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Verordnung über die Verrechnungssteuer

vom 19. Dezember 1966 (Stand am 1. Januar 2020)

Der Schweizerische Bundesrat,

gestützt auf Artikel 73 Absatz 1 des Bundesgesetzes vom 13. Oktober 19652 über die Verrechnungssteuer (im folgenden Gesetz genannt),

beschliesst:

Erster Titel: Steuererhebung

Erster Abschnitt: Allgemeine Bestimmungen

Art. 1  

I. Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung

 

1Die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung er­lässt die all­ge­mei­nen Wei­sun­gen und trifft die Ein­zel­ver­fü­gun­gen, die für die Er­he­bung der Ver­rech­nungs­steu­er er­for­der­lich sind; sie be­stimmt Form und In­halt der For­mu­la­re für die An­mel­dung als Steu­er­pflich­ti­ger so­wie für die Steu­er­ab­rech­nun­gen, Steu­er­er­klä­run­gen und Fra­ge­bo­gen.

2Sie ist zur Be­schwer­de an das Bun­des­ge­richt be­rech­tigt.1


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. II 46 der V vom 8. Nov. 2006 über die An­pas­sung von Bun­des­rats­ver­ord­nun­gen an die To­tal­re­vi­si­on der Bun­des­rechts­pfle­ge, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 4705).

Art. 2  

II. Mit­wir­kung des Steu­er­pflich­ti­gen

1. Buch­füh­rung

 

1Der Steu­er­pflich­ti­ge hat sei­ne Bü­cher so ein­zu­rich­ten und zu füh­ren, dass sich aus ih­nen die für die Steu­er­pflicht und Steu­er­be­mes­sung mass­ge­ben­den Tat­sa­chen oh­ne be­son­de­ren Auf­wand zu­ver­läs­sig er­mit­teln und nach­wei­sen las­sen.

2Be­dient sich der Steu­er­pflich­ti­ge für sein Rech­nungs­we­sen der au­to­ma­ti­schen oder elek­tro­ni­schen Da­ten­ver­ar­bei­tung, so wird die­se Art der Buch­füh­rung für die Er­he­bung der Ver­rech­nungs­steu­er nur zu­ge­las­sen, wenn die voll­stän­di­ge und rich­ti­ge Ver­ar­bei­tung al­ler steu­er­lich we­sent­li­chen Ge­schäfts­vor­fäl­le und Zah­len vom Ur­be­leg bis zur Jah­res­rech­nung und Steu­er­ab­rech­nung si­cher­ge­stellt ist und wenn die zur Fest­set­zung der ge­schul­de­ten Steu­er er­for­der­li­chen Un­ter­la­gen über­sicht­lich an­ge­ord­net und les­bar sind.

3Die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung kann un­ter den von ihr fest­zu­le­gen­den Be­din­gun­gen und Auf­la­gen den Steu­er­pflich­ti­gen ge­stat­ten, Be­le­ge in Form von Auf­nah­men auf Mi­kro­film auf­zu­be­wah­ren. In die­sem Fal­le hat der Steu­er­pflich­ti­ge auf sei­ne Kos­ten der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung Rück­ver­grös­se­run­gen der von ihr be­stimm­ten Be­le­ge bei­zu­brin­gen und ihr an­läss­lich der Buch­prü­fung ge­mä­ss Ar­ti­kel 40 des Ge­set­zes auf Ver­lan­gen ein Le­se­ge­rät und die zu sei­ner Be­die­nung er­for­der­li­chen Hilfs­kräf­te zur Ver­fü­gung zu stel­len.

Art. 3  

2. Ab­rech­nung und Be­schei­ni­gung über den Steu­er­ab­zug

 

1Hän­digt der Steu­er­pflich­ti­ge dem Emp­fän­ger der steu­er­ba­ren Leis­tung ei­ne Ab­rech­nung aus, so sind dar­in die Fäl­lig­keit die­ser Leis­tung und ihr Brut­to­be­trag vor Ab­zug der Ver­rech­nungs­steu­er und von Spe­sen an­zu­ge­ben.

2Ver­langt der Emp­fän­ger der steu­er­ba­ren Leis­tung ei­ne be­son­de­re Be­schei­ni­gung (Art. 14 Abs. 2 des Ge­set­zes), so sind dar­in an­zu­ge­ben:

a.
der Na­me und die dem Aus­stel­ler be­kann­te Adres­se des Emp­fän­gers;
b.
die Art und der Nenn­be­trag des Ver­mö­gens­wer­tes, der die steu­er­ba­re Leis­tung ab­ge­wor­fen hat;
c.
der Brut­to­be­trag der steu­er­ba­ren Leis­tung, der Zeit­raum, auf den sie sich be­zieht, und das Fäl­lig­keits­da­tum;
d.
der Be­trag der ab­ge­zo­ge­nen Ver­rech­nungs­steu­er;
e.
das Da­tum der Aus­stel­lung so­wie Na­me und Adres­se (Fir­ma­stem­pel) und Un­ter­schrift des Aus­stel­lers.

3Für je­de steu­er­ba­re Leis­tung darf nur ei­ne Be­schei­ni­gung aus­ge­stellt wer­den; Ko­pi­en oder Er­satz­be­schei­ni­gun­gen sind als sol­che zu kenn­zeich­nen.

4Die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung kann un­ter den von ihr fest­zu­le­gen­den Be­din­gun­gen und Auf­la­gen nicht un­ter­schrie­be­ne Be­schei­ni­gun­gen und un­mit­tel­bar auf dem Rück­er­stat­tungs­an­trag an­ge­brach­te Be­schei­ni­gun­gen zu­las­sen.

Art. 4  

3. Leis­tung in aus­län­di­scher Wäh­rung

 

1Lau­tet die steu­er­ba­re Leis­tung auf ei­ne aus­län­di­sche Wäh­rung, so ist sie auf den Zeit­punkt ih­rer Fäl­lig­keit in Schwei­zer Fran­ken um­zu­rech­nen.

2In der Be­schei­ni­gung über den Steu­er­ab­zug (Art. 3 Abs. 2) sind die Brut­to­be­trä­ge der Leis­tung in bei­den Wäh­run­gen und der Um­rech­nungs­kurs an­zu­ge­ben.

3Ist un­ter den Par­tei­en kein be­stimm­ter Um­rech­nungs­kurs ver­ein­bart wor­den, so ist der Um­rech­nung das Mit­tel der Geld- und Brief­kur­se am letz­ten Werk­ta­ge vor der Fäl­lig­keit der Leis­tung zu­grun­de­zu­le­gen.

Art. 5  

4. Mel­dung bei Leis­tungs­ver­zug u. dgl.

 

1Ist der Schuld­ner we­gen Zah­lungs­un­fä­hig­keit aus­ser­stan­de, die steu­er­ba­re Leis­tung bei ih­rer Fäl­lig­keit zu er­brin­gen, oder ist ihm auf­grund der Bun­des­ge­setz­ge­bung ei­ne Stun­dung be­wil­ligt wor­den, so hat er un­auf­ge­for­dert der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung die­sen Sach­ver­halt und den vor­aus­sicht­li­chen Zeit­punkt, auf den die Leis­tung zahl­bar ge­stellt wird, mit­zu­tei­len.

2Wird über den Steu­er­pflich­ti­gen der Kon­kurs er­öff­net, so hat über die auf den Zeit­punkt der Kon­kurser­öff­nung fäl­lig ge­wor­de­ne Steu­er (Art. 16 Abs. 3 des Ge­set­zes) die Kon­kurs­ver­wal­tung die vor­ge­schrie­be­ne Ab­rech­nung zu er­stel­len und mit den Be­le­gen der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung ein­zu­rei­chen (Art. 38 Abs. 2 des Ge­set­zes).

Art. 6  

III. Steu­e­rer­he­bungs­ver­fah­ren

1. Ein­ho­len von Aus­künf­ten; Ein­ver­nah­me

 

1Die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung kann Aus­künf­te schrift­lich oder münd­lich ein­ho­len und den Steu­er­pflich­ti­gen zur Ein­ver­nah­me la­den.

2Wo es an­ge­zeigt er­scheint, sind die Aus­künf­te in Ge­gen­wart des Ein­ver­nom­me­nen zu pro­to­kol­lie­ren; das Pro­to­koll ist von die­sem und vom ein­ver­neh­men­den Be­am­ten und vom al­len­falls bei­ge­zo­ge­nen Pro­to­koll­füh­rer zu un­ter­zeich­nen.

3Vor je­der Ein­ver­nah­me nach Ab­satz 2 ist der Ein­zu­ver­neh­men­de zur Wahr­heit zu er­mah­nen und auf die Fol­gen un­rich­ti­ger Aus­künf­te (Art. 62 Abs. 1 Bst. d des Ge­set­zes) hin­zu­wei­sen.

Art. 7  

2. Buch­prü­fung

 

1Der Steu­er­pflich­ti­ge ist be­rech­tigt und auf Ver­lan­gen ver­pflich­tet, der Buch­prü­fung (Art. 40 Abs. 2 des Ge­set­zes) bei­zu­woh­nen und die er­for­der­li­chen Auf­schlüs­se zu er­tei­len.

2Die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung ist nicht ver­pflich­tet, die Buch­prü­fung zum vor­aus an­zu­zei­gen.

Art. 8  

IV. Be­zug und Si­che­rung der Steu­er

1. Zwangs­voll­stre­ckung

 

1Die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung ist zu­stän­dig, für die For­de­run­gen des Bun­des an Ver­rech­nungs­steu­ern, Zin­sen, Kos­ten und Bus­sen die Be­trei­bung an­zu­he­ben, sie in ei­nem Kon­kurs ein­zu­ge­ben, die Auf­he­bung des Rechts­vor­schla­ges zu ver­lan­gen und al­le wei­te­ren zur Si­che­rung oder Ein­trei­bung der For­de­rung not­wen­di­gen Vor­keh­ren zu tref­fen.

2Vor­be­hal­ten bleibt die Zu­stän­dig­keit der Eid­ge­nös­si­schen Fi­nanz­ver­wal­tung zur Ver­wah­rung von Ver­lust­schei­nen und zur Gel­tend­ma­chung der in ei­nem Ver­lust­schein ver­ur­kun­de­ten For­de­rung.

Art. 9  

2. Si­cher­stel­lung

a. Durch Aus­län­der be­herrsch­te Ge­sell­schaf­ten

 

1Sind am Grund­ka­pi­tal ei­ner Ak­ti­en­ge­sell­schaft oder am Stamm­ka­pi­tal ei­ner Ge­sell­schaft mit be­schränk­ter Haf­tung zu mehr als 80 Pro­zent (di­rekt oder in­di­rekt) Per­so­nen mit Wohn­sitz im Aus­land be­tei­ligt, und be­fin­den sich die Ak­ti­ven der Ge­sell­schaft zur Haupt­sa­che im Aus­land oder be­ste­hen sie über­wie­gend aus For­de­run­gen oder an­de­ren Rech­ten ge­gen­über Aus­län­dern, und schüt­tet die Ge­sell­schaft nicht all­jähr­lich einen an­ge­mes­se­nen Teil des Rein­er­tra­ges als Di­vi­den­de oder Ge­winnan­teil an die In­ha­ber der Ak­ti­en, Stam­man­tei­le oder Ge­nuss- schei­ne aus, so kann die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung we­gen Ge­fähr­dung des Steu­er­be­zu­ges ei­ne Si­cher­stel­lung ver­fü­gen (Art. 47 Abs. 1 Bst. a des Ge­set­zes).1

2Der si­cher­zu­stel­len­de Be­trag hat der Steu­er zu ent­spre­chen, die bei ei­ner Li­qui­da­ti­on der Ge­sell­schaft zu ent­rich­ten wä­re, und wird nö­ti­gen­falls all­jähr­lich auf­grund der Jah­res­rech­nung neu fest­ge­setzt.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 2 der V vom 15. Okt. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5073).

Art. 10  

b. Si­cher­heits­leis­tung

 

1Die nach Ar­ti­kel 47 des Ge­set­zes ver­füg­te Si­cher­stel­lung ist ge­mä­ss der Ver­ord­nung vom 21. Ju­ni 19571 über Si­cher­stel­lun­gen zu­guns­ten der Eid­ge­nos­sen­schaft durch Re­al­kau­ti­on, Bürg­schaf­ten, Ga­ran­ti­en oder Kau­ti­ons­ver­si­che­rung zu leis­ten.

2Ei­ne ge­leis­te­te Si­cher­heit ist frei­zu­ge­ben, so­bald die si­cher­ge­stell­ten Steu­ern, Zin­sen und Kos­ten be­zahlt sind oder der Grund der Si­cher­stel­lung da­hin­ge­fal­len ist.

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1 [AS 1957 509, 1975 2373 Art. 19 Abs. 1 Bst. b. AS 1986 154 Art. 51 Ziff. 3]. Heu­te: ge­mä­ss Art. 49 der Fi­nanz­haus­halt­ver­ord­nung vom 5. April 2006 (SR 611.01).
2 Auf­ge­ho­ben durch An­hang 3 Ziff. 14 der V vom 3. Fe­br. 1993 über Or­ga­ni­sa­ti­on und Ver­fah­ren eid­ge­nös­si­scher Re­kurs- und Schieds­kom­mis­sio­nen, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1994 (AS 1993 879).

Art. 11  

3. Lö­schung im Han­dels­re­gis­ter

 

1Ei­ne Ak­ti­en­ge­sell­schaft, Ge­sell­schaft mit be­schränk­ter Haf­tung oder Ge­nos­sen­schaft darf im Han­dels­re­gis­ter erst dann ge­löscht wer­den, wenn die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung dem kan­to­na­len Han­dels­re­gis­ter­amt an­ge­zeigt hat, dass die ge­schul­de­ten Ver­rech­nungs­steu­ern be­zahlt sind.

2Auf die Lö­schung ei­ner an­de­ren Rechts­ein­heit im Sin­ne von Ar­ti­kel 2 Buch­sta­be a der Han­dels­re­gis­ter­ver­ord­nung vom 17. Ok­to­ber 20071 fin­det Ab­satz 1 An­wen­dung, wenn die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung dem kan­to­na­len Han­dels­re­gis­ter­amt mit­ge­teilt hat, dass die Rechts­ein­heit auf­grund des Ge­set­zes steu­er­pflich­tig ge­wor­den ist.2


1 SR 221.411
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 2 der V vom 15. Okt. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5073).

