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Bundesgesetz
über die Betäubungsmittel und die psychotropen Stoffe
(Betäubungsmittelgesetz, BetmG)1

vom 3. Oktober 1951 (Stand am 15. Mai 2021)

1Fassung des Tit. gemäss Ziff. I des BG vom 24. März 1995, in Kraft seit 1. Juli 1996 (AS 1996 1677; BBl 1994 III 1273).

Die Bundesversammlung der Schweizerischen Eidgenossenschaft,

gestützt auf die Artikel 118 und 123 der Bundesverfassung2,3
nach Einsicht in eine Botschaft des Bundesrates vom 9. April 19514,

beschliesst:

2 SR 101

3 Fassung gemäss Ziff. 7 des BG vom 19. März 2010 über die Umsetzung des Rahmenbeschlusses 2008/977/JI über den Schutz von Personendaten im Rahmen der polizeilichen und justiziellen Zusammenarbeit in Strafsachen, in Kraft seit 1. Dez. 2010 (AS 2010 3387; BBl 2009 6749).

4BBl 1951 I 829

1. Kapitel : Allgemeine Bestimmungen5

5Erlassgliederung sowie Nummerierung der Einschaltartikel und -abschnitte gemäss Ziff. I des BG vom 20. März 1975, in Kraft seit 1. Aug. 1975 (AS 1975 1220; BBl 1973 I 1348).

Art. 1 Zweck 6  

Die­ses Ge­setz soll:

a.
dem un­be­fug­ten Kon­sum von Be­täu­bungs­mit­teln und psy­cho­tro­pen Stof­fen vor­beu­gen, na­ment­lich durch För­de­rung der Ab­sti­nenz;
b.
die Ver­füg­bar­keit von Be­täu­bungs­mit­teln und psy­cho­tro­pen Stof­fen zu me­di­zi­ni­schen und wis­sen­schaft­li­chen Zwe­cken re­geln;
c.
Per­so­nen vor den ne­ga­ti­ven ge­sund­heit­li­chen und so­zia­len Fol­gen sucht­be­ding­ter Stö­run­gen der Psy­che und des Ver­hal­tens schüt­zen;
d.
die öf­fent­li­che Ord­nung und Si­cher­heit vor den Ge­fah­ren schüt­zen, die von Be­täu­bungs­mit­teln und psy­cho­tro­pen Stof­fen aus­ge­hen;
e.
kri­mi­nel­le Hand­lun­gen be­kämp­fen, die in en­gem Zu­sam­men­hang mit Be­täu­bungs­mit­teln und psy­cho­tro­pen Stof­fen ste­hen.

6Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. März 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2011 (AS 2009 2623, 2011 2559; BBl 2006 85738645).

Art. 1a Vier-Säulen-Prinzip 7  

1 Bund und Kan­to­ne se­hen in fol­gen­den vier Be­rei­chen Mass­nah­men vor (Vier-Säu­len-Prin­zip):

a.
Prä­ven­ti­on;
b.
The­ra­pie und Wie­der­ein­glie­de­rung;
c.
Scha­den­min­de­rung und Über­le­bens­hil­fe;
d.
Kon­trol­le und Re­pres­si­on.

2 Bund und Kan­to­ne be­rück­sich­ti­gen da­bei die An­lie­gen des all­ge­mei­nen Ge­sund­heits- und Ju­gend­schut­zes.

7Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 20. März 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2011 (AS 2009 2623, 2011 2559; BBl 2006 85738645).

Art. 1b Verhältnis zum Heilmittelgesetz 8  

Für Be­täu­bungs­mit­tel, die als Heil­mit­tel ver­wen­det wer­den, gel­ten die Be­stim­mun­gen des Heil­mit­tel­ge­set­zes vom 15. De­zem­ber 20009. Die Be­stim­mun­gen des vor­lie­gen­den Ge­set­zes sind an­wend­bar, so­weit das Heil­mit­tel­ge­setz kei­ne oder ei­ne we­ni­ger weit ge­hen­de Re­ge­lung trifft.

8Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 20. März 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2011 (AS 2009 2623, 2011 2559; BBl 2006 85738645).

9 SR 812.21

Art. 2 Begriffe 10  

Nach die­sem Ge­setz gel­ten als:

a.
Be­täu­bungs­mit­tel: ab­hän­gig­keits­er­zeu­gen­de Stof­fe und Prä­pa­ra­te der Wir­kungs­ty­pen Mor­phin, Ko­kain oder Can­na­bis, so­wie Stof­fe und Prä­pa­ra­te, die auf de­ren Grund­la­ge her­ge­stellt wer­den oder ei­ne ähn­li­che Wir­kung wie die­se ha­ben;
b.
psy­cho­tro­pe Stof­fe: ab­hän­gig­keits­er­zeu­gen­de Stof­fe und Prä­pa­ra­te, wel­che Am­phet­ami­ne, Bar­bi­tu­ra­te, Ben­zo­dia­ze­pi­ne oder Hal­lu­zi­no­ge­ne wie Ly­ser­gid oder Mes­ca­lin ent­hal­ten oder ei­ne ähn­li­che Wir­kung wie die­se ha­ben;
c.
Stof­fe: Roh­ma­te­ria­li­en wie Pflan­zen und Pil­ze oder Tei­le da­von so­wie che­misch her­ge­stell­te Ver­bin­dun­gen;
d.
Prä­pa­ra­te: ver­wen­dungs­fer­ti­ge Be­täu­bungs­mit­tel und psy­cho­tro­pe Stof­fe;
e.
Vor­läu­fer­stof­fe: Stof­fe, die kei­ne Ab­hän­gig­keit er­zeu­gen, die aber in Be­täu­bungs­mit­tel oder psy­cho­tro­pe Stof­fe über­führt wer­den kön­nen;
f.
Hilf­sche­mi­ka­li­en: Stof­fe, die der Her­stel­lung von Be­täu­bungs­mit­teln und psy­cho­tro­pen Stof­fen die­nen.

10Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. März 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2011 (AS 2009 2623, 2011 2559; BBl 2006 85738645).

Art. 2a Verzeichnis 11  

Das Eid­ge­nös­si­sche De­par­te­ment des In­nern führt ein Ver­zeich­nis der Be­täu­bungs­mit­tel, der psy­cho­tro­pen Stof­fe so­wie der Vor­läu­fer­stof­fe und der Hilf­sche­mi­ka­li­en. Es stützt sich hier­bei in der Re­gel auf die Emp­feh­lun­gen der zu­stän­di­gen in­ter­na­tio­na­len Or­ga­ni­sa­tio­nen.

11Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 20. März 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2011 (AS 2009 2623, 2011 2559; BBl 2006 85738645).

Art. 2b Regelung für psychotrope Stoffe 12  

So­weit das Ge­setz nichts an­de­res vor­sieht, gel­ten die Be­stim­mun­gen zu den Be­täu­bungs­mit­teln auch für die psy­cho­tro­pen Stof­fe.

12Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 20. März 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2011 (AS 2009 2623, 2011 2559; BBl 2006 85738645).

Art. 3 Erleichterte Kontrollmassnahmen 13  

1 Der Bun­des­rat kann Vor­läu­fer­stof­fe und Hilf­sche­mi­ka­li­en der Be­täu­bungs­mit­tel­kon­trol­le nach den Be­stim­mun­gen des 2. und 3. Ka­pi­tels un­ter­stel­len. Er kann ei­ne Be­wil­li­gungs­pflicht oder an­de­re we­ni­ger weit­ge­hen­de Über­wa­chungs­mass­nah­men vor­se­hen, wie die Iden­ti­fi­zie­rung des Kun­den, Buch­füh­rungs­pflich­ten und Aus­kunfts­pflich­ten. Er be­folgt da­bei in der Re­gel die Emp­feh­lun­gen der zu­stän­di­gen in­ter­na­tio­na­len Or­ga­ni­sa­tio­nen.14

2 Der Bun­des­rat kann Be­täu­bungs­mit­tel von den Kon­troll­mass­nah­men teil­wei­se und – in be­stimm­ter Kon­zen­tra­ti­on oder Men­ge – ganz aus­neh­men, wenn die zu­stän­di­gen in­ter­na­tio­na­len Or­ga­ni­sa­tio­nen (Ver­ein­te Na­tio­nen, Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on) die Be­frei­ung auf­grund ei­nes auch von der Schweiz ra­ti­fi­zier­ten Ab­kom­mens be­schlies­sen oder emp­feh­len.15

3 ...16

4 Für den Voll­zug von Ab­satz 1, ins­be­son­de­re für In­for­ma­ti­ons- und Be­ra­tungs­auf­ga­ben, kann der Bun­des­rat pri­va­te Or­ga­ni­sa­tio­nen bei­zie­hen.17

13Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 20. März 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2011 (AS 2009 2623, 2011 2559; BBl 2006 85738645).

14Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. März 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2011 (AS 2009 2623, 2011 2559; BBl 2006 85738645).

15Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. März 1975, in Kraft seit 1. Aug. 1975 (AS 1975 1220; BBl 1973 I 1348).

16Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. Dez. 1968 (AS 1970 9; BBl 1968 I 737). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 20. März 2008, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2011 (AS 2009 2623, 2011 2559; BBl 2006 85738645).

17Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 24. März 1995, in Kraft seit 1. Ju­li 1996 (AS 1996 1677; BBl 1994 III 1273).

Art. 3a18  

18Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 24. März 1995 (AS 1996 1677; BBl 1994 III 1273). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 20. März 2008, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2011 (AS 2009 2623, 2011 2559; BBl 2006 85738645).

1a. Kapitel: Prävention, Therapie und Schadenminderung1919

19Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 20. März 2008, in Kraft seit 1. Juli 2011 (AS 2009 2623, 2011 2559; BBl 2006 85738645).

1. Abschnitt: Prävention

Art. 3b Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen  

1 Die Kan­to­ne för­dern die Auf­klä­rung und Be­ra­tung zur Ver­hü­tung von sucht­be­ding­ten Stö­run­gen und de­ren ne­ga­ti­ven ge­sund­heit­li­chen und so­zia­len Fol­gen. Da­bei gilt ih­re be­son­de­re Auf­merk­sam­keit dem Schutz von Kin­dern und Ju­gend­li­chen. Sie sor­gen für ad­äqua­te Rah­men­be­din­gun­gen und schaf­fen die da­zu not­wen­di­gen Ein­rich­tun­gen oder un­ter­stüt­zen pri­va­te In­sti­tu­tio­nen, die den Qua­li­täts­an­for­de­run­gen ent­spre­chen.

2 Der Bund führt na­tio­na­le Pro­gram­me zur Prä­ven­ti­on durch und för­dert ins­be­son­de­re die Frü­her­fas­sung sucht­be­ding­ter Stö­run­gen; da­bei stellt er die An­lie­gen des Kin­der- und Ju­gend­schut­zes in den Vor­der­grund. Er sen­si­bi­li­siert die Öf­fent­lich­keit für die Sucht­pro­ble­ma­tik.

