With big laws like OR and ZGB this can take up to 30 seconds

Verordnung
über die technischen Anforderungen
an Strassenfahrzeuge
(VTS)

vom 19. Juni 1995 (Stand am 1. Mai 2019)

Der Schweizerische Bundesrat,

gestützt auf die Artikel 8, 9 Absätze 1bis, 2 und 3, 13 Absätze 2 und 4, 18 Absatz 2, 20, 25, 30 Absätze 1 und 4, 41 Absätze 2bis und 3, 103 Absätze 1 und 3 sowie 106 Absätze 1, 6 und 10 des Strassenverkehrsgesetzes vom 19. Dezember 19581 (SVG),2

verordnet:

1 SR 741.01

2 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 21. Nov. 2018, in Kraft seit 1. Febr. 2019 (AS 2019 253).

1. Teil: Allgemeine Bestimmungen

1. Titel: Einleitung

Art. 1 Gegenstand und Geltungsbereich 3  

1 Die­se Ver­ord­nung re­gelt:

a.
die Kri­te­ri­en für die Ein­tei­lung von Stras­sen­fahr­zeu­gen;
b.
die Zu­las­sungs­prü­fung, Nach­prü­fung und Ab­gas­war­tung von Stras­sen­fahr­zeu­gen;
c.
die tech­ni­schen An­for­de­run­gen an Stras­sen­fahr­zeu­ge.

2 Fahr­zeu­ge, die auch auf Schie­nen, zu Was­ser oder in der Luft ver­wen­det wer­den, un­ter­ste­hen die­ser Ver­ord­nung, so­lan­ge sie un­ab­hän­gig von Glei­sen auf öf­fent­li­chen Stras­sen ver­keh­ren.

3 Für das In­ver­kehr­brin­gen von Fahr­zeu­gen, die kei­ner Zu­las­sung un­ter­lie­gen, und von de­ren Be­stand­tei­len und Aus­rüs­tungs­ge­gen­stän­den fin­den die Vor­schrif­ten des Bun­des­ge­set­zes vom 12. Ju­ni 20094 über die Pro­duk­te­si­cher­heit er­gän­zend An­wen­dung.

3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

4 SR 930.11

Art. 1a Nicht zugelassene Fahrzeuge 5  

Luft­kis­sen­fahr­zeu­ge, Fahr­zeu­ge mit Pro­pel­ler- oder Rück­stoss­an­trieb so­wie an­de­re Mo­tor­fahr­zeu­ge oh­ne Rä­der oder oh­ne Rau­pen sind zum Ver­kehr auf öf­fent­li­chen Stras­sen nicht zu­ge­las­sen.

5 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

Art. 2 Typengenehmigungsverfahren  

Die Ty­pen­ge­neh­mi­gung von Fahr­zeu­gen und Ge­gen­stän­den, für die in die­ser Ver­ord­nung tech­ni­sche An­for­de­run­gen de­fi­niert sind, rich­tet sich nach der Ver­ord­nung vom 19. Ju­ni 19956 über die Ty­pen­ge­neh­mi­gung von Stras­sen­fahr­zeu­gen (TGV).

Art. 3 Abkürzungen 7  

1 Es wer­den fol­gen­de Ab­kür­zun­gen für Be­hör­den ver­wen­det:

a.
UVEK8für das Eid­ge­nös­si­sche De­par­te­ment für Um­welt, Ver­kehr, Ener­gie und Kom­mu­ni­ka­ti­on9;
b.
ASTRA10für das Bun­des­amt für Stras­sen11;
c.
BA­KOM­für das Bun­des­amt für Kom­mu­ni­ka­ti­on;
d.12
ME­TAS­für das Eid­ge­nös­si­sche In­sti­tut für Me­tro­lo­gie;
e.13
EFD­für das Eid­ge­nös­si­sche Fi­nanz­de­par­te­ment;
f.14
EZV­für die Eid­ge­nös­si­sche Zoll­ver­wal­tung.

2 Es wer­den fol­gen­de Ab­kür­zun­gen für in­ter­na­tio­na­le und aus­län­di­sche Or­ga­ni­sa­tio­nen ver­wen­det:

a.15
EU­für die Eu­ro­päi­sche Uni­on;
abis.16
EG­für die Eu­ro­päi­sche Ge­mein­schaft;
b.17
UN­ECE­für die Wirt­schafts­kom­mis­si­on der Ver­ein­ten Na­tio­nen für Eu­ro­pa;
c.
ETRTO­für die Eu­ro­pean Ty­re and Rim Tech­ni­cal Or­ga­ni­sa­ti­on;
d.
ET­SI­für das Eu­ro­pean Te­le­com­mu­ni­ca­ti­ons Stan­dards In­sti­tu­te;
e.18
......
f.
IEC­für die In­ter­na­tio­na­le Elek­tro­tech­ni­sche Kom­mis­si­on;
g.
ISO­für die In­ter­na­tio­na­le Nor­men Or­ga­ni­sa­ti­on;
h.
OECD­für die Or­ga­ni­sa­ti­on für wirt­schaft­li­che Zu­sam­men­ar­beit und Ent­wick­lung;
i.19
DIN­für das Deut­sche In­sti­tut für Nor­mung.

3 Es wer­den fol­gen­de Ab­kür­zun­gen für Er­las­se ver­wen­det:20

a.
VStrR­für das Bun­des­ge­setz vom 22. März 197421 über das Ver­wal­tungs­straf­recht;
b.
SVG­für das Stras­sen­ver­kehrs­ge­setz vom 19. De­zem­ber 1958;
c.22
TSchV­für die Tier­schutz­ver­ord­nung vom 23. April 200823;
d.24
VMSV­für die Ver­ord­nung vom 11. Fe­bru­ar 200425 über den mi­li­tä­ri­schen Stras­sen­ver­kehr;
e.26
...
f.27
NEV­für die Ver­ord­nung vom 25. No­vem­ber 201528 über elek­tri­sche Nie­der­span­nungs­er­zeug­nis­se;
g.
VRV­für die Ver­kehrs­re­geln­ver­ord­nung vom 13. No­vem­ber 196229;
h.
SS­V­für die Si­gna­li­sa­ti­ons­ver­ord­nung vom 5. Sep­tem­ber 197930;
i.
VVV­für die Ver­kehrs­ver­si­che­rungs­ver­ord­nung vom 20. No­vem­ber 195931;
k.
TAFV 1für die Ver­ord­nung vom 19. Ju­ni 199532 über tech­ni­sche An­for­de­run­gen an Trans­port­mo­tor­wa­gen und de­ren An­hän­ger;
l.33
TAFV 2für die Ver­ord­nung vom 16. No­vem­ber 201634 über tech­ni­sche An­for­de­run­gen an Trak­to­ren und de­ren An­hän­ger;
m.
FAV 1für die Ver­ord­nung vom 22. Ok­to­ber 198635 über die Ab­gas­e­mis­sio­nen leich­ter Mo­tor­wa­gen;
n.36
...
o.
FAV 4für die Ver­ord­nung vom 22. Ok­to­ber 198637 über die Ab­gas­e­mis­sio­nen von Mo­tor­fahr­rä­dern;
p.
TGV­für die Ver­ord­nung vom 19. Ju­ni 199538 über die Ty­pen­ge­neh­mi­gung von Stras­sen­fahr­zeu­gen;
q.
VZV­für die Ver­ord­nung vom 27. Ok­to­ber 197639 über die Zu­las­sung von Per­so­nen und Fahr­zeu­gen zum Stras­sen­ver­kehr;
r.40
SDRfür die Ver­ord­nung vom 29. No­vem­ber 200241 über die Be­för­de­rung ge­fähr­li­cher Gü­ter auf der Stras­se;
s.
LRV­für die Luftrein­hal­te-Ver­ord­nung vom 16. De­zem­ber 198542;
t.
ARV 1für die Ver­ord­nung vom 19. Ju­ni 199543 über die Ar­beits- und Ru­he­zeit der be­rufs­mäs­si­gen Mo­tor­fahr­zeug­füh­rer und ‑füh­re­rin­nen;
u.44
ARV 2für die Ver­ord­nung vom 6. Mai 198145 über die Ar­beits- und Ru­he­zeit­der be­rufs­mäs­si­gen Füh­rer von leich­ten Per­so­nen­trans­port­fahr­zeu­gen und schwe­ren Per­so­nen­wa­gen.
v.46 TAFV 3
für die Ver­ord­nung vom 16. No­vem­ber 201647 über die An­er­ken­nung von EU-Ge­neh­mi­gun­gen und über tech­ni­sche An­for­de­run­gen an Mo­tor­rä­der, Leicht-, Klein- und drei­räd­ri­ge Mo­tor­fahr­zeu­ge­so­wie Mo­tor­fahr­rä­der;
w.48
...
x.49
EN­für Eu­ro­päi­sche Norm des Eu­ro­päi­schen Ko­mi­tees für Nor­men (CEN).

4 und 5 ...50

7 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. März 2012, in Kraft seit 1. Mai 2012 (AS 2012 1825).

8 Aus­druck ge­mä­ss Art. 1 Ziff. 7 der V vom 22. Ju­ni 1998, in Kraft seit 1. Jan. 1998 (AS 1998 1796). Die­se Änd. wur­de im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.

9 Aus­druck ge­mä­ss Art. 1 Ziff. 7 der V vom 22. Ju­ni 1998, in Kraft seit 1. Jan. 1998 (AS 1998 1796).

10 Aus­druck ge­mä­ss Art. 1 Ziff. 7 der V vom 22. Ju­ni 1998, in Kraft seit 1. Jan. 1998 (AS 1998 1796). Die­se Änd. wur­de im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.

11 Aus­druck ge­mä­ss Art. 1 Ziff. 7 der V vom 22. Ju­ni 1998, in Kraft seit 1. Jan. 1998 (AS 1998 1796).

12 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 3 der V vom 7. Dez. 2012 (Neue ge­setz­li­che Grund­la­gen im Mess­we­sen), in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 7065).

13 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 2. Sept. 1998 (AS 1998 2352). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 29. März 2006, in Kraft seit 1. Nov. 2006 (AS 2006 1677).

14 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 29. März 2006, in Kraft seit 1. Nov. 2006 (AS 2006 1677).

15 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. März 2012, in Kraft seit 1. Mai 2012 (AS 2012 1825).

16 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 2. März 2012, in Kraft seit 1. Mai 2012 (AS 2012 1825).

17 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

18 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, mit Wir­kung seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

19 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

20 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 10. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Okt. 2005 (AS 2005 4111).

21SR 313.0

22 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. März 2012, in Kraft seit 1. Mai 2012 (AS 2012 1825).

23SR 455.1

24 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 10. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Okt. 2005 (AS 2005 4111).

25 SR 510.710

26 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 28. März 2007, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2007 (AS 20072109).

27 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Nov. 2018, in Kraft seit 1. Fe­br. 2019 (AS 2019 253).

28 SR 734.26

29SR 741.11

30SR 741.21

31SR 741.31

32SR 741.412

33 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

34 SR 741.413

35[AS 1986 1836, 1987 1168, 1990 1488, 1993 3127, 1994 167Ziff. IV, 1995 4425 An­hang 1 Ziff. II 7, 1998 1796Art. 1 Ziff. 11. AS 2007 4477Ziff. I 76]

36 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, mit Wir­kung seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

37SR 741.435.4

38SR 741.511

39SR 741.51

40 Fas­sung ge­mä­ss Art. 29 Abs. 2 Ziff. 2 der V vom 29. Nov. 2002 über die Be­för­de­rung ge­fähr­li­cher Gü­ter auf der Stras­se, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 4212).

41 SR 741.621

42SR 814.318.142.1

43SR 822.221

44 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 der V vom 25. März 1998, in Kraft seit 1. Mai 1998 (AS 1998 1188).

45 SR 822.222

46 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 2. Sept. 1998 (AS 1998 2352). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

47 SR 741.414

48 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 10. Ju­ni 2005 (AS 2005 4111). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, mit Wir­kung seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

49 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 10. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Okt. 2005 (AS 2005 4111).

50 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 2. März 2012, mit Wir­kung seit 1. Mai 2012 (AS 2012 1825).

Art. 3a Internationale Regelungen 51  

1 Die EU-Richt­li­ni­en, EU-Ver­ord­nun­gen und UN­ECE-Re­gle­men­te52 gel­ten in der nach An­hang 2 je­weils ver­bind­li­chen Fas­sung.

2 Die Tex­te der zi­tier­ten UN­ECE-Re­gle­men­te und der Nor­men der OECD, ETRTO, ISO, IEC, des CEN, DIN und ET­SI sind we­der in der Amt­li­chen Samm­lung (AS) noch in der Sys­te­ma­ti­schen Samm­lung (SR) des Bun­des­rech­tes ver­öf­fent­licht. Sie kön­nen beim ASTRA ein­ge­se­hen wer­den. Text­aus­ga­ben der Nor­men kön­nen bei der je­wei­li­gen Or­ga­ni­sa­ti­on und Text­aus­ga­ben der UN­ECE-Re­gle­men­te beim Bun­des­amt für Stras­sen, 3003 Bern, ge­gen Be­zah­lung be­zo­gen wer­den.53

51 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 6. Sept. 2000 (AS 2000 2433). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. März 2012, in Kraft seit 1. Mai 2012 (AS 2012 1825).

52 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133). Die­se Änd. wur­de im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.

53 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

Art. 3b Übergangsbestimmungen internationaler Regelungen 54  

1 Für die An­wen­dung der in An­hang 2 auf­ge­führ­ten in­ter­na­tio­na­len Re­ge­lun­gen gel­ten, so­weit in den Über­gangs­be­stim­mun­gen die­ser Ver­ord­nung kei­ne an­de­ren Fris­ten vor­ge­se­hen sind, die in den je­wei­li­gen Re­ge­lun­gen ent­hal­te­nen Über­gangs­be­stim­mun­gen, wo­bei für die Zu­las­sung auf den Zeit­punkt der Ein­fuhr oder der Her­stel­lung in der Schweiz ab­ge­stellt wird.

2 Wo in UN­ECE-Re­gle­men­ten ab­wei­chen­de An­for­de­run­gen oder Über­gangs­fris­ten vor­ge­se­hen sind, gel­ten die An­for­de­run­gen oder die Über­gangs­fris­ten der ent­spre­chen­den EU-Richt­li­ni­en be­zie­hungs­wei­se EU-Ver­ord­nun­gen.

54 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 14. Okt. 2009 (AS 2009 5705). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. März 2012, in Kraft seit 1. Mai 2012 (AS 2012 1825).

Art. 4 Anwendbares Recht bei Änderungen dieser Verordnung 55  

1 Fahr­zeu­ge, die bei In­kraft­tre­ten ei­ner Än­de­rung die­ser Ver­ord­nung schon im Ver­kehr ste­hen, müs­sen min­des­tens den An­for­de­run­gen ent­spre­chen, die zum Zeit­punkt ih­rer ers­ten In­ver­kehrs­et­zung gal­ten. Vor­be­hal­ten blei­ben Über­gangs­be­stim­mun­gen, die ei­ne Nach­rüs­tungs­pflicht vor­se­hen.

2 Nach­träg­lich ein­ge­führ­te Er­leich­te­run­gen kön­nen in An­spruch ge­nom­men wer­den, wenn die da­mit ver­bun­de­nen Be­din­gun­gen und Auf­la­gen ein­ge­hal­ten sind.

3 Wer­den an be­reits im Ver­kehr ste­hen­den Fahr­zeu­gen tief­grei­fen­de Än­de­run­gen vor­ge­nom­men, so wer­den die­se nach dem zum Zeit­punkt der Nach­prü­fung vor der Wei­ter­ver­wen­dung (Art. 34 Abs. 2) gel­ten­den Recht be­ur­teilt. Tief­grei­fen­de Än­de­run­gen sind na­ment­lich:

a.
Än­de­run­gen, die das Kon­zept des Fahr­zeugs ver­än­dern, wie der Aus­tausch gan­zer Ka­ros­se­ri­en oder der Ein­bau von An­triebs­ein­hei­ten, die nicht aus der Epo­che des Fahr­zeugs stam­men;
b.
Än­de­run­gen, die die Ver­kehrs­si­cher­heit be­ein­träch­ti­gen, wie das nach­träg­li­che An­brin­gen von ge­fähr­li­chen ae­ro­dy­na­mi­schen An­bau­tei­len.

55 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. März 2012, in Kraft seit 1. Mai 2012 (AS 2012 1825).

Art. 5 Verbindlicherklärung internationaler Vorschriften durch das UVEK  

1 Das UVEK wird er­mäch­tigt:

a.56
Än­de­run­gen tech­ni­scher Ein­zel­hei­ten der in An­hang 2 auf­ge­führ­ten in­ter­na­tio­na­len Vor­schrif­ten nach­zu­füh­ren;
b.
neue in­ter­na­tio­na­le Bau- und Aus­rüs­tungs­vor­schrif­ten, die tech­ni­sche Ein­zel­hei­ten von un­ter­ge­ord­ne­ter Be­deu­tung be­tref­fen, in der Schweiz ver­bind­lich zu er­klä­ren.

2 Die mit­in­ter­es­sier­ten Be­hör­den sind an­zu­hö­ren. Bei Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten zwi­schen Bun­des­be­hör­den ent­schei­det der Bun­des­rat.

56 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. März 2012, in Kraft seit 1. Mai 2012 (AS 2012 1825).

2. Titel: Fahrzeugeinteilung

1. Kapitel: Definitionen

Art. 6 Abmessungen  

1 «Achs­ab­stand» ist die Di­stanz zwi­schen den Rad­mit­ten zwei­er auf­ein­an­der fol­gen­der Rä­der auf der glei­chen Fahr­zeug­sei­te. Bei mehr als zwei Ach­sen wer­den die Ab­stän­de – von vor­ne nach hin­ten an­ge­ge­ben – zwi­schen den ein­zel­nen Ach­sen ge­mes­sen; die Sum­me die­ser Ab­stän­de er­gibt den «Ge­samtachs­ab­stand».

2 «Achs­ab­stand ei­nes Sat­te­l­an­hän­gers» ist die Di­stanz zwi­schen der Mit­te des Sat­tel­zap­fens und der ers­ten Ach­se des Sat­te­l­an­hän­gers. Bei mehr­ach­si­gen Sat­te­lan­hän­gern wird der Ge­samtachs­ab­stand wie in Ab­satz 1 ge­mes­sen.

3 «Spur­wei­te» ist der Ab­stand zwi­schen den Lauf­band­mit­ten der Rä­der ei­ner Ach­se, ge­mes­sen am Be­rüh­rungs­punkt der Rei­fen mit dem Bo­den; bei Dop­pel­be­rei­fung ist die Mit­te des Rei­fen­zwi­schen­rau­mes mass­ge­bend, bei un­ter­schied­lich brei­ten Rei­fen die Mit­te der Lauf­band­mit­ten.

4 Al­le Mes­sun­gen wer­den am un­be­la­de­nen Fahr­zeug (Art. 7 Abs. 1) durch­ge­führt mit Aus­nah­me der Mes­sung des Achs­ab­stan­des bei Fahr­zeu­gen der Klas­sen M, N und O.57 Die­ser wird am bis zum Ga­ran­tie­ge­wicht58 be­la­de­nen Fahr­zeug ge­mes­sen.

57 Fas­sung des Sat­zes ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. Sept. 1998, in Kraft seit 1. Okt. 1998 (AS 1998 2352).

58 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. I der V vom 3. Ju­li 2002, in Kraft seit 1. April 2003 (AS 2002 3216). Die­se Änd. wur­de im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.

Art. 7 Gewichte  

1 «Leer­ge­wicht» ist das Ge­wicht des ein­satz­be­rei­ten, un­be­la­de­nen Fahr­zeugs mit Kühl- und Schmier­mit­tel und Treib­stoff (mind. 90 Pro­zent der vom Her­stel­ler oder von der Her­stel­le­rin an­ge­ge­be­nen Treib­stoff­füll­men­ge), ein­sch­liess­lich:

a.
der even­tu­ell vor­han­de­nen Zu­satzaus­rüs­tung wie Er­satz­rad, An­hän­ger­kupp­lung und Werk­zeug;
b.
des even­tu­ell vor­han­de­nen Son­der­zu­be­hörs;
c.
des Füh­rers oder der Füh­re­rin, des­sen oder de­ren Ge­wicht mit 75 kg an­ge­nom­men wird.59

1bis Bei Fahr­zeu­gen mit Wech­se­lauf­bau­ten (Art. 66 Abs. 1) wird der Auf­bau bei der Be­stim­mung des Leer­ge­wich­tes nicht be­rück­sich­tigt.60

2 «Be­triebs­ge­wicht» ist das je­wei­li­ge tat­säch­li­che Ge­wicht des Fahr­zeu­ges und bein­hal­tet na­ment­lich auch das Ge­wicht der Fahr­zeug­in­sas­sen, der La­dung und bei Zug­fahr­zeu­gen die Stütz- bzw. Sat­tel­last ei­nes an­ge­kup­pel­ten An­hän­gers.61

3 «Ga­ran­tie­ge­wicht» (tech­nisch zu­läs­si­ges Höchst­ge­wicht) ist das vom Her­stel­ler oder von der Her­stel­le­rin höchs­tens zu­ge­las­se­ne Ge­wicht. Das Ga­ran­tie­ge­wicht ent­spricht der «Ge­samt­mas­se» der EU-Ter­mi­no­lo­gie.62

4 «Ge­samt­ge­wicht» ist das für die Zu­las­sung mass­ge­ben­de Ge­wicht (Art. 9 Abs. 3bis SVG). Es ist das höchs­te Ge­wicht, mit dem das Fahr­zeug ver­keh­ren darf.63

5 «Nutz­last» ist, un­ter Vor­be­halt von Ab­satz 7, die Dif­fe­renz zwi­schen Ge­samt­ge­wicht und Leer­ge­wicht.

6 «Ge­samt­zugs­ge­wicht» (Ge­wicht der Fahr­zeug­kom­bi­na­ti­on) ist das Ge­samt­ge­wicht ei­ner Kom­bi­na­ti­on, be­ste­hend aus Zug­fahr­zeug und An­hän­ger.

7 Bei elek­trisch an­ge­trie­be­nen Mo­tor­rä­dern, Leicht‑, Klein- und drei­räd­ri­gen Mo­tor­fahr­zeu­gen bleibt das Ge­wicht der Bat­te­ri­en bei der Be­rech­nung des Leer­ge­wich­tes und der Nutz­last un­be­rück­sich­tigt.64 Das Ge­samt­ge­wicht die­ser Fahr­zeu­ge ist die Sum­me des Leer­ge­wichts, der Nutz­last und des Bat­te­rie­ge­wich­tes.

59 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

60 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

61 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 6. Sept. 2000, in Kraft seit 15. Okt. 2000 (AS 2000 2433).

62 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. März 2012, in Kraft seit 1. Mai 2012 (AS 2012 1825).

63 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 10. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Okt. 2005 (AS 2005 4111). Sie­he je­doch Art. 222c.

64 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Aug. 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3218).

Art. 8 Lasten  

1 «Stütz­last» (Deich­sel­last) ist die Last, die über die Zug­vor­rich­tung (An­hän­ger­deich­sel) auf die Ver­bin­dungs­ein­rich­tung (An­hän­ger­kupp­lung) über­tra­gen wird. ...65

2 «Sat­tel­last» ist der Ge­wichts­an­teil, der vom Sat­te­l­an­hän­ger auf den Sat­tel­schlep­per über­tra­gen wird.66

3 «An­hän­ge­last» ist das Be­triebs­ge­wicht von An­hän­gern, die an ei­nem Zug­fahr­zeug mit­ge­führt wer­den. Die zu­läs­si­ge An­hän­ge­last bzw. das Ge­samt­zugs­ge­wicht ist im Fahr­zeu­g­aus­weis des Zug­fahr­zeugs ver­merkt.

4 «Achs­last» ist das von den Rä­dern ei­ner Ein­zelach­se oder ei­ner Achs­grup­pe auf die Fahr­bahn über­tra­ge­ne Ge­wicht.67

5 «Ad­hä­si­ons­ge­wicht» ist das Ge­wicht auf der oder den An­trieb­sach­sen ei­nes Fahr­zeugs oder ei­ner Fahr­zeug­kom­bi­na­ti­on.

65 Satz auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 6. Sept. 2000, mit Wir­kung seit 15. Okt. 2000 (AS 2000 2433).

66 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 10. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Okt. 2005 (AS 2005 4111).

67 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 10. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Okt. 2005 (AS 2005 4111).

Art. 9 Fahrzeuge  

1 «Fahr­zeu­ge» im Sin­ne die­ser Ver­ord­nung sind al­le nach­ste­hend de­fi­nier­ten Mo­tor­fahr­zeu­ge und mo­tor­lo­sen Fahr­zeu­ge.

2 «Kli­ma­ti­sier­te Fahr­zeu­ge» sind Fahr­zeu­ge, de­ren fes­te oder ab­nehm­ba­re Auf­bau­ten be­son­ders für die Be­för­de­rung von Gü­tern in tem­pe­ra­tur­ge­führ­tem Zu­stand aus­ge­rüs­tet sind und de­ren Sei­ten­wän­de ein­sch­liess­lich der Wär­me­däm­mung min­des­tens 45 mm dick sind.68

3 «Rau­pen­fahr­zeu­ge» sind Fahr­zeu­ge, die sich mit­tels Rau­pen fort­be­we­gen.69

4 Fahr­zeu­ge, die so­wohl zum Per­so­nen- als auch zum Sachen­trans­port be­stimmt sind, wer­den nach den über­wie­gen­den Merk­ma­len ein­ge­teilt.70

5 «Land- und forst­wirt­schaft­li­che Fahr­zeu­ge» sind Trak­to­ren, Mo­tor­kar­ren, Ar­beits­kar­ren, Mo­tor­ein­ach­ser und An­hän­ger, die nur im Zu­sam­men­hang mit der Be­wirt­schaf­tung ei­nes Land- oder Forst­wirt­schafts­be­triebs oder ei­nes gleich­ge­stell­ten Be­triebs (Art. 86 VRV71) ver­wen­det wer­den und die für die Ein­tei­lung mass­ge­ben­den Ge­schwin­dig­kei­ten nach Ar­ti­kel 161 für Mo­tor­fahr­zeu­ge und nach Ar­ti­kel 207 für An­hän­ger nicht über­schrei­ten.72

68 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II der V vom 6. Mai 1998, in Kraft seit 15. Mai 1998 (AS 1998 1465).

69 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 6. Sept. 2000, in Kraft seit 15. Okt. 2000 (AS 2000 2433).

70 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

71 SR 741.11

72 Ein­ge­fügt durch ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Nov. 2018, in Kraft seit 1. Fe­br. 2019 (AS 2019 253).

2. Kapitel: Motorwagen

Art. 10 Einteilung  

1 «Mo­tor­wa­gen» sind:

a.
Mo­tor­fahr­zeu­ge (Art. 7 SVG) mit min­des­tens vier Rä­dern, aus­ge­nom­men Leicht- und Klein­mo­tor­fahr­zeu­ge (Art. 15 Abs. 2 und 3) und Mo­tor­hand­wa­gen (Art. 17 Abs. 2);
b.
Mo­tor­fahr­zeu­ge mit drei Rä­dern, die das Ge­wicht zur Ein­tei­lung als drei­räd­ri­ges Mo­tor­fahr­zeug (Art. 15 Abs. 1) über­stei­gen;
c.
Rau­pen­fahr­zeu­ge, die kei­ne Mo­tor­schlit­ten, Leicht- oder Klein­mo­tor­fahr­zeu­ge oder Mo­tor­hand­wa­gen sind.73

2 Mo­tor­wa­gen bis zu 3500 kg Ge­samt­ge­wicht sind «leich­te Mo­tor­wa­gen»; die üb­ri­gen sind «schwe­re Mo­tor­wa­gen».

