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Verordnung
über den Schutz vor gefährlichen Stoffen und
Zubereitungen
(Chemikalienverordnung, ChemV)

vom 5. Juni 2015 (Stand am 1. September 2021)

Der Schweizerische Bundesrat,

gestützt auf Artikel 19 Absätze 2 und 3 des Tierschutzgesetzes vom
16. Dezember 20051,
auf das Chemikaliengesetz vom 15. Dezember 20002(ChemG),
auf die Artikel 26 Absatz 3, 29, 30a–30d, 38 Absatz 3, 39 Absatz 1, 41 Absatz 3,
44 Absätze 2 und 3, 46 Absätze 2 und 3 und 48 Absatz 2 des Umweltschutzgesetzes vom 7. Oktober 19833(USG)
und auf die Artikel 9 Absatz 2 Buchstabe c, 27 Absatz 2 und 48 Absatz 2
des Gewässerschutzgesetzes vom 24. Januar 19914,
in Ausführung des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 19955 über die technischen Handelshemmnisse,6

verordnet:

1 SR 455

2 SR 813.1

3 SR 814.01

4 SR 814.20

5 SR 946.51

6 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 31. Jan. 2018, in Kraft seit 1. März 2018 (AS 2018 801).

1. Titel: Allgemeine Bestimmungen

Art. 1 Gegenstand und Geltungsbereich  

1 Die­se Ver­ord­nung re­gelt:

a.
die Er­mitt­lung und Be­ur­tei­lung der Ge­fah­ren und Ri­si­ken für das Le­ben und die Ge­sund­heit des Men­schen so­wie für die Um­welt, die von Stof­fen und Zu­be­rei­tun­gen aus­ge­hen kön­nen;
b.
die Vor­aus­set­zun­gen für das In­ver­kehr­brin­gen von Stof­fen und Zu­be­rei­tun­gen, die den Men­schen oder die Um­welt ge­fähr­den kön­nen;
c.
den Um­gang mit Stof­fen und Zu­be­rei­tun­gen, die den Men­schen oder die Um­welt ge­fähr­den kön­nen;
d.
die Be­ar­bei­tung von Da­ten über Stof­fe und Zu­be­rei­tun­gen durch die Voll­zugs­be­hör­den.

2 Für Bio­zid­pro­duk­te und de­ren Wirk­stof­fe so­wie für Pflan­zen­schutz­mit­tel und de­ren Wirk­stof­fe und For­mu­lie­rungs­hilfss­tof­fe gilt die­se Ver­ord­nung, so­weit in der Bio­zid­pro­duk­te­ver­ord­nung vom 18. Mai 20057 be­zie­hungs­wei­se in der Pflan­zen­schutz­mit­tel­ver­ord­nung vom 12. Mai 20108 dar­auf ver­wie­sen wird.

3 Für ra­dio­ak­ti­ve Stof­fe und Zu­be­rei­tun­gen gilt die­se Ver­ord­nung, so­weit es nicht um Wir­kun­gen geht, die auf der ra­dio­ak­ti­ven Strah­lung die­ser Stof­fe und Zu­be­rei­tun­gen be­ru­hen.

4 Für kos­me­ti­sche Mit­tel im Sin­ne von Ar­ti­kel 53 Ab­satz 1 der Le­bens­mit­tel- und Ge­brauchs­ge­gen­stän­de­ver­ord­nung vom 16. De­zem­ber 20169in Form von Fer­tiger­zeug­nis­sen, die für pri­va­te oder be­ruf­li­che Ver­wen­de­rin­nen be­stimmt sind, gel­ten aus­sch­liess­lich die Ar­ti­kel 5–7 und 81 und nur in­so­weit, als es um die Be­lan­ge des Um­welt­schut­zes so­wie die Ein­stu­fung und die Be­ur­tei­lung hin­sicht­lich der Um­welt­ge­fähr­lich­keit geht.10

5 Die­se Ver­ord­nung gilt nicht für:

a.
den Trans­port von Stof­fen und Zu­be­rei­tun­gen auf der Stras­se, der Schie­ne, dem Was­ser, in der Luft und in Rohr­lei­tungs­an­la­gen, mit Aus­nah­me von Ar­ti­kel 10 Ab­satz 1 Buch­sta­be b;
b.
die Durch­fuhr von Stof­fen und Zu­be­rei­tun­gen un­ter Zoll­über­wa­chung, so­fern da­bei kei­ne Be- oder Ver­ar­bei­tung er­folgt;
c.
Stof­fe und Zu­be­rei­tun­gen in Form fol­gen­der Fer­tiger­zeug­nis­se, die für pri­va­te und be­ruf­li­che Ver­wen­de­rin­nen be­stimmt sind:11
1.12
Le­bens­mit­tel nach Ar­ti­kel 4 des Le­bens­mit­tel­ge­set­zes vom 20. Ju­ni 201413 (LMG),
2.
Arz­nei­mit­tel nach Ar­ti­kel 4 Ab­satz 1 Buch­sta­be a und Me­di­zin­pro­duk­te nach Ar­ti­kel 4 Ab­satz 1 Buch­sta­be b des Heil­mit­tel­ge­set­zes vom 15. De­zem­ber 200014,
3.
Fut­ter­mit­tel im Sin­ne von Ar­ti­kel 3 Ab­satz 1 der Fut­ter­mit­tel-Ver­ord­nung vom 26. Ok­to­ber 201115;
d.
Waf­fen und Mu­ni­ti­on nach Ar­ti­kel 4 Ab­sät­ze 1 und 5 des Waf­fen­ge­set­zes vom 20. Ju­ni 199716;
e.
Stof­fe, Zu­be­rei­tun­gen und Ge­gen­stän­de, die nach Ar­ti­kel 7 Ab­satz 6 USG Ab­fäl­le sind.

6 Für ein­ge­führ­te Stof­fe und Zu­be­rei­tun­gen, die aus­sch­liess­lich um­e­ti­ket­tiert und an­sons­ten un­ver­än­dert aus­ge­führt wer­den, gel­ten die Ar­ti­kel 57, 62 und 67.17

7 Für ge­fähr­li­che Stof­fe und Zu­be­rei­tun­gen, die aus­ge­führt wer­den, gilt zu­sätz­lich die PIC-Ver­ord­nung vom 10. No­vem­ber 200418.19

7 SR 813.12

8 SR 916.161

9 SR 817.02

10 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 31. Jan. 2018, in Kraft seit 1. März 2018 (AS 2018 801).

11 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 31. Jan. 2018, in Kraft seit 1. März 2018 (AS 2018 801).

12 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 31. Jan. 2018, in Kraft seit 1. März 2018 (AS 2018 801).

13 SR 817.0

14 SR 812.21

15 SR 916.307

16 SR 514.54

17 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. III 1 der V vom 22. März 2017, in Kraft seit 1. Mai 2017 (AS 20172593).

18 SR 814.82

19 Ein­ge­fügt durch Ziff. III 1 der V vom 22. März 2017, in Kraft seit 1. Mai 2017 (AS 20172593).

Art. 2 Begriffe und anwendbares Recht  

1 Im Sin­ne ei­ner nä­he­ren Aus­füh­rung ge­gen­über dem ChemG be­deu­ten in die­ser Ver­ord­nung:

a.
Stoff:che­mi­sches Ele­ment und sei­ne Ver­bin­dun­gen in na­tür­li­cher Form oder ge­won­nen durch ein Her­stel­lungs­ver­fah­ren, ein­sch­liess­lich der zur Wah­rung sei­ner Sta­bi­li­tät not­wen­di­gen Zu­satz­stof­fe und der durch das an­ge­wand­te Ver­fah­ren be­ding­ten Ver­un­rei­ni­gun­gen, aber mit Aus­nah­me von Lö­sungs­mit­teln, die von dem Stoff oh­ne Be­ein­träch­ti­gung sei­ner Sta­bi­li­tät und oh­ne Än­de­rung sei­ner Zu­sam­men­set­zung ab­ge­trennt wer­den kön­nen;
b.
Her­stel­le­rin:
1.
je­de na­tür­li­che oder ju­ris­ti­sche Per­son mit Wohn­sitz, Ge­schäfts­sitz oder Zweignie­der­las­sung in der Schweiz, die Stof­fe, Zu­be­rei­tun­gen oder Ge­gen­stän­de be­ruf­lich oder ge­werb­lich her­stellt, ge­winnt oder ein­führt,
2.
als Her­stel­le­rin gilt auch, wer Stof­fe, Zu­be­rei­tun­gen oder Ge­gen­stän­de in der Schweiz be­zieht und sie in un­ver­än­der­ter Zu­sam­men­set­zung ge­werb­lich ab­gibt:
un­ter ei­ge­nem Na­men oh­ne An­ga­be des Na­mens der ur­sprüng­li­chen Her­stel­le­rin
un­ter ei­ge­nem Han­dels­na­men
in ei­ner an­de­ren als von der ur­sprüng­li­chen Her­stel­le­rin vor­ge­se­he­nen Ver­pa­ckung oder
für einen an­de­ren Ver­wen­dungs­zweck,
3.20
als al­lei­ni­ge Her­stel­le­rin gilt ei­ne Per­son, die einen Stoff, ei­ne Zu­be­rei­tung oder einen Ge­gen­stand durch einen Drit­ten in der Schweiz her­stel­len lässt und in der Schweiz Wohn­sitz, Ge­schäfts­sitz oder Zweignie­der­las­sung hat; hat sie we­der Wohn­sitz noch Ge­schäfts­sitz oder Zweignie­der­las­sung in der Schweiz, so ist der Drit­te al­lei­ni­ge Her­stel­le­rin.

