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Verordnung
über Bau und Betrieb der Eisenbahnen
(Eisenbahnverordnung, EBV)

vom 23. November 1983 (Stand am 1. Januar 2021)

Der Schweizerische Bundesrat,

gestützt auf die Artikel 17 Absatz 2 und 97 des Eisenbahngesetzes
vom 20. Dezember 19571 (EBG),
Artikel 3 Absatz 2 Buchstabe c des Elektrizitätsgesetzes vom 24. Juni 19022 (EleG)
und Artikel 9 des Trolleybus-Gesetzes vom 29. März 19503,4

verordnet:

1 SR 742.101

2 SR 734.0

3 SR 744.21

4 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2011, in Kraft seit 1. Juli 2012 (AS 2011 6233).

1. Kapitel: Allgemeine Bestimmungen

1. Abschnitt: Gegenstand, Zweck und Geltungsbereich 5

5 Eingefügt durch Ziff. I der V vom 29. Mai 2013, in Kraft seit 1. Juli 2013 (AS 2013 1659).

Art. 1 Gegenstand, Zweck und Geltungsbereich  

1 Die­se Ver­ord­nung re­gelt die Pla­nung, den Bau, den Be­trieb, die In­stand­hal­tung so­wie den Rück­bau von:

a.
Bau­ten, An­la­gen und Fahr­zeu­gen der Ei­sen­bah­nen;
b.
elek­tri­schen Tei­len von Trol­ley­bus­an­la­gen und -fahr­zeu­gen.6

2 Sie bezweckt ins­be­son­de­re die Si­cher­heit der Ei­sen­bah­nen.

3 Sie gilt für al­le dem EBG un­ter­ste­hen­den Ei­sen­bah­nen so­wie für die elek­tri­schen Tei­le von Trol­ley­bus­an­la­gen und -fahr­zeu­gen.7

6 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2011, in Kraft seit 1. Ju­li 2012 (AS 2011 6233).

7 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2011, in Kraft seit 1. Ju­li 2012 (AS 2011 6233).

2. Abschnitt: Sicherheit 8

8 Eingefügt durch Ziff. I der V vom 29. Mai 2013, in Kraft seit 1. Juli 2013 (AS 2013 1659).

Art. 2 Grundsätze, anerkannte Regeln der Technik, Stand der Technik 9  

1 Die Bau­ten, An­la­gen, Fahr­zeu­ge und ih­re Tei­le müs­sen so ge­plant und ge­baut wer­den, dass sie si­cher be­trie­ben und sach­ge­recht in­stand ge­hal­ten wer­den kön­nen.

2 Die Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen be­zeich­nen die tech­ni­schen Nor­men, die ge­eig­net sind, Vor­schrif­ten der Ei­sen­bahn­ge­setz­ge­bung zu kon­kre­ti­sie­ren. So­weit mög­lich be­zeich­nen sie eu­ro­pä­isch har­mo­ni­sier­te Nor­men.

3 Sind kei­ne tech­ni­schen Nor­men be­zeich­net wor­den oder feh­len sie, so sind die an­er­kann­ten Re­geln der Tech­nik an­zu­wen­den.

4 Dar­über hin­aus ist der Stand der Tech­nik zu be­rück­sich­ti­gen, wenn da­durch ein Ri­si­ko mit ver­hält­nis­mäs­si­gem Auf­wand wei­ter re­du­ziert wer­den kann.

5 Sind Tei­le oder Werk­stof­fe für die Si­cher­heit we­sent­lich, so muss nach­ge­wie­sen wer­den kön­nen, dass ih­re Ei­gen­schaf­ten und ihr Zu­stand den An­for­de­run­gen nach die­sem Ar­ti­kel ent­spre­chen.

9 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2011, in Kraft seit 1. Ju­li 2012 (AS 2011 6233).

Art. 2a Prüfung der Sicherheit durch das BAV 10  

Das Bun­des­amt für Ver­kehr (BAV) prüft die si­cher­heits­re­le­van­ten Aspek­te nach Ar­ti­kel 17c EBG ri­si­ko­ori­en­tiert:

a.
auf der Grund­la­ge von Kon­for­mi­täts­be­schei­ni­gun­gen (Art. 15k und 15l), Prüf­be­rich­ten Sach­ver­stän­di­ger (Art. 6 Abs. 3, 8a Abs. 4 und 15m) oder Si­cher­heits­be­wer­tungs­be­rich­ten (Art. 8c Abs. 2); oder
b.
in­dem es Stich­pro­ben vor­nimmt.

10 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 16. Nov. 2011 (AS 2011 6233). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 29. Mai 2013, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1659).

Art. 3 Berücksichtigung anderer Interessen  

1 Den Be­lan­gen der Raum­pla­nung, des Um­welt­schut­zes und des Na­tur- und Hei­mat­schut­zes ist be­reits bei der Pla­nung und Pro­jek­tie­rung Rech­nung zu tra­gen.

2 Die Be­dürf­nis­se der Be­hin­der­ten sind an­ge­mes­sen zu be­ach­ten.

Art. 4 Ergänzende Vorschriften 11  

Er­gän­zend zu die­ser Ver­ord­nung sind ins­be­son­de­re an­wend­bar:

a.12
Ver­ord­nung vom 2. Fe­bru­ar 200013 über das Plan­ge­neh­mi­gungs­ver­fah­ren für Ei­sen­bahn­an­la­gen (VP­VE);
b.
Stör­fall­ver­ord­nung vom 27. Fe­bru­ar 199114;
c.
Ver­ord­nung vom 23. De­zem­ber 199915 über den Schutz vor nich­tio­ni­sie­ren­der Strah­lung;
d.16
Strom­ver­sor­gungs­ver­ord­nung vom 14. März 200817.

11 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2011, in Kraft seit 1. Ju­li 2012 (AS 2011 6233).

12 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 19. Sept. 2014, in Kraft seit 1. Nov. 2014 (AS 2014 3169).

13 SR 742.142.1

14 SR 814.012

15 SR 814.710

16 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 18. Nov. 2015, in Kraft seit 1. Ju­li 2016 (AS 2015 4961).

17 SR 734.71

Art. 5 Abweichungen von den Vorschriften 18  

1 Das BAV kann in Aus­nah­me­fäl­len Ab­wei­chun­gen von Vor­schrif­ten die­ser Ver­ord­nung und ih­rer Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen an­ord­nen, um Ge­fah­ren für Men­schen, Sa­chen oder wich­ti­ge Rechts­gü­ter ab­zu­wen­den.19

2 Es kann in Ein­zel­fäl­len Ab­wei­chun­gen be­wil­li­gen, wenn der Ge­such­stel­ler nach­weist, dass die In­te­r­ope­ra­bi­li­tät im grenz­über­schrei­ten­den und im na­tio­na­len Ver­kehr da­durch nicht be­ein­träch­tigt wird und:

a.
der glei­che Grad an Si­cher­heit ge­währ­leis­tet ist; oder
b.
kein in­ak­zep­ta­bles Ri­si­ko ent­steht und al­le ver­hält­nis­mäs­si­gen ri­si­ko­re­du­zie­ren­den Mass­nah­men er­grif­fen wer­den.20

3 Es kann Plan­ge­neh­mi­gungs- und Be­triebs­be­wil­li­gungs­ge­su­che auf Grund­la­ge der Vor­schrif­ten be­wil­li­gen, die bei Ein­gang des voll­stän­di­gen Ge­suchs gel­ten, so­fern die Si­cher­heit und die In­te­r­ope­ra­bi­li­tät nicht be­ein­träch­tigt wer­den.21

18 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 4. Nov. 2009, in Kraft seit 1. Ju­li 2010 (AS 2009 5991).

19 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2011, in Kraft seit 1. Ju­li 2012 (AS 2011 6233).

20 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 29. Mai 2013, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1659).

21 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 29. Mai 2013, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1659).

Art. 5a Sicherheitsgenehmigung 22  

1 Das Ge­such der In­fra­struk­tur­be­trei­be­rin um Er­tei­lung oder Er­neue­rung ei­ner Si­cher­heits­ge­neh­mi­gung nach Ar­ti­kel 8a EBG muss hin­sicht­lich des Si­cher­heits­ma­na­ge­ment­sys­tems den An­for­de­run­gen nach Ar­ti­kel 9 der Richt­li­nie (EU) 2016/79823 und nach An­hang II der De­le­gier­ten Ver­ord­nung (EU) 2018/76224 ent­spre­chen.25

1bis Ent­spricht das Ge­such zu­sätz­lich den An­for­de­run­gen nach An­hang I der vor­ge­nann­ten Ver­ord­nung, so er­streckt sich die Si­cher­heits­ge­neh­mi­gung auch auf fol­gen­de Tä­tig­kei­ten:

a.
Fahr­ten zur In­stand­hal­tung der ei­ge­nen In­fra­struk­tur;
b.
In­ter­ven­ti­ons­fahr­ten;
c.
Ran­gier­dienst­leis­tun­gen auf ei­ge­ner In­fra­struk­tur;
d.
Fahr­ten im Rah­men ei­ner vom BAV über­tra­ge­nen Sys­tem­füh­rer­schaft;
e.
In­struk­ti­ons­fahr­ten.26

2 Will die In­fra­struk­tur­be­trei­be­rin den Be­trieb oder die In­fra­struk­tur so än­dern, dass die Vor­aus­set­zun­gen für die Er­tei­lung der Si­cher­heits­ge­neh­mi­gung über­prüft wer­den müs­sen, so muss sie das BAV recht­zei­tig dar­über un­ter­rich­ten; dies gilt ins­be­son­de­re dann, wenn sich Art oder Um­fang des Be­triebs we­sent­lich än­dert.

3 Das BAV ent­schei­det über das Ge­such um Er­tei­lung oder Er­neue­rung der Si­cher­heits­ge­neh­mi­gung in­ner­halb von vier Mo­na­ten nach Ein­gang.

22 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 29. Mai 2013, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1659).

23 Richt­li­nie (EU) 2016/798 des Eu­ro­päi­schen Par­la­ments und des Ra­tes vom 11. Mai 2016 über Ei­sen­bahn­si­cher­heit (Neu­fas­sung), Fas­sung ge­mä­ss ABl. L 138 vom 26.5.2016, S. 102.

24 De­le­gier­te Ver­ord­nung (EU) 2018/762 der Kom­mis­si­on vom 8. März 2018 über ge­mein­sa­me Si­cher­heits­me­tho­den be­züg­lich der An­for­de­run­gen an Si­cher­heits­ma­na­ge­ment­sys­te­me ge­mä­ss der Richt­li­nie (EU) 2016/798 des Eu­ro­päi­schen Par­la­ments und des Ra­tes und zur Auf­he­bung der Ver­ord­nun­gen (EU) Nr. 1158/2010 und (EU) Nr. 1169/2010, Fas­sung ge­mä­ss ABl. L 129 vom 25.5.2018, S. 26.

25 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 6. Nov. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3571).

26 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 6. Nov. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3571).

Art. 5b Sicherheitsbescheinigung 27  

1 Das Ge­such des Ei­sen­bahn­ver­kehrs­un­ter­neh­mens um Er­tei­lung oder Er­neue­rung ei­ner Si­cher­heits­be­schei­ni­gung nach Ar­ti­kel 8e EBG muss hin­sicht­lich des Si­cher­heits­ma­na­ge­ment­sys­tems den An­for­de­run­gen nach Ar­ti­kel 9 der Richt­li­nie (EU) 2016/79828 und nach An­hang I der De­le­gier­ten Ver­ord­nung (EU) 2018/76229 ent­spre­chen und die An­ga­ben nach An­hang I der Durch­füh­rungs­ver­ord­nung (EU) 2018/76330 ent­hal­ten.31

2 Will das Ei­sen­bahn­ver­kehrs­un­ter­neh­men den Be­trieb so än­dern, dass die Vor­aus­set­zun­gen für die Er­tei­lung der Si­cher­heits­be­schei­ni­gung über­prüft wer­den müs­sen, so muss es das BAV recht­zei­tig dar­über un­ter­rich­ten; dies gilt ins­be­son­de­re dann, wenn sich Art oder Um­fang des Be­triebs we­sent­lich än­dert.

3 Das BAV ent­schei­det über das Ge­such um Er­tei­lung oder Er­neue­rung der Si­cher­heits­be­schei­ni­gung in­ner­halb von drei Mo­na­ten nach Ein­gang der voll­stän­di­gen Ge­suchs­un­ter­la­gen.32

4 Es ent­zieht die Si­cher­heits­be­schei­ni­gung, wenn sie im ers­ten Jahr nach ih­rer Er­tei­lung nicht in der vor­ge­se­he­nen Wei­se ge­nutzt wur­de.33

27 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 29. Mai 2013, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1659).

28 Sie­he Fuss­no­te zu Art. 5a Abs. 1.

29 Sie­he Fuss­no­te zu Art. 5a Abs. 1.

30 Durch­füh­rungs­ver­ord­nung (EU) 2018/763 der Kom­mis­si­on vom 9. April 2018 über die prak­ti­schen Fest­le­gun­gen für die Er­tei­lung von ein­heit­li­chen Si­cher­heits­be­schei­ni­gun­gen an Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men ge­mä­ss der Richt­li­nie (EU) 2016/798 des Eu­ro­päi­schen Par­la­ments und des Ra­tes und zur Auf­he­bung der Ver­ord­nung (EG) Nr. 653/2007 der Kom­mis­si­on, Fas­sung ge­mä­ss ABl. L 129 vom 25.5.2018, S. 49.

31 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 6. Nov. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3571).

32 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 6. Nov. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3571).

33 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 5 der OBI-Ver­ord­nung vom 13. Mai 2020, in Kraft seit 1. Ju­li 2020 (AS 2020 1915).

Art. 5c Sicherheitsmanagementsystem und ergänzende Nachweise 34  

1 Der Ge­such­stel­ler muss mit sei­nem Si­cher­heits­ma­na­ge­ment­sys­tem nach Ar­ti­kel 8a Ab­satz 2 oder Ar­ti­kel 8e Ab­satz 2 EBG si­cher­stel­len, dass die Vor­schrif­ten ein­ge­hal­ten und al­le Ri­si­ken, die mit dem Be­trieb ver­bun­den sind, kon­trol­liert und ge­steu­ert wer­den.

2 So­weit der Ge­such­stel­ler nicht auf­zeigt, wie sein Si­cher­heits­ma­na­ge­ment­sys­tem die An­for­de­run­gen nach Ar­ti­kel 5a Ab­satz 1 oder Ar­ti­kel 5b Ab­satz 1 er­füllt, muss er er­gän­zen­de Nach­wei­se er­brin­gen.

34 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 29. Mai 2013, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1659).

Art. 5d Erleichterungen 35  

1 Ein Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men kann die Ge­su­che um Er­tei­lung oder Er­neue­rung ei­ner Si­cher­heits­ge­neh­mi­gung und ei­ner Si­cher­heits­be­schei­ni­gung ge­mein­sam stel­len und die Er­fül­lung der Vor­aus­set­zun­gen für die Er­tei­lung ge­mein­sam nach­wei­sen, wenn die Si­cher­heits­be­schei­ni­gung nur für den Ei­sen­bahn­ver­kehr auf ei­ge­ner In­fra­struk­tur gel­ten soll.

2 Ein An­schluss­gleis­be­nut­zer darf oh­ne Si­cher­heits­be­schei­ni­gung über den An­schluss­punkt hin­aus­fah­ren, so­fern:

a.
er sich auf der Grund­la­ge der von der In­fra­struk­tur­be­trei­be­rin zur Ver­fü­gung ge­stell­ten In­for­ma­tio­nen ver­ge­wis­sert hat, dass das Fahr­zeug mit der Stre­cke kom­pa­ti­bel ist; und
b.
die In­fra­struk­tur­be­trei­be­rin be­stä­tigt hat, dass der Fahr­weg zwi­schen dem An­schluss­gleis und dem be­nutz­ten Bahn­hof­gleis spur­be­wirk­ten Flan­ken­schutz ge­gen­über den mög­li­chen Zug­fahr­stras­sen auf­weist.36

35 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 29. Mai 2013, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1659).

36 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 6. Nov. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3571).

Art. 5e Verfahren des BAV 37  

Das Ver­fah­ren des BAV zur Er­tei­lung und Er­neue­rung rich­tet sich:

a.
bei der Si­cher­heits­ge­neh­mi­gung für In­fra­struk­tur­be­trei­be­rin­nen: nach Ar­ti­kel 12 der Richt­li­nie 2016/79838;
b.
bei der Si­cher­heits­be­schei­ni­gung für Ei­sen­bahn­ver­kehrs­un­ter­neh­men: nach Ar­ti­kel 10 der Richt­li­nie 2016/798 so­wie nach Ar­ti­kel 6 und nach An­hang II der Durch­füh­rungs­ver­ord­nung (EU) 2018/76339.

37 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 29. Mai 2013 (AS 2013 1659). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 6. Nov. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3571).

38 Sie­he Fuss­no­te zu Art. 5aAbs. 1.

39 Sie­he Fuss­no­te zu Art. 5b Abs. 1.

Art. 5f Europäische und ausländische Sicherheitsgenehmigungen und -bescheinigungen 40  

1 Ver­fügt ein Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men über ei­ne Si­cher­heits­be­schei­ni­gung der Ei­sen­bah­n­agen­tur der Eu­ro­päi­schen Uni­on (Agen­tur), so kann das BAV dar­auf ver­zich­ten, zu über­prü­fen, ob An­for­de­run­gen ein­ge­hal­ten wer­den, de­ren Ein­hal­tung aus die­ser Si­cher­heits­be­schei­ni­gung her­vor­geht.

2 Aus­län­di­sche Si­cher­heits­ge­neh­mi­gun­gen und -be­schei­ni­gun­gen kön­nen vom BAV für grenz­na­he Stre­cken und Fahr­ten dar­auf an­er­kannt wer­den, oh­ne dass da­für ein zwi­schen­staat­li­ches Ab­kom­men über die ge­gen­sei­ti­ge An­er­ken­nung sol­cher Ge­neh­mi­gun­gen und Be­schei­ni­gun­gen er­for­der­lich ist.

40 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 29. Mai 2013 (AS 2013 1659). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 6. Nov. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3571).

Art. 5g Sicherheitsbericht der Eisenbahnunternehmen 41  

Die Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men müs­sen dem BAV jähr­lich bis zum 31. Mai über das vor­her­ge­hen­de Ka­len­der­jahr einen Si­cher­heits­be­richt mit den An­ga­ben nach Ar­ti­kel 9 Ab­satz 6 der Richt­li­nie (EU) 2016/79842 so­wie Ar­ti­kel 18 Ab­satz 1 der Durch­füh­rungs­ver­ord­nung (EU) Nr. 402/201343 vor­le­gen.

41 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 29. Mai 2013 (AS 2013 1659). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 12. Ju­ni 2020, in Kraft seit 1. Nov. 2020 (AS 2020 2859).

42 Richt­li­nie (EU) 2016/798 des Eu­ro­päi­schen Par­la­ments und des Ra­tes vom 11. Mai 2016 über Ei­sen­bahn­si­cher­heit (Neu­fas­sung), Fas­sung ge­mä­ss ABl. L 138 vom 26.5.2016, S. 102.

43 Durch­füh­rungs­ver­ord­nung (EU) Nr. 402/2013 der Kom­mis­si­on vom 30. April 2013 über die ge­mein­sa­me Si­cher­heits­me­tho­de für die Eva­lu­ie­rung und Be­wer­tung von Ri­si­ken und zur Auf­he­bung der Ver­ord­nung (EG) Nr. 352/2009, ABl. L 121 vom 3.5.2013, S. 8; ge­än­dert durch Durch­füh­rungs­ver­ord­nung (EU) 2015/1136 der Kom­mis­si­on vom 13. Ju­li 2015, ABl. L 185 vom 14.7.2015, S. 6.

