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Signalisationsverordnung
(SSV)1

vom 5. September 1979 (Stand am 1. Januar 2021)

1Fassung gemäss Ziff. I der V vom 12. Febr. 1992, in Kraft seit 15. März 1992 (AS 1992 514).

Der Schweizerische Bundesrat,

gestützt auf die Artikel 2, 6, 32, 57, 103 Absatz 1 und 106 Absatz 1 des Strassen­verkehrsgesetzes vom 19. Dezember 19582 sowie Artikel 53 des Bundesgesetzes vom 8. März 19603 über die Nationalstrassen,

verordnet:

1. Kapitel: Begriffe und Geltungsbereich

Art. 1 Inhalt, Abkürzungen und Begriffe  

1 Die­se Ver­ord­nung re­gelt die Si­gna­le, Mar­kie­run­gen und Re­kla­men im Be­reich von Stras­sen, die Zei­chen und Wei­sun­gen der Po­li­zei so­wie die Ver­kehrs­an­ord­nun­gen und Ver­kehrs­be­schrän­kun­gen.

2 Es wer­den fol­gen­de Ab­kür­zun­gen ver­wen­det:

a.
UVEK4

für das Eid­ge­nös­si­sche De­par­te­ment für Um­welt,
Ver­kehr, Ener­gie und Kom­mu­ni­ka­ti­on5;

b.6
ASTRA

für das Bun­des­amt für Stras­sen;

c.
Be­hör­de

für die Be­hör­de, die nach kan­to­na­lem Recht für die
An­ord­nung, An­brin­gung und Ent­fer­nung von Si­gna­len und Mar­kie­run­gen zu­stän­dig ist;

d.
Ver­wal­tungs­ver­fah­rens­ge­setz

für das Bun­des­ge­setz über das Ver­wal­tungs­ver­fah­ren vom 20. De­zem­ber 19687;

e.
SVG

für das Stras­sen­ver­kehrs­ge­setz vom 19. De­zem­ber 19588;

f.
VRV

für die Ver­kehrs­re­geln­ver­ord­nung vom 13. No­vem­ber 19629;

g.10
VTS

für die Ver­ord­nung vom 19. Ju­ni 199511 über die
tech­ni­schen An­for­de­run­gen an Stras­sen­fahr­zeu­ge;

h.12
SDR

für die Ver­ord­nung vom 29. No­vem­ber 200213 über die Be­för­de­rung ge­fähr­li­cher Gü­ter auf der Stras­se.

i.14
NSV

für die Na­tio­nal­stras­sen­ver­ord­nung
vom 7. No­vem­ber 200715;

3 Die Zif­fern in Klam­mern nach Be­zeich­nun­gen von Si­gna­len und Mar­kie­run­gen be­zie­hen sich auf die Ab­bil­dun­gen im An­hang 2.

4 Der Be­reich «in­ner­orts» be­ginnt beim Si­gnal «Orts­be­ginn auf Haupt­stras­sen» (4.27) oder «Orts­be­ginn auf Ne­ben­stras­sen» (4.29) und en­det beim Si­gnal «Orts­en­de auf Haupt­stras­sen» (4.28) oder» Orts­en­de auf Ne­ben­stras­sen» (4.30). Der Be­reich «aus­ser­orts» be­ginnt beim Si­gnal «Orts­en­de auf Haupt­stras­sen» oder «Orts­en­de auf Ne­ben­stras­sen» und en­det beim Si­gnal «Orts­be­ginn auf Haupt­stras­sen» oder «Orts­be­ginn auf Ne­ben­stras­sen».

5 Zu­satz­ta­feln sind Ta­feln mit er­gän­zen­den An­ga­ben zu Si­gna­len (Art. 63).

6 Au­to­bah­nen sind die mit dem Si­gnal «Au­to­bahn» (4.01), Au­to­stras­sen die mit dem Si­gnal «Au­to­stras­se» (4.03) ge­kenn­zeich­ne­ten Stras­sen, auf de­nen be­son­de­re Ver­kehrs­re­geln gel­ten (Art. 45 Abs. 1).

7 Haupt­stras­sen sind die mit dem Si­gnal «Haupt­stras­se» (3.03) ge­kenn­zeich­ne­ten Stras­sen, auf de­nen die Füh­rer, ab­wei­chend vom ge­setz­li­chen Rechts­vor­tritt (Art. 36 Abs. 2 SVG), bei Ver­zwei­gun­gen vor­tritts­be­rech­tigt sind (Art. 37 Abs. 1).

8 Ne­ben­stras­sen sind al­le Stras­sen, de­ren Be­ginn nicht be­son­ders ge­kenn­zeich­net ist und auf de­nen die all­ge­mei­nen Ver­kehrs­re­geln gel­ten (z. B. Rechts­vor­tritt nach Art. 36 Abs. 2 SVG).

9 und 10 ...16

4 Be­griff ge­mä­ss Ziff. I der V vom 1. April 1998, in Kraft seit 1. Ju­ni 1998 (AS 1998 1440). Die­se Änd. ist im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.

5 Be­griff ge­mä­ss Ziff. I der V vom 1. April 1998, in Kraft seit 1. Ju­ni 1998 (AS 1998 1440).

6 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 24. Ju­ni 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 2459).

7SR 172.021

8SR 741.01

9SR 741.11

10Fas­sung ge­mä­ss An­hang 1 Ziff. II 5 der V vom 19. Ju­ni 1995 über die tech­ni­schen An­for­de­run­gen an Stras­sen­fahr­zeu­ge, in Kraft seit 1. Okt. 1995 (AS 1995 4425).

11SR 741.41

12 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Aug. 2005, in Kraft seit 1. März 2006 (AS 20054495).

13 SR 741.621

14 Ein­ge­fügt durch An­hang 4 Ziff. II 6 der Na­tio­nal­stras­sen­ver­ord­nung vom 7. Nov. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5957).

15SR 725.111

16 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 20. Mai 2020, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 2145).

Art. 2 Geltung für die Strassenbenützer  

1 Si­gna­le und Mar­kie­run­gen gel­ten für al­le Stras­sen­be­nüt­zer, so­weit sich nicht aus den ein­zel­nen Be­stim­mun­gen et­was an­de­res er­gibt.

1bis Die Si­gna­le und Mar­kie­run­gen sind in An­hang 2 fest­ge­legt.17

2 Si­gna­le und Mar­kie­run­gen, die nicht für be­stimm­te Fahr­zeu­gar­ten, son­dern für den Ver­kehr all­ge­mein gel­ten, ha­ben auch Rei­ter so­wie Füh­rer von Pfer­den und an­de­ren grös­se­ren Tie­ren zu be­ach­ten, aus­ge­nom­men das Si­gnal «All­ge­mei­nes Fahr­ver­bot in bei­den Rich­tun­gen» (2.01).18

3 Son­der­be­stim­mun­gen für den mi­li­tä­ri­schen Stras­sen­ver­kehr blei­ben vor­be­hal­ten. Für gelb-schwar­ze Si­gna­le, die sich aus­sch­liess­lich an mi­li­tä­ri­sche Stras­sen­be­nüt­zer und für weiss-oran­ge Weg­wei­ser, die sich aus­sch­liess­lich an Stras­sen­be­nüt­zer des Zi­vil­schut­zes rich­ten, gilt Ar­ti­kel 101 Ab­sät­ze 8 und 9.19

17 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 24. Ju­ni 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 2459).

18Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 30. Nov. 1981, in Kraft seit 1. Jan. 1982 (AS 1981 1862).

19Fas­sung ge­mä­ss Ziff. IV der V vom 7. April 1982, in Kraft seit 1. Mai 1982 (AS 1982 531).

Art. 2a Zonensignalisation 20  

1 Die Hin­weis­si­gna­le «Par­kie­ren ge­stat­tet» (4.17), «Par­kie­ren mit Park­schei­be» (4.18) und «Par­kie­ren ge­gen Ge­bühr» (4.20) so­wie die Vor­schrifts­si­gna­le kön­nen auf ei­ner recht­e­cki­gen weis­sen Ta­fel mit der Auf­schrift «ZO­NE» als Zo­nen­si­gna­le (2.59.1) dar­ge­stellt wer­den.

2 Die Zo­nen­si­gna­li­sa­ti­on ist nur auf Stras­sen in­ner­orts zu­läs­sig.

3 Die mit ei­nem Zo­nen­si­gnal an­ge­zeig­ten Rech­te und Pflich­ten gel­ten mit Be­ginn der Zo­nen­si­gna­li­sa­ti­on bis zum je­wei­li­gen En­de-Si­gnal. Das En­de-Si­gnal zeigt an, dass wie­der­um die all­ge­mei­nen Ver­kehrs­re­geln gel­ten.

4 Mit ei­nem Zo­nen­si­gnal dür­fen höchs­tens drei Ver­kehrs­an­ord­nun­gen an­ge­zeigt wer­den.

5 Die Si­gna­le «Tem­po-30-Zo­ne» (2.59.1), «Be­geg­nungs­zo­ne» (2.59.5) und «Fuss­gän­ger­zo­ne» (2.59.3) sind nur auf Ne­ben­stras­sen mit mög­lichst gleich­ar­ti­gem Cha­rak­ter zu­läs­sig.

6 Wird auf ei­nem Haupt­stras­sen­ab­schnitt auf Grund der Vor­aus­set­zun­gen nach Ar­ti­kel 108 die Höchst­ge­schwin­dig­keit auf 30 km/h be­grenzt, so kann die­ser Ab­schnitt aus­nahms­wei­se bei be­son­de­ren ört­li­chen Ge­ge­ben­hei­ten (z. B. in ei­nem Orts­zen­trum oder in ei­nem Alt­stadt­ge­biet) in ei­ne Tem­po-30-Zo­ne ein­be­zo­gen wer­den.

20Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 25. Jan. 1989 (AS 1989 438). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Sept. 2001, in Kraft seit 1. Jan. 2002 (AS 2001 2719).

2. Kapitel: Gefahrensignale

1. Abschnitt: Grundsätze

Art. 3  

1 Ge­fah­rensi­gna­le ha­ben in der Re­gel die Form ei­nes gleich­sei­ti­gen Drei­ecks, einen ro­ten Rand und ein schwar­zes Sym­bol auf weis­sem Grund. Bei Ma­trix­si­gna­len kön­nen der Grund schwarz und das Sym­bol weiss sein.21

2 Sie wer­den nur an­ge­ord­net, wo der orts­un­kun­di­ge Füh­rer ei­ne Ge­fahr nicht oder zu spät er­ken­nen kann.

3 Die Ge­fah­rensi­gna­le ste­hen un­ter Vor­be­halt ab­wei­chen­der Be­stim­mun­gen für ein­zel­ne Si­gna­le:

a.
in­ner­orts kurz vor der Ge­fah­renstel­le; ste­hen sie mehr als 50 m vor­her, wird die Ent­fer­nung auf bei­ge­füg­ter «Di­stanz­ta­fel» (5.01) ver­merkt;
b.
aus­ser­orts 150–250 m vor der Ge­fah­renstel­le; kann die­se Re­gel nicht ein­ge­hal­ten wer­den, wird die Ent­fer­nung auf bei­ge­füg­ter «Di­stanz­ta­fel» ver­merkt;
c.22
auf Au­to­bah­nen und Au­to­stras­sen bei der Ge­fah­renstel­le selbst oder höch­s­tens 100 m vor­her, fer­ner zu­sätz­lich als Vor­si­gna­le mit bei­ge­füg­ter «Di­stanz­ta­fel» 500–1000 m vor der Ge­fah­renstel­le.

4 Die Län­ge der Stre­cke, auf der ei­ne Ge­fahr be­steht, kann auf bei­ge­füg­ter Zu­satz­­ta­fel «Stre­cken­län­ge» (5.03) ver­merkt wer­den. Auf län­ge­ren Stre­cken wer­den die Ge­fah­rensi­gna­le, nö­ti­gen­falls mit bei­ge­füg­ter «Wie­der­ho­lungs­ta­fel» (5.04), in an­ge­mes­se­nen Ab­stän­den wie­der­holt.

21Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. Jan. 1989, in Kraft seit 1. Mai 1989 (AS 1989 438).

22Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. Jan. 1989, in Kraft seit 1. Mai 1989 (AS 1989 438).

2. Abschnitt: Gefährliche Strassenanlage

Art. 4 Kurven  

1 Kur­ven­si­gna­le war­nen vor Kur­ven, die we­gen ih­rer An­la­ge (z. B. feh­len­de Über­hö­hung, star­ke oder un­gleich­mäs­si­ge Krüm­mung der Fahr­bahn) zur Mäs­si­gung der Ge­schwin­dig­keit zwin­gen.

2 Je nach den ört­li­chen Ver­hält­nis­sen wer­den an­ge­bracht die Si­gna­le «Rechts­kur­ve» (1.01), «Links­kur­ve» (1.02) «Dop­pel­kur­ve nach rechts be­gin­nend» (1.03) oder «Dop­pel­kur­ve nach links be­gin­nend» (1.04).

3 Fol­gen sich meh­re­re Kur­ven in kur­z­en Ab­stän­den, wird das der ers­ten Kur­ve oder Dop­pel­kur­ve ent­spre­chen­de Si­gnal mit bei­ge­füg­ter Zu­satz­ta­fel «Stre­cken­län­ge» (5.03) an­ge­bracht.

4 In­ner­orts wer­den in der Re­gel kei­ne Kur­ven­si­gna­le an­ge­bracht.

Art. 5 Schleudergefahr  

1 Das Si­gnal «Schleu­der­ge­fahr» (1.05) warnt vor über­mäs­sig glat­tem Be­lag der Fahr­bahn, vor Spur­ril­len oder vor Stras­sen­stre­cken, die in be­son­de­rem Mas­se der Ver­ei­sung aus­ge­setzt sind.

2 Steht das Si­gnal «Schleu­der­ge­fahr» zur War­nung vor Glatteis oder Schnee­glät­te, wird die Zu­satz­ta­fel «Ver­eis­te Fahr­bahn» (5.13) bei­ge­fügt. Si­gnal und Zu­satz­ta­fel wer­den ent­fernt oder ab­ge­deckt, so­bald nicht mehr mit Eis­bil­dung oder Schnee­glät­te zu rech­nen ist.

Art. 6 Unebenheiten der Fahrbahn  

1 Das Si­gnal «Un­ebe­ne Fahr­bahn» (1.06) warnt vor Un­eben­hei­ten (z. B. Auf­w­öl­bun­gen, Sen­kun­gen) der Fahr­bahn, bei de­nen das Fahr­zeug ge­fähr­li­che Schlä­ge er­lei­den oder die Fahr­bahn­haf­tung ver­lie­ren könn­te.

2 ...23

23 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 20. Mai 2020, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 2145).

Art. 7 Verengung der Fahrbahn  

1 Das Si­gnal «Eng­pass» (1.07) zeigt an, dass sich die Fahr­bahn beid­sei­tig ver­engt und das Kreu­zen da­her er­schwert ist. Das Si­gnal steht nicht vor ge­kenn­zeich­ne­ten Bau­stel­len (Art. 9).

2 Die Si­gna­le «Ver­en­gung rechts» (1.08) und «Ver­en­gung links» (1.09) zei­gen an, dass sich die Fahr­bahn ein­sei­tig ver­engt oder der Fahr­bahn­rand ge­fähr­li­che Vor­sprün­ge auf­weist und das Kreu­zen da­her er­schwert ist. Vor­sprün­ge wer­den nach Ar­ti­kel 82 ge­kenn­zeich­net.

3 Der Weg­fall ei­nes Fahr­strei­fens auf Fahr­bah­nen mit meh­re­ren Fahr­strei­fen in glei­cher Rich­tung wird mit der Ta­fel «An­zei­ge der Fahr­strei­fen» (4.77) an­ge­zeigt.

4 Die Brei­te der Fahr­bahn an ih­rer schmäls­ten Stel­le wird nö­ti­gen­falls auf bei­ge­füg­ter Zu­satz­ta­fel «Fahr­bahn­brei­te» (5.15) an­ge­ge­ben.

Art. 8 Gefälle und Steigung, Rollsplitt, Steinschlag  

1 Die Si­gna­le «Ge­fähr­li­ches Ge­fäl­le» (1.10) und «Star­ke Stei­gung» (1.11) war­nen vor Stre­cken mit ei­ner Nei­gung oder Stei­gung von min­des­tens 10 Pro­zent; auf den Si­gna­len wird die gröss­te Nei­gung oder Stei­gung der Stre­cke an­ge­ge­ben.

2 Das Si­gnal «Roll­splitt» (1.12) warnt vor lo­sem Splitt auf der Fahr­bahn.

3 Das Si­gnal «Stein­schlag» (1.13) warnt vor Stein­schlag oder Stei­nen auf der Fahr­bahn. Das Sym­bol kann ent­spre­chend den ört­li­chen Ver­hält­nis­sen sei­ten­ver­kehrt ab­ge­bil­det wer­den.

Art. 9 Baustelle  

1 Das Si­gnal «Bau­stel­le» (1.14) warnt vor Ar­bei­ten auf der Fahr­bahn (z. B. Bau‑, Ver­mes­sungs‑, Mar­kie­rungs­ar­bei­ten) und den da­mit ver­bun­de­nen Hin­der­nis­sen (z. B. Ma­te­ri­al­ab­la­ge­run­gen, of­fe­ne Schäch­te), Un­eben­hei­ten und Ver­en­gun­gen der Fahr­bahn. Für die Kenn­zeich­nung von Bau­stel­len gilt im üb­ri­gen Ar­ti­kel 80.

2 Das Si­gnal wird auch auf­ge­stellt, wenn Ar­bei­ten un­mit­tel­bar ne­ben der Fahr­bahn den Ver­kehr be­ein­träch­ti­gen könn­ten.

Art. 10 Bahnübergänge, Strassenbahnen  

1 Die Si­gna­le «Schran­ken» (1.15) so­wie «Bahn­über­gang oh­ne Schran­ken» (1.16) die­nen zur War­nung vor Bahn­über­gän­gen, die nach den Ar­ti­keln 92 und 93 ge­kenn­zeich­net sind.24

2 Das Si­gnal «Schran­ken» warnt auch vor Ab­schran­kun­gen bei Flug­plät­zen und der­glei­chen.

3 ...25

4 Das Si­gnal «Stras­sen­bahn» (1.18) warnt vor Schie­nen­fahr­zeu­gen auf Stras­sen, na­ment­lich vor Kreu­zun­gen mit Schie­nen­fahr­zeu­gen.26

24 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 24. Ju­ni 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 2459).

25 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 24. Ju­ni 2015, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 2459).

26 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 1 der V vom 12. Nov. 2003, in Kraft seit 14. Dez. 2003 (AS 2003 4289).

3. Abschnitt: Übrige Gefahren

Art. 11 Fussgängerstreifen, Kinder, Radfahrer 27  

1 Das Si­gnal «Fuss­gän­ger­strei­fen» (1.22) kün­digt Fuss­gän­ger­strei­fen an, die aus ei­ner Ent­fer­nung von 200 m nicht er­kenn­bar sind. Es darf nur aus­ser­orts und ein­zig bei Fuss­gän­ger­strei­fen an­ge­bracht wer­den, die dem an­er­kann­ten Stand der Ver­kehrs­si­cher­heit ent­spre­chen.28

2 Das Si­gnal «Kin­der» (1.23) zeigt an, dass häu­fig mit Kin­dern auf der Fahr­bahn zu rech­nen ist; es wird im Be­reich von Schul­häu­sern, Spiel­plät­zen und der­glei­chen auf­ge­stellt.29

3 Das Si­gnal «Rad­fah­rer» (1.32) zeigt an, dass häu­fig Rad­fah­rer in die Stras­se ein­fah­ren oder die­se über­que­ren; es darf nur aus­ser­halb von Ver­zwei­gun­gen auf­ge­stellt wer­den.30

27 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Aug. 2005, in Kraft seit 1. März 2006 (AS 20054495).

28 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 24. Ju­ni 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 2459).

29 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Aug. 2005, in Kraft seit 1. März 2006 (AS 20054495).

30 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 17. Aug. 2005, in Kraft seit 1. März 2006 (AS 20054495).

Art. 12 Tiere  

1 Das Si­gnal «Wild­wech­sel» (1.24) zeigt an, dass mit Wild auf der Fahr­bahn zu rech­nen ist. Die Län­ge der Ge­fah­renstre­cke wird in der Re­gel auf bei­ge­füg­ter Zu­satz­ta­fel «Stre­cken­län­ge» (5.03) an­ge­ge­ben.

2 Das Si­gnal «Tie­re» (1.25) warnt vor un­be­auf­sich­tig­ten Tie­ren auf der Fahr­bahn; das Tier­sym­bol zeigt die Tier­art, um die es sich haupt­säch­lich han­delt. Das Si­gnal steht in Wei­de­ge­bie­ten, die von Rechts we­gen nicht ab­ge­schrankt sein müs­sen, fer­ner bei Al­pauf­zug oder Al­p­ent­la­dung, so­lan­ge sich Her­den auf der Fahr­bahn be­we­gen. Es wird nö­ti­gen­falls auch auf Haupt­stras­sen mit häu­fi­gem Viehtrieb auf­ge­stellt.

3 Das ASTRA31 kann nach Ar­ti­kel 115 Ab­satz 2 wei­te­re Tier­sym­bo­le be­wil­li­gen.

31 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. I der V vom 24. Ju­ni 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 2459). Die­se Änd. wur­de im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.

Art. 13 Gegenverkehr  

1 Das Si­gnal «Ge­gen­ver­kehr» (1.26) warnt vor ent­ge­gen­kom­men­den Fahr­zeu­gen.

2 Das Si­gnal «Ge­gen­ver­kehr» steht:

a.
auf Au­to­bah­nen, wenn ein Fahr­strei­fen für den Ge­gen­ver­kehr re­ser­viert ist (z. B. we­gen Bau­ar­bei­ten oder Un­fäl­len auf der Ge­gen­fahr­bahn);
b.
beim Be­ginn von Au­to­stras­sen nach dem Si­gnal «Au­to­stras­se» (4.03), wenn die Au­to­stras­se auf ei­ne Au­to­bahn folgt;
c.32
...
d.
am En­de von Ein­bahn­stras­sen, so­bald ei­ne Stre­cke mit Ge­gen­ver­kehr folgt.

32Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 25. Jan. 1989, mit Wir­kung seit 1. Mai 1989 (AS 1989 438).

Art. 14 Lichtsignale,
... Stau
33  

1 Das Si­gnal «Licht­si­gna­le» (1.27) kün­digt ei­ne Licht­si­gnal­an­la­ge an, bei wel­cher der Fahr­zeug­füh­rer ge­ge­be­nen­falls an­hal­ten muss. Es steht vor Licht­si­gnal­an­la­gen aus­ser­orts und kann zur Vor­an­kün­di­gung von Licht­si­gna­len für die zeit­wei­li­ge Sper­rung ein­zel­ner Fahr­strei­fen (Art. 69 Abs. 4) ver­wen­det wer­den; in­ner­orts kann es auf Stras­sen mit schnel­lem Ver­kehr oder dort, wo die Licht­si­gnal­an­la­ge nicht recht­zei­tig er­kenn­bar ist, auf­ge­stellt wer­den.34

2 und 3 ...35

4 Das Si­gnal «Stau» (1.31) warnt vor ste­hen­den oder lang­sam fah­ren­den Fahr­zeug­ko­lon­nen. Es darf nur dau­ernd auf­ge­stellt wer­den, wo häu­fig mit Stau zu rech­nen ist.36

33Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. Jan. 1989, in Kraft seit 1. Mai 1989 (AS 1989 438).

34Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. Jan. 1989, in Kraft seit 1. Mai 1989 (AS 1989 438).

35 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 24. Ju­ni 2015, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 2459).

36Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 25. Jan. 1989. in Kraft seit 1. Mai 1989 (AS 1989 438).

Art. 15 Andere Gefahren  

1 Das Si­gnal «An­de­re Ge­fah­ren» (1.30) warnt vor Ge­fah­ren auf der Fahr­bahn, für die kein be­son­de­res Si­gnal be­steht. Die Art der Ge­fahr wird nö­ti­gen­falls auf bei­ge­füg­ter Zu­satz­ta­fel oder bei kurz­fris­ti­ger Si­gna­li­sa­ti­on auf Falt­si­gna­len un­ter dem Sym­bol in­ner­halb des ro­ten Ran­des an­ge­ge­ben.37

2 Das Si­gnal «An­de­re Ge­fah­ren» wird nö­ti­gen­falls auch vor An­hal­t­e­pos­ten der Po­li­zei (Art. 31 Abs. 2) an­ge­bracht, fer­ner aus­ser­orts zur An­kün­di­gung der po­li­zei­li­chen Ver­kehrs­re­ge­lung.

3 Für die War­nung von über­ra­schen­dem Ge­schütz­lärm gilt Ar­ti­kel 65 Ab­satz 7.

37Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. Jan. 1989, in Kraft seit 1. Mai 1989 (AS 1989 438).

3. Kapitel: Vorschriftssignale

1. Abschnitt: Allgemeines

Art. 16 Grundsätze  

1 Vor­schrifts­si­gna­le zei­gen ein Ge­bot oder Ver­bot an; sie sind in der Re­gel rund. Ver­bots­si­gna­le ha­ben im All­ge­mei­nen einen ro­ten Rand und ein schwar­zes Sym­bol auf weis­sem Grund; bei Ma­trix­si­gna­len kön­nen der Grund schwarz und das Sym­bol weiss sein. Ge­bots­si­gna­le ha­ben ei­ne schma­le weis­se Um­ran­dung und ein weis­ses Sym­bol auf blau­em Grund. Bei kurz­fris­ti­ger Si­gna­li­sa­ti­on kön­nen Vor­schrifts­si­gna­le auf weis­sem drei­e­cki­gem Falt­si­gnal dar­ge­stellt wer­den.38

2 Un­ter Vor­be­halt ab­wei­chen­der Be­stim­mun­gen für ein­zel­ne Vor­schrifts­si­gna­le gilt die an­ge­kün­dig­te Vor­schrift an der Stel­le oder von der Stel­le an, wo das Si­gnal steht, bis zum En­de der nächs­ten Ver­zwei­gung; soll sie wei­ter gel­ten, wird das Si­gnal dort wie­der­holt. Die Si­gna­le «Höchst­ge­schwin­dig­keit» (2.30), «Min­dest­ge­schwin­dig­keit» (2.31), «Über­ho­len ver­bo­ten» (2.44), «Über­ho­len für Last­wa­gen ver­bo­ten» (2.45), «Hal­ten ver­bo­ten» (2.49) und «Par­kie­ren ver­bo­ten» (2.50) gel­ten bis zu den ent­spre­chen­den En­de-Si­gna­len (2.53, 2.54, 2.55, 2.56, 2.58), höchs­tens aber bis zum En­de der nächs­ten Ver­zwei­gung. Das Si­gnal «Höchst­ge­schwin­dig­keit 50 ge­ne­rell» (2.30.1) gilt im gan­zen dicht­be­bau­ten Ge­biet von Ort­schaf­ten (Art. 22 Abs. 3; Art. 4a Abs. 2 VRV39).40

3 Kün­di­gen Vor­schrifts­si­gna­le ei­ne erst spä­ter gel­ten­de Vor­schrift an, wird die «Dis­tanz­ta­fel» (5.01) bei­ge­fügt; wie­der­ho­len sie ei­ne Vor­schrift, wird die «Wie­der­­ho­lungs­ta­fel» (5.04) bei­ge­fügt. Fahr­ver­bo­te so­wie Mass- und Ge­wichts­be­schrän­kun­gen wer­den spä­tes­tens bei der letz­ten Um­fah­rungs­mög­lich­keit an­ge­kün­digt.

4 Auf län­ge­ren Stre­cken wer­den die Vor­schrifts­si­gna­le mit bei­ge­füg­ter «Wie­der­­­ho­lungs­ta­fel» (5.04) nö­ti­gen­falls in an­ge­mes­se­nen Ab­stän­den wie­der­holt oder mit der Zu­satz­ta­fel «Stre­cken­län­ge» (5.031) er­gänzt.

38Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. Jan. 1989, in Kraft seit 1. Mai 1989 (AS 1989 438).

39SR 741.11

40Fas­sung des letz­ten Sat­zes ge­mä­ss Ziff. II der V vom 19. Okt. 1983, in Kraft seit 1. Jan. 1984 (AS 1983 1651).

Art. 17 Ausnahmen  

1 Aus­nah­men von si­gna­li­sier­ten Vor­schrif­ten (z. B. «Zu­brin­ger­dienst ge­stat­tet», «Mit schrift­li­cher Aus­nah­me­be­wil­li­gung ge­stat­tet») wer­den auf ei­ner Zu­satz­ta­fel nach den Be­stim­mun­gen der Ar­ti­kel 63–65 ver­merkt.41

2 Zu­satz­ta­feln, die si­gna­li­sier­te Vor­schrif­ten ver­schär­fen, sind nur zu­läs­sig, wenn die Re­ge­lung nicht an­ders si­gna­li­siert wer­den kann.

3 Bei Fahr­ver­bo­ten so­wie Mass- und Ge­wichts­be­schrän­kun­gen er­laubt der Ver­merk «Zu­brin­ger­dienst ge­stat­tet» Fahr­ten zum Ab­lie­fern oder Ab­ho­len von Wa­ren bei An­woh­nern oder auf an­lie­gen­den Grund­stücken, Fahr­ten von An­woh­nern und von Per­so­nen, die An­woh­ner zu tref­fen oder auf an­lie­gen­den Grund­stücken Ar­bei­ten zu ver­rich­ten ha­ben so­wie die Be­för­de­rung sol­cher Per­so­nen durch Drit­te.

41 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 1. April 1998, in Kraft seit 1. Ju­ni 1998 (AS 1998 1440).

2. Abschnitt: Fahrverbote, Mass- und Gewichtsbeschränkungen

Art. 18 Allgemeine Fahrverbote  

1 Das Si­gnal «All­ge­mei­nes Fahr­ver­bot in bei­den Rich­tun­gen» (2.01) zeigt an, dass der Ver­kehr grund­sätz­lich in bei­den Fahrtrich­tun­gen für al­le Fahr­zeu­ge ver­bo­ten ist.

2 Ist bei Ver­zwei­gun­gen die Ein­fahrt in ei­ne Stras­se durch das Si­gnal «All­ge­mei­nes Fahr­ver­bot in bei­den Rich­tun­gen» un­ter­sagt, die Aus­fahrt je­doch be­schränkt mög­lich (z.B. Zu­brin­ger­dienst), wird den aus­fah­ren­den Fahr­zeu­gen der Vor­tritt durch die Si­gna­le «Stop» (3.01) oder «Kein Vor­tritt» (3.02) ent­zo­gen.

3 Das Si­gnal «Ein­fahrt ver­bo­ten» (2.02) zeigt an, dass die Ein­fahrt für al­le Fahr­zeu­ge ver­bo­ten, der Ver­kehr aus der Ge­gen­rich­tung je­doch ge­stat­tet ist. Am an­dern En­de der Stras­se steht das Si­gnal «Ein­bahn­stras­se» (4.08).42

4 Die Si­gna­le «All­ge­mei­nes Fahr­ver­bot in bei­den Rich­tun­gen» und «Ein­fahrt ver­bo­ten» gel­ten nicht für Hand­wa­gen von höchs­tens 1 m Brei­te, Kin­der­wa­gen, Roll­stüh­le43, ge­scho­be­ne Fahr­rä­der so­wie für Mo­tor­fahr­rä­der und zwei­räd­ri­ge Mo­tor­rä­der, die bei ab­ge­stell­tem Mo­tor ge­scho­ben wer­den.44

5 Wird die Ein­fahrt in ei­ne Stras­se durch das Si­gnal «Ein­fahrt ver­bo­ten» (2.02) un­ter­sagt, so be­stimmt die Be­hör­de, dass Fahr­rä­der und Mo­tor­fahr­rä­der vom Ver­bot aus­ge­nom­men sind, wenn nicht die Platz­ver­hält­nis­se oder an­de­re Grün­de da­ge­gen spre­chen. Sie kann wei­te­re Aus­nah­men vor­se­hen, na­ment­lich für Fahr­zeu­ge im öf­fent­li­chen Li­ni­en­ver­kehr.45

6 Bei Ein­bahn­ver­kehr mit wech­seln­der Fahrtrich­tung wer­den Aus­nah­men vom Si­gnal «Ein­fahrt ver­bo­ten» auf bei­ge­füg­ter Zu­satz­ta­fel ver­merkt; an­ge­ge­ben wer­den zu­läs­si­ge Ein­fahrts­zei­ten, Län­ge der Fahr­stre­cke und die da­für in der Re­gel er­for­der­li­che Fahr­zeit.

7 ...46

42Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. Jan. 1989, in Kraft seit 1. Mai 1989 (AS 1989 438).