2 Dar­über hin­aus be­deu­ten in die­ser Ver­ord­nung:

a.
be­ruf­li­che Ver­wen­de­rin:
1.
je­de na­tür­li­che oder ju­ris­ti­sche Per­son, die Stof­fe, Zu­be­rei­tun­gen oder Ge­gen­stän­de in der Schweiz be­zieht, um sie zu Er­werbs­zwe­cken zu ver­wen­den,
2.
als be­ruf­li­che Ver­wen­de­rin gilt auch:
je­de na­tür­li­che oder ju­ris­ti­sche Per­son, die Stof­fe, Zu­be­rei­tun­gen oder Ge­gen­stän­de in der Schweiz be­zieht, um sie im Rah­men ei­ner Aus­bil­dung oder zu For­schungs­zwe­cken zu ver­wen­den
je­de ju­ris­ti­sche Per­son, die Stof­fe, Zu­be­rei­tun­gen oder Ge­gen­stän­de in der Schweiz be­zieht, um sie im Rah­men ei­ner ge­mein­nüt­zi­gen Tä­tig­keit zu ver­wen­den;
b.
pri­va­te Ver­wen­de­rin: je­de na­tür­li­che Per­son, die Stof­fe, Zu­be­rei­tun­gen oder Ge­gen­stän­de zu Nich­t­er­werbs­zwe­cken be­zieht oder ver­wen­det;
c.
Händ­le­rin: je­de na­tür­li­che oder ju­ris­ti­sche Per­son, die Stof­fe, Zu­be­rei­tun­gen oder Ge­gen­stän­de in der Schweiz be­zieht und un­ver­än­dert ge­werb­lich ab­gibt;
d.
Al­lein­ver­tre­te­rin: na­tür­li­che oder ju­ris­ti­sche Per­son, die von ei­ner Her­stel­le­rin mit Wohn­sitz oder Ge­schäfts­sitz im Aus­land zur An­mel­dung ei­nes Stoffs in der Schweiz be­voll­mäch­tigt ist und meh­re­re von ihr be­nann­te Im­por­teu­rin­nen ver­tritt;
e.
Ge­gen­stand:Er­zeug­nis, be­ste­hend aus ei­nem oder meh­re­ren Stof­fen oder Zu­be­rei­tun­gen, das bei der Her­stel­lung ei­ne spe­zi­fi­sche Form, Ober­flä­che oder Ge­stalt er­hält, die in grös­se­rem Mas­se als die che­mi­sche Zu­sam­men­set­zung sei­ne End­funk­ti­on be­stimmt;
f.
al­ter Stoff: Stoff, der im Eu­ro­päi­schen Ver­zeich­nis vom 15. Ju­ni 199021 der auf dem Markt vor­han­de­nen che­mi­schen Stof­fe (EI­NECS)22 auf­ge­führt ist;
g.
Po­ly­mer: Stoff, der aus Mo­le­kü­len be­steht, die durch Ket­ten ei­ner oder meh­re­rer Ar­ten von Mo­no­me­rein­hei­ten ge­kenn­zeich­net sind, und der ent­hält:
1.
ei­ne ein­fa­che Ge­wichts­mehr­heit von Mo­le­kü­len mit min­des­tens drei Mo­no­me­rein­hei­ten, die zu­min­dest mit ei­ner wei­te­ren Mo­no­me­rein­heit oder ei­nem sons­ti­gen Re­ak­tan­den ei­ne ko­va­len­te Bin­dung ein­ge­gan­gen sind, und
2.
we­ni­ger als ei­ne ein­fa­che Ge­wichts­mehr­heit von Mo­le­kü­len mit dem­sel­ben Mo­le­ku­lar­ge­wicht; die­se Mo­le­kü­le lie­gen in­ner­halb ei­nes be­stimm­ten Mo­le­ku­lar­ge­wichts­be­reichs, wo­bei die Un­ter­schie­de beim Mo­le­ku­lar­ge­wicht im We­sent­li­chen auf die Un­ter­schie­de in der Zahl der Mo­no­me­rein­hei­ten zu­rück­zu­füh­ren sind;
h.
Mo­no­mer:ein Stoff, der un­ter den Be­din­gun­gen der für den je­wei­li­gen Pro­zess ver­wen­de­ten re­le­van­ten po­ly­mer­bil­den­den Re­ak­ti­on im­stan­de ist, ko­va­len­te Bin­dun­gen mit ei­ner Se­quenz wei­te­rer ähn­li­cher oder un­ähn­li­cher Mo­le­kü­le ein­zu­ge­hen;
i.
Mo­no­me­rein­heit:die ge­bun­de­ne Form ei­nes Mo­no­mer­stof­fes in ei­nem Po­ly­mer;
j.
Zwi­schen­pro­dukt: Stoff, der aus­sch­liess­lich für die che­mi­sche Wei­ter­ver­ar­bei­tung her­ge­stellt und ver­braucht wird und hier­bei in einen oder meh­re­re an­de­re Stof­fe um­ge­wan­delt wird;
k.
Fol­ge­pro­dukt: Stoff, der bei der La­ge­rung, Ver­wen­dung oder Ent­sor­gung ei­nes Stoffs oder ei­ner Zu­be­rei­tung durch che­mi­sche oder bio­che­mi­sche Um­wand­lung ent­steht;
l.
wis­sen­schaft­li­che For­schung und Ent­wick­lung: un­ter kon­trol­lier­ten Be­din­gun­gen durch­ge­führ­te wis­sen­schaft­li­che Ver­su­che, Ana­ly­sen oder For­schungs­ar­bei­ten mit che­mi­schen Stof­fen in Men­gen un­ter 1 Ton­ne pro Jahr;
m.
pro­dukt- und ver­fah­rens­ori­en­tier­te For­schung und Ent­wick­lung: mit der Pro­dukt­ent­wick­lung oder der Wei­ter­ent­wick­lung ei­nes Stoffs als sol­chem, in Zu­be­rei­tun­gen oder Ge­gen­stän­den zu­sam­men­hän­gen­de wis­sen­schaft­li­che Ent­wick­lung, bei der zur Ent­wick­lung des Pro­duk­ti­ons­pro­zes­ses oder zur Er­pro­bung der An­wen­dungs­mög­lich­kei­ten des Stoffs Ver­su­che in Pi­lot- oder Pro­duk­ti­ons­an­la­gen durch­ge­führt wer­den;
n.
qua­li­fi­zier­te Prü­fungs­zu­sam­men­fas­sung (ro­bust stu­dy sum­ma­ry): de­tail­lier­te Zu­sam­men­fas­sung der Zie­le, Me­tho­den, Er­geb­nis­se und Schluss­fol­ge­run­gen ei­nes um­fas­sen­den Prüf­be­richts mit In­for­ma­tio­nen, die für ei­ne un­ab­hän­gi­ge Be­ur­tei­lung der Prü­fung aus­rei­chen, so­dass der um­fas­sen­de Prüf­be­richt mög­lichst nicht mehr ein­ge­se­hen wer­den muss;
o.
Ex­po­si­ti­onss­ze­na­rio: Zu­sam­men­stel­lung von Be­din­gun­gen ein­sch­liess­lich der Ver­wen­dungs­be­din­gun­gen und Ri­si­ko­ma­na­ge­ment­mass­nah­men, mit de­nen dar­ge­stellt wird, wie der Stoff her­ge­stellt oder wäh­rend sei­nes Le­bens­zy­klus ver­wen­det wird und wie die Her­stel­le­rin die Ex­po­si­ti­on von Mensch und Um­welt be­herrscht oder den be­ruf­li­chen Ver­wen­de­rin­nen zu be­herr­schen emp­fiehlt; ein Ex­po­si­ti­onss­ze­na­rio kann ein spe­zi­fi­sches Ver­fah­ren oder ei­ne spe­zi­fi­sche Ver­wen­dung oder ge­ge­be­nen­falls ver­schie­de­ne Ver­fah­ren oder Ver­wen­dun­gen ab­de­cken;
p.
Ge­fah­ren­klas­se: Art der phy­si­ka­li­schen Ge­fahr, der Ge­fahr für die Ge­sund­heit des Men­schen oder der Ge­fahr für die Um­welt;
q.
Nan­o­ma­te­ri­al: Ma­te­ri­al, das Par­ti­kel in un­ge­bun­de­nem Zu­stand, als Ag­gre­gat oder als Ag­glo­me­rat ent­hält, bei de­nen ein oder meh­re­re Aus­sen­mas­se im Be­reich von 1 bis 100 Na­no­me­ter lie­gen, oder ein Ma­te­ri­al, das ein spe­zi­fi­sches Ober­flä­chen-Vo­lu­men-Ver­hält­nis von über 60 m2/cm3 auf­weist; ein Ma­te­ri­al gilt nur dann als Nan­o­ma­te­ri­al, wenn es ge­zielt zur Nut­zung der Ei­gen­schaf­ten her­ge­stellt wird, die sich aus den ge­nann­ten Aus­sen­mas­sen der ent­hal­te­nen Par­ti­kel oder dem ge­nann­ten Ober­flä­chen-Vo­lu­men-Ver­hält­nis des Ma­te­ri­als er­ge­ben; Ful­le­re­ne, Gra­phen­flo­cken und ein­wan­di­ge Koh­len­stoff-Na­no­röh­ren mit ei­nem oder meh­re­ren Aus­sen­mas­sen un­ter 1 Na­no­me­ter gel­ten als Nan­o­ma­te­ria­li­en.

3 Im Üb­ri­gen wer­den in die­ser Ver­ord­nung Be­grif­fe, die in den Ge­set­zen, die die Grund­la­ge die­ser Ver­ord­nung bil­den, un­ter­schied­lich ver­wen­det wer­den, im Sin­ne des ChemG ver­wen­det.

4 Es gel­ten die Ent­spre­chun­gen von Aus­drücken zwi­schen der Ver­ord­nung (EG) Nr. 1907/2006 (EU-RE­ACH-Ver­ord­nung)23, der Ver­ord­nung (EG) Nr. 1272/2008 (EU-CLP-Ver­ord­nung)24 und der Richt­li­nie 75/324/EWG25 und der vor­lie­gen­den Ver­ord­nung nach An­hang 1 Zif­fer 1.26

5 Wird in die­ser Ver­ord­nung auf Be­stim­mun­gen der EU-RE­ACH-Ver­ord­nung, der EU-CLP-Ver­ord­nung oder der Richt­li­nie 75/324/EWG ver­wie­sen, die ih­rer­seits auf an­de­re Be­stim­mun­gen die­ser Rechts­ak­te ver­wei­sen, so gel­ten auch die­se an­de­ren Be­stim­mun­gen; mass­ge­bend ist da­bei die in der Fuss­no­te zu Ab­satz 4 fest­ge­leg­te Fas­sung des be­tref­fen­den EU-Rechts­akts oder, bei Ver­wei­sen auf die An­hän­ge der EU-CLP-Ver­ord­nung oder der EU-RE­ACH-Ver­ord­nung, die in An­hang 2 Zif­fer 1 be­zie­hungs­wei­se An­hang 4 Zif­fer 3 fest­ge­leg­te Fas­sung. Aus­ge­nom­men sind Wei­ter­ver­wei­se auf die Be­stim­mun­gen der EU-RE­ACH-Ver­ord­nung und der EU-CLP-Ver­ord­nung nach An­hang 1 Zif­fer 2; an de­ren Stel­le gel­ten die in An­hang 1 Zif­fer 2 auf­ge­führ­ten schwei­ze­ri­schen Be­stim­mun­gen.

6 Wird in die­ser Ver­ord­nung auf Be­stim­mun­gen der EU-RE­ACH-Ver­ord­nung oder der EU-CLP-Ver­ord­nung ver­wie­sen, die ih­rer­seits auf an­de­res EU-Recht ver­wei­sen, so gilt statt die­ses EU-Rechts das schwei­ze­ri­sche Recht nach An­hang 1 Zif­fer 3.

7 Für das In­ver­kehr­brin­gen von Stof­fen und Zu­be­rei­tun­gen, de­ren Ent­wick­lung auf ge­nutz­ten ge­ne­ti­schen Res­sour­cen oder auf sich dar­auf be­zie­hen­dem tra­di­tio­nel­lem Wis­sen ba­siert, blei­ben die Be­stim­mun­gen der Na­go­ya-Ver­ord­nung vom 11. De­zem­ber 201527 vor­be­hal­ten.28

20 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 31. Jan. 2018, in Kraft seit 1. März 2018 (AS 2018 801).

21 Das Ver­zeich­nis kann im In­ter­net bei der Eu­ro­päi­schen Che­mi­ka­li­e­n­agen­tur (ECHA) un­ter www.echa.eu­ro­pa.eu > In­for­ma­tio­nen über Che­mi­ka­li­en > EC In­ven­to­ry kos­ten­los ab­ge­ru­fen wer­den.

22 Eu­ro­pean in­ven­to­ry of exis­ting com­mer­ci­al che­mi­cal sub­stan­ces / Eu­ro­päi­sches Ver­zeich­nis der auf dem Markt vor­han­de­nen che­mi­schen Stof­fe.

23 Ver­ord­nung (EG) Nr. 1907/2006 des Eu­ro­päi­schen Par­la­ments und des Ra­tes vom 18. De­zem­ber 2006 zur Re­gis­trie­rung, Be­wer­tung, Zu­las­sung und Be­schrän­kung che­mi­scher Stof­fe (RE­ACH), zur Schaf­fung ei­ner Eu­ro­päi­schen Agen­tur für che­mi­sche Stof­fe, zur Än­de­rung der Richt­li­nie 1999/45/EG und zur Auf­he­bung der Ver­ord­nung (EWG) Nr. 793/93 des Ra­tes, der Ver­ord­nung (EG) Nr. 1488/94 der Kom­mis­si­on, der Richt­li­nie 76/769/EWG des Ra­tes so­wie der Richt­li­ni­en 91/155/EWG, 93/67/EWG, 93/105/EG und 2000/21/EG der Kom­mis­si­on, ABl. L 396 vom 30.12.2006, S. 1; zu­letzt ge­än­dert durch Ver­ord­nung (EU) 2017/999, ABl. L 150 vom 14.7.2017, S. 7.

24 Ver­ord­nung (EG) Nr. 1272/2008 des Eu­ro­päi­schen Par­la­ments und des Ra­tes vom 16. De­zem­ber 2008 über die Ein­stu­fung, Kenn­zeich­nung und Ver­pa­ckung von Stof­fen und Ge­mi­schen, zur Än­de­rung und Auf­he­bung der Richt­li­ni­en 67/548/EWG und 1999/45/EG und zur Än­de­rung der Ver­ord­nung (EG) Nr. 1907/2006, ABl. L 353 vom 31.12.2008, S. 1; zu­letzt ge­än­dert durch Ver­ord­nung (EU) 2017/776, ABl. L 116 vom 5.5.2017, S. 1.

25 Richt­li­nie 75/324/EWG des Ra­tes vom 20. Mai 1975 zur An­glei­chung der Rechts­vor­schrif­ten der Mit­glied­staa­ten über Ae­ro­sol­pa­ckun­gen, ABl. L 147 vom 9.6.1975, S. 40; zu­letzt ge­än­dert durch Richt­li­nie (EU) 2016/2037, ABl. L 314 vom 22.11.2016, S. 11.

26 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 31. Jan. 2018, in Kraft seit 1. März 2018 (AS 2018 801).

27 SR 451.61

28 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 2 der Na­go­ya-Ver­ord­nung vom 11. Dez. 2015, in Kraft seit 1. Fe­br. 2016 (AS 2016 277).

Art. 3 Gefährliche Stoffe und Zubereitungen  

Stof­fe und Zu­be­rei­tun­gen sind ge­fähr­lich, wenn sie die in den tech­ni­schen Vor­schrif­ten nach An­hang 2 Zif­fer 1 ge­nann­ten Kri­te­ri­en zur Ein­stu­fung hin­sicht­lich phy­si­ka­li­scher Ge­fah­ren, Ge­sund­heits­ge­fah­ren, Um­welt­ge­fah­ren oder wei­te­rer Ge­fah­ren er­fül­len.

Art. 4 Persistenz, Bioakkumulation und Toxizität  

1 Als per­sis­tent, bio­ak­ku­mu­lier­bar und to­xisch (PBT)gel­ten Stof­fe, die die Kri­te­ri­en nach An­hang XIII Ab­schnit­te 1.1.1–1.1.3 der EU-RE­ACH-Ver­ord­nung29 er­fül­len.

2 Als sehr per­sis­tent und sehr bio­ak­ku­mu­lier­bar (vPvB) gel­ten Stof­fe, die die Kri­te­ri­en nach An­hang XIII Ab­schnit­te 1.2.1 und 1.2.2 der EU-RE­ACH-Ver­ord­nung er­fül­len.

