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Verordnung
über elektrische Leitungen
(Leitungsverordnung, LeV)

vom 30. März 1994 (Stand am 1. Juli 2021)

Der Schweizerische Bundesrat,

gestützt auf die Artikel 3, 15b Absatz 3 und 15c Absätze 2 und 3
des Elektrizitätsgesetzes vom 24. Juni 19021 (EleG),2

verordnet:

1 SR 734.0

2 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 3. April 2019, in Kraft seit 1. Juni 2019 (AS 2019 1377).

1. Titel: Allgemeine Bestimmungen

1. Kapitel: Zweck, Geltungsbereich und Begriffe

Art. 1 Zweck  

Die­se Ver­ord­nung bezweckt die Ver­mei­dung von Ge­fah­ren, die von elek­tri­schen Lei­tun­gen so­wie von der An­nä­he­rung, Par­al­lel­füh­rung und Kreu­zung elek­tri­scher Lei­tun­gen un­ter sich, mit an­de­ren An­la­gen oder mit Bau­ten aus­ge­hen.

Art. 2 Geltungsbereich  

1 Die­se Ver­ord­nung re­gelt Er­stel­lung, Be­trieb und In­stand­hal­tung von elek­tri­schen Lei­tun­gen.

2 Die Be­stim­mun­gen für die Er­stel­lung gel­ten für be­ste­hen­de Lei­tun­gen, wenn:

a.
sie voll­stän­dig um­ge­baut wer­den;
b.
sie in be­deu­ten­dem Mass ver­än­dert wer­den und die Er­fül­lung der An­for­de­run­gen we­der un­ver­hält­nis­mäs­sig ist noch die Si­cher­heit we­sent­lich be­ein­träch­tigt;
c.
sie für Mensch und Um­welt ei­ne dro­hen­de Ge­fahr dar­stel­len oder an­de­re elek­tri­sche An­la­gen in er­heb­li­chem Mass stö­rend be­ein­flus­sen;
d.
durch die Er­stel­lung an­de­rer An­la­gen An­nä­he­run­gen, Par­al­lel­füh­run­gen und Kreu­zun­gen ent­ste­hen.

3 Kön­nen ein­zel­ne Be­stim­mun­gen die­ser Ver­ord­nung nur un­ter aus­ser­or­dent­li­chen Schwie­rig­kei­ten be­folgt wer­den oder er­wei­sen sie sich für die tech­ni­sche Ent­wick­lung oder den Schutz der Um­welt als hin­der­lich, so kann das Eid­ge­nös­si­sche De­par­te­ment für Um­welt, Ver­kehr, Ener­gie und Kom­mu­ni­ka­ti­on3 (De­par­te­ment) oder in we­ni­ger be­deu­ten­den Fäl­len die zu­stän­di­ge Kon­troll­stel­le (Art. 21 Elek­tri­zi­täts­ge­setz) auf be­grün­de­tes Ge­such hin Ab­wei­chun­gen be­wil­li­gen.

4 Für Licht­wel­len­lei­ter gel­ten sinn­ge­mä­ss die Be­stim­mun­gen über Schwach­strom­lei­tun­gen.

5 Die­se Ver­ord­nung gilt nicht für die elek­tri­schen An­la­gen nach Ar­ti­kel 42 Ab­satz 1 der Ei­sen­bahn­ver­ord­nung vom 23. No­vem­ber 19834.5

3 Be­rei­ni­gung ge­mä­ss nicht ver­öf­fent­lich­tem BRB vom 19. Dez 1997.

4 SR 742.141.1

5 Ein­ge­fügt durch Bei­la­ge 2 Ziff. II 4 der V vom 16. Nov. 2011, in Kraft seit 1. Ju­li 2012 (AS 2011 6233).

Art. 3 Weitere Vorschriften  

1 Für Er­stel­lung, Be­trieb und In­stand­hal­tung von elek­tri­schen Lei­tun­gen gel­ten zu­dem die Be­stim­mun­gen der Stark­strom­ver­ord­nung vom 30. März 19946 so­wie der Schwach­strom­ver­ord­nung vom 30. März 19947.

2 ...8

6SR 734.2

7SR 734.1

8Auf­ge­ho­ben durch Bei­la­ge 2 Ziff. II 4 der V vom 16. Nov. 2011, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2012 (AS 2011 6233).

Art. 4 Begriffe  

Die in die­ser Ver­ord­nung ver­wen­de­ten Be­grif­fe sind in An­hang 1 de­fi­niert.

2. Kapitel: Sicherheit

Art. 5 Grundsatz  

Elek­tri­sche Lei­tun­gen dür­fen bei be­stim­mungs­ge­mäs­sem Be­trieb so­wie in vor­aus­seh­ba­ren Stör­fäl­len we­der Per­so­nen noch Sa­chen ge­fähr­den.

Art. 6 Regeln der Technik  

1 Wo die­se Ver­ord­nung kei­ne Vor­schrif­ten ent­hält, gel­ten die an­er­kann­ten Re­geln der Tech­nik.

2 Als an­er­kann­te Re­geln der Tech­nik gel­ten ins­be­son­de­re die Nor­men von IEC9 und CE­NE­LEC10. Wo in­ter­na­tio­nal har­mo­ni­sier­te Nor­men feh­len, gel­ten die schwei­ze­ri­schen Nor­men11.12

3 Be­ste­hen kei­ne spe­zi­fi­schen tech­ni­schen Nor­men, so sind sinn­ge­mä­ss an­wend­ba­re Nor­men oder all­fäl­li­ge tech­ni­sche Wei­sun­gen zu be­rück­sich­ti­gen.13

9 In­ter­na­tio­nal Elec­tro­tech­ni­cal Com­mis­si­on.

10 Co­mité Eu­ropéen de Nor­ma­li­sa­ti­on ELEC­tro­tech­ni­que.

11 Die Lis­te der Ti­tel der Nor­men so­wie de­ren Tex­te kön­nen kos­ten­los ein­ge­se­hen und ge­gen Be­zah­lung be­zo­gen wer­den bei der Schwei­ze­ri­schen Nor­men-Ver­ei­ni­gung (SNV), Sul­zer­al­lee 70, 8404Win­ter­thur; www.snv.ch.

12 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 5 der V vom 8. Dez. 1997, in Kraft seit 1. Jan. 1998 (AS 1998 54).

13 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 5 der V vom 8. Dez. 1997, in Kraft seit 1. Jan. 1998 (AS 1998 54).

Art. 7 Störschutz  

1 Elek­tri­sche Lei­tun­gen müs­sen, so­weit dies oh­ne aus­ser­or­dent­li­chen Auf­wand mög­lich ist, so er­stellt, ge­än­dert und in­stand ge­hal­ten wer­den, dass sie in al­len Be­triebs­zu­stän­den den be­stim­mungs­ge­mäs­sen Be­trieb an­de­rer Stark- oder Schwach­strom­an­la­gen und an­de­rer elek­tro­tech­ni­scher Ein­rich­tun­gen nicht in un­zu­mut­ba­rer Wei­se stö­ren.

2 Stö­rungs­ge­fähr­de­te elek­tri­sche Lei­tun­gen müs­sen, so­weit dies oh­ne aus­ser­ge­wöhn­li­chen Auf­wand mög­lich ist, so er­stellt, ge­än­dert und in­stand ge­hal­ten wer­den, dass ihr be­stim­mungs­ge­mäs­ser Be­trieb in al­len Be­triebs­zu­stän­den nicht durch an­de­re elek­tro­tech­ni­sche An­la­gen und Ein­rich­tun­gen in un­zu­mut­ba­rer Wei­se ge­stört wird.

3 Tre­ten trotz Be­ach­tung der an­er­kann­ten Re­geln der Tech­nik un­zu­mut­ba­re Stö­run­gen auf, die nur mit gros­sem Auf­wand be­sei­tigt wer­den kön­nen, so su­chen sich die Be­tei­lig­ten zu ver­stän­di­gen. Kommt kei­ne Ei­ni­gung zu­stan­de, so ent­schei­det das De­par­te­ment. Es hört zu­vor die be­tei­lig­ten Kon­troll­stel­len an.

4 Für die elek­tro­ma­gne­ti­sche Ver­träg­lich­keit gel­ten die Be­stim­mun­gen der Ver­ord­nung vom 9. April 199714 über die elek­tro­ma­gne­ti­sche Ver­träg­lich­keit.15

14[AS 1997 1008, 2000 762Ziff. I 6 3012 Ziff. I Art. 34 Abs. 3. AS 2009 6243An­hang 3 Ziff. I]. Sie­he heu­te: die V vom 25. Nov. 2015 (SR734.5).

15Ein­ge­fügt durch Ziff. 4 des An­han­ges der V über die elek­tro­ma­gne­ti­sche Ver­träg­lich­keit vom 9. April 1997, in Kraft seit 1. Mai 1997 (AS 1997 1008).

Art. 8 Vermeiden von Beeinflussungen durch Leitungen  

1 Bei An­nä­he­run­gen, Par­al­lel­füh­run­gen und Kreu­zun­gen von elek­tri­schen Lei­tun­gen un­ter sich, mit an­de­ren An­la­gen oder mit Bau­ten sind un­zu­läs­si­ge ge­gen­sei­ti­ge Be­ein­flus­sun­gen oder Be­schä­di­gun­gen zu ver­mei­den.

2 Wer­den elek­tri­sche Lei­tun­gen mit an­de­ren leit­fä­hi­gen Sys­te­men par­al­lel ge­führt, müs­sen Schutz­vor­keh­ren ge­gen un­zu­läs­si­ge in­du­zier­te Längs­span­nun­gen ge­trof­fen wer­den.

3 Müs­sen elek­tri­sche Lei­tun­gen im Ein­fluss­be­reich frem­der Er­dungs­an­la­gen er­stellt wer­den, so sind sie ent­spre­chend den gröss­ten vor­aus­seh­ba­ren Span­nun­gen zu iso­lie­ren. Über Ka­bel­män­tel und Schutz­roh­re dür­fen kei­ne Fremd­strö­me flies­sen.

4 Sind beim Zu­sam­men­tref­fen von elek­tri­schen Lei­tun­gen Si­che­rungs­mass­nah­men zu tref­fen und kön­nen sich die Be­triebs­in­ha­ber über die Ver­tei­lung der Kos­ten nicht ei­ni­gen, so ent­schei­det das Bun­des­amt für Ener­gie16 (Art. 17 Elek­tri­zi­täts­­ge­setz).

16 Die Be­zeich­nung der Ver­wal­tungs­ein­heit wur­de in An­wen­dung von Art. 16 Abs. 3 der Pu­bli­ka­ti­ons­ver­ord­nung vom 17. Nov. 2004 (AS 2004 4937) an­ge­passt.

Art. 9 Verhältnis zu anderen Leitungen oder Infrastrukturanlagen  

1 Bei der Pro­jek­tie­rung von elek­tri­schen Lei­tun­gen muss der Be­triebs­in­ha­ber die Lei­tun­gen und In­fra­struk­tu­r­an­la­gen im Ein­fluss­be­reich der ge­plan­ten Lei­tung er­he­ben.

2 Tref­fen elek­tri­sche Lei­tun­gen mit an­de­ren Lei­tun­gen, An­la­gen oder Ob­jek­ten zu­sam­men und kann da­durch die Si­cher­heit be­ein­träch­tigt wer­den, so muss der Be­triebs­in­ha­ber der Lei­tung die Kon­troll­stel­le früh­zei­tig schrift­lich da­von in Kennt­nis set­zen und über die vor­ge­se­he­nen Schutz­mass­nah­men ori­en­tie­ren.

3 Die Kon­troll­stel­le ent­schei­det über die Zu­läs­sig­keit der ge­plan­ten An­ord­nung und über die Schutz­mass­nah­men.

4 Die Kon­troll­stel­le kann beim Zu­sam­men­tref­fen von Stark­strom­lei­tun­gen mit an­de­ren An­la­gen und Ob­jek­ten zu­sätz­li­che Schutz­mass­nah­men nach An­hang 2 vor­schrei­ben.

Art. 10 Vorübergehende Gefährdung  

1 Ent­ste­hen bei Er­stel­lung, Be­trieb oder In­stand­hal­tung elek­tri­scher Lei­tun­gen, an­de­rer elek­tri­scher An­la­gen oder An­la­gen wie Bah­nen, Luft­seil­bah­nen, Rohr­lei­tun­gen und Na­tio­nal­stras­sen vor­über­ge­hend ge­gen­sei­ti­ge Ge­fähr­dun­gen, so müs­sen sich die Be­triebs­in­ha­ber der be­tei­lig­ten An­la­gen ge­gen­sei­tig in­for­mie­ren und über die er­for­der­li­chen Schutz­mass­nah­men ver­stän­di­gen.

2 Der Be­triebs­in­ha­ber der Lei­tung mel­det der Kon­troll­stel­le das Zu­sam­men­tref­fen und die ver­ein­bar­ten Schutz­mass­nah­men.

Art. 11 Landschafts- und Umweltschutz 17  

1 Be­ein­träch­ti­gun­gen des Land­schafts­bilds so­wie der Na­tur und Um­welt durch elek­tri­sche Lei­tun­gen mit ei­ner Nenn­span­nung von 220 kV oder hö­her kön­nen auf An­trag des Be­triebs­in­ha­bers die­ser Lei­tun­gen durch Er­satz­mass­nah­men an Stark­stro­man­la­gen Drit­ter kom­pen­siert wer­den (Art. 15b Abs. 2 EleG). Der Be­triebs­in­ha­ber zieht da­bei ins­be­son­de­re die fol­gen­den Er­satz­mass­nah­men an Lei­tun­gen in Be­tracht:

a.
Bün­de­lung;
b.
Um­le­gung;
c.
Ver­ka­be­lung;
d.
Rück­bau.

2 Er be­tei­ligt den Drit­ten an­ge­mes­sen an der Pla­nung und strebt mit sei­ner Zu­stim­mung einen ge­mein­sa­men An­trag an. Ver­wei­gert der Drit­te sei­ne Zu­stim­mung, so stellt der Be­triebs­in­ha­ber al­lein An­trag.

3 Er reicht den An­trag so­wie sämt­li­che Un­ter­la­gen, die für die Be­ur­tei­lung der Er­satz­mass­nah­men not­wen­dig sind, mit sei­nem Plan­ge­neh­mi­gungs­ge­such ein.

4 Sämt­li­che dem Drit­ten durch die Er­satz­mass­nah­me ent­ste­hen­den Nach­tei­le sind un­ter Vor­teil­s­an­rech­nung voll zu ent­schä­di­gen.

17 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 3. April 2019, in Kraft seit 1. Ju­ni 2019 (AS 2019 1377).

Art. 11a Schutz vor nichtionisierender Strahlung bei bestehenden Leitungen 18  

Die für die Er­tei­lung ei­ner Bau­be­wil­li­gung oder die Ge­neh­mi­gung von Nut­zungs­än­de­run­gen von Grund­stücken zu­stän­di­ge kom­mu­na­le oder kan­to­na­le Be­hör­de muss vor der Er­tei­lung ei­ner Bau­be­wil­li­gung oder der Ge­neh­mi­gung ei­ner Nut­zungs­än­de­rung die Be­trei­be­rin ei­ner Hoch­span­nungs­lei­tung an­hö­ren, wenn:

a.
die zu­läs­si­ge Nut­zung von Flä­chen in be­ste­hen­den Bau­zo­nen so er­wei­tert oder ge­än­dert wird, dass neue Or­te mit emp­find­li­cher Nut­zung (Art. 3 Abs. 3 Bst. a und b der V vom 23. Dez. 199919 über den Schutz vor nich­tio­ni­sie­ren­der Strah­lung, NISV) ent­ste­hen kön­nen in­ner­halb des Be­rei­ches um ei­ne be­ste­hen­de Hoch­span­nungs­lei­tung, in wel­chem der An­la­ge­grenz­wert (An­hang 1 Ziff. 14 NISV) im mass­ge­ben­den Be­triebs­zu­stand (An­hang 1 Ziff. 13 NISV) er­reicht oder über­schrit­ten ist;
b.
Ge­bäu­de so er­stellt oder ge­än­dert wer­den, dass neue Or­te mit emp­find­li­cher Nut­zung (Art. 3 Abs. 3 Bst. a und b NISV) in­ner­halb des Be­rei­ches um ei­ne be­ste­hen­de Hoch­span­nungs­lei­tung ent­ste­hen, in wel­chem der An­la­ge­grenz­wert (An­hang 1 Ziff. 14 NISV) im mass­ge­ben­den Be­triebs­zu­stand (An­hang 1 Ziff. 13 NISV) er­reicht oder über­schrit­ten ist.

18 Ein­ge­fügt durch Ziff. II 2 der V vom 24. Ju­ni 2009, in Kraft seit 1. Sept. 2009 (AS 2009 3507).

19 SR 814.710

2. Titel: Bauvorschriften

1. Kapitel: Anzuwendende Übertragungstechnologie20

20 Eingefügt durch Ziff. I der V vom 3. April 2019, in Kraft seit 1. Juni 2020 (AS 2019 1377).

Art. 11b Grundsatz  

1 Ob ein Vor­ha­ben an ei­ner Lei­tung mit ei­ner Nenn­span­nung von un­ter 220 kV und ei­ner Fre­quenz von 50 Hz als Erd­ka­bel oder als Frei­lei­tung aus­zu­füh­ren ist, be­stimmt sich ins­be­son­de­re nach Ar­ti­kel 15c des Elek­tri­zi­täts­ge­set­zes so­wie nach den Be­stim­mun­gen die­ses Ka­pi­tels.21

2 Der Mehr­kos­ten­fak­tor ge­mä­ss Ar­ti­kel 15c Ab­satz 2 des Elek­tri­zi­täts­ge­set­zes be­trägt 2,0.

21 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 4. Ju­ni 2021, in Kraft seit 1. Ju­li 2021 (AS 2021 330).

Art. 11c Ermittlung des Mehrkostenfaktors eines konkreten Vorhabens  

1 Der Mehr­kos­ten­fak­tor ei­nes kon­kre­ten Vor­ha­bens wird aus dem Ver­hält­nis der vor­aus­sicht­li­chen Ge­samt­kos­ten der Aus­füh­rung des Vor­ha­bens als Erd­ka­bel zu den vor­aus­sicht­li­chen Ge­samt­kos­ten der Aus­füh­rung als Frei­lei­tung er­mit­telt.

