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Verordnung
über die Infrastruktur der Luftfahrt
(VIL)

vom 23. November 1994 (Stand am 12. Mai 2021)

Der Schweizerische Bundesrat,

gestützt auf die Artikel 3 Absatz 3, 6a, 8 Absätze 2 und 6, 12 Absätze 1 und 2,
36 Absatz 1, 38 Absatz 1, 40 Absatz 1, 41 Absätze 3 und 4, 41a, 42 Absätze 1,
1bis und 2, 106 Absatz 2 sowie 111 des Luftfahrtgesetzes vom 21. Dezember 19481 (LFG),2

verordnet:

1 SR 748.0

2 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 17. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3849).

1. Titel: Allgemeine Bestimmungen

Art. 1 Gegenstand  

Die­se Ver­ord­nung re­gelt den Bau von In­fra­struk­tu­r­an­la­gen der Luft­fahrt (Flug­plät­ze und Flug­si­che­rungs­an­la­gen) und den Be­trieb von Flug­plät­zen. Sie ent­hält zu­dem die Be­stim­mun­gen über die Aus­sen­lan­dun­gen3 und die Luft­fahrt­hin­der­nis­se.

3 Zu den Aus­sen­lan­dun­gen sie­he auch die Aus­sen­lan­de­ver­ord­nung vom 14. Mai 2014, in Kraft seit 1. Sept. 2014 (SR 748.132.3).

Art. 2 Begriffe 4  

In die­ser Ver­ord­nung be­deu­ten:

a.
Flug­platz: in ei­nem Sach­plan fest­ge­leg­te An­la­ge für die An­kunft und den Ab­flug von Luft­fahr­zeu­gen, für de­ren Sta­tio­nie­rung und War­tung, für den Ver­kehr von Pas­sa­gie­ren und für den Um­schlag von Gü­tern;
b.–d.5
...
e.
Flug­platz­an­la­gen: Bau­ten und An­la­gen, die der Er­fül­lung des Zwecks des Flug­plat­zes ge­mä­ss Sach­plan In­fra­struk­tur der Luft­fahrt die­nen und ört­lich und funk­tio­nell zu die­sem ge­hö­ren;
f.
Ne­ben­an­la­gen: Bau­ten und An­la­gen auf Flug­plät­zen, die nicht zu den Flug­platz­an­la­gen ge­hö­ren;
g.6
Sach­plan Ver­kehr Teil In­fra­struk­tur Luft­fahrt:Sach­plan im Sin­ne von Ar­ti­kel 13 des Raum­pla­nungs­ge­set­zes vom 22. Ju­ni 19797 zur Pla­nung und Ko­or­di­na­ti­on der raum­wirk­sa­men Tä­tig­kei­ten des Bun­des im Be­reich der schwei­ze­ri­schen Zi­vil­luft­fahrt;
h.
Flug­platz­lei­ter, Flug­platz­lei­te­rin: für die Be­trieb­sauf­sicht ei­nes Flug­plat­zes ver­ant­wort­li­che Per­son;
i.
TMA: Nah­kon­troll­be­zirk (ter­mi­nal con­trol area);
j.8
Flug­si­che­rungs­an­la­gen: An­la­gen zur Er­brin­gung von Flug­si­che­rungs­diens­ten, ins­be­son­de­re Kom­mu­ni­ka­ti­ons-, Na­vi­ga­ti­ons- und Über­wa­chungs­an­la­gen;
k.9
Luft­fahrt­hin­der­nis­se: Bau­ten und An­la­gen so­wie Pflan­zen, die den Be­trieb von Luft­fahr­zeu­gen oder von Flug­si­che­rungs­an­la­gen er­schwe­ren, ge­fähr­den oder ver­un­mög­li­chen kön­nen; da­zu ge­hö­ren auch tem­po­rä­re Ob­jek­te;
l.
Hin­der­nis­be­gren­zungs­flä­chen: Flä­chen, wel­che den für die Flug­si­cher­heit in der Re­gel er­for­der­li­chen hin­der­nis­frei­en Luftraum nach un­ten ab­gren­zen;
m.
Hin­der­nis­be­gren­zungs­flä­chen-Ka­tas­ter: amt­li­che Fest­stel­lung der Hin­der­nis­be­gren­zungs­flä­chen nach An­hang 14 des Über­ein­kom­mens vom 7. De­zem­ber 194410 über die in­ter­na­tio­na­le Zi­vil­luft­fahrt für einen Flug­platz, ei­ne Flug­si­che­rungs­an­la­ge oder einen Flug­weg;
n.11
...
o.
IFR-Flug­platz: Flug­platz, auf dem nach In­stru­men­ten­flug­regeln (In­stru­ment Flight Ru­les) ge­st­ar­tet und ge­lan­det wer­den kann;
p. und q.12
...
r.
Ge­birgs­lan­de­platz: spe­zi­ell be­zeich­ne­te Lan­des­tel­le über 1100 m über Meer.

4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 2 der V vom 4. März 2011, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1139).

5 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 17. Okt. 2018, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3849).

6 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3849).

7 SR 700

8 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3849).

9 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3849).

10 SR 0.748.0

11 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 17. Okt. 2018, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3849).

12 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 5 der Aus­sen­lan­de­ver­ord­nung vom 14. Mai 2014, mit Wir­kung seit 1. Sept. 2014 (AS 2014 1339).

Art. 3 Luftfahrtspezifische Anforderungen 13  

1 Flug­plät­ze müs­sen so aus­ge­stal­tet, or­ga­ni­siert und ge­führt sein, dass der Be­trieb ge­ord­net ist und die Si­cher­heit für Per­so­nen und Sa­chen bei der Be­reit­stel­lung von Luft­fahr­zeu­gen, beim Ein- und Aus­stei­gen, beim Be­la­den und Ent­la­den, beim Rol­len mit Flug­zeu­gen oder Bo­den­fahr­zeu­gen, bei Starts und Lan­dun­gen so­wie bei An- und Ab­flü­gen stets ge­währ­leis­tet ist.

2 Für Flug­plät­ze, Luft­fahrt­hin­der­nis­se, das Ver­mes­sen des Ge­län­des und den Bau von Flug­si­che­rungs­an­la­gen sind die Nor­men und Emp­feh­lun­gen der In­ter­na­tio­na­len Zi­vil­luft­fahrt-Or­ga­ni­sa­ti­on (ICAO) in den An­hän­gen 3, 4, 10, 11, 14, 15 und 19 zum Über­ein­kom­men vom 7. De­zem­ber 194414 über die In­ter­na­tio­na­le Zi­vil­luft­fahrt (Chi­ca­go-Über­ein­kom­men) so­wie die da­zu­ge­hö­ri­gen tech­ni­schen Vor­schrif­ten un­mit­tel­bar an­wend­bar. Vor­be­hal­ten blei­ben die nach Ar­ti­kel 38 des Über­ein­kom­mens von der Schweiz ge­mel­de­ten Ab­wei­chun­gen.

3 Das BAZL kann zur Kon­kre­ti­sie­rung der in­ter­na­tio­na­len Nor­men, Emp­feh­lun­gen und tech­ni­schen Vor­schrif­ten nach Ab­satz 2 Richt­li­ni­en für einen hoch­ste­hen­den Si­cher­heits­stan­dard er­las­sen. Wer­den die­se um­ge­setzt, so wird ver­mu­tet, dass die An­for­de­run­gen nach den in­ter­na­tio­na­len Nor­men, Emp­feh­lun­gen und tech­ni­schen Vor­schrif­ten er­füllt sind. Wird von den Vor­ga­ben ab­ge­wi­chen, so muss dem BAZL nach­ge­wie­sen wer­den, dass die An­for­de­run­gen auf an­de­re Wei­se er­füllt wer­den.

4 Die Nor­men und Emp­feh­lun­gen der ICAO so­wie die zu­ge­hö­ri­gen tech­ni­schen Vor­schrif­ten wer­den in der amt­li­chen Samm­lung nicht pu­bli­ziert. Sie kön­nen beim BAZL in fran­zö­si­scher und eng­li­scher Spra­che ein­ge­se­hen wer­den; sie wer­den nicht ins Deut­sche und Ita­lie­ni­sche über­setzt.15

13 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3849).

14 SR 0.748.0

15Die­se Do­ku­men­te kön­nen bei der ICAO be­stellt oder abon­niert wer­den.

Art. 3a Sachplan Verkehr Teil Infrastruktur Luftfahrt 16  

1 Der Sach­plan Ver­kehr Teil In­fra­struk­tur Luft­fahrt (SIL) legt die Zie­le und Vor­ga­ben für die In­fra­struk­tur der Zi­vil­luft­fahrt der Schweiz für die Be­hör­den ver­bind­lich fest. Die Kon­zes­sio­näre von Flug­hä­fen und die Be­trei­ber von Flug­si­che­rungs­an­la­gen müs­sen ih­re Pla­nung auf die Zie­le und Vor­ga­ben des SIL aus­rich­ten.

2 Der SIL be­stimmt für die ein­zel­nen dem zi­vi­len Be­trieb von Luft­fahr­zeu­gen die­nen­den In­fra­struk­tu­r­an­la­gen ins­be­son­de­re den Zweck, das be­an­spruch­te Are­al, die Grund­zü­ge der Nut­zung, die Er­schlies­sung so­wie die Rah­men­be­din­gun­gen zum Be­trieb. Er stellt zu­dem die Aus­wir­kun­gen auf Raum und Um­welt dar.

16 Ein­ge­fügt durch Ziff. II 6 der V vom 2. Fe­br. 2000 zum Bun­des­ge­setz über die Ko­or­di­na­ti­on und Ver­ein­fa­chung von Ent­scheid­ver­fah­ren (AS 2000 703). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3849).

Art. 3b Aufsicht des BAZL 17  

1 Das BAZL über­wacht bei den In­fra­struk­tu­r­an­la­gen der Luft­fahrt die Einhal­tung der luft­fahrts­pe­zi­fi­schen, der be­trieb­li­chen und der bau­po­li­zei­li­chen An­for­de­run­gen so­wie der An­for­de­run­gen des Um­welt­schut­zes oder lässt sie durch Drit­te über­wa­chen.

2 Es führt die er­for­der­li­chen Kon­trol­len durch oder lässt sie durch Drit­te durch­füh­ren. Es trifft die not­wen­di­gen Mass­nah­men zur Auf­recht­er­hal­tung oder Wie­der­her­stel­lung des recht­mäs­si­gen Zu­stan­des.

2bis Die für das BAZL und für die Sky­gui­de AG tä­ti­gen Per­so­nen sind zur Aus­übung ih­rer Auf­sichtstä­tig­kei­ten be­fugt, die In­fra­struk­tu­r­an­la­gen der Luft­fahrt je­der­zeit zu be­tre­ten. Al­len­falls not­wen­di­ge Zu­tritts­be­rech­ti­gun­gen sind die­sen Per­so­nen un­ent­gelt­lich aus­zu­stel­len.18

3 Für Dienst­leis­tun­gen und Ver­fü­gun­gen im Zu­sam­men­hang mit der Auf­sicht sind die in der Ver­ord­nung vom 25. Sep­tem­ber 198919 über die Ge­büh­ren des BAZL für Zi­vil­luft­fahrt fest­ge­setz­ten Ge­büh­ren vom Flug­platz­hal­ter zu ent­rich­ten.

17 Ein­ge­fügt durch Ziff. II 6 der V vom 2. Fe­br. 2000 zum Bun­des­ge­setz über die Ko­or­di­na­ti­on und Ver­ein­fa­chung von Ent­scheid­ver­fah­ren, in Kraft seit 1. März 2000 (AS 2000 703).

18 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2008, in Kraft seit 15. März 2008 (AS 2008 595).

19 [AS 19892216, 1993 2749, 1995 5219, 1997 2779Ziff. II 53, 2003 1195, 2005 2695Ziff. II 5. AS 2007 5101Art. 52]. Sie­he heu­te: die V vom 28. Sept. 2007 (SR 748.112.11).

2. Titel: Flugplätze

1. Kapitel: Betrieb und Bau20

20 Fassung gemäss Ziff. II 6 der V vom 2. Febr. 2000 zum Bundesgesetz über die Koordination und Vereinfachung von Entscheidverfahren, in Kraft seit 1. März 2010 (AS 2000 703).

1. Abschnitt: Gemeinsame Bestimmungen

Art. 4 Publikation des Gesuchs und Koordination  

1 Die Ver­öf­fent­li­chung des Ge­suchs in den Pu­bli­ka­ti­ons­or­ga­nen der be­trof­fe­nen Kan­to­ne und Ge­mein­den wird durch die Kan­to­ne ver­an­lasst.

2 Die Kan­to­ne sor­gen für die Ko­or­di­na­ti­on der Stel­lung­nah­men ih­rer Fach­stel­len.

Art. 5 Projektänderungen  

Er­ge­ben sich auf­grund der Ein­ga­ben in ei­nem Plan­ge­neh­mi­gungs-, Kon­zes­si­ons- oder Be­wil­li­gungs­ver­fah­ren we­sent­li­che Än­de­run­gen ge­gen­über dem ur­sprüng­li­chen Pro­jekt, so muss das ge­än­der­te Pro­jekt den Be­trof­fe­nen er­neut zur Stel­lung­nah­me vor­ge­legt oder ge­ge­be­nen­falls öf­fent­lich auf­ge­legt wer­den.

Art. 6 Behandlungsfristen  

Für die Be­hand­lung ei­nes Ge­suchs be­tref­fend ei­ne Plan­ge­neh­mi­gung oder Ge­neh­mi­gung ei­nes Be­triebs­re­gle­ments so­wie ei­ne Er­tei­lung ei­ner Kon­zes­si­on oder ei­ner Be­triebs­be­wil­li­gung gel­ten in der Re­gel fol­gen­de Fris­ten:

a.
zehn Ar­beits­ta­ge vom Ein­gang des voll­stän­di­gen Ge­suchs bis zur Über­mitt­lung an die Kan­to­ne und die be­trof­fe­nen Bun­des­be­hör­den oder bis zur An­zei­ge an die Be­trof­fe­nen;
b.
zwei Mo­na­te vom Ab­schluss des In­struk­ti­ons­ver­fah­rens bis zum Ent­scheid.
Art. 7 Abschluss des Instruktionsverfahrens  

Die Ent­scheid­be­hör­de teilt den Par­tei­en den Ab­schluss des In­struk­ti­ons­ver­fah­rens mit.

Art. 8 Flugvorbereitung: Aufgaben des Flugplatzhalters 21  

1Die Flug­platz­hal­ter ha­ben auf den fol­gen­den Flug­plät­zen in­ter­net­ba­sier­te Ein­rich­tun­gen zur Nut­zung der An­wen­dung für die Flug­vor­be­rei­tung so­wie ei­ne Te­le­fon­ver­bin­dung zum Luft­fahrt­in­for­ma­ti­ons­dienst zu in­stal­lie­ren, zu be­trei­ben und zu un­ter­hal­ten:

a.
bei Flug­plät­zen mit mehr als 2000 Flug­be­we­gun­gen nach In­stru­men­ten­flug­regeln pro Ka­len­der­jahr;
b.
bei Flug­plät­zen mit lo­ka­len Flug­si­che­rungs­diens­ten;
c.
bei den üb­ri­gen Flug­plät­zen mit mehr als 10 000 Flug­be­we­gun­gen pro Ka­len­der­jahr.

