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Bundesgesetz
über die internationale Quellenbesteuerung
(IQG)

vom 15. Juni 2012 (Stand am 1. Januar 2016)

Die Bundesversammlung der Schweizerischen Eidgenossenschaft,

gestützt auf Artikel 173 Absatz 2 der Bundesverfassung1,
nach Einsicht in die Botschaft des Bundesrates vom 18. April 20122,

beschliesst:

1. Abschnitt: Allgemeine Bestimmungen

Art. 1 Gegenstand  

1 Die­ses Ge­setz re­gelt die Um­set­zung von Ab­kom­men über die Zu­sam­men­ar­beit im Steu­er­be­reich, ins­be­son­de­re:

a.
die steu­er­li­che Re­gu­la­ri­sie­rung von Ver­mö­gens­wer­ten bei schwei­ze­ri­schen Zahl­stel­len;
b.
die Er­he­bung ei­ner ab­gel­ten­den Steu­er auf Ka­pi­tal­ein­künf­ten und die Mel­dung die­ser Ka­pi­tal­ein­künf­te;
c.
die Er­he­bung ei­ner ab­gel­ten­den Steu­er im Erb­schafts­fall und die Mel­dung die­ser Erb­schafts­fäl­le;
d.
die Si­che­rung des Ab­kom­mens­zwecks;
e.
die Stra­fen für Wi­der­hand­lun­gen ge­gen das an­wend­ba­re Ab­kom­men und die­ses Ge­setz;
f.
die Ver­fah­ren.

2 Es gilt für die Ab­kom­men ge­mä­ss dem An­hang. Die Schweiz kann Ab­kom­men mit al­len Län­dern ab­sch­lies­sen, ins­be­son­de­re mit sol­chen, mit de­nen sie ein In­ves­ti­ti­ons­schutz­ab­kom­men ab­ge­schlos­sen hat.

3 Vor­be­hal­ten sind die ab­wei­chen­den Be­stim­mun­gen des im Ein­zel­fall an­wend­ba­ren Ab­kom­mens.

Art. 2 Begriffe  

1 In die­sem Ge­setz be­deu­ten:

a.
Ka­pi­tal­ein­künf­te: Er­trä­ge und Ka­pi­tal­ge­win­ne aus be­weg­li­chem Ka­pi­tal­ver­mö­gen, die nach Mass­ga­be des an­wend­ba­ren Ab­kom­mens der Steu­er un­ter­lie­gen;
b.
Part­ner­staat: Ver­trags­staat, mit wel­chem die Schweiz ein Ab­kom­men ab­ge­schlos­sen hat;
c.
Ein­mal­zah­lung: ei­ne der bei­den Wahl­mög­lich­kei­ten zur steu­er­li­chen Re­gu­la­ri­sie­rung ei­ner be­ste­hen­den Ge­schäfts­be­zie­hung zu ei­ner schwei­ze­ri­schen Zahl­stel­le, be­ste­hend in der Ent­rich­tung ei­nes ein­ma­li­gen pau­scha­len Steu­er­be­trags;
d.
Ver­trags­par­tei: Per­son, die in Be­zug auf die un­ter das an­wend­ba­re Ab­kom­men fal­len­den Ver­mö­gens­wer­te, an de­nen ei­ne be­trof­fe­ne Per­son nut­zungs­be­rech­tigt ist, In­ha­be­rin ei­nes Kon­tos oder De­pots bei ei­ner schwei­ze­ri­schen Zahl­stel­le ist;
e.
be­rech­tig­te Per­son: Per­son, die nach Mass­ga­be des an­wend­ba­ren Ab­kom­mens im Erb­schafts­fall be­rech­tigt ist, zwi­schen der ab­gel­ten­den Steu­er und der Mel­dung zu wäh­len, oder ei­ne Per­son, die nach Ge­setz oder Ver­trag zur Ver­tre­tung die­ser Per­son er­mäch­tigt ist;
f.
Ab­gel­tungs­zah­lung: Be­trag, der zu­sätz­lich zum Steu­er­rück­be­halt nach dem Zins­be­steue­rungs­ab­kom­men Schweiz-EG3 (Zins­be­steue­rungs­ab­kom­men) nach Mass­ga­be des an­wend­ba­ren Ab­kom­mens er­ho­ben wird.

2 Die in die­sem Ge­setz ver­wen­de­ten Be­grif­fe sind im Sin­ne des je­weils an­wend­ba­ren Ab­kom­mens zu ver­ste­hen. Dies be­trifft na­ment­lich die fol­gen­den Be­grif­fe:

a.
schwei­ze­ri­sche Zahl­stel­le;
b.
be­trof­fe­ne Per­son;
c.
Stich­tag;
d.
zu­stän­di­ge Be­hör­de;
e.
Ver­mö­gens­wer­te;
f.
Kon­to oder De­pot.

3 Abk. vom 26. Okt. 2004 zwi­schen der Schwei­ze­ri­schen Eid­ge­nos­sen­schaft und der Eu­ro­päi­schen Ge­mein­schaft über Re­ge­lun­gen, die den in der Richt­li­nie 2003/48/EG des Ra­tes vom 3. Ju­ni 2003 im Be­reich der Be­steue­rung von Zins­er­trä­gen fest­ge­leg­ten Re­ge­lun­gen gleich­wer­tig sind (SR 0.641.926.81).

Art. 3 An- und Abmeldung als schweizerische Zahlstelle  

1 Wer zur schwei­ze­ri­schen Zahl­stel­le nach Mass­ga­be ei­nes Ab­kom­mens wird und Ver­mö­gens­wer­te ei­ner be­trof­fe­nen Per­son hält, hat sich un­auf­ge­for­dert bei der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung (ESTV) an­zu­mel­den.

2 In der An­mel­dung hat die schwei­ze­ri­sche Zahl­stel­le an­zu­ge­ben:

a.
ih­ren Na­men (ih­re Fir­ma) und ih­ren Sitz oder Wohn­sitz; han­delt es sich um ei­ne ju­ris­ti­sche Per­son oder um ei­ne Ge­sell­schaft oh­ne ju­ris­ti­sche Per­sön­lich­keit mit sta­tu­ta­ri­schem Sitz im Aus­land oder um ein Ein­zel­un­ter­neh­men mit Wohn­sitz im Aus­land: den Na­men (die Fir­ma), den Ort der Haupt­nie­der­las­sung und die Adres­se der in­län­di­schen Lei­tung;
b.
die Art der Tä­tig­keit;
c.
das Da­tum der Auf­nah­me der Tä­tig­keit.
3 En­det die Zahl­stel­le­nei­gen­schaft, so hat sich die schwei­ze­ri­sche Zahl­stel­le bei der ESTV ab­zu­mel­den.

2. Abschnitt: Steuerliche Regularisierung von Vermögenswerten

Art. 4 Einmalzahlungen  

1 Die schwei­ze­ri­schen Zahl­stel­len er­he­ben die Ein­mal­zah­lun­gen ge­mä­ss dem je­weils an­wend­ba­ren Ab­kom­men.

2 Für ei­ne be­trof­fe­ne Per­son, die zwi­schen dem Stich­tag 2 und dem Stich­tag 3 in ei­ne Kun­den­be­zie­hung zu ei­ner schwei­ze­ri­schen Zahl­stel­le ge­tre­ten ist und die­se zur Ein­mal­zah­lung an­ge­wie­sen hat, er­hebt die­se nach Mass­ga­be des an­wend­ba­ren Ab­kom­mens die Ein­mal­zah­lung frü­he­s­tens am Stich­tag 4, je­doch spä­tes­tens zwölf Mo­na­te nach dem Stich­tag 3. Lie­fert die ehe­ma­li­ge Zahl­stel­le die nö­ti­gen In­for­ma­tio­nen nicht in­ner­halb von zwölf Mo­na­ten nach dem Stich­tag 3 und hat die be­trof­fe­ne Per­son oder ei­ne an­de­re Ver­trags­par­tei ge­gen die ehe­ma­li­ge Zahl­stel­le kei­ne Zi­vil­kla­ge er­ho­ben, so be­han­delt die neue schwei­ze­ri­sche Zahl­stel­le die be­trof­fe­ne Per­son gleich wie ei­ne Per­son, die ih­ren Ver­pflich­tun­gen nicht nach­ge­kom­men ist.