Art. 3c Meldebefugnis  

1 Amts­stel­len und Fach­leu­te im Er­zie­hungs-, So­zi­al-, Ge­sund­heits-, Jus­tiz- und Po­li­zei­we­sen kön­nen den zu­stän­di­gen Be­hand­lungs- oder So­zi­al­hil­fe­stel­len Fäl­le von vor­lie­gen­den oder dro­hen­den sucht­be­ding­ten Stö­run­gen, na­ment­lich bei Kin­dern und Ju­gend­li­chen, mel­den, wenn:

a.
sie die­se in ih­rer amt­li­chen oder be­ruf­li­chen Tä­tig­keit fest­ge­stellt ha­ben;
b.
ei­ne er­heb­li­che Ge­fähr­dung der Be­trof­fe­nen, ih­rer An­ge­hö­ri­gen oder der All­ge­mein­heit vor­liegt; und
c.
sie ei­ne Be­treu­ungs­mass­nah­me als an­ge­zeigt er­ach­ten.

2 Be­trifft ei­ne Mel­dung ein Kind oder einen Ju­gend­li­chen un­ter 18 Jah­ren, so muss auch der ge­setz­li­che Ver­tre­ter in­for­miert wer­den, so­fern nicht wich­ti­ge Grün­de da­ge­gen spre­chen.

3 Die Kan­to­ne be­zeich­nen fach­lich qua­li­fi­zier­te öf­fent­li­che oder pri­va­te Be­hand­lungs- oder So­zi­al­hil­fe­stel­len, die für die Be­treu­ung ge­mel­de­ter Per­so­nen, na­ment­lich ge­fähr­de­ter Kin­der oder Ju­gend­li­cher, zu­stän­dig sind.

4 Das Per­so­nal der zu­stän­di­gen Be­hand­lungs- oder So­zi­al­hil­fe­stel­len un­ter­steht dem Amts- und Be­rufs­ge­heim­nis nach den Ar­ti­keln 320 und 321 des Straf­ge­setz­bu­ches20.21

5 Amts­stel­len und Fach­leu­te nach Ab­satz 1, die er­fah­ren, dass ei­ne ih­nen an­ver­trau­te Per­son ge­gen Ar­ti­kel 19a ver­stos­sen hat, sind nicht zur An­zei­ge ver­pflich­tet.

20 SR 311.0

21 Be­rich­tigt von der Re­dak­ti­ons­kom­mis­si­on am 20. Fe­br. 2013, ver­öf­fent­licht am 4. April 2013 (AS 2013 973).

2. Abschnitt: Therapie und Wiedereingliederung

Art. 3d Betreuung und Behandlung  

1 Die Kan­to­ne sor­gen für die Be­treu­ung von Per­so­nen mit sucht­be­ding­ten Stö­run­gen, die ärzt­li­che oder psy­cho­so­zia­le Be­hand­lung oder für­sor­ge­ri­sche Mass­nah­men be­nö­ti­gen.

2 Die­se Be­hand­lun­gen er­fol­gen mit dem Ziel, die the­ra­peu­ti­sche und so­zia­le In­te­gra­ti­on von Per­so­nen mit sucht­be­ding­ten Stö­run­gen zu ge­währ­leis­ten, de­ren kör­per­li­che und psy­chi­sche Ge­sund­heit zu ver­bes­sern so­wie Be­din­gun­gen zu schaf­fen, die ein dro­gen­frei­es Le­ben er­mög­li­chen.

3 Die Kan­to­ne för­dern zu­dem die be­ruf­li­che und so­zia­le Wie­der­ein­glie­de­rung sol­cher Per­so­nen.

4 Sie schaf­fen die für die Be­hand­lung und die Wie­der­ein­glie­de­rung not­wen­di­gen Ein­rich­tun­gen oder un­ter­stüt­zen pri­va­te In­sti­tu­tio­nen, die den Qua­li­täts­an­for­de­run­gen ent­spre­chen.

5 Der Bun­des­rat er­lässt Emp­feh­lun­gen über die Grund­sät­ze zur Fi­nan­zie­rung von Sucht­the­ra­pi­en und Wie­der­ein­glie­de­rungs­mass­nah­men.

Art. 3e Betäubungsmittelgestützte Behandlung 22  

1 Für die Ver­schrei­bung, die Ab­ga­be und die Ver­ab­rei­chung von Be­täu­bungs­mit­teln zur Be­hand­lung von be­täu­bungs­mit­tel­ab­hän­gi­gen Per­so­nen braucht es ei­ne Be­wil­li­gung. Die Be­wil­li­gung wird von den Kan­to­nen er­teilt.

2 Der Bun­des­rat kann Rah­men­be­din­gun­gen fest­le­gen.

3 Für die he­ro­in­ge­stütz­te Be­hand­lung braucht es ei­ne Be­wil­li­gung des Bun­des. Der Bun­des­rat er­lässt be­son­de­re Be­stim­mun­gen. Er sorgt ins­be­son­de­re da­für, dass:

a.
He­ro­in nur be­täu­bungs­mit­tel­ab­hän­gi­gen Per­so­nen ver­schrie­ben wird, bei de­nen an­de­re Be­hand­lungs­for­men ver­sagt ha­ben oder de­ren Ge­sund­heits­zu­stand an­de­re Be­hand­lungs­for­men nicht zu­lässt;
b.
He­ro­in nur von spe­zia­li­sier­ten Ärz­ten in hier­für ge­eig­ne­ten Ein­rich­tun­gen ver­schrie­ben wird;
c.
Durch­füh­rung und Ver­lauf der he­ro­in­ge­stütz­ten Be­hand­lun­gen pe­ri­odisch über­prüft wer­den.

22 In Kraft seit 1. Jan. 2010 (AS 2009 2623).

Art. 3f Datenbearbeitung 23  

1 Die für den Voll­zug die­ses Ge­set­zes zu­stän­di­gen Be­hör­den und In­sti­tu­tio­nen sind be­rech­tigt, Per­so­nen­da­ten, be­son­ders schüt­zens­wer­te Per­so­nen­da­ten und Per­sön­lich­keitspro­fi­le zur Über­prü­fung der Vor­aus­set­zun­gen und des Ver­laufs der Be­hand­lung von be­täu­bungs­mit­tel­ab­hän­gi­gen Per­so­nen zu be­ar­bei­ten.

2 Sie ge­währ­leis­ten durch tech­ni­sche und or­ga­ni­sa­to­ri­sche Mass­nah­men den Schutz der Da­ten nach Ab­satz 1.

3 Der Bun­des­rat legt die Ein­zel­hei­ten fest, ins­be­son­de­re:

a.
die für die Da­ten­be­ar­bei­tung zu­stän­di­gen Be­hör­den und In­sti­tu­tio­nen;
b.
die zu be­ar­bei­ten­den Da­ten;
c.
die Da­ten­flüs­se;
d.
die Zu­griffs­be­rech­ti­gun­gen.

23 In Kraft seit 1. Jan. 2010 (AS 2009 2623).

3. Abschnitt: Schadenminderung und Überlebenshilfe

Art. 3g Aufgaben der Kantone  

Zur Ver­hin­de­rung oder Ver­min­de­rung von ge­sund­heit­li­chen und so­zia­len Schä­den bei Per­so­nen mit sucht­be­ding­ten Stö­run­gen tref­fen die Kan­to­ne Mass­nah­men zur Scha­den­min­de­rung und Über­le­bens­hil­fe. Sie schaf­fen die da­zu not­wen­di­gen Ein­rich­tun­gen oder un­ter­stüt­zen pri­va­te In­sti­tu­tio­nen, die den Qua­li­täts­an­for­de­run­gen ent­spre­chen.

Art. 3h Gefährdung des Verkehrs  

Be­fürch­tet ei­ne Amts­stel­le, dass ei­ne Per­son auf­grund sucht­be­ding­ter Stö­run­gen den Stras­sen-, Schiffs- oder Luft­ver­kehr ge­fähr­det, so hat sie die zu­stän­di­ge Be­hör­de zu be­nach­rich­ti­gen.

4. Abschnitt: Koordination, Forschung, Ausbildung und Qualitätssicherung

Art. 3i Dienstleistungen des Bundes  

1 Der Bund un­ter­stützt Kan­to­ne und pri­va­te Or­ga­ni­sa­tio­nen in den Be­rei­chen der Prä­ven­ti­on, der The­ra­pie und der Scha­den­min­de­rung mit Dienst­leis­tun­gen; er un­ter­stützt sie na­ment­lich:

a.
bei der Ko­or­di­na­ti­on, ein­sch­liess­lich An­ge­bots­pla­nung und -steue­rung;
b.
bei der Um­set­zung von Qua­li­täts­mass­nah­men und be­währ­ten In­ter­ven­ti­ons­mo­del­len.

2 Er in­for­miert sie über neue wis­sen­schaft­li­che Er­kennt­nis­se.

3 Er kann selbst er­gän­zen­de Mass­nah­men zur Ver­min­de­rung der Sucht­pro­ble­me tref­fen oder pri­va­te Or­ga­ni­sa­tio­nen mit de­ren Ver­wirk­li­chung be­trau­en.

Art. 3j Forschungsförderung  

Der Bund kann im Rah­men des For­schungs­ge­set­zes vom 7. Ok­to­ber 198324 wis­sen­schaft­li­che For­schung na­ment­lich in fol­gen­den Be­rei­chen för­dern:

a.
Wir­kungs­wei­se ab­hän­gig­keits­er­zeu­gen­der Stof­fe;
b.
Ur­sa­chen und Aus­wir­kun­gen sucht­be­ding­ter Stö­run­gen;
c.
prä­ven­ti­ve und the­ra­peu­ti­sche Mass­nah­men;
d.
Ver­hin­de­rung oder Ver­min­de­rung sucht­be­ding­ter Stö­run­gen;
e.
Wirk­sam­keit von Wie­der­ein­glie­de­rungs­mass­nah­men.

24 [AS 1984 28, 1992 1027Art. 19, 1993 901An­hang Ziff. 4 2080 An­hang Ziff. 9, 1996 99, 2000 1858, 2003 4265, 2004 4261, 2006 2197An­hang Ziff. 39, 2008 433, 2010 651, 2011 4497Ziff. I 1, 2012 3655Ziff. I 13, 20132639. AS 2013 4425Art. 57 Abs. 1]. Sie­he heu­te: das BG vom 14. Dez. 2012 über die För­de­rung der For­schung und der In­no­va­ti­on (SR 420.1).

Art. 3k Aus- und Weiterbildung  

Der Bund för­dert die Aus- und Wei­ter­bil­dung in den Be­rei­chen der Prä­ven­ti­on, The­ra­pie und Wie­der­ein­glie­de­rung so­wie Scha­den­min­de­rung und Über­le­bens­hil­fe.

Art. 3l Empfehlungen zur Qualitätssicherung  

Der Bund ent­wi­ckelt in Zu­sam­men­ar­beit mit den Kan­to­nen Emp­feh­lun­gen zur Qua­li­täts­si­che­rung in den Be­rei­chen der Prä­ven­ti­on, The­ra­pie und Wie­der­ein­glie­de­rung so­wie Scha­den­min­de­rung und Über­le­bens­hil­fe.

