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Alkoholverordnung
(AlkV)

vom 15. September 2017 (Stand am 1. Januar 2018)

Der Schweizerische Bundesrat,

gestützt auf die Artikel 70 Absatz 1 und 78 des Alkoholgesetzes vom 21. Juni 19321 (AlkG),

verordnet:

1. Kapitel: Allgemeine Bestimmungen

Art. 1 Begriffe  

(Art. 2 AlkG)

In die­ser Ver­ord­nung be­deu­ten:

a.
Ge­brann­te Was­ser: Etha­nol und Spi­ri­tuo­sen;
b.
Etha­nol: Ethyl­al­ko­hol (C2H5OH) in je­der Form und oh­ne Rück­sicht auf die Art sei­ner Her­stel­lung und sei­ner Ver­wen­dung; je­de an­de­re Al­ko­hol­art, die Trink- und Kon­sum­zwe­cken die­nen kann und den Ethyl­al­ko­hol zu er­set­zen ver­mag, gilt für die Zwe­cke die­ser Ver­ord­nung als Etha­nol;
c.
Spi­ri­tuo­se: Ge­tränk, das durch De­stil­la­ti­on oder an­de­re tech­ni­sche Ver­fah­ren ge­won­ne­nes Etha­nol ent­hält; als Spi­ri­tuo­se gilt für die Zwe­cke die­ser Ver­ord­nung auch rei­nes oder ver­dünn­tes Etha­nol, das zum mensch­li­chen Kon­sum be­stimmt ist;
d.
Aus­sch­liess­lich durch Ver­gä­rung ge­won­ne­ne al­ko­ho­li­sche Er­zeug­nis­se:
1.
die ge­mä­ss Le­bens­mit­tel­recht als Bier, Wein, Obst­wein und Frucht­wein de­fi­nier­ten Er­zeug­nis­se mit ei­nem Al­ko­hol­ge­halt von nicht mehr als 15 Vo­lu­men­pro­zen­ten oh­ne Zu­satz von ge­brann­ten Was­sern,
2.
Na­tur­wei­ne aus fri­schen Wein­trau­ben mit ei­nem Al­ko­hol­ge­halt von nicht mehr als 18 Vo­lu­men­pro­zen­ten oh­ne Zu­satz von ge­brann­ten Was­sern;
e.
Land­wirt und Land­wir­tin: Be­wirt­schaf­ter oder Be­wirt­schaf­te­rin im Sin­ne der Land­wirt­schaft­li­chen Be­griffs­ver­ord­nung vom 7. De­zem­ber 19982, der oder die einen Be­trieb mit min­des­tens 1 Hekt­are, bei Be­trie­ben mit Spe­zi­al­kul­tu­ren mit min­de­s­tens 50 Aren und bei Be­trie­ben mit Re­ben in Steil- und Ter­ras­sen­la­gen mit min­des­tens 30 Aren an­re­chen­ba­rer Nutz­flä­che führt;
f.
Land­wirt­schaft­li­che Bren­ne­rei: Haus­bren­ne­rei nach Ar­ti­kel 14 AlkG;
g.
Ge­wer­be­pro­du­zent und -pro­du­zen­tin: In­ha­ber oder In­ha­be­rin ei­nes Ge­wer­be­be­trie­bes, des­sen Jah­res­pro­duk­ti­on 200 Li­ter rei­nen Al­ko­hol re­gel­mäs­sig über­steigt;
h.
Klein­pro­du­zent und‑pro­du­zen­tin: Per­son, de­ren Jah­res­pro­duk­ti­on 200 Li­ter rei­nen Al­ko­hol nicht über­steigt.
Art. 2 Form des Behördenverkehrs  

(Art. 23 AlkG)

Auf­zeich­nun­gen und Mel­dun­gen, die zur Ver­an­la­gung er­for­der­lich sind, er­fol­gen in der von der Eid­ge­nös­si­schen Zoll­ver­wal­tung (EZV) vor­ge­schrie­be­nen Form:

a.
elek­tro­nisch; oder
b.
schrift­lich.

2. Kapitel: Herstellung gebrannter Wasser

1. Abschnitt: Konzession

Art. 3 Grundsatz  

(Art. 3 AlkG)

1 Die Kon­zes­sio­nen für das Her­stel­len oder das Rei­ni­gen von ge­brann­ten Was­sern wer­den den fol­gen­den Ka­te­go­ri­en zu­ge­ord­net:

a.
Ge­wer­be­bren­ne­rei­en;
b.
Lohn­bren­ne­rei­en;
c.
land­wirt­schaft­li­chen Bren­ne­rei­en.

2 In der Kon­zes­si­on wer­den ins­be­son­de­re die er­laub­ten Bren­ne­rei­roh­stof­fe, die Grös­se und die Leis­tung der Bren­ne­rei so­wie all­fäl­li­ge Be­din­gun­gen und Auf­la­gen fest­ge­legt.

Art. 4 Konzessionsvoraussetzungen  

(Art. 5 Abs. 4 AlkG)

1 Vor­aus­set­zung für die Kon­zes­si­ons­er­tei­lung an Ge­wer­be­bren­ne­rei­en oder Lohn­bren­ne­rei­en ist ne­ben der fach­li­chen und der per­sön­li­chen Eig­nung die Hand­lungs­fä­hig­keit der für die Ge­schäfts­füh­rung ver­ant­wort­li­chen Per­son bzw. des Ge­schäfts­in­ha­bers oder der Ge­schäfts­in­ha­be­rin.

2 Ist die­se Per­son be­reits we­gen schwe­rer oder wie­der­hol­ter Wi­der­hand­lung ge­gen das Al­ko­hol- oder das Le­bens­mit­tel­recht oder ge­gen ent­spre­chen­de aus­län­di­sche Vor­schrif­ten be­straft wor­den, so kann ihr die Kon­zes­si­on ver­wei­gert oder ent­zo­gen wer­den.

3 Ge­wer­be- und Lohn­bren­ne­rei­en müs­sen für die Fest­stel­lung der er­zeug­ten Men­ge von ge­brann­ten Was­sern über Be­häl­ter, Waa­gen oder Durch­lauf­zäh­ler ver­fü­gen, die den Be­stim­mun­gen der Mess­mit­tel­ver­ord­nung vom 15. Fe­bru­ar 20063 und den ent­spre­chen­den Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen des Eid­ge­nös­si­schen Jus­tiz- und Po­li­zei­de­par­te­men­tes ent­spre­chen.

4 Ge­wer­be­bren­ne­rei­en müs­sen für die La­ge­rung von ge­brann­ten Was­sern über Be­hält­nis­se ver­fü­gen, die den Richt­li­ni­en der EZV ent­spre­chen.

Art. 5 Gewerbebrennerei  

(Art. 4 AlkG)

Die ge­werb­li­che Kon­zes­si­on be­zeich­net die Pro­duk­te (Etha­nol und Spi­ri­tuo­sen) so­wie die Roh­stof­fe, aus de­nen die­se her­ge­stellt wer­den dür­fen.

Art. 6 Lohnbrennerei  

(Art. 13 AlkG)

In der Kon­zes­si­on der fahr­ba­ren Lohn­bren­ne­rei­en wird der Haupt­stand­ort mit der Po­st­adres­se be­zeich­net. Die wei­te­ren Stand­orte müs­sen der EZV im Vor­aus be­kannt ge­ge­ben wer­den.

Art. 7 Landwirtschaftliche Brennerei  

(Art. 14 AlkG)

Sind Land­wir­te oder Land­wir­tin­nen in­fol­ge der ört­li­chen La­ge ih­res Be­trie­bes aus­ser Stan­de, sich ei­ner Lohn­bren­ne­rei zu be­die­nen, so kann die EZV ei­nem be­nach­bar­ten Land­wirt­schafts­be­trieb die Be­wil­li­gung er­tei­len, de­ren Roh­stof­fe zu bren­nen oder ih­nen den ei­ge­nen Bren­n­ap­pa­rat aus­zu­lei­hen oder zu ver­mie­ten. Die für die ge­werb­li­che Pro­duk­ti­on vor­ge­se­he­nen Kon­troll­mass­nah­men sind sinn­ge­mä­ss an­wend­bar.

Art. 8 Änderung und Wiederaufleben der Konzession  

(Art. 14 AlkG)

1 Die EZV kann die Ver­grös­se­rung des Bla­sen­in­halts ei­ner land­wirt­schaft­li­chen Bren­ne­rei auf ma­xi­mal 150 Li­ter ge­stat­ten.

2 Land­wir­te und Land­wir­tin­nen, die ih­re Bren­ne­rei ver­nich­ten oder un­brauch­bar ma­chen, ha­ben das Recht, wäh­rend 25 Jah­ren ih­re Kon­zes­si­on zu re­ak­ti­vie­ren. Die­ses Recht ist über­trag­bar.

Art. 9 Andere Konzessionen  

(Art. 5 AlkG)

1 Klein­pro­du­zen­ten und -pro­du­zen­tin­nen, die im Zeit­punkt des In­kraft­tre­tens die­ser Ver­ord­nung ei­ne Be­wil­li­gung zum Be­nüt­zen ih­res Bren­n­ap­pa­ra­tes ha­ben, er­hal­ten ei­ne Kon­zes­si­on. Die­se ist nicht über­trag­bar.