2 Die Flug­platz­hal­ter ha­ben auf den fol­gen­den Flug­plät­zen einen In­ter­net­zu­gang zur Nut­zung der An­wen­dung für die Flug­vor­be­rei­tung so­wie ei­ne Te­le­fon­ver­bin­dung zum Luft­fahrt­in­for­ma­ti­ons­dienst zur Ver­fü­gung zu stel­len:

a.
bei Flug­plät­zen mit höchs­tens 2000 Flug­be­we­gun­gen nach In­stru­men­ten­flug­regeln pro Ka­len­der­jahr;
b.
bei den üb­ri­gen Flug­plät­zen mit 4000 bis 10 000 Flug­be­we­gun­gen pro Ka­len­der­jahr.

3 Bei Be­triebs­stö­run­gen ist der Flug­platz­hal­ter ver­pflich­tet, die­se dem An­bie­ter der Flug­vor­be­rei­tungs­an­wen­dung so­fort zu mel­den und die Stö­run­gen so rasch wie mög­lich zu be­he­ben.

4 Der Flug­platz­hal­ter ent­schä­digt den An­bie­ter der Flug­vor­be­rei­tungs­an­wen­dung für die Un­ter­stüt­zungs­leis­tun­gen.

21 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3849).

Art. 9 Luftfahrtspezifische Prüfung  

1 Das BAZL kann bei al­len bau­li­chen und be­trieb­li­chen Än­de­run­gen auf dem Flug­platz ei­ne luft­fahrts­pe­zi­fi­sche Pro­jekt­prü­fung vor­neh­men. Es kann auch ge­neh­mi­gungs­freie Vor­ha­ben und Ne­ben­an­la­gen prü­fen.22

2 Un­ter­sucht wird, ob die luft­fahrts­pe­zi­fi­schen An­for­de­run­gen im Sin­ne von Ar­ti­kel 3 er­füllt wer­den und ge­ord­ne­te Be­trieb­sab­läu­fe si­cher­ge­stellt sind. Es wer­den na­ment­lich die gel­ten­den Si­cher­heits­ab­stän­de zu Pis­ten, Roll­we­gen und Ab­stell­flä­chen so­wie die Hin­der­nis­frei­heit, die Aus­wir­kun­gen be­züg­lich Si­cher­heits­mass­nah­men im Luft­ver­kehr und die Not­wen­dig­keit zur Ver­öf­fent­li­chung im Luft­fahrt­hand­buch (Ae­ro­nau­ti­cal In­for­ma­ti­on Pu­bli­ca­ti­on; AIP)23 ge­prüft.24

22 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 2 der V vom 4. März 2011, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1139).

23 Die­se Do­ku­men­te kön­nen bei Sky­gui­de (aip­ver­sand@sky­gui­de.ch) ge­gen Be­zah­lung be­zo­gen und beim Bun­des­amt für Zi­vil­luft­fahrt (BAZL), 3003 Bern kos­ten­los ein­ge­se­hen wer­den. AIP-Ser­vices, 8602 Wan­gen b. Dü­ben­dorf; www.sky­gui­de.ch > Dienst­leis­tun­gen > Luft­fahrt­in­for­ma­ti­ons­diens­te.

24 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3849).

Art. 9a Datenerhebungs- und -lieferungspflicht 25  

1 Der Flug­platz­hal­ter er­hebt und über­mit­telt dem BAZL die für die Durch­füh­rung der Auf­sicht er­for­der­li­chen Da­ten zum Flug­platz­be­trieb. Dar­un­ter fal­len na­ment­lich die für Um­welt­schutz- und Sta­tis­tik­zwe­cke be­nö­tig­ten Da­ten.

2 Das BAZL re­gelt die Ein­zel­hei­ten, ins­be­son­de­re be­züg­lich der Qua­li­tät der zu lie­fern­den Da­ten, in Richt­li­ni­en.

25 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2008, in Kraft seit 15. März 2008 (AS 2008 595).

2. Abschnitt: Betriebskonzession

Art. 10 Inhalt  

1Die Be­triebs­kon­zes­si­on ver­leiht das Recht, einen Flug­ha­fen ge­mä­ss den Zie­len und Vor­ga­ben des SIL ge­werbs­mäs­sig zu be­trei­ben und ins­be­son­de­re Ge­büh­ren zu er­he­ben. Der Kon­zes­sio­när wird ver­pflich­tet, den Flug­ha­fen un­ter Vor­be­halt der im Be­triebs­re­gle­ment fest­ge­leg­ten Ein­schrän­kun­gen für al­le Luft­fahr­zeu­ge im na­tio­na­len und in­ter­na­tio­na­len Ver­kehr zur Ver­fü­gung zu stel­len, einen ord­nungs­ge­mäs­sen, si­che­ren Be­trieb zu ge­währ­leis­ten und für die da­für er­for­der­li­che In­fra­struk­tur zu sor­gen.

2Die Aus­ge­stal­tung des Be­triebs und der In­fra­struk­tur sind nicht Ge­gen­stand der Be­triebs­kon­zes­si­on.

Art. 11 Gesuch  

1 Wer ei­ne Be­triebs­kon­zes­si­on er­lan­gen will, muss beim Eid­ge­nös­si­schen De­par­te­ment für Um­welt, Ver­kehr, Ener­gie und Kom­mu­ni­ka­ti­on (UVEK)26 ein Ge­such in der von die­sem ver­lang­ten An­zahl ein­rei­chen. Das Ge­such muss ent­hal­ten:

a.
die An­ga­be, wer für die An­la­ge und den Be­trieb des Flug­ha­fens die Ver­ant­wor­tung tra­gen soll;
b.27
den Nach­weis, dass der Ge­such­stel­ler über die Kennt­nis­se, Fä­hig­kei­ten und Mit­tel ver­fügt, um einen Flug­ha­fen un­ter Ein­hal­tung der Pflich­ten aus Kon­zes­si­on, Be­triebs­re­gle­ment und Ge­setz zu be­trei­ben;
c.
den Nach­weis der Ein­tra­gung im Han­dels­re­gis­ter in der Schweiz, aus­ge­nom­men bei Kör­per­schaf­ten oder An­stal­ten des öf­fent­li­chen Rechts;
d.
ei­ne Über­sicht über die ge­plan­te Fi­nan­zie­rung des Flug­ha­fen­be­triebs;
e.28
das Be­triebs­re­gle­ment mit den Un­ter­la­gen ge­mä­ss Ar­ti­kel 24.

2 Be­ste­hen be­grün­de­te Zwei­fel, ob für den Ge­such­stel­ler An­la­ge und Be­trieb des Flug­ha­fens fi­nan­zier­bar sind, kann die Kon­zes­si­ons­be­hör­de de­tail­lier­te An­ga­ben be­tref­fend Si­cher­stel­lung der Fi­nan­zie­rung ver­lan­gen.

26 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. I 2 der V vom 4. März 2011, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1139). Die­se Änd. wur­de im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.

27 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3849).

28 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3849).

Art. 12 Voraussetzungen für die Konzessionserteilung  

1 Die Be­triebs­kon­zes­si­on wird er­teilt, wenn:

a.
der Be­trieb der An­la­ge den Zie­len und Vor­ga­ben des SIL ent­spricht;
b.
der Ge­such­stel­ler über die er­for­der­li­chen Fä­hig­kei­ten, Kennt­nis­se und Mit­tel ver­fügt, um die Ver­pflich­tun­gen aus Ge­setz, Kon­zes­si­on und Be­triebs­re­gle­ment zu er­fül­len;
c.
das Be­triebs­re­gle­ment ge­neh­migt wer­den kann.

2 Die Er­tei­lung ei­ner Be­triebs­kon­zes­si­on kann ins­be­son­de­re ver­wei­gert wer­den, wenn die Fi­nan­zie­rung von An­la­ge und Be­trieb des Flug­ha­fens of­fen­sicht­lich ge­fähr­det er­scheint.

Art. 13 Geltungsdauer  

Be­triebs­kon­zes­sio­nen wer­den er­teilt für ei­ne Dau­er von:

a.
50 Jah­ren bei Lan­des­flughä­fen;
b.
30 Jah­ren bei Re­gio­nal­flughä­fen.
Art. 14 Übertragung und Erneuerung der Konzession  

1Für die Über­tra­gung oder die Er­neue­rung der Kon­zes­si­on fin­den die Ar­ti­kel 11 und 12 sinn­ge­mä­ss An­wen­dung.

2 Das Be­triebs­re­gle­ment ist bei der Über­tra­gung oder Er­neue­rung der Kon­zes­si­on in­so­weit zu über­prü­fen und nö­ti­gen­falls zu än­dern, als we­sent­li­che Än­de­run­gen des Be­triebs vor­ge­se­hen oder zu er­war­ten sind. Vor­be­hal­ten blei­ben An­pas­sun­gen des Be­triebs­re­gle­ments nach Ar­ti­kel 26.

Art. 15 Übertragung einzelner Aufgaben  

1 Die Über­tra­gung ein­zel­ner Auf­ga­ben durch den Flug­ha­fen­hal­ter an Drit­te ist dem BAZL mit­zu­tei­len. Die­ses kann da­zu er­gän­zen­de An­ga­ben ver­lan­gen oder die Über­tra­gung un­ter­sa­gen, wenn:

a
der Drit­te of­fen­sicht­lich nicht über die zur Er­fül­lung der Auf­ga­be er­for­der­li­chen Fä­hig­kei­ten, Kennt­nis­se und Mit­tel ver­fügt;
b.
der Kon­zes­sio­när bei der Über­tra­gung ein­zel­ner Auf­ga­ben nicht da­für sorgt, dass er ge­gen­über dem Drit­ten je­der­zeit An­wei­sun­gen durch­set­zen kann.

2 Äus­sert sich das BAZL nicht in­nert 30 Ta­gen zur Über­tra­gung, so gilt dies als Ver­zicht auf die Er­he­bung von Ein­wän­den.29

29 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2008, in Kraft seit 15. März 2008 (AS 2008 595).

Art. 16 Entzug  

1 Das UVEK ent­zieht die Kon­zes­si­on oh­ne Ent­schä­di­gung, wenn:

a.
die Vor­aus­set­zun­gen für ei­ne si­che­re Be­nüt­zung nicht mehr vor­lie­gen;
b.
der Kon­zes­sio­när sei­ne Pflich­ten nicht mehr wahr­neh­men will oder sie wie­der­holt in schwe­rer Wei­se ver­letzt hat.

2 Wird die Kon­zes­si­on ent­zo­gen, kann das UVEK die er­for­der­li­chen Mass­nah­men zur Fort­füh­rung des Flug­ha­fen­be­triebs an­ord­nen.

3. Abschnitt: Betriebsbewilligung

Art. 17 Inhalt  

1 Die Be­triebs­be­wil­li­gung bein­hal­tet:

a.
das Recht, ein Flug­feld ge­mä­ss den Zie­len und Vor­ga­ben des SIL zu be­trei­ben;
b.
die Ver­pflich­tung des Flug­feld­hal­ters, die Vor­aus­set­zun­gen für ei­ne ge­ord­ne­te Be­nüt­zung si­cher­zu­stel­len und das Flug­feld nach den ge­setz­li­chen Be­stim­mun­gen so­wie den Be­stim­mun­gen des Be­triebs­re­gle­ments zu be­trei­ben.

2 Die Aus­ge­stal­tung des Be­triebs oder die bau­li­che Nut­zung sind nicht Ge­gen­stand der Be­triebs­be­wil­li­gung.

Art. 18 Gesuch 30  

Wer ei­ne Be­triebs­be­wil­li­gung oder de­ren Än­de­rung er­lan­gen will, muss beim BAZL ein Ge­such in der von die­sem ver­lang­ten An­zahl ein­rei­chen. Das Ge­such muss ent­hal­ten:

a.
die An­ga­be, wer für die An­la­ge und den Be­trieb des Flug­felds die Ver­ant­wor­tung trägt;
b.
den Nach­weis, dass der Ge­such­stel­ler über die Kennt­nis­se, Fä­hig­kei­ten und Mit­tel ver­fügt, um ein Flug­feld un­ter Ein­hal­tung der Pflich­ten aus Be­wil­li­gung, Be­triebs­re­gle­ment und Ge­setz zu be­trei­ben;
c.
das Be­triebs­re­gle­ment mit den Un­ter­la­gen ge­mä­ss Ar­ti­kel 24.

30 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3849).

Art. 19 Voraussetzung der Bewilligungserteilung  

Die Be­triebs­be­wil­li­gung wird er­teilt bzw. die Än­de­rung der Be­triebs­be­wil­li­gung wird ge­neh­migt, wenn:

a.
das Pro­jekt den Zie­len und Vor­ga­ben des SIL ent­spricht;
b.
der Ge­such­stel­ler über die er­for­der­li­chen Fä­hig­kei­ten, Kennt­nis­se und Mit­tel ver­fügt, um einen recht­mäs­si­gen Be­trieb auf­recht­zu­er­hal­ten;
c.
das Be­triebs­re­gle­ment ge­neh­migt wer­den kann.
Art. 20 Beschränkter Zulassungszwang  

Die Er­tei­lung ei­ner Be­wil­li­gung kann mit der Auf­la­ge ver­bun­den wer­den, dass be­stimm­te wei­te­re Luft­fahr­zeu­ge für Starts und Lan­dun­gen zu­zu­las­sen sind, so­fern da­für ein öf­fent­li­ches In­ter­es­se be­steht und es den Zie­len und Vor­ga­ben des SIL ent­spricht.

Art. 21 Übertragung  

1 Ei­ne Be­triebs­be­wil­li­gung kann mit Zu­stim­mung des BAZL auf einen Drit­ten über­tra­gen wer­den. Ar­ti­kel 18 und 19 gel­ten sinn­ge­mä­ss.

2 Das Be­triebs­re­gle­ment ist bei der Über­tra­gung in­so­weit zu über­prü­fen und nö­ti­gen­falls zu än­dern, als we­sent­li­che Än­de­run­gen des Be­triebs vor­ge­se­hen oder zu er­war­ten sind. Vor­be­hal­ten blei­ben An­pas­sun­gen des Be­triebs­re­gle­ments nach Ar­ti­kel 26.

Art. 22 Änderung und Entzug  

1 Die Be­triebs­be­wil­li­gung ist un­be­fris­tet. Das BAZL kann sie je­doch oh­ne Ent­schä­di­gung än­dern oder ent­zie­hen, wenn:

a.
die Vor­aus­set­zun­gen für ei­ne si­che­re Be­nüt­zung nicht mehr ge­ge­ben sind;
b.
der Flug­feld­hal­ter sei­ne Pflich­ten wie­der­holt in schwe­rer Wei­se ver­letzt hat;
c.
der Be­trieb mit den An­for­de­run­gen des Um­welt­schut­zes nicht mehr ver­ein­bar ist;
d.
der Flug­feld­hal­ter nicht über einen Flug­platz­lei­ter oder ei­ne Flug­platz­lei­te­rin ver­fügt, des­sen oder de­ren Er­nen­nung vom BAZL ge­neh­migt ist;
e.31
von der Be­wil­li­gung wäh­rend zehn Jah­ren kein Ge­brauch ge­macht wird.

2 Vor­be­hal­ten sind Mass­nah­men nach Ar­ti­kel 3b Ab­satz 2.

31 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 17. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3849).