3 Die be­trof­fe­ne Per­son oder ei­ne an­de­re Ver­trags­par­tei kann in­ner­halb von 30 Ta­gen nach Zu­stel­lung ge­gen­über der schwei­ze­ri­schen Zahl­stel­le schrift­lich er­klä­ren, dass sie mit de­ren Be­schei­ni­gung der Ein­mal­zah­lung nicht ein­ver­stan­den ist. Die schwei­ze­ri­sche Zahl­stel­le be­müht sich mit der be­trof­fe­nen Per­son oder der an­de­ren Ver­trags­par­tei um ei­ne ein­ver­nehm­li­che Lö­sung in Über­ein­stim­mung mit dem an­wend­ba­ren Ab­kom­men. In­ner­halb von 60 Ta­gen nach Zu­stel­lung die­ser schrift­li­chen Er­klä­rung er­stellt die schwei­ze­ri­sche Zahl­stel­le ei­ne neue Be­schei­ni­gung oder be­stä­tigt die Gül­tig­keit der ers­ten Be­schei­ni­gung.

4 Ei­ne Be­schei­ni­gung gilt als ge­neh­migt, so­fern die be­trof­fe­ne Per­son oder ei­ne an­de­re Ver­trags­par­tei nicht in­ner­halb von 30 Ta­gen nach Zu­stel­lung der neu­en Be­schei­ni­gung oder der Be­stä­ti­gung der Gül­tig­keit der ers­ten Be­schei­ni­gung bei der ESTV schrift­lich den Er­lass ei­ner Ver­fü­gung be­an­tragt. Die­se un­ter­liegt der Be­schwer­de nach den all­ge­mei­nen Be­stim­mun­gen über die Bun­des­rechts­pfle­ge.

Art. 5 Überweisung an die ESTV  

1 Die schwei­ze­ri­schen Zahl­stel­len über­wei­sen die er­ho­be­nen Ein­mal­zah­lun­gen in­ner­halb der im an­wend­ba­ren Ab­kom­men fest­ge­leg­ten Fris­ten an die ESTV.

2 Sie stel­len der ESTV spä­tes­tens 14 Mo­na­te nach dem Stich­tag 3 die Schluss­ab­rech­nung zu.

Art. 6 Meldung  

1 Liegt ei­ne aus­drück­li­che Er­mäch­ti­gung durch die be­trof­fe­ne Per­son oder die an­de­re Ver­trags­par­tei vor, so über­mit­telt die schwei­ze­ri­sche Zahl­stel­le der ESTV die im an­wend­ba­ren Ab­kom­men fest­ge­hal­te­nen In­for­ma­tio­nen in­ner­halb der im Ab­kom­men fest­ge­leg­ten Fris­ten.

2 Die Mel­dung er­folgt oh­ne Er­mäch­ti­gung, wenn das an­wend­ba­re Ab­kom­men dies vor­sieht.

3 Für ei­ne be­trof­fe­ne Per­son, die zwi­schen dem Stich­tag 2 und dem Stich­tag 3 in ei­ne Kun­den­be­zie­hung zu ei­ner schwei­ze­ri­schen Zahl­stel­le ge­tre­ten ist und die­se zur Mel­dung er­mäch­tigt hat, über­mit­telt die schwei­ze­ri­sche Zahl­stel­le die In­for­ma­tio­nen nach Mass­ga­be des an­wend­ba­ren Ab­kom­mens frü­he­s­tens am Stich­tag 4, je­doch spä­tes­tens zwölf Mo­na­te nach dem Stich­tag 3. Lie­fert die ehe­ma­li­ge Zahl­stel­le die nö­ti­gen In­for­ma­tio­nen nicht in­ner­halb von zwölf Mo­na­ten nach dem Stich­tag 3 und hat die be­trof­fe­ne Per­son oder ei­ne an­de­re Ver­trags­par­tei ge­gen die ehe­ma­li­ge Zahl­stel­le kei­ne Zi­vil­kla­ge er­ho­ben, so be­han­delt die neue schwei­ze­ri­sche Zahl­stel­le die be­trof­fe­ne Per­son gleich wie ei­ne Per­son, die ih­ren Ver­pflich­tun­gen nicht nach­ge­kom­men ist.

Art. 7 Überweisung und Übermittlung an die Partnerstaaten  

Die ESTV über­weist die er­hal­te­nen Ein­mal­zah­lun­gen und über­mit­telt die Mel­dun­gen in­ner­halb der im an­wend­ba­ren Ab­kom­men fest­ge­leg­ten Fris­ten an die zu­stän­di­gen Be­hör­den der Part­ner­staa­ten.

Art. 8 Verjährung  

1 Der An­spruch ge­gen­über der schwei­ze­ri­schen Zahl­stel­le auf Über­wei­sung der Ein­mal­zah­lung oder auf Über­mitt­lung der Mel­dung ver­jährt fünf Jah­re nach Ab­lauf des Ka­len­der­jah­res, in dem die Ein­mal­zah­lung zu über­wei­sen oder die Mel­dung zu über­mit­teln war.

2 Die Ver­jäh­rung wird durch je­de auf die Gel­tend­ma­chung der Ein­mal­zah­lung oder der Mel­dung ge­rich­te­te Amts­hand­lung un­ter­bro­chen, die ei­ner schwei­ze­ri­schen Zahl­stel­le zur Kennt­nis ge­bracht wird. Mit der Un­ter­bre­chung be­ginnt die Ver­jäh­rung von Neu­em.

3 Die Ver­jäh­rung tritt spä­tes­tens 15 Jah­re nach Ab­lauf des Ka­len­der­jah­res ein, in dem die Ein­mal­zah­lung zu über­wei­sen oder die Mel­dung zu über­mit­teln war.

Art. 9 Nachträgliche Identifizierung einer betroffenen Person  

1 Wird ei­ne be­trof­fe­ne Per­son nach­träg­lich durch die schwei­ze­ri­sche Zahl­stel­le iden­ti­fi­ziert, so muss die schwei­ze­ri­sche Zahl­stel­le die­se Per­son oder die an­de­re Ver­trags­par­tei un­ver­züg­lich schrift­lich be­nach­rich­ti­gen.

2 Die be­trof­fe­ne Per­son oder die an­de­re Ver­trags­par­tei kann nach Mass­ga­be des an­wend­ba­ren Ab­kom­mens in­ner­halb von drei Mo­na­ten ab Zu­stel­lung der Nach­richt bei der ESTV ein schrift­li­ches Ge­such um steu­er­li­che Re­gu­la­ri­sie­rung der Ver­mö­gens­wer­te der be­trof­fe­nen Per­son stel­len.

3 Das Ge­such muss ent­hal­ten:

a.
die An­ga­be der ent­spre­chend dem Ab­kom­men aus­ge­wähl­ten Mög­lich­keit für die steu­er­li­che Re­gu­la­ri­sie­rung;
b.
An­ga­ben zur Ver­füg­bar­keit der für die Durch­füh­rung der steu­er­li­chen Re­gu­la­ri­sie­rung not­wen­di­gen In­for­ma­tio­nen.
Art. 10 Mitwirkungspflichten der schweizerischen Zahlstellen  

Hat die zu­stän­di­ge Be­hör­de des Part­ner­staa­tes der ESTV ein ent­spre­chen­des Er­su­chen ge­stellt, so ist die schwei­ze­ri­sche Zahl­stel­le ver­pflich­tet:

a.
bei der Prü­fung der Echt­heit ei­ner Be­schei­ni­gung mit­zu­wir­ken;
b.
der ESTV wei­te­re An­ga­ben zur Iden­ti­fi­zie­rung ei­ner be­trof­fe­nen Per­son zu lie­fern, die der zu­stän­di­gen Be­hör­de des Part­ner­staa­tes ge­mel­det wur­de.
Art. 11 Erstattung der Bezugsprovision  

1 Hat die be­trof­fe­ne Per­son bei der zu­stän­di­gen Be­hör­de des Part­ner­staa­tes die Er­stat­tung ei­ner zu Un­recht er­ho­be­nen Ein­mal­zah­lung er­wirkt, so hat sie ge­gen­über der ESTV An­spruch auf Er­stat­tung der ab­ge­zo­ge­nen Be­zugs­pro­vi­si­on, so­fern ei­ne sol­che mit dem Part­ner­staat ver­ein­bart wur­de und die zu­stän­di­ge Be­hör­de des Part­ner­staa­tes die­se der be­trof­fe­nen Per­son nicht er­stat­tet hat.