43 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. I der V vom 15. April 2015, in Kraft seit 1. Ju­ni 2015 (AS 2015 1317). Die­se Änd. wur­de im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.

44 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Aug. 2005, in Kraft seit 1. März 2006 (AS 20054495).

45Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 24. Ju­ni 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 2459).

46 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 24. Ju­ni 2015, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 2459).

Art. 19 Teilfahrverbote, Fussgängerverbot  

1 Teil­fahr­ver­bo­te ver­bie­ten den Ver­kehr für be­stimm­te Fahr­zeu­gar­ten und ha­ben fol­gen­de Be­deu­tung:

a.47
Das «Ver­bot für Mo­tor­wa­gen» (2.03) gilt für al­le mehr­spu­ri­gen Mo­tor­fahr­zeu­ge, in­be­grif­fen Mo­tor­rä­der mit Sei­ten­wa­gen.
b.48
Das «Ver­bot für Mo­tor­rä­der» (2.04) gilt für al­le Mo­tor­rä­der.
c.49
Das «Ver­bot für Fahr­rä­der und Mo­tor­fahr­rä­der» (2.05) un­ter­sagt das Fah­ren mit Fahr­rä­dern und Mo­tor­fahr­rä­dern; das «Ver­bot für Mo­tor­fahr­rä­der» (2.06) un­ter­sagt das Fah­ren mit Mo­tor­fahr­rä­dern bei lau­fen­dem Mo­tor, aus­ge­nom­men Mo­tor­fahr­rä­der mit ei­ner bau­art­be­ding­ten Höchst­ge­schwin­dig­keit bis 20 km/h und ei­ner all­fäl­li­gen Tret­un­ter­stüt­zung, die bis ma­xi­mal 25 km/h wirkt.
d.50
Das «Ver­bot für Last­wa­gen» (2.07) gilt für schwe­re Mo­tor­wa­gen zum Sachen­trans­port und schwe­re Ar­beits­mo­tor­wa­gen.
e.
Das «Ver­bot für Ge­sell­schafts­wa­gen» (2.08) gilt für al­le Ge­sell­schafts­wa­gen.
f.
Das «Ver­bot für An­hän­ger» (2.09) gilt für al­le Mo­tor­fahr­zeu­ge mit An­hän­ger, aus­ge­nom­men land­wirt­schaft­li­che An­hän­ger.51 Ge­wichts­an­ga­ben auf bei­ge­füg­ter Zu­satz­ta­fel be­deu­ten, dass An­hän­ger, de­ren Ge­samt­ge­wicht nach Fahr­zeug­aus­weis das an­ge­ge­be­ne Ge­wicht nicht über­steigt, vom Ver­bot aus­ge­nom­men sind.
fbis.52 Das «Ver­bot für An­hän­ger mit Aus­nah­me von Sat­tel- und Zen­tralachs­an­hän­gern» (2.09.1) gilt für al­le Mo­tor­fahr­zeu­ge mit An­hän­ger, aus­ge­nom­men Sat­tel- und Zen­tralachs­an­hän­ger.53 Ge­wichts­an­ga­ben auf bei­ge­füg­ter Zu­satz­ta­fel be­deu­ten, dass An­hän­ger, de­ren Ge­samt­ge­wicht nach Fahr­zeu­g­aus­weis das an­ge­ge­be­ne Ge­wicht nicht über­steigt, vom Ver­bot aus­ge­nom­men sind.
g.54
Das «Ver­bot für Fahr­zeu­ge mit ge­fähr­li­cher La­dung» (2.10.1) gilt für al­le Fahr­zeu­ge, die nach der SDR55 ge­kenn­zeich­net sein müs­sen; in Tun­nels gilt es zu­sätz­lich für al­le Be­för­de­rungs­ein­hei­ten, die die­sen Fahr­zeu­gen nach der SDR gleich­ge­stellt sind. Bei Tun­nels ist die Tun­nel­ka­te­go­rie nach An­hang 2 SDR auf ei­ner Zu­satz­ta­fel mit dem ent­spre­chen­den Buch­sta­ben an­zu­zei­gen.
h.56
Das «Ver­bot für Fahr­zeu­ge mit was­ser­ge­fähr­den­der La­dung» (2.11) gilt für al­le Fahr­zeu­ge, die ge­fähr­li­che Gü­ter nach An­hang 2 Zif­fer 2.257 SDR be­för­dern.
i.
Das «Ver­bot für Tie­re» (2.12) ver­bie­tet den Ver­kehr von Zug‑, Reit- und Saum­tie­ren so­wie den Viehtrieb.

2 In ei­nem Si­gnal kön­nen zwei, auf un­be­deu­ten­den Ne­ben­stras­sen (Art. 22 Abs. 4) so­wie in­ner­orts drei Ver­bots­sym­bo­le dar­ge­stellt wer­den, z.B. «Ver­bot für Mo­tor­­wa­gen und Mo­tor­rä­der» (2.13), «Ver­bot für Mo­tor­wa­gen, Mo­tor­rä­der und Mo­tor­fahr­rä­der» (2.14).

3 Das Si­gnal «Ver­bot für Fuss­gän­ger» (2.15) un­ter­sagt den Fuss­gän­gern und Be­nüt­zern von fahr­zeu­g­ähn­li­chen Ge­rä­ten den Zu­gang.58

4 Das Si­gnal «Ski­fah­ren ver­bo­ten» (2.15.1) un­ter­sagt das Fah­ren mit Skis jeg­li­cher Art, das Si­gnal «Schlit­teln ver­bo­ten» (2.15.2) das Fah­ren mit Schlit­ten jeg­li­cher Art. Die Si­gna­le sind am En­de der win­ter­li­chen Ver­hält­nis­se zu ent­fer­nen.59

5 Das Si­gnal «Ver­bot für fahr­zeu­g­ähn­li­che Ge­rä­te» (2.15.3) un­ter­sagt das Be­nüt­zen von fahr­zeu­g­ähn­li­chen Ge­rä­ten.60

47Fas­sung ge­mä­ss An­hang 1 Ziff. II 5 der V vom 19. Ju­ni 1995 über die tech­ni­schen An­for­de­run­gen an Stras­sen­fahr­zeu­ge, in Kraft seit 1. Okt. 1995 (AS 1995 4425).

48Fas­sung ge­mä­ss An­hang 1 Ziff. II 5 der V vom 19. Ju­ni 1995 über die tech­ni­schen An­for­de­run­gen an Stras­sen­fahr­zeu­ge, in Kraft seit 1. Okt. 1995 (AS 1995 4425).

49 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. März 2012, in Kraft seit 1. Ju­li 2012 (AS 2012 1823).

50 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 20. Mai 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 2145).

51Fas­sung ge­mä­ss An­hang 1 Ziff. II 5 der V vom 19. Ju­ni 1995 über die tech­ni­schen An­for­de­run­gen an Stras­sen­fahr­zeu­ge, in Kraft seit 1. Okt. 1995 (AS 1995 4425).

52 Ein­ge­fügt durch An­hang 1 Ziff. II 5 der V vom 19. Ju­ni 1995 über die tech­ni­schen An­for­de­run­gen an Stras­sen­fahr­zeu­ge, in Kraft seit 1. Okt. 1995 (AS 1995 4425).

53 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. März 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2007 (AS2007 2105).

54Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 19. Aug. 2009, in Kraft seit 1. Jan. 2010 (AS 2009 4241).

55 SR 741.621

56 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Aug. 2005, in Kraft seit 1. März 2006 (AS 20054495).

57 Der Ver­weis wur­de in An­wen­dung von Art. 12 Abs. 2 des Pu­bli­ka­ti­ons­ge­set­zes vom 18. Ju­ni 2004 (SR 170.512) auf den 1. Jan. 2019 an­ge­passt.

58 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 15. Mai 2002, in Kraft seit 1. Aug. 2002 (AS 2002 1935).

59Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 25. Jan. 1989, in Kraft seit 1. Mai 1989 (AS 1989 438).

60 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 15. Mai 2002, in Kraft seit 1. Aug. 2002 (AS 2002 1935).

Art. 20 Höchstgewicht, Achsdruck  

1 Das Si­gnal «Höchst­ge­wicht» (2.16) schliesst Fahr­zeu­ge und Fahr­zeug­kom­bi­na­tio­nen aus, de­ren Be­triebs­ge­wicht den an­ge­ge­be­nen Wert über­steigt. Das Be­triebs­­ge­wicht ist das je­wei­li­ge tat­säch­li­che Ge­wicht des Fahr­zeugs oder der Fahr­zeug­kom­bi­na­ti­on samt Füh­rer, Mit­fah­rer und La­dung (Art. 7 Abs. 2 VTS61).62

2 Wird für Fahr­zeug­kom­bi­na­tio­nen auf bei­ge­füg­ter Zu­satz­ta­fel zum Si­gnal «Höchst­ge­wicht» ein hö­he­res Ge­wicht er­laubt, dür­fen die ein­zel­nen Fahr­zeu­ge der Kom­bi­na­ti­on den im Si­gnal an­ge­ge­be­nen Wert nicht über­stei­gen.

3 Das Si­gnal «Achs­druck» (2.17) schliesst Fahr­zeu­ge aus, bei de­nen ei­ne Ach­se die an­ge­zeig­te Be­las­tung über­steigt. Ach­sen, die we­ni­ger als 1 m von­ein­an­der ent­fernt sind, dür­fen zu­sam­men den an­ge­ge­be­nen Wert nicht über­stei­gen.

61SR 741.41

62Fas­sung des Sat­zes ge­mä­ss An­hang 1 Ziff. II 5 der V vom 19. Ju­ni 1995 über die tech­ni­schen An­for­de­run­gen an Stras­sen­fahr­zeu­ge, in Kraft seit 1. Okt. 1995 (AS 1995 4425).

Art. 21 Breite, Höhe, Länge der Fahrzeuge  

1 Das Si­gnal «Höchst­brei­te» (2.18) schliesst Fahr­zeu­ge aus, de­ren Brei­te mit der La­dung den an­ge­ge­be­nen Wert über­steigt; für die Be­nüt­zung von Stras­sen mit ei­ner si­gna­li­sier­ten Höchst­brei­te von 2,30 m durch be­stimm­te brei­te­re Fahr­zeu­ge gilt Ar­ti­kel 64 Ab­satz 2 VRV63.64

2 Das Si­gnal «Höchst­hö­he» (2.19) schliesst Fahr­zeu­ge aus, de­ren Hö­he mit der La­dung den an­ge­ge­be­nen Wert über­steigt. Es steht vor Un­ter­füh­run­gen, Tun­neln, Ga­le­ri­en, ge­deck­ten Brücken, in die Fahr­bahn hin­ein­ra­gen­den Bau­wer­ken und der­glei­chen beim Hin­der­nis selbst, wenn Fahr­zeu­ge von 4,00 m Hö­he die Stel­le nicht ge­fahr­los pas­sie­ren kön­nen.65

3 Das Si­gnal «Höchst­län­ge» (2.20) schliesst Fahr­zeu­ge und Fahr­zeug­kom­bi­na­tio­nen aus, wel­che mit der La­dung die an­ge­ge­be­ne Län­ge über­stei­gen.

63 SR 741.11

64 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 20. Mai 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 2145).

65 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 20. Mai 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 2145).

3. Abschnitt: Fahranordnungen, Parkierungsbeschränkungen

Art. 22 Höchstgeschwindigkeit  

1 Die Si­gna­le «Höchst­ge­schwin­dig­keit» (2.30) und «Höchst­ge­schwin­dig­keit 50 ge­ne­rell» (2.30.1) nen­nen die Ge­schwin­dig­keit in Stun­den­ki­lo­me­tern (km/h), wel­che die Fahr­zeu­ge auch bei güns­ti­gen Stras­sen-, Ver­kehrs- und Sicht­ver­hält­nis­sen nicht über­schrei­ten dür­fen. Die si­gna­li­sier­te Höchst­ge­schwin­dig­keit wird mit dem Si­gnal «En­de der Höchst­ge­schwin­dig­keit» (2.53) oder «En­de der Höchst­ge­schwin­dig­keit 50 ge­ne­rell» (2.53.1) auf­ge­ho­ben.66

2 Drängt sich auf Stras­sen mit schnel­lem Ver­kehr ei­ne er­heb­li­che Ge­schwin­dig­keits­her­ab­set­zung auf (Art. 108), wird die Höchst­ge­schwin­dig­keit stu­fen­wei­se ge­senkt.

3 Der Be­ginn der all­ge­mei­nen Höchst­ge­schwin­dig­keit von 50 km/h (Art. 4a Abs. 1 Bst. a VRV67) wird mit dem Si­gnal «Höchst­ge­schwin­dig­keit 50 ge­ne­rell» (2.30.1) dort an­ge­zeigt, wo die dich­te Über­bau­ung auf ei­ner der bei­den Stras­sen­sei­ten be­ginnt. Das En­de der all­ge­mei­nen Höchst­ge­schwin­dig­keit von 50 km/h wird mit dem Si­gnal «En­de der Höchst­ge­schwin­dig­keit 50 ge­ne­rell» (2.53.1) an­ge­zeigt; es steht dort, wo kei­ne der bei­den Stras­sen­sei­ten mehr dicht be­baut ist.68

4 Die Si­gna­le, die Be­ginn und En­de der all­ge­mei­nen Höchst­ge­schwin­dig­keit von 50 km/h an­zei­gen, kön­nen auf un­be­deu­ten­den Ne­ben­stras­sen feh­len (wie Stras­sen, die nicht Ort­schaf­ten oder Orts­tei­le di­rekt ver­bin­den, land­wirt­schaft­li­che Er­schlies­sungs­stras­sen, Wald­we­ge u. dgl.; Art. 4a Abs. 2 VRV).69

5 Auf Au­to­stras­sen ist die all­ge­mei­ne Höchst­ge­schwin­dig­keit (Art. 4a Abs. 1 VRV) mit Si­gna­len an­zu­zei­gen.70

66Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II der V vom 19. Okt. 1983, in Kraft seit 1. Jan. 1984 (AS 1983 1651).

67SR 741.11

68Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II der V vom 19. Okt. 1983, in Kraft seit 1. Jan. 1984 (AS 1983 1651).

69Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II der V vom 19. Okt. 1983, in Kraft seit 1. Jan. 1984 (AS 1983 1651).

70Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 25. Jan. 1989, in Kraft seit 1. Mai 1989 (AS 1989 438).

Art. 22a Tempo-30-Zone 71  

Das Si­gnal «Tem­po-30-Zo­ne» (2.59.1) kenn­zeich­net Stras­sen in Quar­tie­ren oder Sied­lungs­be­rei­chen, auf de­nen be­son­ders vor­sich­tig und rück­sichts­voll ge­fah­ren wer­den muss. Die Höchst­ge­schwin­dig­keit be­trägt 30 km/h.

71 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 28. Sept. 2001, in Kraft seit 1. Jan. 2002 (AS 2001 2719).

Art. 22b Begegnungszone 72  

1 Das Si­gnal «Be­geg­nungs­zo­ne» (2.59.5) kenn­zeich­net Stras­sen in Wohn- oder Ge­schäfts­be­rei­chen, auf de­nen die Fuss­gän­ger und Be­nüt­zer von fahr­zeu­g­ähn­li­chen Ge­rä­ten die gan­ze Ver­kehrs­flä­che be­nüt­zen dür­fen. Sie sind ge­gen­über den Fahr­zeug­füh­rern vor­tritts­be­rech­tigt, dür­fen je­doch die Fahr­zeu­ge nicht un­nö­tig be­hin­dern.73

2 Die Höchst­ge­schwin­dig­keit be­trägt 20 km/h.

3 Das Par­kie­ren ist nur an den durch Si­gna­le oder Mar­kie­run­gen ge­kenn­zeich­ne­ten Stel­len er­laubt. Für das Ab­stel­len von Fahr­rä­dern gel­ten die all­ge­mei­nen Vor­schrif­ten über das Par­kie­ren.

72 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 28. Sept. 2001, in Kraft seit 1. Jan. 2002 (AS 2001 2719).

73 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 15. Mai 2002, in Kraft seit 1. Aug. 2002 (AS 2002 1935).

Art. 22c Fussgängerzone 74  

1 «Fuss­gän­ger­zo­nen» (2.59.3) sind den Fuss­gän­gern und Be­nüt­zern von fahr­zeug­ähn­li­chen Ge­rä­ten vor­be­hal­ten. Wird aus­nahms­wei­se be­schränk­ter Fahr­zeug­ver­kehr zu­ge­las­sen, darf höchs­tens im Schritt­tem­po ge­fah­ren wer­den; die Fuss­gän­ger und Be­nüt­zer von fahr­zeu­g­ähn­li­chen Ge­rä­ten ha­ben Vor­tritt.75

2 Das Par­kie­ren ist nur an den durch Si­gna­le oder Mar­kie­run­gen ge­kenn­zeich­ne­ten Stel­len er­laubt. Für das Ab­stel­len von Fahr­rä­dern gel­ten die all­ge­mei­nen Vor­schrif­ten über das Par­kie­ren.

74 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 28. Sept. 2001, in Kraft seit 1. Jan. 2002 (AS 2001 2719).

75 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 15. Mai 2002, in Kraft seit 1. Aug. 2002 (AS 2002 1935).

Art. 23 Mindestgeschwindigkeit  

1 Das Si­gnal «Min­dest­ge­schwin­dig­keit» (2.31) nennt die Ge­schwin­dig­keit in Stun­den­ki­lo­me­tern, die bei güns­ti­gen Stras­sen-, Ver­kehrs- und Sicht­ver­hält­nis­sen nicht un­ter­schrit­ten wer­den darf. Fahr­zeu­gen, die nicht so schnell fah­ren kön­nen oder dür­fen (z. B. we­gen Be­son­der­hei­ten des Fahr­zeu­ges oder der La­dung), ist die Wei­ter­fahrt un­ter­sagt. Die si­gna­li­sier­te Min­dest­ge­schwin­dig­keit wird mit dem Si­gnal «En­de der Min­dest­ge­schwin­dig­keit» (2.54) auf­ge­ho­ben.

2 Gilt die Min­dest­ge­schwin­dig­keit für die gan­ze Fahr­bahn, wird sie spä­tes­tens bei der letz­ten Um­fah­rungs­mög­lich­keit an­ge­kün­digt (Art. 16 Abs. 3).

Art. 24 Vorgeschriebene Fahrtrichtung  

1 Um dem Füh­rer die vor­ge­schrie­be­ne Fahrtrich­tung an­zu­zei­gen, wer­den fol­gen­de Si­gna­le ver­wen­det:

a.
«Fahrtrich­tung rechts» (2.32), «Fahrtrich­tung links» (2.33): Der Füh­rer muss vor dem Si­gnal nach rechts bzw. links ab­bie­gen;
b.
«Hin­der­nis rechts um­fah­ren» (2.34), «Hin­der­nis links um­fah­ren» (2.35): Der Füh­rer muss das Hin­der­nis, bei dem das Si­gnal steht, rechts bzw. links um­fah­ren;
c.
«Ge­ra­de­aus­fah­ren» (2.36): Der Füh­rer darf we­der nach rechts noch nach links ab­bie­gen.

2 Die Si­gna­le «Rechts­ab­bie­gen» (2.37) und «Links­ab­bie­gen» (2.38) ver­pflich­ten den Füh­rer, an der be­tref­fen­den Stel­le rechts bzw. links ab­zu­bie­gen, auf Au­to­bah­nen in der an­ge­zeig­ten Rich­tung auf die Ge­gen­fahr­bahn zu wech­seln.76

3 Die Si­gna­le «Rechts- oder Links­ab­bie­gen» (2.39), «Ge­ra­de­aus oder Rechts­ab­bie­gen» (2.40) so­wie «Ge­ra­de­aus oder Links­ab­bie­gen» (2.41) ver­pflich­ten den Füh­rer, an der be­tref­fen­den Stel­le in ei­ner der an­ge­zeig­ten Rich­tun­gen zu fah­ren.77

4 Das Si­gnal «Kreis­ver­kehrs­platz» (2.41.1) zeigt bei kreis­för­mi­gen Plät­zen die Rich­tung an, die der Ver­kehr im Kreis ein­zu­hal­ten hat; es steht vor der Ein­fahrt un­ter dem Si­gnal «Kein Vor­tritt» (3.02) und kann auf der Mit­tel­in­sel wie­der­holt wer­den. In Ver­bin­dung mit dem Si­gnal «Kreis­ver­kehrs­platz» zeigt das Si­gnal «Kein Vor­tritt» dem Füh­rer an, dass er den im Kreis von links her­an­na­hen­den Fahr­zeu­gen den Vor­tritt las­sen muss.78

5 Das Si­gnal «Vor­ge­schrie­be­ne Fahrtrich­tung für Fahr­zeu­ge mit ge­fähr­li­cher La­dung» (2.41.2) zeigt im Zu­sam­men­hang mit dem Si­gnal «Ver­bot für Fahr­zeu­ge mit ge­fähr­li­cher La­dung» (2.10.1) die Rich­tung an, die Fahr­zeu­ge ein­schla­gen müs­sen, für die das Ver­bots­si­gnal gilt.79

76Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. Jan. 1989, in Kraft seit 1. Mai 1989 (AS 1989 438).

77Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. Jan. 1989, in Kraft seit 1. Mai 1989 (AS 1989 438).

78Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 25. Jan. 1989 (AS 1989 438). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 24. Ju­ni 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 2459).

79Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 19. Aug. 2009 (AS 2009 4241). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 29. Okt. 2014, in Kraft seit 1. Jan. 2015 (AS 2014 4623).

Art. 25 Abbiegen verboten  

1 Die Si­gna­le «Ab­bie­gen nach rechts ver­bo­ten» (2.42) und «Ab­bie­gen nach links ver­bo­ten» (2.43) zei­gen an, dass das Ab­bie­gen nach rechts bzw. nach links an der be­tref­fen­den Stel­le ver­bo­ten ist.80

2 Die Si­gna­le wer­den nicht auf­ge­stellt, wenn die ein­zu­schla­gen­de Fahrtrich­tung mit den Si­gna­len «Rechts­ab­bie­gen» (2.37) oder «Links­ab­bie­gen» (2.38) ein­deu­tig an­ge­zeigt wer­den kann.

80Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. Jan. 1989, in Kraft seit 1. Mai 1989 (AS 1989 438).

Art. 26 Überholverbote  

1 Das Si­gnal «Über­ho­len ver­bo­ten» (2.44) un­ter­sagt den Füh­rern von Mo­tor­fahr­zeu­gen, mehr­spu­ri­ge fah­ren­de Mo­tor­fahr­zeu­ge und Stras­sen­bah­nen zu über­ho­len.

2 Das Si­gnal «Über­ho­len für Last­wa­gen ver­bo­ten» (2.45) un­ter­sagt den Füh­rern von schwe­ren Mo­tor­wa­gen zum Sachen­trans­port und schwe­ren Ar­beits­mo­tor­wa­gen, mehr­spu­ri­ge fah­ren­de Mo­tor­fahr­zeu­ge und Stras­sen­bah­nen zu über­ho­len.81

3 Bei bei­den Si­gna­len dür­fen die Füh­rer, so­fern ge­fahr­los mög­lich, Mo­tor­fahr­zeu­ge über­ho­len, die nicht schnel­ler als 30 km/h fah­ren kön­nen (Mo­tor­ein­ach­ser, Mo­tor­hand­wa­gen, Mo­tor­kar­ren, Ar­beits­kar­ren, land­wirt­schaft­li­che Mo­tor­fahr­zeu­ge; Art. 11 Abs. 2 Bst. g, 13 Abs. 3 Bst. b, 17 und 161–166 VTS82).83 An fah­ren­den Stras­­­­sen­bah­nen darf rechts vor­bei­ge­fah­ren wer­den.

4 Die si­gna­li­sier­ten Über­hol­ver­bo­te wer­den mit den Si­gna­len «En­de des Über­hol­ver­bo­tes» (2.55) und «En­de des Über­hol­ver­bo­tes für Last­wa­gen» (2.56) auf­ge­ho­ben.

81 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 20. Mai 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 2145).

82SR 741.41

83Fas­sung ge­mä­ss An­hang 1 Ziff. II 5 der V vom 19. Ju­ni 1995 über die tech­ni­schen An­for­de­run­gen an Stras­sen­fahr­zeu­ge, in Kraft seit 1. Okt. 1995 (AS 1995 4425).

Art. 27 Wenden verboten  

1 Das Si­gnal «Wen­den ver­bo­ten» (2.46) un­ter­sagt, Fahr­zeu­ge an der be­tref­fen­den Stel­le zu wen­den.

2 Gilt das Ver­bot für ei­ne be­stimm­te Stre­cke, wird de­ren Län­ge auf bei­ge­füg­ter Zu­satz­ta­fel «Stre­cken­län­ge» (5.03) an­ge­ge­ben.

Art. 28 Mindestabstand für schwere Motorwagen unter sich  

1 Das Si­gnal «Min­destab­stand» (2.47) ver­pflich­tet die Füh­rer von Mo­tor­wa­gen und Sat­tel­mo­tor­fahr­zeu­gen, de­ren Ge­samt­ge­wicht nach Fahr­zeu­g­aus­weis 3,5 t über­steigt, un­ter sich den an­ge­ge­be­nen Min­destab­stand ein­zu­hal­ten.

2 ...84

3 Gilt die Vor­schrift für ei­ne län­ge­re Stre­cke, wird die Zu­satz­ta­fel «Stre­cken­län­ge» (5.03) bei­ge­fügt.

84 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 24. Ju­ni 2015, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 2459).

Art. 29 Schneeketten obligatorisch  

1 Das Si­gnal «Schnee­ket­ten ob­li­ga­to­risch» (2.48) be­deu­tet, dass mehr­spu­ri­ge Mo­tor­fahr­zeu­ge die be­tref­fen­de Stre­cke nur be­fah­ren dür­fen, wenn we­nigs­tens zwei An­triebs­rä­der der glei­chen Ach­se, bei Dop­pel­rä­dern je ein An­triebs­rad auf je­der Sei­te, mit Schnee­ket­ten aus Me­tall ver­se­hen sind; dies gilt sinn­ge­mä­ss auch für drei­räd­ri­ge Mo­tor­fahr­zeu­ge. Zu­läs­sig sind auch ähn­li­che, vom ASTRA be­wil­lig­te Vor­rich­tun­­gen aus an­de­rem Ma­te­ri­al.85

2 Das Si­gnal wird ent­fernt, so­bald für das Be­fah­ren der Stre­cke gu­te Rei­fen ge­nü­gen.

3 Die si­gna­li­sier­te Vor­schrift wird mit dem Si­gnal «En­de des Schnee­ket­ten-Ob­li­ga­to­ri­ums» (2.57) auf­ge­ho­ben.

85Fas­sung ge­mä­ss An­hang 1 Ziff. II 5 der V vom 19. Ju­ni 1995 über die tech­ni­schen An­for­de­run­gen an Stras­sen­fahr­zeu­ge, in Kraft seit 1. Okt. 1995 (AS 1995 4425).

Art. 30 Halte- und Parkierungsverbote  

1 Das Si­gnal «Hal­ten ver­bo­ten» (2.49) un­ter­sagt das frei­wil­li­ge Hal­ten, das Si­gnal «Par­kie­ren ver­bo­ten» (2.50) das Par­kie­ren von Fahr­zeu­gen auf der si­gna­li­sier­ten Fahr­bahn­sei­te. Par­kie­ren ist das Ab­stel­len von Fahr­zeu­gen, das nicht bloss dem Ein- und Aus­stei­gen­las­sen von Per­so­nen oder dem Gü­ter­um­schlag dient (Art. 19 Abs. 1 VRV86).

2 Steht das Si­gnal «Hal­ten ver­bo­ten» (2.49) im Be­reich des Fahr­bahn­ran­des, gilt es auch für das an­gren­zen­de Trot­toir.87

3 An­fang, Wie­der­ho­lung und En­de des Ver­bo­tes wer­den durch die «An­fangs­ta­fel» (5.05), «Wie­der­ho­lungs­ta­fel» (5.04) und «En­de­ta­fel» (5.06) be­zeich­net. Der Gel­tungs­be­reich des Ver­bo­tes kann je nach den ört­li­chen Ver­hält­nis­sen auch durch die «Rich­tungs­ta­fel» (5.07) an­ge­zeigt wer­den.

4 Zeit­wei­li­ge Aus­nah­men vom Hal­te­ver­bot wer­den mit der Zu­satz­ta­fel «Aus­nah­men vom Hal­te­ver­bot» (5.10), zeit­wei­li­ge Aus­nah­men vom Par­kie­rungs­ver­bot mit der Zu­satz­ta­fel «Aus­nah­men vom Par­kie­rungs­ver­bot» (5.11) an­ge­zeigt (Art. 65 Abs. 2).

86SR 741.11

87Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. Jan. 1989, in Kraft seit 1. Mai 1989 (AS 1989 438).

Art. 31 Zollhaltestelle, Polizei  

1 Das Si­gnal «Zoll­hal­te­stel­le» (2.51) ver­pflich­tet den Füh­rer zum Hal­ten beim Zoll­amt. Ver­zich­ten die Zoll­or­ga­ne zeit­wei­lig auf die Zoll­kon­trol­le, darf der Amts­platz mit höchs­tens 20 km/h be­fah­ren wer­den.

2 Das Si­gnal «Po­li­zei» (2.52) ver­pflich­tet den Füh­rer zum Hal­ten. Es wird von der Po­li­zei auf­ge­stellt; für die Vor­an­kün­di­gung mit dem Si­gnal «An­de­re Ge­fah­ren» (1.30) gilt Ar­ti­kel 15 Ab­satz 2.

3 ...88

88 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 20. Mai 2020, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 2145).

Art. 32 Ende-Signale  

1 Die Si­gna­le «En­de der Höchst­ge­schwin­dig­keit» (2.53), «En­de der Höchst­ge­schwin­dig­keit 50 ge­ne­rell» (2.53.1), «En­de der Min­dest­ge­schwin­dig­keit» (2.54), «En­de des Über­hol­ver­bo­tes» (2.55) und «En­de des Über­hol­ver­bo­tes für Last­wa­gen» (2.56) zei­gen an, dass das zu­vor si­gna­li­sier­te Ver­bot auf­ge­ho­ben ist.89

2 Das Si­gnal «Freie Fahrt» (2.58) zeigt an, dass meh­re­re zu­vor si­gna­li­sier­te Be­schrän­kun­gen für den fah­ren­den Ver­kehr en­den und wie­der die all­ge­mei­nen Ver­kehrs­re­geln gel­ten. Das En­de ei­ner Bau­stel­le auf Au­to­bah­nen wird mit die­sem Si­gnal an­ge­zeigt, so­fern kei­ne si­gna­li­sier­te Be­schrän­kung be­ste­hen bleibt oder neu be­ginnt. Wei­ter­hin gül­ti­ge Be­schrän­kun­gen sind zu wie­der­ho­len.90

3 Das Si­gnal «En­de des Schnee­ket­ten-Ob­li­ga­to­ri­ums» (2.57) zeigt an, dass Schnee­ket­ten nicht mehr vor­ge­schrie­ben sind.

4 Teil­fahr­ver­bo­te auf ein­zel­nen Fahr­strei­fen wer­den durch ent­spre­chen­de En­de­­Si­gna­le (2.56.1) auf­ge­ho­ben.91

5 ...92

89Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II der V vom 19. Okt. 1983, in Kraft seit 1. Jan. 1984 (AS 1983 1651).

90Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. Jan. 1989, in Kraft seit 1. Mai 1989 (AS 1989 438).

91Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 25. Jan. 1989, in Kraft seit 1. Mai 1989 (AS 1989 438).

92Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 25. Jan. 1989 (AS 1989 438). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 28. Sept. 2001, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2002 (AS 2001 2719).

4. Abschnitt: Besondere Wege, Busfahrbahnen, Bus-Streifen

Art. 33 Radweg, Fussweg, Reitweg  

1 Das Si­gnal «Rad­weg» (2.60) ver­pflich­tet die Füh­rer von Fahr­rä­dern und Mo­tor­fahr­rä­dern, den für sie ge­kenn­zeich­ne­ten Weg zu be­nüt­zen. Wo der Rad­weg en­det, kann das Si­gnal «En­de des Rad­we­ges» (2.60.1) auf­ge­stellt wer­den. Für den Vor­tritt so­wie für die Be­nüt­zung des Rad­wegs durch an­de­re Stras­sen­be­nüt­zer gel­ten die Ar­ti­kel 15 Ab­satz 3 und 40 VRV.93

2 Das Si­gnal «Fuss­weg» (2.61) ver­pflich­tet die Fuss­gän­ger, den für sie ge­kenn­zeich­ne­ten Weg zu be­nüt­zen; für die Be­nüt­zung des Fuss­we­ges mit Roll­stüh­len und fahr­zeu­g­ähn­li­chen Ge­rä­ten gel­ten die Ar­ti­kel 43a, 50 und 50a VRV. Das Si­gnal «Reit­weg» (2.62) ver­pflich­tet die Rei­ter und Per­so­nen, wel­che die Pfer­de an der Hand füh­ren, den für sie ge­kenn­zeich­ne­ten Weg zu be­nüt­zen. An­de­re Stras­sen­be­nüt­zer sind auf Fuss- und Reit­we­gen nicht zu­ge­las­sen.94

3 Um Stras­sen­be­nüt­zer auf einen Rad-, Fuss- oder Reit­weg am an­dern Stras­sen­rand zu ver­wei­sen, wird das ent­spre­chen­de Si­gnal mit ei­ner nach je­ner Stras­sen­sei­te wei­sen­den «Rich­tungs­ta­fel» (5.07) an­ge­bracht.