2 Zu den vor­aus­sicht­li­chen Ge­samt­kos­ten ge­hö­ren die fol­gen­den Kos­ten im Zu­sam­men­hang mit dem Vor­ha­ben:

a.
Pla­nungs­kos­ten;
b.
Kos­ten für den Grund­er­werb und die Ein­räu­mung von Rech­ten und Dienst­bar­kei­ten;
c.
Kos­ten für Wie­der­her­stel­lungs- und Er­satz­mass­nah­men;
d.
Kos­ten für Ma­te­ri­al;
e.
Bau- und Mon­ta­ge­kos­ten;
f.
Kos­ten für den Rück­bau von be­ste­hen­den Lei­tun­gen;
g.
Kos­ten für In­stand­hal­tung und Re­pa­ra­tur;
h.
Kos­ten für den Er­satz ein­zel­ner Kom­po­nen­ten;
i.
Kos­ten der Ener­gie­ver­lus­te.

3 Die vor­aus­sicht­li­chen Ge­samt­kos­ten sind über einen Zeit­raum zu er­mit­teln, wel­cher der Le­bens­dau­er der lang­le­bigs­ten Kom­po­nen­te der zu ver­glei­chen­den Aus­füh­run­gen ent­spricht.

4 Die Kos­ten nach Ab­satz 2 sind un­ter An­wen­dung der Ka­pi­tal­wert­me­tho­de zu be­wer­ten. Da­bei ist ein Dis­kon­tie­rungs­satz ein­zu­set­zen, der dem durch­schnitt­li­chen Ka­pi­tal­kos­ten­satz nach Ar­ti­kel 13 Ab­satz 3 Buch­sta­be b der Strom­ver­sor­gungs­ver­ord­nung vom 14. März 200822, ab­züg­lich des im Zeit­punkt des Ver­gleichs gel­ten­den Teue­rungs­sat­zes der Kon­su­men­ten­prei­se, ent­spricht.

5 Für die Er­mitt­lung der Kos­ten der Ener­gie­ver­lus­te ist der Preis des lang­fris­tigs­ten Fu­ture-Pro­dukts für Lie­fer­ver­trä­ge für Strom am schwei­ze­ri­schen Ter­min­markt zu ver­wen­den.

Art. 11d Einhaltung des Mehrkostenfaktors  

1 Ist der Mehr­kos­ten­fak­tor ei­nes kon­kre­ten Vor­ha­bens nicht grös­ser als der Mehr­kos­ten­fak­tor nach Ar­ti­kel 11b, so ist das Vor­ha­ben als Erd­ka­bel aus­zu­füh­ren.

2 Das Vor­ha­ben ist trotz Ein­hal­tung des Mehr­kos­ten­fak­tors als Frei­lei­tung aus­zu­füh­ren, so­fern:

a.
das Vor­ha­ben ei­ne be­ste­hen­de Frei­lei­tung be­trifft und nicht mehr als vier Spann­wei­ten um­fasst; oder
b.
die vom Vor­ha­ben be­trof­fe­ne Lei­tung mit ei­ner be­ste­hen­den Frei­lei­tung ge­bün­delt wer­den kann, de­ren Nenn­span­nung gleich oder hö­her ist als die­je­ni­ge der vom Vor­ha­ben be­trof­fe­nen Lei­tung.
Art. 11e Überschreitung des Mehrkostenfaktors 23  

Ein kon­kre­tes Vor­ha­ben kann trotz Über­schrei­tung des Mehr­kos­ten­fak­tors teil­wei­se oder voll­stän­dig als Erd­ka­bel aus­ge­führt wer­den, wenn der Be­triebs­in­ha­ber im Plan­ge­neh­mi­gungs­ver­fah­ren nach­weist, dass ein Drit­ter die den Mehr­kos­ten­fak­tor über­schrei­ten­den Kos­ten trägt.

23 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 4. Ju­ni 2021, in Kraft seit 1. Ju­li 2021 (AS 2021 330).

1a. Kapitel: Freileitungen24

24 Ursprünglich 1. Kapitel.

1. Abschnitt: Schwachstromfreileitungen

Art. 12 Leitungsführung  

1 Lei­tun­gen sind so zu er­stel­len, dass sie auch bei star­kem Wind oder Schnee­fall nicht durch Bäu­me und Sträu­cher be­ein­träch­tigt wer­den.

2 Lei­ter dür­fen nur an den für sie er­stell­ten und zu­ge­las­se­nen Trag­wer­ken be­fes­tigt wer­den.

Art. 13 Abstand der Leiter unter sich und zu den Tragwerken  

Der Ab­stand der Lei­ter un­ter sich und zu den Trag­wer­ken muss so be­mes­sen sein, dass Kurz­schlüs­se auch bei aus­ser­or­dent­li­chen Be­we­gun­gen der Lei­ter (Wind­aus­len­kung, Ab­wurf von Zu­satz­las­ten) aus­ge­schlos­sen sind.

Art. 14 Abstand zum Boden  

1 Lei­ter und Luft­ka­bel müs­sen so­wohl beim gröss­ten Durch­hang wie auch bei Wind­aus­len­kung min­des­tens die Bo­den­ab­stän­de nach An­hang 3 auf­wei­sen.

2 Bei im Win­ter be­nutz­ba­ren Trans­port­we­gen, bei mar­kier­ten Ski­pis­ten und bei viel be­gan­ge­nen Wan­der­we­gen sind auch die mitt­le­ren Schnee­hö­hen zu be­rück­sich­ti­gen.

3 Die Kon­troll­stel­le kann in be­grün­de­ten Aus­nah­me­fäl­len klei­ne­re Ab­stän­de be­wil­li­gen. Sie be­stimmt da­bei die zu tref­fen­den Schutz­mass­nah­men.

Art. 15 Abstand zu Bäumen  

Bäu­me un­ter oder ne­ben Lei­tun­gen sind zu­rück­zu­schnei­den oder zu be­sei­ti­gen, wenn dies zum Schutz der Per­so­nen, wel­che die Bäu­me be­sor­gen, oder zur Ge­währ­leis­tung der Be­triebs­si­cher­heit der Lei­tung not­wen­dig ist.

Art. 16 Abstand zu Gewässern  

Für den Ab­stand von Schwach­strom­frei­lei­tun­gen zu Ge­wäs­sern gilt Ar­ti­kel 40.

Art. 17 Leiter und Tragelemente von Luftkabeln  

1 Die Be­an­spru­chung der Lei­ter und Tra­g­ele­men­te darf die höchst­zu­läs­si­ge Zug­be­an­spru­chung der ver­wen­de­ten Werk­stof­fe nicht über­schrei­ten.

2 Die Lei­ter und Tra­g­ele­men­te müs­sen ei­ne Bruch­kraft von min­des­tens 1,25 kN auf­wei­sen.

Art. 18 Grösster Leiterzug  

1 Die ma­xi­mal zu er­war­ten­de Zug­be­an­spru­chung ei­nes Lei­ters oder Ka­bels ist auf­grund fol­gen­der An­nah­men zu be­rech­nen:

a.
ei­ner Lei­ter­tem­pe­ra­tur von –20 °C oh­ne Zu­satz­last;
b.
ei­ner Lei­ter­tem­pe­ra­tur von 0 °C und ei­ner gleich­mäs­sig ver­teil­ten Zu­satz­last von min­des­tens 8 N/m, oh­ne Wind.

2 Sind auf­grund der ört­li­chen Ver­hält­nis­se tiefe­re Tem­pe­ra­tu­ren oder grös­se­re Zu­satz­las­ten zu er­war­ten, so sind die­se der Be­rech­nung zu­grun­de zu le­gen.

3 Bei Luft­ka­beln gel­ten die Tem­pe­ra­tu­r­an­nah­men im­mer für das Tra­g­ele­ment. Das Ka­bel­ge­wicht bzw. die nicht als Tra­g­ele­ment die­nen­den Lei­ter sind zur Zu­satz­last zu ad­die­ren.

Art. 19 Grösster Leiterdurchhang  

1 Der ma­xi­mal zu er­war­ten­de Durch­hang ei­nes Lei­ters oder Ka­bels ist auf­grund fol­gen­der An­nah­men zu be­rech­nen:

a.
ei­ner Lei­ter­tem­pe­ra­tur von 40 °C;
b.
ei­ner Lei­ter­tem­pe­ra­tur von 0 °C und ei­ner gleich­mäs­sig ver­teil­ten Zu­satz­last von min­des­tens 8 N/m oh­ne Wind.

2 Sind auf­grund der ört­li­chen Ver­hält­nis­se hö­he­re Tem­pe­ra­tu­ren oder grös­se­re Zu­satz­las­ten zu er­war­ten, so sind die­se der Be­rech­nung zu­grun­de zu le­gen.

3 Bei Luft­ka­beln gel­ten die Tem­pe­ra­tu­r­an­nah­men im­mer für das Tra­g­ele­ment. Das Ka­bel­ge­wicht bzw. die nicht als Tra­g­ele­ment die­nen­den Lei­ter sind zur Zu­satz­last zu ad­die­ren.

Art. 20 Leiterverbindungen  

1 Die Ver­bin­dun­gen der Lei­ter müs­sen den­sel­ben elek­tro­tech­ni­schen An­for­de­run­gen ge­nü­gen wie das Lei­ter­ma­te­ri­al.

2 Die Ver­bin­dun­gen von selbst­tra­gen­den Lei­tern oder von Tra­g­ele­men­ten von Luft­ka­beln müs­sen die An­for­de­run­gen nach Ar­ti­kel 17 er­fül­len.

3 Frei­lei­tun­gen dür­fen nicht aus meh­re­ren kur­z­en Lei­ter­stücken zu­sam­men­ge­setzt wer­den.

Art. 21 Isolatoren  

1 Die Min­dest­bruch­kraft von Stab‑, Stütz- und Stüt­ze­ni­so­la­to­ren aus ke­ra­mi­schen Werk­stof­fen oder aus Glas muss min­des­tens 2,8 mal grös­ser sein als die gröss­ten sta­ti­schen Be­las­tun­gen.

2 Ver­bun­di­so­la­to­ren aus Kunst­stoff müs­sen wit­te­rungs­be­stän­dig und ge­gen UV-Strah­lung re­sis­tent sein.

Art. 22 Befestigungselemente  

Die Lei­ter- und Tra­g­ele­ment­be­fes­ti­gun­gen müs­sen den Trag­werkar­ten ent­spre­chen und die auf sie wir­ken­den Be­las­tun­gen si­cher über­tra­gen kön­nen.

Art. 23 Materialbeständigkeit  

Lei­ter, Luft­ka­bel, Lei­ter­ver­bin­dun­gen, Iso­la­to­ren und Ar­ma­tu­ren müs­sen ge­gen äus­se­re Ein­flüs­se und elek­tro­che­mi­sche Zer­set­zung be­stän­dig sein.

Art. 24 Tragfähigkeit und Standfestigkeit von Tragwerken, Fundamenten, Verstrebungen und Verankerungen  

1 Trag­wer­ke, Fun­da­men­te, Ver­stre­bun­gen, Ver­an­ke­run­gen und de­ren Be­stand­tei­le sind so zu di­men­sio­nie­ren und zu kon­stru­ie­ren, dass sie den gröss­ten Be­las­tun­gen stand­hal­ten.

2 Als gröss­te Be­las­tung gilt die un­güns­tigs­te Kom­bi­na­ti­on al­ler Kräf­te, die auf ein Trag­werk oder einen Be­stand­teil da­von ein­wir­ken kön­nen. Zu be­rück­sich­ti­gen sind:

a.
die Lei­ter­kräf­te bei 0 °C und ei­ne gleich­mäs­sig ver­teil­te Zu­satz­last von min­des­tens 8 N/m pro Lei­ter oder Luft­ka­bel;
b.
die ho­ri­zon­ta­len Wind­kräf­te.

3 Als Werk­stof­fe sind für Trag­wer­ke Stahl, Stahl­be­ton oder Holz zu ver­wen­den. Trag­wer­ke aus sol­chen Werk­stof­fen sind nach An­hang 4 zu di­men­sio­nie­ren.

4 An­de­re Werk­stof­fe oder un­üb­li­che Kon­struk­tio­nen dür­fen nur ver­wen­det wer­den, wenn ih­re Eig­nung, ins­be­son­de­re hin­sicht­lich Fes­tig­keit und Dau­er­haf­tig­keit, nach­ge­wie­sen wird. Die Kon­troll­stel­le kann Prüfat­tes­te von an­er­kann­ten Prüf­stel­len oder be­son­de­re Prü­fun­gen ver­lan­gen.

Art. 25 Tragwerkfundamente  

1 Holz­mas­te müs­sen min­des­tens mit ei­nem Zehn­tel ih­rer Län­ge plus 40 cm ins Erd­reich ein­ge­las­sen wer­den.

2 Sie sind fest zu ver­ram­men. Wenn es Be­las­tung und Bo­den­be­schaf­fen­heit er­for­dern, ist die Druck­flä­che zu ver­grös­sern.

3 Holz­mas­te, die in den Bo­den ein­be­to­niert wer­den, sind spä­tes­tens nach drei Jah­ren wie­der zu ent­fer­nen.

4 Als be­son­de­re Fun­da­men­te dür­fen nur Stan­gen­füs­se aus Ma­te­ri­al ver­wen­det wer­den, das ge­gen die Ein­wir­kun­gen des Erd­bo­dens wi­der­stands­fä­hig ist. Die Holz­­mas­ten müs­sen aus­wech­sel­bar und vor Erd­feuch­tig­keit und Was­ser­an­samm­lung ge­schützt be­fes­tigt wer­den. Die Fes­tig­keit der Stan­gen­füs­se muss we­nigs­tens gleich gross sein wie die der Trag­wer­ke.

5 Fun­da­men­te für Trag­wer­ke, die nicht aus Holz sind, sind für die gröss­ten zu er­war­ten­den Be­las­tun­gen un­ter Be­rück­sich­ti­gung der Fun­da­men­tein­span­nung zu be­rech­nen. Die Si­cher­heit ge­gen Um­sturz muss min­des­tens 1,5 sein.

Art. 26 Verankerungen  

1 Stahl­draht­sei­le von Ver­an­ke­run­gen müs­sen einen Min­dest­quer­schnitt von 20 mm2 auf­wei­sen. Im Erd­bo­den ist für Rund­stahl ein Min­dest­durch­mes­ser von 10 mm, bei Stahl­draht­sei­len ein Min­dest­quer­schnitt von 70 mm2 er­for­der­lich.

2 Ver­an­ke­run­gen müs­sen je­der­zeit nach­ge­spannt wer­den kön­nen.

3 Ver­an­ke­run­gen aus elek­trisch lei­ten­dem Ma­te­ri­al sind so an den Trag­wer­ken zu be­fes­ti­gen, dass Be­rüh­run­gen mit un­ter Span­nung ste­hen­den An­la­ge­tei­len aus­ge­schlos­sen sind.

Art. 27 Schutz der Tragwerke  

1 Trag­wer­ke, Fun­da­men­te, Ver­stre­bun­gen und Ver­an­ke­run­gen müs­sen ge­gen äus­se­re Ein­flüs­se so ge­schützt wer­den, dass Stand­fes­tig­keit und Trag­fä­hig­keit dau­ernd ge­währ­leis­tet sind.

2 Trag­wer­ke und Trag­werk­tei­le aus Holz müs­sen im­prä­gniert oder auf gleich­wer­ti­ge Wei­se ge­schützt sein.

3 Schnitt­stel­len bei Holz­trag­wer­ken sind so ab­zu­de­cken oder so an­zu­ord­nen, dass sich kein Was­ser an­sam­meln kann.

Art. 28 Kennzeichnung der Tragwerke  

1 Trag­wer­ke müs­sen die In­itia­len des Lei­tungs­in­ha­bers tra­gen so­wie mit ei­ner Ord­nungs­num­mer und mit der Jah­res­zahl der Auf­stel­lung ver­se­hen sein (Hin­weis­ta­fel).

2 Holz­mas­ten sind 4,5 m über dem Fus­sen­de mit der Jah­res­zahl der Im­prä­gnie­rung und dem Kenn­zei­chen des Lie­fe­ran­ten dau­er­haft zu mar­kie­ren.

2. Abschnitt: Starkstromfreileitungen

Art. 29 Störschutz  

Für Hoch­span­nungs­lei­tun­gen und de­ren Kon­struk­ti­ons­ele­men­te gel­ten die Stör­schutz­wer­te nach An­hang 5.

Art. 30 Vogelschutz  

1 So­fern es die ört­li­chen Ge­ge­ben­hei­ten er­for­dern, sind auf den Trag­wer­ken Vor­keh­ren zu tref­fen, da­mit Vö­gel mög­lichst kei­ne Erd- und Kurz­schlüs­se ein­lei­ten kön­nen.

2 In vo­gel­rei­chen Ge­bie­ten sind neue Lei­tun­gen so zu pla­nen und zu er­stel­len, dass das Kol­li­si­ons­ri­si­ko für Vö­gel mög­lichst ge­ring ist.

Art. 31 Verhaltenshinweise  

Die Be­triebs­in­ha­ber von Frei­lei­tun­gen der lo­ka­len oder re­gio­na­len Strom­ver­sor­gung müs­sen die Be­völ­ke­rung in orts­üb­li­cher Art über das Ver­hal­ten ori­en­tie­ren:

a.
bei ge­fahr­brin­gen­den Tä­tig­kei­ten in der Nä­he von Frei­lei­tun­gen;
b.
ge­gen­über de­fek­ten Frei­lei­tun­gen, ins­be­son­de­re ge­gen­über her­ab­ge­fal­le­nen Lei­tern;
c.
ge­gen­über Per­so­nen, die durch elek­tri­schen Strom ver­letzt wor­den sind und sich noch im Ge­fah­ren­be­reich be­fin­den.
Art. 32 Besteigen der Tragwerke  

Die Trag­wer­ke sind so zu ge­stal­ten oder aus­zu­rüs­ten, dass un­be­fug­tes Be­stei­gen nur mit Hilfs­mit­teln oder mit aus­ser­or­dent­li­cher An­stren­gung mög­lich ist.

Art. 33 Abstand der Leiter unter sich und zu den Tragwerken  

1 Der Ab­stand zwi­schen span­nungs­füh­ren­den Lei­tern un­ter sich und zu Trag­wer­ken ist so zu be­mes­sen, dass in den vor­aus­seh­ba­ren Fäl­len kei­ne Span­nungs­über­schlä­ge, Span­nungs­über­trit­te, Erd­schlüs­se oder Kurz­schlüs­se auf­tre­ten kön­nen.

2 Die Ab­stän­de be­stim­men sich aus den je­weils gröss­ten vor­han­de­nen Nenn­span­nun­gen und den da­zu­ge­hö­ren­den Prüf­span­nun­gen nach An­hang 6. Wo nichts Be­son­de­res be­stimmt wird, gel­ten die­se Ab­stän­de so­wohl für Lei­ter, Erd­lei­ter und Luft­ka­bel als auch für Schutz­sei­le.