2 Die Bren­ne­rei darf we­der in ih­rer Grös­se noch in ih­rer Leis­tung ver­än­dert wer­den.

2. Abschnitt: Kontrolle

Art. 10 Grundsatz  

(Art. 7 AlkG)

1 Die EZV kon­trol­liert die Ein­hal­tung der Kon­zes­si­ons­vor­schrif­ten.

2 Die Kon­troll­kos­ten kön­nen dem In­ha­ber oder der In­ha­be­rin der Kon­zes­si­on über­bun­den wer­den.

Art. 11 Kontrollvorrichtungen  

(Art. 7 Abs. 3 AlkG)

1 Die EZV kann Kon­troll­vor­rich­tun­gen an­ord­nen, so­weit sie sol­che als er­for­der­lich er­ach­tet. Die Kos­ten kön­nen dem In­ha­ber oder der In­ha­be­rin der Bren­ne­rei über­bun­den wer­den.

2 Die Kon­troll­vor­rich­tun­gen dür­fen nur durch die EZV an­ge­bracht und ent­fernt wer­den. Sie kann den In­ha­ber oder die In­ha­be­rin der Bren­ne­rei er­mäch­ti­gen, die Kon­troll­vor­rich­tun­gen sel­ber an­zu­brin­gen und zu ent­fer­nen.

3 Je­de Be­schä­di­gung oder Stö­rung ist un­ver­züg­lich zu mel­den.

Art. 12 Weitere Kontrollmassnahmen  

(Art. 7 AlkG)

Die EZV kann wei­te­re Kon­troll­mass­nah­men an­ord­nen, die ihr als ge­recht­fer­tigt er­schei­nen.

Art. 13 Massnahmen bei Zahlungsverzug oder Zahlungsunfähigkeit  

(Art. 6 Abs. 3 AlkG)

Die EZV kann das Her­stel­len von ge­brann­ten Was­sern ver­wei­gern oder an das Er­brin­gen ei­ner Si­cher­heits­leis­tung knüp­fen, wenn:

a.
die Zah­lung als ge­fähr­det er­scheint;
b.
ver­fal­le­ne Steu­er­schul­den vor­lie­gen;
c.
die steu­er­pflich­ti­ge Per­son mit der Zah­lung in Ver­zug ist;
d.
ein Be­trei­bungs­ver­fah­ren hän­gig ist; oder
e.
sie im Be­sitz von Ver­lust­schei­nen aus er­folg­lo­sen Be­trei­bungs- oder Kon­kurs­ver­fah­ren ist.
Art. 14 Landwirte und Landwirtinnen  

(Art. 7 AlkG)

Land­wir­te und Land­wir­tin­nen, die jähr­lich mehr als 200 Li­ter rei­nen Al­ko­hol her­stel­len, wer­den der glei­chen Kon­trol­le wie die Ge­wer­be­bren­ne­rei­en un­ter­stellt.

Art. 15 Andere Einrichtungen  

(Art. 7 Abs. 4 AlkG)

Ein­rich­tun­gen, die zur Her­stel­lung ge­brann­ter Was­ser die­nen kön­nen und für die kei­ne Kon­zes­si­on be­steht, un­ter­ste­hen eben­falls der Kon­trol­le der EZV.

3. Abschnitt: Übernahmepreise für Kernobstbrand

(Art. 11 Abs. 1 AlkG)

Art. 16  

Der Über­nah­me­preis für Kern­obst­brand ist in An­hang 1 ge­re­gelt.

3. Kapitel: Besteuerung

1. Abschnitt: Steuerpflicht

Art. 17 Mindest- und massgebender Gesamtalkoholgehalt  

(Art. 23bis AlkG)

1 Bei Er­zeug­nis­sen nach Ar­ti­kel 2 AlkG und Ar­ti­kel 23bis AlkG ist für die Be­steue­rung der dar­in ent­hal­te­ne Al­ko­hol­ge­halt mass­ge­bend.

2 Bei Er­zeug­nis­sen mit Zu­satz von ge­brann­ten Was­sern ist für die Be­steue­rung der Ge­samtal­ko­hol­ge­halt mass­ge­bend.

3 Er­zeug­nis­se mit ei­nem Al­ko­hol­ge­halt bis und mit 1,2 Vo­lu­men­pro­zen­ten wer­den fis­ka­lisch nicht be­las­tet.

Art. 18 Nicht der Besteuerung unterstellte Erzeugnisse  

(Art. 23bis AlkG)

Aus­sch­liess­lich durch Ver­gä­rung ge­won­ne­ne al­ko­ho­li­sche Er­zeug­nis­se nach Ar­ti­kel 1 Buch­sta­be d so­wie Bioetha­nol zu Treib­stoff­zwe­cken un­ter­ste­hen nicht der Be­steue­rung.

Art. 19 Steuerpflichtige  

(Art. 20, 23bis Abs. 3, 28, 32 Abs. 2 und 34 Abs. 3 AlkG)

Der Steu­er­pflicht un­ter­lie­gen:

a.
Ge­wer­be­pro­du­zen­ten und -pro­du­zen­tin­nen;
b.
Land­wir­te und Land­wir­tin­nen;
c.
Klein­pro­du­zen­ten und -pro­du­zen­tin­nen;
d.
Zoll­schuld­ner und -schuld­ne­rin­nen;
e.
Steu­er­la­ger­be­trei­ber und -be­trei­be­rin­nen;
f.
In­ha­ber und In­ha­be­rin­nen ei­ner Ver­wen­dungs­be­wil­li­gung.

2. Abschnitt: Entstehung der Steuerforderung

(Art. 23 Abs. 1bis und Abs. 4 AlkG)

Art. 20  

1 Die Steu­er­for­de­rung ent­steht:

a.
bei Ge­wer­be- so­wie bei Klein­pro­du­zen­ten und -pro­du­zen­tin­nen im Zeit­punkt der Er­zeu­gung;
b.
bei Land­wir­ten und Land­wir­tin­nen mit oder oh­ne be­grenz­tem steu­er­frei­em Ei­gen­be­darf im Zeit­punkt der Wei­ter­ga­be;
c.
bei Land­wir­ten und Land­wir­tin­nen mit be­grenz­tem steu­er­frei­em Ei­gen­be­darf auf der über die steu­er­freie Höchst­men­ge hin­aus ver­brauch­ten Men­ge mit Aus­stel­lung der Rech­nung;
d.
bei Per­so­nen, die ge­brann­te Was­ser ein­füh­ren im Zeit­punkt der Ent­ste­hung der Zoll­schuld nach Art. 69 des Zoll­ge­set­zes vom 18. März 20054.

2 Die Steu­er­for­de­rung wird mit ih­rer Ent­ste­hung fäl­lig.

3 Die Zah­lungs­frist be­trägt grund­sätz­lich 30 Ta­ge; bei Steu­er­la­gern, für die ei­ne Si­cher­heit ge­leis­tet wur­de, be­trägt sie 60 Ta­ge.

4 Die Be­stim­mun­gen über die Steu­er­la­ger und die Ver­wen­dungs­be­wil­li­gung sind vor­be­hal­ten.

3. Abschnitt: Steuerbemessung

Art. 21 Steuersatz  

(Art. 22 Abs. 1 AlkG)

Die Steu­er be­trägt 29 Fran­ken je Li­ter rei­nen Al­ko­hol.

Art. 22 Eigenbedarf  

(Art. 16 AlkG)

1 Land­wir­te und Land­wir­tin­nen kön­nen für den Ei­gen­be­darf le­dig­lich die für ih­ren Haus­halt und ih­ren Land­wirt­schafts­be­trieb er­for­der­li­chen Spi­ri­tuo­sen aus Ei­gen­ge­wächs oder selbst ge­sam­mel­tem in­län­di­schem Wild­ge­wächs steu­er­frei zu­rück­be­hal­ten.

2 Die Steu­er­frei­heit nicht be­an­spru­chen kön­nen Per­so­nen, die:

a.
ne­ben dem Land­wirt­schafts­be­trieb ei­ne Ge­wer­be­bren­ne­rei be­trei­ben;
b.
einen Land­wirt­schafts­be­trieb ver­pach­ten und sich gleich­zei­tig die Pfle­ge und die Nut­zung von Obst­bäu­men vor­be­hal­ten;
c.
Ei­gen­tü­mer oder Ei­gen­tü­me­rin ei­nes Land­wirt­schafts­be­trie­bes sind und die Nut­zung des Bo­dens un­ter den Obst­bäu­men Drit­ten über­las­sen.

3 Der An­spruch auf steu­er­frei­en Ei­gen­be­darf fällt da­hin, wenn die Vor­aus­set­zun­gen für die An­er­ken­nung als Land­wirt oder als Land­wir­tin nicht mehr er­füllt sind.

4 Fällt der steu­er­freie Ei­gen­be­darf da­hin, so wer­den vom Vor­rat an Spi­ri­tuo­sen höchs­tens 20 Li­ter zum Ei­gen­ver­brauch steu­er­frei be­las­sen.