4 Ist ein Weg für zwei Be­nüt­zer­ka­te­go­ri­en (z.B. Fuss­gän­ger/Rad­fah­rer, Fuss­gän­ger/Rei­ter) be­stimmt, und wird dort je­der der bei­den Be­nüt­zer­ka­te­go­ri­en mit­tels un­ter­bro­che­ner oder un­un­ter­bro­che­ner Li­nie (Art. 74a Abs. 5) ei­ne ei­ge­ne Ver­kehrs­flä­che zu­ge­ord­net, so wer­den die ent­spre­chen­den Sym­bo­le durch einen senk­rech­ten Strich ge­trennt in ei­nem Si­gnal dar­ge­stellt (z.B. «Rad- und Fuss­weg mit ge­trenn­ten Ver­kehrs­flä­chen»; 2.63); je­de Ka­te­go­rie hat den ihr durch das ent­spre­chen­de Sym­bol zu­ge­wie­se­nen Teil der Ver­kehrs­flä­che zu be­nüt­zen. Ist ein Weg für zwei Ka­te­go­ri­en oh­ne Tren­nung durch ei­ne Mar­kie­rung zur ge­mein­sa­men Be­nüt­zung be­stimmt, so wer­den die ent­spre­chen­den Sym­bo­le auf ei­nem Si­gnal dar­ge­stellt (z.B. «Ge­mein­sa­mer Rad- und Fuss­weg»; 2.63.1). Rad- und Mo­tor­fahr­rad­fah­rer so­wie Rei­ter ha­ben auf Fuss­gän­ger Rück­sicht zu neh­men und, wo die Si­cher­heit es er­for­dert, die­se zu war­nen so­wie nö­ti­gen­falls an­zu­hal­ten.95

93 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 20. Mai 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 2145).

94 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Aug. 2005, in Kraft seit 1. März 2006 (AS 20054495).

95Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 24. Ju­ni 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 2459).

Art. 34 Busfahrbahn, Bus-Streifen  

1 Das Si­gnal «Bus­fahr­bahn» (2.64) zeigt ei­ne Fahr­bahn an, die für Bus­se im öf­fent­­li­chen Li­ni­en­ver­kehr be­stimmt ist und die an­de­re Fahr­zeu­ge nicht be­nüt­zen dür­fen; auf Zu­satz­ta­feln ver­merk­te Aus­nah­men blei­ben vor­be­hal­ten.

2 Ist für Bus­se im öf­fent­li­chen Li­ni­en­ver­kehr ein be­stimm­ter Fahr­strei­fen mar­kiert (Art. 74b), so kön­nen, so­weit die gel­be Mar­kie­rung auf der Fahr­bahn al­lein nicht ge­nügt, zu­sätz­lich fol­gen­de Si­gna­le an­ge­bracht wer­den:96

a.
über dem Bus-Strei­fen das Si­gnal «Bus­fahr­bahn» nach Ar­ti­kel 101 Ab­satz 4 oder
b.
am Fahr­bahn­rand das Si­gnal «An­zei­ge von Fahr­strei­fen mit Be­schrän­kun­gen» (4.77.1) in der ent­spre­chen­den Aus­ge­stal­tung nach Ar­ti­kel 59; da­bei wird das Si­gnal «Bus­fahr­bahn» in der Mit­te des Pfeils ab­ge­bil­det, der den Bus-Strei­fen dar­stellt.

96 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 24. Ju­ni 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 2459).

4. Kapitel: Vortrittssignale

Art. 35 Grundsätze  

1 Vor­tritts­si­gna­le zei­gen an, dass der Füh­rer an­de­ren Fahr­zeu­gen den Vor­tritt ge­wäh­ren muss oder dass ihm der Vor­tritt ge­gen­über an­de­ren Fahr­zeu­gen zu­steht.

2 Vor­tritts­si­gna­le sind der äus­se­ren Form nach Ge­fah­ren‑, Vor­schrifts- oder Hin­weis­si­gna­le; die Grund­sät­ze der Ka­pi­tel 2, 3 und 5 gel­ten sinn­ge­mä­ss.

Art. 36 Signale «Stop» und «Kein Vortritt»  

1 Das Si­gnal «Stop» (3.01) ver­pflich­tet den Füh­rer, an­zu­hal­ten und den Fahr­zeu­gen auf der Stras­se, der er sich nä­hert, den Vor­tritt zu ge­wäh­ren.97 Für die das Si­gnal er­gän­zen­de Hal­te­li­nie (6.10) gilt Ar­ti­kel 75 Ab­sät­ze 1, 2 und 5.

2 Das Si­gnal «Kein Vor­tritt» (3.02) ver­pflich­tet den Füh­rer, den Fahr­zeu­gen auf der Stras­se, der er sich nä­hert, den Vor­tritt zu ge­wäh­ren. Für die das Si­gnal er­gän­zen­de War­te­li­nie (6.13) gilt Ar­ti­kel 75 Ab­sät­ze 3–5.

3 Die Si­gna­le «Stop» und «Kein Vor­tritt» sind bei Ver­zwei­gun­gen mit Licht­si­gnal­an­la­gen nur zu be­ach­ten, wenn der Ver­kehr nicht durch Licht­si­gna­le ge­re­gelt wird.

4 Die Si­gna­le ste­hen am rech­ten Fahr­bahn­rand kurz vor Ver­zwei­gun­gen. Auf Stras­sen mit meh­re­ren Fahr­strei­fen in der glei­chen Rich­tung wer­den die Si­gna­le in der Re­gel links wie­der­holt.98

5 Müs­sen die Si­gna­le um mehr als 10 m zu­rück­ver­legt wer­den, wird der Ab­stand auf der «Di­stanz­ta­fel» (5.01) ver­merkt. Für die Auf­stel­lung des Si­gnals «Kein Vor­tritt» auf Ein­fahr­ten zu Au­to­bah­nen und Au­to­stras­sen gilt Ar­ti­kel 88 Ab­satz 1.

6 Die Si­gna­le kön­nen von der Be­hör­de auf Feld­we­gen, Rad­we­gen, auf Fa­brik‑, Hof- oder Ga­ra­ge­aus­fahr­ten, Aus­fahr­ten von Park­plät­zen, Tank­stel­len und der­glei­chen an­ge­bracht wer­den, wenn dies zur Ver­deut­li­chung der Vor­tritts­ver­hält­nis­se (Art. 15 Abs. 3 VRV99) ge­bo­ten ist.

7 Das Si­gnal «Stop» darf nur an Stel­len an­ge­bracht wer­den, wo in­fol­ge feh­len­der Sicht ein Halt un­er­läss­lich ist. Bei Bahn­über­gän­gen ist die Be­wil­li­gung des ASTRA er­for­der­lich.

8 Die Si­gna­le «Stop» und «Kein Vor­tritt» kön­nen vor Ver­zwei­gun­gen vor­si­gna­li­siert wer­den auf Haupt­stras­sen, de­ren Vor­tritt zu­guns­ten ei­ner an­dern Haupt­stras­se auf­ge­ho­ben wird. Die Si­gna­le mit bei­ge­füg­ter «Di­stanz­ta­fel» (5.01) ste­hen am rech­ten Fahr­bahn­rand, aus­ser­orts 150–250 m, in­ner­orts et­wa 50 m vor der Ver­zwei­gung. Auf Stras­sen mit meh­re­ren Fahr­strei­fen in der glei­chen Rich­tung wer­den die Si­gna­le in der Re­gel links wie­der­holt.100

97Fas­sung ge­mä­ss An­hang 1 Ziff. II 5 der V vom 19. Ju­ni 1995 über die tech­ni­schen An­for­de­run­gen an Stras­sen­fahr­zeu­ge, in Kraft seit 1. Okt. 1995 (AS 1995 4425).

98Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 7. März 1994, in Kraft seit 1. April 1994 (AS 1994 1103).

99SR 741.11

100 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 20. Mai 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 2145).

Art. 37 Hauptstrasse  

1 Das Si­gnal «Haupt­stras­se» (3.03) kenn­zeich­net Stras­sen mit Vor­tritt und zeigt dem Füh­rer an, dass auf den fol­gen­den Ver­zwei­gun­gen der ge­setz­li­che Rechts­vor­tritt (Art. 36 Abs. 2 SVG) auf­ge­ho­ben ist. Auf sol­chen Stras­sen gel­ten die be­son­de­ren Ver­kehrs­re­geln für Haupt­stras­sen (z.B. Art. 19 VRV101).

2 Das Si­gnal «Haupt­stras­se» steht bei de­ren Be­ginn und wird in­ner­orts kurz vor, aus­ser­orts kurz nach der Ver­zwei­gung wie­der­holt. Es kann bei un­be­deu­ten­den Ver­zwei­gun­gen feh­len.102

3 Für die Kenn­zeich­nung von Haupt­stras­sen, wel­che die Rich­tung än­dern, gilt Ar­ti­kel 65 Ab­satz 1.

4 Na­tio­nal­stras­sen, die bau­lich we­der Au­to­bah­nen noch Au­to­stras­sen sind, wer­den als Haupt­stras­sen ge­kenn­zeich­net.

101SR 741.11

102Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 7. März 1994, in Kraft seit 1. April 1994 (AS 1994 1103).

Art. 38 Ende der Hauptstrasse  

1 Das Si­gnal «En­de der Haupt­stras­se» (3.04) zeigt an, dass der Vor­tritt auf­ge­ho­ben ist und bei Ver­zwei­gun­gen wie­der­um der ge­setz­li­che Rechts­vor­tritt (Art. 36 Abs. 2 SVG) gilt.

2 Das Si­gnal «En­de der Haupt­stras­se» steht am rech­ten, auf Stras­sen mit meh­re­ren Fahr­strei­fen in der glei­chen Rich­tung in der Re­gel am rech­ten und lin­ken Fahr­bahn­rand kurz vor der Ver­zwei­gung. Es wird zu­sätz­lich als Vor­si­gnal mit «Di­stanz­ta­fel» (5.01) auf­ge­stellt, aus­ser­orts 150–250 m, in­ner­orts et­wa 50 m vor der Ver­zwei­gung.103

103Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 7. März 1994, in Kraft seit 1. April 1994 (AS 1994 1103).

Art. 39 Verzweigung mit Strasse ohne Vortritt  

1 Das Si­gnal «Ver­zwei­gung mit Stras­se oh­ne Vor­tritt» (3.05) zeigt dem Füh­rer auf Ne­ben­stras­sen an, dass er bei der nächs­ten Ver­zwei­gung vor­tritts­be­rech­tigt ist. Fol­gen sich meh­re­re Ver­zwei­gun­gen in kur­z­en Ab­stän­den, kann die Län­ge der Stre­cke, auf der der Füh­rer vor­tritts­be­rech­tigt ist, auf bei­ge­füg­ter Zu­satz­ta­fel «Stre­cken­län­ge» (5.03) an­ge­ge­ben wer­den.

2In­ner­orts kann das Si­gnal «Ver­zwei­gung mit Stras­se oh­ne Vor­tritt» feh­len, wo der Füh­rer recht­zei­tig er­ken­nen kann, dass den von rechts ein­mün­den­den Fahr­zeu­gen der Vor­tritt ent­zo­gen ist, z. B. auf­grund der Si­gna­le «Stop» (3.01) oder «Kein Vor­tritt» (3.02), der Hal­te­li­nie (6.10) oder der War­te­li­nie (6.13).104

104Fas­sung ge­mä­ss An­hang 1 Ziff. II 5 der V vom 19. Ju­ni 1995 über die tech­ni­schen An­for­de­run­gen an Stras­sen­fahr­zeu­ge, in Kraft seit 1. Okt. 1995 (AS 1995 4425).

Art. 40 Verzweigung mit Rechtsvortritt  

1 Das Si­gnal «Ver­zwei­gung mit Rechts­vor­tritt» (3.06) kün­digt auf Ne­ben­stras­sen ei­ne Ver­zwei­gung an, bei der der ge­setz­li­che Rechts­vor­tritt (Art. 36 Abs. 2 SVG) gilt.

2 Das Si­gnal «Ver­zwei­gung mit Rechts­vor­tritt» wird nur auf­ge­stellt:

a.
wenn der Füh­rer die von rechts ein­mün­den­de Stras­se nicht recht­zei­tig er­ken­nen kann;
b.
wenn nach meh­re­ren Ver­zwei­gun­gen, die mit dem Si­gnal «Ver­zwei­gung mit Stras­se oh­ne Vor­tritt» (3.05) ver­se­hen sind, ei­ne Ver­zwei­gung folgt, bei der der ge­setz­li­che Rechts­vor­tritt gilt.
Art. 41105  

105 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 24. Ju­ni 2015, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 2459).

Art. 42 Vortritt bei Fahrbahnverengungen  

1 Das Si­gnal «Dem Ge­gen­ver­kehr Vor­tritt las­sen» (3.09) ver­pflich­tet den in Rich­tung des ro­ten Pfeils fah­ren­den Füh­rer bei Fahr­bahn­ver­en­gun­gen, dem Ge­gen­ver­kehr den Vor­tritt zu las­sen. Die War­te­pflicht gilt nicht für ein­spu­ri­ge Fahr­zeu­ge, de­ren Füh­rer er­ken­nen kön­nen, dass die ver­eng­te Fahr­bahn ein ge­fahr­lo­ses Kreu­zen zu­lässt. Am an­dern En­de der Ver­en­gung steht das Si­gnal «Vor­tritt vor dem Ge­gen­ver­kehr» (3.10).

2 Das Si­gnal «Vor­tritt vor dem Ge­gen­ver­kehr» (3.10) zeigt dem in Rich­tung des weis­sen Pfeils fah­ren­den Füh­rer bei Fahr­bahn­ver­en­gun­gen an, dass er wei­ter­fah­ren darf und ent­ge­gen­kom­men­de mehr­spu­ri­ge Fahr­zeu­ge war­te­pflich­tig sind. Be­fin­den sich die­se be­reits in der Ver­en­gung, muss er war­ten.

Art. 43106  

106 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 28. Sept. 2001, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2002 (AS 2001 2719).

5. Kapitel: Hinweissignale

1. Abschnitt: Verhaltenshinweise

Art. 44 Grundsätze  

1 Hin­weis­si­gna­le, die Ver­hal­tens­re­geln ein­sch­lies­sen, sind recht­e­ckig oder qua­dra­tisch. Sie ha­ben in der Re­gel auf blau­em Grund ent­we­der ein weis­ses Sym­bol oder ein Sym­bol in ei­nem weis­sen In­nen­feld.

2 Sie ste­hen un­ter Vor­be­halt ab­wei­chen­der Be­stim­mun­gen für ein­zel­ne Si­gna­le am Be­ginn der Stre­cke, für die der Hin­weis gilt. So­weit er­for­der­lich, wird die Län­ge der Stre­cke, auf die sich der Hin­weis be­zieht, auf der Zu­satz­ta­fel «Stre­cken­län­ge» (5.03) an­ge­ge­ben.

3 So­weit Vor­si­gna­le nö­tig oder vor­ge­schrie­ben sind, ste­hen sie, mit bei­ge­füg­ter «Di­stanz­ta­fel» (5.01), wie folgt vor der Stre­cke, für die der Hin­weis gilt:

a.
in­ner­orts min­des­tens 50 m;
b.
aus­ser­orts min­des­tens 150 m;
c.
auf Au­to­bah­nen und Au­to­stras­sen min­des­tens 500 m.
Art. 45 Kennzeichnung besonderer Strassen  

1 Die Si­gna­le «Au­to­bahn» (4.01) und «Au­to­stras­se» (4.03) kenn­zeich­nen dem Mo­tor­fahr­zeug­ver­kehr vor­be­hal­te­ne Stras­sen (Art. 1 Abs. 3 VRV107), auf de­nen die be­son­de­ren Re­geln für den Ver­kehr auf Au­to­bah­nen und Au­to­stras­sen gel­ten (Art. 35 und 36 VRV); die Si­gna­le he­ben al­le zu­vor si­gna­li­sier­ten Be­schrän­kun­gen auf. Die Si­gna­le «En­de der Au­to­bahn» (4.02) und «En­de der Au­to­stras­se» (4.04) zei­gen an, dass wie­der­um die all­ge­mei­nen Ver­kehrs­re­geln gel­ten. Für die Auf­stel­lung der Si­gna­le gilt Ar­ti­kel 85.

2 Das Si­gnal «Berg­post­stras­se» (4.05) kenn­zeich­net Stras­sen, auf de­nen der Füh­rer bei schwie­ri­gem Kreu­zen und Über­ho­len die Zei­chen und Wei­sun­gen der Füh­rer von Fahr­zeu­gen im öf­fent­li­chen Li­ni­en­ver­kehr be­ach­ten muss (Art. 38 Abs. 3 VRV). Wo die­se Pflicht auf­hört, steht das Si­gnal «En­de der Berg­post­stras­se» (4.06) ...108

3 Das Si­gnal «Tun­nel» (4.07) kenn­zeich­net ei­ne durch einen Tun­nel ver­lau­fen­de Stre­cke, auf der die be­son­de­ren Re­geln für den Ver­kehr in Tun­neln gel­ten (Art. 39 VRV und Art. 13 Abs. 3 SDR109). Das Si­gnal steht am Ein­gang des Tun­nels so­wie zu­sätz­lich als Vor­si­gnal (Art. 44 Abs. 3). Auf Au­to­bah­nen und Au­to­stras­sen wird beim Si­gnal am Tun­ne­lein­gang der Na­me des Tun­nels an­ge­ge­ben.110

107SR 741.11

108Letz­ter Satz auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 12. Fe­br. 1992, mit Wir­kung seit 15. März 1992 (AS 1992 514).

109 SR 741.621

110 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Aug. 2005, in Kraft seit 1. März 2006 (AS 20054495).

Art. 46 Einbahnstrasse, Sackgasse, Wasserschutzgebiet  

1 Das Si­gnal «Ein­bahn­stras­se» (4.08) kenn­zeich­net ei­ne Stras­se, die nur in der an­ge­zeig­ten Rich­tung be­fah­ren wer­den darf (Art. 37 VRV111). Am an­dern En­de der Stras­se steht das Si­gnal «Ein­fahrt ver­bo­ten» (2.02).112

2 Das Si­gnal «Ein­bahn­stras­se mit be­schränk­tem Ge­gen­ver­kehr» kenn­zeich­net ei­ne Ein­bahn­stras­se, auf der Ge­gen­ver­kehr zu­läs­sig ist; die Art des Ge­gen­ver­kehrs wird durch das zu­tref­fen­de Sym­bol oder durch ent­spre­chen­de Auf­schrift an­ge­zeigt (z. B. «Ein­bahn­stras­se mit Ge­gen­ver­kehr von Rad­fah­rern»; 4.08.1).113

3 Das Si­gnal «Sack­gas­se» (4.09) kenn­zeich­net ei­ne Stras­se, die nicht durch­ge­hend be­fahr­bar ist. So­fern am En­de der Stras­se ein Weg für den Fuss- oder Rad­ver­kehr wei­ter­führt, kann das Si­gnal mit den ent­spre­chen­den Sym­bo­len er­gänzt wer­den («Sack­gas­se mit Aus­nah­men»; 4.09.1).114

4 Das Si­gnal «Was­ser­schutz­ge­biet» (4.10) kenn­zeich­net ein Ge­biet, in dem sich der Füh­rer, der ei­ne was­ser­ge­fähr­den­de La­dung be­för­dert, be­son­ders vor­sich­tig verhal­ten muss. Die Län­ge der Stre­cke, auf der die er­höh­te Sorg­falts­pflicht gilt, wird auf bei­ge­füg­ter Zu­satz­ta­fel «Stre­cken­län­ge» (5.03) an­ge­ge­ben.

111SR 741.11

112Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. Jan. 1989, in Kraft seit 1. Mai 1989 (AS 1989 438).

113 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Aug. 2005, in Kraft seit 1. März 2006 (AS 20054495).

114 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 24. Ju­ni 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 2459).

Art. 47 Weitere Verhaltenshinweise  

1 Mit dem Si­gnal «Stand­ort ei­nes Fuss­gän­ger­strei­fens» (4.11) wird die La­ge ei­nes Fuss­gän­ger­strei­fens (Art. 77) ver­deut­licht. Es steht im­mer an Fuss­gän­ger­strei­fen aus­ser­orts so­wie an un­er­war­te­ten oder schlecht er­kenn­ba­ren Fuss­gän­ger­strei­fen in­ner­orts. Ein ein­zi­ges aus bei­den Fahrtrich­tun­gen sicht­ba­res Si­gnal ge­nügt auf Stras­­sen mit Fuss­gän­ge­rin­seln auf der In­sel so­wie auf schma­len Ne­ben­stras­sen am Rand der Fahr­bahn. Für die Vor­an­kün­di­gung mit dem Si­gnal «Fuss­gän­ger­strei­fen» (1.22) gilt Ar­ti­kel 11.115

2 Die Si­gna­le «Fuss­gän­ger-Un­ter­füh­rung» (4.12) und «Fuss­gän­ger-Über­füh­rung» (4.13) ste­hen bei Un­ter- oder Über­füh­run­gen, wel­che Fuss­gän­ger be­nüt­zen müs­sen (Art. 47 Abs. 1 VRV116) und Fahr­zeu­ge nicht be­fah­ren dür­fen. Die Sym­bo­le kön­nen ent­spre­chend den ört­li­chen Ver­hält­nis­sen sei­ten­ver­kehrt ab­ge­bil­det wer­den. Steht das Si­gnal nicht bei der Un­ter- oder Über­füh­rung, wer­den dar­auf Rich­tung und Ent­fer­nung an­ge­ge­ben.

3 Das Si­gnal «Spi­tal» (4.14) zeigt an, dass sich in der Nä­he ein Spi­tal, ein Pfle­ge­heim oder ei­ne ähn­li­che An­stalt be­fin­det. Der Füh­rer muss be­son­ders rück­sichts­voll fah­ren.

4 Das Si­gnal «Aus­stell­platz» (4.15) kenn­zeich­net Plät­ze, auf die lang­sa­me Fahr­zeu­ge aus­wei­chen müs­sen, um schnel­le­ren Fahr­zeu­gen das Über­ho­len zu er­leich­tern (Art. 10 Abs. 3 VRV); das frei­wil­li­ge Hal­ten und Par­kie­ren ist un­ter­sagt.117

5 Das Si­gnal «Ab­stell­platz für Pan­nen­fahr­zeu­ge» (4.16) kenn­zeich­net für Nothal­te (Art. 36 Abs. 3 VRV) be­stimm­te Plät­ze an Au­to­bah­nen und Au­to­stras­sen oh­ne Pan­nen­strei­fen; das frei­wil­li­ge Hal­ten und Par­kie­ren ist un­ter­sagt. Das Si­gnal steht beim Ab­stell­platz so­wie zu­sätz­lich als Vor­si­gnal (Art. 44 Abs. 3).

6 Das Si­gnal «Not­fall­spur» (4.24) weist auf einen rot-weiss mar­kier­ten Fahr­strei­fen mit an­sch­lies­sen­der Kies­wan­ne hin, in wel­cher Fahr­zeu­ge beim Ver­sa­gen der Brem­sen zum Still­stand ge­bracht wer­den kön­nen.118

115Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 7. März 1994, in Kraft seit 1. April 1994 (AS 1994 1103).

116SR 741.11

117 Die Be­rich­ti­gung vom 9. Ju­ni 2020 be­trifft nur den ita­lie­ni­schen Text (AS 2020 2095).

118Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 25. Jan. 1989, in Kraft seit 1. Mai 1989 (AS 1989 438).

Art. 48 Signalisierung von Parkplätzen 119  

1 Park­plät­ze wer­den durch die Si­gna­le «Par­kie­ren ge­stat­tet» (4.17), «Par­kie­ren mit Park­schei­be» (4.18) oder «Par­kie­ren ge­gen Ge­bühr» (4.20) si­gna­li­siert.

2 Be­schrän­kun­gen der Park­zeit und die Par­kord­nung ste­hen auf ei­ner Zu­satz­ta­fel.

3 Ist das Par­kie­ren zeit­lich be­schränkt, so müs­sen die Fahr­zeu­ge spä­tes­tens bei Ab­lauf der er­laub­ten Park­zeit den Park­platz ver­las­sen, aus­ser wenn das Nach­zah­len vor Ab­lauf der Park­zeit ge­mä­ss den an der Park­uhr ver­merk­ten Be­stim­mun­gen zu­läs­sig ist.

4 Gilt die Park­be­rech­ti­gung nur für be­stimm­te Fahr­zeu­gar­ten oder Be­nut­zer­grup­pen, so wird dies auf dem ent­spre­chen­den Si­gnal im blau­en Feld oder auf ei­ner Zu­satz­ta­fel an­ge­zeigt. An­statt auf dem Si­gnal oder auf der Zu­satz­ta­fel kann die Be­schrän­kung der Park­be­rech­ti­gung auch mit ei­ner Mar­kie­rung auf dem Park­feld an­ge­zeigt wer­den. Für die Be­schrän­kung der Park­be­rech­ti­gung mit Mar­kie­rung gilt Ar­ti­kel 79 Ab­satz 4.

5 Sind Park­plät­ze ins­be­son­de­re für Fahr­zeug­füh­rer be­stimmt, die ein öf­fent­li­ches Ver­kehrs­mit­tel be­nut­zen wol­len, so kann die Art des Ver­kehrs­mit­tels in Wor­ten oder in Sym­bo­len auf dem Si­gnal im blau­en Feld an­ge­zeigt wer­den (4.25).

6 Sol­len Ent­fer­nung und Rich­tung ei­nes Park­plat­zes an­ge­zeigt wer­den, so wird die zu­tref­fen­de An­ga­be auf dem Si­gnal «Par­kie­ren ge­stat­tet» (4.17) im blau­en Feld oder auf ei­ner Zu­satz­ta­fel an­ge­bracht.

7 Han­delt es sich um ei­ne ge­deck­te Par­kie­rungs­flä­che, so kann das Si­gnal im blau­en Feld mit ei­nem sti­li­sier­ten Dach er­gänzt wer­den (z. B. Si­gnal Park­haus, 4.21).

119 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 20. Mai 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 2145).

Art. 48a Parkieren mit Parkscheibe 120  

1 Das Si­gnal «Par­kie­ren mit Park­schei­be» (4.18) kenn­zeich­net Park­plät­ze, auf de­nen beim Par­kie­ren ei­ne Park­schei­be nach An­hang 3 Zif­fer 1 ver­wen­det wer­den muss. Die­se Park­plät­ze kön­nen von Mo­tor­wa­gen, an­de­ren mehr­spu­ri­gen Mo­tor­fahr­zeu­gen, Mo­tor­rä­dern mit Sei­ten­wa­gen und wei­te­ren Fahr­zeu­gen mit ähn­li­chen Aus­mas­sen be­nützt wer­den.

2 Das Si­gnal hat fol­gen­de Be­deu­tung:

a.
Oh­ne zu­sätz­li­che An­zei­ge ei­ner zeit­li­chen Be­schrän­kung (Blaue Zo­ne): An Werk­ta­gen gilt für Fahr­zeu­ge zwi­schen 08.00 Uhr und 19.00 Uhr ei­ne be­schränk­te Park­zeit. Gilt die Be­schrän­kung auch an Sonn- und Fei­er­ta­gen, so wird dies auf ei­ner Zu­satz­ta­fel an­ge­ge­ben. Die Park­schei­be nach An­hang 3 Zif­fer 1 re­gelt die Park­zei­ten.
b.
Mit der zu­sätz­li­chen An­zei­ge ei­ner zeit­li­chen Be­schrän­kung: Fahr­zeu­ge dür­fen höchs­tens so lan­ge par­kiert wer­den wie auf der Zu­satz­ta­fel an­ge­ge­ben. Die be­schränk­te Park­zeit muss min­des­tens ei­ne hal­be Stun­de be­tra­gen.

3 Wer auf ei­nem nach Ab­satz 1 si­gna­li­sier­ten Park­platz par­kiert, muss auf der Park­schei­be den Pfeil auf den der tat­säch­li­chen An­kunfts­zeit nach­fol­gen­den Strich ein­stel­len. Die Ein­stel­lung der Park­schei­be darf bis zur Weg­fahrt nicht ver­än­dert wer­den.

4 Bei Mo­tor­wa­gen ist die Park­schei­be gut sicht­bar hin­ter der Front­schei­be, bei an­de­ren Fahr­zeu­gen gut sicht­bar am Fahr­zeug an­zu­brin­gen.

120 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 20. Mai 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 2145).

Art. 48b Parkieren gegen Gebühr 121  

1 Das Si­gnal «Par­kie­ren ge­gen Ge­bühr» (4.20) kenn­zeich­net Park­plät­ze, auf de­nen Fahr­zeu­ge nur ge­gen Ge­bühr und ge­mä­ss den an der Park­uhr ver­merk­ten Be­stim­mun­gen ab­ge­stellt wer­den dür­fen. Die­se Be­stim­mun­gen kön­nen vor­se­hen, dass Nach­zah­len vor Ab­lauf der Park­zeit zu­läs­sig ist.

2 Die An­ga­be «Zen­tra­le Park­uhr» auf ei­ner Zu­satz­ta­fel zum Si­gnal «Par­kie­ren ge­gen Ge­bühr» (4.20) be­sagt, dass ei­ne Park­uhr für meh­re­re Park­fel­der steht. Wird bei sol­chen Park­uh­ren nach Ein­wurf der Park­ge­bühr ein Park­zet­tel aus­ge­ge­ben, so muss die­ser bei Mo­tor­wa­gen gut sicht­bar hin­ter der Front­schei­be an­ge­bracht wer­den.

121 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 20. Mai 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 2145).

2. Abschnitt: Wegweisung

Art. 49 Grundsätze  

1 Orts­na­men wer­den auf Ort­schafts­ta­feln, Weg­wei­sern, Vor­weg­wei­sern und Ein­spur­ta­feln (Art. 50–53) in der Spra­che ge­schrie­ben, die am be­zeich­ne­ten Ort ge­spro­chen wird, für ge­misch­te Or­te in der Spra­che der Mehr­heit der Ein­woh­ner. Wird ei­ne Ort­schaft in zwei Spra­chen ver­schie­den ge­schrie­ben, trägt die Vor­der­sei­te der Ort­schafts­ta­fel bei­de Schreib­wei­sen, wenn die klei­ne­re Sprach­grup­pe we­nigs­tens 30 Pro­zent der Ein­woh­ner um­fasst.

2 Weg­wei­ser, Vor­weg­wei­ser und Ein­spur­ta­feln nen­nen in ers­ter Li­nie Ort­schaf­ten; nö­ti­gen­falls wer­den auch wich­ti­ge ört­li­che Ver­kehrs­punk­te (z. B. Bahn­hof, Zen­trum, Spi­tal) an­ge­ge­ben. Für die Be­triebs­weg­wei­ser gilt Ar­ti­kel 54 Ab­satz 4, für die tou­ri­sti­sche Si­gna­li­sa­ti­on und die Ho­tel­weg­wei­ser Ar­ti­kel 54 Ab­satz 9. Die in der Weg­wei­sung ver­wend­ba­ren Sym­bo­le und ih­re Be­deu­tung wer­den in An­hang 2 Zif­fer 5 auf­ge­führt.122

3 Für Weg­wei­ser, Vor­weg­wei­ser und Ein­spur­ta­feln auf Au­to­bah­nen und Au­to­stras­sen gel­ten die ent­spre­chen­den Be­stim­mun­gen der Ar­ti­kel 84–91.

4 Auf Weg­wei­sern, Vor­weg­wei­sern und Ein­spur­ta­feln der Au­to­bah­nen und Au­to­­stras­sen dür­fen nur vom UVEK123 be­zeich­ne­te Ort­schaf­ten an­ge­ge­ben wer­den.124

122 Drit­ter Satz ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 1. April 1998, in Kraft seit 1. Ju­ni 1998 (AS 1998 1440).