Art. 5h Jahresbericht des BAV 4445  

1 Das BAV ver­öf­fent­licht jähr­lich einen Be­richt über sei­ne Tä­tig­keit als Auf­sichts­be­hör­de.

2 Der Be­richt ent­hält min­des­tens die An­ga­ben nach Ar­ti­kel 19 der Richt­li­nie (EU) 2016/79846.47

44 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 29. Mai 2013, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1659).

45 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 12. Ju­ni 2020, in Kraft seit 1. Nov. 2020 (AS 2020 2859).

46 Sie­he Fuss­no­te zu Art. 5g.

47 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 12. Ju­ni 2020, in Kraft seit 1. Nov. 2020 (AS 2020 2859).

Art. 5i Register der zugelassenen Fahrzeuge 48  

1 Die Hal­ter müs­sen in das Re­gis­ter der zu­ge­las­se­nen Fahr­zeu­ge nach Ar­ti­kel 17a EBG die in Zif­fer 1 des An­hangs zum Be­schluss der Kom­mis­si­on 2011/107/EU49 als ob­li­ga­to­risch ge­kenn­zeich­ne­ten Da­ten ih­rer Fahr­zeu­ge ein­tra­gen.

2 Sie kön­nen die üb­ri­gen in Zif­fer 1 des An­hangs vor­ge­se­he­nen Da­ten in das Re­gis­ter ein­tra­gen.

3 Die Zu­griffs­rech­te rich­ten sich nach Zif­fer 3.3 des An­hangs.

4 Nicht in das Re­gis­ter ein­zu­tra­gen sind Dienst­fahr­zeu­ge (Art. 57), die:

a.
so­wohl auf Schie­nen als auch auf der Stras­se ver­keh­ren kön­nen (Zwei­we­ge­fahr­zeu­ge);
b.
ein- und aus­gleis­bar sind.50

48 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 29. Mai 2013, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1659).

49 Be­schluss 2011/107/EU der Kom­mis­si­on vom 10. Fe­br. 2011 zur Än­de­rung der Ent­schei­dung 2007/756/EG zur An­nah­me ei­ner ge­mein­sa­men Spe­zi­fi­ka­ti­on für das na­tio­na­le Ein­stel­lungs­re­gis­ter, ABl. L 43 vom 17.2.2011 S. 33.

50 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 18. Nov. 2015, in Kraft seit 1. Ju­li 2016 (AS 2015 4961).

Art. 5ibis51  

51 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 6. Nov. 2019 (AS 2019 3571). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 12. Ju­ni 2020, mit Wir­kung seit 1. Nov. 2020 (AS 2020 2859).

Art. 5j Instandhaltung von Fahrzeugen 52  

1 Die nach Ar­ti­kel 17b EBG für die In­stand­hal­tung von Fahr­zeu­gen ver­ant­wort­li­che Stel­le muss ein In­stand­hal­tungs­sys­tem be­trei­ben, das den An­for­de­run­gen von Ar­ti­kel 14 Ab­sät­ze 2 und 3 so­wie An­hang III der Richt­li­nie (EU) 2016/79853 ent­spricht.

2 Ist die­se Stel­le für die In­stand­hal­tung von Gü­ter­wa­gen ver­ant­wort­lich, die auf in­te­r­ope­ra­blen Stre­cken ver­keh­ren, so muss sie da­für nach der Durch­füh­rungs­ver­ord­nung (EU) 2019/77954 zer­ti­fi­ziert sein. Von der Zer­ti­fi­zie­rungs­pflicht aus­ge­nom­men sind Ei­sen­bahn­ver­kehrs­un­ter­neh­men für die In­stand­hal­tung der ei­ge­nen Gü­ter­wa­gen.

3 Wer Grund zur An­nah­me hat, dass die ver­ant­wort­li­che Stel­le den An­for­de­run­gen nicht ge­nügt, muss die Zer­ti­fi­zie­rungs­stel­le dar­über in­for­mie­ren. Die Zer­ti­fi­zie­rungs­stel­le in­for­miert das BAV un­ver­züg­lich über ge­trof­fe­ne Mass­nah­men.

52 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 29. Mai 2013 (AS 2013 1659). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 12. Ju­ni 2020, in Kraft seit 1. Nov. 2020 (AS 2020 2859).

53 Sie­he Fuss­no­te zu Art. 5g.

54 Durch­füh­rungs­ver­ord­nung (EU) 2019/779 der Kom­mis­si­on vom 16. Mai 2019 mit Durch­füh­rungs­be­stim­mun­gen für ein Sys­tem zur Zer­ti­fi­zie­rung von für die In­stand­hal­tung von Fahr­zeu­gen zu­stän­di­gen Stel­len ge­mä­ss der Richt­li­nie (EU) 2016/798 des Eu­ro­päi­schen Par­la­ments und des Ra­tes und zur Auf­he­bung der Ver­ord­nung (EU) Nr. 445/2011 der Kom­mis­si­on, ABl. L 139 I vom 27.5.2019, S. 360.

Art. 5k Kontrollverfahren 55  

Für Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men und die für die In­stand­hal­tung von Fahr­zeu­gen ver­ant­wort­li­chen Per­so­nen gel­ten die in den Ar­ti­keln 3–5 und dem An­hang der Ver­ord­nung (EU) Nr. 1078/201256 ent­hal­te­nen Pflich­ten über das Kon­troll­ver­fah­ren.

55 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 29. Mai 2013 (AS 2013 1659). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 6. Nov. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3571).

56 Ver­ord­nung (EU) Nr. 1078/2012 der Kom­mis­si­on vom 16. No­vem­ber 2012 über ei­ne ge­mein­sa­me Si­cher­heits­me­tho­de für die Kon­trol­le, die von Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men und Fahr­weg­be­trei­bern, de­nen ei­ne Si­cher­heits­be­schei­ni­gung be­zie­hungs­wei­se Si­cher­heits­ge­neh­mi­gung er­teilt wur­de, so­wie von den für die In­stand­hal­tung zu­stän­di­gen Stel­len an­zu­wen­den ist, Fas­sung ge­mä­ss ABl. L 320 vom 17.11.2012, S. 8.

3. Abschnitt: Planung, Bau und Betrieb 57

57 Eingefügt durch Ziff. I der V vom 29. Mai 2013, in Kraft seit 1. Juli 2013 (AS 2013 1659).

Art. 6 Plangenehmigung für Bauten und Anlagen 58  

1 Der Plan­ge­neh­mi­gung nach Ar­ti­kel 18 EBG un­ter­lie­gen die Plä­ne al­ler Bau­ten und An­la­gen, die ganz oder über­wie­gend dem Bau und Be­trieb ei­ner Ei­sen­bahn die­nen (Ei­sen­bahn­an­la­gen). Das Plan­ge­neh­mi­gungs­ver­fah­ren rich­tet sich nach der VP­VE59.60

2 Mit der Plan­ge­neh­mi­gung stellt das BAV fest, dass die ge­neh­mig­ten Un­ter­la­gen die Er­stel­lung ei­ner vor­schrifts­kon­for­men Bau­te oder An­la­ge er­lau­ben.

3 Das BAV kann Un­ter­la­gen selbst prü­fen, oder durch fach­lich kom­pe­tente, un­ab­hän­gi­ge Per­so­nen (Sach­ver­stän­di­ge) prü­fen las­sen so­wie vom Ge­such­stel­ler Nach­wei­se und Prüf­be­rich­te Sach­ver­stän­di­ger ver­lan­gen.61

4 Es kann im Rah­men der Plan­ge­neh­mi­gung fest­le­gen, für wel­che Bau­ten oder An­la­gen oder Tei­le da­von Si­cher­heits­nach­wei­se nach Ar­ti­kel 8a ein­zu­rei­chen sind.62

5 ...63

6 Die Plan­ge­neh­mi­gung für Bau­ten und An­la­gen gilt als Bau­be­wil­li­gung.

58 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 12. April 2000, in Kraft seit 1. Mai 2000 (AS 20001386).

59 SR 742.142.1

60 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 19. Sept. 2014, in Kraft seit 1. Nov. 2014 (AS 2014 3169).

61 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 29. Mai 2013, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1659).

62 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 4. Nov. 2009, in Kraft seit 1. Ju­li 2010 (AS 2009 5991).

63 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 29. Mai 2013, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1659).

Art. 6a Zwischenverfügungen zu Fahrzeugen 64  

Der Ge­such­stel­ler kann beim BAV vor Be­ginn und wäh­rend des Baus des Fahr­zeugs selbst­stän­dig an­fecht­ba­re Zwi­schen­ver­fü­gun­gen be­an­tra­gen:

a.
zu Pflich­ten­heft und Ty­penskiz­ze;
b.
zu an­de­ren Tei­la­spek­ten des Fahr­zeugs, von de­nen die Ty­pen­zu­las­sung ab­hängt.

64 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 25. Nov. 1998 (AS 1999 1083). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 29. Mai 2013, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1659).

Art. 6b Probefahrten 65  

1 Das BAV be­wil­ligt Pro­be­fahr­ten des Fahr­zeugs auf der Ei­sen­bahnin­fra­struk­tur, so­fern die Pro­be­fahr­ten für die Er­tei­lung der Be­triebs­be­wil­li­gung er­for­der­lich sind und der Ge­such­stel­ler dem BAV nach­weist, dass die Si­cher­heit ge­währ­leis­tet ist.

2 Die In­fra­struk­tur­be­trei­be­rin­nen ha­ben bei Pro­be­fahr­ten die in Ar­ti­kel 21 Ab­sät­ze 3 und 5 der Richt­li­nie (EU) 2016/79766 so­wie die in Ar­ti­kel 6 der Durch­füh­rungs­ver­ord­nung (EU) 2018/54567 ge­nann­ten Pflich­ten.

65 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 6. Nov. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3571).

66 Richt­li­nie (EU) 2016/797 des Eu­ro­päi­schen Par­la­ments und des Ra­tes vom 11. Mai 2016 über die In­te­r­ope­ra­bi­li­tät des Ei­sen­bahn­sys­tems in der Eu­ro­päi­schen Uni­on (Neu­fas­sung), Fas­sung ge­mä­ss ABl. L 138 vom 26.5.2016, S. 44.

67 Durch­füh­rungs­ver­ord­nung (EU) 2018/545 der Kom­mis­si­on vom 4. April 2018 über die prak­ti­schen Mo­da­li­tä­ten für die Ge­neh­mi­gung für das In­ver­kehr­brin­gen von Schie­nen­fahr­zeu­gen und die Ge­neh­mi­gung von Schie­nen­fahr­zeug­ty­pen ge­mä­ss der Richt­li­nie (EU) 2016/797 des Eu­ro­päi­schen Par­la­ments und des Ra­tes, Fas­sung ge­mä­ss ABl. L 90 vom 6.4.2018, S. 66.

Art. 7 Typenzulassung 68  

1 Das Ge­such um ei­ne Ty­pen­zu­las­sung nach Ar­ti­kel 18x EBG kann ge­stellt wer­den, so­fern sie ge­eig­net ist, Be­wil­li­gungs­ver­fah­ren zu ver­ein­fa­chen.

2 So­weit der Ge­such­stel­ler im Rah­men ei­nes Plan­ge­neh­mi­gungs- oder Be­triebs­be­wil­li­gungs­ver­fah­rens für den Be­wil­li­gungs­ge­gen­stand oder Tei­le da­von über Ty­pen­zu­las­sun­gen ver­fügt und er die Kon­for­mi­tät mit dem Typ er­klärt, geht das BAV da­von aus, dass der ty­pen­zu­ge­las­se­ne Teil des Be­wil­li­gungs­ge­gen­stands den zum Zeit­punkt der Er­tei­lung der Ty­pen­zu­las­sung gel­ten­den Vor­schrif­ten ent­spricht.

3 Der Ge­such­stel­ler muss im Rah­men des Plan­ge­neh­mi­gungs- oder Be­triebs­be­wil­li­gungs­ge­suchs dar­le­gen, dass die Ty­pen­zu­las­sung auf den vor­ge­se­he­nen Be­trieb be­zie­hungs­wei­se auf die vor­ge­se­he­nen Ein­satz­be­din­gun­gen an­wend­bar ist.

4 Die Kon­for­mi­täts­er­klä­rung für Fahr­zeu­ge, die auf in­te­r­ope­ra­blen Stre­cken (Art. 15a Abs. 1) ein­ge­setzt wer­den sol­len, rich­tet sich nach Ar­ti­kel 15 der Richt­li­nie (EU) 2016/79769 und nach An­hang VI der Durch­füh­rungs­ver­ord­nung (EU) 2019/25070.71

68 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 29. Mai 2013, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1659).

69 Sie­he Fuss­no­te zu Art. 6b Abs. 2.

70 Durch­füh­rungs­ver­ord­nung (EU) 2019/250 der Kom­mis­si­on vom 12. Fe­bru­ar 2019 über die Mus­ter der EG-Er­klä­run­gen und -Be­schei­ni­gun­gen für Ei­sen­bahn-In­te­r­ope­ra­bi­li­täts­kom­po­nen­ten und -Teil­sys­te­me, das Mus­ter der Ty­pen­kon­for­mi­täts­er­klä­rung für Schie­nen­fahr­zeu­ge und über die EG-Prüf­ver­fah­ren für Teil­sys­te­me ge­mä­ss der Richt­li­nie (EU) 2016/797 des Eu­ro­päi­schen Par­la­ments und des Ra­tes so­wie zur Auf­he­bung der Ver­ord­nung (EU) Nr. 201/2011 der Kom­mis­si­on, Fas­sung ge­mä­ss ABl. L 42 vom 13.2.2019, S. 9.

71 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 6. Nov. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3571).

Art. 8 Betriebsbewilligung 72  

1 Ei­ne Be­triebs­be­wil­li­gung nach Ar­ti­kel 18w EBG ist er­for­der­lich für die In­be­trieb­nah­me:

a.
ei­ner Ei­sen­bahn­an­la­ge nach si­gni­fi­kan­ten Än­de­run­gen (Art. 8c);
b.
neu­er oder we­sent­lich ge­än­der­ter Fahr­zeu­ge.

2 In den üb­ri­gen Fäl­len ent­schei­det das BAV bei der Plan­ge­neh­mi­gung dar­über, ob die In­be­trieb­nah­me ei­ne Be­triebs­be­wil­li­gung er­for­dert.

3 Ist ei­ne Be­triebs­be­wil­li­gung er­for­der­lich, so muss das Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men dem BAV einen Si­cher­heits­nach­weis nach Ar­ti­kel 8a ein­rei­chen.

4 Nach des­sen Prü­fung er­teilt es die Be­triebs­be­wil­li­gung, wenn die üb­ri­gen Auf­la­gen der Plan­ge­neh­mi­gung oder der Ty­pen­zu­las­sung er­füllt sind.

5 Ist kei­ne Be­triebs­be­wil­li­gung er­for­der­lich, so kann das BAV die Um­set­zung der Auf­la­gen je­der­zeit an der An­la­ge oder am Fahr­zeug selbst über­prü­fen, das Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men zur Be­stä­ti­gung auf­for­dern oder die Prü­fung durch ei­ne sach­ver­stän­di­ge Per­son an­ord­nen.

6 Das Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men muss den Kon­troll­or­ga­nen das für die Un­ter­su­chung und Er­pro­bung nö­ti­ge Per­so­nal, das Ma­te­ri­al und die Plä­ne kos­ten­los zur Ver­fü­gung stel­len und je­de not­wen­di­ge Aus­kunft er­tei­len.

7 Das BAV er­lässt für Ei­sen­bahn­an­la­gen Richt­li­ni­en über Art, Be­schaf­fen­heit, In­halt und An­zahl der ein­zu­rei­chen­den Un­ter­la­gen.

72 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 29. Mai 2013, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1659).

Art. 8a Sicherheitsnachweis 73  

1 Der Si­cher­heits­nach­weis nach Ar­ti­kel 18w Ab­satz 2 EBG ist durch Fach­leu­te zu er­stel­len und durch die­se zu un­ter­zeich­nen.74

2Das BAV prüft die Voll­stän­dig­keit des Si­cher­heits­nach­wei­ses. Zu­dem prüft es an­hand des Si­cher­heits­nach­wei­ses, ob die im Si­cher­heits­be­richt auf­ge­zeig­ten Mass­nah­men um­ge­setzt sind.

3Es kann Si­cher­heits­nach­wei­se über­prü­fen, in­dem es Fest­stel­lun­gen an der An­la­ge selbst vor­nimmt.

4 Es ver­langt in der Re­gel bei Vor­ha­ben mit ho­her Si­cher­heits­re­le­vanz Prü­fun­gen durch Sach­ver­stän­di­ge. Es ver­zich­tet ins­be­son­de­re dann auf sol­che Prü­fun­gen, wenn sie nicht da­zu bei­tra­gen kön­nen, Feh­ler mit Aus­wir­kun­gen auf die Si­cher­heit zu ver­mei­den.75

73 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 12. April 2000, in Kraft seit 1. Mai 2000 (AS 20001386).

74 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 29. Mai 2013, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1659).

75 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 29. Mai 2013, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1659).

Art. 8b Sicherheitsbericht des Eisenbahnunternehmens 76  

1 Das Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men muss bei al­len Vor­ha­ben, für die ei­ne Plan­ge­neh­mi­gung oder ei­ne Be­triebs­be­wil­li­gung er­for­der­lich ist, so­wie für al­le üb­ri­gen si­gni­fi­kan­ten Än­de­run­gen des Ei­sen­bahn­sys­tems einen Si­cher­heits­be­richt er­stel­len.

2 Der Si­cher­heits­be­richt be­ruht auf ei­ner Si­cher­heits­ana­ly­se, in der die Ri­si­ken er­mit­telt wer­den, wel­che aus dem Vor­ha­ben für Bau und Be­trieb ent­ste­hen kön­nen; da­bei sind al­le si­cher­heits­re­le­van­ten Aspek­te des Fahr­zeugs oder der Ei­sen­bahn­an­la­ge und ih­rer Um­ge­bung zu be­rück­sich­ti­gen.

3 Im Si­cher­heits­be­richt wird dar­ge­legt, wie­weit es sich um ei­ne si­gni­fi­kan­te Än­de­rung (Art. 8c Abs. 1) han­delt, mit wel­chen Mass­nah­men den Ri­si­ken be­geg­net und wie si­cher­ge­stellt wer­den kann, dass das ge­plan­te Vor­ha­ben den Vor­schrif­ten ent­spre­chen wird und der Si­cher­heits­nach­weis (Art. 8a) er­bracht wer­den kann.

76 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 16. Ju­ni 2003 (AS 2003 2482). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 29. Mai 2013, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1659).

Art. 8c Signifikante Änderungen 77  

1 Bei in­no­va­ti­ven oder kom­ple­xen Vor­ha­ben mit ho­her Si­cher­heits­re­le­vanz (si­gni­fi­kan­ten Än­de­run­gen) muss das Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men das Ri­si­ko­ma­na­ge­ment­ver­fah­ren nach An­hang I der Durch­füh­rungs­ver­ord­nung (EU) Nr. 402/201378 durch­füh­ren.79

2 Die ord­nungs­ge­mäs­se An­wen­dung des Ri­si­ko­ma­na­ge­ment­ver­fah­rens so­wie des­sen Er­geb­nis­se sindvon ei­ner Ri­si­ko­be­wer­tungs­stel­le in ei­nem Si­cher­heits­be­wer­tungs­be­richt zu be­ur­tei­len.

77 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 16. Ju­ni 2003 (AS 2003 2482). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 29. Mai 2013, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1659).

78 Sie­he Fuss­no­te zu Art. 5g.

79 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 12. Ju­ni 2020, in Kraft seit 1. Nov. 2020 (AS 2020 2859).

Art. 8d Überprüfung durch das BAV 80  

1 Das Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men muss dem BAV mit dem Be­wil­li­gungs­ge­such sei­nen Si­cher­heits­be­richt und ge­ge­be­nen­falls den Si­cher­heits­be­wer­tungs­be­richt vor­le­gen.

