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Verordnung
über die berufsspezifischen Kompetenzen
für Gesundheitsberufe nach GesBG
(Gesundheitsberufekompetenzverordnung, GesBKV)

vom 13. Dezember 2019 (Stand am 1. Februar 2020)

Der Schweizerische Bundesrat,

gestützt auf die Artikel 5 und 32 des Gesundheitsberufegesetzes
vom 30. September 20161 (GesBG),

verordnet:

1

Art. 1 Gegenstand  

Die­se Ver­ord­nung re­gelt:

a.
die be­rufs­s­pe­zi­fi­schen Kom­pe­ten­zen, über die die Ab­sol­ven­tin­nen und Ab­sol­ven­ten ei­nes Stu­dien­gangs nach Ar­ti­kel 2 Ab­satz 2 Buch­sta­be a GesBG ver­fü­gen müs­sen;
b.
die pe­ri­odi­sche Über­prü­fung der be­rufs­s­pe­zi­fi­schen Kom­pe­ten­zen im Hin­blick auf ei­ne An­pas­sung an die Ent­wick­lun­gen in den Ge­sund­heits­be­ru­fen nach GesBG (Ge­sund­heits­be­ru­fe);
c.
den Er­lass von Ak­kre­di­tie­rungs­stan­dards zur Kon­kre­ti­sie­rung von Ar­ti­kel 7 Buch­sta­be c GesBG.
Art. 2 Bachelorstudiengang in Pflege  

Ab­sol­ven­tin­nen und Ab­sol­ven­ten ei­nes Ba­che­lor­stu­dien­gangs in Pfle­ge müs­sen fä­hig sein:

a.
die Ver­ant­wor­tung für den Pfle­ge­pro­zess von zu be­han­deln­den Per­so­nen al­ler Al­ters­grup­pen zu über­neh­men, mit de­ren An­ge­hö­ri­gen zu­sam­men­zu­ar­bei­ten und den ge­sam­ten Pfle­ge­pro­zess zu ko­or­di­nie­ren;
b.
kli­ni­sche Un­ter­su­chun­gen so­wie Ana­mne­sen durch­zu­füh­ren und ge­stützt dar­auf den Pfle­ge­be­darf zu er­he­ben und Pfle­ge­dia­gno­sen zu stel­len;
c.
mit den zu be­han­deln­den Per­so­nen und ih­ren An­ge­hö­ri­gen die Pfle­ge­zie­le fest­zu­le­gen und die pfle­ge­ri­schen In­ter­ven­tio­nen zu pla­nen und durch­zu­füh­ren;
d.
die pfle­ge­ri­schen In­ter­ven­tio­nen auf die ak­tu­el­len wis­sen­schaft­li­chen Er­kennt­nis­se im Fach­ge­biet ab­zu­stüt­zen und de­ren Wirk­sam­keit an­hand von Qua­li­täts­stan­dards zu über­prü­fen;
e.
bei Über­gän­gen zwi­schen ver­schie­de­nen Ver­sor­gungs­an­ge­bo­ten die Ver­sor­gungs­kon­ti­nui­tät zu ge­währ­leis­ten;
f.
die zu be­han­deln­den Per­so­nen so­wie ih­re An­ge­hö­ri­gen dar­in zu un­ter­stüt­zen, Funk­ti­ons­ein­schrän­kun­gen, Be­hin­de­run­gen und Krank­hei­ten vor­zu­beu­gen, die­se zu über­win­den oder da­mit um­zu­ge­hen;
g.
Kom­pli­ka­tio­nen vor­zu­beu­gen, sie recht­zei­tig zu er­ken­nen und bei ih­rem Auf­tre­ten ge­eig­ne­te Mass­nah­men ein­zu­lei­ten so­wie in Not­fall­si­tua­tio­nen le­bens­er­hal­ten­de Mass­nah­men zu er­grei­fen;
h.
mit zu be­han­deln­den Per­so­nen in prä­ven­ti­ven, the­ra­peu­ti­schen, re­ha­bi­li­ta­ti­ven oder pal­lia­ti­ven Si­tua­tio­nen und ih­ren An­ge­hö­ri­gen ei­ne per­so­nen­zen­trier­te und für­sorg­li­che Be­zie­hung ge­mä­ss pfle­ge­e­thi­schen Prin­zi­pi­en auf­zu­bau­en, die den Pfle­ge­pro­zess wirk­sam un­ter­stützt;
i.
fach­lich die Ver­ant­wor­tung für den Pfle­ge­pro­zess ge­gen­über An­ge­hö­ri­gen der ei­ge­nen Be­rufs­grup­pe mit an­de­ren Qua­li­fi­ka­tio­nen zu über­neh­men;
j.
For­schungs­be­darf im Be­reich der Pfle­ge­pra­xis zu er­ken­nen, sich an der Be­ant­wor­tung von For­schungs­fra­gen zu be­tei­li­gen und auf­grund ih­rer kli­ni­schen Er­fah­rung die wir­kungs­vol­le Um­set­zung der Er­kennt­nis­se in der Pfle­ge­pra­xis zu för­dern;
k.
das not­wen­di­ge pfle­ge­ri­sche Wis­sen zu be­han­deln­den Per­so­nen so­wie An­ge­hö­ri­gen der ei­ge­nen und an­de­rer Be­rufs­grup­pen wei­ter­zu­ge­ben, sie bei der Um­set­zung an­zu­lei­ten und in in­ter­pro­fes­sio­nel­len Teams die pfle­ge­spe­zi­fi­sche Sicht­wei­se ein­zu­brin­gen.
Art. 3 Bachelorstudiengang in Physiotherapie  