123 Über­tra­gung der Zu­stän­dig­keit vom EJPD an das UVEK ge­mä­ss Ziff. I der V vom 1. April 1998, in Kraft seit 1. Ju­ni 1998 (AS 1998 1440). Die­se Änd. ist im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.

124Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 7. März 1994, in Kraft seit 1. April 1994 (AS 1994 1103).

Art. 50 Ortschaftstafeln  

1 Auf Haupt­stras­sen ste­hen Ort­schafts­ta­feln mit weis­ser Schrift auf blau­em Grund («Orts­be­ginn auf Haupt­stras­sen», 4.27; «Orts­en­de auf Haupt­stras­sen», 4.28). Auf Ne­ben­stras­sen ste­hen Ort­schafts­ta­feln mit schwar­zer Schrift auf weis­sem Grund («Orts­be­ginn auf Ne­ben­stras­sen», 4.29; «Orts­en­de auf Ne­ben­stras­sen», 4.30). Auf Au­to­bah­nen und Au­to­stras­sen ste­hen kei­ne Ort­schafts­ta­feln.

2 Die Vor­der­sei­te der Ort­schafts­ta­fel zeigt das Si­gnal «Orts­be­ginn auf Haupt­stras­sen» oder «Orts­be­ginn auf Ne­ben­stras­sen» mit dem Na­men der Ort­schaft, un­ter dem im Grenz­ge­biet der Kan­to­ne die Kenn­buch­sta­ben des ent­spre­chen­den Kan­tons ste­hen.

3 Die Rück­sei­te der Ort­schafts­ta­fel zeigt das Si­gnal «Orts­en­de auf Haupt­stras­sen» oder «Orts­en­de auf Ne­ben­stras­sen»; sie trägt im obe­ren Feld den Na­men der näch­s­ten Ort­schaft, im un­te­ren Feld den Na­men des nächs­ten Fern­zie­les so­wie des­sen Ent­fer­nung. Folgt ei­ne Ga­be­lung, kön­nen zwei Fern­zie­le an­ge­ge­ben wer­den.

4 Die Si­gna­le «Orts­be­ginn auf Haupt­stras­sen» und «Orts­be­ginn auf Ne­ben­stras­sen» wer­den auf­ge­stellt, wo das lo­cker über­bau­te Orts­ge­biet be­ginnt; sie dür­fen nicht nach dem Si­gnal ste­hen, das die all­ge­mei­ne Höchst­ge­schwin­dig­keit in­ner­orts an­zeigt (Art. 22 Abs. 3).

5 Wo sich zwei Ort­schaf­ten be­rüh­ren, zeigt die Ort­schafts­ta­fel auf bei­den Sei­ten das Si­gnal «Orts­be­ginn auf Haupt­stras­sen» oder «Orts­be­ginn auf Ne­ben­stras­sen».

6 Zur An­ga­be von Pass­hö­hen die­nen Ort­schafts­ta­feln, auf de­nen beid­sei­tig der Na­me des Pas­ses auf­ge­führt ist, al­len­falls er­gänzt mit dem Zu­satz «Pass­hö­he» und der Hö­hen­an­ga­be.

Art. 51 Wegweiser  

1 Weg­wei­ser mit weis­ser Schrift auf grü­nem Grund zei­gen den Weg zu Au­to­bah­nen oder Au­to­stras­sen an («Weg­wei­ser zu Au­to­bah­nen oder Au­to­stras­sen»; 4.31). Weg­wei­ser mit weis­ser Schrift auf blau­em Grund zei­gen an, dass das an­ge­ge­be­ne Ziel vor­wie­gend auf Haupt­stras­sen er­reicht wird («Weg­wei­ser für Haupt­stras­sen»; 4.32). Weg­wei­ser mit schwar­zer Schrift auf weis­sem Grund zei­gen an, dass das an­ge­ge­be­ne Ziel vor­wie­gend auf Ne­ben­stras­sen er­reicht wird («Weg­wei­ser für Ne­ben­stras­sen»; 4.33).

2 Meh­re­re Ort­schaf­ten in der glei­chen Rich­tung wer­den auf dem­sel­ben Weg­wei­ser­arm auf­ge­führt, doch darf ein Arm höchs­tens drei Zei­len auf­wei­sen.

3 Dem Na­men von Ort­schaf­ten mit Ver­kehrs­flug­plät­zen oder Sta­tio­nen für den Au­to­ver­lad auf Ei­sen­bahn oder Fäh­re kön­nen die ent­spre­chen­den Sym­bo­le nach An­hang 2 Zif­fer 5 bei­ge­fügt wer­den.125

4 Be­steht in ei­ner Re­gi­on nur ei­ne ein­zi­ge Au­to­bahn oder Au­to­stras­se oder ein Au­to­bahn­ring, kön­nen bei Ver­zwei­gun­gen von Zu­brin­ger­stras­sen mit Ne­ben­stras­sen an Stel­le der «Weg­wei­ser zu Au­to­bah­nen oder Au­to­stras­sen» Weg­wei­ser oh­ne Ziel­an­ga­be an­ge­bracht wer­den, die auf grü­nem Grund das weis­se Sym­bol der Si­gna­le «Au­to­bahn» (4.01) oder «Au­to­stras­se» (4.03) zei­gen.

5 Wo es die ört­li­chen Ver­hält­nis­se er­for­dern, darf der «Weg­wei­ser in Ta­bel­len­form» (4.35) ver­wen­det wer­den. Er kann bei Ver­zwei­gun­gen, na­ment­lich in Ver­bin­dung mit ei­ner Licht­si­gnal­an­la­ge, auch über der Fahr­bahn an­ge­ord­net wer­den. Für die Far­be der ein­zel­nen Fel­der gilt Ab­satz 1.

6 ...126

125 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 1. April 1998, in Kraft seit 1. Ju­ni 1998 (AS 1998 1440).

126Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 7. März 1994, mit Wir­kung seit 1. April 1994 (AS 1994 1103).

Art. 52 Vorwegweiser  

1 Vor­weg­wei­ser mit weis­ser Schrift auf blau­em Grund ste­hen auf Haupt­stras­sen und auf Ne­ben­stras­sen, die Haupt­stras­sen ver­bin­den («Vor­weg­wei­ser auf Haupt­stras­sen»; 4.36). Vor­weg­wei­ser mit schwar­zer Schrift auf weis­sem Grund ste­hen auf wich­ti­gen Ne­ben­stras­sen («Vor­weg­wei­ser auf Ne­ben­stras­sen»; 4.37). Zie­le, die über ei­ne Au­to­bahn oder Au­to­stras­se er­reicht wer­den, ste­hen in ei­nem grü­nen Feld, Zie­le, die vor­wie­gend über Haupt­stras­sen er­reicht wer­den, auf blau­em Grund oder in ei­nem blau­en Feld, Zie­le, die vor­wie­gend über Ne­ben­stras­sen er­reicht wer­den, in ei­nem weis­sen Feld oder auf weis­sem Grund.

2 Vor­weg­wei­ser ste­hen aus­ser­orts 150–250 m, in­ner­orts 20–100 m vor der Ver­zwei­gung, spä­tes­tens aber beim Be­ginn der Ein­spur­stre­cke.

3 Ver­zwei­gun­gen, die we­ni­ger als 300 m aus­ein­an­der­lie­gen, kön­nen auf dem­sel­ben Vor­weg­wei­ser dar­ge­stellt wer­den.

4 Die Rich­tung der Stras­se wird durch Stri­che dar­ge­stellt, die dem Ver­lauf der Fahr­bah­nen nach der Ver­zwei­gung ent­spre­chen. Vor Kreis­ver­kehrs­plät­zen kann der «Vor­weg­wei­ser bei Kreis­ver­kehrs­platz» (4.54) ver­wen­det wer­den.127

5 «Vor­weg­wei­ser mit Fahr­strei­fen­auf­tei­lung auf Haupt­stras­sen» (4.38) oder «Vor­weg­wei­ser mit Fahr­strei­fen­auf­tei­lung auf Ne­ben­stras­sen» (4.39) kön­nen beim Be­ginn ei­ner Ein­spur­stre­cke ver­wen­det wer­den. Für je­den Fahr­strei­fen wird ein selb­stän­di­ger Pfeil auf­ge­führt; für Far­be und An­ord­nung der Fel­der gilt Ab­satz 1.

6 Auf Vor­weg­wei­sern kön­nen Ver­kehrs­be­schrän­kun­gen, die für ei­ne der auf­ge­führ­ten Stre­cken gel­ten (z.B. Be­schrän­kun­gen der Brei­te oder des Ge­wichts), durch die Wie­der­ga­be der zu­tref­fen­den Vor­schrifts­si­gna­le an­ge­zeigt wer­den («Vor­weg­wei­ser mit An­zei­ge von Be­schrän­kun­gen»; 4.40).

7 Dem Na­men von Ort­schaf­ten mit Ver­kehrs­flug­plät­zen kann das Sym­bol des Si­gnals «Flug­zeu­ge» (1.28) bei­ge­fügt wer­den.

8 ...128

127Zwei­ter Satz ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 7. März 1994 (AS 1994 1103).

128Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 7. März 1994, mit Wir­kung seit 1. April 1994 (AS 1994 1103).

Art. 53 Einspurtafeln  

1 Ein­spur­ta­feln über der Fahr­bahn zei­gen auf mehr­spu­ri­gen Stras­sen vor Ver­zwei­gun­gen an, wel­che Fahr­strei­fen zu ei­nem be­stimm­ten Ziel hin­füh­ren («Ein­spur­ta­fel über Fahr­strei­fen auf Haupt­stras­sen»; 4.41 und «Ein­spur­ta­fel über Fahr­strei­fen auf Ne­ben­stras­sen»; 4.42). Der nach un­ten wei­sen­de Pfeil weist auf die Mit­te des Fahr­strei­fens. Für die Far­be der Fel­der gel­ten die Be­stim­mun­gen über Vor­weg­wei­ser (Art. 52 Abs. 1), für das An­brin­gen der Num­mern von Haupt­stras­sen und eu­ro­päi­schen Durch­gangs­stras­sen Ar­ti­kel 56.

2 ...129

129 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 17. Aug. 2005, mit Wir­kung seit 1. März 2006 (AS 20054495).

Art. 54 Besondere Wegweiser und Vorwegweiser  

1 Der «Weg­wei­ser für be­stimm­te Fahr­zeu­gar­ten» (4.45) zeigt in die Rich­tung, wel­che die mit­tels Sym­bo­len dar­ge­stell­ten Fahr­zeu­ge ein­schla­gen sol­len (z. B. Weg­wei­ser für Last­wa­gen). Als Vor­si­gnal wird nö­ti­gen­falls der «Vor­weg­wei­ser für be­stimm­te Fahr­zeu­gar­ten» (4.23) an­ge­bracht.130

2 Der Weg­wei­ser «Park­platz» (4.46) zeigt in die Rich­tung ei­ner Par­kie­rungs­flä­che; dient sie nur für be­stimm­te Fahr­zeu­gar­ten, wird de­ren Sym­bol auf dem Weg­wei­ser bei­ge­fügt.

2bis Der Weg­wei­ser «Park­platz mit An­schluss an öf­fent­li­ches Ver­kehrs­mit­tel» (4.46.1) zeigt in die Rich­tung ei­nes sol­chen Park­plat­zes. Die Art des Ver­kehrs­mit­tels kann in Wor­ten oder in Sym­bo­len an­ge­zeigt wer­den.131

3 Die Weg­wei­ser «Zelt­platz» (4.47) und «Wohn­wa­gen­platz» (4.48) zei­gen in die Rich­tung von Stand­plät­zen für Zel­te bzw. Wohn­an­hän­ger; die Sym­bo­le der bei­den Weg­wei­ser kön­nen ge­ge­be­nen­falls auf ei­ner Ta­fel auf­ge­führt wer­den.

4 Der «Be­triebs­weg­wei­ser» (4.49) zeigt in die Rich­tung von In­dus­trie-, Ge­wer­be- und Han­dels­be­trie­ben, Aus­stel­lun­gen und der­glei­chen. Er weist den Weg zu häu­fig auf­ge­such­ten Zie­len, die ab­seits von Durch­gangs­stras­sen (Art. 110 Abs. 1) und wich­ti­gen Ne­ben­stras­sen lie­gen und oh­ne be­son­de­re Weg­wei­sung schwer auf­find­bar sind.

5 ...132

6 Die Ta­fel «Ver­kehrs­füh­rung» (4.52) zeigt den Weg, der ein­zu­schla­gen ist, um an der nächs­ten Ver­zwei­gung mit Links­ab­bie­ge­ver­bot nach links zu ge­lan­gen.

7 ...133

8 Die Ta­fel «Ab­zwei­gen­de Stras­se mit Ge­fah­renstel­le oder Ver­kehrs­be­schrän­kung» (4.55) mit dem Bild des zu­tref­fen­den Ge­fah­ren- oder Vor­schrifts­si­gnals kann kurz vor ei­ner Ver­zwei­gung auf­ge­stellt wer­den, wenn die ab­zwei­gen­de Stras­se un­mit­tel­bar nach der Ver­zwei­gung ei­ne Ge­fah­renstel­le oder ei­ne Ver­kehrs­be­schrän­kung auf­weist.

9 Für die tou­ris­ti­sche Si­gna­li­sa­ti­on und die Ho­tel­weg­wei­ser er­lässt das UVEK Wei­sun­gen.

130 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 1. April 1998, in Kraft seit 1. Ju­ni 1998 (AS 1998 1440).

131Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 7. März 1994, in Kraft seit 1. April 1994 (AS 1994 1103).

132 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 17. Aug. 2005, mit Wir­kung seit 1. März 2006 (AS 20054495).

133Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 25. Jan. 1989, mit Wir­kung seit 1. Mai 1989 (AS 1989 438).

Art. 54a Wegweiser für Fahrräder und fahrzeugähnliche Geräte 134  

1 Weg­wei­ser mit weis­ser Schrift auf ro­tem Grund wer­den für Fahr­rä­der, Moun­tain­bikes und fahr­zeu­g­ähn­li­che Ge­rä­te ver­wen­det.

2 Die Weg­wei­ser «Rou­te für Fahr­rä­der» (4.50.1) und «Rou­te für fahr­zeu­g­ähn­li­che Ge­rä­te» (4.50.4) kenn­zeich­nen Stre­cken, die auf­grund der Ver­kehrs- und Stras­sen­si­tua­ti­on für Fahr­rä­der und fahr­zeu­g­ähn­li­che Ge­rä­te be­son­ders ge­eig­net sind.

3 Der Weg­wei­ser «Rou­te für Moun­tain­bikes» (4.50.3) kenn­zeich­net Stre­cken, die für Moun­tain­bikes be­son­ders ge­eig­net sind, und ver­pflich­tet de­ren Be­nüt­zer zu be­son­de­rer Rück­sicht ge­gen­über Fuss­gän­gern; wo die Si­cher­heit es er­for­dert, ha­ben sie Warn­si­gna­le zu ge­ben und nö­ti­gen­falls an­zu­hal­ten.

4 Wo Zie­l­an­ga­ben nicht er­for­der­lich sind, kön­nen die Weg­wei­ser 4.50.1, 4.50.3 und 4.50.4 durch einen «Weg­wei­ser oh­ne Zie­l­an­ga­be» (4.51.1), einen «Vor­weg­wei­ser oh­ne Zie­l­an­ga­be» (4.51.2) oder ei­ne «Be­stä­ti­gungs­ta­fel» (4.51.3) er­setzt wer­den.

5 Wo es die ört­li­chen Ver­hält­nis­se er­for­dern, kön­nen Weg­wei­ser in Ta­bel­len­form ver­wen­det wer­den. Bei ei­nem ein­zi­gen Adres­sa­ten­kreis wird der Weg­wei­ser 4.50.5, bei meh­re­ren Adres­sa­ten­krei­sen der Weg­wei­ser 4.50.6 an­ge­bracht.

6 Auf den Weg­wei­sern kön­nen zu­sätz­lich an­ge­ge­ben wer­den:

a.
die Ent­fer­nung zum an­ge­zeig­ten Ziel;
b.
er­gän­zen­de In­for­ma­tio­nen wie Num­mer und Na­me der Rou­te in ei­nem Feld.

7 Wo ei­ne für Fahr­rä­der, Moun­tain­bikes oder fahr­zeu­g­ähn­li­che Ge­rä­te ge­kenn­zeich­ne­te Rou­te auf­hört, kann die ent­spre­chen­de En­de­ta­fel (4.51.4) auf­ge­stellt wer­den.

134 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 17. Aug. 2005, in Kraft seit 1. März 2006 (AS 20054495).

Art. 55 Wegweisung für Umleitungen 135  

1 Zur An­zei­ge von Ver­kehrs­um­lei­tun­gen die­nen Vor­weg­wei­ser, auf de­nen die ge­sperr­te Stre­cke und die wich­tigs­ten Orts­an­ga­ben auf der Um­lei­tungs­stre­cke dar­ge­stellt wer­den («Vor­weg­wei­ser für Um­lei­tun­gen»; 4.53).

2 Auf den Um­lei­tungs­stre­cken wer­den «Weg­wei­ser bei Um­lei­tun­gen» (4.34) mit oran­gem Grund ver­wen­det; bei klei­ne­ren Um­lei­tun­gen kann auf die An­ga­be des Zie­les ver­zich­tet wer­den (4.34.1).

2bis Zur An­zei­ge ei­ner Um­lei­tungs­stre­cke für Rad­fah­rer und Mo­tor­fahr­rad­fah­rer kön­nen die Si­gna­le nach Ar­ti­kel 54a mit oran­gem Grund ver­wen­det wer­den. Die­se Si­gna­le kön­nen, mit dem Sym­bol ei­nes Fuss­gän­gers ver­se­hen, auch zur An­zei­ge der Um­lei­tungs­stre­cke für Fuss­gän­ger ver­wen­det wer­den. Die Sym­bo­le des Fahr­rads und des Fuss­gän­gers kön­nen zu­sam­men auf ei­nem Si­gnal dar­ge­stellt wer­den.136

3 Zie­le, die über ei­ne Um­lei­tung er­reicht wer­den, kön­nen auf al­len Ta­feln zur Weg­wei­sung in schwar­zer Schrift auf oran­gem Grund an­ge­zeigt wer­den.

135Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. Jan. 1989, in Kraft seit 1. Mai 1989 (AS 1989 438).

136 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 20. Mai 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 2145).

Art. 56 Nummerierung der Strassen, Anschlüsse und Verzweigungen 137138  

1 «Num­mern­ta­feln für Eu­ro­pa­stras­sen» (4.56) ha­ben ein weis­ses «E» und ei­ne weis­se Zahl auf grü­nem Grund; sie kenn­zeich­nen Ab­schnit­te des Net­zes der eu­ro­päi­schen Durch­gangs­stras­sen. Die Num­mern rich­ten sich nach der Durch­gangs­­stras­sen­ver­ord­nung vom 18. De­zem­ber 1991139 und wer­den ge­mä­ss Wei­sun­gen des UVEK aus­ge­stal­tet und an­ge­bracht.

2 «Num­mern­ta­feln für Au­to­bah­nen und Au­to­stras­sen» (4.58) ha­ben ei­ne weis­se Zahl auf ro­tem Grund; sie kenn­zeich­nen das Netz der Au­to­bah­nen und Au­to­stras­sen. Das UVEK legt das Ba­sis­netz fest und er­lässt Wei­sun­gen über die Aus­ge­stal­tung und das An­brin­gen der Num­mern­ta­feln.140

3 «Num­mern­ta­feln für Haupt­stras­sen» (4.57) ha­ben ei­ne weis­se Zahl auf blau­em Grund; sie kenn­zeich­nen die wich­tigs­ten Haupt­stras­sen. Die Num­mern rich­ten sich nach der Durch­gangs­stras­sen­ver­ord­nung vom 18. De­zem­ber 1991 und wer­den ge­mä­ss Wei­sun­gen des UVEK aus­ge­stal­tet und an­ge­bracht.

4 Die «Num­mern­ta­fel für An­schlüs­se» (4.59) und die «Num­mern­ta­fel für Ver­zwei­gun­gen» (4.59.1) ha­ben ein schwar­zes Sym­bol und ei­ne schwar­ze Zahl auf weis­sem Grund; sie kenn­zeich­nen die An­schlüs­se bzw. Ver­zwei­gun­gen auf Au­to­bah­nen und Au­to­stras­sen. Das UVEK legt im Ein­ver­neh­men mit den Kan­to­nen die Num­mern fest und er­lässt Wei­sun­gen über die Aus­ge­stal­tung und das An­brin­gen der Num­mern­ta­feln.141

137Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 7. März 1994, in Kraft seit 1. April 1994 (AS 1994 1103).

138 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Sept. 2001, in Kraft seit 1. Jan. 2002 (AS 2001 2719).

139SR 741.272

140 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 1. April 1998, in Kraft seit 1. Ju­ni 1998 (AS 1998 1440).

141 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 28. Sept. 2001, in Kraft seit 1. Jan. 2002 (AS 2001 2719).

3. Abschnitt: Informationshinweise

Art. 57 Grundsätze  

1 Si­gna­le mit In­for­ma­ti­ons­hin­wei­sen sind recht­e­ckig oder qua­dra­tisch. Sie ha­ben in der Re­gel auf blau­em Grund ein schwar­zes Sym­bol in ei­nem weis­sen In­nen­feld.

2 Die Si­gna­le ste­hen, un­ter Vor­be­halt ab­wei­chen­der Be­stim­mun­gen für ein­zel­ne Si­gna­le, bei der Zu­fahrt zur Ein­rich­tung, zum Ge­bäu­de oder dort, wo die an­ge­zeig­te Dienst­leis­tung er­bracht wird oder der ent­spre­chen­de Hin­weis gilt.

3 So­weit Vor­si­gna­le nö­tig oder vor­ge­schrie­ben sind, ste­hen sie, mit bei­ge­füg­ter «Dis­tanz­ta­fel» (5.01), wie folgt vor der ent­spre­chen­den Stel­le:

a.
in­ner­orts min­des­tens 50 m;
b.
aus­ser­orts min­des­tens 150 m;
c.
auf Au­to­bah­nen und Au­to­stras­sen nach Ar­ti­kel 89.
Art. 58 Anzeige des Strassenzustandes  

1 Das Si­gnal «Stras­sen­zu­stand» (4.75) zeigt den Zu­stand von Pass­stras­sen und Zu­fahr­ten zu Win­ter­sport­plät­zen usw. an, die zeit­wei­lig nicht oder nur mit Schnee­ket­ten be­fahr­bar sind. Als Vor­si­gnal dient das Si­gnal «Vor­ori­en­tie­rung über den Stras­sen­zu­stand» (4.76).

2 Das Si­gnal «Stras­sen­zu­stand» steht beim Be­ginn der ent­spre­chen­den Stre­cke, das Si­gnal «Vor­ori­en­tie­rung über den Stras­sen­zu­stand» auf den Zu­fahrtss­tras­sen zu sol­chen Stre­cken, spä­tes­tens bei der letz­ten Um­fah­rungs­mög­lich­keit.

3 Die Si­gna­le nen­nen den Pass oder das Ziel und ent­hal­ten dar­un­ter oder da­ne­ben die An­ga­ben über den Stras­sen­zu­stand. Wer­den Zwi­schen­zie­le an­ge­ge­ben, gilt die An­ga­be des Stras­sen­zu­stan­des nur bis zu dem un­mit­tel­bar dar­über- oder da­ne­ben­­ste­hen­den Ziel.

4 Auf den Si­gna­len be­deu­ten:

a.
ro­tes Feld: Stras­se ge­schlos­sen;
b.
grü­nes Feld: Stras­se of­fen;
c.
weis­ses Feld mit dem Sym­bol des Si­gnals «Schnee­ket­ten ob­li­ga­to­risch» (2.48): Schnee­ket­ten aus Me­tall oder ähn­li­che vom ASTRA be­wil­lig­te Vor­rich­tun­gen aus an­de­rem Ma­te­ri­al vor­ge­schrie­ben (Art. 29);
d.
weis­ses Feld mit den Sym­bo­len des Si­gnals «Schleu­der­ge­fahr» (1.05) und der Zu­satz­ta­fel «Ver­eis­te Fahr­bahn» (5.13): Schnee­glät­te oder ver­eis­te Fahr­bahn.

5 Wer­den die Si­gna­le zur An­zei­ge gross­räu­mi­ger Um­lei­tun­gen ver­wen­det, ist ihr Grund oran­ge, die Schrift schwarz.

Art. 59 Anzeige der Fahrstreifen, Freigabe des Pannenstreifens 142  

1 Das Si­gnal «An­zei­ge der Fahr­strei­fen» (4.77) zeigt Zahl, Ver­lauf und ge­ge­be­nen­falls die Ver­min­de­rung oder Ver­meh­rung der Fahr­strei­fen an. Die Pfei­le zei­gen die Fahr­strei­fen und sind schwarz; der Grund der Ta­fel ist weiss. Bei kurz­fris­ti­ger Si­gna­li­sa­ti­on kann das Sym­bol des Si­gnals 4.77 auf weis­sem drei­e­cki­gem Falt­si­gnal dar­ge­stellt wer­den.

2 Das Si­gnal «Frei­ga­be des Pan­nen­strei­fens» (4.77.2) zeigt an, dass der Pan­nen­strei­fen be­fah­ren wer­den darf.

3 Gilt ei­ne Vor­schrift oder die An­kün­di­gung ei­ner Ge­fahr nur für be­stimm­te Strei­fen, so wird das zu­tref­fen­de Si­gnal in der Mit­te des Pfeils ab­ge­bil­det, der den ent­spre­chen­den Strei­fen dar­stellt («An­zei­ge von Fahr­strei­fen mit Be­schrän­kun­gen»; 4.77.1).

4 Für die Auf­stel­lung des Si­gna­les «An­zei­ge der Fahr­strei­fen» auf Au­to­bah­nen und Au­to­stras­sen gilt Ar­ti­kel 89 Ab­satz 2.

142 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 24. Ju­ni 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 2459).

Art. 60143  

143Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 25. Jan. 1989, mit Wir­kung seit 1. Mai 1989 (AS 1989 438).

Art. 61 Anzeige der allgemeinen Höchstgeschwindigkeiten 144  

Mit dem Si­gnal «An­zei­ge der all­ge­mei­nen Höchst­ge­schwin­dig­kei­ten» (4.93) wer­den Füh­rer in der Nä­he der Grenz­über­gän­ge über die in der Schweiz gel­ten­den all­ge­mei­nen Höchst­ge­schwin­dig­kei­ten ori­en­tiert.

144 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Aug. 2005, in Kraft seit 1. März 2006 (AS 20054495).

Art. 62 Verschiedene Hinweise  

1 Die Si­gna­le «Zelt­platz» (4.79), «Wohn­wa­gen­platz» (4.80), «Te­le­fon» (4.81), «Ers­te Hil­fe» (4.82), «Tank­stel­le» (4.84), «Ho­tel-Mo­tel» (4.85), «Re­stau­rant» (4.86), «Er­fri­schun­gen» (4.87), «In­for­ma­ti­ons­stel­le» (4.88), «Ju­gend­her­ber­ge» (4.89), «Ra­dio-Ver­kehrs­in­for­ma­ti­on» (4.90), «Got­tes­dienst» (4.91) und «Feu­er­lö­scher» (4.92) wei­sen auf die ent­spre­chen­den Dienst­leis­tun­gen, Ein­rich­tun­gen oder Ge­bäu­de hin.145

2 Die Sym­bo­le der Si­gna­le «Zelt­platz» und «Wohn­wa­gen­platz» kön­nen ge­ge­be­nen­falls im weis­sen In­nen­feld ei­ner Ta­fel auf­ge­führt wer­den.

3 Dem Si­gnal «Te­le­fon» wer­den auf blau­em Grund un­ter dem Sym­bol die Buch­sta­ben SOS bei­ge­fügt, wenn es sich um ei­ne Not­ruf­ein­rich­tung han­delt.

4 Die Si­gna­le «Ho­tel-Mo­tel», «Re­stau­rant» und «Er­fri­schun­gen» wer­den nur auf­ge­stellt, wo die Stras­sen­be­nüt­zer ent­spre­chen­de Ein­rich­tun­gen oder Ge­bäu­de schwer er­ken­nen oder fin­den kön­nen; die Na­men der Be­trie­be dür­fen nicht auf­ge­führt wer­den.

5 Das Si­gnal «Ra­dio-Ver­kehrs­in­for­ma­ti­on» nennt den Sen­der mit na­tio­na­lem Pro­gramm und die Fre­quenz, auf dem der Füh­rer Ra­dio-Ver­kehrs­in­for­ma­tio­nen emp­fan­gen kann. Aus­ser­halb von Au­to­bah­nen und Au­to­stras­sen (Art. 89 Abs. 3) darf es nur auf­ge­stellt wer­den, wo der Fre­quenz­be­reich wech­selt.146

6 Für die Auf­stel­lung der Si­gna­le auf Au­to­bah­nen und Au­to­stras­sen gilt Ar­ti­kel 89 Ab­sät­ze 1 und 3.

7 Das Si­gnal «Rich­tung und Ent­fer­nung zum nächs­ten Not­aus­gang» (4.94) weist auf den nächs­ten Not­aus­gang hin; in Tun­neln wird es min­des­tens al­le 50 m auf ei­ner Hö­he von 1 bis 1,5 m über der Fahr­bahn an der Tun­nel­wand an­ge­bracht. Das Si­gnal «Not­aus­gang» (4.95) zeigt die La­ge ei­nes Not­aus­gangs und wird un­mit­tel­bar bei die­sem an­ge­bracht.147

145 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 24. Ju­ni 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 2459).

146Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. Jan. 1989, in Kraft seit 1. Mai 1989 (AS 1989 438).

147 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 17. Aug. 2005, in Kraft seit 1. März 2006 (AS 20054495).

6. Kapitel: Ergänzende Angaben zu Signalen

Art. 63 Grundsätze  

1 Er­gän­zen­de An­ga­ben zu ei­nem Si­gnal ste­hen auf ei­ner recht­e­cki­gen Zu­satz­ta­fel. Der Grund ist weiss, die Schrift und all­fäl­li­ge Sym­bo­le sind schwarz. Bei Ma­trix­si­gna­len kön­nen der Grund schwarz, die Schrift und Sym­bo­le weiss sein. Zu­satz­­ta­feln wer­den in der Re­gel un­ter den Si­gna­len an­ge­bracht; vor­be­hal­ten bleibt Ar­ti­kel 101 Ab­satz 7.148

2 Bei den Hin­weis­si­gna­len (Kap. 5) mit blau­em Grund wer­den nö­ti­gen­falls ein­fa­che Zu­sät­ze (wie An­ga­be von Ent­fer­nung und Rich­tung) in weis­ser Schrift oder mit weis­sem Sym­bol an­ge­ge­ben.

3 An­wei­sun­gen auf ei­ner Zu­satz­ta­fel sind ver­bind­lich wie Si­gna­le. ...149

148Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. Jan. 1989, in Kraft seit 1. Mai 1989 (AS 1989 438).

149 Zwei­ter Satz auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 1. April 1998, mit Wir­kung seit 1. Ju­ni 1998 (AS 1998 1440).

Art. 64 Allgemein verwendbare Zusatztafeln  

1 Zur An­ga­be der Ent­fer­nung zur Ge­fah­renstel­le oder zur Stel­le, wo ei­ne Vor­schrift gilt, wird die «Di­stanz­ta­fel» (5.01) ver­wen­det. Ein Hin­weis auf Ent­fer­nung und Rich­tung wird mit der Zu­satz­ta­fel «An­zei­ge von Ent­fer­nung und Rich­tung» (5.02) an­ge­zeigt.

2 Die Län­ge der Stre­cke, auf der ei­ne Ge­fahr be­steht, ei­ne Vor­schrift gilt oder ein Hin­weis zu be­ach­ten ist, wird mit der Zu­satz­ta­fel «Stre­cken­län­ge» (5.03) an­ge­ge­ben.

3 Wie­der­ho­lungs­si­gna­le wer­den mit der «Wie­der­ho­lungs­ta­fel» (5.04) ge­kenn­zeich­net. Bei Si­gna­len für den ru­hen­den Ver­kehr wer­den Be­ginn und En­de mit der «An­fangs­ta­fel» (5.05) und der «En­de­ta­fel» (5.06) an­ge­zeigt.

4 Die «Rich­tungs­ta­fel» (5.07) mit Pfeil nach links oder rechts weist auf die Stel­le, wo ei­ne Ge­fahr be­steht, ei­ne Vor­schrift gilt oder ein Hin­weis zu be­ach­ten ist. Sie wird na­ment­lich ver­wen­det:

a.
bei den Si­gna­len «Rad­weg» (2.60), «Fuss­weg» (2.61) und «Reit­weg» (2.62), wenn ein sol­cher Weg auf der an­dern Stras­sen­sei­te be­nützt wer­den muss (Art. 33);
b.
bei den Si­gna­len «Par­kie­ren ver­bo­ten» (2.50) oder «Par­kie­ren ge­stat­tet» (4.17) zur An­zei­ge der Rich­tung, in der sich ei­ne nicht zum Par­kie­ren die­nen­de Flä­che oder ein Park­platz er­streckt.