4. Abschnitt: Betriebsreglement

Art. 23 Inhalt  

Das Be­triebs­re­gle­ment re­gelt den Flug­platz­be­trieb in al­len Be­lan­gen. Es ent­hält Vor­schrif­ten über:32

a.
die Or­ga­ni­sa­ti­on des Flug­plat­zes;
b.
die Be­triebs­zei­ten;
c.
die An- und Ab­flug­ver­fah­ren;
d.
die Be­nüt­zung von Flug­platz­an­la­gen durch Pas­sa­gie­re, Luft- und Bo­den­fahr­zeu­ge so­wie sons­ti­ge Be­nüt­zer;
e.33
die Bo­den­ab­fer­ti­gungs­diens­te.

32 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 30. Jan. 2002, in Kraft seit 1. Ju­ni 2002 (AS 2002 1186).

33 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 30. Jan. 2002, in Kraft seit 1. Ju­ni 2002 (AS 2002 1186).

Art. 23a Zertifizierung nach EU-Recht 34  

1 Im An­wen­dungs­be­reich der Ver­ord­nung (EG) Nr. 216/200835 lie­gen­de Flug­plät­ze wer­den vom BAZL nach den An­for­de­run­gen der Ver­ord­nung (EU) Nr. 139/201436 zer­ti­fi­ziert. Die Zer­ti­fi­zie­rung um­fasst die Be­rei­che Or­ga­ni­sa­ti­on, Be­trieb und In­fra­struk­tur.

2 Das Zer­ti­fi­kat wird zeit­lich un­be­fris­tet er­teilt. Das BAZL über­prüft pe­ri­odisch ge­mä­ss der Ver­ord­nung (EU) Nr. 139/2014 nach dem Prin­zip der ri­si­ko- und leis­tungs­ba­sier­ten Auf­sicht, ob die Vor­aus­set­zun­gen für das Zer­ti­fi­kat ge­ge­ben sind. Bei Nicht­er­fül­lung kann das Zer­ti­fi­kat wi­der­ru­fen wer­den.

3 Für von der Ver­ord­nung (EU) Nr. 139/2014 nicht ge­re­gel­te Teil­be­rei­che gel­ten die Re­ge­lun­gen der ICAO nach Ar­ti­kel 23b.

34 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2008 (AS 2008 595). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3849).

35 Ver­ord­nung (EG) Nr. 216/2008 des Eu­ro­päi­schen Par­la­ments und des Ra­tes vom 20. Fe­bru­ar 2008 zur Fest­le­gung ge­mein­sa­mer Vor­schrif­ten für die Zi­vil­luft­fahrt und zur Er­rich­tung ei­ner Eu­ro­päi­schen Agen­tur für Flug­si­cher­heit, zur Auf­he­bung der Richt­li­nie 91/670/EWG des Ra­tes, der Ver­ord­nung (EG) Nr. 1592/2002 und der Richt­li­nie 2004/36/EG, in der für die Schweiz ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des Ab­kom­mens vom 21. Ju­ni 1999 (SR 0.748.127.192.68) zwi­schen der Schwei­ze­ri­schen Eid­ge­nos­sen­schaft und der Eu­ro­päi­schen Ge­mein­schaft über den Luft­ver­kehr (Luft­ver­kehrs­ab­kom­men) je­weils ver­bind­li­chen Fas­sung.

36 Ver­ord­nung (EU) Nr. 139/2014 der Kom­mis­si­on vom 12. Fe­bru­ar 2014 zur Fest­le­gung von An­for­de­run­gen und Ver­wal­tungs­ver­fah­ren in Be­zug auf Flug­plät­ze ge­mä­ss der Ver­ord­nung (EG) Nr. 216/2008 des Eu­ro­päi­schen Par­la­ments und des Ra­tes, , in der für die Schweiz ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des Luft­ver­kehrs­ab­kom­mens je­weils ver­bind­li­chen Fas­sung.

Art. 23b Zertifizierung nach Regelungen der ICAO 3738  

1 Die Flug­hä­fen und der Flug­platz St. Gal­len-Al­ten­rhein wer­den, so­fern sie nicht von Ar­ti­kel 23a er­fasst sind, vom BAZL nach den An­for­de­run­gen des An­hangs 14 zum Chi­ca­go-Über­ein­kom­men39, Vol. I und II, der da­zu­ge­hö­ri­gen ICAO-Do­ku­men­te 9774 «Ma­nu­al on Cer­ti­fi­ca­ti­on of Ae­ro­dro­mes», 9859 «Sa­fe­ty Ma­na­ge­ment Ma­nu­al» und 9981 «PANS-Ae­ro­dro­mes» so­wie des An­hangs 19 zum Chi­ca­go-Über­ein­kom­men zer­ti­fi­ziert. Die Zer­ti­fi­zie­rung um­fasst die Be­rei­che Or­ga­ni­sa­ti­on, Be­trieb und In­fra­struk­tur.

2 Das Zer­ti­fi­kat wird zeit­lich un­be­fris­tet er­teilt. Das BAZL über­prüft pe­ri­odisch ge­mä­ss dem ICAO-Do­ku­ment 9981 «PANS-Ae­ro­dro­mes» nach dem Prin­zip der ri­si­ko- und leis­tungs­ba­sier­ten Auf­sicht, ob die Vor­aus­set­zun­gen für das Zer­ti­fi­kat ge­ge­ben sind. Bei Nicht­er­fül­lung kann das Zer­ti­fi­kat wi­der­ru­fen wer­den.

37 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 17. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3849).

38 Die mass­ge­ben­den ICAO-Do­ku­men­te kön­nen beim Bun­des­amt in fran­zö­si­scher und eng­li­scher Spra­che ein­ge­se­hen so­wie bei der ICAO be­stellt oder abon­niert wer­den.

39 SR 0.748.0

Art. 23c Schweizer Zertifikat basierend auf EU-Recht 40  

1 Für Flug­hä­fen und den Flug­platz St. Gal­len-Al­ten­rhein, die von Ar­ti­kel 23b er­fasst sind, je­doch im Li­ni­en- und Char­ter­ver­kehr über die letz­ten drei Jah­re je­weils jähr­lich mehr als 10 000 Pas­sa­gie­re ab­ge­fer­tigt ha­ben, und einen ent­spre­chen­den An­trag stel­len, kann das BAZL ein Schwei­zer Zer­ti­fi­kat ge­mä­ss den An­for­de­run­gen der Ver­ord­nung (EU) Nr. 139/201441 aus­stel­len. Die Zer­ti­fi­zie­rung um­fasst die Be­rei­che Or­ga­ni­sa­ti­on, Be­trieb und In­fra­struk­tur.

2 Das Zer­ti­fi­kat wird zeit­lich un­be­fris­tet er­teilt. Das BAZL über­prüft pe­ri­odisch ana­log zur Ver­ord­nung (EU) Nr. 139/2014 nach dem Prin­zip der ri­si­ko- und leis­tungs­ba­sier­ten Auf­sicht, ob die Vor­aus­set­zun­gen für das Zer­ti­fi­kat ge­ge­ben sind. Bei Nicht­er­fül­lung kann das Zer­ti­fi­kat wi­der­ru­fen wer­den.

3 Für Teil­be­rei­che, die nicht ana­log zur Ver­ord­nung (EU) Nr. 139/2014 ge­re­gelt wer­den kön­nen, gel­ten die Re­ge­lun­gen der ICAO nach Ar­ti­kel 23b.

40 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 17. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3849).

41 Ver­ord­nung (EU) Nr. 139/2014 der Kom­mis­si­on vom 12. Fe­bru­ar 2014 zur Fest­le­gung von An­for­de­run­gen und Ver­wal­tungs­ver­fah­ren in Be­zug auf Flug­plät­ze ge­mä­ss der Ver­ord­nung (EG) Nr. 216/2008 des Eu­ro­päi­schen Par­la­ments und des Ra­tes, in der für die Schweiz ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des Luft­ver­kehrs­ab­kom­mens je­weils ver­bind­li­chen Fas­sung.

Art. 24 Gesuch 42  

Das Ge­such für ei­ne erst­ma­li­ge Ge­neh­mi­gung oder die Än­de­rung ei­nes Be­triebs­re­gle­ments muss ent­hal­ten:

a.
das Be­triebs­re­gle­ment bzw. des­sen Än­de­run­gen mit Er­läu­te­rung und Be­grün­dung;
b.
An­ga­ben dar­über, wel­che Aus­wir­kun­gen das Be­triebs­re­gle­ment bzw. des­sen Än­de­rung auf den Be­trieb so­wie auf Raum und Um­welt hat; bei Än­de­run­gen, die der Um­welt­ver­träg­lich­keits­prü­fung un­ter­lie­gen, ist ein ent­spre­chen­der Um­welt­ver­träg­lich­keits­be­richt vor­zu­le­gen;
c.
bei Aus­wir­kun­gen auf den Flug­be­trieb: den Nach­weis, dass die An­for­de­run­gen der Flug­si­cher­heit ein­ge­hal­ten sind, so­wie al­le An­ga­ben, die für die Fest­set­zung oder An­pas­sung des Hin­der­nis­be­gren­zungs­flä­chen-Ka­tas­ters er­for­der­lich sind;
d.
bei Aus­wir­kun­gen auf die Lärm­be­las­tung: al­le An­ga­ben, die für die Fest­le­gung der zu­läs­si­gen Lärm­im­mis­sio­nen ge­mä­ss Ar­ti­kel 37a der Lärm­schutz-Ver­ord­nung vom 15. De­zem­ber 198643 er­for­der­lich sind;
e.
bei Flug­hä­fen: Ent­wür­fe der zu än­dern­den Si­cher­heits­zo­nen;
f.
den Ent­wurf der im AIP zu ver­öf­fent­li­chen­den Do­ku­men­te.

42 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3849).

43 SR 814.41

Art. 25 Voraussetzungen der Genehmigung  

1Das Be­triebs­re­gle­ment so­wie Än­de­run­gen des­sel­ben sind zu ge­neh­mi­gen, wenn:

a.44
die Fest­le­gun­gen des SIL ein­ge­hal­ten sind;
b.
die Vor­ga­ben der Be­triebs­kon­zes­si­on oder Be­triebs­be­wil­li­gung und der Plan­ge­neh­mi­gung um­ge­setzt sind;
c.
die luft­fahrts­pe­zi­fi­schen An­for­de­run­gen so­wie die An­for­de­run­gen der Raum­pla­nung und des Um­welt-, Na­tur- und Hei­mat­schut­zes er­füllt sind;
d.45
...
e.46
bei Flug­hä­fen die Si­cher­heits­zo­nen­plä­ne öf­fent­lich auf­lie­gen bzw. bei Flug­fel­dern der Hin­der­nis­be­gren­zungs­flä­chen-Ka­tas­ter fest­ge­setzt wer­den kann;
f.47
die Vor­aus­set­zun­gen ge­mä­ss den Ar­ti­keln 23a, 23b oder 23c er­füllt sind.

2 Das Be­triebs­re­gle­ment wird nach sei­ner Ge­neh­mi­gung ver­bind­lich.48

44 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3849).

45 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 17. Okt. 2018, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3849).

46 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2008, in Kraft seit 15. März 2008 (AS 2008 595).

47 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2008 (AS 2008 595). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3849).

48 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2008, in Kraft seit 15. März 2008 (AS 2008 595).

Art. 25a Veröffentlichung 49  

Die we­sent­li­chen Vor­schrif­ten über die Be­nut­zung des Flug­plat­zes wer­den im AIP ver­öf­fent­licht. Da­zu ge­hö­ren na­ment­lich die Vor­schrif­ten nach Ar­ti­kel 23 Buch­sta­ben b, c und d, so­weit die­se die Luft­fahr­zeu­ge be­tref­fen.

49 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2008, in Kraft seit 15. März 2008 (AS 2008 595).

Art. 26 Anpassung durch das BAZL  

Das BAZL ver­fügt zur An­pas­sung an den recht­mäs­si­gen Zu­stand Än­de­run­gen des Be­triebs­re­gle­ments, wenn ver­än­der­te recht­li­che oder tat­säch­li­che Ver­hält­nis­se dies er­for­dern.

Art. 27 Vorübergehende Abweichungen von den Betriebsverfahren 50  

Der Flug­ver­kehrs­lei­t­dienst, der Flug­platz­lei­ter oder die Flug­platz­lei­te­rin kön­nen vor­über­ge­hend Ab­wei­chun­gen von den im AIP ver­öf­fent­lich­ten Be­triebs­ver­fah­ren an­ord­nen, wenn es be­son­de­re Um­stän­de, na­ment­lich die Ver­kehrs­la­ge oder die Flug­si­cher­heit, er­for­dern.

50 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 2 der V vom 4. März 2011, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1139).

5. Abschnitt: Plangenehmigungsverfahren

Art. 27a Zulässigkeit baulicher Veränderungen 51  

1 Bau­li­che Ver­än­de­run­gen von Flug­platz- oder Flug­si­che­rungs­an­la­gen so­wie Nut­zungs­än­de­run­gen sind nur zu­läs­sig, wenn da­für ei­ne Plan­ge­neh­mi­gung vor­liegt.

2 Vor­be­hal­ten bleibt Ar­ti­kel 28.

51 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 2 der V vom 4. März 2011, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1139).

Art. 27abis Gesuch 52  

1 Die für ein Plan­ge­neh­mi­gungs­ge­such er­for­der­li­chen Un­ter­la­gen sind in der ver­lang­ten An­zahl bei der Ge­neh­mi­gungs­be­hör­de ein­zu­rei­chen. Das Ge­such muss na­ment­lich ent­hal­ten:

a.
den Be­schrieb des Vor­ha­bens;
b.
ei­ne Ein­ver­ständ­nis­er­klä­rung des Grund­ei­gen­tü­mers;
c.
die fol­gen­den Plä­ne:
1.
Über­sichts­plan des Flug­plat­zes mit Ein­trag des Pro­jekt­stand­ortes,
2.
Si­tua­ti­ons­plan des Pro­jek­tes,
3.
Ge­schoss- und An­sichtsplä­ne so­wie Schnit­te nach Be­darf;
d.
al­le orts­üb­li­chen Plä­ne, Un­ter­la­gen und For­mu­la­re, die für die Be­ur­tei­lung nö­tig sind; kan­to­na­le Vor­schrif­ten be­tref­fend die Aus­ge­stal­tung von Bau­ein­ga­ben sind zu be­rück­sich­ti­gen, so­weit es mit den Be­son­der­hei­ten der Flug­platz­an­la­ge ver­ein­bar ist;
e.
An­ga­ben dar­über, wel­che Aus­wir­kun­gen das Vor­ha­ben auf Raum und Um­welt hat, so­wie bei Vor­ha­ben, die der Um­welt­ver­träg­lich­keits­prü­fung un­ter­lie­gen, den Um­welt­ver­träg­lich­keits­be­richt;
f.
bei Aus­wir­kun­gen auf die Lärm­be­las­tung: al­le An­ga­ben, die für die Fest­le­gung der zu­läs­si­gen Lärm­im­mis­sio­nen ge­mä­ss Ar­ti­kel 37a der Lärm­schutz-Ver­ord­nung vom 15. De­zem­ber 198653 er­for­der­lich sind;
g.
An­ga­ben über die Aus­wir­kun­gen des Vor­ha­bens auf den Be­trieb des Flug­plat­zes;
h.
den Nach­weis, dass die An­for­de­run­gen der Flug­si­cher­heit er­füllt sind;
i.
all­fäl­li­ge Än­de­run­gen des Be­triebs­re­gle­ments, die mit dem Bau­vor­ha­ben in Zu­sam­men­hang ste­hen, und die ent­spre­chen­den Un­ter­la­gen nach Ar­ti­kel 24;
j.
falls von ei­ner Aus­ste­ckung ab­ge­se­hen wer­den soll, ei­ne Be­grün­dung;
k.
An­ga­ben, wie die An­for­de­run­gen nach den üb­ri­gen an­wend­ba­ren Be­stim­mun­gen von Bund und Kan­ton er­füllt wer­den.54

2 Sind Ent­eig­nun­gen not­wen­dig, ist das Ge­such mit den An­ga­ben nach Ar­ti­kel 28 des Bun­des­ge­set­zes über die Ent­eig­nung vom 20. Ju­ni 193055 zu er­gän­zen.56

3 Plan­ge­neh­mi­gungs­ge­su­che sind vom Flug­platz­hal­ter oder vom Be­trei­ber der ent­spre­chen­den Flug­si­che­rungs­an­la­ge ein­zu­rei­chen.

