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Verordnung
über die Betriebswachen von Kernanlagen
(VBWK)

(Stand am 1. Januar 2009)732.143.2

vom 9. Juni 2006 (Stand am 1. Januar 2009)

Der Schweizerische Bundesrat,

gestützt auf die Artikel 22 Absatz 2 Buchstabe b und 23 Absatz 2
des Kernenergiegesetzes vom 21. März 20031,

verordnet:

1. Abschnitt: Gegenstand

Art. 1  

Die­se Ver­ord­nung re­gelt die Auf­ga­ben und Be­fug­nis­se der Be­triebs­wa­chen von Ker­n­an­la­gen (Be­triebs­wa­chen), de­ren Aus­rüs­tung und Be­waff­nung, die Or­ga­ni­sa­ti­on der Be­triebs­wa­chen und Fremd­wa­chen und die An­for­de­run­gen an die Qua­li­fi­ka­ti­on und Eig­nung der An­ge­hö­ri­gen der Be­triebs­wa­chen.

2. Abschnitt: Aufgaben und Befugnisse der Betriebswachen

Art. 2 Aufgaben  

1 Die Be­triebs­wa­chen ha­ben ins­be­son­de­re fol­gen­de Auf­ga­ben:

a.
Sie si­chern die Ker­n­an­la­gen vor un­be­fug­ten Ein­wir­kun­gen und ver­hin­dern, dass Un­be­fug­te auf das Si­che­rungsa­re­al ein­drin­gen.
b.
Sie be­die­nen tech­ni­sche Si­che­rungs­ein­rich­tun­gen und über­prü­fen de­ren Funk­ti­ons­fä­hig­keit.
c.
Sie über­prü­fen, be­wer­ten und be­ar­bei­ten Mel­dun­gen und Alar­me.
d.
Sie alar­mie­ren die Po­li­zei und die Ret­tungs­kräf­te.
e.
Sie wei­sen die Po­li­zei und die Ret­tungs­diens­te in die Ker­n­an­la­gen ein.

2 Sie be­wa­chen und über­wa­chen die Ker­n­an­la­gen im 24-Stun­den Be­trieb.

Art. 3 Befugnisse  

1 Die Be­triebs­wa­chen sind be­fugt, auf dem Si­che­rungsa­re­al:

a.
die Iden­ti­tät von Per­so­nen fest­zu­stel­len;
b.
Per­so­nen und Fahr­zeu­ge zu durch­su­chen;
c.
Ge­gen­stän­de si­cher­zu­stel­len;
d.
Per­so­nen bis zum Ein­tref­fen der Po­li­zei fest­zu­hal­ten;
e.
kör­per­li­chen Zwang an­zu­wen­den;
f.
die per­sön­li­chen Waf­fen ein­zu­set­zen;
g.
Ord­nungs­dienst­mit­tel ein­zu­set­zen;
h.
Über­wa­chungs­ka­me­ras ein­zu­set­zen.

2 Die Mass­nah­men nach Ab­satz 1 dür­fen nur an­ge­ord­net und voll­zo­gen wer­den, wenn:

a.
sie zur Er­fül­lung der Auf­ga­be not­wen­dig und ge­eig­net sind;
b.
sie nicht zu ei­nem Nach­teil füh­ren, der zum an­ge­streb­ten Er­folg in ei­nem er­kenn­ba­ren Miss­ver­hält­nis steht; und
c.
kei­ne mil­de­ren Mass­nah­men zur Ver­fü­gung ste­hen.
Art. 4 Feststellung der Identität von Personen  

Kann die Iden­ti­tät ei­ner Per­son nur mit er­heb­li­chen Schwie­rig­kei­ten fest­ge­stellt wer­den oder be­ste­hen er­heb­li­che Zwei­fel an der Rich­tig­keit der An­ga­ben oder an der Echt­heit der Aus­weis­pa­pie­re, so ist die Per­son den zu­stän­di­gen Po­li­zei­or­ga­nen zu über­ge­ben.

Art. 5 Durchsuchungen  

1 Per­so­nen kön­nen durch­sucht wer­den, wenn sie Waf­fen oder an­de­re ge­fähr­li­che Ge­gen­stän­de auf sich tra­gen oder ver­däch­tigt wer­den, sol­che zu tra­gen. Die Per­so­nen­durch­su­chung um­fasst die Durch­su­chung der Klei­der, be­schränkt sich je­doch auf die Ab­tas­tung der Ober­flä­che des Kör­pers.