Art. 23 Begrenzung des steuerfreien Eigenbedarfs  

(Art. 16 AlkG)

1 Die EZV kann für den steu­er­frei­en Ei­gen­be­darf ei­ne Höchst­gren­ze fest­set­zen:

a.
bei Land­wirt­schafts­be­trie­ben von öf­fent­lich-recht­li­chen Kör­per­schaf­ten oder ge­mein­nüt­zi­gen An­stal­ten, so­wie bei den Land­wirt­schafts­be­trie­ben na­tür­li­cher oder ju­ris­ti­scher Per­so­nen, die von ei­ner an­ge­stell­ten Per­son ver­wal­tet oder ge­führt wer­den;
b.
bei Land­wirt­schafts­be­trie­ben, die von ei­ner oder meh­re­ren Per­so­nen auf ge­mein­sa­me Rech­nung be­wirt­schaf­tet wer­den, wenn ei­ne oder meh­re­re die­ser Per­so­nen ei­ner wei­te­ren re­gel­mäs­si­gen Er­werbs­tä­tig­keit nach­ge­hen;
c.
bei Land­wir­ten und Land­wir­tin­nen mit klein­be­trieb­li­chen Ver­hält­nis­sen;
d.
bei Land­wir­ten und Land­wir­tin­nen, die ei­ne Be­wil­li­gung für den Aus­schank oder für den Klein­han­del mit Spi­ri­tuo­sen be­sit­zen;
e.
bei Land­wir­ten und Land­wir­tin­nen, die zur Über­nah­me von Brenn­auf­trä­gen er­mäch­tigt sind;
f.
bei Land­wir­ten und Land­wir­tin­nen, die mit dem In­ha­ber oder der In­ha­be­rin ei­ner Ge­wer­be­bren­ne­rei oder mit ei­nem ge­werb­li­chen Brenn­auf­trag­ge­ber oder ei­ner ge­werb­li­chen Brenn­auf­trag­ge­be­rin in ge­mein­sa­mem Haus­halt le­ben oder de­ren Land­wirt­schafts­be­trieb in räum­li­cher Ver­bin­dung mit ei­ner Ge­wer­be­bren­ne­rei, ei­nem Gast­ge­wer­be­be­trieb oder ei­nem ge­werb­li­chen Be­trieb steht, in dem Er­zeug­nis­se des Obst- oder Wein­baus ver­ar­bei­tet wer­den;
g.
bei Land­wir­ten und Land­wir­tin­nen, die als Mit­glied ei­ner Pro­du­zen­ten­ge­nos­sen­schaft des Wein­baus zur Ab­lie­fe­rung ih­rer ge­sam­ten Trau­be­nern­te an die Ge­nos­sen­schaft ver­pflich­tet sind, die selbst kei­ner­lei Han­del mit Spi­ri­tuo­sen be­trei­ben, und die von der Ge­nos­sen­schaft die Spi­ri­tuo­sen für den Ei­gen­be­darf be­zie­hen wol­len;
h.
bei Land­wir­ten und Land­wir­tin­nen, die sich über die recht­mäs­si­ge Ver­wen­dung des steu­er­frei­en Ei­gen­be­darfs nicht aus­wei­sen kön­nen, bei de­nen ein aus­ser­ge­wöhn­lich ho­her Ei­gen­be­darf fest­ge­stellt wird oder bei de­nen in­fol­ge be­son­de­rer Ver­hält­nis­se die Kon­trol­le der Er­zeu­gung oder Ver­wen­dung der Spi­ri­tuo­sen er­schwert ist;
i.
bei Land­wir­ten und Land­wir­tin­nen, die we­gen Wi­der­hand­lung ge­gen das Al­ko­hol­recht be­straft wor­den sind.

2 Die Höchst­gren­ze des jähr­li­chen steu­er­frei­en Ei­gen­be­darfs be­trägt 5 Li­ter Spi­ri­tuo­sen je er­wach­se­ne, im Land­wirt­schafts­be­trieb stän­dig tä­ti­ge Per­son und 1 Li­ter je Stück Gross­vieh. Die EZV kann in den Fäl­len von Ab­satz 1 Buch­sta­be h die Höchst­men­ge des steu­er­frei­en Ei­gen­be­darfs in Ab­wei­chung von die­ser Re­gel fest­set­zen.

Art. 24 Kleinproduzenten und -produzentinnen  

(Art. 22 Abs. 2 AlkG)

Die Steu­er für Klein­pro­du­zen­ten und -pro­du­zen­tin­nen wird um 30 Pro­zent er­mäs­sigt. Die Er­mäs­si­gung wird für 30 Li­ter rei­nen Al­ko­hol pro Jahr ge­währt.

4. Abschnitt: Steuerlager

Art. 25 Grundsatz  

(Art. 34 Abs. 2 und 3 AlkG)

1 In Steu­er­la­gern dür­fen ge­brann­te Was­ser, die im Ei­gen­tum des La­ger­be­trei­bers oder der La­ger­be­trei­be­rin ste­hen, un­ter Steu­er­aus­set­zung her­ge­stellt, be­wirt­schaf­tet und ge­la­gert wer­den.

2 Der Be­trieb muss so ein­ge­rich­tet sein, dass der Ein­gang, die Her­stel­lung, die Be- oder Ver­ar­bei­tung und die Ent­nah­me der Wa­ren nach­ver­folgt wer­den kön­nen.

3 Ver­kaufs­flä­chen müs­sen sicht­bar ge­kenn­zeich­net vom Steu­er­la­ger ge­trennt sein.

4 Die EZV kann wei­te­re An­for­de­run­gen fest­le­gen, die im Ein­zel­fall je nach Art der Wa­ren und der Tä­tig­kei­ten für die Ge­währ­leis­tung der Steu­er­si­cher­heit er­for­der­lich sind.

Art. 26 Bewilligungsgesuch  

(Art. 34 Abs. 3 AlkG)

1 Die steu­er­pflich­ti­ge Per­son muss das Ge­such um Be­wil­li­gung ei­nes Steu­er­la­gers bei der EZV ein­rei­chen.

2 Dem Ge­such sind die für die Be­ur­tei­lung we­sent­li­chen Un­ter­la­gen bei­zu­le­gen, ins­be­son­de­re:

a.
ein ak­tu­el­ler Aus­zug aus dem Han­dels- und dem Be­trei­bungs­re­gis­ter;
b.
die Be­zeich­nung ei­ner zeich­nungs­be­rech­tig­ten Kon­takt­per­son;
c.
An­ga­ben zur jähr­lich vor­aus­sicht­lich be­wirt­schaf­te­ten Men­ge;
d.
die Be­schrei­bung des Be­triebs mit ei­nem Si­tua­ti­ons­plan und ei­ner sche­ma­ti­schen Dar­stel­lung der An­la­gen, der La­ger­be­häl­ter und, so­fern er­for­der­lich, der Lei­tungs­sys­te­me so­wie all­fäl­li­ger Ver­kaufs­flä­chen;
e.
An­ga­ben zu den La­ger­be­häl­tern und den da­zu­ge­hö­ri­gen Mess­mit­teln;
f.
für Be­trie­be, in de­nen Spi­ri­tuo­sen oder spi­ri­tuo­sen­hal­ti­ge Er­zeug­nis­se her­ge­stellt wer­den: die Re­zep­tu­ren für die her­zu­stel­len­den Er­zeug­nis­se.
Art. 27 Sicherheitsleistung  

(Art. 34 Abs. 3 AlkG)

1 Der Be­trei­ber oder die Be­trei­be­rin ei­nes Steu­er­la­gers muss ei­ne Si­cher­heit hin­ter­le­gen. Die Si­cher­heit haf­tet für al­le For­de­run­gen, die sich aus der Al­ko­hol­steu­er­pflicht er­ge­ben. Sie darf erst frei­ge­ge­ben wer­den, wenn sämt­li­che Ver­pflich­tun­gen er­füllt sind.

2 Die zu leis­ten­de Si­cher­heit rich­tet sich nach dem durch­schnitt­li­chen jähr­li­chen La­ger­be­stand und den Men­gen, die mo­nat­lich in den steu­er­recht­lich frei­en Ver­kehr über­führt wer­den.

3 Die EZV be­stimmt die Hö­he der Si­cher­heit. Sie kann zu­sätz­li­che Auf­la­gen und einen Min­dest­be­trag fest­le­gen.

Art. 28 Voraussetzungen für eine Bewilligung  

(Art. 34 Abs. 3 AlkG)

1 Die EZV be­wil­ligt ein Steu­er­la­ger, wenn:

a.
jähr­lich min­des­tens 200 Li­ter rei­ner Al­ko­hol im Sin­ne von Ar­ti­kel 25 be­wirt­schaf­tet wer­den;
b.
die er­for­der­li­chen Si­cher­hei­ten ge­leis­tet wer­den;
c.
die Räu­me und die Be­häl­ter den An­for­de­run­gen der Kon­trol­le ge­nü­gen; und
d.
ein ord­nungs­ge­mäs­ser Ab­lauf des Ver­fah­rens und die Steu­er­si­cher­heit ge­währ­leis­tet sind.

2 Die Steu­er­la­ger­be­wil­li­gung kann be­fris­tet er­teilt und mit Auf­la­gen ver­se­hen wer­den.

3 Sie ist nicht über­trag­bar.

Art. 29 Aufzeichnungspflicht  

(Art. 34 Abs. 3 AlkG)

Der La­ger­be­trei­ber oder die La­ger­be­trei­be­rin hat über die Ein- und die Aus­gän­ge, die Vor­rä­te und die zu­ge­las­se­nen Tä­tig­kei­ten Auf­zeich­nun­gen zu füh­ren.

Art. 30 Steuerpflicht  

(Art. 34 Abs. 3 AlkG)

1 Die Steu­er­pflicht ent­steht bei der Über­füh­rung von ge­brann­ten Was­sern aus dem Steu­er­la­ger in den steu­er­recht­lich frei­en Ver­kehr oder bei der Fest­stel­lung nicht steu­er­be­frei­ter Fehl­men­gen nach Ar­ti­kel 64.

2 Wer ge­brann­te Was­ser un­ter Steu­er­aus­set­zung ex­por­tiert, bleibt bis zur Fest­stel­lung der Aus­fuhr durch die Zoll­stel­le steu­er­pflich­tig.