3 Hoch­span­nungs-Luft­ka­bel oh­ne ge­er­de­te me­tal­le­ne Um­hül­lung gel­ten als blan­ke, un­ter Span­nung ste­hen­de Lei­ter.

Art. 34 Abstand zum Boden  

1 Lei­ter, Luft­ka­bel und Erd­lei­ter müs­sen so­wohl beim gröss­ten Durch­hang wie auch bei Wind­aus­len­kung min­des­tens die Bo­den­ab­stän­de nach An­hang 3 auf­wei­sen.

2 In nicht be­geh­ba­rem Ge­biet, na­ment­lich ge­gen­über Ge­län­de­vor­sprün­gen, muss der mi­ni­ma­le Di­rektab­stand bei Wind­aus­len­kung 0,01 m pro kV Nenn­span­nung, min­de­s­tens je­doch 1,50 m be­tra­gen.

3 Bei im Win­ter be­nutz­ba­ren Trans­port­we­gen, bei mar­kier­ten Ski­pis­ten und bei viel be­gan­ge­nen Wan­der­we­gen sind auch die mitt­le­ren Schnee­hö­hen zu be­rück­sich­ti­gen.

4 Die Kon­troll­stel­le kann in be­grün­de­ten Aus­nah­me­fäl­len klei­ne­re Ab­stän­de be­wil­li­gen. Sie be­stimmt da­bei die zu tref­fen­den Schutz­mass­nah­men.

Art. 35 Abstand zu Bäumen  

1 Die Di­rektab­stän­de zwi­schen elek­tri­schen Lei­tern und Bäu­men rich­ten sich nach Be­wirt­schaf­tung der Bäu­me, Bo­den­be­schaf­fen­heit, Ge­län­de­nei­gung, Schnee­ab­fall von den Bäu­men usw.

2 Der Ab­stand zu Obst- und Zier­bäu­men un­ter oder ne­ben Lei­tun­gen ist so zu be­mes­sen, dass die Bäu­me ge­fahr­los be­wirt­schaf­tet wer­den kön­nen.

3 Für Baum- und Pflan­zen­spritz­an­la­gen sind die Spritz­ab­stän­de zu den Lei­tern der Frei­lei­tun­gen und all­fäl­li­ge Schutz­vor­keh­ren von Fall zu Fall fest­zu­le­gen.

4 Die Ver­ti­kal­ab­stän­de zwi­schen Bäu­men und blan­ken Lei­tern von Hoch­span­nungs­frei­lei­tun­gen müs­sen bei gröss­tem Durch­hang min­des­tens be­tra­gen:

a.
Obst­bäu­me: 2,5 m plus 0,01 m pro kV Nenn­span­nung;
b.
üb­ri­ge Bäu­me: 1,5 m plus 0,01 m pro kV Nenn­span­nung.
Art. 36 Abstand zu Gebäuden  

Frei­lei­tun­gen müs­sen so weit von Ge­bäu­den ent­fernt er­stellt oder so aus­ge­führt wer­den, dass sie we­der Men­schen oder Ge­bäu­de ge­fähr­den noch bei ei­nem Ge­bäu­de­brand Ret­tungs- und Lösch­mass­nah­men be­hin­dern.

Art. 37 Abstand von Niederspannungsleitungen zu Gebäuden  

1 Für Nie­der­span­nungs­frei­lei­tun­gen und -luft­ka­bel gel­ten die Ge­bäu­deab­stän­de nach An­hang 7.

2 Fassa­den­ab­span­nun­gen sind so an­zu­brin­gen, dass:

a.
sie von all­ge­mein zu­gäng­li­cher Stel­le aus nicht be­rühr­bar sind;
b.
die Frei­lei­tun­gen mög­lichst recht­wink­lig zur Fassa­de an­kom­men.
Art. 38 Abstand von Hochspannungsfreileitungen zu Gebäuden  

1 Für Hoch­span­nungs­frei­lei­tun­gen gel­ten die Ge­bäu­deab­stän­de nach An­hang 8.

2 Der Ho­ri­zon­tal­ab­stand von Hoch­span­nungs­lei­tern und ih­ren Trag­wer­ken zu Ge­bäu­den muss min­des­tens 5 m be­tra­gen und der Di­rektab­stand zwi­schen Lei­tern und den nächst­lie­gen­den Ge­bäu­de­tei­len bei Wind­aus­len­kung min­des­tens 2,50 m plus 0,01 m pro kV Nenn­span­nung.

3 Über­ragt das Ge­bäu­de den un­ters­ten Lei­ter, so er­höht sich der Ho­ri­zon­tal­ab­stand von 5 m um die Über­ra­gung des den Lei­tern nächst­lie­gen­den Ge­bäu­de­teils. Bei ei­ner Dach­nei­gung von über 45 wird die Über­ra­gung nach An­hang 8 Fi­gur 2 be­rech­net. Ein Ho­ri­zon­tal­ab­stand von ins­ge­samt 20 m ge­nügt in je­dem Fall.

4 Über­ragt die Hoch­span­nungs­frei­lei­tung das Ge­bäu­de, darf der Ho­ri­zon­tal­ab­stand aus­nahms­wei­se un­ter­schrit­ten wer­den. Die Kon­troll­stel­le ent­schei­det über:

a.
die Zu­läs­sig­keit der Un­ter­schrei­tung;
b.
die Di­rektab­stän­de auf­grund der Brand­be­las­tung und der Brandri­si­ken der Ge­bäu­de;
c.
die zu tref­fen­den Schutz­mass­nah­men.

5 Im Lei­tungs­be­reich dür­fen sich kei­ne Ge­bäu­de, Fest­hüt­ten, Zel­te oder ähn­li­che Ein­rich­tun­gen mit gros­sen Men­schen­an­samm­lun­gen, gros­sem Brandri­si­ko oder ex­plo­si­blen Stof­fen be­fin­den. Die Kon­troll­stel­le kann Aus­nah­men be­wil­li­gen und Schutz­mass­nah­men vor­schrei­ben.

6 Hoch­span­nungs­frei­lei­tun­gen dür­fen nur an Ge­bäu­den an­ge­bracht oder ab­ge­spannt wer­den, die aus­sch­liess­lich dem Be­trieb elek­tri­scher An­la­gen die­nen.

Art. 39 Areale mit grossen Menschenansammlungen, Spiel- und Sportanlagen  

1 Im Lei­tungs­be­reich von Hoch­span­nungs­frei­lei­tun­gen dür­fen sich kei­ne Area­le be­fin­den, auf de­nen zeit­wei­se gros­se Men­schen­men­gen vor­kom­men (Ver­samm­lungs-, Markt‑, Schau­stel­ler‑, Pau­sen‑, Sport‑, Cam­ping­plät­ze, öf­fent­li­che Lie­ge­wie­sen usw.).

2 Sol­che Area­le dür­fen aus­nahms­wei­se über­führt wer­den. Über Zu­läs­sig­keit der Über­füh­rung, Ab­stän­de und Schutz­mass­nah­men ent­schei­det die Kon­troll­stel­le.

3 Im Frei­lei­tungs­be­reich dür­fen sich kei­ne Was­ser­zo­nen (Bas­sin, See, Fluss usw.) von öf­fent­li­chen Schwimm­bä­dern be­fin­den. Für klei­ne Bass­ins kann die Kon­troll­stel­le Aus­nah­men be­wil­li­gen. Sie legt die zu tref­fen­den Schutz­mass­nah­men fest.

4 Wer­den Fuss­ball­fel­der über­führt, so ist zu Lei­tern und Luft­ka­beln ein Bo­den­ab­stand von min­des­tens 15 m ein­zu­hal­ten. Da­bei ist von ei­nem Durch­hang bei 40 °C Lei­ter­tem­pe­ra­tur aus­zu­ge­hen. Für Spiel­fel­der von un­ter­ge­ord­ne­ter Be­deu­tung kann die Kon­troll­stel­le aus­nahms­wei­se klei­ne­re Ab­stän­de be­wil­li­gen.

5 Wer­den Spiel- und Sport­an­la­gen über­führt, so ist zwi­schen Lei­tern oder Luft­ka­beln und all­fäl­li­gen Um­zäu­nun­gen, Ball­fang­net­zen oder der­glei­chen ein Ver­ti­kal­ab­stand von min­des­tens 2,50 m plus 0,01 m pro kV Nenn­span­nung ein­zu­hal­ten. Da­bei ist von ei­nem Durch­hang bei 40 °C Lei­ter­tem­pe­ra­tur aus­zu­ge­hen.

6 Tri­bü­nen, Klub­häu­ser, Gar­de­ro­ben und der­glei­chen von Spiel- und Sport­an­la­gen gel­ten als Ge­bäu­de.

Art. 40 Abstand zu Gewässern  

1 Frei­lei­tun­gen sind über Ge­wäs­sern so zu er­stel­len, dass die Schiff­fahrt nicht be­ein­träch­tigt wird.

2 Lei­ter, Luft­ka­bel und Erd­lei­ter dür­fen über fol­gen­den Ge­wäs­ser­stre­cken bei gröss­tem Durch­hang den Ab­stand von 15 m plus 0,01 m pro kV Nenn­span­nung über dem höchs­ten Schiff­fahrts­was­ser­stand nicht un­ter­schrei­ten:

a.
Rhein, vom Bo­den­see bis zur Lan­des­gren­ze in Ba­sel;
b.
Aa­re vom Bi­e­ler­see bis Ko­blenz (Aa­re­mün­dung);
c.
Broy­e­ka­nal;
d.
Zihl­ka­nal;
e.
Rho­ne, un­ter­halb von Genf bis zur Lan­des­gren­ze.

3 Auf fol­gen­den Stre­cken kann die Kon­troll­stel­le klei­ne­re Ab­stän­de zu­las­sen, wenn da­durch die be­ste­hen­de Schiff­fahrt nicht ge­fähr­det wird:

a.
Rhein, von Schaff­hau­sen bis Ko­blenz (Aa­re­ein­mün­dung);
b.
Aa­re, von Bi­el bis zur Stras­sen­brücke Döt­tin­gen;
c.
Rho­ne, vom Kraft­werk Ver­bois bis zur Lan­des­gren­ze.

4 Für al­le üb­ri­gen Ge­wäs­ser­stre­cken oder of­fe­ne Ge­wäs­ser mit be­ste­hen­der oder mög­li­cher Schiff­fahrt wer­den die Si­cher­heits­ab­stän­de und die zu tref­fen­den Schutz­mass­nah­men von der Kon­troll­stel­le im Ein­ver­neh­men mit den zu­stän­di­gen Schiff­fahrts­be­hör­den fest­ge­legt. Wenn nö­tig sind Schiff­fahrts- oder Warn­zei­chen an­zu­brin­gen.

5 Der Ab­stand von Lei­tern zu nicht schiff­ba­ren Ge­wäs­sern muss bei höchs­tem Pe­gel­stand und gröss­tem Durch­hang min­des­tens 4 m plus 0,01 m pro kV Nenn­span­nung be­tra­gen.

Art. 41 Beleuchtungskörper an Hochspannungs-Tragwerken  

1 Be­leuch­tungs­kör­per dür­fen an Trag­wer­ken von Hoch­span­nungs­frei­lei­tun­gen nur dann an­ge­bracht wer­den, wenn:

a.
Lei­tung und In­stand­hal­tung der Be­leuch­tungs­an­la­ge dem glei­chen Be­trieb­s­in­ha­ber un­ter­stellt sind;
b.
die be­tei­lig­ten Be­triebs­in­ha­ber Be­trieb und In­stand­hal­tung der Be­leuch­tungs­an­la­ge schrift­lich ver­ein­bart ha­ben.

2 Be­leuch­tungs­kör­per müs­sen im­mer un­ter­halb der Hoch­span­nungs­lei­ter oder -luft­ka­bel an­ge­bracht wer­den.

3 Zwi­schen dem un­ters­ten Hoch­span­nungs­lei­ter oder ‑luft­ka­bel und den Be­leuch­tungs­kör­pern muss bei Re­gel­lei­tun­gen ein Ver­ti­kal­ab­stand von 1,5 m plus 0,01 m pro kV Nenn­span­nung und bei Weit­spann­lei­tun­gen ein Ver­ti­kal­ab­stand von 2,5 m plus 0,01 m pro kV Nenn­span­nung ein­ge­hal­ten wer­den.

4 Be­leuch­tungs­kör­per und die da­zu­ge­hö­ren­den In­stal­la­tio­nen müs­sen auf den Trag­wer­ken so an­ge­bracht und ge­er­det wer­den, dass sie bei ei­nem Erd­schluss im Hoch­span­nungs­netz kei­nen un­zu­läs­si­gen Be­ein­flus­sun­gen aus­ge­setzt sind und kei­ne ge­fähr­li­chen Span­nun­gen an an­de­re Or­te ver­schlep­pen.

Art. 42 Kandelaber  

1 Hoch­span­nungs­lei­ter und -luft­ka­bel müs­sen zu Kan­de­la­bern und Be­leuch­tungs­kör­pern min­des­tens die Ab­stän­de nach An­hang 9 auf­wei­sen.

2 Kan­de­la­ber dür­fen nur im Ein­ver­ständ­nis mit dem Be­triebs­in­ha­ber der Hoch­span­nungs­frei­lei­tung auf­ge­stellt oder um­ge­legt wer­den, wenn die Ge­fahr be­steht, dass durch un­be­ab­sich­tig­te oder be­ab­sich­tig­te Be­we­gun­gen des Kan­de­la­bers der Di­rekt­ab­stand «a» nach An­hang 9 un­ter­schrit­ten wird.

3 In­stand­hal­tungs­ar­bei­ten an Be­leuch­tungs­kör­pern und Kan­de­la­bern dür­fen durch vor­bei­füh­ren­de Hoch­span­nungs­frei­lei­tun­gen we­der be­hin­dert wer­den, noch darf da­bei für das Per­so­nal ei­ne Ge­fähr­dung auf­tre­ten. Wind­aus­len­kun­gen der Lei­ter oder der Kan­de­la­ber dür­fen nicht zu Span­nungs­über­schlä­gen füh­ren.

4 Über­ra­gen die Be­leuch­tungs­kör­per ei­ner Kan­de­la­b­er­rei­he, die von ei­ner Hoch­span­nungs­frei­lei­tung ge­kreuzt wird, de­ren un­ters­te Lei­ter oder be­fin­den sie sich auf glei­cher Hö­he mit ih­nen, so ist beid­seits der Kreu­zungs­stel­le so­wohl bei den Be­leuch­tungs­kör­pern als auch an den Kan­de­la­ber­füs­sen auf die tief­lie­gen­den Lei­ter auf­merk­sam zu ma­chen.

5 Be­vor an Kan­de­la­bern, die sich in der Nä­he von Hoch­span­nungs­frei­lei­tun­gen mit Nenn­span­nun­gen von mehr als 100 kV be­fin­den, ge­ar­bei­tet wird, sind die elek­tri­schen In­stal­la­tio­nen und Ar­ma­tu­ren der Kan­de­la­ber zu er­den.

Art. 43 Verkehrsschilder und Schutzwände  

1 Für Ver­kehrs­schil­der und per­ma­nen­te Schutz­wän­de gel­ten die glei­chen Ab­stän­de wie für Kan­de­la­ber.

2 In­stand­hal­tungs­ar­bei­ten an Ver­kehrs­schil­dern, Schutz­wän­den oder der­glei­chen dür­fen durch vor­bei­füh­ren­de Frei­lei­tun­gen we­der be­hin­dert wer­den, noch darf da­bei für das Per­so­nal ei­ne Ge­fähr­dung auf­tre­ten.

Art. 44 Schiessplätze  

1 Die Ab­stän­de zwi­schen Frei­lei­tun­gen und Schiess­an­la­gen für das Schiess­we­sen aus­ser Dienst mit Or­don­nanz­mu­ni­ti­on be­stim­men sich nach An­hang 10. Die Ab­stän­de kön­nen un­ter­schrit­ten wer­den, wenn die Lei­tun­gen durch Blen­den ge­schützt sind oder in schuss­to­ten Räu­men lie­gen.

2 Die Ab­stän­de zwi­schen Frei­lei­tun­gen und Schiess­an­la­gen für Sport- und Jagd­schies­sen wer­den von der Kon­troll­stel­le fest­ge­legt. Die­se be­stimmt zu­dem die zu tref­fen­den Schutz­mass­nah­men.

3 Die Kon­troll­stel­le ent­schei­det dar­über, ob Frei­lei­tun­gen über Schei­ben­stän­de oder Schei­ben­an­la­gen ge­führt wer­den dür­fen. Sie be­stimmt die Di­rektab­stän­de so­wie die zu tref­fen­den Schutz­mass­nah­men.

Art. 45 Leiter und Tragelemente von Luftkabeln  

1 Lei­ter müs­sen einen Durch­mes­ser von min­des­tens 5 mm und einen Quer­schnitt von min­des­tens 19,6 mm2 so­wie ei­ne Min­dest­bruch­kraft von 5,5 kN auf­wei­sen. Für Lei­ter aus Reinalu­mi­ni­um so­wie me­tal­le­ne Tra­g­ele­men­te von Luft­ka­beln muss der Quer­schnitt min­des­tens 50 mm2 be­tra­gen.

2 Für Lei­ter mit ei­nem Quer­schnitt von mehr als 50 mm2 und für al­le Reinalu­mi­ni­um­lei­ter so­wie für me­tal­le­ne Tra­g­ele­men­te von Luft­ka­beln sind nur Sei­le zu­läs­sig.

3 Die höchst­zu­läs­si­ge Zug­be­an­spru­chung der Werk­stof­fe von Lei­tern oder Trag­ele­men­ten be­stimmt sich nach An­hang 11. Wer­den Werk­stof­fe ver­wen­det, die in die­sem An­hang nicht auf­ge­führt sind, so ist ei­ne Zug­be­an­spru­chung von höchs­tens 2/3 der Bruch­gren­ze zu­läs­sig. Die Kon­troll­stel­le kann Prüfat­tes­te von an­er­kann­ten Prüfs­tel­len ver­lan­gen.

4 Bei Ver­bund­sei­len darf die zu­läs­si­ge Zug­be­an­spru­chung der ein­zel­nen Werk­stof­fe nicht über­schrit­ten wer­den. Wird ein Werk­stoff als al­lei­ni­ges Tra­g­ele­ment be­nützt, so müs­sen die üb­ri­gen Werk­stof­fe als zu­sätz­li­che Last be­rück­sich­tigt wer­den.