73 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

Art. 11 Transportmotorwagen nach schweizerischem Recht  

1 «Trans­port­mo­tor­wa­gen» sind Mo­tor­wa­gen zum Per­so­nen- oder Sachen­trans­port so­wie Mo­tor­wa­gen zum Zie­hen von An­hän­gern. Mo­tor­wa­gen, de­ren Auf­bau als Nutz­raum (Werk­statt, Ver­kaufs­la­den, Aus­stel­lungs­lo­kal, Bü­ro, La­bo­ra­to­ri­um usw.) dient, sind den Sachen­trans­port­mo­tor­wa­gen gleich­ge­stellt. Mo­tor­wa­gen, bei de­nen min­des­tens drei Vier­tel des zur Ver­fü­gung ste­hen­den Vo­lu­mens (in­kl. Füh­rer- und Ge­päck­raum) als Wohn­raum und zum Per­so­nen­trans­port ein­ge­rich­tet ist, sind den Per­so­nen­trans­port­mo­tor­wa­gen gleich­ge­stellt und gel­ten mit bis zu neun Sitz­plät­zen (ein­sch­liess­lich Füh­rer und Füh­re­rin) als Wohn­mo­tor­wa­gen.74

2 Es wer­den die nach­ste­hen­den Ar­ten von Trans­port­mo­tor­wa­gen un­ter­schie­den:75

a.
«Per­so­nen­wa­gen» sind leich­te Mo­tor­wa­gen zum Per­so­nen­trans­port mit höch­stens neun Sitz­plät­zen ein­sch­liess­lich Füh­rer oder Füh­re­rin (Klas­se M1 bis 3,50 t);
b.
«Schwe­re Per­so­nen­wa­gen» sind schwe­re Mo­tor­wa­gen zum Per­so­nen­trans­port mit höchs­tens neun Sitz­plät­zen ein­sch­liess­lich Füh­rer oder Füh­re­rin (Klas­se M1 über 3,50 t);
c.
«Klein­bus­se» sind leich­te Mo­tor­wa­gen zum Per­so­nen­trans­port mit mehr als neun Sitz­plät­zen ein­sch­liess­lich Füh­rer oder Füh­re­rin (Klas­se M2 bis 3,50 t);
d.
«Ge­sell­schafts­wa­gen» sind schwe­re Mo­tor­wa­gen zum Per­so­nen­trans­port mit mehr als neun Sitz­plät­zen ein­sch­liess­lich Füh­rer oder Füh­re­rin (Klas­se M2 über 3,50 t oder M3);
e.76
«Lie­fer­wa­gen» sind leich­te Mo­tor­wa­gen zum Sachen­trans­port (Klas­se N1), ein­sch­liess­lich sol­cher mit zu­sätz­li­chen weg­klapp­ba­ren Sit­zen im La­de­raum zum ge­le­gent­li­chen und nicht be­rufs­mäs­si­gen Per­so­nen­trans­port, wenn ins­ge­samt höchs­tens 9 Sitz­plät­ze ein­sch­liess­lich Füh­rer oder Füh­re­rin vor­han­den sind;
f.77
«Last­wa­gen» sind schwe­re Mo­tor­wa­gen zum Sachen­trans­port (Klas­sen N2 oder N3) mit höchs­tens neun Sitz­plät­zen ein­sch­liess­lich Füh­rer oder Füh­re­rin;
g.78
«Mo­tor­kar­ren» sind Mo­tor­wa­gen mit ei­ner Höchst­ge­schwin­dig­keit bis 30 km/h (Mess­to­le­ranz 10 Pro­zent), die nicht für den Per­so­nen­trans­port ge­baut sind;
h.79
«Trak­to­ren» sind zum Zie­hen von An­hän­gern und zum Be­trei­ben von aus­wech­sel­ba­ren Ge­rä­ten ge­bau­te Mo­tor­wa­gen mit höchs­tens ei­nem ge­rin­gen ei­ge­nen Tragraum;
i.
«Sat­tel­schlep­per» sind die zum Zie­hen von Sat­te­l­an­hän­gern ge­bau­ten Mo­tor­wa­gen (Klas­se N). Sie kön­nen einen ei­ge­nen Tragraum ha­ben. «Sat­tel­mo­tor­fahr­zeug» ist die Kom­bi­na­ti­on ei­nes Sat­tel­schlep­pers mit ei­nem Sat­tel­an­hän­ger. Für die Ein­tei­lung als schwe­re oder leich­te Fahr­zeu­ge ist nur das Ge­samt­ge­wicht des Sat­tel­schlep­pers mass­ge­bend;
k.80
«Ge­lenk­bus­se» sind Ge­sell­schafts­wa­gen, die mit ge­len­ki­gen, fest ver­bun­de­nen Nach­lauf­tei­len einen durch­ge­hen­den Fahr­gas­traum auf­wei­sen (Klas­sen M2 über 3,50 t oder M3);
l.81
«Trol­ley­bus­se» (Art. 7 Abs. 2 SVG) sind Ge­sell­schafts­wa­gen, wel­che die zur nor­ma­len Fort­be­we­gung be­nö­tig­te elek­tri­sche Ener­gie aus­sch­liess­lich ei­ner Fahr­lei­tung ent­neh­men, oh­ne an Schie­nen ge­bun­den zu sein.

3 Wohn­mo­tor­wa­gen und Fahr­zeu­ge mit auf­ge­bau­tem Nutz­raum (Art. 11 Abs. 1) wer­den im Fahr­zeu­g­aus­weis le­dig­lich als leich­te oder schwe­re Mo­tor­wa­gen be­zeich­net und nach ih­rer Zweck­be­stim­mung um­schrie­ben. Dient ein Fahr­zeug dem Per­so­nen- und Sa­chen­trans­port, so sind Platz­zahl und Nutz­last im Fahr­zeu­g­aus­weis ein­zu­tra­gen. Die kan­to­na­le Zu­las­sungs­be­hör­de kann ein Fahr­zeug, das durch Aus­tausch we­sent­li­cher Tei­le sei­ne Art wech­selt, zwei Fahr­zeu­gar­ten zu­ord­nen.82

4 ...83

74 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. Sept. 1998, in Kraft seit 1. Okt. 1998 (AS 1998 2352).

75 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

76 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

77 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. März 2012, in Kraft seit 1. Mai 2012 (AS 2012 1825).

78 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Aug. 2005, in Kraft seit 1. März 2006 (AS 2005 4515).

79 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

80 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. März 2012, in Kraft seit 1. Mai 2012 (AS 2012 1825).

81 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 10. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Okt. 2005 (AS 2005 4111).

82 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

83 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 21. Nov. 2018, mit Wir­kung seit 1. Fe­br. 2019 (AS 2019 253).

Art. 12 Klasseneinteilung nach EU-Recht 84  

1 Trans­port­mo­tor­wa­gen nach der Richt­li­nie 2007/46/EG wer­den in die Klas­sen M und N ein­ge­teilt. Trans­port­mo­tor­wa­gen der Klas­se M sind Mo­tor­wa­gen zum Per­so­nen­trans­port, die­je­ni­gen der Klas­se N Mo­tor­wa­gen zum Sachen­trans­port. Sie wer­den in fol­gen­de Klas­sen ein­ge­teilt:

a.
Klas­se M1: Fahr­zeu­ge mit höchs­tens neun Sitz­plät­zen ein­sch­liess­lich Füh­rer oder Füh­re­rin;
b.
Klas­se M2: Fahr­zeu­ge mit mehr als neun Sitz­plät­zen ein­sch­liess­lich Füh­rer oder Füh­re­rin und mit ei­nem Ga­ran­tie­ge­wicht von höchs­tens 5,00 t;
c.
Klas­se M3: Fahr­zeu­ge mit mehr als neun Sitz­plät­zen ein­sch­liess­lich Füh­rer oder Füh­re­rin und mit ei­nem Ga­ran­tie­ge­wicht von über 5,00 t;
d.
Klas­se N1: Fahr­zeu­ge mit ei­nem Ga­ran­tie­ge­wicht von höchs­tens 3,50 t;
e.
Klas­se N2: Fahr­zeu­ge mit ei­nem Ga­ran­tie­ge­wicht von über 3,50 t bis höchs­tens 12,00 t;
f.
Klas­se N3: Fahr­zeu­ge mit ei­nem Ga­ran­tie­ge­wicht von über 12,00 t.

2 Fahr­zeu­ge der Klas­se M oder N, die den Be­din­gun­gen von An­hang II Buch­sta­be A Zif­fer 4 der Richt­li­nie 2007/46/EG ent­spre­chen, gel­ten als Ge­län­de­fahr­zeu­ge. Ih­rer Klas­sen­be­zeich­nung wird der Buch­sta­be «G» an­ge­fügt.

3 Mo­tor­wa­gen der Klas­se T sind Trak­to­ren mit Rä­dern nach der Ver­ord­nung (EU) Nr. 167/2013, die für den Ein­satz in der Land- und Forst­wirt­schaft kon­zi­piert sind. Sie wer­den in fol­gen­de Klas­sen ein­ge­teilt:

a.
Klas­se T1: Trak­to­ren mit ei­ner Spur­wei­te der dem Füh­rer oder der Füh­re­rin am nächs­ten lie­gen­den Ach­se von min­des­tens 1,15 m, ei­nem Leer­ge­wicht von mehr als 0,60 t und ei­ner Bo­den­frei­heit bis 1,00 m;
b.
Klas­se T2: Trak­to­ren mit ei­ner Min­dest­spur­wei­te von we­ni­ger als 1,15 m, ei­nem Leer­ge­wicht von mehr als 0,60 t und ei­ner Bo­den­frei­heit bis 0,60 m;
c.
Klas­se T3: Trak­to­ren mit ei­nem Leer­ge­wicht von höchs­tens 0,60 t;
d.
Klas­se T4: Trak­to­ren mit be­son­de­rer Zweck­be­stim­mung der fol­gen­den Un­ter­klas­sen:
1.
Klas­se T4.1: Stelz­radt­rak­to­ren, die für den Ein­satz in ho­hen Rei­hen­kul­tu­ren aus­ge­legt sind, ein über­höh­tes Fahr­werk ha­ben und de­ren Bo­den­frei­heit in der Ar­beits­po­si­ti­on mehr als 1,00 m be­trägt,
2.
Klas­se T4.2: über­brei­te Trak­to­ren,
3.
Klas­se T4.3: Trak­to­ren mit ge­rin­ger Bo­den­frei­heit und Vier­rad­an­trieb, ei­ner oder meh­re­ren Zapf­wel­len, ei­nem Ga­ran­tie­ge­wicht von höchs­tens 10 t und ei­nem Ver­hält­nis zwi­schen Ga­ran­tie­ge­wicht und Leer­ge­wicht von we­ni­ger als 2,5 so­wie mit ei­nem Schwer­punkt von we­ni­ger als 0,85 m über dem Bo­den.

4 Mo­tor­wa­gen der Klas­se C sind Trak­to­ren mit Rau­pen nach der Ver­ord­nung (EU) Nr. 167/2013, die für den Ein­satz in der Land- und Forst­wirt­schaft kon­zi­piert sind. Sie wer­den in die­sel­ben Un­ter­klas­sen ein­ge­teilt wie Trak­to­ren der Klas­se T.

5 Der Klas­sen­be­zeich­nung von Trak­to­ren der Klas­sen T und C wird in Ab­hän­gig­keit von der bau­art­be­ding­ten Höchst­ge­schwin­dig­keit ein In­dex an­ge­fügt:

a.
«a» für Trak­to­ren mit ei­ner bau­art­be­ding­ten Höchst­ge­schwin­dig­keit von höchs­tens 40 km/h;
b.
«b» für Trak­to­ren mit ei­ner bau­art­be­ding­ten Höchst­ge­schwin­dig­keit über 40 km/h.

6 Für die Klas­sen­ein­tei­lung ei­nes Zug­fahr­zeu­ges, das zum Zie­hen ei­nes Sat­te­lan­hän­gers, ei­nes Starr­deich­se­l­an­hän­gers oder ei­nes Zen­tralachs­an­hän­gers be­stimmt ist, ist die Sat­tel- be­zie­hungs­wei­se Stütz­last mit­zu­be­rück­sich­ti­gen.

84 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Nov. 2018, in Kraft seit 1. Fe­br. 2019 (AS 2019 253).

Art. 13 Arten von Arbeitsmotorwagen  

1 «Ar­beits­mo­tor­wa­gen» sind Mo­tor­wa­gen, mit de­nen kei­ne Sachen­trans­por­te aus­ge­führt wer­den, son­dern die zur Ver­rich­tung von Ar­bei­ten (wie Sä­gen, Frä­sen, Spal­ten, Dre­schen, He­ben und Ver­schie­ben von Las­ten, Erd­be­we­gun­gen, Schnee­räu­mung usw.) ge­baut sind und höchs­tens einen ge­rin­gen Tragraum für Werk­zeu­ge und Be­triebss­tof­fe auf­wei­sen. Ihr Mo­tor kann ne­ben dem An­trieb der Ar­beits­ge­rä­te auch für die Fort­be­we­gung des Fahr­zeugs die­nen.

2 Den Ar­beits­mo­tor­wa­gen sind gleich­ge­stellt:

a.
Mo­tor­wa­gen nach Ab­satz 1, die ei­ne Mög­lich­keit zur vor­über­ge­hen­den Auf­nah­me von zu be­ar­bei­ten­dem Gut wäh­rend des Ar­beitspro­zes­ses auf­wei­sen;
b.
Mo­tor­wa­gen mit La­de­mul­den, die zur Erd­be­we­gung auf Bau- und Ar­beits­plät­zen die­nen und auf öf­fent­li­chen Stras­sen nur leer über­führt wer­den;
c.
Mo­tor­wa­gen mit Ar­beits­ge­rä­ten, die über kur­ze Di­stan­zen ein La­de­gut be­för­dern, das sie beim Un­ter­halt der Stras­se auf der Fahrt auf­neh­men oder ab­ge­ben;
d.85
Mo­tor­wa­gen der Feu­er­wehr und des Zi­vil­schut­zes, mit de­nen aus­sch­liess­lich An­ge­hö­ri­ge und Ma­te­ri­al der be­tref­fen­den Or­ga­ni­sa­ti­on be­för­dert wer­den.

3 Es wer­den fol­gen­de Ar­ten von Ar­beits­mo­tor­wa­gen un­ter­schie­den:

a.
«Ar­beits­ma­schi­nen» sind Ar­beits­mo­tor­wa­gen mit ei­ner bau­art­be­ding­ten Höchst­ge­schwin­dig­keit von mehr als 30 km/h (Mess­to­le­ranz 10 %);
b.
«Ar­beits­kar­ren» sind Ar­beits­mo­tor­wa­gen mit ei­ner bau­art­be­ding­ten Höchst­ge­schwin­dig­keit bis 30 km/h (Mess­to­le­ranz 10 %).

4 Ar­beits­mo­tor­wa­gen kön­nen als Trans­port­mo­tor­wa­gen im­ma­tri­ku­liert wer­den, wenn sie al­len an­wend­ba­ren Vor­schrif­ten ent­spre­chen und die Ar­beits­ge­rä­te we­der die Sicht des Füh­rers oder der Füh­re­rin er­heb­lich ein­schrän­ken noch den Ver­kehr be­hin­dern.

85 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Nov. 2018, in Kraft seit 1. Fe­br. 2019 (AS 2019 253). Die Be­rich­ti­gung vom 19. Fe­br. 2019 be­trifft nur den fran­zö­si­schen Text (AS 2019 685).

3. Kapitel: Übrige Motorfahrzeuge

Art. 14 Motorräder 86  

«Mo­tor­rä­der» sind die fol­gen­den Fahr­zeu­ge, so­weit sie nicht Mo­tor­fahr­rä­der (Art. 18) sind:87

a.88
ein­spu­ri­ge Mo­tor­fahr­zeu­ge mit zwei Rä­dern, mit oder oh­ne Sei­ten­wa­gen;
b.89
«Klein­mo­tor­rä­der», das heisst:
1.
zwei­räd­ri­ge Mo­tor­fahr­zeu­ge mit ei­ner bau­art­be­ding­ten Höchst­ge­schwin­dig­keit von höchs­tens 45 km/h und ei­ner Mo­tor­leis­tung von höchs­tens 4,00 kW so­wie ei­nem Hub­raum von höchs­tens 50 cm3 bei Fremd­zün­dungs­mo­to­ren,
2.
drei­räd­ri­ge Mo­tor­fahr­zeu­ge mit ei­ner bau­art­be­ding­ten Höchst­ge­schwin­dig­keit von höchs­tens 45 km/h, ei­ner Mo­tor­leis­tung von höchs­tens 4,00 kW, ei­nem Hub­raum von höchs­tens 50 cm3 bei Fremd­zün­dungs­mo­to­ren oder von höchs­tens 500 cm3 bei Selbst­zün­dungs­mo­to­ren so­wie ei­nem Ge­wicht nach Ar­ti­kel 136 Ab­satz 1 von höchs­tens 0,27 t,
3.
«Elek­tro-Rik­schas», das heisst zwei- oder mehr­räd­ri­ge Fahr­zeu­ge mit elek­tri­schem An­trieb, ei­ner Mo­tor­leis­tung von ins­ge­samt höchs­tens 2,00 kW, ei­ner bau­art­be­ding­ten Höchst­ge­schwin­dig­keit von höchs­tens 20 km/h, ei­ner all­fäl­li­gen Tret­un­ter­stüt­zung, die bis höchs­tens 25 km/h wirkt, ei­nem Ge­wicht nach Ar­ti­kel 136 Ab­satz 1 von höchs­tens 0,27 t und ei­nem Ge­samt­ge­wicht von höchs­tens 0,45 t;
c.90
«Mo­tor­schlit­ten», das heisst mit Rau­pen ver­se­he­ne Mo­tor­fahr­zeu­ge, die nicht durch Ab­brem­sen ei­ner Rau­pe ge­lenkt wer­den und die ein Ge­wicht nach Ar­ti­kel 136 Ab­satz 1 von höchs­tens 0,45 t ha­ben, so­fern sie nicht Leicht- oder Klein­mo­tor­fahr­zeu­ge, Mo­tor­ein­ach­ser oder Mo­tor­hand­wa­gen sind.

86 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. März 2012, in Kraft seit 1. Mai 2012 (AS 2012 1825).

87 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 15. April 2015, in Kraft seit 1. Ju­ni 2015 (AS 2015 1321).

88 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 15. April 2015, in Kraft seit 1. Ju­ni 2015 (AS 2015 1321).

89 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

90 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

Art. 15 Leicht-, Klein- und dreirädrige Motorfahrzeuge  

1 «Drei­räd­ri­ge Mo­tor­fahr­zeu­ge» sind Fahr­zeu­ge mit drei sym­me­trisch an­ge­ord­ne­ten Rä­dern und ei­nem Ge­wicht nach Ar­ti­kel 136 Ab­satz 1 von höchs­tens 1,00 t, die nicht als Klein­mo­tor­rä­der gel­ten.91

2 «Leicht­mo­tor­fahr­zeu­ge» sind vier­räd­ri­ge Mo­tor­fahr­zeu­ge mit ei­ner bau­art­be­ding­ten Höchst­ge­schwin­dig­keit von höchs­tens 45 km/h, ei­ner Mo­tor­leis­tung von höchs­tens 4,00 kW bei of­fe­nem Auf­bau oder von höchs­tens 6,00 kW bei ge­schlos­se­nem Auf­bau, ei­nem Hub­raum von höchs­tens 50 cm3 bei Fremd­zün­dungs­mo­to­ren oder von höchs­tens 500 cm3 bei Selbst­zün­dungs­mo­to­ren so­wie ei­nem Ge­wicht nach Ar­ti­kel 136 Ab­satz 1 von höchs­tens 0,425 t.92

3 «Klein­mo­tor­fahr­zeu­ge» sind vier­räd­ri­ge Mo­tor­fahr­zeu­ge mit ei­nem Ge­wicht nach Ar­ti­kel 136 Ab­satz 1 von höchs­tens 0,45 t bei Fahr­zeu­gen zum Per­so­nen­trans­port oder von höchs­tens 0,60 t bei Fahr­zeu­gen zum Sachen­trans­port.93

4 Leicht-, Klein- und drei­räd­ri­ge Mo­tor­fahr­zeu­ge, mit de­nen kei­ne Sachen­trans­por­te aus­ge­führt wer­den, son­dern die zur Ver­rich­tung von Ar­beit ge­baut sind und höch­s­tens einen ge­rin­gen Tragraum für Werk­zeu­ge und Be­triebss­tof­fe auf­wei­sen, gel­ten als Ar­beits­mo­tor­wa­gen nach Ar­ti­kel 10 Ab­satz 1 und Ar­ti­kel 13.

91 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 10. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Okt. 2005 (AS 2005 4111).

92 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

93 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

Art. 16 Doppelräder 94  

Für die Ein­tei­lung von Mo­tor­fahr­zeu­gen nach den Ar­ti­keln 14 und 15 gel­ten zwei ne­ben­ein­an­der lie­gen­de Rä­der als ein Rad (Dop­pel­rad), wenn der Ab­stand zwi­schen den Mit­tel­punk­ten der Auf­stands­flä­chen der Rei­fen auf der Fahr­bahn nicht mehr als 460 mm be­trägt.

94 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

Art. 17 Motoreinachser, Motorhandwagen 95  

1 «Mo­tor­ein­ach­ser» sind Mo­tor­fahr­zeu­ge mit zwei ne­ben­ein­an­der lie­gen­den Rä­dern oder mit ei­nem ein­zi­gen Rad, die von ei­ner zu Fuss ge­hen­den Per­son ge­führt oder mit ei­nem An­hän­ger schwenk­bar ver­bun­den wer­den, und ver­gleich­ba­re Fahr­zeu­ge mit Rau­pen. Stütz­rol­len hin­dern die Ein­rei­hung als Mo­tor­ein­ach­ser nicht.

2 «Mo­tor­hand­wa­gen» sind mehr­ach­si­ge Mo­tor­fahr­zeu­ge mit drei oder mehr Rä­dern, die aus­sch­liess­lich für die Füh­rung durch ei­ne zu Fuss ge­hen­de Per­son ein­ge­rich­tet sind, und ver­gleich­ba­re Fahr­zeu­ge mit Rau­pen.

95 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. März 2012, in Kraft seit 1. Mai 2012 (AS 2012 1825).

Art. 18 Motorfahrräder 96  

«Mo­tor­fahr­rä­der» sind:

a.
ein­plät­zi­ge, ein­spu­ri­ge Fahr­zeu­ge mit ei­ner bau­art­be­ding­ten Höchst­ge­schwin­dig­keit von höchs­tens 30 km/h, ei­ner Mo­tor­leis­tung von ins­ge­samt höchs­tens 1,00 kW und:97
1.
ei­nem Ver­bren­nungs­mo­tor mit ei­nem Hub­raum von höchs­tens 50 cm3, oder
2.98
elek­tri­schem An­trieb so­wie ei­ner all­fäl­li­gen Tret­un­ter­stüt­zung, die bis höchs­tens 45 km/h wirkt;
b.
«Leicht-Mo­tor­fahr­rä­der», das heisst Fahr­zeu­ge mit elek­tri­schem An­trieb, ei­ner Mo­tor­leis­tung von ins­ge­samt höchs­tens 0,50 kW, ei­ner bau­art­be­ding­ten Höchst­ge­schwin­dig­keit von höchs­tens 20 km/h und ei­ner all­fäl­li­gen Tret­un­ter­stüt­zung, die bis höchs­tens 25 km/h wirkt, und die:99
1.100
höchs­tens zwei­plät­zig sind,
2.101
spe­zi­ell für das Mit­füh­ren ei­ner be­hin­der­ten Per­son ein­ge­rich­tet sind,
3.102
aus ei­ner spe­zi­el­len Fahr­rad-Roll­stuhl-Kom­bi­na­ti­on103 be­ste­hen, oder
4.104
spe­zi­ell für das Mit­füh­ren von höchs­tens zwei Kin­dern auf ge­schütz­ten Sitz­plät­zen ein­ge­rich­tet sind;
c.105
«mo­to­ri­sier­te Roll­stüh­le», das heisst für geh­be­hin­der­te Per­so­nen kon­zi­pier­te Fahr­zeu­ge mit ei­ge­nem An­trieb, ei­ner bau­art­be­ding­ten Höchst­ge­schwin­dig­keit von höchs­tens 30 km/h, ei­ner Mo­tor­leis­tung von ins­ge­samt höchs­tens 1,00 kW so­wie ei­nem Hub­raum von höchs­tens 50 cm3 bei Ver­bren­nungs­mo­to­ren;
d.106
«Elek­tro-Stehrol­ler», das heisst ein­plät­zi­ge, selbst­ba­lan­cie­ren­de Fahr­zeu­ge mit elek­tri­schem An­trieb und:
1.
ei­ner Mo­tor­leis­tung von ins­ge­samt höchs­tens 2,00 kW, die zu ei­nem we­sent­li­chen Teil für das Hal­ten der Ba­lan­ce des Fahr­zeugs ein­ge­setzt wird,
2.
ei­ner bau­art­be­ding­ten Höchst­ge­schwin­dig­keit von höchs­tens 20 km/h, und
3.
ei­ner all­fäl­li­gen Tret­un­ter­stüt­zung, die bis höchs­tens 25 km/h wirkt.

96 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. März 2012, in Kraft seit 1. Mai 2012 (AS 2012 1825).

97 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

98 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

99 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

100 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Nov. 2018, in Kraft seit 1. Fe­br. 2019 (AS 2019 253).

101 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 29. Nov. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4693).

102 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 29. Nov. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4693).

103 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. I Abs. 2 der V vom 15. April 2015, in Kraft seit 1. Ju­ni 2015 (AS 2015 1321). Die Änd. wur­de im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.

104 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 29. Nov. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4693).

105 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

106 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 15. April 2015 (AS 2015 1321). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

4. Kapitel: Motorlose Fahrzeuge

Art. 19 Anhänger  

1 «An­hän­ger» sind Fahr­zeu­ge oh­ne ei­ge­nen An­trieb, die ge­baut sind, um von an­de­ren Fahr­zeu­gen ge­zo­gen zu wer­den und mit die­sen durch ei­ne ge­eig­ne­te Ver­bin­dungs­ein­rich­tung schwenk­bar ver­bun­den sind. Fahr­ba­re Ab­schlepp­vor­rich­tun­gen gel­ten nicht als An­hän­ger.107

2 Für Mo­tor­fahr­zeu­ge, die mit Hil­fe ei­ner Deich­sel wie ein An­hän­ger ge­zo­gen wer­den, gel­ten die Vor­schrif­ten für An­hän­ger sinn­ge­mä­ss.

107 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Nov. 2018, in Kraft seit 1. Fe­br. 2019 (AS 2019 253).

Art. 20 Transportanhänger nach schweizerischem Recht  

1 «Trans­port­an­hän­ger» sind An­hän­ger zum Per­so­nen- oder Sachen­trans­port. An­hän­ger, de­ren Auf­bau als Nutz­raum (Werk­statt, Ver­kaufs­la­den, Aus­stel­lungs­lo­kal, Bü­ro, La­bo­ra­to­ri­um usw.) dient, sind den Trans­port­an­hän­gern gleich­ge­stellt.108

2 Es wer­den fol­gen­de Ar­ten von Trans­port­an­hän­gern un­ter­schie­den:

a.
«Sachen­trans­port­an­hän­ger» sind An­hän­ger mit La­de­brücken, Tanks oder an­de­ren La­deräu­men zur Be­för­de­rung von Sa­chen.
b.
«Per­so­nen­trans­port­an­hän­ger» sind An­hän­ger, die zur Per­so­nen­be­för­de­rung be­son­ders ein­ge­rich­tet sind.
c.109
«Wohn­an­hän­ger» sind An­hän­ger, bei de­nen min­des­tens drei Vier­tel des zur Ver­fü­gung ste­hen­den Vo­lu­mens (in­kl. Ge­päck­raum) als Wohn­raum ein­ge­rich­tet ist.
d.
«Sport­ge­rä­te­an­hän­ger» sind An­hän­ger mit be­son­de­ren Ein­rich­tun­gen zum Trans­port von Flug- und Was­ser­sport­ge­rä­ten so­wie von Wett­be­werbs­fahr­zeu­gen usw.; ih­nen sind gleich­ge­stellt die An­hän­ger zur Be­för­de­rung von Reit­pfer­den.

3 Nach der Bau­wei­se wer­den un­ter­schie­den:

a.
«Nor­ma­l­an­hän­ger» sind An­hän­ger, de­ren Zug­vor­rich­tung (Deich­sel) am An­hän­ger in senk­rech­ter Rich­tung schwen­ken kann.
b.110
«Lang­ma­te­ri­al­an­hän­ger» sind An­hän­ger oh­ne La­de­brücke oder La­de­raum, die aus zwei Ele­men­ten be­ste­hen, wel­che die La­dung tra­gen, oder de­ren La­dung auch auf dem Zug­wa­gen auf­liegt. Die bei­den An­hän­ge­r­ele­men­te be­zie­hungs­wei­se der Zug­wa­gen und der An­hän­ger kön­nen mit ei­ner Hilfs­brücke, ei­nem an­de­ren Ver­bin­dungs­teil oder nur durch die La­dung ge­kop­pelt sein.
c.
«Sat­te­l­an­hän­ger» sind An­hän­ger, die so an ein Mo­tor­fahr­zeug (Sat­tel­schlep­per) an­ge­kup­pelt wer­den, dass sie teil­wei­se auf die­sem auf­lie­gen. Ein we­sent­li­cher Teil des Ge­wichts des An­hän­gers und sei­ner La­dung wird vom Zug­fahr­zeug ge­tra­gen.
cbis.111
«Starr­deich­se­l­an­hän­ger» sind An­hän­ger, de­ren Deich­sel in senk­rech­ter Rich­tung nur ge­ring­fü­gig schwen­ken kann und kon­struk­ti­ons­be­dingt ei­ne ver­ti­ka­le Stütz­last auf das Zug­fahr­zeug über­trägt;
d.112
«Zen­tralachs­an­hän­ger» sind Starr­deich­se­l­an­hän­ger, de­ren Ach­se oder Ach­sen mög­lichst na­he beim Schwer­punkt des An­hän­gers an­ge­ord­net sind und de­ren Deich­sel da­durch nur ei­ne ge­rin­ge ver­ti­ka­le Stütz­last auf das Zug­fahr­zeug über­trägt;
e.
«Star­re An­hän­ger» sind An­hän­ger, die mit dem Zug­wa­gen so ver­bun­den sind, dass sie nur in senk­rech­ter Rich­tung schwen­ken kön­nen;
f.113
«Schlit­ten­an­hän­ger» sind An­hän­ger mit ei­ner Höchst­ge­schwin­dig­keit bis 20 km/h, die teil­wei­se oder ganz auf Ku­fen lau­fen.

4 Hy­drau­lisch ein­stell­ba­re Deich­seln mit Ge­lenk, die ei­ne ver­ti­ka­le Stütz­last auf das Zug­fahr­zeug über­tra­gen, gel­ten als Starr­deich­seln.114

108 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. März 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2007 (AS 20072109).

109 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 6. Sept. 2000, in Kraft seit 15. Okt. 2000 (AS 2000 2433).

110 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 14. Okt. 2009, in Kraft seit 1. April 2010 (AS 2009 5705).