2 Grund­sätz­lich dür­fen Durch­su­chun­gen von Per­so­nen nur von Per­so­nen des glei­chen Ge­schlechts vor­ge­nom­men wer­den. Bei un­mit­tel­bar dro­hen­der Ge­fahr oder bei Zu­stim­mung der be­trof­fe­nen Per­son kann die Durch­su­chung aus­nahms­wei­se auch von ei­ner Per­son des an­de­ren Ge­schlechts vor­ge­nom­men wer­den.

3 Sa­chen, ins­be­son­de­re Fahr­zeu­ge, kön­nen durch­sucht wer­den, wenn der Ver­dacht be­steht, dass sie oder de­ren In­halt die Si­cher­heit von Per­so­nen oder Ker­n­an­la­gen ge­fähr­den.

Art. 6 Sicherstellung von Gegenständen  

1 Ge­gen­stän­de kön­nen si­cher­ge­stellt wer­den, wenn:

a.
von ih­nen ei­ne Ge­fahr für Per­so­nen oder Ker­n­an­la­gen aus­geht;
b.
mit ih­nen ei­ne straf­ba­re Hand­lung ge­gen Per­so­nen oder Ker­n­an­la­gen be­gan­gen wur­de;
c.
sie zur Be­ge­hung ei­ner straf­ba­ren Hand­lung be­stimmt sind oder wa­ren.

2 Über die si­cher­ge­stell­ten Ge­gen­stän­de ist ein Ver­zeich­nis an­zu­le­gen. Die­ses ent­hält min­des­tens die Be­zeich­nung der si­cher­ge­stell­ten Ge­gen­stän­de, die Zu­ord­nung zum Be­sit­zer so­wie Grund, Ort und Zeit der Mass­nah­me.

3 Die si­cher­ge­stell­ten Ge­gen­stän­de sind der Po­li­zei zu über­ge­ben.

Art. 7 Vorläufiges Festhalten, Anwendung von körperlichem Zwang  

1 Per­so­nen kön­nen fest­ge­hal­ten wer­den, wenn sie:

a.
die Si­cher­heit von Per­so­nen oder Ker­n­an­la­gen ge­fähr­den; oder
b.
bei der Be­ge­hung ei­nes Ver­ge­hens oder Ver­bre­chens ge­gen Per­so­nen oder Ker­n­an­la­gen er­tappt wer­den oder un­mit­tel­bar da­nach flüch­ten.

2 Fest­ge­hal­te­ne Per­so­nen dür­fen ge­fes­selt wer­den, wenn sie Wi­der­stand leis­ten oder wenn Ge­fahr be­steht, dass sie flie­hen, an­de­re Per­so­nen an­grei­fen oder sich sel­ber ver­let­zen. Zu­läs­sig sind Hand­schel­len und Fes­se­lungs­bän­der. Un­ter­sagt sind Mit­tel, die die Atem­we­ge be­ein­träch­ti­gen.

3 Bei der An­wen­dung von kör­per­li­chem Zwang muss der kör­per­li­chen Ver­fas­sung und dem Al­ter der be­trof­fe­nen Per­son Rech­nung ge­tra­gen wer­den. Kör­per­ver­let­zun­gen und At­mungs­ein­schrän­kun­gen sind nach Mög­lich­keit zu ver­mei­den.

4 Wer­den Per­so­nen bei der An­wen­dung von kör­per­li­chem Zwang ver­letzt, muss Hil­fe ge­leis­tet und nö­ti­gen­falls für ärzt­li­chen Bei­stand ge­sorgt wer­den.

5 Fest­ge­hal­te­ne Per­so­nen sind un­ver­züg­lich der Po­li­zei zu über­ge­ben.

Art. 8 Einsatz der Waffen  

1 Je­der An­ge­hö­ri­ge der Be­triebs­wa­che ist für den Ein­satz sei­ner Waf­fe per­sön­lich ver­ant­wort­lich.

2 Schuss­waf­fen dür­fen nur ein­ge­setzt wer­den, wenn:

a.
die Be­triebs­wa­che oder an­de­re Per­so­nen mit ei­nem ge­fähr­li­chen An­griff un­mit­tel­bar be­droht oder ge­fähr­lich an­ge­grif­fen wer­den; oder
b.
Ein­rich­tun­gen ge­fähr­det wer­den, wel­che bei de­ren Be­schä­di­gung oder Aus­fall die Si­cher­heit der Ker­n­an­la­ge ernst­haft be­ein­träch­ti­gen.