29 Sie­he Fuss­no­te zu Art. 2 Abs. 4.

2. Titel: Voraussetzungen für das Inverkehrbringen

1. Kapitel: Selbstkontrolle

1. Abschnitt: Grundsätze

Art.5  

1 Zur Selbst­kon­trol­le nach Ar­ti­kel 5 ChemG und Ar­ti­kel 26 USG muss die Her­stel­le­rin be­ur­tei­len, ob Stof­fe oder Zu­be­rei­tun­gen das Le­ben oder die Ge­sund­heit des Men­schen oder die Um­welt ge­fähr­den kön­nen. Sie muss die Stof­fe und Zu­be­rei­tun­gen zu die­sem Zweck nach den Be­stim­mun­gen die­ser Ver­ord­nung ein­stu­fen, ver­pa­cken und kenn­zeich­nen so­wie Ex­po­si­ti­onss­ze­na­ri­en und ein Si­cher­heits­da­ten­blatt für die­se er­stel­len.

2 Ent­hal­ten Ge­gen­stän­de ge­fähr­li­che Stof­fe, als PBT gel­ten­de Stof­fe, als vPvB gel­ten­de Stof­fe oder Stof­fe nach An­hang 3, so muss die Her­stel­le­rin zur Selbst­kon­trol­le nach Ar­ti­kel 26 USG be­ur­tei­len, ob die­se bei der be­stim­mungs­ge­mäs­sen oder der zu er­war­ten­den Ver­wen­dung der Ge­gen­stän­de oder bei der vor­schrifts­ge­mäs­sen Ent­sor­gung die Um­welt oder mit­tel­bar den Men­schen ge­fähr­den kön­nen.

3 Ent­hal­ten Ge­gen­stän­de Stof­fe nach An­hang 3, so muss die Her­stel­le­rin be­ur­tei­len, ob die­se bei der be­stim­mungs­ge­mäs­sen oder der zu er­war­ten­den Ver­wen­dung der Ge­gen­stän­de oder bei der vor­schrifts­ge­mäs­sen Ent­sor­gung den Men­schen ge­fähr­den kön­nen.

4 Die Her­stel­le­rin muss al­le zu­gäng­li­chen Da­ten be­schaf­fen, die für die in den Ab­sät­zen 1 und 2 ge­nann­ten Pflich­ten re­le­vant sind.

5 Wer Stof­fe, Zu­be­rei­tun­gen oder Ge­gen­stän­de mit ge­fähr­li­chen In­haltss­tof­fen zu be­ruf­li­chen oder ge­werb­li­chen Zwe­cken ein­führt, muss die in den Ab­sät­zen 1 und 2 ge­nann­ten Pflich­ten vor der ers­ten Ab­ga­be an Drit­te oder bei Ei­gen­ge­brauch vor der ers­ten Ver­wen­dung er­fül­len.

2. Abschnitt: Einstufung von Stoffen und Zubereitungen

Art. 6 Einstufung von Stoffen  

1 Die Her­stel­le­rin ei­nes Stoffs muss die­sen nach den Ar­ti­keln 5, 7–13 und 15 der EU-CLP-Ver­ord­nung30 ein­stu­fen.

2 Ist für einen Stoff ei­ne har­mo­ni­sier­te Ein­stu­fung in der nach An­hang 2 Zif­fer 1 mass­ge­ben­den Fas­sung von An­hang VI der EU-CLP-Ver­ord­nung fest­ge­legt, so muss die Her­stel­le­rin die­sen Stoff zu­sätz­lich nach Ar­ti­kel 4 Ab­satz 3 der EU-CLP-Ver­ord­nung ein­stu­fen.

3 Die Ein­stu­fung hat zu er­fol­gen:

a.
bei al­ten Stof­fen: ge­stützt auf die nach Ar­ti­kel 5 Ab­satz 4 be­schaff­ten Da­ten;
b.31
bei neu­en Stof­fen: ge­stützt auf die Da­ten nach Ar­ti­kel 5 Ab­satz 4 und auf die Da­ten des tech­ni­schen Dos­siers nach Ar­ti­kel 27 Ab­satz 2 Buch­sta­be b.

4 Das Eid­ge­nös­si­sche De­par­te­ment des In­nern (EDI) kann im Ein­ver­neh­men mit dem Eid­ge­nös­si­schen De­par­te­ment für Um­welt, Ver­kehr, Ener­gie und Kom­mu­ni­ka­ti­on (UVEK) und dem Eid­ge­nös­si­sche De­par­te­ment für Wirt­schaft, Bil­dung und For­schung (WBF) für be­stimm­te Ge­fah­ren­klas­sen ei­nes Stoffs ei­ne har­mo­ni­sier­te Ein­stu­fung und die da­von ab­hän­gen­de Kenn­zeich­nung fest­le­gen, wenn An­hang VI der EU-CLP-Ver­ord­nung in der ge­mä­ss An­hang 2 Zif­fer 1 mass­ge­ben­den Fas­sung für den Stoff kei­ne har­mo­ni­sier­te Ein­stu­fung für die be­tref­fen­de Ge­fah­ren­klas­se fest­legt.

30 Sie­he Fuss­no­te zu Art. 2 Abs. 4.

31 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 31. Jan. 2018, in Kraft seit 1. März 2018 (AS 2018 801).

Art. 7 Einstufung von Zubereitungen  

Die Her­stel­le­rin ei­ner Zu­be­rei­tung muss die­se nach den Ar­ti­keln 6–15 der EU-CLP-Ver­ord­nung32 ein­stu­fen.

32 Sie­he Fuss­no­te zu Art. 2 Abs. 4.

3. Abschnitt: Verpackung und Kennzeichnung von Stoffen und Zubereitungen

Art. 8 Verpackung  

Die Her­stel­le­rin, die ge­fähr­li­che Stof­fe oder Zu­be­rei­tun­gen Drit­ten be­reit­stellt oder ab­gibt, muss sie nach Ar­ti­kel 35 der EU-CLP-Ver­ord­nung33 ver­pa­cken.

33 Sie­he Fuss­no­te zu Art. 2 Abs. 4.

Art. 9 Verpackung von Aerosolpackungen  

Für Ae­ro­sol­pa­ckun­gen, die nicht in den Gel­tungs­be­reich des LMG34 fal­len, gel­ten zu­sätz­lich zu den Ver­pa­ckungs­vor­schrif­ten die­ser Ver­ord­nung die Ar­ti­kel 1 und 2 so­wie die Zif­fern 2.1, 2.3, 3, 4, 5 und 6 des An­hangs der Richt­li­nie 75/324/EWG35.

34 SR 817.0

35 Sie­he Fuss­no­te zu Art. 2 Abs. 4.

Art. 10 Kennzeichnung  

1 Die Her­stel­le­rin, die ge­fähr­li­che Stof­fe oder Zu­be­rei­tun­gen Drit­ten be­reit­stellt oder ab­gibt, muss sie nach den fol­gen­den Be­stim­mun­gen kenn­zeich­nen:

a.
nach den Ar­ti­keln 17 Ab­satz 1, 18 aus­ge­nom­men Ab­satz 2letz­ter Satz, 19–23, 25 Ab­sät­ze 1, 3 und 4, 26–28, 29 Ab­sät­ze 1–4, 31, 32 Ab­sät­ze 1–5 der EU-CLP-Ver­ord­nung36;
b.
nach den Vor­schrif­ten für die Kenn­zeich­nung von äus­se­rer Ver­pa­ckung, in­ne­rer Ver­pa­ckung und Ein­zel­ver­pa­ckung nach Ar­ti­kel 33 der EU-CLP-Ver­ord­nung.

2 Zu­be­rei­tun­gen mit be­son­de­ren Ge­fah­ren, die in Ar­ti­kel 4 Ab­satz 7 der EU-CLP-Ver­ord­nung ge­nannt sind, müs­sen zu­sätz­lich nach Ar­ti­kel 25 Ab­satz 6 der EU-CLP-Ver­ord­nung ge­kenn­zeich­net wer­den.

3 Zu­sätz­lich zu den Ab­sät­zen 1 und 2 müs­sen bei der Kenn­zeich­nung fol­gen­de An­for­de­run­gen er­füllt wer­den:

a.
Es sind Na­me, Adres­se und Te­le­fon­num­mer der Her­stel­le­rin an­zu­ge­ben.
b.
Die Kenn­zeich­nung muss in min­des­tens zwei Amtss­pra­chen er­fol­gen; im Ein­ver­neh­men mit ein­zel­nen be­ruf­li­chen Ver­wen­de­rin­nen kann ein Stoff oder ei­ne Zu­be­rei­tung für die Ab­ga­be an die­se in nur ei­ner Amtss­pra­che oder in Eng­lisch ge­kenn­zeich­net wer­den.
c.
Er­folgt die Kenn­zeich­nung in mehr als den nach Buch­sta­be b ver­lang­ten Spra­chen, so müs­sen al­le An­ga­ben in al­len ver­wen­de­ten Spra­chen ge­macht wer­den.37

3bis Wer­den Stof­fe oder Zu­be­rei­tun­gen aus ei­nem Mit­glied­staat des Eu­ro­päi­schen Wirt­schafts­raums (EWR) ein­ge­führt, so kann bei der Kenn­zeich­nung der Na­me der Her­stel­le­rin durch den Na­men je­ner Per­son er­setzt wer­den, die für das In­ver­kehr­brin­gen im EWR zu­stän­dig ist, wenn die Stof­fe oder Zu­be­rei­tun­gen:

a.
nicht zur Ab­ga­be an pri­va­te Ver­wen­de­rin­nen be­stimmt sind; oder
b.
an pri­va­te Ver­wen­de­rin­nen ab­ge­ge­ben wer­den, in ei­ner in­ne­ren Ver­pa­ckung in Por­tio­nen von höchs­tens 125 ml oder g ent­hal­ten sind und auf der äus­se­ren Ver­pa­ckung Na­me, Adres­se und Te­le­fon­num­mer der Her­stel­le­rin an­ge­ge­ben sind.38

4 Sind auf­grund der Vor­schrif­ten an­de­rer Er­las­se wei­te­re Kenn­zeich­nungs­ele­men­te er­for­der­lich, so sind die­se im Ab­schnitt für er­gän­zen­de In­for­ma­tio­nen nach Ar­ti­kel 25 der EU-CLP-Ver­ord­nung an­zu­brin­gen.

5 Be­steht der Na­me der IU­PAC-No­men­kla­tur39 aus über 100 Zei­chen, so darf ein an­de­rer Na­me ver­wen­det wer­den, so­fern die Mel­dung nach Ar­ti­kel 49 so­wohl den in der IU­PAC-No­men­kla­tur auf­ge­führ­ten Na­men als auch den ver­wen­de­ten Na­men um­fasst.

6 Die An­for­de­run­gen von Ab­satz 1 gel­ten als er­füllt, wenn die in­ne­ren Ver­pa­ckun­gen vor oder un­mit­tel­bar nach Ent­fer­nen der Trans­port­ver­pa­ckung ge­kenn­zeich­net wer­den. Die Ver­ant­wor­tung für die Ver­pa­ckung und Kenn­zeich­nung ver­bleibt bei der Her­stel­le­rin.

36 Sie­he Fuss­no­te zu Art. 2 Abs. 4.

37 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 31. Jan. 2018, in Kraft seit 1. März 2018 (AS 2018 801).

38 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 31. Jan. 2018, in Kraft seit 1. März 2018 (AS 2018 801).

39 Sys­tem zur Be­zeich­nung che­mi­scher Stof­fe ge­mä­ss der In­ter­na­tio­na­len Uni­on für rei­ne und an­ge­wand­te Che­mie (IU­PAC): www.iu­pac.org.

Art. 11 Kennzeichnung von Aerosolpackungen  

1 Für Ae­ro­sol­pa­ckun­gen, die nicht in den Gel­tungs­be­reich des LMG40 fal­len, gel­ten zu­sätz­lich zu den Kenn­zeich­nungs­vor­schrif­ten die­ser Ver­ord­nung die Ar­ti­kel 1, 2, 8 Ab­sät­ze 1 und 1aso­wie die Punk­te 1.8, 1.9 und 1.10, die ein­lei­ten­de Be­stim­mung der Zif­fer 2 so­wie die Punk­te 2.2 und 2.3 des An­hangs der Richt­li­nie 75/324/EWG41.42

2 Bei Ae­ro­sol­pa­ckun­gen, die nicht ge­fähr­lich im Sin­ne von Ar­ti­kel 3 sind, müs­sen der Na­me und die Adres­se der Her­stel­le­rin an­ge­ge­ben wer­den. Wird ei­ne sol­che Ae­ro­sol­pa­ckung aus ei­nem EWR-Mit­glieds­staat ein­ge­führt, so kann der Na­me der Her­stel­le­rin durch den Na­men der Per­son, die für das In­ver­kehr­brin­gen im EWR zu­stän­dig ist, er­setzt wer­den.

40 SR 817.0

41 Sie­he Fuss­no­te zu Art. 2 Abs. 4.

42 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 31. Jan. 2018, in Kraft seit 1. März 2018 (AS 2018 801).