111 Ein­ge­fügt durch ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Nov. 2018, in Kraft seit 1. Fe­br. 2019 (AS 2019 253).

112 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Nov. 2018, in Kraft seit 1. Fe­br. 2019 (AS 2019 253).

113 Ein­ge­fügt durch ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Nov. 2018, in Kraft seit 1. Fe­br. 2019 (AS 2019 253).

114 Ein­ge­fügt durch ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Nov. 2018, in Kraft seit 1. Fe­br. 2019 (AS 2019 253).

Art. 21 Klasseneinteilung von Anhängern nach EU-Recht 115  

1 An­hän­ger der Klas­se O sind Trans­port­an­hän­ger nach der Richt­li­nie 2007/46/EG. Sie wer­den in fol­gen­de Klas­sen ein­ge­teilt:

a.
Klas­se O1: An­hän­ger mit ei­nem Ga­ran­tie­ge­wicht von höchs­tens 0,75 t;
b.
Klas­se O2: An­hän­ger mit ei­nem Ga­ran­tie­ge­wicht von über 0,75 t bis höchs­­tens 3,50 t;
c.
Klas­se O3: An­hän­ger mit ei­nem Ga­ran­tie­ge­wicht von über 3,50 t bis höchs­tens 10,00 t;
d.
Klas­se O4: An­hän­ger mit ei­nem Ga­ran­tie­ge­wicht von über 10,00 t.

2 An­hän­ger der Klas­se R sind Trans­port­an­hän­ger nach der Ver­ord­nung (EU) Nr. 167/2013, die für den Ein­satz in der Land- und Forst­wirt­schaft kon­zi­piert sind. Sie wer­den in fol­gen­de Klas­sen ein­ge­teilt:

a.
Klas­se R1: An­hän­ger mit ei­nem Ga­ran­tie­ge­wicht von höchs­tens 1,50 t;
b.
Klas­se R2: An­hän­ger mit ei­nem Ga­ran­tie­ge­wicht von über 1,50 t bis höchs­­tens 3,50 t;
c.
Klas­se R3: An­hän­ger mit ei­nem Ga­ran­tie­ge­wicht von über 3,50 t bis höchs­­tens 21,00 t;
d.
Klas­se R4: An­hän­ger mit ei­nem Ga­ran­tie­ge­wicht von über 21,00 t.

3 An­hän­ger der Klas­se S sind Ar­beits­an­hän­ger nach der Ver­ord­nung (EU) Nr. 167/2013, die für den Ein­satz in der Land- und Forst­wirt­schaft kon­zi­piert sind. Sie wer­den in fol­gen­de Klas­sen ein­ge­teilt:

a.
Klas­se S1: An­hän­ger mit ei­nem Ga­ran­tie­ge­wicht von höchs­tens 3,50 t;
b.
Klas­se S2: An­hän­ger mit ei­nem Ga­ran­tie­ge­wicht von über 3,50 t.

4 Der Klas­sen­be­zeich­nung von An­hän­gern nach den Ab­sät­zen 2 und 3 wird in Ab­hän­gig­keit von der bau­art­be­ding­ten Höchst­ge­schwin­dig­keit ein In­dex an­ge­fügt:

a.
«a» für An­hän­ger mit ei­ner bau­art­be­ding­ten Höchst­ge­schwin­dig­keit von höchs­tens 40 km/h;
b.
«b» für An­hän­ger mit ei­ner bau­art­be­ding­ten Höchst­ge­schwin­dig­keit über 40 km/h.

5 Für die Klas­sen­ein­tei­lung von Sat­te­l­an­hän­gern, Starr­deich­se­l­an­hän­gern und Zen­tralachs­an­hän­gern ist das mass­ge­bli­che Ga­ran­tie­ge­wicht gleich der von der oder den Ach­sen des An­hän­gers auf den Bo­den über­tra­ge­nen Last, wenn der An­hän­ger mit dem Zug­fahr­zeug ver­bun­den und bis zum tech­nisch zu­läs­si­gen Höchst­ge­wicht be­la­den ist. Die Sat­tel- be­zie­hungs­wei­se Stütz­last ist beim Zug­fahr­zeug zu be­rück­sich­ti­gen.

115 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Nov. 2018, in Kraft seit 1. Fe­br. 2019 (AS 2019 253).

Art. 22 Arten von Arbeitsanhängern  

1 «Ar­beits­an­hän­ger» sind An­hän­ger, mit de­nen kei­ne Sachen­trans­por­te aus­ge­führt wer­den, son­dern die als Ar­beits­ge­rät die­nen und höchs­tens einen ge­rin­gen Tragraum für Werk­zeu­ge und Be­triebss­tof­fe auf­wei­sen.116

2 Ih­nen gleich­ge­stellt sind An­hän­ger:

a.117
nach Ab­satz 1, die ei­ne La­de­ka­pa­zi­tät auf­wei­sen, um wäh­rend des Ar­beitspro­zes­ses er­zeug­tes oder be­nö­tig­tes Gut vor­über­ge­hend auf­zu­neh­men oder ab­zu­ge­ben, und de­ren Ver­hält­nis zwi­schen Ga­ran­tie­ge­wicht und Leer­ge­wicht we­ni­ger als 3,0 be­trägt;
b.
zum Trans­port von Be­stand­tei­len, Werk­zeu­gen und Be­triebss­tof­fen des Ar­beits­mo­tor­wa­gens, an dem sie mit­ge­führt wer­den;
c.118
...
d.
mit Ar­beits­ge­rä­ten, die über kur­ze Di­stan­zen ein La­de­gut be­för­dern, das sie beim Un­ter­halt der Stras­se auf der Fahrt auf­neh­men oder ab­ge­ben;
e.
die so ge­baut sind, dass sie nur ein be­stimm­tes Ar­beits­ge­rät auf­neh­men kön­nen und kei­ne an­der­wei­ti­ge La­demög­lich­keit auf­wei­sen;
f.
der Feu­er­wehr und des Zi­vil­schut­zes.

3 Ar­beits­an­hän­ger kön­nen als Trans­port­an­hän­ger im­ma­tri­ku­liert wer­den, wenn sie al­len an­wend­ba­ren Vor­schrif­ten ent­spre­chen und die Ar­beits­ge­rä­te den Ver­kehr nicht be­hin­dern.

4 An­hän­ger nach Ab­satz 2 wer­den als Ar­beits­an­hän­ger, sol­che mit auf­ge­bau­tem Nutz­raum (Art. 20 Abs. 1) als An­hän­ger be­zeich­net und durch die An­ga­be ih­res Ge­brauchs­zweckes nä­her be­stimmt.

116 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. Sept. 1998, in Kraft seit 1. Okt. 1998 (AS 1998 2352).

117 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Nov. 2018, in Kraft seit 1. Fe­br. 2019 (AS 2019 253).

118 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 28. März 2007, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2007 (AS 20072109).

Art. 23 Handwagen, Tierfuhrwerke 119  

1 «Hand­wa­gen», «Sto­ss­kar­ren» und «Hand­schlit­ten» sind Fahr­zeu­ge oh­ne ei­ge­nen An­trieb, die von ei­ner zu Fuss ge­hen­den Per­son ge­zo­gen oder ge­stos­sen wer­den.

2 «Tier­fuhr­wer­ke» sind Fahr­zeu­ge oh­ne ei­ge­nen An­trieb, in­be­grif­fen Schlit­ten, die für den Tier­zug ein­ge­rich­tet sind.

3 ...120

119 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Nov. 2018, in Kraft seit 1. Fe­br. 2019 (AS 2019 253).

120 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 21. Nov. 2018, mit Wir­kung seit 1. Fe­br. 2019 (AS 2019 253).

Art. 23a Rollstühle 121122  

Für Roll­stüh­le oh­ne Mo­tor, die von ei­ner Be­gleit­per­son ge­stos­sen oder von der be­hin­der­ten Per­son selbst, z. B. mit­tels Grif­frin­gen an den Rä­dern oder Hand­kur­beln, fort­be­wegt wer­den, gel­ten die Vor­schrif­ten für Hand­wa­gen (Art. 211) sinn­ge­mä­ss.

121 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 10. Ju­ni 2005 (AS 2005 4111). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. März 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2007 (AS 20072109).

122 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. I Abs. 1 der V vom 15. April 2015, in Kraft seit 1. Ju­ni 2015 (AS 2015 1321). Die Änd. wur­de im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.

Art. 24 Fahrräder und Kinderräder 123  

1 «Fahr­rä­der» sind Fahr­zeu­ge mit we­nigs­tens zwei Rä­dern, die durch me­cha­ni­sche Vor­rich­tun­gen aus­sch­liess­lich mit der Kraft der sich dar­auf be­fin­den­den Per­so­nen fort­be­wegt wer­den. Kin­der­rä­der und Roll­stüh­le gel­ten nicht als Fahr­rä­der.124

2 «Kin­der­rä­der» sind Fahr­zeu­ge, wel­che der De­fi­ni­ti­on des Fahr­ra­des ent­spre­chen, je­doch spe­zi­ell für die Ver­wen­dung durch Kin­der im vor­schul­pflich­ti­gen Al­ter vor­ge­se­hen sind.125

3 Für Fahr­rad-Roll­stuhl-Kom­bi­na­tio­nen, aus­ge­nom­men Fahr­rä­der mit Nach­lauf­tei­len (Art. 210 Abs. 5), gel­ten die Vor­schrif­ten für mehr­spu­ri­ge Fahr­rä­der sinn­ge­mä­ss.126

123 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 15. Mai 2002, in Kraft seit 1. Aug. 2002 (AS 2002 1938).

124 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

125 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 10. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Okt. 2005 (AS 2005 4111).

126 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 17. Aug. 2005 (AS 2005 4515). ). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. März 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2007 (AS 20072109).

5. Kapitel: Ausnahmefahrzeuge127

127 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 6. Sept. 2000, in Kraft seit 15. Okt. 2000 (AS 2000 2433).

Art. 25 Definition  

1 «Aus­nah­me­fahr­zeu­ge»sind Fahr­zeu­ge, die we­gen ih­res be­son­de­ren Ver­wen­dungs­zwecks oder aus an­de­ren zwin­gen­den Grün­denden Vor­schrif­ten über Ab­mes­sun­gen, Ge­wich­te oder Kreis­fahrt­be­din­gun­gen nicht ent­spre­chen kön­nen.

2 Aus­nah­me­fahr­zeu­ge wer­den nur zu­ge­las­sen, so­weit ein Ab­wei­chen von den Vor­schrif­ten er­for­der­lich ist und die Ver­kehrs­si­cher­heit nicht be­ein­träch­tigt wird.

3 Die Er­tei­lung von Be­wil­li­gun­gen für die Ver­wen­dung von Aus­nah­me­fahr­zeu­gen rich­tet sich nach den Ar­ti­keln 78–85 VRV.

Art. 26 Raupenfahrzeuge  

1 Rau­pen­fahr­zeu­ge gel­ten als Aus­nah­me­fahr­zeu­ge.

2 Aus­ge­nom­men sind mit Rau­pen ver­se­he­ne Mo­tor­hand­wa­gen und Mo­tor­ein­ach­ser, die von ei­ner zu Fuss ge­hen­den Per­son ge­führt wer­den und kei­nen An­hän­ger zie­hen.

Art. 27 Land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge mit Überbreite 128  

1 Land- und forst­wirt­schaft­li­che Ar­beits­kar­ren und Ar­beits­an­hän­ger mit Über­brei­te wer­den als Aus­nah­me­fahr­zeu­ge (Art. 25) bis zu ei­ner Brei­te von 3,50 m zu­ge­las­sen.129

1bis An­de­re land- und forst­wirt­schaft­li­che Fahr­zeu­ge, wel­che die Brei­te von 2,55 m nur we­gen der mon­tier­ten Breitrei­fen (Art. 60 Abs. 6), Gum­mi­rau­pen-Lauf­wer­ken, al­len­falls vor­han­de­nen Ra­dab­de­ckun­gen aus nach­gie­bi­gem Ma­te­ri­al oder not­wen­di­gen Ar­beits­ge­rä­ten über­schrei­ten, wer­den als Aus­nah­me­fahr­zeu­ge bis zu ei­ner Brei­te von 3,00 m zu­ge­las­sen. In Be­zug auf die Rei­fen oder Rau­pen muss vom be­tref­fen­den Fahr­zeug­typ ei­ne Aus­füh­rung mit ei­ner Brei­te von ma­xi­mal 2,55 m exis­tie­ren.130

1ter Ein Aus­nah­me­an­hän­ger nach Ab­satz 1bis darf die Brei­te des Zug­fahr­zeugs (Art. 38 Abs. 1bis) nicht über­schrei­ten, aus­ser bei Zug­fahr­zeu­gen, die mit Breitrei­fen oder Dop­pel­be­rei­fun­gen oder mit Gum­mi­rau­pen-Lauf­wer­ken aus­ge­rüs­tet sind. In die­sem Fall ist die Brei­te des An­hän­gers am Zug­fahr­zeug auf­fäl­lig zu mar­kie­ren.131

2 Fol­gen­de land- und forst­wirt­schaft­li­che Fahr­zeu­ge mit Über­brei­te dür­fen oh­ne Be­wil­li­gung ver­keh­ren und gel­ten nicht als Aus­nah­me­fahr­zeu­ge:

a.
land- und forst­wirt­schaft­li­che Mo­tor­fahr­zeu­ge mit vor­über­ge­hend an­ge­brach­ten, er­for­der­li­chen Zu­satz­ge­rä­ten mit ei­ner Brei­te bis zu 3,50 m;
b.
land- und forst­wirt­schaft­li­che Mo­tor­fahr­zeu­ge mit vor­über­ge­hend an­ge­brach­ten, er­for­der­li­chen Dop­pel­be­rei­fun­gen oder Git­ter­rä­dern bis zu ei­ner Brei­te von 3,00 m;
c.132
land- und forst­wirt­schaft­li­che An­hän­ger mit vor­über­ge­hend an­ge­brach­ten, er­for­der­li­chen Dop­pel­be­rei­fun­gen, Git­ter­rä­dern oder Zu­satz­ge­rä­ten bis zu ei­ner Brei­te von 3,00 m.

3 An­hän­ger nach Ab­satz 2 Buch­sta­be c dür­fen die Brei­te des Zug­fahr­zeugs (Art. 38 Abs. 1bis) nicht über­schrei­ten, aus­ser bei Zug­fahr­zeu­gen, die mit Breitrei­fen oder Dop­pel­be­rei­fun­gen oder mit Gum­mi­rau­pen-Lauf­wer­ken aus­ge­rüs­tet sind. In die­sem Fall ist die Brei­te des An­hän­gers am Zug­fahr­zeug auf­fäl­lig zu mar­kie­ren.133

128 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. I Abs. 1 der V vom 21. Nov. 2018, in Kraft seit 1. Fe­br. 2019 (AS 2019 253). Die­se Änd. wur­de in den in der AS ge­nann­ten Be­stim­mun­gen vor­ge­nom­men.

129 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 10. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Okt. 2005 (AS 2005 4111).

130 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 10. Ju­ni 2005 (AS 2005 4111). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Nov. 2018, in Kraft seit 1. Fe­br. 2019 (AS 2019 253).

131 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 2. März 2012, in Kraft seit 1. Mai 2012 (AS 2012 1825).

132 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. März 2012, in Kraft seit 1. Mai 2012 (AS 2012 1825).

133 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 2. März 2012, in Kraft seit 1. Mai 2012 (AS 2012 1825).

Art. 28 Andere Fahrzeuge mit Überbreite  

Fol­gen­de Fahr­zeu­ge mit Über­brei­te dür­fen oh­ne Be­wil­li­gung ver­keh­ren und gel­ten nicht als Aus­nah­me­fahr­zeu­ge:

a.134
Mo­tor­fahr­zeu­ge mit vor­über­ge­hend an­ge­brach­ten, er­for­der­li­chen Zu­satz­ge­rä­ten mit ei­ner Brei­te bis zu 3,50 m oder vor­über­ge­hend an­ge­brach­ten, er­for­der­li­chen Schnee­räu­mungs­ge­rä­ten;
b.135
ge­werb­lich im­ma­tri­ku­lier­te Trak­to­ren mit ei­ner Höchst­ge­schwin­dig­keit bis 40 km/h und Mo­tor­kar­ren, an de­nen für Fahr­ten zur Be­wirt­schaf­tung ei­nes Land- oder Forst­wirt­schafts­be­triebs (Art. 87 VRV136) er­for­der­li­che Dop­pel­be­rei­fun­gen oder Git­ter­rä­der bis zu ei­ner Brei­te von 3,00 m vor­über­ge­hend an­ge­bracht sind;
c.137
ge­werb­lich im­ma­tri­ku­lier­te An­hän­ger, an de­nen für Fahr­ten zur Be­wirt­schaf­tung ei­nes Land- oder Forst­wirt­schafts­be­triebs (Art. 87 VRV) er­for­der­li­che Dop­pel­be­rei­fun­gen, Git­ter­rä­der oder Zu­satz­ge­rä­te bis zur Brei­te des Zug­fahr­zeugs vor­über­ge­hend an­ge­bracht sind.

134 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Aug. 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3218).

135 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Nov. 2018, in Kraft seit 1. Fe­br. 2019 (AS 2019 253).

136 SR 741.11

137 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Nov. 2018, in Kraft seit 1. Fe­br. 2019 (AS 2019 253).

Art. 28a Fahrzeuge mit weit nach vorne reichenden Schneeräumgeräten 138  

Fahr­zeu­ge, bei de­nen vor­über­ge­hend an­ge­brach­te, er­for­der­li­che Schnee­räum­ge­rä­te mehr als 3,00 m vor die Mit­te der Lenk­vor­rich­tung rei­chen (Art. 38 Abs. 3), dür­fen oh­ne Be­wil­li­gung ver­keh­ren und gel­ten nicht als Aus­nah­me­fahr­zeu­ge.

138 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 2. März 2012, in Kraft seit 1. Mai 2012 (AS 2012 1825).

2. Teil: Zulassungsprüfung, Nachprüfung, Abgaswartung 139

139 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 21. Nov. 2018, in Kraft seit 1. Febr. 2019 (AS 2019 253).

1. Kapitel: Zulassungsprüfung140

140 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 21. Nov. 2018, in Kraft seit 1. Febr. 2019 (AS 2019 253).

Art. 29 Grundsatz  

1 Für Mo­tor­fahr­zeu­ge und ih­re An­hän­ger muss vor ih­rer Zu­las­sung zum Ver­kehr amt­lich ge­prüft wer­den, ob sie den Bau- und Aus­rüs­tungs­vor­schrif­ten ent­spre­chen.

2 Kei­ne Zu­las­sungs­prü­fung nach den Ar­ti­keln 30–32 ist er­for­der­lich für Mo­tor­fahr­rä­der. Für die­se rich­tet sich das Zu­las­sungs­ver­fah­ren nach den Ar­ti­keln 90–96 VZV141.

3 Kei­ne kan­to­na­le Zu­las­sungs­prü­fung ist er­for­der­lich für Mi­li­tär­fahr­zeu­ge so­wie Fahr­zeu­ge, die der Ver­ord­nung vom 4. No­vem­ber 2009142 über die Per­so­nen­be­för­de­rung un­ter­ste­hen.

4 Än­de­run­gen an Fahr­zeu­gen, die zwi­schen der Zu­las­sungs­prü­fung und der Zu­las­sung vor­ge­nom­men wer­den, sind der Zu­las­sungs­be­hör­de zu mel­den und nach Ar­ti­kel 34 Ab­satz 2 zu prü­fen.

Art. 30 Prüfung von neuen Fahrzeugen: administrative Prüfung  

1 Bei neu­en Fahr­zeu­gen wird der Nach­weis über die Ein­hal­tung der Bau- und Aus­rüs­tungs­vor­schrif­ten er­bracht mit:

a.
ei­nem aus­ge­füll­ten und vom Ty­pen­ge­neh­mi­gungs- oder Da­ten­blat­t­in­ha­ber un­ter­zeich­ne­ten Prü­fungs­be­richt; oder
b.
...143

2 Als neu gel­ten Fahr­zeu­ge:

a.
die erst­mals zu­ge­las­sen wer­den;
b.
die im Aus­land vor ei­nem Jahr oder we­ni­ger zu­ge­las­sen wur­den, wenn ihr Ki­lo­me­ter­stand 2000 km oder ihr Be­triebs­stun­den­stand 70 h nicht über­steigt.

143 Tritt zu ei­nem spä­te­ren Zeit­punkt in Kraft.

Art. 30a Prüfung von neuen Fahrzeugen: Identifikationsprüfung und Funktionskontrolle  

1 Lie­gen für ein neu­es Fahr­zeug die Do­ku­men­te nach Ar­ti­kel 30 Ab­satz 1 nicht vor, so wird der Nach­weis über die Ein­hal­tung der Bau- und Aus­rüs­tungs­vor­schrif­ten wie folgt er­bracht:

a.
Liegt ei­ne EU-Über­ein­stim­mungs­be­schei­ni­gung in Pa­pier­form vor, so wird bei Per­so­nen­wa­gen und Wohn­mo­tor­wa­gen mit ei­nem Ge­samt­ge­wicht bis 3,50 t ei­ne Iden­ti­fi­ka­ti­ons­prü­fung durch­ge­führt, bei den üb­ri­gen Fahr­zeu­gen ei­ne Funk­ti­ons­kon­trol­le.
b.
Liegt kei­ne EU-Über­ein­stim­mungs­be­schei­ni­gung in Pa­pier­form vor, so wird ei­ne Funk­ti­ons­kon­trol­le durch­ge­führt, wenn:
1.
ei­ne Kon­for­mi­täts­er­klä­rung nach dem UN­ECE-Re­gle­ment Nr. 0 so­wie al­le wei­te­ren er­for­der­li­chen Ge­neh­mi­gun­gen zur Ver­voll­stän­di­gung nach dem ent­spre­chen­den EU-Ge­samt­ge­neh­mi­gungs­rechts­akt vor­lie­gen,
2.
Ge­neh­mi­gun­gen und Kon­for­mi­täts­zei­chen vor­lie­gen, die von aus­län­di­schen Staa­ten nach na­tio­na­lem oder in­ter­na­tio­na­lem Recht er­teilt wur­den, das in An­hang 2 auf­ge­führt oder den schwei­ze­ri­schen Vor­schrif­ten min­des­tens gleich­wer­tig ist,
3.
Kon­for­mi­täts­er­klä­run­gen nach den Ar­ti­keln 2 Buch­sta­be f und 14 TGV144 vor­lie­gen,
4.
Prüf­be­rich­te vor­lie­gen, die nach den in An­hang 2 auf­ge­führ­ten Vor­schrif­ten von Prüf­stel­len er­stellt wur­den, die für die­se Prü­fun­gen in An­hang 2 TGV auf­ge­führt oder vom ASTRA nach Ar­ti­kel 17 Ab­satz 2 TGV an­er­kannt sind, oder
5.
die Hal­ter und Hal­te­rin­nen di­plo­ma­ti­sche oder kon­su­la­ri­sche Vor­rech­te und Im­mu­ni­tä­ten ge­nies­sen.

2 Die Funk­ti­ons­kon­trol­le be­schränkt sich auf die wich­tigs­ten Vor­rich­tun­gen wie Len­kung, Brem­sen und Be­leuch­tung so­wie die Ver­bin­dungs­ein­rich­tun­gen von Zug­fahr­zeu­gen und An­hän­gern.

3 Der Nach­weis der Gleich­wer­tig­keit nach Ab­satz 1 Buch­sta­be b Zif­fer 2 ist vom Ge­such­stel­ler oder von der Ge­such­stel­le­rin zu er­brin­gen.

Art. 30b Prüfung von neuen Fahrzeugen: umfassende technische Prüfung  

Lie­gen für ein neu­es Fahr­zeug die Do­ku­men­te nach Ar­ti­kel 30 Ab­satz 1 nicht vor und sind die Vor­aus­set­zun­gen nach Ar­ti­kel 30a nicht er­füllt, so wird der Nach­weis über die Ein­hal­tung der Bau- und Aus­rüs­tungs­vor­schrif­ten mit ei­ner um­fas­sen­den tech­ni­schen Prü­fung er­bracht. Es wird da­bei ins­be­son­de­re ge­prüft, ob das Fahr­zeug den Ab­gas- und Ge­räusch­vor­schrif­ten ent­spricht und für den be­ab­sich­tig­ten Ge­brauch be­triebs­si­cher ist.

Art. 30c Prüfung von neuen Fahrzeugen: technische Prüfung für Teile oder Änderungen  

Bei Fahr­zeu­gen, für die nur ein Teil der Do­ku­men­te nach Ar­ti­kel 30a Buch­sta­be b Zif­fern 1–4 vor­lie­gen, oder bei ge­än­der­ten Fahr­zeu­gen müs­sen die nicht ge­prüf­ten Tei­le oder Än­de­run­gen um­fas­send tech­nisch ge­prüft wer­den.

Art. 31 Prüfung von nicht neuen Fahrzeugen: Funktionskontrolle und umfassende technische Prüfung  

1 Bei Fahr­zeu­gen, die nicht neu sind (Art. 30 Abs. 2), wird der Nach­weis über die Ein­hal­tung der Bau- und Aus­rüs­tungs­vor­schrif­ten mit ei­ner Funk­ti­ons­kon­trol­le er­bracht, wenn:

a.
ein aus­ge­füll­ter und vom Ty­pen­ge­neh­mi­gungs- oder Da­ten­blat­t­in­ha­ber un­ter­zeich­ne­ter Prü­fungs­be­richt vor­liegt;
b.
ei­ne EU-Über­ein­stim­mungs­be­schei­ni­gung vor­liegt;
c.
ei­ne Kon­for­mi­täts­er­klä­rung nach dem UN­ECE-Re­gle­ment Nr. 0 so­wie al­le wei­te­ren er­for­der­li­chen Ge­neh­mi­gun­gen zur Ver­voll­stän­di­gung nach dem ent­spre­chen­den EU-Ge­samt­ge­neh­mi­gungs­rechts­akt vor­lie­gen; oder
d.
die Hal­ter und Hal­te­rin­nen di­plo­ma­ti­sche oder kon­su­la­ri­sche Vor­rech­te und Im­mu­ni­tä­ten ge­nies­sen.

2 Die Funk­ti­ons­kon­trol­le be­schränkt sich auf die wich­tigs­ten Vor­rich­tun­gen wie Len­kung, Brem­sen und Be­leuch­tung so­wie die Ver­bin­dungs­ein­rich­tun­gen von Zug­fahr­zeu­gen und An­hän­gern.

3 Sind die Vor­aus­set­zun­gen nach Ab­satz 1 nicht er­füllt, so wird ei­ne um­fas­sen­de tech­ni­sche Prü­fung durch­ge­führt. Es wird da­bei ins­be­son­de­re ge­prüft, ob das Fahr­zeug den Ab­gas- und Ge­räusch­vor­schrif­ten ent­spricht und für den be­ab­sich­tig­ten Ge­brauch be­triebs­si­cher ist.

Art. 31a Fahrzeugsysteme und Fahrzeugteile, die von der Typengenehmigung des Fahrzeugs abweichen  

1 Bei Fahr­zeug­sys­te­men und Fahr­zeug­tei­len, die von der Ty­pen­ge­neh­mi­gung des Fahr­zeugs ab­wei­chen, wird ei­ne Funk­ti­ons­kon­trol­le durch­ge­führt, wenn ei­ne der Vor­aus­set­zun­gen nach Ar­ti­kel 30a Ab­satz 1 Buch­sta­be b Zif­fern 2–4 er­füllt ist.

2 Bei den üb­ri­gen von der Ty­pen­ge­neh­mi­gung des Fahr­zeugs ab­wei­chen­den Fahr­zeug­sys­te­men und Fahr­zeug­tei­len wird ei­ne um­fas­sen­de tech­ni­sche Prü­fung durch­ge­führt. Es wird da­bei ins­be­son­de­re ge­prüft, ob sie für den be­ab­sich­tig­ten Ge­brauch be­triebs­si­cher sind und ob kei­ne ernst­haf­te Ge­fähr­dung der Um­welt oder der öf­fent­li­chen Ge­sund­heit be­steht.

Art. 32 Selbstabnahme  

1 Die Zu­las­sungs­be­hör­de kann für Fahr­zeu­ge mit ei­ner Ty­pen­ge­neh­mi­gung oder ei­nem Da­ten­blatt das Aus­fül­len des Prü­fungs­be­richts und die Funk­ti­ons­kon­trol­le an Per­so­nen de­le­gie­ren, die für ei­ne ein­wand­freie Durch­füh­rung Ge­währ bie­ten.

2 Die­se Er­mäch­ti­gung kann sich auf leich­te Mo­tor­wa­gen, An­hän­ger mit ei­nem Ge­samt­ge­wicht bis 3,50 t, Mo­tor­rä­der, Leicht‑, Klein- und drei­räd­ri­ge Mo­tor­fahr­zeu­ge er­stre­cken.

3 Die Er­mäch­ti­gung gilt nicht für Fahr­zeu­ge, die von der ty­pen­ge­neh­mig­ten Aus­füh­rung ab­wei­chen.

4 Die Zu­las­sungs­be­hör­de führt Stich­pro­ben durch. Sie ent­zieht die Er­mäch­ti­gung, wenn schwe­re oder wie­der­hol­te Män­gel fest­ge­stellt wer­den.

2. Kapitel: Nachprüfungen 145

145 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 21. Nov. 2018, in Kraft seit 1. Febr. 2019 (AS 2019 253).