Art. 12  

V. Rück­er­stat­tung der nicht ge­schul­de­ten Steu­er

 

1Be­zahl­te Steu­ern und Zin­sen, die nicht durch Ent­scheid der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung fest­ge­setzt wor­den sind, wer­den zu­rück­er­stat­tet, so­bald fest­steht, dass sie nicht ge­schul­det wa­ren.

2Ist ei­ne nicht ge­schul­de­te Steu­er schon über­wälzt wor­den, (Art. 14 Abs. 1 des Ge­set­zes), so wird die Rück­er­stat­tung nur ge­währt, wenn fest­steht, dass der von der Über­wäl­zung Be­trof­fe­ne die Rück­er­stat­tung nicht im or­dent­li­chen Rück­er­stat­tungs­ver­fah­ren er­langt hat und dass er in den Ge­nuss der Rück­er­stat­tung ge­mä­ss Ab­satz 1 ge­bracht wird.

3Die Rück­er­stat­tung ist in­so­weit aus­ge­schlos­sen, als nach dem Sach­ver­halt, den der Rück­for­dern­de gel­tend macht, ei­ne an­de­re, wenn auch in­zwi­schen ver­jähr­te Bun­des­steu­er ge­schul­det war.

4Der Rück­er­stat­tungs­an­spruch ver­jährt fünf Jah­re nach Ab­lauf des Ka­len­der­jah­res, in dem die Zah­lung ge­leis­tet wor­den ist.

5Die Vor­schrif­ten des Ge­set­zes und der Ver­ord­nung über die Steu­e­rer­he­bung fin­den sinn­ge­mäs­se An­wen­dung; kommt der Ge­such­stel­ler sei­nen Aus­kunfts­pflich­ten nicht nach, und kann der An­spruch oh­ne die von der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung ver­lang­ten Aus­künf­te nicht ab­ge­klärt wer­den, so wird das Ge­such ab­ge­wie­sen.

Art. 13  

VI. Ver­rech­nung

 

Die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung kann ei­ne ge­fähr­de­te fäl­li­ge Steu­er­for­de­rung mit der Ver­rech­nungs­steu­er, de­ren Rück­er­stat­tung der Zah­lungs­pflich­ti­ge be­an­sprucht, ver­rech­nen.

Zweiter Abschnitt: Steuer auf Kapitalerträgen

A. Steuer auf dem Ertrag von Obligationen und Kundenguthaben

Art. 14  

I. Ge­gen­stand der Steu­er

1. Steu­er­ba­rer Er­trag

 

1Steu­er­ba­rer Er­trag von Ob­li­ga­tio­nen, Se­ri­en­schuld­brie­fen, Se­ri­en­gül­ten und Schuld­buch­gut­ha­ben so­wie von Kun­den­gut­ha­ben ist je­de auf dem Schuld­ver­hält­nis be­ru­hen­de geld­wer­te Leis­tung an den Gläu­bi­ger, die sich nicht als Rück­zah­lung der Ka­pi­tal­schuld dar­stellt.

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1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 22. Nov. 2000, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2001 (AS 2000 2994). Sie­he die UeB die­ser Änd. am Schluss des Tex­tes.

Art. 14a  

1a. Gut­ha­ben im Kon­zern

 

1Zwi­schen Kon­zern­ge­sell­schaf­ten be­ste­hen­de Gut­ha­ben gel­ten we­der als Ob­li­ga­tio­nen nach Ar­ti­kel 4 Ab­satz 1 Buch­sta­be a noch als Kun­den­gut­ha­ben nach Ar­ti­kel 4 Ab­satz 1 Buch­sta­be d des Ge­set­zes; dies gilt un­ab­hän­gig von ih­rer Lauf­zeit, ih­rer Wäh­rung und ih­rem Zins­satz.

2Als Kon­zern­ge­sell­schaf­ten gel­ten Ge­sell­schaf­ten, de­ren Jah­res­rech­nun­gen nach an­er­kann­ten Stan­dards zur Rech­nungs­le­gung in der Kon­zern­rech­nung voll- oder teil­kon­so­li­diert wer­den.2

3Ab­satz 1 ist nicht an­wend­bar, wenn:

a.
ei­ne in­län­di­sche Kon­zern­ge­sell­schaft ei­ne Ob­li­ga­ti­on ei­ner aus­län­di­schen Kon­zern­ge­sell­schaft ga­ran­tiert; und
b.
die von der aus­län­di­schen Kon­zern­ge­sell­schaft an die in­län­di­sche Kon­zern­ge­sell­schaft wei­ter­ge­lei­te­ten Mit­tel per Bi­lanz­stich­tag den Um­fang des Ei­gen­ka­pi­tals der aus­län­di­schen Kon­zern­ge­sell­schaft über­stei­gen.3

1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 2 der V vom 18. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Aug. 2010 (AS 2010 2963).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 10. März 2017, in Kraft seit 1. April 2017 (AS 2017 775).
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 10. März 2017, in Kraft seit 1. April 2017 (AS 2017 775).

Art. 15  

2. Be­griff der Ob­li­ga­tio­nen und Se­ri­en­ti­tel

 

1Ob­li­ga­tio­nen sind auf den In­ha­ber, an Ord­re oder auf den Na­men lau­ten­de

a.
An­lei­hen­sob­li­ga­tio­nen, mit Ein­schluss der Par­tia­len von An­lei­hen, die durch Grund­pfand si­cher­ge­stellt sind, Ren­ten­ti­tel, Pfand­brie­fe, Kas­se­nob­li­ga­tio­nen, Kas­sen- und De­po­si­ten­schei­ne;
b.
in ei­ner Mehr­zahl aus­ge­ge­be­ne wech­se­l­ähn­li­che Schuld­ver­schrei­bun­gen und an­de­re Dis­kon­to­pa­pie­re, die zur Un­ter­brin­gung im Pu­bli­kum be­stimmt sind.

2Se­ri­en­schuld­brie­fe und Se­ri­en­gül­ten sind in ei­ner Mehr­zahl zu gleich­ar­ti­gen Be­din­gun­gen aus­ge­ge­be­ne Schuld­brie­fe und Gül­ten, die auf den In­ha­ber oder an Ord­re ge­stellt oder mit auf den In­ha­ber oder an Ord­re lau­ten­den Cou­pons ver­se­hen sind und in ih­rer wirt­schaft­li­chen Be­deu­tung den Par­tia­len von An­lei­hen gleich­ste­hen.

Art. 16  

3. Kun­den gut­ha­ben

 

Die Frei­gren­ze nach Ar­ti­kel 5 Ab­satz 1 Buch­sta­be c des Ge­set­zes gilt für Zins­be­trä­ge, die für das Kun­den­gut­ha­ben ein­mal pro Ka­len­der­jahr ver­gü­tet wer­den.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 24. Ju­ni 2009, in Kraft seit 1. Jan. 2010 (AS 2009 3471).

Art. 17  

II. An­mel­dung als Steu­er­pflich­ti­ger

 

1Der In­län­der (Art. 9 Abs. 1 des Ge­set­zes), der Ob­li­ga­tio­nen, Se­ri­en­schuld­brie­fe oder Se­ri­en­gül­ten aus­gibt, sich öf­fent­lich zur An­nah­me ver­zins­li­cher Gel­der emp­fiehlt oder fort­ge­setzt Gel­der ge­gen Zins ent­ge­gen­nimmt, hat sich, be­vor er mit sei­nem Vor­ha­ben be­ginnt, un­auf­ge­for­dert bei der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung an­zu­mel­den.1

2In der An­mel­dung sind an­zu­ge­ben: der Na­me (die Fir­ma) und der Sitz des Un­ter­neh­mens so­wie al­ler in­län­di­schen Zweignie­der­las­sun­gen, auf wel­che die Vor­aus­set­zun­gen von Ab­satz 1 zu­tref­fen, oder, wenn es sich um ei­ne ju­ris­ti­sche Per­son oder um ei­ne Han­dels­ge­sell­schaft oh­ne ju­ris­ti­sche Per­sön­lich­keit mit sta­tu­ta­ri­schem Sitz im Aus­land han­delt, die Fir­ma und der Sitz der Haupt­nie­der­las­sung und die Adres­se der in­län­di­schen Lei­tung; die Art der Tä­tig­keit und das Da­tum ih­rer Auf­nah­me; das Rech­nungs­jahr und die Zins­ter­mi­ne. Mit der An­mel­dung sind die für die Über­prü­fung der Steu­er­pflicht er­for­der­li­chen Be­le­ge (Emis­si­ons­pro­spekt, Re­gle­ment für die Spar­hef­te oder Ein­la­gen u.dgl.) ein­zu­rei­chen.

3Nach Auf­nah­me der Ge­schäftstä­tig­keit ein­tre­ten­de Än­de­run­gen an den ge­mä­ss Ab­satz 2 zu mel­den­den Tat­sa­chen und ein­zu­rei­chen­den Be­le­gen, ins­be­son­de­re die Er­rich­tung neu­er Zweignie­der­las­sun­gen und die Än­de­rung der Re­gle­men­te, sind un­auf­ge­for­dert der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung zu mel­den.

4Gibt ein Un­ter­neh­men, das bei der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung als Steu­er­pflich­ti­ger schon an­ge­mel­det ist, neue Ti­tel aus, oder schafft es neue An­la­gemög­lich­kei­ten, de­ren Er­trag der Ver­rech­nungs­steu­er un­ter­liegt, so kann sich die An­mel­dung auf die­sen Sach­ver­halt be­schrän­ken.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II der V vom 15. Fe­br. 2012, in Kraft seit 1. März 2012 (AS 2012 791).

Art. 18  

III. Steu­er­ab­rech­nung

1. An­lei­hen­sob­li­ga­tio­nen u.dgl.

 

Die Steu­er auf dem Er­trag von An­lei­hen­sob­li­ga­tio­nen, der ih­nen von der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung für die Steu­er­ab­rech­nung gleich­ge­stell­ten Ob­li­ga­tio­nen, Se­ri­en­schuld­brie­fe und Se­ri­en­gül­ten so­wie von Schuld­buch­gut­ha­ben ist auf­grund der Ab­rech­nung nach amt­li­chem For­mu­lar in­nert 30 Ta­gen nach Fäl­lig­keit des Er­tra­ges (Cou­pon­ter­min) un­auf­ge­for­dert der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung zu ent­rich­ten.

Art. 19  

2. Kas­se­nob­li- ga­tio­nen u.dgl.; Kun­den­gut­ha­ben

 

1Die Steu­er auf dem Er­trag von Kas­se­nob­li­ga­tio­nen, Kas­sen- und De­po­si­ten­schei­nen, wech­se­l­ähn­li­chen Schuld­ver­schrei­bun­gen und an­de­ren Dis­kon­to­pa­pie­ren, der ih­nen von der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung für die Steu­er­ab­rech­nung gleich­ge­stell­ten Ob­li­ga­tio­nen, Se­ri­en­schuld­brie­fe und Se­ri­en­gül­ten so­wie von Kun­den­gut­ha­ben bei Ban­ken und Spar­kas­sen ist auf­grund der Ab­rech­nung nach amt­li­chem For­mu­lar in­nert 30 Ta­gen nach Ab­lauf des Ge­schäfts­vier­tel­jah­res für die in die­sem Zeit­raum fäl­lig ge­wor­de­nen Zin­sen und sons­ti­gen Er­trä­ge un­auf­ge­for­dert der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung zu ent­rich­ten.

2Um un­ver­hält­nis­mäs­si­ge Um­trie­be zu ver­mei­den, kann die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung ei­ne von Ab­satz 1 ab­wei­chen­de Art der Steu­er­ab­rech­nung ge­stat­ten oder an­ord­nen; sie kann ins­be­son­de­re zu­las­sen,

a.
dass die in den ers­ten drei Ge­schäfts­vier­tel­jah­ren fäl­lig ge­wor­de­nen Steu­ern an­nä­he­rungs­wei­se er­mit­telt wer­den und über die im gan­zen Ge­schäfts­jahr fäl­lig ge­wor­de­nen Steu­ern erst nach Ab­lauf des letz­ten Ge­schäfts­vier­tel­jah­res ge­nau ab­ge­rech­net wird;
b.1
dass in Fäl­len, wo der Ge­samt­wert der Ob­li­ga­tio­nen und Kun­den­gut­ha­ben im Sin­ne von Ab­satz 1 nicht mehr als 1 000 000 Fran­ken be­trägt, über die auf ih­ren Er­trä­gen fäl­lig ge­wor­de­nen Steu­ern nur ein­mal jähr­lich ab­ge­rech­net wird.

3Der Steu­er­pflich­ti­ge hat in sei­nen Ge­schäfts­bü­chern ge­son­dert die fol­gen­den Be­stän­de mit den ent­spre­chen­den Er­trä­gen aus­zu­wei­sen: Kas­se­nob­li­ga­tio­nen (mit Ein­schluss der ih­nen für die Steu­er­ab­rech­nung gleich­ge­stell­ten Ob­li­ga­tio­nen, Se­ri­en­schuld­brie­fe und Se­ri­en­gül­ten); wech­se­l­ähn­li­che Schuld­ver­schrei­bun­gen und an­de­re Dis­kon­to­pa­pie­re so­wie Kun­den­gut­ha­ben, un­ter­teilt in Gut­ha­ben, de­ren Zin­sen von der Steu­er aus­ge­nom­men sind (Art. 5 Abs. 1 Bst. c des Ge­set­zes) und in Gut­ha­ben, de­ren Zin­sen der Steu­er un­ter­lie­gen.2


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 22. Nov. 2000, in Kraft seit 1. Jan. 2001 (AS 2000 2994).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II der V vom 15. Fe­br. 2012, in Kraft seit 1. März 2012 (AS 2012 791).