2 Das BAV über­prüft die Be­rich­te ri­si­ko­ori­en­tiert mit Stich­pro­ben.

80 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 29. Mai 2013, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1659).

Art. 9 Überwachung 81  

1 Das BAV über­wacht die Ein­hal­tung der Si­cher­heits­an­for­de­run­gen. Ge­ge­be­nen­falls ord­net es die Her­stel­lung des vor­schrifts­ge­mäs­sen Zu­stan­des an.

2 Es kann Kon­trol­len durch­füh­ren so­wie Un­ter­la­gen, Nach­wei­se und Gut­ach­ten ver­lan­gen, so­weit dies für sei­ne Auf­sichtstä­tig­keit er­for­der­lich ist.

3 Nach si­cher­heits­re­le­van­ten Er­eig­nis­sen kann es im Rah­men sei­ner Auf­sichtstä­tig­keit tech­nisch-be­trieb­li­che Ab­klä­run­gen zu den Ur­sa­chen und Um­stän­den durch­füh­ren oder an­ord­nen. Vor­be­hal­ten bleibt die Zu­stän­dig­keit der Un­fall­un­ter­su­chungs­stel­le nach Ar­ti­kel 15a EBG.

4 Ver­fügt ein Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men über ei­ne Si­cher­heits­be­schei­ni­gung oder ei­ne Si­cher­heits­ge­neh­mi­gung, so rich­tet sich das BAV bei der Über­wa­chung nach der De­le­gier­ten Ver­ord­nung (EU) 2018/76182.83

81 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2011, in Kraft seit 1. Ju­li 2012 (AS 2011 6233).

82 De­le­gier­te Ver­ord­nung (EU) 2018/761 der Kom­mis­si­on vom 16. Fe­bru­ar 2018 zur Fest­le­gung ge­mein­sa­mer Si­cher­heits­me­tho­den für die Auf­sicht durch die na­tio­na­len Si­cher­heits­be­hör­den nach Aus­stel­lung ei­ner ein­heit­li­chen Si­cher­heits­be­schei­ni­gung oder Er­tei­lung ei­ner Si­cher­heits­ge­neh­mi­gung ge­mä­ss der Richt­li­nie (EU) 2016/798 des Eu­ro­päi­schen Par­la­ments und des Ra­tes und zur Auf­he­bung der Ver­ord­nung (EU) Nr. 1077/2012 der Kom­mis­si­on, Fas­sung ge­mä­ss ABl. L 129 vom 25.5.2018, S. 16.

83 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 6. Nov. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3571).

Art. 10 Verantwortlichkeiten 84  

1 Die Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men sind für die vor­schrifts­ge­mäs­se Pla­nung, den vor­schrifts­ge­mäs­sen Bau, den si­che­ren Be­trieb und die In­stand­hal­tung der Bau­ten, An­la­gen und Fahr­zeu­ge ver­ant­wort­lich.

2 Sie müs­sen be­ste­hen­de Bau­ten, An­la­gen und Fahr­zeu­ge neu­en Er­kennt­nis­sen, ver­än­der­ten Rah­men­be­din­gun­gen oder ge­än­der­ten Vor­schrif­ten an­pas­sen, so­weit es die Si­cher­heit zwin­gend er­for­dert.

3 Sie sor­gen für ei­ne ener­gie­op­ti­mier­te Aus­le­gung ih­rer Bau­ten, An­la­gen und Fahr­zeu­ge so­wie für einen ener­gie­ef­fi­zi­en­ten Be­trieb.85

4 Bei elek­tri­schen An­la­gen tritt der Be­triebs­in­ha­ber nach Ar­ti­kel 46 an die Stel­le des Ei­sen­bahn­un­ter­neh­mens.

84 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2011, in Kraft seit 1. Ju­li 2012 (AS 2011 6233).

85 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 18. Nov. 2015, in Kraft seit 1. Ju­li 2016 (AS 2015 4961).

Art. 11 Betriebsorganisation  

Be­triebs­or­ga­ni­sa­ti­on und Per­so­nal­be­stand der Bahn­un­ter­neh­men müs­sen den Ei­gen­hei­ten der Bahn so­wie dem tech­ni­schen Stand der An­la­gen und Fahr­zeu­ge ent­spre­chen und die In­stand­hal­tung ge­währ­leis­ten.

Art. 11a Fahrdienstvorschriften 86  

1 Das BAV er­lässt die schwei­ze­ri­schen Fahr­dienst­vor­schrif­ten. Es be­rück­sich­tigt da­bei auch die an­schluss­gleiss­pe­zi­fi­schen An­for­de­run­gen.87

2 Es kann zur Er­leich­te­rung des grenz­über­schrei­ten­den Ver­kehrs auf kur­z­en, grenz­na­hen Stre­cken die Fahr­dienst­vor­schrif­ten des an­gren­zen­den Staa­tes für an­wend­bar er­klä­ren.

86 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 25. Nov. 1998, in Kraft seit 1. Jan. 1999 (AS 1999 1083).

87 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 5 der Gü­ter­trans­port­ver­ord­nung vom 25. Mai 2016, in Kraft seit 1. Ju­li 2016 (AS 2016 1859).

Art. 12 Betriebsvorschriften 88  

1 Die Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men er­las­sen die für den Be­trieb und die In­stand­hal­tung not­wen­di­gen Be­triebs­vor­schrif­ten. Sie ach­ten auf de­ren Pra­xi­staug­lich­keit und Be­nut­zer­freund­lich­keit.

2 Sie sor­gen da­für, dass die Be­triebs­vor­schrif­ten dem BAV als Grund­la­ge für des­sen Auf­sichtstä­tig­keit zur Ver­fü­gung ste­hen.89 Be­triebs­vor­schrif­ten, die von den vom BAV ge­stützt auf Ar­ti­kel 17 Ab­satz 3 EBG er­las­se­nen Fahr­dienst­vor­schrif­ten ab­wei­chen, sind min­des­tens drei Mo­na­te vor der be­ab­sich­tig­ten In­kraft­set­zung dem BAV zur Ge­neh­mi­gung zu un­ter­brei­ten.

3 Die Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men sor­gen da­für, dass die not­wen­di­gen Un­ter­la­gen den An­wen­de­rin­nen und An­wen­dern zur Ver­fü­gung ste­hen.

4 Für Netz­be­nut­ze­rin­nen sind die­je­ni­gen Be­triebs­vor­schrif­ten ver­bind­lich, die in Be­zug auf die Nut­zung der Stre­cke Re­geln ent­hal­ten:90

a.
wel­che öf­fent­lich-recht­li­che Auf­la­gen um­set­zen;
b.
über das bei ei­ner be­stimm­ten Ge­schwin­dig­keit er­for­der­li­che Brems­ver­hält­nis (in­kl. Fest­stell­brem­se) so­wie die er­laub­ten Längs- und Quer­kräf­te;
c.
über das Ver­wen­den ther­mi­scher Trieb­fahr­zeu­ge in Tun­nels;
d.
zum ein­zu­hal­ten­den Licht­raum­pro­fil;
e.
zur zu­läs­si­gen Rad­satz­last und Me­ter­last;
f.
über das Ver­keh­ren von Fahr­zeu­gen mit gros­sem Achs­stand und von Zü­gen mit Über­län­ge;
g.
über die ma­xi­ma­le Stro­ment­nah­me aus der Fahr­lei­tung;
h.
über die an­zu­wen­den­de Dienst­spra­che;
i.
zur elek­tro­ma­gne­ti­schen Ver­träg­lich­keit.

5 Das BAV sorgt für mög­lichst ein­heit­li­che Vor­schrif­ten für den Be­trieb.91

88 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2011, in Kraft seit 1. Ju­li 2012 (AS 2011 6233).

89 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 12. Ju­ni 2020, in Kraft seit 1. Nov. 2020 (AS 2020 2859).

90 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 12. Ju­ni 2020, in Kraft seit 1. Nov. 2020 (AS 2020 2859).

91 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 12. Ju­ni 2020, in Kraft seit 1. Nov. 2020 (AS 2020 2859).

Art. 12a Prüfungen vor dem Einsatz eines Fahrzeugs 92  

Ei­sen­bahn­ver­kehrs­un­ter­neh­men und In­fra­struk­tur­be­trei­be­rin­nen füh­ren vor dem Ein­satz ei­nes Fahr­zeugs die in Ar­ti­kel 23 Ab­sät­ze 1 und 2 der Richt­li­nie 2016/79793 ge­nann­ten Prü­fungs­tä­tig­kei­ten durch.

92 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 6. Nov. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3571).

93 Sie­he Fuss­no­te zu Art. 7 Abs. 4.

Art. 12abis Technisch-betriebliche Empfehlungen 94  

Die In­fra­struk­tur­be­trei­be­rin er­lässt tech­nisch-be­trieb­li­che Emp­feh­lun­gen für die Be­nüt­zung der In­fra­struk­tur. Die Emp­feh­lun­gen die­nen da­zu, Be­triebs­stö­run­gen zu mi­ni­mie­ren und die Netz­be­nut­ze­rin­nen auf mög­li­che Scha­den­fäl­le auf­merk­sam zu ma­chen. Sie ent­hal­ten ins­be­son­de­re Hin­wei­se:

a.
zur Trak­ti­on auf gros­sen bzw. lan­gen Stei­gun­gen;
b.
zum Ver­schleiss der In­fra­struk­tur;
c.
zur op­ti­ma­len Zugs­län­ge und zu Zug­ha­ken­las­ten, Fahr­cha­rak­te­ris­tik, Ent­glei­sungs­si­cher­heit;
d.
zum Schutz der Gü­ter ge­gen La­dungs­ver­schie­bung und Be­schä­di­gung.

94 Ur­sprüng­lich Art. 12a. Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 25. Nov. 1998, in Kraft seit 1. Jan. 1999 (AS 1999 1083).

Art. 12b Datenbearbeitung durch das BAV 95  

1 Zum Zweck der Ver­kehrs­pla­nung kann das BAV von den Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men stre­cken­be­zo­ge­ne Da­ten nach An­hang 3 ver­lan­gen.

2 Die­se Da­ten dür­fen auch für Stu­di­en und Sta­tis­ti­ken ver­wen­det und da­für auch an an­de­re Stel­len des Bun­des oder der Kan­to­ne wei­ter­ge­ge­ben wer­den.

95 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 5 der V vom 4. Nov. 2009 (ers­te Pha­se der Bahn­re­form 2), in Kraft seit 1. Jan. 2010 (AS 2009 5959).

Art. 13 Instandhaltungsgrundsätze 96  

1 In­stand­hal­tung und Er­neue­rung müs­sen den für die Be­triebs­si­cher­heit er­for­der­­li­chen Zu­stand der Bau­ten, An­la­gen und Fahr­zeu­ge ge­währ­leis­ten.

2 Die In­stand­hal­tung ist so zu or­ga­ni­sie­ren, dass

a.
die ge­setz­li­chen und die be­triebs­in­ter­nen Vor­schrif­ten ein­ge­hal­ten wer­den;
b.
die Ver­ant­wort­li­chen je­der­zeit den Zu­stand der Bau­ten, An­la­gen und Fahr­zeu­ge über­bli­cken.

3 Die In­stand­hal­tung ist zu pla­nen und durch Ar­beits­ab­läu­fe und -an­wei­sun­gen zu re­geln.

96 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2011, in Kraft seit 1. Ju­li 2012 (AS 2011 6233).

Art. 14 Personal für Planung, Bau, Betrieb und Instandhaltung 97  

1 Pla­nung, Bau, Be­trieb und In­stand­hal­tung dür­fen nur ent­spre­chend aus­ge­bil­de­tem Per­so­nal über­tra­gen wer­den.

2 Bei elek­tri­schen An­la­gen, elek­tri­schen Tei­len von Schie­nen­fahr­zeu­gen und elek­tri­schen Tei­len von Trol­ley­bus­an­la­gen und -fahr­zeu­gen muss die fach­li­che Lei­tung ei­ner sach­ver­stän­di­gen Per­son mit elek­tro­tech­ni­scher Bil­dung (elek­tro­tech­ni­sche Be­rufs­leh­re, gleich­wer­ti­ge be­triebs­in­ter­ne Aus­bil­dung oder Stu­di­um im Be­reich der Elek­tro­tech­nik) über­tra­gen wer­den, die Er­fah­rung im Um­gang mit Stark­stro­man­la­gen hat und die ört­li­chen Ver­hält­nis­se und die zu tref­fen­den Schutz­mass­nah­men kennt.

3 So­weit die Si­cher­heit des Be­trie­bes be­son­de­re An­for­de­run­gen stellt, sind Dienst­kennt­nis­se und Ge­sund­heits­zu­stand des Per­so­nals pe­ri­odisch zu über­prü­fen.

4 Die Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men er­nen­nen für die Lei­tung von Be­trieb und In­standhal­tung min­des­tens ei­ne ver­ant­wort­li­che Per­son so­wie ei­ne Stell­ver­tre­tung.

97 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2011, in Kraft seit 1. Ju­li 2012 (AS 2011 6233).

Art. 15 Meldungen über Betrieb und Instandhaltung  

1 Die Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men ori­en­tie­ren das BAV über den Zu­stand ih­rer Bau­ten, An­la­gen und Fahr­zeu­ge. Das Eid­ge­nös­si­sche De­par­te­ment für Um­welt, Ver­kehr, Ener­gie und Kom­mu­ni­ka­ti­on (UVEK) be­stimmt, wel­che Mel­dun­gen sie dem BAV pe­ri­odisch über­mit­teln müs­sen.98

1bis Die Bahn­un­ter­neh­men ori­en­tie­ren die für die Auf­sicht über die amt­li­che Ver­mes­sung zu­stän­di­ge kan­to­na­le Stel­le in­nert 30 Ta­gen über Ver­än­de­run­gen, die ei­ne Nach­füh­rung der amt­li­chen Ver­mes­sung not­wen­dig ma­chen.99

2 Im Üb­ri­gen gilt die Ver­ord­nung vom 17. De­zem­ber 2014100 über die Si­cher­heits­un­ter­su­chung von Zwi­schen­fäl­len im Ver­kehrs­we­sen.101

98 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 5 der V vom 4. Nov. 2009 (ers­te Pha­se der Bahn­re­form 2), in Kraft seit 1. Jan. 2010 (AS 2009 5959).

99 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 3 der V vom 21. Mai 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2745).

100 SR 742.161

101 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 18. Nov. 2015, in Kraft seit 1. Ju­li 2016 (AS 2015 4961).

1a. Kapitel: Interoperabilität102

102 Eingefügt durch Ziff. I der V vom 29. Mai 2013, in Kraft seit 1. Juli 2013 (AS 2013 1659).

1. Abschnitt: Allgemeine Bestimmungen

Art. 15a Geltungsbereich  

(Art. 23b Abs. 2 EBG)

1 Die Be­stim­mun­gen die­ses Ka­pi­tels gel­ten für den Neu­bau, Än­de­run­gen und Er­neue­run­gen so­wie den Be­trieb der:

a.
nor­mal­spu­ri­gen Stre­cken, so­weit die­se nicht in An­hang 5 auf­ge­führt sind (in­te­rope­ra­ble Stre­cken);
b.103
auf den in­te­r­ope­ra­blen Stre­cken ein­ge­setz­ten Fahr­zeu­ge, aus­ge­nom­men Spe­zi­al­fahr­zeu­ge (Art. 56–58).

2 Auf den in­te­r­ope­ra­blen Stre­cken aus­ser­halb des in­te­r­ope­ra­blen Haupt­net­zes nach An­hang 6 muss die Ein­hal­tung der tech­ni­schen Spe­zi­fi­ka­tio­nen In­te­r­ope­ra­bi­li­tät (TSI) nur so weit nach­ge­wie­sen wer­den, als dies zur Ge­währ­leis­tung des Ver­kehrs von Fahr­zeu­gen er­for­der­lich ist, wel­che den TSI ent­spre­chen. Das BAV er­lässt Richt­li­ni­en über den Nach­weis.

3 So­weit es für die Her­stel­lung der In­te­r­ope­ra­bi­li­tät er­for­der­lich ist, ver­fügt das BAV, bis wann wel­che Stre­cken und Fahr­zeu­ge be­stimm­ten An­for­de­run­gen der TSI ent­spre­chen müs­sen.

103 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 18. Nov. 2015, in Kraft seit 1. Ju­li 2016 (AS 2015 4961).

Art. 15b Grundlegende Anforderungen, technische Ausführungsbestimmungen  

(Art. 23f Abs. 1 EBG)

1 Die grund­le­gen­den An­for­de­run­gen an das Ei­sen­bahn­sys­tem, Teil­sys­te­me und In­te­r­ope­ra­bi­li­täts­kom­po­nen­ten ein­sch­liess­lich der Schnitt­stel­len rich­ten sich nach An­hang III der Richt­li­nie (EU) 2016/797104.105

2 Als tech­ni­sche Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen gel­ten die in An­hang 7 auf­ge­führ­ten TSI.

3 So­weit kei­ne Son­der­fäl­le vor­lie­gen oder Ab­wei­chun­gen von TSI be­wil­ligt wur­den, ge­hen die TSI den üb­ri­gen Be­stim­mun­gen der EBV vor.

104 Sie­he Fuss­no­te zu Art. 7 Abs. 4.

105 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 6. Nov. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3571).

Art. 15c Inbetriebnahme von Teilsystemen 106  

(Art. 23c Abs. 1 EBG)

Neue Teil­sys­te­me der Be­rei­che In­fra­struk­tur, Ener­gie, Zug­steue­rung, Zug­si­che­rung, Si­gnal­ge­bung und Fahr­zeu­ge (struk­tu­rel­le Teil­sys­te­me nach An­hang II der Richt­li­nie (EU) 2016/797107) dür­fen nur in Be­trieb ge­nom­men wer­den, wenn das BAV ei­ne Be­triebs­be­wil­li­gung für die Ei­sen­bahn­an­la­ge oder das Fahr­zeug er­teilt hat, de­ren oder des­sen Be­stand­teil sie sind.

106 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 6. Nov. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3571).

107 Sie­he Fuss­no­te zu Art. 7 Abs. 4.

Art. 15d Änderungen  

(Art. 23d EBG)

1 Ei­ne Be­triebs­be­wil­li­gung für die Än­de­rung ei­nes struk­tu­rel­len Teil­sys­tems ist ins­be­son­de­re bei si­gni­fi­kan­ten Än­de­run­gen und bei Um­rüs­tun­gen im Be­reich des in­te­ro­pe­ra­blen Haupt­net­zes nach An­hang 6 er­for­der­lich.

2 Ei­ne Be­triebs­be­wil­li­gung für die Än­de­rung ei­nes Fahr­zeugs ist er­for­der­lich, so­fern Ar­ti­kel 21 Ab­satz 12 der Richt­li­nie (EU) 2016/797108 dies vor­sieht.109

108 Sie­he Fuss­no­te zu Art. 7 Abs. 4.

109 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 6. Nov. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3571).

Art. 15e Abweichungen von den TSI  

(Art. 23f Abs. 3 EBG)

1 Die Ein­hal­tung der TSI ist bei Neu­bau­ten, Um­rüs­tun­gen und Er­neue­run­gen in­so­weit er­for­der­lich, als kein Aus­nah­me­grund nach Ar­ti­kel 7 der Richt­li­nie (EU) 2016/797110 vor­liegt.111

2 Das BAV kann auf Ge­such hin Ab­wei­chun­gen von be­stimm­ten An­for­de­run­gen der TSI be­wil­li­gen, wenn ein Aus­nah­me­grund nach Ar­ti­kel 7 Ab­satz 1 der Richt­li­nie (EU) 2016/797 vor­liegt.112

3 ...113

4 Bei Fahr­zeu­gen kann das BAV Ab­wei­chun­gen von den TSI auch dann be­wil­li­gen, wenn de­ren Ein­hal­tung nicht für den Ein­satz auf in­te­r­ope­ra­blen Stre­cken er­for­der­lich ist und der Ge­such­stel­ler den Nach­weis nach Ar­ti­kel 5 Ab­satz 2 er­bringt.