2. Kapitel: Herstellung, Abgabe, Bezug und Verwendung von Betäu­bungsmitteln

1. Abschnitt: Fabrikations- und Handelsfirmen

Art. 4 Bewilligung für Produktion und Handel 25  

1 Fir­men und Per­so­nen, die Be­täu­bungs­mit­tel an­bau­en, her­stel­len, ver­ar­bei­ten oder da­mit Han­del trei­ben, be­dür­fen ei­ner Be­wil­li­gung des Schwei­ze­ri­schen Heil­mit­tel­in­sti­tu­tes (In­sti­tut). Vor­be­hal­ten bleibt Ar­ti­kel 8.26

2 Die Vor­aus­set­zun­gen für die Er­tei­lung, das Er­lö­schen oder den Ent­zug der Be­wil­li­gung, eben­so de­ren Form, In­halt und Gül­tig­keits­dau­er re­gelt der Bun­des­rat.

25Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 20. März 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2011 (AS 2009 2623, 2011 2559; BBl 2006 85738645).

26Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. März 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2011 (AS 2009 2623, 2011 2559; BBl 2006 85738645).

Art. 5 Ein-, Aus- und Durchfuhr 27  

1 Je­de Ein- und Aus­fuhr von Be­täu­bungs­mit­teln, die der Kon­trol­le un­ter­lie­gen, be­darf ei­ner Be­wil­li­gung des In­sti­tuts.28 Die­se wird nach den in­ter­na­tio­na­len Ab­kom­men er­teilt. Ei­ne Aus­fuhr­be­wil­li­gung kann auch er­teilt wer­den, wenn sie nach die­sem Ge­setz und den in­ter­na­tio­na­len Ab­kom­men nicht er­for­der­lich ist, aber vom Be­stim­mungs­land ver­langt wird.29

1bis Der Bun­des­rat kann für die Ein- und Aus­fuhr von Be­täu­bungs­mit­teln durch kran­ke Rei­sen­de be­son­de­re Be­stim­mun­gen vor­se­hen. Das In­sti­tut kann be­son­ders schüt­zens­wer­te Per­so­nen­da­ten im Zu­sam­men­hang mit der Ein- und Aus­fuhr von Be­täu­bungs­mit­teln durch kran­ke Rei­sen­de be­ar­bei­ten, so­weit dies auf Grund in­ter­na­tio­na­ler Ab­kom­men not­wen­dig ist.30

2 Die Auf­sicht über die Durch­fuhr von Be­täu­bungs­mit­teln wird von der Zoll­ver­wal­tung in Ver­bin­dung mit dem In­sti­tut aus­ge­übt.

27Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 20. März 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2011 (AS 2009 2623, 2011 2559; BBl 2006 85738645).

28Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. März 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2011 (AS 2009 2623, 2011 2559; BBl 2006 85738645).

29Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. März 1975, in Kraft seit 1. Aug. 1975 (AS 1975 1220; BBl 1973 I 1348).

30 Ein­ge­fügt durch Art. 3 Ziff. 9 des BB vom 17. Dez. 2004 über die Ge­neh­mi­gung und die Um­set­zung der bi­la­te­ra­len Ab­kom­men zwi­schen der Schweiz und der EU über die As­so­zi­ie­rung an Schen­gen und an Du­blin, in Kraft seit 12. Dez. 2008 (AS 2008 4475405Art. 1 Bst. f; BBl 2004 5965).

Art. 6 Einschränkungen aufgrund internationaler Abkommen 31  

1 Der Bun­des­rat kann auf­grund in­ter­na­tio­na­ler Ab­kom­men den Be­wil­li­gungs­in­ha­bern An­bau, Her­stel­lung, Ein- und Aus­fuhr und Vor­rats­hal­tung von Be­täu­bungs­mit­teln un­ter­sa­gen.32

2 Er kann die Be­fug­nis zu der­ar­ti­gen Ver­fü­gun­gen un­ter Wah­rung sei­ner Ober­auf­sicht dem Eid­ge­nös­si­schen De­par­te­ment des In­nern über­tra­gen.

31Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 20. März 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2011 (AS 2009 2623, 2011 2559; BBl 2006 85738645).

32Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. März 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2011 (AS 2009 2623, 2011 2559; BBl 2006 85738645).

Art. 7 Rohmaterialien und Erzeugnisse mit betäubungsmittelähnlicher Wirkung 33  

1 Roh­ma­te­ria­li­en und Er­zeug­nis­se, von de­nen ver­mu­tet wer­den muss, dass sie ähn­lich wir­ken wie die Stof­fe und Prä­pa­ra­te nach Ar­ti­kel 2, dür­fen nur mit der Be­wil­li­gung des Eid­ge­nös­si­schen De­par­te­ments des In­nern und nach des­sen Be­din­gun­gen an­ge­baut, her­ge­stellt, ein- und aus­ge­führt, ge­la­gert, ver­wen­det oder in Ver­kehr ge­bracht wer­den.

2 Das In­sti­tut prüft, ob es sich bei den Roh­ma­te­ria­li­en und Er­zeug­nis­sen um einen Stoff oder ein Prä­pa­rat nach Ar­ti­kel 2 han­delt. Trifft dies zu, so sind Be­wil­li­gun­gen nach den Ar­ti­keln 4 und 5 er­for­der­lich.

3 Das Eid­ge­nös­si­sche De­par­te­ment des In­nern führt ein Ver­zeich­nis die­ser Stof­fe und Prä­pa­ra­te.

33Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. März 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2011 (AS 2009 2623, 2011 2559; BBl 2006 85738645).

Art. 8 Verbotene Betäubungsmittel 34  

1 Die fol­gen­den Be­täu­bungs­mit­tel dür­fen we­der an­ge­baut, ein­ge­führt, her­ge­stellt noch in Ver­kehr ge­bracht wer­den:35

a.
Raucho­pi­um und die bei sei­ner Her­stel­lung oder sei­nem Ge­brauch ent­ste­hen­den Rück­stän­de;
b.
Dia­ce­tyl­mor­phin und sei­ne Sal­ze;
c.
Hal­lu­zi­no­ge­ne wie Ly­ser­gid (LSD 25);
d.36
Be­täu­bungs­mit­tel des Wir­kungs­typs Can­na­bis.37

2 ...38

3 Der Bun­des­rat kann die Ein­fuhr, die Her­stel­lung und das In­ver­kehr­brin­gen wei­te­rer Be­täu­bungs­mit­tel un­ter­sa­gen, wenn in­ter­na­tio­na­le Ab­kom­men ih­re Her­stel­lung ver­bie­ten oder die wich­tigs­ten Fa­bri­ka­ti­ons­län­der auf die Her­stel­lung ver­zich­ten.39

4 All­fäl­li­ge Vor­rä­te ver­bo­te­ner Be­täu­bungs­mit­tel sind un­ter Auf­sicht der zu­stän­di­gen kan­to­na­len Be­hör­de in einen vom Ge­setz er­laub­ten Stoff über­zu­füh­ren oder in Er­man­ge­lung die­ser Mög­lich­keit zu ver­nich­ten.

5 Das Bun­des­amt für Ge­sund­heit kann für die Be­täu­bungs­mit­tel nach den Ab­sät­zen 1 und 3 Aus­nah­me­be­wil­li­gun­gen für den An­bau, die Ein­fuhr, die Her­stel­lung und das In­ver­kehr­brin­gen er­tei­len, wenn kein in­ter­na­tio­na­les Ab­kom­men ent­ge­gen­steht und die­se Be­täu­bungs­mit­tel der wis­sen­schaft­li­chen For­schung, der Arz­nei­mit­tel­ent­wick­lung oder der be­schränk­ten me­di­zi­ni­schen An­wen­dung die­nen.40

6 Für den An­bau von Be­täu­bungs­mit­teln nach den Ab­sät­zen 1 und 3, die als Wirk­stoff ei­nes zu­ge­las­se­nen Arz­nei­mit­tels die­nen, braucht es ei­ne Aus­nah­me­be­wil­li­gung des Bun­des­am­tes für Ge­sund­heit.41

7 Für die Ein­fuhr, die Her­stel­lung und das In­ver­kehr­brin­gen ei­nes Be­täu­bungs­mit­tels nach den Ab­sät­zen 1 und 3, das als Wirk­stoff ei­nes zu­ge­las­se­nen Arz­nei­mit­tels dient, braucht es ei­ne Be­wil­li­gung des In­sti­tuts ge­mä­ss Ar­ti­kel 4.42

8 Das Bun­des­amt für Ge­sund­heit kann Aus­nah­me­be­wil­li­gun­gen er­tei­len, so­weit die Stof­fe nach den Ab­sät­zen 1 und 3 Be­kämp­fungs­mass­nah­men die­nen.43

34Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 20. März 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2011 (AS 2009 2623, 2011 2559; BBl 2006 85738645).

35Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. März 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2011 (AS 2009 2623, 2011 2559; BBl 2006 85738645).

36Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. März 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2011 (AS 2009 2623, 2011 2559; BBl 2006 85738645).

37Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. März 1975, in Kraft seit 1. Aug. 1975 (AS 1975 1220; BBl 1973 I 1348).

38Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 20. März 1975, mit Wir­kung seit 1. Aug 1975 (AS 1975 1220; BBl 1973 I 1348).

39Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. März 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2011 (AS 2009 2623, 2011 2559; BBl 2006 85738645).

40Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. März 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2011 (AS 2009 2623, 2011 2559; BBl 2006 85738645).

41 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BB über die ärzt­li­che Ver­schrei­bung von He­ro­in vom 9. Okt. 1998 (AS 1998 2293; BBl 1998 1607). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. März 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2011 (AS 2009 2623, 2011 2559; BBl 2006 85738645).

42 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BB über die ärzt­li­che Ver­schrei­bung von He­ro­in vom 9. Okt. 1998 (AS 1998 2293; BBl 1998 1607). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. März 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2011 (AS 2009 2623, 2011 2559; BBl 2006 85738645).

43 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BB über die ärzt­li­che Ver­schrei­bung von He­ro­in vom 9. Okt. 1998 (AS 1998 2293; BBl 1998 1607). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. März 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2011 (AS 2009 2623, 2011 2559; BBl 2006 85738645).

Art. 8a Pilotversuche 44  

1 Das Bun­des­amt für Ge­sund­heit kann nach An­hö­rung der be­trof­fe­nen Kan­to­ne und Ge­mein­den wis­sen­schaft­li­che Pi­lot­ver­su­che mit Be­täu­bungs­mit­teln des Wir­kungs­typs Can­na­bis be­wil­li­gen:

a.
die ört­lich, zeit­lich und sach­lich be­grenzt sind;
b.
die es er­lau­ben, Er­kennt­nis­se dar­über zu ge­win­nen, wie sich neue Re­ge­lun­gen auf den Um­gang mit die­sen Be­täu­bungs­mit­teln zu nicht me­di­zi­ni­schen Zwe­cken aus­wir­ken und wie sich der ge­sund­heit­li­che Zu­stand der Teil­neh­mer ent­wi­ckelt;
c.
die so durch­ge­führt wer­den, dass der Ge­sund­heits- und Ju­gend­schutz, der Schutz der öf­fent­li­chen Ord­nung so­wie die öf­fent­li­che Si­cher­heit ge­währ­leis­tet sind; und
d.
in de­nen wenn mög­lich Can­na­bis­pro­duk­te ver­wen­det wer­den, die Schwei­zer Her­kunft sind und den Re­geln der Schwei­zer Bio­land­wirt­schaft ent­spre­chen.

2 Der Bun­des­rat re­gelt die Vor­aus­set­zun­gen für die Durch­füh­rung der Pi­lot­ver­su­che. Da­bei kann er von den Ar­ti­keln 8 Ab­sät­ze 1 Buch­sta­be d und 5, 11, 13, 19 Ab­satz 1 Buch­sta­be f und 20 Ab­satz 1 Buch­sta­ben d und e ab­wei­chen.