B. Steuer auf dem Ertrag von Aktien, Stammanteilen an Gesellschaften mit beschränkter Haftung, Genossenschaftsanteilen, Beteiligungsscheinen von Genossenschaftsbanken und Genussscheinen

Art. 20  

I. Ge­gen­stand der Steu­er

 

1Steu­er­ba­rer Er­trag von Ak­ti­en, Stam­man­tei­len an Ge­sell­schaf­ten mit be­schränk­ter Haf­tung und Ge­nos­sen­schafts­an­tei­len ist je­de geld­wer­te Leis­tung der Ge­sell­schaft oder Ge­nos­sen­schaft an die In­ha­ber ge­sell­schaft­li­cher Be­tei­li­gungs­rech­te oder an ih­nen na­he­ste­hen­de Drit­te, die sich nicht als Rück­zah­lung der im Zeit­punkt der Leis­tung be­ste­hen­den An­tei­le am ein­be­zahl­ten Grund- oder Stamm­ka­pi­tal dar­stellt (Di­vi­den­den, Bo­ni, Gra­tis­ak­ti­en, Gra­tis-Par­ti­zi­pa­ti­ons­schei­ne, Li­qui­da­ti­ons­über­schüs­se und der­glei­chen).1

2Steu­er­ba­rer Er­trag von Par­ti­zi­pa­ti­ons-, Ge­nuss- und Be­tei­li­gungs­schei­nen ist je­de geld­wer­te Leis­tung an den In­ha­ber des Par­ti­zi­pa­ti­ons-, Ge­nuss- oder Be­tei­li­gungs­scheins; die Rück­zah­lung des Nenn­wer­tes von un­ent­gelt­lich aus­ge­ge­be­nen Par­ti­zi­pa­ti­ons­schei­nen oder Be­tei­li­gungs­schei­nen bil­det nicht Be­stand­teil des steu­er­ba­ren Er­trags, wenn die Ge­sell­schaft oder die Ge­nos­sen­schafts­bank nach­weist, dass sie die Ver­rech­nungs­steu­er auf dem Nenn­wert bei der Aus­ga­be der Ti­tel ent­rich­tet hat.2

3Ei­ne auf­grund von Ar­ti­kel 10 des Bun­des­rats­be­schlus­ses vom 12. April 19573 be­tref­fend vor­sorg­li­che Schutz­mass­nah­men für ju­ris­ti­sche Per­so­nen, Per­so­nen­ge­sell­schaf­ten und Ein­zel­fir­men wirk­sam wer­den­de Sitz­ver­le­gung fällt nicht un­ter Ar­ti­kel 4 Ab­satz 2 des Ge­set­zes.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 2 der V vom 15. Okt. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5073).
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang 1 Ziff. II 5 der Fi­nan­z­in­sti­tuts­ver­ord­nung vom 6. Nov. 2019, in Kraft seit 1. Jan. 2020 (AS 2019 4633).
3 [AS 1957 337, 1958 409, 2006 4705 Ziff. II 43, 2015 5413 An­hang 1 Ziff. 6. AS 2017 3121 Art. 46 Ziff. 5]

Art. 21  

II. Steu­er­ab­rech­nung

1. Ak­ti­en­ge­sell­schaf­ten und Ge­sell­schaf­ten mit be­schränk­ter Haf­tung

a. Im all­ge­mei­nen

 

1Je­de in­län­di­sche Ak­ti­en­ge­sell­schaft oder Ge­sell­schaft mit be­schränk­ter Haf­tung (Art. 9 Abs. 1 des Ge­set­zes) hat un­auf­ge­for­dert der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung in­nert 30 Ta­gen nach Ge­neh­mi­gung der Jah­res­rech­nung den Ge­schäfts­be­richt oder ei­ne un­ter­zeich­ne­te Ab­schrift der Jah­res­rech­nung (Bi­lanz und Ge­winn- und Ver­lust­rech­nung) so­wie ei­ne Auf­stel­lung nach amt­li­chem For­mu­lar ein­zu­rei­chen, wor­aus der Ka­pi­tal­be­stand am En­de des Ge­schäfts­jah­res, das Da­tum der Ge­ne­ral­ver­samm­lung, die be­schlos­se­ne Ge­winn­ver­tei­lung und ih­re Fäl­lig­keit er­sicht­lich sind, und die Steu­er auf den mit Ge­neh­mi­gung der Jah­res­rech­nung fäl­lig ge­wor­de­nen Er­trä­gen zu ent­rich­ten, wenn:

a.
die Bi­lanz­sum­me mehr als fünf Mil­lio­nen Fran­ken be­trägt;
b.
mit der be­schlos­se­nen Ge­winn­ver­tei­lung ei­ne steu­er­ba­re Leis­tung vor­liegt;
c.
im Ge­schäfts­jahr ei­ne steu­er­ba­re Leis­tung vor­ge­le­gen ist;
d.
die Ge­sell­schaft auf­grund von Ar­ti­kel 69 des Bun­des­ge­set­zes vom 14. De­zem­ber 19901 über die di­rek­te Bun­des­steu­er oder Ar­ti­kel 28 des Bun­des­ge­set­zes vom 14. De­zem­ber 19902 über die Har­mo­ni­sie­rung der di­rek­ten Steu­ern der Kan­to­ne und Ge­mein­den ver­an­lagt wird; oder
e.
die Ge­sell­schaft ein Dop­pel­be­steue­rungs­ab­kom­men zwi­schen der Schweiz und ei­nem an­de­ren Staat in An­spruch ge­nom­men hat.3

1bisIn den üb­ri­gen Fäl­len sind die Un­ter­la­gen auf Ver­lan­gen der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung ein­zu­rei­chen4

2Die Steu­er auf Er­trä­gen, die nicht mit Ge­neh­mi­gung der Jah­res­rech­nung fäl­lig oder die nicht auf­grund der Jah­res­rech­nung aus­ge­rich­tet wer­den (In­te­rims­di­vi­den­den, Bau­zin­sen, Gra­tis­ak­ti­en, Li­qui­da­ti­ons­über­schüs­se, Ab­lö­sung von Ge­nuss­schei­nen, geld­wer­te Leis­tun­gen an­de­rer Art) ist auf­grund der Ab­rech­nung nach amt­li­chem For­mu­lar in­nert 30 Ta­gen nach der Fäl­lig­keit des Er­tra­ges un­auf­ge­for­dert der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung zu ent­rich­ten.

3Ist für den Er­trag ein Fäl­lig­keits­ter­min nicht be­stimmt, so be­ginnt die 30-tä­gi­ge Frist am Ta­ge, an dem die Aus­rich­tung be­schlos­sen oder, man­gels ei­nes sol­chen Be­schlus­ses, an dem der Er­trag aus­ge­rich­tet wird, zu lau­fen.

4Wird die Jah­res­rech­nung nicht in­nert sechs Mo­na­ten nach Ab­lauf des Ge­schäfts­jah­res ge­neh­migt, so hat die Ge­sell­schaft der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung vor Ab­lauf des sie­ben­ten Mo­nats den Grund der Ver­zö­ge­rung und den mut­mass­li­chen Zeit­punkt der Rech­nungs­ab­nah­me mit­zu­tei­len.


1 SR 642.11
2 SR 642.14
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 2 der V vom 15. Okt. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5073).
4 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 2 der V vom 15. Okt. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5073).

Art. 22  

b. Auf­lö­sung; Sitz­ver­le­gung ins Aus­land

 

1Wird ei­ne Ak­ti­en­ge­sell­schaft oder Ge­sell­schaft mit be­schränk­ter Haf- tung auf­ge­löst (Art. 736 und 820 des Ob­li­ga­tio­nen­rechts1), so hat sie das un­ver­züg­lich der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung mit­zu­tei­len.

2Die auf­ge­lös­te Ge­sell­schaft hat der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung ei­ne un­ter­zeich­ne­te Ab­schrift der von den Li­qui­da­to­ren auf­ge­stell­ten Bi­lanz ein­zu­rei­chen und nach ih­rer An­ord­nung re­gel­mäs­sig über den Stand der Li­qui­da­ti­on und über die Ver­wen­dung der Ak­ti­ven Aus­kunft zu er­tei­len; nach Be­en­di­gung der Li­qui­da­ti­on ist der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung ei­ne un­ter­zeich­ne­te Ab­schrift der Li­qui­da­ti­ons­rech­nung mit ei­ner Auf­stel­lung über die Ver­tei­lung des Li­qui­da­ti­ons­über­schus­ses ein­zu­rei­chen.

3In­nert 30 Ta­gen nach je­der Ver­tei­lung ei­nes An­teils am Li­qui­da­ti­ons­über­schuss hat die Ge­sell­schaft un­auf­ge­for­dert die auf die­sem An­teil ge­schul­de­te Steu­er auf­grund ei­ner be­son­de­ren Ab­rech­nung zu ent­rich­ten.

4Bei ei­ner Auf­lö­sung oh­ne Li­qui­da­ti­on fin­den die Ab­sät­ze 1–3 sinn­ge­mäs­se An­wen­dung.

5Will ei­ne Ge­sell­schaft ih­ren Sitz ins Aus­land ver­le­gen, so hat sie die­ses Vor­ha­ben un­ver­züg­lich der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung mit­zu­tei­len, ihr ei­ne auf den Tag der Sitz­ver­le­gung er­stell­te Bi­lanz und Ge­winn- und Ver­lust­rech­nung ein­zu­rei­chen und gleich­zei­tig die auf dem Über­schuss des Ver­mö­gens über das ein­be­zahl­te Grund- oder Stamm­ka­pi­tal ge­schul­de­te Steu­er zu ent­rich­ten. Das gilt auch, wenn ei­ne Ge­sell­schaft mit sta­tu­ta­ri­schem Sitz im Aus­land den Ort ih­rer tat­säch­li­chen Lei­tung ins Aus­land ver­le­gen will.


1 SR 220

Art. 23  

2. Ge­nos­sen­schaf­ten

 

1Je­de in­län­di­sche Ge­nos­sen­schaft, de­ren Sta­tu­ten Geld­leis­tun­gen der Ge­nos­sen­schaf­ter oder die Schaf­fung ei­nes Ge­nos­sen­schafts­ka­pi­tals durch Ge­nos­sen­schafts­an­tei­le und je­de Ge­nos­sen­schafts­bank, de­ren Sta­tu­ten die Schaf­fung ei­nes Be­tei­li­gungs­ka­pi­tals durch Be­tei­li­gungs­schei­ne vor­se­hen, ha­ben sich nach ih­rer Ein­tra­gung in das Han­dels­re­gis­ter oder nach Auf­nah­me ent­spre­chen­der Be­stim­mun­gen in ih­re Sta­tu­ten un­ver­züg­lich und un­auf­ge­for­dert bei der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung an­zu­mel­den; der An­mel­dung ist ein un­ter­zeich­ne­tes Ex­em­plar der Sta­tu­ten bei­zu­le­gen.1

2Für die Steu­er­ab­rech­nung, die Ein­rei­chung der Jah­res­rech­nung und die Auf­lö­sung der Ge­nos­sen­schaft fin­den die Ar­ti­kel 21 und 22 sinn­ge­mä­ss An­wen­dung.2

3–53


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang 1 Ziff. II 5 der Fi­nan­z­in­sti­tuts­ver­ord­nung vom 6. Nov. 2019, in Kraft seit 1. Jan. 2020 (AS 2019 4633).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 2 der V vom 15. Okt. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5073).
3 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I 2 der V vom 15. Okt. 2008, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5073).

Art. 24  

III. Mel­dung statt Steu­e­ren­t­rich­tung

1. Fäl­le

 

1Der Ge­sell­schaft oder Ge­nos­sen­schaft kann auf Ge­such hin ge­stat­tet wer­den, ih­re Steu­er­pflicht durch Mel­dung der steu­er­ba­ren Leis­tung zu er­fül­len (Art. 20 des Ge­set­zes),

a.
wenn die an­läss­lich ei­ner amt­li­chen Kon­trol­le oder Buch­prü­fung gel­tend ge­mach­te Steu­er ei­ne Leis­tung be­trifft, die in ei­nem Vor­jah­re fäl­lig ge­wor­den ist;
b.
bei der Aus­ga­be oder Nenn­wert­er­hö­hung von Ak­ti­en, Ge­sell­schafts- oder Ge­nos­sen­schafts­an­tei­len zu­las­ten der Re­ser­ven der Ge­sell­schaft oder Ge­nos­sen­schaft (Gra­tis­ak­ti­en u. dgl.);
c.
bei der Aus­rich­tung von Na­tu­ral­di­vi­den­den oder des Li­qui­da­ti­ons­über­schus­ses durch Ab­tre­tung von Ak­ti­ven;
d.
bei der Ver­le­gung des Sit­zes ins Aus­land.

2Das Mel­de­ver­fah­ren ist in al­len Fäl­len nur zu­läs­sig, wenn fest­steht, dass die Per­so­nen, auf die die Steu­er zu über­wäl­zen wä­re (Leis­tungs­emp­fän­ger), nach Ge­setz oder Ver­ord­nung An­spruch auf Rück­er­stat­tung die­ser Steu­er hät­ten, und wenn ih­re Zahl zwan­zig nicht über­steigt.

Art. 24a  

2. Mel­dung beim Rück­kauf ei­ge­ner Be­tei­li­gungs­rech­te

 

Der Ge­sell­schaft oder Ge­nos­sen­schaft kann auf Ge­such hin ge­stat­tet wer­den, ih­re Steu­er­pflicht durch Mel­dung der steu­er­ba­ren Leis­tung zu er­fül­len, wenn:

a.
die Steu­er auf­grund von Ar­ti­kel 4a Ab­satz 2 des Ge­set­zes ge­schul­det ist;
b.
die steu­er­pflich­ti­ge Ge­sell­schaft oder Ge­nos­sen­schaft den Nach­weis er­bringt, dass die zu­rück­ge­kauf­ten Be­tei­li­gungs­rech­te aus dem Ge­schäfts­ver­mö­gen des Ver­käu­fers stam­men;
c.
der Ver­käu­fer zum Zeit­punkt des Ver­kaufs im In­land un­be­schränkt steu­er­pflich­tig war; und
d.
der Ver­kauf vom Ver­käu­fer ord­nungs­ge­mä­ss ver­bucht wor­den ist.

1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 22. Nov. 2000, in Kraft seit 1. Jan. 2001 (AS 2000 2994). Sie­he da­zu die SchlB am En­de die­ses Tex­tes.

Art. 25  

3. Ge­such; Be­wil­li­gung1

 

1Das Ge­such ist der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung schrift­lich ein­zu­rei­chen; im Ge­such sind an­zu­ge­ben:

a.
die Na­men der Leis­tungs­emp­fän­ger und der Ort ih­res Wohn­sit­zes oder Auf­ent­halts im Zeit­punkt der Fäl­lig­keit der Leis­tung;
b.
Art und Brut­to­be­trag der ei­nem je­den Leis­tungs­emp­fän­ger zu­ste­hen­den Leis­tung, das Fäl­lig­keits­da­tum und ge­ge­be­nen­falls der Zeit­raum, auf den sie sich be­zieht.