3 Dem Schuss­waf­fen­ge­brauch hat ein deut­li­cher Warn­ruf vor­aus­zu­ge­hen, so­fern der Zweck und die Um­stän­de es zu­las­sen.

4 Mit ei­nem ge­ziel­ten Schuss darf nur die An­griff­s­un­fä­hig­keit an­ge­strebt wer­den.

5 Bei un­ver­hält­nis­mäs­si­ger Ge­fähr­dung un­be­tei­lig­ter Drit­ter ist auf den Schuss­waf­fen­ge­brauch zu ver­zich­ten.

6 Dem durch Waf­fen­ge­brauch Ver­letz­ten ist der nö­ti­ge Bei­stand zu leis­ten.

7 Je­der Fall von Waf­fen­ge­brauch ist den Po­li­zei­be­hör­den und dem Eid­ge­nös­si­schem Nu­klear­si­cher­heits­in­spek­to­rat (EN­SI) un­ver­züg­lich zu mel­den.2

8 Die ein­ge­setz­ten Waf­fen sind für die Un­ter­su­chung si­cher­zu­stel­len. Dem Spu­ren­schutz ist die nö­ti­ge Be­ach­tung zu schen­ken.

2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 15 der V vom 12. Nov. 2008 über das Eid­ge­nös­si­sche Nu­klear­si­cher­heits­in­spek­to­rat, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (SR 732.21).

Art. 9 Sicherungsrelevantes Vorgelände  

1 Die Be­triebs­wa­chen kön­nen in Ab­spra­che mit der Po­li­zei des Stand­ort­kan­tons auf dem si­che­rungs­re­le­van­ten Vor­ge­län­de Mass­nah­men nach Ar­ti­kel 3 Ab­satz 1 Buch­sta­ben a–f und h er­grei­fen.

2 Das EN­SI be­zeich­net nach An­hö­rung der Po­li­zei und des In­ha­bers der Bau- oder der Be­triebs­be­wil­li­gung für die Ker­n­an­la­ge (Be­wil­li­gungs­in­ha­ber) das si­che­rungs­re­le­van­te Vor­ge­län­de.3

3 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 15 der V vom 12. Nov. 2008 über das Eid­ge­nös­si­sche Nu­klear­si­cher­heits­in­spek­to­rat, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (SR 732.21).

3. Abschnitt: Ausrüstung und Bewaffnung der Betriebswachen

Art. 10 Ausrüstung und Bewaffnung  

1 Die Be­triebs­wa­chen ver­rich­ten ih­ren Dienst uni­for­miert. Sie müs­sen als Wa­chen klar er­kenn­bar sein.

2 Die zu­läs­si­ge Aus­rüs­tung und Be­waff­nung der Be­triebs­wa­chen ist im An­hang Zif­fer 1 und 2 ge­re­gelt.

3 Die Be­schaf­fung von neu­en Waf­fen­ty­pen ist vor­gän­gig dem EN­SI zu mel­den.4

4 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 15 der V vom 12. Nov. 2008 über das Eid­ge­nös­si­sche Nu­klear­si­cher­heits­in­spek­to­rat, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (SR 732.21).

Art. 11 Ordnungsdienstmittel  

1 Die zu­läs­si­gen Ord­nungs­dienst­mit­tel für den In­ter­ven­ti­ons­fall auf dem Si­che­rungsa­re­al sind im An­hang Zif­fer 3 ge­re­gelt.

2 Die Wach­grup­pen­chefs oder -chef­in­nen oder de­ren Stell­ver­tre­ter oder Stell­ver­tre­te­rin­nen ent­schei­den über den Ein­satz von Ord­nungs­dienst­mit­tel; aus­ge­nom­men blei­ben Not­wehr bzw. Not­wehr­hil­fe.

3 Die Be­schaf­fung von neu­en Ty­pen von Ord­nungs­dienst­mit­teln ist vor­gän­gig dem EN­SI zu mel­den.5

5 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 15 der V vom 12. Nov. 2008 über das Eid­ge­nös­si­sche Nu­klear­si­cher­heits­in­spek­to­rat, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (SR 732.21).

