­ni nach ei­nem vom Eid­ge­nös­si­schen Fi­nanz­de­par­te­ment in Zu­sam­men­ar­beit mit den Kan­to­nen fest­zu­le­gen­den Schlüs­sel.

3. Abschnitt: Strafbestimmungen

Art. 12 Hinterziehung, Verletzung der Meldepflicht  

1 Mit Bus­se bis zu 250 000 Fran­ken wird be­straft, so­fern nicht die Straf­be­stim­mun­gen der Ar­ti­kel 14–16 des Bun­des­ge­set­zes vom 22. März 197411 über das Ver­wal­tungs­straf­recht (VStrR) an­wend­bar sind, wer vor­sätz­lich zum ei­ge­nen Vor­teil oder zum Vor­teil ei­ner an­de­ren Per­son:

a.
ei­ne Hin­ter­zie­hung be­geht, in­dem er oder sie:
1.
der Pflicht zur Vor­nah­me ei­nes Steu­er­rück­be­halts nach Ar­ti­kel 4 nicht nach­kommt,
2.
einen Steu­er­rück­be­halt nicht nach Ar­ti­kel 5 Ab­satz 1 der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung ab­lie­fert;
b.
die Pflicht zur Zins­mel­dung nach Ar­ti­kel 6 Ab­satz 1 ver­letzt.

2 Wird die Tat fahr­läs­sig be­gan­gen, so ist die Stra­fe Bus­se bis zu 100 000 Fran­ken.

Art. 13 Gefährdung des Steuerrückbehalts und der freiwilligen Offenlegung  

Mit Bus­se bis zu 20 000 Fran­ken wird be­straft, wer die Durch­füh­rung des Ab­kom­mens und die­ses Ge­set­zes ge­fähr­det, in­dem er oder sie vor­sätz­lich oder fahr­läs­sig:

a.
im Ver­fah­ren zur Er­he­bung ei­nes Steu­er­rück­be­halts oder zur Ab­ga­be von Zins­mel­dun­gen der Pflicht zur Ein­rei­chung von Auf­stel­lun­gen und Ab­rech­nun­gen, zur Er­tei­lung von Aus­künf­ten und zur Vor­la­ge von Be­le­gen nicht nach­kommt;
b.
als zum Steu­er­rück­be­halt oder zur Ab­ga­be von Zins­mel­dun­gen ver­pflich­te­te Per­son ei­ne un­rich­ti­ge Ab­rech­nung auf­stellt oder un­rich­ti­ge Aus­künf­te er­teilt;
c.
der Pflicht zur ord­nungs­ge­mäs­sen Füh­rung und Auf­be­wah­rung der Ge­schäfts­bü­cher und Be­le­ge nicht nach­kommt; ei­ne Straf­ver­fol­gung nach Ar­ti­kel 166 StGB12 bleibt vor­be­hal­ten;
d.
die ord­nungs­ge­mäs­se Durch­füh­rung ei­ner Buch­prü­fung oder ei­ner an­de­ren amt­li­chen Kon­trol­le er­schwert, be­hin­dert oder ver­un­mög­licht; ei­ne Straf­ver­fol­gung nach den Ar­ti­keln 285 und 286 StGB bleibt vor­be­hal­ten;
e.
den An­for­de­run­gen an die Über­wei­sung des Steu­er­rück­be­halts oder an die Ab­ga­be der Zins­mel­dun­gen nicht nach­kommt.
Art. 14 Ordnungswidrigkeiten  

Mit Bus­se bis zu 5000 Fran­ken wird be­straft, wer vor­sätz­lich oder fahr­läs­sig:

a.
dem Ab­kom­men, die­sem Ge­setz, ei­ner Aus­füh­rungs­ver­ord­nung oder all­ge­mei­nen Wei­sun­gen zu­wi­der­han­delt;
b.
ge­gen ei­ne an ihn oder sie ge­rich­te­te amt­li­che Ver­fü­gung ver­stösst, wel­che auf die Straf­an­dro­hung die­ses Ar­ti­kels hin­weist.
Art. 15 Verfahren  

1 Die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung teilt der be­trof­fe­nen Per­son die Ein­lei­tung ei­nes Straf­ver­fah­rens schrift­lich mit. Es wird ihr Ge­le­gen­heit ge­ge­ben, sich zu den er­ho­be­nen An­schul­di­gun­gen zu äus­sern.

2 Nach Ab­schluss der Un­ter­su­chung er­lässt die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung ei­ne Straf- oder Ein­stel­lungs­ver­fü­gung und er­öff­net die­se der be­trof­fe­nen Per­son schrift­lich.

3 Die Straf- oder Ein­stel­lungs­ver­fü­gung un­ter­liegt der Be­schwer­de nach den all­ge­mei­nen Be­stim­mun­gen über die Bun­des­rechts­pfle­ge.13

4 Wür­de die Er­mitt­lung der straf­ba­ren na­tür­li­chen Per­so­nen Un­ter­su­chungs­mass­nah­men be­din­gen, wel­che im Hin­blick auf die Stra­fe un­ver­hält­nis­mäs­sig wä­ren, so kann von ei­ner Ver­fol­gung die­ser Per­so­nen Ab­stand ge­nom­men und an ih­rer Stel­le die Zahl­stel­le zur Be­zah­lung der Bus­se ver­ur­teilt wer­den.

13 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 61 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 21971069; BBl 2001 4202).

3. Kapitel: Amtshilfe bei Steuerbetrug gemäss Artikel 10 des Abkommens

Art. 1614  

Die Amts­hil­fe nach dem Ab­kom­men rich­tet sich nach dem Steu­er­amts­hil­fe­ge­setz vom 28. Sep­tem­ber 201215.

14 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 4 des Steu­er­amts­hil­fe­ge­set­zes vom 28. Sept. 2012, in Kraft seit 1. Fe­br. 2013 (AS 2013 231; BBl 2011 6193).

15 SR 651.1

Art. 17–2416  

16 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 4 des Steu­er­amts­hil­fe­ge­set­zes vom 28. Sept. 2012, mit Wir­kung seit 1. Fe­br. 2013 (AS 2013 231; BBl 2011 6193).

4. Kapitel: Schlussbestimmungen

Art. 25 Ausführungsbestimmungen  

Der Bun­des­rat kann Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen zum Ab­kom­men und zu die­sem Ge­setz er­las­sen.

Art. 26 Aussetzung der Anwendung und Ausserkrafttreten gemäss Abkommen  

1 Wird die An­wen­dung des Ab­kom­mens ge­mä­ss Ar­ti­kel 18 Ab­satz 4 oder 5 des Ab­kom­mens aus­ge­setzt, so setzt der Bun­des­rat die An­wen­dung die­ses Ge­set­zes zeit­gleich aus.

2 Tritt das Ab­kom­men ge­mä­ss Ar­ti­kel 17 Ab­satz 4 des Ab­kom­mens aus­ser Kraft, so setzt der Bun­des­rat die­ses Ge­setz zeit­gleich aus­ser Kraft.

Da­tum des In­kraft­tre­tens: 1. Ju­li 200517

17 BRB vom 11. Mai 2005

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