5 Mit­tels ei­ner Zu­satz­ta­fel kann der Gel­tungs­be­reich von Si­gna­len kon­kre­ti­siert wer­den. Ei­ne Zu­satz­ta­fel:

a.
mit ei­nem Sym­bol oder ei­ner ent­spre­chen­den Auf­schrift be­deu­tet, dass das Si­gnal, dem die Ta­fel bei­ge­fügt ist, nur für die auf ihr dar­ge­stell­te Ver­kehrs­art gilt; vor­be­hal­ten blei­ben die Ar­ti­kel 15 Ab­satz 1 und 46 Ab­satz 2;
b.
mit dem Wort «aus­ge­nom­men» oder «ge­stat­tet» in Ver­bin­dung mit ei­nem Sym­bol oder ei­ner Auf­schrift be­deu­tet, dass das Si­gnal, dem die Ta­fel bei­ge­fügt ist, für die ent­spre­chen­de Ver­kehrs­art nicht gilt.150

6 Die An­ga­be «Rad­fah­rer» auf ei­ner Zu­satz­ta­fel um­fasst Füh­rer von Fahr­rä­dern und Mo­tor­fahr­rä­dern mit ei­ner bau­art­be­ding­ten Höchst­ge­schwin­dig­keit bis 20 km/h und ei­ner all­fäl­li­gen Tret­un­ter­stüt­zung, die bis ma­xi­mal 25 km/h wirkt, so­wie die Füh­rer der üb­ri­gen Mo­tor­fahr­rä­der, so­fern de­ren Mo­tor ab­ge­stellt ist.151

7 Die auf Zu­satz­ta­feln ver­wend­ba­ren Sym­bo­le und ih­re Be­deu­tung wer­den in An­hang 2 Zif­fer 5 auf­ge­führt.152

150 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 1. April 1998, in Kraft seit 1. Ju­ni 1998 (AS 1998 1440).

151 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. März 2012, in Kraft seit 1. Ju­li 2012 (AS 2012 1823).

152 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 1. April 1998, in Kraft seit 1. Ju­ni 1998 (AS 1998 1440).

Art. 65 Zusatztafeln zu bestimmten Signalen  

1 Die den Si­gna­len «Stop» (3.01), «Kein Vor­tritt» (3.02) und «Haupt­stras­se» (3.03) bei­ge­füg­te Zu­satz­ta­fel «Rich­tung der Haupt­stras­se» (5.09) zeigt den Ver­lauf ei­ner die Rich­tung än­dern­den Haupt­stras­se an.153 In Ver­bin­dung mit den Si­gna­len «Stop» und «Kein Vor­tritt» kün­digt sie dem Füh­rer auf der Stras­se, de­ren Vor­tritt auf­ge­ho­ben ist, an, dass er den Fahr­zeu­gen den Vor­tritt las­sen muss, die auf der Haupt­stras­se ver­blei­ben oder die­se ver­las­sen. Der brei­te Strich stellt die Haupt­stras­se dar.

2 Zeit­wei­li­ge Aus­nah­men vom Hal­te- oder Par­kie­rungs­ver­bot (2.49; 2.50) wer­den auf bei­ge­füg­ter Zu­satz­ta­fel «Aus­nah­men vom Hal­te­ver­bot» (5.10) und «Aus­nah­men vom Par­kie­rungs­ver­bot» (5.11) an­ge­zeigt.

3 Die den Si­gna­len «Schran­ken» (1.15) und «Bahn­über­gang oh­ne Schran­ken» (1.16) bei­ge­füg­te Zu­satz­ta­fel «Blink­licht» (5.12) kenn­zeich­net Bahn­über­gän­ge mit Blink­licht­si­gna­len.154

4 Die Zu­satz­ta­fel «Ver­eis­te Fahr­bahn» (5.13) warnt den Füh­rer vor Schnee­glät­te oder ver­eis­ter Fahr­bahn. Sie wird na­ment­lich dem Si­gnal «Schleu­der­ge­fahr» (1.05) bei­ge­fügt und ent­fernt oder ab­ge­deckt, so­bald nicht mehr mit Schnee­glät­te oder Eis­bil­dung zu rech­nen ist.

5 Um ein­zel­ne Park­fel­der für geh­be­hin­der­te Per­so­nen zu re­ser­vie­ren, wird bei den be­tref­fen­den Fel­dern dem Si­gnal «Par­kie­ren ge­stat­tet» (4.17) die Zu­satz­ta­fel «Geh­be­hin­der­te» (5.14) bei­ge­fügt; zum Par­kie­ren be­rech­tigt ist dort nur, wer geh­be­hin­dert ist oder ei­ne geh­be­hin­der­te Per­son be­glei­tet. Die «Park­kar­te für be­hin­der­te Per­so­nen» (An­hang 3 Ziff. 2) ist gut sicht­bar hin­ter der Front­schei­be an­zu­brin­gen.155

6 Die dem Si­gnal «Eng­pass» (1.07) bei­ge­füg­te Zu­satz­ta­fel «Fahr­bahn­brei­te» (5.15) gibt die Brei­te der Fahr­bahn an ih­rer schmäls­ten Stel­le an.

7 Die dem Si­gnal «An­de­re Ge­fah­ren» (1.30) bei­ge­füg­te Zu­satz­ta­fel «Schiess­lärm» (5.16) warnt vor über­ra­schen­dem Ge­schütz­lärm.

8 Ins­be­son­de­re zur Schul­weg­si­che­rung kann auf re­la­tiv stark be­fah­re­nen Stras­sen am Be­ginn ei­nes schwach be­gan­ge­nen Trot­toirs das Si­gnal «Fuss­weg» (2.61) mit der Zu­satz­ta­fel «ge­stat­tet» an­ge­bracht wer­den. Das Trot­toir darf dann von Fahr­rä­dern und Mo­tor­fahr­rä­dern mit ei­ner bau­art­be­ding­ten Höchst­ge­schwin­dig­keit bis 20 km/h und ei­ner all­fäl­li­gen Tret­un­ter­stüt­zung die bis ma­xi­mal 25 km/h wirkt, mit­be­nützt wer­den. Die Füh­rer der üb­ri­gen Mo­tor­fahr­rä­der dür­fen das Trot­toir nur mit ab­ge­stell­tem Mo­tor mit­be­nüt­zen. Es gel­ten die Be­stim­mun­gen über ge­mein­sa­me Be­nüt­zung nach Ar­ti­kel 33 Ab­satz 4. Das En­de der Be­rech­ti­gung kann da­durch an­ge­zeigt wer­den, dass die dem Si­gnal 2.61 bei­ge­füg­te Zu­satz­ta­fel «ge­stat­tet» mit drei schwar­zen Dia­go­nal­stri­chen von links un­ten nach rechts oben durch­ge­stri­chen wird.156

9 Die dem Si­gnal «All­ge­mei­nes Fahr­ver­bot in bei­den Rich­tun­gen» (2.01) bei­ge­füg­te Zu­satz­ta­fel «Zoll­ab­fer­ti­gung mit Sicht­de­kla­ra­ti­on» (5.54) zeigt an, dass die­ser Fahr­strei­fen nur von Fahr­zeug­füh­rern mit Sicht­de­kla­ra­ti­on be­nützt wer­den darf.157

10 Ei­ne dem Si­gnal «Ver­bot für Last­wa­gen» (2.07) bei­ge­füg­te Zu­satz­ta­fel mit dem Wort «aus­ge­nom­men» und dem Sym­bol «S-Ver­kehr» (5.55) zeigt an, dass Fahr­zeu­ge und Fahr­zeug­kom­bi­na­tio­nen, die vor­ne und hin­ten mit dem ent­spre­chen­den Zei­chen nach An­hang 4 VTS158 ver­se­hen sind, von der si­gna­li­sier­ten Be­schrän­kung aus­ge­nom­men sind.159

11 Das auf Weg­wei­sern an­ge­brach­te Sym­bol «Spi­tal mit Not­fall­sta­ti­on» (5.56) weist auf ein Akut­spi­tal mit 24-Stun­den-Not­fal­l­auf­nah­me hin.160

12 Die dem Si­gnal «Ab­stell­platz für Pan­nen­fahr­zeu­ge» (4.16) bei­ge­füg­te Zu­satz­ta­fel mit dem Sym­bol «Not­fall­tele­fon» (5.57) oder dem Sym­bol «Feu­er­lö­scher» (5.58) zeigt an, dass der Ab­stell­platz ent­spre­chend aus­ge­rüs­tet ist.161

13 Die den Si­gna­len «Par­kie­ren ge­stat­tet» (4.17), «Par­kie­ren mit Park­schei­be» (4.18) und «Par­kie­ren ge­gen Ge­bühr» (4.20) bei­ge­füg­te Zu­satz­ta­fel mit dem Sym­bol «La­de­sta­ti­on» (5.42) zeigt an, dass die be­trof­fe­ne Flä­che nur für den La­de­vor­gang von Fahr­zeu­gen mit elek­tri­schem An­trieb ver­wen­det wer­den darf.162

14 Die dem Si­gnal «Par­kie­ren ver­bo­ten» (2.50) bei­ge­füg­te Zu­satz­ta­fel «ge­stat­tet» zeigt an, dass die be­trof­fe­ne Flä­che für den La­de­vor­gang von Fahr­zeu­gen mit elek­tri­schem An­trieb ver­wen­det wer­den darf.163

153Fas­sung ge­mä­ss An­hang 1 Ziff. II 5 der V vom 19. Ju­ni 1995 über die tech­ni­schen An­for­de­run­gen an Stras­sen­fahr­zeu­ge, in Kraft seit 1. Okt. 1995 (AS 1995 4425).

154 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 1 der V vom 12. Nov. 2003, in Kraft seit 14. Dez. 2003 (AS 2003 4289).

155 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 24. Ju­ni 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 2459).

156 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 1. April 1998 (AS 1998 1440). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 24. Ju­ni 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 2459).

157 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 1. April 1998, in Kraft seit 1. Ju­ni 1998 (AS 1998 1440).

158SR 741.41

159 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 20. Sept. 2002, in Kraft seit 23. Sept. 2002 (AS 2002 3174).

160 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 17. Aug. 2005, in Kraft seit 1. März 2006 (AS 20054495).

161 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 17. Aug. 2005, in Kraft seit 1. März 2006 (AS 20054495).

162 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 20. Mai 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 2145).

163 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 20. Mai 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 2145).

7. Kapitel: Zeichen und Weisungen der Polizei

Art. 66 Art und Bedeutung der Zeichen  

1 Wenn der Ver­kehr durch die Po­li­zei ge­re­gelt wird, ha­ben die Stras­sen­be­nüt­zer de­ren Zei­chen ab­zu­war­ten, aus­ser wenn sie sich in ei­ner fah­ren­den Ko­lon­ne be­fin­den und so­lan­ge kein Hal­te­zei­chen ge­ge­ben wird. Die Hand­zei­chen be­deu­ten:

a.
Hoch­hal­ten ei­nes Ar­mes:

Halt vor der Ver­zwei­gung für al­le Rich­tun­gen;

b.
Aus­stre­cken ei­nes Ar­mes:

Halt für den Ver­kehr von hin­ten;

c.
seit­li­ches Aus­stre­cken bei­der Ar­me:

Halt für den Ver­kehr von hin­ten und vorn;

d.
Her­an­win­ken:

Freie Fahrt in der ent­spre­chen­den Rich­tung;

e.
Auf- und Ab­be­we­gen des Ar­mes:

Ver­lang­sa­men der Fahrt.

2 Vor­be­hal­ten blei­ben be­son­de­re Hand­zei­chen für Fuss­gän­ger und Fahr­zeu­ge im öf­fent­li­chen Li­ni­en­ver­kehr.

3 Zur Ver­deut­li­chung der Hand­zei­chen kann ein weis­ser Stab, nachts oder wenn die Wit­te­rung es er­for­dert, ei­ne Stab­lam­pe mit weis­sem oder gel­bem Licht ver­wen­det wer­den.

4 Die Hand­zei­chen kön­nen auch bei der Er­fül­lung an­de­rer po­li­zei­li­cher Auf­ga­ben (z.B. Ver­kehrs­kon­trol­len) ge­ge­ben wer­den. Das Ge­bot zum Hal­ten wird nachts oder wenn die Wit­te­rung es er­for­dert mit ei­ner Stab­lam­pe oder Kel­le mit ro­tem Licht an­ge­zeigt; die Wei­sung zur Wei­ter­fahrt kann mit den glei­chen Hilfs­mit­teln ge­ge­ben wer­den. Die Kel­le kann die Auf­schrift «Po­li­zei» tra­gen.164

5 Das Ge­bot zum Hal­ten wird im Wei­te­ren ge­ge­ben:

a.165
durch Schü­ler-, Werk- und Ka­det­ten-Ver­kehrs­diens­te bei der Ver­kehrs­re­ge­lung mit ei­ner re­flek­tie­ren­den Kel­le in Form und Aus­ge­stal­tung des Si­gnals «All­ge­mei­nes Fahr­ver­bot in bei­den Rich­tun­gen» (2.01), nachts oder wenn die Wit­te­rung es er­for­dert, mit ei­ner Stab­lam­pe oder Kel­le mit ro­tem Licht;
b.
durch das Be­triebs­per­so­nal bei Schie­nen­über­gän­gen mit ei­ner ro­ten oder rot-weis­sen Flag­ge, nachts oder wenn die Wit­te­rung es er­for­dert mit ei­nem ro­ten Licht;
c.
durch das Per­so­nal bei Stras­sen­bau­stel­len mit ei­ner re­flek­tie­ren­den Kel­le in Form und Aus­ge­stal­tung der Si­gna­le «Ein­fahrt ver­bo­ten» (2.02) oder «All­ge­mei­nes Fahr­ver­bot in bei­den Rich­tun­gen» (2.01) oder mit ei­ner ro­ten oder rot-weis­sen Flag­ge.166 Für Dreh­kel­len bei Bau­stel­len gilt Ar­ti­kel 80 Ab­satz 4.

164Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. Jan. 1989, in Kraft seit 1. Mai 1989 (AS 1989 438).

165Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 12. Fe­br. 1992, in Kraft seit 15. März 1992 (AS 1992 514).

166AS 1980 449

Art. 67 Verbindlichkeit der Zeichen und Weisungen  

1 Für das Ver­hal­ten auf der Stras­se ver­bind­lich sind die Zei­chen und Wei­sun­gen:

a.
der uni­for­mier­ten An­ge­hö­ri­gen der Po­li­zei und Hilfs­po­li­zei;
b.167
der mi­li­tä­ri­schen Ver­kehrs­or­ga­ne, der uni­for­mier­ten An­ge­hö­ri­gen der Feu­er­wehr und des Zi­vil­schut­zes;
c.
der ge­kenn­zeich­ne­ten An­ge­hö­ri­gen der Schü­ler-, Werk- und Ka­det­ten-Ver­kehrs­diens­te;
d.
des Per­so­nals bei Stras­sen­bau­stel­len;
e.168
der Zoll­or­ga­ne bei den Zoll­stel­len und, für Zoll­kon­trol­len, im grenz­na­hen Ge­biet so­wie des im Rah­men des Voll­zugs des Na­tio­nal­stras­sen­ab­ga­be­ge­set­zes vom 19. März 2010169 bei den Zoll­stel­len ein­ge­setz­ten und ge­kenn­zeich­ne­ten Ver­kaufs- und Kon­troll­per­so­nals;
f.
des Be­triebs­per­so­nals bei Schie­nen­über­gän­gen;
g.
der Füh­rer von Fahr­zeu­gen im öf­fent­li­chen Li­ni­en­ver­kehr auf Berg­post­stras­sen (Art. 38 Abs. 3 VRV170);
h.171
der ge­kenn­zeich­ne­ten An­ge­hö­ri­gen pri­va­ter Ver­kehrs­diens­te;
i.172
des Per­so­nals von ge­kenn­zeich­ne­ten Be­gleit­fahr­zeu­gen von Aus­nah­me­fahr­zeu­gen und Aus­nah­me­trans­por­ten.

2 Die Zei­chen und Wei­sun­gen an­de­rer Per­so­nen sind zu be­fol­gen, wenn sie zur Ab­wen­dung ei­ner Ge­fahr oder zur Re­ge­lung ei­ner schwie­ri­gen Ver­kehrs­la­ge ge­ge­ben wer­den.

3 Die Ver­kehrs­re­ge­lung durch Schü­ler-, Werk- und Ka­det­ten-Ver­kehrs­diens­te (Abs. 1 Bst. c), durch pri­va­te Ver­kehrs­diens­te (Abs. 1 Bst. h) so­wie durch das Per­so­nal von ge­kenn­zeich­ne­ten Be­gleit­fahr­zeu­gen (Abs. 1 Bst. i) be­darf der Be­wil­li­gung der kan­to­na­len Po­li­zei­be­hör­de. Die­se trifft die er­for­der­li­chen An­ord­nun­gen; sie kann ih­re Be­fug­nis­se an die ört­li­chen Po­li­zei­be­hör­de de­le­gie­ren.173

167Fas­sung ge­mä­ss Ziff. IV der V vom 7. April 1982, in Kraft seit 1. Mai 1982 (AS 1982 531).

168Fas­sung ge­mä­ss Art. 11 Ziff. 2 der Na­tio­nal­stras­sen­ab­ga­be­ver­ord­nung 24. Aug. 2011, in Kraft seit 1. Dez. 2011 (AS 2011 4111).

169 SR 741.71

170SR 741.11

171 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 17. Aug. 2005 (AS 20054495). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. März 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2007 (AS2007 2105).

172 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS2016 5131).

173 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS2016 5131).

8. Kapitel: Lichtsignale sowie ergänzende Angaben zu Lichtsignalen 174

174 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 20. Mai 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 2145).

Art. 68 Art und Bedeutung der Lichtsignale  

1 Licht­si­gna­le ge­hen den all­ge­mei­nen Vor­tritts­re­geln, den Vor­tritts­si­gna­len und Mar­kie­run­gen vor.175

1bis Ro­tes Licht be­deu­tet «Halt». Er­scheint im ro­ten Licht ein schwar­zer Kon­tur­pfeil, gilt das Hal­te­ge­bot nur für die an­ge­zeig­te Rich­tung. Ro­tes Blink­licht wird nur bei Bahn­über­gän­gen ver­wen­det (Art. 93 Abs. 2).176

2 Grü­nes Licht gibt den Ver­kehr frei. Ab­bie­gen­de Fahr­zeu­ge müs­sen dem Ge­gen­ver­kehr (Art. 36 Abs. 3 SVG) und den Fuss­gän­gern oder Be­nüt­zern von fahr­zeu­g­ähn­li­chen Ge­rä­ten auf der Quer­stras­se den Vor­tritt las­sen (Art. 6 Abs. 2 VRV177).178

3 Grü­ne Pfei­le ge­stat­ten den Ver­kehr in der an­ge­zeig­ten Rich­tung. Blinkt da­ne­ben gleich­zei­tig ein gel­bes Licht, müs­sen ab­bie­gen­de Fahr­zeu­ge dem Ge­gen­ver­kehr (Art. 36 Abs. 3 SVG) und den Fuss­gän­gern oder Be­nüt­zern von fahr­zeu­g­ähn­li­chen Ge­rä­ten auf der Quer­stras­se den Vor­tritt las­sen (Art. 6 Abs. 2 VRV).179

4 Gel­bes Licht be­deu­tet:

a.
wenn es auf das grü­ne Licht folgt: Halt für Fahr­zeu­ge, die noch vor der Ver­zwei­gung hal­ten kön­nen;
b.
wenn es zu­sam­men mit ro­tem Licht er­scheint: Sich für die Wei­ter­fahrt be­reit­hal­ten und die Frei­ga­be des Ver­kehrs durch das grü­ne Licht ab­war­ten.

5 Er­scheint im gel­ben Licht ein schwar­zer Kon­tur­pfeil, gilt es nur für die an­ge­zeig­te Rich­tung.

6 Gel­bes Blink­licht (Art. 70 Abs. 1) mahnt den Füh­rer zu be­son­de­rer Vor­sicht.

7 Lich­ter mit Fuss­gän­ger­sym­bol rich­ten sich an Fuss­gän­ger; die­se dür­fen die Fahr­bahn oder den Gleis­be­reich nur be­tre­ten, wenn das Sym­bol grün auf­leuch­tet. Be­ginnt es zu blin­ken oder er­scheint ein gel­bes Zwi­schen­licht oder so­fort das ro­te Licht, müs­sen die Fuss­gän­ger die Fahr­bahn oder den Gleis­be­reich oh­ne Ver­zug ver­las­sen.180

8 Lich­ter mit Fahr­rad­sym­bol rich­ten sich an Füh­rer von Fahr­rä­dern und Mo­tor­fahr­rä­dern. Für die Be­deu­tung der Lich­ter gel­ten die Ab­sät­ze 1–4.181

9 Schwar­ze Pfei­le auf weis­ser Zu­satz­ta­fel un­ter Licht­si­gna­len zei­gen an, dass die­se nur für die an­ge­zeig­te Rich­tung gel­ten.

175 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Aug. 2005, in Kraft seit 1. März 2006 (AS 20054495).

176 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 17. Aug. 2005, in Kraft seit 1. März 2006 (AS 20054495).

177SR 741.11

178 Fas­sung des zwei­ten Sat­zes ge­mä­ss Ziff. I der V vom 15. Mai 2002, in Kraft seit 1. Aug. 2002 (AS 2002 1935).

179 Fas­sung des zwei­ten Sat­zes ge­mä­ss Ziff. I der V vom 15. Mai 2002, in Kraft seit 1. Aug. 2002 (AS 2002 1935).

180 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 1 der V vom 12. Nov. 2003, in Kraft seit 14. Dez. 2003 (AS 2003 4289).

181Zwei­ter Satz ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 7. März 1994, in Kraft seit 1. April 1994 (AS 1994 1103).

Art. 69 Besondere Lichtsignale  

1 ...182

2 Weis­se Lich­ter in be­son­de­rer An­ord­nung (Art. 70 Abs. 8) rich­ten sich aus­schlies­s­lich an die Füh­rer von Fahr­zeu­gen im öf­fent­li­chen Li­ni­en­ver­kehr; sie sind für die­se ver­bind­lich.

3 Zur Re­ge­lung des Ver­kehrs auf Stras­sen mit meh­re­ren Fahr­strei­fen, zur zeit­wei­li­gen Sper­rung ein­zel­ner Fahr­strei­fen oder zur zeit­wei­li­gen Frei­ga­be des Pan­nen­strei­fens wird fol­gen­des Sys­tem von über der Fahr­bahn an­ge­brach­ten Licht­si­gna­len ver­wen­det («Licht­si­gnal-Sys­tem für die zeit­wei­li­ge Re­gu­lie­rung von Fahr­strei­fen»; 2.65):

a.
Grü­ne, senk­recht nach un­ten ge­rich­te­te Pfei­le be­deu­ten, dass der Ver­kehr auf dem be­tref­fen­den Strei­fen ge­stat­tet ist; sie müs­sen er­lö­schen, so­bald dort ro­te, ge­kreuz­te Schräg­bal­ken oder gelb blin­ken­de Pfei­le er­schei­nen.
b.
Gelb blin­ken­de, schräg nach un­ten ge­rich­te­te Pfei­le be­deu­ten, dass der Füh­rer den be­tref­fen­den Strei­fen bald­mög­lichst in der an­ge­zeig­ten Rich­tung ver­las­sen muss.
c.
Ro­te, ge­kreuz­te Schräg­bal­ken (ro­tes Kreuz) be­deu­ten, dass der be­tref­fen­de Strei­fen ge­sperrt ist; der Füh­rer muss den Strei­fen ver­las­sen und auf ei­nem Strei­fen wei­ter­fah­ren, auf dem grü­ne Pfei­le den Ver­kehr ge­stat­ten.183

4 Zur Vor­an­kün­di­gung des «Licht­si­gnal-Sys­tems für die zeit­wei­li­ge Sper­rung von Fahr­strei­fen» kann das Si­gnal «Licht­si­gna­le» (1.27) ver­wen­det wer­den.

182 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 24. Ju­ni 2015, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 2459).

183 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 24. Ju­ni 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 2459).

Art. 69a Zusatztafeln zu Lichtsignalen 184  

1 Ist ne­ben dem ro­ten Licht das Si­gnal «Rechts­ab­bie­gen für Rad­fah­rer ge­stat­tet» (5.18) an­ge­bracht, so dür­fen Rad­fah­rer und Mo­tor­fahr­rad­fah­rer bei Rot nach rechts ab­bie­gen. Die Kom­bi­na­ti­on aus ro­tem Licht und der Si­gnal­ta­fel be­deu­tet für die zum Rechts­ab­bie­gen Be­rech­tig­ten «Kein Vor­tritt» (Art. 36 Abs. 2).

2 Das Si­gnal «Rechts­ab­bie­gen für Rad­fah­rer ge­stat­tet» (5.18) darf nur dann ne­ben dem ro­ten Licht an­ge­bracht wer­den, wenn die Ver­kehrs­si­cher­heit ge­währ­leis­tet ist. Der ent­spre­chen­de Fahr­strei­fen muss einen Rad­strei­fen auf­wei­sen so­wie ei­ne gel­be Hal­te­li­nie, die nach der für den üb­ri­gen Fahr­zeug­ver­kehr gel­ten­den weis­sen Hal­te­li­nie mar­kiert ist. Kein Rad­strei­fen ist nö­tig, wenn:

a.
ein se­pa­ra­ter Fahr­strei­fen zum Rechts­ab­bie­gen be­steht oder den an­de­ren Fahr­zeu­gen das Rechts­ab­bie­gen nicht ge­stat­tet ist; und
b.
der Fahr­strei­fen über ei­ne aus­rei­chen­de Brei­te ver­fügt.

184 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 20. Mai 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 2145).

Art. 70 Ausgestaltung und Verwendung der Lichtsignale  

1 Gel­bes Blink­licht zur War­nung der Stras­sen­be­nüt­zer (Art. 68 Abs. 6) ist nur zu­läs­sig:

a.
in Ver­bin­dung mit ei­nem grü­nen Pfeil (Art. 68 Abs. 3);
b.185
bei aus­ge­schal­te­ten Licht­si­gnal­an­la­gen;
c.186
bei Bau­stel­len;
d.
vor ge­fähr­li­chen Hin­der­nis­sen auf der Fahr­bahn;
e.
bei Fuss­gän­ger­strei­fen (Art. 77), In­sel­pfos­ten und der­glei­chen;
f.
am Rand von Au­to­bah­nen bei Un­fäl­len, Ver­kehrs­sto­ckun­gen, Ne­bel, Glatt­eis und ähn­li­chen Ge­fah­ren;
g.187
...

2 Gel­bes Dreh­licht ist un­zu­läs­sig.

3 Un­zu­läs­sig sind ro­te Lich­ter für sich al­lein, ro­te Pfei­le, Am­peln oh­ne ro­tes Licht und, aus­ge­nom­men bei Bahn­über­gän­gen (Art. 93), Blink­licht­si­gna­le. Grü­ne Lich­ter für sich al­lein sind nur als Wie­der­ho­lungs­si­gna­le zu­läs­sig.188

4 Am­peln mit ro­tem und gel­bem, je­doch oh­ne grü­nes Licht dür­fen nur in Aus­nah­me­fäl­len ver­wen­det wer­den, na­ment­lich bei Feu­er­wehr­ga­ra­gen, bei Bau­stel­len, bei Wen­de­schlei­fen für Fahr­zeu­ge im öf­fent­li­chen Li­ni­en­ver­kehr, bei Flug­plät­zen, vor und in Tun­neln und bei Schie­nen­über­gän­gen.189

4bis Am­peln mit ro­tem und grü­nem, je­doch oh­ne gel­bes Licht dür­fen nur in be­son­de­ren Fäl­len und nur im Zu­sam­men­hang mit der Ram­pen­be­wirt­schaf­tung bei Au­to­bah­nen und Au­to­stras­sen ver­wen­det wer­den. Blin­ken­des grü­nes Licht beim Ein­schal­ten der An­la­ge be­deu­tet, dass die Am­pel in Kür­ze auf Rot wech­selt.190

5 Sind bei Am­peln die Lich­ter über­ein­an­der an­ge­ord­net, be­fin­det sich das ro­te Licht oben, das grü­ne un­ten, ein all­fäl­li­ges gel­bes Licht in der Mit­te. Die Lich­ter sind rund.

6 Sind bei Am­peln über der Fahr­bahn die Lich­ter ne­ben­ein­an­der an­ge­ord­net, be­fin­det sich das ro­te Licht links, das grü­ne rechts, ein all­fäl­li­ges gel­bes Licht in der Mit­te. Die Lich­ter sind rund.

7 Lich­ter, die sich an Fuss­gän­ger rich­ten, ent­hal­ten ein Fuss­gän­ger­sym­bol (Art. 68 Abs. 7); sie dür­fen recht­e­ckig sein. Lich­ter, die sich an Füh­rer von Fahr­rä­dern und Mo­tor­fahr­rä­dern rich­ten, ent­hal­ten ein Fahr­rad­sym­bol (Art. 68 Abs. 8), wenn sie auch für an­de­re Füh­rer sicht­bar sind; in Kom­bi­na­ti­on mit Lich­tern, die sich an Fuss­gän­ger rich­ten, dür­fen sie recht­e­ckig sein.191

8 Als Son­der­si­gna­le für Fahr­zeu­ge im öf­fent­li­chen Li­ni­en­ver­kehr dür­fen nur weis­se Lich­ter in be­son­de­rer An­ord­nung (Art. 69 Abs. 2) ver­wen­det wer­den.

9 Licht­si­gna­le, aus­ge­nom­men Wie­der­ho­lungs­si­gna­le, wer­den auf ei­ner recht­e­cki­gen schwar­zen Ta­fel mit weis­sem Rand an­ge­bracht; die­se kann feh­len, wenn ei­ne Über­strah­lung durch die Son­ne oder an­de­re Licht­quel­len aus­ge­schlos­sen ist.

185 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 1. April 1998, in Kraft seit 1. Ju­ni 1998 (AS 1998 1440).

186 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 1. April 1998, in Kraft seit 1. Ju­ni 1998 (AS 1998 1440).

187 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 1. April 1998, mit Wir­kung seit 1. Ju­ni 1998 (AS 1998 1440).

188 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 1 der V vom 12. Nov. 2003, in Kraft seit 14. Dez. 2003 (AS 2003 4289).

189 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Aug. 2005, in Kraft seit 1. März 2006 (AS 20054495).

190 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 17. Aug. 2005, in Kraft seit 1. März 2006 (AS 20054495).

191Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 7. März 1994, in Kraft seit 1. April 1994 (AS 1994 1103).