Art. 12 Diensthunde  

1 Die Be­triebs­wa­chen kön­nen Dienst­hun­de ein­set­zen.

2 Die Dienst­hun­de dür­fen nur ein­ge­setzt wer­den, wenn die Hun­de­füh­rer und Hun­de­füh­re­rin­nen und die Dienst­hun­de die ge­for­der­ten Prü­fun­gen der schwei­ze­ri­schen ky­no­lo­gi­schen Ge­sell­schaft, des schwei­ze­ri­schen Po­li­zei­hun­de­füh­rer­ver­eins oder des Mi­li­tär­hun­de­füh­rer­ver­eins er­fül­len.

4. Abschnitt: Organisation der Betriebswachen, Fremdwachen

Art. 13 Organisation  

1 Die Be­triebs­wa­chen be­ste­hen aus dem Chef oder der Chefin der Be­triebs­wa­che, den Wach­grup­pen­chefs oder -chef­in­nen und den Wäch­tern oder Wäch­te­rin­nen.

2 Der Chef oder die Chefin der Be­triebs­wa­che or­ga­ni­siert die Be­triebs­wa­che und lei­tet de­ren Ein­satz.

3 Der Wach­grup­pen­chef oder die Wach­grup­pen­che­fin führt die Wach­grup­pe im Schicht­dienst nach Auf­trag des Chefs oder der Chefin der Be­triebs­wa­che.

4 Das EN­SI legt für je­de Ker­n­an­la­ge den mi­ni­ma­len Wach­be­stand der Be­triebs­wa­chen pro Schicht fest.6

6 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 15 der V vom 12. Nov. 2008 über das Eid­ge­nös­si­sche Nu­klear­si­cher­heits­in­spek­to­rat, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (SR 732.21).

Art. 14 Fremdwachen  

1 Die Be­triebs­wa­chen kön­nen mit ex­ter­nem Wach­per­so­nal (Fremd­wa­chen) ver­stärkt wer­den, ins­be­son­de­re bei Re­vi­si­on und Still­stand der Ker­n­an­la­gen.

2 Die Fremd­wa­chen ver­rich­ten ih­ren Dienst un­be­waff­net.

3 Das EN­SI wird be­auf­tragt, den Ein­satz von Fremd­wa­chen in ei­ner Richt­li­nie zu re­geln.7

7 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 15 der V vom 12. Nov. 2008 über das Eid­ge­nös­si­sche Nu­klear­si­cher­heits­in­spek­to­rat, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (SR 732.21).

5. Abschnitt: Qualifikation und Eignung der Angehörigen der Betriebswachen

Art. 15 Anforderungen an die Angehörigen der Betriebswachen  

1 Der Chef oder die Chefin der Be­triebs­wa­che muss über fol­gen­de Qua­li­fi­ka­ti­on ver­fü­gen:

a.
ei­ne ab­ge­schlos­se­ne Be­rufs­aus­bil­dung mit eid­ge­nös­si­schem Fä­hig­keits­zeug­nis ge­mä­ss Be­rufs­bil­dungs­ge­setz vom 13. De­zem­ber 20028 oder einen gleich­wer­ti­gen aus­län­di­schen Aus­bil­dungs­ab­schluss;
b.
ver­tief­te Kennt­nis­se im Si­che­rungs­be­reich;
c.
per­sön­li­che und ge­sund­heit­li­che Eig­nung für die­se Funk­ti­on.

2 Der Wach­grup­pen­chef oder die Wach­grup­pen­che­fin muss über fol­gen­de Qua­li­fi­ka­ti­on ver­fü­gen:

a.
ei­ne ab­ge­schlos­se­ne Be­rufs­aus­bil­dung mit eid­ge­nös­si­schem Fä­hig­keits­zeug­nis ge­mä­ss Be­rufs­bil­dungs­ge­setz vom 13. De­zem­ber 2002 oder einen gleich­wer­ti­gen aus­län­di­schen Aus­bil­dungs­ab­schluss;
b.
Kennt­nis­se im Si­che­rungs­be­reich;
c.
per­sön­li­che und ge­sund­heit­li­che Eig­nung für die­se Funk­ti­on.

3 Der Be­triebs­wäch­ter oder die Be­triebs­wäch­te­rin muss über fol­gen­de Qua­li­fi­ka­ti­on ver­fü­gen:

a.
ei­ne ab­ge­schlos­se­ne Be­rufs­aus­bil­dung mit eid­ge­nös­si­schem Be­rufs­at­test ge­mä­ss Be­rufs­bil­dungs­ge­setz vom 13. De­zem­ber 2002 oder einen gleich­wer­ti­gen aus­län­di­schen Aus­bil­dungs­ab­schluss;
b.
per­sön­li­che und ge­sund­heit­li­che Eig­nung für die­se Funk­ti­on.