Art. 33 Periodische Prüfungspflicht  

1 Die mit Kon­troll­schil­dern zu­ge­las­se­nen Fahr­zeu­ge, die in Ab­satz 2 auf­ge­führt sind, un­ter­lie­gen der amt­li­chen, pe­ri­odi­schen Nach­prü­fung. Die Zu­las­sungs­be­hör­de bie­tet die Hal­ter und Hal­te­rin­nen zur Nach­prü­fung auf.146

1bis Die Nach­prü­fung um­fasst:

a.
die Iden­ti­fi­ka­ti­on des Fahr­zeugs;
b.
die Brems­an­la­gen;
c.
die Lenk­vor­rich­tung;
d.
die Sicht­ver­hält­nis­se;
e.
die Be­leuch­tungs­ein­rich­tun­gen und die elek­tri­sche An­la­ge;
f.
die Fahr­ge­stel­le, Ach­sen, Rä­der, Rei­fen und Auf­hän­gun­gen;
g.
die üb­ri­gen Ein- und Vor­rich­tun­gen;
h.
das Emis­si­ons­ver­hal­ten.147

2 Es gel­ten fol­gen­de Prü­fungs­in­ter­val­le:

a.148
erst­mals ein Jahr nach der ers­ten In­ver­kehrs­et­zung, dann jähr­lich:
1.
Fahr­zeu­ge zum be­rufs­mäs­si­gen Per­so­nen­trans­port, aus­ge­nom­men Fahr­zeu­ge, die nach Ar­ti­kel 4 Ab­satz 1 Buch­sta­be d ARV 2149 ver­wen­det wer­den,
2.
Ge­sell­schafts­wa­gen,
3.
An­hän­ger zum Per­so­nen­trans­port,
4.
Fahr­zeu­ge zum Trans­port ge­fähr­li­cher Gü­ter, für die ge­mä­ss SDR150 ei­ne jähr­li­che Nach­prü­fung er­for­der­lich ist;
abis.151
erst­mals zwei Jah­re nach der ers­ten In­ver­kehrs­et­zung, an­sch­lies­send nach zwei Jah­ren, dann jähr­lich:
1.
Last­wa­gen mit ei­ner Höchst­ge­schwin­dig­keit von mehr als 45 km/h,
2.
Sat­tel­schlep­per mit ei­nem Ge­samt­ge­wicht über 3,50 t und ei­ner Höchst­ge­schwin­dig­keit von mehr als 45 km/h,
3.
Sachen­trans­port­an­hän­ger mit ei­nem Ge­samt­ge­wicht über 3,50 t und ei­ner zu­ge­las­se­nen Höchst­ge­schwin­dig­keit von mehr als 45 km/h;
b.152
erst­mals vier Jah­re nach der ers­ten In­ver­kehrs­et­zung, an­sch­lies­send nach drei Jah­ren, dann al­le zwei Jah­re:
1.
Klein­bus­se,
2.
Lie­fer­wa­gen,
3.
Last­wa­gen mit ei­ner Höchst­ge­schwin­dig­keit von nicht mehr als 45 km/h,
4.
Sat­tel­schlep­per mit ei­nem Ge­samt­ge­wicht bis 3,5 t oder ei­ner Höchst­ge­schwin­dig­keit von nicht mehr als 45 km/h,
5.
Wohn­mo­tor­wa­gen und Mo­tor­wa­gen mit auf­ge­bau­tem Nutz­raum;
c.153
erst­mals fünf Jah­re, je­doch spä­tes­tens sechs Jah­re nach der ers­ten In­ver­kehrs­et­zung, an­sch­lies­send nach drei Jah­ren, dann al­le zwei Jah­re:
1.
leich­te und schwe­re Per­so­nen­wa­gen,
2.
Mo­tor­rä­der,
3.
Leicht-, Klein- und drei­räd­ri­ge Mo­tor­fahr­zeu­ge,
4.154
Trans­port­an­hän­ger, ein­sch­liess­lich An­hän­ger mit auf­ge­bau­tem Nutz­raum, mit ei­nem Ge­samt­ge­wicht über 0,75 t, so­fern sie nicht un­ter Buch­sta­be a Zif­fer 3 oder 4, Buch­sta­be abis Zif­fer 3 oder Buch­sta­be e Zif­fer 5 fal­len;
d.155
erst­mals fünf Jah­re nach der ers­ten In­ver­kehrs­et­zung, an­sch­lies­send al­le drei Jah­re:
1.
ge­werb­li­che Trak­to­ren,
2.
Ar­beits­ma­schi­nen;
e.156
erst­mals fünf Jah­re nach der ers­ten In­ver­kehrs­et­zung, an­sch­lies­send al­le fünf Jah­re:
1.
Mo­tor­kar­ren,
2.
Ar­beits­kar­ren,
3.
land- und forst­wirt­schaft­li­che Fahr­zeu­ge,
4.
Mo­tor­ein­ach­ser,
5.157
An­hän­ger mit ei­nem Ge­samt­ge­wicht über 0,75 t von Fahr­zeu­gen nach den Zif­fern 1–4,
6.158
Ar­beits­an­hän­ger, aus­ge­nom­men An­hän­ger mit ei­nem Ge­samt­ge­wicht bis 0,75 t so­wie die An­hän­ger der Feu­er­wehr und des Zi­vil­schut­zes,
7.159
An­hän­ger von Schau­stel­lern und Zir­kus­sen, die im Fahr­zeu­g­aus­weis ent­spre­chend be­zeich­net sind und aus­sch­liess­lich Schau­stel­ler- und Zir­kus­ma­te­ri­al trans­por­tie­ren.

2bis Wer­den Fahr­zeu­ge nach Ab­satz 2 Buch­sta­be abis nicht nur im Bin­nen­ver­kehr ein­ge­setzt, so darf die letz­te amt­li­che Fahr­zeug­prü­fung nicht mehr als ein Jahr zu­rück­lie­gen. Die Hal­ter und Hal­te­rin­nen müs­sen selbst da­für sor­gen, dass die Fahr­zeu­ge recht­zei­tig nach­ge­prüft wer­den.160

3 Auf Be­geh­ren des Hal­ters oder der Hal­te­rin kann ein Fahr­zeug je­der­zeit nach­ge­prüft wer­den.161

4 ...162

5 Wer­den die vor­ge­schrie­be­nen Nach­prü­fun­gen bei kan­to­nal im­ma­tri­ku­lier­ten Mi­li­tär­fahr­zeu­gen durch die Ar­mee aus­ge­führt, so er­stat­tet die­se Mel­dung über den Voll­zug an die kan­to­na­le Zu­las­sungs­be­hör­de. Die kan­to­na­le Prü­fung ent­fällt.163

6 Fahr­zeu­ge von Hal­tern oder Hal­te­rin­nen, die di­plo­ma­ti­sche oder kon­su­la­ri­sche Vor­rech­te und Im­mu­ni­tä­ten ge­nies­sen, sind von der pe­ri­odi­schen Prüf­pflicht be­freit.164

7 Hin­sicht­lich der Prüf­mit­tel gilt Ar­ti­kel 29 Ab­satz 4.165

8 Die Nach­prü­fung muss nach ei­nem von den Kan­to­nen ge­mein­sam fest­ge­leg­ten Qua­li­täts­si­che­rungs­sys­tem durch­ge­führt wer­den.166

146 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Nov. 2018, in Kraft seit 1. Fe­br. 2019 (AS 2019 253).

147 Ein­ge­fügt durch Ziff. I vom 15. Ju­ni 2001, in Kraft seit 1. Ju­ni 2002 (AS 2002 1181).

148 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 1. Ju­li 2017 (AS 2016 5133).

149 SR 822.222

150 SR 741.621

151 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 1. Ju­li 2017 (AS 2016 5133).

152 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Jan. 2015, in Kraft seit 1. Fe­br. 2017 (AS 2015 465).

153 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Jan. 2015, in Kraft seit 1. Fe­br. 2017 (AS 2015 465).

154 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 1. Ju­li 2017 (AS 2016 5133).

155 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Jan. 2015, in Kraft seit 1. Fe­br. 2017 (AS 2015 465).

156 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Jan. 2015, in Kraft seit 1. Fe­br. 2017 (AS 2015 465).

157 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 1. Ju­li 2017 (AS 2016 5133).

158 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 1. Ju­li 2017 (AS 2016 5133).

159 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 21. Nov. 2018, in Kraft seit 1. Mai 2019 (AS 2019 253).

160 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 1. Ju­li 2017 (AS 2016 5133).

161 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Jan. 2015, in Kraft seit 1. April 2015 (AS 2015 465).

162 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 15. April 2015, mit Wir­kung seit 1. Ju­ni 2015 (AS 2015 1321).

163 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 3 der V vom 23. Fe­br. 2005 über die Fahr­zeu­ge des Bun­des und ih­re Füh­rer und Füh­re­rin­nen, in Kraft seit 1.März 2005 (AS 2005 1167).

164 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. Sept. 1998, in Kraft seit 1. Okt. 1998 (AS 1998 2352).

165 Ein­ge­fügt durch Ziff. I vom 15. Ju­ni 2001, in Kraft seit 1. Ju­ni 2002 (AS 2002 1181).

166 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 28. März 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2007 (AS 20072109).

Art. 33a Einhaltung der Prüfintervalle 167  

Die Kan­to­ne er­grei­fen die zur Ein­hal­tung der Prü­f­in­ter­val­le not­wen­di­gen Mass­nah­men. Sie stel­len ins­be­son­de­re die not­wen­di­gen Prüf­ka­pa­zi­tä­ten be­reit. Sie kön­nen nö­ti­gen­falls Auf­ga­ben an Drit­te über­tra­gen, wel­che für die vor­schrifts­ge­mäs­se Durch­füh­rung Ge­währ bie­ten.

167 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 21. Jan. 2015, in Kraft seit 1. Fe­br. 2017 (AS 2015 465).

Art. 34 Ausserordentliche Prüfungspflicht  

1 Die Po­li­zei mel­det der Zu­las­sungs­be­hör­de Fahr­zeu­ge, die bei Un­fäl­len star­ke Schä­den er­lit­ten ha­ben oder bei Kon­trol­len er­heb­li­che Män­gel auf­wie­sen. Die­se müs­sen nach­ge­prüft wer­den. Die Nach­prü­fung muss im Stand­ort­kan­ton durch­ge­führt wer­den.168

2 Der Hal­ter oder die Hal­te­rin hat der Zu­las­sungs­be­hör­de Än­de­run­gen an den Fahr­zeu­gen zu mel­den. Ge­än­der­te Fahr­zeu­ge sind vor der Wei­ter­ver­wen­dung nach­zu­prü­fen. Na­ment­lich be­trifft dies:169

a.
Än­de­run­gen der Fahr­zeu­gein­tei­lung;
b.
Än­de­run­gen der Ab­mes­sun­gen, des Achs­ab­stands, der Spur­wei­te, der Ge­wich­te;
c.
Ein­grif­fe, die die Ab­gas- oder Ge­räusche­mis­sio­nen ver­än­dern. Hier­bei ist nach­zu­wei­sen, dass die bei der ers­ten In­ver­kehrs­et­zung gül­ti­gen Vor­schrif­ten über Ab­gase und Ge­räusche ein­ge­hal­ten sind;
d.
nicht für den Fahr­zeug­typ ge­neh­mig­te Aus­puff­an­la­gen;
e.
Än­de­run­gen an der Kraft­über­tra­gung (Ge­trie­be- und Achs­über­set­zung);
f.
nicht für den Fahr­zeug­typ ge­neh­mig­te Rä­der;
g.
Än­de­run­gen der Lenk­an­la­ge, der Brems­an­la­ge;
h.170
das An­brin­gen ei­ner An­hän­ger­kupp­lung (Art. 91 Abs. 1);
i.171
das Aus­ser­be­trieb­set­zen von Rück­hal­te­sys­te­men oder Tei­len da­von (z. B. Air­bag, Gurt­straf­fer), so­weit dies nicht vom Her­stel­ler oder von der Hers­tel­le­rin vor­ge­se­hen ist, vom Füh­rer oder von der Füh­re­rin selbst vor­ge­nom­men wer­den kann und je­weils an­ge­zeigt wird;
j.172
das Nichtin­stand­set­zen von de­fek­ten oder nicht be­triebs­fä­hi­gen Rück­hal­te­sys­te­men oder Tei­len da­von (z.B. Air­bag, Gurt­straf­fer);
k.173
al­le wei­te­ren we­sent­li­chen Än­de­run­gen.

2bis Von der Mel­de- und Prüf­pflicht aus­ge­nom­men sind Fahr­zeu­ge, die vor­über­ge­hend ei­ne Aus­rüs­tung nach den Ar­ti­keln 27 Ab­satz 2, 28 und 28a oh­ne Über­schrei­tung der zu­läs­si­gen Ab­mes­sun­gen auf­wei­sen, so­wie das Aus­wech­seln von Wech­se­lauf­bau­ten.174

3 Der Hal­ter oder die Hal­te­rin hat der Zu­las­sungs­be­hör­de wei­te­re im Fahr­zeu­g­aus­weis ein­zu­tra­gen­de neue Tat­sa­chen zu mel­den.

4 Fahr­zeu­ge sind auch nach­zu­prü­fen, wenn sie nach Ar­ti­kel 92 Ab­satz 1 an das Ge­bre­chen ei­ner kör­per­lich be­hin­der­ten Per­son an­ge­passt wer­den.175

5 ...176

5bis ...177

6 Die Zu­las­sungs­be­hör­den kön­nen die Prü­fung für das An­brin­gen von für den Fahr­zeug­typ ge­neh­mig­ten An­hän­ger­kupp­lun­gen an Per­so­nen- und Lie­fer­wa­gen oh­ne durch­ge­hen­de Brems­an­la­ge an zur Selbst­ab­nah­me be­rech­tig­te Per­so­nen (Art. 32) de­le­gie­ren. Die­se Er­mäch­ti­gung kann sich auf Fahr­zeu­ge er­stre­cken, die über ei­ne schwei­ze­ri­sche Ty­pen­ge­neh­mi­gung, ein Da­ten­blatt oder ei­ne Über­ein­stim­mungs­be­schei­ni­gung nach der Richt­li­nie 2007/46/EG ver­fü­gen.178

168 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Nov. 2018, in Kraft seit 1. Fe­br. 2019 (AS 2019 253).

169 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 6. Sept. 2000, in Kraft seit 15. Okt. 2000 (AS 2000 2433).

170 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. März 2012, in Kraft seit 1. Mai 2012 (AS 2012 1825).

171 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 6. Sept. 2000, in Kraft seit 15. Okt. 2000 (AS 2000 2433).

172 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 6. Sept. 2000, in Kraft seit 15. Okt. 2000 (AS 2000 2433).

173 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 6. Sept. 2000, in Kraft seit 15. Okt. 2000 (AS 2000 2433).

174 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 6. Sept. 2000 (AS 2000 2433). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. März 2012, in Kraft seit 1. Mai 2012 (AS 2012 1825).

175 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. März 2012, in Kraft seit 1. Mai 2012 (AS 2012 1825).

176 Ein­ge­fügt durch Ziff. I vom 15. Ju­ni 2001 (AS 2002 1181). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 21. Nov. 2018, mit Wir­kung seit 1. Fe­br. 2019 (AS 2019 253).

177 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016 (AS 2016 5133). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 21. Nov. 2018, mit Wir­kung seit 1. Fe­br. 2019 (AS 2019 253).

178 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 2. März 2012, in Kraft seit 1. Mai 2012 (AS 2012 1825).

Art. 34a Delegation der Nachprüfungen 179  

Die Zu­las­sungs­be­hör­de kann die Nach­prü­fun­gen an Be­trie­be oder Or­ga­ni­sa­tio­nen de­le­gie­ren, die für die ein­wand­freie Durch­füh­rung Ge­währ bie­ten. Aus­ge­nom­men sind Nach­prü­fun­gen auf­grund von Mel­dun­gen der Po­li­zei (Art. 34 Abs. 1).

179 Ein­ge­fügt durch ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Nov. 2018, in Kraft seit 1. Fe­br. 2019 (AS 2019 253).

2a. Kapitel: Gemeinsame Bestimmungen für Zulassungs- und Nachprüfungen180

180 Eingefügt durch gemäss Ziff. I der V vom 21. Nov. 2018, in Kraft seit 1. Febr. 2019 (AS 2019 253).

Art. 34b  

1 Zu­las­sungs- und Nach­prü­fun­gen müs­sen von Ver­kehrs­ex­per­ten und Ver­kehrs­ex­per­tin­nen durch­ge­führt wer­den. Aus­ge­nom­men sind Zu­las­sungs­prü­fun­gen nach Ar­ti­kel 30 Ab­satz 1 und Selbst­ab­nah­men (Art. 32).

2 Die Zu­las­sungs­prü­fun­gen und die Nach­prü­fun­gen wer­den un­ter den Zu­las­sungs­be­hör­den an­er­kannt. Eben­so an­er­kannt wer­den de­le­gier­te Prü­fun­gen von Per­so­nen, die nach­wei­sen, dass sie vom Stand­ort­kan­ton zur Selbst­ab­nah­me er­mäch­tigt sind (Art. 32).

3 Kann die Zu­las­sungs­be­hör­de be­stimm­te tech­ni­sche Über­prü­fun­gen nicht sel­ber durch­füh­ren, so kann sie da­für ei­ne Prü­fung durch ei­ne Prüf­stel­le nach An­hang 2 TGV181 ver­lan­gen.

4 Die Zu­las­sungs­be­hör­de kann für die ihr ein­zu­rei­chen­den Un­ter­la­gen, die nicht in deut­scher, fran­zö­si­scher, ita­lie­ni­scher oder eng­li­scher Spra­che ab­ge­fasst sind, ei­ne be­glau­big­te Über­set­zung ver­lan­gen.

5 Es sind ge­eig­ne­te, marktüb­li­che Prüf­mit­tel zu ver­wen­den. Sie sind re­gel­mäs­sig zu ei­chen; zu­stän­dig ist das ME­TAS. Ist kei­ne Ei­chung mög­lich, so müs­sen die Prüf­mit­tel nach ei­ner mass­ge­ben­den Norm her­ge­stellt sein und die Mess­re­sul­ta­te ge­mä­ss die­ser Norm aus­wei­sen. In die­sem Fall sind sie min­des­tens ein­mal im Jahr nach den Her­stel­ler­an­ga­ben durch die Prüf­stel­le oder durch Drit­te zu war­ten.

6 An­hän­ger wer­den an ge­eig­ne­ten Zug­fahr­zeu­gen ge­prüft.

3. Kapitel: Abgaswartung und -Nachkontrolle

Art. 35 Abgaswartung  

1 Die Ab­gas­war­tung bei Mo­tor­wa­gen mit Fremd­zün­dungs­mo­tor (Art. 59a Abs. 1 VRV) um­fasst:

a.
die Kon­trol­le der für die Ab­gas­e­mis­sio­nen mass­ge­bli­chen Fahr­zeug­tei­le und ih­rer Ein­stel­lung nach den An­ga­ben des Her­stel­lers oder der Her­stel­le­rin;
b.
wenn not­wen­dig, die Ein­stel­lung, die In­stand­stel­lung oder den Er­satz der mass­ge­bli­chen Tei­le;
c.
ei­ne Mes­sung des Ge­halts an Koh­len­mon­oxid (CO), Koh­len­was­ser­stof­fen (HC) und Koh­len­di­oxid (CO2) im Ab­gas bei Leer­lauf­dreh­zahl, bei Fahr­zeu­gen mit ei­nem ge­re­gel­ten Drei­weg-Ka­ta­ly­sa­tor zu­sätz­lich ei­ne Mes­sung des Ge­hal­tes an CO und HC im Ab­gas bei er­höh­ter Dreh­zahl, je­weils er­mit­telt bei un­be­las­te­tem Mo­tor nach den Soll­wer­ten und Mess­be­din­gun­gen des Her­stel­lers oder der Her­stel­le­rin mit ei­nem für amt­li­che Kon­trol­len zu­ge­las­se­nen Mess­ge­rät.182

2 Die Ab­gas­war­tung bei Mo­tor­wa­gen mit Selbst­zün­dungs­mo­tor (Art. 59a Abs. 1 VRV) um­fasst:

a.
die Kon­trol­le der für die Ab­gas- und Rau­che­mis­sio­nen mass­ge­bli­chen Fahr­zeug­tei­le und ih­rer Ein­stel­lung nach den An­ga­ben des Her­stel­lers oder der Her­stel­le­rin so­wie der im Ab­gas-War­tungs­do­ku­ment auf­ge­führ­ten Plom­ben und Ver­sie­ge­lun­gen;
b.
wenn not­wen­dig, die Ein­stel­lung, die In­stand­stel­lung oder den Er­satz der mass­ge­bli­chen Tei­le;
c.183
ei­ne Mes­sung der Rau­che­mis­sio­nen bei frei­er Be­schleu­ni­gung mit ei­nem für amt­li­che Kon­trol­len zu­ge­las­se­nen Mess­ge­rät oder ei­ne Mes­sung der Par­ti­ke­lan­zahl nach den An­for­de­run­gen der LRV184 über die Ab­gas­war­tung von Bau­ma­schi­nen so­wie von nicht für den Stras­sen­ver­kehr be­stimm­ten Ma­schi­nen und Ge­rä­ten mit Ver­bren­nungs­mo­tor.185

3 Per­so­nen und Be­trie­be auf dem Ge­biet der Schwei­ze­ri­schen Eid­ge­nos­sen­schaft oder dem schwei­ze­ri­schen Zoll­ge­biet dür­fen die Ab­gas­war­tung aus­füh­ren, wenn sie über die für die fach­ge­rech­te Ab­gas­war­tung not­wen­di­gen Kennt­nis­se, Werk­statt­un­ter­la­gen, Werk­zeu­ge und Ein­rich­tun­gen so­wie über vom Eid­ge­nös­si­schen Jus­tiz- und Po­li­zei­de­par­te­ment186 zu­ge­las­se­ne Ab­gas- oder Rauch­mess­ge­rä­te ver­fü­gen.

4 Un­ter­steht ein Fahr­zeug der Ab­gas­war­tung (Art. 59a VRV), so muss der Her­stel­ler oder die Her­stel­le­rin, der In­ha­ber oder die In­ha­be­rin der schwei­ze­ri­schen Ty­pen­ge­neh­mi­gung be­zie­hungs­wei­se des Da­ten­blat­tes oder der Mar­ken­ver­tre­ter oder die Mar­ken­ver­tre­te­rin dem Hal­ter oder der Hal­te­rin vor der ers­ten In­ver­kehrs­et­zung ein Ab­gas-War­tungs­do­ku­ment ab­ge­ben. Dar­in müs­sen die Ein­stell­da­ten, Mess­be­din­gun­gen und Soll­wer­te ein­ge­tra­gen sein, die ge­mä­ss den An­ga­ben des Her­stel­lers oder der Her­stel­le­rin das ein­wand­freie Funk­tio­nie­ren der ab­gas­re­le­van­ten Bau­tei­le ge­währ­leis­ten. Bei Fahr­zeu­gen mit Selbst­zün­dungs­mo­tor müs­sen zu­dem die vor­han­de­nen Plom­ben und Ver­sie­ge­lun­gen an ab­gas­re­le­van­ten Bau­tei­len oder Ein­stell­vor­rich­tun­gen ver­merkt sein.187

5 Nach je­der durch­ge­führ­ten Ab­gas­war­tung muss die Per­son, wel­che die War­tung durch­ge­führt hat, oder ei­ne ver­ant­wort­li­che Per­son des ent­spre­chen­den Be­trie­bes dies im Ab­gas­war­tungs­do­ku­ment durch einen Ein­trag be­stä­ti­gen. Sie hat dem Hal­ter oder der Hal­te­rin einen Auf­kle­ber ab­zu­ge­ben, der auf die Fäl­lig­keit der nächs­ten Ab­gas­war­tung hin­weist.188

182 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 30. Nov. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 7089).

183 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Nov. 2018, in Kraft seit 1. Fe­br. 2019 (AS 2019 253).

184 SR 814.318.142.1

185 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 30. Nov. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 7089).

186 Die Be­zeich­nung der Ver­wal­tungs­ein­heit wur­de in An­wen­dung von Art. 16 Abs. 3 der Pu­bli­ka­ti­ons­ver­ord­nung vom 17. Nov. 2004 (AS 2004 4937) an­ge­passt.

187 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 30. Nov. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 7089).

188 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 30. Nov. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 7089).

Art. 36 Abgas-Nachkontrollen  

1 Die Zu­las­sungs­be­hör­de führt an­läss­lich der amt­li­chen Nach­prü­fun­gen Ab­gas-Nach­kon­trol­len durch.189

2 Die Ab­gas-Nach­kon­trol­len sind nach den Kon­troll­da­ten, Mess­be­din­gun­gen und Soll­wer­ten im Ab­gas-War­tungs­do­ku­ment vor­zu­neh­men. Bei Fahr­zeu­gen mit an­er­kann­tem On-Board-Dia­gno­se­sys­tem sind die Funk­ti­on der Fehl­funk­ti­ons­an­zei­ge und ge­ge­be­nen­falls der In­halt des Feh­ler­spei­chers zu über­prü­fen.190

3 Ei­ne er­neu­te War­tung oder Nach­kon­trol­le wird an­ge­ord­net, wenn:

a.
die War­tung nicht oder nicht vor­schrifts­ge­mä­ss durch­ge­führt wur­de;
b.
De­fek­te, Män­gel oder Falschein­stel­lun­gen der ab­gas­re­le­van­ten Aus­rüs­tung vor­lie­gen;
c.
die Soll­wer­te nicht ein­ge­hal­ten sind.

189 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 30. Nov. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 7089).

190 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 30. Nov. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 7089).

3. Teil: Technische Anforderungen

1. Titel: Definitionen und allgemeine Anforderungen

1. Kapitel: Grundsatz und Geltungsbereich191

191 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

Art. 36a Grundsatz  

1 Fahr­zeu­ge müs­sen den tech­ni­schen An­for­de­run­gen nach die­sem Teil oder den tech­ni­schen An­for­de­run­gen nach der TAFV 1192, der TAFV 2193 oder der TAFV 3194 ent­spre­chen.

2 Fahr­zeu­ge mit EU-Ge­samt­ge­neh­mi­gung oder mit ent­spre­chen­der Kon­for­mi­täts­er­klä­rung des Her­stel­lers oder der Her­stel­le­rin so­wie Fahr­zeu­ge, die den tech­ni­schen An­for­de­run­gen nach der TAFV 1, der TAFV 2 oder der TAFV 3 ent­spre­chen, müs­sen zu­sätz­lich den Ar­ti­keln 45, 66 Ab­satz 1bis, 68 Ab­sät­ze 1 und 4, 69 Ab­satz 2bis, 90, 100–102, 114, 117 Ab­satz 2, 123 Ab­satz 4 so­wie 195 Ab­sät­ze 3 und 5 der vor­lie­gen­den Ver­ord­nung ent­spre­chen.

3 Fahr­zeu­ge zum Trans­port ge­fähr­li­cher Gü­ter müs­sen zu­sätz­lich den tech­ni­schen An­for­de­run­gen der SDR195 ent­spre­chen.

4 Aus­län­di­sche Fahr­zeu­ge müs­sen den tech­ni­schen An­for­de­run­gen nach die­sem Teil ent­spre­chen, so­weit er nicht stren­ge­re An­for­de­run­gen auf­stellt als die in­ter­na­tio­na­len Ver­ein­ba­run­gen oder das Recht des Im­ma­tri­ku­la­ti­ons­lan­des.

5 Fahr­zeu­ge von Hal­tern oder Hal­te­rin­nen, die di­plo­ma­ti­sche oder kon­su­la­ri­sche Vor­rech­te und Im­mu­ni­tä­ten ge­nies­sen, müs­sen le­dig­lich die tech­ni­schen An­for­de­run­gen von An­hang 5 des Über­ein­kom­mens vom 8. No­vem­ber 1968196 über den Stras­sen­ver­kehr er­fül­len.

Art. 37 Geltungsbereich  

Die Vor­schrif­ten die­ses Ti­tels gel­ten für al­le Fahr­zeu­gar­ten. Vor­be­hal­ten blei­ben zu­sätz­li­che oder ab­wei­chen­de Be­stim­mun­gen für die je­wei­li­ge Fahr­zeu­gart.