110 Sie­he Fuss­no­te zu Art. 7 Abs. 4.

111 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 6. Nov. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3571).

112 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 6. Nov. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3571).

113 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 6. Nov. 2019, mit Wir­kung seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3571).

Art. 15f Infrastrukturregister  

(Art. 23l EBG)

1 Die Tras­sen­ver­ga­be­stel­le führt ein Re­gis­ter mit den für das Be­fah­ren der In­fra­struk­tur er­for­der­li­chen In­for­ma­tio­nen, das den An­for­de­run­gen des An­hangs zur Durch­füh­rungs­ver­ord­nung (EU) 2019/777114 ent­spricht (In­fra­struk­tur­re­gis­ter).115

2 Die In­fra­struk­tur­be­trei­be­rin­nen müs­sen die für den Netz­zu­gang er­for­der­li­chen An­ga­ben in das In­fra­struk­tur­re­gis­ter ein­tra­gen.

3 Das BAV er­lässt Richt­li­ni­en über die Re­gis­ter­füh­rung, ins­be­son­de­re über die Netz­ab­gren­zung. Die Tras­sen­ver­ga­be­stel­le re­gelt nach An­hö­rung des BAV und der In­fra­struk­tur­be­trei­be­rin­nen die Ein­zel­hei­ten der In­for­ma­ti­ons­über­mitt­lung. Sie sorgt für die In­for­ma­ti­on der Ei­gen­tü­mer und Be­trei­ber von Um­schlags­an­la­gen für den kom­bi­nier­ten Ver­kehr und An­schluss­glei­sen.116

114 Durch­füh­rungs­ver­ord­nung (EU) 2019/777 der Kom­mis­si­on vom 16. Mai 2019 zu ge­mein­sa­men Spe­zi­fi­ka­tio­nen für das Ei­sen­bahn-In­fra­struk­tur­re­gis­ter und zur Auf­he­bung des Durch­füh­rungs­be­schlus­ses 2014/880/EU der Kom­mis­si­on, Fas­sung ge­mä­ss ABl. L 139 vom 27.5.2019, S. 312.

115 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 5 der OBI-Ver­ord­nung vom 13. Mai 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 1915).

116 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 5 der OBI-Ver­ord­nung vom 13. Mai 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 1915).

Art. 15g Europäisches Register genehmigter Fahrzeugtypen  

(Art. 23l EBG)

1 Das BAV teilt dem Eu­ro­päi­schen Re­gis­ter ge­neh­mig­ter Fahr­zeug­ty­pen die in An­hang II des Durch­füh­rungs­be­schlus­ses 2011/665/EU117 ge­nann­ten Da­ten in­nert der in des­sen An­hang I ge­nann­ten Fris­ten mit.118

2 Das Re­gis­ter ist für die na­tio­na­len Si­cher­heits­be­hör­den und die Agen­tur zu­gäng­lich. Es wird der Öf­fent­lich­keit zu­gäng­lich ge­macht, so­bald die Da­ten durch die Agen­tur va­li­diert wor­den sind.119

117 Durch­füh­rungs­be­schluss 2011/655/EU der Kom­mis­si­on vom 4. Okt. 2011 über das Eu­ro­päi­sche Re­gis­ter ge­neh­mig­ter Schie­nen­fahr­zeug­ty­pen, ABl. L 264 vom 8.10.2011, S. 32, ge­än­dert durch Durch­füh­rungs­ver­ord­nung (EU) 2019/776 der Kom­mis­si­on vom 16.5.2019, ABl. L 139 I vom 27.5.2019, S. 108.

118 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 18. Nov. 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 4961).

119 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 18. Nov. 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 4961).

2. Abschnitt: Betriebsbewilligung

Art. 15h Erforderliche Nachweise  

(Art. 23c Abs. 2 EBG)120

Das Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men muss dem Ge­such um ei­ne Be­triebs­be­wil­li­gung fol­gen­de Un­ter­la­gen bei­le­gen:

a.
den Si­cher­heits­nach­weis;
b.
Un­ter­la­gen über die Ein­hal­tung der grund­le­gen­den An­for­de­run­gen, der TSI und der üb­ri­gen mass­ge­ben­den Vor­schrif­ten.

120 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 6. Nov. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3571).

Art. 15i Sicherheitsnachweis für Infrastruktur  

(Art. 23c Abs. 4 EBG)121

1 Das Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men muss zum Nach­weis der Si­cher­heit und Vor­schrifts­kon­for­mi­tät des Vor­ha­bens fol­gen­de Un­ter­la­gen ein­rei­chen:

a.
Kon­for­mi­täts­be­schei­ni­gun­gen;
b.
Prüf­be­rich­te der Sach­ver­stän­di­gen;
c.
Nach­weis der vor­schrifts­kon­for­men Aus­füh­rung.

2 Das BAV kann wei­te­re Un­ter­la­gen zum Nach­weis der Ein­hal­tung der Vor­schrif­ten ver­lan­gen.

121 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 6. Nov. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3571).

Art. 15ibis Sicherheitsnachweis für Fahrzeuge 122  

(Art. 23c Abs. 4 EBG)

Das Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men muss zum Nach­weis der Si­cher­heit und Vor­schrifts­kon­for­mi­tät des Vor­ha­bens die Un­ter­la­gen nach Ar­ti­kel 21 Ab­satz 3 der Richt­li­nie (EU) 2016/797123 so­wie nach den Ar­ti­keln 28–30 und An­hang 1 der Durch­füh­rungs­ver­ord­nung (EU) 2018/545124 ein­rei­chen.

122 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 6. Nov. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3571).

123 Sie­he Fuss­no­te zu Art. 7 Abs. 4.

124 Sie­he Fuss­no­te zu Art. 6b Abs. 2.

Art. 15j Konformitätsbewertung 125  

(Art. 23j EBG)

1 Die Kon­for­mi­täts­be­wer­tung von In­te­r­ope­ra­bi­li­täts­kom­po­nen­ten rich­tet sich nach Ar­ti­kel 10 der Richt­li­nie (EU) 2016/797126, nach den TSI, nach den Ar­ti­keln 4 und 5 und An­hang I des Be­schlus­ses 2010/713/EU127 so­wie nach An­hang V der Durch­füh­rungs­ver­ord­nung (EU) 2019/250128.

2 Die Kon­for­mi­täts­be­wer­tung von Teil­sys­te­men rich­tet sich nach Ar­ti­kel 15 und An­hang IV der Richt­li­nie (EU) 2016/797, nach den TSI, nach Ar­ti­kel 6 und An­hang I des Be­schlus­ses 2010/713/EU so­wie nach den An­hän­gen IV und V der Durch­füh­rungs­ver­ord­nung (EU) 2019/250.

125 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 6. Nov. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3571).

126 Sie­he Fuss­no­te zu Art. 7 Abs. 4.

127 Be­schluss 2010/713/EU der Kom­mis­si­on vom 9. No­vem­ber 2010 über Mo­du­le für die Ver­fah­ren der Kon­for­mi­täts- und Ge­brauch­staug­lich­keits­be­wer­tung so­wie der EG-Prü­fung, die in den ge­mä­ss Richt­li­nie 2008/57/EG des Eu­ro­päi­schen Par­la­ments und des Ra­tes an­ge­nom­me­nen tech­ni­schen Spe­zi­fi­ka­tio­nen für die In­te­r­ope­ra­bi­li­tät zu ver­wen­den sind, Fas­sung ge­mä­ss ABl. L 319 vom 4.12.2010, S. 1.

128 Sie­he Fuss­no­te zu Art. 7 Abs. 4.

Art. 15k Bescheinigung der Konformität mit den TSI  

(Art. 23j Abs. 1 EBG)

1 Ei­ne Be­schei­ni­gung der Kon­for­mi­tät mit den TSI durch ei­ne be­nann­te Stel­le (Art. 15r) ist er­for­der­lich für:

a.
je­de In­te­r­ope­ra­bi­li­täts­kom­po­nen­te;
b.
je­des struk­tu­rel­le Teil­sys­tem.

2 Die Kon­for­mi­täts­be­schei­ni­gung muss die Über­ein­stim­mung der In­te­r­ope­ra­bi­li­täts­kom­po­nen­ten oder Teil­sys­te­me und ih­rer Schnitt­stel­len mit den grund­le­gen­den An­for­de­run­gen be­schei­ni­gen, so­weit die­se durch TSI kon­kre­ti­siert sind.

3 Auf den nor­mal­spu­ri­gen Stre­cken aus­ser­halb des in­te­r­ope­ra­blen Haupt­net­zes nach An­hang 6 kann die Kon­for­mi­tät mit den an­wend­ba­ren Be­stim­mun­gen der TSI statt durch be­nann­te Stel­len auch durch be­nann­te be­auf­trag­te Stel­len (Art. 15v Abs. 2) oder durch Sach­ver­stän­di­ge be­schei­nigt wer­den.

4 Wer­den Tei­le durch Tei­le des­sel­ben Typs er­setzt, so ist kei­ne Be­schei­ni­gung der Kon­for­mi­tät mit den TSI er­for­der­lich, so­fern das Teil­sys­tem vor dem In­kraft­tre­ten der mass­ge­bli­chen TSI in Be­trieb ge­nom­men wur­de.

Art. 15l Bescheinigung der Konformität mit notifizierten nationalen Vorschriften  

1 Ei­ne Kon­for­mi­täts­be­schei­ni­gung ei­ner be­nann­ten be­auf­trag­ten Stel­le ist für je­des struk­tu­rel­le Teil­sys­tem er­for­der­lich, das sich auf den Stre­cken des in­te­r­ope­ra­blen Haupt­net­zes nach An­hang 6 be­fin­det oder hier­auf ein­ge­setzt wird.

2 Sie be­schei­nigt die Über­ein­stim­mung des Teil­sys­tems und sei­ner Schnitt­stel­len mit den grund­le­gen­den An­for­de­run­gen, so­weit die­se durch no­ti­fi­zier­te na­tio­na­le Vor­schrif­ten kon­kre­ti­siert sind.

Art. 15m Prüfberichte Sachverständiger  

1 Wer­den die fol­gen­den An­for­de­run­gen durch an­de­re Vor­schrif­ten als TSI oder no­ti­fi­zier­te na­tio­na­le Vor­schrif­ten spe­zi­fi­ziert und han­delt es sich um Vor­ha­ben mit ho­her Si­cher­heits­re­le­vanz, so sind Prüf­be­rich­te Sach­ver­stän­di­ger er­for­der­lich zum Nach­weis:

a.
der Si­cher­heit und Vor­schrifts­kon­for­mi­tät der Teil­sys­te­me und ih­rer Schnitt­stel­len;
b.
der tech­ni­schen Kom­pa­ti­bi­li­tät des Teil­sys­tems;
c.
der si­che­ren In­te­gra­ti­on des Teil­sys­tems in das Ge­samt­sys­tem.

2 Das BAV kann zu­sätz­li­che Prüf­be­rich­te Sach­ver­stän­di­ger ver­lan­gen, so­fern dies zum Nach­weis der Si­cher­heit er­for­der­lich er­scheint.

Art. 15n Nachweis der vorschrifts- und verfügungskonformen Ausführung  

1 Der Ge­such­stel­ler muss ge­gen­über dem BAV er­klä­ren, dass das Be­wil­li­gungs­ob­jekt:

a.
ge­mä­ss den Vor­schrif­ten und der Ver­fü­gung des BAV aus­ge­führt wur­de; und
b.
si­cher be­trie­ben wer­den kann.

2 Er muss zum Nach­weis der vor­schrifts­kon­for­men Aus­füh­rung dem BAV fol­gen­de Er­klä­run­gen ein­rei­chen:

a.
für struk­tu­rel­le Teil­sys­te­me nach An­hang II Zif­fer 1 Buch­sta­be a der Richt­li­nie (EU) 2016/797129: EG-Prü­f­er­klä­run­gen nach Ar­ti­kel 15 Ab­satz 2 der Richt­li­nie (EU) 2016/797 und nach den An­hän­gen II und III der Durch­füh­rungs­ver­ord­nung (EU) 2019/250130;
b.
für In­te­r­ope­ra­bi­li­täts­kom­po­nen­ten: EG-Er­klä­run­gen nach Ar­ti­kel 9 der Richt­li­nie (EU) 2016/797 und nach An­hang I der Durch­füh­rungs­ver­ord­nung (EU) 2019/250.131

129 Sie­he Fuss­no­te zu Art. 7 Abs. 4.

130 Sie­he Fuss­no­te zu Art. 7 Abs. 4.

131 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 6. Nov. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3571).

Art. 15o Anerkennung europäischer und ausländischer Bewilligungen 132  

1 Von der Agen­tur oder ei­ner aus­län­di­schen Be­hör­de für den Be­trieb auf in­te­r­ope­ra­blen Stre­cken zu­ge­las­se­ne Fahr­zeu­ge be­nö­ti­gen kei­ne zu­sätz­li­che Be­wil­li­gung des BAV, wenn sie voll­stän­dig durch TSI spe­zi­fi­ziert sind.

2 Bei Fahr­zeu­gen, für die er­gän­zen­de na­tio­na­le Be­stim­mun­gen gel­ten, wird die Ein­hal­tung der TSI so­wie über­ein­stim­men­der na­tio­na­ler An­for­de­run­gen nicht über­prüft, so­weit dies aus der Be­triebs­be­wil­li­gung der Agen­tur oder ei­ner aus­län­di­schen Be­hör­de her­vor­geht.

132 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 6. Nov. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3571).

Art. 15p Prüfungen des BAV bei der Infrastruktur 133  

1 Das BAV über­prüft, ob der Ge­such­stel­ler al­le für den Si­cher­heits­nach­weis der In­fra­struk­tur er­for­der­li­chen Do­ku­men­te ein­ge­reicht hat. Es prüft ins­be­son­de­re, ob:134

a.
die Ein­hal­tung der grund­le­gen­den An­for­de­run­gen ein­sch­liess­lich al­ler TSI und er­gän­zen­den na­tio­na­len Vor­schrif­ten be­züg­lich des Be­wil­li­gungs­ob­jekts und sei­ner Schnitt­stel­len nach­ge­wie­sen ist;
b.
hier­durch die Vor­schrifts­kon­for­mi­tät und Si­cher­heit des Ge­samt­sys­tems voll­stän­dig nach­ge­wie­sen ist.

2 Ist die Vor­schrifts­kon­for­mi­tät oder Si­cher­heit des Ge­samt­sys­tems durch den Si­cher­heits­nach­weis für das Be­wil­li­gungs­ob­jekt nicht voll­stän­dig nach­ge­wie­sen, so ver­langt das BAV die er­for­der­li­chen Er­gän­zun­gen. Es kann ins­be­son­de­re er­gän­zen­de Prüf­be­rich­te Sach­ver­stän­di­ger ver­lan­gen.

3 Das BAV über­prüft den Si­cher­heits­nach­weis ri­si­ko­ori­en­tiert mit Stich­pro­ben. Es über­prüft ins­be­son­de­re:

a.
die Prüf­be­rich­te der Sach­ver­stän­di­gen;
b.
die tech­ni­sche Kom­pa­ti­bi­li­tät und die si­che­re In­te­gra­ti­on des Be­wil­li­gungs­ob­jekts in das Ge­samt­sys­tem.

133 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 6. Nov. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3571).

134 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 6. Nov. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3571).

Art. 15pbis Prüfungen des BAV bei Fahrzeugen 135  

Das BAV über­prüft ge­mä­ss Ar­ti­kel 21 Ab­satz 8 der Richt­li­nie (EU) 2016/797136, ob der Ge­such­stel­ler al­le für den Si­cher­heits­nach­weis der Fahr­zeu­ge er­for­der­li­chen Do­ku­men­te ein­ge­reicht hat, ins­be­son­de­re:

a.
prüft es die Voll­stän­dig­keit des An­trags ge­mä­ss Ar­ti­kel 32 der Durch­füh­rungs­ver­ord­nung (EU) 2018/545137;
b.
be­wer­tet es den An­trag ge­mä­ss den Ar­ti­keln 38–40 so­wie den An­hän­gen II und III der Durch­füh­rungs­ver­ord­nung (EU) 2018/545;
c.
stuft es Pro­ble­me ge­mä­ss Ar­ti­kel 41 der Durch­füh­rungs­ver­ord­nung (EU) 2018/545 ein und geht es bei be­grün­de­ten Zwei­feln ge­mä­ss Ar­ti­kel 42 der Durch­füh­rungs­ver­ord­nung (EU) 2018/545 vor;
d.
ent­schei­det es ge­mä­ss Ar­ti­kel 43 Ab­sät­ze 1–6 und den Ar­ti­keln 45–49 der Durch­füh­rungs­ver­ord­nung (EU) 2018/545.

135 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 6. Nov. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3571).

136 Sie­he Fuss­no­te zu Art. 7 Abs. 4.

137 Sie­he Fuss­no­te zu Art. 6b Abs. 2.

Art. 15q Entscheid des BAV  

1 Das BAV ent­schei­det nach Ein­gang der voll­stän­di­gen Ge­suchs­un­ter­la­gen über:

a.
das Ge­such um Be­triebs­be­wil­li­gung für ein Fahr­zeug in­ner­halb von zwei Mo­na­ten;
b.
über an­de­re Ge­su­che in­ner­halb von vier Mo­na­ten.

2 Ge­gen Ent­schei­de über Ge­su­che um Be­triebs­be­wil­li­gung für ein Fahr­zeug kann der Ge­such­stel­ler in­ner­halb ei­nes Mo­nats beim BAV Ein­spra­che er­he­ben. Das BAV ent­schei­det über die Ein­spra­che in­ner­halb von zwei Mo­na­ten.

3 Ent­schei­det das BAV nicht in­ner­halb von fünf Mo­na­ten nach Ein­gang über ein vom Ge­such­stel­ler für voll­stän­dig er­klär­tes Ge­such um Er­tei­lung ei­ner Be­triebs­be­wil­li­gung für ein Fahr­zeug, so darf es der Ge­such­stel­ler da­nach in Be­trieb neh­men.

1b. Kapitel: Unabhängige Prüfstellen138

138 Eingefügt durch Ziff. I der V vom 29. Mai 2013, in Kraft seit 1. Juli 2013 (AS 2013 1659).

1. Abschnitt: Benannte Stellen

Art. 15r Anforderungen  

1 Be­nann­te Stel­len müs­sen für den be­tref­fen­den Fach­be­reich:

a.
nach der Ak­kre­di­tie­rungs- und Be­zeich­nungs­ver­ord­nung vom 17. Ju­ni 1996139 ak­kre­di­tiert sein und ge­gen die Fol­gen der Haft­pflicht ei­ne Ver­si­che­rung nach­wei­sen; oder
b.
von der Schweiz im Rah­men ei­nes in­ter­na­tio­na­len Ab­kom­mens an­er­kannt sein und ei­ne auch in der Schweiz gül­ti­ge Ver­si­che­rung ge­gen die Fol­gen der Haft­pflicht nach­wei­sen.

2 Im Üb­ri­gen gel­ten für die be­nann­ten Stel­len die Ar­ti­kel 30–34 der Richt­li­nie (EU) 2016/797140.141

139 SR 946.512

140 Sie­he Fuss­no­te zu Art. 7 Abs. 4.

141 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 6. Nov. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3571).

Art. 15s Rechte und Pflichten  

1 Die be­nann­ten Stel­len ha­ben die in den Ar­ti­keln 34, 41 und 42 so­wie in An­hang IV der Richt­li­nie (EU) 2016/797142, in den TSI so­wie im Be­schluss 2010/713/EU143 vor­ge­se­he­nen Rech­te und Pflich­ten.144

2 Ins­be­son­de­re un­ter­rich­ten sie das BAV in den vor­ge­se­he­nen Fäl­len un­ver­züg­lich über die Ein­schrän­kung, Aus­set­zung, Auf­he­bung und Ver­wei­ge­rung der Er­tei­lung von Kon­for­mi­täts­be­schei­ni­gun­gen so­wie dar­über, dass nicht kon­for­me In­te­r­ope­ra­bi­li­täts­kom­po­nen­ten oder Teil­sys­te­me in Ver­kehr ge­bracht wur­den.