2 Das Ge­such um Er­stat­tung der Be­zugs­pro­vi­si­on muss in­ner­halb von sechs Mo­na­ten nach dem Er­stat­tungs­ent­scheid des Part­ner­staa­tes schrift­lich bei der ESTV ein­ge­reicht wer­den.

3. Abschnitt: Erhebung einer abgeltenden Steuer

Art. 12 Grundsätze  

1 Die schwei­ze­ri­schen Zahl­stel­len er­he­ben ei­ne ab­gel­ten­de Steu­er auf Ka­pi­tal­ein­künf­ten nach Mass­ga­be des an­wend­ba­ren Ab­kom­mens.

2 Sie sper­ren die Ver­mö­gens­wer­te ei­ner be­trof­fe­nen Per­son, so­bald sie Kennt­nis von de­ren Tod ha­ben, und er­he­ben ei­ne ab­gel­ten­de Steu­er nach Mass­ga­be des an­wend­ba­ren Ab­kom­mens.

Art. 13 Sperrung im Erbschaftsfall  

1 Die be­rech­tig­te Per­son oder ei­ne an­de­re Per­son, die ein schutz­wür­di­ges In­ter­es­se hat, kann ge­gen­über der schwei­ze­ri­schen Zahl­stel­le schrift­lich er­klä­ren, dass sie mit der Sper­rung nicht ein­ver­stan­den ist. Die schwei­ze­ri­sche Zahl­stel­le be­müht sich mit der be­rech­tig­ten Per­son oder der an­de­ren Per­son um ei­ne ein­ver­nehm­li­che Lö­sung in Über­ein­stim­mung mit dem an­wend­ba­ren Ab­kom­men. In­ner­halb von 60 Ta­gen nach Zu­stel­lung die­ser schrift­li­chen Er­klä­rung be­stä­tigt die schwei­ze­ri­sche Zahl­stel­le der be­rech­tig­ten Per­son oder der an­de­ren Per­son schrift­lich die Sper­rung der Ver­mö­gens­wer­te oder in­for­miert sie über de­ren Auf­he­bung.

2 Die be­rech­tig­te Per­son oder die an­de­re Per­son kann in­ner­halb von 30 Ta­gen nach Zu­stel­lung der Be­stä­ti­gung der Sper­rung der Ver­mö­gens­wer­te bei der ESTV schrift­lich den Er­lass ei­ner Ver­fü­gung be­an­tra­gen. Die­se un­ter­liegt der Be­schwer­de nach den all­ge­mei­nen Be­stim­mun­gen über die Bun­des­rechts­pfle­ge.

Art. 14 Steuererhebung  

1 Die be­trof­fe­ne Per­son, die be­rech­tig­te Per­son oder die an­de­re Ver­trags­par­tei kann in­ner­halb von 30 Ta­gen nach Zu­stel­lung ge­gen­über der schwei­ze­ri­schen Zahl­stel­le schrift­lich er­klä­ren, dass sie mit de­ren re­le­van­tem Be­leg zur ab­gel­ten­den Steu­er nicht ein­ver­stan­den ist. Die schwei­ze­ri­sche Zahl­stel­le be­müht sich mit der be­trof­fe­nen Per­son, der be­rech­tig­ten Per­son oder der an­de­ren Ver­trags­par­tei um ei­ne ein­ver­nehm­li­che Lö­sung in Über­ein­stim­mung mit dem an­wend­ba­ren Ab­kom­men. In­ner­halb von 60 Ta­gen nach Zu­stel­lung die­ser schrift­li­chen Er­klä­rung er­stellt die schwei­ze­ri­sche Zahl­stel­le einen neu­en Be­leg oder be­stä­tigt die Gül­tig­keit des ers­ten Be­legs.

2 Ein Be­leg gilt als ge­neh­migt, so­fern die be­trof­fe­ne Per­son, die be­rech­tig­te Per­son oder die an­de­re Ver­trags­par­tei nicht in­ner­halb von 30 Ta­gen nach Zu­stel­lung des neu­en Be­legs oder der Be­stä­ti­gung der Gül­tig­keit des ers­ten Be­legs bei der ESTV schrift­lich den Er­lass ei­ner Ver­fü­gung be­an­tragt. Die­se un­ter­liegt der Be­schwer­de nach den all­ge­mei­nen Be­stim­mun­gen über die Bun­des­rechts­pfle­ge.

3 Ei­ne zu Un­recht er­ho­be­ne Steu­er kann durch die schwei­ze­ri­sche Zahl­stel­le in­ner­halb von fünf Jah­ren be­rich­tigt wer­den, so­fern si­cher­ge­stellt ist, dass für die ent­spre­chen­den Ka­pi­tal­ein­künf­te oder den ent­spre­chen­den Erb­schafts­fall im Part­ner­staat we­der ei­ne An­rech­nung noch ei­ne Rück­er­stat­tung be­an­sprucht wor­den ist oder noch be­an­sprucht wird.

Art. 15 Überweisung an die ESTV  

1 Die schwei­ze­ri­schen Zahl­stel­len über­wei­sen die er­ho­be­ne Steu­er auf Ka­pi­tal­ein­künf­ten in­nert 30 Ta­gen nach Ab­lauf je­des Vier­tel­jah­res an die ESTV.

2 Sie ge­ben bei der Über­wei­sung an, wie die Be­trä­ge den ver­schie­de­nen Ka­te­go­ri­en von Ka­pi­tal­ein­künf­ten ge­mä­ss dem an­wend­ba­ren Ab­kom­men zu­zu­ord­nen sind.

3 Sie über­wei­sen die im Erb­schafts­fall er­ho­be­ne Steu­er in­ner­halb der im an­wend­ba­ren Ab­kom­men fest­ge­leg­ten Fris­ten an die ESTV. Gleich­zei­tig über­mit­teln sie der ESTV die im an­wend­ba­ren Ab­kom­men vor­ge­se­he­nen In­for­ma­tio­nen.

Art. 16 Meldung  

1 Liegt ei­ne aus­drück­li­che Er­mäch­ti­gung durch die be­trof­fe­ne Per­son, die be­rech­tig­te Per­son oder die an­de­re Ver­trags­par­tei vor, so über­mit­telt die schwei­ze­ri­sche Zahl­stel­le der ESTV die im an­wend­ba­ren Ab­kom­men fest­ge­hal­te­nen In­for­ma­tio­nen in­ner­halb der im Ab­kom­men fest­ge­leg­ten Fris­ten.

2 Die Mel­dung er­folgt oh­ne Er­mäch­ti­gung, wenn das an­wend­ba­re Ab­kom­men dies vor­sieht.

3 Ei­ne Er­mäch­ti­gung zur Mel­dung von Ka­pi­tal­ein­künf­ten kann wi­der­ru­fen wer­den durch:

a.
die be­trof­fe­ne Per­son, ih­re Rechts­nach­fol­ge­rin­nen oder Rechts­nach­fol­ger;
b.
die an­de­re Ver­trags­par­tei, ih­re Rechts­nach­fol­ge­rin­nen oder Rechts­nach­fol­ger.

4 Die Er­mäch­ti­gung bleibt bis zum Ein­tref­fen ei­nes aus­drück­li­chen Wi­der­rufs bei der schwei­ze­ri­schen Zahl­stel­le gül­tig. Der Wi­der­ruf ist nur gül­tig, wenn die wi­der­ru­fen­de Per­son die an­stel­le der Mel­dung ge­schul­de­te Steu­er ge­gen­über der schwei­ze­ri­schen Zahl­stel­le si­cher­stellt.