5 Bei Luft­ka­beln oh­ne se­pa­ra­te Tra­g­ele­men­te sind min­des­tens zwei Lei­ter als Trag­­ele­men­te zu be­nut­zen. In Nie­der­span­nungs­ka­beln darf aber der PEN-Lei­ter oder der Schutz­lei­ter PE nicht als Tra­g­ele­ment be­nützt wer­den.

Art. 46 Grösster Leiterzug  

1 Die ma­xi­mal zu er­war­ten­de Zug­be­an­spru­chung ei­nes Lei­ters ist auf­grund fol­gen­der An­nah­men zu be­rech­nen:

a.
ei­ner Lei­ter­tem­pe­ra­tur von –20 °C oh­ne Zu­satz­last;
b.
ei­ner Lei­ter­tem­pe­ra­tur von 0 °C und ei­ner gleich­mäs­sig ver­teil­ten Zu­satz­last von min­des­tens 20 N/m pro Lei­ter oder Teil­lei­ter, oh­ne Wind.

2 Sind auf­grund der ört­li­chen Ver­hält­nis­se tiefe­re Tem­pe­ra­tu­ren oder grös­se­re Zu­satz­las­ten zu er­war­ten, so sind die­se der Be­rech­nung zu­grun­de zu le­gen.

3 Bei Luft­ka­beln gel­ten die Tem­pe­ra­tu­r­an­nah­men im­mer für das Tra­g­ele­ment. Das Ka­bel­ge­wicht bzw. die nicht als Tra­g­ele­ment die­nen­den Lei­ter sind zur Zu­satz­last zu ad­die­ren.

Art. 47 Grösster Leiterdurchhang  

1 Der ma­xi­mal zu er­war­ten­de Durch­hang ei­nes Lei­ters ist auf­grund fol­gen­der An­nah­men zu be­rech­nen:

a.
ei­ner Lei­ter­tem­pe­ra­tur von 40 °C;
b.
ei­ner Lei­ter­tem­pe­ra­tur von 0 °C und ei­ner gleich­mäs­sig ver­teil­ten Zu­satz­last von min­des­tens 20 N/m pro Lei­ter oder Teil­lei­ter, oh­ne Wind.

2 Sind auf­grund der ört­li­chen Ver­hält­nis­se hö­he­re Tem­pe­ra­tu­ren oder grös­se­re Zu­satz­las­ten zu er­war­ten, so sind die­se der Be­rech­nung zu­grun­de zu le­gen.

3 Bei Luft­ka­beln gel­ten die Tem­pe­ra­tu­r­an­nah­men im­mer für das Tra­g­ele­ment. Das Ka­bel­ge­wicht bzw. die nicht als Tra­g­ele­ment die­nen­den Lei­ter sind zur Zu­satz­last zu ad­die­ren.

Art. 48 Zugbeanspruchung und Leiterdurchhang von Regelleitungen  

Zug­be­an­spru­chung und Lei­ter­durch­hang von Re­gel­lei­tun­gen be­stim­men sich nach An­hang 12.

Art. 49 Leiterverbindungen  

1 Die Bruch­kraft der zug­fes­ten Ver­bin­dun­gen von Lei­tern oder Tra­g­ele­men­ten von Luft­ka­beln muss min­des­tens 90 Pro­zent der­je­ni­gen des Lei­ters oder des Trag­ele­men­tes be­tra­gen.

2 Wird der Quer­schnitt ei­nes auf Zug be­an­spruch­ten Lei­ters durch ei­ne Be­schä­di­gung um mehr als 25 Pro­zent ver­min­dert, so hat die Re­pa­ra­tur­stel­le den An­for­de­run­gen für zug­fes­te Lei­ter­ver­bin­dun­gen zu ge­nü­gen.

3 Frei­lei­tun­gen dür­fen nicht aus meh­re­ren kur­z­en Lei­ter­stücken zu­sam­men­ge­setzt wer­den.

Art. 50 Isolatoren  

1 Stab‑, Stütz- und Stüt­ze­ni­so­la­to­ren aus ke­ra­mi­schen Werk­stof­fen oder aus Glas müs­sen, be­zo­gen auf ih­re Min­dest­bruch­kraft fol­gen­de Si­cher­heits­fak­to­ren auf­wei­sen:

a.
min­des­tens 1,25 bei Be­an­spru­chung durch die elek­tro­dy­na­mi­schen Kräf­te der Lei­ter in­fol­ge Kurz­schluss­strö­men;
b.
min­des­tens 2,8 bei Be­an­spru­chung durch die gröss­ten sta­ti­schen Be­lastun­gen.

2 Kap­pen-Bol­zen-Iso­la­to­ren aus ke­ra­mi­schen Werk­stof­fen oder aus Glas müs­sen fol­gen­de Si­cher­heits­fak­to­ren auf­wei­sen:

a.
min­des­tens 1,25, be­zo­gen auf ih­re Min­dest­bruch­kraft, bei Be­an­spru­chung durch die elek­tro­dy­na­mi­schen Kräf­te der Lei­ter in­fol­ge Kurz­schluss­strö­men;
b.
min­des­tens 3,5, be­zo­gen auf ih­re elek­tro­me­cha­ni­sche Bruch­kraft, bei Be­an­spru­chung durch die gröss­ten sta­ti­schen Be­las­tun­gen.

3 Ver­bun­di­so­la­to­ren aus Kunst­stoff müs­sen wit­te­rungs­be­stän­dig und ge­gen UV-Strah­lung re­sis­tent sein.

Art. 51 Isolatoren in Mehrfachketten  

1 Wer­den Mehr­fach­auf­hän­gun­gen oder Mehr­fachab­span­nun­gen der Lei­ter als zu­sätz­li­che Schutz­mass­nah­me ver­langt, so müs­sen die Si­cher­heits­fak­to­ren nach Ar­ti­kel 50 auch nach dem Ver­sa­gen ei­ner Tei­lauf­hän­gung oder Teil­ab­span­nung noch ge­währ­leis­tet sein.

2 Die Iso­la­to­ren­ket­ten sind in die­sem Fall an min­des­tens zwei ge­trenn­ten Punk­ten an den Trag­wer­ken zu be­fes­ti­gen.

3 Beim Ver­sa­gen ei­ner Tei­lauf­hän­gung müs­sen die ver­blei­ben­den Ele­men­te ei­ner Mehr­fach­auf­hän­gung oder ‑ab­span­nung den auf­tre­ten­den dy­na­mi­schen Be­las­tun­gen stand­hal­ten.

4 Die ein­zel­nen Iso­la­to­ren­ket­ten sol­cher Mehr­fach­auf­hän­gun­gen dür­fen aus höch­s­tens drei Iso­la­to­ren be­ste­hen, wenn die ein­zel­nen Iso­la­to­ren kür­zer sind als 0,5 m.

Art. 52 Armaturen  

Ar­ma­tu­ren müs­sen so be­mes­sen sein, dass die Ein­hal­tung der Si­cher­heits­fak­to­ren nach An­hang 13 bei der gröss­ten sta­ti­schen Be­las­tung ge­währ­leis­tet ist.

Art. 53 Materialbeständigkeit  

Lei­ter, Luft­ka­bel, Lei­ter­ver­bin­dun­gen, Iso­la­to­ren und Ar­ma­tu­ren müs­sen ge­gen um­welt­be­ding­te äus­se­re Ein­flüs­se und ge­gen elek­tro­che­mi­sche Zer­set­zung be­stän­dig sein.

Art. 54 Belastungsannahmen für Tragwerke und Fundamente  

1 Die Trag­wer­ke, ih­re Be­stand­tei­le und die Fun­da­men­te sind auf­grund der Be­la­s­tungs­an­nah­men in den An­hän­gen 14 und 15 zu be­rech­nen.

2 Die­se An­nah­men gel­ten sinn­ge­mä­ss auch für spe­zi­el­le Trag­werk­aus­füh­run­gen und für Trag­wer­ke von Frei­luft­an­la­gen.

Art. 55 Tragwerkarten  

1 Stütz­mas­ten sind zu­läs­sig für Ab­spann­stre­cken bis 2 km, mitt­le­re Spann­wei­ten bis 225 m und Lei­tungs­win­kel von 195 bis 205 gon. Sie dür­fen nicht mit Ab­spann­ket­ten aus­ge­rüs­tet wer­den.

2 Trag­mas­ten sind zu­läs­sig für Ab­spann­stre­cken bis 4 km und Lei­tungs­win­kel von 180 bis 220 gon. Sie dür­fen nicht mit Ab­spann­ket­ten aus­ge­rüs­tet wer­den. Die Kon­troll­stel­le kann Aus­nah­men be­wil­li­gen.

3 Son­der­trag­mas­ten sind er­for­der­lich für Ab­spann­stre­cken über 4 km. Sie sind zu­läs­sig für Lei­tungs­win­kel von 180 bis 220 gon.

4 Ab­spann­mas­ten sind er­for­der­lich bei Lei­tungs­win­keln un­ter 180 und über 220 gon so­wie bei gros­sen Spann­wei­ten­un­ter­schie­den oder zur Be­gren­zung der Ab­spann­stre­cken.

5 End­mas­ten sind er­for­der­lich beim Über­gang von Frei- auf Ka­bel­lei­tun­gen oder beim Ein­tritt ei­ner Frei­lei­tung in ei­ne An­la­ge, so­fern nicht ein An­la­ge­teil die Auf­ga­be ei­nes End­mas­tes über­nimmt.

Art. 56 Tragfähigkeit und Standfestigkeit von Tragwerken, Fundamenten, Verstrebungen und Verankerungen  

1 Trag­wer­ke, Fun­da­men­te, Ver­stre­bun­gen, Ver­an­ke­run­gen und de­ren Be­stand­tei­le sind so zu di­men­sio­nie­ren und zu kon­stru­ie­ren, dass sie den gröss­ten Be­las­tun­gen stand­hal­ten.

2 Als Werk­stof­fe sind für Trag­wer­ke Stahl, Stahl­be­ton oder Holz zu ver­wen­den. Trag­wer­ke aus sol­chen Werk­stof­fen sind nach An­hang 13 zu di­men­sio­nie­ren.

3 An­de­re Werk­stof­fe oder un­üb­li­che Kon­struk­tio­nen dür­fen nur ver­wen­det wer­den, wenn ih­re Eig­nung, ins­be­son­de­re hin­sicht­lich Fes­tig­keit und Dau­er­haf­tig­keit, nach­ge­wie­sen wird. Die Kon­troll­stel­le kann Prüfat­tes­te von an­er­kann­ten Prüf­stel­len oder be­son­de­re Prü­fun­gen ver­lan­gen.

4 Der Nach­weis ge­nü­gen­der Trag­fä­hig­keit kann rech­ne­risch oder, im Ein­ver­neh­men mit der Kon­troll­stel­le, durch Be­las­tungs­prü­fun­gen am fer­ti­gen Trag­werk er­bracht wer­den.

Art. 57 Holztragwerke für Regelleitungen  

1 Holz­mas­ten müs­sen min­des­tens mit ei­nem Zehn­tel ih­rer Län­ge plus 40 cm ins Erd­reich ein­ge­las­sen wer­den.

2 Holz­mas­ten, die in den Bo­den ein­be­to­niert wer­den, sind spä­tes­tens nach drei Jah­ren wie­der zu ent­fer­nen.

3 Stütz­mas­ten sind nach An­hang 16 zu di­men­sio­nie­ren.

Art. 58 Verankerungen, Dachständer  

1 Stahl­draht­sei­le für Ver­an­ke­run­gen müs­sen einen Min­dest­quer­schnitt von 50 mm2 auf­wei­sen. Im Erd­bo­den ist für Rund­stahl ein Min­dest­durch­mes­ser von 10 mm, bei Stahl­draht­sei­len ein Min­dest­quer­schnitt von 70 mm2 er­for­der­lich.

2 Ver­an­ke­run­gen müs­sen je­der­zeit nach­ge­spannt wer­den kön­nen.

3 In elek­trisch lei­ten­de Ver­an­ke­run­gen von iso­lie­ren­den Trag­wer­ken muss min­de­s­tens 1 m un­ter­halb des tiefs­ten span­nungs­füh­ren­den Tei­les ein Iso­lier­stück ein­ge­baut wer­den, das der höchs­ten Nenn­span­nung der Lei­tung ent­spricht. Die­se Ver­an­ke­run­gen dür­fen nach dem Be­fes­ti­gungs­punkt kei­ne Trag­werk­tei­le mehr be­rüh­ren.

4 Dach­stän­der sind ge­gen Kor­ro­si­on zu schüt­zen und so zu be­mes­sen, dass die Si­cher­heits­fak­to­ren nach An­hang 13 bei der gröss­ten sta­ti­schen Be­las­tung ge­währ­­leis­tet sind.

Art. 59 Schutz der Tragwerke  

1 Trag­wer­ke, Fun­da­men­te, Ver­stre­bun­gen und Ver­an­ke­run­gen müs­sen ge­gen äus­se­re Ein­flüs­se so ge­schützt wer­den, dass Stand­fes­tig­keit und Trag­fä­hig­keit dau­ernd ge­währ­leis­tet sind.

2 Trag­wer­ke und Trag­werk­tei­le aus Holz müs­sen im­prä­gniert oder auf gleich­wer­ti­ge Wei­se ge­schützt sein.

3 Schnitt­stel­len bei Holz­trag­wer­ken sind so ab­zu­de­cken oder so an­zu­ord­nen, dass sich kein Was­ser an­sam­meln kann.

Art. 60 Kennzeichnung der Tragwerke  

1 Trag­wer­ke müs­sen die In­itia­len des Lei­tungs­in­ha­bers tra­gen so­wie mit ei­ner Ord­nungs­num­mer und mit der Jah­res­zahl der Auf­stel­lung ver­se­hen sein (Hin­weis­ta­fel).

2 Holz­mas­ten sind 4,5 m über dem Fus­sen­de mit der Jah­res­zahl der Im­prä­gnie­rung und dem Kenn­zei­chen des Lie­fe­ran­ten dau­er­haft zu mar­kie­ren.

3 An den Trag­wer­ken von Hoch­span­nungs­frei­lei­tun­gen so­wie an Dach­stän­dern und bei Fassa­den­ab­span­nun­gen von Lei­tun­gen mit blan­ken Lei­tern sind Warn­zei­chen an­zu­brin­gen.

Art. 61 Tragwerkfundamente  

1 Trag­werk­fun­da­men­te müs­sen so er­stellt wer­den, dass bei den gröss­ten Be­lastun­gen die Stand­si­cher­heit des Trag­wer­kes ge­währ­leis­tet ist und kei­ne un­zu­läs­si­ge Schief­stel­lung auf­tritt.

2 Die Si­cher­heit ge­gen Um­sturz muss min­des­tens 1,5 sein.

3 Bei der Be­rech­nung der Fun­da­men­te sind ne­ben den Bo­den­be­din­gun­gen auch Rand­be­din­gun­gen wie Grund­was­ser, häu­fi­ge Hoch­was­ser, Bö­schun­gen und ähn­li­che Ein­flüs­se zu be­rück­sich­ti­gen.

4 Die Bo­den- und die Rand­be­din­gun­gen müs­sen an Ort und Stel­le über­prüft wer­den.

5 Für Son­der­trag­mas­ten so­wie für Trag­wer­ke aus Holz bei Weit­spann­lei­tun­gen, die län­ger als drei Jah­re be­ste­hen blei­ben, sind be­son­de­re Fun­da­men­te oder So­ckel zu er­stel­len.

2. Kapitel: Kabelleitungen

1. Abschnitt: Allgemeine Bestimmungen

Art. 62 Werkpläne  

1 Die Be­triebs­in­ha­ber müs­sen La­ge und Ver­le­gungs­art ih­rer Ka­bel­lei­tun­gen fes­thal­ten. Die Lei­tun­gen müs­sen je­der­zeit ge­or­tet wer­den kön­nen.

2 Die ent­spre­chen­den Un­ter­la­gen sind bis zur Ent­fer­nung der Lei­tung auf­zu­be­wah­ren. Dies gilt auch für Lei­tun­gen, die nicht mehr be­nützt wer­den.

3 Die Be­triebs­in­ha­ber ge­ben auf An­fra­ge be­rech­tig­ten Per­so­nen La­ge und Ver­le­gungs­art ih­rer Ka­bel­lei­tun­gen be­kannt.

Art. 63 Zugänglichkeit  

1 Al­le Tei­le von Ka­bel­lei­tun­gen, die in­spi­ziert oder ge­war­tet wer­den müs­sen, müs­sen für das Be­triebs­per­so­nal je­der­zeit zu­gäng­lich sein. Die für Ar­bei­ten er­for­der­li­che Be­we­gungs­frei­heit und die Si­cher­heit für das Per­so­nal müs­sen ge­währ­leis­tet sein.

2 Ka­bel­zu­be­höre dür­fen die Zu­gäng­lich­keit zu den An­la­gen nicht be­ein­träch­ti­gen.

Art. 64 Sicherung freigelegter Leitungsabschnitte  

1 Frei­ge­leg­te Lei­tungs­ab­schnit­te sind durch den Be­triebs­in­ha­ber zu iden­ti­fi­zie­ren und so­weit nö­tig zu schüt­zen.

2 Die Ge­fähr­dung Drit­ter ist durch Schutz­mass­nah­men zu ver­hin­dern.

Art. 65 Allgemeine technische Anforderungen  

1 Ka­bel­an­la­gen müs­sen wäh­rend der Er­stel­lung und dem Be­trieb den me­cha­ni­schen, che­mi­schen, ther­mi­schen, elek­tri­schen und um­welt­be­ding­ten Be­an­spru­chun­gen stand­hal­ten.

2 Al­le Tei­le ei­ner Ka­bel­lei­tung müs­sen auf den Be­trieb und un­ter sich ab­ge­stimmt sein.

3 Ka­bel­trä­ger müs­sen den me­cha­ni­schen Be­an­spru­chun­gen stand­hal­ten, die sich im nor­ma­len Be­trieb und in vor­aus­seh­ba­ren Stör­fäl­len er­ge­ben.

Art. 66 Kennzeichnung  

Ka­bel müs­sen an den En­den so­wie an zu­gäng­li­chen Stel­len ein­deu­tig, dau­er­haft und gut sicht­bar ge­kenn­zeich­net sein.

Art. 67 Verlegung von Kabelleitungen  

1 Ka­bel­lei­tun­gen sind so zu ver­le­gen, dass sie im nor­ma­len Be­trieb vor Be­schä­di­gun­gen ge­schützt sind.

2 Hoch­span­nungs­ka­bel sind nach Mög­lich­keit von Nie­der­span­nungs­ka­beln so­wie Steu­er- und Schwach­strom­ka­beln ge­trennt zu ver­le­gen.