142 Sie­he Fuss­no­te zu Art. 7 Abs. 4.

143 Sie­he Fuss­no­te zu Art. 15j Abs. 1.

144 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 6. Nov. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3571).

2. Abschnitt: Risikobewertungsstellen, benannte beauftragte Stellen und Sachverständige

Art. 15t Fachliche Anforderungen  

1 Ri­si­ko­be­wer­tungs­stel­len, be­nann­te be­auf­trag­te Stel­len und Sach­ver­stän­di­ge müs­sen im Prü­fungs­be­reich Fach­kennt­nis­se und Er­fah­rung ha­ben, die der Kom­ple­xi­tät und der Si­cher­heits­re­le­vanz des zu prü­fen­den Vor­ha­bens an­ge­mes­sen sind.

2 Sie müs­sen ei­ne ge­eig­ne­te Aus­bil­dung nach­wei­sen und ver­gleich­ba­re Prü­fungs­ob­jek­te selbst rea­li­siert oder be­gut­ach­tet ha­ben.

3 Für Ri­si­ko­be­wer­tungs­stel­len gel­ten zu­dem die in An­hang II der Durch­füh­rungs­ver­ord­nung (EU) Nr. 402/2013145 ge­nann­ten An­for­de­run­gen.146

4 Für Ri­si­ko­be­wer­tungs­stel­len, die für aus­sch­liess­lich den In­lands­markt be­tref­fen­de Än­de­run­gen bei­ge­zo­gen wer­den, gilt Ar­ti­kel 12 der Durch­füh­rungs­ver­ord­nung (EU) Nr. 402/2013.147

5 Für be­nann­te be­auf­trag­te Stel­len gel­ten zu­dem die in Ar­ti­kel 45 Ab­satz 1 der Richt­li­nie (EU) 2016/797148 ge­nann­ten An­for­de­run­gen.149

145 Sie­he Fuss­no­te zu Art. 5g.

146 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 12. Ju­ni 2020, in Kraft seit 1. Nov. 2020 (AS 2020 2859).

147 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 6. Nov. 2019 (AS 2019 3571). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 12. Ju­ni 2020, in Kraft seit 1. Nov. 2020 (AS 2020 2859).

148 Sie­he Fuss­no­te zu Art. 7 Abs. 4.

149 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 12. Ju­ni 2020, in Kraft seit 1. Nov. 2020 (AS 2020 2859).

Art. 15u Unabhängigkeit  

1 Die Per­so­nen, die ei­ne Auf­ga­be für ei­ne der in Ar­ti­kel 15t ge­nann­ten Stel­len oder Per­so­nen aus­üben, dür­fen sich nicht vor­her in an­de­rer Funk­ti­on mit dem Be­wil­li­gungs­ob­jekt be­fasst ha­ben.

2 Sie müs­sen in ih­rer Ent­schei­dungs­fin­dung un­ab­hän­gig sein. Ins­be­son­de­re dür­fen sie dies­be­züg­lich we­der Wei­sun­gen un­ter­wor­fen sein, noch darf ih­re Ver­gü­tung vom Er­geb­nis ab­hän­gig sein.

3 Für Ri­si­ko­be­wer­tungs­stel­len gel­ten zu­dem die in Ka­pi­tel 4.1 der Norm ISO/IEC 17020:2012150 ge­nann­ten An­for­de­run­gen.151

150 ISO/IEC 17020:2012 Kon­for­mi­täts­be­wer­tung - An­for­de­run­gen an den Be­trieb ver­schie­de­ner Ty­pen von Stel­len, die In­spek­tio­nen durch­füh­ren. Die Norm kann ge­gen Be­zah­lung be­zo­gen wer­den bei der Schwei­ze­ri­schen Nor­men-Ver­ei­ni­gung (SNV), Sul­zer­al­lee 70, 8404Win­ter­thur; www.snv.ch.

151 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 12. Ju­ni 2020, in Kraft seit 1. Nov. 2020 (AS 2020 2859).

Art. 15ubis Pflichten der benannten beauftragten Stellen 152  

Die be­nann­ten be­auf­trag­ten Stel­len ha­ben die in Ar­ti­kel 45 Ab­sät­ze 2 und 3 der Richt­li­nie (EU) 2016/797153 ge­nann­ten Pflich­ten.

152 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 6. Nov. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3571).

153 Sie­he Fuss­no­te zu Art. 7 Abs. 4.

Art. 15v Anerkennung  

1 Ri­si­ko­be­wer­tungs­stel­len, die Si­cher­heits­be­wer­tun­gen nach Ar­ti­kel 8c Ab­satz 2 vor­neh­men wol­len, kön­nen sich vom BAV an­er­ken­nen las­sen.

2 Be­nann­te be­auf­trag­te Stel­len, die Kon­for­mi­täts­be­schei­ni­gun­gen nach Ar­ti­kel 15l Ab­satz 2 aus­stel­len, müs­sen vom BAV an­er­kannt sein.

3 Das BAV stellt mit der An­er­ken­nung fest, dass die Ri­si­ko­be­wer­tungs­stel­le oder die be­nann­te be­auf­trag­te Stel­le für be­stimm­te Be­rei­che die fach­li­chen An­for­de­run­gen er­füllt.

4 Es er­teilt die An­er­ken­nung für be­nann­te be­auf­trag­te Stel­len für höchs­tens zehn Jah­re und für Ri­si­ko­be­wer­tungs­stel­len für höchs­tens fünf Jah­re. Es kann die An­er­ken­nung er­neu­ern, wenn die Vor­aus­set­zun­gen für die Er­tei­lung er­füllt sind.154

5 Es ent­zieht die An­er­ken­nung, wenn die Vor­aus­set­zun­gen für ih­re Er­tei­lung nicht mehr er­füllt sind.155

6 Es ver­öf­fent­licht ei­ne Lis­te der Stel­len und ih­rer Prü­fungs­be­rei­che.

154 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 12. Ju­ni 2020, in Kraft seit 1. Nov. 2020 (AS 2020 2859).

155 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 5 der OBI-Ver­ord­nung vom 13. Mai 2020, in Kraft seit 1. Ju­li 2020 (AS 2020 1915).

Art. 15w Juristische Personen  

Ju­ris­ti­sche Per­so­nen kön­nen als Ri­si­ko­be­wer­tungs­stel­len, be­nann­te be­auf­trag­te Stel­len oder Sach­ver­stän­di­ge tä­tig sein, so­fern sie Per­so­nen be­schäf­ti­gen, die die fach­li­chen An­for­de­run­gen und das Er­for­der­nis der Un­ab­hän­gig­keit er­fül­len.

Art. 15x Beizug, Anforderungen und Arbeitsweise  

Das BAV er­lässt Richt­li­ni­en über den Bei­zug, die An­for­de­run­gen und die Ar­beits­wei­se der Stel­len und Sach­ver­stän­di­gen nach Ar­ti­kel 15t.

Art. 15y Haftung und Versicherung  

1 Die Stel­len und Sach­ver­stän­di­gen nach Ar­ti­kel 15t müs­sen ge­gen die Fol­gen der Haft­pflicht ver­si­chert sein.

2 Sie müs­sen mit dem Auf­trag­ge­ber den Um­fang ih­rer Haf­tung so­wie der er­for­der­li­chen Haft­pflicht­ver­si­che­rung ver­ein­ba­ren.

3 Sie dür­fen die Haf­tung für ih­re Be­rich­te oder Be­schei­ni­gun­gen nicht un­ver­hält­nis­mäs­sig ein­schrän­ken.

Art. 15z Prüfungen  

Das BAV über­prüft pro­jekt­s­pe­zi­fisch:

a.
bei nicht an­er­kann­ten Stel­len nach Ar­ti­kel 15t, ob sie die fach­li­chen An­for­de­run­gen er­fül­len;
b.
bei an­er­kann­ten Stel­len nach Ar­ti­kel 15t, ob die An­er­ken­nung den kon­kre­ten Prü­fungs­auf­trag um­fasst;
c.
ob die Un­ab­hän­gig­keit ge­währ­leis­tet ist;
d.
ri­si­ko­ori­en­tiert mit Stich­pro­ben Si­cher­heits­be­wer­tungs­be­rich­te, Kon­for­mi­täts­be­schei­ni­gun­gen an­er­kann­ter Stel­len und Prüf­be­rich­te Sach­ver­stän­di­ger.

2. Kapitel: Bauten und Anlagen 156

156 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2011, in Kraft seit 1. Juli 2012 (AS 2011 6233).

1. Abschnitt: Geometrische Gestaltung der Fahrbahn

Art. 16 Spurweite  

Das Grund­mass der Spur­wei­te be­trägt:

Nor­mal­spur
1435 mm
Me­ter­spur
1000 mm Schmal­spur
Spe­zi­al­spur
1200, 800, 750 mm Schmal­spur
Art. 17 Trassierungselemente  

Bahn­li­ni­en sind für ei­ne aus­ge­gli­che­ne Fahr­ge­schwin­dig­keit zu tras­sie­ren. Die Tras­sie­rungs­ele­men­te (Kur­ven, Längs­nei­gung, Quer­nei­gung, ver­ti­ka­le Aus­run­dungs­ra­di­en) müs­sen den Be­triebs­ver­hält­nis­sen der Bahn ent­spre­chen und sol­len der Si­cher­heit, dem Fahr­kom­fort und der Wirt­schaft­lich­keit Rech­nung tra­gen.

2. Abschnitt: Sicherheitsabstände

Art. 18 Lichtraumprofil, weitere Räume 157  

1 Das Licht­raum­pro­fil um­fasst den von der Grenz­li­nie fes­ter An­la­gen um­schrie­be­nen Raum und die Si­cher­heits­räu­me nach An­hang 1.

2 Die Grenz­li­nie fes­ter An­la­gen wird an­hand ei­ner ide­el­len Be­zugs­li­nie nach An­hang 1 be­stimmt; die­se Be­zugs­li­nie wird vom BAV im Ein­ver­neh­men mit den Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men fest­ge­legt. In den von der Grenz­li­nie fes­ter An­la­gen um­schrie­be­nen Raum dür­fen, mit Aus­nah­me der funk­ti­ons­be­dingt not­wen­di­gen Tei­le der Ober­lei­tung, kei­ne fes­ten Ge­gen­stän­de hin­ein­ra­gen.

3 Si­cher­heits­räu­me des Licht­raum­pro­fils sind:

a.
der Fens­ter­raum;
b.
der Raum für den Schlupf­weg;
c.
der Raum für den Dienst­weg in der er­for­der­li­chen Brei­te;
d.
der Raum für of­fe­ne Tü­ren; und
e.
der Ober­lei­tungs­raum.

4 Wei­te­re Si­cher­heits­räu­me so­wie Räu­me für wei­te­re be­trieb­li­che und tech­ni­sche Be­dürf­nis­se sind im Ein­zel­fall fest­zu­le­gen.

5 Die Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men be­stim­men für zu­sam­men­hän­gen­de Tei­le des Ei­sen­bahn­net­zes das der je­wei­li­gen Nut­zung ent­spre­chen­de Licht­raum­pro­fil und un­ter­brei­ten es dem BAV zur Ge­neh­mi­gung.

157 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 12. Ju­ni 2020, in Kraft seit 1. Nov. 2020 (AS 2020 2859).

Art. 19 Abstände zwischen und neben den Gleisen 158  

1 Mass­ge­bend für den mi­ni­ma­len Ab­stand zwi­schen par­al­le­len Glei­sach­sen, den mi­ni­ma­len Ab­stand ei­ner Glei­sach­se zu Bau­ten und An­la­gen so­wie den frei zu hal­ten­den Raum ne­ben ei­nem Gleis sind die Er­for­der­nis­se:

a.
des Licht­raum­pro­fils;
b.
der wei­te­ren Si­cher­heits­räu­me so­wie der Räu­me für wei­te­re be­trieb­li­che und tech­ni­sche Be­dürf­nis­se; und
c.
der Ae­ro­dy­na­mik.

2 Der mi­ni­ma­le Ab­stand zwi­schen zwei par­al­le­len Glei­sach­sen oh­ne da­zwi­schen­lie­gen­de Si­cher­heits­räu­me, Bau­ten oder An­la­gen ist so fest­zu­le­gen, dass sich die Grenz­li­ni­en fes­ter An­la­gen nicht über­schnei­den. Für ho­he Fahr­ge­schwin­dig­kei­ten ist ein ent­spre­chend grös­se­rer Ab­stand fest­zu­le­gen.

3 Zwi­schen und ne­ben den Glei­sen so­wie zwi­schen den Glei­sen und den Bau­ten und An­la­gen sind die Si­cher­heits­räu­me für das Per­so­nal frei­zu­hal­ten. Für Si­cher­heits­räu­me für be­trieb­li­che Tä­tig­kei­ten gilt zu­dem Ar­ti­kel 71.

4 Bei not­wen­di­gen zu­sätz­li­chen Si­cher­heits­räu­men sind die mi­ni­ma­len Ab­stän­de im Ein­zel­fall fest­zu­le­gen, dies ins­be­son­de­re:

a.
bei Si­cher­heits­räu­men für Rei­sen­de, die zwi­schen den Fahr­zeu­gen ein- und aus­stei­gen müs­sen;
b.
bei Frei­ver­la­de-, Ram­pen- und An­schluss­glei­sen.

158 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 12. Ju­ni 2020, in Kraft seit 1. Nov. 2020 (AS 2020 2859).

Art. 20159  

159 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 12. Ju­ni 2020, mit Wir­kung seit 1. Nov. 2020 (AS 2020 2859).

Art. 21 Abstände auf Perrons 160  

1 Auf Per­rons sind Stüt­zen, Mas­ten und der­glei­chen so zu stel­len, dass der Per­so­nen­ver­kehr so­wie der Ge­päck- und der Po­stum­lad mög­lichst we­nig be­hin­dert wer­den.161

2 Wo re­gel­mäs­sig ein- und aus­ge­stie­gen wird, ist zwi­schen län­ge­ren Hin­der­nis­sen und der Grenz­li­nie fes­ter An­la­gen ein Raum für Rei­sen­de vor­zu­se­hen.

3 Der Ab­stand zwi­schen der Per­ron­kan­te und der Grenz­li­nie fes­ter An­la­gen soll mög­lichst klein ge­hal­ten sein.162

160 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. Nov. 1998, in Kraft seit 1. Jan. 1999 (AS 1999 1083).

161 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. Nov. 1998, in Kraft seit 1. Jan. 1999 (AS 1999 1083).

162 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. Nov. 1998, in Kraft seit 1. Jan. 1999 (AS 1999 1083).

Art. 22 Sicherheitszeichen  

Die Grenz­punk­te der Nutz­län­ge von Sta­ti­ons­glei­sen sind mit Si­cher­heits­zei­chen zu kenn­zeich­nen. Aus­ge­nom­men sind Stras­sen­bah­nen und An­la­gen mit si­gnal­mäs­sig ge­si­cher­ten Ran­gier­fahr­stras­sen.

Art. 23 Abstände von Strassen  

1 Wo Bahn­li­nie und Stras­se par­al­lel ver­lau­fen, ist für Neu­an­la­gen von Bah­nen oder Stras­sen zwi­schen dem Rand des nächs­ten Fahr­strei­fens und der nächs­ten Gleis­ach­se ge­nü­gend Ab­stand ein­zu­hal­ten.

2 ...163

3 Das Bahn­tras­see muss ge­gen­über ei­ner par­al­lel ver­lau­fen­den Stras­se sicht­bar ab­ge­grenzt sein.

163 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 4. Nov. 2009, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2010 (AS 2009 5991).

Art. 24 Freihalten des Bahntrassees  

Ne­ben dem Bahn­tras­see dür­fen kei­ne Bäu­me, Stan­gen oder Kon­struk­tio­nen ste­hen, die dem Wind und den Wit­te­rungs­ein­flüs­sen nicht ge­nü­gend Wi­der­stand leis­ten und auf die Ei­sen­bahn­an­la­ge164 stür­zen könn­ten.

164 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. I 5 der V vom 4. Nov. 2009 (ers­te Pha­se der Bahn­re­form 2), in Kraft seit 1. Jan. 2010 (AS 2009 5959). Die­se Änd. wur­de im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.

3. Abschnitt: Unterbau, Kunstbauten und Schutzeinrichtungen 165

165 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 4. Nov. 2009, in Kraft seit 1. Juli 2010 (AS 2009 5991).

Art. 25 Unterbau  

Der Un­ter­bau ist auf den zu er­war­ten­den Ver­kehr und ei­ne ho­he Le­bens­dau­er aus­zu­rich­ten.

Art. 26 Bahnbrücken  

1 Brücken und ähn­lich be­an­spruch­te Bau­wer­ke sind nach den für die ein­zel­nen Bahn­ar­ten und Be­las­tungs­for­men fest­ge­leg­ten Nor­men zu be­mes­sen. Für Son­der­fäl­le sind die Be­las­tungs­an­nah­men im Ein­ver­neh­men mit dem BAV zu tref­fen.

2 Brücken sind so aus­zu­bil­den, dass sie die Las­ten ent­gleis­ter Fahr­zeu­ge oh­ne grös­se­ren Scha­den an den Haupt­tra­g­ele­men­ten auf­neh­men kön­nen.

3 Die Gleis­bet­tung auf der Brücke ist der­je­ni­gen der an­sch­lies­sen­den Stre­cke an­zu­glei­chen.

Art. 27 Bauten an, über und unter der Eisenbahn 166  

1 Bau­ten an, über und un­ter der Ei­sen­bahn sind so zu er­stel­len oder zu schüt­zen, dass sie für Rei­sen­de so­wie Be­nüt­zer der Bau­ten einen an­ge­mes­se­nen Schutz ge­gen die Ge­fah­ren ent­gleis­ter und ab­kom­men­der Schie­nen­fahr­zeu­ge auf­wei­sen.

2 Er­höht sich das An­prall­ri­si­ko für ei­ne be­ste­hen­de Bau­te durch Än­de­rung der Ei­sen­bahnin­fra­struk­tur oder des Ei­sen­bahn­be­triebs er­heb­lich, so muss das Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men für einen an­ge­mes­se­nen Schutz sor­gen.

3 Er­höht sich das An­prall­ri­si­ko für ei­ne be­ste­hen­de Bau­te durch Än­de­rung der Bau­te oder ih­rer Nut­zung er­heb­lich, so muss der Ei­gen­tü­mer für einen an­ge­mes­se­nen Schutz sor­gen.

4 Wo die Ge­fahr droht, dass Stras­sen­fahr­zeu­ge oder da­von ab­kom­men­de La­dun­gen auf das Ei­sen­bahn­tras­see ge­ra­ten kön­nen, muss der Ei­gen­tü­mer der Stras­sen- oder Ei­sen­bahn­an­la­ge, der die Ge­fahr ver­ur­sacht, für ge­eig­ne­te Schutzein­rich­tun­gen sor­gen.

5 Rohr­lei­tungs­an­la­gen an, über und un­ter der Ei­sen­bahn sind so zu er­stel­len, dass sta­ti­sche, dy­na­mi­sche, elek­tri­sche oder elek­tro­che­mi­sche Ein­wir­kun­gen die Si­cher­heit der Ei­sen­bahn nicht be­ein­träch­ti­gen.

166 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 4. Nov. 2009, in Kraft seit 1. Ju­li 2010 (AS 2009 5991).