4 Das EN­SI ent­schei­det im Ein­zel­fall über die Gleich­wer­tig­keit aus­län­di­scher Aus­bil­dungs­ab­schlüs­se.9

8 SR 412.10

9 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 15 der V vom 12. Nov. 2008 über das Eid­ge­nös­si­sche Nu­klear­si­cher­heits­in­spek­to­rat, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (SR 732.21).

Art. 16 Persönliche Eignung  

1 Die Über­prü­fung der per­sön­li­chen Eig­nung dient dem Nach­weis, dass die für die Wäch­ter­tä­tig­keit nö­ti­gen An­for­de­run­gen an die Per­sön­lich­keit er­füllt sind, wie hin­ter­fra­gen­de selbst­kri­ti­sche Grund­hal­tung, Sorg­falt, Team­fä­hig­keit und Füh­rungs­kom­pe­tenz.

2 Ei­ne vom Be­wil­li­gungs­in­ha­ber be­zeich­ne­te Stel­le be­ur­teilt die per­sön­li­che Eig­nung. Sie lei­tet die Be­ur­tei­lung an den Be­wil­li­gungs­in­ha­ber wei­ter. Die­ser nimmt die Be­ur­tei­lung in sei­ne Do­ku­men­ta­ti­on nach Ar­ti­kel 37 der Ver­ord­nung vom 9. Ju­ni 200610 über die An­for­de­run­gen an das Per­so­nal von Ker­n­an­la­gen (VAPK) auf.

3 Der Be­wil­li­gungs­in­ha­ber ent­schei­det auf­grund der Be­ur­tei­lung über die per­sön­li­che Eig­nung und hält das Er­geb­nis in der Do­ku­men­ta­ti­on fest.

4 Er be­ur­teilt pe­ri­odisch die per­sön­li­che Eig­nung und hält das Er­geb­nis in der Do­ku­men­ta­ti­on fest.

5 Das EN­SI kann in die Do­ku­men­ta­ti­on Ein­sicht neh­men.11

10 SR 732.143.1

11 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 15 der V vom 12. Nov. 2008 über das Eid­ge­nös­si­sche Nu­klear­si­cher­heits­in­spek­to­rat, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (SR 732.21).

Art. 17 Gesundheitliche Eignung  

1 Die Über­prü­fung der ge­sund­heit­li­chen Eig­nung dient dem Nach­weis, dass die für die Wäch­ter­tä­tig­keit nö­ti­gen ge­sund­heit­li­chen Vor­aus­set­zun­gen er­füllt sind, wie aus­rei­chen­des Wahr­neh­mungs­ver­mö­gen, Schicht­dienst­taug­lich­keit und kei­ne Ab­hän­gig­keit von psy­cho­tro­pen Sub­stan­zen.

2 Ein Ver­trau­ens­arzt oder ei­ne Ver­trau­en­särz­tin der Su­va un­ter­sucht jähr­lich im Rah­men der ar­beits­me­di­zi­ni­schen Vor­sor­ge­un­ter­su­chun­gen die ge­sund­heit­li­che Eig­nung der An­ge­hö­ri­gen der Be­triebs­wa­chen. Er oder sie lei­tet das Er­geb­nis der Un­ter­su­chun­gen an die Su­va wei­ter.

3 Die Su­va ent­schei­det über die ge­sund­heit­li­che Eig­nung und teilt das Er­geb­nis ih­res Ent­schei­des dem Be­wil­li­gungs­in­ha­ber schrift­lich mit. Die­ser nimmt die Mit­tei­lung in sei­ne Do­ku­men­ta­ti­on nach Ar­ti­kel 37 VAPK12 auf.

4 Das EN­SI kann in die Do­ku­men­ta­ti­on Ein­sicht neh­men.13

12 SR 732.143.1

13 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 15 der V vom 12. Nov. 2008 über das Eid­ge­nös­si­sche Nu­klear­si­cher­heits­in­spek­to­rat, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (SR 732.21).