3 Für Luft­ka­bel gel­ten die Be­stim­mun­gen über die Frei­lei­tun­gen.

Art. 68 Verlegung im Erdreich  

1 Ka­bel­lei­tun­gen, die di­rekt im Erd­reich ver­legt wer­den, müs­sen ei­ne me­cha­ni­sche Fes­tig­keit auf­wei­sen, die auf die Art der Bet­tung ab­ge­stimmt ist.

2 Die Ver­le­ge­tie­fe von Ka­bel­lei­tun­gen muss im Erd­reich be­tra­gen:25

a.
für Schwach­strom­ka­bel min­des­tens 0,4 m;
b.
für Nie­der­span­nungs­ka­bel min­des­tens 0,6 m;
c.
für Hoch­span­nungs­ka­bel min­des­tens 0,8 m.

3 Kön­nen die Ver­le­ge­tie­fen nach Ab­satz 2 nicht ein­ge­hal­ten wer­den, sind zu­sätz­li­che Schutz­mass­nah­men, ins­be­son­de­re ge­gen me­cha­ni­sche Be­schä­di­gun­gen zu tref­fen.

4 Die Kon­troll­stel­le kann Aus­nah­men be­wil­li­gen.26

25 Fas­sung ge­mä­ss An­hang 2 Ziff. 2 der Rohr­lei­tungs­si­cher­heits­ver­ord­nung vom 4. Ju­ni 2021, in Kraft seit 1. Ju­li 2021 (AS 2021 348).

26 Fas­sung ge­mä­ss An­hang 2 Ziff. 2 der Rohr­lei­tungs­si­cher­heits­ver­ord­nung vom 4. Ju­ni 2021, in Kraft seit 1. Ju­li 2021 (AS 2021 348).

Art. 69 Verlegung in Kabelschutzrohren  

1 Ka­bel­schutz­roh­re aus Kunst­stoff müs­sen die von der Kon­troll­stel­le vor­ge­schrie­be­nen Ei­gen­schaf­ten auf­wei­sen.

2 Ka­bel, Ka­bel­schutz­roh­re und Ka­bel­rohr­blö­cke in oder bei Kunst­bau­ten müs­sen so be­schaf­fen sein, dass sie den zu er­war­ten­den Wär­me­deh­nun­gen, Er­schüt­te­run­gen usw. stand­hal­ten.

3 Me­tal­le­ne Ka­bel­schutz­roh­re sind zu er­den.

Art. 70 Verlegung in Tunnels und Stollen  

1 Ka­bel­lei­tun­gen in Tun­nels und Stol­len müs­sen kon­trol­liert und in­stand ge­hal­ten wer­den kön­nen.

2 Tun­nels und Stol­len müs­sen ein un­ge­fähr­li­ches Ar­bei­ten er­lau­ben. Sie müs­sen na­ment­lich über ei­ne ent­spre­chen­de Luft­qua­li­tät ver­fü­gen so­wie ex­plo­si­ons- und über­flu­tungs­si­cher sein.

3 Tun­nels und Stol­len müs­sen in zwei Rich­tun­gen ver­las­sen wer­den kön­nen. Die Flucht­we­ge sind in Bo­den­nä­he gut sicht­bar zu be­zeich­nen.

4 Die­nen Tun­nels und Stol­len auch an­de­ren Zwe­cken, so sind die ent­spre­chen­den Si­cher­heits­mass­nah­men zu tref­fen.

5 Tun­nels und Stol­len sind in an­ge­mes­se­ne Bran­dab­schnit­te zu un­ter­tei­len.

Art. 71 Verlegung in Gewässern  

1 Ka­bel­lei­tun­gen sind in Ge­wäs­sern so zu ver­le­gen, dass sie we­der durch Ge­schie­be oder Ab­la­ge­run­gen noch bei Ufer­aus­wa­schun­gen be­schä­digt wer­den.

2 In schiff­ba­ren Ge­wäs­sern sind die Ka­bel zu­dem ge­gen me­cha­ni­sche Ein­wir­kun­gen der Schiff­fahrt zu schüt­zen.

3 An Ufer­zo­nen, seich­ten Stel­len so­wie in der Nä­he von Schiffs­an­le­ge­plät­zen sind Ka­bel­lei­tun­gen für die Schiff­fahrt deut­lich und dau­er­haft zu mar­kie­ren.

Art. 72 Erdung  

1 Die lei­ten­de Um­hül­lung ei­ner Ka­bel­lei­tung ist an bei­den En­den zu er­den. Kann aus be­trieb­li­chen Grün­den ein En­de nicht ge­er­det wer­den, so ist die­ses ge­gen di­rek­te Be­rüh­rung zu schüt­zen und mit Warn- oder Hin­weis­ta­feln zu ver­se­hen.

2 Elek­trisch lei­ten­de Tei­le wie Ka­be­l­ar­mie­run­gen, Ar­ma­tu­ren, Zu­be­höre sind zu er­den.

3 Die den auf­tre­ten­den Man­tel­span­nun­gen ent­spre­chen­den Si­cher­heits­ab­stän­de sind bei Ka­beln mit ein­sei­tig ge­er­de­ten oder aus­ge­kreuzt ge­er­de­ten Me­tall­män­teln ein­zu­hal­ten.

4 Die Er­dung von Schwach­strom­ka­bel­lei­tun­gen rich­tet sich nach den Be­stim­mun­gen der Schwach­strom­ver­ord­nung vom 30. März 199427.

5 Die Er­dung von Stark­strom­ka­bel­lei­tun­gen rich­tet sich nach den Be­stim­mun­gen der Stark­strom­ver­ord­nung vom 30. März 199428.

2. Abschnitt: Besondere Bestimmungen für Starkstromkabelleitungen

Art. 73 Kabelart  

1 Für die Über­tra­gung elek­tri­scher Ener­gie sind Netz­ka­bel zu ver­wen­den. Aus­nah­men sind zu­läs­sig, wenn die Lei­tung aus­sch­liess­lich über Grund­stücke führt, über die der Lei­tungs­in­ha­ber das al­lei­ni­ge Ver­fü­gungs­recht hat.

2 Ober­ir­di­sche Nie­der­span­nungs­ka­bel in Stark­stro­man­la­gen müs­sen kei­ne lei­ten­den Um­hül­lun­gen ha­ben.

3 Der Ein­bau von Nie­der­span­nungs‑, Si­gnal‑, Mess- und Steu­er­lei­tern in Hoch­span­nungs­ka­bel ist zu­läs­sig, wenn sie ei­ne aus­rei­chen­de Iso­la­ti­on auf­wei­sen und kei­ne wich­ti­gen Schutz- oder Si­cher­heits­funk­tio­nen aus­üben.

Art. 74 Netzkabel  

1 Die Ab­stän­de zwi­schen Netz­ka­bel­lei­tun­gen und an­de­ren – elek­tri­schen oder nich­telek­tri­schen – Lei­tun­gen sind so zu be­mes­sen, dass kei­ne un­zu­läs­si­gen ge­gen­sei­ti­gen Be­ein­flus­sun­gen mög­lich sind und dass Ar­bei­ten an der einen Lei­tung oh­ne gros­se Be­ein­träch­ti­gung der an­de­ren aus­ge­führt wer­den kön­nen.

2 Hoch­span­nungs­ka­bel oh­ne ge­er­de­te lei­ten­de Um­hül­lung sind als un­ter Span­nung ste­hend zu be­han­deln und so zu ver­le­gen, dass sie auch bei Un­acht­sam­keit nicht be­rührt wer­den kön­nen.

Art. 75 Niederspannungsnetzkabel  

Als lei­ten­de Um­hül­lung von Nie­der­span­nungs­netz­ka­beln ist auch ein kon­zen­trisch an­ge­ord­ne­ter äus­se­rer Lei­ter zu­läs­sig. Bei der Nul­lung darf nur der PEN-Lei­ter und bei der Schut­zer­dung nur der Schutz­lei­ter PE als äus­se­rer Lei­ter ver­wen­det wer­den.

Art. 76 Gewässerschutz  

Ent­hal­ten Netz­ka­bel was­ser­ge­fähr­den­de Flüs­sig­kei­ten, so ist dem Ge­wäs­ser­schutz be­son­de­re Be­ach­tung zu schen­ken.

Art. 77 Markierung  

Die Tras­sees der Hoch­span­nungs­ka­bel­lei­tun­gen müs­sen mar­kiert wer­den (z. B. durch Warn­bän­der). In dicht be­sie­del­ten Ge­bie­ten kann dar­auf ver­zich­tet wer­den.

3. Kapitel: Annäherungen, Parallelführungen und Kreuzungen von elektrischen Leitungen unter sich

1. Abschnitt: Allgemeine Bestimmungen

Art. 78 Zulässigkeit und Leitungsführung  

1 An­nä­he­run­gen, Par­al­lel­füh­run­gen und Kreu­zun­gen von Frei­lei­tun­gen un­ter sich auf ge­mein­sa­men Trag­wer­ken sind nur zu­läs­sig, wenn:29

a.
al­le Lei­tun­gen dem glei­chen Be­triebs­in­ha­ber un­ter­stellt sind;
b.
die be­tei­lig­ten Be­triebs­in­ha­ber Er­stel­lung, Be­trieb und In­stand­hal­tung schrift­lich ver­ein­bart ha­ben.

2 ...30

3 Frei­lei­tun­gen sind so zu pla­nen und zu er­stel­len, dass we­nig Kreu­zun­gen mit an­de­ren Frei­lei­tun­gen ent­ste­hen.

4 Las­sen sich Kreu­zun­gen nicht ver­mei­den, so sind sie mög­lichst na­he bei den Über­füh­rungs­trag­wer­ken an­zu­le­gen.

29 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 5 der V vom 8. Dez. 1997, in Kraft seit 1. Jan. 1998 (AS 1998 54).

30 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 5 der V vom 8. Dez. 1997, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1998 (AS 1998 54).

Art. 79 Anordnung von Freileitungen  

1 Bei An­nä­he­run­gen, Par­al­lel­füh­run­gen und Kreu­zun­gen von Frei­lei­tun­gen un­ter sich sind die Lei­ter mit hö­he­rer Span­nung über den Lei­tern mit tiefe­rer Span­nung an­zu­ord­nen.

2 Wer­den bei Par­al­lel­füh­run­gen oder Kreu­zun­gen aus­nahms­wei­se Lei­ter mit tiefe­rer Span­nung über Lei­ter mit hö­he­rer Span­nung ge­führt, so müs­sen die Lei­ter mit tie­fe­rer Span­nung den Be­stim­mun­gen über die me­cha­ni­sche Si­cher­heit der Lei­ter mit hö­he­rer Span­nung ent­spre­chen. Bei sol­chen Kreu­zun­gen müs­sen die über­ge­führ­ten Lei­ter durch star­re Be­fes­ti­gun­gen ge­hal­ten wer­den.

Art. 80 Mechanischer Schutz für herabführende Leiter  

Erd­lei­ter oder Ka­bel, die an Trag­wer­ken her­ab­ge­führt wer­den, sind ab Erd­bo­den bis in ei­ne ge­nü­gen­de Hö­he ge­gen me­cha­ni­sche Be­schä­di­gung zu schüt­zen.

Art. 81 Abstände  

1 An­nä­he­run­gen, Par­al­lel­füh­run­gen und Kreu­zun­gen von elek­tri­schen Lei­tun­gen un­ter sich sind so an­zu­le­gen, dass zwi­schen Lei­tern ver­schie­de­ner Lei­tun­gen kei­ne Span­nungs­über­trit­te auf­tre­ten kön­nen.

2 Die Ab­stän­de, die bei An­nä­he­run­gen, Par­al­lel­füh­run­gen und Kreu­zun­gen von elek­tri­schen Lei­tun­gen un­ter sich ein­ge­hal­ten wer­den müs­sen, be­stim­men sich nach An­hang 17. An­nä­he­run­gen, Par­al­lel­füh­run­gen und Kreu­zun­gen von iso­lier­ten Schwach­strom­lei­tun­gen un­ter sich sind oh­ne Ein­hal­tung von Si­cher­heits­ab­stän­den zu­läs­sig.

3 Der Si­cher­heits­ab­stand bei Kreu­zun­gen ist auf­grund fol­gen­der An­nah­men zu be­rech­nen:

a.
obe­rer Lei­ter: 0 °C Lei­ter­tem­pe­ra­tur und Zu­satz­last, un­ter Be­rück­sich­ti­gung ei­ner mög­li­chen Durch­hangs­ver­grös­se­rung bei be­dingt glei­ten­der Lei­ter­be­fes­ti­gung oder be­weg­li­cher Lei­ter­auf­hän­gung;
b.
un­te­rer Lei­ter: 0 °C Lei­ter­tem­pe­ra­tur oh­ne Zu­satz­last.

4 Die Be­triebs­in­ha­ber sind ver­pflich­tet, sich ge­gen­sei­tig die für die Be­rech­nung der Ab­stän­de er­for­der­li­chen An­ga­ben zu lie­fern.

Art. 82 Besteigen der Tragwerke  

Un­ter­kreu­zen­de Lei­tun­gen dür­fen das Be­stei­gen der Trag­wer­ke nicht be­hin­dern oder ge­fähr­den.

2. Abschnitt: Annäherungen, Parallelführungen und Kreuzungen von Schwachstrom- und Starkstromfreileitungen

Art. 83 Schwachstrom- und Niederspannungsleitungen auf gemeinsamen Tragwerken  

1 An­ker­sei­le von ge­mein­sa­men Trag­wer­ken müs­sen mit Iso­lier­kör­pern so un­ter­teilt wer­den, dass durch lo­se oder de­fek­te An­ker­sei­le kei­ne lei­ten­den Ver­bin­dun­gen zwi­schen Schwach­strom- und Nie­der­span­nungs­lei­tern ent­ste­hen.

2 Erd­lei­ter oder Nie­der­span­nungs­ka­bel, die an Trag­wer­ken her­ab­ge­führt wer­den, sind ab Erd­bo­den bis 0,50 m über die Schwach­strom­lei­tung hin­aus ge­gen me­cha­ni­sche Be­schä­di­gung zu schüt­zen.

Art. 84 Schwachstrom- und Niederspannungsleitungen an Gebäuden  

Ab­spann­stel­len von Nie­der­span­nungs­lei­tun­gen an Mau­er­wer­ken oder Ge­bäu­den müs­sen ober­halb der­je­ni­gen von Schwach­strom­lei­tun­gen an­ge­bracht wer­den.

Art. 85 Parallelführungen von Schwachstrom- und Hochspannungsleitungen auf gemeinsamen Tragwerken  

1 ...31

2 Auf der gan­zen Län­ge der Par­al­lel­füh­rung müs­sen die blan­ken Hoch­span­nungs­lei­ter durch star­re Be­fes­ti­gun­gen ge­hal­ten wer­den. Die Schwach­strom­lei­ter müs­sen den Be­stim­mun­gen über die me­cha­ni­sche Si­cher­heit der Hoch­span­nungs­lei­ter ent­spre­chen.

3 Par­al­lel­füh­run­gen von Schwach­strom­lei­tun­gen und Hoch­span­nungs-Luft­ka­beln sind auf ge­mein­sa­men Trag­wer­ken zu­läs­sig.

4 Die Schwach­strom­lei­tun­gen müs­sen für den 1,3 fa­chen Wert der höchst­mög­li­chen Er­dungs­span­nung iso­liert wer­den.

31 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 5 der V vom 8. Dez. 1997, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1998 (AS 1998 54).

Art. 86 Kreuzungen von Schwachstrom- und Hochspannungsleitungen auf gemeinsamen Tragwerken  

1 ...32

2 Kreu­zun­gen von Schwach­strom­lei­tun­gen mit Hoch­span­nungs-Luft­ka­beln sind auf ge­mein­sa­men Trag­wer­ken zu­läs­sig.

3 Die Schwach­strom­lei­tun­gen müs­sen für den 1,3 fa­chen Wert der höchst­mög­li­chen Er­dungs­span­nung iso­liert wer­den.

32 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 5 der V vom 8. Dez. 1997, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1998 (AS 1998 54).

Art. 87 Kreuzungen von Schwachstrom- und Starkstromleitungen bei getrennten Tragwerken  

Kreuzt sich ei­ne Schwach­strom­lei­tung mit ei­ner Stark­strom­lei­tung so, dass ein all­fäl­li­ges Auf­schnel­len ei­nes Schwach­strom­lei­ters ei­ne ge­fähr­li­che An­nä­he­rung an die Stark­strom­lei­tung ver­ur­sacht, sind ent­spre­chen­de Schutz­mass­nah­men zu tref­fen.

3. Abschnitt: Annäherungen, Parallelführungen und Kreuzungen von Starkstromfreileitungen unter sich

Art. 88 Mehrere parallele Starkstromfreileitungen  

Wer­den mehr als zwei Stark­strom­frei­lei­tun­gen auf ge­trenn­ten Trag­wer­ken par­al­lel ge­führt, so müs­sen die Be­triebs­in­ha­ber der Lei­tun­gen die be­son­de­ren Si­cher­heits­vor­keh­ren bei In­stand­hal­tungs­ar­bei­ten auf die­sen Lei­tungs­ab­schnit­ten schrift­lich ver­ein­ba­ren.

Art. 89 Abstände  

Bei Par­al­lel­füh­rung von Stark­strom­frei­lei­tun­gen auf ge­trenn­ten Trag­wer­ken dür­fen die Di­rektab­stän­de statt nach An­hang 17 nach An­hang 6 be­rech­net wer­den, wenn:

a.
der un­ters­te Lei­ter der einen Lei­tung bei 0 °C und Zu­satz­last um min­des­tens 1 m hö­her ist als der obers­te Lei­ter der an­de­ren Lei­tung bei 0 °C oh­ne Zu­satz­last; und
b.
die be­tei­lig­ten Be­triebs­in­ha­ber ihr Ein­ver­ständ­nis ge­ge­ben ha­ben.
Art. 90 Nachträgliche Kreuzungen  

Muss für die Kreu­zung von Stark­strom­frei­lei­tun­gen aus­nahms­wei­se ein be­ste­hen­des Trag­werk be­nutzt wer­den, so hat die me­cha­ni­sche Fes­tig­keit von Trag­werk und Fun­da­ment den neu­en Be­las­tun­gen zu ent­spre­chen.