3 Für die Be­för­de­rung gel­ten im Üb­ri­gen die Be­stim­mun­gen von Ar­ti­kel 45.

Art. 31 Steueranmeldung und Gutschrift  

(Art. 34 Abs. 3 AlkG)

1 Steu­er­la­ger­be­trie­be ha­ben die Ein- und die Aus­gän­ge mo­nat­lich bis zum 8. Tag des Fol­ge­mo­nats bei der EZV zur Ver­an­la­gung an­zu­mel­den. Gleich­zei­tig ist der La­ger­be­stand be­kannt zu ge­ben.

2 Er­gibt sich ein Sal­do zu­guns­ten des Steu­er­la­ger­be­trie­bes, so wird ihm die­ser gut­ge­schrie­ben oder ver­rech­net.

Art. 32 Meldung von Änderungen  

(Art. 34 Abs. 3 AlkG)

Der La­ger­be­trei­ber oder die La­ger­be­trei­be­rin muss Än­de­run­gen, die Aus­wir­kun­gen auf die Steu­er­la­ger­be­wil­li­gung ha­ben, na­ment­lich Än­de­run­gen der Bau­ten, der An­la­gen oder der In­stal­la­tio­nen, vor­gän­gig mel­den.

Art. 33 Verzicht auf die Bewilligung  

(Art. 34 Abs. 3 AlkG)

1 Will der La­ger­be­trei­ber oder die La­ger­be­trei­be­rin auf die Steu­er­la­ger­be­wil­li­gung ver­zich­ten, so ist dies der EZV drei Mo­na­te im Vor­aus mit­zu­tei­len.

2 Der Ver­zicht auf die Steu­er­la­ger­be­wil­li­gung wird auf ein Mo­nats­en­de wirk­sam.

Art. 34 Entzug und Erlöschen der Bewilligung  

(Art. 34 Abs. 3 AlkG)

1 Der Ent­zug der Steu­er­la­ger­be­wil­li­gung er­folgt durch ei­ne Ver­fü­gung der EZV.

2 Die Be­wil­li­gung für ein Steu­er­la­ger er­lischt:

a.
nach Ab­lauf der Be­fris­tung;
b.
in­fol­ge ei­nes Ver­zichts;
c.
durch die Über­tra­gung des Steu­er­la­gers auf Drit­te;
d.
durch die Auf­lö­sung der ju­ris­ti­schen Per­son oder durch den Tod des La­ger­be­trei­bers oder der La­ger­be­trei­be­rin;
e.
durch die Er­öff­nung des Kon­kur­ses über den La­ger­be­trei­ber oder die La­ger­be­trei­be­rin.

3 Wird die Steu­er­la­ger­be­wil­li­gung ent­zo­gen oder er­lischt sie, so ist die Steu­er­schuld ab die­sem Zeit­punkt ge­schul­det.

5. Abschnitt: Verwendungsbewilligung

Art. 35 Grundsatz  

(Art. 32 Abs. 2 AlkG)

1 Die Ver­wen­dungs­be­wil­li­gung be­rech­tigt einen Ge­wer­be­be­trieb zum Be­zug, zur Ver­wen­dung und zur Ab­ga­be von un­ver­steu­er­tem nicht de­na­tu­rier­tem Etha­nol.

2 Der Be­trieb muss so ein­ge­rich­tet sein, dass die Ver­wen­dung des Etha­nols vom Wa­ren­ein­gang über die Ver­ar­bei­tung bis zum Ver­sand der Wa­re ver­folgt wer­den kann.

3 Der Zweck der Ver­wen­dung, die An­for­de­run­gen an die Do­ku­men­ta­ti­on der Pro­duk­ti­ons­pro­zes­se und die er­for­der­li­chen Auf­zeich­nun­gen über die ver­wen­de­ten Men­gen wer­den in der je­wei­li­gen Ver­wen­dungs­be­wil­li­gung fest­ge­legt.

4 Wer Arz­nei­mit­tel oder phar­ma­zeu­ti­sche Spe­zia­li­tä­ten her­stellt, muss im Be­sitz ei­ner ent­spre­chen­den Be­wil­li­gung nach dem Heil­mit­tel­recht sein.

Art. 36 Bewilligungsgesuch  

(Art. 32 Abs. 2 AlkG)

1 Der Be­trieb hat das Ge­such für ei­ne Ver­wen­dungs­be­wil­li­gung bei der EZV ein­zu­rei­chen.

2 Dem Ge­such sind die für die Be­ur­tei­lung we­sent­li­chen Un­ter­la­gen bei­zu­fü­gen, ins­be­son­de­re:

a.
die Be­schrei­bung der ge­werb­li­chen Tä­tig­keit oder der For­schungs­zwe­cke;
b.
die Be­schrei­bung des Be­triebs;
c.
die An­ga­be, wie vie­le Li­ter rei­ner Al­ko­hol vor­aus­sicht­lich jähr­lich un­ver­steu­ert be­zo­gen wer­den;
d.
die An­ga­be, wie vie­le Li­ter rei­ner Al­ko­hol vor­aus­sicht­lich jähr­lich steu­er­pflich­tig ab­ge­ge­ben oder ver­wen­det wer­den;
e.
An­ga­ben zur Art und Wei­se, wie die Nach­voll­zieh­bar­keit ge­währ­leis­tet und die Ver­wen­dung nach­ge­wie­sen wer­den;
f.
für Be­trie­be, die mit Etha­nol han­deln: die Plä­ne der La­ger­tanks und des Lei­tungs­sys­tems;
g.
für Be­trie­be, die Etha­nol ver­wen­den:
1.
die Be­schrei­bung der Pro­zes­se, in de­nen Etha­nol ein­ge­setzt wird,
2.
die Be­zeich­nung der her­zu­stel­len­den Er­zeug­nis­se, auf Ver­lan­gen in­klu­si­ve der Re­zep­tu­ren.
Art. 37 Voraussetzungen für eine Bewilligung  

(Art. 32 Abs. 1, 2 und 3 Bst. b AlkG)

1 Die EZV er­teilt ei­ne Ver­wen­dungs­be­wil­li­gung, wenn:

a.
es sich um ei­ne Ver­wen­dung ge­werb­li­cher Na­tur nach Ar­ti­kel 32 Ab­satz 1 AlkG oder zu For­schungs­zwe­cken han­delt;
b.
die Ver­wen­dung:
1.
der Her­stel­lung steu­er­be­frei­ter Er­zeug­nis­se dient, oder
2.
in Pro­zes­sen er­folgt, die nicht Trink- oder Kon­sum­zwe­cken die­nen;
c.
die er­for­der­li­chen Si­cher­hei­ten ge­leis­tet sind; und
d.
die Nach­voll­zieh­bar­keit ge­währ­leis­tet ist.

2 Die Ver­wen­dungs­be­wil­li­gung legt die Be­din­gun­gen für die Ver­wen­dung und die Kon­trol­le fest.

3 Sie kann be­fris­tet er­teilt und mit Auf­la­gen ver­se­hen wer­den.

4 Sie ist nicht über­trag­bar.

Art. 38 Steueranmeldung und Gutschrift  

(Art. 32 Abs. 2 AlkG)

1 Der In­ha­ber oder die In­ha­be­rin ei­ner Ver­wen­dungs­be­wil­li­gung hat bis zum 8. Tag des Fol­ge­mo­nats bei der EZV die Men­ge Etha­nol an­zu­mel­den, die steu­er­pflich­tig ver­wen­det oder zur steu­er­pflich­ti­gen Ver­wen­dung ab­ge­ge­ben wird.

2 Er­gibt sich ein Sal­do zu­guns­ten des In­ha­bers oder der In­ha­be­rin der Ver­wen­dungs­be­wil­li­gung, wird ihm oder ihr die­ser gut­ge­schrie­ben oder ver­rech­net.

Art. 39 Aufzeichnungspflicht  

(Art. 32 Abs. 2 AlkG)

1 Der In­ha­ber oder die In­ha­be­rin ei­ner Ver­wen­dungs­be­wil­li­gung hat über die Ein- und die Aus­gän­ge, die Ver­wen­dung und die La­ger­be­stän­de von Etha­nol Auf­zeich­nun­gen zu füh­ren.

2 Ein­mal jähr­lich sind die La­ger­be­stän­de fest­zu­stel­len und ist die Wa­ren­buch­hal­tung mit den fest­ge­stell­ten Be­stän­den zu er­öff­nen.

Art. 40 Meldung der Ergebnisse  

(Art. 32 Abs. 2 AlkG)

1 Der In­ha­ber oder die In­ha­be­rin ei­ner Ver­wen­dungs­be­wil­li­gung muss die jähr­li­chen Er­geb­nis­se der Wa­ren­buch­hal­tung nach den Wei­sun­gen der EZV mel­den.

2 Mel­de­pflich­tig ist, wer:

a.
Han­del mit un­ver­steu­er­tem Etha­nol be­treibt; oder
b.
mehr als 50 Li­ter rei­nen Al­ko­hol un­ver­steu­ert ver­wen­det.

3 Die Mel­dung muss bis zum 30. Tag nach Ab­schluss des Ge­schäfts- oder des Ka­len­der­jah­res ein­ge­reicht wer­den.

Art. 41 Nicht nachweisbare Verluste  

(Art. 32 Abs. 2 AlkG)

1 Der In­ha­ber oder die In­ha­be­rin ei­ner Ver­wen­dungs­be­wil­li­gung kann nicht nach­weis­ba­re Pro­duk­ti­ons- und La­ger­ver­lus­te bei der steu­er­pflich­ti­gen Ver­wen­dung von Etha­nol gel­tend ma­chen.