3 Be­täu­bungs­mit­tel des Wir­kungs­typs Can­na­bis, die im Rah­men der Pi­lot­ver­su­che ab­ge­ge­ben wer­den, sind von der Ta­bak­steu­er nach Ar­ti­kel 4 des Ta­bak­steu­er­ge­set­zes vom 21. März 196945 be­freit.

44 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BB über die ärzt­li­che Ver­schrei­bung von He­ro­in vom 9. Okt. 1998 (AS 1998 2293; BBl 1998 1607). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2020, in Kraft vom 15. Mai 2021 bis zum 14. Mai 2031 (AS 2021 216; BBl 2019 2529).

45 SR 641.31

2. Abschnitt: Medizinalpersonen

Art. 9  

1 Me­di­zi­nal­per­so­nen im Sin­ne der Heil­mit­tel­ge­setz­ge­bung46, die ih­re Tä­tig­keit ge­mä­ss dem Me­di­zi­nal­be­ru­fe­ge­setz vom 23. Ju­ni 200647 pri­vat­wirt­schaft­lich in ei­ge­ner fach­li­cher Ver­ant­wor­tung aus­üben oder fach­lich ei­gen­ver­ant­wort­lich im Dienst von Kan­to­nen oder Ge­mein­den tä­tig sind und über ei­ne ent­spre­chen­de kan­to­na­le Be­rech­ti­gung ver­fü­gen, so­wie ver­ant­wort­li­che Lei­ter von öf­fent­li­chen oder von Spi­talapo­the­ken kön­nen Be­täu­bungs­mit­tel oh­ne Be­wil­li­gun­gen be­zie­hen, la­gern, ver­wen­den und ab­ge­ben; aus­ge­nom­men sind Aus­nah­me­be­wil­li­gun­gen nach Ar­ti­kel 8. Kan­to­na­le Be­stim­mun­gen über die Selbst­dis­pen­sa­ti­on bei Ärz­ten, Zahn­ärz­ten so­wie Tierärz­ten blei­ben vor­be­hal­ten.48

2 Die Be­fug­nis nach Ab­satz 1 steht auch Me­di­zi­nal­per­so­nen und Stu­die­ren­den von uni­ver­si­tär­en Me­di­zi­nal­be­ru­fen zu, die mit Be­wil­li­gung der zu­stän­di­gen kan­to­na­len Be­hör­de ei­ne Me­di­zi­nal­per­son in ei­nem uni­ver­si­tär­en Me­di­zi­nal­be­ruf ver­tre­ten.49

2a ...50

3 ...51

4 Die Kan­to­ne kön­nen die Be­fug­nis der Zahn­ärz­te auf be­stimm­te Be­täu­bungs­mit­tel be­schrän­ken.

5 Die für aus­län­di­sche Heil­stät­ten in der Schweiz mass­ge­ben­den Ver­hält­nis­se re­geln die Kan­to­ne im Ein­ver­neh­men mit dem In­sti­tut.

46 Arz­nei­mit­tel-Be­wil­li­gungs­ver­ord­nung vom 14. Nov. 2018 (SR 812.212.1). Der Ver­weis wur­de in An­wen­dung von Art. 12 Abs. 2 des Pu­bli­ka­ti­ons­ge­set­zes vom 18. Ju­ni 2004 (SR 170.512) auf den 1. Jan. 2019 an­ge­passt.

47 SR 811.11

48Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 1 des BG vom 20. März 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 20155081, 2017 2703; BBl 20136205).

49Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. März 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2011 (AS 2009 2623, 2011 2559; BBl 2006 85738645).

50Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. Dez. 1968 (AS 1970 913; BBl 1968 I 737). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 20. März 2008, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2011 (AS 2009 2623, 2011 2559; BBl 2006 85738645).

51Auf­ge­ho­ben durch Ziff. II 1 des BG vom 20. März 2015, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2018 (AS 20155081, 2017 2703; BBl 20136205).

Art. 10  

1 In ei­ge­ner fach­li­cher Ver­ant­wor­tung tä­ti­ge Ärz­te und Tierärz­te im Sin­ne des Me­di­zi­nal­be­ru­fe­ge­set­zes vom 23. Ju­ni 200652 sind zum Ver­ord­nen von Be­täu­bungs­mit­teln be­fugt.53

2 Die auf Grund in­ter­na­tio­na­ler Ab­kom­men zur Be­rufs­aus­übung in den schwei­ze­ri­schen Grenz­ge­bie­ten be­rech­tig­ten aus­län­di­schen Ärz­te und Tierärz­te kön­nen die da­bei be­nö­tig­ten Be­täu­bungs­mit­tel ver­wen­den und ver­ord­nen; ent­spre­chen­de Re­zep­te sind von ei­ner Apo­the­ke des be­tref­fen­den Grenz­ge­bie­tes aus­zu­füh­ren.

3 Die wei­te­ren Vor­aus­set­zun­gen, un­ter de­nen ein von ei­nem aus­län­di­schen Arzt oder Tier­arzt aus­ge­stell­tes Re­zept über Be­täu­bungs­mit­tel in der Schweiz aus­ge­führt wer­den kann, be­stimmt der Bun­des­rat.

52 SR 811.11

53 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 5 des Ge­sund­heits­be­ru­fe­ge­set­zes vom 30. Sept. 2016, in Kraft seit 1. Fe­br. 2020 (AS 2020 57; BBl 2015 8715).

Art. 11  

1 Die Ärz­te und Tierärz­te sind ver­pflich­tet, Be­täu­bungs­mit­tel nur in dem Um­fan­ge zu ver­wen­den, ab­zu­ge­ben und zu ver­ord­nen, wie dies nach den an­er­kann­ten Re­geln der me­di­zi­ni­schen Wis­sen­schaf­ten not­wen­dig ist.

1bis Ärz­te und Tierärz­te, die als Arz­nei­mit­tel zu­ge­las­se­ne Be­täu­bungs­mit­tel für ei­ne an­de­re als die zu­ge­las­se­nen In­di­ka­tio­nen ab­ge­ben oder ver­ord­nen, müs­sen dies in­ner­halb von 30 Ta­gen den zu­stän­di­gen kan­to­na­len Be­hör­den mel­den. Sie ha­ben auf Ver­lan­gen der zu­stän­di­gen kan­to­na­len Be­hör­den al­le not­wen­di­gen An­ga­ben über Art und Zweck der Be­hand­lung zu ma­chen.54

2 Die Ab­sät­ze 1 und 1bis gel­ten auch für die Ver­wen­dung und Ab­ga­be von Be­täu­bungs­mit­teln durch Zahn­ärz­te.55

54Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 20. März 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2011 (AS 2009 2623, 2011 2559; BBl 2006 85738645).

55Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. März 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2011 (AS 2009 2623, 2011 2559; BBl 2006 85738645).

Art. 12  

1 Die Kan­to­ne kön­nen die Be­fug­nis­se nach Ar­ti­kel 9 für be­stimm­te Zeit oder dau­ernd ent­zie­hen, wenn die er­mäch­tig­te Me­di­zi­nal­per­son56 be­täu­bungs­mit­tel­ab­hän­gig ist oder ei­ne Wi­der­hand­lung nach den Ar­ti­keln 19–22 be­gan­gen hat.57

2 Der­ar­ti­ge Ver­fü­gun­gen gel­ten für das gan­ze Ge­biet der Eid­ge­nos­sen­schaft.

3 Ar­ti­kel 54 des Straf­ge­setz­bu­ches58 bleibt vor­be­hal­ten.

56Be­griff: Arz­nei­mit­tel-Be­wil­li­gungs­ver­ord­nung vom 14. Nov. 2018 (SR 812.212.1). Der Ver­weis wur­de in An­wen­dung von Art. 12 Abs. 2 des Pu­bli­ka­ti­ons­ge­set­zes vom 18. Ju­ni 2004 (SR 170.512) auf den 1. Jan. 2019 an­ge­passt.

57Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. März 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2011 (AS 2009 2623, 2011 2559; BBl 2006 85738645).

58SR 311.0

Art. 13  

In den Apo­the­ken darf die Ab­ga­be von Be­täu­bungs­mit­teln an das Pu­bli­kum nur auf ärzt­li­che oder tier­ärzt­li­che Ver­ord­nung hin er­fol­gen.

3. Abschnitt: Krankenanstalten und Institute

Art. 14  

1 Kran­ken­an­stal­ten kön­nen von der zu­stän­di­gen kan­to­na­len Be­hör­de die Be­wil­li­gung er­hal­ten, Be­täu­bungs­mit­tel nach Mass­ga­be des Be­darfs ih­res Be­trie­bes zu be­zie­hen, zu la­gern und zu ver­wen­den, so­fern für die La­ge­rung und die Ver­wen­dung ei­ne der in Ar­ti­kel 9 ge­nann­ten Per­so­nen ver­ant­wort­lich ist.

2 In­sti­tu­te, die der wis­sen­schaft­li­chen For­schung die­nen, kön­nen von der zu­stän­di­gen kan­to­na­len Be­hör­de die Be­wil­li­gung er­hal­ten, nach Mass­ga­be des Ei­gen­be­darfs Be­täu­bungs­mit­tel an­zu­bau­en, zu be­zie­hen, zu la­gern und zu ver­wen­den.59

3 Vor­be­hal­ten bleibt Ar­ti­kel 8.60

59Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. März 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2011 (AS 2009 2623, 2011 2559; BBl 2006 85738645).

60Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 20. März 1975, in Kraft seit 1. Aug. 1975 (AS 1975 1220; BBl 1973 I 1348).

Abschnitt 3a: Organisationen und Behörden61

61Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 18. Dez. 1968 (AS 1970 9; BBl 1968 I 737). Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 20. März 2008, in Kraft seit 1. Juli 2011 (AS 2009 2623, 2011 2559; BBl 2006 85738645).

Art. 14a  

1 Der Bun­des­rat kann na­tio­na­len oder in­ter­na­tio­na­len Or­ga­ni­sa­tio­nen wie je­nen des Ro­ten Kreu­zes, der Ver­ein­ten Na­tio­nen, ih­ren Spe­zial­or­ga­ni­sa­tio­nenso­wie na­tio­na­len In­sti­tu­tio­nen und Be­hör­den wie den Zoll- und Grenzwacht­or­ga­nenbe­wil­li­gen, Be­täu­bungs­mit­tel im Rah­men ih­rer Tä­tig­keit zu be­zie­hen, ein­zu­füh­ren, auf­zu­be­wah­ren, zu ver­wen­den, zu ver­ord­nen, ab­zu­ge­ben oder aus­zu­füh­ren.

1bis Die Kan­to­ne kön­nen kan­to­na­len Be­hör­den und Ge­mein­de­be­hör­den, na­ment­lich der Po­li­zei, Be­wil­li­gun­gen nach Ab­satz 1 er­tei­len.

2 Der Bun­des­rat und die Kan­to­ne kön­nen die von ih­nen er­teil­ten Be­wil­li­gun­gen für be­stimm­te Zeit oder dau­ernd ent­zie­hen, so­fern be­son­de­re Um­stän­de es er­for­dern.