1a. Kapitel: Abmessungen, Gewichte, Kennzeichnung 197

197 Eingefügt durch Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

Art. 38 Abmessungen  

1 Die Fahr­zeuglän­ge ist zu mes­sen über die äus­sers­ten fest mit dem Fahr­zeug ver­bun­de­nen Tei­le, je­doch oh­ne:198

a.
Wi­scher- und Wa­schein­rich­tun­gen;
b.
vor­de­re und hin­te­re Kon­troll­schil­der;
c.
Schutz- und Be­fes­ti­gungs­vor­rich­tun­gen für Zoll­plom­ben;
d.
Ein­rich­tun­gen zur Si­che­rung der Fahr­zeug­bla­chen und da­zu­ge­hö­ren­de Schutz­vor­rich­tun­gen;
e.
Be­leuch­tungs­vor­rich­tun­gen;
f.199
Spie­gel und an­de­re Sys­te­me für in­di­rek­te Sicht so­wie de­ren Hal­te­run­gen, Pro­fi­l­an­zei­ger;
g.200
Sicht­hil­fen und Or­tungs­ein­rich­tun­gen ein­sch­liess­lich Ra­dar­ge­rä­ten;
h.201
Front­schutz­sys­te­me an Fahr­zeu­gen der Klas­sen M1undN1, so­fern sie der Ver­ord­nung (EG) Nr. 78/2009 ent­spre­chen;
i.
Längs­an­schlä­ge für Wech­se­lauf­bau­ten;
k.202
Tritt­stu­fen und Hand­grif­fe;
l.203
elas­ti­sche An­fahr­dämp­fer oder ver­gleich­ba­re Vor­rich­tun­gen, ein­sch­liess­lich ih­rer Be­fes­ti­gungs­tei­le;
m.204
He­be­büh­nen, Be­la­de­ram­pen und ver­gleich­ba­re Ein­rich­tun­gen in Fahr­stel­lung bis höchs­tens 0,30 m, so­fern die La­de­ka­pa­zi­tät nicht er­höht wird;
n.205
Ver­bin­dungs­ein­rich­tun­gen an Mo­tor­fahr­zeu­gen und ab­nehm­ba­re Ver­bin­dungs­ein­rich­tun­gen an der Hin­ter­sei­te ei­nes An­hän­gers;
o.206
Stütz­vor­rich­tun­gen an Fahr­zeu­gen zum Trans­port von mehr­spu­ri­gen Mo­tor­fahr­zeu­gen (Art. 65 Abs. 3 VRV), wenn die­se Stütz­vor­rich­tun­gen ver­schieb­bar sind;
p.207
Strom­ab­neh­mer von Elek­tro­fahr­zeu­gen im Li­ni­en­ver­kehr;
q.208
aus­sen am Fahr­zeug an­ge­brach­te Son­nen­blen­den.209
r.210
ein­klapp­ba­re Fahr­rad­t­rä­ger;
s.211
ein­klapp­ba­re Ein­rich­tun­gen zur Ver­rin­ge­rung des Luft­wi­der­stands an Fahr­zeu­gen der Klas­sen M2, M3, N2, N3, O3 und O4, so­fern sie:
1.
hin­ten höchs­tens 500 mm über das Fahr­zeug hin­aus­ra­gen,
2.
die La­de­flä­che nicht ver­grös­sern, und
3.
bei ste­hen­dem Fahr­zeug voll­stän­dig ein­zieh­bar sind und die Mög­lich­keit, das Fahr­zeug für den un­be­glei­te­ten kom­bi­nier­ten Ver­kehr (Art. 67 Abs. 1bis VRV212) zu ver­wen­den, nicht be­ein­träch­ti­gen;
t.213
ein­zieh­ba­re La­de­stüt­zen in aus­ge­fah­re­ner Stel­lung zum aus­sch­liess­li­chen Trans­port ei­nes Mit­nah­me­stap­lers am Heck von Last­wa­gen und An­hän­gern.214

1bis Die Fahr­zeug­brei­te ist zu mes­sen über die äus­sers­ten fest mit dem Fahr­zeug ver­bun­de­nen Tei­le, je­doch oh­ne:215

a.
Schutz- und Be­fes­ti­gungs­vor­rich­tun­gen für Zoll­plom­ben;
b.216
Ein­rich­tun­gen zur Si­che­rung der Fahr­zeug­bla­chen und da­zu­ge­hö­ren­de Schutz­vor­rich­tun­gen in ei­ner Hö­he:
1.
bis 2,00 m über dem Bo­den, so­fern sie höchs­tens 20 mm je Sei­te über­ste­hen,
2.
von mehr als 2,00 m bis 2,50 m über dem Bo­den, so­fern sie höchs­tens 50 mm je Sei­te über­ste­hen,
3.
von mehr als 2,50 m über dem Bo­den, so­fern sie höchs­tens 150 mm je Sei­te über­ste­hen;
c.217
Rei­fen­druck- und Rei­fen­scha­dens­an­zei­ger, so­fern sie für bei­de Sei­ten zu­sam­men ins­ge­samt höchs­tens 100 mm über­ste­hen;
d.
bieg­sa­me Ko­tschutz­lap­pen oder Spritz­schutz­vor­rich­tun­gen;
e.
Be­leuch­tungs­vor­rich­tun­gen;
f.218
He­be­büh­nen, Be­la­de­ram­pen und ver­gleich­ba­re Ein­rich­tun­gen an Fahr­zeu­gen der Klas­sen M2,M3,N2, N3 und O, so­fern sie in nicht ent­fal­te­tem Zu­stand höchs­tens 10 mm pro Sei­te über­ste­hen;
g.219
Spie­gel und an­de­re Sys­te­me für in­di­rek­te Sicht so­wie de­ren Hal­te­run­gen, Sicht­hil­fen, Pro­fi­l­an­zei­ger;
h.
ein­zieh­ba­re oder aus­klapp­ba­re Tritt­stu­fen;
i.
Rei­fenab­plat­tun­gen;
k.
Schnee­ket­ten;
l.220
an Fahr­zeug­bla­chen seit­lich an­ge­brach­te Luft­sta­bi­li­sa­to­ren aus wei­chem Ma­te­ri­al mit ei­nem Quer­schnitt von höchs­tens 50 mm × 50 mm;
m.221
ein­zieh­ba­re Spur­füh­rungs­ein­rich­tun­gen (in aus­ge­fah­re­ner Stel­lung) von Ge­sell­schafts­wa­gen (ein­sch­liess­lich Ge­lenk- und Trol­ley­bus­sen), die in Spur­bus­sys­te­men ver­wen­det wer­den.222
n.223
Sicht­hil­fen und Or­tungs­ein­rich­tun­gen ein­sch­liess­lich Ra­dar­ge­rä­ten an Fahr­zeu­gen der Klas­sen M2,M3,N2, N3 und O, so­fern sie für bei­de Sei­ten zu­sam­men ins­ge­samt höchs­tens 100 mm über­ste­hen;
o.224
ein­klapp­ba­re Ein­rich­tun­gen zur Ver­rin­ge­rung des Luft­wi­der­stands an Fahr­zeu­gen der Klas­sen N und O, so­fern sie:
1.
an den bei­den Sei­ten des Fahr­zeugs höchs­tens 50 mm über das Fahr­zeug hin­aus­ra­gen,
2.
die La­de­ka­pa­zi­tät nicht ver­grös­sern,
3.
bei ste­hen­dem Fahr­zeug voll­stän­dig ein­zieh­bar sind und die Mög­lich­keit, das Fahr­zeug für den un­be­glei­te­ten kom­bi­nier­ten Ver­kehr (Art. 67 Abs. 1bis VRV) zu ver­wen­den, nicht be­ein­träch­ti­gen, und
4.
in be­triebs­be­rei­tem Zu­stand die Fahr­zeug­brei­te nicht auf über 2,65 m ver­grös­sern;
p.225
Si­cher­heits­ge­län­der an Fahr­zeu­gen zum Trans­port von min­des­tens zwei mehr­spu­ri­gen Fahr­zeu­gen, so­fern die­se Ge­län­der:
1.
min­des­tens 2,00 m und höchs­tens 3,70 m über dem Bo­den sind,
2.
höchs­tens 50 mm über die Fahr­zeug­sei­te hin­aus­ra­gen, und
3.
die Fahr­zeug­brei­te nicht auf über 2,65 m ver­grös­sern.226

1ter Die Fahr­zeug­hö­he ist im fahr­be­rei­ten Zu­stand, bei Fahr­zeu­gen mit Fahr­werk­ni­veau­re­gu­lie­rung in nor­ma­ler Fahr­stel­lung zu mes­sen. Sie ist über die äus­sers­ten fest mit dem Fahr­zeug ver­bun­de­nen Tei­le zu mes­sen, je­doch oh­ne:227

a.228
Rund­funk- und Fun­kna­vi­ga­ti­ons­an­ten­nen;
b.
Strom­ab­neh­mer in ge­ho­be­ner Stel­lung für Fahr­zeu­ge im Li­ni­en­ver­kehr.229

2 Die Län­ge der An­hän­ger schliesst die aus­ge­zo­ge­ne Zug­vor­rich­tung (Deich­sel) in waag­rech­ter Stel­lung ein.230

3 Nach vor­ne dür­fen Fahr­zeug­tei­le oder Ar­beits­ge­rä­te höchs­tens 3,00 m vor die Mit­te der Lenk­vor­rich­tung rei­chen.

4 Die Län­ge, Brei­te und Hö­he bei Fahr­zeu­gen mit Wech­se­lauf­bau­ten schliesst die Vor­rich­tun­gen für die Auf­nah­me der Auf­bau­ten so­wie den Auf­bau sel­ber ein.231

198 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

199 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 10. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Okt. 2005 (AS 2005 4111).

200 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

201 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

202 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 10. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Okt. 2005 (AS 2005 4111).

203 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

204 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 10. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Okt. 2005 (AS 2005 4111).

205 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

206 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 21. Aug. 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3218).

207 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 10. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Okt. 2005 (AS 2005 4111).

208 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 10. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Okt. 2005 (AS 2005 4111).

209 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. Sept. 1998, in Kraft seit 1. Okt. 1998 (AS 1998 2352).

210 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

211 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

212 SR 741.11

213 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

214 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. Sept. 1998, in Kraft seit 1. Okt. 1998 (AS 1998 2352).

215 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

216 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

217 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

218 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

219 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 10. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Okt. 2005 (AS 2005 4111).

220 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

221 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 10. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Okt. 2005 (AS 2005 4111).

222 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 2. Sept. 1998, in Kraft seit 1. Okt. 1998 (AS 1998 2352).

223 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

224 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

225 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

226 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 2. Sept. 1998, in Kraft seit 1. Okt. 1998 (AS 1998 2352).

227 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

228 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

229 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 10. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Okt. 2005 (AS 2005 4111).

230 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 14. Okt. 2009, in Kraft seit 1. April 2010 (AS 2009 5705).

231 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 28. März 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2007 (AS 20072109).

Art. 39 Gewichte  

1 Für Fahr­zeu­ge der Klas­sen M2, M3, N2, N3, O3 und O4 sind die in den fol­gen­den Re­ge­lun­gen fest­ge­leg­ten Ab­mes­sun­gen und Ge­wich­te als tech­ni­sche Pa­ra­me­ter mass­ge­bend, auch wenn sie von den schwei­ze­ri­schen Vor­schrif­ten ab­wei­chen:232

a.
Richt­li­nie Nr. 96/53 des Ra­tes vom 25. Ju­li 1996 zur Fest­le­gung der höchst­zu­läs­si­gen Ab­mes­sun­gen für be­stimm­te Stras­sen­fahr­zeu­ge im in­ner­staat­­li­chen und grenz­über­schrei­ten­den Ver­kehr in der Ge­mein­schaft so­wie zur Fest­le­gung der höchst­zu­läs­si­gen Ge­wich­te im grenz­über­schrei­ten­den Ver­kehr;
b.233
Ver­ord­nung (EU) Nr. 1230/2012.234

2 Beim lee­ren, nur mit dem Fahr­zeug­füh­rer oder der -füh­re­rin be­setz­ten Fahr­zeug müs­sen auf ebe­ner Stras­se die Lenkach­sen min­des­tens 20 Pro­zent des Be­triebs­ge­wichts tra­gen.

3 Beim lee­ren, nur mit dem Fahr­zeug­füh­rer oder der -füh­re­rin be­setz­ten Fahr­zeug darf das Ad­hä­si­ons­ge­wicht nicht we­ni­ger als 25 Pro­zent des Be­triebs­ge­wichts des Fahr­zeu­ges oder der Fahr­zeug­kom­bi­na­ti­on be­tra­gen.

232 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

233 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

234 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. Sept. 1998, in Kraft seit 1. Okt. 1998 (AS 1998 2352).

Art. 40 Kreisfahrt und Ausschwenkmass 235  

1 Mo­tor­fahr­zeu­ge und Fahr­zeug­kom­bi­na­tio­nen müs­sen sich leer und be­la­den in ei­ner Kreis­ring­flä­che mit ei­nem äus­se­ren Durch­mes­ser von 25,00 m und ei­nem in­ne­ren Durch­mes­ser von 10,60 m be­we­gen kön­nen, oh­ne dass die Pro­jek­ti­on ei­nes Fahr­zeug­teils – aus­ge­nom­men der Rück­spie­gel und der vor­de­ren Rich­tungs­blin­ker – auf der Fahr­bahn aus­ser­halb der Kreis­ring­flä­che zu lie­gen kommt.

2 Von Ab­satz 1 aus­ge­nom­men sind land- und forst­wirt­schaft­li­che Mo­tor­fahr­zeu­ge und land- und forst­wirt­schaft­li­che Fahr­zeug­kom­bi­na­tio­nen.

3 Be­züg­lich Aus­schwenk­mass gel­ten für Fahr­zeu­ge der Klas­sen N, M2 und M3 die An­for­de­run­gen von An­hang I der Ver­ord­nung (EU) Nr. 1230/2012.236

235 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 10. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Okt. 2005 (AS 2005 4111).

236 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 16. Okt. 2002 (AS 2002 3567). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

Art. 41 Hersteller und Herstellerinnen, Gewichtsgarantien 237  

1 «Her­stel­ler» und «Her­stel­le­rin­nen» sind die Per­so­nen oder Stel­len, die das Kon­zept des Fahr­zeugs, des Sys­tems oder des Fahr­zeug­teils ent­wer­fen und ge­gen­über der Ty­pen­ge­neh­mi­gungs- be­zie­hungs­wei­se der Zu­las­sungs­stel­le für al­le Be­lan­ge des Ty­pen­ge­neh­mi­gungs- be­zie­hungs­wei­se Zu­las­sungs­ver­fah­rens so­wie für die Si­cher­stel­lung der Über­ein­stim­mung der Pro­duk­ti­on ver­ant­wort­lich sind. Es ist nicht von Be­deu­tung, ob sie di­rekt an al­len Her­stel­lungs­pha­sen des Fahr­zeugs, Sys­tems oder Fahr­zeug­teils be­tei­ligt sind, das Ge­gen­stand des Ty­pen­ge­neh­mi­gungs- be­zie­hungs­wei­se des Zu­las­sungs­ver­fah­rens ist.238

2 Der Her­stel­ler oder die Her­stel­le­rin hat ei­ne Ga­ran­tie über das tech­nisch zu­läs­si­ge Höchst­ge­wicht, über die tech­nisch zu­läs­si­ge An­hän­ge­last und bei Mo­tor­wa­gen und ih­ren An­hän­gern über die Trag­kraft der ein­zel­nen Ach­sen ab­zu­ge­ben.239

2bis Ei­ne Ga­ran­tie­er­klä­rung nach Ab­satz 2 wird an­er­kannt, wenn:

a.240
der Her­stel­ler oder die Her­stel­le­rin über die für die Durch­füh­rung der Prü­fung not­wen­di­ge In­fra­struk­tur ver­fügt oder die Prü­fung von ei­ner Prüf­stel­le durch­füh­ren lässt, wel­che die An­for­de­run­gen der har­mo­ni­sier­ten Nor­men über den Be­trieb von Prüfla­bo­ra­to­ri­en (EN ISO/IEC 17025)241 er­füllt oder von der zu­stän­di­gen Be­hör­de des je­wei­li­gen Lan­des be­voll­mäch­tigt ist;
b.
der Her­stel­ler oder die Her­stel­le­rin ei­ne sys­te­ma­ti­sche in­ner­be­trieb­li­che Qua­li­täts­kon­trol­le durch­führt (z. B. mit ISO 9001 bzw. EN 29001 Zer­ti­fi­zie­rung); und
c.
das ASTRA und die Zu­las­sungs­be­hör­de auf die Prü­fungs- und Be­rech­nungs­un­ter­la­gen so­wie ‑er­geb­nis­se Zu­griff hat.242

2ter Bei Fahr­zeu­gen mit ge­rin­gem Ge­wicht oder be­schränk­ter Höchst­ge­schwin­dig­keit müs­sen die Vor­aus­set­zun­gen nach Ab­satz 2bis nicht er­füllt sein, wenn ein aus­ge­wie­se­ner Fach­be­trieb die Ga­ran­tie­er­klä­rung aus­stellt.243

3 Das Ga­ran­tie­ge­wicht muss für al­le Fahr­zeu­ge glei­cher Ver­si­on ei­ner Va­ri­an­te des Typs gleich gross sein. Für die Be­grif­fe Ver­si­on, Va­ri­an­te und Typ gel­ten die De­fi­ni­tio­nen von An­hang II Buch­sta­be B der Richt­li­nie 2007/46/EG. Für Mo­tor­rä­der, Leicht-, Klein- und drei­räd­ri­ge Mo­tor­fahr­zeu­ge gel­ten die De­fi­ni­tio­nen nach Ar­ti­kel 3 der Ver­ord­nung (EU) Nr. 168/2013. Zu­läs­sig sind Än­de­run­gen des Ga­ran­tie­ge­wich­tes durch den Fahr­zeugher­stel­ler oder die -her­stel­le­rin im Zu­sam­men­hang mit ei­nem Mo­dell­wech­sel.244

4 Er­weckt ei­ne Ga­ran­tie Zwei­fel, so kann das ASTRA oder bei Fahr­zeu­gen, die von der Ty­pen­ge­neh­mi­gungs­pflicht be­freit sind, die Zu­las­sungs­be­hör­de ei­ne Un­ter­su­chung durch ei­ne vom ASTRA an­er­kann­te Prüf­stel­le ver­lan­gen. Ga­ran­ti­en, die of­fen­sicht­lich zu tief an­ge­setzt sind, wer­den zu­rück­ge­wie­sen. Die Ga­ran­tie wird eben­falls zu­rück­ge­wie­sen, wenn der Her­stel­ler oder die Her­stel­le­rin sie für die Schweiz er­heb­lich tiefer an­setzt als im Aus­land.245

5 Liegt für ein um­ge­bau­tes Fahr­zeug kei­ne Ga­ran­tie nach Ab­satz 2 vor, so kann der Um­bau­er die­se ab­ge­ben, wenn ein Be­richt ei­ner vom ASTRA an­er­kann­ten Prüf­stel­le die Be­triebs- und Ver­kehrs­si­cher­heit be­stä­tigt.246

237 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 14. Okt. 2009, in Kraft seit 1. April 2010 (AS 2009 5705).

238 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 14. Okt. 2009, in Kraft seit 1. April 2010 (AS 2009 5705).

239 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 10. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Okt. 2005 (AS 2005 4111).

240 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. März 2012, in Kraft seit 1. Mai 2012 (AS 2012 1825).

241 Die Tex­te die­ser Nor­men kön­nen kos­ten­los ein­ge­se­hen und ge­gen Be­zah­lung be­zo­gen wer­den bei der Schwei­ze­ri­schen Nor­men-Ver­ei­ni­gung (SNV), Sul­zer­al­lee 70, 8404Win­ter­thur; www.snv.ch.

242 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 2. Sept. 1998, in Kraft seit 1. Okt. 1998 (AS 1998 2352).

243 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 2. März 2012, in Kraft seit 1. Mai 2012 (AS 2012 1825).

244 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

245 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

246 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

Art. 42 Änderung des Garantiegewichts, Gewichte im Ausland 247  

1 Die Her­auf­set­zung des Ga­ran­tie­ge­wichts, der An­hän­ge­last, des Ge­samt­zugs­ge­wichts oder der Trag­kraft der Ach­sen er­for­dert ei­ne neue Ga­ran­tie des Her­stel­lers oder der Her­stel­le­rin nach Ar­ti­kel 41 Ab­satz 2.248

2 Än­de­run­gen am Fahr­zeug, die ei­ne Her­ab­set­zung des Ga­ran­tie­ge­wichts be­wir­ken, sind un­zu­läs­sig. Zu­läs­sig ist die An­pas­sung des Fahr­zeu­ges an ei­ne be­ste­hen­de Ty­pen­ge­neh­mi­gung oder an ein Da­ten­blatt.249

3 Für Fahr­ten im Aus­land kön­nen hö­he­re Ge­wich­te, als sie in der Schweiz ge­stat­tet sind, zu­ge­las­sen wer­den, wenn al­le vom ASTRA250 be­stimm­ten schwei­ze­ri­schen Be­din­gun­gen be­tref­fend Bau und Aus­rüs­tung ein­ge­hal­ten sind, die auch für den in­ter­na­tio­na­len Ver­kehr als ge­bo­ten er­schei­nen.

247 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 3. Ju­li 2002, in Kraft seit 1. April 2003 (AS 2002 3216).

248 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Nov. 2018, in Kraft seit 1. Fe­br. 2019 (AS 2019 253).

249 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 14. Okt. 2009, in Kraft seit 1. April 2010 (AS 2009 5705).

250 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. I der V vom 6. Sept. 2000, in Kraft seit 15. Okt. 2000 (AS 2000 2433).

Art. 43 Dachlast  

Das Ge­wicht von Dach­las­ten­trä­gern u. dergl. darf zu­sam­men mit ih­rer Zu­la­dung höchs­tens 50 kg be­tra­gen. Ge­stützt auf ei­ne Ga­ran­tie des Fahr­zeugher­stel­lers oder der -her­stel­le­rin kann die Zu­las­sungs­be­hör­de durch Ein­trag im Fahr­zeu­g­aus­weis ein hö­he­res Ge­wicht be­wil­li­gen.

Art. 44 Fahrzeugidentifikation 251  

1 An leicht zu­gäng­li­cher Stel­le muss ein Schild aus dau­er­haf­tem Ma­te­ri­al an­ge­bracht sein. Die­ses muss bei Fahr­zeu­gen mit ei­ner EU252-Ge­samt­ge­neh­mi­gung min­des­tens die An­ga­ben der ent­spre­chen­den EU-Richt­li­nie ent­hal­ten.253

2 Bei Fahr­zeu­gen, die mit­tels EU-Mehr­stu­fen-Ty­pen­ge­neh­mi­gungs­ver­fah­ren zu­ge­las­sen wer­den, müs­sen zu­sätz­li­che, der An­zahl der Fer­ti­gungs­stu­fen ent­spre­chen­de Schil­der vor­han­den sein. Auf die­sen müs­sen der Na­me des Um­bau­ers, die neue EU-Ty­pen­ge­neh­mi­gungs­num­mer, die Ge­neh­mi­gungs­stu­fe so­wie die ge­gen­über dem Grund­schild ge­än­der­ten An­ga­ben an­ge­bracht sein.

3 An Fahr­zeu­gen, die über kei­ne EU-Ty­pen­ge­neh­mi­gung ver­fü­gen, ge­nügt ein Schild nach Ab­satz 1, das den Na­men des Her­stel­lers oder der Her­stel­le­rin oder die Fa­brik­mar­ke, die Fahr­ge­stell­num­mer und bei Mo­tor­wa­gen und ih­ren An­hän­gern das Ga­ran­tie­ge­wicht und die Trag­kraft der ein­zel­nen Ach­sen ent­hält.254

4 Die Fahr­zeu­gi­den­ti­fi­ka­ti­ons­num­mer muss auch am Fahr­ge­stell, Rah­men oder ei­nem an­de­ren gleich­wer­ti­gen Fahr­zeug­teil gut sicht­bar ein­ge­schla­gen oder ein­ge­prägt sein. Sie ist bei al­len Fahr­zeu­gen des­sel­ben Typs an der glei­chen Stel­le an­zu­brin­gen.

5 ...255

251 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 14. Okt. 2009, in Kraft seit 1. April 2010 (AS 2009 5705).

252 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. I Abs. 1 der V vom 21. Nov. 2018, in Kraft seit 1. Fe­br. 2019 (AS 2019 253). Die­se Änd. wur­de in der in der AS ge­nann­ten Be­stim­mung vor­ge­nom­men.

253 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. März 2012, in Kraft seit 1. Mai 2012 (AS 2012 1825).

254 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 14. Okt. 2009, in Kraft seit 1. April 2010 (AS 2009 5705).

255 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 10. Ju­ni 2005, mit Wir­kung seit 1. Okt. 2005 (AS 2005 4111).

Art. 45 Landeszeichen, Kontrollschilder, amtliche Zeichen  

1 Mo­tor­fahr­zeu­ge und An­hän­ger, die ins Aus­land fah­ren, müs­sen hin­ten ein Lan­des­zei­chen nach An­hang 4 tra­gen.

2 Kon­troll­schil­der und Lan­des­zei­chen sind gut les­bar und mög­lichst senk­recht (Nei­gung nach oben max. 30°, nach un­ten max. 15°) an­zu­brin­gen. Sie müs­sen sich in ei­ner Hö­he zwi­schen 0,20 m (un­te­rer Rand) und 1,50 m (obe­rer Rand) be­fin­den, wenn nicht tech­ni­sche oder be­trieb­li­che Grün­de ent­ge­gen­ste­hen. Das hin­te­re Kon­troll­schild muss in der Längsach­se des Fahr­zeu­ges und beid­seits da­von in­ner­halb ei­nes Win­kels von 30° les­bar sein.256

3 Kon­troll­schil­der und Lan­des­zei­chen dür­fen nicht ver­än­dert, ver­bo­gen, zer­schnit­ten oder un­le­ser­lich ge­macht wer­den. Es darf nur das Lan­des­zei­chen des Im­ma­tri­ku­la­ti­ons­lan­des an­ge­bracht sein.

4Zu­sätz­li­che, vom UVEK zu­ge­las­se­ne amt­li­che Zei­chen kön­nen, so­weit er­for­der­lich, von der Zu­las­sungs­be­hör­de mit Ein­trag im Fahr­zeu­g­aus­weis be­wil­ligt wer­den. Nicht­amt­li­che Schil­der oder Zei­chen, die mit amt­li­chen ver­wech­selt wer­den oder die Les­bar­keit der amt­li­chen Schil­der be­ein­träch­ti­gen könn­ten, sind un­ter­sagt.

256 Satz ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 2. Sept. 1998, in Kraft seit 1. Okt. 1998 (AS 1998 2352).

2. Kapitel: Antrieb, Abgase, Geräusche

Art. 46 Motorleistung 257  

1 Die Be­stim­mung der Leis­tung von Ver­bren­nungs­mo­to­ren rich­tet sich nach fol­gen­den Re­ge­lun­gen:

a.
Ver­ord­nung (EG) Nr. 595/2009;
b.
Ver­ord­nung (EU) Nr. 168/2013 und de­le­gier­te Ver­ord­nung (EU) Nr. 134/2014;
c.
UN­ECE-Re­gle­ment Nr. 85; oder
d.
UN­ECE-Re­gle­ment Nr. 120.258

2 Die Be­stim­mung der Leis­tung von Elek­tro­mo­to­ren rich­tet sich nach dem UN­ECE‑Re­gle­ment Nr. 85. Mass­ge­bend ist:

a.
bei Mo­tor­wa­gen: die höchs­te Nutz­leis­tung;
b.
bei Mo­tor­fahr­rä­dern, Mo­tor­rä­dern, Leicht-, Klein- und drei­räd­ri­gen Mo­tor­fahr­zeu­gen: die höchs­te 30‑Mi­nu­ten‑Leis­tung.259

3 Leis­tungs­mes­sun­gen nach an­de­ren Nor­men, wie nach der Norm IEC 60034-1, 2010, Dre­hen­de elek­tri­sche Ma­schi­nen – Teil 1: Be­mes­sung und Be­triebs­ver­hal­ten, kön­nen an­er­kannt wer­den, wenn sie ver­gleich­ba­re Re­sul­ta­te er­ge­ben. Bei Mo­tor­fahr­rä­dern mit elek­tri­schem An­trieb und Elek­tro-Rik­schas kann auch ei­ne Leis­tungs­mes­sung nach der Be­triebs­art S1 der Norm IEC 60034-1, 2010 an­er­kannt wer­den.260

4 Wird bei ei­nem Fahr­zeug die für die Ka­te­go­ri­enein­tei­lung oder die Füh­rer­aus­weis­ka­te­go­rie mass­ge­ben­de Mo­tor­leis­tung be­grenzt, so müs­sen die ge­trof­fe­nen Mass­nah­men dau­er­haft sein, aus­ser wenn sie durch amt­lich an­er­kann­te Plom­ben ge­si­chert sind. Die Plom­ben sind im Fahr­zeu­g­aus­weis zu ver­mer­ken.

257 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. März 2012, in Kraft seit 1. Mai 2012 (AS 2012 1825).

258 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

259 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

260 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Nov. 2018, in Kraft seit 1. Fe­br. 2019 (AS 2019 253).

Art. 47 Kenngrösse des Motors  

1 Die Kenn­grös­se wird bei Ver­bren­nungs­mo­to­ren durch den Hub­raum in Ku­bik­zen­ti­me­tern (cm3), bei Elek­tro­mo­to­ren durch die Mo­tor­leis­tung in kW nach Ar­ti­kel 46 Ab­satz 2 aus­ge­drückt.261

2 Das UVEK legt nach An­hö­ren der Kan­to­ne fest, wel­che Kenn­grös­se für Ro­ta­ti­ons­kol­ben­mo­to­ren, Tur­bi­nen­mo­to­ren usw. an­zu­wen­den sind.

261 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. März 2012, in Kraft seit 1. Mai 2012 (AS 2012 1825).

Art. 48 Benzin-Ölmischverhältnis, Drehzahlregler, Plomben, Herabsetzung der Höchstgeschwindigkeit  

1 An­triebs­mo­to­ren mit Ge­misch­schmie­rung müs­sen für den Be­trieb mit höchs­tens 2 Pro­zent Öl­bei­mi­schung zum Treib­stoff ge­baut sein. Bei Mo­to­ren mit Fri­sch­öl­schmie­rung darf der Öl­ver­brauch im Ver­hält­nis zum Treib­stoff­ver­brauch im Durch­schnitt nicht hö­her als 2 Pro­zent sein.