2 Das Eid­ge­nös­si­sche Fi­nanz­de­par­te­ment (EFD) legt die Ver­lus­te fest, die als steu­er­be­freit an­er­kannt wer­den.

Art. 42 Meldung von Änderungen  

(Art. 32 Abs. 2 AlkG)

Der In­ha­ber oder die In­ha­be­rin ei­ner Ver­wen­dungs­be­wil­li­gung muss Än­de­run­gen in der ge­werb­li­chen Tä­tig­keit, die Aus­wir­kun­gen auf die Ver­wen­dungs­be­wil­li­gung ha­ben, na­ment­lich Än­de­run­gen der Pro­duk­ti­ons­pro­zes­se, der Bau­ten oder der An­la­gen, vor­gän­gig mel­den.

Art. 43 Verzicht, Entzug und Erlöschen der Bewilligung  

(Art. 32 Abs. 2 AlkG)

Ar­ti­kel 33 und 34 fin­den ent­spre­chend An­wen­dung.

6. Abschnitt: Ethanolregister

(Art. 72 AlkG)

Art. 44  

1 Das Etha­nol­re­gis­ter dient als In­for­ma­ti­on da­für, wer ge­brann­te Was­ser un­ver­steu­ert er­wer­ben darf.

2 Fol­gen­de In­hal­te wer­den öf­fent­lich zu­gäng­lich ge­macht:

a.
Na­me oder Fir­men­be­zeich­nung;
b.
Adres­se;
c.
Re­gis­ter­num­mer;
d.
Art der Be­wil­li­gung (Steu­er­la­ger oder Ver­wen­dungs­be­wil­li­gung).

7. Abschnitt: Beförderung unter Steueraussetzung

(Art. 32 Abs. 3 Bst. a und 34 Abs. 2 AlkG)

Art. 45  

1 Je­de Be­för­de­rung von Spi­ri­tuo­sen und nicht de­na­tu­rier­tem Etha­nol un­ter Steu­er­aus­set­zung muss be­legt wer­den kön­nen.

2 Un­ter Steu­er­aus­set­zung dür­fen be­för­dert wer­den:

a.
Spi­ri­tuo­sen: zwi­schen Steu­er­la­gern;
b.
nicht de­na­tu­rier­tes Etha­nol: zwi­schen Steu­er­la­gern, zwi­schen Be­trie­ben mit Ver­wen­dungs­be­wil­li­gung oder zwi­schen Steu­er­la­gern und Be­trie­ben mit Ver­wen­dungs­be­wil­li­gung.

3 Bei der Be­för­de­rung nach Ab­satz 2 wird der Emp­fän­ger oder die Emp­fän­ge­rin mit der Be­stä­ti­gung des Wa­ren­emp­fangs steu­er­pflich­tig.

4 Der Ver­sen­der oder die Ver­sen­de­rin wird von der Steu­er be­freit, so­bald er oder sie im Be­sitz der Emp­fangs­be­stä­ti­gung ist.

5 Die für die Ein- und die Aus­fuhr zu­ge­las­se­nen Zoll­do­ku­men­te gel­ten als Nach­weis für die Be­för­de­rung von ge­brann­ten Was­sern un­ter Steu­er­aus­set­zung zwi­schen der Gren­ze und dem Steu­er­la­ger oder dem Be­trieb mit Ver­wen­dungs­be­wil­li­gung so­wie um­ge­kehrt.

6 Bei der Ein­fuhr muss die Steu­er­aus­set­zung in der Zollan­mel­dung be­an­tragt wer­den.

8. Abschnitt: Denaturierung

Art. 46 Gegenstand  

(Art. 31 Abs. 2 AlkG)

1 Etha­nol und Spi­ri­tuo­sen sind zu de­na­tu­rie­ren, wenn:

a.
sie nicht zu Trink- und Kon­sum­zwe­cken ver­wen­det wer­den;
b.
sie zu mehr als 1,2 Vo­lu­men­pro­zen­ten in ei­nem Pro­dukt ent­hal­ten sind; und
c.
die­ses Pro­dukt für den End­kon­sum be­stimmt ist.

2 Von der Pflicht zur De­na­tu­rie­rung aus­ge­nom­men sind Etha­nol, Spi­ri­tuo­sen und etha­nol- oder spi­ri­tuo­sen­hal­ti­ge Er­zeug­nis­se, die:

a.
für Le­bens- oder Arz­nei­mit­teln be­stimmt sind; oder
b.
im Rah­men der Her­stel­lung, der Ver­ar­bei­tung oder der Ver­wen­dung mit Le­bens- oder Arz­nei­mit­teln oder mit me­di­zi­nal­tech­ni­schen Er­zeug­nis­sen in di­rek­ten Kon­takt kom­men kön­nen.

3 Die EZV kann auf An­trag wei­te­re Aus­nah­men von der De­na­tu­rie­rungs­pflicht be­wil­li­gen, wenn nach­ge­wie­sen wird, dass der Ein­satz de­na­tu­rier­ten Etha­nols nicht mög­lich ist.

Art. 47 Denaturierstoffe und -prozesse  

(Art. 31 AlkG)

1 Etha­nol und Spi­ri­tuo­sen gel­ten als de­na­tu­riert, wenn dar­in min­des­tens ein von der EZV zu­ge­las­se­nes De­na­tu­rie­rungs­mit­tel in der von ihr fest­ge­leg­ten Kon­zen­tra­ti­on ent­hal­ten ist.

2 Er­zeug­nis­se oder al­ko­hol­hal­ti­ge Lö­sun­gen gel­ten als de­na­tu­riert, wenn sie bei der Her­stel­lung steu­er­be­frei­ter Er­zeug­nis­se in ei­ner Wei­se ver­än­dert wer­den, dass sie für den Men­schen nicht mehr ge­niess­bar sind.

3 Jeg­li­che Vor­keh­ren, wel­che die Wirk­sam­keit der De­na­tu­rier­stof­fe ver­min­dern sol­len, sind un­ter­sagt.

Art. 48 Gesuch um Erteilung einer Denaturierungsermächtigung  

(Art. 31 Abs. 2 AlkG)

1 Das Ge­such für ei­ne De­na­tu­rie­rungs­er­mäch­ti­gung ist bei der EZV ein­zu­rei­chen.

2 Dem Ge­such sind ins­be­son­de­re an­zu­fü­gen:

a.
die Nen­nung der für die De­na­tu­rie­rung ver­ant­wort­li­chen Per­son;
b.
die Be­schrei­bung des Be­triebs oder des La­gers;
c.
An­ga­ben zu den vor­ge­se­he­nen De­na­tu­rie­rungs­me­tho­den;
d.
An­ga­ben zu den Mess­mit­teln.
Art. 49 Voraussetzungen für die Erteilung einer Denaturierungsermächtigung  

(Art. 31 Abs. 2 AlkG)

1 Die EZV er­teilt ei­ne De­na­tu­rie­rungs­er­mäch­ti­gung, wenn:

a.
der Be­trieb ei­ne Steu­er­la­ger- oder ei­ner Ver­wen­dungs­be­wil­li­gung be­sitzt;
b.
die Nach­voll­zieh­bar­keit des De­na­tu­rie­rungs­pro­zes­ses si­cher­ge­stellt ist;
c.
der Ge­such­stel­ler oder die Ge­such­stel­le­rin nach­weist, dass ge­stützt auf Ar­ti­kel 31 Ab­satz 3 AlkG durch die EZV zu­ge­las­se­ne De­na­tu­rie­rungs­me­tho­den zum Ein­satz kom­men;
d.
der Be­trieb über die er­for­der­li­chen Mess­mit­tel ver­fügt; und
e.
mehr als 1000 Li­ter rei­ner Al­ko­hol pro Jahr de­na­tu­riert wer­den.

2 Die De­na­tu­rie­rungs­er­mäch­ti­gung kann zeit­lich be­fris­tet er­teilt wer­den.

Art. 50 Nachvollziehbarkeit  

(Art. 31 Abs. 2 AlkG)

Der De­na­tu­rier­pro­zess ist zu do­ku­men­tie­ren. Es sind fol­gen­de An­ga­ben zu ma­chen:

a.
Men­ge und Al­ko­hol­ge­halt des zu de­na­tu­rie­ren­den Pro­duk­tes;
b.
Do­sie­rung und Art der De­na­tu­rier­stof­fe; und
c.
ein­ge­setz­te Mess­mit­tel.
Art. 51 Meldung von Änderungen  

(Art. 31 Abs. 2 AlkG)

Än­de­run­gen be­tref­fend die für die De­na­tu­rie­rung ver­ant­wort­li­che Per­son oder die Ge­schäftstä­tig­keit, die Aus­wir­kun­gen auf die De­na­tu­rie­rungs­er­mäch­ti­gung ha­ben, na­ment­lich Än­de­run­gen der Pro­duk­ti­ons­pro­zes­se, der Bau­ten, der An­la­gen oder der In­stal­la­tio­nen, sind vor­gän­gig zu mel­den.

Art. 52 Verzicht, Entzug und Erlöschen der Ermächtigung  

(Art. 31 Abs. 2 AlkG)

Ar­ti­kel 33 und 34 fin­den sinn­ge­mä­ss An­wen­dung.

Art. 53 Einzelantrag auf Denaturierung  

(Art. 31 Abs. 2 AlkG)

1 Per­so­nen, die nicht In­ha­ber oder In­ha­be­rin ei­ner De­na­tu­rie­rungs­er­mäch­ti­gung sind, kön­nen bei der EZV die Zu­las­sung zu ei­ner ein­ma­li­gen De­na­tu­rie­rung be­an­tra­gen.