4. Abschnitt: ... 62

62Aufgehoben durch Ziff. I des BG vom 20. März 2008, mit Wirkung seit 1. Juli 2011 (AS 2009 2623, 2011 2559; BBl 2006 85738645).

Art. 1563  

63Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 20. März 2008, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2011 (AS 2009 2623, 2011 2559; BBl 2006 85738645).

Art. 15a–15c64  

64Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 20. März 1975 (AS 1975 1220; BBl 1973 I 1348). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 20. März 2008, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2011 (AS 2009 2623, 2011 2559; BBl 2006 85738645).

3. Kapitel: Kontrolle

Art. 1665  

Für je­de Lie­fe­rung von Be­täu­bungs­mit­teln ist ein Lie­fer­schein zu er­stel­len und dem Emp­fän­ger mit der Wa­re zu über­ge­ben. Die Lie­fe­rung ist dem In­sti­tut mit se­pa­ra­ter Mel­dung mit­zu­tei­len. Aus­ge­nom­men ist die Ab­ga­be durch die da­zu be­fug­ten Me­di­zi­nal­per­so­nen66 zur Be­hand­lung von Per­so­nen und Tie­ren so­wie an die nicht selbst dis­pen­sie­ren­den Ärz­te im ei­ge­nen Kan­tons­ge­biet.

65Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. März 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2011 (AS 2009 2623, 2011 2559; BBl 2006 85738645).

66 Be­griff: Arz­nei­mit­tel-Be­wil­li­gungs­ver­ord­nung vom 14. Nov. 2018 (SR 812.212.1). Der Ver­weis wur­de in An­wen­dung von Art. 12 Abs. 2 des Pu­bli­ka­ti­ons­ge­set­zes vom 18. Ju­ni 2004 (SR 170.512) auf den 1. Jan. 2019 an­ge­passt.

Art. 17  

1 Die im Be­sit­ze ei­ner Be­wil­li­gung ge­mä­ss den Ar­ti­keln 4 und 14 Ab­satz 2 be­find­li­chen Fir­men, Per­so­nen und In­sti­tu­te sind ver­pflich­tet, über ih­ren ge­sam­ten Ver­kehr mit Be­täu­bungs­mit­teln lau­fend Buch zu füh­ren.67

2 Die in Ar­ti­kel 4 er­wähn­ten Fir­men und Per­so­nen ha­ben dem In­sti­tut68 je­weils auf Jah­res­en­de über ih­ren Ver­kehr mit Be­täu­bungs­mit­teln und die Vor­rä­te zu be­rich­ten.69

3 Fir­men und Per­so­nen, wel­che die Be­wil­li­gung zum An­bau, zur Her­stel­lung und zur Ver­ar­bei­tung von Be­täu­bungs­mit­teln be­sit­zen, ha­ben fer­ner dem In­sti­tut jähr­lich über den Um­fang der An­bau­flä­che und die Art und Men­gen der ge­won­ne­nen, her­ge­stell­ten und ver­ar­bei­te­ten Be­täu­bungs­mit­tel zu be­rich­ten.70

4 Die ge­mä­ss Ar­ti­kel 9 zum Be­zug, zur Ver­wen­dung und zur Ab­ga­be von Be­täu­bungs­mit­teln be­rech­tig­ten oder ge­mä­ss Ar­ti­kel 14 Ab­satz 1 da­für ver­ant­wort­li­chen Per­so­nen ha­ben sich über die Ver­wen­dung der be­zo­ge­nen Be­täu­bungs­mit­tel aus­zu­wei­sen.

5 Der Bun­des­rat er­lässt Be­stim­mun­gen über die Auf­be­wah­rung, Be­zeich­nung und An­prei­sung der Be­täu­bungs­mit­tel so­wie über die An­ga­ben in Pa­ckungs­pro­spek­ten.71

67Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. Dez. 1968, in Kraft seit 1. Jan. 1970 (AS 1970 913; BBl 1968 I 737).

68 Be­rich­tigt von der Re­dak­ti­ons­kom­mis­si­on der BVers [Art. 33 GVG – AS 19741051].

69 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 3 des Heil­mit­tel­ge­set­zes vom 15. Dez. 2000, in Kraft seit 1. Jan. 2002 (AS 2001 2790; BBl 1999 3453).

70Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. März 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2011 (AS 2009 2623, 2011 2559; BBl 2006 85738645).

71Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. Dez. 1968, in Kraft seit 1. Jan. 1970 (AS 1970 913; BBl 1968 I 737).

Art. 18  

1 Die der be­hörd­li­chen Kon­trol­le un­ter­ste­hen­den Fir­men, Per­so­nen, An­stal­ten und In­sti­tu­te ha­ben den Kon­troll­or­ga­nen die An­bau­flä­chen, Fa­bri­ka­ti­ons‑, Ver­kaufs- und La­ger­räu­me zu­gäng­lich zu ma­chen, die Be­stän­de an Be­täu­bungs­mit­teln und al­le da­zu­ge­hö­ren­den Be­le­ge vor­zu­wei­sen. Sie sind ge­hal­ten, je­der­zeit die von den Be­hör­den ver­lang­ten Aus­künf­te zu er­tei­len.72

2 Die Be­am­ten des Bun­des und der Kan­to­ne, de­nen die Kon­trol­le des Ver­kehrs mit Be­täu­bungs­mit­teln über­tra­gen ist, sind zur Ge­heim­hal­tung der da­bei ge­won­ne­nen Kennt­nis­se ver­pflich­tet. Die Ge­heim­hal­tungs­pflicht im Sin­ne von Ar­ti­kel 320 des Straf­ge­setz­bu­ches73 ist zeit­lich un­be­schränkt.

72Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. Dez. 1968, in Kraft seit 1. Jan. 1970 (AS 1970 913; BBl 1968 I 737).

73SR 311.0

3a. Kapitel: Datenschutz im Rahmen der Schengen-Assoziierungsabkommen74

74Eingefügt durch Art. 3 Ziff. 9 des BB vom 17. Dez. 2004 über die Genehmigung und die Umsetzung der bilateralen Abkommen zwischen der Schweiz und der EU über die Assoziierung an Schengen und an Dublin, in Kraft seit 12. Dez. 2008 (AS 2008 4475405Art. 1 Bst. f; BBl 2004 5965).

Art. 18a Bekanntgabe von Personendaten an einen Staat, der durch eines der Schengen-Assoziierungsabkommen gebunden ist  

Die Be­kannt­ga­be von Per­so­nen­da­ten an die zu­stän­di­gen Be­hör­den von Staa­ten, die durch ei­nes der Schen­gen-As­so­zi­ie­rungs­ab­kom­men75 ge­bun­den sind, wird der Be­kannt­ga­be von Per­so­nen­da­ten zwi­schen Bun­des­or­ga­nen gleich­ge­stellt.

75 Abk. vom 26. Okt. 2004 zwi­schen der Schwei­ze­ri­schen Eid­ge­nos­sen­schaft, der Eu­ro­päi­schen Uni­on und der Eu­ro­päi­schen Ge­mein­schaft über die As­so­zi­ie­rung die­ses Staa­tes bei der Um­set­zung, An­wen­dung und Ent­wick­lung des Schen­gen-Be­sitz­stands (SR 0.362.31); Abk. vom 28. April 2005 zwi­schen der Schwei­ze­ri­schen Eid­ge­nos­sen­schaft und dem Kö­nig­reich Dä­ne­mark über die Be­grün­dung von Rech­ten und Pflich­ten zwi­schen die­sen bei­den Staa­ten hin­sicht­lich der Schen­ge­ner Zu­sam­men­ar­beit (SR 0.362.33); Über­eink. vom 17. Dez. 2004 zwi­schen der Schwei­ze­ri­schen Eid­ge­nos­sen­schaft, der Re­pu­blik Is­land und dem Kö­nig­reich Nor­we­gen über die Um­set­zung, An­wen­dung und Ent­wick­lung des Schen­gen-Be­sitz­stands und über die Kri­te­ri­en und Ver­fah­ren zur Be­stim­mung des zu­stän­di­gen Staa­tes für die Prü­fung ei­nes in der Schweiz, in Is­land oder in Nor­we­gen ge­stell­ten Asy­lan­trags (SR 0.362.32); Prot. vom 28. Fe­br. 2008 zwi­schen der Schwei­ze­ri­schen Eid­ge­nos­sen­schaft, der Eu­ro­päi­schen Uni­on, der Eu­ro­päi­schen Ge­mein­schaft und dem Fürs­ten­tum Liech­ten­stein über den Bei­tritt des Fürs­ten­tums Liech­ten­stein zum Ab­kom­men zwi­schen der Schwei­ze­ri­schen Eid­ge­nos­sen­schaft, der Eu­ro­päi­schen Uni­on und der Eu­ro­päi­schen Ge­mein­schaft über die As­so­zi­ie­rung der Schwei­ze­ri­schen Eid­ge­nos­sen­schaft bei der Um­set­zung, An­wen­dung und Ent­wick­lung des Schen­gen-Be­sitz­stands (SR 0.362.311).

Art. 18b76  

76 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. 7 des BG vom 19. März 2010 über die Um­set­zung des Rah­men­be­schlus­ses 2008/977/JI über den Schutz von Per­so­nen­da­ten im Rah­men der po­li­zei­li­chen und jus­ti­zi­el­len Zu­sam­men­ar­beit in Strafsa­chen, mit Wir­kung seit 1. Dez. 2010 (AS 2010 3387; BBl 2009 6749).

Art. 18c Auskunftsrecht  

Das Aus­kunfts­recht rich­tet sich nach den Da­ten­schutz­be­stim­mun­gen des Bun­des oder der Kan­to­ne.77 Der In­ha­ber der Da­ten­samm­lung er­teilt auch Aus­kunft über die ver­füg­ba­ren An­ga­ben zur Her­kunft der Da­ten.

77 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. 7 des BG vom 19. März 2010 über die Um­set­zung des Rah­men­be­schlus­ses 2008/977/JI über den Schutz von Per­so­nen­da­ten im Rah­men der po­li­zei­li­chen und jus­ti­zi­el­len Zu­sam­men­ar­beit in Strafsa­chen, in Kraft seit 1. Dez. 2010 (AS 2010 3387; BBl 2009 6749).

Art. 18d und 18e78  

78 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. 7 des BG vom 19. März 2010 über die Um­set­zung des Rah­men­be­schlus­ses 2008/977/JI über den Schutz von Per­so­nen­da­ten im Rah­men der po­li­zei­li­chen und jus­ti­zi­el­len Zu­sam­men­ar­beit in Strafsa­chen, mit Wir­kung seit 1. Dez. 2010 (AS 2010 3387; BBl 2009 6749).

4. Kapitel: Strafbestimmungen

1. Abschnitt: Strafbare Handlungen 79

79 Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 28. Sept. 2012, in Kraft seit 1. Okt. 2013 (AS 2013 1451; BBl 2011 81958221).