2 Wird bei ei­nem Fahr­zeug die für die Ka­te­go­ri­enein­tei­lung oder die Füh­rer­aus­weis­ka­te­go­rie mass­ge­ben­de Höchst­ge­schwin­dig­keit durch einen Ge­schwin­dig­keits- be­zie­hungs­wei­se Dreh­zahl­reg­ler be­grenzt oder ist ei­ne Ge­schwin­dig­keits­be­gren­zungs­ein­rich­tung nach Ar­ti­kel 99 vor­ge­schrie­ben, so muss die­ser so be­schaf­fen sein, dass er nicht aus­ser Be­trieb ge­setzt wer­den kann. Die für die Ge­schwin­dig­keits- be­zie­hungs­wei­se Dreh­zahl­be­gren­zung not­wen­di­gen Vor­rich­tun­gen müs­sen zweck­mäs­sig ge­gen un­be­fug­tes Ver­stel­len ge­si­chert oder mit amt­lich an­er­kann­ten Plom­ben ver­se­hen sein. Wer­den Än­de­run­gen am Ge­trie­be oder Sper­run­gen von Gän­gen oder Schalt­stu­fen vor­ge­nom­men, so müs­sen die­se gleich wirk­sam ge­si­chert sein.262

3 Die Plom­ben sind im Fahr­zeu­g­aus­weis zu ver­mer­ken. Das Fahr­zeug darf wei­ter­ver­wen­det wer­den, wenn es zur Er­set­zung ei­ner weg­ge­fal­le­nen Plom­be schrift­lich an­ge­mel­det ist.

4 Nach der erst­ma­li­gen Zu­las­sung darf die bau­art­be­ding­te Höchst­ge­schwin­dig­keit nicht her­ab­ge­setzt wer­den.263

5 Von Ab­satz 4 sind aus­ge­nom­men:

a.
der Um­bau in land- und forst­wirt­schaft­li­che Fahr­zeu­ge;
b.
der Ein­bau ei­ner Ge­schwin­dig­keits­be­gren­zungs­ein­rich­tung nach Ar­ti­kel 99;
c.264
die An­pas­sung des Fahr­zeu­ges an ei­ne be­ste­hen­de Ty­pen­ge­neh­mi­gung oder an ein Da­ten­blatt;
d.265
ein­spu­ri­ge Fahr­zeu­ge mit ei­nem Hub­raum bis 125 cm3 oder, bei Elek­tro­mo­to­ren, ei­ner Mo­tor­leis­tung von höchs­tens 11 kW;
e.266
die An­pas­sung ei­nes Fahr­zeugs an ei­ne be­ste­hen­de Kon­for­mi­täts­be­wer­tung oder Kon­for­mi­täts­be­glau­bi­gung.

262 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. März 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2007 (AS 20072109).

263 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 14. Okt. 2009, in Kraft seit 1. April 2010 (AS 2009 5705).

264 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 2. Sept. 1998 (AS 1998 2352). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 14. Okt. 2009, in Kraft seit 1. April 2010 (AS 2009 5705).

265 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 2. Sept. 1998 (AS 1998 2352). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

266 Ein­ge­fügt durch ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Nov. 2018, in Kraft seit 1. Fe­br. 2019 (AS 2019 253).

Art. 49 Behälter und Leitungen  

1 Be­häl­ter und Lei­tun­gen für Treib­stof­fe, Brems- und an­de­re Flüs­sig­kei­ten müs­sen dicht und ge­gen­über ih­rem In­halt wi­der­stands­fä­hig sein. Sie dür­fen nicht aus leicht ent­flamm­ba­rem Ma­te­ri­al be­ste­hen und sind vom Mo­tor und an­dern Tei­len, die sich stark er­hit­zen, zu tren­nen oder ab­zu­schir­men. Ab­trop­fen­der oder ver­duns­ten­der Treib­stoff darf sich nicht an­sam­meln oder an heis­sen Tei­len ent­zün­den kön­nen.

2 Be­häl­ter und Lei­tun­gen müs­sen ge­gen Be­schä­di­gun­gen durch Zu­sam­men­stös­se, be­weg­te Fahr­zeug­tei­le usw. mög­lichst ge­schützt sein.

3 Bei Dampf­ma­schi­nen und Er­satz­treib­stoff­an­la­gen dür­fen kei­ne fes­ten und flüs­si­gen Rück­stän­de auf die Fahr­bahn fal­len.

4 Ge­ne­ra­to­ren, Be­häl­ter und Lei­tun­gen für Treib­gas müs­sen dicht und ge­gen Flam­men­rück­schlag ge­si­chert sein. Ih­re Ab­sperr- und Re­gu­lier­vor­rich­tun­gen müs­sen deut­lich er­ken­nen las­sen, ob sie of­fen oder ge­schlos­sen sind.

5 Be­häl­ter und Lei­tun­gen, in de­nen Ga­se oder Flüs­sig­kei­ten un­ter Druck ste­hen oder un­ter Druck tre­ten kön­nen, müs­sen ge­nü­gend stark ge­baut und mit den nö­ti­gen Si­cher­heits­ven­ti­len ver­se­hen sein. Mit dem Fahr­zeug fest ver­bun­de­ne Brenn- und Treib­gas­be­häl­ter so­wie Ge­fäs­se für ver­flüs­sig­te tief­kal­te Ga­se un­ter­ste­hen, so­weit sie nicht den in An­hang 2 auf­ge­führ­ten Vor­schrif­ten ent­spre­chen, den Nor­men für ent­spre­chen­de Trans­port­be­häl­ter.267

6 So­weit kei­ne be­son­de­ren Vor­schrif­ten be­ste­hen, rich­ten sich Nach­prü­fung und Un­ter­halt von Be­häl­tern und Lei­tun­gen nach den An­ga­ben des Her­stel­lers oder der Her­stel­le­rin.268

267 Fas­sung des zwei­ten Sat­zes ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Aug. 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3218).

268 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 2. März 2012, in Kraft seit 1. Mai 2012 (AS 2012 1825).

Art. 49a Flüssiggasanlagen 269  

1 So­weit die­se Ver­ord­nung kei­ne be­son­de­ren Be­stim­mun­gen zu Flüs­sig­gas­an­la­gen ent­hält, rich­ten sich die Er­stel­lung, der Be­trieb und die In­stand­hal­tung sol­cher An­la­gen nach Ar­ti­kel 32c der Ver­ord­nung vom 19. De­zem­ber 1983270 über die Un­fall­ver­hü­tung.

2 Vor­be­hal­ten blei­ben Wei­sun­gen des Bun­des­amts für Stras­sen.

269 Ein­ge­fügt durch Ziff. II 1 der V vom 22. Fe­br. 2017, in Kraft seit 1. April 2017 (AS 2017 1657). Die Be­rich­ti­gung vom 4. April 2017 be­trifft nur den ita­lie­ni­schen Text (AS 2017 2291).

270 SR 832.30

Art. 50 Treibstoffsystem, Einfüllstutzen  

1 Ver­schlüs­se und Ent­lüf­tun­gen müs­sen so ge­stal­tet sein, dass auch bei Kur­ven­fahrt kein Treib­stoff und kei­ne Öle aus­flies­sen kön­nen.

2 Bei Fahr­zeu­gen mit Fremd­zün­dungs­mo­to­ren muss das Treib­stoff­sys­tem hin­sicht­lich Ver­damp­fungs­emis­sio­nen An­hang 5 ent­spre­chen. Aus­ge­nom­men sind Fahr­zeu­ge, die nur mit gas­för­mi­gem Treib­stoff be­trie­ben wer­den.271

3 ...272

271 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. März 2012, in Kraft seit 1. Mai 2012 (AS 2012 1825).

272 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 6. Sept. 2000, mit Wir­kung seit 15. Okt. 2000 (AS 2000 2433).

Art. 51 Elektrischer Antrieb  

1 Auf elek­tri­schen An­triebs­mo­to­ren müs­sen auch in ein­ge­bau­tem Zu­stand dau­er­haft und deut­lich les­bar fol­gen­de An­ga­ben ver­merkt sein:

a.
Na­me oder Mar­ke des Mo­to­ren­her­stel­lers;
b.
die Mo­tor­leis­tung in kW (Art. 46 Abs. 2).273

2 Der Strom für den An­trieb muss durch einen Schal­ter un­ter­bro­chen und die In­be­trieb­nah­me des Fahr­zeugs durch Un­be­fug­te ver­hin­dert wer­den kön­nen. Bei Über­las­tung des elek­tri­schen An­triebs muss ei­ne Haupt­si­che­rung den Strom­kreis un­ter­b­re­chen.

3 Der Strom für den An­trieb muss bei Voll­brem­sung selbst­tä­tig aus­schal­ten oder mit­brem­sen. Ei­ne Strom­re­ku­pe­ra­ti­on ist zu­läs­sig. Ei­ne Brem­se muss ei­ne Rei­bungs­brem­se sein.

4 Vor­be­hal­ten blei­ben die Be­stim­mun­gen der NEV.

273 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Nov. 2018, in Kraft seit 1. Fe­br. 2019 (AS 2019 253).

Art. 52 Abgase, Auspuffanlage, Katalysator, Partikelfilter 274  

1 Die Ab­gase müs­sen durch dich­te Roh­re ab­ge­führt wer­den, die bei nor­ma­len Be­triebs­be­din­gun­gen des Fahr­zeugs aus­rei­chend ge­gen Schwin­gun­gen und Kor­ro­si­ons­ein­flüs­se be­stän­dig sind.

2 Die Aus­puff­an­la­ge muss nö­ti­gen­falls ge­gen brenn­ba­re Tei­le und aus­tre­ten­de brenn­ba­re Flüs­sig­kei­ten ab­ge­schirmt und kur­ze Aus­puff­roh­re müs­sen mit ei­nem Flam­men- oder Fun­ken­schutz ver­se­hen sein.

3 Die Aus­puff­an­la­ge muss so ge­baut sein, dass kei­ne Ab­gase in das Fahr­zeu­gin­ne­re ein­drin­gen kön­nen.275

4 Die Aus­puff­roh­re dür­fen seit­lich nicht vor­ste­hen. Aus­ge­nom­men sind Aus­puff­roh­re an:

a.
Fahr­zeu­gen der Klas­se M1, die der Ver­ord­nung (EG) Nr. 661/2009 oder dem UN­ECE-Re­gle­ment Nr. 26 ent­spre­chen;
b.
Fahr­zeu­gen der Klas­se N, die der Ver­ord­nung (EG) Nr. 661/2009 oder dem UN­ECE-Re­gle­ment Nr. 61ent­spre­chen;
c.
Leicht-, Klein- und drei­räd­ri­gen Mo­tor­fahr­zeu­gen mit Auf­bau, die der Ver­ord­nung (EU) Nr. 168/2013 und der de­le­gier­ten Ver­ord­nung (EU) Nr. 44/2014 ent­spre­chen.276

5 An­triebs­mo­to­ren und ih­re Aus­puff­an­la­gen müs­sen die Vor­schrif­ten über Rauch, Ab­gase und Kur­bel­ge­häu­se-Ent­lüf­tung nach An­hang 5 ein­hal­ten. Zif­fer 211a die­ses An­hangs gilt auch für Selbst­zün­dungs­mo­to­ren von Ar­beits­mo­tor­wa­gen so­wie für Ar­beits­mo­to­ren, die nicht dem An­trieb des Fahr­zeugs die­nen.277

6 Schad­haf­te Ka­ta­ly­sa­to­ren und Par­ti­kel­fil­ter sind durch für den Fahr­zeug­typ ge­neh­mig­te zu er­set­zen.278

274 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Jan. 2015, in Kraft seit 1. April 2015 (AS 2015 465).

275 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

276 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

277 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. März 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2007 (AS 20072109).

278 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 2. Sept. 1998 (AS 1998 2352). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Jan. 2015, in Kraft seit 1. April 2015 (AS 2015 465).

Art. 53 Geräusch, Schalldämpfer  

1 Die durch das Fahr­zeug er­zeug­ten Ge­räusche dür­fen das tech­nisch ver­meid­ba­re Mass nicht über­schrei­ten. Aus­puff- und An­saug­vor­rich­tun­gen sind mit wirk­sa­men und dau­er­haf­ten Schall­dämp­fern aus­zu­rüs­ten. Ver­ur­sa­chen an­de­re Tei­le ver­meid­ba­ren Lärm, so sind schall­dämp­fen­de Mass­nah­men zu tref­fen. Für die Ge­räusch­mes­sung gilt An­hang 6.279

1bis Für Ar­beits­mo­to­ren sindzu­sätz­lich die An­for­de­run­gen der Ma­schi­nen­lärm­ver­ord­nung des UVEK vom 22. Mai 2007280 zu be­ach­ten.281

2 Ab­ge­nutz­te oder schad­haf­te Schall­dämp­fer­an­la­gen sind zu er­set­zen.282

3 Er­satz-Schall­dämp­fer müs­sen eben­so wirk­sam sein wie die ur­sprüng­lich zu­ge­las­se­nen. Zu­läs­sig sind auch Er­satz-Schall­dämp­fer­an­la­gen, die für den ent­spre­chen­den Fahr­zeug­typ über ei­ne Ge­neh­mi­gung nach ei­ner der fol­gen­den Re­ge­lun­gen ver­fü­gen:

a.
Ver­ord­nung (EU) Nr. 540/2014;
b.
Richt­li­nie 70/157/EWG;
c.
UN­ECE-Re­gle­ment Nr. 51;
d.
UN­ECE-Re­gle­ment Nr. 59;
e.
Ver­ord­nung (EU) Nr. 168/2013 und de­le­gier­te Ver­ord­nung (EU) Nr. 134/2014;
f.
UN­ECE-Re­gle­ment Nr. 41;
g.
UN­ECE-Re­gle­ment Nr. 92;
h.283
Ver­ord­nung (EU) Nr. 167/2013 und de­le­gier­te Ver­ord­nung (EU) 2015/96; oder
i.284
Ver­ord­nung (EU) Nr. 167/2013 und de­le­gier­te Ver­ord­nung (EU) 2018/985.285

4 Un­nö­ti­ge lärm­stei­gern­de Ein­grif­fe am Fahr­zeug und an des­sen ge­neh­mig­ten Bau­tei­len sind un­ter­sagt, selbst wenn die zu­läs­si­ge Ge­räusch­gren­ze ein­ge­hal­ten bleibt.286

279 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

280 SR 814.412.2

281 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 16. Jan. 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008355).

282 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

283 Ein­ge­fügt durch ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Nov. 2018, in Kraft seit 1. Fe­br. 2019 (AS 2019 253).

284 Ein­ge­fügt durch ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Nov. 2018, in Kraft seit 1. Fe­br. 2019 (AS 2019 253).

285 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

286 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

3. Kapitel: Kraftübertragung

Art. 54 Kupplung, Anfahrvermögen  

1 Der Mo­tor, das Ge­trie­be oder die Kupp­lung müs­sen ein ruck­lo­ses An­fah­ren so­wie sehr lang­sa­mes Fah­ren er­mög­li­chen.

2 Der An­triebs­mo­tor muss – aus­ge­nom­men bei Fahr­zeu­gen mit elek­tri­schem An­trieb – auch bei hal­ten­dem Fahr­zeug wei­ter­dre­hen kön­nen.

3 Mo­tor­fahr­zeu­ge und Fahr­zeug­kom­bi­na­tio­nen müs­sen mit vol­ler La­dung in Stei­gun­gen bis 15 Pro­zent, oder al­ter­na­tiv da­zu in Stei­gun­gen von 12 Pro­zent fünf­mal in fünf Mi­nu­ten, ein­wand­frei an­fah­ren kön­nen.

Art. 55 Geschwindigkeitsmesser  

1 Mo­tor­fahr­zeu­ge müs­sen im Blick­feld des Füh­rers oder der Füh­re­rin einen auch nachts ab­les­ba­ren Ge­schwin­dig­keits­mes­ser ha­ben; die An­zei­ge muss bis zur mög­li­chen Höchst­ge­schwin­dig­keit des Fahr­zeugs rei­chen und in Ki­lo­me­ter pro Stun­de (km/h) er­fol­gen. Ei­ne zu­sätz­li­che An­zei­ge der Ge­schwin­dig­keit in Mei­len pro Stun­de ist zu­läs­sig.

2 Ge­schwin­dig­keits­mes­ser müs­sen dem Stand der Tech­nik ent­spre­chen, wie er ins­be­son­de­re im UN­ECE-Re­gle­ment Nr. 39 be­schrie­ben ist. Die am Ge­schwin­dig­keits­mes­ser an­ge­zeig­te Fahr­ge­schwin­dig­keit darf nie un­ter der tat­säch­li­chen Ge­schwin­dig­keit lie­gen. Im Be­reich zwi­schen 40 km/h und 120 km/h muss zwi­schen der vom Ge­schwin­dig­keits­mes­ser an­ge­zeig­ten Ge­schwin­dig­keit v1 und der tat­säch­li­chen Ge­schwin­dig­keit v2 in km/h fol­gen­de Be­zie­hung be­ste­hen:

a.
bei Fahr­zeu­gen nach den Ar­ti­keln 14 Buch­sta­be a und 15 Ab­sät­ze 1 und 3:
0 ≤ (v1 – v2) ≤ 0,1 v2 + 8 km/h;
b.
bei Fahr­zeu­gen der Klas­sen M und N:
0 ≤ (v1 – v2) ≤ 0,1 v2 + 6 km/h;
c.
bei al­len üb­ri­gen Fahr­zeu­gen:
0 ≤ (v1 – v2) ≤ 0,1 v2 + 4 km/h.287

3 Die An­for­de­run­gen von Ab­satz 2 gel­ten nicht für Ge­schwin­dig­keits­mes­ser, die in ei­nem Fahrt­schrei­ber ein­ge­baut sind.288

4 Ein zu­sätz­li­cher Ge­schwin­dig­keits­mes­ser ist nicht er­for­der­lich, wenn ein Fahrt­schrei­ber oder Da­ten­auf­zeich­nungs­ge­rät nach Ar­ti­kel 100 oder 102 vor­han­den ist, der die in Ab­satz 1 an Ge­schwin­dig­keits­mes­ser ge­stell­ten An­for­de­run­gen er­füllt.289

287 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

288 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. März 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2007 (AS 20072109).

289 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. März 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2007 (AS 20072109).

4. Kapitel: Achsen, Radaufhängung

Art. 56 Achsabstand, Spurverbreiterung  

1 Ei­ne Än­de­rung290 des Achs­ab­stan­des so­wie ei­ne Ver­brei­te­rung der Spur dür­fen nur vom Fahr­zeugher­stel­ler oder von der -her­stel­le­rin vor­ge­nom­men wer­den, oder wenn er oder sie er­klärt, dass sich das Fahr­zeug da­für eig­net.

2 Je­de Än­de­rung des Achs­ab­stan­des, die nicht vom Her­stel­ler oder von der Hers­tel­le­rin aus­ge­führt wird, be­darf ei­ner vor­he­ri­gen Be­wil­li­gung der Zu­las­sungs­be­hör­de, die nur er­teilt wird, wenn für fach­ge­rech­te Ar­beit, in­be­grif­fen An­pas­sung der Len­kung, Kraft­über­tra­gung und Brem­sen, Ge­währ be­steht. Das Fahr­zeug ist vor und nach An­brin­gen des Auf­baus nach­zu­prü­fen.

3 Ei­ne Spur­ver­brei­te­rung, die aus­sch­liess­lich durch An­brin­gen von nicht mit dem Fahr­zeug ge­prüf­ten Rä­dern mit an­de­rer Ein­press­tie­fe ent­steht, ist oh­ne Eig­nungs­er­klä­rung des Fahr­zeugher­stel­lers oder der -her­stel­le­rin zu­läs­sig, so­fern die Ein­press­tie­fe je Rad um nicht mehr als 1 Pro­zent der Spur­wei­te ab­weicht. Da­bei ist von der ur­sprüng­li­chen be­zie­hungs­wei­se der gröss­ten auf der Ty­pen­ge­neh­mi­gung oder auf dem Da­ten­blatt auf­ge­führ­ten Spur­wei­te und der kleins­ten auf­ge­führ­ten Ein­press­tie­fe aus­zu­ge­hen.291

290 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. Sept. 1998, in Kraft seit 1. Okt. 1998 (AS 1998 2352).

291 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 14. Okt. 2009, in Kraft seit 1. April 2010 (AS 2009 5705).

Art. 57 Federung, Anfahrhilfen 292  

1 Als Luft­fe­de­rung oder als gleich­wer­tig an­er­kann­te Fe­de­rung gilt ei­ne Fe­de­rung nach den ent­spre­chen­den An­for­de­run­gen der Ver­ord­nung (EU) Nr. 1230/2012.

2 An­fahr­hil­fen, die An­hang IV der Ver­ord­nung (EU) Nr. 1230/2012 ent­spre­chen, sind zu­läs­sig.

292 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

5. Kapitel: Räder, Reifen

Art. 58 Räder und Reifen  

1 Die Rä­der müs­sen mit aus­rei­chend trag­fä­hi­gen Luftrei­fen oder an­dern, et­wa gleich elas­ti­schen Rei­fen ver­se­hen sein, die sich für die Fel­gen eig­nen.

2 Rei­fen müs­sen sich für die mög­li­che Höchst­ge­schwin­dig­keit des Fahr­zeugs eig­nen. Aus­ge­nom­men sind Win­ter­rei­fen nach Ar­ti­kel 59 Ab­sät­ze 3 und 4.293

3 Al­le Rei­fen ei­nes Fahr­zeu­ges müs­sen die­sel­be Bau­art (Ra­di­al- oder Dia­go­nal­rei­fen) auf­wei­sen.

4 Bei Luftrei­fen darf das Ge­we­be nicht ver­letzt oder bloss­ge­legt sein. Die Rei­fen müs­sen auf der gan­zen Lauf­flä­che min­des­tens 1,6 mm tie­fe Pro­fil­ril­len auf­wei­sen.

5 Dop­pel­rei­fen dür­fen sich nicht be­rüh­ren, so­fern dies der Her­stel­ler oder die Her­stel­le­rin nicht aus­drück­lich ge­stat­tet.

6 Rei­fen­trag­kraft, Ge­schwin­dig­keits-In­dex, Fel­gen-Rei­fen­kom­bi­na­tio­nen und Ab­roll­um­fang müs­sen dem Stand der Tech­nik ent­spre­chen, wie er ins­be­son­de­re in den Nor­men der ETRTO oder in den fol­gen­den Re­ge­lun­gen be­schrie­ben ist:

a.
UN­ECE-Re­gle­ment Nr. 30;
b.
UN­ECE-Re­gle­ment Nr. 54;
c.
UN­ECE-Re­gle­ment Nr. 75; oder
d.
Ver­ord­nung (EU) Nr. 168/2013 und de­le­gier­te Ver­ord­nung (EU) Nr. 3/2014;
e.294
Ver­ord­nung (EU) Nr. 167/2013 und de­le­gier­te Ver­ord­nung (EU) 2015/208; oder
f.295
UN­ECE-Re­gle­ment Nr. 106.296

6bis Der Her­stel­ler oder die Her­stel­le­rin, die Rei­fen­trag­kraft und der Ge­schwin­dig­keits-In­dex müs­sen auf den Rei­fen dau­er­haft ver­merkt sein. Für nicht ge­norm­te Rei­fen, für Rei­fen oder Fel­gen-Rei­fen­kom­bi­na­tio­nen, die von den Nor­men oder Re­ge­lun­gen ab­wei­chen, und für Rei­fen, de­ren Ver­wen­dung nicht der Kenn­zeich­nung ent­spricht, ist ei­ne Ga­ran­tie des Fahr­zeug- oder des Rei­fen­her­stel­lers er­for­der­lich. In die­sen Fäl­len sind Mar­ke, Typ und Di­men­sio­nen und al­len­falls ab­wei­chen­de Kenn­zeich­nun­gen der Rei­fen und die er­for­der­li­chen Auf­la­gen im Fahr­zeu­g­aus­weis ein­zu­tra­gen.297

7 Rei­fen von Mo­tor­wa­gen, Mo­tor­rä­dern, Klein- und drei­räd­ri­gen Mo­tor­fahr­zeu­gen müs­sen ein Ge­neh­mi­gungs- oder ein Prüf­zei­chen nach in­ter­na­tio­na­len Nor­men auf­wei­sen.298

8 An Fahr­zeu­gen der Klas­sen M, N und O mit ei­ner bau­art­be­ding­ten oder zu­läs­si­gen Höchst­ge­schwin­dig­keit von 80 km/h und mehr müs­sen Rei­fen mon­tiert sein, die den Ver­ord­nun­gen (EG) Nr. 661/2009 und (EU) Nr. 458/2011 ent­spre­chen.299

293 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

294 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 21. Nov. 2018, in Kraft seit 1. Mai 2019 (AS 2019 253).

295 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 21. Nov. 2018, in Kraft seit 1. Mai 2019 (AS 2019 253).

296 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

297 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

298 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 10. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Okt. 2005 (AS 2005 4111).

299 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 10. Ju­ni 2005 (AS 2005 4111). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Nov. 2018, in Kraft seit 1. Fe­br. 2019 (AS 2019 253).

Art. 59 Ersatzräder, Noträder, Winterreifen  

1 Er­satz­rä­der müs­sen die glei­chen An­for­de­run­gen wie die für das Fahr­zeug zu­ge­las­se­nen Rä­der er­fül­len.

2 Ab­wei­chend von Ab­satz 1 sind bei Fahr­zeu­gen der Klas­se M1 Noträ­der zu­läs­sig. Sie müs­sen die An­for­de­run­gen der Ver­ord­nun­gen (EG) Nr. 661/2009 und (EU) Nr. 458/2011 oder des UN­ECE-Re­gle­ments Nr. 64 er­fül­len und ent­spre­chend ge­kenn­zeich­net sein.300

3 Win­ter­rei­fen, die sich nicht für die mög­li­che Höchst­ge­schwin­dig­keit des Fahr­zeugs eig­nen, müs­sen:

a.
bei Mo­tor­wa­gen: mit dem Schnee­flo­cken­zei­chen nach An­hang 7 An­la­ge 1 des UN­ECE‑Re­gle­ments Nr. 117 ge­kenn­zeich­net sein und für min­des­tens 160 km/h ge­eig­net sein;
b.
bei Mo­tor­rä­dern, Klein- oder drei­räd­ri­gen Mo­tor­fahr­zeu­gen: die Zu­satz­be­zeich­nung M+S tra­gen und für min­des­tens 130 km/h ge­eig­net sein.301

4 Für Win­ter­rei­fen nach Ab­satz 3 muss der Rei­fen­ver­käu­fer ei­ne Auf­schrift ab­ge­ben, die auf die für die Rei­fen zu­ge­las­se­ne Höchst­ge­schwin­dig­keit hin­weist.302

300 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Nov. 2018, in Kraft seit 1. Fe­br. 2019 (AS 2019 253).

301 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

302 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

Art. 60 Besondere Reifenarten, Nachrillen von Reifen  

1 Voll­gum­mi­rei­fen, Ei­sen­rei­fen und Rau­pen­bän­der sind nur zu­läs­sig, wo Luftrei­fen un­zweck­mäs­sig wä­ren. Me­tal­li­sche Rei­fen oder Bän­der dür­fen kei­ne Rip­pen oder Stol­len auf­wei­sen.

2 Bei Luft­kam­mer-, Voll­gum­mi-, Hohl­kam­mer- und Weich­rei­fen darf der Ge­wichts­an­teil je Zen­ti­me­ter Brei­te der Auf­la­ge­flä­che 0,20 t, bei Ei­sen­rei­fen 0,10 t nicht über­stei­gen. Bei Rau­pen­bän­dern darf der Ge­wichts­an­teil je cm2der Auf­la­ge­flä­che höchs­tens 8,2 kg be­tra­gen. Als Auf­la­ge­flä­che gilt nur der­je­ni­ge Teil der Rau­pen­bän­der, der auf ei­ner ebe­nen Fahr­bahn tat­säch­lich auf­liegt.303

3 Rei­fen für Fahr­zeu­ge der Klas­sen M1 mit ei­nem Ge­samt­ge­wicht über 3,50 t, M2, M3, N, O3 und O4, die nach­schneid­bar sind, müs­sen mit dem Sym­bol Ω oder mit dem Wort «RE­GROO­VA­BLE» ver­se­hen sein.

4 Das Nachril­len von Rei­fen für Fahr­zeu­ge der Klas­sen M1 mit ei­nem Ge­samt­ge­wicht bis 3,50 t, O1 und O2 so­wie von Rei­fen für Mo­tor­rä­der, Leicht‑, Klein- und drei­räd­ri­ge Mo­tor­fahr­zeu­ge ist un­zu­läs­sig.304

5 Auf­gum­mier­te Rei­fen müs­sen den Na­men oder ein Merk­mal des Auf­gum­mie­rungs­wer­kes so­wie An­ga­ben über Rei­fen­grös­se, Höchst­ge­schwin­dig­keit, Trag­fä­hig­keit, Zahl der Ein­la­gen und Bau­art tra­gen. Die An­ga­ben müs­sen gut er­kenn­bar sein. Die An­for­de­run­gen von Ar­ti­kel 58 Ab­sät­ze 7 und 8 gel­ten nicht für auf­gum­mier­te Rei­fen.305

6 Als Breitrei­fen gel­ten Rei­fen und Dop­pel­rei­fen, de­ren ge­sam­te Brei­te min­des­tens einen Drit­tel des Rei­fen­aus­sen­durch­mes­sers oder min­des­tens 0,60 m be­trägt.306

303 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 10. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Okt. 2005 (AS 2005 4111).

304 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Aug. 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3218).

305 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 14. Okt. 2009, in Kraft seit 1. April 2010 (AS 2009 5705).

306 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016 (AS 2016 5133). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Nov. 2018, in Kraft seit 1. Fe­br. 2019 (AS 2019 253).

Art. 61 Spikesreifen  

1 «Spikes­rei­fen» sind Rei­fen mit ein­ge­las­se­nen Stif­ten.