Art. 91 Leitungsanordnung  

1 Bei Kreu­zun­gen von Stark­strom­frei­lei­tun­gen sind Weit­spann­lei­tun­gen über die Re­gel­lei­tun­gen zu füh­ren.

2 Ei­ne Re­gel­lei­tung darf nur in be­grün­de­ten Aus­nah­me­fäl­len über ei­ne Weit­spann­lei­tung ge­führt wer­den. Die Re­gel­lei­tung muss da­bei den Be­stim­mun­gen über die me­cha­ni­sche Si­cher­heit von Weit­spann­lei­tun­gen ent­spre­chen.

4. Abschnitt: Parallelführungen und Kreuzungen von Kabelleitungen

Art. 92 Leitungsführung  

1 Par­al­lel­füh­run­gen und Kreu­zun­gen von Ka­bel­lei­tun­gen un­ter sich sind so an­zu­ord­nen, dass sich die Lei­tun­gen ge­gen­sei­tig we­der in un­zu­läs­si­ger Wei­se be­ein­flus­sen noch be­schä­di­gen.

2 Die me­tal­le­nen Um­hül­lun­gen par­al­lel ge­führ­ter oder sich kreu­zen­der Ka­bel­lei­tun­gen dür­fen sich nur be­rüh­ren, wenn die Lei­tun­gen am glei­chen Er­dungs­sys­tem an­ge­schlos­sen sind.

3 Im Erd­reich sind die Ka­bel­lei­tun­gen mit den klei­ne­ren Span­nun­gen über je­ne mit den grös­se­ren Span­nun­gen zu füh­ren. Aus­nah­men sind nur zu­läs­sig, wenn die be­tei­lig­ten Be­triebs­in­ha­ber ihr Ein­ver­ständ­nis da­zu ge­ge­ben ha­ben.

4 Par­al­lel ge­führ­te Ein­lei­ter­ka­bel ei­nes Dreh­strom­stran­ges gel­ten als ei­ne ein­zi­ge Ka­bel­lei­tung. Ka­bel­schutz­roh­re aus fer­ro­ma­gne­ti­schem Ma­te­ri­al sind nur dann zu­läs­sig, wenn al­le Ein­lei­ter­ka­bel im glei­chen Rohr ver­legt wer­den.

5 Hin­ter dem glei­chen Über­strom­schutz­or­gan sind par­al­lel ge­schal­te­te Ka­bel nur dann zu­läs­sig, wenn sie so ver­legt sind, dass sie an­nä­hernd glei­che Im­pe­dan­zen auf­wei­sen.

Art. 93 Wärmestau und Brandschutz  

1 Wer­den Ener­gie­ka­bel­lei­tun­gen par­al­lel ge­führt oder ge­kreuzt, so sind Mass­nah­men ge­gen Schä­den in­fol­ge von Wär­me­stau­un­gen zu tref­fen.

2 Wer­den Ka­bel­lei­tun­gen in Ge­bäu­den und Kanä­len par­al­lel ge­führt oder ge­kreuzt, so sind Mass­nah­men ge­gen Brand­ver­schlep­pun­gen über die Ka­bel­lei­tun­gen oder ‑kanä­le zu tref­fen.

Art. 94 Kabelleitungen für Anlagen mit Schutzfunktionen  

Ka­bel­lei­tun­gen für An­la­gen mit wich­ti­gen Schutz- oder Si­cher­heits­funk­tio­nen dür­fen nicht mit Ener­gie­ka­bel­lei­tun­gen im glei­chen Ka­nal oder Schacht par­al­lel ge­führt oder ge­kreuzt wer­den. Aus­nah­men sind zu­läs­sig, wenn An­ord­nung oder Schutz­vor­keh­ren ei­ne ge­gen­sei­ti­ge Ge­fähr­dung ver­hin­dern.

Art. 95 Hochspannungskabelleitungen grosser Leistung  

Hoch­span­nungs­ka­bel­lei­tun­gen mit gros­sen Erd­schluss- bzw. Kurz­schluss­leis­tun­gen dür­fen nicht mit an­de­ren Ka­bel­lei­tun­gen par­al­lel ge­führt oder ge­kreuzt wer­den, Aus­nah­men sind zu­läs­sig, wenn An­ord­nung oder Schutz­mass­nah­men ei­ne Ge­fähr­dung von Per­so­nen oder Sa­chen ver­hin­dern.

Art. 96 Abstände und Abdeckungen  

1 Wer­den Stark­strom- mit Schwach­strom­ka­bel­lei­tun­gen par­al­lel ge­führt oder ge­kreuzt, so sind fol­gen­de Min­destab­stän­de ein­zu­hal­ten:

a.
in Ge­bäu­den oder in Ka­bel­kanä­len 0,005 m pro kV Nenn­span­nung, min­de­s­tens je­doch 0,1 m ho­ri­zon­tal oder 0,2 m ver­ti­kal;
b.
im Erd­reich 0,3 m.

2 Kön­nen die Min­destab­stän­de nach Ab­satz 1 nicht ein­ge­hal­ten wer­den, so sind zwi­schen den Ka­bel­lei­tun­gen feu­er­hem­men­de und elek­trisch nicht lei­ten­de Ab­de­ckun­gen an­zu­brin­gen.

3 Sind die Ka­bel­lei­tun­gen dem glei­chen Be­triebs­in­ha­ber un­ter­stellt oder ha­ben die be­tei­lig­ten Be­triebs­in­ha­ber Er­stel­lung, Be­trieb und In­stand­hal­tung schrift­lich ver­ein­bart, so sind Par­al­lel­füh­run­gen und Kreu­zun­gen oh­ne Min­destab­stän­de oder Ab­de­ckun­gen zu­läs­sig bei:

a.
werk­ei­ge­nen und nicht für An­la­gen mit wich­ti­gen Schutz- und Si­cher­heits­funk­tio­nen be­stimm­ten Ka­bel­lei­tun­gen in aus­sch­liess­lich dem Be­trieb elek­tri­scher An­la­gen die­nen­den Ge­bäu­den;
b.
Hoch­span­nungs­ka­bel­lei­tun­gen, die auf ei­ner Län­ge von we­ni­ger als 50 m pa­ral­lel ge­führt wer­den;
c.
Hoch- und Nie­der­span­nungs­ka­bel­lei­tun­gen, wenn die Nie­der­span­nungs­ka­bel­lei­tung aus­sch­liess­lich der Über­tra­gung un­ter­ge­ord­ne­ter Mess- und Steu­er­si­gna­le dient;
d.
Nie­der­span­nungs- und Schwach­strom­ka­bel­lei­tun­gen, die am glei­chen Er­dungs­sys­tem an­ge­schlos­sen sind;
e.
Nie­der­span­nungs­ka­bel­lei­tun­gen, de­ren äus­se­re Hül­len aus Kunst­stoff bes­te­hen oder de­ren me­tal­le­ne Um­hül­lun­gen mit­ein­an­der ver­bun­den und ge­er­det sind.

4 Nie­der­span­nungs- und Schwach­strom­lei­ter dür­fen bei ent­spre­chen­der Iso­lie­rung in ei­nem ge­mein­sa­men Ka­bel zu­sam­men­ge­fasst wer­den, wenn die Lei­tun­gen dem glei­chen Be­triebs­in­ha­ber un­ter­ste­hen.

5 Bei Par­al­lel­füh­run­gen und Kreu­zun­gen von Stark­strom­ka­bel­lei­tun­gen un­ter sich oder mit an­de­ren Lei­tun­gen in Be­ton­rohr­blö­cken ist zwi­schen den ein­zel­nen Ka­bel­roh­ren ei­ne Be­ton­schicht von min­des­tens 4 cm an­zu­brin­gen.

4. Kapitel: Annäherungen, Parallelführungen und Kreuzungen elektrischer Leitungen mit anderen Anlagen

1. Abschnitt: Allgemeine Bestimmung

Art. 97  

1 An­nä­he­run­gen, Par­al­lel­füh­run­gen und Kreu­zun­gen von elek­tri­schen Lei­tun­gen mit an­de­ren An­la­gen sind zu ver­mei­den oder auf mög­lichst we­ni­ge Stel­len zu be­schrän­ken.

2 An­nä­he­run­gen, Par­al­lel­füh­run­gen oder Kreu­zun­gen von elek­tri­schen Lei­tun­gen mit an­de­ren An­la­gen sind so an­zu­ord­nen, dass sich Lei­tun­gen und An­la­gen ge­gen­sei­tig we­der in un­zu­läs­si­ger Wei­se be­ein­träch­ti­gen noch be­schä­di­gen.

3 Elek­tri­sche Lei­tun­gen im Be­reich von an­de­ren An­la­gen müs­sen so an­ge­ord­net wer­den, dass sich Be­trieb und In­stand­hal­tung der Lei­tun­gen und der an­de­ren An­la­gen ge­gen­sei­tig nicht be­ein­träch­ti­gen.

4 Die Kon­troll­stel­le ent­schei­det über zu­sätz­li­che Schutz­mass­nah­men.

2. Abschnitt: Annäherungen, Parallelführungen und Kreuzungen elektrischer Leitungen mit Eisenbahn-, Standseilbahn- und Trolleybusanlagen (Bahnen)

Art. 98 Leitungstragwerke  

1 Lei­tungs­trag­wer­ke sind so auf­zu­stel­len, dass sie auch bei Schief­stel­lung nicht in das Licht­raum­pro­fil der Bahn hin­ein­ra­gen.

2 Über­füh­rungs­trag­wer­ke und Trag­wer­ke, die bei Schief­stel­lung oder beim Ums­tür­zen in das Licht­raum­pro­fil der Bahn hin­ein­ra­gen kön­nen, sind:

a.
für Aus­nah­me­last nach An­hang 14 Zif­fer 4.3 aus­zu­le­gen;
b.
mit be­son­de­ren Fun­da­men­ten nach Ar­ti­kel 61 Ab­satz 5 zu ver­se­hen.
Art. 99 Abstand bei Annäherungen und Parallelführungen  

1 Der Min­destab­stand zwi­schen elek­tri­schen Lei­tun­gen und Trag­wer­ken oder Lei­tern der Fahr­lei­tungs­an­la­ge (in­kl. Spur­hal­ter) und Schutz­sei­len muss be­tra­gen:

a.
min­des­tens 3 m plus 0,01 m pro kV der höchs­ten Nenn­span­nung;
b.
0,01 m pro kV Nenn­span­nung, min­des­tens aber 1 m bei Wind­aus­len­kung der Lei­ter.

2 Ge­mein­sa­me Trag­wer­ke sind zu­läs­sig, wenn der Ab­stand der Aus­le­ger und Jo­che der Fahr­lei­tungs­an­la­ge oder des Mast­schaf­tes der ge­mein­sa­men Trag­wer­ke zu den Lei­tern der par­al­lel ge­führ­ten Lei­tung min­des­tens 3 m plus 0,01 m pro kV der höch­s­ten Nenn­span­nung be­trägt. Wei­sen die Lei­tun­gen ge­trenn­te Er­dungs­sys­te­me auf, so sind sämt­li­che Iso­la­to­ren für die höchs­te Nenn­span­nung zu be­mes­sen.

3 Müs­sen Lei­ter, die nicht dem Bahn­be­trieb die­nen, über Fahr­lei­tungs­an­la­gen an­ge­legt wer­den, so legt die Kon­troll­stel­le die zu tref­fen­den Schutz­mass­nah­men fest.

4 Ka­bel­lei­tun­gen, aus­ge­nom­men Licht­wel­len­lei­ter oh­ne me­tal­le­ne Tei­le, die nicht dem Bahn­be­trieb die­nen, müs­sen aus­ser­halb der Gleis­an­la­ge und den zu­ge­hö­ri­gen Lei­tungs­trag­wer­ken für die Bahn­strom­ver­sor­gung ver­legt wer­den. Da­bei muss der Ab­stand des Ka­bels zur äus­se­ren Schie­ne min­des­tens 1,3 m be­tra­gen.

5 Die Kon­troll­stel­len kön­nen für Ka­bel­lei­tun­gen klei­ne­re Ab­stän­de oder die Ver­le­gung zwi­schen Gleis­kör­per und Trag­werk­fun­da­men­ten be­wil­li­gen, wenn:

a.
kei­ne ge­gen­sei­ti­gen Be­ein­träch­ti­gun­gen zu be­fürch­ten sind; oder
b.
die Bahn nicht auf un­ab­hän­gi­gem Bahn­kör­per ver­kehrt; oder
c.
die Bahn auf un­ab­hän­gi­gem Bahn­kör­per ver­kehrt und die be­tei­lig­ten Be­triebs­in­ha­ber ihr Ein­ver­ständ­nis da­zu ge­ge­ben ha­ben.
Art. 100 Kreuzungen von Bahnen mit Fahrleitung  

1 Schwach­strom- und Nie­der­span­nungs­lei­tun­gen sind un­ter den Glei­sen durch­zu­füh­ren.

2 Soll aus­nahms­wei­se ei­ne Schwach­strom- oder ei­ne Nie­der­span­nungs­frei­lei­tung über die Bahn ge­führt wer­den, so ent­schei­det die Kon­troll­stel­le:

a.
über die Zu­läs­sig­keit;
b.
über die zu tref­fen­den Schutz­mass­nah­men.

3 Be­leuch­tungs­kör­per und ih­re Zu­lei­tun­gen an Tra­g­ele­men­ten, die von der Fahr­lei­tungs­an­la­ge un­ab­hän­gig sind, müs­sen im Über­füh­rungs­be­reich der Fahr­lei­tung:

a.
ei­ne ver­stärk­te Iso­la­ti­on auf­wei­sen; und
b.
ge­gen nicht-bahn­ge­er­de­te Trag­wer­ke so iso­liert sein, dass sie die­se nicht un­ter ge­fähr­li­che Span­nung set­zen, wenn sie die Fahr­dräh­te be­rüh­ren.
Art. 101 Abstand bei Kreuzungen  

1 Kreu­zen elek­tri­sche Lei­tun­gen Bah­nen mit Fahr­lei­tun­gen, so sind die Ab­stän­de so gross zu hal­ten, dass ein ge­fahr­lo­ses Ar­bei­ten an den Fahr­lei­tungs­an­la­gen mög­lich ist.

2 Der Ab­stand zwi­schen über­ge­führ­ten blan­ken Lei­tern und der Fahr­lei­tungs­an­la­ge muss beim gröss­ten Lei­ter­durch­hang min­des­tens 3 m plus 0,01 m pro kV der höchs­ten Nenn­span­nung plus 0,02 m pro Me­ter Ab­stand zwi­schen der Kreu­zungs­stel­le und dem nä­her lie­gen­den Über­füh­rungs­trag­werk be­tra­gen (An­hang 18).

3 Bei Nor­mal­spur­bah­nen mit Wech­sel­strom­betrieb ist in je­dem Fall für die über­ge­führ­ten Lei­ter ei­ne Hö­he von min­des­tens 14 m über der Schie­neno­ber­kan­te ein­zu­hal­ten.

4 Der Ab­stand zwi­schen über­ge­führ­ten Lei­tern und Fahr­lei­tun­gen von Fahr­zeu­gen, de­ren Strom­ab­neh­mer sich leicht von der Fahr­lei­tung lö­sen kön­nen, (z. B. Stan­gen­strom­ab­neh­mer von Trol­ley­bus­sen) be­stimmt sich nach An­hang 6 Zif­fer 2.1.2, muss aber min­des­tens 1,5 m be­tra­gen. Der Ab­stand wird zwi­schen über­ge­führ­ten Lei­tern und der höchst­mög­li­chen Stel­lung des Strom­ab­neh­mers ge­mes­sen. Kann er nicht ein­ge­hal­ten wer­den, sind Mass­nah­men, na­ment­lich ge­gen das An­he­ben der Strom­ab­neh­mer, zu tref­fen.

5 Bei bo­den­na­hen Strom­schie­nen muss der Ab­stand zwi­schen über­ge­führ­ten Lei­tern und Schie­neno­ber­kan­te 7 m plus 0,01 m pro kV der Nenn­span­nung be­tra­gen.

6 Über­steigt die für die Bahn mass­ge­ben­de Grenz­li­nie der fes­ten An­la­gen (ge­mä­ss Licht­raum­pro­fil) die Hö­he von 4 m, so ist der Min­destab­stand nach Ab­satz 5 um die­se Dif­fe­renz zu ver­grös­sern.

Art. 102 Kreuzungen von Bahnen ohne Fahrleitung  

Kreu­zen elek­tri­sche Lei­tun­gen Bah­nen oh­ne Fahr­lei­tung, so muss der Ab­stand zwi­schen den über­ge­führ­ten Lei­tern und der Schie­neno­ber­kan­te min­des­tens 7 m plus 0,01 m pro kV der Nenn­span­nung be­tra­gen.

Art. 103 Kabelunterführungen  

1 Die Un­ter­füh­rung von Ka­bel­lei­tun­gen un­ter Bah­nen darf die Fes­tig­keit des Bahn­kör­pers nicht be­ein­träch­ti­gen und kein Hin­der­nis für An­la­gen dar­stel­len, die dem Bahn­be­trieb die­nen.

2 Die Ab­stän­de zwi­schen Ka­bel­lei­tung und Schie­nen­un­ter­kan­te müs­sen be­tra­gen:

a.
min­des­tens 1,3 m bei Glei­sen auf un­ab­hän­gi­gem Bahn­kör­per;
b.
min­des­tens 0,7 m bei Glei­sen in Stras­sen oder auf all­ge­mein be­fahr­ba­rem Ge­biet.

3 Der me­cha­ni­sche Ka­bel­schutz darf die Ei­gen­schaf­ten des Ober­baus nicht be­ein­träch­ti­gen.

4 Me­tal­le­ne Schutz­ver­klei­dun­gen und Ka­be­l­ar­ma­tu­ren im Nah­be­reich der Glei­se müs­sen den Ar­ti­keln 42–46 der Ei­sen­bahn­ver­ord­nung vom 23. No­vem­ber 198333 ent­spre­chen.34

33 SR 742.141.1

34 Fas­sung ge­mä­ss Bei­la­ge 2 Ziff. II 4 der V vom 16. Nov. 2011, in Kraft seit 1. Ju­li 2012 (AS 2011 6233).

Art. 104 Unterführung von Hochspannungsfreileitungen unter Bahnbrücken  

1 Wird ei­ne Hoch­span­nungs­frei­lei­tung un­ter ei­ner Bahn­brücke hin­durch­ge­führt, so müs­sen Lei­ter, Erd­lei­ter und Luft­ka­bel zu Kon­struk­ti­ons­tei­len und Be­trieb­sein­rich­tun­gen der Brücke fol­gen­de Min­destab­stän­de auf­wei­sen:

a.
einen Di­rektab­stand von min­des­tens 2,5 m plus 0,01 m pro kV Nenn­span­nung bei 0 °C Lei­ter­tem­pe­ra­tur oh­ne Zu­satz­last;
b.
einen Ho­ri­zon­tal­ab­stand von min­des­tens 1,5 m plus 0,01 m pro kV Nenn­span­nung für Lei­ter bei Wind­aus­len­kung.