Art. 28 Tunnel, andere unterirdische Eisenbahnanlagen und Galerien 167  

1 In Tun­neln, an­de­ren un­ter­ir­di­schen Ei­sen­bahn­an­la­gen und Ga­le­ri­en sind spe­zi­fi­sche Mass­nah­men zur Ret­tung von Per­so­nen zu tref­fen.

2 In Tun­neln und Ga­le­ri­en sind in re­gel­mäs­si­gen Ab­stän­den Schutz­ni­schen für das Per­so­nal an­zu­brin­gen und gut sicht­bar zu kenn­zeich­nen. Es darf dar­auf ver­zich­tet wer­den, wenn die Si­cher­heit des Per­so­nals mit an­de­ren Mass­nah­men ge­währ­leis­tet ist.

167 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 18. Nov. 2015, in Kraft seit 1. Ju­li 2016 (AS 2015 4961).

Art. 29 Schutzmassnahmen gegen elektrische Einflüsse  

Es sind ge­eig­ne­te Schutz­mass­nah­men ge­gen die Ge­fah­ren und schä­di­gen­den Ein­flüs­se des elek­tri­schen Stro­mes zu tref­fen.

Art. 30168  

168 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 12. Nov. 2003, mit Wir­kung seit 14. Dez. 2003 (AS 2003 4289).

4. Abschnitt: Oberbau

Art. 31 Gleisbau und -material 169  

Das UVEK170 be­zeich­net die Re­gle­men­te, Nor­ma­li­en und Pflich­ten­hef­te, die für das Ober­bau­ma­te­ri­al und des­sen Ver­le­gung gel­ten.

169 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. Nov. 1998, in Kraft seit 1. Jan. 1999 (AS 1999 1083).

170 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. I 5 der V vom 4. Nov. 2009 (ers­te Pha­se der Bahn­re­form 2), in Kraft seit 1. Jan. 2010 (AS 2009 5959). Die­se Änd. wur­de im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.

Art. 32 Weichen  

1 Die Wei­chen müs­sen ei­ne ein­wand­freie Füh­rung und einen mög­lichst ru­hi­gen Lauf der Rä­der al­ler auf der be­tref­fen­den Stre­cke fah­ren­den Fahr­zeu­ge ge­währ­leis­ten.

2 ...171

171 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 4. Nov. 2009, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2010 (AS 2009 5991).

Art. 33 Zahnstangen von Zahnradbahnen  

1 Kein Be­las­tungs- oder Ab­nüt­zungs­zu­stand darf die vor­ge­schrie­be­ne Bruch­si­cher­heit der Zahn­stan­ge, die Ein­griffs­ver­hält­nis­se so­wie die Ent­glei­sungs­si­cher­heit der Fahr­zeu­ge be­ein­träch­ti­gen.

2 Die Zahn­stan­gen­stre­cken sind so fest­zu­le­gen, dass in je­dem Fall si­cher ein- und aus­ge­fah­ren so­wie an­ge­hal­ten wer­den kann.

5. Abschnitt: Stationen

Art. 34 Allgemeines  

1 Die Sta­tio­nen sind so an­zu­le­gen, dass die Durch­fahr­glei­se mit Stre­cken­ge­schwin­dig­keit be­fah­ren wer­den kön­nen.

2 Die Nei­gung der Glei­se in Sta­tio­nen, auf de­nen Zü­ge zu­sam­men­ge­stellt, ge­trennt oder Wa­gen ab­ge­stellt wer­den, soll nicht grös­ser als 2 Pro­mil­le sein.172

3 Die Zu­gän­ge zu den Per­rons sol­len wenn mög­lich kein Über­schrei­ten der Glei­se er­for­dern.173

4 Per­rons sind so zu ge­stal­ten und aus­zu­rüs­ten, dass sie von der Öf­fent­lich­keit si­cher be­nützt wer­den kön­nen.174

5 Die Sta­ti­ons­na­men sind für die Rei­sen­den gut sicht­bar an­zu­schrei­ben.

172 Die Be­rich­ti­gung vom 15. Mai 2018 be­trifft nur den fran­zö­si­schen Text (AS 2018 1861).

173 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. Nov. 1998, in Kraft seit 1. Jan. 1999 (AS 1999 1083).

174 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 4. Nov. 2009, in Kraft seit 1. Ju­li 2010 (AS 2009 5991).

Art. 35 Gleisabschluss  

Die Glei­sen­den sind mit Ab­schlüs­sen zu ver­se­hen.

Art. 36 Stationsbauten  

1 Sta­tio­nen sind ent­spre­chend ih­rer be­trieb­li­chen Be­deu­tung mit den nö­ti­gen Dienst­räu­men aus­zu­rüs­ten.

2 Den Rei­sen­den soll ein War­te­raum zur Ver­fü­gung ste­hen. Bei Stras­sen­bah­nen und Bah­nen mit dich­ter Zug­fol­ge kann dar­auf ver­zich­tet wer­den.

3 Bei der Ge­stal­tung der Sta­ti­ons­bau­ten sind die Ge­fah­ren der Fahr­lei­tungs­an­la­ge zu be­rück­sich­ti­gen.

6. Abschnitt: Sicherung und Signalisation von Bahnübergängen175

175 Aufgehoben durch Ziff. I der V vom 25. Nov. 1998 (AS 1999 1083). Fassung gemäss Ziff. I der V vom 12. Nov. 2003, in Kraft seit 14. Dez. 2003 (AS 2003 4289).

Art. 37 Begriff  

Bahn­über­gän­ge sind hö­hen­glei­che Kreu­zun­gen von Bahn­glei­sen auf un­ab­hän­gi­gem Bahn­kör­per mit Stras­sen oder We­gen.

Art. 37a Verbot  

Auf Stre­cken­ab­schnit­ten und in Sta­tio­nen mit ei­ner zu­ge­las­se­nen Höchst­ge­schwin­dig­keit von mehr als 160 km/h sind kei­ne Bahn­über­gän­ge zu­ge­las­sen.

Art. 37b Allgemeines  

1 Bahn­über­gän­ge sind ent­spre­chend der Ver­kehrs­be­las­tung und der Ge­fah­rensi­tua­ti­on ent­we­der auf­zu­he­ben oder so mit Si­gna­len oder An­la­gen aus­zu­rüs­ten, dass sie si­cher be­fah­ren und be­tre­ten wer­den kön­nen.

2 Die Si­gna­li­sa­ti­on und die Ver­kehrs­re­ge­lung am Bahn­über­gang wer­den durch die Be­triebs­art der Bahn be­stimmt.

Art. 37c Signale und Anlagen  

1 Bahn­über­gän­ge sind mit Schran­ken- oder Halb­schran­ken­an­la­gen aus­zu­rüs­ten.176

2 An Bahn­über­gän­gen mit Halb­schran­ken­an­la­gen sind die Trot­toirs mit Schlag­bäu­men aus­zu­rüs­ten.

3 Fol­gen­de Aus­nah­men von Ab­satz 1 sind mög­lich:

a.177
An Bahn­über­gän­gen, wo das An­brin­gen von Schran­ken- oder Halb­schran­ken­an­la­gen einen un­ver­hält­nis­mäs­si­gen Auf­wand er­for­dern wür­de und kein oder nur schwa­cher Fuss­gän­ger­ver­kehr herrscht, kön­nen auf der einen Sei­te des Bahn­tras­sees Blink­licht­si­gna­le und auf der an­de­ren Sei­te ei­ne Halb­schran­ken­an­la­ge er­stellt wer­den.
b.178
An Bahn­über­gän­gen mit schwa­chem Stras­sen­ver­kehr kann ei­ne Blink­licht­sig­nal­an­la­ge oder ei­ne Be­darfs­schran­ken­an­la­ge er­stellt wer­den.
bbis.179 An Bahn­über­gän­gen über ein­glei­si­ge Stre­cken mit sehr schwa­chem Stras­sen­ver­kehr und ge­nü­gen­den Sicht­ver­hält­nis­sen kann ei­ne Licht­si­gnal­an­la­ge oh­ne Schlag­bäu­me mit feh­ler­si­che­rer Sper­rung des Stras­sen­ver­kehrs er­stellt wer­den.
c.180
An Bahn­über­gän­gen kön­nen, falls die Sicht­ver­hält­nis­se ge­nü­gend sind oder die Schie­nen­fahr­zeu­ge bei zeit­wei­se un­ge­nü­gen­den Sicht­ver­hält­nis­sen zweck­dien­li­che Ach­tungs­si­gna­le ab­ge­ben, An­dre­as­kreu­ze als ein­zi­ges Si­gnal an­ge­bracht wer­den, so­fern:
1.
die Stras­se oder der Weg nur für den Fuss­gän­ger­ver­kehr ge­öff­net und die­ser schwach ist,
2.
der Stras­sen­ver­kehr schwach und der Schie­nen­ver­kehr lang­sam ist, oder
3.
die Stras­se oder der Weg nur der land­wirt­schaft­li­chen Be­wirt­schaf­tung dient (Feld­weg), kei­ne be­wohn­te Lie­gen­schaft er­schliesst und auf­grund der Si­gna­li­sa­ti­on nur ei­nem be­schränk­ten Per­so­nen­kreis of­fen­steht; die In­fra­struk­tur­be­trei­be­rin hat die­sen Per­so­nen­kreis zu in­stru­ie­ren.
d.181
Wer­den die Glei­se nach den Be­stim­mun­gen der Fahr­dienst­vor­schrif­ten über den Stras­sen­bahn­be­trieb be­fah­ren, so ge­nügt das Si­gnal «Stras­sen­bahn» nach Ar­ti­kel 10 Ab­satz 4 der Si­gna­li­sa­ti­ons­ver­ord­nung vom 5. Sep­tem­ber 1979182. Die­ses ist wenn nö­tig mit ei­ner Licht­si­gnal­an­la­ge zu er­gän­zen.
e.183
Wer­den die Glei­se aus­sch­liess­lich für Ran­gier­be­we­gun­gen be­nützt, so müs­sen we­der Si­gna­le noch An­la­gen er­stellt wer­den, wenn wäh­rend der Ran­gier­be­we­gun­gen der Stras­sen­ver­kehr durch Be­triebs­per­so­nal ge­re­gelt wird.

4 An­stel­le von Blink­licht­si­gna­len kön­nen Licht­si­gna­le ein­ge­setzt wer­den, so­fern der Bahn­über­gang:

a.
mit ei­ner Bahn­über­gangs­an­la­ge oh­ne Schlag­bäu­me ver­se­hen ist und in ei­ner durch Licht­si­gna­le ge­re­gel­ten Ver­zwei­gung liegt; oder
b.
beid­seits des Bahn­tras­sees mit ei­ner Schran­ken- oder Be­darfs­schran­ken­an­la­ge ver­se­hen ist.184

4bis An Bahn­über­gän­gen mit Halb­schran­ken­an­la­gen dür­fen die Blink­licht­si­gna­le durch Licht­si­gna­le er­gänzt wer­den, so­fern der Bahn­über­gang in ei­ner durch Licht­si­gna­le ge­re­gel­ten Ver­zwei­gung liegt.185

5 ...186

6 Die für die Ge­währ­leis­tung der Si­cher­heit am Bahn­über­gang er­for­der­li­chen stras­sen­sei­ti­gen Vor­si­gna­le und Mar­kie­run­gen wer­den nach der SSV an­ge­bracht.

176 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 19. Sept. 2014, in Kraft seit 1. Nov. 2014 (AS 2014 3169).

177 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 19. Sept. 2014, in Kraft seit 1. Nov. 2014 (AS 2014 3169).

178 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 4. Nov. 2009, in Kraft seit 1. Ju­li 2010 (AS 2009 5991).

179 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 4. Nov. 2009, in Kraft seit 1. Ju­li 2010 (AS 2009 5991).

180 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 4. Nov. 2009, in Kraft seit 1. Ju­li 2010 (AS 2009 5991).

181 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 19. Sept. 2014, in Kraft seit 1. Nov. 2014 (AS 2014 3169).

182 SR 741.21

183 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 19. Sept. 2014, in Kraft seit 1. Nov. 2014 (AS 2014 3169).

184 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 4. Nov. 2009, in Kraft seit 1. Ju­li 2010 (AS 2009 5991).

185 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 4. Nov. 2009, in Kraft seit 1. Ju­li 2010 (AS 2009 5991).

186 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 19. Sept. 2014, mit Wir­kung seit 1. Nov. 2014 (AS 2014 3169).

Art. 37d Bahnübergangsanlagen 187  

Für An­la­gen zur Steue­rung und Über­wa­chung von Bahn­über­gän­gen gel­ten die Ar­ti­kel 38 und 39. Aus­ge­nom­men sind Licht­si­gnal­an­la­gen zur Er­gän­zung von Bahn­über­gän­gen nach Ar­ti­kel 37c Ab­satz 3 Buch­sta­be d.

187 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 19. Sept. 2014, in Kraft seit 1. Nov. 2014 (AS 2014 3169).

Art. 37e188  

188 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 4. Nov. 2009, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2010 (AS 2009 5991).

Art. 37f Ersatzmassnahmen bei Aufhebungen von Bahnübergängen 189  

Wird durch die Auf­he­bung ei­nes Bahn­über­gan­ges ein Teil des in den kan­to­na­len Plä­nen ent­hal­te­nen Fuss- und Wan­der­weg­net­zes nicht mehr frei be­geh­bar, so rich­tet sich der Er­satz nach Ar­ti­kel 7 des Bun­des­ge­set­zes vom 4. Ok­to­ber 1985190 über Fuss- und Wan­der­we­ge (FWG).

189 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 19. Sept. 2014, in Kraft seit 1. Nov. 2014 (AS 2014 3169).

190 SR704

7. Abschnitt: Sicherungsanlagen und Telematikanwendungen 191

191 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 4. Nov. 2009, in Kraft seit 1. Juli 2010 (AS 2009 5991).

Art. 38 Grundsätze 192  

1 Si­che­rungs­an­la­gen und Te­le­ma­ti­kan­wen­dun­gen sind so zu pla­nen, zu er­stel­len, zu be­trei­ben und in­stand zu hal­ten, dass ein si­che­rer und zu­ver­läs­si­ger Ei­sen­bahn­be­trieb er­mög­licht wird.

2 Für Te­le­ma­ti­kan­wen­dun­gen gel­ten die Be­stim­mun­gen die­ses Ab­schnitts nur für An­wen­dun­gen, die in di­rek­tem Zu­sam­men­hang mit der Si­cher­heit und der Zu­ver­läs­sig­keit des Ei­sen­bahn­be­triebs ste­hen.

3 Si­che­rungs­an­la­gen und Te­le­ma­ti­kan­wen­dun­gen kön­nen so­wohl Tei­le der In­fra­struk­tur als auch der Fahr­zeu­ge sein. Ei­gen­schaf­ten, Be­trieb und In­stand­hal­tung die­ser Si­che­rungs­an­la­gen und Te­le­ma­ti­kan­wen­dun­gen sind auf­ein­an­der ab­zu­stim­men.193

4 Das BAV kann, so­weit es dem Ziel der Si­cher­heit der Ei­sen­bah­nen oder an­de­ren über­ge­ord­ne­ten Zie­len dient ver­fü­gen:

a.
auf wel­chen Stre­cken und Fahr­zeu­gen wel­che Ar­ten von Si­che­rungs­an­la­gen und Te­le­ma­ti­kan­wen­dun­gen zum Ein­satz kom­men;
b.
in­wie­weit die Si­che­rungs­an­la­gen und Te­le­ma­ti­kan­wen­dun­gen mit an­de­ren An­la­gen oder An­wen­dun­gen und mit Fahr­zeu­gen kom­pa­ti­bel sein müs­sen.194

192 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 4. Nov. 2009, in Kraft seit 1. Ju­li 2010 (AS 2009 5991).

193 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2011, in Kraft seit 1. Ju­li 2012 (AS 2011 6233).

194 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 16. Nov. 2011, in Kraft seit 1. Ju­li 2012 (AS 2011 6233).

Art. 39 Sicherungsanlagen 195  

1 Fahr­ten auf Gleis­an­la­gen sind mit Si­che­rungs­an­la­gen zu steu­ern und zu si­chern.

2 Si­che­rungs­an­la­gen sind so zu pla­nen, zu er­stel­len, zu be­trei­ben und in­stand zu hal­ten, dass die Steue­rung und Si­che­rung der Zug­fahr­ten und Ran­gier­be­we­gun­gen si­cher und zu­ver­läs­sig er­fol­gen. Da­bei:

a.
sind die be­trieb­li­chen Ver­hält­nis­se so­wie die bahn­sys­tem­tech­ni­schen und bau­li­chen Ge­ge­ben­hei­ten zu be­rück­sich­ti­gen;
b.
sind die vor­aus­seh­ba­ren Ge­fähr­dun­gen zu be­rück­sich­ti­gen;
c.
ist ei­ne ho­he Ver­füg­bar­keit zu ge­währ­leis­ten;
d.
ist zu ge­währ­leis­ten, dass der Ei­sen­bahn­be­trieb kon­form zu den Be­trieb­spro­zes­sen und -vor­schrif­ten ge­steu­ert und über­wacht wer­den kann.

3 Si­che­rungs­an­la­gen die­nen ins­be­son­de­re der:

a.
Fahr­weg­steue­rung und -si­che­rung;
b.
Si­gna­li­sie­rung;
c.
Zug­be­ein­flus­sung;
d.
Um­stel­lung und Si­che­rung von Wei­chen;
e.
Gleis­frei­mel­dung und Zu­gor­tung;
f.
Steue­rung und Über­wa­chung von Bahn­über­gän­gen.

195 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 4. Nov. 2009, in Kraft seit 1. Ju­li 2010 (AS 2009 5991).

Art. 40 Zugkontrolleinrichtungen 196  

1 Die In­fra­struk­tur­be­trei­be­rin­nen kön­nen Zug­kon­trol­lein­rich­tun­gen zur Kon­trol­le, ob die Fahr­zeu­ge den An­for­de­run­gen ei­nes si­che­ren Be­triebs ge­nü­gen, ein­set­zen. Die­se kon­trol­lie­ren die durch­fah­ren­den Zü­ge auf Un­re­gel­mäs­sig­kei­ten wie Heiss­läu­fer, Fest­brem­ser, La­de­ver­schie­bun­gen, Über­las­ten, Pro­fil­ver­let­zun­gen, Brand­her­de, Aus­tritt von Che­mi­ka­li­en und un­zu­läs­si­ge An­press­kraft von Strom­ab­neh­mern.

2 Das Er­for­der­nis von Zug­kon­trol­lein­rich­tun­gen so­wie de­ren Stand­orte, Art, Aus­bau und Ver­net­zung rich­ten sich nach den Ge­fähr­dun­gen, den be­trieb­li­chen Ver­hält­nis­sen so­wie den ver­kehrs­tech­ni­schen und bau­li­chen Ge­ge­ben­hei­ten.

3 Die In­fra­struk­tur­be­trei­be­rin­nen des Nor­mal­spur­net­zes ko­or­di­nie­ren Pla­nung, Bau und Be­trieb ih­rer Zug­kon­trol­lein­rich­tun­gen. Sie er­stel­len ein netzwei­tes Kon­zept und un­ter­brei­ten es dem BAV zur Ge­neh­mi­gung.

196 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2011, in Kraft seit 1. Ju­li 2012 (AS 2011 6233).

8. Abschnitt: Personenwarnsysteme im Gleisbereich 197

197 Eingefügt durch Ziff. I der V vom 4. Nov. 2009, in Kraft seit 1. Juli 2010 (AS 2009 5991).

Art. 41198  

1 Warn­sys­te­me für Ar­bei­ten im Gleis­be­reich müs­sen ge­währ­leis­ten, dass:

a.
das Per­so­nal auf den Ar­beits­stel­len bei Ein­hal­tung der Vor­schrif­ten vor Ge­fähr­dun­gen durch den Ei­sen­bahn­be­trieb ge­schützt wird; und
b.
die Si­cher­heit des Ei­sen­bahn­be­triebs im Be­reich der Ar­beits­stel­len nicht be­ein­träch­tigt wird.