5 Ei­ne Er­mäch­ti­gung zur Mel­dung im Erb­schafts­fall ist un­wi­der­ruf­lich.

6 Die schwei­ze­ri­sche Zahl­stel­le kann ei­ne be­reits er­folg­te Mel­dung spä­tes­tens bis zum Ab­lauf der im an­wend­ba­ren Ab­kom­men fest­ge­leg­ten Frist zur Über­mitt­lung der Mel­dun­gen an die ESTV wi­der­ru­fen. Muss in die­sem Fall ei­ne Steu­er er­ho­ben wer­den, so hat die schwei­ze­ri­sche Zahl­stel­le die­se un­ver­züg­lich der ESTV zu über­wei­sen.

Art. 17 Überweisung und Übermittlung an die Partnerstaaten  

Die ESTV über­weist die er­hal­te­ne Steu­er und über­mit­telt die Mel­dun­gen so­wie die wei­te­ren In­for­ma­tio­nen nach dem an­wend­ba­ren Ab­kom­men in­ner­halb der dar­in fest­ge­leg­ten Fris­ten an die zu­stän­di­gen Be­hör­den der Part­ner­staa­ten.

Art. 18 Verjährung  

1 Der An­spruch ge­gen­über der schwei­ze­ri­schen Zahl­stel­le auf Über­wei­sung der Steu­er oder auf Über­mitt­lung der Mel­dung ver­jährt fünf Jah­re nach Ab­lauf des Ka­len­der­jah­res, in dem die Steu­er zu über­wei­sen oder die Mel­dung zu über­mit­teln war.

2 Die Ver­jäh­rung wird durch je­de auf die Gel­tend­ma­chung der Steu­er oder der Mel­dung ge­rich­te­te Amts­hand­lung un­ter­bro­chen, die ei­ner schwei­ze­ri­schen Zahl­stel­le zur Kennt­nis ge­bracht wird. Mit der Un­ter­bre­chung be­ginnt die Ver­jäh­rung von Neu­em.

3 Die Ver­jäh­rung tritt spä­tes­tens 15 Jah­re nach Ab­lauf des Ka­len­der­jah­res ein, in dem die Steu­er zu über­wei­sen oder die Mel­dung zu über­mit­teln war.

Art. 19 Steuersatzänderungen  

1 Die sich aus den Ab­kom­men er­ge­ben­den Auf­ga­ben im Zu­sam­men­hang mit Steu­er­sat­z­än­de­run­gen wer­den vom Staats­se­kre­ta­ri­at für in­ter­na­tio­na­le Fi­nanz­fra­gen (SIF) wahr­ge­nom­men.

2 Die Än­de­rung der in den Ab­kom­men fest­ge­leg­ten Steu­er­sät­ze ist dem Bun­des­rat zur Ge­neh­mi­gung zu un­ter­brei­ten.

3 Die ESTV ver­öf­fent­licht in Zu­sam­men­ar­beit mit dem SIF un­ver­züg­lich je­de Steu­er­sat­z­än­de­rung und sorgt da­für, dass die­se al­len an­ge­mel­de­ten schwei­ze­ri­schen Zahl­stel­len be­kannt wird.

4. Abschnitt: Abgeltungszahlung

Art. 20  

1 Sieht das an­wend­ba­re Ab­kom­men ei­ne Ab­gel­tungs­zah­lung vor, so zieht die schwei­ze­ri­sche Zahl­stel­le auf der Be­mes­sungs­grund­la­ge, die dem Steu­er­rück­be­halt nach dem Zins­be­steue­rungs­ab­kom­men4 zu­grun­de liegt, ei­ne Ab­gel­tungs­zah­lung ab. Die­se be­misst sich nach der Dif­fe­renz zwi­schen dem im Ab­kom­men vor­ge­se­he­nen Steu­er­satz und dem Steu­er­satz des Steu­er­rück­be­halts.

2 Die Ab­gel­tungs­zah­lung wird in Fran­ken be­rech­net und ab­ge­zo­gen. Geht die Zins­zah­lung in Fremd­wäh­rung ein, so wird sie zum Kurs am Tag der Kun­den­ab­rech­nung um­ge­rech­net.

3 Die schwei­ze­ri­schen Zahl­stel­len über­wei­sen die er­ho­be­nen Ab­gel­tungs­zah­lun­gen jähr­lich spä­tes­tens bis zum 31. März des auf die Zins­zah­lung fol­gen­den Jah­res an die ESTV.

4 Die ESTV über­weist die er­hal­te­nen Ab­gel­tungs­zah­lun­gen jähr­lich spä­tes­tens sechs Mo­na­te nach dem En­de des schwei­ze­ri­schen Steu­er­jah­res an die zu­stän­di­gen Be­hör­den der Part­ner­staa­ten.

5 Die Ar­ti­kel 14 und 18 sind sinn­ge­mä­ss an­wend­bar.

5. Abschnitt: Gemeinsame Bestimmungen für die steuerliche Regularisierung, die Erhebung einer abgeltenden Steuer und die Abgeltungszahlung

Art. 21 Organisation und Verfahren  

1 Die ESTV sorgt für die rich­ti­ge An­wen­dung der Vor­schrif­ten der Ab­kom­men und die­ses Ge­set­zes, so­weit die­ses nichts an­de­res be­stimmt.

2 Sie er­lässt al­le Ver­fü­gun­gen und trifft al­le Ent­schei­de, die für die An­wen­dung die­ser Vor­schrif­ten not­wen­dig sind.

3 Sie kann die Ver­wen­dung be­stimm­ter For­mu­la­re auf Pa­pier oder in elek­tro­ni­scher Form vor­schrei­ben und Wei­sun­gen er­las­sen.

4 Aus­ser­halb der Er­folgs­rech­nung des Bun­des wer­den auf Bi­lanz­kon­ten ver­bucht:

a.
die Über­wei­sun­gen der schwei­ze­ri­schen Zahl­stel­len und der Ab­wick­lungs­ge­sell­schaft an die ESTV, so­weit es sich nicht um Be­zugs­pro­vi­sio­nen (Art. 11) oder Ver­zugs­zin­sen (Art. 24) han­delt;
b.
die Über­wei­sun­gen der ESTV an die zu­stän­di­ge Be­hör­de der Part­ner­staa­ten.5

5 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 2 des BG vom 19. Ju­ni 2015 (Op­ti­mie­rung Neu­es Rech­nungs­mo­dell), in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 4009; BBl 2014 9329).

Art. 22 Statistik  

1 Die ESTV führt Sta­tis­ti­ken, so­weit es zur Er­fül­lung ih­rer ge­setz­li­chen Auf­ga­ben er­for­der­lich ist.

2 Sie ver­öf­fent­licht ei­ne Zu­sam­men­fas­sung der Sta­tis­ti­ken.

Art. 23 Auskunftspflicht  

Schwei­ze­ri­sche Zahl­stel­len ha­ben der ESTV Aus­kunft über al­le Tat­sa­chen zu er­tei­len, die für die Um­set­zung der Ab­kom­men und die­ses Ge­set­zes re­le­vant sind.

Art. 24 Verzugszins  

1 Auf Ein­mal­zah­lun­gen, ab­gel­ten­den Steu­ern und Ab­gel­tungs­zah­lun­gen, die der ESTV ver­spä­tet über­wie­sen wer­den, ist oh­ne Mah­nung ein Ver­zugs­zins nach Ab­lauf der in die­sem Ge­setz fest­ge­leg­ten Fris­ten bis zum Da­tum des Ein­gangs ge­schul­det.