Art. 12 Ausnahmen von den Kennzeichnungsvorschriften  

1 Die An­mel­de­stel­le kann im Ein­ver­neh­men mit den Be­ur­tei­lungs­stel­len Aus­nah­men von den Kenn­zeich­nungs­vor­schrif­ten für be­stimm­te Stof­fe oder Zu­be­rei­tun­gen oder für be­stimm­te Grup­pen von Stof­fen oder Zu­be­rei­tun­gen ge­wäh­ren und zu­las­sen, dass die­se nicht oder in ei­ner an­de­ren ge­eig­ne­ten Form ge­kenn­zeich­net wer­den, wenn:

a.
ge­rin­ge Ab­mes­sun­gen oder ei­ne an­de­re un­güns­ti­ge Be­schaf­fen­heit der Ver­pa­ckung ei­ne Kenn­zeich­nung nach Ar­ti­kel 10ver­un­mög­li­chen;
b.
der Stoff oder die Zu­be­rei­tung in so ge­rin­ger Men­ge ab­ge­ge­ben wird, dass er oder sie un­ter Be­rück­sich­ti­gung der Ge­fah­re­nei­gen­schaf­ten kein Ri­si­ko für Mensch und Um­welt dar­stellt; oder
c.
der Stoff oder die Zu­be­rei­tung nicht in den Gel­tungs­be­reich der EU-CLP-Ver­ord­nung43 fällt.

2 Sie er­lässt ei­ne Ver­fü­gung auf be­grün­de­ten An­trag hin oder er­lässt ei­ne All­ge­mein­ver­fü­gung.

3 Sie führt ei­ne Lis­te der ge­währ­ten Aus­nah­men und ver­öf­fent­licht sie auf ih­rer Web­si­te.

43 Sie­he Fuss­no­te zu Art. 2 Abs. 4.

Art. 1344  

44 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. III 1 der V vom 22. März 2017, mit Wir­kung seit 1. Mai 2017 (AS 20172593).

Art. 14 Verwendung einer alternativen chemischen Bezeichnung  

1 Die Her­stel­le­rin ei­ner Zu­be­rei­tung kann für einen Stoff ei­ne al­ter­na­ti­ve che­mi­sche Be­zeich­nung ver­wen­den, wenn:

a.
sie nach­weist, dass die An­ga­be der Be­zeich­nung ei­nes Stoffs auf der Eti­ket­te oder dem Si­cher­heits­da­ten­blatt ih­re Be­triebs- oder Ge­schäfts­ge­heim­nis­se, ins­be­son­de­re ihr geis­ti­ges Ei­gen­tum, ge­fähr­den wür­de; und
b.
der Stoff den Kri­te­ri­en nach An­hang I Ab­schnitt 1.4 der EU-CLP-Ver­ord­nung in der ge­mä­ss An­hang 2 Zif­fer 1 mass­ge­ben­den Fas­sung ent­spricht.

2 Die al­ter­na­ti­ve che­mi­sche Be­zeich­nung ent­spricht ei­nem Na­men, der die wich­tigs­ten funk­tio­nel­len Grup­pen nennt, oder ei­nem Er­satz­na­men.

3 Will die Her­stel­le­rin ei­ne al­ter­na­ti­ve che­mi­sche Be­zeich­nung ver­wen­den, so muss sie bei der An­mel­de­stel­le ein schrift­li­ches Ge­such ein­rei­chen.

4 Die Ver­wen­dung ei­ner al­ter­na­ti­ven che­mi­schen Be­zeich­nung ei­nes Stoffs kann nur be­an­tragt wer­den für ei­ne Zu­be­rei­tung:

a.
in ei­ner be­stimm­ten Zu­sam­men­set­zung;
b.
mit ei­nem be­stimm­ten Han­dels­na­men oder ei­ner be­stimm­ten Be­zeich­nung; und
c.
für be­stimm­te Ver­wen­dungs­zwe­cke.

5 Die Be­wil­li­gung zur Ver­wen­dung ei­ner al­ter­na­ti­ven che­mi­schen Be­zeich­nung wird der Her­stel­le­rin ge­währt; sie ist nicht über­trag­bar.

6 Wäh­rend der ers­ten sechs Jah­re nach der Mel­dung, Mit­tei­lung oder An­mel­dung ei­nes neu­en Stoffs ist für die Her­stel­le­rin und die be­ruf­li­chen Ver­wen­de­rin­nen der­sel­ben Lie­fer­ket­te für die Ver­wen­dung ei­ner al­ter­na­ti­ven che­mi­schen Be­zeich­nung kei­ne Be­wil­li­gung er­for­der­lich. Da­nach muss die che­mi­sche Be­zeich­nung nach Ar­ti­kel 18 Ab­satz 2 der EU-CLP-Ver­ord­nung45 ver­wen­det wer­den, oder es muss ein Ge­such um Ver­wen­dung ei­ner al­ter­na­ti­ven che­mi­schen Be­zeich­nung ein­ge­reicht wer­den.46

45 Sie­he Fuss­no­te zu Art. 2 Abs. 4.

46 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 31. Jan. 2018, in Kraft seit 1. März 2018 (AS 2018 801).

Art. 15 Gesuch um Verwendung einer alternativen chemischen Bezeichnung  

1 Das Ge­such um Ver­wen­dung ei­ner al­ter­na­ti­ven che­mi­schen Be­zeich­nung ei­nes Stoffs in ei­ner Zu­be­rei­tung muss in ei­ner Amtss­pra­che oder auf Eng­lisch und in dem von der An­mel­de­stel­le ver­lang­ten For­mat elek­tro­nisch ein­ge­reicht wer­den. Das Be­gleit­schrei­ben muss in ei­ner Amtss­pra­che ein­ge­reicht wer­den.

2 Das Ge­such muss ent­hal­ten:

a.
den Na­men, die Adres­se und die Te­le­fon­num­mer der Her­stel­le­rin;
b.
fol­gen­de An­ga­ben zu den­je­ni­gen Stof­fen, de­ren Iden­ti­tät im Rah­men der Kenn­zeich­nung ge­heim ge­hal­ten wer­den soll:
1.
die che­mi­sche Be­zeich­nung,
2.
die vom Che­mi­cal Ab­stract Ser­vice fest­ge­leg­te Num­mer (CAS-Nr.)47,
3.
die EG-Nr.;
c.
den Er­satz­na­men des Stoffs;
d.
die Be­grün­dung für das Ge­such;
e.
den Han­dels­na­men oder die Be­zeich­nung der Zu­be­rei­tung;
f.
die An­ga­ben zu den In­haltss­tof­fen nach den Be­stim­mun­gen über das Si­cher­heits­da­ten­blatt;
g.
die Ein­stu­fung der Zu­be­rei­tung;
h.
die Kenn­zeich­nung der Zu­be­rei­tung;
i.
die Ver­wen­dungs­zwe­cke der Zu­be­rei­tung;
j.
den Ag­gre­gats­zu­stand;
k.
ge­ge­be­nen­falls das Si­cher­heits­da­ten­blatt.

3 Die An­mel­de­stel­le ent­schei­det im Ein­ver­neh­men mit den Be­ur­tei­lungs­stel­len über das Ge­such.

47 Die CAS-Nr. kann im In­ter­net bei der ECHA un­ter www.echa.eu­ro­pa.eu > In­for­ma­tio­nen über Che­mi­ka­li­en > EC In­ven­to­ry kos­ten­los ab­ge­ru­fen wer­den.

Art. 15a Eindeutiger Rezepturidentifikator 48  

1 Bringt ei­ne Her­stel­le­rin ei­ne für pri­va­te Ver­wen­de­rin­nen be­stimm­te Zu­be­rei­tung in Ver­kehr, die auf­grund der von ihr aus­ge­hen­den phy­si­ka­li­schen Ge­fah­ren oder Ge­sund­heits­ge­fah­ren als ge­fähr­lich ein­ge­stuft ist, so muss sie die Zu­be­rei­tung mit ei­nem ein­deu­ti­gen Re­zep­tu­ri­den­ti­fi­ka­tor (UFI) ver­se­hen.

2 Sie muss den UFI mit dem elek­tro­ni­schen Sys­tem er­zeu­gen, das von der An­mel­de­stel­le zur Ver­fü­gung ge­stellt wird. Da­von kann ab­ge­se­hen wer­den, wenn die Zu­be­rei­tung aus ei­nem EWR-Mit­glieds­staat ein­ge­führt wird und be­reits mit ei­nem UFI aus­ge­stat­tet ist.49

3 Der UFI muss auf der Kenn­zeich­nung so an­ge­bracht sein, dass er leicht sicht­bar ist; ihm muss das Akro­nym «UFI» in Gross­buch­sta­ben vor­an­ste­hen.

4 Un­ter­liegt die Zu­be­rei­tung nicht der Mel­de­pflicht nach Ar­ti­kel 54, so sind die Ab­sät­ze 1–3 nicht an­wend­bar.

48 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 31. Jan. 2018, in Kraft seit 1. März 2018 (AS 2018 801).

49 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 1 der V vom 17. April 2019, in Kraft seit 1. Ju­ni 2019 (AS 2019 1495).

4. Abschnitt: Expositionsszenarien und Sicherheitsdatenblatt für Stoffe und Zubereitungen

Art. 16 Pflicht zur Erstellung eines Expositionsszenarios  

1 Die Her­stel­le­rin ei­nes al­ten Stoffs, der die Kri­te­ri­en nach Ar­ti­kel 14 Ab­satz 4 der EU-RE­ACH-Ver­ord­nung50 er­füllt und als sol­cher in ei­ner Ge­samt­men­ge von 10 Ton­nen oder mehr pro Jahr an Drit­te ab­ge­ge­ben wird, muss für je­de iden­ti­fi­zier­te Ver­wen­dung des Stoffs ein Ex­po­si­ti­onss­ze­na­rio er­stel­len.

2 Wer einen Stoff be­zieht, für den Ex­po­si­ti­onss­ze­na­ri­en er­stellt wur­den, und die­sen in ei­ner Men­ge von 1 Ton­ne oder mehr pro Jahr als Stoff oder in ei­ner Zu­be­rei­tung ge­werb­lich an Drit­te ab­gibt für ei­ne Ver­wen­dung, die im Si­cher­heits­da­ten­blatt nicht be­schrie­ben ist, muss für die­se Ver­wen­dung ein Ex­po­si­ti­onss­ze­na­rio er­stel­len.

3 Ab­satz 2 gilt nicht, wenn:

a.
das Ex­po­si­ti­onss­ze­na­rio für die neue Ver­wen­dung aus­sch­liess­lich Be­din­gun­gen um­fas­sen wür­de, die im Ex­po­si­ti­onss­ze­na­rio des Si­cher­heits­da­ten­blatts be­schrie­ben sind;
b.
der Stoff in der Zu­be­rei­tung in ei­ner Kon­zen­tra­ti­on ent­hal­ten ist, die un­ter den Gren­zen nach Ar­ti­kel 27 Ab­satz 3 liegt; oder
c.
der Stoff für Zwe­cke der pro­dukt- und ver­fah­rens­ori­en­tier­ten For­schung und Ent­wick­lung ver­wen­det wird.

50 Sie­he Fuss­no­te zu Art. 2 Abs. 4.

Art. 17 Anforderungen an die Erstellung des Expositionsszenarios  

Die Ex­po­si­ti­onss­ze­na­ri­en müs­sen nach den Be­stim­mun­gen von An­hang I Ab­schnitt 5.1 der EU-RE­ACH-Ver­ord­nung51 er­stellt wer­den.

51 Sie­he Fuss­no­te zu Art. 2 Abs. 4.

Art. 18 Zweck des Sicherheitsdatenblatts  

Das Si­cher­heits­da­ten­blatt dient da­zu, be­ruf­li­che Ver­wen­de­rin­nen und Händ­le­rin­nen in den Stand zu ver­set­zen, die für den Ge­sund­heits­schutz und die Si­cher­heit am Ar­beits­platz so­wie den Um­welt­schutz er­for­der­li­chen Mass­nah­men zu tref­fen.

Art. 19 Pflicht zur Erstellung eines Sicherheitsdatenblatts  

Die Her­stel­le­rin muss ein Si­cher­heits­da­ten­blatt für fol­gen­de Stof­fe und Zu­be­rei­tun­gen er­stel­len, so­weit ei­ne Pflicht zur Über­mitt­lung nach Ar­ti­kel 21 be­steht:

a.
ge­fähr­li­che Stof­fe und Zu­be­rei­tun­gen;
b.52
PBT- oder vPvB-Stof­fe;
c.
Stof­fe nach An­hang 3;
d.
Zu­be­rei­tun­gen, die nicht ge­fähr­lich im Sin­ne von Ar­ti­kel 3 sind und min­des­tens einen der fol­gen­den Stof­fe ent­hal­ten:
1.
einen ge­sund­heits­ge­fähr­den­den oder um­welt­ge­fähr­li­chen Stoff in ei­ner Ein­zel­kon­zen­tra­ti­on von ≥ 1,0 Ge­wichtspro­zent (nicht gas­för­mi­ge Zu­be­rei­tun­gen) be­zie­hungs­wei­se von ≥ 0,2 Vo­lu­men­pro­zent (gas­för­mi­ge Zu­be­rei­tun­gen),
2.53
einen kar­zi­no­ge­nen Stoff der Ka­te­go­rie 2, einen re­pro­duk­ti­ons­to­xi­schen Stoff der Ka­te­go­rie 1A, 1B oder 2, ein Hautall­er­gen der Ka­te­go­rie 1, ein In­ha­la­ti­ons­all­er­gen der Ka­te­go­rie 1, einen Stoff, der Wir­kun­gen auf oder über die Lak­ta­ti­on hat, oder einen PBT- oder vPvB-Stoff in ei­ner Ein­zel­kon­zen­tra­ti­on von ≥ 0,1 Ge­wichtspro­zent,
3.
einen Stoff nach An­hang 3 in ei­ner Ein­zel­kon­zen­tra­ti­on von ≥ 0,1 Ge­wichtspro­zent,
4.54
einen Stoff, für den ein Grenz­wert für die Ex­po­si­ti­on am Ar­beits­platz in der Richt­li­nie 2000/39/EG55, 2006/15/EG56, 2009/161/EU57, (EU) 2017/16458 oder (EU) 2019/183159 fest­ge­legt ist.