52 Ur­sprüng­lich: Art. 27a.

53 SR 814.41

54 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3849).

55 SR 711

56 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 6 der V vom 19. Aug. 2020 über die An­pas­sung des Ver­ord­nungs­rechts in­fol­ge der Än­de­rung des Bun­des­ge­set­zes über die Ent­eig­nung, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 3995).

Art. 27ater Vorprüfung 57  

1 Ge­plan­te Bau­vor­ha­ben oder bau­li­che Än­de­run­gen kön­nen dem BAZL vor­ab zur Vor­prü­fung un­ter­brei­tet wer­den. Der Um­fang der Vor­prü­fung rich­tet sich nach den ein­ge­reich­ten Un­ter­la­gen. Die­se ent­hal­ten bei­spiels­wei­se:

a.
einen gro­ben Be­schrieb des Vor­ha­bens;
b.
die fol­gen­den Plä­ne:
1.
Über­sichts­plan des Flug­plat­zes mit Ein­trag des Pro­jekt­stand­ortes,
2.
Si­tua­ti­ons­plan des Pro­jek­tes,
3.
Ent­wür­fe für Ge­schoss- und An­sichtsplä­ne so­wie Schnit­te nach Be­darf;
c.
gro­be An­ga­ben dar­über, wel­che Aus­wir­kun­gen das Vor­ha­ben auf Raum und Um­welt hat;
d.
An­ga­ben über die Aus­wir­kun­gen des Vor­ha­bens auf den Be­trieb des Flug­plat­zes;
e.
An­ga­ben dar­über, wie die An­for­de­run­gen an die Flug­si­cher­heit er­füllt wer­den sol­len.

2 Das BAZL teilt den Ge­such­stel­lern das Er­geb­nis der Vor­prü­fung mit.

57 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 17. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3849).

Art. 27b Aussteckung  

Von der Aus­ste­ckung von Bau­vor­ha­ben auf dem Flug­platz ist ab­zu­se­hen, wenn durch die Pro­fi­le der Be­trieb be­ein­träch­tigt wer­den könn­te.

Art. 27c Koordination von Bau und Betrieb  

1 Wer­den die be­trieb­li­chen Ver­hält­nis­se auf ei­nem Flug­platz durch ein Bau­vor­ha­ben be­ein­flusst, so sind die ent­spre­chen­den be­trieb­li­chen Be­lan­ge eben­falls im Plan­ge­neh­mi­gungs­ver­fah­ren zu prü­fen.

2 So­fern die künf­ti­ge Nut­zung ei­ner Flug­platz­an­la­ge, für die ein Plan­ge­neh­mi­gungs­ge­such ge­stellt ist, nur sinn­voll er­fol­gen kann, wenn auch das Be­triebs­re­gle­ment ge­än­dert wird, so ist das Be­triebs­re­gle­ments­ver­fah­ren mit dem Plan­ge­neh­mi­gungs­ver­fah­ren zu ko­or­di­nie­ren.

Art. 27d Voraussetzungen der Plangenehmigung  

1 Die Plan­ge­neh­mi­gung wird er­teilt, wenn das Pro­jekt:

a.58
die Fest­le­gun­gen des SIL ein­hält;
b.
die An­for­de­run­gen nach Bun­des­recht er­füllt, na­ment­lich die luft­fahrts­pe­zi­fi­schen und tech­ni­schen An­for­de­run­gen so­wie die An­for­de­run­gen der Raum­pla­nung, des Um­welt-, Na­tur- und Hei­mat­schut­zes.

2Auf kan­to­na­les Recht ge­stütz­te An­trä­ge sind zu be­rück­sich­ti­gen, so­weit da­durch der Be­trieb oder der Bau des Flug­plat­zes nicht über­mäs­sig be­hin­dert wird.

58 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3849).

Art. 27e Plangenehmigung  

Die Ge­neh­mi­gungs­be­hör­de wer­tet die Stel­lung­nah­men von Kan­to­nen und Fachs­tel­len und ent­schei­det über die Ein­spra­chen. Der Plan­ge­neh­mi­gungs­ent­scheid bein­hal­tet aus­ser­dem:

a.
die Er­laub­nis, ein Bau­pro­jekt ent­spre­chend den ge­neh­mig­ten Plä­nen aus­zu­füh­ren;
b.
Be­din­gun­gen und Auf­la­gen hin­sicht­lich An­for­de­run­gen der Raum­pla­nung, des Um­welt-, Na­tur- und Hei­mat­schut­zes so­wie der luft­fahrts­pe­zi­fi­schen An­for­de­run­gen;
c.
wei­te­re Auf­la­gen nach Bun­des­recht;
d.
auf kan­to­na­les Recht ge­stütz­te Auf­la­gen;
e.
be­trieb­li­che Auf­la­gen;
f.
Auf­la­gen hin­sicht­lich Bauf­rei­ga­be, Bau­kon­trol­le und In­be­trieb­nah­me.
Art. 27f Baubeginn und Verlängerung der Geltungsdauer  

1 Ein Bau­vor­ha­ben gilt mit der Schnur­ge­rüst­ab­nah­me als be­gon­nen oder, wenn die­se nicht er­folgt, mit dem Be­ginn von Ar­bei­ten so­wie mit dem Ein­lei­ten von an­de­ren Mass­nah­men, die für sich al­lein be­trach­tet ei­ner Plan­ge­neh­mi­gung be­dürf­ten.

2 Wird ein recht­zei­tig be­gon­ne­nes Bau­vor­ha­ben wäh­rend über ei­nem Jahr un­ter­bro­chen, so ist ei­ne Ver­län­ge­rung der Gel­tungs­dau­er er­for­der­lich, wenn seit rechts­kräf­ti­ger Er­tei­lung der Plan­ge­neh­mi­gung mehr als fünf Jah­re ver­gan­gen sind.59

3 Ge­su­che um Ver­län­ge­rung der Gel­tungs­dau­er sind spä­tes­tens drei Mo­na­te vor Ab­lauf der Gül­tig­keit un­ter An­ga­be der Grün­de bei der Ge­neh­mi­gungs­be­hör­de ein­zu­rei­chen. Die­se ent­schei­det in­nert ei­nem Mo­nat.

59 Die Be­rich­ti­gung vom 12. Mai 2021 be­trifft nur den ita­lie­ni­schen Text (AS 2021 269).

Art. 27g Vollzug  

1 Das BAZL kon­trol­liert die recht­mäs­si­ge Aus­füh­rung des Vor­ha­bens oder lässt sie durch Drit­te kon­trol­lie­ren. Der Flug­platz­hal­ter trägt die Kos­ten.

2 Bei Bau­ten oh­ne Be­wil­li­gung und bei nach­träg­li­chen Miss­ach­tun­gen von Bau­vor­schrif­ten, Be­din­gun­gen und Auf­la­gen ver­an­lasst das BAZL die Her­stel­lung des recht­mäs­si­gen Zu­stan­des.

Art. 27h Projektierungszonen  

1 Ge­su­che be­tref­fend die Fest­le­gung von Pro­jek­tie­rungs­zo­nen ha­ben zu ent­hal­ten:

a.
Plä­ne mit der ge­nau­en Be­schrei­bung der Pro­jek­tie­rungs­zo­ne;
b.
ei­ne Be­grün­dung, zu wel­chen Zwe­cken und für wel­che Zeit­dau­er das Ge­biet frei­ge­hal­ten wer­den soll;
c.
Er­läu­te­run­gen, ob und wel­che In­ter­es­sen die Pro­jek­tie­rungs­zo­ne be­rührt und wie sie mit den An­for­de­run­gen der Raum­pla­nung ab­ge­stimmt ist.

2Pro­jek­tie­rungs­zo­nen wer­den fest­ge­setzt, wenn sie den Zie­len und Vor­ga­ben des SIL ent­spre­chen und das In­ter­es­se, ein Grund­stück für ei­ne Flug­ha­fen­an­la­ge frei­zu­hal­ten, all­fäl­li­ge an­de­re In­ter­es­sen über­wiegt.

6. Abschnitt: Genehmigungsfreie Bauvorhaben und Nebenanlagen

Art. 28 Genehmigungsfreie Bauvorhaben  

1 Kei­ner Plan­ge­neh­mi­gung be­dür­fen:

a.
Bau­ba­ra­cken so­wie Werk- und La­ger­plät­ze, die ei­ner Bau­stel­le die­nen und nach Be­en­di­gung der Bau­ar­bei­ten be­sei­tigt wer­den;
b.
ge­rin­ge bau­li­che An­pas­sun­gen für In­stal­la­tio­nen wie Strom-, Rohr­lei­tungs-, Hei­zungs- und Kühl­an­la­gen, die nicht im Zu­sam­men­hang mit ge­neh­mi­gungs­pflich­ti­gen Bau­ten ste­hen;
c.
Ge­län­de­ver­än­de­run­gen, die nicht im Zu­sam­men­hang mit be­wil­li­gungs­pflich­ti­gen Bau­ten und An­la­gen ste­hen und die we­der ei­ne Hö­he von 1 m noch ei­ne Flä­che von 900 m2 über­schrei­ten;
d.
Mau­ern und He­cken bis zu ei­ner Hö­he von 2 m so­wie Zäu­ne;
e.
nach aus­sen nicht in Er­schei­nung tre­ten­de Aus­rüs­tun­gen von un­ter­ge­ord­ne­ter Be­deu­tung wie Licht­an­la­gen, Ba­de-, Wasch- und Toi­let­ten­an­la­gen, Was­ser- und Elek­tri­zi­täts­an­schlüs­se so­wie Schnee- und Wind­fän­ge;
f.
Emp­fangs­an­ten­nen, de­ren Ab­mes­sun­gen in kei­ner Rich­tung 2 m über­schrei­ten;
g.
ge­wöhn­li­che Un­ter­halts- und In­stand­stel­lungs­ar­bei­ten an Bau­ten und An­la­gen so­wie ge­ring­fü­gi­ge bau­li­che Än­de­run­gen im In­nern von Ge­bäu­den;
h.
un­ter­ge­ord­ne­te Ab­wei­chun­gen von ge­neh­mig­ten Plä­nen, so­fern si­cher ist, dass kei­ne In­ter­es­sen Drit­ter be­rührt sind und dass kei­ne Kon­flik­te mit der Raum­pla­nung so­wie den An­for­de­run­gen von Um­welt-, Na­tur- und Hei­mat­schutz be­ste­hen.

2 Ab­satz 1 fin­det kei­ne An­wen­dung auf Bau­vor­ha­ben:

a.
die nach den Be­stim­mun­gen des üb­ri­gen Bun­des­rechts ei­ne Be­wil­li­gung oder Ge­neh­mi­gung er­for­dern; oder
b.
für die das BAZL ei­ne luft­fahrts­pe­zi­fi­sche Prü­fung nach Ar­ti­kel 9 vor­nimmt.60

3 Al­le Bau­vor­ha­ben sind min­des­tens zehn Ar­beits­ta­ge vor Bau­be­ginn dem BAZL zur Kennt­nis zu brin­gen.61

4 Das BAZL gibt dem Flug­platz­hal­ter in­nert zehn Ar­beits­ta­gen be­kannt, ob es das Vor­ha­ben ei­ner luft­fahrts­pe­zi­fi­schen Prü­fung un­ter­zie­hen will. Führt es ei­ne sol­che durch, so gel­ten die Be­stim­mun­gen über das ver­ein­fach­te Plan­ge­neh­mi­gungs­ver­fah­ren (Art. 37i LFG).62

5 Im Üb­ri­gen ist der Flug­platz­hal­ter da­für ver­ant­wort­lich, dass die Be­stim­mun­gen des Bun­des­rechts ein­ge­hal­ten wer­den.63

6 Kan­to­na­le Be­wil­li­gun­gen und Plä­ne sind nicht er­for­der­lich. Der Flug­platz­hal­ter hat das kan­to­na­le Recht zu be­rück­sich­ti­gen, so­weit es den Bau und den Be­trieb des Flug­plat­zes nicht un­ver­hält­nis­mäs­sig ein­schränkt.64

60 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 2 der V vom 4. März 2011, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1139).

61 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2008, in Kraft seit 15. März 2008 (AS 2008 595).

62 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2008 (AS 2008 595). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 2 der V vom 4. März 2011, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1139).

63 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2008, in Kraft seit 15. März 2008 (AS 2008 595).

64 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2008, in Kraft seit 15. März 2008 (AS 2008 595).

Art. 29 Nebenanlagen 65  

1 Für den Bau von Ne­ben­an­la­gen fin­det das kan­to­na­le Bau­be­wil­li­gungs­ver­fah­ren oder ge­ge­be­nen­falls das für die be­tref­fen­de An­la­ge vor­ge­se­he­ne Plan­ge­neh­mi­gungs­ver­fah­ren des Bun­des An­wen­dung.66

2 Die zu­stän­di­ge kan­to­na­le Stel­le bringt dem BAZL Bau­ge­su­che zur Kennt­nis.

3 Das BAZL über­prüft, ob es sich um ei­ne Flug­platz­an­la­ge oder ei­ne Ne­ben­an­la­ge han­delt, und teilt der kan­to­na­len Be­hör­de in­nert zehn Ar­beits­ta­gen nach Er­halt der voll­stän­di­gen Un­ter­la­gen mit, ob es das Pro­jekt ei­ner luft­fahrts­pe­zi­fi­schen Prü­fung un­ter­zie­hen will. Ei­ne Bau­be­wil­li­gung darf erst er­teilt wer­den, nach­dem das BAZL die­se ab­ge­schlos­sen hat.

65 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2008, in Kraft seit 15. März 2008 (AS 2008 595).

66 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3849).

7. Abschnitt: Bodenabfertigungsdienste67

67 Eingefügt durch Ziff. I der V vom 30. Jan. 2002, in Kraft seit 1. Juni 2002 (AS 2002 1186).

Art. 29a Anwendbare Bestimmungen 68  

Für die Or­ga­ni­sa­ti­on und den Be­trieb der Bo­den­ab­fer­ti­gungs­diens­te auf den Flug­hä­fen gilt die Richt­li­nie 96/67/EG69.

68 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3849).

69 Richt­li­nie 96/67/EG vom 15. Ok­to­ber 1996 über den Zu­gang zum Markt der Bo­den­ab­fer­ti­gungs­diens­te auf den Flug­hä­fen der Ge­mein­schaft, in der für die Schweiz ge­mä­ss Ziff. 1 des An­hangs zum Luft­ver­kehrs­ab­kom­men (SR 0.748.127.192.68) je­weils ver­bind­li­chen Fas­sung.