Art. 1980  

1 Mit Frei­heits­s­tra­fe bis zu drei Jah­ren oder Geld­stra­fe wird be­straft, wer:

a.
Be­täu­bungs­mit­tel un­be­fugt an­baut, her­stellt oder auf an­de­re Wei­se er­zeugt;
b.
Be­täu­bungs­mit­tel un­be­fugt la­gert, ver­sen­det, be­för­dert, ein­führt, aus­führt oder durch­führt;
c.
Be­täu­bungs­mit­tel un­be­fugt ver­äus­sert, ver­ord­net, auf an­de­re Wei­se ei­nem an­dern ver­schafft oder in Ver­kehr bringt;
d.
Be­täu­bungs­mit­tel un­be­fugt be­sitzt, auf­be­wahrt, er­wirbt oder auf an­de­re Wei­se er­langt;
e.
den un­er­laub­ten Han­del mit Be­täu­bungs­mit­teln fi­nan­ziert oder sei­ne Fi­nan­zie­rung ver­mit­telt;
f.
öf­fent­lich zum Be­täu­bungs­mit­tel­kon­sum auf­for­dert oder öf­fent­lich ei­ne Ge­le­gen­heitzum Er­werb oder Kon­sum von Be­täu­bungs­mit­teln be­kannt gibt;
g.
zu ei­ner Wi­der­hand­lung nach den Buch­sta­ben a–f An­stal­ten trifft.

2 Der Tä­ter wird mit ei­ner Frei­heits­s­tra­fe nicht un­ter ei­nem Jahr, wo­mit ei­ne Geld­stra­fe ver­bun­den wer­den kann, be­straft, wenn er:

a.
weiss oder an­neh­men muss, dass die Wi­der­hand­lung mit­tel­bar oder un­mit­tel­bar die Ge­sund­heit vie­ler Men­schen in Ge­fahr brin­gen kann;
b.
als Mit­glied ei­ner Ban­de han­delt, die sich zur fort­ge­setz­ten Aus­übung des un­er­laub­ten Be­täu­bungs­mit­tel­han­dels zu­sam­men­ge­fun­den hat;
c.
durch ge­werbs­mäs­si­gen Han­del einen gros­sen Um­satz oder einen er­heb­li­chen Ge­winn er­zielt;
d.
in Aus­bil­dungs­stät­ten vor­wie­gend für Ju­gend­li­che oder in ih­rer un­mit­tel­ba­ren Um­ge­bung ge­werbs­mäs­sig Be­täu­bungs­mit­tel an­bie­tet, ab­gibt oder auf an­de­re Wei­se zu­gäng­lich macht.

3 Das Ge­richt kann in fol­gen­den Fäl­len die Stra­fe nach frei­em Er­mes­sen mil­dern:

a.
bei ei­ner Wi­der­hand­lung nach Ab­satz 1 Buch­sta­be g;
b.
bei ei­ner Wi­der­hand­lung nach Ab­satz 2, wenn der Tä­ter von Be­täu­bungs­mit­teln ab­hän­gig ist und die­se Wi­der­hand­lung zur Fi­nan­zie­rung des ei­ge­nen Be­täu­bungs­mit­tel­kon­sums hät­te die­nen sol­len.

4 Nach den Be­stim­mun­gen der Ab­sät­ze 1 und 2 ist auch straf­bar, wer die Tat im Aus­land be­gan­gen hat, sich in der Schweiz be­fin­det und nicht aus­ge­lie­fert wird, so­fern die Tat auch am Be­ge­hungs­ort straf­bar ist. Ist das Ge­setz des Be­ge­hungs­or­tes für den Tä­ter das mil­de­re, so ist die­ses an­zu­wen­den. Ar­ti­kel 6 des Straf­ge­setz­bu­ches81 ist an­wend­bar.

80Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. März 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2011 (AS 2009 2623, 2011 2559; BBl 2006 85738645).

81 SR 311.0

Art. 19bis82  

Mit Frei­heits­s­tra­fe bis zu drei Jah­ren oder Geld­stra­fe wird be­straft, wer ei­ner Per­son un­ter 18 Jah­ren oh­ne me­di­zi­ni­sche In­di­ka­ti­on Be­täu­bungs­mit­tel an­bie­tet, ab­gibt oder auf an­de­re Wei­se zu­gäng­lich macht.

82Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 20. März 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2011 (AS 2009 2623, 2011 2559; BBl 2006 85738645).

Art. 19a83  

1. Wer un­be­fugt Be­täu­bungs­mit­tel vor­sätz­lich kon­su­miert oder wer zum ei­ge­nen Kon­sum ei­ne Wi­der­hand­lung im Sin­ne von Ar­ti­kel 19 be­geht, wird mit Bus­se84 be­straft.

2. In leich­ten Fäl­len kann das Ver­fah­ren ein­ge­stellt oder von ei­ner Stra­fe ab­ge­se­hen wer­den. Es kann ei­ne Ver­war­nung aus­ge­spro­chen wer­den.

3. Un­ter­steht oder un­ter­zieht sich der Tä­ter we­gen Kon­sums von Be­täu­bungs­mit­teln ei­ner ärzt­lich be­auf­sich­tig­ten Be­treu­ung, so kann von ei­ner Straf­ver­fol­gung ab­ge­se­hen wer­den. Das Straf­ver­fah­ren wird durch­ge­führt, wenn sich der Tä­ter der Be­treu­ung oder der Be­hand­lung ent­zieht.

4. Ist der Tä­ter von Be­täu­bungs­mit­teln ab­hän­gig, so kann ihn der Rich­ter in ei­ne Heil­an­stalt ein­wei­sen. Ar­ti­kel 44 des Straf­ge­setz­bu­ches85 gilt sinn­ge­mä­ss.

83Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 20. März 1975, in Kraft seit 1. Aug. 1975 (AS 1975 1220; BBl 1973 I 1348).

84 Aus­druck ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des BG vom 13. Dez. 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 3459; BBl 19991979). Die­se Änd. ist im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.

85SR 311.0. Heu­te Art. 60 und 63.

Art. 19b86  

1 Wer nur ei­ne ge­ring­fü­gi­ge Men­ge ei­nes Be­täu­bungs­mit­tels für den ei­ge­nen Kon­sum vor­be­rei­tet oder zur Er­mög­li­chung des gleich­zei­ti­gen und ge­mein­sa­men Kon­sums ei­ner Per­son von mehr als 18 Jah­ren un­ent­gelt­lich ab­gibt, ist nicht straf­bar.

2 10 Gramm ei­nes Be­täu­bungs­mit­tels des Wir­kungs­typs Can­na­bis gel­ten als ge­ring­fü­gi­ge Men­ge.87

86Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 20. März 1975 (AS 1975 1220; BBl 1973 I 1348). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. März 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2011 (AS 2009 2623, 2011 2559; BBl 2006 85738645).

87 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 28. Sept. 2012, in Kraft seit 1. Okt. 2013 (AS 2013 1451; BBl 2011 81958221).

Art. 19c88  

Wer je­man­den zum un­be­fug­ten Be­täu­bungs­mit­tel­kon­sum vor­sätz­lich an­stif­tet oder an­zu­stif­ten ver­sucht, wird mit Bus­se be­straft.

88Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 20. März 1975, in Kraft seit 1. Aug. 1975 (AS 1975 1220; BBl 1973 I 1348).

Art. 2089  

1 Mit Frei­heits­s­tra­fe bis zu drei Jah­ren oder Geld­stra­fe wird be­straft, wer:

a.
ein Ge­such mit un­wah­ren An­ga­ben stellt, um sich oder ei­nem an­dern ei­ne Ein­fuhr-, Durch­fuhr- oder Aus­fuhr­be­wil­li­gung zu ver­schaf­fen;
b.
oh­ne Be­wil­li­gung Be­täu­bungs­mit­tel oder Stof­fe nach Ar­ti­kel 3 Ab­satz 1, für die er ei­ne schwei­ze­ri­sche Aus­fuhr­be­wil­li­gung be­sitzt, im In- oder Aus­land nach ei­nem an­de­ren Be­stim­mungs­ort um­lei­tet;
c.
Stof­fe und Prä­pa­ra­te nach Ar­ti­kel 7 oh­ne Be­wil­li­gung an­baut, her­stellt, ein- oder aus­führt, la­gert, ver­wen­det oder in Ver­kehr bringt;
d.
als Me­di­zi­nal­per­son90 Be­täu­bungs­mit­tel an­ders als nach Ar­ti­kel 11 oder 13 ver­wen­det oder ab­gibt;
e.
wer als Arzt oder Tier­arzt Be­täu­bungs­mit­tel an­ders als nach Ar­ti­kel 11 ver­schreibt.

2 Der Tä­ter wird mit ei­ner Frei­heits­s­tra­fe nicht un­ter ei­nem Jahr be­straft, wenn er durch ge­werbs­mäs­si­gen Han­del einen gros­sen Um­satz oder einen er­heb­li­chen Ge­winn er­zielt. Die Frei­heits­s­tra­fe kann mit ei­ner Geld­stra­fe ver­bun­den wer­den.

89Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. März 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2011 (AS 2009 2623, 2011 2559; BBl 2006 85738645).

90 Be­griff: Arz­nei­mit­tel-Be­wil­li­gungs­ver­ord­nung vom 14. Nov. 2018 (SR 812.212.1). Der Ver­weis wur­de in An­wen­dung von Art. 12 Abs. 2 des Pu­bli­ka­ti­ons­ge­set­zes vom 18. Ju­ni 2004 (SR 170.512) auf den 1. Jan. 2019 an­ge­passt.

Art. 2191  

1 Mit Frei­heits­s­tra­fe bis zu drei Jah­ren oder Geld­stra­fe wird be­straft, wer vor­sätz­lich:

a.
die Mel­dun­gen nach den Ar­ti­keln 11 Ab­satz 1bis, 16 und 17 Ab­satz 1 nicht macht, die vor­ge­schrie­be­nen Lie­fer­schei­ne und Be­täu­bungs­mit­tel­kon­trol­len nicht er­stellt oder dar­in falsche An­ga­ben macht oder An­ga­ben, die er hät­te ma­chen sol­len, ein­zu­tra­gen un­ter­lässt;
b.
von Lie­fer­schei­nen oder Be­täu­bungs­mit­tel­kon­trol­len Ge­brauch macht, die falsche oder un­voll­stän­di­ge An­ga­ben ent­hal­ten.

2 Der Tä­ter wird mit Bus­se be­straft, wenn er fahr­läs­sig han­delt.

91Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. März 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2011 (AS 2009 2623, 2011 2559; BBl 2006 85738645).

Art. 2292  

Mit Bus­se wird be­straft, wer vor­sätz­lich oder fahr­läs­sig:

a.
sei­ne Sorg­falts­pflich­ten als zum Ver­kehr mit Be­täu­bungs­mit­teln be­rech­tig­te Per­son nicht er­füllt;
b.
ge­gen die Be­stim­mun­gen zur Wer­bung und In­for­ma­ti­on für Be­täu­bungs­mit­tel ver­stösst;
c.
La­ge­rungs- und Auf­be­wah­rungs­pflich­ten ver­letzt;
d.
ge­gen ei­ne Aus­füh­rungs­vor­schrift des Bun­des­ra­tes oder des zu­stän­di­gen De­par­te­men­tes, de­ren Über­tre­tung für straf­bar er­klärt wird, oder ge­gen ei­ne un­ter Hin­weis auf die Straf­dro­hung die­ses Ar­ti­kels an ihn ge­rich­te­te Ver­fü­gung ver­stösst.

92Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. März 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2011 (AS 2009 2623, 2011 2559; BBl 2006 85738645).