52 Be­rich­ti­gung vom 4. Ju­ni 2019 (AS 2019 1647).

53 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 31. Jan. 2018, in Kraft seit 1. März 2018 (AS 2018 801).

54 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 der V vom 18. Nov. 2020, in Kraft seit 15. Dez. 2020 (AS 2020 5125).

55 Richt­li­nie 2000/39/EG der Kom­mis­si­on vom 8. Ju­ni 2000 zur Fest­le­gung ei­ner ers­ten Lis­te von Ar­beits­platz-Richt­grenz­wer­ten in Durch­füh­rung der Richt­li­nie 98/24/EG des Ra­tes zum Schutz von Ge­sund­heit und Si­cher­heit der Ar­beit­neh­mer vor der Ge­fähr­dung durch che­mi­sche Ar­beitss­tof­fe bei der Ar­beit, ABl. L 142 vom 16.6.2000, S. 47; zu­letzt ge­än­dert durch Richt­li­nie 2009/161/EU, ABl. L 338 vom 19.12.2009, S. 87.

56 Richt­li­nie 2006/15/EG der Kom­mis­si­on vom 7. Fe­bru­ar 2006 zur Fest­le­gung ei­ner zwei­ten Lis­te von Ar­beits­platz-Richt­grenz­wer­ten in Durch­füh­rung der Richt­li­nie 98/24/EG des Ra­tes und zur Än­de­rung der Richt­li­ni­en 91/322/EWG und 2000/39/EG, Fas­sung ge­mä­ss ABl. L 38 vom 9.2.2006, S. 36.

57 Richt­li­nie 2009/161/EU der Kom­mis­si­on vom 17. De­zem­ber 2009 zur Fest­le­gung ei­ner drit­ten Lis­te von Ar­beits­platz-Richt­grenz­wer­ten in Durch­füh­rung der Richt­li­nie 98/24/EG des Ra­tes und zur Än­de­rung der Richt­li­nie 2000/39/EG, Fas­sung ge­mä­ss ABl. L 338 vom 19.12.2009, S. 87.

58 Richt­li­nie (EU) 2017/164 der Kom­mis­si­on vom 31. Ja­nu­ar 2017 zur Fest­le­gung ei­ner vier­ten Lis­te von Ar­beits­platz-Richt­grenz­wer­ten in Durch­füh­rung der Richt­li­nie 98/24/EG des Ra­tes und zur Än­de­rung der Richt­li­ni­en 91/322/EWG, 2000/39/EG und 2009/161/EU der Kom­mis­si­on, Fas­sung ge­mä­ss ABl. L 27 vom 1.2.2017, S. 115.

59 Richt­li­nie (EU) 2019/1831 der Kom­mis­si­on vom 24. No­vem­ber 2019 zur Fest­le­gung ei­ner fünf­ten Lis­te von Ar­beits­platz-Richt­grenz­wer­ten in Durch­füh­rung der Richt­li­nie 98/24/EG des Ra­tes und zur Än­de­rung der Richt­li­nie 2000/39/EG der Kom­mis­si­on, Fas­sung ge­mä­ss ABl. L 279 vom 31.10.2019, S. 31.

Art. 20 Anforderungen an die Erstellung des Sicherheitsdatenblatts  

1 Das Si­cher­heits­da­ten­blatt muss nach den in An­hang 2 Zif­fer 3 ge­nann­ten tech­ni­schen Vor­schrif­ten er­stellt wer­den.

2 Dem Si­cher­heits­da­ten­blatt müs­sen die Ex­po­si­ti­onss­ze­na­ri­en, die nach Ar­ti­kel 16 er­stellt wer­den oder im Stoff­si­cher­heits­be­richt (Art. 28) ent­hal­ten sind bei­ge­fügt wer­den; die In­for­ma­tio­nen nach den Ab­schnit­ten 1, 7, 8 und 13 des Si­cher­heits­da­ten­blatts müs­sen den Ver­wen­dun­gen in den Ex­po­si­ti­onss­ze­na­ri­en ent­spre­chen.

3 Das EDI kann im Ein­ver­neh­men mit dem UVEK und dem WBF die für die Er­stel­lung von Si­cher­heits­da­ten­blät­tern er­for­der­li­chen fach­li­chen Kennt­nis­se fest­le­gen.

Art. 21 Pflicht zur Übermittlung des Sicherheitsdatenblatts  

1 Wer Stof­fe oder Zu­be­rei­tun­gen nach Ar­ti­kel 19 ge­werb­lich an be­ruf­li­che Ver­wen­de­rin­nen oder an Händ­le­rin­nen ab­gibt, muss die­sen ein ak­tu­el­les Si­cher­heits­da­ten­blatt über­mit­teln. Im De­tail­han­del muss das Si­cher­heits­da­ten­blatt auf Ver­lan­gen über­mit­telt wer­den.

2 Das Si­cher­heits­da­ten­blatt muss über­mit­telt wer­den:

a.
bei der Ab­ga­be ei­nes Stoffs oder ei­ner Zu­be­rei­tung nach Ar­ti­kel 19 Buch­sta­ben a–c: spä­tes­tens bei der ers­ten Ab­ga­be und auf Ver­lan­gen bei wei­te­ren Ab­ga­ben;
b.
bei der Ab­ga­be ei­ner Zu­be­rei­tung nach Ar­ti­kel 19 Buch­sta­ben d: auf Ver­lan­gen.

3 Das Si­cher­heits­da­ten­blatt muss wie folgt über­mit­telt wer­den:

a.
kos­ten­los;
b.
in den von der be­ruf­li­chen Ver­wen­de­rin oder der Händ­le­rin ge­wünsch­ten Amtss­pra­chen oder, im ge­gen­sei­ti­gen Ein­ver­neh­men, in ei­ner an­de­ren Spra­che; der An­hang zum Si­cher­heits­da­ten­blatt kann in Eng­lisch ab­ge­fasst wer­den;
c.
auf Pa­pier oder elek­tro­nisch; auf Ver­lan­gen der be­ruf­li­chen Ver­wen­de­rin oder der Händ­le­rin ist das Si­cher­heits­da­ten­blatt auf Pa­pier zu über­mit­teln.
Art. 22 Aktualisierung des Sicherheitsdatenblatts  

1 Lie­gen wich­ti­ge neue In­for­ma­tio­nen über einen Stoff oder ei­ne Zu­be­rei­tung vor, so muss die Her­stel­le­rin das ent­spre­chen­de Si­cher­heits­da­ten­blatt um­ge­hend ak­tua­li­sie­ren.

2 Die Ab­ge­be­rin muss das ak­tua­li­sier­te Si­cher­heits­da­ten­blatt den be­ruf­li­chen Ver­wen­de­rin­nen oder den Händ­le­rin­nen über­mit­teln, de­nen sie den be­tref­fen­den Stoff oder die be­tref­fen­de Zu­be­rei­tung in den letz­ten zwölf Mo­na­ten ab­ge­ge­ben hat.

3 Ab­satz 2 gilt nicht für Si­cher­heits­da­ten­blät­ter, die im De­tail­han­del ab­ge­ge­ben wor­den sind.

Art. 23 Pflicht zur Aufbewahrung des Sicherheitsdatenblatts  

Die be­ruf­li­che Ver­wen­de­rin oder die Händ­le­rin muss das Si­cher­heits­da­ten­blatt auf­be­wah­ren, so­lan­ge in ih­rem Be­trieb mit dem be­tref­fen­den Stoff oder der be­tref­fen­den Zu­be­rei­tung um­ge­gan­gen wird.

2. Kapitel: Anmeldung und Mitteilung neuer Stoffe

1. Abschnitt: Anmeldung neuer Stoffe

Art. 24 Anmeldepflicht  

1 Die Her­stel­le­rin ei­nes neu­en Stoffs oder die Al­lein­ver­tre­te­rin muss den neu­en Stoff bei der An­mel­de­stel­le an­mel­den, be­vor sie ihn erst­mals in Ver­kehr bringt:

a.
als sol­chen;
b.
in ei­ner Zu­be­rei­tung; oder
c.
in ei­nem Ge­gen­stand, aus dem der neue Stoff un­ter nor­ma­len oder ver­nünf­ti­ger­wei­se vor­her­seh­ba­ren Ver­wen­dungs­be­din­gun­gen frei­ge­setzt wer­den soll.

2 Ist ein neu­er Stoff in ei­nem Po­ly­mer als Mo­no­mer, als an­de­rer Stoff in Form von Mo­no­me­rein­hei­ten oder che­misch ge­bun­den ent­hal­ten, so gilt Ab­satz 1 für den Stoff als sol­chen.

3 Die An­mel­de­stel­le kann die An­mel­dung ei­nes in ei­nem Ge­gen­stand ent­hal­te­nen Stoffs ver­lan­gen, wenn es Grün­de zur An­nah­me gibt, dass der Stoff bei der Ver­wen­dung des Ge­gen­stands frei­ge­setzt wer­den kann.

Art. 2560  

60 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 31. Jan. 2018, mit Wir­kung seit 1. März 2018 (AS 2018 801).

Art. 26 Ausnahmen von der Anmeldepflicht  

1 Ei­ne An­mel­dung ist nicht er­for­der­lich für:

a.
Po­ly­me­re so­wie Stof­fe, die als Mo­no­me­rein­hei­ten oder an das Po­ly­mer che­misch ge­bun­den in ei­ner Kon­zen­tra­ti­on von we­ni­ger als 2 Ge­wichtspro­zent ent­hal­ten sind;
b.
Stof­fe, die in der No-lon­ger-Po­ly­mer-Lis­te61 (NLP-Lis­te) auf­ge­führt sind;
c.
Stof­fe, die in Men­gen un­ter 1 Ton­ne pro Jahr in Ver­kehr ge­bracht wer­den;
d.
Stof­fe, die von ei­ner Her­stel­le­rin in Ver­kehr ge­bracht wer­den:
1.
aus­sch­liess­lich zu Zwe­cken der pro­dukt- und ver­fah­rens­ori­en­tier­ten For­schung und Ent­wick­lung,
2.
höchs­tens in der für den ge­nann­ten Zweck er­for­der­li­chen Men­ge, und
3.
höchs­tens wäh­rend fünf Jah­ren; auf be­grün­de­ten An­trag kann die An­mel­de­stel­le im Ein­ver­neh­men mit den Be­ur­tei­lungs­stel­len die­se Frist um wei­te­re fünf oder zehn Jah­re ver­län­gern;
e.
Stof­fe, die aus­sch­liess­lich als Aus­gangs-, Wirk- und Zu­satz­stof­fe in Le­bens­mit­teln, Heil­mit­teln und Fut­ter­mit­teln ver­wen­det wer­den;
f.
Stof­fe, die in der Schweiz be­zo­gen wer­den;
g.
Zwi­schen­pro­duk­te, so­weit sie kei­ne Mo­no­me­re sind;
h.
Stof­fe, die in An­hang V der EU-RE­ACH-Ver­ord­nung62 auf­ge­führt sind;
i.
Stof­fe, die be­reits von der Her­stel­le­rin an­ge­mel­det und ex­por­tiert wur­den und von der­sel­ben oder von ei­ner an­de­ren Her­stel­le­rin der­sel­ben Lie­fer­ket­te wie­der ein­ge­führt wur­den, wenn die­se nach­wei­sen kann, dass:
1.
es sich um den­sel­ben Stoff han­delt,
2.
ihr für den ex­por­tier­ten Stoff ein Si­cher­heits­da­ten­blatt nach Ar­ti­kel 20 über­mit­telt wur­de, falls dies nach Ar­ti­kel 19 er­for­der­lich ist.

2 Be­steht Grund zur An­nah­me, dass ein be­stimm­ter Stoff, der nach Ab­satz 1 von der An­mel­de­pflicht aus­ge­nom­men ist, ei­ne Ge­fahr für den Men­schen oder die Um­welt dar­stel­len kann, so ver­langt die An­mel­de­stel­le auf An­trag ei­ner Be­ur­tei­lungs­stel­le von der Her­stel­le­rin die Vor­la­ge be­stimm­ter Prüf­be­rich­te. Für die­se Prüf­be­rich­te dür­fen nicht wei­ter­ge­hen­de An­ga­ben ver­langt wer­den als die An­ga­ben, die für das tech­ni­sche Dos­sier nach An­hang 4 Zif­fer 8 Buch­sta­be a, Zif­fer 9 Buch­sta­be a und Zif­fer 10 Buch­sta­be a ein­ge­reicht wer­den müs­sen.

3 Ge­fähr­li­che Stof­fe, PBT- oder vPvB-Stof­fe, die nach Ab­satz 1 Buch­sta­ben a–c von der An­mel­de­pflicht aus­ge­nom­men sind, un­ter­lie­gen der Mel­de­pflicht nach Ar­ti­kel 48.63

61 Die NLP-Lis­te kann im In­ter­net bei der ECHA un­ter www.echa.eu­ro­pa.eu > In­for­ma­tio­nen über Che­mi­ka­li­en > EC In­ven­to­ry und In­for­ma­tio­nen über Che­mi­ka­li­en > Re­gis­trier­te Stof­fe > Re­gis­te­red sub­stan­ces in­for­ma­ti­on kos­ten­los ab­ge­ru­fen wer­den.