2 Die De­na­tu­rie­rung ist min­des­tens fünf Ar­beits­ta­ge im Vor­aus bei der EZV zu be­an­tra­gen.

3 Dem An­trag sind An­ga­ben bei­zu­fü­gen über:

a.
die zu de­na­tu­rie­ren­den Pro­duk­te;
b.
die vor­ge­se­he­nen De­na­tu­rier­stof­fe;
c.
die zu de­na­tu­rie­ren­de Men­ge;
d.
den De­na­tu­rier­pro­zess und die vor­han­de­nen In­stal­la­tio­nen.

4 Wer ei­ne De­na­tu­rie­rung be­an­tragt, hat die De­na­tu­rier­stof­fe zu be­schaf­fen, ge­eig­ne­te Mess­mit­tel zur Ver­fü­gung zu stel­len und die er­for­der­li­chen Si­cher­heits­mass­nah­men zu tref­fen. Die EZV legt das wei­te­re Vor­ge­hen fest.

9. Abschnitt: Steuererhebung, Steuerrückerstattung und Steuererlass

Art. 54 Anmeldepflicht  

(Art. 23 Abs. 1bis AlkG)

1 Die steu­er­pflich­ti­ge Per­son muss bei der EZV die Steu­er­an­mel­dung ein­rei­chen.

2 Die An­mel­dung muss un­mit­tel­bar nach der Ent­ste­hung der Steu­er­for­de­rung er­fol­gen. Ar­ti­kel 31, 38, 57 und 58 blei­ben vor­be­hal­ten.

3 Der Lohn­bren­ner oder die Lohn­bren­ne­rin über­nimmt die­se Auf­ga­be im Na­men des Auf­trag­ge­bers oder der Auf­trag­ge­be­rin.

Art. 55 Verfahren  

(Art. 23 Abs. 1bis AlkG)

1 Die Ver­an­la­gung er­folgt auf­grund der Steu­er­an­mel­dung der an­mel­de­pflich­ti­gen Per­son. Die EZV kann die Ver­an­la­gung auch auf­grund ih­rer ei­ge­nen Fest­stel­lun­gen vor­neh­men. Die Ver­an­la­gung er­geht in Form ei­ner Ver­fü­gung.

2 Für die Steu­er­ver­an­la­gung sind das Vo­lu­men oder die Mas­se und der Al­ko­hol­ge-halt mass­ge­bend.

3 Die EZV kann die Ma­te­ria­li­en vor­schrei­ben, die für die Fest­stel­lung der Men­ge der steu­er­pflich­ti­gen ge­brann­ten Was­ser er­for­der­lich sind, ins­be­son­de­re die Mess­mit­tel nach der Al­ko­hol­be­stim­mungs­ver­ord­nung vom 5. Ok­to­ber 20105.

4 Ge­wer­be­pro­du­zen­ten und -pro­du­zen­tin­nen ha­ben als Ba­sis für die Steu­er­an­mel­dung ei­ne Roh­stoff- und Al­ko­hol­buch­hal­tung zu füh­ren.

Art. 56 Besonderheiten für Landwirte und Landwirtinnen  

(Art. 16 AlkG)

1 Land­wir­te und Land­wir­tin­nen wer­den für die Spi­ri­tuo­sen­men­ge ver­an­lagt, die sie ent­gelt­lich oder un­ent­gelt­lich an Drit­te ab­ge­ben oder für die der steu­er­freie Ei­gen­be­darf nicht be­an­sprucht wer­den kann.

2 Land­wir­te und Land­wir­tin­nen mit oder oh­ne be­grenz­tem steu­er­frei­em Ei­gen­be­darf sind ver­pflich­tet, je­de Wei­ter­ga­be der EZV zu mel­den.

3 Er­rei­chen die seit An­fang Rech­nungs­jahr zu ver­steu­ern­den Wei­ter­ga­ben von Spi­ri­tuo­sen ei­ne Men­ge von 50 Li­tern, so sind sie am En­de des Mo­nats, in dem die Men­ge über­schrit­ten wird, zur Ver­an­la­gung an­zu­mel­den. Men­gen von we­ni­ger als 50 Li­ter wer­den am En­de des Rech­nungs­jah­res ver­an­lagt.

4 Bei Land­wir­ten und Land­wir­tin­nen mit be­grenz­tem steu­er­frei­em Ei­gen­be­darf er­folgt die Steu­er­ver­an­la­gung der über die steu­er­freie Men­ge hin­aus ver­brauch­ten Spi­ri­tuo­sen am En­de des Rech­nungs­jah­res.

5 Er­füllt die steu­er­pflich­ti­ge Per­son die recht­li­chen An­for­de­run­gen an einen Land­wirt oder ei­ne Land­wir­tin nach Ar­ti­kel 1 Buch­sta­be e nicht mehr, so er­folgt die Be­steue­rung bis zum Ab­lauf des ent­spre­chen­den Rech­nungs­jahrs.

Art. 57 Einfuhr  

(Art. 28 AlkG)

1 Die Ein­fuhr­zollan­mel­dung muss fol­gen­de An­ga­ben ent­hal­ten:

a.
die An­zahl ef­fek­ti­ver Li­ter ge­brann­ter Was­ser;
b.
den Al­ko­hol­ge­halt; und
c.
bei Wa­ren, die un­ter Steu­er­aus­set­zung in ein Steu­er­la­ger oder an einen Be­trieb mit Ver­wen­dungs­be­wil­li­gung ge­lie­fert wer­den: die Be­wil­li­gungs­num­mer.

2 Be­ste­hen bei der Ein­fuhr Zwei­fel, ob die Steu­er zu er­he­ben ist, so ent­schei­det die EZV. Die Zoll­or­ga­ne er­he­ben die Steu­er an der Gren­ze nach dem Ver­an­la­gungs­ver­fah­ren des Zoll­rechts.

Art. 58 Ausfuhr  

(Art. 36 AlkG)

1 Die Aus­fuhr­zollan­mel­dung muss fol­gen­de An­ga­ben ent­hal­ten:

a.
die An­zahl ef­fek­ti­ver Li­ter ge­brann­ter Was­ser; und
b.
den Al­ko­hol­ge­halt.

2 Wer ei­ne Rück­er­stat­tung der Steu­er gel­tend ma­chen will, muss die­se bei der Aus­fuhr be­an­tra­gen.

Art. 59 Probeentnahme  

(Art. 23 Abs. 1bis AlkG)

Die EZV kann im Rah­men der Steu­er­auf­sicht von Ge­trän­ken und Er­zeug­nis­sen, die der Steu­er un­ter­lie­gen oder un­ter­lie­gen kön­nen, so­wie von Stof­fen, die zur Her­stel­lung sol­cher Wa­ren be­stimmt sind, un­ent­gelt­lich Pro­ben zur Un­ter­su­chung ent­neh­men.

Art. 60 Rückerstattung  

(Art. 23bis Abs. 3 AlkG)

1 Das bei der EZV ein­zu­rei­chen­de Ge­such muss die Be­geh­ren und de­ren Be­grün­dung ent­hal­ten. Dem Ge­such sind die für die Be­grün­dung des Be­geh­rens we­sent­li­chen Nach­wei­se bei­zu­fü­gen.

2 Die EZV ist be­rech­tigt, die Ge­wäh­rung der Rück­er­stat­tung von der Er­fül­lung be­stimm­ter Kon­troll­be­din­gun­gen ab­hän­gig zu ma­chen.

3 Kann der Be­trag der fis­ka­li­schen Be­las­tung nicht ein­wand­frei nach­ge­wie­sen wer­den, so kann für die Rück­er­stat­tung der nied­rigs­te Satz zur An­wen­dung ge­lan­gen.

4 Die steu­er­pflich­ti­ge Per­son muss al­le für die Rück­er­stat­tung we­sent­li­chen Un­ter­la­gen wäh­rend fünf Jah­ren auf­be­wah­ren und auf Ver­lan­gen vor­le­gen.

5 Die Rück­er­stat­tung ist in­ner­halb ei­nes Jah­res ab Ent­ste­hung des An­spruchs gel­tend zu ma­chen.

Art. 61 Stundung und Erlass  

(Art. 69 Abs. 3 und 4 AlkG)

1 Die EZV kann steu­er­pflich­ti­gen Per­so­nen, die aus­ser Stan­de sind, den von ih­nen zu leis­ten­den Be­trag recht­zei­tig zu be­zah­len, auf Ge­such hin Stun­dung ge­wäh­ren.

2 Las­sen die Ver­hält­nis­se der steu­er­pflich­ti­gen Per­son die Ein­trei­bung des zu leis­ten­den Be­tra­ges als gros­se Här­te er­schei­nen, so kann auf Ge­such hin ein teil­wei­ser oder voll­stän­di­ger Er­lass ge­währt wer­den. Dem Ge­such sind Un­ter­la­gen bei­zu­le­gen, aus de­nen die fi­nan­ziel­len Ver­hält­nis­se (Ver­mö­gens- und Ein­kom­mens­ver­hält­nis­se, Schuld­ver­pflich­tun­gen) her­vor­ge­hen.

3 An die Ge­wäh­rung ei­ner Stun­dung oder ei­nes Er­las­ses kön­nen be­son­de­re Be­din­gun­gen, wie ei­ne Si­cher­heits­leis­tung oder der be­fris­te­te Ver­zicht auf die Er­zeu­gung ge­brann­ter Was­ser, ge­knüpft wer­den. Wer­den die­se Be­din­gun­gen nicht be­ach­tet, so kön­nen die ge­währ­ten Er­leich­te­run­gen als hin­fäl­lig er­klärt wer­den.