Ab­sol­ven­tin­nen und Ab­sol­ven­ten ei­nes Ba­che­lor­stu­dien­gangs in Phy­sio­the­ra­pie müs­sen fä­hig sein:

a.
fach­lich die Ver­ant­wor­tung für den phy­sio­the­ra­peu­ti­schen Pro­zess von zu be­han­deln­den Per­so­nen al­ler Al­ters­grup­pen zu über­neh­men und die phy­sio­the­ra­peu­ti­sche Ver­sor­gung zu ko­or­di­nie­ren;
b.
mit­tels Be­fra­gung und Tes­tung Funk­ti­ons-, Be­we­gungs- und Schmer­z­ana­ly­sen durch­zu­füh­ren und dar­aus die phy­sio­the­ra­peu­ti­schen Dia­gno­sen und Pro­gno­sen ab­zu­lei­ten;
c.
die phy­sio­the­ra­peu­ti­schen Zie­le ge­mein­sam mit den zu be­han­deln­den Per­so­nen und un­ter Be­rück­sich­ti­gung von de­ren Res­sour­cen fest­zu­le­gen;
d.
phy­sio­the­ra­peu­ti­sche Be­hand­lun­gen vor­zu­neh­men durch An­wen­dung von ma­nu­el­len Tech­ni­ken, Fa­zi­li­ta­ti­on von Be­we­gung und the­ra­peu­ti­schen Trai­nings­ele­men­ten;
e.
zu be­han­deln­de Per­so­nen mit aku­ten oder chro­ni­schen Be­ein­träch­ti­gun­gen bei der Ver­än­de­rung des Be­we­gungs­ver­hal­tens zu un­ter­stüt­zen, auch un­ter Ein­be­zug neu­er Tech­no­lo­gi­en;
f.
die phy­sio­the­ra­peu­ti­schen In­ter­ven­tio­nen auf wis­sen­schaft­li­che Er­kennt­nis­se ab­zu­stüt­zen und de­ren Wirk­sam­keit an­hand von Qua­li­täts­stan­dards zu über­prü­fen;
g.
mit­tels ver­ba­ler, non­ver­ba­ler und tak­ti­ler Kom­mu­ni­ka­ti­on so­wie mit­tels Be­ra­tung den phy­sio­the­ra­peu­ti­schen Pro­zess wirk­sam zu un­ter­stüt­zen;
h.
For­schungs­be­darfim Be­reich der Phy­sio­the­ra­pie zu er­ken­nen, sich an der Be­ant­wor­tung von For­schungs­fra­gen zu be­tei­li­gen und auf­grund ih­rer kli­ni­schen Er­fah­rung die wir­kungs­vol­le Um­set­zung der Er­kennt­nis­se in der Phy­sio­the­ra­pie­pra­xis zu för­dern;
i.
das not­wen­di­ge phy­sio­the­ra­peu­ti­sche Wis­sen so­wie Be­fun­de und de­ren In­ter­pre­ta­ti­on ad­äquat zu be­han­deln­den Per­so­nen so­wie An­ge­hö­ri­gen der ei­ge­nen und an­de­rer Be­rufs­grup­pen wei­ter­zu­ge­ben und in in­ter­pro­fes­sio­nel­len Teams die phy­sio­the­ra­peu­ti­sche Sicht­wei­se ein­zu­brin­gen.
Art. 4 Bachelorstudiengang in Ergotherapie  