2Die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung klärt den Sach­ver­halt ab und trifft ih­ren Ent­scheid; sie kann die Be­wil­li­gung des Ge­su­ches an Be­din­gun­gen knüp­fen und mit Auf­la­gen ver­bin­den. Be­trifft der Ent­scheid noch nicht fäl­lig ge­wor­de­ne Leis­tun­gen, so steht er un­ter dem Vor­be­halt der Nach­prü­fung des Rück­er­stat­tungs­an­spruchs der Leis­tungs­emp­fän­ger bei Fäl­lig­keit.

3Die Be­wil­li­gung ent­bin­det die Ge­sell­schaft oder Ge­nos­sen­schaft nicht von der Pflicht, sich vor der Mel­dung zu ver­ge­wis­sern, ob der Leis­tungs­emp­fän­ger auch noch bei Fäl­lig­keit der Leis­tung im In­land Wohn­sitz oder dau­ern­den Auf­ent­halt hat­te.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 22. Nov. 2000, in Kraft seit 1. Jan. 2001 (AS 2000 2994).

Art. 26  

4. Mel­dung; nach­träg­li­che Ein­for­de­rung der Steu­er1

 

1Die Mel­dung der steu­er­ba­ren Leis­tung hat die in Ar­ti­kel 3 Ab­satz 2 ge­nann­ten An­ga­ben zu ent­hal­ten und ist der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung mit je ei­nem Dop­pel für je­den Leis­tungs­emp­fän­ger in­nert der Frist von Ar­ti­kel 21 und mit den dort vor ge­schrie­be­nen Be­le­gen ein­zu­rei­chen.

2Er­füllt das Ge­such im Sin­ne von Ar­ti­kel 25 Ab­satz 1 nach In­halt und Zahl der Ex­em­pla­re die Er­for­der­nis­se von Ab­satz 1, so braucht kei­ne neue Mel­dung ein­ge­reicht zu wer­den; an­dern­falls ist die an­stel­le ei­ner nach­träg­li­chen Steu­e­ren­t­rich­tung tre­ten­de Mel­dung (Art. 24 Abs. 1 Bst.a) in­nert 30 Ta­gen nach der Be­wil­li­gung ein­zu­rei­chen.

3Die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung lei­tet die Mel­dun­gen an die zu­stän­di­gen kan­to­na­len Be­hör­den wei­ter. Die­se ha­ben, so­fern die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung es in­fol­ge ei­nes Vor­be­halts nach Ar­ti­kel 25 Ab­satz 2 ver­fügt, ihr zu mel­den, ob der Leis­tungs­emp­fän­ger die Rück­er­stat­tung der Steu­er be­an­spru­chen könn­te.

4Hät­te der Leis­tungs­emp­fän­ger kei­nen An­spruch auf Rück­er­stat­tung der Steu­er, so ist sie von der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung bei der Ge­sell­schaft oder Ge­nos­sen­schaft oder beim Mit­haf­ten­den ein­zu­for­dern. Vor­be­hal­ten bleibt die Ein­lei­tung ei­nes Straf­ver­fah­rens.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 22. Nov. 2000, in Kraft seit 1. Jan. 2001 (AS 2000 2994).

Art. 26a  

5. Mel­dung statt Steu­e­ren­t­rich­tung für Di- vi­den­den im Kon­zern­ver­hält­nis

 

1Ist ei­ne Ka­pi­tal­ge­sell­schaft, ei­ne Ge­nos­sen­schaft, ei­ne kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­ge oder ein Ge­mein­we­sen nach Ar­ti­kel 24 Ab­satz 1 des Ge­set­zes un­mit­tel­bar zu min­des­tens 20 Pro­zent am Grund- oder Stamm­ka­pi­tal ei­ner Ka­pi­tal­ge­sell­schaft oder Ge­nos­sen­schaft be­tei­ligt, so kann sie die­se mit­tels ei­nes amt­li­chen For­mu­lars an­wei­sen, ihr die Di­vi­den­de oh­ne Ab­zug der Ver­rech­nungs­steu­er aus­zu­rich­ten.2

2Die steu­er­pflich­ti­ge Ge­sell­schaft ih­rer­seits ver­voll­stän­digt das Ge­such und reicht die­ses der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung in­nert 30 Ta­gen nach Fäl­lig­keit der Di­vi­den­de zu­sam­men mit dem amt­li­chen For­mu­lar zur Jah­res­rech­nung un­auf­ge­for­dert ein. Ar­ti­kel 21 fin­det An­wen­dung.

3Das Mel­de­ver­fah­ren ist nur zu­läs­sig, wenn fest­steht, dass die Ka­pi­tal­ge­sell­schaft, die Ge­nos­sen­schaft, die kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­ge oder das Ge­mein­we­sen, wor­auf die Steu­er zu über­wäl­zen wä­re, nach Ge­setz oder Ver­ord­nung An­spruch auf Rück­er­stat­tung die­ser Steu­er hät­te.3

4Er­gibt die Nach­prü­fung durch die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung, dass vom Mel­de­ver­fah­ren zu Un­recht Ge­brauch ge­macht wur­de, ist die Ver­rech­nungs­steu­er nach­zu­er­he­ben; wird die Steu­er­for­de­rung be­strit­ten, so trifft die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung einen ent­spre­chen­den Ent­scheid. Vor­be­hal­ten bleibt die Ein­lei­tung ei­nes Straf­ver­fah­rens.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 22. Nov. 2000, in Kraft seit 1. Jan. 2001 (AS 2000 2994).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 2 der V vom 15. Okt. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5073).
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 2 der V vom 15. Okt. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5073).

Art. 27  

IV. Er­lass

 

1Das Ge­such um Er­lass der Steu­er­for­de­rung ge­mä­ss Ar­ti­kel 18 des Ge­set­zes ist spä­tes­tens mit der Ab­rech­nung über die fäl­lig ge­wor­de­ne Steu­er (Art. 21) oder mit der Steu­er­er­klä­rung (Art. 23 Abs. 2) der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung ein­zu­rei­chen.

2Die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung kann vom Ge­such­stel­ler über al­le Tat­sa­chen, die für den Er­lass von Be­deu­tung sein kön­nen, die er­for­der­li­chen Aus­künf­te und Be­le­ge ver­lan­gen; kommt der Ge­such­stel­ler sei­nen Aus­kunfts­pflich­ten nicht nach, so wird das Ge­such ab­ge­wie­sen.

C. Steuer auf dem Ertrag von Anteilen an kollektiven Kapitalanlagen

Art. 28  

I. Ge­gen­stand der Steu­er

1. Steu­er­ba­rer Er­trag

 

1Steu­er­ba­rer Er­trag von An­tei­len an ei­ner kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge ist je­de auf dem An­teil be­ru­hen­de geld­wer­te Leis­tung an den An­teils­in­ha­ber, die nicht über einen aus­sch­liess­lich der Aus­schüt­tung von Ka­pi­tal­ge­win­nen, von Er­trä­gen aus di­rek­tem Grund­be­sitz oder der Rück­zah­lung der Ka­pi­tal­ein­zah­lun­gen die­nen­den Cou­pon aus­ge­rich­tet wird (Art. 5 Abs. 1 Bst. b des Ge­set­zes).

2Bei der Rück­zah­lung von An­tei­len wird die Steu­er nur er­ho­ben, wenn die Rück­zah­lung in­fol­ge Auf­lö­sung oder Li­qui­da­ti­on der kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge er­folgt.

3Sind An­teil­schei­ne oh­ne Cou­pons aus­ge­ge­ben wor­den, wird die Leis­tung ge­gen Rück­ga­be des An­teil­scheins er­bracht oder be­ste­hen kei­ne An­teil­schei­ne, so blei­ben die aus­ge­rich­te­ten Ka­pi­tal­ge­win­ne, Ka­pi­tal­aus­zah­lun­gen und Er­trä­ge aus di­rek­tem Grund­be­sitz von der Steu­er aus­ge­nom­men, wenn sie in der Ab­rech­nung für den An­teils­in­ha­ber ge­son­dert aus­ge­wie­sen wer­den.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 2 der V vom 15. Okt. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5073).

Art. 29  

2. Ver­le­gung von Ver­lus­ten und Kos­ten

 

Die in ei­ner kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge ein­ge­tre­te­nen Ver­lus­te so­wie die mit Ka­pi­tal­ge­win­nen zu­sam­men­hän­gen­den Kos­ten (Ge­win­nungs­kos­ten, Aus­schüt­tungs­kom­mis­sio­nen usw.) sind zu­las­ten der er­ziel­ten Ka­pi­tal­ge­win­ne und des Ka­pi­tals zu ver­bu­chen.

Art. 30  

3. Fonds­lei­tung und De­pot­bank1

 

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2Wo von Fonds­lei­tung oder De­pot­bank die Re­de ist, gel­ten die Vor­schrif­ten sinn­ge­mä­ss für al­le Per­so­nen, wel­che die­se Funk­tio­nen aus­üben.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 2 der V vom 15. Okt. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5073).
2 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I 2 der V vom 15. Okt. 2008, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5073).

Art. 31  

II. An­mel­dung als Steu­er­pflich­ti­ger

 

1Der nach Ar­ti­kel 10 Ab­satz 2 des Ge­set­zes steu­er­pflich­ti­ge In­län­der hat sich, be­vor mit der Aus­ga­be von An­tei­len be­gon­nen wird, un­auf­ge­for­dert bei der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung an­zu­mel­den.1

2In der An­mel­dung sind an­zu­ge­ben: der Na­me (die Fir­ma) und der Sitz der Fonds­lei­tung und der De­pot­bank so­wie, wenn sich Fonds­lei­tung und De­pot­bank im Aus­land be­fin­den, des In­län­ders, der sich mit ih­nen zur Aus­ga­be der An­teil­schei­ne ver­bun­den hat, und al­ler in­län­di­schen Zahl­stel­len (Art. 10 Abs. 2 des Ge­set­zes); der Na­me des An­la­ge­fonds; das Da­tum, von dem an An­tei­le aus­ge­ge­ben wer­den; das Rech­nungs­jahr und die Dau­er des An­la­ge­fonds.2

2bisMit der An­mel­dung sind fol­gen­de Do­ku­men­te ein­zu­rei­chen:

a.
der Kol­lek­ti­v­an­la­ge­ver­trag des ver­trag­li­chen An­la­ge­fonds;
b.
die Sta­tu­ten und das An­la­ge­re­gle­ment der In­vest­ment­ge­sell­schaft mit va­ria­blem Ka­pi­tal (SI­CAV);
c.
der Ge­sell­schafts­ver­trag der Kom­man­dit­ge­sell­schaft für kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen;
d.
die Sta­tu­ten und das An­la­ge­re­gle­ment der In­vest­ment­ge­sell­schaft mit fes­tem Ka­pi­tal (SI­CAF).3

3Nach Auf­nah­me der Ge­schäftstä­tig­keit ein­tre­ten­de Än­de­run­gen an den An­ga­ben und Do­ku­men­ten nach den Ab­sät­zen 2 und 2bis, ins­be­son­de­re die Er­rich­tung neu­er Zahl­stel­len, sind un­auf­ge­for­dert der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung zu mel­den.4

4Wer­den die An­tei­le von ei­nem Aus­län­der in Ver­bin­dung mit ei­nem In­län­der aus­ge­ge­ben, so ist der In­län­der ver­pflich­tet, die Bü­cher der kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge samt den Be­le­gen der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung auf Ver­lan­gen vor­zu­le­gen.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 2 der V vom 15. Okt. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5073).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 2 der V vom 15. Okt. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5073).
3 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 2 der V vom 15. Okt. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5073).
4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 2 der V vom 15. Okt. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5073).

Art. 32  

III. Steu­er­ab­rech­nung

1. Im all­ge­mei­nen

 

1Der nach Ar­ti­kel 10 Ab­satz 2 des Ge­set­zes Steu­er­pflich­ti­ge hat die Steu­er auf­grund der Ab­rech­nung nach amt­li­chem For­mu­lar in­nert 30 Ta­gen nach Fäl­lig­keit des Er­tra­ges (Cou­pon­ter­min) un­auf­ge­for­dert der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung zu ent­rich­ten.

2In­nert sechs Mo­na­ten nach Ab­lauf des Rech­nungs­jah­res hat der Steu­er­pflich­ti­ge un­auf­ge­for­dert der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung den Jah­res­be­richt und die Jah­res­rech­nung ge­mä­ss Kol­lek­ti­v­an­la­gen­ge­setz vom 23. Ju­ni 20061 (KAG) ein­zu­rei­chen.2

3In der ge­mä­ss Ab­satz 2 ein­zu­rei­chen­den Jah­res­rech­nung ist an­zu­ge­ben, wel­cher Be­trag der aus­ge­wie­se­nen Ka­pi­tal­ge­win­ne in der zur kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge ge­hö­ren­den Ge­sell­schaf­ten er­zielt wor­den ist.

4Lie­gen der Jah­res­be­richt und die Jah­res­rech­nung in­nert sechs Mo­na­ten nach Ab­lauf des Rech­nungs­jah­res noch nicht vor, so hat der Steu­er­pflich­ti­ge der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung vor Ab­lauf des sie­ben­ten Mo­nats den Grund der Ver­zö­ge­rung und den mut­mass­li­chen Zeit­punkt der Er­stel­lung des Jah­res­be­richts und der Jah­res­rech­nung mit­zu­tei­len.3


1 SR 951.31
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 2 der V vom 15. Okt. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5073).
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 2 der V vom 15. Okt. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5073).

Art. 33  

2. Li­qui­da­ti­on; Sitz­ver­le­gung ins Aus­land

 

1Wird ei­ne kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­ge auf­ge­löst, so hat das der Steu­er­pflich­ti­ge, be­vor er mit ei­ner Li­qui­da­ti­ons­hand­lung be­ginnt, der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung mit­zu­tei­len.

2Auf den Zeit­punkt der Auf­lö­sung ist der Han­del der An­teil­schei­ne an ei­nem Han­dels­platz oder or­ga­ni­sier­ten Han­dels­sys­tem ein­zu­stel­len.1

3Die Ver­tei­lung des Li­qui­da­ti­ons­er­geb­nis­ses ist erst zu­läs­sig, nach­dem die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung zu­ge­stimmt hat.

4Will der Steu­er­pflich­ti­ge sei­nen Sitz ins Aus­land ver­le­gen, und tritt an sei­ner Stel­le nicht ge­mä­ss Ar­ti­kel 10 Ab­satz 2 des Ge­set­zes ein an­de­rer In­län­der in die Steu­er­pflicht ein, so hat er sein Vor­ha­ben un­ver­züg­lich der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung mit­zu­tei­len.