Art. 62 Untergang  

(Art. 69 Abs. 5 AlkG)

Der Un­ter­gang ei­ner ver­steu­er­ten oder un­ver­steu­er­ten Wa­re ist der EZV un­ver­züg­lich zu mel­den. Die EZV kann ei­ne ab­wei­chen­de Re­ge­lung die­ser Mel­dung vor­se­hen, so­fern auf­grund an­der­wei­ti­ger Be­stim­mun­gen ei­ne Do­ku­men­ta­ti­ons­pflicht im Fall des Un­ter­gangs be­steht.

Art. 63 Willentliche Vernichtung  

(Art. 69 Abs. 6 AlkG)

1 Die wil­lent­li­che Ver­nich­tung ei­ner ver­steu­er­ten oder un­ver­steu­er­ten Wa­re ist vor­gän­gig der EZV zu mel­den.

2 Von der An­mel­de­pflicht aus­ge­nom­men sind Be­trie­be mit Ver­wen­dungs­be­wil­li­gung, so­fern die zu ver­nich­ten­de Men­ge 1000 Li­ter Etha­nol nicht über­steigt.

3 Die EZV re­gelt die Ein­zel­hei­ten in Be­zug auf die Do­ku­men­ta­ti­on der Ver­nich­tung.

10. Abschnitt: Fehlmengen bei Spirituosen

(Art. 23 Abs. 1bis und 34 Abs. 3 AlkG)

Art. 64  

1 Ge­wer­be­pro­du­zen­ten und -pro­du­zen­tin­nen kön­nen bei der Her­stel­lung, dem Um­brand, der Fa­bri­ka­ti­on und der Ab­fül­lung von Spi­ri­tuo­sen Fehl­men­gen gel­tend ma­chen.

2 Steu­er­la­ger­be­trei­ber und -be­trei­be­rin­nen kön­nen dar­über hin­aus Fehl­men­gen bei der La­ge­rung un­ver­steu­er­ter Spi­ri­tuo­sen gel­tend ma­chen.

3 Die Fehl­men­gen­re­ge­lung bei Spi­ri­tuo­sen wird sinn­ge­mä­ss auf steu­er­pflich­ti­ges Etha­nol an­ge­wen­det.

4 Das EFD legt die Fehl­men­gen fest, die als steu­er­be­freit an­er­kannt wer­den.

11. Abschnitt: Steuerpfandverwertung

(Art. 48 Abs. 4 und 5 AlkG)

Art. 65  

Die Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen der Zoll­ver­ord­nung vom 1. No­vem­ber 20066 über die Zoll­pfand­ver­wer­tung fin­den ent­spre­chend An­wen­dung.

4. Kapitel: Handelsvorschriften

Art. 66 Aufsicht über den Gross- und den Kleinhandel  

(Art. 23 Abs. 3 und 42a AlkG)

1 Der Gross- und der Klein­han­del mit ge­brann­ten Was­sern un­ter­ste­hen der Auf­sicht der EZV, so­weit dies zur Si­che­rung und zur Über­wa­chung des Zoll- und des Steu­er­be­zugs so­wie der Durch­füh­rung der sons­ti­gen Be­stim­mun­gen des AlkG und die­ser Ver­ord­nung not­wen­dig ist.

2 Zu die­sem Zweck ha­ben die Gross- und die Klein­händ­ler und -händ­le­rin­nen von ge­brann­ten Was­sern der EZV al­le ver­lang­ten Aus­künf­te zu er­tei­len und Ge­schäfts­pa­pie­re vor­zu­le­gen. Die EZV ist be­fugt, Wa­ren­la­ger und an­de­re Ge­schäfts­räum­lich­kei­ten von Gross- und Klein­händ­lern und -händ­le­rin­nen durch ih­re Or­ga­ne je­der­zeit und oh­ne Vor­an­mel­dung kon­trol­lie­ren zu las­sen.

Art. 67 Aufzeichnungen  

(Art. 42a AlkG)

1 Die Ge­schäfts­bü­cher und die Be­le­ge müs­sen es der EZV er­lau­ben:

a.
die Ein- und die Aus­gän­ge ge­brann­ter Was­ser nach Spi­ri­tuo­sen­art, Lie­fe­ran­ten, Lie­fe­ran­tin­nen, Ab­neh­mer und Ab­neh­me­rin­nen zu kon­trol­lie­ren; und
b.
die Vor­rä­te nach Spi­ri­tuo­sen­art je­der­zeit zu über­prü­fen.

2 Die Auf­zeich­nun­gen von Be­trie­ben, die aus­sch­liess­lich mit Fla­schen­wa­re han­deln, müs­sen es er­mög­li­chen, die Her­kunft der ge­brann­ten Was­ser nach Pro­duk­te­grup­pen zu kon­trol­lie­ren.

3 Die Be­stim­mun­gen des Zoll­rechts zur Auf­zeich­nungs­pflicht gel­ten sinn­ge­mä­ss.

Art. 68 Ausnahmen  

(Art. 39 und 41a AlkG)

1 Den Han­dels­vor­schrif­ten nicht un­ter­stellt ist der Han­del mit:

a.
ge­brann­ten Was­sern, de­ren Al­ko­hol­ge­halt 1,2 Vo­lu­men­pro­zen­te nicht über­steigt;
b.
Ess­wa­ren, de­ren Al­ko­hol­ge­halt 6 Ge­wichtspro­zen­te nicht über­steigt.

2 Un­ter­neh­men, die Le­bens­mit­tel nach Abs. 1 her­stel­len, un­ter­ste­hen den Kon­troll­vor­schrif­ten nach Ar­ti­kel 42a AlkG.

3 Wer ge­brann­te Was­ser aus­sch­liess­lich aus Ei­gen­ge­wächs oder selbst ge­sam­mel­tem in­län­di­schem Wild­ge­wächs her­stellt oder her­stel­len lässt und we­der ge­brann­te Was­ser aus­schenkt noch mit zu­ge­kauf­ten ge­brann­ten Was­sern han­delt, braucht kei­ne Be­wil­li­gung:

a.
für Ver­käu­fe an In­ha­ber und In­ha­be­rin­nen ei­ner Han­dels­be­wil­li­gung;
b.
für an­de­re Ver­käu­fe, wenn jähr­lich nicht mehr als 400 l ge­brann­te Was­ser um­ge­setzt wer­den.
Art. 69 Koordination  

(Art. 43 AlkG)

Die EZV för­dert die Ko­or­di­na­ti­on un­ter den Kan­to­nen in der Re­ge­lung des Klein­han­dels, in­dem sie na­ment­lich:

a.
die Zu­sam­men­ar­beit zwi­schen Bund und Kan­to­nen und un­ter den Kan­to­nen un­ter­stützt;
b.
den ge­gen­sei­ti­gen In­for­ma­ti­ons­aus­tausch aus­baut;
c.
da­für sorgt, dass die Kan­to­ne die Bun­des­vor­schrif­ten über die ge­brann­ten Was­ser ein­heit­lich an­wen­den;
d.
die Kan­to­ne in Rechts­fra­gen des Klein­han­dels mit ge­brann­ten Was­sern berät.

5. Kapitel: Statistiken, Gebühren und Zinsen

Art. 70 Statistiken  

1 Die EZV kann die An­ga­ben über ver­steu­er­te Spi­ri­tuo­sen zu sta­tis­ti­schen Zwe­cken ver­wen­den.

2 Sie kann die Sta­tis­ti­ken ver­öf­fent­li­chen.

Art. 71 Gebühren  

(Art. 70 AlkG)

Die Ge­büh­re­ner­he­bung rich­tet sich nach der Ver­ord­nung vom 4. April 20077 über die Ge­büh­ren der Zoll­ver­wal­tung.

Art. 72 Verzugszins  

(Art. 23 Abs. 4 AlkG)

1 Nach Ab­lauf der Zah­lungs­frist wird ein Ver­zugs­zins er­ho­ben.

2 Das EFD legt die Zins­sät­ze fest und re­gelt, bis zu wel­chem Be­trag kein Ver­zugs­zins er­ho­ben wird.

Art. 73 Vergütungszins  

(Art. 69 AlkG)

1 Zu Un­recht er­ho­be­ne oder zu Un­recht nicht zu­rück­er­stat­te­te Be­trä­ge wer­den von der EZV vom Zeit­punkt der Zah­lung an ver­zinst.

2 Das EFD legt die Zins­sät­ze fest und re­gelt, bis zu wel­chem Be­trag kein Ver­gü­tungs­zins aus­ge­rich­tet wird.

6. Kapitel: Vollzugspauschale

(Art. 44 AlkG)

Art. 74  

1 Die EZV er­hält 7,8 Pro­zent der Ein­nah­men aus der Steu­er für ge­brann­te Was­ser (Brut­to­ein­nah­men ab­züg­lich Rück­er­stat­tun­gen). Die Hö­he der Voll­zugs­pau­scha­le wird pe­ri­odisch über­prüft.

2 Die Voll­zugs­pau­scha­le dient ins­be­son­de­re der Fi­nan­zie­rung fol­gen­der Auf­ga­ben:

a.
Voll­zug al­ler not­wen­di­gen be­trieb­li­chen Auf­wen­dun­gen;
b.
Bei­trä­ge nach Art. 43a AlkG.

7. Kapitel: Schlussbestimmungen

Art. 75 Aufhebung und Änderung anderer Erlasse  

Die Auf­he­bung und die Än­de­rung an­de­rer Er­las­se wer­den im An­hang 2 ge­re­gelt.