2 Spikes­rei­fen sind nur in Ra­di­al­bau­wei­se und mit Me­tall­kar­kas­se (Stahl­gür­tel­rei­fen) zu­läs­sig. Es müs­sen al­le Rä­der ei­nes Fahr­zeu­ges da­mit aus­ge­rü­stet sein.

3 Spikes­s­tif­te dür­fen ein Ge­wicht von höchs­tens 3 g auf­wei­sen. Der Flan­sch­durch­mes­ser darf nicht mehr als 6 mm be­tra­gen. Sie müs­sen im Rei­fen gut ver­an­kert sein und dür­fen nicht mehr als 1,5 mm über die Lauf­flä­che vor­ste­hen.

4 Rei­fen mit ei­nem Durch­mes­ser bis zu 13 Zoll dür­fen höchs­tens 110, sol­che mit ei­nem Durch­mes­ser über 13 Zoll höchs­tens 130 Spikes­s­tif­te auf­wei­sen.

Art. 62 Verwendungseinschränkungen, Kennzeichnung  

1 Spikes­rei­fen dür­fen nur an Mo­tor­wa­gen mit ei­nem Ge­samt­ge­wicht bis 7,5 t, Mo­tor­rä­dern, Leicht-, Klein- und drei­räd­ri­gen Mo­tor­fahr­zeu­gen so­wie den von ih­nen mit­ge­führ­ten An­hän­gern ver­wen­det wer­den. Sie dür­fen nur wäh­rend der Zeit vom 1. No­vem­ber bis zum 30. April und aus­ser­halb die­ser Zeit­span­ne bei win­ter­li­chen Ver­hält­nis­sen ver­wen­det wer­den.307

2 Fahr­zeu­ge, die mit Spikes­rei­fen aus­ge­rüs­tet sind, müs­sen an der Rück­sei­te ein Höchst­ge­schwin­dig­keits­zei­chen mit der Zahl 80 nach An­hang 4 tra­gen. Ab­wei­chend von Zif­fer 1 des An­hangs 4 darf der Rand schwarz sein und das Zei­chen sym­bo­li­sche Spikes auf­wei­sen.

3 Das Zei­chen ist zu ent­fer­nen oder deut­lich durch­zu­strei­chen, wenn das Fahr­zeug oh­ne Spikes­rei­fen ver­wen­det wird.

4 Aus­ge­nom­men von Ab­satz 2 sind Fahr­zeu­ge, de­ren bau­art­be­ding­te Höchst­ge­schwin­dig­keit nied­ri­ger ist. Ein al­len­falls vor­han­de­nes Höchst­ge­schwin­dig­keits­zei­chen muss an­ge­bracht blei­ben.308

307 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 14. Okt. 2009, in Kraft seit 1. April 2010 (AS 2009 5705).

308 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Nov. 2018, in Kraft seit 1. Fe­br. 2019 (AS 2019 253).

Art. 63 Schneeketten und Gleitschutzvorrichtungen  

1 Schnee­ket­ten so­wie ähn­li­che Gleit­schutz­vor­rich­tun­gen müs­sen auf Schnee und Eis das An­fah­ren, Brem­sen und die Sei­ten­füh­rung ge­währ­leis­ten; sie dür­fen die Stras­se nicht über­mäs­sig be­schä­di­gen.

2 ...309

309 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, mit Wir­kung seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

6. Kapitel: Lenkung

Art. 64  

1 Die Len­kung darf nur we­nig Spiel ha­ben und muss leicht be­dien­bar sein.

2 Er­for­dert die Be­tä­ti­gung der Len­kung beim Be­fah­ren ei­ner en­gen Kur­ve im 1. Gang ei­ne Kraft von mehr als 300 N, so ist ei­ne Lenk­hil­fe er­for­der­lich; fällt die­se aus, so darf die Be­tä­ti­gungs­kraft in den ers­ten sechs Se­kun­den 500 N nicht übers­tei­gen.310

3 Lenk­me­cha­nis­mus und Lenk­geo­me­trie müs­sen so aus­ge­legt und ein­ge­stellt sein, dass Len­kungs­schwin­gun­gen un­ter­blei­ben und das Fahr­zeug bei Nor­mal­la­ge der Len­kung ge­ra­de­aus fährt.

4 Bei Fahr­zeu­gen mit hy­drau­li­schen oder elek­tri­schen Len­kun­gen ist nö­ti­gen­falls ei­ne Warn­vor­rich­tung an­zu­brin­gen oder die Ge­schwin­dig­keit zu be­schrän­ken.

310 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. Sept. 1998, in Kraft seit 1. Okt. 1998 (AS 1998 2352).

7. Kapitel: Bremsen

Art. 65  

1 Mo­tor­fahr­zeu­ge und ih­re An­hän­ger müs­sen mit Brems­an­la­gen ver­se­hen sein, die es ge­stat­ten, das Fahr­zeug bei al­len vor­kom­men­den Ge­schwin­dig­kei­ten und Be­la­s­tun­gen zum Ste­hen zu brin­gen.

2 Sie müs­sen, je nach ih­rer Ka­te­go­ri­enein­tei­lung, mit ei­ner Be­triebs‑, Hilfs‑, Fest­stell- und Dau­er­brems­an­la­ge so­wie ei­nem au­to­ma­ti­schen Blo­ckier­ver­hin­de­rer (ABV) aus­ge­rüs­tet sein.

8. Kapitel: Aufbau, Innenraum

Art. 66 Fahrzeugaufbauten, Verschiedenes  

1 Fes­te und weg­nehm­ba­re Auf­bau­ten und ih­re Ver­bin­dung mit dem Fahr­ge­stell müs­sen den im Be­trieb auf­tre­ten­den Kräf­ten ge­wach­sen sein. Wech­se­lauf­bau­ten wie Con­tai­ner, Tan­kauf­bau­ten, Si­los und Wech­sel­la­de­brücken gel­ten als Fahr­zeug­tei­le.311

1bis Auf­bau­ten von Fahr­zeu­gen zum Sachen­trans­port mit ei­nem Ge­samt­ge­wicht über 3,50 t, die zum Trans­port fes­ter Gü­ter vor­ge­se­hen sind, müs­sen mit Be­fes­ti­gungs­vor­rich­tun­gen zur La­dungs­si­che­rung aus­ge­rüs­tet sein, die dem Stand der Tech­nik ent­spre­chen, wie er ins­be­son­de­re in der EN 12640 be­schrie­ben ist. Ver­stärk­te Auf­bau­ten, die der EN 12642 ent­spre­chen, kön­nen als Vor­rich­tun­gen zur La­dungs­si­che­rung an­er­kannt wer­den, wenn in ei­nem Be­la­dungs­kon­zept dar­ge­legt wird, wie die La­dung zur wir­kungs­vol­len Si­che­rung an­zu­ord­nen ist.312

1ter Kipp­ba­re Füh­rer­ka­bi­nen und Auf­bau­ten müs­sen ge­gen ein Zu­rück­kip­pen zu­ver­läs­sig ge­si­chert wer­den kön­nen.313

2 Füh­rer, Füh­re­rin­nen, Mit­fah­rer und Mit­fah­re­rin­nen müs­sen ge­gen ei­ne Be­rüh­rung mit den Rä­dern ge­schützt sein. Der Auf­bau bzw. die Ra­dab­de­ckun­gen314 müs­sen bei Ge­ra­de­aus­fahrt die gan­ze Brei­te der Rei­fen­lauf­flä­che oben und nach hin­ten bis 0,10 m über die Hö­he der Achs­mit­te de­cken.

3 Sa­ni­täre An­la­gen auf Fahr­zeu­gen müs­sen so ge­baut sein, dass kei­ne Flüs­sig­kei­ten oder an­de­re Ab­fäl­le auf die Fahr­bahn ge­lan­gen kön­nen.

4 Tü­ren, Kof­fer­de­ckel, Schie­be­dä­cher usw. müs­sen lei­se schliess­bar sein. Brem­sen, Sei­ten­la­den, An­hän­ger­kupp­lun­gen, an­ge­bau­te Ge­rä­te usw. dür­fen kei­nen ver­meid­­ba­ren Lärm ver­ur­sa­chen.

311 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. März 2012, in Kraft seit 1. Mai 2012 (AS 2012 1825).

312 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 2. März 2012 (AS 2012 1825). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

313 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

314 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133). Die­se Änd. wur­de im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.

Art. 67 Fahrzeuggestaltung, gefährliche Fahrzeugteile, Abdeckung von drehenden Teilen  

1 Fahr­zeu­ge dür­fen kei­ne schar­fen Spit­zen oder Kan­ten und kei­ne Vor­sprün­ge oder Öff­nun­genauf­wei­sen, die bei Kol­li­sio­nen ei­ne zu­sätz­li­che Ver­let­zungs­ge­fahr dar­stel­len. Dies gilt so­wohl für den In­nen­raum zum Schutz der In­sas­sen und In­sas­sin­nen als auch für die äus­se­re Fahr­zeug­ge­stal­tung, na­ment­lich zum Schutz von Fuss­gän­gern und Fuss­gän­ge­rin­nen und von Zwei­rad­fah­rern und Zwei­rad­fah­re­rin­nen.315

2 Fahr­zeug­tei­le, na­ment­lich Rück­spie­gel, Be­leuch­tungs­vor­rich­tun­gen, Schar­nie­re und Tür­grif­fe, müs­sen so ge­stal­tet, an­ge­bracht oder ge­schützt sein, dass die Ver­let­zungs­ge­fahr für In­sas­sen und In­sas­sin­nen und für Stras­sen­be­nüt­zer und -be­nüt­ze­rin­nen bei Un­fäl­len mög­lichst ge­ring ist und die Be­stim­mun­gen von An­hang 8 ein­ge­hal­ten sind. Un­ter­sagt sind un­nö­ti­ge, ge­fähr­li­che Tei­le, na­ment­lich aus­sen am Fahr­zeug; Front­schutz­bü­gel, Zier­fi­gu­ren und Ver­zie­run­gen sind zu­läs­sig, wenn sie An­hang 8 ent­spre­chen. Für Front­schutz­bü­gel bleibt Ar­ti­kel 104a Ab­satz 3 vor­be­hal­ten.316

3 An­schlüs­se für den An­trieb von An­hän­ge­r­ach­sen, Zapf­wel­len und der­glei­chen müs­sen mit wirk­sa­men Schutz­vor­rich­tun­gen ver­se­hen sein.

315 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

316 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

Art. 68 Markierungen  

1 Mit auf­fäl­li­gen, schrä­gen, rund 0,10 m brei­ten, gelb-schwar­zen oder rot-weis­sen Strei­fen, die re­tro­re­flek­tie­rend sein dür­fen, sind zu ver­se­hen:

a.
Fahr­zeu­ge, die we­gen ih­rer Bau­art oder ih­rer Ver­wen­dung für an­de­re Stras­sen­be­nüt­zer ei­ne nicht leicht er­kenn­ba­re Ge­fahr bil­den. Die Mar­kie­run­gen kön­nen vorn und hin­ten an­ge­bracht sein;
b.
Fahr­zeug­tei­le, An­bau- oder an­de­re Ge­rä­te, die nicht leicht er­kenn­bar mehr als 0,15 m seit­lich oder mehr als 1,00 m nach vor­ne oder nach hin­ten vors­te­hen.

2 Fahr­zeug­tei­le, An­bau- oder an­de­re Ge­rä­te kön­nen nö­ti­gen­falls durch ei­ne Hau­be oder einen Auf­satz mit der glei­chen Kenn­zeich­nung auf­fäl­lig ge­macht wer­den.

3 Last­wa­gen, Ar­beits­mo­tor­wa­gen, Trak­to­ren und An­hän­ger dür­fen hin­ten mit re­tro­re­flek­tie­ren­den und fluo­res­zie­ren­den Mar­kie­rungs­ta­feln ent­spre­chend dem UN­ECE-Re­gle­ment Nr. 70 und An­hang 4 ge­kenn­zeich­net sein.317

4 Mo­tor­wa­gen, Leicht-, Klein- und drei­räd­ri­ge Mo­tor­fahr­zeu­ge mit ei­ner bau­art­be­ding­ten Höchst­ge­schwin­dig­keit bis 45 km/h und ih­re An­hän­ger so­wie An­hän­ger, de­ren Höchst­ge­schwin­dig­keit auf ma­xi­mal 45 km/h be­schränkt ist, müs­sen mit ei­ner Heck­mar­kie­rungs­ta­fel ent­spre­chend den Be­stim­mun­gen des UN­ECE-Re­gle­men­tes Nr. 69 und von An­hang 4 Zif­fer 10 ge­kenn­zeich­net sein. Aus­ge­nom­men sind Trak­to­ren so­wie Fahr­zeu­ge mit ei­ner Brei­te von höchs­tens 1,30 m.318

5 He­be­büh­nen in Ar­beits­stel­lung oder her­un­ter­ge­klapp­te Heck­la­den kön­nen mit Warn­blink­lich­tern ge­mä­ss Ar­ti­kel 78 Ab­satz 2 sicht­bar ge­macht wer­den.

317 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Nov. 2018, in Kraft seit 1. Fe­br. 2019 (AS 2019 253).

318 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Jan. 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008355).

Art. 69 Aufschriften und Bemalungen, auffällige Markierungen 319  

1 Auf­schrif­ten und Be­ma­lun­gen auf Fahr­zeu­gen dür­fen die Auf­merk­sam­keit an­de­rer Stras­sen­be­nüt­zer und -be­nüt­ze­rin­nen nicht über­mäs­sig ab­len­ken. Sie dür­fen we­der selbst­leuch­tend, be­leuch­tet noch lu­mi­nes­zie­rend sein und re­tro­re­flek­tie­rend nur, wenn der Nach­weis er­bracht wird, dass sie den An­for­de­run­gen des UN­ECE-Re­gle­men­tes Nr. 104 ent­spre­chen.320

2 Mo­tor­fahr­zeu­ge und An­hän­ger dür­fen nach hin­ten wir­ken­de gel­be, ro­te oder weis­se und nach der Sei­te wir­ken­de gel­be oder weis­se re­tro­re­flek­tie­ren­de Strei­fen zur Kennt­lich­ma­chung nach dem UN­ECE-Re­gle­ment Nr. 104 auf­wei­sen. Für Fahr­zeu­ge, die nicht in den Gel­tungs­be­reich des UN­ECE‑Re­gle­ments Nr. 104 fal­len, gel­ten des­sen An­for­de­run­gen sinn­ge­mä­ss, wo­bei für Mo­tor­rä­der, Leicht-, Klein- und drei­räd­ri­ge Mo­tor­fahr­zeu­ge so­wie für Fahr­zeu­ge der Klas­se M1 schmä­le­re Strei­fen zu­läs­sig sind.321

2bis Fahr­zeu­ge der Klas­sen N2 mit ei­nem Ge­samt­ge­wicht über 7,50 t und N3, aus­ge­nom­men Sat­tel­schlep­per, so­wie O3 und O4 müs­sen bei ei­ner Brei­te von über 2,10 m nach hin­ten und bei ei­ner Län­ge von über 6,00 m nach der Sei­te ge­mä­ss dem UN­ECE-Re­gle­ment Nr. 48 kennt­lich ge­macht sein.322

3 Fahr­zeu­ge, die auf­grund ih­rer be­son­de­ren Ver­wen­dungs­art für an­de­re Ver­kehrs­teil­neh­mer und Ver­kehrs­teil­neh­me­rin­nen ei­ne nicht leicht er­kenn­ba­re Ge­fahr dar­stel­len kön­nen oder be­son­de­re Auf­merk­sam­keit ver­lan­gen, dür­fen so­wohl fluo­res­zie­rend als auch re­tro­re­flek­tie­rend ge­kenn­zeich­net sein.323

319 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Jan. 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008355).

320 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. Sept. 1998, in Kraft seit 1. Okt. 1998 (AS 1998 2352).

321 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

322 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 2. März 2012 (AS 2012 1825). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

323 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Nov. 2018, in Kraft seit 1. Fe­br. 2019 (AS 2019 253).

Art. 70 Werbung 324  

Für Wer­bung an Fahr­zeu­gen gel­ten die An­for­de­run­gen von Ar­ti­kel 69 Ab­satz 1. Die nach kan­to­na­lem Recht zu­stän­di­ge Be­hör­de kann bei Ver­an­stal­tun­gen Aus­nah­men ge­stat­ten.

324 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. März 2012, in Kraft seit 1. Mai 2012 (AS 2012 1825).

Art. 71 Türen 325  

1 Tü­ren müs­sen ge­gen un­ge­woll­tes Öff­nen ge­si­chert sein.

2 Für Tü­ren zu Räu­men, in de­nen sich wäh­rend der Fahrt Per­so­nen auf­hal­ten, gilt:

a.
Seit­li­che Tü­ren, bei Dop­pel­tü­ren der sich zu­erst öff­nen­de Teil, müs­sen die Schar­nie­re vorn ha­ben; aus­ge­nom­men da­von sind Tü­ren von Ar­beits­mo­tor­wa­gen, oben an­ge­schla­ge­ne Tü­ren, die im ge­öff­ne­ten Zu­stand das seit­li­che Fahr­zeug­pro­fil nicht über­ra­gen, und Tü­ren, bei de­nen ei­ne zu­sätz­li­che Si­che­rung vor­han­den ist, die ein un­ge­woll­tes Öff­nen wäh­rend der Fahrt ver­hin­dert.
b.
Au­to­ma­ti­sche oder fern­ge­steu­er­te Tü­ren müs­sen einen Klemm­schutz ha­ben und mit ei­ner Not­lö­se­vor­rich­tung von in­nen ge­öff­net wer­den kön­nen.326

3 Tü­ren in der Rück­wand müs­sen ei­ne Si­che­rung auf­wei­sen, die ver­hin­dert, dass sie beim Öff­nen un­ge­wollt seit­lich über die äus­sers­ten fest mit dem Fahr­zeug ver­bun­de­nen Tei­le hin­aus­ra­gen kön­nen. Aus­ge­nom­men sind Tü­ren, die zum Be- und Ent­la­den bis zum An­lie­gen an die Längs­sei­ten des Fahr­zeugs ge­öff­net und in die­ser Stel­lung ar­re­tiert wer­den kön­nen. Die Tü­ren von Auf­bau­ten zur Per­so­nen­be­för­de­rung müs­sen sich von in­nen öff­nen las­sen, aus­ge­nom­men bei Fahr­zeu­gen für po­li­zei­li­che Trans­por­te.327

4 und 5 ...328

325 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. März 2012, in Kraft seit 1. Mai 2012 (AS 2012 1825).

326 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. Sept. 1998, in Kraft seit 1. Okt. 1998 (AS 1998 2352).

327 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 10. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Okt. 2005 (AS 2005 4111).

328 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 2. März 2012, mit Wir­kung seit 1. Mai 2012 (AS 2012 1825).

Art. 71a Fenster und Sicht 329  

1 Der Füh­rer oder die Füh­re­rin muss, bei ei­ner Au­gen­hö­he von 0,75 m über der Sitz­flä­che, aus­ser­halb ei­nes Halb­krei­ses von 12,0 m Ra­di­us die Fahr­bahn frei über­bli­cken kön­nen. Die Zu­las­sungs­be­hör­de ver­fügt die er­for­der­li­chen Auf­la­gen (zu­sätz­li­che Spie­gel, Mit­fah­rer, Be­gleit­fahr­zeug), wenn die­se Be­din­gung bei Ar­beits­mo­tor­wa­gen nicht er­füllt ist.

2 Al­le Fens­ter­schei­ben bei Räu­men für Füh­rer, Füh­re­rin­nen, Mit­fah­rer und Mit­fah­re­rin­nen müs­sen aus Si­cher­heits­glas oder ei­nem ähn­li­chen Ma­te­ri­al be­ste­hen, das bei Bruch kei­ne er­heb­li­chen Ver­let­zun­gen ver­ur­sa­chen kann.

3 Wind­schutz­schei­ben müs­sen bei Bruch dem Füh­rer oder der Füh­re­rin noch ei­ne aus­rei­chen­de Durch­sicht er­mög­li­chen.

4 Schei­ben, die für die Sicht des Füh­rers oder der Füh­re­rin nö­tig sind, müs­sen ei­ne kla­re, ver­zer­rungs­freie Durch­sicht ge­stat­ten, wit­te­rungs­fest sein und auch nach län­ge­rem Ge­brauch min­des­tens 70 Pro­zent Licht durch­las­sen. An, vor oder hin­ter die­sen Schei­ben dür­fen kei­ne Ge­gen­stän­de an­ge­bracht wer­den, wel­che die Sicht des Füh­rers oder der Füh­re­rin be­ein­träch­ti­gen und die Licht­durch­läs­sig­keit un­ter 70 Pro­zent ver­min­dern. Aus­ge­nom­men sind Ge­gen­stän­de, die ge­setz­lich vor­ge­schrie­ben oder vor­ge­se­hen sind oder für den Ein­satz im Ord­nungs­dienst vor­über­ge­hend an­ge­bracht wer­den (z.B. Git­ter), so­wie Na­vi­ga­ti­ons­ge­rä­te aus­ser­halb des Sicht­krei­ses nach Ab­satz 1.

5 Blend­schutz­strei­fen oben an der Wind­schutz­schei­be sind zu­läs­sig, wenn der Füh­rer oder die Füh­re­rin bei ei­ner Au­gen­hö­he von 0,75 m über der Sitz­flä­che einen Ge­gen­stand in min­des­tens 4,00 m Hö­he auf ei­ne Di­stanz von 12,0 m un­ge­hin­dert er­ken­nen kann.

6 Farb­lo­se durch­sich­ti­ge Luft- und Re­gen­ab­wei­ser an Sei­ten­fens­tern sind zu­läs­sig, wenn der Füh­rer oder die Füh­re­rin un­ge­hin­dert auf die Rück­spie­gel se­hen kann.330

329 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 2. März 2012, in Kraft seit 1. Mai 2012 (AS 2012 1825).

330 Ein­ge­fügt durch ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Nov. 2018, in Kraft seit 1. Fe­br. 2019 (AS 2019 253).

Art. 72 Innenraum, Gurtverankerungen, Sicherheitsgurten, Kopfstützen, Airbag, Bedienungseinrichtungen 331  

1 Füh­rer, Füh­re­rin­nen, Mit­fah­rer und Mit­fah­re­rin­nen von Mo­tor­wa­gen müs­sen ge­gen das Her­aus­fal­len und ge­gen die Be­rüh­rung mit äus­se­ren Hin­der­nis­sen ge­schützt sein; Tritt­stu­fen und Ein­stie­ge müs­sen einen Gleit­schutz auf­wei­sen. Spit­zen, schar­fe Kan­ten und her­vor­ste­hen­de Tei­le im Fahr­zeu­gin­nern sind zu ver­mei­den, ab­zu­schir­men oder zu pols­tern.

2 Die Ver­an­ke­run­gen der Si­cher­heits­gur­ten müs­sen den fol­gen­den Re­ge­lun­gen ent­spre­chen:

a.
Ver­ord­nung (EG) Nr. 661/2009;
b.
Ver­ord­nung (EU) Nr. 168/2013 und de­le­gier­te Ver­ord­nung (EU) Nr. 3/2014;
c.
UN­ECE-Re­gle­ment Nr. 14; oder
d.
Ver­ord­nung (EU) Nr. 167/2013 und de­le­gier­te Ver­ord­nung (EU) Nr. 1322/2014.332

3 Die Ver­an­ke­run­gen der Si­cher­heits­gur­ten von quer zur Fahrtrich­tung an­ge­ord­ne­ten Sit­zen müs­sen den An­for­de­run­gen an Ver­an­ke­run­gen für Be­cken­gur­ten von nach vor­ne ge­rich­te­ten Sit­zen der je­wei­li­gen Fahr­zeug­klas­se ent­spre­chen, wo­bei die Prüf­kräf­te in Fahrtrich­tung auf­zu­brin­gen sind.333

4 Die Prüf­kräf­te für Si­cher­heits­gurt-Ver­an­ke­run­gen von Sit­zen, die für Kin­der vor­ge­se­hen sind, be­tra­gen 50 Pro­zent der Kräf­te, die für Ver­an­ke­run­gen der ent­spre­chen­den Er­wach­se­nen-Sit­ze vor­ge­se­hen sind.334

5 Die Si­cher­heits­gur­ten müs­sen den fol­gen­den Re­ge­lun­gen ent­spre­chen:

a.
Ver­ord­nung (EG) Nr. 661/2009;
b.
Ver­ord­nung (EU) Nr. 168/2013 und de­le­gier­te Ver­ord­nung (EU) Nr. 3/2014;
c
UN­ECE-Re­gle­ment Nr. 16; oder
d.
Ver­ord­nung (EU) Nr. 167/2013 und de­le­gier­te Ver­ord­nung (EU) Nr. 1322/2014.335

5bis Kopf­stüt­zen müs­sen den fol­gen­den UN­ECE-Re­gle­men­ten ent­spre­chen oder ein gleich­wer­ti­ges Schutz­ni­veau bie­ten:

a.
UN­ECE-Re­gle­ment Nr. 17;
b.
UN­ECE-Re­gle­ment Nr. 25; oder
c.
UN­ECE-Re­gle­ment Nr. 80. 336

6 Plät­ze, die für den Trans­port von Per­so­nen in Roll­stüh­len vor­ge­se­hen sind, müs­sen aus­rei­chen­de Si­che­rungs­mög­lich­kei­ten für die Roll­stüh­le und die dar­in be­find­li­chen Per­so­nen auf­wei­sen. Da­von aus­ge­nom­men sind Fahr­zeu­ge mit be­wil­lig­ten Steh­plät­zen.337

7 Frei­wil­lig ein­ge­bau­te Si­cher­heits­gur­ten müs­sen ei­ne Schut­z­wir­kung ent­fal­ten kön­nen, ty­pen­ge­neh­migt und zweck­mäs­sig an­ge­ord­net sein. Ih­re Ver­an­ke­rungs­punk­te müs­sen ge­nü­gend stark sein.338

8 Wer­den Air­bags durch an­de­re als vom Her­stel­ler oder der Her­stel­le­rin vor­ge­se­he­ne er­setzt oder zu­sätz­li­che Air­bags ein­ge­baut, müs­sen die­se nach dem UN­ECE-Re­gle­ment Nr. 114 ge­prüft und ge­kenn­zeich­net sein.339

9 Sind Bei­fah­rer­plät­ze mit Air­bags ver­se­hen, muss die Auf­schrift «Air­bag» oder ein dau­er­haf­ter, je­der­zeit sicht­ba­rer Hin­weis vor­han­den sein, der vor dem An­brin­gen von nach hin­ten ge­rich­te­ten Kin­der­rück­hal­te­vor­rich­tun­gen auf die­sen Sit­zen warnt. Aus­ge­nom­men sind Sys­te­me, bei de­nen je­de dies­be­züg­li­che Ge­fahr aus­ge­schlos­sen ist.340

10 Die Be­die­nungs­ein­rich­tun­gen müs­sen zweck­mäs­sig und die Kon­troll­ge­rä­te leicht ab­les­bar sein.341

331 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

332 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

333 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Aug. 2005, in Kraft seit 1. März 2006 (AS 2005 4515).

334 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Aug. 2005, in Kraft seit 1. März 2006 (AS 2005 4515).

335 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 17. Aug. 2005 (AS 2005 4515). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

336 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

337 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 17. Aug. 2005 (AS 2005 4515). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. März 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2007 (AS 20072109).

338 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 17. Aug. 2005, in Kraft seit 1. März 2006 (AS 2005 4515).

339 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 17. Aug. 2005, in Kraft seit 1. März 2006 (AS 2005 4515).

340 Ur­sprüng­lich Abs. 3bis. Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 2. Sept. 1998, in Kraft seit 1. Okt. 1998 (AS 1998 2352). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Aug. 2005, in Kraft seit 1. März 2006 (AS 2005 4515).

341 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 17. Aug. 2005, in Kraft seit 1. März 2006 (AS 2005 4515).

9. Kapitel: Beleuchtung

Art. 72a Massgebende Regelungen 342  

Lich­ter und Rück­strah­ler müs­sen ent­we­der den tech­ni­schen An­for­de­run­gen nach die­ser Ver­ord­nung oder den tech­ni­schen An­for­de­run­gen der fol­gen­den, für die Fahr­zeu­gart mass­ge­ben­den Re­ge­lun­gen ent­spre­chen:

a.
UN­ECE-Re­gle­ment Nr. 48;
b.
UN­ECE-Re­gle­ment Nr. 53;
c.
UN­ECE-Re­gle­ment Nr. 74;
d.
UN­ECE-Re­gle­ment Nr. 86;
e.
Ver­ord­nung (EU) Nr. 167/2013 und de­le­gier­te Ver­ord­nung (EU) 2015/208; oder
f.
Ver­ord­nung (EU) Nr. 168/2013 und de­le­gier­te Ver­ord­nung (EU) Nr. 3/2014.