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang 1 Ziff. 9 der Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur­ver­ord­nung vom 25. Nov. 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 5413).

Art. 34  

IV. Nicht­er­he­bung der Steu­er ge­gen Do­mi­zil­er­klä­rung1

1. Vor­aus­set­zun­gen

 

1Macht der Steu­er­pflich­ti­ge glaub­haft, dass der steu­er­ba­re Er­trag von An­tei­len an ei­ner kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge vor­aus­sicht­lich dau­ernd zu min­des­tens 80 Pro­zent aus­län­di­schen Quel­len ent­stam­men wird, so kann ihn die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung auf sein Ge­such hin er­mäch­ti­gen, die Steu­er in­so­weit nicht zu ent­rich­ten, als der Er­trag ge­gen Do­mi­zil­er­klä­rung (Af­fi­da­vit) zu­guns­ten ei­nes Aus­län­ders aus­be­zahlt, über­wie­sen oder gut­ge­schrie­ben wird.

2Die Er­mäch­ti­gung wird er­teilt, wenn der Steu­er­pflich­ti­ge für ei­ne zu­ver­läs­si­ge Über­prü­fung der Jah­res­rech­nung und der ihm ab­ge­ge­be­nen Do­mi­zil­er­klä­run­gen Ge­währ bie­tet; sie kann auf die Er­klä­rung be­stimm­ter In­sti­tu­te be­schränkt wer­den.2

3Die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung hat die Er­mäch­ti­gung zu wi­der­ru­fen, wenn die Ge­währ für ih­ren zu­ver­läs­si­gen Ge­brauch oder für die Über­prü­fung nicht mehr be­steht.


1 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. I 2 der V vom 15. Okt. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5073). Die­se Änd. ist im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 2 der V vom 15. Okt. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5073).

Art. 35  

2. Be­fris­tung

 

1Nach Ab­lauf von drei Jah­ren seit dem En­de des Ka­len­der­jah­res, in dem der steu­er­ba­re Er­trag fäl­lig ge­wor­den ist, darf er, auch wenn im üb­ri­gen die Vor­aus­set­zun­gen er­füllt wä­ren, nicht mehr ge­gen Do­mi­zil­er­klä­rung steu­er­frei aus­ge­schüt­tet wer­den.

2Die Zahl­stel­len haf­ten so­li­da­risch mit dem Steu­er­pflich­ti­gen für die Be­zah­lung der ge­mä­ss Ab­satz 1 zu Un­recht nicht ent­rich­te­ten Steu­er.

Art. 36  

3. Do­mi­zil­er­klä­rung

a. Aus­stel­lung

 

1Ei­ne Do­mi­zil­er­klä­rung darf nur durch fol­gen­de In­sti­tu­te aus­ge­stellt wer­den:

a.
Ban­ken im Sin­ne des Ban­ken­ge­set­zes vom 8. No­vem­ber 19341;
b.2
in­län­di­sche Fonds­lei­tun­gen nach Ar­ti­kel 32 des Fi­nan­z­in­sti­tuts­ge­set­zes vom 15. Ju­ni 20183 (FI­NIG);
c.4
in­län­di­sche Ver­wal­ter von Kol­lek­tiv­ver­mö­gen nach Ar­ti­kel 24 FI­NIG;
d.
in­län­di­sche De­pot­stel­len, die ei­ner be­hörd­li­chen Auf­sicht un­ter­stellt sind;
e.5
in­län­di­sche Wert­pa­pier­häu­ser nach Ar­ti­kel 41 FI­NIG.6

2Das In­sti­tut hat in der Er­klä­rung schrift­lich zu be­stä­ti­gen, dass:7

a.
bei Fäl­lig­keit des steu­er­ba­ren Er­tra­ges ein Aus­län­der das Recht zur Nut­zung am An­teil be­sitzt;
b.
der An­teil bei Fäl­lig­keit des steu­er­ba­ren Er­tra­ges bei ihr im of­fe­nen De­pot liegt;
c.
der steu­er­ba­re Er­trag ei­nem bei ihr für die­sen Aus­län­der ge­führ­ten Kon­to gut­ge­schrie­ben wird.

3Die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung um­schreibt den Kreis der Aus­län­der, zu de­ren Guns­ten ei­ne Do­mi­zil­er­klä­rung aus­ge­stellt wer­den darf.

4Ein In­sti­tut, das den An­teil bei Fäl­lig­keit des steu­er­ba­ren Er­tra­ges nicht im ei­ge­nen De­pot hat, darf ei­ne Do­mi­zil­er­klä­rung nur ge­stützt auf die ent­spre­chen­de Er­klä­rung ei­nes an­de­ren in­län­di­schen In­sti­tuts aus­stel­len.8

5Die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung kann auch Do­mi­zil­er­klä­run­gen ei­ner aus­län­di­schen Bank oder De­pot­stel­le zu­las­sen, die der be­hörd­li­chen Auf­sicht un­ter­stellt ist.9

6Do­mi­zil­er­klä­run­gen in elek­tro­ni­scher Form dür­fen nur aus­ge­stellt wer­den, wenn die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung sie be­wil­ligt hat.10


1 SR 952.0
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang 1 Ziff. II 5 der Fi­nan­z­in­sti­tuts­ver­ord­nung vom 6. Nov. 2019, in Kraft seit 1. Jan. 2020 (AS 2019 4633).
3 SR 954.1
4 Fas­sung ge­mä­ss An­hang 1 Ziff. II 5 der Fi­nan­z­in­sti­tuts­ver­ord­nung vom 6. Nov. 2019, in Kraft seit 1. Jan. 2020 (AS 2019 4633).
5 Fas­sung ge­mä­ss An­hang 1 Ziff. II 5 der Fi­nan­z­in­sti­tuts­ver­ord­nung vom 6. Nov. 2019, in Kraft seit 1. Jan. 2020 (AS 2019 4633).
6 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 2 der V vom 15. Okt. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5073).
7 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 2 der V vom 15. Okt. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5073).
8 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 2 der V vom 15. Okt. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5073).
9 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 2 der V vom 15. Okt. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5073).
10 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 2 der V vom 15. Okt. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5073).

Art. 37  

b. Über­prü­fung

 

1Das In­sti­tut, das ei­ne Do­mi­zil­er­klä­rung ab­gibt, hat die zu ih­rer Über­prü­fung er­for­der­li­chen Un­ter­la­gen, ein­sch­liess­lich der nö­ti­gen­falls zu be­schaf­fen­den Un­ter­la­gen der aus­län­di­schen Bank oder De­pot­stel­le (Art. 36 Abs. 5), der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung auf Ver­lan­gen vor­zu­wei­sen.

2Wei­gert sich das In­sti­tut, die Un­ter­la­gen vor­zu­wei­sen, sind sei­ne Un­ter­la­gen un­ge­nü­gend oder hat es ei­ne un­rich­ti­ge Er­klä­rung ab­ge­ge­ben, so ist die be­tref­fen­de Steu­er zu ent­rich­ten. Die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung kann dem In­sti­tut un­ter­sa­gen, Er­klä­run­gen aus­zu­stel­len; falls sie dies un­ter­sagt, un­ter­rich­tet sie die an­de­ren In­sti­tu­te so­wie den Steu­er­pflich­ti­gen da­von, dass künf­ti­ge Er­klä­run­gen die­ses In­sti­tuts un­wirk­sam sind. Vor­be­hal­ten bleibt die Ein­lei­tung des Straf­ver­fah­rens.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 2 der V vom 15. Okt. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5073).

Art. 38  

4. Ab­rech­nung

 

1Steht bei Fäl­lig­keit der Steu­er noch nicht fest, in wel­chem Be­tra­ge steu­er­ba­re Er­trä­ge oh­ne Do­mi­zil­er­klä­rung aus­ge­schüt­tet wer­den, so ist die Ver­rech­nungs­steu­er vor­läu­fig auf­grund ei­ner Schät­zung die­ses Be­tra­ges zu ent­rich­ten.

2Die end­gül­ti­ge Ab­rech­nung über die zu ent­rich­ten­de Steu­er ist sechs Mo­na­te nach ih­rer Fäl­lig­keit zu er­stel­len.

3Wer­den nach der end­gül­ti­gen Ab­rech­nung noch steu­er­ba­re Er­trä­ge ge­gen Do­mi­zil­er­klä­rung aus­ge­schüt­tet, so kann die auf die­sen Er­trä­gen schon ent­rich­te­te Ver­rech­nungs­steu­er in der nächs­ten Ab­rech­nung ab­ge­zo­gen wer­den.

Art. 38a  

V. Mel­dung statt Steu­e­ren­t­rich­tung

 

1Sind die An­le­ger ei­ner kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge aus­sch­liess­lich steu­er­be­frei­te in­län­di­sche Ein­rich­tun­gen der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge, der ge­bun­de­nen Vor­sor­ge, Frei­zü­gig­keitsein­rich­tun­gen oder So­zi­al­ver­si­che­rungs- oder Aus­gleichs­kas­sen so­wie der Auf­sicht des Bun­des un­ter­stell­te Le­bens­ver­si­che­rer oder in­län­di­sche öf­fent­lich-recht­li­che Le­bens­ver­si­che­rer, so kann die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung der kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge auf Ge­such hin ge­stat­ten, ih­re Steu­er­pflicht durch Mel­dung der steu­er­ba­ren Aus­schüt­tung zu er­fül­len.

2Das Mel­de­ver­fah­ren ist in al­len Fäl­len nur zu­läs­sig, wenn fest­steht, dass die Leis­tungs­emp­fän­ger, auf die die Steu­er zu über­wäl­zen wä­re, nach Ge­setz oder Ver­ord­nung An­spruch auf Rück­er­stat­tung die­ser Steu­er hät­ten. Das Ver­fah­ren rich­tet sich sinn­ge­mä­ss nach den Ar­ti­keln 25 und 26 Ab­sät­ze 1, 2 und 4.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 2 der V vom 15. Okt. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5073).

Dritter Abschnitt: Steuer auf Gewinnen aus Geldspielen sowie Lotterien und Geschicklichkeitsspielen zur Verkaufsförderung (Art. 6 VStG)

Art. 39 und 40  

I. und II.

 

1 Auf­ge­ho­ben durch An­hang 2 Ziff. II 3 der Geld­spiel­ver­ord­nung vom 7. Nov. 2018, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 5155).

Art. 41  

III. Steu­e­ren­t­rich­tung: Be­schei­ni­gung

1. Ge­win­ne aus Geld­spie­len

a. Geld­ge­win­ne1

 

1Die Steu­er ist auf dem Be­trag der ein­zel­nen Geld­ge­win­ne aus der Teil­nah­me an Geld­spie­len von über 1 Mil­li­on Fran­ken zu be­rech­nen. Sie ist auf­grund der Ab­rech­nung auf amt­li­chem For­mu­lar in­nert 30 Ta­gen nach der Re­sul­ta­ter­mitt­lung un­auf­ge­for­dert der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung zu ent­rich­ten.2

2Der Ver­an­stal­ter hat der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung Mit­tei­lung zu ma­chen, wenn er vor dem Ver­kauf der Lo­se oder be­vor der Ver­kauf al­ler Lo­se ab­ge­schlos­sen ist, zu ei­ner Zie­hung schrei­ten will. Die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung setzt hier­auf die Zah­lungs­ter­mi­ne fest.

33


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang 2 Ziff. II 3 der Geld­spiel­ver­ord­nung vom 7. Nov. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 5155).
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang 2 Ziff. II 3 der Geld­spiel­ver­ord­nung vom 7. Nov. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 5155).
3 Auf­ge­ho­ben durch An­hang 2 Ziff. II 3 der Geld­spiel­ver­ord­nung vom 7. Nov. 2018, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 5155).

Art. 41a  

b. Na­tu­ral­ge­win­ne

 

Die Mel­dung von Na­tu­ral­ge­win­nen von über ei­ner Mil­li­on Fran­ken aus der Teil­nah­me an Geld­spie­len ist auf amt­li­chem For­mu­lar in­nert 90 Ta­gen nach der Re­sul­ta­ter­mitt­lung un­auf­ge­for­dert der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung ein­zu­rei­chen. Dem For­mu­lar ist ei­ne gül­ti­ge Wohn­sitz­be­stä­ti­gung der Ge­win­ne­rin oder des Ge­win­ners bei­zu­le­gen. Ar­ti­kel 41 Ab­satz 2 gilt sinn­ge­mä­ss.


1 Ein­ge­fügt durch An­hang 2 Ziff. II 3 der Geld­spiel­ver­ord­nung vom 7. Nov. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 5155).

Art. 41b  

2. Ge­win­ne aus Lot­te­ri­en und Ge­schick­lich­keitss­pie­len zur Ver­kaufs­för­de­rung

a. Geld­ge­win­ne

 

Die Steu­er ist auf den ein­zel­nen Geld­ge­win­nen von über 1000 Fran­ken aus Lot­te­ri­en und Ge­schick­lich­keitss­pie­len zur Ver­kaufs­för­de­rung zu be­rech­nen; sie ist auf­grund der Ab­rech­nung auf amt­li­chem For­mu­lar in­nert 30 Ta­gen nach der Re­sul­ta­ter­mitt­lung un­auf­ge­for­dert der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung zu ent­rich­ten.


1 Ein­ge­fügt durch An­hang 2 Ziff. II 3 der Geld­spiel­ver­ord­nung vom 7. Nov. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 5155).

Art. 41c  

b. Na­tu­ral­ge­win­ne

 

Die Mel­dung von Na­tu­ral­ge­win­nen von über 1000 Fran­ken aus Lot­te­ri­en und Ge­schick­lich­keitss­pie­len zur Ver­kaufs­för­de­rung ist auf amt­li­chem For­mu­lar in­nert 90 Ta­gen nach der Re­sul­ta­ter­mitt­lung un­auf­ge­for­dert der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung ein­zu­rei­chen. Dem For­mu­lar ist ei­ne gül­ti­ge Wohn­sitz­be­stä­ti­gung der Ge­win­ne­rin oder des Ge­win­ners bei­zu­le­gen.


1 Ein­ge­fügt durch An­hang 2 Ziff. II 3 der Geld­spiel­ver­ord­nung vom 7. Nov. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 5155).