2 Für mo­bi­le Warn­sys­te­me ist ei­ne Be­triebs­be­wil­li­gung des BAV er­for­der­lich.

198 Ur­sprüng­lich Art. 44. Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 4. Nov. 2009, in Kraft seit 1. Ju­li 2010 (AS 2009 5991).

9. Abschnitt: Elektrische Anlagen 199

199 Eingefügt durch Ziff. I der V vom 16. Nov. 2011, in Kraft seit 1. Juli 2012 (AS 2011 6233).

Art. 42 Anforderungen an die Sicherheit 200  

1 Elek­tri­sche An­la­gen von Ei­sen­bah­nen so­wie elek­tri­sche Tei­le von Trol­ley­bus­an­la­gen sind so zu pla­nen, zu bau­en, zu be­trei­ben und in­stand zu hal­ten, dass Per­so­nen und Sa­chen bei be­stim­mungs­ge­mäs­sem Be­trieb so­wie bei vor­aus­seh­ba­ren Stö­run­gen vor Ge­fähr­dun­gen ge­schützt wer­den. Die elek­tri­schen An­la­gen sind in An­hang 4 nä­her um­schrie­ben.201

2 Es sind al­le ver­hält­nis­mäs­si­gen Schutz­mass­nah­men zur Ver­mei­dung von Ge­fähr­dun­gen zu tref­fen.

3 Die si­cher­heits­tech­ni­schen und bahn­be­trieb­li­chen An­for­de­run­gen ge­hen an­de­ren, ins­be­son­de­re äs­the­ti­schen An­for­de­run­gen, vor.

200 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2011, in Kraft seit 1. Ju­li 2012 (AS 2011 6233).

201 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 18. Nov. 2015, in Kraft seit 1. Ju­li 2016 (AS 2015 4961).

Art. 43 Anforderungen an den Störschutz 202  

Elek­tri­sche An­la­gen so­wie dar­an an­ge­schlos­se­ne An­la­gen oder An­lagen­tei­le müs­sen so ge­plant, ge­baut, be­trie­ben und in­stand ge­hal­ten wer­den, dass in al­len Be­triebs­zu­stän­den:

a.
der Be­trieb an­de­rer elek­tro­tech­ni­scher An­la­gen und Ein­rich­tun­gen nicht in un­zu­mut­ba­rer Wei­se ge­stört wird;
b.
ihr Be­trieb nicht durch an­de­re elek­tro­tech­ni­sche An­la­gen und Ein­rich­tun­gen in un­zu­mut­ba­rer Wei­se ge­stört wird.

202 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2011, in Kraft seit 1. Ju­li 2012 (AS 2011 6233).

Art. 44 Planung und Bau 203  

Die Vor­schrif­ten die­ser Ver­ord­nung und ih­re Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen sind auf die fol­gen­den elek­tri­schen An­la­gen oder An­lagen­tei­le an­wend­bar:

a.
Bahn­stromer­zeu­gungs- und -um­for­mungs­an­la­gen;
b.
Bahn­strom­ver­tei­lungs­an­la­gen;
c.
Fahr­lei­tungs­an­la­gen;
d.
Bahn­rückstrom- und Er­dungs­an­la­gen;
e.204
üb­ri­ge bahn­spe­zi­fi­sche elek­tri­sche An­la­gen;
f.
Schutz­tech­nik und Leit­tech­nik­an­la­gen;
g.205
...

203 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2011, in Kraft seit 1. Ju­li 2012 (AS 2011 6233).

204 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 12. Ju­ni 2020, in Kraft seit 1. Nov. 2020 (AS 2020 2859).

205 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 18. Nov. 2015, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2016 (AS 2015 4961).

Art. 45 Arbeiten an elektrischen Anlagen oder in deren Nähe 206  

1 An elek­tri­schen An­la­gen oder in de­ren Nä­he darf nur ge­ar­bei­tet wer­den, wenn das aus­füh­ren­de Per­so­nal vor Ge­fähr­dun­gen durch den elek­tri­schen Strom ge­schützt ist. Ins­be­son­de­re sind das Kurz­sch­lies­sen und Er­den oder das Kurz­sch­lies­sen und Ver­bin­den mit der Rück­lei­tung so vor­zu­neh­men, dass ei­ne Ge­fähr­dung ver­mie­den wird.

2 Das Per­so­nal muss für die aus­zu­füh­ren­den Ar­bei­ten aus­ge­bil­det und aus­ge­rüs­tet sein.

3 Bei der Pla­nung und Aus­füh­rung der Ar­bei­ten müs­sen Si­cher­heits­ab­stän­de und be­son­de­re Si­cher­heits­mass­nah­men ein­ge­hal­ten wer­den.

206 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2011, in Kraft seit 1. Ju­li 2012 (AS 2011 6233).

Art. 46 Betrieb und Instandhaltung der elektrischen Anlagen 207  

1 Der ver­ant­wort­li­che Be­trei­ber ei­ner elek­tri­schen An­la­ge (Be­triebs­in­ha­ber) ge­währ­leis­tet den si­che­ren Be­trieb und die In­stand­hal­tung der elek­tri­schen An­la­ge und der ent­spre­chen­den elek­tri­schen Ar­beits­mit­tel.

2 Er macht al­le für den An­la­ge­be­trieb not­wen­di­gen tech­ni­schen Be­triebs­un­ter­la­gen auf ge­eig­ne­te Wei­se zu­gäng­lich und ach­tet auf de­ren Pra­xi­staug­lich­keit und Be­nut­zer­freund­lich­keit. Er stellt sie dem BAV auf Ver­lan­gen zur Ver­fü­gung. Be­triebs­un­ter­la­gen, die von ho­heit­li­chen Vor­schrif­ten ab­wei­chen, sind min­des­tens drei Mo­na­te vor der be­ab­sich­tig­ten In­kraft­set­zung dem BAV zur Ge­neh­mi­gung zu un­ter­brei­ten.208

3 Er sorgt mit Vor­ga­ben, Mass­nah­men und Nach­wei­sen da­für, dass Ge­fähr­dun­gen ver­mie­den wer­den. Er do­ku­men­tiert die Vor­ga­ben, Mass­nah­men und Nach­wei­se und legt sie dem BAV auf Ver­lan­gen vor.

4 Er legt ge­mein­sam mit den an sei­ner elek­tri­schen An­la­ge oder in de­ren Nä­he tä­tig wer­den­den Drit­ten die Schutz­mass­nah­men zur Ver­mei­dung von Ge­fähr­dun­gen fest.

207 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2011, in Kraft seit 1. Ju­li 2012 (AS 2011 6233).

208 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 12. Ju­ni 2020, in Kraft seit 1. Nov. 2020 (AS 2020 2859).

3. Kapitel: Fahrzeuge209

209 Ursprünglich vor Art. 46. Fassung gemäss Ziff. I der V vom 18. Nov. 2015, in Kraft seit 1. Juli 2016 (AS 2015 4961).

1. Abschnitt: Grundlegende Anforderungen

Art. 47 Belastungsannahmen sowie Begrenzung der Fahrzeuge und Ladungen  

1 Fahr­zeu­ge sind so zu pla­nen, zu er­stel­len, zu be­trei­ben und in­stand zu hal­ten, dass ein si­che­rer und zu­ver­läs­si­ger Ei­sen­bahn­be­trieb auf der zu be­fah­ren­den In­fra­struk­tur mög­lich ist.

2 Die Be­gren­zung der Fahr­zeu­ge und La­dun­gen be­stimmt sich nach der Be­zugs­li­nie ge­mä­ss An­hang 1.

2. Abschnitt: Interoperable Fahrzeuge

Art. 48  

1 In­te­r­ope­ra­ble Fahr­zeu­ge sind Fahr­zeu­ge, die auf in­te­r­ope­ra­blen Stre­cken (Art. 15a Abs. 1 Bst. a) ein­ge­setzt wer­den.

2 Für in­te­r­ope­ra­ble Fahr­zeu­ge gel­ten die Be­stim­mun­gen des 1a. Ka­pi­tels. Aus­ge­nom­men sind Spe­zi­al­fahr­zeu­ge (Art. 56–58).

3 Das BAV ver­öf­fent­licht die no­ti­fi­zier­ten na­tio­na­len tech­ni­schen Vor­schrif­ten (Art. 23f Abs. 2 EBG).

3. Abschnitt: Nicht interoperable Fahrzeuge

Art. 49 Allgemeines  

1 Nicht in­te­r­ope­ra­ble Fahr­zeu­ge sind Fahr­zeu­ge, die auf nicht in­te­r­ope­ra­blen Stre­cken ein­ge­setzt wer­den.

2 Nor­mal­spu­ri­ge Fahr­zeu­ge, die nur in ei­nem eng be­grenz­ten Ein­satz­ge­biet wie in ei­nem Bahn­hof oder auf ei­nem An­schluss­gleis in­te­r­ope­ra­ble Stre­cken be­fah­ren, kön­nen auf Ge­such hin bei Er­fül­lung der An­for­de­run­gen die­ses Ab­schnitts zu­ge­las­sen wer­den, so­weit die­se der In­te­r­ope­ra­bi­li­tät in­ner­halb des Ein­satz­ge­biets nicht ent­ge­gen­ste­hen.

Art. 50 Elektrische Teile und Systeme  

1 Elek­tri­sche Tei­le und Sys­te­me von Fahr­zeu­gen sind so zu pla­nen, zu bau­en, zu be­trei­ben und in­stand zu hal­ten, dass Per­so­nen und Sa­chen bei be­stim­mungs­ge­mäs­sem Be­trieb so­wie bei vor­aus­seh­ba­ren Stö­run­gen vor Ge­fähr­dun­gen ge­schützt wer­den.

2 Trieb­fahr­zeu­ge und Steu­er­wa­gen sind mit ei­ner Si­cher­heits­steue­rung aus­zu­rüs­ten. Sie sind auf die Si­che­rungs­an­la­gen und Te­le­ma­ti­kan­wen­dun­gen ab­zu­stim­men. Die An­for­de­run­gen an die auf den Fahr­zeu­gen in­stal­lier­ten Si­che­rungs­an­la­gen und Te­le­ma­ti­kan­wen­dun­gen rich­ten sich nach den Ar­ti­keln 38 und 39.

Art. 51 Mechanische Teile und Systeme  

1 Me­cha­ni­sche Tei­le und Sys­te­me von Fahr­zeu­gen sind so zu pla­nen, zu bau­en, zu be­trei­ben und in­stand zu hal­ten, dass es zu kei­nen Ge­fähr­dun­gen von Per­so­nen und Sa­chen kommt und dass sie den Be­an­spru­chun­gen wäh­rend der ge­plan­ten Le­bens­dau­er ge­wach­sen sind.

2 Füh­rer­stän­de und Per­so­nen­ab­tei­le von Fahr­zeu­gen sind hin­sicht­lich ih­res De­for­ma­ti­ons­ver­hal­tens so zu ge­stal­ten, dass Per­so­nen und Sa­chen bei be­stim­mungs­ge­mäs­sem Be­trieb so­wie bei vor­aus­seh­ba­ren Stö­run­gen vor Ge­fähr­dun­gen ge­schützt wer­den.

Art. 52 Bremssysteme  

1 Die Brem­sen der Fahr­zeu­ge müs­sen das si­che­re Fah­ren mit der zu­läs­si­gen Ge­schwin­dig­keit er­lau­ben und je­der­zeit das si­che­re An­hal­ten der Fahr­zeu­ge ge­währ­leis­ten.

2 Die Brems­kraft muss auf die im Mit­tel ver­füg­ba­re Rei­bung zwi­schen Rad und Schie­ne ab­ge­stimmt sein.

3 Die Brems­wir­kung darf durch Ab­nüt­zung, Spiel und an­de­re Sys­te­me nicht be­ein­träch­tigt wer­den. Sie muss im Still­stand prüf­bar sein.

4 Ei­ne Fest­stell­brem­se muss das un­be­ab­sich­tig­te Weg­rol­len der Fahr­zeu­ge ver­hin­dern.

Art. 53 Türsysteme  

1 Ein­stieg­stü­ren müs­sen auf den Be­trieb ab­ge­stimmt sein, oh­ne Ge­fähr­dung be­nützt wer­den kön­nen, zu­ver­läs­sig wir­ken­de Ver­schlüs­se auf­wei­sen und ge­gen un­be­ab­sich­tig­tes Öff­nen ge­si­chert sein.

2 Tü­ren müs­sen den ge­schlos­se­nen Zu­stand im Füh­rer­stand an­zei­gen und Schutz­funk­tio­nen ge­gen das Fest­klem­men von Per­so­nen auf­wei­sen.

3 Die seit­li­chen Schie­be­tü­ren der Ge­päck­wa­gen und -ab­tei­le sind mit ei­ner Ein­rich­tung zu ver­se­hen, die ein un­be­ab­sich­tig­tes Schlies­sen ver­hin­dert. Im ge­öff­ne­ten Zu­stand muss ei­ne Ge­län­der­stan­ge ein­ge­legt wer­den kön­nen.

4 Die Über­gang­stü­ren an den Zu­gen­den müs­sen ge­gen un­be­ab­sich­tig­tes Öff­nen ge­si­chert wer­den kön­nen.

Art. 54 Besondere Anforderungen an Zahnradbahnen  

1 Die Si­cher­heit der Fahr­zeu­ge und Zugs­kom­po­si­tio­nen von Zahn­rad­bah­nen vor Ent­glei­sung muss auf der gan­zen Stre­cke in al­len vor­aus­seh­ba­ren Ex­trem­fäl­len ge­währ­leis­tet sein.

2 Das UVEK re­gelt die be­son­de­ren An­for­de­run­gen an:

a.
Zug- und Sto­ss­vor­rich­tun­gen:
1.
ge­kup­pel­ter Fahr­zeu­ge,
2.
nicht ge­kup­pel­ter Fahr­zeu­ge;
b.
Brem­sen:
1.
von Trieb­fahr­zeu­gen,
2.
von Zugs­kom­po­si­tio­nen,
3.
von Wa­gen,
4.
beim Zie­hen von Wa­gen,
5.
bei Mehr­facht­rak­ti­on;
c.
Si­cher­heits­ein­rich­tun­gen von Zugs­kom­po­si­tio­nen.
Art. 55 Besondere Anforderungen an Strassenbahnfahrzeuge  

Das UVEK legt die be­son­de­ren An­for­de­run­gen an Stras­sen­bahn­fahr­zeu­ge in fol­gen­den Be­rei­chen fest:

a.
Brem­sen;
b.
Kol­li­si­ons­schutz.

4. Abschnitt: Spezialfahrzeuge

Art. 56 Allgemeines  

1 Als Spe­zi­al­fahr­zeu­ge gel­ten Dienst­fahr­zeu­ge so­wie Dampf­fahr­zeu­ge und his­to­ri­sche Fahr­zeu­ge.

2 Spe­zi­al­fahr­zeu­ge kön­nen so­wohl auf in­te­r­ope­ra­blen wie auf nicht in­te­r­ope­ra­blen Stre­cken ein­ge­setzt wer­den.

3 Sie sind so zu pla­nen, zu bau­en, zu be­trei­ben und in­stand zu hal­ten, dass Per­so­nen und Sa­chen bei be­stim­mungs­ge­mäs­sem Be­trieb so­wie bei vor­aus­seh­ba­ren Stö­run­gen vor Ge­fähr­dun­gen ge­schützt wer­den.

4 Sie wer­den bei Er­fül­lung der An­for­de­run­gen des 3. Ab­schnitts zu­ge­las­sen, so­weit die­se der In­te­r­ope­ra­bi­li­tät in­ner­halb des Ein­satz­ge­biets nicht ent­ge­gen­ste­hen.

Art. 57 Dienstfahrzeuge  

1 Dienst­fahr­zeu­ge sind Spe­zi­al­fahr­zeu­ge, die ins­be­son­de­re für Bau-, In­stand­hal­tungs-, In­spek­ti­ons- und In­ter­ven­ti­ons­tä­tig­kei­ten auf Ei­sen­bahn­an­la­gen ein­ge­setzt wer­den.

2 Wer­den Dienst­fahr­zeu­ge als Ar­beits­ge­rät ein­ge­setzt, so sind die da­zu not­wen­di­gen Si­cher­heits­nach­wei­se zu er­stel­len.

Art. 58 Dampffahrzeuge und historische Fahrzeuge  

1 Dampf­fahr­zeu­ge und his­to­ri­sche Fahr­zeu­ge sind so zu be­trei­ben und in­stand zu hal­ten, dass ein si­che­rer Ei­sen­bahn­be­trieb auf der zu be­fah­ren­den In­fra­struk­tur mög­lich ist. Für Stel­len, die für die In­stand­hal­tung der Fahr­zeu­ge ver­ant­wort­lich sind, be­steht kei­ne Zer­ti­fi­zie­rungs­pflicht.210

2 Dampf­fahr­zeu­ge sind so zu pla­nen, zu bau­en, zu be­trei­ben und in­stand zu hal­ten, dass den spe­zi­fi­schen Ge­fah­ren der Dampf- und Druck­kes­sel Rech­nung ge­tra­gen wird.

3 Für den Ein­bau neu­er Sys­te­me in his­to­ri­sche Fahr­zeu­ge und den Um­bau von Sys­te­men in sol­chen Fahr­zeu­gen sind die im Zeit­punkt des Ein- oder Um­baus gül­ti­gen Vor­schrif­ten mass­ge­bend.

4 Im Üb­ri­gen gel­ten die Ar­ti­kel 50–55.

210 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 12. Ju­ni 2020, in Kraft seit 1. Nov. 2020 (AS 2020 2859).

Art. 5970  

Auf­ge­ho­ben

4. Kapitel: Bahnbetrieb

1. Abschnitt: Voraussetzungen für den Bahnbetrieb

Art. 71 Sicherheitsräume für betriebliche Tätigkeiten 211  

Die Si­cher­heits­räu­me für die be­trieb­li­chen Tä­tig­kei­ten ge­mä­ss den vom BAV ge­stützt auf Ar­ti­kel 17 Ab­satz 3 EBG er­las­se­nen Fahr­dienst­vor­schrif­ten sind bei der Pla­nung so­wie dem Neu- und Um­bau von Bau­ten und An­la­gen im Hin­blick auf einen si­che­ren, zu­ver­läs­si­gen und ent­wick­lungs­fä­hi­gen Bahn­be­trieb vor­zu­se­hen.

211 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 12. Ju­ni 2020, in Kraft seit 1. Nov. 2020 (AS 2020 2859).

Art. 72 Betriebspersonal auf den Bahnhöfen 212  

Der Ein­satz von Be­triebs­per­so­nal auf den Bahn­hö­fen rich­tet sich nach den An­for­de­run­gen an die Re­ge­lung und Si­che­rung des Zug- und Ran­gier­ver­kehrs. Da­bei sind ins­be­son­de­re die An­for­de­run­gen an die Si­cher­heit, die bau­li­che und tech­ni­sche Aus­rüs­tung der An­la­gen so­wie Art und Um­fang des ab­ge­wi­ckel­ten Ver­kehrs (ins­be­son­de­re Zahl der Rei­sen­den so­wie Art und Men­ge der Gü­ter) zu be­rück­sich­ti­gen.

212 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2011, in Kraft seit 1. Ju­li 2012 (AS 2011 6233).

Art. 73 Bezeichnung der Eisenbahnanlagen und Züge  

1 Die ein­zel­nen Tei­le der Ei­sen­bahn­an­la­gen sind zur Ori­en­tie­rung der Rei­sen­den und für dienst­li­che Zwe­cke zu kenn­zeich­nen.