Art. 2393  

1 Be­geht ein mit dem Voll­zug die­ses Ge­set­zes be­auf­trag­ter Be­am­ter vor­sätz­lich ei­ne Wi­der­hand­lung nach den Ar­ti­keln 19–22, so wird die Stra­fe an­ge­mes­sen er­höht.

2 Der Be­am­te, der mit der Be­kämp­fung des un­er­laub­ten Be­täu­bungs­mit­tel­ver­kehrs be­auf­tragt ist und zu Er­mitt­lungs­zwe­cken sel­ber ein An­ge­bot von Be­täu­bungs­mit­teln an­nimmt, bleibt straf­los, auch wenn er sei­ne Iden­ti­tät und Funk­ti­on nicht be­kannt gibt.94

93Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. März 1975, in Kraft seit 1. Aug. 1975 (AS 1975 1220; BBl 1973 I 1348).

94 Fas­sung ge­mä­ss Art. 24 Ziff. 2 des BG vom 20. Ju­ni 2003 über die ver­deck­te Er­mitt­lung, in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 20041409; BBl 1998 4241).

Art. 2495  

1 In der Schweiz lie­gen­de un­recht­mäs­si­ge Ver­mö­gens­vor­tei­le ver­fal­len dem Staat auch dann, wenn die Tat im Aus­land be­gan­gen wor­den ist. Be­steht kein Ge­richts­stand nach Ar­ti­kel 32 der Straf­pro­zess­ord­nung vom 5. Ok­to­ber 200796 (StPO), so ist zur Ein­zie­hung der Kan­ton zu­stän­dig, in dem die Ver­mö­gens­wer­te lie­gen.97

2 Die zu­stän­di­gen Be­hör­den ver­wah­ren die ih­nen bei der Aus­füh­rung des Ge­set­zes zu­ge­hen­den Be­täu­bungs­mit­tel und sor­gen für de­ren Ver­wer­tung oder Ver­nich­tung.98

95Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. März 1975, in Kraft seit 1. Aug. 1975 (AS 1975 1220; BBl 1973 I 1348).

96 SR 312.0

97 Fas­sung des zwei­ten Sat­zes ge­mä­ss An­hang 1 Ziff. II 27 der Straf­pro­zess­ord­nung vom 5. Okt. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 1881; BBl 2006 1085).

98Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 20. März 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2011 (AS 2009 2623, 2011 2559; BBl 2006 85738645).

Art. 2599  

99Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 20. März 1975, mit Wir­kung seit 1. Aug. 1975 (AS 1975 1220; BBl 1973 1348).

Art. 26  

Die all­ge­mei­nen Be­stim­mun­gen des Straf­ge­setz­bu­ches100 fin­den in­so­weit An­wen­dung, als die­ses Ge­setz nicht selbst Be­stim­mun­gen auf­stellt.

Art. 27101  

1 Die be­son­de­ren Be­stim­mun­gen des Straf­ge­setz­bu­ches102 und die Be­stim­mun­gen des Le­bens­mit­tel­ge­set­zes vom 20. Ju­ni 2014103 blei­ben vor­be­hal­ten.104

2Bei un­be­fug­ter Ein­fuhr, Aus­fuhr oder Durch­fuhr von Be­täu­bungs­mit­teln nach Ar­ti­kel 19 fin­den die Straf­be­stim­mun­gen des Zoll­ge­set­zes vom 18. März 2005105 und der Ver­ord­nung vom 29. März 2000106 zum Bun­des­ge­setz über die Mehr­wert­steu­er kei­ne An­wen­dung.

101Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. März 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2011 (AS 2009 2623, 2011 2559; BBl 2006 85738645).

102 SR 311.0

103 SR 817.0

104 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 4 des Le­bens­mit­tel­ge­set­zes vom 20. Ju­ni 2014, in Kraft seit 1. Mai 2017 (AS 2017 249; BBl 2011 5571).

105 SR 631.0

106 [AS 2000 1347, 2001 3294Ziff. II 4, 20045387, 2006 23534705Ziff. II 45, 2007 1469An­hang 4 Ziff. 24 6657 An­hang Ziff. 9. AS 2009 6743Art. 163]. Sie­he heu­te: die Mehr­wert­steu­er­ver­ord­nung vom 27. Nov. 2009 (SR 641.201).

2. Abschnitt: Strafverfolgung 107

107 Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 28. Sept. 2012 (AS 2013 1451; BBl 2011 81958221). Fassung gemäss Anhang Ziff. II 3 des Ordnungsbussengesetzes vom 18. März 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2020 (AS 2017 6559, 2019 527; BBl 2015 959).

Art. 28108  

1 Die Straf­ver­fol­gung ist Sa­che der Kan­to­ne.

2 Die Ar­ti­kel 6 und 7 des Bun­des­ge­set­zes vom 22. März 1974109 über das Ver­wal­tungs­straf­recht gel­ten auch bei der Straf­ver­fol­gung durch kan­to­na­le Be­hör­den.

3 Ur­tei­le, Straf­be­schei­de und Ein­stel­lungs­be­schlüs­se in Fäl­len nach Ar­ti­kel 19 Ab­satz 2 sind so­fort nach ih­rem Er­lass in voll­stän­di­ger Aus­fer­ti­gung dem Bun­des­amt für Po­li­zei mit­zu­tei­len, so­fern die An­kla­ge ei­ne un­be­ding­te Frei­heits­s­tra­fe be­an­tragt hat.

108Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. März 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2011 (AS 2009 2623, 2011 2559; BBl 2006 85738645).

109 SR 313.0

Art. 28a110  

Wi­der­hand­lun­gen nach den Ar­ti­keln 20–22, wel­che im Voll­zugs­be­reich des Bun­des von der zu­stän­di­gen Bun­des­be­hör­de fest­ge­stellt wer­den, wer­den von die­ser ver­folgt und be­ur­teilt. Für das Ver­fah­ren gilt das Bun­des­ge­setz vom 22. März 1974111 über das Ver­wal­tungs­straf­recht.

110Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 20. März 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2011 (AS 2009 2623, 2011 2559; BBl 2006 85738645).

111 SR313.0

Art. 28b–28l112  

112 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 28. Sept. 2012 (AS 2013 1451; BBl 2011 81958221). Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. II 3 des Ord­nungs­bus­sen­ge­set­zes vom 18. März 2016, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2020 (AS 2017 6559, 2019 527; BBl 2015 959).

5. Kapitel: Aufgaben der Kantone und des Bundes113

113Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 20. März 2008, in Kraft seit 1. Juli 2011 (AS 2009 2623, 2011 2559; BBl 2006 85738645).

1. Abschnitt: Aufgaben des Bundes

Art. 29  

1 Der Bund übt die Ober­auf­sicht über den Voll­zug des Ge­set­zes aus.

2 Er übt die Kon­trol­le an der Gren­ze (Ein-, Durch- und Aus­fuhr) so­wie in den Zoll­la­gern und Zoll­frei­la­gern aus.

3 Bund und Kan­to­ne ar­bei­ten zur Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben nach die­sem Ge­setz zu­sam­men und stim­men ih­re Mass­nah­men auf­ein­an­der ab. Sie kön­nen wei­te­re be­trof­fe­ne Or­ga­ni­sa­tio­nen ein­be­zie­hen.

4 Der Bun­des­rat er­nennt ei­ne Fach­kom­mis­si­on114, wel­che ihn in Fra­gen der Sucht­pro­ble­ma­tik berät.

114 Die Be­zeich­nung der Kom­mis­si­on wur­de in An­wen­dung von Art. 20 Abs. 2 der Pu­bli­ka­ti­ons­ver­ord­nung vom 7. Okt. 2015 (SR 170.512.1) auf den 1. Fe­br. 2019 an­ge­passt.

Art. 29a  

1 Das Bun­des­amt für Ge­sund­heit sorgt für die wis­sen­schaft­li­che Eva­lua­ti­on der Mass­nah­men nach die­sem Ge­setz. Es kann die nach Ar­ti­kel 3f be­schaff­ten Da­ten in an­ony­mi­sier­ter Form dem Bun­des­amt für Sta­tis­tik zur Aus­wer­tung und Ver­öf­fent­li­chung über­mit­teln.

2 Das Eid­ge­nös­si­sche De­par­te­ment des In­nern er­stat­tet nach Ab­schluss wich­ti­ger Eva­lua­tio­nen dem Bun­des­rat und den zu­stän­di­gen Kom­mis­sio­nen der Bun­des­ver­samm­lung Be­richt über die Re­sul­ta­te und un­ter­brei­tet Vor­schlä­ge für das wei­te­re Vor­ge­hen.

3 Das Bun­des­amt für Ge­sund­heit un­ter­hält ei­ne Do­ku­men­ta­ti­ons-, In­for­ma­ti­ons- und Ko­or­di­na­ti­ons­stel­le.

4 Das In­sti­tut er­stat­tet Be­richt nach den in­ter­na­tio­na­len Ab­kom­men.

Art. 29b  

1 Im Be­reich der Be­kämp­fung des un­er­laub­ten Be­täu­bungs­mit­tel­ver­kehrs er­füllt das Bun­des­amt für Po­li­zei die Auf­ga­ben ei­nes na­tio­na­len Ana­ly­se-, Ko­or­di­na­ti­ons- und Er­mitt­lungs­zen­trums nach dem Bun­des­ge­setz vom 7. Ok­to­ber 1994115 über kri­mi­nal­po­li­zei­li­che Zen­tral­stel­len des Bun­des.

2 Es hat fol­gen­de Auf­ga­ben:

a.
Es wirkt bei der Be­kämp­fung des un­er­laub­ten Be­täu­bungs­mit­tel­ver­kehrs durch Be­hör­den an­de­rer Staa­ten im Rah­men der be­ste­hen­den Rechts­hil­fe­vor­schrif­ten und der Rechts­übung mit.
b.
Es sam­melt die Un­ter­la­gen, die ge­eig­net sind, Wi­der­hand­lun­gen ge­gen die­ses Ge­setz zu ver­hin­dern und die Ver­fol­gung Fehl­ba­rer zu er­leich­tern.
c.
Es sorgt für die Ver­bin­dung mit:
1.
den ent­spre­chen­den Dienstzwei­gen der Bun­des­ver­wal­tung (Bun­des­amt für Ge­sund­heit, Ober­zoll­di­rek­ti­on);
2.116
der Schwei­ze­ri­schen Post,
3.
dem Dienst für Be­son­de­re Auf­ga­ben (EJPD);
4.
den Po­li­zei­be­hör­den der Kan­to­ne;
5.
den Zen­tral­stel­len der an­de­ren Län­der;
6.
der In­ter­na­tio­na­len kri­mi­nal­po­li­zei­li­chen Or­ga­ni­sa­ti­on In­ter­pol.

3 Zoll- und Grenzwacht­or­ga­ne mel­den dem Bun­des­amt für Po­li­zei Wi­der­hand­lun­gen ge­gen die­ses Ge­setz zwecks Wei­ter­lei­tung an die aus­län­di­schen und in­ter­na­tio­na­len Be­hör­den; sie in­for­mie­ren auch die Kan­to­ne.

4 Für die Be­weis­er­he­bung im Zu­sam­men­hang mit der in­ter­na­tio­na­len Rechts­hil­fe in Be­täu­bungs­mit­tel­strafsa­chen sind die ent­spre­chen­den Be­stim­mun­gen der Straf­pro­zess­ord­nung vom 5. Ok­to­ber 2007117 an­wend­bar.