Art. 42  

IV. Rück­for­de­rung der Steu­er auf nicht be­zo­ge­nen Ge­win­nen

 

1Ist die Frist, nach de­ren Ab­lauf nicht be­zo­ge­ne Ge­win­ne ver­fal­len, ver­stri­chen, so kann der Ver­an­stal­ter die auf den nicht be­zo­ge­nen Ge­win­nen nach­weis­bar ent­rich­te­te Steu­er bei der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung zu­rück­for­dern oder, mit ih­rer Zu­stim­mung, in sei­ner nächs­ten Steu­er­ab­rech­nung ab­zie­hen.

2Dem Rück­for­de­rungs­be­geh­ren oder der Steu­er­ab­rech­nung ist ei­ne Auf­stel­lung bei­zu­le­gen, die Aus­kunft gibt über die Be­zeich­nung der Ver­an­stal­tung, das Da­tum der Zie­hung, die Num­mer des nicht ein­ge­lös­ten Lo­ses und die Hö­he des Tref­fers vor Ab­zug der Steu­er; gleich­zei­tig ist un­ter­schrift­lich zu be­stä­ti­gen, dass die zu­rück­er­stat­te­te oder ver­rech­ne­te Steu­er zu­guns­ten des Zweckes der Lot­te­rie ver­wen­det und ent­spre­chend ver­bucht wird.

3Die Rück­for­de­rung ver­jährt fünf Jah­re nach Ab­lauf des Ka­len­der­jah­res, in dem die Steu­er ent­rich­tet wor­den ist.

Vierter Abschnitt: Steuer auf Versicherungsleistungen

Art. 43  

I. Ge­gen­stand der Steu­er

1. Vor­zei­ti­ge Auf­lö­sung der Ver­si­che­rung; Ab­tre­tung u.dgl.

 

1Be­ruht ei­ne Ver­si­che­rungs­leis­tung auf ei­ner vor­zei­ti­gen Auf­lö­sung der Ver­si­che­rung, so ist sie Ge­gen­stand der Steu­er, so­fern der Ver­si­che­rungs­neh­mer oder An­spruchs­be­rech­tig­te im Zeit­punkt sei­nes Auf­lö­sungs­be­geh­rens (Rück­kaufs­be­geh­rens u.dgl.) oder bei der Auf­lö­sungs­er­klä­rung des Ver­si­che­rers In­län­der ist.

2Wird ei­ne Ver­si­che­rung vor­zei­tig ganz oder teil­wei­se auf­ge­löst, und über­steigt die Leis­tung des Ver­si­che­rers al­lein oder zu­sam­men­ge­rech­net mit den auf­grund der glei­chen Ver­si­che­rung schon aus­ge­rich­te­ten Be­trä­gen 5 000 Fran­ken, so ist die Leis­tung mit Ein­schluss der noch nicht ver­steu­er­ten frü­he­ren Leis­tun­gen Ge­gen­stand der Steu­er.

3Wird ei­ne Ver­si­che­rung vom in­län­di­schen in einen aus­län­di­schen Ver­si­che­rungs­be­stand über­ge­führt, oder tritt ein In­län­der sei­ne Ver­si­che­rungs­an­sprü­che an einen Aus­län­der ab (Art. 7 Abs. 2 des Ge­set­zes), so ist die Steu­er auf dem Höchst­be­tra­ge der Ka­pi­tal­leis­tun­gen zu be­rech­nen, die für den Ein­tritt des ver­si­cher­ten Er­eig­nis­ses ver­ein­bart sind, bei Ren­ten und Pen­sio­nen auf dem Be­tra­ge ih­res Bar­wer­tes am Ta­ge des ver­ein­bar­ten Be­ginns.

Art. 44  

2. Ge­winnan­tei­le

 

1Ge­winnan­tei­le un­ter­lie­gen der Steu­er nicht, wenn sie als Prä­mie ei­ner zu­sätz­li­chen Ver­si­che­rung ver­wen­det, fort­lau­fend mit ge­schul­de­ten Prä­mi­en ver­rech­net oder dem Be­rech­tig­ten aus­be­zahlt wer­den.

2Wer­den Ge­winnan­tei­le den Be­rech­tig­ten zur frei­en Ver­fü­gung fort­ge­setzt ver­zins­lich gut­ge­schrie­ben, so be­grün­den die­se Gut­schrif­ten Kun­den­gut­ha­ben im Sin­ne von Ar­ti­kel 4 Ab­satz 1 Buch­sta­be d des Ge­set­zes.

3Die üb­ri­gen Ge­winnan­tei­le un­ter­lie­gen als Ver­si­che­rungs­leis­tung der Steu­er im Zeit­punkt ih­rer Aus­rich­tung.

Art. 45  

3. Grup­pen­ver­si­che­rung u.dgl.; Stel­len­wech­sel ver­si- cher­ter Ar­beit­neh­mer

 

1Um un­ver­hält­nis­mäs­si­ge Um­trie­be zu ver­mei­den, kann die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung un­ter den von ihr fest­zu­le­gen­den Be­din­gun­gen und Auf­la­gen bei der Grup­pen­ver­si­che­rung die Leis­tun­gen des Grup­pen­ver­si­che­rers oder die­je­ni­gen des Grup­pen­ver­si­che­rungs­neh­mers von der Steu­er­pflicht aus­neh­men.

2Rich­tet der Grup­pen­ver­si­che­rer sei­ne Leis­tung un­mit­tel­bar an den Ver­si­cher­ten oder einen An­spruchs­be­rech­tig­ten aus, so hat er in sei­ner Mel­dung der steu­er­ba­ren Leis­tung auch den Grup­pen­ver­si­che­rungs­neh­mer zu nen­nen.

3Die Aus­nah­me des Grup­pen­ver­si­che­rers oder Grup­pen­ver­si­che­rungs­neh­mers von der Steu­er­pflicht (Abs. 1) ent­bin­det nicht von der Buch­füh­rungs­pflicht ge­mä­ss Ar­ti­kel 2. Im Fal­le von Ab­satz 2 hat der Grup­pen­ver­si­che­rungs­neh­mer der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung sei­ne Un­ter­la­gen über das Ver­si­che­rungs­ver­hält­nis auf Ver­lan­gen vor­zu­wei­sen.

4Die Ab­gangs­ent­schä­di­gung an den ver­si­cher­ten Ar­beit­neh­mer bei vor­zei­ti­ger Auf­lö­sung des Dienst­ver­hält­nis­ses bleibt von der Steu­er aus­ge­nom­men, so­fern sie von der Ver­si­che­rungs­ein­rich­tung des bis­he­ri­gen Ar­beit­ge­bers un­mit­tel­bar und zwecks Ein­kaufs an die­je­ni­ge des neu­en Ar­beit­ge­bers über­wie­sen wird.

5Auf Ein­zel­ver­si­che­run­gen, die ei­ne Für­sor­ge­ein­rich­tung als Ver­si­che­rungs­neh­mer ab­sch­liesst, fin­det die­ser Ar­ti­kel sinn­ge­mäs­se An­wen­dung.

Art. 46  

II. An­mel­dung als Steu­er­pflich­ti­ger

 

1Wer im In­lan­de Le­bens-, Ren­ten- oder Pen­si­ons­ver­si­che­run­gen über­nimmt, hat sich, be­vor er mit sei­nem Vor­ha­ben be­ginnt, un­auf­ge­for­dert bei der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung an­zu­mel­den; die An­mel­dung kann mit der­je­ni­gen für die Stem­pe­l­ab­ga­be auf Quit­tun­gen für Ver­si­che­rungs­prä­mi­en ver­bun­den wer­den.

2Die kon­zes­sio­nier­ten Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men ha­ben in der An­mel­dung an­zu­ge­ben: den Na­men (die Fir­ma) und den Sitz des Un­ter­neh­mens; die Ver­si­che­rungs­zwei­ge und das Da­tum der Ge­schäfts­auf­nah­me.

3Auf die An­stal­ten, Kas­sen und sons­ti­gen Ein­rich­tun­gen, die der Al­ters-, In­va­li­di­täts- oder Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung oder -für­sor­ge die­nen, so­wie auf Ar­beit­ge­ber und Be­rufs­ver­bän­de, die Ver­si­che­rungs- oder Für­sor­ge­ein­rich­tun­gen un­ter­hal­ten, fin­det Ab­satz 2 sinn­ge­mäs­se An­wen­dung; sie ha­ben mit der An­mel­dung die Sta­tu­ten, Re­gle­men­te und al­le sons­ti­gen für die Über­prü­fung der Steu­er­pflicht er­for­der­li­chen Be­le­ge ein­zu­rei­chen und ge­ge­be­nen­falls den Grup­pen­ver­si­che­rer zu nen­nen.

4Nach Auf­nah­me der Ge­schäftstä­tig­keit ein­tre­ten­de Än­de­run­gen an den ge­mä­ss den Ab­sät­zen 2 und 3 zu mel­den­den Tat­sa­chen und ein­zu­rei­chen­den Be­le­gen, ins­be­son­de­re neue Grup­pen­ver­si­che­rer, sind un­auf­ge­for­dert der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung zu mel­den.

Art. 47  

III. Mel­dung statt Steu­e­ren­t­rich­tung

1. Mel­dung

 

1Der Ver­si­che­rer hat die Mel­dun­gen ge­mä­ss Ar­ti­kel 19 des Ge­set­zes auf den vor­ge­schrie­be­nen For­mu­la­ren und un­auf­ge­for­dert zu er­stat­ten.

2Die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung kann un­ter den von ihr fest­zu­le­gen­den Be­din­gun­gen und Auf­la­gen nicht un­ter­schrie­be­ne Mel­dun­gen zu­las­sen.

3Sind auf­grund ei­nes Ver­si­che­rungs­ver­hält­nis­ses nach­ein­an­der meh­re­re Ka­pi­tal­leis­tun­gen zu er­brin­gen, so ist in der Mel­dung über die ers­te Leis­tung auf die spä­ter fäl­lig wer­den­den Leis­tun­gen hin­zu­wei­sen.

4Zeit­ren­ten sind bei der ers­ten Ren­ten­zah­lung als Ka­pi­tal­leis­tung mit dem Bar­wert zu mel­den; die Be­rech­nungs­grund­la­gen des Bar­wer­tes und die Fäl­lig­keit der letz­ten Ren­ten­zah­lung sind an­zu­ge­ben.

5Bei Leib­ren­ten und Pen­sio­nen sind in der Mel­dung der ers­ten Ren­te der Be­ginn des Ren­ten­laufs, der Be­trag der Jah­res­ren­te und die Fäl­lig­keits­da­ten der künf­ti­gen Ren­ten an­zu­ge­ben; ei­ne neue Mel­dung ist je­weils nur zu er­stat­ten, wenn der Ren­ten­be­trag er­höht wird oder der An­spruchs­be­rech­tig­te wech­selt.

Art. 48  

2. Ein­spruch ge­gen die Mel­dung

 

1Ge­gen die Mel­dung ei­ner Ren­te aus Haft­pflicht­ver­si­che­rung kann nur der ge­schä­dig­te Drit­te Ein­spruch er­he­ben, es sei denn, die Ver­si­che­rungs­leis­tung wer­de mit sei­ner Ein­wil­li­gung dem Ver­si­che­rungs­neh­mer aus­ge­rich­tet.

2Weist der In­ha­ber ei­ner Po­li­ce, nach de­ren Be­stim­mun­gen der Ver­si­che­rer an den In­ha­ber leis­ten darf, we­der sich noch einen Drit­ten mit Na­men und Adres­se als Ver­si­che­rungs­neh­mer oder An­spruchs­be­rech­tig­ten aus, oder gibt der Be­auf­trag­te oder Wil­lens­voll­stre­cker des Ver­si­che­rungs­neh­mers oder Ver­si­cher­ten dem Ver­si­che­rer den Na­men und die Adres­se des An­spruchs­be­rech­tig­ten nicht be­kannt, so steht die­se Un­ter­las­sung dem Ein­spruch ge­gen die Mel­dung gleich.

Art. 49  

IV. Steu­e­ren­t­rich­tung

1. Ab­rech­nung

 

Die Steu­er auf Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen, ge­gen de­ren Mel­dung Ein­spruch er­ho­ben wur­de, ist auf­grund der Ab­rech­nung nach amt­li­chem For­mu­lar in­nert 30 Ta­gen nach Ab­lauf je­des Mo­nats für die in die­sem Mo­nat er­brach­ten Leis­tun­gen un­auf­ge­for­dert der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung zu ent­rich­ten.

Art. 50  

2. Be­schei­ni­gung über den Steu­er­ab­zug

 

1Der Ver­si­che­rer hat den Emp­fän­ger ei­ner um die Steu­er ge­kürz­ten Ver­si­che­rungs­leis­tung dar­auf hin­zu­wei­sen, dass er die Steu­er nur auf­grund ei­ner Be­schei­ni­gung ge­mä­ss Ar­ti­kel 3 Ab­satz 2 zu­rück­er­hält, und ihm auf Ver­lan­gen die Be­schei­ni­gung auf vor­ge­schrie­be­nem For­mu­lar aus­zu­stel­len.

2Für die Steu­er auf Leib­ren­ten und Pen­sio­nen ist ei­ne das gan­ze Ka­len­der­jahr um­fas­sen­de Be­schei­ni­gung aus­zu­stel­len.

3Wird die Ver­si­che­rungs­leis­tung an­teil­mäs­sig meh­re­ren An­spruchs­be­rech­tig­ten aus­ge­rich­tet, so kann je­der für sei­nen Teil ei­ne be­son­de­re Be­schei­ni­gung ver­lan­gen, die als Teil­be­schei­ni­gung zu kenn­zeich­nen ist.

Zweiter Titel: Steuerrückerstattung

Erster Abschnitt: Anspruchsberechtigung

Art. 51  

I. Be­rech­tig­te

1. Auf­ent­hal­ter; be­schränkt Steu­er­pflich­ti­ge

 

1Wer in­fol­ge blos­sen Auf­ent­halts nach der kan­to­na­len Steu­er­ge­setz­ge­bung un­be­schränkt steu­er­pflich­tig ist, hat An­spruch auf Rück­er­stat­tung der Ver­rech­nungs­steu­er, wenn die steu­er­ba­re Leis­tung im Zeit­raum sei­ner Steu­er­pflicht fäl­lig wur­de.