62 Sie­he Fuss­no­te zu Art. 2 Abs. 4.

63 Be­rich­ti­gung vom 4. Ju­ni 2019 (AS 2019 1647).

Art. 27 Form und Inhalt der Anmeldung  

1 Die An­mel­dung muss in ei­ner Amtss­pra­che oder auf Eng­lisch und in dem von der An­mel­de­stel­le ver­lang­ten For­mat elek­tro­nisch ein­ge­reicht wer­den. Das Be­gleit­schrei­ben muss in ei­ner Amtss­pra­che ein­ge­reicht wer­den.

2 Die An­mel­dung muss fol­gen­de Da­ten und Un­ter­la­gen um­fas­sen:

a.64
die Men­ge, die die An­mel­de­rin in Ver­kehr zu brin­gen be­ab­sich­tigt;
b.
ein tech­ni­sches Dos­sier mit fol­gen­den, in An­hang 4 ge­nau­er auf­ge­führ­ten An­ga­ben:
1.
Iden­ti­tät der An­mel­de­rin,
2.
Iden­ti­tät des Stoffs,
3.
In­for­ma­tio­nen zu Her­stel­lung und Ver­wen­dung,
4.
Ein­stu­fung und Kenn­zeich­nung,
5.
Leit­li­ni­en für die si­che­re Ver­wen­dung,
6.
Be­ur­tei­lung der Ex­po­si­ti­on,
7.
qua­li­fi­zier­te Prü­fungs­zu­sam­men­fas­sun­gen und wei­te­re Da­ten zu den phy­si­ka­lisch-che­mi­schen Ei­gen­schaf­ten,
8.
qua­li­fi­zier­te Prü­fungs­zu­sam­men­fas­sun­genmit Be­zug auf die ge­sund­heits­ge­fähr­den­den Ei­gen­schaf­ten,
9.
qua­li­fi­zier­te Prü­fungs­zu­sam­men­fas­sun­gen mit Be­zug auf die um­welt­ge­fähr­li­chen Ei­gen­schaf­ten;
c.
wenn die in Ver­kehr ge­brach­te Men­ge65 pro Jahr 10 Ton­nen oder mehr ent­spricht: einen Stoff­si­cher­heits­be­richt nach Ar­ti­kel 28;
d.
einen Vor­schlag für ein Si­cher­heits­da­ten­blatt im Fall von ge­fähr­li­chen Stof­fen oder PBT- oder vPvB-Stof­fen;
e.66
al­le ver­füg­ba­ren Un­ter­la­gen und In­for­ma­tio­nen über die Ei­gen­schaf­ten, die Ex­po­si­ti­on und die schäd­li­chen Wir­kun­gen des Stoffs auf Mensch und Um­welt, so­weit die­se nicht be­reits aus dem tech­ni­schen Dos­sier nach Buch­sta­be b her­vor­ge­hen.

3 Ab­satz 2 Buch­sta­be c ist nicht an­wend­bar für neue Stof­fe, die in Form von Zu­be­rei­tun­gen in Ver­kehr ge­bracht wer­den, wenn die Kon­zen­tra­ti­on des Stoffs un­ter fol­gen­den Wer­ten liegt:

a.
den Be­rück­sich­ti­gungs­grenz­wer­ten nach Ar­ti­kel 11 Ab­satz 3 der EU-CLP-Ver­ord­nung67; oder
b.
0,1 Ge­wichtspro­zent bei PBT- oder vPvB-Stof­fen.

4 ...68

5 Die An­mel­de­stel­le kann von der An­mel­de­rin Prüf­be­rich­te ver­lan­gen, die über das tech­ni­sche Dos­sier hin­aus­ge­hen und für die Be­ur­tei­lung des Stoffs re­le­vant sind, so­fern sie vor­han­den sind und mit zu­mut­ba­rem Auf­wand be­schafft wer­den kön­nen.

64 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 31. Jan. 2018, in Kraft seit 1. März 2018 (AS 2018 801).

65 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. I der V vom 31. Jan. 2018, in Kraft seit 1. März 2018 (AS 2018 801). Die­se Änd. wur­de im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.

66 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 31. Jan. 2018, in Kraft seit 1. März 2018 (AS 2018 801).

67 Sie­he Fuss­no­te zu Art. 2 Abs. 4.

68 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 31. Jan. 2018, mit Wir­kung seit 1. März 2018 (AS 2018 801).

Art. 28 Stoffsicherheitsbericht  

Der Stoff­si­cher­heits­be­richt ent­hält die Stoff­si­cher­heits­be­ur­tei­lung ge­mä­ss den Be­stim­mun­gen von An­hang I der EU-RE­ACH-Ver­ord­nung69. Die Stoff­si­cher­heits­be­ur­tei­lung um­fasst fol­gen­de Schrit­te:

a.
Er­mitt­lung schäd­li­cher Wir­kun­gen auf die Ge­sund­heit des Men­schen;
b.
Er­mitt­lung schäd­li­cher Wir­kun­gen durch phy­si­ka­lisch-che­mi­sche Ei­gen­schaf­ten;
c.
Er­mitt­lung schäd­li­cher Wir­kun­gen auf die Um­welt;
d.
Er­mitt­lung der PBT- und der vPvB-Ei­gen­schaf­ten;
e.
falls der Stoff die An­for­de­run­gen nach Ar­ti­kel 14 Ab­satz 4 der EU-RE­ACH-Ver­ord­nung er­füllt:
1.
ei­ne Be­ur­tei­lung der Ex­po­si­ti­on, bei der al­le iden­ti­fi­zier­ten Ver­wen­dun­gen zu be­rück­sich­ti­gen sind,
2.
ei­ne Be­schrei­bung der Ri­si­ken, bei der al­le iden­ti­fi­zier­ten Ver­wen­dun­gen zu be­rück­sich­ti­gen sind.

69 Sie­he Fuss­no­te zu Art. 2 Abs. 4.

2. Abschnitt: Verwendung von Daten früherer Anmelderinnen und Schutzdauer für Daten

Art. 29 Verwendung von Daten früherer Anmelderinnen  

1 Stellt die An­mel­de­stel­le fest, dass ein neu­er Stoff be­reits in der Schweiz an­ge­mel­det wur­de, so teilt sie der An­mel­de­rin die Na­men und Adres­sen der frü­he­ren An­mel­de­rin­nen mit.70

1bis Die An­mel­de­stel­le ver­zich­tet auf Da­ten der An­mel­de­rin und legt die­je­ni­gen ei­ner frü­he­ren An­mel­de­rin zu Grun­de, wenn:

a.
die neue An­mel­de­rin mit ei­ner Zu­gangs­be­schei­ni­gung ei­ner frü­he­ren An­mel­de­rin nach­weist, dass die­se da­mit ein­ver­stan­den ist, dass die An­mel­de­stel­le auf ih­re Da­ten zu­rück­greift; oder
b.
die Schutz­dau­er für die Da­ten ab­ge­lau­fen ist.71

2 Die An­mel­de­rin darf auf fol­gen­de Da­ten frü­he­rer An­mel­de­rin­nen nicht ver­wei­sen:

a.
Iden­ti­tät, Rein­heit und Art der Ver­un­rei­ni­gun­gen des Stoffs;
b.
Un­schäd­lich­ma­chung des Stoffs.

3 Die Re­ge­lun­gen des Wett­be­werbs- und des Im­ma­te­ri­al­gü­ter­rechts wer­den durch die Be­stim­mun­gen die­ses Ab­schnitts nicht be­rührt.

70 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 31. Jan. 2018, in Kraft seit 1. März 2018 (AS 2018 801).

71 Ur­sprüng­lich: Abs. 1.

Art. 30 Schutzdauer für Daten  

1 Die Schutz­dau­er für Da­ten be­trägt 10 Jah­re.

2 Für Da­ten, die nach Ar­ti­kel 47 nach­ge­reicht wer­den müs­sen, be­trägt die Schutz­dau­er 5 Jah­re. Ist die Schutz­dau­er für ein­ge­reich­te Da­ten nach Ab­satz 1 noch nicht ab­ge­lau­fen, so ver­län­gert sich die Schutz­dau­er für die nach­ge­reich­ten Da­ten ent­spre­chend.

Art. 31 Voranfragepflicht zur Vermeidung von Versuchen an Wirbeltieren 72  

1 Wer im Hin­blick auf ei­ne An­mel­dung Ver­su­che an Wir­bel­tie­ren plant, muss bei der An­mel­de­stel­le schrift­lich an­fra­gen, ob über die­se Tier­ver­su­che be­reits Da­ten vor­lie­gen.

2 Die An­fra­ge muss An­ga­ben ent­hal­ten über:

a.
die Iden­ti­tät des Stoffs nach Ar­ti­kel 27 Ab­satz 2 Buch­sta­be b Zif­fer 2;
b.
die Men­ge des Stoffs, die die An­fra­gen­de in Ver­kehr zu brin­gen be­ab­sich­tigt.

3 Ver­fügt die An­mel­de­stel­le be­reits über aus­rei­chen­de Da­ten aus frü­he­ren Ver­su­chen an Wir­bel­tie­ren und ist kei­ne der Vor­aus­set­zun­gen nach Ar­ti­kel 29 Ab­satz 1bis er­füllt, so:

a.
teilt sie den frü­he­ren An­mel­de­rin­nen die be­ab­sich­tig­te Ver­wen­dung der Da­ten durch die neue An­mel­de­rin so­wie de­ren Na­me und Adres­se mit; und
b.
legt sie der neu­en An­mel­de­rin die Na­men und Adres­sen der frü­he­ren An­mel­de­rin­nen of­fen.

4 Stu­di­en mit Ver­su­chen an Wir­bel­tie­ren dür­fen nicht wie­der­holt wer­den.

72 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 31. Jan. 2018, in Kraft seit 1. März 2018 (AS 2018 801).

Art. 32 Entschädigungsanspruch für die gemeinsame Nutzung von Daten aus früheren Versuchen an Wirbeltieren 73  

1 Die frü­he­ren An­mel­de­rin­nen ha­ben An­spruch auf ei­ne an­ge­mes­se­ne Ent­schä­di­gung durch die neue An­mel­de­rin für die Ver­wen­dung ih­rer Da­ten aus frü­he­ren Ver­su­chen an Wir­bel­tie­ren, wenn die Schutz­dau­er für die­se Da­ten noch nicht ab­ge­lau­fen ist.

2 Die An­mel­de­rin­nen be­mü­hen sich selbst­stän­dig um ei­ne Ei­ni­gung über die ge­mein­sa­me Da­ten­nut­zung und die Ent­schä­di­gung. Sie kön­nen ein Schieds­gut­ach­ten ein­ho­len.

3 Kommt kei­ne Ei­ni­gung zu­stan­de, so kann die neue An­mel­de­rin bei der An­mel­de­stel­le den Er­lass ei­ner Ver­fü­gung über die Hö­he der Ent­schä­di­gung be­an­tra­gen; der An­trag kann frü­he­s­tens vier Mo­na­te nach Ein­gang der Mit­tei­lung nach Ar­ti­kel 31 Ab­satz 3 er­fol­gen. Die neue An­mel­de­rin in­for­miert die frü­he­ren An­mel­de­rin­nen über ih­ren An­trag.

4 Die An­mel­de­stel­le er­lässt die Ver­fü­gung über die Hö­he der Ent­schä­di­gung spä­tes­tens 60 Ta­ge nach Ein­gang des An­trags nach Ab­satz 3. Wird ihr ein Schieds­gut­ach­ten vor­ge­legt, so ist sie dar­an ge­bun­den, es sei denn, die Par­tei­en brin­gen in­nert 30 Ta­gen Ein­wän­de im Sin­ne von Ar­ti­kel 189 Ab­satz 3 der Zi­vil­pro­zess­ord­nung74 vor. Be­steht kein Schieds­gut­ach­ten, so be­rück­sich­tigt die An­mel­de­stel­le bei ih­rer Ver­fü­gung ins­be­son­de­re:

a.
den von den frü­he­ren An­mel­de­rin­nen be­leg­ten Auf­wand zur Er­lan­gung der Un­ter­su­chungs­er­geb­nis­se;
b.
die ver­blei­ben­de Schutz­dau­er für die be­tref­fen­den Da­ten.

73 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 31. Jan. 2018, in Kraft seit 1. März 2018 (AS 2018 801).

74 SR 272

Art. 33 Verwendung von Daten aus früheren Versuchen an Wirbeltieren 75  

Die An­mel­de­stel­le ver­wen­det die Da­ten aus frü­he­ren Ver­su­chen an Wir­bel­tie­ren für die An­mel­dung nach Ar­ti­kel 24, vor­be­hält­lich an­de­rer Ver­ein­ba­run­gen zwi­schen den An­mel­de­rin­nen, so­bald:

a.
die neue An­mel­de­rin und die frü­he­ren An­mel­de­rin­nen ei­ne Ver­ein­ba­rung über die ge­mein­sa­me Nut­zung der Da­ten und die Ent­schä­di­gung ge­trof­fen ha­ben oder die An­mel­de­stel­le ei­ne ent­spre­chen­de Ver­fü­gung er­las­sen hat; und
b.
die neue An­mel­de­rin die Ent­schä­di­gung be­zahlt oder sich durch mit Un­ter­schrift be­kräf­tig­ter Schuld­an­er­ken­nung da­zu ver­pflich­tet hat.