6. Abschnitt: Datenschutz

Art. 18  

1 Das EN­SI kann Per­so­nen­da­ten, ins­be­son­de­re auch be­son­ders schüt­zens­wer­te Da­ten oder Per­sön­lich­keitspro­fi­le nach Ar­ti­kel 3 Buch­sta­ben c und d des Bun­des­ge­set­zes vom 19. Ju­ni 199214 über den Da­ten­schutz, von An­ge­hö­ri­gen der Be­triebs­wa­chen be­ar­bei­ten, so­weit es die­se zur Er­fül­lung sei­ner Auf­ga­ben nach die­ser Ver­ord­nung be­nö­tigt, um zu prü­fen, ob die An­for­de­run­gen an die An­ge­hö­ri­gen der Be­triebs­wa­chen er­füllt sind.15

2 Es be­ar­bei­tet fol­gen­de Per­so­nen­da­ten:

a.
die Staats­an­ge­hö­rig­keit;
b.
das Ge­burts­da­tum;
c.
die Wohn­adres­se;
d.
Aus- und Wei­ter­bil­dun­gen;
e.
Be­rufs­er­fah­rung;
f.
Be­ur­tei­lung der per­sön­li­chen Eig­nung;
g.
die Fest­stel­lung der ge­sund­heit­li­chen Eig­nung.

3 Es wird be­auf­tragt, die Mass­nah­men zum Schutz der elek­tro­ni­schen Da­ten ge­gen den Zu­griff Drit­ter in ei­ner Richt­li­nie zu re­geln.

4 Die Per­so­nen­da­ten wer­den nach dem Zeit­punkt, zu dem die be­trof­fe­ne Per­son die Stel­le ver­lässt, die Funk­ti­on auf­gibt oder den Auf­trag ab­sch­liesst, noch zehn Jah­re si­cher auf­be­wahrt. Nach Ab­lauf die­ser Frist wer­den sie ver­nich­tet, so­weit sie nicht vom Bun­de­sar­chiv über­nom­men wer­den.

14 SR 235.1

15 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 15 der V vom 12. Nov. 2008 über das Eid­ge­nös­si­sche Nu­klear­si­cher­heits­in­spek­to­rat, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (SR 732.21).

7. Abschnitt: Zusammenarbeit mit den Kantonen

Art. 19  

1 Die Be­wil­li­gungs­in­ha­ber tref­fen mit den kan­to­na­len Po­li­zei­be­hör­den die er­for­der­li­chen or­ga­ni­sa­to­ri­schen Ab­spra­chen, ins­be­son­de­re über die Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mit­tel, An­marsch­we­ge, In­fra­struk­tur und Hand­lun­gen der Be­triebs­wa­chen bis zum Ein­tref­fen ei­nes po­li­zei­li­chen Ein­satz­lei­ters.

2 Sie ha­ben die Po­li­zei mit den An­la­gen so­wie Än­de­run­gen der Si­che­rungs­mass­nah­men ver­traut zu ma­chen.

3 Die Po­li­zei ist pe­ri­odisch in Übun­gen der Be­triebs­wa­chen oder in Si­che­rungs­not­fall­übun­gen mit­ein­zu­be­zie­hen.

4 Im In­ter­ven­ti­ons­fall liegt die Ein­satz­lei­tung in Be­lan­gen der Si­che­rung bei der Po­li­zei. Der Ein­satz­lei­ter spricht die vor­ge­se­he­nen Mass­nah­men mit dem Not­fall­stab des Kern­kraft­wer­kes ab.

8. Abschnitt: Schlussbestimmungen

Art. 20 Übergangsbestimmung  

Auf Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern der Be­triebs­wa­chen, die bei In­kraft­tre­ten die­ser Ver­ord­nung in ei­ner Ker­n­an­la­ge tä­tig wa­ren, ist Ar­ti­kel 15 Ab­satz 1 Buch­sta­be a, 2 Buch­sta­be a und 3 Buch­sta­be a nicht an­wend­bar.

Art. 21 Inkrafttreten  

Die­se Ver­ord­nung tritt am 1. Ju­li 2006 in Kraft.

Anhang

(Art. 10 Abs. 2 und 11 Abs. 1)

1. Bewaffnung

Die Betriebswachen können über folgende Bewaffnung verfügen:

persönliche Schusswaffen;
Polizeimehrzweckstock oder Einsatzstock;
Reizstoffspray;
andere nichtletale Waffen.

2. Ausrüstung

Die Betriebswachen können insbesondere über folgende Ausrüstung verfügen:

Handschellen und Fesselungsbänder;
Schutzwesten;
Funkgeräte;
gepanzerte Fahrzeuge.

3. Ordnungsdienstmittel

Die Betriebswachen können mit folgenden Ordnungsdienstmittel ausgerüstet werden:

Ordnungsdienstausrüstung;
Mehrzweckwerfer mit Gummischrot;
Reizstoffsprays in Grosspackungen.

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