2Ei­ne na­tür­li­che Per­son, die nach der kan­to­na­len Steu­er­ge­setz­ge­bung nicht un­be­schränkt steu­er­pflich­tig ist, je­doch kraft ge­setz­li­cher Vor­schrift des Bun­des, des Kan­tons oder der Ge­mein­de auf Ein­künf­ten, die der Ver­rech­nungs­steu­er un­ter­lie­gen, oder auf dem Ver­mö­gen, wor­aus sol­che Ein­künf­te flies­sen, Ein­kom­mens- oder Ver­mö­gens­steu­ern zu ent­rich­ten ver­pflich­tet ist, hat bis zum Be­trag, den die­se Steu­ern aus­ma­chen, An­spruch auf Rück­er­stat­tung der von den Ein­künf­ten ab­ge­zo­ge­nen Ver­rech­nungs­steu­er, wenn die steu­er­ba­re Leis­tung im Zeit­raum ih­rer Steu­er­pflicht fäl­lig wur­de.

3Wer nach Ab­satz 1 oder 2 die Rück­er­stat­tung be­an­sprucht, hat den An­trag bei der Steu­er­be­hör­de des Kan­tons ein­zu­rei­chen, der für die Ver­an­la­gung der Ein­kom­mens- oder Ver­mö­gens­steu­ern zu­stän­dig ist.

Art. 52  

2. Bun­des­be­diens­te­te im Aus­land

 

1Bun­des­be­diens­te­te, die bei Fäl­lig­keit der steu­er­ba­ren Leis­tung ih­ren Wohn­sitz oder Auf­ent­halt im Aus­land hat­ten und dort auf­grund ei­nes Ver­tra­ges oder völ­ker­recht­li­cher Übung von den di­rek­ten Steu­ern be­freit wa­ren, ha­ben An­spruch auf Rück­er­stat­tung der von die­ser Leis­tung ab­ge­zo­ge­nen Ver­rech­nungs­steu­er.

2Der An­trag auf Rück­er­stat­tung ist auf dem amt­li­chen For­mu­lar der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung ein­zu­rei­chen.

3Der An­spruch wird in bar oder durch Ver­rech­nung mit der vom An­trag­stel­ler zu ent­rich­ten­den Wehr­steu­er1 be­frie­digt.


1 Heu­te: di­rek­te Bun­des­steu­er

Art. 53  

3. Ver­si­che­rungs­kas­sen und Für­sor­ge­ein- rich­tun­gen

 

1An­stal­ten, Kas­sen und sons­ti­ge Ein­rich­tun­gen, die der Al­ters-, In­va­li­di­täts- oder Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung oder -für­sor­ge die­nen, ha­ben An­spruch auf Rück­er­stat­tung der Ver­rech­nungs­steu­er, die von den Er­trä­gen ih­rer im ei­ge­nen oder im Na­men der Ein­le­ger un­ter­hal­te­nen An­la­gen ab­ge­zo­gen wur­de.

2Der An­trag ist der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung ein­zu­rei­chen; um­fasst er Er­trä­ge von An­la­gen, die im Na­men der Ein­le­ger un­ter­hal­ten wer­den, so ist ihm ein Ver­zeich­nis bei­zu­le­gen, das die Na­men und Adres­sen die­ser Ein­le­ger so­wie den Be­trag ih­rer An­la­gen und der auf sie ent­fal­len­den Brut­to­er­trä­ge an­gibt.

3Dem ein­zel­nen Ein­le­ger steht kein An­spruch auf Rück­er­stat­tung der ge­mä­ss Ab­satz 1 zu­rück­zu­for­dern­den Ver­rech­nungs­steu­er zu, und es darf ihm kei­ne Be­schei­ni­gung zur Gel­tend­ma­chung ei­nes Rück­er­stat­tungs­an­spruchs aus­ge­stellt wer­den.

4Auf die recht­lich nicht ver­selb­stän­dig­ten Ein­rich­tun­gen fin­det Ar­ti­kel 25 des Ge­set­zes über die Ver­wir­kung des Rück­er­stat­tungs­an­spruchs man­gels Ver­bu­chung der Ein­künf­te sinn­ge­mäs­se An­wen­dung.

Art. 54  

4. Spar­ver­ei­ne und Be­triebss­par­kas­sen

 

1Ein Spar­ver­ein oder ei­ne Be­triebss­par­kas­se im Sin­ne von Ar­ti­kel 9 Ab­satz 2 des Ge­set­zes hat An­spruch auf Rück­er­stat­tung der Ver­rech­nungs­steu­er für Rech­nung des Ein­le­gers, wenn des­sen An­teil am Brut­to­er­trag 200 Fran­ken im Ka­len­der­jahr nicht über­steigt. Der An­trag ist bei der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung ein­zu­rei­chen.1

2Über­steigt die­ser An­teil 200 Fran­ken, so muss der Ver­ein oder die Kas­se den Ein­le­ger dar­auf hin­wei­sen, dass die­ser die Rück­er­stat­tung der Ver­rech­nungs­steu­er selbst zu be­an­tra­gen hat und sie nur auf­grund ei­ner Be­schei­ni­gung nach Ar­ti­kel 3 Ab­satz 2 zu­rück­er­hält. Auf Ver­lan­gen des Ein­le­gers muss der Ver­ein oder die Kas­se die Be­schei­ni­gung aus­stel­len.2

3Um un­ver­hält­nis­mäs­si­ge Um­trie­be zu ver­mei­den, kann die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung un­ter den von ihr fest­zu­le­gen­den Be­din­gun­gen und Auf­la­gen ei­nem Ver­ein oder ei­ner Kas­se ge­stat­ten, die Rück­er­stat­tung der Ver­rech­nungs­steu­er un­be­küm­mert um die Hö­he der Ein­le­geran­tei­le zu be­an­tra­gen.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 24. Ju­ni 2009, in Kraft seit 1. Jan. 2010 (AS 2009 3471).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 24. Ju­ni 2009, in Kraft seit 1. Jan. 2010 (AS 2009 3471).

Art. 55  

5. Per­so­nen­ver- ei­ni­gun­gen und Ver­mö­gens­mas­sen oh­ne Rechts- per­sön­lich­keit

 

Gleich den ju­ris­ti­schen Per­so­nen ha­ben An­spruch auf Rück­er­stat­tung der Ver­rech­nungs­steu­er:

a.1
Ge­mein­schafts­un­ter­neh­men (Bau­kon­sor­ti­en und dgl.) und Stock­werk­ei­gen­tü­mer­ge­mein­schaf­ten (Art. 712aff. Zi­vil­ge­setz­buch2) für den auf Teil­ha­ber mit Do­mi­zil im In­land ent­fal­len­den An­teil, wenn die Ver­rech­nungs­steu­er von Ka­pi­tal­er­trä­gen auf Ver­mö­gens­wer­ten ab­ge­zo­gen wur­de, die aus­sch­liess­lich für Zwe­cke des Ge­mein­schafts­un­ter­neh­mens bzw. zur Fi­nan­zie­rung der ge­mein­sa­men Kos­ten und Las­ten der Stock­werk­ei­gen­tü­mer­ge­mein­schaft ein­ge­setzt wer­den und so­fern dem Rück­er­stat­tungs­an­trag ein Ver­zeich­nis al­ler Be­tei­lig­ten (ent­hal­tend Na­me, Adres­se, Wohn­sitz und Be­tei­li­gungs­quo­te) bei­ge­legt wird;
b.
Per­so­nen­ver­ei­ni­gun­gen, die das Recht der Per­sön­lich­keit nicht er­langt ha­ben, aber über ei­ne ei­ge­ne Or­ga­ni­sa­ti­on ver­fü­gen und aus­sch­liess­lich oder vor­wie­gend im In­land tä­tig sind, wenn die Mit­glie­der für ih­ren An­teil am Ein­kom­men und Ver­mö­gen der Ver­ei­ni­gung nicht steu­er­pflich­tig sind und für ih­ren An­teil an den Ein­künf­ten der Ver­ei­ni­gung per­sön­lich kei­nen Rück­er­stat­tungs­an­spruch gel­tend ma­chen;
c.
im In­land ver­wal­te­te Ver­mö­gens­mas­sen, die ei­nem be­son­de­ren Zweck ge­wid­met sind, je­doch das Recht der Per­sön­lich­keit nicht er­langt ha­ben, wenn die Ver­mö­gens­wer­te und ihr Er­trag steu­er­lich nicht be­stimm­ten Per­so­nen zu­ge­rech­net wer­den kön­nen.

1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 22. Nov. 2000, in Kraft seit 1. Jan. 2001 (AS 2000 2994).
2 SR 210

Art. 56  

II. Be­son­de­re Ver­hält­nis­se

1. Pri­vat­ban­kiers

 

1Die dem Ban­ken­ge­setz vom 8. No­vem­ber 19341 un­ter­stell­ten Pri­vat­ban­kiers, die ihr Ge­schäft als Ein­zel­fir­ma be­trei­ben, ha­ben den An­trag auf Rück­er­stat­tung der Ver­rech­nungs­steu­er, die von Ein­künf­ten aus Ge­schäfts­ak­ti­ven ab­ge­zo­gen wur­de, bei der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung ein­zu­rei­chen.

2Auf die von den Ein­künf­ten aus Ge­schäfts­ak­ti­ven ab­ge­zo­ge­ne Ver­rech­nungs­steu­er fin­det die Vor­schrift von Ar­ti­kel 25 des Ge­set­zes über die Ver­wir­kung des Rück­er­stat­tungs­an­spruchs man­gels Ver­bu­chung An­wen­dung.


1 SR 952.0

Art. 57  

2. Steu­er­ver­tre­ter und Steu­er­nach­fol­ger

 

1Wer für die mit der Ver­rech­nungs­steu­er be­las­te­ten Ein­künf­te oder für das Ver­mö­gen, wor­aus die­se Ein­künf­te flies­sen, einen an­dern in der Steu­er­pflicht ver­tritt (Ehe­mann, In­ha­ber der el­ter­li­chen Ge­walt u.dgl.) oder in die Steu­er­pflicht ei­nes an­dern ein­ge­tre­ten ist, hat an Stel­le des Ver­tre­te­nen oder Rechts­vor­gän­gers An­spruch auf Rück­er­stat­tung der Ver­rech­nungs­steu­er.

2Die Rück­er­stat­tung rich­tet sich nach den für den Ver­tre­te­nen oder Rechts­vor­gän­ger mass­ge­ben­den Be­stim­mun­gen.

Art. 58  

3. Erb­fäl­le

a. An­spruch

 

1Ist ei­ne mit der Ver­rech­nungs­steu­er be­las­te­te Leis­tung bei Leb­zei­ten des Erb­las­sers fäl­lig ge­wor­den, so steht der An­spruch auf Rück­er­stat­tung die­ser Steu­er an sei­ner Stel­le den Er­ben zu, oh­ne Rück­sicht auf ih­ren Wohn­sitz oder Auf­ent­halt.

2Wird ein der Ver­rech­nungs­steu­er un­ter­lie­gen­der Er­trag ei­nes Erb­schafts­ge­gen­stan­des nach dem To­de des Erb­las­sers und vor der Tei­lung der Erb­schaft fäl­lig, so steht je­dem Er­ben, so­weit er per­sön­lich die Vor­aus­set­zun­gen er­füllt, nach Mass­ga­be sei­ner Quo­te an der Erb­schaft ein An­spruch auf Rück­er­stat­tung die­ser Steu­er zu.

3Ist nach der kan­to­na­len Steu­er­ge­setz­ge­bung ei­ne Er­ben­ge­mein­schaft als sol­che ver­pflich­tet, auf den der Ver­rech­nungs­steu­er un­ter­lie­gen­den Ein­künf­ten oder auf dem Ver­mö­gen, wor­aus sol­che Ein­künf­te flies­sen, Ein­kom­mens- oder Ver­mö­gens­steu­ern zu ent­rich­ten, so fin­det Ab­satz 2 sinn­ge­mäs­se An­wen­dung.

Art. 59  

b. Ver­fah­ren

 

1War der Erb­las­ser bei sei­nem To­de im In­land un­be­schränkt steu­er­pflich­tig, so ha­ben die Er­ben die Rück­er­stat­tung der Steu­er ent­we­der ge­mein­sam oder durch einen ge­mein­sa­men Ver­tre­ter zu be­an­tra­gen; im An­trag sind die Na­men und Adres­sen al­ler Er­ben und ih­re Quo­ten an der Erb­schaft an­zu­ge­ben.

2Der An­trag ist bei der am Ver­an­la­gungs­ort des Erb­las­sers zu­stän­di­gen kan­to­na­len Steu­er­be­hör­de ein­zu­rei­chen mit je ei­nem Dop­pel für je­den Kan­ton, in dem zur Er­ben­ge­mein­schaft ge­hö­ren­de Er­ben steu­er­pflich­tig sind. Die Be­hör­de hat die An­trags­dop­pel mit ih­ren all­fäl­li­gen Be­mer­kun­gen den für die Er­ben zu­stän­di­gen kan­to­na­len Be­hör­den zu­zu­tei­len.

3Die Kan­to­ne kön­nen in ih­ren Voll­zugs­vor­schrif­ten für die Rück­er­stat­tung der Ver­rech­nungs­steu­er in Erb­fäl­len, mit der sich nur Be­hör­den ih­res Kan­tons zu be­fas­sen ha­ben, ei­ne von den Ab­sät­zen 1 und 2 ab­wei­chen­de Ord­nung vor­se­hen.

4War der Erb­las­ser bei sei­nem To­de im In­land nicht un­be­schränkt steu­er­pflich­tig, so hat je­der Er­be, dem nach Ar­ti­kel 58 Ab­satz 2 ein Rück­er­stat­tungs­an­spruch zu­steht, den An­trag bei der für ihn per­sön­lich zu­stän­di­gen Be­hör­de ein­zu­rei­chen.

Art. 60  

4. Mehr­heit von An­spruchs­be­rech­tig­ten (In­vest­ment- Klub, Geld­spie­le, Lot­te­ri­en und Ge­schick­lich­keitss­pie­le zur Ver­kaufs­för­de­rung, Ver­si­che­rungs­leis­tung)1

 

1Ha­ben sich nicht mehr als 20 Per­so­nen ver­trags­mäs­sig mit­ein­an­der ver­bun­den, um ge­mein­sam An­la­gen in Wert­pa­pie­ren zu tä­ti­gen und zu ver­wal­ten (In­vest­ment-Klub), so kann ih­nen die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung un­ter den von ihr fest­zu­le­gen­den Be­din­gun­gen und Auf­la­gen ge­stat­ten, die Rück­er­stat­tung der Ver­rech­nungs­steu­er, die vom Er­trag der Wert­pa­pie­re ab­ge­zo­gen wur­de, durch ge­mein­sa­men An­trag beim Bund gel­tend zu ma­chen.