2 Das Eid­ge­nös­si­sche Fi­nanz­de­par­te­ment (EFD) be­stimmt den Zins­satz.

6. Abschnitt: Verhältnis zu anderen Steuern

Art. 25  

1 Die schwei­ze­ri­sche Zahl­stel­le hat An­spruch auf die Rück­er­stat­tung der Ver­rech­nungs­steu­er be­züg­lich Ka­pi­tal­ein­künf­ten, von de­nen ei­ne ab­gel­ten­de Steu­er nach Mass­ga­be des an­wend­ba­ren Ab­kom­mens ab­ge­zo­gen wor­den ist. Vor­be­hal­ten bleibt die nicht rück­for­der­ba­re Ver­rech­nungs­steu­er (Re­si­du­al­steu­er) nach dem Dop­pel­be­steue­rungs­ab­kom­men zwi­schen der Schweiz und dem An­säs­sig­keits­staat der be­trof­fe­nen Per­son. Die schwei­ze­ri­sche Zahl­stel­le ver­langt die Ver­rech­nungs­steu­er in ei­ge­nem Na­men und auf Rech­nung der be­trof­fe­nen Per­son von der ESTV zu­rück. Sie darf der be­trof­fe­nen Per­son kei­ne Be­schei­ni­gung über den Ab­zug der Ver­rech­nungs­steu­er aus­stel­len.

2 Die schwei­ze­ri­sche Zahl­stel­le kann die Ver­rech­nungs­steu­er mo­nat­lich nach Ab­lauf des Ka­len­der­mo­nats, in wel­chem die Ver­rech­nungs­steu­er­for­de­rung ent­stan­den ist, bei der ESTV zu­rück­for­dern.

3 Die ESTV kann für die Rück­er­stat­tung der Ver­rech­nungs­steu­er kür­ze­re Ab­rech­nungs­fris­ten vor­se­hen.

7. Abschnitt: Vorauszahlung durch schweizerische Zahlstellen

Art. 26 Leistung der Vorauszahlung  

1 Sieht das an­wend­ba­re Ab­kom­men ei­ne Vor­aus­zah­lung vor, so sor­gen die schwei­ze­ri­schen Zahl­stel­len für die Grün­dung ei­ner Ab­wick­lungs­ge­sell­schaft, wel­che die Rech­te und ad­mi­nis­tra­ti­ven Pflich­ten der schwei­ze­ri­schen Zahl­stel­len im Zu­sam­men­hang mit der Ab­wick­lung der Vor­aus­zah­lung über­nimmt.

2 Die Ab­wick­lungs­ge­sell­schaft haf­tet un­ter Vor­be­halt von Ab­satz 3 nicht für Ver­pflich­tun­gen un­ter dem an­wend­ba­ren Ab­kom­men und die­sem Ab­schnitt. Sie hat der ESTV Aus­kunft über al­le Tat­sa­chen zu er­tei­len, die für die Um­set­zung die­ses Ab­schnitts re­le­vant sind.

3 Der Bun­des­rat legt den Zeit­punkt fest, in dem die Vor­aus­zah­lung an die ESTV fäl­lig wird. Zu­dem legt er die Frist fest, in­ner­halb wel­cher die Ab­wick­lungs­ge­sell­schaft ge­gen­über der ESTV ei­ne un­wi­der­ruf­li­che Kre­dit­zu­sa­ge ab­ge­ben muss. Ist der Be­trag der un­wi­der­ruf­li­chen Kre­dit­zu­sa­ge klei­ner als der im an­wend­ba­ren Ab­kom­men fest­ge­leg­te Be­trag der Vor­aus­zah­lung, so muss die Ab­wick­lungs­ge­sell­schaft in­ner­halb die­ser Frist der ESTV mit­tei­len, wel­che schwei­ze­ri­schen Zahl­stel­len sich be­tei­li­gen und wie gross de­ren Bei­trag an die Vor­aus­zah­lung ist.

4 Ist der im an­wend­ba­ren Ab­kom­men fest­ge­leg­te Be­trag am Tag der durch den Bun­des­rat fest­ge­leg­ten Fäl­lig­keit nicht voll­stän­dig ge­leis­tet wor­den, so er­lässt die ESTV die für ei­ne frist­ge­rech­te Leis­tung der Vor­aus­zah­lung not­wen­di­gen Zah­lungs­ver­fü­gun­gen.

5 Sie er­lässt Zah­lungs­ver­fü­gun­gen an schwei­ze­ri­sche Zahl­stel­len, de­ren An­teil grös­ser ist als 0,5 Pro­zent des in Be­zug auf den Part­ner­staat nach dem Zins­be­steue­rungs­ab­kom­men6 er­ho­be­nen Steu­er­rück­be­halts. Mass­ge­bend ist der An­teil auf­grund der letz­ten sta­tis­ti­schen An­ga­ben, wel­che die Zahl­stel­len der ESTV vor Un­ter­zeich­nung des an­wend­ba­ren Ab­kom­mens ge­lie­fert ha­ben. Der Be­trag der Vor­aus­zah­lung wird auf die­se Zahl­stel­len nach Mass­ga­be ih­res An­teils auf­ge­teilt.

6 Die ESTV er­lässt kei­ne Zah­lungs­ver­fü­gun­gen an die­je­ni­gen Zahl­stel­len, die sich an der Ab­wick­lungs­ge­sell­schaft be­tei­li­gen, so­fern der von der Ab­wick­lungs­ge­sell­schaft ge­leis­te­te Bei­trag die Sum­me der auf die­se Zahl­stel­len ent­fal­len­den Bei­trä­ge an die Vor­aus­zah­lung voll­um­fäng­lich deckt. An­dern­falls zieht die ESTV den von ei­ner Zahl­stel­le be­reits be­zahl­ten Bei­trag von der je­wei­li­gen Zah­lungs­ver­fü­gung ab, so­fern sie von der Bei­trags­zah­lung si­che­re Kennt­nis hat.

7 Die ESTV über­weist den schwei­ze­ri­schen Zahl­stel­len oder der Ab­wick­lungs­ge­sell­schaft den Be­trag der mit der Vor­aus­zah­lung ver­rech­ne­ten Ein­mal­zah­lun­gen nach Mass­ga­be von de­ren An­teil an der Vor­aus­zah­lung.

Art. 27 Sicherstellung und Verfahrensvorschriften  

1 Die ESTV kann die Vor­aus­zah­lung oder Tei­le da­von, auch wenn die Vor­aus­zah­lung noch nicht fäl­lig ist, si­cher­stel­len las­sen, wenn der Be­zug als ge­fähr­det er­scheint. Sie gibt in der Si­cher­stel­lungs­ver­fü­gung den si­cher­zu­stel­len­den Be­trag und die Stel­le an, wel­che die Si­cher­hei­ten ent­ge­gen­nimmt.

2 Die Stel­le, wel­che die Si­cher­hei­ten ent­ge­gen­nimmt, ist nur dann zu de­ren Her­aus­ga­be be­rech­tigt, wenn ei­ne rechts­kräf­ti­ge Ver­fü­gung dies an­ord­net oder die be­trof­fe­ne schwei­ze­ri­sche Zahl­stel­le und die ESTV ge­mein­sam ei­ne ent­spre­chen­de schrift­li­che Er­klä­rung ab­ge­ben.

3 Ge­gen Si­cher­stel­lungs­ver­fü­gun­gen der ESTV kann beim Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt Be­schwer­de ge­führt wer­den. Die Be­schwer­de hat kei­ne auf­schie­ben­de Wir­kung.

Art. 28 Ausfall  

1 Kann die ge­leis­te­te Vor­aus­zah­lung nicht voll­stän­dig mit Ein­mal­zah­lun­gen ver­rech­net wer­den, so er­lässt die ESTV die not­wen­di­gen Zah­lungs­ver­fü­gun­gen. Die­se rich­ten sich an schwei­ze­ri­sche Zahl­stel­len, de­ren An­teil grös­ser ist als 0,01 Pro­zent des in Be­zug auf den Part­ner­staat nach dem Zins­be­steue­rungs­ab­kom­men7 er­ho­be­nen Steu­er­rück­be­halts. Mass­ge­bend ist der An­teil auf­grund der letz­ten sta­tis­ti­schen An­ga­ben, wel­che die Zahl­stel­len der ESTV vor Un­ter­zeich­nung des an­wend­ba­ren Ab­kom­mens ge­lie­fert ha­ben.