Art. 71 Standort und technische Anforderungen  

1 Am­peln für den Fahr­ver­kehr ste­hen am rech­ten Rand der Fahr­bahn. Sie kön­nen über den ent­spre­chen­den Fahr­strei­fen, auf der lin­ken Sei­te oder auf der an­de­ren Sei­te der Ver­zwei­gung wie­der­holt wer­den.192

1bis Die Am­peln kön­nen:

a.
bei meh­re­ren Fahr­strei­fen in glei­cher Rich­tung: für den lin­ken Aus­sen­strei­fen aus­sch­liess­lich auf des­sen lin­ker Sei­te ste­hen;
b.
aus­sch­liess­lich über der Fahr­bahn an­ge­bracht wer­den, wenn dies zweck­mäs­sig ist;
c.
in Son­der­fäl­len, zum Bei­spiel bei Bah­nen auf ei­ge­nem Tras­see un­mit­tel­bar ent­lang der Fahr­bahn: zu zweit für einen ein­zi­gen Fahr­strei­fen an­ge­bracht wer­den zur Re­ge­lung ver­schie­de­ner Fahrtrich­tun­gen; der Fahr­strei­fen muss da­für min­des­tens 4,50 m breit sein, und die Am­peln müs­sen den Ver­kehrs-strö­men ein­deu­tig zu­ge­ord­net wer­den kön­nen;
d.
auf der an­de­ren Sei­te der Ver­zwei­gung ste­hen, wenn sie sich aus­sch­liess­lich an Rad­fah­rer und Mo­tor­fahr­rad­fah­rer rich­ten.193

2 Die Hö­he der Un­ter­kan­te von Am­peln be­trägt:

a.
am Fahr­bahn­rand 2,35 m bis 3,50 m; bei Am­peln, die sich aus­sch­liess­lich an Fuss­gän­ger oder Rad­fah­rer rich­ten, kann sie we­ni­ger be­tra­gen;
b.
über der Fahr­bahn 4,50 m bis 5,50 m; bei Fahr­lei­tun­gen von öf­fent­li­chen Ver­kehrs­mit­teln kann sie mehr be­tra­gen.194

3 Licht­si­gna­le müs­sen das Zu­sam­men­tref­fen von Fahr­zeu­gen aus ver­schie­de­nen Rich­tun­gen ver­hin­dern, aus­ge­nom­men das Zu­sam­men­tref­fen von Links­ab­bie­gern mit dem Ge­gen­ver­kehr so­wie das Zu­sam­men­tref­fen von Rad­fah­rern und Mo­tor­fahr­rad­fah­rern beim Rechts­ab­bie­gen nach Ar­ti­kel 69a Ab­satz 1 mit den Vor­tritts­be­rech­tig­ten. Wird die Fahrt durch grü­ne Pfei­le oh­ne gel­bes Blink­licht (Art. 68 Abs. 3) frei­ge­ge­ben, so muss auch das Zu­sam­men­tref­fen von ab­bie­gen­den Fahr­zeu­gen mit Fuss­gän­gern in der Quer­stras­se und von Links­ab­bie­gern mit dem Ge­gen­ver­kehr aus­ge­schlos­sen sein.195

4 Von rechts ein­bie­gen­der Ver­kehr darf mit dem Ge­ra­de­aus­ver­kehr nur zu­ge­las­sen wer­den, wenn bei­den nach der Ver­zwei­gung ein ei­ge­ner Fahr­strei­fen zur Ver­fü­gung steht. Aus­ge­nom­men sind von rechts ein­bie­gen­de Rad­fah­rer und Mo­tor­fahr­rad­fah­rer nach Ar­ti­kel 69a Ab­satz 1.196

5 Die Fol­ge der Far­ben bei den Licht­si­gna­len ist Grün – Gelb – Rot – Rot und gleich­zei­tig Gelb – Grün; vor­be­hal­ten blei­ben die Ar­ti­kel 68 Ab­satz 7, 69 Ab­satz 3, 70 Ab­sät­ze 4 und 4bis. Ro­tes und grü­nes Licht dür­fen nicht zu­sam­men leuch­ten. Das ro­te Licht und das gleich­zei­tig leuch­ten­de, gel­be Licht dür­fen erst er­lö­schen, wenn das grü­ne auf­leuch­tet.197

6 Licht­si­gnal­an­la­gen kön­nen mit Zu­satzein­rich­tun­gen für be­son­de­re Ver­kehrs­teil­neh­mer ver­se­hen wer­den, zum Bei­spiel mit An­mel­de­knöp­fen für Fuss­gän­ger oder Rad­fah­rer oder mit akus­ti­schen oder tak­ti­len Vor­rich­tun­gen für Blin­de. Licht­si­gnal­an­la­gen für Fuss­gän­ger, die neu er­stellt oder aus­ge­tauscht wer­den, sind stets mit ei­ner tak­ti­len Vor­rich­tung zu ver­se­hen. Aus­ge­nom­men sind tem­po­rä­re An­la­gen bei Bau­stel­len.198

192 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 20. Mai 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 2145).

193 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 20. Mai 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 2145).

194 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 1. April 1998, in Kraft seit 1. Ju­ni 1998 (AS 1998 1440).

195 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 20. Mai 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 2145).

196 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 20. Mai 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 2145).

197 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Aug. 2005, in Kraft seit 1. März 2006 (AS 20054495).

198Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 25. Jan. 1989 (AS 1989 438). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 20. Mai 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 2145).

9. Kapitel: Markierungen

Art. 72 Grundsätze  

1 Mar­kie­run­gen wer­den auf­ge­malt, auf der Fahr­bahn be­fes­tigt oder dar­in ein­ge­las­sen; sie kön­nen auch durch an­de­re Mit­tel (wie Pflas­ter­stei­ne) aus­ge­führt wer­den, so­fern die­se in Be­zug auf Far­be, Ab­mes­sung und Si­cher­heit den bun­des­recht­li­chen An­for­de­run­gen an ei­ne Mar­kie­rung ent­spre­chen. Mar­kie­run­gen dür­fen nicht stö­rend über die Fahr­bahn vor­ste­hen und müs­sen mög­lichst gleit­si­cher sein. Wo nö­tig, wer­den sie re­flek­tie­rend aus­ge­stal­tet. Mar­kie­rungs­li­ni­en kön­nen mit Rück­strah­lern ver­se­hen sein.199

1bis Bau­li­che Ele­men­te, die Mar­kie­run­gen ähn­lich sind, mit ih­nen ver­wech­selt wer­den, ih­re Wir­kung be­ein­träch­ti­gen oder sonst wie den Ein­druck ei­ner stras­sen­ver­kehrs­recht­li­chen Be­deu­tung er­we­cken kön­nen, sind un­zu­läs­sig.200

2 Müs­sen Mar­kie­run­gen vor­über­ge­hend in ih­rer ört­li­chen La­ge ver­än­dert wer­den (z. B. bei Bau­stel­len, Um­lei­tun­gen), wer­den gelb-oran­ge Mar­kie­rungs­knöp­fe mit gelb-oran­gen Re­flek­to­ren, gelb-oran­ge Mar­kie­run­gen oder gelb-oran­ge Leit­kör­per ver­wen­det, wel­che die Gel­tung der be­ste­hen­den weis­sen Mar­kie­run­gen auf­he­ben. Zur Ver­deut­li­chung der Ver­kehrs­füh­rung kön­nen auch die Leit­kör­per und Mar­kie­run­gen mit Re­flek­to­ren er­gänzt wer­den.201

3 Auf der Fahr­bahn dür­fen Rich­tungs­an­ga­ben so­wie die in die­ser Ver­ord­nung vor­ge­se­he­nen Auf­schrif­ten an­ge­bracht wer­den. Das UVEK kann zu­sätz­lich be­son­de­re Mar­kie­run­gen vor­se­hen, na­ment­lich zur Ver­deut­li­chung von Si­gna­len oder zum Hin­weis auf be­son­de­re ört­li­che Ge­ge­ben­hei­ten.202

4 Für Mar­kie­run­gen auf Au­to­bah­nen und Au­to­stras­sen gilt im üb­ri­gen Ar­ti­kel 90.

5 Das UVEK er­lässt Wei­sun­gen über die Mar­kie­run­gen.

199 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Aug. 2005, in Kraft seit 1. März 2006 (AS 20054495).

200 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 17. Aug. 2005, in Kraft seit 1. März 2006 (AS 20054495). Sie­he auch Abs. 1 der SchlB die­ser Änd. vor An­hang 1.

201Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 7. März 1994, in Kraft seit 1. April 1994 (AS 1994 1103).

202 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Sept. 2001, in Kraft seit 1. Jan. 2002 (AS 2001 2719).

Art. 72a Taktil-visuelle Markierungen 203  

1 Tak­til-vi­su­el­le Mar­kie­run­gen kön­nen auf den für die Fuss­gän­ger be­stimm­ten Ver­kehrs­flä­chen (ein­sch­liess­lich Fuss­gän­ger­strei­fen) ver­wen­det wer­den, um die Si­cher­heit für blin­de und seh­be­hin­der­te Per­so­nen zu er­hö­hen so­wie de­ren Ori­en­tie­rung zu er­leich­tern.

2 Zu­läs­sig sind Leit­li­ni­en zur Füh­rung, Si­cher­heits­li­ni­en zur Ab­gren­zung ei­nes Ge­fah­ren­be­reichs, Ab­zwei­gungs­fel­der bei mög­li­chen Rich­tungs­än­de­run­gen, Ab­schluss­fel­der am En­de ei­ner Leit­li­nie so­wie Auf­merk­sam­keits­fel­der na­ment­lich bei Ge­fah­renstel­len.

3 Die Mar­kie­rung ist weiss, auf der Fahr­bahn gelb.

203 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 17. Aug. 2005, in Kraft seit 1. März 2006 (AS 20054495).

Art. 73 Sicherheits‑, Leit‑, Doppel- und Vorwarnlinien  

1 Si­cher­heits­li­ni­en (weiss, un­un­ter­bro­chen; 6.01) kenn­zeich­nen die Fahr­bahn­mit­te oder Fahr­strei­fen­gren­zen. Si­cher­heits­li­ni­en wer­den auch ver­wen­det, um Fahr­bahn oder Fahr­strei­fen ge­gen­über Stras­sen­bahn­ge­lei­sen ab­zu­gren­zen. Sie dür­fen nicht län­ger sein, als es un­ter Be­rück­sich­ti­gung der Sicht­wei­te und der üb­li­cher­wei­se ge­fah­re­nen Ge­schwin­dig­keit er­for­der­lich ist.

2 Auf Fahr­bah­nen mit we­nigs­tens drei Fahr­strei­fen oder wenn be­son­de­re Si­cher­heits­be­dürf­nis­se es auf Fahr­bah­nen mit zwei Fahr­strei­fen er­for­dern, kön­nen zur Tren­nung der bei­den Fahrtrich­tun­gen dop­pel­te Si­cher­heits­li­ni­en (6.02) an­ge­bracht wer­den.204

3 Leit­li­ni­en (weiss, un­ter­bro­chen; 6.03) kenn­zeich­nen die Fahr­bahn­mit­te oder Fahr­strei­fen­gren­zen.

4 Dop­pel­li­ni­en (Si­cher­heits­li­nie ne­ben Leit­li­nie; 6.04) wer­den na­ment­lich an­ge­bracht, wo die Sicht­ver­hält­nis­se ei­ne Ein­schrän­kung nur in ei­ner Ver­kehrs­rich­tung er­for­dern.

5 Vor­warn­li­ni­en (weiss, un­ter­bro­chen; 6.05) die­nen zur Vor­an­zei­ge von Si­cher­heits­li­ni­en und Dop­pel­li­ni­en.205 Aus­ser­orts müs­sen sie, in­ner­orts kön­nen sie an­ge­bracht wer­den.

6 Die ein­zel­nen Li­ni­en be­deu­ten:

a.
Si­cher­heits­li­ni­en und dop­pel­te Si­cher­heits­li­ni­en dür­fen von Fahr­zeu­gen we­der über­fah­ren noch über­quert wer­den;
b.
Leit- und Vor­warn­li­ni­en dür­fen von Fahr­zeu­gen mit der ge­bo­te­nen Vor­sicht über­fah­ren und über­quert wer­den;
c.
Dop­pel­li­ni­en dür­fen von Fahr­zeu­gen, die sich auf der Sei­te der Si­cher­heits­li­nie be­fin­den, we­der über­fah­ren noch über­quert wer­den.

7 Ist ei­ne kur­ze, un­ter­bro­che­ne Li­nie (weiss) par­al­lel zu ei­ner Si­cher­heits­li­nie an­ge­bracht, so darf die Si­cher­heits­li­nie an die­ser Stel­le von je­nen Fahr­zeu­gen über­quert wer­den, die sich auf der Sei­te der un­ter­bro­che­nen Li­nie be­fin­den. Ist die kur­ze, un­ter­bro­che­ne Li­nie gelb, so rich­tet sie sich aus­sch­liess­lich an Bus­se im öf­fent­li­chen Li­ni­en­ver­kehr und an Rad­fah­rer und Mo­tor­fahr­rad­fah­rer.206

204 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Aug. 2005, in Kraft seit 1. März 2006 (AS 20054495).

205 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 1. April 1998, in Kraft seit 1. Ju­ni 1998 (AS 1998 1440).

206 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 20. Mai 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 2145).

Art. 74 Fahrstreifen 207  

1 Fahr­strei­fen wer­den von­ein­an­der durch Si­cher­heits-, Leit- oder Dop­pel­li­ni­en (Art. 73) ab­ge­grenzt. Für die Ab­gren­zung von Rad­strei­fen und Bus-Strei­fen gel­ten die Ar­ti­kel 74a und 74b.

2 Fahr­strei­fen für Links­ab­bie­ger, Rechts­ab­bie­ger oder Ge­ra­de­aus­fah­rer wer­den durch weis­se Ein­spur­pfei­le (6.06) ge­kenn­zeich­net, die nach der ent­spre­chen­den Rich­tung wei­sen. Der Füh­rer darf Ver­zwei­gun­gen nur in Rich­tung der auf sei­nem Fahr­strei­fen an­ge­brach­ten Ein­spur­pfei­le be­fah­ren. Gel­be Pfei­le rich­ten sich aus­sch­liess­lich an die Füh­rer von Bus­sen im öf­fent­li­chen Li­ni­en­ver­kehr und er­lau­ben ih­nen, in Rich­tung der gel­ben Pfei­le zu fah­ren.

3 Ab­weis­pfei­le (weiss, schräg an­ge­ord­net; 6.07) kün­di­gen an, dass der Fahr­strei­fen in der an­ge­zeig­ten Rich­tung zu ver­las­sen ist.

4 Weis­se Rich­tungs­pfei­le kenn­zeich­nen die vom Fahr­zeug­füh­rer ein­zu­schla­gen­de Fahrtrich­tung.

207 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 24. Ju­ni 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 2459).

Art. 74a Radstreifen und Radwege, Fuss- und Reitwege, Fahrradsymbol 208  

1 Rad­strei­fen so­wie Fahr­strei­fen auf Rad­we­gen wer­den durch ei­ne un­ter­bro­che­ne oder un­un­ter­bro­che­ne gel­be Li­nie ab­ge­grenzt (6.09). Die un­un­ter­bro­che­ne Li­nie darf von Fahr­zeu­gen we­der über­fah­ren noch über­quert wer­den. Auf Ver­zwei­gungs­flä­chen dür­fen Rad­strei­fen nur mar­kiert wer­den, wenn den ein­mün­den­den Fahr­zeu­gen der Vor­tritt ent­zo­gen ist.209

2 Das beid­sei­ti­ge An­brin­gen von Rad­strei­fen ist aus­ser­orts nur zu­läs­sig, wenn die Fahr­bahn­hälf­ten durch ei­ne Mar­kie­rung ge­trennt sind.

3 ...210

4 Wo ein Rad­weg über ei­ne Ne­ben­stras­se ge­führt wird und den Be­nüt­zern des Rad­we­ges ent­ge­gen Ar­ti­kel 15 Ab­satz 3 VRV aus­nahms­wei­se der Vor­tritt zu­ste­hen soll, wird die Über­que­rung durch un­ter­bro­che­ne gel­be Li­ni­en an­ge­zeigt; den Fahr­zeu­gen auf der Ne­ben­stras­se ist der Vor­tritt mit den Si­gna­len «Stop» (3.01) oder «Kein Vor­tritt» (3.02) zu ent­zie­hen.

5 Zur Tren­nung von Rad-, Fuss- und Reit­we­gen, die auf glei­cher Ebe­ne ver­lau­fen (Art. 33), wird ei­ne un­ter­bro­che­ne oder un­un­ter­bro­che­ne gel­be Li­nie ver­wen­det. Un­un­ter­bro­che­ne Li­ni­en dür­fen von Rad- und Mo­tor­fahr­rad­fah­rern oder von Rei­tern we­der über­fah­ren noch über­quert wer­den.

6 Auf Rad­we­gen und Rad­strei­fen kön­nen das Sym­bol ei­nes Fahr­ra­des so­wie Fahrtrich­tungs- oder Ein­spur­pfei­le in gel­ber Far­be auf­ge­malt wer­den.

7 Aus­ser­halb von Rad­we­gen und Rad­strei­fen ist das Sym­bol ei­nes Fahr­rads in fol­gen­den Si­tua­tio­nen zu­läs­sig:

a.
auf Bus-Strei­fen;
b.211
auf Park­fel­dern für Fahr­rä­der und Mo­tor­fahr­rä­der;
c.
am Fahr­bahn­rand vor Fuss­gän­ge­rin­seln und ver­gleich­ba­ren kür­ze­ren Eng­stel­len, wenn ein vor­han­de­ner Rad­strei­fen un­ter­bro­chen wer­den muss;
d.
für die Kenn­zeich­nung von Fahr­rad­ge­gen­ver­kehr in Ein­bahn­stras­sen, wenn kein Rad­strei­fen vor­han­den ist;
e.
auf Rechts­ab­bie­ge­strei­fen, auf de­nen die Fahr­rä­der ent­ge­gen dem all­ge­mei­nen Ver­kehr ge­ra­de­aus fah­ren dür­fen; in die­sem Fall wird das Sym­bol mit gel­ben Rich­tungs­pfei­len er­gänzt;
f.212
im «Auf­stell­be­reich für Rad­fah­rer» (6.26) bei Licht­si­gnal­an­la­gen;
g.213
auf der Fahr­bahn von Tem­po-30-Zo­nen, so­fern die Stras­se Teil ei­nes fest­ge­leg­ten Weg­net­zes für den Fahr­r­ad­ver­kehr ist und ihr der Vor­tritt ein­ge­räumt wur­de.

8 Auf We­gen für zwei Be­nüt­zer­ka­te­go­ri­en (Art. 33 Abs. 4 und 65 Abs. 8) kön­nen zur Ver­deut­li­chung die Sym­bo­le des ent­spre­chen­den Si­gnals in gel­ber Far­be auf­ge­malt wer­den.214

208 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 24. Ju­ni 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 2459).

209 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 20. Mai 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 2145).

210 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 20. Mai 2020, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 2145).

211 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 20. Mai 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 2145).

212 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 20. Mai 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 2145).

213 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 20. Mai 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 2145).

214 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 20. Mai 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 2145).

Art. 74b Bus-Streifen 215  

Bus-Strei­fen, die durch un­un­ter­bro­che­ne oder un­ter­bro­che­ne gel­be Li­ni­en und durch die gel­be Auf­schrift «BUS» ge­kenn­zeich­net sind (6.08), dür­fen nur von Bus­sen im öf­fent­li­chen Li­ni­en­ver­kehr und ge­ge­be­nen­falls von Stras­sen­bah­nen be­nützt wer­den; vor­be­hal­ten blei­ben mar­kier­te oder si­gna­li­sier­te Aus­nah­men. An­de­re Fahr­zeu­ge dür­fen Bus-Strei­fen nicht be­nüt­zen, sie je­doch nö­ti­gen­falls (z.B. zum Ab­bie­gen) über­que­ren, wenn sie durch un­ter­bro­che­ne gel­be Li­ni­en ab­ge­grenzt sind.

215 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 24. Ju­ni 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 2459).

Art. 75 Halte- und Wartelinien  

1 Die Hal­te­li­nie (weiss, un­un­ter­bro­chen, quer zur Fahr­bahn; 6.10) zeigt an, wo die Fahr­zeu­ge beim Si­gnal «Stop» (3.01) und ge­ge­be­nen­falls bei Licht­si­gna­len, Bahn­über­gän­gen und Fahr­strei­fen für den ab­bie­gen­den Ver­kehr (Art. 74 Abs. 2) usw. hal­ten müs­sen.216 Der vor­ders­te Teil des Fahr­zeugs darf die Hal­te­li­nie nicht über­ra­gen.

2 Beim Si­gnal «Stop» wird, ab­ge­se­hen von Stras­sen oh­ne Hart­be­lag, die Hal­te­li­nie an­ge­bracht und das Wort «Stop» auf der Fahr­bahn auf­ge­tra­gen (6.11). Die Hal­te­li­nie wird durch ei­ne un­un­ter­bro­che­ne Längs­li­nie (6.12) er­gänzt; auf Ein­bahn­stras­sen kann sie feh­len.

3 Die War­te­li­nie (Rei­he weis­ser Drei­e­cke quer zur Fahr­bahn; 6.13) zeigt an, wo die Fahr­zeu­ge beim Si­gnal «Kein Vor­tritt» (3.02) ge­ge­be­nen­falls hal­ten müs­sen, um den Vor­tritt zu ge­wäh­ren (Art. 36 Abs. 2). Der vor­ders­te Teil des Fahr­zeu­ges darf die War­te­li­nie nicht über­ra­gen.

4 Beim Si­gnal «Kein Vor­tritt» wird, aus­ser auf Stras­sen oh­ne Hart­be­lag, auf Ein­fahr­ten zu Au­to­bah­nen oder Au­to­stras­sen (Art. 88 Abs. 1) oder auf ähn­li­chen An­la­gen die War­te­li­nie stets an­ge­bracht. Sie wird, wo die Stras­sen­brei­te es er­laubt, durch ei­ne un­un­ter­bro­che­ne Längs­li­nie (6.12) er­gänzt. Auf Haupt­stras­sen und wich­ti­gen Ne­ben­stras­sen kann die War­te­li­nie durch ein auf der Fahr­bahn auf­ge­mal­tes weis­ses, auf der Spit­ze ste­hen­des Drei­eck an­ge­kün­digt wer­den (6.14).217

5 Das An­brin­gen von Hal­te- und War­te­li­ni­en vor Haupt­stras­sen, die in ei­ner Ver­zwei­gung die Rich­tung än­dern, rich­tet sich nach Ar­ti­kel 76 Ab­satz 2 Buch­sta­be b.

6 Hal­te- oder War­te­li­ni­en, die sich aus­sch­liess­lich an die Füh­rer von Fahr­rä­dern und Mo­tor­fahr­rä­dern rich­ten (z.B. auf Rad­strei­fen, Rad­we­gen), kön­nen gelb sein.218

7 Vor Licht­si­gna­len kön­nen auf der ge­sam­ten Brei­te des Fahr­strei­fens gel­be Hal­te­li­ni­en mar­kiert wer­den, die für Rad­fah­rer und Mo­tor­fahr­rad­fah­rer einen Auf­stell­be­reich nach den weis­sen Hal­te­li­ni­en kenn­zeich­nen («Auf­stell­be­reich für Rad­fah­rer», 6.26). Im Auf­stell­be­reich ist es den Rad­fah­rern und Mo­tor­fahr­rad­fah­rern bei ro­tem Licht er­laubt, sich ne­ben­ein­an­der auf­zu­stel­len. Bei Rot müs­sen die an­dern Fahr­zeuglen­ker vor der ers­ten Hal­te­li­nie (weiss) hal­ten. Auf­stell­be­rei­che dür­fen nur mar­kiert wer­den, wenn ein Rad­strei­fen in den Auf­stell­be­reich mün­det. Auf einen sol­chen Rad­strei­fen kann ver­zich­tet wer­den, wenn:

a.
kei­ne Rechts­ab­bie­gemög­lich­keit be­steht oder den an­de­ren Fahr­zeu­gen das Rechts­ab­bie­gen bei der Ver­zwei­gung un­ter­sagt ist; und
b.
der Fahr­strei­fen über ei­ne aus­rei­chen­de Brei­te ver­fügt.219

216Fas­sung ge­mä­ss An­hang 1 Ziff. II 5 der V vom 19. Ju­ni 1995 über die tech­ni­schen An­for­de­run­gen an Stras­sen­fahr­zeu­ge, in Kraft seit 1. Okt. 1995 (AS 1995 4425).

217Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 7. März 1994, in Kraft seit 1. April 1994 (AS 1994 1103).

218 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 1. April 1998, in Kraft seit 1. Ju­ni 1998 (AS 1998 1440).

219 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 20. Mai 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 2145).

Art. 76 Rand- und Führungslinien  

1 Rand­li­ni­en (weiss, un­un­ter­bro­chen; 6.15) zei­gen den Rand der Fahr­bahn an.

2 Füh­rungs­li­ni­en (weiss, un­ter­bro­chen; 6.16) die­nen der op­ti­schen Füh­rung des Ver­kehrs wie folgt:

a.
sie gren­zen bei brei­ten Ein­mün­dun­gen im An­schluss an Hal­te- oder War­te­li­ni­en (Art. 75) die Fahr­bah­nen ab (6.16.1);
b.
sie zei­gen den Ver­lauf der Haupt­stras­se, die in ei­ner Ver­zwei­gung die Rich­tung än­dert (6.16.2). Ein­mün­den­de Stras­sen wer­den mit der Hal­te- oder War­te­li­nie ver­se­hen. Wo es zweck­mäs­sig er­scheint, kann auch der ent­spre­chen­de Teil der Füh­rungs­li­nie durch die Hal­te- oder War­te­li­nie er­setzt wer­den (z. B. 6.16.3);
c.
sie gren­zen die Fahr­bahn von Ne­ben­ver­kehrs­flä­chen ab, die mit der Fahr­bahn kei­ne Ver­zwei­gung bil­den (Art. 1 Abs. 8 und Art. 15 Abs. 3 VRV220);
d.221
sie gren­zen in der Fahr­bahn­mit­te par­al­lel zur Fahr­bahn Flä­chen ab, die kei­ne Fahr­strei­fen dar­stel­len.

3 Füh­rungs­li­ni­en dür­fen nicht an­ge­bracht wer­den bei Ver­zwei­gun­gen, bei de­nen der ge­setz­li­che Rechts­vor­tritt (Art. 36 Abs. 2 SVG) gilt.

220SR 741.11

221 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 24. Ju­ni 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 2459).

Art. 77 Fussgängerstreifen  

1 Fuss­gän­ger­strei­fen wer­den durch ei­ne Rei­he gel­ber, bei Pfläs­te­rung al­len­falls weis­ser, Bal­ken par­al­lel zum Fahr­bahn­rand (6.17) ge­kenn­zeich­net.222

2 Vor Fuss­gän­ger­strei­fen wird auf der Fahr­bahn ei­ne min­des­tens 10 m lan­ge Hal­te­ver­bots­li­nie (gelb, un­un­ter­bro­chen; 6.18) im Ab­stand von 50–100 cm par­al­lel zum rech­ten Fahr­bahn­rand an­ge­bracht; sie un­ter­sagt das frei­wil­li­ge Hal­ten auf der Fahr­bahn und dem an­gren­zen­den Trot­toir. In Ein­bahn­stras­sen wird die Hal­te­ver­bots­li­nie am rech­ten und lin­ken Fahr­bahn­rand an­ge­bracht. Sie wird weg­ge­las­sen im Be­reich von Ver­zwei­gungs­flä­chen, bei Rad­strei­fen so­wie bei Park- und Hal­te­buch­ten vor ei­nem Fuss­gän­ger­strei­fen.223

3 Längs­strei­fen für Fuss­gän­ger (Art. 41 Abs. 3 VRV224) wer­den auf der Fahr­bahn durch gel­be, un­un­ter­bro­che­ne Li­ni­en ab­ge­grenzt und durch Schräg­bal­ken ge­kenn­zeich­net (6.19).

222 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 1. April 1998, in Kraft seit 1. Ju­ni 1998 (AS 1998 1440).

223 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 1. April 1998, in Kraft seit 1. Ju­ni 1998 (AS 1998 1440).

224SR 741.11

Art. 78 Sperrflächen  

Sperr­flä­chen (weiss schraf­fiert und um­ran­det; 6.20) die­nen der op­ti­schen Füh­rung und der Ka­na­li­sie­rung des Ver­kehrs; sie dür­fen von Fahr­zeu­gen nicht be­fah­ren wer­den.

Art. 79 Markierung von Parkplätzen 225  

1 Park­fel­der wer­den ent­we­der aus­sch­liess­lich durch Mar­kie­run­gen ge­kenn­zeich­net oder in Er­gän­zung zu Si­gna­len mar­kiert.

2 Park­fel­der wer­den durch un­un­ter­bro­che­ne Li­ni­en mar­kiert. An­stel­le der un­un­ter­bro­che­nen Li­nie kann ei­ne teil­wei­se Mar­kie­rung an­ge­bracht wer­den. Die Mar­kie­rung ist weiss, für Fel­der in der «Blau­en Zo­ne» blau. Weis­se oder blaue Park­fel­der kön­nen auch durch einen be­son­de­ren, sich von der üb­ri­gen Fahr­bahn deut­lich un­ter­schei­den­den Be­lag ge­kenn­zeich­net wer­den.

3 Be­ginn und En­de ei­ner «Blau­en Zo­ne» kön­nen durch ei­ne dop­pel­te Quer­li­nie in weiss-blau­er Far­be mar­kiert wer­den; die blaue Li­nie be­fin­det sich auf der In­nen­sei­te der Zo­ne.

4 Park­fel­der kön­nen mit ei­nem mar­kier­ten Sym­bol für fol­gen­de Fahr­zeu­gar­ten und Be­nut­zer­grup­pen re­ser­viert wer­den:

a.
mit dem Sym­bol «Fahr­rad» (5.31) für Fahr­rä­der und Mo­tor­fahr­rä­der;
b.
mit dem Sym­bol «Mo­tor­rad» (5.29) für Mo­tor­rä­der;
c.
mit dem Sym­bol «Geh­be­hin­der­te» (5.14) für Per­so­nen, die über ei­ne «Park­kar­te für be­hin­der­te Per­so­nen» ver­fü­gen;
d.
mit dem Sym­bol «La­de­sta­ti­on» (5.42) für Elek­tro­fahr­zeu­ge wäh­rend des La­de­vor­gangs.

5 Park­fel­der,die für be­stimm­te Be­nut­zer­grup­pen re­ser­viert sind, wer­den gelb mar­kiert. Park­fel­der für Fahr­rä­der und Mo­tor­fahr­rä­der kön­nen eben­falls gelb mar­kiert wer­den.

6 Wo Park­fel­der mar­kiert sind, dür­fen Fahr­zeu­ge nur in­ner­halb die­ser Fel­der par­kiert wer­den. Park­fel­der dür­fen nur von den Fahr­zeu­gar­ten be­nützt wer­den, für die sie grös­sen­mäs­sig be­stimmt sind. Park­fel­der, die für ei­ne Fahr­zeu­gart oder Be­nut­zer­grup­pe re­ser­viert sind, dür­fen nur von die­ser Fahr­zeu­gart oder Be­nut­zer­grup­pe be­nützt wer­den.

225 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 20. Mai 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 2145).

Art. 79a Markierung von Park- und Halteverboten 226  

1 Am Fahr­bahn­rand an­ge­brach­te Park­ver­bots­li­ni­en (gelb, durch­bro­chen durch Kreu­ze; 6.22) und Park­ver­bots­fel­der (gelb mit Dia­go­nal­kreuz; 6.23) ver­bie­ten das Par­kie­ren an der mar­kier­ten Stel­le. Ist auf dem Park­ver­bots­feld ei­ne Auf­schrift, wie «Ta­xi» oder ei­ne Kon­troll­schild­num­mer,oder das Sym­bol «Geh­be­hin­der­te» (5.14) oder «La­de­sta­ti­on» (5.42) mar­kiert, so sind Ein- und Aus­stei­gen­las­sen von Per­so­nen so­wie Gü­ter­um­schlag nur zu­läs­sig, wenn die Be­rech­tig­ten nicht be­hin­dert wer­den.

2 Am Fahr­bahn­rand an­ge­brach­te Hal­te­ver­bots­li­ni­en (gelb, un­un­ter­bro­chen; 6.25) ver­bie­ten das frei­wil­li­ge Hal­ten an der mar­kier­ten Stel­le.

3 Zick­zack­li­ni­en (gelb; 6.21) kenn­zeich­nen Hal­te­stel­len des öf­fent­li­chen Li­ni­en­ver­kehrs. An sol­chen Stel­len dür­fen Füh­rer nur hal­ten zum Ein- und Aus­stei­gen­las­sen von Per­so­nen, so­fern die Fahr­zeu­ge im öf­fent­li­chen Li­ni­en­ver­kehr nicht be­hin­dert wer­den.

226 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 20. Mai 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 2145).

10. Kapitel: Baustellen, Leiteinrichtungen, Schranken

Art. 80 Kennzeichnung der Baustellen 227  

1 Bau­stel­len auf und un­mit­tel­bar ne­ben der Fahr­bahn wer­den mit dem Si­gnal «Bau­stel­le» (1.14) an­ge­kün­digt, wel­ches bei der Bau­stel­le selbst wie­der­holt wird.

2 Bei Bau­stel­len oh­ne Hin­der­nis­se auf der Fahr­bahn oder mit sol­chen von ma­xi­mal 0,5 m Brei­te kön­nen zur Ver­bes­se­rung der op­ti­schen Füh­rung rot-weiss ge­streif­te Ein­rich­tun­gen (wie Leit­bal­ken, Fäs­ser) oder Leit­ke­gel in rot-weis­ser oder oran­ger Far­be ver­wen­det wer­den.

3 Bei Bau­stel­len mit mehr als 0,5 m brei­ten Hin­der­nis­sen auf der Fahr­bahn wer­den rot-weiss ge­streif­te Ab­schran­kun­gen (wie Lat­ten, Roh­r­ele­men­te, Sche­ren­git­ter oder an­de­re fes­te Ein­rich­tun­gen) ver­wen­det.

4 Die zur Ver­kehrs­re­ge­lung bei Eng­päs­sen ver­wen­de­ten Dreh­kel­len zei­gen auf ei­ner Sei­te als Hal­te­ge­bot das Si­gnal «Ein­fahrt ver­bo­ten» (2.02), auf der an­dern Sei­te zur Frei­ga­be des Ver­kehrs ein grü­nes, run­des Mit­tel­feld mit weis­sem Rand.