115 SR 360

116 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 5 des Post­ge­set­zes vom 17. Dez. 2010, in Kraft seit 1. Okt. 2012 (AS 2012 4993; BBl 2009 5181).

117 SR 312.0

Art. 29c  

1 Der Bun­des­rat be­zeich­net ein na­tio­na­les Re­fe­renz­la­bor; die­ses forscht, in­for­miert und ko­or­di­niert im ana­ly­ti­schen, phar­ma­zeu­ti­schen und kli­nisch-phar­ma­ko­lo­gi­schen Be­reich der Be­täu­bungs­mit­tel und der Stof­fe nach den Ar­ti­keln 2, 3 Ab­satz 1 und 7 Ab­satz 3.

2 Der Bun­des­rat be­zeich­net ei­ne na­tio­na­le Be­ob­ach­tungs­stel­le zur Über­wa­chung der Sucht­pro­ble­ma­tik. Die­se sam­melt, ana­ly­siert und in­ter­pre­tiert sta­tis­ti­sche Da­ten. Sie ar­bei­tet mit den Kan­to­nen und den in­ter­na­tio­na­len Or­ga­ni­sa­tio­nen zu­sam­men.

3 Der Bund kann Drit­te mit ein­zel­nen Auf­ga­ben zur Er­for­schung, In­for­ma­ti­on und Ko­or­di­na­ti­on und zur Über­wa­chung der Sucht­pro­ble­ma­tik nach den Ab­sät­zen 1 und 2 be­trau­en.

2. Abschnitt: Aufgaben der Kantone

Art. 29d  

1 Die Kan­to­ne er­las­sen die er­for­der­li­chen Vor­schrif­ten zur Aus­füh­rung des Bun­des­rechts und be­zeich­nen die zu­stän­di­gen Be­hör­den und Äm­ter für:

a.
die Auf­ga­ben und Be­fug­nis­se aus den Be­rei­chen der Prä­ven­ti­on, The­ra­pie und Wie­der­ein­glie­de­rung so­wie Scha­den­min­de­rung und Über­le­bens­hil­fe (Kap. 1a), na­ment­lich für die Ent­ge­gen­nah­me der Mel­dun­gen über Per­so­nen mit vor­lie­gen­den oder dro­hen­den sucht­be­ding­ten Stö­run­gen (Art. 3c);
b.
die Er­tei­lung von Be­wil­li­gun­gen (Art. 3e, 14 und 14a Abs. 1bis);
c.
die Ent­ge­gen­nah­me der Mel­dun­gen über Ab­ga­ben und Ver­ord­nun­gen von Be­täu­bungs­mit­teln zu an­de­ren als den zu­ge­las­se­nen In­di­ka­tio­nen (Art. 11 Abs. 1bis);
d.
die Kon­trol­le (Art. 16–18);
e.
die Straf­ver­fol­gung (Art. 28) und den Ent­zug der Be­rech­ti­gung zum Ver­kehr mit Be­täu­bungs­mit­teln (Art. 12);
f.
die Auf­sicht über die un­ter den Buch­sta­ben a–e er­wähn­ten Be­hör­den und Or­ga­ne so­wie über die zu­ge­las­se­nen Be­hand­lungs- und So­zi­al­hil­fe­stel­len.

2 Die Kan­to­ne sind be­fugt, für die von ih­nen zu er­tei­len­den Be­wil­li­gun­gen (Art. 3e,14 und 14a Abs. 1bis) und für be­son­de­re Ver­fü­gun­gen und Kon­trol­len Ge­büh­ren zu er­he­ben.

3 Die Kan­to­ne brin­gen die Aus­füh­rungs­vor­schrif­ten dem Eid­ge­nös­si­schen De­par­te­ment des In­nern zur Kennt­nis.

Art. 29e  

1 Die Kan­tons­re­gie­run­gen be­rich­ten dem Bun­des­rat re­gel­mäs­sig über die Aus­füh­rung des Ge­set­zes und die da­bei ge­mach­ten Be­ob­ach­tun­gen und stel­len die be­nö­tig­ten Da­ten (Art. 29c Abs. 2) zur Ver­fü­gung.

2 Die Kan­to­ne ha­ben dem Bun­des­amt für Po­li­zei ge­mä­ss den Be­stim­mun­gen des Bun­des­ge­set­zes vom 7. Ok­to­ber 1994118 über kri­mi­nal­po­li­zei­li­che Zen­tral­stel­len des Bun­des über je­de we­gen Wi­der­hand­lung ge­gen die­ses Ge­setz ein­ge­lei­te­te Straf­ver­fol­gung recht­zei­tig Mit­tei­lung zu ma­chen. Die ent­spre­chen­den In­for­ma­tio­nen wer­den grund­sätz­lich auf dem elek­tro­ni­schen Weg über­mit­telt oder di­rekt in die Da­ten­ver­ar­bei­tungs­sys­te­me des Bun­des­am­tes für Po­li­zei ein­ge­ge­ben. Der Bun­des­rat re­gelt die Ein­zel­hei­ten.

118 SR 360

6. Kapitel: Schlussbestimmungen

Art. 30119  

1 Der Bun­des­rat er­lässt die zum Voll­zug er­for­der­li­chen Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen.

2 Er legt die Ge­büh­ren fest, wel­che das In­sti­tut für Be­wil­li­gun­gen, Kon­trol­len und Dienst­leis­tun­gen er­hebt. Er kann ihm die­se Be­fug­nis über­tra­gen.

3 Er legt bei der Er­tei­lung von Be­wil­li­gun­gen an Or­ga­ni­sa­tio­nen, In­sti­tu­tio­nen und Be­hör­den im Sin­ne von Ar­ti­kel 14a im Ein­zel­fall die Be­fug­nis­se, die nä­he­ren Vor­aus­set­zun­gen ih­rer Aus­übung so­wie die Art und Wei­se der durch­zu­füh­ren­den Kon­trol­le fest. Er kann bei der Re­ge­lung der Kon­trol­le nö­ti­gen­falls vom Ge­setz ab­wei­chen­de Vor­schrif­ten er­las­sen.

119Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. März 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2011 (AS 2009 2623, 2011 2559; BBl 2006 85738645).

Art. 31–34120  

120Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 20. März 2008, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2011 (AS 2009 2623, 2011 2559; BBl 2006 85738645).

Art. 35121  

121Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 20. März 1975, mit Wir­kung seit 1. Aug. 1975 (AS 1975 1220; BBl 1973 I 1348).

Art. 36122  

122Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 20. März 2008, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2011 (AS 2009 2623, 2011 2559; BBl 2006 85738645).

Art. 37  

1 Der Bun­des­rat be­stimmt den Be­ginn der Wirk­sam­keit die­ses Ge­set­zes.

2 Auf die­sen Zeit­punkt wer­den das Bun­des­ge­setz vom 2. Ok­to­ber 1924123 be­tref­fend Be­täu­bungs­mit­tel so­wie die mit dem vor­lie­gen­den Ge­setz in Wi­der­spruch ste­hen­den Be­stim­mun­gen eid­ge­nös­si­scher und kan­to­na­ler Ge­set­ze und Ver­ord­nun­gen auf­ge­ho­ben.

Da­tum des In­kraft­tre­tens: 1. Ju­ni 1952124

123[BS 4 434]

124BRB vom 4. März 1952

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A: AccredO-LPsy AETR C: Caclid CC CCoop-ESF CE-TAF CEDH CL CLaH 2000 CLaH 96 CO CP CPC Cpecmdi CPM CPP Cprlsaé Crdl Crpc Cst-GE Cst. Ctflij D: DE-OCEB DE-OCF DE-OMBat DPA DPMin E: EIMP F: FITAF FP-TFB L: LA LAA LAAF LAAM LACI LAFam LAGH LAgr LAI Lalc LAM LAMal LAO LAP LApEl LAPG LAr LArm LAS LASEI LAsi LAT LAVI LAVS LB LBCF LBFA LBI LBNS LCA LCAP LCart LCBr LCC LCD LCdF LCESF LCF LCFF LChim LChP LCin LCITES LCo LCPI LCPR LCR LD LDA LDAl LDEA LDEP LDes LDFR LDI LDIF LDIP LDP LDT LDét LEAC LEAR LEaux LEC LEDPP LEEJ LEFin LEg LEH LEHE LEI LEIS LEMO LEne LEnTR LENu LEp LERI LESE LESp LET LEx LF-CLaH LF-EEA LFA LFAIE LFC LFCo LFE LFH LFIF LFINMA LFisE LFLP LFMG LFo LFORTA LFPC LFPr LFSP LFus LGG LGéo LHand LHID LHR LIA LIB LICa LIE LIFD LIFSN LIMF Limpauto Limpmin LIPI LIPPI LISDC LISint LITC LJAr LLC LLCA LLG LLGV LMAP LMC LMCFA LMP LMSI LMét LN LNI LOA LOAP LOC LOG LOGA LOP LOST LP LPA LPAP LParl LPart LPBC LPC LPCA LPCC LPCo LPD LPDS LPE LPers LPGA LPM LPMA LPMéd LPN LPO LPP LPPCi LPPS LPSan LPSP LPsy LPTh LPubl LRaP LRCF LRCN LRCS LRens LRFP LRH LRN LRNIS LRPL LRS LRTV LSA LSAMal LSC LSCPT LSE LSEtr LSF LSIA LSIP LSIS LSPr LSPro LSR LStup LSu LT LTab LTaD LTAF LTBC LTC LTEO LTF LTFB LTI LTM LTN LTo LTr LTRA LTrAlp LTrans LTrD LTro LTTM LTV LTVA Ltém LUMin LUsC LVA LVP LVPC O: O E-VERA O LERI DEFR O OFSPO J+S O pers mil O-CNC-FPr O-CP-CPM O-HEFSM O-LEHE O-LERI O-LRNIS O-OPers O-OPers-DFAE O-SI ABV O-SIGEXPA O-STAC OA 1 OA 2 OA 3 OAA OAAcc OAAE OAAE-DFJP OAAF OAAFM OAAFM-DDPS OAASF OAbCV OAC OACA OACAMIL OACata OAcCP OACE OACI OACM OACP OACS OAdd OAdma OAdo OADou OAEP OAF OAFA OAFam OAG OAGH OAGH-DFI OAgrD OAIE OAlc OAllerg OAM OAMal OAMAS OAMéd OAMédcophy OAO OAOF OAP OAPA OAPCM OApEl OARF OARF-OFT OARG OArm OAS OASA OAsc OASF OASM OASMéd OAStup OAT OAV OAVI OB OBat OBB OBCF OBI OBiG OBioc OBLF OBMa OBNP OBNS OBPL OCA OCA-DFI Ocach OCAl OCart OCBD OCBr Occd OCCEA OCCHE OCCP OCCR OCDA OCDM OCDoc OCEB OCEC OCEl-PA OCEl-PCPP OCEM OCF OCFH OChim OChP OCIFM OCin OCITES OCL OClin OCM OCM ES OCMD OCNE OCo OCOFE OComp-OSPro OCont OCoo OCoR-DFI OCos OCOV OCP OCPD OCPF OCPPME OCPR OCPSan OCR OCS OCSP OCSP-ChF OCSP-DDPS OCSP-DEFR OCSP-DETEC