2Ha­ben meh­re­re Per­so­nen durch ge­mein­sa­me Teil­nah­me einen um die Ver­rech­nungs­steu­er ge­kürz­ten Geld­spiel­ge­winn oder Ge­winn aus ei­ner Lot­te­rie oder ei­nem Ge­schick­lich­keitss­piel zur Ver­kaufs­för­de­rung er­zielt, so ist die Rück­er­stat­tung von al­len Teil­neh­men­den nach Mass­ga­be ih­res An­teils am Ge­winn zu be­an­tra­gen; dem An­trag ist ei­ne vom In­ha­ber der Ori­gi­nal­be­schei­ni­gung (Art. 3 Abs. 2) un­ter­zeich­ne­te Be­schei­ni­gung bei­zu­le­gen, die al­le An­ga­ben der Ori­gi­nal­be­schei­ni­gung ent­hält so­wie den Ge­winnan­teil des An­trag­stel­lers nennt. Sind al­le Teil­neh­men­den im glei­chen Kan­ton steu­er­pflich­tig, so kann ih­nen die zu­stän­di­ge kan­to­na­le Be­hör­de un­ter den von ihr fest­zu­le­gen­den Be­din­gun­gen und Auf­la­gen ge­stat­ten, die Rück­er­stat­tung durch ge­mein­sa­men An­trag gel­tend zu ma­chen.2

3Wa­ren auf ei­ne um die Ver­rech­nungs­steu­er ge­kürz­te Ver­si­che­rungs­leis­tung meh­re­re Per­so­nen an­spruchs­be­rech­tigt, ist aber nur ei­ne Ab­zugs­be­schei­ni­gung aus­ge­stellt wor­den, so kann die Rück­er­stat­tung der Steu­er nur von demje­ni­gen be­an­tragt wer­den, der die Ab­zugs­be­schei­ni­gung vor­legt.

4Ent­hält die Ab­zugs­be­schei­ni­gung des Ver­si­che­rers den Ver­merk, dass der Ver­si­che­rungs­an­spruch bei Er­brin­gung der Leis­tung ver­pfän­det war, so wird die Ver­rech­nungs­steu­er dem An­spruchs­be­rech­tig­ten oder dem Pfand­gläu­bi­ger je nur mit Zu­stim­mung des an­dern zu­rück­er­stat­tet.


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang 2 Ziff. II 3 der Geld­spiel­ver­ord­nung vom 7. Nov. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 5155).
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang 2 Ziff. II 3 der Geld­spiel­ver­ord­nung vom 7. Nov. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 5155).

Art. 61  

5. Treu­hand­ver­hält­nis

 

1Die Ver­rech­nungs­steu­er, die vom Er­trag treu­hän­de­risch über­eig­ne­ter Wer­te ab­ge­zo­gen wur­de, wird nur zu­rück­er­stat­tet, wenn die Vor­aus­set­zun­gen zur Rück­er­stat­tung beim Treu­ge­ber er­füllt sind.

2Der An­trag auf Rück­er­stat­tung ist vom Treu­ge­ber ein­zu­rei­chen; er hat auf das Treu­hand­ver­hält­nis hin­zu­wei­sen und die an ihm be­tei­lig­ten Per­so­nen mit Na­men und Adres­se zu be­zeich­nen.

Art. 62  

6. Ter­min­ge­schäft an oder aus­ser­halb der Bör­se

 

Wird der Er­trag ei­nes Wert­pa­piers, das Ge­gen­stand ei­nes an oder aus­ser­halb der Bör­se ab­ge­schlos­se­nen Ter­min­ge­schäf­tes bil­det, zwi­schen dem Ab­schluss- und dem Li­qui­da­ti­ons­tag fäl­lig, so steht der An­spruch auf Rück­er­stat­tung der von die­sem Er­trag ab­ge­zo­ge­nen Ver­rech­nungs­steu­er dem Ter­min­ver­käu­fer zu, wenn ihm bei Fäl­lig­keit des Er­tra­ges das Wert­pa­pier und der Cou­pon ge­hör­ten, an­sons­ten dem Drit­ten, der bei Fäl­lig­keit des Er­tra­ges das Recht zur Nut­zung des am Ter­min ge­lie­fer­ten Wert­pa­piers be­sass.

Zweiter Abschnitt: Rückerstattung durch den Bund

Art. 63  

I. Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung

 

1Die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung er­lässt die all­ge­mei­nen Wei­sun­gen und trifft die Ein­zel­ver­fü­gun­gen, die für die Rück­er­stat­tung der Ver­rech­nungs­steu­er durch den Bund er­for­der­lich sind; sie be­stimmt Form und In­halt der An­trags­for­mu­la­re und Fra­ge­bo­gen und be­zeich­net die den An­trä­gen bei­zu­fü­gen­den Be­le­ge.

2Die Ar­ti­kel 6 und 7 über das Ein­ho­len von Aus­künf­ten, die Ein­ver­nah­me und die Buch­prü­fung fin­den auf das Rück­er­stat­tungs­ver­fah­ren sinn­ge­mäs­se An­wen­dung.

Art. 64  

II. Pflich­ten des An­trag­stel­lers

 

1Der Rück­er­stat­tungs­an­trag ist der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung auf dem amt­li­chen For­mu­lar ein­zu­rei­chen.

2Vom glei­chen Rück­er­stat­tungs­be­rech­tig­ten wird ein An­trag in der Re­gel nur ein­mal jähr­lich ent­ge­gen­ge­nom­men; vor­be­hal­ten blei­ben An­trä­ge ge­mä­ss den Ar­ti­keln 29 Ab­satz 3 und 32 Ab­satz 2 des Ge­set­zes.

3Buch­füh­rungs­pflich­ti­ge An­trag­stel­ler ha­ben ih­re Bü­cher so ein­zu­rich­ten und zu füh­ren, dass sich aus ih­nen die für den Rück­er­stat­tungs­an­spruch mass­ge­ben­den Tat­sa­chen oh­ne be­son­de­ren Auf­wand zu­ver­läs­sig er­mit­teln und nach­wei­sen las­sen; Ar­ti­kel 2 Ab­sät­ze 2 und 3 fin­den sinn­ge­mäs­se An­wen­dung.

Art. 65  

III. Ab­schlags­rück­er­stat­tun­gen

1. Vor­aus­set­zun­gen und Ver­fah­ren1

 

1Macht der Be­rech­tig­te glaub­haft, dass sich sein für das gan­ze Jahr be­rech­ne­ter Rück­er­stat­tungs­an­spruch auf min­des­tens 4 000 Fran­ken be­lau­fen wird, so ge­währt ihm die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung auf An­trag Ab­schlags­rück­er­stat­tun­gen.

22

3Wer Ab­schlags­rück­er­stat­tun­gen er­hal­ten hat, ist ver­pflich­tet, in­nert drei Mo­na­ten nach Ab­lauf des be­tref­fen­den Jah­res einen voll­stän­di­gen Rück­er­stat­tungs­an­trag ein­zu­rei­chen und in ihm die er­hal­te­nen Ab­schlags­rück­er­stat­tun­gen an­zu­ge­ben.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 22. Nov. 2000, in Kraft seit 1. Jan. 2001 (AS 2000 2994).
2 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 22. Nov. 2000, mit Wir­kung seit 1.Jan. 2001 (AS 2000 2994).

Art. 65a  

2. Be­mes­sung

 

1Die Ab­schlags­rück­er­stat­tun­gen wer­den je­weils auf das En­de der ers­ten drei Vier­tel­jah­re ge­leis­tet und grund­sätz­lich so be­mes­sen, dass sie an­nä­hernd je ei­nem Vier­tel des vor­aus­sicht­li­chen Rück­er­stat­tungs­an­spruchs des be­tref­fen­den Ka­len­der- oder Ge­schäfts­jah­res ent­spre­chen.

2Falls die Fäl­lig­kei­ten der mit der Ver­rech­nungs­steu­er be­las­te­ten Er­trä­ge vor­wie­gend in ei­nem Quar­tal des Ka­len­der- oder Ge­schäfts­jah­res ein­tre­ten, ist dies bei der Be­mes­sung der Ab­schlags­rück­er­stat­tun­gen zu be­rück­sich­ti­gen.

3Bei der Be­mes­sung der Ab­schlags­rück­er­stat­tun­gen wer­den die An­sprü­che auf Rück­er­stat­tung der Ver­rech­nungs­steu­er in­so­weit nicht be­rück­sich­tigt, als die ent­spre­chen­den Ver­rech­nungs­steu­er­be­trä­ge erst im fol­gen­den Ka­len­der- oder Ge­schäfts­jahr zur Zah­lung an die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung fäl­lig wer­den.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 22. Nov. 2000, in Kraft seit 1. Jan. 2001 (AS 2000 2994).

Dritter Abschnitt: Rückerstattung durch den Kanton

Art. 66  

I. Be­hör­den

1. Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung

 

1Die Auf­sicht des Bun­des über die Rück­er­stat­tung der Ver­rech­nungs­steu­er durch die Kan­to­ne wird von der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung aus­ge­übt.

2Die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung sorgt für die gleich­mäs­si­ge Hand­ha­bung der Bun­des­vor­schrif­ten und er­lässt die er­for­der­li­chen all­ge­mei­nen Wei­sun­gen an die kan­to­na­len Be­hör­den. Sie ist ins­be­son­de­re be­fugt:

a.
die Ver­wen­dung be­stimm­ter For­mu­la­re vor­zu­schrei­ben;
b.
bei den Steu­er­be­hör­den der Kan­to­ne, Be­zir­ke, Krei­se und Ge­mein­den in al­le mass­ge­ben­den Un­ter­la­gen Ein­sicht zu neh­men, im Ein­zel­fal­le Un­ter­su­chungs­mass­nah­men an­zu­ord­nen und sel­ber von den Un­ter­su­chungs­be­fug­nis­sen ei­nes Ver­rech­nungs­steu­er­am­tes Ge­brauch zu ma­chen;
c.
am Ver­fah­ren vor der kan­to­na­len Re­kurs­kom­mis­si­on teil­zu­neh­men und An­trä­ge zu stel­len;
d.
ein Be­geh­ren um Re­vi­si­on ei­nes rechts­kräf­tig ab­ge­schlos­se­nen Ver­fah­rens zu stel­len.

3Die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung ist zur Be­schwer­de an das Bun­des­ge­richt be­rech­tigt.1


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 46 der V vom 8. Nov. 2006 über die An­pas­sung von Bun­des­rats­ver­ord­nun­gen an die To­tal­re­vi­si­on der Bun­des­rechts­pfle­ge, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 4705).

Art. 67  

2. Kan­to­na­le Be­hör­den

 

1Die vom Kan­ton zu be­zeich­nen­de Be­hör­de sorgt für die gleich­mäs­si­ge An­wen­dung der Bun­des­vor­schrif­ten im Ge­biet ih­res Kan­tons und übt die Auf­sicht über die Amts­stel­len aus, de­nen die Rück­er­stat­tung der Ver­rech­nungs­steu­er ob­liegt.

2Die Kan­to­ne ha­ben die For­mu­la­re, mit de­nen der Rück­er­stat­tungs­an­spruch gel­tend zu ma­chen ist, vor der Aus­ga­be der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung zur Ge­neh­mi­gung zu un­ter­brei­ten.

3Über die be­wil­lig­ten Rück­er­stat­tun­gen ist ein be­son­de­res Re­gis­ter zu füh­ren; die be­han­del­ten Rück­er­stat­tungs­an­trä­ge und die Be­weis­mit­tel sind wäh­rend fünf Jah­ren seit En­de des Ka­len­der­jah­res, in dem der Ent­scheid über die Rück­er­stat­tung rechts­kräf­tig ge­wor­den ist, ge­ord­net auf­zu­be­wah­ren.

4Will ei­ne kan­to­na­le Be­hör­de ei­ne Steu­er­ab­zugs­be­schei­ni­gung und die sie er­gän­zen­den Aus­künf­te ge­mä­ss Ar­ti­kel 50 Ab­satz 2 des Ge­set­zes beim Aus­stel­ler über­prü­fen las­sen, so hat sie der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung das Be­geh­ren schrift­lich zu stel­len.

Art. 68  

II. Ver­fah­ren

1. An­trag

 

1Der Rück­er­stat­tungs­an­trag ist der zu­stän­di­gen Be­hör­de auf dem amt­li­chen For­mu­lar ein­zu­rei­chen.

2Dem An­trag ist un­auf­ge­for­dert ei­ne Be­schei­ni­gung über den Steu­er­ab­zug (Art. 3 Abs. 2) bei­zu­le­gen, wenn die Steu­er, de­ren Rück­er­stat­tung be­an­tragt wird:

a.
aus Geld­spiel­ge­win­nen oder Ge­win­nen aus Lot­te­ri­en und Ge­schick­lich­keitss­pie­len zur Ver­kaufs­för­de­rung stammt;
b.
aus dem Er­trag der An­la­gen ei­nes Spar­ver­eins oder ei­ner Be­triebss­par­kas­se stammt, so­fern die Rück­er­stat­tung vom Ein­le­ger zu be­an­tra­gen ist (Art. 54 Abs. 2).1

1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang 2 Ziff. II 3 der Geld­spiel­ver­ord­nung vom 7. Nov. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 5155).

Art. 69  

2.

 

1 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 4 der V vom 14. Aug. 2013 über die zeit­li­che Be­mes­sung der di­rek­ten Bun­des­steu­er, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 2773).

Dritter Titel: Schlussbestimmung

Art. 70  

In­kraft­tre­ten

 

1Die­se Ver­ord­nung tritt am 1. Ja­nu­ar 1967 in Kraft.

2Auf den glei­chen Zeit­punkt sind die Ver­fü­gun­gen des Eid­ge­nös­si­schen Fi­nanz- und Zoll­de­par­te­ments Nr. 1 a vom 20. No­vem­ber 19441, Nr. 2 vom 30. Ju­ni 19442, Nr. 3 vom 21. Ja­nu­ar 19463 und Nr. 4 b vom 19. De­zem­ber 19514 über die Ver­rech­nungs­steu­er so­wie vom 31. Au­gust 19455 über die Si­che­rung der Steu­er­an­sprü­che bei Ver­si­che­run­gen auf­ge­ho­ben.


1 [BS 6 338]
2 [BS 6 341]
3 [BS 6 343]
4 [AS 1951 1274]
5 [BS 6 348]

Schlussbestimmungen der Änderung vom 22. November 2000

Übergangsbestimmung zur Änderung vom 15. Oktober 2008

Übergangsbestimmung zur Änderung vom 18. Juni 2010

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