2 Der nicht ver­rech­ne­te Be­trag der Vor­aus­zah­lung wird auf die­se Zahl­stel­len nach Mass­ga­be ih­res An­teils auf­ge­teilt. Hat ei­ne Zahl­stel­le einen Bei­trag an die Vor­aus­zah­lung ge­leis­tet, so wird die Dif­fe­renz zwi­schen die­sem Bei­trag und den nach Ar­ti­kel 26 Ab­satz 7 über­wie­se­nen Be­trä­gen von die­sem An­teil ab­ge­zo­gen.

3 Die ESTV über­weist die ein­ge­zo­ge­nen Be­trä­ge den Zahl­stel­len so, dass die­se den Aus­fall nach Mass­ga­be ih­res An­teils nach Ab­satz 1 tra­gen.

4 Ar­ti­kel 38 ist sinn­ge­mä­ss an­wend­bar.

8. Abschnitt: Aus der Schweiz abgezogene Vermögenswerte

Art. 29 Zuständige schweizerische Behörde  

Die sich aus dem Ab­kom­men er­ge­ben­den Auf­ga­ben im Zu­sam­men­hang mit aus der Schweiz ab­ge­zo­ge­nen Ver­mö­gens­wer­ten wer­den vom SIF wahr­ge­nom­men.

Art. 30 Statistische Erhebung betreffend Zielstaaten  

1 Sieht das an­wend­ba­re Ab­kom­men vor, dass dem Part­ner­staat Ziel­staa­ten oder ‑ter­ri­to­ri­en ab­ge­zo­ge­ner Ver­mö­gens­wer­te mit­ge­teilt wer­den, so mel­den die schwei­ze­ri­schen Zahl­stel­len dem SIF spä­tes­tens neun Mo­na­te nach dem Stich­tag 3 die fol­gen­den sta­tis­ti­schen An­ga­ben:

a.
die An­zahl der be­trof­fe­nen Per­so­nen, die ihr Kon­to oder De­pot zwi­schen der Un­ter­zeich­nung des an­wend­ba­ren Ab­kom­mens und dem Stich­tag 3 auf­ge­löst ha­ben, auf­ge­teilt nach Ziel­staat oder -ter­ri­to­ri­um, wo­hin die Ver­mö­gens­wer­te ver­scho­ben wur­den;
b.
das Vo­lu­men der Ver­mö­gen, die von be­trof­fe­nen Per­so­nen, die ihr Kon­to oder De­pot zwi­schen der Un­ter­zeich­nung des an­wend­ba­ren Ab­kom­mens und dem Stich­tag 3 auf­ge­löst ha­ben, ver­scho­ben wur­den, auf­ge­teilt nach Ziel­staat oder -ter­ri­to­ri­um, wo­hin die Ver­mö­gens­wer­te ver­scho­ben wur­den.

2 Ver­schiebt ei­ne be­trof­fe­ne Per­son ih­re im Zeit­punkt der Un­ter­zeich­nung auf dem Kon­to oder De­pot ver­buch­ten Ver­mö­gens­wer­te in ver­schie­de­ne Staa­ten oder Ter­ri­to­ri­en, so:

a.
wird sie bei der Zäh­lung der be­trof­fe­nen Per­so­nen dem Staat oder Ter­ri­to­ri­um zu­ge­teilt, wo­hin sie den gröss­ten Be­trag ver­scho­ben hat;
b.
wer­den die ver­scho­be­nen Ver­mö­gens­wer­te bei der Zäh­lung der Vo­lu­men auf die Staa­ten und Ter­ri­to­ri­en auf­ge­teilt, in die sie ver­scho­ben wur­den.

3 Die schwei­ze­ri­schen Zahl­stel­len er­stel­len die sta­tis­ti­schen An­ga­ben ge­stützt auf die Be­wer­tung der Ver­mö­gens­wer­te am Stich­tag 2.

9. Abschnitt: Sicherung des Abkommenszwecks

Art. 31 Informationsersuchen  

1 Er­su­chen ei­nes Part­ner­staa­tes müs­sen schrift­lich in ei­ner schwei­ze­ri­schen Amtss­pra­che oder in Eng­lisch ge­stellt wer­den und die im an­wend­ba­ren Ab­kom­men vor­ge­se­he­nen An­ga­ben ent­hal­ten.

2 Sind die­se Vor­aus­set­zun­gen nicht er­füllt, so teilt die ESTV dies der zu­stän­di­gen Be­hör­de des Part­ner­staa­tes schrift­lich mit und gibt ihr Ge­le­gen­heit, ihr Er­su­chen schrift­lich zu er­gän­zen.

Art. 32 Informationsbeschaffung  

1 Die ESTV ver­langt von den Ban­ken und den an­de­ren bei der ESTV an­ge­mel­de­ten schwei­ze­ri­schen Zahl­stel­len die Her­aus­ga­be der im an­wend­ba­ren Ab­kom­men vor­ge­se­he­nen In­for­ma­tio­nen. Sie setzt hier­für ei­ne Frist.

2 Die Ban­ken und die an­de­ren bei der ESTV an­ge­mel­de­ten schwei­ze­ri­schen Zahl­stel­len müs­sen der ESTV mit­tei­len, ob die im Er­su­chen ge­nann­te Per­son an ei­nem Kon­to oder De­pot nut­zungs­be­rech­tigt ist. Sie müs­sen al­le re­le­van­ten In­for­ma­tio­nen her­aus­ge­ben, die sich in ih­rem Be­sitz oder un­ter ih­rer Kon­trol­le be­fin­den.

3 Die zu­stän­di­ge Be­hör­de des Part­ner­staa­tes hat kei­nen An­spruch auf Ak­ten­ein­sicht oder An­we­sen­heit bei den Ver­fah­rens­hand­lun­gen in der Schweiz. Sie darf ins­be­son­de­re nicht al­lein Prü­fun­gen vor Ort bei den Ban­ken und den an­de­ren bei der ESTV an­ge­mel­de­ten schwei­ze­ri­schen Zahl­stel­len durch­füh­ren.

4 Die Kos­ten aus der In­for­ma­ti­ons­be­schaf­fung wer­den nicht er­stat­tet.

Art. 33 Information der beschwerdeberechtigten Personen  

Die ESTV in­for­miert die im Er­su­chen ge­nann­te Per­son und wei­te­re Per­so­nen, von de­ren Be­schwer­de­be­rech­ti­gung nach Ar­ti­kel 48 des Ver­wal­tungs­ver­fah­rens­ge­set­zes vom 20. De­zem­ber 19688 (VwVG) sie auf­grund der Ak­ten aus­ge­hen muss, über das Er­su­chen, so­fern nach dem an­wend­ba­ren Ab­kom­men das Be­ste­hen ei­nes Kon­tos oder De­pots ge­mel­det wer­den muss.

Art. 34 Angaben zur Festlegung der Anzahl Ersuchen  

1 Die ESTV führt Sta­tis­ti­ken, so­weit dies zur Er­fül­lung ih­rer ge­setz­li­chen Auf­ga­ben im Zu­sam­men­hang mit der Si­che­rung des Ab­kom­mens­zwecks er­for­der­lich ist.

2 Es be­steht kein Recht auf Zu­gang zu die­sen In­for­ma­tio­nen.

Art. 35 Anwendbares Verfahrensrecht  

So­weit die Be­stim­mun­gen die­ses Ab­schnitts nichts an­de­res vor­se­hen, ist die Steu­er­amts­hil­fe­ge­setz­ge­bung sinn­ge­mä­ss an­wend­bar.

10. Abschnitt: Kontrolle und Verfahrensvorschriften

Art. 36 Kontrolle  

1 Die ESTV über­prüft die Er­fül­lung der Pflich­ten der schwei­ze­ri­schen Zahl­stel­len im Zu­sam­men­hang mit der Durch­füh­rung der Ab­kom­men.

2 Sie kann zur Ab­klä­rung des Sach­ver­hal­tes:

a.
die Ge­schäfts­bü­cher, die Be­le­ge und an­de­re Ur­kun­den der schwei­ze­ri­schen Zahl­stel­le an Ort und Stel­le über­prü­fen oder de­ren Her­aus­ga­be ver­lan­gen;
b.
Aus­künf­te schrift­lich und münd­lich ein­ho­len;
c.
Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter der schwei­ze­ri­schen Zahl­stel­le zur Ein­ver­nah­me vor­la­den.