2 Dient die Brücke auch dem all­ge­mei­nen Fuss­gän­ger­ver­kehr oder be­trägt der Ho­ri­zon­tal­ab­stand zwi­schen der Brücke und ei­nem Un­ter­füh­rungs­trag­werk we­ni­ger als 25 m, so ist an der Brücke ein 1,8 m ho­hes Schutz­git­ter mit Warn­zei­chen an­zu­brin­gen, die auf die Ge­fah­ren beim Be­rüh­ren von span­nungs­füh­ren­den Tei­len hin­wei­sen. Die­ses Git­ter muss beid­sei­tig min­des­tens 2 m über die Lei­tungs­brei­te hin­aus­rei­chen.

3 In­stand­hal­tungs­ar­bei­ten, Schnee­räu­mun­gen und Re­pa­ra­tu­ren an und auf der Brücke dür­fen durch die Hoch­span­nungs­lei­tung nicht be­ein­träch­tigt wer­den. Sie sind schrift­lich zu ver­ein­ba­ren.

3. Abschnitt: Annäherungen, Parallelführungen und Kreuzungen elektrischer Leitungen mit Luftseilbahnen und Skiliften

Art. 105 Leitungstragwerke  

1 Wo Lei­tungs­trag­wer­ke durch Schief­stel­lung oder Um­sturz den Seil­bahn­be­trieb un­mit­tel­bar ge­fähr­den kön­nen, sind Stütz­mas­ten nicht zu­läs­sig.

2 Sol­che Trag­wer­ke müs­sen den An­for­de­run­gen für Son­der­trag­mas­ten (An­hang 14 Ziff. 4.3) ent­spre­chen und mit be­son­de­ren Fun­da­men­ten nach Ar­ti­kel 61 Ab­satz 5 aus­ge­rüs­tet sein.

Art. 106 Erdungen  

1 Die der An­nä­he­rungs- und Kreu­zungs­stel­le zu­nächst lie­gen­den Stüt­zen und die Sta­tio­nen der Luft­seil­bahn so­wie all­fäl­li­ge Schutz­kon­struk­tio­nen sind zu er­den.

2 Schutz­kon­struk­tio­nen über Hoch­span­nungs­frei­lei­tun­gen dür­fen nicht in me­tal­le­ner Ver­bin­dung mit Tei­len der Luft­seil­bahn ste­hen.

3 Al­le Er­dun­gen, Fun­da­men­te und Stüt­zen von Luft­seil­bah­nen und dar­über an­ge­brach­ten Schutz­kon­struk­tio­nen müs­sen sich aus­ser­halb der ge­fähr­li­chen Ein­fluss­be­rei­che der Er­dun­gen von Hoch­span­nungs­trag­wer­ken be­fin­den.

4 Sind Ver­schlep­pung von Po­ten­ti­al­dif­fe­ren­zen über die Seil­bahn­an­la­ge mög­lich, so ord­nen die Kon­troll­stel­len die Schutz­mass­nah­men an.

Art. 107 Skilifte, Materialseilbahnen  

1 Die Kon­troll­stel­len ent­schei­den über die Zu­läs­sig­keit von An­nä­he­run­gen, Par­al­lel­füh­run­gen und Kreu­zun­gen von elek­tri­schen Frei­lei­tun­gen mit Ski­lif­ten, Ma­te­ri­al­seil­bah­nen, Kran- und Reist­sei­len oder ähn­li­chen An­la­gen.

2 Sie be­stim­men die zu tref­fen­den Schutz­mass­nah­men. Zu be­rück­sich­ti­gen ist da­bei na­ment­lich das Auf­schnel­len der Trans­port­sei­le beim Ab­fall von Las­ten.

Art. 108 Annäherungen und Parallelführungen  

1 Der Di­rektab­stand von Lei­tern und Trag­wer­ken elek­tri­scher Lei­tun­gen zu Stüt­zen und Licht­raum­pro­fi­len von Luft­seil­bah­nen (Sei­le und Fahr­zeu­ge und dar­an an­ge­häng­ten Las­ten) muss min­des­tens 1,5 m plus 0,01 m pro kV Nenn­span­nung be­tra­gen.

2 Der Di­rektab­stand darf nicht un­ter­schrit­ten wer­den bei der An­nä­he­rung:

a.
der durch Wind­ein­fluss (bei Stau­druck 1 kN/m2) aus­ge­lenk­ten Tei­le der Luft­seil­bahn an die nicht aus­ge­lenk­ten Lei­ter oder Luft­ka­bel der Frei­lei­tung;
b.
der durch Wind­ein­fluss nach An­hang 6 aus­ge­lenk­ten Lei­ter der Frei­lei­tung an die nicht aus­ge­lenk­ten Tei­le der Luft­seil­bahn.

3 Beim Ab­sin­ken oder Hoch­schnel­len von Lei­tern der Frei­lei­tung bzw. von Sei­len oder Dräh­ten der Luft­seil­bahn darf ein Di­rektab­stand von 0,01 m pro kV Nenn­span­nung, min­des­tens aber von 1,5 m, nicht un­ter­schrit­ten wer­den.

Art. 109 Kreuzungen mit Schwachstrom- oder Niederspannungsleitungen  

1 Ist ei­ne Kreu­zung mit Schwach­strom- oder Nie­der­span­nungs­lei­tun­gen nicht zu ver­mei­den, so müs­sen die Lei­tun­gen un­ter­ir­disch ver­legt wer­den.

2 Für Ka­be­lend­mas­ten und span­nungs­füh­ren­de Tei­le der Frei­lei­tung gel­ten die Ab­stän­de nach Ar­ti­kel 108.

Art. 110 Kreuzungen mit Hochspannungsfreileitungen  

1 Ist ei­ne Kreu­zung mit ei­ner Hoch­span­nungs­frei­lei­tung nicht zu ver­mei­den, so ist die Frei­lei­tung über die Luft­seil­bahn zu füh­ren.

2 Kreu­zun­gen von Hoch­span­nungs­frei­lei­tun­gen mit Luft­seil­bah­nen sind mög­lichst na­he bei den Über­füh­rungs­trag­wer­ken und den Seil­bahn­stüt­zen an­zu­le­gen.

3 Der Kreu­zungs­win­kel muss min­des­tens 20 gon be­tra­gen.

Art. 111 Abstand übergeführter Hochspannungsfreileitungen  

1 Der Di­rektab­stand von Lei­tern von Hoch­span­nungs­frei­lei­tun­gen zu den Lich­traum­pro­fi­len von Luft­seil­bah­nen muss min­des­tens 1,5 m plus 0,01 m pro kV Nenn­span­nung plus je 0,01 m pro Me­ter Ab­stand der Kreu­zungs­stel­le zur nächst­lie­gen­den Seil­bahn­stüt­ze ei­ner­seits und zum nächst­lie­gen­den Trag­werk der Frei­lei­tung an­de­rer­seits be­tra­gen.

2 Zwi­schen den Stüt­zen der Luft­seil­bahn und den Lei­tern der Frei­lei­tung muss der Di­rektab­stand min­des­tens 1,5 m plus 0,01 m pro kV Nenn­span­nung plus 0,02 m pro Me­ter Ab­stand der Kreu­zungs­stel­le zum nächst­lie­gen­den Trag­werk der Frei­lei­tung be­tra­gen. Über be­geh­ba­ren Tei­len sol­cher Stüt­zen ist die­ser Ab­stand um 1,5 m zu ver­grös­sern.

3 Die Ab­stän­de sind auf­grund fol­gen­der An­nah­men zu be­rech­nen:

a.
ei­ner Lei­ter­tem­pe­ra­tur von 0 °C mit Zu­satz­last auf der Frei­lei­tung und 0,7 fa­chem Durch­hang bei un­be­las­te­ten Sei­len und Dräh­ten der Luft­seil­bahn bei 0 °C Seil­tem­pe­ra­tur;
b.
ei­ner Lei­ter­tem­pe­ra­tur der Frei­lei­tung von 40 °C und 0,7 fa­chem Durch­hang bei un­be­las­te­ten Sei­len und Dräh­ten der Luft­seil­bahn bei 15 °C Seil­tem­pe­ra­tur;
c.
der Wind­aus­len­kun­gen nach Ar­ti­kel 108 Ab­satz 2.

4 Beim Ab­sin­ken oder Hoch­schnel­len von Lei­tern der Frei­lei­tung bzw. von Sei­len oder Dräh­ten der Luft­seil­bahn darf ein Di­rektab­stand von 0,01 m pro kV Nenn­span­nung, min­des­tens aber von 1,5 m, nicht un­ter­schrit­ten wer­den.

Art. 112 Schutzkonstruktion über Luftseilbahnen  

1 Kön­nen die Ab­stän­de nach Ar­ti­kel 111 nicht ein­ge­hal­ten wer­den, so ent­schei­det die Kon­troll­stel­le:

a.
über die Zu­läs­sig­keit der Über­füh­rung;
b.
über die zu tref­fen­den Schutz­mass­nah­men.

2 Schreibt die Kon­troll­stel­le ei­ne Schutz­kon­struk­ti­on über der Luft­seil­bahn vor, so muss die Kon­struk­ti­on die äus­sers­ten Lei­ter der Frei­lei­tun­gen seit­lich so über­ra­gen, dass sie ab­sin­ken­de Lei­ter oder hoch­schnel­len­de Dräh­te und Sei­le auf­hal­ten kann.

3 Zwi­schen der Schutz­kon­struk­ti­on und den Lei­tern der Frei­lei­tung muss der Di­rekt­ab­stand bei gröss­tem Lei­ter­durch­hang min­des­tens 1,5 m plus 0,01 m pro kV Nenn­span­nung plus 0,02 m pro Me­ter Ab­stand der Kreu­zungs­stel­le zum nächst­lie­gen­den Trag­werk der Frei­lei­tung be­tra­gen.

4 Kann die Schutz­kon­struk­ti­on für In­stand­hal­tungs- und Prüf­ar­bei­ten bei der Luft­seil­bahn be­stie­gen wer­den, so ist der Ab­stand nach Ab­satz 3 um 1,5 m zu ver­grö­s­sern.

Art. 113 Untergeführte Hochspannungsfreileitungen  

1 Muss ei­ne Hoch­span­nungs­frei­lei­tung aus­nahms­wei­se un­ter ei­ner Luft­seil­bahn hin­durch­ge­führt wer­den, so ist ei­ne Schutz­kon­struk­ti­on zu er­stel­len, da­mit her­ab­hän­gen­de oder ‑fal­len­de Sei­le der Luft­seil­bahn sich den Lei­tern nicht un­zu­läs­sig an­nä­hern kön­nen.

2 Auf die Er­stel­lung der Schutz­kon­struk­ti­on kann ver­zich­tet wer­den, wenn:

a.
der Ab­stand zwi­schen den Sei­len der Luft­seil­bahn und den Lei­tern der Hoch­span­nungs­frei­lei­tung so gross ist, dass ei­ne un­zu­läs­si­ge An­nä­he­rung auch bei aus­ser­or­dent­li­chen Be­triebs­zu­stän­den der Luft­seil­bahn aus­ge­schlos­sen ist; und
b.
ei­ne Ber­gung von Rei­sen­den nicht un­zu­läs­sig be­hin­dert wird.

3 Die Ab­stän­de der Schutz­kon­struk­ti­on zu den Lei­tern be­stim­men sich nach An­hang 6.

4 Die Ab­mes­sun­gen der Schutz­kon­struk­ti­on rich­ten sich nach den ört­li­chen Ge­ge­ben­hei­ten, na­ment­lich nach der seit­li­chen Wind­aus­len­kung der Luft­seil­bahn.

5 Kön­nen bei aus­ser­or­dent­li­chen Be­triebs­zu­stän­den der Luft­seil­bahn (z. B. brüs­ke Brem­sung) de­ren Sei­le aus­nahms­wei­se die Schutz­kon­struk­ti­on be­rüh­ren oder auf die­ser auf­lie­gen, so muss die Schutz­kon­struk­ti­on ent­spre­chend di­men­sio­niert und so aus­ge­führt sein, dass die Sei­le nicht be­schä­digt wer­den.

6 Kön­nen Rei­sen­de in blo­ckier­ten Seil­bahn­fahr­zeu­gen nicht mit ei­ner Ber­gungs­bahn ge­bor­gen wer­den, so muss die Schutz­kon­struk­ti­on so aus­ge­führt sein, dass das Ab­sei­len der Rei­sen­den mög­lich ist.

4. Abschnitt: Annäherungen, Parallelführungen und Kreuzungen elektrischer Leitungen mit Nationalstrassen und anderen Verkehrswegen

Art. 114 Rücksicht auf den Weiterausbau der Nationalstrassen  

Elek­tri­sche Lei­tun­gen sind so zu pla­nen und zu er­stel­len, dass sie einen ge­plan­ten Wei­ter­aus­bau der Na­tio­nal­stras­sen nicht be­hin­dern.

Art. 115 Anordnung von Tragwerken  

1 Frei­lei­tun­gen sind so zu pla­nen und zu er­stel­len, dass für den Ver­kehr auf den Na­tio­nal­stras­sen kei­ne Sicht­be­hin­de­rung ent­ste­hen (Si­gna­li­sa­ti­on, Weg­wei­ser usw.).

2 Trag­wer­ke sind spe­zi­ell zu schüt­zen, wenn die Ge­fahr ih­rer Be­schä­di­gung durch Fahr­zeu­ge be­steht. Der Ho­ri­zon­tal­ab­stand von Fun­da­ment­so­ckeln und Schaft­tei­len zur äus­se­ren Stand­spur­gren­ze muss min­des­tens 5 m be­tra­gen.

Art. 116 Zusätzliche Bewilligung 35  

Lei­tungs­tei­le von Frei­lei­tun­gen in­ner­halb der Bau­li­ni­en­ab­stän­de von Na­tio­nal­stras­sen müs­sen auch vom Bun­des­amt für Stras­sen be­wil­ligt wer­den.

35 Fas­sung ge­mä­ss An­hang der V vom 19. Ju­ni 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 2263).

Art. 117 Erdungen  

Me­tal­le­ne Zäu­ne, durch­ge­hen­de Leit­plan­ken oder Lei­tungs­an­la­gen von Na­tio­nal­­stras­sen sind im Ein­fluss­be­reich von Trag­werk­ser­dun­gen so zu ver­le­gen, elek­trisch auf­zu­tren­nen oder zu iso­lie­ren, dass we­der ge­fähr­li­che Be­rüh­rungs­span­nun­gen noch Span­nungs­ver­schlep­pun­gen auf­tre­ten kön­nen.

Art. 118 Annäherungen und Parallelführungen  

1 Bei An­nä­he­run­gen und Par­al­lel­füh­run­gen von Frei­lei­tun­gen mit Na­tio­nal­stras­sen sind aus­rei­chen­de Ho­ri­zon­tal­ab­stän­de vor­zu­se­hen oder Schutz­mass­nah­men ge­gen un­zu­läs­si­ge in­du­zier­te Längs­span­nun­gen an An­la­gen der Na­tio­nal­stras­se zu tref­fen.

2 Der Ho­ri­zon­tal­ab­stand zwi­schen der äus­se­ren Stand­spur­gren­ze und dem nächs­ten Lei­ter oder Luft­ka­bel muss min­des­tens 1 m be­tra­gen.

3 Be­schränkt sich die An­nä­he­rung auf ei­ne Spann­wei­te, so gilt sie als Kreu­zung.

Art. 119 Kreuzungen  

1 Bei Kreu­zun­gen mit Na­tio­nal­stras­sen müs­sen Schwach­strom- oder Nie­der­span­nungs­frei­lei­tun­gen un­ter­führt wer­den.

2 Hoch­span­nungs­frei­lei­tun­gen sind so an­zu­le­gen, dass we­nig Kreu­zun­gen mit Na­tio­nal­stras­sen und den da­zu­ge­hö­ren­den Rast­plät­zen ent­ste­hen.

3 Die Bo­den­ab­stän­de der Erd­lei­ter, Lei­ter und Luft­ka­bel be­stim­men sich nach An­hang 3.

Art. 120 Freileitungsunterführungen bei Brücken  

1 Wird ei­ne Hoch­span­nungs­frei­lei­tung un­ter ei­ner Stras­sen­brücke hin­durch­ge­führt, so müs­sen Lei­ter, Erd­lei­ter und Luft­ka­bel zu Kon­struk­ti­ons­tei­len und Be­trieb­sein­rich­tun­gen der Brücke fol­gen­de Min­destab­stän­de auf­wei­sen:

a.
einen Di­rektab­stand von min­des­tens 2,5 m plus 0,01 m pro kV Nenn­span­nung bei 0 °C Lei­ter­tem­pe­ra­tur oh­ne Zu­satz­last;
b.
einen Ho­ri­zon­tal­ab­stand von min­des­tens 1,5 m plus 0,01 m pro kV Nenn­span­nung für Lei­ter bei Wind­aus­len­kung.

2 Dient die Brücke auch dem all­ge­mei­nen Fuss­gän­ger­ver­kehr oder be­trägt der Ho­ri­zon­tal­ab­stand zwi­schen der Brücke und ei­nem Un­ter­füh­rungs­trag­werk we­ni­ger als 25 m, so ist an der Brücke ein 1,8 m ho­hes Schutz­git­ter mit Warn­zei­chen an­zu­brin­gen, die auf die Ge­fah­ren beim Be­rüh­ren von span­nungs­füh­ren­den Tei­len hin­wei­sen. Die­ses Git­ter muss beid­sei­tig min­des­tens 2 m über die Lei­tungs­brei­te hin­aus­rei­chen.

3 In­stand­hal­tungs­ar­bei­ten, Schnee­räu­mun­gen und Re­pa­ra­tu­ren an und auf der Brücke dür­fen durch die Hoch­span­nungs­lei­tung nicht be­ein­träch­tigt wer­den. Sie sind schrift­lich zu ver­ein­ba­ren.

Art. 121 Kabelleitungen  

1 Ka­bel­lei­tun­gen dür­fen bei An­nä­he­run­gen, Par­al­lel­füh­run­gen und Kreu­zun­gen mit Ver­kehrs­we­gen (Stras­sen, Tun­nels, Brücken usw.) nicht durch Schwin­gun­gen und Er­schüt­te­run­gen be­ein­träch­tigt wer­den. Sie müs­sen bei ge­len­ki­gen Kon­struk­ti­ons­e­le­men­ten (Brücken) ei­ne aus­rei­chen­de Be­weg­lich­keit auf­wei­sen.