Art. 29b Regelung des Marktzugangs  

1 Der Flug­platz­hal­ter re­gelt im Be­triebs­re­gle­ment den Markt­zu­gang zu den Bo­den­ab­fer­ti­gungs­diens­ten nach den An­for­de­run­gen der Richt­li­nie 96/67/EG70 und des An­hangs 1 die­ser Ver­ord­nung be­tref­fend die Bo­den­ab­fer­ti­gungs­diens­te.71

2 Er gibt dem BAZL al­le Dienst­leis­ter und Selbst­ab­fer­ti­ger be­kannt und be­schreibt da­bei de­ren Tä­tig­keit auf dem Flug­ha­fen. Er mel­det auch je­de Än­de­rung der Ver­hält­nis­se.

3 Das UVEK kann die Tä­tig­keit ei­nes Dienst­leis­ters oder ei­nes Selbst­ab­fer­ti­gers von ei­ner Zu­las­sung im Sinn von Ar­ti­kel 14 der Richt­li­nie 96/67/EG des Ra­tes vom 15. Ok­to­ber 1996 ab­hän­gig ma­chen.

70 Sie­he Fuss­no­te zur Art. 29a.

71 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3849).

8. Abschnitt: Flugplatzleiter oder Flugplatzleiterin72

72 Eingefügt durch Ziff. I der V vom 13. Febr. 2008, in Kraft seit 15. März 2008 (AS 2008 595).

Art. 29c Ernennung, Zulassung und Widerruf  

1 Der Flug­platz­hal­ter er­nennt einen Flug­platz­lei­ter oder ei­ne Flug­platz­lei­te­rin. Er mel­det die er­nann­te Per­son dem BAZL.

2 Das BAZL er­teilt die Zu­las­sung, wenn die be­tref­fen­de Per­son über die zur Wahr­neh­mung ih­rer Auf­ga­ben er­for­der­li­chen Fä­hig­kei­ten und die nö­ti­ge Aus­bil­dung ver­fügt.73

3 Es kann die Zu­las­sung wi­der­ru­fen, wenn die be­tref­fen­de Per­son ih­re Pflich­ten wie­der­holt ver­letzt.

4 Das UVEK kann die Ein­zel­hei­ten re­geln.

73 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3849).

Art. 29d Umfang der Verantwortung  

1 Der Flug­platz­lei­ter oder die Flug­platz­lei­te­rin ist ver­ant­wort­lich für die Er­fül­lung der in die­sem Ab­schnitt ge­nann­ten Auf­ga­ben und für die Ein­hal­tung der Vor­schrif­ten be­tref­fend Si­cher­heits­mass­nah­men (Sa­fe­ty) und Schutz­mass­nah­men (Se­cu­ri­ty) so­wie der da­mit zu­sam­men­hän­gen­den An­ord­nun­gen des BAZL.

2 Er oder sie ist auf dem Flug­platz die An­sprech­per­son des BAZL für die­sen Ver­ant­wor­tungs­be­reich.

3 Das UVEK kann die Ein­zel­hei­ten re­geln. Es kann zur An­glei­chung an in­ter­na­tio­na­le Nor­men zu­sätz­li­che Auf­ga­ben fest­le­gen.

Art. 29e Organisation des Flugplatzes  

1 Der Flug­platz­lei­ter oder die Flug­platz­lei­te­rin re­gelt die tech­ni­sche und die be­trieb­li­che Or­ga­ni­sa­ti­on des Flug­plat­zes.

2 Er oder sie gibt den Be­trieb frei oder schränkt ihn ein und ver­an­lasst die ent­spre­chen­de Be­kannt­ma­chung.

3 Er oder sie sorgt da­für, dass die Luft­fahrt­in­for­ma­tio­nen über den Flug­platz kor­rekt sind, und ver­an­lasst ge­ge­be­nen­falls die er­for­der­li­chen Pu­bli­ka­tio­nen.

Art. 29f Meldepflicht  

1 Der Flug­platz­lei­ter oder die Flug­platz­lei­te­rin teilt dem BAZL dau­ern­de oder vor­über­ge­hen­de Än­de­run­gen der Be­triebs­be­reit­schaft des Flug­plat­zes un­ver­züg­lich schrift­lich mit.

2 Er oder sie mel­det dem BAZL oh­ne Ver­zug aus­ser­or­dent­li­che Vor­komm­nis­se so­wie si­cher­heits­re­le­van­te Vor­fäl­le auf dem Flug­platz, wel­che einen Un­ter­bruch oder ei­ne Ein­schrän­kung des Be­trie­bes zur Fol­ge ha­ben.

Art. 29g Befehlsgewalt  

1 Al­le Per­so­nen auf dem Flug­platz ha­ben die An­wei­sun­gen des Flug­platz­lei­ters oder der Flug­platz­lei­te­rin zu be­fol­gen.

2 Er oder sie über­wacht die Ein­hal­tung der Be­stim­mun­gen in den all­ge­mei­nen luft­recht­li­chen Er­las­sen, in der Be­triebs­kon­zes­si­on oder Be­triebs­be­wil­li­gung und im Be­triebs­re­gle­ment so­wie die Ein­hal­tung der be­son­de­ren An­ord­nun­gen des BAZL.

3 Er oder sie sorgt da­für, dass dem BAZL Ver­stös­se ge­gen die luft­recht­li­chen Vor­schrif­ten so­fort schrift­lich ge­mel­det wer­den.

4 Bei schwer­wie­gen­den Ver­stös­sen ge­gen die luft­recht­li­chen Vor­schrif­ten ist der Flug­platz­lei­ter oder die Flug­platz­lei­te­rin er­mäch­tigt, Fehl­ba­ren die flie­ge­ri­schen Aus­wei­se ab­zu­neh­men. Er oder sie stellt die­se in­ner­halb von zwei Ta­gen zu­sam­men mit ei­nem schrift­li­chen Be­richt dem BAZL zu.

5 Lie­gen bei Flug­be­sat­zungs­mit­glie­dern An­zei­chen der An­ge­trun­ken­heit oder des Ein­flus­ses von Be­täu­bungs­mit­teln oder psy­cho­tro­pen Sub­stan­zen vor, so ord­net der Flug­platz­lei­ter oder die Flug­platz­lei­te­rin ge­eig­ne­te Mass­nah­men an. Er oder sie zieht un­ver­züg­lich die Po­li­zei bei. Die Po­li­zei kann ei­ne Blut­pro­be an­ord­nen.

Art. 29h Stichproben und Kontrollen  

1 Der Flug­platz­lei­ter oder die Flug­platz­lei­te­rin ist er­mäch­tigt, die Aus­wei­se der Be­sat­zun­gen und die Bord­pa­pie­re in- und aus­län­di­scher Luft­fahr­zeu­ge stich­pro­ben­wei­se so­wie bei Ver­dacht auf Un­re­gel­mäs­sig­kei­ten oder auf tech­ni­sche Män­gel ge­mä­ss den An­ord­nun­gen des BAZL zu über­prü­fen.

2 Er oder sie ver­wei­gert den Ab­flug, wenn ei­ne Be­sat­zung oder ein Luft­fahr­zeug nicht über die er­for­der­li­chen gül­ti­gen Aus­wei­se oder Bord­pa­pie­re ver­fügt oder wenn bei ei­nem Luft­fahr­zeug ein tech­ni­scher Man­gel be­steht.

3 Vor­fäl­le nach Ab­satz 2 mel­det der Flug­platz­lei­ter oder die Flug­platz­lei­te­rin dem BAZL oh­ne Ver­zug.

Art. 29i Ausweise und Gebühren  

1 Der Flug­platz­lei­ter oder die Flug­platz­lei­te­rin über­prüft Er­neue­rungs­ge­su­che für Aus­wei­se für Flug- und Bo­den­per­so­nal und be­stä­tigt de­ren Kor­rekt­heit nach den Richt­li­ni­en des BAZL.

2 Er oder sie er­hebt da­bei die Ge­büh­ren ge­mä­ss der Ver­ord­nung vom 28. Sep­tem­ber 200774 über die Ge­büh­ren des Bun­des­am­tes für Zi­vil­luft­fahrt.

2. Kapitel: Zivile Nutzung von Militärflugplätzen75

75 Fassung gemäss Ziff. II 6 der V zum Bundesgesetz über die Koordination und Verein- fachung von Entscheidverfahren vom 2. Febr. 2000, in Kraft seit 1. März 2000 (AS 2000 703). Ursprünglich vor Art. 29.

Art. 30 Kategorien der zivilen Mitbenützung von Militärflugplätzen 76  

1 Die zi­vi­le Mit­be­nüt­zung ei­nes Mi­li­tär­flug­plat­zes gilt als häu­fig, wenn die zi­vi­len Flug­be­we­gun­gen mehr als 10 Pro­zent der mi­li­tä­ri­schen Flug­be­we­gun­gen oder mehr als 1000 Mo­tor­flug­be­we­gun­gen pro Jahr aus­ma­chen. Mass­ge­bend für die Be­rech­nung ist der Durch­schnitt der Be­we­gungs­zah­len der letz­ten drei Ka­len­der­jah­re.

2 Die üb­ri­gen Fäl­le gel­ten als ge­le­gent­li­che zi­vi­le Mit­be­nüt­zung.

76 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3849).

Art. 30a Bauten für die zivile Mitbenützung von Militärflugplätzen 77  

1 Für Bau­ten, wel­che ganz oder über­wie­gend für die zi­vi­le Be­nüt­zung ei­nes Mi­li­tär­flug­plat­zes er­stellt, ge­än­dert oder um­ge­nutzt wer­den, gel­ten die Be­stim­mun­gen über die zi­vi­len Flug­plät­ze.

2 Die Plan­ge­neh­mi­gung wird im Ein­ver­neh­men mit dem Eid­ge­nös­si­schen De­par­te­ment für Ver­tei­di­gung, Be­völ­ke­rungs­schutz und Sport (VBS) er­teilt.

77 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 17. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3849).

Art. 30b Häufige zivile Mitbenützung eines Militärflugplatzes 78  

1 Für die häu­fi­ge zi­vi­le Be­nüt­zung ei­nes Mi­li­tär­flug­plat­zes ist ei­ne Be­nüt­zungs­ver­ein­ba­rung zwi­schen der Eid­ge­nos­sen­schaft, ver­tre­ten durch das VBS, und der zi­vi­len Mit­be­nut­ze­rin (zi­vi­ler Flug­platz­hal­ter) ab­zu­sch­lies­sen.

2 Der zi­vi­le Flug­platz­hal­ter ist ver­pflich­tet, für die häu­fi­ge zi­vi­le Be­nüt­zung ein Be­triebs­re­gle­ment zu er­stel­len. Das Be­triebs­re­gle­ment und des­sen spä­te­re Än­de­run­gen be­dür­fen der Ge­neh­mi­gung durch das BAZL; die­ses ent­schei­det im Ein­ver­neh­men mit dem VBS.

3 Die Be­stim­mun­gen über die Be­triebs­re­gle­men­te für zi­vi­le Flug­plät­ze fin­den An­wen­dung.

4 Im Ge­such um Ge­neh­mi­gung des Be­triebs­re­gle­ments weist der zi­vi­le Flug­platz­hal­ter ge­gen­über dem BAZL aus, in­wie­fern die mi­li­tä­ri­sche In­fra­struk­tur nicht in Ein­klang mit den zi­vi­len In­fra­struk­tur­vor­schrif­ten steht. Bei Ab­wei­chun­gen weist der zi­vi­le Flug­platz­hal­ter nach, dass die Si­cher­heit des zi­vi­len Be­triebs trotz­dem ge­währ­leis­tet ist.

78 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 17. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3849).

Art.30c Gelegentliche zivile Mitbenützung eines Militärflugplatzes 79  

1 Ge­le­gent­li­che zi­vi­le Flü­ge be­dür­fen der Zu­stim­mung durch das be­tref­fen­de Flug­platz­kom­man­do.

2 Die Mi­li­ta­ry Avia­ti­on Au­t­ho­ri­ty (MAA) legt nach An­hö­rung des BAZL für je­den Mi­li­tär­flug­platz die Vor­aus­set­zun­gen und Be­din­gun­gen für die ge­le­gent­li­che Mit­be­nüt­zung fest.

3 Sie sorgt da­für, dass im AIP die we­sent­li­chen Vor­schrif­ten für die zi­vi­le Mit­be­nüt­zung ver­öf­fent­licht wer­den.

4 Die Luft­waf­fe weist jähr­lich die zi­vi­len und mi­li­tä­ri­schen Flug­be­we­gun­gen des Vor­jah­res aus.

79 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 17. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3849).

Art. 31 Umnutzung von Militärflugplätzen in zivile Flugplätze 80  

1 Für die Nut­zung der An­la­gen ei­nes ehe­ma­li­gen Mi­li­tär­flug­plat­zes oder ei­nes Teils da­von als zi­vi­ler Flug­platz ist ei­ne Be­triebs­be­wil­li­gung oder ei­ne Be­triebs­kon­zes­si­on er­for­der­lich.

2 Für die Er­tei­lung ei­ner Be­triebs­be­wil­li­gung oder ei­ner Be­triebs­kon­zes­si­on muss die Be­stä­ti­gung des VBS vor­lie­gen, dass kei­ne Kon­flik­te zwi­schen den In­ter­es­sen der Lan­des­ver­tei­di­gung und dem zi­vi­len Flug­platz­be­trieb be­ste­hen.

3 Für die Um­nut­zung be­ste­hen­der Bau­ten und An­la­gen so­wie all­fäl­li­ge bau­li­che Än­de­run­gen sind Plan­ge­neh­mi­gungs­ver­fah­ren durch­zu­füh­ren.

4 Das BAZL führt un­ab­hän­gig von Um­fang und Aus­wir­kun­gen der Um­nut­zung Ver­fah­ren nach den Ar­ti­keln 36d und 37d LFG durch.

80 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 2 der V vom 4. März 2011, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1139).

3. Kapitel: ...

Art. 32–3581  

81 Auf­ge­ho­ben durch Art. 50 der V vom 25. April 2012 über die Flug­ha­fen­ge­büh­ren, mit Wir­kung seit 1. Ju­ni 2012 (AS 2012 2753).

4. Kapitel: Lärmbekämpfung

1. Abschnitt: Allgemeine Bestimmungen

Art. 36 Flughöhen  

Die Ver­kehrs­lei­tung weist die Flug­hö­hen so zu, dass Lärm­be­läs­ti­gun­gen, na­ment­lich zur Nacht­zeit, mög­lichst ver­mie­den wer­den. Da­bei ist auf die Flug­si­cher­heit und den Ver­kehrs­fluss Rück­sicht zu neh­men.

Art. 37 Sonn- und Feiertage  

Im Be­triebs­re­gle­ment kön­nen Platz-, Schlepp-, Kon­troll- und Rund­flü­ge so­wie Flü­ge zum Ab­set­zen von Fall­schirm­sprin­gern an Sonn- und Fei­er­ta­gen ein­ge­schränkt wer­den.

Art. 38 Rundflüge  

1 Im Be­triebs­re­gle­ment kann für Rund­flü­ge ei­ne Min­dest­dau­er vor­ge­schrie­ben wer­den.

2 In der nä­he­ren Um­ge­bung der Flug­plät­ze sind nach Mög­lich­keit meh­re­re Flug­we­ge fest­zu­le­gen. Die­se sol­len ab­wechs­lungs­wei­se be­nützt wer­den.