3 Stellt sie fest, dass die schwei­ze­ri­sche Zahl­stel­le ih­ren Pflich­ten nicht oder man­gel­haft nach­ge­kom­men ist, so gibt sie ihr Ge­le­gen­heit, zu den fest­ge­stell­ten Män­geln Stel­lung zu neh­men.

4 Kön­nen sich die schwei­ze­ri­sche Zahl­stel­le und die ESTV nicht ei­ni­gen, so er­lässt die ESTV ei­ne Ver­fü­gung.

5 Auf An­trag er­lässt die ESTV ei­ne Fest­stel­lungs­ver­fü­gung über:

a.
die Zahl­stel­le­nei­gen­schaft;
b.
die Grund­la­gen der Er­he­bung der Ein­mal­zah­lun­gen, der ab­gel­ten­den Steu­er oder der Ab­gel­tungs­zah­lung;
c.
den In­halt der Mel­dun­gen nach Ar­ti­kel 6 oder 16;
d.
den In­halt der Be­schei­ni­gun­gen.

6 Die ESTV er­ar­bei­tet jähr­lich einen zu­sam­men­fas­sen­den Be­richt über die wich­tigs­ten Er­geb­nis­se der im Vor­jahr durch­ge­führ­ten Kon­trol­len. Sie ver­fasst den Be­richt so, dass kei­ne Rück­schlüs­se auf ein­zel­ne schwei­ze­ri­sche Zahl­stel­len mög­lich sind. Das SIF über­mit­telt den Be­richt der zu­stän­di­gen Be­hör­de des Part­ner­staa­tes und ver­öf­fent­licht ei­ne Zu­sam­men­fas­sung die­ses Be­rich­tes.

Art. 37 Anwendbares Verfahrensrecht  

So­weit die­ses Ge­setz nichts an­de­res be­stimmt, ist das VwVG9 an­wend­bar.

Art. 38 Rechtsmittel  

1 Ge­gen Ver­fü­gun­gen der ESTV nach die­sem Ab­schnitt kann in­nert 30 Ta­gen nach der Er­öff­nung schrift­lich Ein­spra­che er­ho­ben wer­den.

2 Die Ein­spra­che hat die An­trä­ge zu ent­hal­ten und die zur Be­grün­dung die­nen­den Tat­sa­chen an­zu­ge­ben.

3 Ist gül­tig Ein­spra­che er­ho­ben wor­den, so über­prüft die ESTV die Ver­fü­gung oh­ne Bin­dung an die ge­stell­ten An­trä­ge und er­lässt einen be­grün­de­ten Ein­spra­cheent­scheid.

4 Der Ein­spra­cheent­scheid der ESTV un­ter­liegt der Be­schwer­de nach den all­ge­mei­nen Be­stim­mun­gen über die Bun­des­rechts­pfle­ge.

Art. 39 Geheimhaltungspflicht  

1 Wer mit dem Voll­zug der Be­stim­mun­gen der Ab­kom­men und die­ses Ge­set­zes be­traut ist oder zu de­ren Voll­zug bei­ge­zo­gen wird, hat ge­gen­über an­de­ren Amts­stel­len und Pri­va­ten über die in Aus­übung die­ser Tä­tig­keit ge­mach­ten Wahr­neh­mun­gen Still­schwei­gen zu be­wah­ren und den Ein­blick in amt­li­che Ak­ten zu ver­wei­gern.

2 Kei­ne Ge­heim­hal­tungs­pflicht be­steht für die ESTV:

a.
bei Mel­dun­gen an die Part­ner­staa­ten;
b.
bei Er­tei­lung von Aus­künf­ten im Rah­men der Si­che­rung des Ab­kom­mens­zwecks.

3 Kei­ne Ge­heim­hal­tungs­pflicht be­steht zu­dem:

a.
ge­gen­über Or­ga­nen der Rechts­pfle­ge und der Ver­wal­tung, die vom EFD im Ein­zel­fall zur Ein­ho­lung amt­li­cher Aus­künf­te bei den mit dem Voll­zug die­ses Ge­set­zes be­trau­ten Be­hör­den er­mäch­tigt wor­den sind;
b.
bei Fest­stel­lun­gen über Wi­der­hand­lun­gen ge­gen eid­ge­nös­si­sche oder kan­to­na­le Ver­wal­tungs­ge­set­ze oder ge­gen das Straf­ge­setz­buch10 (StGB), wenn das EFD die Er­mäch­ti­gung zur An­zei­ge er­teilt;
c.
so­weit da­für ei­ne ge­setz­li­che Grund­la­ge im Bun­des­recht be­steht.

4 Fest­stel­lun­gen über Drit­te, die an­läss­lich ei­ner Prü­fung nach Ar­ti­kel 36 Ab­satz 2 ei­ner schwei­ze­ri­schen Zahl­stel­le ge­macht wer­den, dür­fen nur für die Durch­füh­rung des an­wend­ba­ren Ab­kom­mens ver­wen­det wer­den.

5 Das Bank­ge­heim­nis und an­de­re ge­setz­lich ge­schütz­te Kun­den- und Be­rufs­ge­heim­nis­se sind zu wah­ren.

11. Abschnitt: Strafbestimmungen

Art. 40 Hinterziehung, Verletzung der Meldepflicht  

1 Mit Bus­se bis zu 250 000 Fran­ken wird be­straft, so­fern nicht die Ar­ti­kel 14–16 des Bun­des­ge­set­zes vom 22. März 197411 über das Ver­wal­tungs­straf­recht (VStrR) an­wend­bar sind, wer vor­sätz­lich zum ei­ge­nen Vor­teil oder zum Vor­teil ei­ner an­de­ren Per­son:

a.
ei­ne Hin­ter­zie­hung be­geht, in­dem sie oder er:
1.
der Pflicht zur Er­he­bung der Ein­mal­zah­lung, der ab­gel­ten­den Steu­er oder der Ab­gel­tungs­zah­lung nicht nach­kommt, oder
2.
die Ein­mal­zah­lun­gen, die ab­gel­ten­den Steu­ern oder die Ab­gel­tungs­zah­lun­gen nicht der ESTV über­weist;
b.
die Pflicht zur Mel­dung nach Ar­ti­kel 6 oder 16 ver­letzt.

2 Wird die Tat fahr­läs­sig be­gan­gen, so be­trägt die Bus­se bis zu 100 000 Fran­ken.

Art. 41 Gefährdung der Einmalzahlung, der abgeltenden Steuer oder der Abgeltungszahlung und der Meldung  

Mit Bus­se bis zu 20 000 Fran­ken wird be­straft, wer die Durch­füh­rung des an­wend­ba­ren Ab­kom­mens und die­ses Ge­set­zes ge­fähr­det, in­dem sie oder er vor­sätz­lich oder fahr­läs­sig:

a.
der Pflicht zur An­mel­dung nach Ar­ti­kel 3 nicht nach­kommt;
b.
im Ver­fah­ren zur Er­he­bung der Ein­mal­zah­lung, der ab­gel­ten­den Steu­er oder der Ab­gel­tungs­zah­lung oder zur Über­mitt­lung von Mel­dun­gen der Pflicht zur Ein­rei­chung von Auf­stel­lun­gen und Ab­rech­nun­gen, zur Er­tei­lung von Aus­künf­ten und zur Vor­la­ge von Be­le­gen nicht nach­kommt;
c.
als zur Ein­mal­zah­lung, zur ab­gel­ten­den Steu­er oder zur Ab­gel­tungs­zah­lung oder zur Über­mitt­lung von Mel­dun­gen ver­pflich­te­te Per­son ei­ne un­rich­ti­ge Ab­rech­nung auf­stellt oder un­rich­ti­ge Aus­künf­te er­teilt;
d.
der Pflicht zur ord­nungs­ge­mäs­sen Füh­rung und Auf­be­wah­rung der Ge­schäfts­bü­cher und Be­le­ge nicht nach­kommt; ei­ne Straf­ver­fol­gung nach Ar­ti­kel 166 StGB12 bleibt vor­be­hal­ten;
e.
die ord­nungs­ge­mäs­se Durch­füh­rung ei­ner Buch­prü­fung oder ei­ner an­de­ren amt­li­chen Kon­trol­le er­schwert, be­hin­dert oder ver­un­mög­licht; ei­ne Straf­ver­fol­gung nach den Ar­ti­keln 285 und 286 StGB bleibt vor­be­hal­ten;
f.
den An­for­de­run­gen an die Über­wei­sung der Ein­mal­zah­lung, der ab­gel­ten­den Steu­er oder der Ab­gel­tungs­zah­lung oder an die Über­mitt­lung der Mel­dun­gen nicht nach­kommt.
Art. 42 Ordnungswidrigkeiten  