2 Ka­bel­lei­tun­gen für An­la­gen mit wich­ti­gen Schutz- und Si­cher­heits­funk­tio­nen sind so zu er­stel­len, dass sie bei Pan­nen oder Ver­kehrs­un­fäl­len we­der me­cha­nisch noch durch Öl, Ben­zin oder an­de­re bren­nen­de oder ät­zen­de Flüs­sig­kei­ten be­schä­digt wer­den.

Art. 122 Kabelkanäle und ‑durchführungen  

1 Ka­bel­lei­tun­gen in Ka­bel­kanä­len müs­sen so ge­plant und er­stellt wer­den, dass bei Ka­bel­brän­den der Ver­kehr nicht ge­fähr­det wird.

2 Ka­bel­kanä­le in Tun­nels dür­fen kei­ne Werk­stof­fe ent­hal­ten, die gros­se Ver­qual­mun­gen ver­ur­sa­chen.

3 Ka­bel­durch­füh­run­gen in Tun­nels, die zwi­schen dem Ver­kehrs­raum und elek­tri­schen An­la­gen lie­gen und Brän­de ver­schlep­pen kön­nen, sind feu­er­hem­mend ab­zu­dich­ten.

5. Abschnitt: Annäherungen, Parallelführungen und Kreuzungen elektrischer Leitungen mit Rohrleitungsanlagen

Art. 123 Unterirdische Rohrleitungen und Nebenanlagen 36  

1 Für die Er­stel­lung von elek­tri­schen Lei­tun­gen in ei­nem Ab­stand von we­ni­ger als 30 m zu Rohr­lei­tun­gen, die dem Rohr­lei­tungs­ge­setz vom 4. Ok­to­ber 196337 un­ter­stellt sind, ist ab­zu­klä­ren:

a.
ob die zu­läs­si­gen Span­nun­gen nach An­hang 4 der Stark­strom­ver­ord­nung vom 30. März 199438 an der Rohr­lei­tungs­an­la­ge nicht über­schrit­ten wer­den;
b.
wel­che Schutz­mass­nah­men zu tref­fen sind.

2 Die Ab­klä­rung ist nur in Be­zug auf die Fern­mel­de- und Fern­steue­rungs­an­la­gen vor­zu­neh­men, wenn die Rohr­lei­tung:

a.
oh­ne elek­tri­sche Iso­la­ti­on di­rekt im Erd­reich ver­legt ist;
b.
auf der Par­al­lel­stre­cke ge­er­det ist; oder
c.
aus nicht lei­ten­dem Ma­te­ri­al be­steht.

3 Sie er­üb­rigt sich voll­stän­dig, wenn der Stern­punkt des Hoch­span­nungs­net­zes von der Er­de iso­liert be­trie­ben wird oder mit Erd­schluss­lö­schung ver­se­hen ist.

4 Der Ge­fahr der Gleich­strom- und der Wech­sel­strom­kor­ro­si­on ist Rech­nung zu tra­gen.

5 Im Schutz­be­reich ei­ner Ne­ben­an­la­ge nach Ar­ti­kel 2 der Rohr­lei­tungs­si­cher­heits­ver­ord­nung vom 4. Ju­ni 202139 dür­fen kei­ne elek­tri­schen Hoch­span­nungs­an­la­gen er­stellt wer­den.

6 Der Nach­weis der Ein­hal­tung der zu­läs­si­gen Be­rüh­rungs­span­nun­gen ist der Kon­troll­stel­le im Rah­men des Plan­ge­neh­mi­gungs­ge­su­ches oder auf Ver­lan­gen vor­zu­le­gen.

36 Fas­sung ge­mä­ss An­hang 2 Ziff. 2 der Rohr­lei­tungs­si­cher­heits­ver­ord­nung vom 4. Ju­ni 2021, in Kraft seit 1. Ju­li 2021 (AS 2021 348).

37SR 746.1

38 SR 734.2

39 SR 746.12

Art. 12440  

40 Auf­ge­ho­ben durch An­hang 2 Ziff. 2 der Rohr­lei­tungs­si­cher­heits­ver­ord­nung vom 4. Ju­ni 2021, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2021 (AS 2021 348).

Art. 125 Oberirdische Rohrleitungen  

Bei An­nä­he­run­gen und Par­al­lel­füh­run­gen von Hoch­span­nungs­frei­lei­tun­gen mit ober­ir­di­schen und von der Er­de iso­lier­ten Rohr­lei­tun­gen sind Schutz­mass­nah­men zu tref­fen, wenn beim Be­rüh­ren der Rohr­lei­tung spür­ba­re Ab­leit­strö­me ent­ste­hen kön­nen.

Art. 126 Elektrische Auftrennung  

Zwi­schen Er­dun­gen oder ge­er­de­ten Tei­len von elek­tri­schen Lei­tun­gen oder Stark­stro­man­la­gen und Rohr­lei­tungs­an­la­gen dür­fen kei­ne me­tal­le­nen Ver­bin­dun­gen be­ste­hen, aus­ser bei­de An­la­gen sei­en mit dem glei­chen Er­dungs­sys­tem ver­bun­den.

Art. 127 Kreuzungen mit Freileitungen  

1 Rohr­lei­tun­gen, die sich mit Stark­strom­frei­lei­tun­gen kreu­zen, müs­sen im Erd­reich ver­legt und min­des­tens 1 m über­deckt sein.

2 Durch Tief­bau­ar­bei­ten dür­fen we­der die Stand­fes­tig­keit von Frei­lei­tungs-Trag­wer­ken noch die Rohr­lei­tungs­an­la­gen be­ein­träch­tigt wer­den.

Art. 128 Nicht dem Rohrleitungsgesetz unterstellte Rohrleitungen  

Die Be­stim­mun­gen die­ser Ver­ord­nung gel­ten sinn­ge­mä­ss, wenn Hoch­span­nungs­lei­tun­gen mit Rohr­lei­tungs­an­la­gen zu­sam­men­tref­fen, die zum Trans­port von brenn­ba­ren Ga­sen und Flüs­sig­kei­ten oder von Wär­me­me­di­en die­nen und nicht dem Rohr­lei­tungs­ge­setz un­ter­stellt sind.

6. Abschnitt: Annäherungen, Parallelführungen und Kreuzungen elektrischer Leitungen mit Tankanlagen

Art. 129 Grundsatz  

1 An­nä­he­run­gen, Par­al­lel­füh­run­gen und Kreu­zun­gen von Frei­lei­tun­gen mit Tan­kan­la­gen sind nicht zu­läs­sig.

2 Nicht als Tank­an­la­gen gel­ten Hei­zöl­tanks in Häu­sern und ähn­li­che Klein­an­la­gen.

Art. 130 Abstand zu Unterflur-Tankanlagen 41  

1 Der Ho­ri­zon­tal­ab­stand zwi­schen Frei­lei­tun­gen und Un­ter­flur-Tank­an­la­gen muss min­des­tens 10 m be­tra­gen.

2 Der Ho­ri­zon­tal­ab­stand zwi­schen Hoch­span­nungs­ka­bel­lei­tun­gen und Un­ter­flur-Tank­an­la­gen muss min­des­tens 10 m plus 0,5 m pro kA Erd­schluss­strom be­tra­gen.

3 Der Ho­ri­zon­tal­ab­stand zwi­schen Nie­der­span­nungs­ka­bel­lei­tun­gen mit ei­ner zu­sätz­li­chen Iso­la­ti­ons­schicht und Un­ter­flur-Tank­an­la­gen muss min­des­tens 0,5 m (Erd­schicht) be­tra­gen.

4 Be­trägt der Di­rektab­stand zwi­schen Un­ter­flur-Tank­an­la­gen und Ka­bel­lei­tun­gen im Erd­reich we­ni­ger als 10 m, so sorgt der In­ha­ber der Ka­bel­lei­tung da­für, dass ent­wei­chen­de brenn­ba­re Ga­se und Flüs­sig­kei­ten nicht über Ka­bel­kanä­le und Ka­bel­roh­re in Ge­bäu­de ein­drin­gen.

41 Fas­sung ge­mä­ss An­hang 2 Ziff. 2 der Rohr­lei­tungs­si­cher­heits­ver­ord­nung vom 4. Ju­ni 2021, in Kraft seit 1. Ju­li 2021 (AS 2021 348).

Art. 131 Abstand zu Überflur-Tankanlagen  

1 Der Ho­ri­zon­tal­ab­stand zwi­schen Frei­lei­tun­gen und Über­flur-Tank­an­la­gen muss be­tra­gen:

a.
min­des­tens 15 m, wenn die Lei­ter im An­nä­he­rungs­be­reich auf glei­cher Hö­he oder tiefer lie­gen als die obers­ten Tei­le der Tank­an­la­ge;
b.
min­des­tens 10 m, wenn die Lei­ter im An­nä­he­rungs­be­reich hö­her lie­gen.

2 Der Di­rektab­stand von Lei­tern oder Luft­ka­beln zu Über­flur-Tank­an­la­gen muss bei Wind­aus­len­kung min­des­tens der Ex­plo­si­ons­zo­ne der Tank­an­la­ge plus 0,01 m pro kV Nenn­span­nung ent­spre­chen.

3 Der Ho­ri­zon­tal­ab­stand von Frei­lei­tun­gen zu all­ge­mein zu­gäng­li­chen Treib­stoff­tank­stel­len muss min­des­tens 5 m be­tra­gen.

4 Lie­gen die Lei­ter von Frei­lei­tun­gen we­sent­lich hö­her als die obers­ten Tei­le der Tank­an­la­ge, so kann die Kon­troll­stel­le einen klei­ne­ren Ho­ri­zon­tal­ab­stand oder ei­ne Über­füh­rung be­wil­li­gen, wenn ei­ne Ex­plo­si­on oder ein Brand in der Tank­an­la­ge aus­ge­schlos­sen oder für die Frei­lei­tung un­ge­fähr­lich ist. Die Kon­troll­stel­le legt die zu tref­fen­den Schutz­mass­nah­men fest.

Art. 132 Grössere Abstände aus feuerwehrtechnischen Gründen  

1 Die Kon­troll­stel­le kann grös­se­re Ab­stän­de und be­son­de­re Schutz­mass­nah­men vor­schrei­ben, um zu ver­hin­dern, dass elek­tri­sche Lei­tun­gen bei ei­nem Brand in Tank­an­la­gen Lösch- und Kühlak­tio­nen be­hin­dern oder das Lösch­per­so­nal ge­fähr­den.

2 Be­steht trotz Ein­hal­tung des Ho­ri­zon­tal­ab­stan­des die Ge­fahr, dass ei­ne Ex­plo­si­on oder ein Brand in der Tank­an­la­ge die elek­tri­sche Stark­stro­man­la­ge ge­fähr­det oder teil­wei­se zer­stört, so sind mit den zu­stän­di­gen Feu­er­wehr­or­ga­nen Schutz­mass­nah­men zu ver­ein­ba­ren.

3 Elek­tri­sche Lei­tun­gen, die bei Ka­ta­stro­phen­fäl­len in Tank­an­la­gen un­ent­behr­lich sind, müs­sen be­son­ders ge­schützt wer­den.

Art. 13342  

42 Auf­ge­ho­ben durch An­hang 2 Ziff. 2 der Rohr­lei­tungs­si­cher­heits­ver­ord­nung vom 4. Ju­ni 2021, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2021 (AS 2021 348).

Art. 134 Erdungsanlagen  

1 Tank­an­la­gen sind ge­gen ge­fähr­li­che ka­pa­zi­ti­ve Auf­la­dun­gen durch be­nach­bar­te Hoch­span­nungs­frei­lei­tun­gen zu schüt­zen.

2 Zwi­schen Tank­an­la­gen und ge­er­de­ten Tei­len von elek­tri­schen Lei­tun­gen, die nicht zu Tank­an­la­gen ge­hö­ren, dür­fen kei­ne me­tal­le­nen Ver­bin­dun­gen be­ste­hen.

3 Tank­an­la­gen dür­fen sich nicht im ge­fähr­li­chen Ein­fluss­be­reich der Er­dun­gen von elek­tri­schen Lei­tun­gen be­fin­den. Die Kon­troll­stel­le kann Aus­nah­men be­wil­li­gen.

4 Bei An­nä­he­run­gen im Erd­bo­den muss der Di­rektab­stand zwi­schen den mit der Tank­an­la­ge ver­bun­de­nen Tei­len und den Erd­lei­tun­gen bzw. ge­er­de­ten Tei­len frem­der elek­tri­scher Stark­strom­lei­tun­gen und -an­la­gen 0,5 m pro kA Erd­schluss­strom, min­des­tens aber 10 m, be­tra­gen.

5 Der Di­rektab­stand nach Ab­satz 4 darf un­ter­schrit­ten wer­den, wenn die ge­er­de­ten Tei­le elek­tri­scher Ka­bel­lei­tun­gen oder die Tei­le der Tank­an­la­ge zu­sätz­lich ge­gen das um­ge­ben­de Erd­reich elek­trisch iso­liert sind. Ein Di­rektab­stand von 0,5 m (Erd­schicht) darf aber nie un­ter­schrit­ten wer­den.

3. Titel: Betrieb, Instandhaltung und Kontrolle von elektrischen Leitungen

Art. 135 Instandhaltung und Kontrollen  

1 Die Be­triebs­in­ha­ber müs­sen die Lei­tun­gen dau­ernd in gu­tem Zu­stand hal­ten und re­gel­mäs­sig kon­trol­lie­ren.

2 Sie müs­sen ins­be­son­de­re An­nä­he­run­gen, Par­al­lel­füh­run­gen und Kreu­zun­gen von Frei­lei­tun­gen mit an­de­ren An­la­gen oder mit öf­fent­li­chen Stras­sen, Plät­zen und schiff­ba­ren Ge­wäs­sern re­gel­mäs­sig über­prü­fen.

3 Die Kon­troll­pe­ri­oden dür­fen bei Schwach­strom- und Nie­der­span­nungs­frei­lei­tun­gen fünf Jah­re und bei Hoch­span­nungs­frei­lei­tun­gen zwei Jah­re nicht über­schrei­ten.

Art. 136 Kontrollbericht  

1 Die Be­triebs­in­ha­ber er­stel­len über je­de Kon­trol­le einen Kon­troll­be­richt. Dar­in be­ur­tei­len sie die Lei­tung und hal­ten fest, wie und bis wann Män­gel be­ho­ben wer­den.

2 Die Kon­troll­be­rich­te sind min­des­tens zehn Jah­re auf­zu­be­wah­ren und auf Ver­lan­gen der Kon­troll­stel­le vor­zu­wei­sen.

Art. 137 Instruktion der Feuerwehr  

Die Be­triebs­in­ha­ber von Stark­strom­lei­tun­gen der lo­ka­len oder re­gio­na­len Strom­ver­sor­gung ori­en­tie­ren und in­stru­ie­ren die Feu­er­wehr re­gel­mäs­sig über ih­re Lei­tun­gen und An­la­gen.

Art. 138 Ausser Betrieb gesetzte Leitungen  

1 Frei­lei­tun­gen, die für län­ge­re Zeit aus­ser Be­trieb ge­setzt sind, müs­sen ge­er­det und kurz­ge­schlos­sen wer­den.

2 Aus­ser Be­trieb ge­setz­te Frei­lei­tun­gen sind wie in Be­trieb ste­hen­de Lei­tun­gen zu kon­trol­lie­ren und in­stand zu hal­ten.

Art. 139 Arbeiten an Starkstromleitungen  

Für das Ar­bei­ten an Stark­strom­lei­tun­gen gel­ten die Be­stim­mun­gen der Stark­strom­ver­ord­nung vom 30. März 199443.

Art. 140 Arbeiten an Kabelleitungen  

1 Ka­bel­lei­tun­gen, an de­nen ge­ar­bei­tet wer­den soll sind vor­gän­gig ein­deu­tig zu iden­ti­fi­zie­ren so­wie frei­zu­schal­ten und zu er­den.

2 Kön­nen un­zu­läs­si­ge Be­rüh­rungs­span­nun­gen auf­tre­ten, so müs­sen die frei­en En­den der lei­ten­den Um­hül­lun­gen elek­trisch lei­tend mit­ein­an­der ver­bun­den und an die Er­dung der Ar­beits­stel­le an­ge­schlos­sen wer­den.

3 Ist die Si­cher­heit an­der­wei­tig ge­währ­leis­tet, so kann auf die Frei­schal­tung oder Er­dung von Nie­der­span­nungs- und Schwach­strom­ka­beln ver­zich­tet wer­den.

Art. 141 Besondere Schutzmassnahmen  

1 Kön­nen bei Ar­bei­ten an ei­ner Lei­tung Ge­fah­ren für an­de­re An­la­gen ent­ste­hen oder von an­de­ren An­la­gen aus­ge­hen, so ver­stän­di­gen sich die In­ha­ber recht­zei­tig über die zu tref­fen­den Schutz­mass­nah­men.

2 Kön­nen sie sich nicht ei­ni­gen, so ent­schei­det die Kon­troll­stel­le über die Schutz­mass­nah­men.

3 Bei dro­hen­der Ge­fahr kann die Kon­troll­stel­le die so­for­ti­ge Ein­stel­lung der Ar­bei­ten oder des Be­trie­bes der ih­rer Auf­sicht un­ter­stell­ten An­la­ge an­ord­nen.

Art. 142 Massnahmen bei der Bergung von Reisenden aus Fahrzeugen von Luftseilbahnen  

1 Kön­nen Per­so­nen bei Ber­gungs­mass­nah­men an ei­ner Luft­seil­bahn durch ei­ne Frei­lei­tung ge­fähr­det wer­den, so ha­ben sich die Be­triebs­in­ha­ber bei­der An­la­gen über das Vor­ge­hen und über die so­for­ti­ge Lei­tungs­ab­schal­tung schrift­lich zu ver­stän­di­gen.

2 Die schrift­li­che Ver­ein­ba­rung muss vor­lie­gen, be­vor die spä­ter er­stell­te An­la­ge in Be­trieb ge­setzt wird. Sie ist der Kon­troll­stel­le auf Ver­lan­gen vor­zu­le­gen und muss dem Be­triebs­per­so­nal bei­der An­la­gen je­der­zeit zu­gäng­lich sein.

3 Die Be­triebs­in­ha­ber müs­sen ihr Per­so­nal über das Vor­ge­hen und die Mass­nah­men, die bei ei­ner Ber­gung zu tref­fen sind, in­stru­ie­ren.