75 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 31. Jan. 2018, in Kraft seit 1. März 2018 (AS 2018 801).

3. Abschnitt: Mitteilung neuer Stoffe für die produkt- und verfahrensorientierte Forschung und Entwicklung

Art. 34 Mitteilungspflicht  

Be­trägt die in Ver­kehr ge­brach­te Men­gepro Jahr 1 Ton­ne oder mehr und ist die­ser neue Stoff nach Ar­ti­kel 26 Ab­satz 1 Buch­sta­be d nicht an­mel­de­pflich­tig, so muss die Her­stel­le­rin oder ih­re Al­lein­ver­tre­te­rin der An­mel­de­stel­le ei­ne Mit­tei­lung ma­chen, be­vor sie den neu­en Stoff als sol­chen oder als In­haltss­toff ei­ner Zu­be­rei­tung oder ei­nes Ge­gen­stan­des, aus dem er un­ter nor­ma­len oder ver­nünf­ti­ger­wei­se vor­her­seh­ba­ren Ver­wen­dungs­be­din­gun­gen frei­ge­setzt wer­den soll, erst­mals in Ver­kehr bringt.

Art. 35 Form und Inhalt der Mitteilung  

1 Die Mit­tei­lung muss in ei­ner Amtss­pra­che oder auf Eng­lisch und in dem von der An­mel­de­stel­le ver­lang­ten For­mat elek­tro­nisch ein­ge­reicht wer­den. Das Be­gleit­schrei­ben muss in ei­ner Amtss­pra­che ein­ge­reicht wer­den.

2 Die Mit­tei­lung muss fol­gen­de Da­ten und Un­ter­la­gen um­fas­sen:

a.
Na­me und Adres­se der Her­stel­le­rin;
b.
falls die Her­stel­le­rin den Stoff ein­ge­führt hat: Na­me und Adres­se der aus­län­di­schen Her­stel­le­rin;
c.
die we­sent­li­chen An­ga­ben zur Iden­ti­tät des Stoffs;
d.
die Ver­wen­dungs­zwe­cke;
e.
die vor­aus­sicht­li­che Men­ge des Stoffs, die die Her­stel­le­rin jähr­lich in der Schweiz in Ver­kehr brin­gen wird;
f.
die vor­ge­se­he­ne Ein­stu­fung und Kenn­zeich­nung;
g.
das For­schungs­pro­gramm und ei­ne Lis­te der Per­so­nen, an die der Stoff ab­ge­ge­ben wer­den soll;
h.
bei ge­fähr­li­chen Stof­fen oder PBT- oder vPvB-Stof­fen: einen Vor­schlag für ein Si­cher­heits­da­ten­blatt.

3 Die An­mel­de­stel­le kann von der Her­stel­le­rin oder der Al­lein­ver­tre­te­rin Prüf­be­rich­te ver­lan­gen, die für die Be­ur­tei­lung des Stoffs re­le­vant sind, so­fern die Prüf­be­rich­te vor­han­den sind und mit zu­mut­ba­rem Auf­wand be­schafft wer­den kön­nen.

4. Abschnitt: Verfahren bei Anmeldung und Mitteilung

Art. 36 Eingangsbestätigung und Weiterleitung der Unterlagen  

1 Die An­mel­de­stel­le be­stä­tigt der Her­stel­le­rin oder der Al­lein­ver­tre­te­rin das Da­tum des Ein­gangs der An­mel­dung oder der Mit­tei­lung.

2 Sind die Un­ter­la­gen nicht of­fen­sicht­lich un­voll­stän­dig, so lei­tet sie die­se an die Be­ur­tei­lungs­stel­len wei­ter.

Art. 37 Überprüfung der Anmeldung oder Mitteilung  

1 Die Be­ur­tei­lungs­stel­len über­prü­fen in ih­rem Zu­stän­dig­keits­be­reich:

a.
ob die Un­ter­la­gen voll­stän­dig sind oder ob an­dern­falls die von der An­mel­de­rin vor­ge­brach­ten Grün­de stich­hal­tig sind;
b.
ob die An­ga­ben wis­sen­schaft­lich plau­si­bel sind;
c.
ob die Prüf­be­rich­te auf Prü­fun­gen ba­sie­ren, die die An­for­de­run­gen nach Ar­ti­kel 43 er­fül­len.

2 Stellt ei­ne Be­ur­tei­lungs­stel­le bei der Über­prü­fung der An­mel­dungs­un­ter­la­gen fest, dass der Stoff auf­grund sei­ner Ge­fähr­lich­keit, sei­ner Ei­gen­schaf­ten, sei­ner vor­aus­sicht­li­chen Ver­wen­dung oder sei­ner in Ver­kehr ge­brach­ten Men­ge ein be­son­de­res Ri­si­ko für die Ge­sund­heit des Men­schen oder die Um­welt dar­stellt, so kann sie vor der An­nah­me der An­mel­dung ei­ne ge­ziel­te Ri­si­ko­be­wer­tung durch­füh­ren.

3 Die Be­ur­tei­lungs­stel­len tei­len das Er­geb­nis ih­rer Über­prü­fung der An­mel­de­stel­le mit.

Art. 38 Ergänzung der Unterlagen  

1 Stellt die An­mel­de­stel­le fest, dass die Un­ter­la­gen of­fen­sicht­lich un­voll­stän­dig sind, so teilt sie dies der Her­stel­le­rin oder der Al­lein­ver­tre­te­rin un­ver­züg­lich mit.

2 Stellt ei­ne Be­ur­tei­lungs­stel­le fest, dass die Un­ter­la­gen un­voll­stän­dig oder feh­ler­haft sind oder dass für ei­ne Be­ur­tei­lung der mit dem Stoff ver­bun­de­nen Ge­fah­ren und Ri­si­ken zu­sätz­li­che An­ga­ben oder Prü­fun­gen er­for­der­lich sind, so teilt sie dies der An­mel­de­stel­le mit. Die­se for­dert die Her­stel­le­rin oder die Al­lein­ver­tre­te­rin zur Er­gän­zung oder Be­rich­ti­gung auf.

3 Er­mög­licht ei­ne qua­li­fi­zier­te Prü­fungs­zu­sam­men­fas­sung nach Ar­ti­kel 27 Ab­satz 2 Buch­sta­be b Zif­fern 7–9 kei­ne un­ab­hän­gi­ge Be­ur­tei­lung ei­ner be­stimm­ten Prü­fung, so kann die An­mel­de­stel­le den voll­stän­di­gen Prüf­be­richt ver­lan­gen.

4 Die An­mel­de­stel­le be­stä­tigt der Her­stel­le­rin oder der Al­lein­ver­tre­te­rin das Da­tum des Ein­gangs der Er­gän­zun­gen und Be­rich­ti­gun­gen.

Art. 39 Annahme der Anmeldung oder Mitteilung  

1 Die An­mel­de­stel­le ver­fügt die An­nah­me der An­mel­dung oder Mit­tei­lung im Ein­ver­neh­men mit den Be­ur­tei­lungs­stel­len, wenn die Über­prü­fung er­ge­ben hat, dass die An­mel­de- oder Mit­tei­lungs­un­ter­la­gen voll­stän­dig sind und aus­rei­chen, um die mit dem Stoff ver­bun­de­nen Ge­fah­ren und Ri­si­ken zu be­ur­tei­len.

2 Wur­de ei­ne ge­ziel­te Ri­si­ko­be­wer­tung durch­ge­führt, so ent­hält die Ver­fü­gung die an­ge­ord­ne­ten Mass­nah­men zur Ver­min­de­rung der Ri­si­ken.

5. Abschnitt: Berechtigung zum Inverkehrbringen

Art. 40 Inverkehrbringen von anmeldepflichtigen Stoffen  

Ein an­mel­de­pflich­ti­ger Stoff darf in Ver­kehr ge­bracht wer­den, wenn:

a.
die An­mel­de­stel­le die An­nah­me sei­ner An­mel­dung ver­fügt hat; oder
b.
seit dem be­stä­tig­ten Da­tum des Ein­gangs sei­ner An­mel­dung und al­len­falls nach­ge­for­der­ter Er­gän­zun­gen und Be­rich­ti­gun­gen 60 Ta­ge ver­stri­chen sind, oh­ne dass sich die An­mel­de­stel­le da­zu ge­äus­sert hat.
Art. 41 Inverkehrbringen von mitteilungspflichtigen Stoffen  

Ein mit­tei­lungs­pflich­ti­ger Stoff darf in Ver­kehr ge­bracht wer­den, wenn:

a.
die An­mel­de­stel­le die An­nah­me sei­ner Mit­tei­lung ver­fügt hat; oder
b.
seit dem be­stä­tig­ten Da­tum des Ein­gangs der Mit­tei­lung und al­len­falls nach­ge­for­der­ter Er­gän­zun­gen und Be­rich­ti­gun­gen 30 Ta­ge ver­stri­chen sind, oh­ne dass sich die An­mel­de­stel­le da­zu ge­äus­sert hat.

3. Kapitel: Anforderungen an Prüfungen

Art. 42 Grundsatz  

1 Die Her­stel­le­rin muss si­cher­stel­len, dass die Durch­füh­rung der für die Ge­fah­ren- und Ri­si­ko­be­ur­tei­lung von Stof­fen und Zu­be­rei­tun­gen er­for­der­li­chen Prü­fun­gen und die an­ge­wen­de­ten Me­tho­den so­wie die Be­ur­tei­lung der Prü­f­er­geb­nis­se dem Stand von Wis­sen­schaft und Tech­nik ent­spre­chen.

1bis Sie darf kei­ne Ver­su­che an Wir­bel­tie­ren durch­füh­ren, falls die Ge­fah­ren mit­tels an­de­rer Me­tho­den be­wer­tet wer­den kön­nen oder falls der Ver­such aus wis­sen­schaft­li­cher Sicht nicht not­wen­dig ist.76

2 Das EDI, das UVEK und das WBF kön­nen je in ih­rem Be­reich tech­ni­sche Ein­zel­hei­ten re­geln.

76 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 31. Jan. 2018, in Kraft seit 1. März 2018 (AS 2018 801).

Art. 43 Anforderungen  

1 Die Prü­fun­gen zur Be­stim­mung der Ei­gen­schaf­ten von Stof­fen und Zu­be­rei­tun­gen sind nach den Prüf­me­tho­den ge­mä­ss den in An­hang 2 Zif­fer 2 ge­nann­ten tech­ni­schen Vor­schrif­ten durch­zu­füh­ren.

2 An­de­re Prüf­me­tho­den dür­fen an­ge­wen­det wer­den, wenn:

a.
kei­ne Me­tho­de nach Ab­satz 1 vor­ge­schrie­ben ist;
b.
die Her­stel­le­rin be­grün­den kann, dass ei­ne vor­ge­schrie­be­ne Me­tho­de zur Be­stim­mung ei­ner phy­si­ka­lisch-che­mi­schen Ei­gen­schaft nicht ge­eig­net ist; oder
c.
die Me­tho­de in der EU nach Ar­ti­kel 13 Ab­satz 3 der EU-RE­ACH-Ver­ord­nung77 an­er­kannt ist.

3 Wer­den an­de­re Prüf­me­tho­den an­ge­wen­det, so muss die Her­stel­le­rin nach­wei­sen, dass die­se:

a.
zu va­li­den Er­geb­nis­sen füh­ren; und
b.
im Fall von Tier­ver­su­chen dem Tier­schutz ge­büh­rend Rech­nung tra­gen.

4 Die nicht-kli­ni­schen Prü­fun­gen zur Be­stim­mung von ge­sund­heits­ge­fähr­den­den und um­welt­ge­fähr­li­chen Ei­gen­schaf­ten sind un­ter Ein­hal­tung der Grund­sät­ze der Gu­ten La­bor­pra­xis (GLP) nach der Ver­ord­nung vom 18. Mai 200578 über die Gu­te La­bor­pra­xis durch­zu­füh­ren.

5 Sind bei ein­zel­nen Prü­fun­gen die Grund­sät­ze der GLP nicht oder nicht voll­stän­dig ein­ge­hal­ten wor­den, so hat die Per­son, die die Prüf­be­rich­te ein­reicht, dies zu be­grün­den. Die An­mel­de­stel­le ent­schei­det im Ein­ver­neh­men mit den Be­ur­tei­lungs­stel­len, ob sie die­se Prü­f­er­geb­nis­se an­nimmt.