Mit Bus­se bis zu 5000 Fran­ken wird be­straft, wer vor­sätz­lich oder fahr­läs­sig:

a.
dem an­wend­ba­ren Ab­kom­men, die­sem Ge­setz, ei­ner Aus­füh­rungs­ver­ord­nung oder all­ge­mei­nen Wei­sun­gen zu­wi­der­han­delt;
b.
ge­gen ei­ne an ihn oder sie ge­rich­te­te amt­li­che Ver­fü­gung ver­stösst, wel­che auf die Straf­an­dro­hung die­ses Ar­ti­kels hin­weist.
Art. 43 Informationsbeschaffung zur Sicherung des Abkommenszwecks  

Leis­tet ei­ne Bank oder ei­ne an­de­re bei der ESTV an­ge­mel­de­te schwei­ze­ri­sche Zahl­stel­le ei­ner von der ESTV un­ter Hin­weis auf die Straf­dro­hung die­ser Be­stim­mung er­gan­ge­nen voll­streck­ba­ren Ver­fü­gung zur Her­aus­ga­be von In­for­ma­tio­nen vor­sätz­lich nicht Fol­ge, so wird sie mit Bus­se bis zu 10 000 Fran­ken be­straft.

Art. 44 Verfahren  

So­weit die­ses Ge­setz nichts an­de­res be­stimmt, ist für Wi­der­hand­lun­gen ge­gen Straf­be­stim­mun­gen die­ses Ge­set­zes das VStrR13 an­wend­bar. Ver­fol­gen­de und ur­tei­len­de Be­hör­de ist die ESTV.

12. Abschnitt: Schlussbestimmungen

Art. 45 Ausführungsbestimmungen  

Der Bun­des­rat er­lässt die Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen.

Art. 46 Änderung bisherigen Rechts  

14

14 Die Än­de­rung kann un­ter AS 2013 27kon­sul­tiert wer­den.

Art. 4715  

15 Die­ser Art. ist in­zwi­schen ge­gen­stands­los.

Art. 48 Referendum und Inkrafttreten  

1 Die­ses Ge­setz un­ter­steht dem fa­kul­ta­ti­ven Re­fe­ren­dum.

2 Der Bun­des­rat be­stimmt das In­kraft­tre­ten.

In­kraft­tre­ten: 20. De­zem­ber 201216

16 BRB vom 30. Nov. 2012

Anhang

(Art. 1 Abs. 2)

Abkommen, für die dieses Gesetz gilt

1.17

2. Abkommen vom 6. Oktober 201118 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und dem Vereinigten Königreich von Grossbritannien und Nordirland über die Zusammenarbeit im Steuerbereich

3. Abkommen vom 13. April 201219 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Republik Österreich über die Zusammenarbeit in den Bereichen Steuern und Finanzmarkt

17 Diese Ziff. ist inzwischen gegenstandslos. Das Abk. vom 21. Sept. 2011 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Bundesrepublik Deutschland über die Zusammenarbeit in den Bereichen Steuern und Finanzmarkt (BBl 2012 5039) ist nicht in Kraft getreten.

18 SR 0.672.936.74

19 SR 0.672.916.33

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OIC OICa OIDAl OIDE OIE OIELFP OIFC OIFP OIFSN OILC OIMA OIMAS OIMF OIMF-FINMA Oimpauto Oimpmin OInstr pré OInstr prém DDPS Oinv OIOP OIP OIPI OIPSD OIPSD-DEFR OIS OISec OISofCA OISOS OIT OITab OITC OITE-AC OITE-PT-DFI OITE-UE-DFI OITPTh OITRV OIVS OJAr OJAR-FSTD OJM OJPM OLAA OLALA OLang OLAr OLCC OLCP OLDI OLDT OLEC OLED OLEH OLEl OLen OLFP OLG Olico OLN OLOG OLOGA OLOP OLP OLPA OLPD OLPS OLQE OLT 1 OLT 2 OLT 3 OLT 4 OLT 5 OLUsC OMA OMAA OMach OMAH OMAI OMAP OMAS OMat OMAV OMBat OMBT OMCFA OMCo OMDA OME-SCPT OMG OMi OMinTA OMJ-DFJP OMN OMN-DDPS OMO OMob OMoD OMP OMP-OFAG OMP-OFEV OMPr OMSA OMSVM OMéd OMédv OMét ONAE ONag ONCAF ONCR ONGéo ONI ONM ONo-ASR OO OOBE OOC-SCPT OOCCR-OFROU OODA OOIT OOLDI OOMA OOP EPF OOPC OOrgA OOST OOUS OPA OPAAb OPair OPAM OPAn OPAnAb OPAP OParcs OPart OPAS OPAT OPATE OPB OPBC OPBD OPBio OPC OPC-AVS-AI OPC-FINMA OPCAP OPCC OPCi OPCNP OPCo OPCy OPD OPDC OPE OPEA OPer-AH OPer-B OPer-D OPer-Fl OPer-Fo OPer-Fu Oper-IPI OPer-P OPer-S OPers OPers-EPF OPers-PDHH OPers-PDHH-DDPS OPers-PPOE OPers-PPOE-DDPS OPers-ServAS OPersT OPersTF OPESp OPF OPFCC OPFr OPGA OPha OPICChim OPICin OPIE OPM OPMA OPMéd OPN OPO OPoA OPOVA OPP 1 OPP 2 OPP 3 OPPB OPPBE OPPh OPPM OPPPS OPPr OPR OPrI OProP OPSP OPsy OPTA OPTP OPU OPubl OPuM OPVA OQPN OQuaDu OR-AVS ORA ORAb OrAc ORAgr ORaP ORAT ORB ORC ORCN ORCPL ORCPP ORCS ORCSN Ordonnance sur les systèmes d’information AC ORE I ORe-DFI OREA OREDT OREE ORegBL ORF ORFI Org CF Org ChF Org DEFR Org DETEC Org DFAE Org DFF Org DFI Org DFJP Org LRH Org-DDPS Org-OMP ORH ORIn ORInt ORM ORMI ORN ORNI OROEM ORPGAA ORPL ORPMUE ORRChim ORRTP ORS ORSA ORSec ORT ORTV OrX ORésDAlan OS OS LCart OS-FINMA OSAC OSALA OSAMal OSAR OSAss OSAv OSaVé OSaVé–DEFR–DETEC OSCi OSCi-DEFR OSCPT OSCR OSE OSEP OServAS OSEtr OSFPrHE OSIA OSIAC OSIAgr OSIAr OSIP-AFD OSIS OSIS-SRC OSites OSIVét OSJo OSL OSLing OSM OSMP OSNA OSO OSOA Osol OSPA OSPBC OSPEX OSPF OSPro OSR OSRA OSRens OSRev OSRP OSS OST-SCPT OStrA OSur-ASR OSV OsVO OT OTa-IPI OTab OTAS OTBC OTConst OTDD OTEMO OTEO OTerm OThand OTM OTN OTNI OTo OTPE OTPSP OTR 1 OTR 2 OTrA OTrans Otransa OTrD OTRF OTS OTStup-DFI OTV OTVA OTVM OTém OUC OUMin OUMR OUS OVA OVCC OVid-TP OVIS OVotE Oémol-En P: PA PFCC PPM PPMin R: RAATPF RAI RAPG RAVS RCE RCETF RCN RDE REmol-TAF REmol-TFB RFA RFPPF