5 Das UVEK er­lässt Wei­sun­gen über das An­brin­gen der Si­gna­le und Mar­kie­run­gen, der Ab­schran­kun­gen und an­dern Ein­rich­tun­gen, über ih­re Aus­ge­stal­tung so­wie über die Be­leuch­tung von Bau­stel­len.

227 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 1. April 1998, in Kraft seit 1. Ju­ni 1998 (AS 1998 1440).

Art. 81 Vorkehren der Bauunternehmer  

1 Die Be­hör­de oder das ASTRA er­teilt den Bau­un­ter­neh­mern Wei­sun­gen für die Si­gna­li­sa­ti­on der Bau­stel­len und über­wacht die Aus­füh­rung.228

2 Bau­un­ter­neh­mer dür­fen bei Bau­stel­len Ver­kehrs­an­ord­nun­gen (z. B. Fahr­ver­bo­te, Höchst­ge­schwin­dig­kei­ten, Um­lei­tun­gen) nur si­gna­li­sie­ren, wenn sie die Be­hör­de oder das ASTRA da­zu er­mäch­tigt hat und die er­for­der­li­che Ver­fü­gung vor­liegt (Art. 107 Abs. 1). 229

3 Für die An­zei­ge von Um­lei­tun­gen gilt Ar­ti­kel 55. 230

4 Bei Bau­stel­len, auf de­nen län­ge­re Zeit nicht ge­ar­bei­tet wird, wer­den die Si­gna­le ab­ge­deckt oder ent­fernt, wenn sie wäh­rend des Ar­beits­un­ter­bru­ches nicht er­for­der­lich sind.

228 Fas­sung ge­mä­ss An­hang 4 Ziff. II 6 der Na­tio­nal­stras­sen­ver­ord­nung vom 7. Nov. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5957).

229 Fas­sung ge­mä­ss An­hang 4 Ziff. II 6 der Na­tio­nal­stras­sen­ver­ord­nung vom 7. Nov. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5957).

230 Fas­sung ge­mä­ss An­hang 4 Ziff. II 6 der Na­tio­nal­stras­sen­ver­ord­nung vom 7. Nov. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5957).

Art. 82 Leiteinrichtungen  

1 Lei­tein­rich­tun­gen ver­deut­li­chen den Ver­lauf der Stras­se und kenn­zeich­nen stän­di­ge Hin­der­nis­se, die we­ni­ger als 1 m vom Fahr­bahn­rand ent­fernt sind. Wo der Stras­sen­ver­lauf leicht er­kenn­bar ist, muss er auf Sei­ten­flä­chen nicht ge­kenn­zeich­net wer­den.

2 Lei­tein­rich­tun­gen sind wie folgt aus­ge­stal­tet:231

a.
Stirn­flä­chen von Hin­der­nis­sen (z. B. vor­sprin­gen­de Hau­se­cken, Tun­ne­lein­gän­ge) tra­gen schwarz-weis­se, schräg zur Fahr­bahn ge­neig­te Strei­fen;
b.232
Sei­ten­flä­chen (z.B. Rand­mau­ern, Trot­toir­rän­der, Tun­nel­wän­de) tra­gen schwarz-weis­se, senk­rech­te Strei­fen oder ein senk­recht ge­streif­tes Längs­band; Leit­pfei­le tra­gen weis­se Pfeil­spit­zen auf schwar­zem Grund;
c.
Pfos­ten, Mas­ten, Bäu­me usw. tra­gen schwarz-weis­se, waag­rech­te Strei­fen;
d.
Hin­der­nis­se über der Fahr­bahn wer­den durch schwarz-weis­se, senk­rech­te Strei­fen ge­kenn­zeich­net.

3 Wird der Fahr­bahn­rand durch­ge­hend mit Rück­strah­lern ge­kenn­zeich­net, trägt der Leit­pfos­ten rechts einen weis­sen, recht­e­cki­gen, senk­recht an­ge­brach­ten Rück­strah­ler (6.30), der Leit­pfos­ten links zwei weis­se, run­de, über­ein­an­der an­ge­ord­ne­te Rück­strah­ler (6.31). Auf rich­tungs­ge­trenn­ten Stras­sen und Stras­sen oh­ne Ge­gen­ver­kehr trägt ein all­fäl­li­ger Leit­pfos­ten links einen weis­sen, senk­rech­ten Rück­strah­ler.233

4 In­sel­pfos­ten tra­gen schwarz-weis­se oder schwarz-gel­be waag­rech­te oder senk­rech­te Strei­fen.234

5 Bei Fahr­bahn­tren­nun­gen auf Au­to­bah­nen und Au­to­stras­sen kön­nen Ver­kehrs­tei­ler ver­wen­det wer­den.235

5bis Auf fah­ren­den oder auf der Fahr­bahn ste­hen­den Fahr­zeu­gen kön­nen gel­be Ab­weis­pfei­le in licht­tech­ni­scher Aus­füh­rung ver­wen­det wer­den.236

6 Das UVEK er­lässt Wei­sun­gen über Art, Aus­füh­rung und An­ord­nung von Lei­tein­rich­tun­gen.237

231 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 1. April 1998, in Kraft seit 1. Ju­ni 1998 (AS 1998 1440).

232 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 1. April 1998, in Kraft seit 1. Ju­ni 1998 (AS 1998 1440).

233 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 1. April 1998, in Kraft seit 1. Ju­ni 1998 (AS 1998 1440).

234Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. Jan. 1989, in Kraft seit 1. Mai 1989 (AS 1989 438).

235 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 1. April 1998, in Kraft seit 1. Ju­ni 1998 (AS 1998 1440).

236 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS2016 5131).

237 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 1. April 1998, in Kraft seit 1. Ju­ni 1998 (AS 1998 1440).

Art. 83 Schranken  

1 Wo der Ver­kehr zeit­wei­lig ge­sperrt wer­den muss, kön­nen Schran­ken an­ge­bracht wer­den (z.B. bei Bahn­über­gän­gen, Zoll­hal­te­stel­len, Flug­plät­zen). Die Aus­ge­stal­tung rich­tet sich nach den Be­stim­mun­gen für Bahn­schran­ken (Art. 93 Abs. 1).

2 Muss der Stras­sen­be­nüt­zer die Schran­ken be­die­nen, so hat er sie nach der Öff­nung wie­der zu schlies­sen, so­fern dies nicht au­to­ma­tisch ge­schieht.238

3 Für kurz­zei­ti­ge Sper­ren auf Stras­sen mit schwa­chem Ver­kehr kön­nen Ket­ten oder Sei­le und der­glei­chen ver­wen­det wer­den; sie sind rot-weiss ge­streift oder durch ro­te und weis­se Wim­pel ge­kenn­zeich­net.

238 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 1 der V vom 12. Nov. 2003, in Kraft seit 14. Dez. 2003 (AS 2003 4289).

11. Kapitel: Autobahnen und Autostrassen

Art. 84 Grundsätze  

1 Auf Au­to­bah­nen und Au­to­stras­sen ha­ben Ta­feln zur Weg­wei­sung einen grü­nen Grund mit weis­ser Schrift; Ta­feln oder Fel­der, die über an­de­re Stras­sen er­reich­ba­re Zie­le an­ge­ben, ha­ben einen blau­en Grund mit weis­ser Schrift.

2 Di­stan­zen wer­den auf Ta­feln zur Weg­wei­sung so­wie auf Si­gna­len vor Ne­ben­­an­la­gen und Ge­fah­renstel­len in Me­tern, auf der «Ent­fer­nungs­ta­fel» (4.65) in Ki­lo­me­tern an­ge­ge­ben.

3 Ein als Au­to­stras­se aus­ge­bau­tes kur­z­es Teil­stück ei­nes Haupt­stras­sen­zu­ges wird in der Re­gel als Haupt­stras­se si­gna­li­siert (Art. 37).

4 Ein als Au­to­stras­se aus­ge­bau­tes kur­z­es Teil­stück zwi­schen ei­ner Au­to­bahn­stre­cke und ei­nem Haupt­stras­sen­zug wird in der Re­gel als Au­to­stras­se si­gna­li­siert (Art. 45 Abs. 1). Das Zu­sam­men­tref­fen ei­ner Au­to­bahn oder Au­to­stras­se mit ei­nem kur­z­en Teil­stück ei­ner an­dern Au­to­bahn oder Au­to­stras­se wird als An­schluss (Art. 86) und nicht als Ver­zwei­gung (Art. 87) si­gna­li­siert.

Art. 85 Standort der Signale «Autobahn» und «Autostrasse»  

1 Die Si­gna­le «Au­to­bahn» (4.01) und «Au­to­stras­se» (4.03) ste­hen beim Be­ginn der Ein­fahrts­ram­pe von Au­to­bah­nen und Au­to­stras­sen. Die Si­gna­le «En­de der Au­to­bahn» (4.02) und «En­de der Au­to­stras­se» (4.04) ste­hen auf der Aus­fahrts­ram­pe kurz vor dem Über­gang ins üb­ri­ge Stras­sen­netz.

2 Die Si­gna­le «Au­to­bahn» und «Au­to­stras­se» wer­den auch beim Über­gang ei­ner Au­to­stras­se in ei­ne Au­to­bahn oder um­ge­kehrt auf­ge­stellt, da­ge­gen nicht auf Ver­bin­dungs­stre­cken zwi­schen zwei Au­to­bah­nen oder zwei Au­to­stras­sen.

Art. 86 Wegweisung im Bereich von Anschlüssen  

1 An­schlüs­se sind das Zu­sam­men­tref­fen von Ein- und Aus­fahr­ten mit den Fahr­­bah­nen von Au­to­bah­nen und Au­to­stras­sen. Sie wer­den nach ei­ner na­he ge­le­ge­nen Ort­schaft be­nannt, bei Städ­ten nö­ti­gen­falls mit zu­sätz­li­cher An­ga­be des Stadt­teils. Es darf nur ei­ne Ort­schaft ver­merkt wer­den.

2 Im Be­reich von An­schlüs­sen wer­den an­ge­bracht:

a.
die Ta­fel «An­kün­di­gung des nächs­ten An­schlus­ses» (4.60) 1000 m vor Be­ginn des Ver­zö­ge­rungs­strei­fens (Art. 90 Abs. 2);
b.
der «Vor­weg­wei­ser bei An­schlüs­sen» (4.61) 500 m vor Be­ginn des Ver­zö­ge­rungs­strei­fens;
c.
der «Weg­wei­ser bei An­schlüs­sen» (4.62) beim Be­ginn des Ver­zö­ge­rungs­strei­fens;
d.
die «Aus­fahrts­ta­fel» (4.63) im Schei­tel der Aus­fahrt.

3 Die Ta­fel «An­kün­di­gung des nächs­ten An­schlus­ses» nennt den Na­men des be­tref­fen­den An­schlus­ses.

4 Der «Vor­weg­wei­ser bei An­schlüs­sen» trägt im obe­ren Feld den Na­men des über­nächs­ten An­schlus­ses, im un­te­ren Feld die glei­chen Na­men wie der «Weg­wei­ser bei An­schlüs­sen». In Gren­zor­ten wird an Stel­le des über­nächs­ten im Aus­land lie­gen­den An­schlus­ses das Fern­ziel auf­ge­führt. Folgt auf einen An­schluss ei­ne Ver­zwei­gung (Art. 87 Abs. 1), wird im obe­ren Feld nur der Na­me der Ver­zwei­gung an­ge­ge­ben.239

5 Der «Weg­wei­ser bei An­schlüs­sen» nennt den Na­men des An­schlus­ses so­wie höchs­tens zwei wei­te­re wich­ti­ge Ort­schaf­ten, die über den An­schluss er­reicht wer­den kön­nen. Ei­ne Ort­schaft wird in der Re­gel nur bei demje­ni­gen An­schluss an­ge­ge­ben, der ihr am nächs­ten liegt.

6 Die «Aus­fahrts­ta­fel» kann, wenn der vor­han­de­ne Raum nicht aus­reicht, durch ei­ne über der Fahr­bahn an­ge­brach­te «Tren­nungs­ta­fel» (4.64), die in der Ge­ra­de­aus­rich­tung die Fern­zie­le an­zeigt, oder durch ei­ne «Ein­spur­ta­fel über Fahr­strei­fen auf Au­to­bah­nen und Au­to­stras­sen» (4.69) über dem Aus­fahrt­strei­fen er­setzt wer­den.

7 Bei An­schlüs­sen wird die «Ent­fer­nungs­ta­fel» (4.65) 500 m nach dem En­de des Be­schleu­ni­gungs­strei­fens (Art. 90 Abs. 2) an­ge­bracht; sie kann feh­len, wo sich An­schlüs­se in kur­z­en Ab­stän­den wie­der­ho­len. Die Ta­fel nennt höchs­tens fünf Fern­zie­le, die von un­ten nach oben in der Rei­hen­fol­ge ih­res Weg­fal­les auf­ge­führt wer­den. Zu­oberst steht das ent­fern­tes­te, zu­un­terst das nächs­te Fern­ziel; über ver­schie­de­ne Au­to­bah­nen oder Au­to­stras­sen er­reich­ba­re Fern­zie­le wer­den ent­spre­chend grup­piert.

239 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Aug. 2005, in Kraft seit 1. März 2006 (AS 20054495).

Art. 87 Wegweisung im Bereich von Verzweigungen  

1 Im Be­reich von Ver­zwei­gun­gen von Au­to­bah­nen oder Au­to­stras­sen wer­den an­ge­bracht:

a.
die «Ver­zwei­gungs­ta­fel» (4.66) 1500 m vor der Stel­le, wo sich die Fahr­strei­fen ver­meh­ren;
b.
die Ta­fel «Ers­ter Vor­weg­wei­ser bei Ver­zwei­gun­gen» (4.67) 1000 m vor der Stel­le, wo sich die Fahr­strei­fen ver­meh­ren;
c.
die Ta­fel «zwei­ter Vor­weg­wei­ser bei Ver­zwei­gun­gen» (4.68) 500 m vor der Stel­le, wo sich die Fahr­strei­fen ver­meh­ren;
d.240
die «Ein­spur­ta­fel über Fahr­strei­fen auf Au­to­bah­nen und Au­to­stras­sen» (4.69), wo sich die Fahr­strei­fen ver­meh­ren; be­trägt der Ab­stand bis zum Schei­tel mehr als 200 m, wird die Ta­fel im Schei­tel wie­der­holt, be­trägt er we­ni­ger als 200 m, wird an ih­rer Stel­le im Schei­tel die «Tren­nungs­ta­fel» (4.64) ver­wen­det; auf Stre­cken mit ei­nem «Licht­si­gnal-Sys­tem für die zeit­wei­li­ge Sper­rung von Fahr­strei­fen» (2.65) ist beim Si­gnal 4.69 auf den nach un­ten ge­rich­te­ten Pfeil zu ver­zich­ten;
e.
die «Ent­fer­nungs­ta­fel» (4.65) 500 m nach der Ver­zwei­gung auf bei­den Fahr­bahnäs­ten.

2 Un­ter der «Ver­zwei­gungs­ta­fel» wird auf ei­ner Zu­satz­ta­fel der Na­me der Ver­zwei­gung an­ge­ge­ben.241

3 Die Ta­fel «Ers­ter Vor­weg­wei­ser bei Ver­zwei­gun­gen» nennt die nächs­ten Fern­zie­le ers­ter Ord­nung (Art. 49 Abs. 4), die über die bei­den Fahr­bahnäs­te er­reicht wer­den kön­nen. Die Ta­fel wird nö­ti­gen­falls durch die «Ein­spur­ta­fel über Fahr­strei­fen auf Au­to­bah­nen und Au­to­stras­sen» er­setzt.

4 Die Ta­fel «Zwei­ter Vor­weg­wei­ser bei Ver­zwei­gun­gen» nennt die nächs­ten Fern­zie­le ers­ter Ord­nung so­wie all­fäl­li­ge wei­te­re Fern­zie­le, die auf den bei­den Fahr­bahnäs­ten lie­gen. Die Ta­fel wird nö­ti­gen­falls durch die «Ein­spur­ta­fel über Fahr­strei­fen auf Au­to­bah­nen und Au­to­stras­sen» er­setzt.242

5 Ver­mehrt sich die Zahl der Fahr­strei­fen vor ei­ner Ver­zwei­gung nicht, wer­den die Ab­stän­de der Ta­feln von ei­nem Punkt aus be­rech­net, der 200 m vor dem Schnitt­punkt der ver­län­ger­ten Rand­li­ni­en des Ver­zwei­gungs­spi­ckels liegt («geo­me­tri­sche Na­se»).

240Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 7. März 1994, in Kraft seit 1. April 1994 (AS 1994 1103).

241 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Aug. 2005, in Kraft seit 1. März 2006 (AS 20054495).

242 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 24. Ju­ni 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 2459).

Art. 88 Vortrittssignale  

1 Auf den Ein­fahr­ten wird un­mit­tel­bar vor der Au­to­bahn oder Au­to­stras­se das Si­gnal «Kein Vor­tritt» (3.02) auf­ge­stellt. Die War­te­li­nie (6.13) ist weg­zu­las­sen.

2 ...243

243 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 24. Ju­ni 2015, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 2459).

Art. 89 Verschiedene Hinweise  

1 Auf Au­to­bah­nen und Au­to­stras­sen wer­den Park­plät­ze, Tank­stel­len und an­de­re Ne­ben­an­la­gen (z. B. Re­stau­rants, In­for­ma­ti­ons­stel­len) mit den ent­spre­chen­den Sig­na­len nur an­ge­zeigt, wenn die Ein­rich­tung oder der Be­trieb von der Au­to­bahn oder Au­to­stras­se her er­reicht wer­den kann. Ge­ge­be­nen­falls wird an fol­gen­den Stel­len je ein Si­gnal an­ge­bracht:

a.
2000–1000 m vor Be­ginn des Ver­zö­ge­rungs­strei­fens (Art. 90 Abs. 2) mit An­ga­be der Ent­fer­nung;
b.
500 m vor Be­ginn des Ver­zö­ge­rungs­strei­fens mit An­ga­be der Ent­fer­nung;
c.
bei Be­ginn des Ver­zö­ge­rungs­strei­fens;
d.
im Schei­tel der Zu­fahrt zu Ne­ben­an­la­gen.

2 Das Si­gnal «An­zei­ge der Fahr­strei­fen» (4.77) wird in ent­spre­chen­der Aus­ge­stal­tung auf­ge­stellt:

a.
wo die An­zahl der Fahr­strei­fen zu- oder ab­nimmt;
b.
wo der Ver­kehr über den Mit­tel­strei­fen auf die Ge­gen­fahr­bahn ge­lei­tet wird;
c.
nö­ti­gen­falls um die An­zahl der Fahr­strei­fen zu be­stä­ti­gen.

3 Das Si­gnal «Ra­dio-Ver­kehrs­in­for­ma­ti­on» (4.90) wird auf Au­to­bah­nen und Au­to­­stras­sen nur auf­ge­stellt:

a.
wo der Fre­quenz­be­reich wech­selt;
b.
nach wich­ti­gen Ein­fahr­ten und vor län­ge­ren Tun­neln;
c.
im Be­reich der Lan­des­gren­ze.244

4 Zur An­zei­ge der nächst­ge­le­ge­nen Not­ruf­säu­le wird an oder über den Lei­tein­rich­tun­gen die Ta­fel «Hin­weis auf Not­ruf­säu­len» (4.70) in Ab­stän­den von 50 m an­ge­bracht.

5 Zur An­kün­di­gung von Po­li­zei­stütz­punk­ten wird 700–800 m vor der Zu­fahrt oder der ent­spre­chen­den Aus­fahrt die Ta­fel «Hin­weis auf Po­li­zei­stütz­punkt» (4.71) mit Di­stan­z­an­ga­be an­ge­bracht. Der Hin­weis «Po­li­zei» kann auf den der Weg­wei­sung die­nen­den Ta­feln un­ter den üb­ri­gen Auf­schrif­ten in schwar­zer Schrift auf weis­sem Feld wie­der­holt wer­den.

6 Auf Au­to­bah­nen und Au­to­stras­sen kön­nen Ki­lo­me­ter­ta­feln (4.72) und Hek­to­me­ter­ta­feln (4.73) an­ge­bracht wer­den.245

7 Zur An­kün­di­gung der über­nächs­ten Tank­stel­le kann un­ter den nach Ab­satz 1 Buch­sta­ben a und b an­ge­brach­ten Hin­weis­ta­feln die Zu­satz­ta­fel «Über­nächs­te Tank­stel­le» (5.17) ver­wen­det wer­den.246

8 Das ASTRA legt in Wei­sun­gen fest, wel­che zu­sätz­li­chen An­zei­gen (z. B. Spi­tal, Stadt­zen­trum, Sta­ti­on für den Au­to­ver­lad auf Bahn oder Fäh­re) un­ter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen und in wel­cher Form an­ge­bracht wer­den kön­nen.247

9 Auf Au­to­bah­nen und Au­to­stras­sen ist das An­brin­gen von Ta­feln mit In­for­ma­tio­nen über das Ver­kehrs­ge­sche­hen, die gross­räu­mi­ge Ver­kehrs­len­kung und den Stras­sen­zu­stand ge­stat­tet, so­fern dies aus Grün­den der Ver­kehrs­si­cher­heit oder des Um­welt­schut­zes ge­bo­ten ist.248

244Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. Jan. 1989, in Kraft seit 1. Mai 1989 (AS 1989 438).

245 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Aug. 2005, in Kraft seit 1. März 2006 (AS 20054495).

246Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 25. Jan. 1989, in Kraft seit 1. Mai 1989 (AS 1989 438).

247Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 25. Jan. 1989 (AS 1989 438). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 1. April 1998, in Kraft seit 1. Ju­ni 1998 (AS 1998 1440).

248 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 1. April 1998, in Kraft seit 1. Ju­ni 1998 (AS 1998 1440).

Art. 90 Markierungen  

1 Auf Au­to­bah­nen und Au­to­stras­sen wer­den durch­ge­hend Fahr­strei­fen (Art. 74 Abs. 1) mar­kiert. Fahr­strei­fen wer­den vom Pan­nen­strei­fen oder vom Fahr­bahn­rand durch ei­ne Rand­li­nie (Art. 76 Abs. 1) ge­trennt.

2 Bei An­schlüs­sen so­wie bei Zu- und Weg­fahr­ten von Ne­ben­an­la­gen wer­den Be­schleu­ni­gungs- be­zie­hungs­wei­se Ver­zö­ge­rungs­strei­fen mar­kiert, die von den durch­ge­hen­den Fahr­strei­fen na­ment­lich durch ei­ne Dop­pel­li­nie ab­ge­grenzt wer­den.249

3 Auf Ein­fahr­ten kann der Pan­nen­strei­fen durch weis­se, schräg an­ge­ord­ne­te Strei­fen ge­kenn­zeich­net wer­den.

4 Auf Ein- und Aus­fahr­ten so­wie auf Zu- und Weg­fahr­ten bei Ne­ben­an­la­gen wird die Fahrtrich­tung durch weis­se Pfei­le auf der Fahr­bahn ver­deut­licht.250

249 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 24. Ju­ni 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 2459).

250Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 25. Jan. 1989, in Kraft seit 1. Mai 1989 (AS 1989 438).

Art. 91251  

251 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 1. April 1998, mit Wir­kung seit 1. Ju­ni 1998 (AS 1998 1440).

12. Kapitel: Bahnübergänge

Art. 92 Vorsignale 252  

1 Zur War­nung vor ge­kenn­zeich­ne­ten Bahn­über­gän­gen (Art. 93) die­nen die fol­gen­den Vor­si­gna­le:

a.
das Si­gnal «Schran­ken» (1.15) vor Bahn­über­gän­gen mit Schran­ken, Halb­schran­ken oder Be­darfs­schran­ken;
b.
das Si­gnal «Bahn­über­gang oh­ne Schran­ken» (1.16) vor Bahn­über­gän­gen mit Blink­licht­si­gna­len oder An­dre­as­kreu­zen;
bbis.
das Si­gnal «Stras­sen­bahn» (1.18) mit bei­ge­füg­ter Di­stanz­ta­fel vor Bahn­über­gän­gen, die nach Ei­sen­bahn­recht mit dem Si­gnal «Stras­sen­bahn» si­gna­li­siert wer­den;
c.253
... .

2 Bei Bahn­über­gän­gen mit Blink­licht­si­gna­len wird den Si­gna­len «Schran­ken» und «Bahn­über­gang oh­ne Schran­ken» die Zu­satz­ta­fel «Blink­licht» (5.12) bei­ge­fügt.

3 Wenn die Si­gna­le am Bahn­über­gang recht­zei­tig er­kenn­bar sind, kön­nen Vor­sig­na­le in­ner­orts, auf Feld- und Fuss­we­gen so­wie auf pri­va­ten Zu­fahr­ten feh­len.

252 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 1 der V vom 12. Nov. 2003, in Kraft seit 14. Dez. 2003 (AS 2003 4289).

253 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 24. Ju­ni 2015, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 2459).

Art. 93 Signale am Bahnübergang 254  

1 Zur Kenn­zeich­nung von Bahn­über­gän­gen die­nen Schran­ken, Halb­schran­ken, Be­darfs­schran­ken, Blink­licht­si­gna­le (3.20; 3.21), An­dre­as­kreu­ze (3.22; 3.24), akus­ti­sche Si­gna­le, Si­gna­le «Stras­sen­bahn» (1.18) und Licht­si­gna­le (Art. 68–71). Für die Aus­ge­stal­tung und Auf­stel­lung der Si­gna­le an Bahn­über­gän­gen, aus­ge­nom­men Licht­si­gna­le und das Si­gnal «Stras­sen­bahn», gilt das Ei­sen­bahn­recht.255

2 Ge­schlos­se­ne oder sich schlies­sen­de Schran­ken, Halb­schran­ken oder Be­darfs­schran­ken, ro­tes Blink­licht, ro­tes Licht so­wie akus­ti­sche Si­gna­le be­deu­ten «Halt».

3 ...256

4 Der Stras­sen­be­nüt­zer muss sich selbst ver­ge­wis­sern, dass kein Schie­nen­fahr­zeug naht und der Über­gang frei ist, wenn:

a.
das Si­gnal «Stras­sen­bahn» (1.18) an­ge­bracht ist;
b.
An­dre­as­kreu­ze nicht mit Blink­licht­si­gna­len oder Licht­si­gna­len aus­ge­rüs­tet sind;
c.
das gel­be Licht ei­ner Licht­si­gnal­an­la­ge blinkt.257

5 Liegt ein Bahn­über­gang in ei­ner durch Licht­si­gna­le (Art. 68–71) ge­re­gel­ten Ver­zwei­gung, kann er in die Licht­si­gnal­an­la­ge ein­be­zo­gen wer­den.

6 ...258

254 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 1 der V vom 12. Nov. 2003, in Kraft seit 14. Dez. 2003 (AS 2003 4289).

255 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 24. Ju­ni 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 2459).

256 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 24. Ju­ni 2015, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 2459).

257 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 4. Nov. 2009, in Kraft seit 1. Ju­li 2010 (AS 2009 5971).

258 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 24. Ju­ni 2015, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 2459).

Art. 94259  

259 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 1. April 1998, mit Wir­kung seit 1. Ju­ni 1998 (AS 1998 1440).

13. Kapitel: Strassenreklamen

Art. 95 Begriffe 260  

1 Als Stras­sen­re­kla­men gel­ten al­le Wer­be­for­men und an­de­ren An­kün­di­gun­gen in Schrift, Bild, Licht, Ton usw., die im Wahr­neh­mungs­be­reich der Fahr­zeug­füh­ren­den lie­gen, wäh­rend die­se ih­re Auf­merk­sam­keit dem Ver­kehr zu­wen­den.

2 Fir­men­an­schrif­ten sind Stras­sen­re­kla­men, be­ste­hend aus dem Fir­men­na­men, dem oder den Bran­chen­hin­wei­sen (z. B. «Bau­stof­fe», «Gar­ten­bau») und ge­ge­be­nen­falls ei­nem Fir­men­si­gnet, wel­che am Ge­bäu­de der Fir­ma selbst oder in des­sen un­mit­tel­ba­rer Nä­he an­ge­bracht sind.

260 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Aug. 2005, in Kraft seit 1. März 2006 (AS 20054495).

Art. 96 Grundsätze 261  

1 Un­ter­sagt sind Stras­sen­re­kla­men, wel­che die Ver­kehrs­si­cher­heit be­ein­träch­ti­gen könn­ten, na­ment­lich wenn sie:

a.
das Er­ken­nen an­de­rer Ver­kehrs­teil­neh­men­der er­schwe­ren, wie im nä­he­ren Be­reich von Fuss­gän­ger­strei­fen, Ver­zwei­gun­gen oder Aus­fahr­ten;
b.
die Be­rech­tig­ten auf den für Fuss­gän­ger be­stimm­ten Ver­kehrs­flä­chen be­hin­dern oder ge­fähr­den;
c.
mit Si­gna­len oder Mar­kie­run­gen ver­wech­selt wer­den kön­nen; oder
d.
die Wir­kung von Si­gna­len oder Mar­kie­run­gen her­ab­set­zen.

2 Stets un­ter­sagt sind Stras­sen­re­kla­men:

a.
wenn sie in das Licht­raum­pro­fil der Fahr­bahn vor­ste­hen;
b.
auf der Fahr­bahn, aus­ge­nom­men in Fuss­gän­ger­zo­nen;
c.262
in Tun­neln so­wie in Un­ter­füh­run­gen oh­ne Trot­toirs;
d.
wenn sie Si­gna­le oder weg­wei­sen­de Ele­men­te ent­hal­ten.

261 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Aug. 2005, in Kraft seit 1. März 2006 (AS 20054495).

262 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 24. Ju­ni 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 2459).

Art. 97 Strassenreklamen bei Signalen 263  

1 An Si­gna­len oder in ih­rer un­mit­tel­ba­rer Nä­he sind Stras­sen­re­kla­men un­ter­sagt.

2 Zu­läs­sig sind je­doch:

a.
Stras­sen­re­kla­men auf In­for­ma­ti­ons­ta­feln zur Stre­cken­füh­rung ent­lang von si­gna­li­sier­ten Rou­ten für den Lang­sam­ver­kehr, wo­bei sie höchs­tens einen Fünf­tel der Ta­fel­flä­che ein­neh­men dür­fen;
b.
Stras­sen­re­kla­men un­ter der Hin­weis­ta­fel «Te­le­fon» (4.81) auf Pass­stras­sen, wo­bei sie höchs­tens einen Drit­tel der Ta­fel­flä­che ein­neh­men dür­fen;
c.
An­kün­di­gun­gen mit ver­kehrs­er­zie­he­ri­schem oder un­fall­ver­hü­ten­dem Cha­rak­ter.

263 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Aug. 2005, in Kraft seit 1. März 2006 (AS 20054495).

Art. 98 Strassenreklamen auf Autobahnen und Autostrassen 264  

1 Im Be­reich von Au­to­bah­nen und Au­to­stras­sen sind Stras­sen­re­kla­men un­ter­sagt.

2 Zu­läs­sig sind je­doch:

a.
ei­ne Fir­men­an­schrift pro Fir­ma je Fahrtrich­tung;
b.
An­kün­di­gun­gen mit ver­kehrs­er­zie­he­ri­schem, un­fall­ver­hü­ten­dem oder ver­kehrs­len­ken­dem Cha­rak­ter; all­fäl­li­ge Hin­wei­se auf die Trä­ger­schaft der An­kün­di­gung dür­fen höchs­tens einen Zehn­tel der Ta­fel­flä­che ein­neh­men.

3 Auf Ne­ben­an­la­gen und Rast­plät­zen sind zu­läs­sig:

a.
für Tank­stel­len je ei­ne be­leuch­te­te Fir­men­an­schrift auf dem Ge­bäu­de und im Trenn­strei­fen zwi­schen der Na­tio­nal­stras­se und der Ne­ben­an­la­ge;
b.
für Re­stau­rants und Mo­tels je ei­ne be­leuch­te­te Fir­men­an­schrift auf dem Ge­bäu­de so­wie auf der Quer- und der Längs­sei­te des Ge­bäu­des;
c.
Stras­sen­re­kla­men, so­weit sie nicht von den Fahr­zeuglen­kern auf den durch­ge­hen­den Fahr­bah­nen wahr­ge­nom­men wer­den kön­nen.265

264 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Aug. 2005, in Kraft seit 1. März 2006 (AS 20054495).

265 Fas­sung ge­mä­ss An­hang 4 Ziff. II 6 der Na­tio­nal­stras­sen­ver­ord­nung vom 7. Nov. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5957).