2 Je­der Zug ist ent­spre­chend sei­ner Auf­ga­be zu be­zeich­nen.

Art. 74 Ausschluss Unbefugter  

An den für die Si­cher­heit wich­ti­gen Ein­satzor­ten – wie Stell­werk, Re­lais­raum, Füh­rer­stand – darf sich nur das für die Be­die­nung, Kon­trol­len und In­stand­hal­tungs­­ar­bei­ten in­stru­ier­te Per­so­nal auf­hal­ten. Aus­nah­men be­dür­fen der aus­drück­li­chen Be­wil­li­gung des Bahn­un­ter­neh­mens.

2. Abschnitt: Bilden und Bedienen der Züge

Art. 75 Bilden der Züge 213  

1 Ein Zug darf nur aus Fahr­zeu­gen ge­bil­det wer­den, de­ren Be­schaf­fen­heit und La­dung die Vor­aus­set­zun­gen ei­nes si­che­ren Be­trie­bes er­fül­len.

2 Be­ste­hen Zwei­fel be­züg­lich phy­si­ka­li­scher Gren­zen oder der Be­triebs­si­cher­heit der ein­zu­set­zen­den Zü­ge, sind vor Be­trieb­s­auf­nah­me Pro­be- bzw. Mess­fahr­ten durch­zu­füh­ren.

213 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. Nov. 1998, in Kraft seit 1. Jan. 1999 (AS 1999 1083).

Art. 76 Fahrgeschwindigkeit 214  

1 Die höchst­zu­läs­si­ge Fahr­ge­schwin­dig­keit ist nach fol­gen­den Ge­sichts­punk­ten fest­zu­le­gen:

a.
Stre­cken­ver­hält­nis­se;
b.
Si­che­rungs­an­la­gen und Wei­chen;
c.
Bau­art der Fahr­zeu­ge;
d.
Zu­sam­men­set­zung des Zu­ges;
e.
Brem­sen;
f.
be­trieb­li­che Ver­hält­nis­se.

2 Das UVEK legt die ge­ne­rel­len Höchst­ge­schwin­dig­kei­ten (ins­be­son­de­re auf­grund von Nei­gung, An­la­gen, Fahr­zeu­gen) in den Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen fest.215

3 Für die Fest­le­gung der Höchst­ge­schwin­dig­kei­ten pro Zug oder Ran­gier­be­we­gung im ope­ra­ti­ven Be­trieb sind zu­sätz­lich die ge­stützt auf Ar­ti­kel 17 Ab­satz 3 EBG vom BAV er­las­se­nen Fahr­dienst­vor­schrif­ten und die Be­triebs­vor­schrif­ten der In­fra­struk­tur­be­trei­be­rin und des Ei­sen­bahn­ver­kehrs­un­ter­neh­mens mass­ge­bend.216

214 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2011, in Kraft seit 1. Ju­li 2012 (AS 2011 6233).

215 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2011, in Kraft seit 1. Ju­li 2012 (AS 2011 6233).

216 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 16. Nov. 2011, in Kraft seit 1. Ju­li 2012 (AS 2011 6233).

Art. 77 Bremsordnung  

1 Die Funk­ti­ons­fä­hig­keit der au­to­ma­ti­schen Brem­se ist nach dem Bil­den der Zü­ge und in der Re­gel nach Än­de­run­gen in de­ren Zu­sam­men­set­zung zu prü­fen.

2 Die Wir­kung der Brem­sen ei­nes Zu­ges muss den be­trieb­li­chen Er­for­der­nis­sen ent­spre­chen.

3–5 ...217

217 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 16. Nov. 2011, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2012 (AS 2011 6233).

Art. 78218  

218 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I 5 der V vom 4. Nov. 2009 (ers­te Pha­se der Bahn­re­form 2), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2010 (AS 2009 5959).

Art. 78a und 78b219  

219 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 25. Nov. 1998 (AS 1999 1083). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I 5 der V vom 4. Nov. 2009 (ers­te Pha­se der Bahn­re­form 2), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2010 (AS 2009 5959).

Art. 79 Zugbegleitung 220  

Die Be­glei­tung der Zü­ge rich­tet sich nach der tech­ni­schen Aus­rüs­tung der Fahr­zeu­ge, den Stre­cken­ver­hält­nis­sen und all­fäl­li­gen zu­sätz­li­chen Be­dürf­nis­sen des Diens­tes. Sie ist in den Be­triebs­vor­schrif­ten zu re­geln.

220 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. Nov. 1998, in Kraft seit 1. Jan. 1999 (AS 1999 1083).

Art. 80 Massnahmen mit Rücksicht auf die Reisenden  

1 Rei­sen­den of­fen­ste­hen­de Per­so­nen­wa­gen sind zur Nacht­zeit, in Tun­neln auch tags­über, zu be­leuch­ten.

2 Die Rei­sen­den sind über be­son­de­re Vor­komm­nis­se recht­zei­tig zu in­for­mie­ren.

5. Kapitel: Schlussbestimmungen

Art. 81 Ausführungsbestimmungen 221  

Das UVEK er­lässt die Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen. Es be­rück­sich­tigt da­bei auch die an­schluss­gleiss­pe­zi­fi­schen An­for­de­run­gen.

221 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 5 der Gü­ter­trans­port­ver­ord­nung vom 25. Mai 2016, in Kraft seit 1. Ju­li 2016 (AS 2016 1859).

Art. 82 Aufhebung bisherigen Rechts  

Es wer­den auf­ge­ho­ben:

a.
die Ver­ord­nung vom 19. März 1929222 be­tref­fend Bau und Be­trieb der schwei­ze­ri­schen Ne­ben­bah­nen;
b.
die Ver­ord­nung vom 12. No­vem­ber 1929223 über die Be­gren­zung des lich­ten Raum­es und der Fahr­zeu­ge der schwei­ze­ri­schen Nor­mal­spur­bah­nen;
c.
die Ver­ord­nung vom 14. Ju­li 1910224 be­tref­fend den Un­ter­halt des Roll­ma­te­ri­als der schwei­ze­ri­schen Haupt­bah­nen;
d.
die Ver­ord­nung vom 19. Fe­bru­ar 1929225 be­tref­fend Fest­set­zung der höchs­ten Fahr­ge­schwin­dig­kei­ten auf den schwei­ze­ri­schen Haupt­bah­nen;
e.
die Ver­ord­nung vom 24. April 1929226 be­tref­fend die Ein­füh­rung der durch­ge­hen­den Gü­ter­zugs­brem­se im Be­rei­che der Schwei­ze­ri­schen Bun­des­bah­nen und der nor­mal­spu­ri­gen Pri­vat­bah­nen.

222[BS 7 121]

223[BS 7 43]

224[BS 7 84]

225[BS 7 88]

226[BS 7 42]

Art. 83227  

227 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 18. Nov. 2015, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2016 (AS 2015 4961).

Art. 83a Übergangsbestimmungen zur Änderung vom
29. Mai 2013: Sicherheitsgenehmigung
228  

1 Ei­ne Si­cher­heits­ge­neh­mi­gung nach Ar­ti­kel 5a be­nö­ti­gen In­fra­struk­tur­be­trei­be­rin­nen:

a.
die nor­mal­spu­ri­ge Stre­cken be­trei­ben: erst­mals ab dem 1. Ju­li 2015;
b.
die nicht nor­mal­spu­ri­ge Stre­cken be­trei­ben: erst­mals ab dem 1. Ju­li 2016.

2 Das Ge­such muss zwölf Mo­na­te vor dem ge­plan­ten Be­trieb ein­ge­reicht wer­den.

228 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 25. Nov. 1998 (AS 1999 1083). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 29. Mai 2013, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1659).

Art. 83b Übergangsbestimmungen zur Änderung vom
29. Mai 2013: Sicherheitsbescheinigung
229  

1 Ei­sen­bahn­ver­kehrs­un­ter­neh­men, die über ei­ne Si­cher­heits­be­schei­ni­gung ver­fü­gen, be­nö­ti­gen ab dem 1. Ja­nu­ar 2014 ei­ne Si­cher­heits­be­schei­ni­gung nach Ar­ti­kel 5b.

2 Ei­sen­bahn­ver­kehrs­un­ter­neh­men, die aus­sch­liess­lich ei­ge­ne Stre­cken be­fah­ren, be­nö­ti­gen ei­ne Si­cher­heits­be­schei­ni­gung nach Ar­ti­kel 5b für:

a.
nor­mal­spu­ri­ge Stre­cken: erst­mals ab dem 1. Ja­nu­ar 2015;
b.
nicht nor­mal­spu­ri­ge Stre­cken: erst­mals ab dem 1. Ja­nu­ar 2016.

3 Das Ge­such muss zwölf Mo­na­te vor dem ge­plan­ten Be­trieb ein­ge­reicht wer­den.

229 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 29. Mai 2013, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1659).

Art. 83c Übergangsbestimmungen zur Änderung vom
29. Mai 2013: Berichterstattung
230  

Der jähr­li­che Be­richt der Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men nach Ar­ti­kel 5g ist erst­mals für das ers­te vol­le Ka­len­der­jahr nach Er­tei­lung der Si­cher­heits­be­schei­ni­gung oder
-ge­neh­mi­gung ein­zu­rei­chen.

230 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 29. Mai 2013, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1659).

Art. 83d Übergangsbestimmungen zur Änderung vom
29. Mai 2013: Instandhaltung von Güterwagen
231  

1 Für Gü­ter­wa­gen, die aus­sch­liess­lich in der Schweiz ein­ge­setzt wer­den, gilt die Zer­ti­fi­zie­rungs­pflicht nach Ar­ti­kel 5j Ab­satz 1 ab dem 1. Ju­li 2014.

2 Die An­er­ken­nung von nicht zer­ti­fi­zier­ten In­stand­hal­tungs­stel­len rich­tet sich nach den Über­gangs­be­stim­mun­gen von Ar­ti­kel 12 der Ver­ord­nung (EU) Nr. 445/2011232.

231 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 29. Mai 2013, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1659).

232 Sie­he Fuss­no­te zu Art. 5jAbs. 1.

Art. 83e Übergangsbestimmungen zur Änderung vom
29. Mai 2013: Interoperabilität
233  

1 Ge­su­che für Vor­ha­ben, die sich am 1. Ju­li 2013 in ei­nem fort­ge­schrit­te­nen Ent­wick­lungs­sta­di­um be­fin­den und bis zum 31. De­zem­ber 2014 ein­ge­reicht wer­den, wer­den auf An­trag nach den Be­stim­mun­gen be­ur­teilt, die bis zum 30. Ju­ni 2013 gal­ten, so­weit die Si­cher­heit und die In­te­r­ope­ra­bi­li­tät dem nicht ent­ge­gen­ste­hen.

2 Nor­mal­spu­ri­ge Fahr­zeu­ge kön­nen bis zum 31. De­zem­ber 2017 nach den Vor­schrif­ten zu­ge­las­sen wer­den, die für den Ein­satz auf nicht in­te­r­ope­ra­blen Stre­cken gel­ten.

3 ...234

4 Das BAV kann schon vor In­kraft­tre­ten ent­spre­chen­der in­ter­na­tio­na­ler Ab­kom­men Kon­for­mi­täts­be­schei­ni­gun­gen nach Ar­ti­kel 15k von aus­län­di­schen Kon­for­mi­täts­be­wer­tungs­stel­len an­er­ken­nen.

5 Be­schei­ni­gun­gen der Kon­for­mi­tät mit no­ti­fi­zier­ten Vor­schrif­ten nach Ar­ti­kel 15l kön­nen bis zum 31. De­zem­ber 2015 auch durch nicht an­er­kann­te un­ab­hän­gi­ge Prüf­stel­len er­bracht wer­den.

6 Das BAV kann bis zum 31. De­zem­ber 2015 in be­grün­de­ten Fäl­len auf Ge­such hin auf einen Prüf­be­richt Sach­ver­stän­di­ger nach Ar­ti­kel 15m ver­zich­ten und selbst ri­si­ko­ori­en­tiert mit Stich­pro­ben den Er­stel­ler­nach­weis über­prü­fen, so­fern es die fach­li­chen An­for­de­run­gen er­füllt und kei­ne an­er­kann­ten Sach­ver­stän­di­gen kon­kur­ren­ziert.

7 Es mel­det der Eu­ro­päi­schen Kom­mis­si­on erst­mals bis zum 31. De­zem­ber 2015, wel­che na­tio­na­len An­for­de­run­gen in den TSI als Son­der­fall be­rück­sich­tigt wer­den soll­ten oder ab­wei­chen­der na­tio­na­ler Be­stim­mun­gen be­dür­fen.

233 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 29. Mai 2013, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1659).

234 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 18. Nov. 2015, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 4961).

Art. 83f Übergangsbestimmung zur Änderung vom
19. September 2014: Aufhebung und Anpassung von Bahnübergängen
235  

1 Ent­spricht ein Bahn­über­gang nicht den Ar­ti­keln 37a–37d in der Fas­sung vom 19. Sep­tem­ber 2014, so ist er auf­zu­he­ben oder an­zu­pas­sen. Das Ge­such um Auf­he­bung oder An­pas­sung ist bis spä­tes­tens 31. De­zem­ber 2014 bei der zu­stän­di­gen Be­hör­de ein­zu­rei­chen.

2 Der Bahn­über­gang ist in­ner­halb ei­nes Jah­res, nach­dem die rechts­kräf­ti­ge Plan­ge­neh­mi­gungs­ver­fü­gung oder Bau­be­wil­li­gung vor­liegt, auf­zu­he­ben oder an­zu­pas­sen.

3 Auf­he­bun­gen und An­pas­sun­gen, die nach Ar­ti­kel 1a Ab­satz 1 VP­VE236 ge­neh­mi­gungs­frei durch­ge­führt wer­den kön­nen, sind bis spä­tes­tens 31. De­zem­ber 2014 ab­zu­sch­lies­sen.

4 An Bahn­über­gän­gen mit un­ge­nü­gen­den Sicht­ver­hält­nis­sen müs­sen un­ver­züg­lich al­le ver­hält­nis­mäs­si­gen ri­si­ko­re­du­zie­ren­den Mass­nah­men er­grif­fen wer­den. Für die­se Mass­nah­men ist kein Ge­such nach Ar­ti­kel 5 Ab­satz 2 er­for­der­lich.

235 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 19. Sept. 2014, in Kraft seit 1. Nov. 2014 (AS 2014 3169).

236 SR 742.142.1

Art. 83g Übergangsbestimmungen zur Änderung vom
18. November 2015
237  

1 Fahr­zeu­ge, die am 1. Ja­nu­ar 1999 in der Schweiz in Be­trieb wa­ren, gel­ten als zu­ge­las­sen und wer­den in das Re­gis­ter nach Ar­ti­kel 5i auf­ge­nom­men.238

2 Be­ste­hen­de Trieb­fahr­zeu­ge mit Um­rich­tern müs­sen bis zum 31. De­zem­ber 2021 so um­ge­baut wer­den, dass sie sich bei ei­ner Fre­quenz von über 87 Hertz ge­gen­über dem Bahn­strom­netz pas­siv ver­hal­ten.

3 Das BAV baut das In­fra­struk­tur­re­gis­ter nach Ar­ti­kel 15f bis zum 30. Ju­ni 2017 auf. Die In­fra­struk­tur­be­trei­be­rin­nen müs­sen die er­for­der­li­chen An­ga­ben bis zum 15. März 2018 ein­tra­gen.

237 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 18. Nov. 2015, Abs. 3 in Kraft seit 1. Jan. 2016, Abs. 1 und 2seit 1. Ju­li 2016 (AS 2015 4961).

238 Die Be­rich­ti­gung vom 18. Okt. 2016 be­trifft nur den fran­zö­si­chen Text (AS 2016 3537).

Art. 83h Übergangsbestimmungen zur Änderung vom
6. November 2019
239  

1 Nach bis­he­ri­gem Recht er­teil­te oder an­er­kann­te Be­triebs­be­wil­li­gun­gen be­hal­ten ih­re Gül­tig­keit.

2 So­lan­ge die In­fra­struk­tur­be­trei­be­rin die für den Netz­zu­gang er­for­der­li­chen An­ga­ben nicht nach Ar­ti­kel 15f Ab­satz 2 in das In­fra­struk­tur­re­gis­ter ein­ge­tra­gen hat, muss sie die Kom­pa­ti­bi­li­tät der Fahr­zeu­ge mit der zu be­fah­ren­den In­fra­struk­tur auf Ba­sis der vom Ei­sen­bahn­ver­kehrs­un­ter­neh­men zur Ver­fü­gung ge­stell­ten Da­ten prü­fen. Sie muss die Prü­fung un­ent­gelt­lich in­nert zehn Werk­ta­gen durch­füh­ren und dem Ei­sen­bahn­ver­kehrs­un­ter­neh­men mit­tei­len, wel­che Fahr­zeu­ge mit der zu be­fah­ren­den In­fra­struk­tur kom­pa­ti­bel sind.

3 Bis zum 15. Ju­ni 2020 ein­ge­reich­te Ge­su­che um Be­triebs­be­wil­li­gun­gen für Fahr­zeu­ge wer­den auf An­trag nach den bis zum 30. No­vem­ber 2019 gel­ten­den Be­stim­mun­gen be­ur­teilt, so­fern dies für die Er­tei­lung ei­ner aus­län­di­schen Be­triebs­be­wil­li­gung er­for­der­lich ist.

4 Bis zum 15. Ju­ni 2020 ein­ge­reich­te Ge­su­che um Si­cher­heits­be­schei­ni­gun­gen wer­den auf An­trag nach den bis zum 30. No­vem­ber 2019 gel­ten­den Be­stim­mun­gen be­ur­teilt, so­fern das Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men über ei­ne aus­län­di­sche Si­cher­heits­be­schei­ni­gung ver­fügt.

239 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 6. Nov. 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 3571).

Art. 83i Übergangsbestimmung zur Änderung vom
12. Juni 2020
240  

Die An­er­ken­nung von Ri­si­ko­be­wer­tungs­stel­len, die vor dem 1. No­vem­ber 2020 an­er­kannt wur­den, gilt bis zum 31. Ju­li 2022.

240 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 12. Ju­ni 2020, in Kraft seit 1. Nov. 2020 (AS 2020 2859).

Art. 84 Inkrafttreten  

Die­se Ver­ord­nung tritt am 1. Ja­nu­ar 1984 in Kraft.

Anhang 1 241

241 Fassung gemäss Ziff. II Abs. 1 der V vom 12. Juni 2020, in Kraft seit 1. Nov. 2020 (AS 2020 2859).

(Art. 18 Abs. 1 und 2 sowie 47 Abs. 2)

Lichtraumprofil, Bezugslinie: Begriffe und Anordnung der Sicherheitsräume

Legende:

1 Raum für Fahrzeuge und Ladungen

2 Raum für Stromabnehmer

3 Oberleitungsraum

4 Begrenzung der Fahrzeuge bzw.
Ladungen und des Stromabnehmers

5 Kinematischer Raumbedarf, der
durch den Fahrzeugbauer zu
berücksichtigen ist

6 Bezugslinie

7 Kinematischer Raumbedarf, der
durch die Infrastrukturbetreiberin
zu berücksichtigen ist

bS Breite des Raumes für den Schlupfweg

bF Breite des Fensterraums

bD Breite des Raumes für den Dienstweg

8 Grenzlinie fester Anlagen

9 Raum für den Schlupfweg

10 Fensterraum

11 Raum für den Dienstweg in der
erforderlichen Breite

12 Raum für offene Türen

13 Lichtraumprofil (Grenzlinie
fester Anlagen und Sicherheitsräume des Lichtraumprofils)

14 Standfläche

15 Gleismittellinie des Achsensystems des Lichtraumprofils

be elektrischer Schutzabstand

h Höhe der Standfläche

Zusätzliche Räume nach Artikel 18 Absatz 4 sind
in dieser Zeichnung nicht berücksichtigt.

Anhang 2 242

242 Eingefügt durch Ziff. II der V vom 25. Nov. 1998 (AS 1999 1083). Aufgehoben durch Ziff. II Abs. 1 der V vom 18. Nov. 2015, mit Wirkung seit 1. Juli 2016 (AS 2015 4961).</