Art. 76 Inkrafttreten  

Die­se Ver­ord­nung tritt am 1. Ja­nu­ar 2018 in Kraft.

Anhang 1

(Art. 16)

Übernahmepreis für Kernobstbrand

Der Übernahmepreis der EZV für Kernobstbrand beträgt je Liter 100 Prozent Alkohol franko Übernahmestelle:

Franken

a.
bei einer Übernahmemenge bis 100 Liter

7.50

b.
bei einer Übernahmemenge über 100 bis 200 Liter

3.50

c.
bei einer Übernahmemenge über 200 Liter

–.50

Anhang 2

(Art. 73)

Aufhebung und Änderung anderer Erlasse

I

Die folgenden Erlasse werden aufgehoben:

1.
Alkoholverordnung vom 12. Mai 19998;
2.
Verordnung vom 22. November 20069 über die Gebühren der Eidgenössischen Alkoholverwaltung;

II

Die nachstehenden Erlasse werden wie folgt geändert:

10

8 [AS 1999 1731, 2003 542, 2007 1469Anhang 4 Ziff. 30, 2009 1757, 2010 2631Anhang Ziff. 2]

9 [AS 2006 5355, 2011 4325Ziff. II 2]

10 Die Änderungen können unter AS 2017 5161konsultiert werden.

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EOG EOV EPDG EPDV EPDV-EDI EpG EpV ERV-BVGer ESV ExpaV EÖBV EÖBV-EJPD F: FamZG FamZV FAV FDO FHG FHV FIFG FiFV FiG FiLaG FiLaV FinfraG FinfraV FinfraV-FINMA FINIG FINIV FINMAG FiV FKG FLG FLV FMBV FMedG FMedV FMG FMV FOrgV FPV FrSV FusG FV FVAV FWG FWV FZG FZV G: GaGV GBV GebR-BVGer GebR-PatGer GebV ESTV GebV SchKG GebV-AIG GebV-ArG GebV-ASTRA GebV-AVG GebV-BAFU GebV-BASPO GebV-BAZL GebV-BJ GebV-BLW GebV-EDA GebV-EDI-NBib GebV-En GebV-ESA GebV-fedpol GebV-FMG GebV-HReg GebV-IGE GebV-KG GebV-NBib GebV-Publ GebV-SBFI GebV-TPS GebV-TVD GebV-VBS GebV-öV GebV-ÜPF GeBüV GeoIG GeoIV GeoIV-swisstopo GeomV GeoNV GesBG GesBKV GGBV GGUV GgV GKZ GlG GLPV GR-PatGer GR-WEKO GRN GRS GSchG GSchV GSG GTG GUMG GUMV GUMV-EDI GVVG GüTG GüTV H: HArG HArGV HasLV HasLV-WBF HBV HELV HEsÜ HFG HFKG HFV HGVAnG HKSV HKsÜ HMG HRegV HSBBV HVA HVI HVUV HyV I: IAMV IBH-V IBLV IBSG IBSV IFEG IGE-OV IGE-PersV IGEG InvV IPFiV IPRG IQG IR-PatGer IRSG IRSV ISABV-V ISchV ISLV IStrV-EZV ISUV ISVet-V IVG IVV IVZV J: 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VVS-ÜPF VVTA VVV VVWAL VWEV VWL VWLV VWS VwVG VZAE VZAG VZG VZSchB VZV VZVM VöB VüKU VÜPF VüV-ÖV W: WaG WaV WBV WeBiG WeBiV WEFV WEG WFG WFV WG WPEG WPEV WRG WRV WSchG WSchV WV WZV WZVV Z: ZAG ZAV ZBstG ZDG ZDUeV ZDV ZDV-WBF ZEBG ZentG ZeugSG ZeugSV ZEV ZG ZGB ZISG ZPO ZSAV-BiZ ZSTEBV ZStGV ZStV ZSV ZTG ZUG ZustV-PrSV ZuV ZV ZV-EFD ZWG ZWV Ü: ÜbZ ÜüAVaS ÜüiZR ÜüRK ÜüSKZGIA ÜüzAiK No acronym: 818_101_24 331 632_319 818_102 830_31 131_211 131_212 131_213 131_214 131_215 131_216_1 131_216_2 131_217 131_218 131_221 131_222_1 131_222_2 131_223 131_224_1 131_224_2 131_225 131_226 131_227 131_228 131_229 131_231 131_232 131_233 131_235 142_318 142_513 170_321 172_010_441 172_211_21 172_220_11 172_327_11 196_127_67 221_213_221 221_415 360_2 361_0 361_2 362_0 366_1 367_1 420_126 420_171 510_620_2 514_10 632_421_0 672_933_6 701 732_12 741_618 748_222_0 748_222_1 811_117_2 812_121_5 812_214_5 817_023_41 818_101_25 831_471 837_033 837_21 861 935_121_41 935_121_42 935_816_2
A: AccredO-LPsy AETR C: Caclid CC CCoop-ESF CE-TAF CEDH CL CLaH 2000 CLaH 96 CO CP CPC Cpecmdi CPM CPP Cprlsaé Crdl Crpc Cst-GE Cst. Ctflij D: DE-OCEB DE-OCF DE-OMBat DPA DPMin E: EIMP F: FITAF FP-TFB L: LA LAA LAAF LAAM LACI LAFam LAGH LAgr LAI Lalc LAM LAMal LAO LAP LApEl LAPG LAr LArm LAS LASEI LAsi LAT LAVI LAVS LB LBCF LBFA LBI LBNS LCA LCAP LCart LCBr LCC LCD LCdF LCESF LCF LCFF LChim LChP LCin LCITES LCo LCPI LCPR LCR LD LDA LDAl LDEA LDEP LDes LDFR LDI LDIF LDIP LDP LDT LDét LEAC LEAR LEaux LEC LEDPP LEEJ LEFin LEg LEH LEHE LEI LEIS LEMO LEne LEnTR LENu LEp LERI LESE LESp LET LEx LF-CLaH LF-EEA LFA LFAIE LFC LFCo LFE LFH LFIF LFINMA LFisE LFLP LFMG LFo LFORTA LFPC LFPr LFSP LFus LGG LGéo LHand LHID LHR LIA LIB LICa LIE LIFD LIFSN LIMF Limpauto Limpmin LIPI LIPPI LISDC LISint LITC LJAr LLC LLCA LLG LLGV LMAP LMC LMCFA LMP LMSI LMét LN LNI LOA LOAP LOC LOG LOGA LOP LOST LP LPA LPAP LParl LPart LPBC LPC LPCA LPCC LPCo LPD LPDS LPE LPers LPGA LPM LPMA LPMéd LPN LPO LPP LPPCi LPPS LPSan LPSP LPsy LPTh LPubl LRaP LRCF LRCN LRCS LRens LRFP LRH LRN LRNIS LRPL LRS LRTV LSA LSAMal LSC LSCPT LSE LSEtr LSF LSIA LSIP LSIS LSPr LSPro LSR LStup LSu LT LTab LTaD LTAF LTBC LTC LTEO LTF LTFB LTI LTM LTN LTo LTr LTRA LTrAlp LTrans LTrD LTro LTTM LTV LTVA Ltém LUMin LUsC LVA LVP LVPC O: O E-VERA O LERI DEFR O OFSPO J+S O pers mil O-CNC-FPr O-CP-CPM O-HEFSM O-LEHE O-LERI O-LRNIS O-OPers O-OPers-DFAE O-SI ABV O-SIGEXPA O-STAC OA 1 OA 2 OA 3 OAA OAAcc OAAE OAAE-DFJP OAAF OAAFM OAAFM-DDPS OAASF OAbCV OAC OACA OACAMIL OACata OAcCP OACE OACI OACM OACP OACS OAdd OAdma OAdo OADou OAEP OAF OAFA OAFam OAG OAGH OAGH-DFI OAgrD OAIE OAlc OAllerg OAM OAMal OAMAS OAMéd OAMédcophy OAO OAOF OAP OAPA OAPCM OApEl OARF OARF-OFT OARG OArm OAS OASA OAsc OASF OASM OASMéd OAStup OAT OAV OAVI OB OBat OBB OBCF OBI OBiG OBioc OBLF OBMa OBNP OBNS OBPL OCA OCA-DFI Ocach OCAl OCart OCBD OCBr Occd OCCEA OCCHE OCCP OCCR OCDA OCDM OCDoc OCEB OCEC OCEl-PA OCEl-PCPP OCEM OCF OCFH OChim OChP OCIFM OCin OCITES OCL OClin OCM OCM ES OCMD OCNE OCo OCOFE OComp-OSPro OCont OCoo OCoR-DFI OCos OCOV OCP OCPD OCPF OCPPME OCPR OCPSan OCR OCS OCSP OCSP-ChF OCSP-DDPS OCSP-DEFR OCSP-DETEC OCSP-DFAE OCSP-DFI OCSP-DFJP OCSPN OCStup OCTE OCVM OCâbles OD OD-ASR OD-DFF Odac ODAlAn ODAlGM ODAlOUs ODAlOV ODAu ODCS ODE OdelO ODEP ODEP-DFI ODes ODF ODFR ODI ODim ODO ODP ODPr ODSC ODV ODVo Odét OE OEAR OEaux OEB OEC OECA OEChim OECin OEDPP OEDRP-DFI OEDS OEE-VT OEEC OEEE OEEJ OEFin OEI-SCPT OEIE OEIMP OEIT OELDAl OELP OEM Oem-LEI Oem-OFJ OEMCN