Art. 99 Bewilligungspflicht 266  

1 Das An­brin­gen und Än­dern von Stras­sen­re­kla­men be­darf der Be­wil­li­gung der nach kan­to­na­lem Recht zu­stän­di­gen Be­hör­de. Für Stras­sen­re­kla­men im Be­reich der Na­tio­nal­stras­sen ers­ter und zwei­ter Klas­se ist das ASTRA für die Be­wil­li­gung zu­stän­dig, wenn es sich um Re­kla­men auf Grund­ei­gen­tum des Bun­des han­delt.267

2 Die Kan­to­ne kön­nen für Stras­sen­re­kla­men in­ner­orts Aus­nah­men von der Be­wil­li­gungs­pflicht fest­le­gen.

266 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Aug. 2005, in Kraft seit 1. März 2006 (AS 20054495).

267 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 20. Mai 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 2145).

Art. 100 Ergänzendes Recht 268  

Er­gän­zen­de Vor­schrif­ten über Stras­sen­re­kla­men, na­ment­lich zum Schutz des Land­schafts- und Orts­bil­des, blei­ben vor­be­hal­ten.

268 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Aug. 2005, in Kraft seit 1. März 2006 (AS 20054495).

14. Kapitel: Allgemeine Anforderungen an die Strassensignalisation

Art. 101 Grundsätze  

1 In die­ser Ver­ord­nung nicht vor­ge­se­he­ne Si­gna­le und Mar­kie­run­gen sind un­zu­läs­sig; vor­be­hal­ten blei­ben die Be­stim­mun­gen nach den Ar­ti­keln 54 Ab­satz 9 und 115.269

2 Si­gna­le und Mar­kie­run­gen dür­fen erst an­ge­bracht oder ent­fernt wer­den, wenn dies die Be­hör­de oder das ASTRA an­ge­ord­net hat; das Ver­fah­ren nach Ar­ti­kel 107 ist zu be­ach­ten.270

3 Si­gna­le und Mar­kie­run­gen dür­fen nicht un­nö­ti­ger­wei­se an­ge­ord­net und an­ge­bracht wer­den, je­doch nicht feh­len, wo sie un­er­läss­lich sind. Sie sind, be­son­ders auf dem­sel­ben Stras­sen­zug, ein­heit­lich an­zu­brin­gen.

3bis ...271

4 Si­gna­le gel­ten für die gan­ze Fahr­bahn, so­fern sich nicht aus ih­rer An­ord­nung über der Fahr­bahn oder aus ein­zel­nen Be­stim­mun­gen (z. B. Art. 59) zwei­fels­frei er­gibt, dass sie nur für ein­zel­ne Fahr­strei­fen oder be­son­de­re Ver­kehrs­flä­chen gel­ten.

5 Si­gna­le dür­fen nicht dicht bei­ein­an­der­ste­hen.

6 Am glei­chen Pfos­ten dür­fen zwei, in zwin­gen­den Aus­nah­me­fäl­len drei Si­gna­le an­ge­bracht wer­den; dies gilt nicht für Weg­wei­ser. In der Re­gel ste­hen von oben nach un­ten: Ge­fah­rensi­gna­le, Vor­schrifts- oder Vor­tritts­si­gna­le, Hin­weis­si­gna­le.272

7 Si­gna­le kön­nen auf ei­ner recht­e­cki­gen weis­sen Ta­fel dar­ge­stellt wer­den:

a.
wenn sie über der Fahr­bahn oder über ein­zel­nen Fahr­strei­fen an­ge­bracht sind;
b.
in­ner­orts, wenn zu­sätz­li­che An­ga­ben er­for­der­lich sind;
c.
aus­ser­orts auf un­be­deu­ten­den Ne­ben­stras­sen (Art. 22 Abs. 4), wenn zu­sätz­li­che An­ga­ben er­for­der­lich sind;
d.273
auf Wech­sel­si­gnal­an­la­gen.

Die zu­sätz­li­chen An­ga­ben (z. B. Schrift, Pfei­le, Sym­bo­le) sind schwarz und ste­hen auf der recht­e­cki­gen weis­sen Ta­fel un­ter dem dar­ge­stell­ten Si­gnal.

7bis Si­gna­le in licht­tech­ni­scher Aus­füh­rung kön­nen auf recht­e­cki­gen schwar­zen Ta­feln dar­ge­stellt wer­den.274

8 Gelb-schwar­ze Si­gna­le, aus­ge­nom­men die Si­gna­le «Haupt­stras­se» (3.03) und «En­de Haupt­stras­se» (3.04), rich­ten sich aus­sch­liess­lich an die Füh­rer von Mi­li­tär­fahr­zeu­gen.275 Die Si­gna­le ha­ben einen gel­ben Grund; der Rand, die Schrift und die Sym­bo­le sind schwarz. Die Be­stim­mun­gen zum Schut­ze der Si­gna­le (Art. 98 SVG) sind an­wend­bar.

9 Weiss-oran­ge Weg­wei­ser zei­gen den Weg zu Aus­bil­dungs­zen­tren, Sa­ni­täts­hilfs­stel­len und grös­se­ren öf­fent­li­chen Schutz­räu­men des Zi­vil­schut­zes, die oh­ne be­son­de­re Weg­wei­sung schwer auf­find­bar sind. Die Weg­wei­ser ha­ben einen weis­sen Grund; der Rand ist oran­ge, die Schrift schwarz; in der Wur­zel der Weg­wei­ser kann das in­ter­na­tio­na­le Schutz­zei­chen des Zi­vil­schut­zes an­ge­bracht wer­den. Die Be­stim­mun­gen zum Schut­ze der Si­gna­le (Art. 98 SVG) sind an­wend­bar.276

269 Fas­sung ge­mä­ss An­hang 4 Ziff. II 6 der Na­tio­nal­stras­sen­ver­ord­nung vom 7. Nov. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5957).

270 Fas­sung ge­mä­ss An­hang 4 Ziff. II 6 der Na­tio­nal­stras­sen­ver­ord­nung vom 7. Nov. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5957).

271 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 17. Aug. 2005 (AS 20054495). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 24. Ju­ni 2015, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 2459).

272Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. Jan. 1989, in Kraft seit 1. Mai 1989 (AS 1989 438).

273 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 24. Ju­ni 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 2459).

274 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 24. Ju­ni 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 2459).

275 Fas­sung ge­mä­ss Art. 90 Ziff. 1 der V vom 11. Fe­br. 2004 über den mi­li­tä­ri­schen Stras­sen­ver­kehr, in Kraft seit 1. März 2004 (AS 2004 945).

276Ein­ge­fügt durch Ziff. IV der V vom 7. April 1982 (AS 1982 531). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 7. März 1994, in Kraft seit 1. April 1994 (AS 1994 1103).

Art. 102 Ausgestaltung der Signale  

1 Die Grös­se der Si­gna­le rich­tet sich nach An­hang 1.

2 Auf Au­to­bah­nen steht das Gross­for­mat, auf Au­to­stras­sen und ähn­lich aus­ge­bau­ten Stras­sen das Gross- oder Zwi­schen­for­mat, auf Haupt- und Ne­ben­stras­sen das Nor­mal­for­mat. Auf Feld­we­gen, Aus­fahr­ten und der­glei­chen so­wie in­ner­orts kann das Klein­for­mat ver­wen­det wer­den. Auf Ver­kehrs­flä­chen, die den Fuss­gän­gern oder Rad­fah­rern vor­be­hal­ten sind, kön­nen in be­son­de­ren Fäl­len die Ge­fah­rensi­gna­le so­wie die drei­e­cki­gen Vor­tritts­si­gna­le in ei­nem um einen Drit­tel re­du­zier­ten Klein­for­mat ver­wen­det wer­den.277

3 Wo der Platz für die vor­ge­se­he­nen Si­gnal­grös­sen nicht aus­reicht (z. B. in Tun­neln), kön­nen Si­gna­le in re­du­zier­ter Grös­se auf­ge­stellt wer­den.

4 Die Si­gna­le müs­sen re­tro-re­flek­tie­ren oder nachts be­leuch­tet sein, aus­ge­nom­men die Weg­wei­ser nach Ar­ti­kel 54a.278

5 Für Auf­schrif­ten auf Si­gna­len wird die Schrift­art «ASTRA Fru­ti­ger» ver­wen­det. Da­von aus­ge­nom­men sind Zah­len so­wie Be­triebs­weg­wei­ser, die tou­ris­ti­sche Si­gna­li­sa­ti­on und Ho­tel­weg­wei­ser.279

277 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 20. Mai 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 2145).

278 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Aug. 2005, in Kraft seit 1. März 2006 (AS 20054495).

279 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 20. Mai 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 2145).

Art. 103 Standort der Signale  

1 Si­gna­le ste­hen am rech­ten Stras­sen­rand. Sie kön­nen am lin­ken Stras­sen­rand wie­der­holt, über die Fahr­bahn ge­hängt, auf In­seln ge­stellt oder in zwin­gen­den Aus­nah­me­fäl­len aus­sch­liess­lich links an­ge­bracht wer­den. Die En­de-Si­gna­le auf Ne­ben­stras­sen kön­nen aus­sch­liess­lich links auf der Rück­sei­te des Ge­gen­si­gnals an­ge­bracht wer­den.280

2 Si­gna­le wer­den so auf­ge­stellt, dass sie recht­zei­tig er­kannt und nicht durch Hin­der­nis­se ver­deckt wer­den. Un­be­leuch­te­te Si­gna­le (Art. 102 Abs. 4) müs­sen vom Licht der Fahr­zeu­ge ge­trof­fen wer­den.

3 Die Un­ter­kan­te der Si­gna­le muss zwi­schen 0,60 und 2,50 m, auf Au­to­bah­nen und Au­to­stras­sen we­nigs­tens 1,50 m, bei Si­gna­len über der Fahr­bahn min­des­tens 4,50 m über der Ebe­ne des Stras­sen­schei­tels lie­gen. Für kurz­fris­ti­ge Si­gna­li­sa­tio­nen und in Not­fäl­len darf die Un­ter­kan­te der Si­gna­le tiefer lie­gen.

4 Si­gna­le dür­fen nicht in das Licht­raum­pro­fil der Fahr­bahn hin­ein­ra­gen. Der Ab­stand zwi­schen dem Fahr­bahn­rand und der nächs­ten Si­gnal­kan­te be­trägt in­ner­orts 0.30–2.00 m, aus­ser­orts 0.50–2.00 m, in be­son­de­ren Fäl­len ma­xi­mal 3.50 m; auf Au­to­bah­nen und Au­to­stras­sen soll die plan­ge­mäs­se Sei­ten­frei­heit nicht un­ter­schrit­ten wer­den.281

5 Zur War­nung vor be­son­de­ren Ge­fah­ren darf das Si­gnal «An­de­re Ge­fah­ren» (1.30) auch auf Wech­se­l­an­zei­ge­ta­feln von fah­ren­den oder auf der Fahr­bahn ste­hen­den Un­ter­halts­fahr­zeu­gen oder Be­gleit­fahr­zeu­gen von Aus­nah­me­fahr­zeu­gen und Aus­nah­me­trans­por­ten an­ge­zeigt wer­den.282

280Drit­ter Satz ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 7. März 1994, in Kraft seit 1. April 1994 (AS 1994 1103).

281Fas­sung des zwei­ten Sat­zes ge­mä­ss Ziff. I der V vom 7. März 1994, in Kraft seit 1. April 1994 (AS 1994 1103).

282 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS2016 5131).

Art. 104 Zuständigkeit  

1 Für das An­brin­gen und Ent­fer­nen von Si­gna­len und Mar­kie­run­gen ist die Be­hör­de zu­stän­dig. Vor­be­hal­ten bleibt die Pflicht der Stras­sen­be­nüt­zer, Hin­der­nis­se auf der Fahr­bahn zu kenn­zeich­nen (Art. 4 Abs. 1 SVG; Art. 23 und 54 VRV283), die Be­fug­nis der Po­li­zei, die er­for­der­li­chen Si­gna­le auf­zu­stel­len, so­weit sie von sich aus Mass­nah­men an­ord­nen kann (Art. 107 Abs. 4; Art. 3 Abs. 6 SVG), so­wie die Be­fug­nis des Per­so­nals von Be­gleit­fahr­zeu­gen, auf Wech­se­l­an­zei­ge­ta­feln das Si­gnal «An­de­re Ge­fah­ren» (1.30; Art. 103 Abs. 5) an­zu­zei­gen.284

2 Die Kan­to­ne kön­nen die Si­gna­li­sa­ti­on den Ge­mein­den über­tra­gen, müs­sen je­doch die Auf­sicht füh­ren.

3 Für das An­brin­gen und Ent­fer­nen von Si­gna­len und Mar­kie­run­gen auf Na­tio­nal­stras­sen, ein­sch­liess­lich An­schlüs­sen samt Ver­bin­dungs­stre­cken, Ne­ben­an­la­gen und Rast­plät­zen nach Ar­ti­kel 2 Buch­sta­ben c–e NSV, ist das ASTRA zu­stän­dig. Si­gna­le und Mar­kie­run­gen im Zu­sam­men­hang mit der Fer­tig­stel­lung des be­schlos­se­nen Na­tio­nal­stras­sen­net­zes, die nicht län­ger als ein Jahr gel­ten, kön­nen von der Be­hör­de nach den vom UVEK er­las­se­nen Richt­li­ni­en auf­ge­stellt wer­den. Für den Er­lass von Ver­kehrs­an­ord­nun­gen gilt Ar­ti­kel 110 Ab­satz 2.285

4 Dem Bund ob­liegt die Si­gna­li­sa­ti­on auf wei­te­ren Stras­sen und Grund­stücken in sei­nem Ei­gen­tum, die Kenn­zeich­nung der Zoll­hal­te­stel­len (Art. 31 Abs. 1) so­wie die Si­gna­li­sa­ti­on im Zu­sam­men­hang mit mi­li­tä­ri­schen Ver­kehrs­an­ord­nun­gen.286

5 Fer­ner dür­fen nach den Wei­sun­gen der Be­hör­de auf­stel­len:

a.287
Ei­gen­tü­mer pri­va­ter Park­plät­ze das Si­gnal «Par­kie­ren ge­stat­tet» (4.17), das den Na­men des Be­trie­bes ent­hal­ten darf;
b.
Ei­gen­tü­mer pri­va­ter Stras­sen, We­ge oder Plät­ze die Si­gna­le, die zum Schut­ze ih­res Grund­ei­gen­tums er­wirk­te Ver­bo­te oder Be­schrän­kun­gen an­zei­gen (Art. 113 Abs. 3);
c.
Bau­un­ter­neh­mer die bei Bau­stel­len er­for­der­li­chen Si­gna­le (Art. 80 und 81).

6 Die Be­hör­de hört die Ei­sen­bahn­auf­sichts­be­hör­de und die Bahn­ver­wal­tung an, be­vor sie Mar­kie­run­gen im Be­reich von Bahn­über­gän­gen so­wie Si­gna­le zur War­nung vor Bahn­über­gän­gen und Schie­nen­fahr­zeu­gen auf Stras­sen an­brin­gen oder ent­fer­nen lässt.288

283 SR 741.11

284 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS2016 5131).

285 Fas­sung ge­mä­ss An­hang 4 Ziff. II 6 der Na­tio­nal­stras­sen­ver­ord­nung vom 7. Nov. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5957).

286 Fas­sung ge­mä­ss An­hang 4 Ziff. II 6 der Na­tio­nal­stras­sen­ver­ord­nung vom 7. Nov. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5957).

287 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Aug. 2005, in Kraft seit 1. März 2006 (AS 20054495).

288 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 1 der V vom 12. Nov. 2003, in Kraft seit 14. Dez. 2003 (AS 2003 4289).

Art. 105 Aufsicht  

1 Die Be­hör­de führt die Auf­sicht über die Stras­sen­si­gna­li­sa­ti­on. Sie über­wacht auch die von Ge­mein­den, Or­ga­ni­sa­tio­nen oder Pri­va­ten nach Ar­ti­kel 104 Ab­sät­ze 2 und 5 so­wie Ar­ti­kel 115 Ab­satz 3 an­ge­brach­ten Si­gna­le.

2 Die Be­hör­de lässt un­nö­ti­ge Si­gna­le ent­fer­nen, be­schä­dig­te er­set­zen und sorgt für recht­zei­ti­ges Er­neu­ern der Mar­kie­run­gen. Si­gna­le, die oh­ne Be­wil­li­gung an­ge­bracht wur­den, wer­den auf Kos­ten des Pflich­ti­gen ent­fernt.

3 Das ASTRA übt die Auf­sicht über die Stras­sen­si­gna­li­sa­ti­on auf Na­tio­nal­stras­sen und die Stras­sen­re­kla­men im Be­reich der Na­tio­nal­stras­sen aus.289

289Fas­sung ge­mä­ss An­hang 4 Ziff. II 6 der Na­tio­nal­stras­sen­ver­ord­nung vom 7. Nov. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5957).

Art. 106 Einsprache 290291  

1 Die Ein­spra­che ist zu­läs­sig:

a.
ge­gen Si­gna­li­sa­tio­nen und Mar­kie­run­gen, die den Vor­schrif­ten nicht ent­spre­chen, na­ment­lich wenn nicht vor­ge­se­he­ne Si­gna­le oder Mar­kie­run­gen ver­wen­det wer­den, wenn Si­gna­le oder Mar­kie­run­gen un­nö­ti­ger­wei­se an­ge­bracht wer­den oder feh­len, wo sie not­wen­dig sind;
b.292
ge­gen Si­gna­le, die nach Ar­ti­kel 107 Ab­sät­ze 1, 3 und 4 we­der ver­fügt noch ver­öf­fent­licht wer­den müs­sen, so­wie ge­gen Mar­kie­run­gen, so­weit die Ver­let­zung der recht­li­chen Vor­aus­set­zun­gen für ih­re An­brin­gung ge­rügt wird. Die Ein­spra­che ist aus­ge­schlos­sen ge­gen Si­gna­le und Mar­kie­run­gen, de­ren An­brin­gung vom Bund an­ge­ord­net oder be­wil­ligt wird (Art. 104 Abs. 3 und 4; Art. 13 Abs. 2 SDR293 in Ver­bin­dung mit Art. 19 Abs. 1 Bst. g und h).

2 ...294

290Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. Jan. 1989, in Kraft seit 1. Mai 1989 (AS 1989 438).

291 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 63 der V vom 8. Nov. 2006 über die An­pas­sung von Bun­des­rats­ver­ord­nun­gen an die To­tal­re­vi­si­on der Bun­des­rechts­pfle­ge, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 4705).

292 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Aug. 2005, in Kraft seit 1. März 2006 (AS 20054495).

293 SR 741.621

294 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. II 63 der V vom 8. Nov. 2006 über die An­pas­sung von Bun­des­rats­ver­ord­nun­gen an die To­tal­re­vi­si­on der Bun­des­rechts­pfle­ge, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 4705).

15. Kapitel: Verkehrsanordnungen und Verkehrsbeschränkungen

Art. 107 Grundsätze  

1 Die fol­gen­den ört­li­chen Ver­kehrs­an­ord­nun­gen (Art. 3 Abs. 3 und 4 SVG) sind von der Be­hör­de oder dem ASTRA zu ver­fü­gen und mit Rechts­mit­tel­be­leh­rung zu ver­öf­fent­li­chen:

a.
An­ord­nun­gen, die durch Vor­schrifts- oder Vor­tritts­si­gna­le oder durch an­de­re Si­gna­le mit Vor­schrift­s­cha­rak­ter an­ge­zeigt wer­den;
b.
Park­fel­der, die aus­sch­liess­lich durch Mar­kie­run­gen ge­kenn­zeich­net wer­den.295

1bis Die Si­gna­le und Mar­kie­run­gen nach Ab­satz 1 dür­fen erst an­ge­bracht wer­den, wenn die Ver­fü­gung voll­streck­bar ist.296

2 Die Be­hör­de oder das ASTRA kann Si­gna­le für ört­li­che Ver­kehrs­an­ord­nun­gen nach Ab­satz 1 vor der Ver­öf­fent­li­chung der Ver­fü­gung wäh­rend höchs­tens 60 Ta­gen an­brin­gen, wenn die Ver­kehrs­si­cher­heit dies er­for­dert.297

2bis Ver­su­che mit Ver­kehrs­mass­nah­men dür­fen höchs­tens für ein Jahr an­ge­ord­net wer­den.298

3 Nicht ver­fügt und ver­öf­fent­licht wer­den müs­sen:

a.
die An­brin­gung von Mar­kie­run­gen, aus­ge­nom­men die Mar­kie­rung von Park­fel­dern nach Ab­satz 1 Buch­sta­be b;
b.
die An­brin­gung der fol­gen­den Si­gna­le:
1.
Licht­si­gna­le,
2.
in Ab­satz 1 nicht ge­nann­te Si­gna­le,
3.
«Ver­bot für Fahr­zeu­ge mit ge­fähr­li­cher La­dung» (2.10.1),
4.
«Ver­bot für Fahr­zeu­ge mit was­ser­ge­fähr­den­der La­dung» (2.11),
5.
«Höchst­brei­te» (2.18) auf Haupt­stras­sen nach An­hang 2 Buch­sta­be C der Durch­gangs­stras­sen­ver­ord­nung vom 18. De­zem­ber 1991299,
6.
«Höchst­hö­he» (2.19),
7.
«Höchst­ge­schwin­dig­keit» (2.30), das die all­ge­mei­ne Höchst­ge­schwin­dig­keit auf Au­to­stras­sen an­zeigt,
8.
«Höchst­ge­schwin­dig­keit 50 ge­ne­rell» (2.30.1),
9.
«Zoll­hal­te­stel­le» (2.51),
10.
«Po­li­zei» (2.52),
11.
«Haupt­stras­se» (3.03),
12.
«Au­to­bahn» (4.01),
13.
«Au­to­stras­se» (4.03);
c.
An­ord­nun­gen im Zu­sam­men­hang mit Bau­stel­len von ei­ner Dau­er bis 6 Mo­na­ten.300

4 Vor­über­ge­hen­de An­ord­nun­gen der Po­li­zei (Art. 3 Abs. 6 SVG), die län­ger als acht Ta­ge gel­ten sol­len, müs­sen im or­dent­li­chen Ver­fah­ren von der Be­hör­de oder vom ASTRA ver­fügt und ver­öf­fent­licht wer­den.301

5 Sind auf be­stimm­ten Stras­sen­stre­cken ört­li­che Ver­kehrs­an­ord­nun­gen nö­tig, wird die Mass­nah­me ge­wählt, die den Zweck mit den ge­rings­ten Ein­schrän­kun­gen er­reicht. Än­dern sich die Vor­aus­set­zun­gen, muss die Be­hör­de die ört­li­che Ver­kehr­s­an­ord­nung über­prü­fen und ge­ge­be­nen­falls auf­he­ben.

6 Die Be­hör­de so­wie die kan­to­na­le Ver­kehrs­po­li­zei wer­den bei der Pla­nung an­ge­hört, wenn Neu­bau oder Aus­bau von Stras­sen den Er­lass von Ver­kehrs­an­ord­nun­gen, die Er­rich­tung von Ver­kehrs­in­seln und der­glei­chen er­for­dern.

7 Ist die Er­rich­tung ei­ner Hal­te­stel­le für Fahr­zeu­ge im öf­fent­li­chen Li­ni­en­ver­kehr ge­plant, so ist die kan­to­na­le Ver­kehrs­po­li­zei vor der Plan­ge­neh­mi­gung an­zu­hö­ren.302

295Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 24. Ju­ni 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 2459).

296 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 24. Ju­ni 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 2459).

297 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 3. Ju­li 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3213).

298Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 12. Fe­br. 1992, in Kraft seit 15. März 1992 (AS 1992 514).

299 SR 741.272

300 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 20. Mai 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 2145).

301 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Aug. 2005, in Kraft seit 1. März 2006 (AS 20054495).

302 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 24. Ju­ni 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 2459).

Art. 108 Abweichungen von den allgemeinen Höchstgeschwindigkeiten  

1 Zur Ver­mei­dung oder Ver­min­de­rung be­son­de­rer Ge­fah­ren im Stras­sen­ver­kehr, zur Re­duk­ti­on ei­ner über­mäs­si­gen Um­welt­be­las­tung oder zur Ver­bes­se­rung des Ver­kehrs­ab­laufs kann die Be­hör­de oder das ASTRA für be­stimm­te Stras­sen­stre­cken Ab­wei­chun­gen von den all­ge­mei­nen Höchst­ge­schwin­dig­kei­ten (Art. 4a VRV303) an­ord­nen.304

2 Die all­ge­mei­nen Höchst­ge­schwin­dig­kei­ten kön­nen her­ab­ge­setzt wer­den, wenn:

a.
ei­ne Ge­fahr nur schwer oder nicht recht­zei­tig er­kenn­bar und an­ders nicht zu be­he­ben ist;
b.305
be­stimm­te Stras­sen­be­nüt­zer ei­nes be­son­de­ren, nicht an­ders zu er­rei­chen­den Schut­zes be­dür­fen;
c.
auf Stre­cken mit gros­ser Ver­kehrs­be­las­tung der Ver­kehrs­ab­lauf ver­bes­sert wer­den kann;
d.306
da­durch ei­ne im Sin­ne der Um­welt­schutz­ge­setz­ge­bung über­mäs­si­ge Um­welt­be­las­tung (Lärm, Schad­stof­fe) ver­min­dert wer­den kann. Da­bei ist der Grund­satz der Ver­hält­nis­mäs­sig­keit zu wah­ren.307

3 Die all­ge­mei­ne Höchst­ge­schwin­dig­keit kann auf gut aus­ge­bau­ten Stras­sen mit Vor­tritts­recht in­ner­orts hin­auf­ge­setzt wer­den, wenn da­durch der Ver­kehrs­ab­lauf oh­ne Nach­tei­le für Si­cher­heit und Um­welt ver­bes­sert wer­den kann.308

4 Vor der Fest­le­gung von ab­wei­chen­den Höchst­ge­schwin­dig­kei­ten wird durch ein Gut­ach­ten (Art. 32 Abs. 3 SVG) ab­ge­klärt, ob die Mass­nah­me nö­tig (Abs. 2), zweck- und ver­hält­nis­mäs­sig ist oder ob an­de­re Mass­nah­men vor­zu­zie­hen sind. Da­bei ist ins­be­son­de­re zu prü­fen, ob die Mass­nah­me auf die Haupt­ver­kehrs­zei­ten be­schränkt wer­den kann.309

5 Es sind fol­gen­de ab­wei­chen­de Höchst­ge­schwin­dig­kei­ten zu­läs­sig:

a.310
auf Au­to­bah­nen: tiefe­re Höchst­ge­schwin­dig­kei­ten als 120 km/h bis 60 km /h in Ab­stu­fun­gen von je 10 km/h; wei­te­re Re­duk­tio­nen in Ab­stu­fun­gen von je 10 km/h im Be­reich von An­schlüs­sen und Ver­zwei­gun­gen ge­mä­ss Aus­bau­grad;
b.311
auf Au­to­stras­sen: tiefe­re Höchst­ge­schwin­dig­kei­ten als 100 km/h bis 60 km/h in Ab­stu­fun­gen von je 10 km/h; wei­te­re Re­duk­tio­nen in Ab­stu­fun­gen von je 10 km/h im Be­reich von An­schlüs­sen und Ver­zwei­gun­gen ge­mä­ss Aus­bau­grad;
c.312
auf Stras­sen aus­ser­orts, aus­ge­nom­men Au­to­stras­sen und Au­to­bah­nen: tiefe­re Höchst­ge­schwin­dig­kei­ten als 80 km/h in Ab­stu­fun­gen von je 10 km/h;
d.313
auf Stras­sen in­ner­orts: 80/70/60 km/h, tiefe­re Höchst­ge­schwin­dig­kei­ten als 50 km/h in Ab­stu­fun­gen von je 10 km/h;
e.314
in­ner­orts mit Zo­nen­si­gna­li­sa­ti­on 30 km/h nach Ar­ti­kel 22a bzw. 20 km/h nach Ar­ti­kel 22b.

6 Das UVEK re­gelt die Ein­zel­hei­ten für die Fest­le­gung ab­wei­chen­der Höchst­ge­schwin­dig­kei­ten. Es legt für Tem­po-30-Zo­nen und Be­geg­nungs­zo­nen be­züg­lich Aus­ge­stal­tung, Si­gna­li­sa­ti­on und Mar­kie­rung die An­for­de­run­gen fest.315

303SR 741.11

304 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 3. Ju­li 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3213).

305Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II der V vom 20. Dez. 1989, in Kraft seit 1. Jan. 1990 (AS 1990 66). Sie­he auch die SchlB die­ser Änd. vor An­hang 1.

306 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 1. April 1998, in Kraft seit 1. Ju­ni 1998 (AS 1998 1440).

307Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. Jan. 1989, in Kraft seit 1. Mai 1989 (AS 1989 438).

308Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II der V vom 20. Dez. 1989, in Kraft seit 1. Jan. 1990 (AS 1990 66). Sie­he auch die SchlB die­ser Änd. vor An­hang 1.

309 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Aug. 2005, in Kraft seit 1. März 2006 (AS 20054495).

310Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II der V vom 20. Dez. 1989, in Kraft seit 1. Jan. 1990 (AS 1990 66). Sie­he auch die SchlB die­ser Änd. vor An­hang 1.

311Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II der V vom 20. Dez. 1989, in Kraft seit 1. Jan. 1990 (AS 1990 66). Sie­he auch die SchlB die­ser Änd. vor An­hang 1.

312Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II der V vom 20. Dez. 1989, in Kraft seit 1. Jan. 1990 (AS 1990 66). Sie­he auch die SchlB die­ser Änd. vor An­hang 1.

313Ein­ge­fügt durch Ziff. II der V vom 1. Okt. 1984, in Kraft seit 1. Jan. 1985 (AS 1984 1119).

314Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 25. Jan. 1989 (AS 1989 438). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Sept. 2001, in Kraft seit 1. Jan. 2002 (AS 2001 2719).

315 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Sept. 2001, in Kraft seit 1. Jan. 2002 (AS 2001 2719).

Art. 109 Bestimmung der Hauptstrassen; Regelung des Vortritts  

1 Die Haupt­stras­sen (Art. 57 Abs. 2 SVG) und de­ren Num­mern wer­den in ei­ner be­son­de­ren Ver­ord­nung be­zeich­net. «Num­mern­ta­feln für Haupt­stras­sen» (4.57) wer­den nur auf den wich­tigs­ten Haupt­stras­sen­zü­gen nach Ar­ti­kel 56 an­ge­bracht.

2 Die Be­hör­de be­zeich­net die Füh­rung der Haupt­stras­se durch die Ort­schaf­ten, die am Haupt­stras­sen­netz nach der in Ab­satz 1 ge­nann­ten Ver­ord­nung lie­gen; sie kann mit Zu­stim­mung des ASTRA in grös­se­ren Ort­schaf­ten zu­sätz­li­che Haupt­stras­sen be­stim­men oder auf­he­ben.316

3 Tref­fen zwei oder mehr Haupt­stras­sen zu­sam­men, so hebt die Be­hör­de mit den Si­gna­len «Stop» (3.01) oder «Kein Vor­tritt» (3.02) den Vor­tritt der einen Stras­se zu­guns­ten der an­dern auf, ord­net einen Kreis­ver­kehrs­platz oder in be­son­de­ren Fäl­len mit dem Si­gnal «En­de der Haupt­stras­se» (3.04) den ge­setz­li­chen Rechts­vor­tritt an.317

4 Tref­fen Ne­ben­stras­sen zu­sam­men, kann die Be­hör­de mit den Si­gna­len «Stop» oder «Kein Vor­tritt» ei­ne vom ge­setz­li­chen Rechts­vor­tritt ab­wei­chen­de Re­ge­lung ver­fü­gen, so­fern die Stras­sen- und Ver­kehrs­ver­hält­nis­se dies er­for­dern, na­ment­lich wo Ne­ben­stras­sen von un­ter­schied­li­chem Aus­bau und un­ter­schied­li­cher Be­deu­tung zu­sam­men­tref­fen. Für das Auf­stel­len des Si­gnals «Ver­zwei­gung mit Stras­se oh­ne Vor­tritt» (3.05) auf der vor­tritts­be­rech­tig­ten Stras­se gilt Ar­ti­kel 39.

5 Folgt nach meh­re­ren Ver­zwei­gun­gen, die mit dem Si­gnal «Ver­zwei­gung mit Stras­se oh­ne Vor­tritt» (3.05) ver­se­hen sind, ei­ne Ver­zwei­gung, in der der ge­setz­li­che Rechts­vor­tritt gilt, wird da­vor das Si­gnal «Ver­zwei­gung mit Rechts­vor­tritt» (3.06) auf­ge­stellt (Art. 40 Abs. 2 Bst. b).