342 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

Art. 73 Allgemeine Anforderungen an Lichter und Rückstrahler  

1 Die Lich­ter müs­sen so­li­de be­fes­tigt sein. Ge­gen das Ein­drin­gen von Was­ser und Staub müs­sen sie durch Glas oder durch Kunst­stoff, der sich nicht ver­formt, schwer brenn­bar ist und stets klar bleibt, ge­schützt sein. Bei far­bi­gem Licht muss die Fär­bung dau­er­haft sein. Be­ste­hen kei­ne spe­zi­el­len Vor­schrif­ten, dür­fen die fo­to­me­tri­schen Ei­gen­schaf­ten (wie Licht­stär­ke, Far­be oder sicht­ba­re leuch­ten­de Flä­che) ei­nes Lichts wäh­rend sei­nes Be­triebs nicht ab­sicht­lich ver­än­dert wer­den. Aus­tausch­ba­re Leucht­mit­tel müs­sen in­ter­na­tio­na­len Vor­schrif­ten ent­spre­chen.343

2 Paar­wei­se zu­sam­men­ge­hö­ren­de Lich­ter und Rück­strah­ler glei­cher Art müs­sen die glei­che Form, Stär­ke und Far­be auf­wei­sen so­wie sym­me­trisch zur Längsach­se des Fahr­zeugs in glei­cher Hö­he über dem Bo­den an­ge­bracht sein. Sie müs­sen mit Aus­nah­me der Park­lich­ter und der Ab­bie­ge­schein­wer­fer gleich­zei­tig auf­leuch­ten oder er­lö­schen.344

3 Zwei Lich­ter oder Rück­strah­ler glei­cher Funk­ti­on gel­ten als ein ein­zi­ges Licht oder ein ein­zi­ger Rück­strah­ler, wenn die Sum­me ih­rer Pro­jek­ti­ons­flä­chen in der Haupt­strahl­rich­tung min­des­tens 60 Pro­zent des In­halts ei­nes sie so eng wie mög­lich um­fas­sen­den Recht­ecks aus­macht und wenn sie als Lich­ter des Typs «D» ge­neh­migt und ent­spre­chend ge­kenn­zeich­net sind be­zie­hungs­wei­se wenn sie zu­sam­men die An­for­de­run­gen an einen ein­zi­gen Rück­strah­ler er­fül­len.345

4 Lich­ter ver­schie­de­ner Art und Rück­strah­ler kön­nen in ei­nem Be­leuch­tungs­kör­per ver­ei­nigt wer­den, wenn die Vor­schrif­ten für je­des Ele­ment ein­ge­hal­ten blei­ben und sie ein­an­der nicht be­ein­träch­ti­gen.

5 Für Far­be, An­bau, Be­leuch­tungs­stär­ke und Ein­stel­lung gilt An­hang 10.

343 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. März 2012, in Kraft seit 1. Mai 2012 (AS 2012 1825).

344 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 10. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Okt. 2005 (AS 2005 4111).

345 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 14. Okt. 2009, in Kraft seit 1. April 2010 (AS 2009 5705).

Art. 74 Fern- und Abblendlichter, Lichthupe  

1 Fern­lich­ter müs­sen die Fahr­bahn auf ei­ne Ent­fer­nung von we­nigs­tens 100 m aus­rei­chend be­leuch­ten. Ihr Leuch­ten muss dem Fahr­zeug­füh­rer oder der ‑füh­re­rin durch ein leicht sicht­ba­res Kon­troll­licht an­ge­zeigt wer­den. Beim Um­schal­ten auf die Ab­blend­lich­ter und um­ge­kehrt darf kein Licht­un­ter­bruch wahr­nehm­bar sein.

2 Ab­blend­lich­ter müs­sen einen nach oben deut­lich be­grenz­ten Licht­fleck oder ei­ne deut­li­che Hell-Dun­kel-Gren­ze auf­wei­sen, die ent­we­der durch­ge­hend waag­recht oder links der Schein­wer­fer­ach­se waag­recht ver­läuft und rechts da­von um höchs­tens 15° an­steigt. Ab­blend­lich­ter dür­fen gleich­zei­tig mit den Fern­lich­tern leuch­ten.

3 Als Licht­hu­pe kann das Fern­licht oder das Ab­blend­licht ver­wen­det wer­den. Beim Los­las­sen der Be­tä­ti­gungs­vor­rich­tung müs­sen die Licht­zei­chen auf­hö­ren. Beim Be­tä­ti­gen der Licht­hu­pe müs­sen die üb­ri­gen Lich­ter nicht mit­leuch­ten.

4 Mo­tor­wa­gen mit Ab­blend­lich­tern mit Licht­quel­len­ele­men­ten, de­ren ge­sam­ter Soll-Licht­strom 2000 Lu­men über­steigt, müs­sen ei­ne selbst­tä­tig ar­bei­ten­de Schein­wer­fer-Ver­stel­lein­rich­tung nach dem UN­ECE-Re­gle­ment Nr. 48 auf­wei­sen. Mo­tor­rä­der, Leicht-, Klein- und drei­räd­ri­ge Mo­tor­fahr­zeu­ge mit sol­chen Lich­tern müs­sen ei­ne Schein­wer­fer-Ver­stel­lein­rich­tung nach dem UN­ECE-Re­gle­ment Nr. 53 auf­wei­sen. Aus­ge­nom­men sind Fahr­zeu­ge, wel­che die Zif­fer 6.2.6.1 des UN­ECE-Re­gle­men­tes Nr. 48 be­zie­hungs­wei­se die Zif­fer 6.2.5.3 des UN­ECE-Re­gle­men­tes Nr. 53 auch oh­ne die­se Ver­stel­lein­rich­tung er­fül­len. Mo­tor­wa­gen mit sol­chen Lich­tern müs­sen zu­dem ei­ne Schein­wer­fer-Rei­ni­gungs­an­la­ge nach dem UN­ECE-Re­gle­ment Nr. 45 auf­wei­sen. Für Fahr­zeu­ge, die nicht in den Gel­tungs­be­reich der er­wähn­ten UN­ECE-Re­gle­men­te fal­len, gel­ten die vor­ste­hen­den Be­stim­mun­gen sinn­ge­mä­ss.346

5 Schein­wer­fer mit Ga­s­ent­la­dungs-Licht­quel­len müs­sen dem UN­ECE-Re­gle­ment Nr. 98 ent­spre­chen.347

346 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 2. Sept. 1998 (AS 1998 2352). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. März 2012, in Kraft seit 1. Mai 2012 (AS 2012 1825).

347 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 2. März 2012, in Kraft seit 1. Mai 2012 (AS 2012 1825).

Art. 75 Stand‑, Schluss‑, Markier‑, Park‑, Bremslichter und Kontrollschildbeleuchtung  

1 Stand‑, Schluss‑, Mar­kier- und Park­lich­ter dür­fen nicht blen­den und müs­sen nachts bei kla­rem Wet­ter auf ei­ne Ent­fer­nung von 300 m sicht­bar sein.

2 Stand-, Schluss-, Mar­kier­lich­ter und Kon­troll­schild­be­leuch­tung müs­sen stets leuch­ten, wenn die Fern-, Ab­blend- oder Ne­bel­lich­ter ein­ge­schal­tet sind. Die Stand-, Schluss- und Mar­kier­lich­ter kön­nen auch als Park­lich­ter die­nen, wenn sie nicht mehr als 0,40 m vom Fahr­zeugrand an­ge­bracht sind.348

3 Brems­lich­ter müs­sen bei Tag auf we­nigs­tens 100 m und in der Nacht auf we­nig­s­tens 300 m deut­lich er­kenn­bar sein, oh­ne zu blen­den. Sie müs­sen bei Be­tä­ti­gung je­der Be­triebs­brem­se auf­leuch­ten. Eben­falls auf­leuch­ten dür­fen sie bei Be­tä­ti­gung der Dau­er­brem­se oder ei­ner ähn­li­chen Ein­rich­tung. Wenn sie mit den Schluss­lich­tern ver­ei­nigt sind, müs­sen sie sich durch die Leucht­stär­ke deut­lich von ih­nen un­ter­schei­den.

4 Das zu­sätz­li­che Brems­licht muss hin­ten in der Mit­te in­nen oder aus­sen am Fahr­zeug an­ge­bracht sein. Ei­ne Kom­bi­na­ti­on mit an­dern Lich­tern ist nicht zu­läs­sig. Ist ei­ne An­brin­gung in der Mit­te aus tech­ni­schen Grün­den nicht mög­lich, z. B. bei Dop­pel­tü­ren hin­ten, so kön­nen wahl­wei­se ein um 150 mm seit­lich ver­setz­tes oder zwei mög­lichst na­he bei­ein­an­der lie­gen­de zu­sätz­li­che Brems­lich­ter an­ge­bracht wer­den.

5 Die Kon­troll­schild­be­leuch­tung muss das hin­te­re Kon­troll­schild mög­lichst gleich­mäs­sig be­leuch­ten, so dass es nachts bei kla­rem Wet­ter aus ei­ner Ent­fer­nung von we­nigs­tens 20 m leicht ab­ge­le­sen wer­den kann. Es darf kein di­rek­tes Licht von hin­ten sicht­bar sein. Die Be­stim­mung von Ar­ti­kel 73 Ab­satz 2 be­tref­fend die sym­me­tri­sche An­ord­nung zur Längsach­se des Fahr­zeugs ist nicht an­wend­bar.349

348 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 10. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Okt. 2005 (AS 2005 4111).

349 Satz ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 2. Sept. 1998, in Kraft seit 1. Okt. 1998 (AS 1998 2352).

Art. 76 Nebel- und Nebelschlusslichter, Tagfahrlichter und Abbiegescheinwerfer 350  

1 Ne­bel­lich­ter müs­sen ein breit­strah­len­des, nach oben gut ab­ge­grenz­tes Licht er­zeu­gen; sie dür­fen nur zu den Stand­lich­tern, den Ab­blend­lich­tern, den Fern­lich­tern oder ei­ner Kom­bi­na­ti­on die­ser Lich­ter zu­ge­schal­tet wer­den kön­nen. Der obe­re Rand ih­rer Leucht­flä­che darf nicht über je­nem der Ab­blend­lich­ter lie­gen.

2 Ne­bel­schluss­lich­ter müs­sen we­nigs­tens 100 mm von den Brems­lich­tern ent­fernt an­ge­bracht sein. Wer­den zwei Ne­bel­schluss­lich­ter mon­tiert, muss ei­nes in der lin­ken Hälf­te, das an­de­re in der rech­ten Hälf­te der Fahr­zeugrück­sei­te sym­me­trisch zur Längsach­se in glei­cher Hö­he an­ge­bracht sein. Ist nur ein Ne­bel­schluss­licht mon­tiert, muss es in der lin­ken Hälf­te oder in der Mit­te der Fahr­zeugrück­sei­te an­ge­bracht sein.351

3 Ne­bel­schluss­lich­ter müs­sen dem UN­ECE-Re­gle­ment Nr. 38 ent­spre­chen.352

4 Die An­for­de­run­gen an die elek­tri­sche Schal­tung der Ne­bel­schluss­lich­ter rich­ten sich bei Mo­tor­wa­gen nach dem UN­ECE-Re­gle­ment Nr. 48, bei Trak­to­ren nach der Ver­ord­nung (EU) Nr. 167/2013 und der de­le­gier­ten Ver­ord­nung (EU) 2015/208 und bei Mo­tor­rä­dern, Leicht-, Klein- und drei­räd­ri­gen Mo­tor­fahr­zeu­gen nach der Ver­ord­nung (EU) Nr. 168/2013 und der de­le­gier­ten Ver­ord­nung (EU) Nr. 3/2014.353

5 Die An­for­de­run­gen an Tag­fahr­lich­ter rich­ten sich nach dem UN­ECE-Re­gle­ment Nr. 87. Die An­for­de­run­gen an de­ren An­bau und Schal­tung rich­ten sich:

a.
für ein­spu­ri­ge Mo­tor­rä­der: nach dem UN­ECE-Re­gle­ment Nr. 53;
b.
für Leicht-, Klein- und drei­räd­ri­ge Mo­tor­fahr­zeu­ge so­wie für drei­räd­ri­ge Klein­mo­tor­rä­der: nach der Ver­ord­nung (EU) Nr. 168/2013 und der de­le­gier­ten Ver­ord­nung (EU) Nr. 3/2014;
c.
für Mo­tor­wa­gen, die in den Gel­tungs­be­reich der Ver­ord­nung (EU) Nr. 167/2013 fal­len: nach der Ver­ord­nung (EU) 2015/208 oder nach dem UN­ECE-Re­gle­ment Nr. 86;
d.
für die üb­ri­gen Mo­tor­wa­gen: nach dem UN­ECE-Re­gle­ment Nr. 48.354

5bis Bei Fahr­zeu­gen des Mi­li­tärs, der Po­li­zei und des Zolls dür­fen die Tag­fahr­lich­ter ma­nu­ell aus­schalt­bar sein.355

6 Die An­for­de­run­gen an Ab­bie­ge­schein­wer­fer rich­ten sich nach dem UN­ECE-Re­gle­ment Nr. 119, die An­for­de­run­gen an den An­bau nach dem UN­ECE-Re­gle­ment Nr. 48.356

350 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 10. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Okt. 2005 (AS 2005 4111).

351 Fas­sung des Sat­zes ge­mä­ss Ziff. I der V vom 6. Sept. 2000, in Kraft seit 15. Okt. 2000 (AS 2000 2433).

352 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

353 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

354 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 2. Sept. 1998 (AS 1998 2352). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

355 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

356 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 10. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Okt. 2005 (AS 2005 4111).

Art. 77 Rückfahrlichter und Rückstrahler  

1 Rück­fahr­lich­ter dür­fen nicht blen­den und nur die nä­he­re Um­ge­bung hin­ter dem Fahr­zeug be­leuch­ten. Ha­ben sie ge­rich­te­tes Licht, so muss die Mit­te des Strah­len­bün­dels in höchs­tens 15 m Ent­fer­nung auf die Fahr­bahn auf­tref­fen. Zu­sätz­li­che Rück­fahr­lich­ter nach Ar­ti­kel 110 Ab­satz 2 Buch­sta­be f und Ar­ti­kel 193 Ab­satz 1 Buch­sta­be q dür­fen auch die nä­he­re Um­ge­bung ne­ben dem Fahr­zeug be­leuch­ten. Die Rück­fahr­lich­ter müs­sen bei Vor­wärts­fahrt und beim Aus­schal­ten der Zün­dung er­lö­schen oder, wenn das Fahr­zeug kei­ne elek­tri­sche Zün­dung hat, beim Aus­schal­ten des Haupt­kon­tak­tes oder der Fern- und Ab­blend­lich­ter.357

2 Rück­strah­ler müs­sen dem UN­ECE-Re­gle­ment Nr. 3 ent­spre­chen.358

3 Sie sind so an­zu­brin­gen, dass sie das Licht am stärks­ten waag­recht und in der Fahr­zeuglängsach­se, bei seit­li­chen Rück­strah­lern senk­recht zu die­ser Ach­se zu­rück­wer­fen und sie im Schei­ne ei­nes Mo­tor­fahr­zeug-Fern­lich­tes auf ei­ne Ent­fer­nung von min­des­tens 150 m auf­fal­len.

357 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 10. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Okt. 2005 (AS 2005 4111).

358 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

Art. 78 Warnblinklichter, Blaulichter, gelbe Gefahrenlichter und weitere Beleuchtungseinrichtungen 359  

1 Als Warn­blink­lich­ter zur Kenn­zeich­nung des Fahr­zeugs kön­nen die Rich­tungs­blin­ker oder die Brems­lich­ter so ge­schal­tet wer­den, dass sie zu­sam­men auf­leuch­ten und er­lö­schen. Zum Ein­schal­ten ist ein se­pa­ra­ter Schal­ter er­for­der­lich. Die Blink­­fre­quenz muss 90 ± 30 pro Mi­nu­te be­tra­gen. Ei­ne Kon­troll­lam­pe muss dem Fahr­zeug­füh­rer oder der -füh­re­rin an­zei­gen, wenn die Warn­blink­an­la­ge ein­ge­schal­tet ist.

2 Als Warn­blink­lich­ter zur Kenn­zeich­nung von He­be­büh­nen, her­un­ter­ge­klapp­ten Heck­la­den oder ge­öff­ne­ten Heck­tü­ren gel­ten dar­an fest an­ge­brach­te Blink­lich­ter. Sie müs­sen gel­bes Blink­licht mit ei­ner Blink­fre­quenz von 90 ± 30 pro Mi­nu­te aus­strah­len. Sie kön­nen zu den Warn­blink­lich­tern nach Ab­satz 1 zu­ge­schal­tet wer­den. An­hang 10 Zif­fern 21, 312 und 322 ist nicht an­wend­bar.360

3 Die An­for­de­run­gen an Blau­lich­ter und gel­be Ge­fah­ren­lich­ter rich­ten sich nach dem UN­ECE-Re­gle­ment Nr. 65. Blau­lich­ter müs­sen, un­ter Vor­be­halt von Ar­ti­kel 110 Ab­satz 3 Buch­sta­be a Zif­fern 2–4 so­wie von Ar­ti­kel 141 Ab­satz 2 Buch­sta­be a, rund­um blin­ken. Gel­be Ge­fah­ren­lich­ter müs­sen ent­spre­chend der Art der Ge­fahr, die vom be­tref­fen­den Fahr­zeug aus­geht, vor­wärts, rück­wärts oder nach der Sei­te blin­ken. Das Leuch­ten der Blau­lich­ter und der gel­ben Ge­fah­ren­lich­ter muss dem Fahr­zeug­füh­rer oder der Fahr­zeug­füh­re­rin durch ei­ne Kon­trol­lein­rich­tung an­ge­zeigt wer­den.361

4 Das Not­fall­kenn­zei­chen für Ärz­te­fahr­zeu­ge wird auf dem Fahr­zeug­dach be­fes­tigt. Die Vor­rich­tung darf gel­bes Blink­licht mit der glei­chen Blink­fre­quenz aus­strah­len wie die Warn­blink­lich­ter. Es sind fol­gen­de Aus­füh­run­gen mög­lich:

a.
ein keil­för­mi­ges Ge­häu­se aus gel­bem, durch­schei­nen­dem Kunst­stoff (Grund­flä­che ca. 0,26 m × 0,18 m, Hö­he ca. 0,13 m), das als Sym­bol auf al­len vier Sei­ten ein schwar­zes Kreuz auf weis­sem Feld und auf der Vor­der- und Rück­sei­te in schwar­zer Far­be die Auf­schrift «Arzt/Not­fall» oder «Ärz­tin/Not­fall» trägt;
b.
ein höchs­tens 0,20 m ho­hes, nach vor­ne und nach hin­ten wir­ken­des Kenn­zei­chen mit der in schwar­zer Far­be auf gel­bem Grund ver­se­he­nen Auf­schrift «Arzt/Not­fal­lein­satz» oder «Ärz­tin/Not­fal­lein­satz».

5 Ar­beits­lich­ter dür­fen nicht blen­den und nur das Fahr­zeug und sei­ne un­mit­tel­ba­re Um­ge­bung be­leuch­ten. Ihr Leuch­ten muss durch ei­ne Kon­troll­lam­pe an­ge­zeigt wer­den, wenn es für den Fahr­zeug­füh­rer oder die -füh­re­rin nicht leicht sicht­bar ist.

359 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Jan. 2015, in Kraft seit 1. April 2015 (AS 2015 465).

360 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

361 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Nov. 2018, in Kraft seit 1. Fe­br. 2019 (AS 2019 253).

Art. 79 Richtungsblinker  

1 Rich­tungs­blin­ker müs­sen bei kla­rer Sicht nachts we­nigs­tens auf 300 m und tags­über we­nigs­tens auf 100 m sicht­bar sein, oh­ne zu blen­den.

2 Die Rich­tungs­blin­ker müs­sen spä­tes­tens ei­ne Se­kun­de nach dem Ein­schal­ten auf­leuch­ten und ei­ne Blink­fre­quenz von 90 ± 30 pro Mi­nu­te auf­wei­sen. Sie müs­sen je Sei­te vorn, seit­lich und hin­ten gleich­zei­tig auf­leuch­ten oder er­lö­schen.

3 Ei­ne Kon­trol­lein­rich­tung muss die Funk­ti­on an­zei­gen. Sie kann akus­tisch oder op­tisch oder bei­des sein.

4 Die all­ge­mei­nen An­for­de­run­gen an die Lich­ter nach Ar­ti­kel 73 gel­ten sinn­ge­mä­ss.

10. Kapitel: Weitere Anforderungen und Zusatzausrüstungen

Art. 80 Elektrische Anlage, elektromagnetische Verträglichkeit und Funkanlagen 362  

1 Elek­tri­sche Lei­tun­gen müs­sen den auf­tre­ten­den Strom­stär­ken ge­nü­gen, iso­liert, ge­gen Rei­bung und Ent­flam­mung mög­lichst ge­schützt und nö­ti­gen­falls mit Si­che­run­gen ver­se­hen sein.

2 Die Bat­te­ri­en sind so an­zu­brin­gen oder zu schüt­zen, dass kei­ne Flüs­sig­keit aus­lau­fen kann und kein Kurz­schluss oder Brand zu be­fürch­ten ist.

3 Die elek­tri­sche An­la­ge, auch zu­sätz­li­che Mo­to­ren, darf den Ra­dio- und Fern­seh­emp­fang so­wie Fern­mel­de­an­la­gen nicht stö­ren. Die An­for­de­run­gen an die elek­tro­ma­gne­ti­sche Ver­träg­lich­keit rich­ten sich nach An­hang 12.363

4 Für Fahr­zeu­gein­rich­tun­gen, die Funkan­wen­dun­gen nut­zen, blei­ben die Be­stim­mun­gen der Ver­ord­nung vom 25. No­vem­ber 2015364 über Fern­mel­de­an­la­gen vor­be­hal­ten; zu­stän­di­ge Be­hör­de ist das BA­KOM.365

362 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Nov. 2018, in Kraft seit 1. Fe­br. 2019 (AS 2019 253).

363 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

364 SR 784.101.2

365 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 14. Okt. 2009 (AS 2009 5705). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Nov. 2018, in Kraft seit 1. Fe­br. 2019 (AS 2019 253).

Art. 81 Scheibenwischer, Scheibenwaschanlage, Defroster und Ventilation 366  

1 Wind­schutz­schei­ben, über die der Füh­rer oder die Füh­re­rin nicht leicht hin­weg­se­hen kann, müs­sen mit kräf­ti­gen Schei­ben­wi­schern, die ein aus­rei­chen­des Sicht­feld be­strei­chen, und mit ei­ner Schei­ben­wasch­an­la­ge ver­se­hen sein.

2 Die Schei­ben­wi­scher müs­sen selbst­tä­tig wir­ken und min­des­tens 40 ein­fa­che Be­we­gun­gen pro Mi­nu­te aus­füh­ren kön­nen.

3 In ge­schlos­se­nen Füh­rer­ka­bi­nen muss ei­ne Vor­rich­tung (De­fros­ter, Ven­ti­la­ti­on) das Be­schla­gen oder Ver­ei­sen der Wind­schutz­schei­be wäh­rend der Fahrt min­des­tens im Wir­kungs­be­reich der Schei­ben­wi­scher ver­hin­dern.

366 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 10. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Okt. 2005 (AS 2005 4111).

Art. 82 Akustische Warnvorrichtungen, andere Tonerzeuger, Aussenlautsprecher  

1 Mo­tor­fahr­zeu­ge müs­sen mit min­des­tens ei­ner akus­ti­schen Warn­vor­rich­tung aus­ge­rüs­tet sein. Zu­läs­sig sind nur Vor­rich­tun­gen, die einen un­un­ter­bro­che­nen, gleich­blei­ben­den Ton oder Ak­kord er­zeu­gen. Die Prüf­be­din­gun­gen und Laut­stär­ken rich­ten sich nach An­hang 11.

1bis Fahr­zeu­ge mit elek­tri­schem An­trieb dür­fen mit ei­nem akus­ti­schen Fahr­zeug-Warn­sys­tem zur Si­cher­stel­lung der Hör­bar­keit aus­ge­rüs­tet sein, das dem Stand der Tech­nik ent­spricht, wie er ins­be­son­de­re in der Ver­ord­nung (EU) Nr. 540/2014 be­schrie­ben ist. Sol­che akus­ti­schen Fahr­zeug-Warn­sys­te­me un­ter­ste­hen nicht der Ty­pen­ge­neh­mi­gung.367

1ter Ab­fall­sam­mel­fahr­zeu­ge, die der EN 1501 ent­spre­chen, dür­fen mit ei­ner Vor­rich­tung zur akus­ti­schen War­nung vor dem Rück­wärts­fah­ren nach Zif­fer 7.1.2.1 die­ser Norm aus­ge­rüs­tet sein. An­de­re Fahr­zeu­ge mit ei­nem Ge­samt­ge­wicht über 3,50 t dür­fen mit ei­ner Vor­rich­tung zur akus­ti­schen War­nung vor dem Rück­wärts­fah­ren aus­ge­rüs­tet sein, wenn die­se Vor­rich­tung der EN 7731 ent­spricht und sich vom Fah­rer­platz aus ab­schal­ten lässt.368

2 Mo­tor­fahr­zeu­ge mit Blau­licht sind mit ei­nem wech­sel­tö­ni­gen Zwei­klang­horn zu ver­se­hen; Fahr­zeu­ge im Li­ni­en­ver­kehr auf Berg­post­stras­sen dür­fen ein wech­sel­tö­ni­ges Drei­klang­horn auf­wei­sen. Die Prüf­be­din­gun­gen und Laut­stär­ken rich­ten sich nach An­hang 11.

3 Von den Ge­mein­den be­zeich­ne­te Mo­tor­fahr­zeu­ge des Zi­vil­schut­zes, der Po­li­zei und an­de­rer ge­mein­de­ei­ge­ner Diens­te so­wie Mi­li­tär­fahr­zeu­ge dür­fen mit ei­ner Zi­vil­schutz­alarm­an­la­ge aus­ge­rüs­tet sein. Die­se Alarm­an­la­ge un­ter­steht nicht der Ty­pen­ge­neh­mi­gung.369

4 Nicht vor­ge­se­he­ne Ton­er­zeu­ger, be­son­ders Si­re­nen und an­de­re gel­len­de Warn­vor­rich­tun­gen, Phan­ta­sie­si­gna­le wie Glo­cken, Klin­geln und Tier­stim­men so­wie Aus­puff­hör­ner sind ver­bo­ten.

5 Aus­sen­laut­spre­cher sind nur in den fol­gen­den Fäl­len mit Be­wil­li­gung der zu­stän­di­gen Be­hör­de zu­läs­sig:

a.
für Fahr­zeu­ge nach Ab­satz 3;
b.
für Fahr­zeu­ge im Li­ni­en­ver­kehr;
c.370
für Fahr­zeu­ge der Po­li­zei, des Zolls und der Feu­er­wehr;
d.
für Mi­li­tär­fahr­zeu­ge;
e.
für Fahr­zeu­ge, die in­fol­ge Son­der­schutz­mass­nah­men (Pan­ze­rung) Sei­ten­schei­ben auf­wei­sen, die nicht oder nur zum Teil ge­öff­net wer­den kön­nen;
f.
für Fahr­zeu­ge, die wäh­rend be­son­de­ren Ver­an­stal­tun­gen zum Ein­satz kom­men.

367 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 2. März 2012 (AS 2012 1825). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

368 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

369 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. März 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2007 (AS 20072109).

370 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. März 2012, in Kraft seit 1. Mai 2012 (AS 2012 1825).

Art. 83 Allgemeine Anforderungen an Fahrzeugalarmsysteme  

1 Fahr­zeu­g­a­larm­sys­te­me (FAS) sind fest ein­ge­bau­te Ein­rich­tun­gen, die Schutz vor Ein­wir­kun­gen am oder im Fahr­zeug bie­ten und der wi­der­recht­li­chen Ver­wen­dung ei­nes da­mit aus­ge­rüs­te­ten Fahr­zeu­ges ent­ge­gen­wir­ken sol­len. Sind sie nicht nach der Ver­ord­nung (EG) Nr. 661/2009 oder dem UN­ECE-Re­gle­ment Nr. 97 oder Nr. 116 ge­neh­migt, so müs­sen sie den Ar­ti­keln 83–88 ent­spre­chen.371

2 Ein FAS muss min­des­tens das Öff­nen ei­ner Fahr­zeug­tü­re, der Mo­tor­hau­be oder des De­ckels des Kof­fer­rau­mes fest­stel­len und ein akus­ti­sches Warn­si­gnal aus­lö­sen kön­nen.

3 Zu­läs­sig sind zu­sätz­li­che Kom­po­nen­ten wie «Ul­tra­schall-In­nen­raum­sen­so­ren», «In­fra­rot-In­nen­raum­sen­so­ren», «Weg­fahr­sper­ren», «Nei­gungs­ge­ber» und «Pa­nik­alarm­funk­tio­nen».

4 Nicht zu­läs­sig sind FAS, die wäh­rend der Fahrt auf Mo­tor, Ge­trie­be, Brems­an­la­ge oder Len­kung ein­wir­ken kön­nen, und Kom­po­nen­ten, die auf Er­schüt­te­run­gen des Fahr­zeu­ges rea­gie­ren.

5 Das FAS muss be­züg­lich Be­triebs­si­cher­heit fol­gen­den An­for­de­run­gen ge­nü­gen:

a.
der Ein­bau darf die Be­triebs­si­cher­heit des da­mit aus­ge­rüs­te­ten Fahr­zeu­ges nicht be­ein­träch­ti­gen;
b.
ei­ne Funk­ti­ons­stö­rung des FAS darf kei­nen Ein­fluss auf die Be­triebs­si­cher­heit des Fahr­zeu­ges ha­ben;
c.
die Ein­zel­tei­le des FAS und die da­mit ver­bun­de­nen Kom­po­nen­ten müs­sen so ge­baut und im Fahr­zeug un­ter­ge­bracht sein, dass das Ri­si­ko ei­ner Aus­ser­be­triebs­set­zung oder Zer­stö­rung von nicht be­rech­tig­ter Sei­te her mög­lichst klein ist.

371 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2016, in Kraft seit 15. Jan. 2017 (AS 2016 5133).

Art. 84 Anfälligkeit auf Fehlalarme