2. Abschnitt: Nachtflugordnung

Art. 39 Grundsätze 82  

1 Starts und Lan­dun­gen nicht ge­werbs­mäs­si­ger Flü­ge sind zwi­schen 22 und 06 Uhr un­ter­sagt.

2 Starts und Lan­dun­gen ge­werbs­mäs­si­ger Flü­ge zwi­schen 22 und 06 Uhr sind nach den Vor­schrif­ten der Ar­ti­kel 39a und 39b ein­ge­schränkt.

3 Die Flug­be­triebs­un­ter­neh­men üben bei der Pla­nung von Flü­gen zwi­schen 22 und 06 Uhr gröss­te Zu­rück­hal­tung.

4 Die An­zahl der Starts und der Lan­dun­gen zwi­schen 22 und 06 Uhr so­wie die ein­ge­setz­ten Flug­zeug­ty­pen sind in der Flug­platz­sta­tis­tik aus­zu­wei­sen.

82 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2008, in Kraft seit 1. Mai 2008 (AS 2008 595).

Art. 39a Einschränkungen für gewerbsmässige Flüge bei den Landesflughäfen Genf und Zürich 83  

1 Starts bei den Lan­des­flughä­fen Genf und Zü­rich sind:

a.
er­laubt zwi­schen 22 und 24 Uhr:
1.
zu ge­werbs­mäs­si­gen Flü­gen mit ei­ner Non­stop-Flug­di­stanz von über 5000 km mit Flug­zeu­gen, de­ren Emis­sio­nen den Lär­m­in­dex 98 nicht über­stei­gen,
2.
zu den üb­ri­gen ge­werbs­mäs­si­gen Flü­gen mit Flug­zeu­gen, de­ren Emis­sio­nen den Lär­m­in­dex 96 nicht über­stei­gen;
b.
ver­bo­ten zwi­schen 24 und 06 Uhr.

2 Lan­dun­gen ge­werbs­mäs­si­ger Flü­ge bei den Lan­des­flughä­fen Genf und Zü­rich sind:

a.
er­laubt zwi­schen 22 und 24 Uhr und nach 05 Uhr;
b.
ver­bo­ten zwi­schen 24 und 05 Uhr.

3 Ge­gen­über dem Flug­plan ver­spä­te­te Starts oder Lan­dun­gen sind bis spä­tes­tens um 00.30 Uhr er­laubt.

83 Ein­ge­fügt durch Bei­la­ge Ziff. 2 der V vom 12. April 2000 , in Kraft seit 1. März 2000 (AS 20001388).

Art. 39b Einschränkungen für gewerbsmässige Flüge bei den übrigen Flugplätzen 84  

1 Starts und Lan­dun­gen ge­werbs­mäs­si­ger Flü­ge bei den üb­ri­gen Flug­hä­fen sind:

a.
er­laubt zwi­schen 22 und 23 Uhr mit Flug­zeu­gen, de­ren Emis­sio­nen den Lär­m­in­dex 87 nicht über­stei­gen;
b.
ver­bo­ten zwi­schen 23 und 06 Uhr.

2 Starts und Lan­dun­gen ge­werbs­mäs­si­ger Flü­ge bei Flug­fel­dern sind zwi­schen 22 und 06 Uhr ver­bo­ten.

84 Ein­ge­fügt durch Bei­la­ge Ziff. 2 der V vom 12. April 2000, in Kraft seit 1. Mai 2008 (AS 20001388).

Art. 39c Massgebender Lärmindex 85  

Als mass­ge­ben­der Lär­m­in­dex gilt der arith­me­ti­sche Mit­tel­wert der bei­den Zu­las­sungs­wer­te la­te­ral und flyo­ver ei­nes Flug­zeug­mus­ters, er­mit­telt nach der Norm der in­ter­na­tio­na­len Zi­vil­luft­fahr­t­or­ga­ni­sa­ti­on An­hang 16, Vo­lu­men 1, Ka­pi­tel 386.

85 Ein­ge­fügt durch Bei­la­ge Ziff. 2 der V vom 12. April 2000, in Kraft seit 1. Mai 2008 (AS 20001388).

86 Be­zugs­quel­le: Bun­des­amt für Zi­vil­luft­fahrt, 3003 Bern.

Art. 39d Ausnahmen 87  

1 Kei­ner Be­schrän­kung un­ter­lie­gen:

a.
Not­lan­dun­gen;
b.
Starts und Lan­dun­gen von Such- und Ret­tungs­flü­gen, Am­bu­lanz­flü­gen, Po­li­zeiflü­gen und von Flü­gen zur Ka­ta­stro­phen­hil­fe;
c.
Starts und Lan­dun­gen von schwei­ze­ri­schen Mi­li­tär­luft­fahr­zeu­gen;
d.
Starts und Lan­dun­gen von Staats­luft­fahr­zeu­gen, die vom BAZL be­wil­ligt wur­den.

2 Der Flug­platz­hal­ter kann bei un­vor­her­ge­se­he­nen aus­ser­or­dent­li­chen Er­eig­nis­sen Aus­nah­men von den Vor­schrif­ten nach Ar­ti­kel 39 Ab­sät­ze 1 und 2 ge­wäh­ren. Er mel­det die­se Aus­nah­men dem BAZL.

2bis ...88

3 Das BAZL kann vor­über­ge­hend Starts und Lan­dun­gen von Luft­fahr­zeu­gen zwi­schen 22 und 6 Uhr be­wil­li­gen:

a.
zur Wah­rung be­deu­ten­der öf­fent­li­cher In­ter­es­sen, zum Bei­spiel bei Na­tur­ka­ta­stro­phen oder zur Ver­hin­de­rung ge­walt­tä­ti­ger Aus­schrei­tun­gen, nach An­hö­rung der be­trof­fe­nen Kan­to­ne und Flug­plät­ze;
b.
für Mess­flü­ge auf den Lan­des­flughä­fen Genf und Zü­rich, so­fern sich die­se nicht wäh­rend des Ta­ges­be­triebs ord­nungs­ge­mä­ss ab­wi­ckeln las­sen.89

4 Das BAZL in­for­miert die Öf­fent­lich­keit und das Bun­des­amt für Um­welt über die ge­mä­ss Ab­satz 3 be­wil­lig­ten Nacht­flü­ge.90

87 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2008, in Kraft seit 15. März 2008 (AS 2008 595).

88 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 22. April 2020, in Kraft vom 23. April 2020 bis zum 22. Okt. 2020 (AS 2020 1331).

89 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 2 der V vom 4. März 2011, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1139).

90 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 2 der V vom 4. März 2011, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1139).

3. Abschnitt: ...

Art. 40–4791  

91 Auf­ge­ho­ben durch Bei­la­ge Ziff. 2 der V vom 12. April 2000, mit Wir­kung seit 1. Mai 2000 (AS 20001388).

3. Titel: ...

Art. 48 und 4992  

92 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. II 6 der V vom 2. Fe­br. 2000 zum Bun­des­ge­setz über die Ko­or­di­na­ti­on und Ver­ein­fa­chung von Ent­scheid­ver­fah­ren, mit Wir­kung seit 1. März 2000 (AS 2000 703).

4. Titel: Aussenlandungen

Art. 50 Anwendbarkeit der Aussenlandeverordnung 93  

Für Aus­sen­lan­dun­gen gilt die Aus­sen­lan­de­ver­ord­nung vom 14. Mai 201494.

93 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 5 der Aus­sen­lan­de­ver­ord­nung vom 14. Mai 2014, in Kraft seit 1. Sept. 2014 (AS 2014 1339).

94 SR 748.132.3

Art. 51–5395  

95 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 5 der Aus­sen­lan­de­ver­ord­nung vom 14. Mai 2014, mit Wir­kung seit 1. Sept. 2014 (AS 2014 1339).

Art. 54 Gebirgslandeplätze 96  

1 Lan­des­tel­len über 1100 m über Meer, die Aus­bil­dungs-, Übungs- und sport­li­chen Zwe­cken oder der Per­so­nen­be­för­de­rung zu tou­ris­ti­schen Zwe­cken die­nen, sind vom UVEK im Ein­ver­neh­men mit dem VBS so­wie den zu­stän­di­gen kan­to­na­len Be­hör­den als Ge­birgs­lan­de­plät­ze zu be­zeich­nen.97

2 Vor der Be­zeich­nung sind die Eid­ge­nös­si­sche Na­tur- und Hei­mat­schutz­kom­mis­si­on, der Schwei­ze­ri­sche Al­pen­club und die in­ter­es­sier­ten Kur­ver­ei­ne an­zu­hö­ren.

3 Es wer­den höchs­tens 40 Ge­birgs­lan­de­plät­ze be­zeich­net.98

96 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 5 der Aus­sen­lan­de­ver­ord­nung vom 14. Mai 2014, in Kraft seit 1. Sept. 2014 (AS 2014 1339).

97 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 6 der V vom 2. Fe­br. 2000 zum Bun­des­ge­setz über die Ko­or­di­na­ti­on und Ver­ein­fa­chung von Ent­scheid­ver­fah­ren, in Kraft seit 1. März 2000 (AS 2000 703).

98 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Okt. 2015, in Kraft seit 1. Dez. 2015 (AS 2015 4423). Sie­he auch die ÜeB die­ser Änd. am Schluss des Tex­tes (Art. 74d).

Art. 5599  

99 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 5 der Aus­sen­lan­de­ver­ord­nung vom 14. Mai 2014, mit Wir­kung seit 1. Sept. 2014 (AS 2014 1339).

Art. 56 Spitallandestellen 100  

Lan­des­tel­len bei Spi­tä­lern so­wie an­de­re Lan­des­tel­len, die aus­sch­liess­lich zur Hil­fe­leis­tung die­nen, na­ment­lich für Ret­tung und Ber­gung, kön­nen oh­ne Be­wil­li­gung des Bun­des­am­tes an­ge­legt und be­nützt wer­den.

100 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 5 der Aus­sen­lan­de­ver­ord­nung vom 14. Mai 2014, in Kraft seit 1. Sept. 2014 (AS 2014 1339).

Art. 57 und 58101  

101 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 5 der Aus­sen­lan­de­ver­ord­nung vom 14. Mai 2014, mit Wir­kung seit 1. Sept. 2014 (AS 2014 1339).

5. Titel: Luftfahrthindernisse und Sicherheitszonen 102

102 Ursprünglich vor Art. 59. Fassung gemäss Ziff. I der V vom 17. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3849).

1. Kapitel: Allgemeine Bestimmungen103

103 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 13. Febr. 2008, in Kraft seit 15. März 2008 (AS 2008 595).

Art. 58a Vorrang des Geoinformationsrechts  

Die Be­stim­mun­gen die­ses Ti­tels fin­den An­wen­dung, so­weit die Geo­in­for­ma­ti­ons­ge­setz­ge­bung nichts an­de­res vor­schreibt.

Art. 58b Zuständigkeiten 104  

1 Das BAZL ist zu­stän­dig für den Be­trieb der na­tio­na­len Da­ten­er­fas­sungs­schnitt­stel­le und der Da­ten­bank für Luft­fahrt­hin­der­nis­se.

2 Die Ge­län­de­da­ten wer­den vom Bun­des­amt für Lan­des­to­po­gra­fie er­ho­ben, nach­ge­führt und ver­wal­tet.

3 Das BAZL kann mit aus­län­di­schen Be­hör­den Ver­ein­ba­run­gen tref­fen über das Er­fas­sen und Ver­mes­sen von Ge­län­de und Luft­fahrt­hin­der­nis­sen so­wie über das Nach­füh­ren und Ver­wal­ten von de­ren Da­ten. Das Bun­des­amt für Lan­des­to­po­gra­fie wird zu den Ver­hand­lun­gen über die Ver­ein­ba­run­gen bei­ge­zo­gen.

104 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3849).

Art. 59 Kantonale Kontaktstellen 105  

Die Kan­to­ne be­zeich­nen Kon­takt­stel­len zur Un­ter­stüt­zung des BAZL bei der Er­he­bung und Prü­fung von Da­ten zu Luft­fahrt­hin­der­nis­sen.

105 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3849).

Art. 59a Ausnahme von der Vermessungspflicht 106  

Die Ei­gen­tü­mer von Luft­fahrt­hin­der­nis­sen mit ei­ner Hö­he zwi­schen 25 m und 100 m müs­sen kei­ne Ver­mes­sun­gen durch­füh­ren. Vor­be­hal­ten sind die Fäl­le nach Ar­ti­kel 65 Ab­satz 1 Buch­sta­be b.

106 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 17. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3849).

Art. 60 Kooperationspflicht  

Die kan­to­na­len und die kom­mu­na­len Be­hör­den so­wie die Ei­gen­tü­mer von Luft­fahrt­hin­der­nis­sen und die Flug­platz­hal­ter un­ter­stüt­zen das BAZL oder die von ihm be­auf­trag­ten Drit­ten und stel­len die für die Be­ar­bei­tung ver­lang­ten In­for­ma­tio­nen und Un­ter­la­gen zur Ver­fü­gung.

Art. 61 Veröffentlichung  

1 Das BAZL kann Luft­fahrt­hin­der­nis­da­ten und -in­for­ma­tio­nen ver­öf­fent­li­chen.107

2 Es kann Drit­te mit der Ver­öf­fent­li­chung be­auf­tra­gen; in die­sem Fall über­wacht es die Aus­füh­rung die­ser Tä­tig­kei­ten.

107 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3849).

Art. 62 Hindernisbegrenzungsflächen-Kataster 108  

1 Der Flug­platz­hal­ter er­stellt den Hin­der­nis­be­gren­zungs­flä­chen-Ka­tas­ter und stellt die­sen dem BAZL zu; dies gilt nicht für Was­ser­flug­plät­ze ge­mä­ss SIL.

2 Bei Flug­fel­dern er­teilt das BAZL bei ge­ge­be­nen Vor­aus­set­zun­gen ei­ne ab­sch­lies­sen­de Ge­neh­mi­gung.

3 Bei Flug­hä­fen ge­neh­migt das BAZL bei ge­ge­be­nen Vor­aus­set­zun­gen den Hin­der­nis­be­gren­zungs­flä­chen-Ka­tas­ter in Form ei­nes Ent­scheids im Hin­blick auf die Er­stel­lung oder Än­de­rung des Si­cher­heits­zo­nen­plans.

4 Das BAZL stellt den ge­neh­mig­ten Hin­der­nis­be­gren­zungs­flä­chen-Ka­tas­ter ei­nes Flug­fel­des den Kan­to­nen und Ge­mein­den zu. Die­se tra­gen dem Ka­tas­ter in ih­rer Richt- und Nut­zungs­pla­nung Rech­nung und ori­en­tie­ren die Ei­gen­tü­mer von nach Ar­ti­kel 63 be­wil­li­gungs­pflich­ti­gen Ob­jek­ten so­wie die kan­to­na­le Kon­takt­stel­le.

5 Der Flug­platz­hal­ter über­prüft den Ka­tas­ter pe­ri­odisch, über­mit­telt die Prü­fungs­er­geb­nis­se dem BAZL und be­an­tragt die­sem die nö­ti­gen Än­de­run­gen. Auf IFR-Flug­plät­zen er­folgt die Über­prü­fung min­des­tens al­le fünf Jah­re, auf den üb­ri­gen Flug­plät­zen min­des­tens al­le zehn Jah­re.

6 Das UVEK kann die Ein­zel­hei­ten re­geln.

108 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3849).

Art. 62a109  

109 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 17. Okt. 2018, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3849).

2. Kapitel: Bewilligungs- und Meldepflichten 110

110 Ursprünglich vor Art. 63. Fassung gemäss Ziff. I der V vom 17. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3849).