Ab­sol­ven­tin­nen und Ab­sol­ven­ten ei­nes Ba­che­lor­stu­dien­gangs in Er­go­the­ra­pie müs­sen fä­hig sein:

a.
in der Ar­beit mit den zu be­han­deln­den Per­so­nen so­wie de­ren An­ge­hö­ri­gen fach­lich die Ver­ant­wor­tung für den er­go­the­ra­peu­ti­schen Pro­zess zu über­neh­men und die­sen zu ko­or­di­nie­ren;
b.
die für den er­go­the­ra­peu­ti­schen Pro­zess in­di­vi­du­ell und si­tua­tiv an­ge­mes­se­nen Be­fun­der­he­bungs- und In­ter­ven­ti­ons­me­tho­den ge­stützt auf ak­tu­el­le wis­sen­schaft­li­che Er­kennt­nis­se aus­zu­wäh­len und an­zu­wen­den;
c.
die Be­tä­ti­gun­gen der zu be­han­deln­den Per­so­nen im so­zia­len, kul­tu­rel­len, räum­li­chen, zeit­li­chen und in­sti­tu­tio­nel­len Kon­text zu ana­ly­sie­ren so­wie ent­spre­chen­de er­go­the­ra­peu­ti­sche Mass­nah­men zu er­grei­fen;
d.
die vor­han­de­nen Res­sour­cen zu er­fas­sen und zu nut­zen, Hilfs­mit­tel aus­zu­wäh­len und an­zu­pas­sen, das Um­feld zu ge­stal­ten und da­mit die Au­to­no­mie der zu be­han­deln­den Per­so­nen zu för­dern;
e.
nach für die Er­go­the­ra­pie gül­ti­gen Qua­li­täts­stan­dards zu han­deln und die Wirk­sam­keit ih­rer In­ter­ven­tio­nen zu über­prü­fen;
f.
mit den zu be­han­deln­den Per­so­nen ei­ne an­ge­mes­se­ne the­ra­peu­ti­sche Be­zie­hung auf­zu­bau­en und so zu kom­mu­ni­zie­ren, dass sie an der Ent­schei­dungs­fin­dung teil­ha­ben kön­nen;
g.
in in­ter­pro­fes­sio­nel­len Teams die er­go­the­ra­peu­ti­sche Sicht­wei­se ein­zu­brin­gen und sich für die be­tä­ti­gungs­re­le­van­ten Be­dürf­nis­se der zu be­han­deln­den Per­so­nen ein­zu­set­zen;
h.
For­schungs­be­darf im Be­reich der Er­go­the­ra­pie zu er­ken­nen, sich an der Be­ant­wor­tung von For­schungs­fra­gen zu be­tei­li­gen und auf­grund ih­rer kli­ni­schen Er­fah­rung die wir­kungs­vol­le Um­set­zung der Er­kennt­nis­se in der er­go­the­ra­peu­ti­schen Pra­xis zu för­dern;
i.
das not­wen­di­ge er­go­the­ra­peu­ti­sche Wis­sen zu be­han­deln­den Per­so­nen, de­ren Um­feld so­wie An­ge­hö­ri­gen der ei­ge­nen und an­de­rer Be­rufs­grup­pen wei­ter­zu­ge­ben und sie bei der Um­set­zung zu un­ter­stüt­zen.
Art. 5 Bachelorstudiengang in Hebamme  

Ab­sol­ven­tin­nen und Ab­sol­ven­ten ei­nes Ba­che­lor­stu­dien­gan­ges in Heb­am­me müs­sen fä­hig sein:

a.
in ih­rem Fach­ge­biet die Ver­ant­wor­tung für die Be­treu­ung, Be­ra­tung und Über­wa­chung von Frau, Kind und Fa­mi­lie wäh­rend Schwan­ger­schaft, Ge­burt, Wo­chen­bett und Still­zeit bis zum En­de des ers­ten Le­bens­jahrs des Kin­des zu über­neh­men und zu ko­or­di­nie­ren;
b.
den prä­kon­zep­tio­nel­len Ge­sund­heits­zu­stand der Frau und den pe­ri­na­ta­len Ge­sund­heits­zu­stand von Frau und Kind zu er­he­ben, in ih­rem Fach­be­reich Dia­gno­sen zu stel­len und die spe­zi­fi­schen In­ter­ven­tio­nen mit der Frau und ih­rer Fa­mi­lie zu de­fi­nie­ren, um­zu­set­zen und zu eva­lu­ie­ren;
c.
einen phy­sio­lo­gi­schen ge­burts­hilf­li­chen Ver­lauf zu lei­ten, die er­for­der­li­chen In­ter­ven­tio­nen ge­stützt auf ak­tu­el­le wis­sen­schaft­li­che Er­kennt­nis­se im Fach­ge­biet zu er­grei­fen und die­se zu über­wa­chen;
d.
Ab­wei­chun­gen vom phy­sio­lo­gi­schen ge­burts­hilf­li­chen Ver­lauf zu er­fas­sen, ei­ne Ri­si­koer­he­bung durch­zu­füh­ren, ge­sund­heits­er­hal­ten­de Mass­nah­men zu ver­ord­nen und bei Be­darf an­de­re Fach­per­so­nen bei­zu­zie­hen;
e.
bei Frau und Kind einen pa­tho­lo­gi­schen ge­burts­hilf­li­chen Ver­lauf, vor­be­ste­hen­de Krank­hei­ten so­wie psy­cho­so­zia­le Ri­si­ken zu er­fas­sen und in in­ter­pro­fes­sio­nel­ler Zu­sam­men­ar­beit die nö­ti­gen Mass­nah­men zu er­grei­fen;
f.
Not­fall­si­tua­tio­nen zu er­fas­sen, Prio­ri­tä­ten zu set­zen und die nö­ti­gen Mass­nah­men für Frau und Kind zu er­grei­fen und falls not­wen­dig da­für zu sor­gen, dass die­se Mass­nah­men im in­ter­pro­fes­sio­nel­len Team wei­ter­ge­führt wer­den;
g.
ei­ne be­darfs­ge­rech­te pe­ri­na­ta­le Be­treu­ung in In­sti­tu­tio­nen oder zu­hau­se zu ge­währ­leis­ten;
h.
die Wirk­sam­keit ih­rer In­ter­ven­tio­nen an­hand von Qua­li­täts­stan­dards zu über­prü­fen;
i.
durch per­so­nen­zen­trier­te Kom­mu­ni­ka­ti­on die Be­dürf­nis­se der be­trof­fe­nen Per­so­nen zu er­fas­sen, die­se fach­lich zu be­ra­ten und sich da­für ein­zu­set­zen, dass sie sich an der Ent­schei­dungs­fin­dung be­tei­li­gen kön­nen;
j.
For­schungs­be­darf im Be­reich der Heb­am­men­ge­burts­hil­fe zu er­ken­nen, sich an der Be­ant­wor­tung von For­schungs­fra­gen zu be­tei­li­gen und auf­grund ih­rer kli­ni­schen Er­fah­rung die wir­kungs­vol­le Um­set­zung der Er­kennt­nis­se in die Heb­am­men­pra­xis zu för­dern;
k.
heb­am­men­spe­zi­fi­sches Wis­sen Frau­en, Fa­mi­li­en so­wie An­ge­hö­ri­gen der ei­ge­nen und an­de­rer Be­rufs­grup­pen wei­ter­zu­ge­ben und in in­ter­pro­fes­sio­nel­len Teams die heb­am­men­spe­zi­fi­sche Sicht­wei­se ein­zu­brin­gen.
Art. 6 Bachelorstudiengang in Ernährung und Diätetik  

Ab­sol­ven­tin­nen und Ab­sol­ven­ten ei­nes Ba­che­lor­stu­dien­gan­ges in Er­näh­rung und Diä­te­tik müs­sen fä­hig sein:

a.
fach­lich die Ver­ant­wor­tung für den er­näh­rungs­be­ra­te­ri­schen und ‑the­ra­peu­ti­schen Pro­zess von zu be­han­deln­den Per­so­nen zu über­neh­men, mit de­ren An­ge­hö­ri­gen zu­sam­men­zu­ar­bei­ten und den ge­sam­ten Pro­zess zu ko­or­di­nie­ren;
b.
Ein­zel­per­so­nen, be­stimm­te Be­völ­ke­rungs­grup­pen so­wie Be­trie­be zu be­ra­ten und sie zu be­fä­hi­gen, ei­ne be­darfs­de­cken­de und ge­sund­heits­för­dern­de oder the­ra­peu­tisch an­ge­zeig­te Er­näh­rung um­zu­set­zen;
c.
ba­sie­rend auf der Ana­mne­se und der kli­ni­schen Un­ter­su­chung Er­näh­rungs­dia­gno­sen zu stel­len;
d.
die nö­ti­gen In­ter­ven­tio­nen un­ter Be­rück­sich­ti­gung von phy­sio­lo­gi­schen, pa­tho­phy­sio­lo­gi­schen, psy­cho­lo­gi­schen, so­zia­len Fak­to­ren so­wie des Ein­flus­ses von Le­bens­mit­teln und Er­näh­rungs­ge­wohn­hei­ten auf die Ge­sund­heit zu be­stim­men;
e.
auf die ak­tu­el­len wis­sen­schaft­li­chen Er­kennt­nis­se ab­ge­stütz­te Mass­nah­men zu ver­an­las­sen und Ein­zel­per­so­nen oder be­stimm­te Be­völ­ke­rungs­grup­pen an­zu­lei­ten, ihr Er­näh­rungs­ver­hal­ten den per­sön­li­chen Be­dürf­nis­sen und den the­ra­peu­ti­schen Er­for­der­nis­sen an­zu­pas­sen;
f.
die Wirk­sam­keit ih­rer Mass­nah­men an­hand von er­näh­rungs­spe­zi­fi­schen Qua­li­täts­stan­dards zu über­prü­fen;
g.
die ziel­grup­pen­ge­rech­te Ver­mitt­lung von Er­näh­rungs­in­for­ma­tio­nen durch ad­äqua­te Kom­mu­ni­ka­ti­on si­cher­zu­stel­len und Ein­zel­per­so­nen oder be­stimm­te Be­völ­ke­rungs­grup­pen da­bei an­zu­lei­ten, ge­sund­heit­lich vor­teil­haf­te Le­bens­mit­tel aus­zu­wäh­len;
h.
zu be­han­deln­den Per­so­nen in prä­ven­ti­ven, the­ra­peu­ti­schen, re­ha­bi­li­ta­ti­ven oder pal­lia­ti­ven Si­tua­tio­nen ei­ne per­so­nen­zen­trier­te Be­zie­hung ge­mä­ss ethi­schen Prin­zi­pi­en auf­zu­bau­en, die den er­näh­rungs­be­ra­te­ri­schen und ‑the­ra­peu­ti­schen Pro­zess wirk­sam un­ter­stützt;
i.
For­schungs­be­darf im Be­reich der Er­näh­rung und Diä­te­tik zu er­ken­nen, sich an der Be­ant­wor­tung von For­schungs­fra­gen zu be­tei­li­gen und auf­grund ih­rer kli­ni­schen Er­fah­rung die wir­kungs­vol­le Um­set­zung der Er­kennt­nis­se in der er­näh­rungs­be­ra­te­ri­schen und -the­ra­peu­ti­schen Pra­xis zu för­dern;
j.
er­näh­rungs­spe­zi­fi­sches Wis­sen An­ge­hö­ri­gen der ei­ge­nen und an­de­rer Be­rufs­grup­pen wei­ter­zu­ge­ben, sie bei der Um­set­zung im All­tag an­zu­lei­ten und in in­ter­pro­fes­sio­nel­len Teams die er­näh­rungs­spe­zi­fi­sche Sicht­wei­se ein­zu­brin­gen.
Art. 7 Bachelorstudiengang in Optometrie  

Ab­sol­ven­tin­nen und Ab­sol­ven­ten ei­nes Ba­che­lor­stu­dien­gangs in Op­to­me­trie müs­sen fä­hig sein:

a.
fach­lich die Ver­ant­wor­tung für die op­to­me­tri­sche Be­hand­lung zu über­neh­men und die op­to­me­tri­sche Ver­sor­gung zu ko­or­di­nie­ren;
b.
zu be­han­deln­de Per­so­nen mit Be­schwer­den, ob­jek­ti­ven Sym­pto­men oder spe­zi­fi­schen Be­dürf­nis­sen im Be­reich des vi­su­el­len Sys­tems als Erst­an­sprech­part­ne­rin und Erst­an­sprech­part­ner zu be­ra­ten und ge­ge­be­nen­falls zu ver­sor­gen;
c.
In­for­ma­tio­nen über den vi­su­el­len oder oku­lä­ren Sta­tus der zu be­han­deln­den Per­son zu er­he­ben, zu in­ter­pre­tie­ren und aus­ser­halb der phy­sio­lo­gi­schen Norm ste­hen­de Be­fun­de zu er­ken­nen;
d.
die Zu­sam­men­hän­ge von sys­te­mi­schen Er­kran­kun­gen mit der Au­gen­ge­sund­heit zu ver­ste­hen und Ver­än­de­run­gen am Seh­or­gan als Hin­wei­se auf sol­che zu er­ken­nen;
e.
für die Be­stim­mung des vi­su­el­len Sta­tus die ge­eig­ne­te Tech­nik und Me­tho­dik zu nut­zen, ge­ge­be­nen­falls un­ter An­wen­dung to­pi­scher dia­gno­s­ti­scher Oph­thal­mi­ka;
f.
ge­eig­ne­te Mass­nah­men wie Un­ter­su­chun­gen, Seh­hil­fen und an­de­re Hilfs­mit­tel, The­ra­pi­en oder ei­ne Über­wei­sung an die ent­spre­chen­de Spe­zia­lis­tin oder den ent­spre­chen­den Spe­zia­lis­ten zu emp­feh­len oder zu ver­ord­nen;
g.
Er­war­tun­gen, Ängs­te und Vor­stel­lun­gen der zu be­han­deln­den Per­so­nen zu er­fas­sen und sie so zu be­ra­ten, dass die­se die Mass­nah­men zur Er­hal­tung der Au­gen­ge­sund­heit oder die Ver­wen­dung von Seh­hil­fen im All­tag um­set­zen kön­nen;
h.
die Wirk­sam­keit ih­rer Mass­nah­men nach den für die Op­to­me­trie gül­ti­gen Qua­li­täts­stan­dards zu über­prü­fen;
i.
bei der Im­ple­men­tie­rung und Eva­lua­ti­on von Qua­li­täts­stan­dards der Op­to­me­trie, die sich auf die ak­tu­el­len wis­sen­schaft­li­chen Er­kennt­nis­se im Fach­ge­biet stüt­zen, mit­zu­ar­bei­ten und ent­spre­chend zu han­deln;
j.
op­to­me­trie­s­pe­zi­fi­sches Wis­sen An­ge­hö­ri­gen der ei­ge­nen und an­de­rer Be­rufs­grup­pen wei­ter­zu­ge­ben.
Art. 8 Masterstudiengang in Osteopathie  

Ab­sol­ven­tin­nen und Ab­sol­ven­ten ei­nes Mas­ter­stu­dien­gangs in Os­teo­pa­thie müs­sen fä­hig sein:

a.
fach­lich die Ver­ant­wor­tung für den os­teo­pa­thi­schen Pro­zess zu über­neh­men und ein Be­hand­lungs­pro­to­koll zu er­stel­len, das die ver­schie­de­nen bi­o­psy­cho­so­zia­len Aspek­te be­rück­sich­tigt;
b.
als Erst­ver­sor­ge­rin­nen und Erst­ver­sor­ger Ana­mne­sen und kli­ni­sche Un­ter­su­chun­gen durch­zu­füh­ren und dar­auf ba­sie­rend zu ent­schei­den, ob ei­ne os­teo­pa­thi­sche Dia­gno­se­stel­lung und Be­hand­lung an­ge­zeigt ist oder ob die zu be­han­deln­de Per­son an ei­ne an­de­re Fach­per­son ver­wie­sen wer­den muss;
c.
die Funk­ti­ons­fä­hig­kei­ten des Or­ga­nis­mus zu ana­ly­sie­ren, ei­ne os­teo­pa­thi­sche Dia­gno­se zu stel­len und den The­ra­pie­an­satz zu de­fi­nie­ren, der die struk­tu­rel­le und funk­tio­na­le In­te­gri­tät der zu be­han­deln­den Per­son stärkt oder ver­bes­sert, und die The­ra­pie um­zu­set­zen;
d.
den os­teo­pa­thi­schen Pro­zess mit­tels an­ge­mes­se­ner In­for­ma­ti­on über die ver­schie­de­nen os­teo­pa­thi­schen Ma­ni­pu­la­tio­nen und de­ren An­wen­dungs­be­reich zu er­läu­tern;
e.
mit­tels kla­rer und an­ge­pas­s­ter Kom­mu­ni­ka­ti­on ein part­ner­schaft­li­ches Ver­trau­ens­ver­hält­nis mit der zu be­han­deln­den Per­son auf­zu­bau­en, um den os­teo­pa­thi­schen Pro­zess wirk­sam zu un­ter­stüt­zen;
f.
die Wirk­sam­keit ih­rer Mass­nah­men nach den für die Os­teo­pa­thie gül­ti­gen Qua­li­täts­stan­dards zu über­prü­fen;
g.
For­schungs­be­darf im Be­reich der Os­teo­pa­thie zu er­ken­nen, sich an der Be­ant­wor­tung von For­schungs­fra­gen zu be­tei­li­gen und auf­grund ih­rer kli­ni­schen Er­fah­rung die wir­kungs­vol­le Um­set­zung der Er­kennt­nis­se in die os­teo­pa­thi­sche Pra­xis zu för­dern;
h.
os­teo­pa­thi­sches Wis­sen an­de­ren Be­rufs­grup­pen wei­ter­zu­ge­ben und in in­ter­pro­fes­sio­nel­len Teams die os­teo­pa­thie­s­pe­zi­fi­sche Sicht­wei­se ein­zu­brin­gen;
i.
aus­ge­hend von den auf der Grund­la­ge der ge­sell­schaft­li­chen Ent­wick­lung her­vor­ge­hen­den Be­dürf­nis­sen und den Da­ten der For­schung zur Wei­ter­ent­wick­lung des Be­rufs der Os­teo­pa­thin oder des Os­teo­pa­then bei­zu­tra­gen.
Art. 9 Periodische Überprüfung der berufsspezifischen Kompetenzen  

1 Das Bun­des­amt für Ge­sund­heit (BAG) über­prüft pe­ri­odisch, ob die be­rufs­s­pe­zi­fi­schen Kom­pe­ten­zen an die Ent­wick­lung in den Ge­sund­heits­be­ru­fen an­ge­passt wer­den müs­sen.

2 Es be­zieht das Staats­se­kre­ta­ri­at für Bil­dung, For­schung und In­no­va­ti­on (SBFI), die be­trof­fe­nen Hoch­schu­len und an­de­ren In­sti­tu­tio­nen des Hoch­schul­be­reichs ge­mä­ss dem Hoch­schul­för­de­rungs- und -ko­or­di­na­ti­ons­ge­setz vom 30. Sep­tem­ber 20112 so­wie die be­trof­fe­nen Or­ga­ni­sa­tio­nen der Ar­beits­welt in die in­halt­li­che Über­prü­fung ein.

3 Die Über­prü­fung er­folgt min­des­tens al­le zehn Jah­re ab In­kraft­tre­ten die­ser Ver­ord­nung. Sie kann durch das BAG oder die Stel­len nach Ab­satz 2 frü­her in­iti­iert wer­den, wenn die Ent­wick­lun­gen der Ge­sund­heits­ver­sor­gung oder der Be­rufs­pro­fi­le der Ge­sund­heits­be­ru­fe nach GesBG ei­ne An­pas­sung der be­rufs­s­pe­zi­fi­schen Kom­pe­ten­zen er­for­dern.

4 Der Be­richt über die Er­geb­nis­se der Über­prü­fung wird dem Bun­des­rat un­ter­brei­tet.

Art. 10 Akkreditierungsstandards  

1 Das Eid­ge­nös­si­sche De­par­te­ment des In­ne­ren kann Ak­kre­di­tie­rungs­stan­dards er­las­sen. Die­se kon­kre­ti­sie­ren na­ment­lich die in den Ar­ti­keln 2–8 auf­ge­führ­ten Kom­pe­ten­zen.

2 Es be­zieht vor­gän­gig den Hoch­schul­rat, den Schwei­ze­ri­schen Ak­kre­di­tie­rungs­rat, die Schwei­ze­ri­sche Agen­tur für Ak­kre­di­tie­rung und Qua­li­täts­si­che­rung und das SBFI ein.

Art. 11 Inkrafttreten  

Die­se Ver­ord­nung tritt am 1. Fe­bru­ar 2020 in Kraft.

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