1. Abschnitt: Bewilligungspflichtige Luftfahrthindernisse 111

111 Eingefügt durch Ziff. I der V vom 17. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3849).

Art. 62b112  

112 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2008 (AS 2008 595). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 17. Okt. 2018, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3849).

Art. 63 Bewilligungspflicht 113  

Der Ei­gen­tü­mer muss für die Er­stel­lung oder Än­de­rung fol­gen­der Ka­te­go­ri­en von Ob­jek­ten ei­ne Be­wil­li­gung des BAZL ein­ho­len:

a.
Hoch­span­nungs-Frei­lei­tun­gen, Win­d­ener­gie­an­la­gen und Slack­li­nes, wenn die­se ei­ne Hö­he von 60 m und mehr er­rei­chen;
b.
an­de­re Bau­ten und An­la­gen so­wie tem­po­rä­re Ob­jek­te wie Mess­mas­ten, Seil­kra­ne und Mo­bil­kra­ne, wenn die­se ei­ne Hö­he von 100 m und mehr er­rei­chen;
c.
Bau­ten und An­la­gen so­wie Pflan­zen, wenn die­se ei­ne Flä­che ei­nes Hin­der­nis­be­gren­zungs­flä­chen-Ka­tas­ters oder ei­nes Si­cher­heits­zo­nen­plans durch­stos­sen. Bei tem­po­rä­ren Ob­jek­ten wie ins­be­son­de­re Mo­bil­kra­nen, die ei­ne Ho­ri­zon­tal- oder ko­ni­sche Flä­che ei­nes Hin­der­nis­be­gren­zungs­flä­chen-Ka­tas­ters oder ei­nes Si­cher­heits­zo­nen­plans um höchs­tens bis und mit 15 m durch­stos­sen, gilt nur die Re­gis­trie­rungs­pflicht nach den Ar­ti­keln 65a und 65b.

113 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3849).

Art. 64 Gesuch 114  

1 Der Ei­gen­tü­mer rich­tet sein Ge­such um Be­wil­li­gung an das BAZL. Mit dem Ge­such sind min­des­tens die fol­gen­den An­ga­ben und Un­ter­la­gen ein­zu­rei­chen:115

a.
An­ga­ben zum Ei­gen­tü­mer;
b.
Be­schrei­bung des Ob­jekts;
c.
Da­tum der vor­aus­sicht­li­chen Er­stel­lung;
d.
bei tem­po­rä­ren Ob­jek­ten: Da­tum des vor­aus­sicht­li­chen Ab­bruchs;
e.
Ko­or­di­na­ten der La­ge und der Hö­he über Meer des Ob­jekts; bei Ka­bel­an­la­gen und Seil­bah­nen sind die­se An­ga­ben für je­den Mast­stand­ort er­for­der­lich;
f.
Aus­deh­nung des Ob­jekts (Län­ge, Brei­te, Hö­he);
g.
Si­tua­ti­ons­plan im Mass­stab 1:25 000;
h.
bei Ka­bel­an­la­gen und Seil­bah­nen: Län­gen­pro­fil;
i.
bei an­de­ren An­la­gen: Grund­ris­se und Pro­fil­schnitt;
j.
die Bau­be­wil­li­gung, so­fern vor­han­den.

2 Das BAZL kann die An­for­de­run­gen an die ein­zu­rei­chen­den Un­ter­la­gen im Ein­zel­fall er­wei­tern und prä­zi­sie­ren.

3 Es kann für die Ein­rei­chung der Ge­su­che ei­ne elek­tro­ni­sche Platt­form ein­rich­ten.

114 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 2 der V vom 4. März 2011, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1139).

115 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3849).

Art. 65 Entscheid 116  

1 Das BAZL ent­schei­det, im Ein­ver­neh­men mit dem VBS, mit ei­ner Ver­fü­gung:

a.
ob die Er­stel­lung oder Än­de­rung des Luft­fahrt­hin­der­nis­ses be­wil­ligt wer­den kann oder nicht;
b.
ob in Ein­zel­fäl­len auch für Luft­fahrt­hin­der­nis­se mit ei­ner Hö­he zwi­schen 25 m und 100 m aus Si­cher­heits­grün­den ei­ne Ver­mes­sung durch­ge­führt wer­den muss und wel­chen An­for­de­run­gen die­se zu ge­nü­gen hat;
c.
ob und ge­ge­be­nen­falls wel­che Si­cher­heits­mass­nah­men zu tref­fen sind, na­ment­lich Pro­jek­tän­de­run­gen, Pu­bli­ka­tio­nen, Mar­kie­run­gen oder Be­feue­run­gen.

2 Das BAZL kann die Be­wil­li­gung be­fris­ten. Ei­ne Ver­län­ge­rung ist spä­tes­tens 30 Ta­ge vor Ab­lauf der Be­fris­tung beim BAZL zu be­an­tra­gen. Bei un­be­fris­te­ten Be­wil­li­gun­gen prüft das BAZL re­gel­mäs­sig, ob die Vor­aus­set­zun­gen der Be­wil­li­gung ein­ge­hal­ten sind, und ver­fügt wenn nö­tig zu­sätz­li­che Auf­la­gen.

3 Das BAZL stellt der kan­to­na­len Kon­takt­stel­le ei­ne Ko­pie der Ver­fü­gung zu.

4 Vor Ein­tritt der Rechts­kraft der Ver­fü­gung des BAZL darf mit der Er­rich­tung oder Än­de­rung ei­nes Luft­fahrt­hin­der­nis­ses nicht be­gon­nen wer­den. Bei zeit­li­cher Dring­lich­keit kann das BAZL ei­ne Aus­nah­me ge­wäh­ren.

5 Der Ei­gen­tü­mer des be­wil­lig­ten Luft­fahrt­hin­der­nis­ses hat dem BAZL den de­fi­ni­ti­ven Er­rich­tungs­ter­min spä­tes­tens vier Ar­beits­ta­ge im Vor­aus mit­zu­tei­len, da­mit ei­ne Pu­bli­ka­ti­on des Luft­fahrt­hin­der­nis­ses recht­zei­tig er­fol­gen kann.

6 Ord­net das BAZL in der Ver­fü­gung Si­cher­heits­mass­nah­men an, so hat der Ei­gen­tü­mer die­sem nach Er­rich­tung des Luft­fahrt­hin­der­nis­ses in­nert vier Ar­beits­ta­gen die nö­ti­gen Fo­tos ein­zu­rei­chen, wel­che die Um­set­zung der Si­cher­heits­mass­nah­men be­le­gen.

116 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3849).

2. Abschnitt: Registrierungspflichtige Luftfahrthindernisse117

117 Eingefügt durch Ziff. I der V vom 17. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3849).

Art. 65a Registrierungspflicht  

1 Der Ei­gen­tü­mer muss für die Er­stel­lung oder Än­de­rung fol­gen­der Ka­te­go­ri­en von Ob­jek­ten, so­fern die­se nicht ge­mä­ss Ar­ti­kel 63 be­wil­li­gungs­pflich­tig sind, ei­ne Re­gis­trie­rung bei der na­tio­na­len Da­ten­er­fas­sungs­schnitt­stel­le nach Ar­ti­kel 40a Ab­satz 2 LFG vor­neh­men:

a.
im be­bau­ten Ge­biet für Bau­ten und An­la­gen so­wie für tem­po­rä­re Ob­jek­te, wenn die­se ei­ne Hö­he von 60 m und mehr er­rei­chen;
b.
im un­be­bau­ten Ge­biet für Bau­ten und An­la­gen so­wie für tem­po­rä­re Ob­jek­te, wenn die­se ei­ne Hö­he von 25 m und mehr oder, im Fal­le von Mo­bil­kra­nen, von 40 m und mehr er­rei­chen.

2 Ob­jek­te, die re­gis­triert wer­den müs­sen, brau­chen nicht ver­mes­sen zu wer­den.

Art. 65b Zwingende Markierungen und Befeuerungen  

1 Der Ei­gen­tü­mer muss für die Er­stel­lung oder Än­de­rung von Ob­jek­ten un­ter den in An­hang 2 ge­nann­ten Vor­aus­set­zun­gen die dort auf­ge­führ­ten Mar­kie­run­gen und Be­feue­run­gen an­brin­gen.

2 An­läss­lich der Re­gis­trie­rung bei der na­tio­na­len Da­ten­er­fas­sungs­schnitt­stel­le wird der Ei­gen­tü­mer auf die­se Ver­pflich­tung hin­ge­wie­sen.

Art. 65c Besonders gefährliche Hindernisse  

1 Das BAZL kann ver­lan­gen, dass der Ei­gen­tü­mer zu­sätz­lich zu Ar­ti­kel 65a für die Er­stel­lung oder Än­de­rung von Bau­ten und An­la­gen so­wie für tem­po­rä­re Ob­jek­te ei­ne Re­gis­trie­rung bei der na­tio­na­len Da­ten­er­fas­sungs­schnitt­stel­le vor­neh­men muss:

a.
wenn die­se in ei­nem Um­kreis von 300 m um Ge­birgs­lan­de­plät­ze oder 500 m um Spi­tallan­de­plät­ze lie­gen und be­son­ders ge­fähr­lich sind; oder
b.
im Ein­zel­fall in al­len Ge­bie­ten, wenn das Ob­jekt aus ei­ner ope­ra­tio­nel­len Sicht be­son­ders ge­fähr­lich ist.

2 Das BAZL kann in Fäl­len ge­mä­ss Ab­satz 1 in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 65b aus Si­cher­heits­grün­den an­de­re oder zu­sätz­li­che Si­cher­heits­mass­nah­men an­ord­nen.

3. Kapitel: Weitere Pflichten der Eigentümer der Luftfahrthindernisse 118

118 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 17. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3849).

Art. 66 Unterhalt 119  

Der Ei­gen­tü­mer ei­nes Luft­fahrt­hin­der­nis­ses ist für den ein­wand­frei­en Zu­stand der an­ge­ord­ne­ten Mar­kie­run­gen und das rich­ti­ge Funk­tio­nie­ren der in­stal­lier­ten Be­feue­run­gen so­wie der wei­te­ren an­ge­ord­ne­ten Si­cher­heits­mass­nah­men ver­ant­wort­lich.

119 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3849).

Art. 66a und 66b120  

120 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2008 (AS 2008 595). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 17. Okt. 2018, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3849).

Art. 67 Anpassung bestehender Anlagen  

1 Stellt sich nach­träg­lich her­aus, dass be­ste­hen­de Bau­ten und An­la­gen oder Pflan­zen ein Luft­fahrt­hin­der­nis dar­stel­len oder ein be­ste­hen­des Luft­fahrt­hin­der­nis neu­er oder zu­sätz­li­cher Si­cher­heits­mass­nah­men oder ei­ner Ver­mes­sung be­darf, so trifft das BAZL die ent­spre­chen­den An­ord­nun­gen.121

2 Muss ei­ne An­la­ge ganz oder teil­wei­se be­sei­tigt wer­den, so kann das UVEK das Ent­eig­nungs­recht aus­üben oder die­ses auf Drit­te über­tra­gen.

121 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3849).

Art. 68 Abbruch und Abmeldung von Luftfahrthindernissen 122  

1 Luft­fahrt­hin­der­nis­se, die nicht mehr be­nö­tigt wer­den, sind in­ner­halb Jah­res­frist ab Still­le­gung ab­zu­bre­chen und vom Ei­gen­tü­mer schrift­lich beim BAZL oder über die na­tio­na­le Da­ten­er­fas­sungs­schnitt­stel­le ab­zu­mel­den.

2 Luft­fahrt­hin­der­nis­se, die für ei­ne be­grenz­te Zeit er­stellt wer­den, sind auf den ver­füg­ten Zeit­punkt hin ab­zu­bre­chen und ab­zu­mel­den.

122 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3849).

Art. 69 Veräusserung oder Beseitigung von Luftfahrthindernissen 123  

Der Ei­gen­tü­mer ei­nes Luft­fahrt­hin­der­nis­ses hat das BAZL über des­sen Ver­äus­se­rung oder Be­sei­ti­gung zu un­ter­rich­ten.

123 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3849).

Art. 70 Kosten 124  

Ver­mes­sungs-, Mar­kie­rungs-, Be­feue­rungs- und sämt­li­che Un­ter­halts­kos­ten so­wie Kos­ten für den Ab­bruch still­ge­leg­ter An­la­gen ge­hen zu Las­ten des Ei­gen­tü­mers.

124 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3849).

4. Kapitel: Sicherheitszonen

Art. 71 Festsetzung 125  

1 Für je­den Flug­ha­fen ist ei­ne Si­cher­heits­zo­ne zu er­rich­ten. Das BAZL ent­schei­det im Ein­zel­fall auf An­trag des Er­brin­gers der Flug­si­che­rungs­diens­te, ob für Flug­si­che­rungs­an­la­gen und Flug­we­ge ei­ne Si­cher­heits­zo­ne er­for­der­lich ist.

2 Der Si­cher­heits­zo­nen­plan ist zu er­stel­len:

a.
vom Flug­ha­fen­hal­ter für einen Flug­ha­fen;
b.
vom Be­trei­ber für ei­ne Flug­si­che­rungs­an­la­ge;
c.
vom Er­brin­ger der Flug­si­che­rungs­diens­te für einen Flug­weg;
d.
vom BAZL für das schwei­ze­ri­sche Ter­ri­to­ri­um für einen Flug­ha­fen oder ei­ne Flug­si­che­rungs­an­la­ge im Aus­land.

125 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3849).

Art. 72 Sicherheitszonenplan 126  

1 Die Si­cher­heits­zo­ne ist in ei­nem Zo­nen­plan dar­zu­stel­len, aus dem die Ei­gen­tums­be­schrän­kun­gen nach Art, Flä­che und Hö­he er­sicht­lich sind.

2 Für die Fest­set­zung der Si­cher­heits­zo­nen sind mit Aus­nah­me von Flug­si­che­rungs­an­la­gen min­des­tens die ge­schütz­ten Flä­chen des Hin­der­nis­be­gren­zungs­flä­chen-Ka­tas­ters mass­ge­bend.

3 Der Si­cher­heits­zo­nen­plan zeigt ins­be­son­de­re auf:

a.
ob und wie der Luftraum durch Flug­kör­per be­nützt wer­den darf, na­ment­lich durch Feu­er­werks­kör­per;
b.
ob und wie Ak­ti­vi­tä­ten ein­ge­schränkt sind, die ei­ne Sicht­be­hin­de­rung her­vor­ru­fen kön­nen, na­ment­lich durch Ver­ur­sa­chung star­ken Rauchs;
c.
ob und un­ter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen Ak­ti­vi­tä­ten so­wie Bau­ten und An­la­gen zu­läs­sig sind, die ei­ne Blen­dung be­wir­ken kön­nen, na­ment­lich durch La­ser­strah­len oder gross­flä­chig spie­geln­de Bau­ten;
d.
ob und in wel­cher Form Än­de­run­gen der Flä­chen­nut­zung, die zu ei­nem er­höh­ten Vo­gel­schlagri­si­ko füh­ren kön­nen, ei­ner Zu­stim­mung des Flug­ha­fen­hal­ters be­dür­fen; ist die­se Zu­stim­mung im Ein­zel­fall strit­tig, ent­schei­det das BAZL un­ter An­hö­rung des Bun­des­amts für Um­welt und der kan­to­na­len Fach­stel­len.

126 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3849).

Art. 73 Verfahren 127  

1 Die Si­cher­heits­zo­nen­plä­ne sind durch die be­trof­fe­nen Kan­to­ne zu pu­bli­zie­ren und un­ter An­set­zung ei­ner Ein­spra­che­frist von 30 Ta­gen in den Ge­mein­den öf­fent­lich auf­zu­le­gen:

a.
für einen Flug­ha­fen vom Flug­ha­fen­hal­ter;
b.
in al­len üb­ri­gen Fäl­len vom BAZL.

2 Ein­spra­chen sind an den Kan­ton zu rich­ten, wel­cher die Ei­ni­gungs­ver­hand­lun­gen durch­führt. Ist kei­ne Ei­ni­gung mög­lich, ent­schei­det das UVEK.

3 Die ge­neh­mig­ten Si­cher­heits­zo­nen­plä­ne wer­den mit ih­rer Ver­öf­fent­li­chung in den kan­to­na­len Pu­bli­ka­ti­ons­or­ga­nen ver­bind­lich.

127 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3849).

5a. Titel: Strafbestimmung128

128 Eingefügt durch Ziff. I 2 der V vom 4. März 2011, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1139).

Art. 73a  

Nach Ar­ti­kel 91 Ab­satz 1 Buch­sta­be i LFG wird be­straft, wer:

a.129
ei­ne Pflicht nach den fol­gen­den Be­stim­mun­gen ver­letzt: Ar­ti­kel 28 Ab­satz 3, 29f, 29g Ab­sät­ze 3 und 5 zwei­ter Satz, 31 Ab­satz 1, 39 Ab­sät­ze 1 und 2, 39a, 39b, 39dAb­satz 2 zwei­ter Satz, 63, 65 Ab­sät­ze 4 bis 6, 65a Ab­satz 1, 68 und 69;
b.
als Mit­ar­bei­te­rin oder Mit­ar­bei­ter des Flug­ver­kehrs­lei­t­diens­tes oder als Flug­platz­lei­te­rin oder Flug­platz­lei­ter Ab­wei­chun­gen von den ver­öf­fent­lich­ten Be­triebs­ver­fah­ren an­ord­net, oh­ne dass be­son­de­re Um­stän­de vor­lie­gen (Art. 27);
c.
als Flug­platz­lei­te­rin oder Flug­platz­lei­ter nicht al­le zu­mut­ba­ren Vor­keh­ren zur Ein­hal­tung der Vor­schrif­ten nach Ar­ti­kel 29d Ab­satz 1 trifft;
d.
als Mit­ar­bei­te­rin oder Mit­ar­bei­ter des Flug­ver­kehrs­lei­t­diens­tes oder als Flug­platz­lei­te­rin oder Flug­platz­lei­ter Flug­be­we­gun­gen zu­lässt, wel­che ge­mä­ss dem an­wend­ba­ren Be­triebs­re­gle­ment nach Ar­ti­kel 23 nicht er­laubt sind;
e.
auf ei­nem Flug­platz oder an Flug­si­che­rungs­an­la­gen bau­li­che Ver­än­de­run­gen oder Nut­zungs­än­de­run­gen vor­nimmt oder vor­neh­men lässt, oh­ne dass da­für ei­ne Plan­ge­neh­mi­gung vor­liegt (Art. 27a und 31 Abs. 3);
f.
Wei­sun­gen der Flug­platz­lei­te­rin oder des Flug­platz­lei­ters miss­ach­tet, die der Si­cher­heit von Per­so­nen oder Sa­chen die­nen.

129 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3849).

6. Titel: Schlussbestimmungen

Art. 74 Änderung bisherigen Rechts  

...130

130 Die Än­de­rung kann un­ter AS 1994 3050kon­sul­tiert wer­den.

Art. 74a Übergangsbestimmung 131  

1 Be­wil­li­gungs-, Ge­neh­mi­gungs- und Kon­zes­si­ons­ver­fah­ren, die bei In­kraft­tre­ten die­ser Än­de­rung hän­gig sind, wer­den nach neu­em Recht wei­ter­ge­führt.

2 Bei der erst­ma­li­gen Er­neue­rung der Be­triebs­kon­zes­si­on der Lan­des­flughä­fen (Genf und Zü­rich) im Jahr 2001 sind sämt­li­che Re­ge­lun­gen des Be­triebs­re­gle­ments zu über­prü­fen. Es ist ei­ne Um­welt­ver­träg­lich­keits­prü­fung durch­zu­füh­ren.

131 Ein­ge­fügt durch Ziff. II 6 der V vom 2. Fe­br. 2000 zum Bun­des­ge­setz über die Ko­or­di­na­ti­on und Ver­ein­fa­chung von Ent­scheid­ver­fah­ren, in Kraft seit 1. März 2000 (AS 2000 703).

Art. 74b Übergangsbestimmungen zur Änderung vom
13. Februar 2008
132  

1 Die Flug­plät­ze Zü­rich, Genf, Bern, St. Gal­len-Al­ten­rhein, Si­on und Lu­ga­no müs­sen die Vor­aus­set­zun­gen nach Zif­fer 1.4 von ICAO-An­hang 14133 bis spä­tes­tens zum 31. De­zem­ber 2009 er­fül­len. Die üb­ri­gen Flug­hä­fen müs­sen die­se Vor­aus­set­zun­gen bis spä­tes­tens zum 31. De­zem­ber 2012 er­fül­len.

2 Die Mel­de- und Ver­mes­sungs­pflicht der Flug­platz­hal­ter von IFR-Flug­plät­zen nach Ar­ti­kel 62b gilt für Area 4 ge­mä­ss ICAO-An­hang 15 ab 1. No­vem­ber 2008 und für Area 3 ab 1. No­vem­ber 2010.

3 Die Ei­gen­tü­mer von Luft­fahrt­hin­der­nis­sen im gan­zen Ge­biet der Schwei­ze­ri­schen Eid­ge­nos­sen­schaft (Area 1 ge­mä­ss ICAO-An­hang 15) kön­nen ab 1. No­vem­ber 2008 zu de­ren Ver­mes­sung ver­pflich­tet wer­den. Un­ter TMA oder in ei­nem Um­kreis von 45 km um IFR-Flug­plät­ze (Area 2 ge­mä­ss ICAO-An­hang 15) kann die Ver­mes­sung ab 1. No­vem­ber 2010 an­ge­ord­net wer­den.

4 Die Ver­mes­sungs­pflicht der Flug­platz­hal­ter nach Ar­ti­kel 66b für die Er­rich­tung und die Än­de­rung von Luft­fahrt­hin­der­nis­sen in Pis­ten- und Roll­wegnä­he (Area 3 ge­mä­ss ICAO-An­hang 15) gilt ab 1. No­vem­ber 2010. Hin­der­nis­se, wel­che vor die­sem Da­tum er­rich­tet wur­den, müs­sen bis zu die­sem Zeit­punkt eben­falls nach den neu­en An­for­de­run­gen ver­mes­sen wer­den.

132 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2008, in Kraft seit 15. März 2008 (AS 2008 595).

133 SR 0.748.0

Art. 74c Übergangsbestimmungen zur Änderung vom
4. März 2011
134  

1 Ver­fah­ren, die im Zeit­punkt des In­kraft­tre­tens der Än­de­rung vom 4. März 2011 die­ser Ver­ord­nung hän­gig sind, wer­den nach neu­em Recht wei­ter­ge­führt.

2 In Um­nut­zungs­ver­fah­ren für ehe­ma­li­ge Mi­li­tär­flug­plät­ze sind Stel­lung­nah­men des Kan­tons und der be­trof­fe­nen Bun­des­stel­len so­wie die öf­fent­li­che Auf­la­ge in je­dem Fall nach­zu­ho­len.

134 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 2 der V vom 4. März 2011, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1139).

Art. 74d Übergangsbestimmung zur Änderung vom
21. Oktober 2015
135  

Die zu­stän­di­gen Be­hör­den er­las­sen in­ner­halb von zwei Jah­ren nach In­kraft­tre­ten der Än­de­rung vom 21. Ok­to­ber 2015 die nö­ti­gen Ver­fü­gun­gen, da­mit die Be­gren­zung der An­zahl Ge­birgs­lan­de­plät­ze (Art. 54 Abs. 3) ein­ge­hal­ten wer­den kann.

135 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 21. Okt. 2015, in Kraft seit 1. Dez. 2015 (AS 2015 4423).

Art. 74e Übergangsbestimmung zur Änderung vom
17. Oktober 2018
136  

1 Bei zi­vil mit­be­nütz­ten Mi­li­tär­flug­plät­zen, die über ein Be­triebs­re­gle­ment im Sinn von Ar­ti­kel 30b Ab­satz 3 ver­fü­gen, ist die Ana­ly­se der Ab­wei­chun­gen im Sinn von Ar­ti­kel 30b Ab­satz 4 in­ner­halb ei­nes Jah­res nach In­kraft­tre­ten der Än­de­rung vom 17. Ok­to­ber 2018 nach­zu­ho­len und dem BAZL zur Ge­neh­mi­gung ein­zu­rei­chen.

2 So­fern die Frist ge­mä­ss Ab­satz 1 un­ge­nutzt ver­stri­chen ist, setzt das BAZL ei­ne Nach­frist. Ver­streicht auch die Nach­frist un­ge­nutzt, so kann das BAZL die häu­fi­ge zi­vi­le Mit­be­nüt­zung un­ter­sa­gen.

136 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 17. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3849).

Art. 75 Inkrafttreten  

Die­se Ver­ord­nung tritt am 1. Ja­nu­ar 1995 in Kraft.

Schlussbestimmung der Änderung vom 12. April 2000 137137

137 AS 2000 1388. Aufgehoben durch Ziff. I 2 der V vom 4. März 2011, mit Wirkung seit 1. April 2011 (AS 2011 1139).

Anhang 1 138

138 Ursprünglich: Anhang. Eingefügt durch Ziff. II der V vom 30. Jan. 2002, in Kraft seit 1. Juni 2002 (AS 2002 1186).

(Art. 29b)

Bodenabfertigungsdienste

Verweise im vorliegenden Anhang auf bestimmte Artikel beziehen sich auf die Richtlinie 96/67/EG

1.
Leitungsorgan nach Artikel 2 Buchstabe c ist der Flugplatzhalter.
2.
Die Flugplatzhalter schlagen dem BAZL eine Kontrollstelle nach Artikel 4 Absatz 2 vor. Das Amt entscheidet über deren Einsetzung.
3.
Jeder Flugplatzhalter, auf welchen die Richtlinie Anwendung findet, sorgt für die Bildung eines Nutzerausschusses nach Artikel 5.
4.
Die Flugplatzhalter können im Betriebsreglement eine Beschränkung der Zahl der Dienstleister nach Artikel 6 Absatz 2 vorsehen.
5.
Die Flugplatzhalter können im Betriebsreglement eine Beschränkung der Zahl der Selbstabfertiger nach Artikel 7 Absatz 2 vorsehen.
6.
Beschliesst ein Flugplatzhalter, Verwaltung und Betrieb zentraler Infrastruktureinrichtungen nach Artikel 8 einer einzigen Stelle vorzubehalten, so hat er im Betriebsreglement die betreffenden Einrichtungen zu bezeichnen und deren Verwaltung zu regeln.
7.
Die Flugplatzhalter können im Betriebsreglement Ausnahmen nach Artikel 9 vorsehen. Für die Meldung an die europäische Kommission und die Publikation in der Schweiz im Sinn von Artikel 9 Absatz 3 sorgt das BAZL.
8.
Falls die Zahl der Dienstleister begrenzt wird, ist im Betriebsreglement ein Auswahlverfahren nach Artikel 11 vorzusehen.
9.
Das BAZL kann auf Vorschlag des Flugplatzhalters einem Dienstleister oder Nutzer das Erbringen einer Leistung oder die Selbstabfertigung nach Artikel 15 untersagen oder gewisse Leistungsverpflichtungen verlangen.
10.
Der Zugang zu den Flughafeneinrichtungen im Sinn von Artikel 16 ist vom Flugplatzhalter sicherzustellen.
11.
Entscheidungen des Flugplatzhalters können nach den Artikeln 7 Absatz 2, 11 und 16 im Sinne von Artikel 21 dem BAZL vorgelegt werden, welches eine Ver­fügung erlässt.

Anhang 2 139

139 Eingefügt durch Ziff. II Abs. 2 der V vom 17. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3849).

(Art. 65b)

Zwingende Markierungen und Befeuerungen für registrierungspflichtige Luftfahrthindernisse

Kategorie von Objekten

Voraussetzung

Zwingende Markierungen und Befeuerungen

Antennen oder Masten

Höhe von 60 m und mehr

Markierung: Rot/weiss/rote Lackierung auf 30 % der Mastlänge von der Spitze abwärts
Befeuerung: Rote Niederleistungsfeuer auf der Spitze.

Bauprofile

Höhe von 60 m und mehr im bebauten Gebiet oder von 40 m und mehr im unbebauten Gebiet

Markierung: Rot/weiss/rote Lackierung auf 30 % der Mastlänge von der Spitze abwärts
Befeuerung: Rote Niederleistungsfeuer auf der Spitze.

Freileitungen (mit Ausnahme von Hochspannungs-Freilei­tungen gemäss Art. 63 Buchstabe a)

Höhe von 60 m und mehr

Markierung: Orange Kugeln positioniert am Anfang und am Ende sowie auf den Masten.

Hängebrücken

Höhe von 60 m und mehr im bebauten Gebiet oder von 40 m und mehr im unbebauten Gebiet

Markierung: Orange Kugeln positioniert am Anfang und Ende sowie auf den Zwischenstützen

Krane oder Kran­gruppen

Höhe von 60 m und mehr im bebauten Gebiet oder von 40 m und mehr im unbebauten Gebiet

Markierung: Orange Manschette oder Kugel jeweils auf der Spitze und den Auslegern
Befeuerung: Rote Niederleistungsfeuer auf der Spitze und den Auslegern.

Materialseilbahnen

Höhe von 60 m und mehr im bebauten Gebiet oder von 40 m und mehr im unbebauten Gebiet

Markierung: Orange Kugeln positioniert bei Tal- und Bergsta­tion sowie auf den diese Seilabschnitte betreffenden Zwischenstützen

Mobilkrane

Höhe von 60 m und mehr im bebauten Gebiet oder von 40 m und mehr im unbebauten Gebiet

Markierung: Orange Manschette oder Kugel auf der Spitze oder ein lackierter Rollenkopf
Befeuerung: Rote Niederleistungsfeuer auf der Spitze

Personenseilbahnen

Höhe von 60 m und mehr

Markierung: Orange Kugeln positioniert bei Tal- und Bergsta­tion sowie auf den diese Seilabschnitte betreffenden Zwischenstützen

Slacklines

Höhe von 40 m und mehr im unbebauten Gebiet

Markierung: Orange Kugeln positioniert am Anfang und Ende

Temporäre
Messmasten

Höhe von 60 m und mehr im bebauten Gebiet oder von 40 m und mehr im unbebauten Gebiet

Markierung: Rot/weiss/rote Lackierung auf 30 % der Mastlänge von der Spitze abwärts
Befeuerung: Rote Niederleistungsfeuer auf der Spitze.

Temporäre Seilkrane

Höhe von 60 m und mehr im bebauten Gebiet oder von 40 m und mehr im unbebauten Gebiet

Markierung: Orange Kugeln positioniert bei Tal- und Bergsta­tion sowie auf den Zwischenstützen, bei Ausserbetrieb Hängenlassen eines rot-weiss-rot markierten Fasses oder einer Kugel.

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