77 Sie­he Fuss­no­te zu Art. 2 Abs. 4.

78 SR 813.112.1

3. Titel: Pflichten der Herstellerin nach dem Inverkehrbringen

1. Kapitel: Berücksichtigung neuer Erkenntnisse für die Beurteilung, Einstufung und Kennzeichnung

Art. 44 Neubeurteilung von Stoffen, Zubereitungen und Gegenständen  

Die Her­stel­le­rin muss Stof­fe und Zu­be­rei­tun­gen so­wie Ge­gen­stän­de mit ge­fähr­li­chen In­haltss­tof­fen neu oder er­gän­zend be­ur­tei­len und sie ge­ge­be­nen­falls neu ein­stu­fen, kenn­zeich­nen und ver­pa­cken, wenn:

a.
sie für an­de­re Zwe­cke ab­ge­ge­ben wer­den sol­len;
b.
sie auf an­de­re Wei­se ver­wen­det wer­den sol­len;
c.
sie in we­sent­lich grös­se­ren Men­gen als bis­her ver­wen­det wer­den sol­len;
d.
Ab­wei­chun­gen in der Art und Men­ge von Ver­un­rei­ni­gun­gen auf­tre­ten, die sich auf den Men­schen oder die Um­welt nach­tei­lig aus­wir­ken kön­nen;
e.
die Ge­fähr­dung des Men­schen oder die Um­welt­ver­träg­lich­keit auf­grund der bis­he­ri­gen Er­fah­run­gen bei der prak­ti­schen An­wen­dung, auf­grund neu­er An­ga­ben oder auf­grund neu­er Er­kennt­nis­se an­ders be­ur­teilt wer­den muss.
Art. 45 Ergänzung und Aufbewahrung der Unterlagen  

1 Die Her­stel­le­rin muss die zur Ver­fü­gung ste­hen­den Un­ter­la­gen lau­fend durch neue ge­sund­heits- und um­welt­re­le­van­te An­ga­ben er­gän­zen, so­lan­ge sie den Stoff, die Zu­be­rei­tung oder den Ge­gen­stand mit ge­fähr­li­chen In­haltss­tof­fen in Ver­kehr bringt.

2 Sie muss die für die Be­ur­tei­lung und Ein­stu­fung ver­wen­de­ten wich­ti­gen Un­ter­la­gen zu­sam­men mit dem Er­geb­nis der Be­ur­tei­lung und der Ein­stu­fung wäh­rend min­des­tens 10 Jah­ren nach dem letzt­ma­li­gen In­ver­kehr­brin­gen auf­be­wah­ren oder für ih­re Ver­füg­bar­keit sor­gen. Mus­ter und Pro­ben muss sie so lan­ge auf­be­wah­ren, wie de­ren Zu­stand ei­ne Aus­wer­tung zu­lässt.

2. Kapitel: Folgeinformationen und zusätzliche Prüfberichte bei neuen Stoffen

Art. 46 Folgeinformationen  

1 Die An­mel­de­rin muss die An­mel­de­stel­le un­ver­züg­lich schrift­lich in­for­mie­ren, wenn:

a.
An­ga­ben nach Ar­ti­kel 27 Ab­satz 2 Buch­sta­be b Zif­fern 1–6 oder nach Ar­ti­kel 35 Ab­satz 2 än­dern;
b.
die in Ver­kehr ge­brach­te Men­ge vor­aus­sicht­lich ei­ne der Men­gen­schwel­len nach Ar­ti­kel 47 Ab­satz 1 er­reicht hat; in die­sem Fall gibt die An­mel­de­rin an, wel­che Prü­fun­gen sie vor­zu­neh­men ge­denkt, um die zu­sätz­li­chen An­ga­ben nach Ar­ti­kel 47 Ab­satz 1 bei­zu­brin­gen;
c.
die in Ver­kehr ge­brach­te Men­ge sich ge­gen­über der zu­letzt ge­mel­de­ten Men­ge mehr als ver­dop­pelt oder mehr als hal­biert hat;
d.
ihr neue Er­kennt­nis­se über die Wir­kung des Stoffs auf den Men­schen oder die Um­welt vor­lie­gen;
e.
sie den Stoff für ei­ne neue Ver­wen­dung in Ver­kehr bringt oder ihr be­kannt ist, dass er für Zwe­cke ver­wen­det wird, die sie der An­mel­de­stel­le nicht be­kannt ge­ge­ben hat;
f.
sie für den Stoff Prüf­be­rich­te er­stellt oder er­stel­len lässt, die über das tech­ni­sche Dos­sier nach Ar­ti­kel 27 Ab­satz 2 Buch­sta­be b hin­aus­ge­hen;
g.
sie wei­te­re Prüf­be­rich­te be­schaf­fen kann, die über das tech­ni­sche Dos­sier nach Ar­ti­kel 27 Ab­satz 2 Buch­sta­be b hin­aus­ge­hen.

2 Die Fol­ge­in­for­ma­tio­nen nach Ab­satz 1 müs­sen in ei­ner Amtss­pra­che oder auf Eng­lisch und in dem von der An­mel­de­stel­le ver­lang­ten For­mat elek­tro­nisch ein­ge­reicht wer­den. Das Be­gleit­schrei­ben muss in ei­ner Amtss­pra­che ein­ge­reicht wer­den.

3 Die Al­lein­ver­tre­te­rin muss si­cher­stel­len, dass sie über ak­tua­li­sier­te An­ga­ben ver­fügt, ins­be­son­de­re über die Stoff­men­gen, die von den von ihr ver­tre­te­nen Im­por­teu­rin­nen jähr­lich ein­ge­führt wer­den.

4 Im­por­teu­rin­nen, die bei der An­mel­dung ei­nes neu­en Stoffs durch ei­ne Al­lein­ver­tre­te­rin ver­tre­ten wer­den, müs­sen die­se jähr­lich über die ein­ge­führ­te Men­ge des be­tref­fen­den Stoffs in­for­mie­ren.

Art. 47 Mengenabhängige Informationsanforderungen  

1 Die An­mel­de­rin muss der An­mel­de­stel­le ge­stützt auf die in Ver­kehr ge­brach­te Men­ge fol­gen­de zu­sätz­li­che An­ga­ben lie­fern:

a.
für Men­gen von 10 Ton­nen oder mehr pro Jahr: die In­for­ma­tio­nen nach An­hang 4 Zif­fer 9 Buch­sta­be b und Zif­fer 10 Buch­sta­be b so­wie einen Stoff­si­cher­heits­be­richt nach Ar­ti­kel28;
b.
für Men­gen von 100 Ton­nen oder mehr pro Jahr: die In­for­ma­tio­nen nach An­hang 4 Zif­fer 8 Buch­sta­be b, Zif­fer 9 Buch­sta­be c, Zif­fer 10 Buch­sta­be c so­wie einen Stoff­si­cher­heits­be­richt nach Ar­ti­kel 28;
c.
für Men­gen von 1000 Ton­nen oder mehr pro Jahr: die In­for­ma­tio­nen nach An­hang 4 Zif­fer 9 Buch­sta­be d, Zif­fer 10 Buch­sta­be d so­wie einen Stoff­si­cher­heits­be­richt nach Ar­ti­kel28.

2 Nach Er­halt der In­for­ma­ti­on nach Ar­ti­kel 46 Ab­satz 1 Buch­sta­be b in­for­miert die An­mel­de­stel­le die An­mel­de­rin ge­mä­ss Ar­ti­kel 31 Ab­satz 379, über wel­che Da­ten sie be­reits ver­fügt.

3 Kön­nen die mit ei­nem Stoff ver­bun­de­nen Ge­fah­ren nicht ge­nü­gend be­ur­teilt wer­den, so ver­langt die An­mel­de­stel­le auf An­trag ei­ner Be­ur­tei­lungs­stel­le von der An­mel­de­rin zu­sätz­li­che Aus­künf­te oder Prü­fun­gen in Be­zug auf den Stoff oder sei­ne Um­wand­lungs­pro­duk­te.

4 Die An­mel­de­stel­le er­stellt nach An­hö­rung der An­mel­de­rin und im Ein­ver­neh­men mit den Be­ur­tei­lungs­stel­len einen Zeit­plan für die Durch­füh­rung der zu­sätz­li­chen Prü­fun­gen.

5 Kommt die An­mel­de­rin der Pflicht zur Vor­la­ge zu­sätz­li­cher Prüf­be­rich­te nicht frist­ge­recht nach, so kann die An­mel­de­stel­le die er­for­der­li­chen Prü­fun­gen auf Kos­ten der An­mel­de­rin vor­neh­men las­sen und nö­ti­gen­falls das wei­te­re In­ver­kehr­brin­gen des Stoffs ver­bie­ten.

79 Der Ver­weis wur­de in An­wen­dung von Art. 12 Abs. 2 des Pu­bli­ka­ti­ons­ge­set­zes vom 18. Ju­ni 2004 (SR 170.512) auf den 1. März 2018 an­ge­passt.

3. Kapitel: Meldepflicht

Art. 48 Meldepflichtige Stoffe und Zubereitungen 80  

1 Die Her­stel­le­rin muss fol­gen­de Stof­fe und Zu­be­rei­tun­gen in­nert drei Mo­na­ten nach dem erst­ma­li­gen In­ver­kehr­brin­gen der An­mel­de­stel­le mel­den:

a.
die in Ar­ti­kel 19 ge­nann­ten Stof­fe und Zu­be­rei­tun­gen, un­ab­hän­gig da­von, ob für die­se ein Si­cher­heits­da­ten­blatt er­stellt wer­den muss;
b.
Nan­o­ma­te­ria­li­en, die nicht un­ter Buch­sta­be a fal­len und die ge­zielt bioper­sis­ten­te Fa­sern oder Röh­ren mit ei­ner Län­ge von mehr als 5 µm ent­hal­ten.

2 Als bioper­sis­tent gel­ten Ma­te­ria­li­en mit ei­ner Was­ser­lös­lich­keit von we­ni­ger als 100 mg pro Li­ter oder mit ei­ner Halb­werts­zeit in der Lun­ge von 40 Ta­gen oder mehr.

80 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 31. Jan. 2018, in Kraft seit 1. März 2018 (AS 2018 801).

Art. 49 Inhalt der Meldung  

Die Mel­dung muss die fol­gen­den An­ga­ben ent­hal­ten:

a.
Na­me und Adres­se der Her­stel­le­rin;
b.
Na­me der für das In­ver­kehr­brin­gen im EWR zu­stän­di­gen Per­son ge­mä­ss Ar­ti­kel 17 Ab­satz 1 Buch­sta­be a der EU-CLP-Ver­ord­nung81, wenn die Iden­ti­tät der Her­stel­le­rin in der Kenn­zeich­nung nicht er­wähnt ist;
c.
bei Stof­fen:
1.
die che­mi­sche Be­zeich­nung nach Ar­ti­kel 18 Ab­satz 2 Buch­sta­ben a–d der EU-CLP-Ver­ord­nung,
2.
die CAS-Nr.,
3.
die EG-Nr.,
4.
die Ein­stu­fung und die Kenn­zeich­nung,
5.
die Ver­wen­dungs­zwe­cke,
6.
bei um­welt­ge­fähr­li­chen Stof­fen: die vor­aus­sicht­li­che jähr­lich in Ver­kehr ge­brach­te Men­ge nach ei­ner der fol­gen­den Ka­te­go­ri­en: we­ni­ger als 1 Ton­ne, 1–10 Ton­nen, 10–100 Ton­nen, mehr als 100 Ton­nen,
7.82
bei Nan­o­ma­te­ria­li­en:
die Zu­sam­men­set­zung, die Teil­chen­form und die mitt­le­re Korn­grös­se so­wie, so­weit vor­han­den, die An­zahl­grös­sen­ver­tei­lung, das spe­zi­fi­sche Ober­flä­chen-Vo­lu­men-Ver­hält­nis, die Kris­tall­struk­tur, den Ag­gre­ga­ti­ons­sta­tus, die Ober­flä­chen­be­schich­tung und die Ober­flä­chen­funk­tio­na­li­sie­rung, und
die vor­aus­sicht­lich jähr­lich in Ver­kehr ge­brach­te Men­ge nach ei­ner der fol­gen­den Ka­te­go­ri­en: we­ni­ger als 1 Ki­lo­gramm, 1–10 Ki­lo­gramm, 10–100 Ki­lo­gramm, 100–1000 Ki­lo­gramm, 1–10 Ton­nen, 10–100 Ton­nen, mehr als 100 Ton­nen,
8.
Hin­weis, ob der Stoff als PBT oder als vPvB gilt,
9.
den im EWR vor­han­de­nen Stoff­si­cher­heits­be­richt, so­fern er von der Her­stel­le­rin mit zu­mut­ba­rem Auf­wand be­schafft wer­den kann;
d.
bei Zu­be­rei­tun­gen:
1.
den Han­dels­na­men,
1a.83
bei Zu­be­rei­tun­gen, die für pri­va­te Ver­wen­de­rin­nen be­stimmt sind und die auf­grund der von ih­nen aus­ge­hen­den phy­si­ka­li­schen Ge­fah­ren oder Ge­sund­heits­ge­fah­ren als ge­fähr­lich ein­ge­stuft sind: den UFI,
2.
die An­ga­ben zu den Be­stand­tei­len nach den Be­stim­mun­gen über das Si­cher­heits­da­ten­blatt,
3.
die Ein­stu­fung und die Kenn­zeich­nung,
4.
die Ver­wen­dungs­zwe­cke,
5.
den Ag­gre­gats­zu­stand,
6.
bei um­welt­ge­fähr­li­chen Zu­be­rei­tun­gen: die vor­aus­sicht­li­che jähr­lich in Ver­kehr ge­brach­te Men­ge nach ei­ner der fol­gen­den Ka­te­go­ri­en: we­ni­ger als 1 Ton­ne, 1–10 Ton­nen, 10– 100 Ton­nen, mehr als 100 Ton­nen,
7.84
bei Zu­be­rei­tun­gen, die Nan­o­ma­te­ria­li­en ent­hal­ten, die im Si­cher­heits­da­ten­blatt an­ge­ge­ben wer­den müs­sen: die Zu­sam­men­set­zung der Nan­o­ma­te­ria­li­en, de­ren Teil­chen­form und mitt­le­re Korn­grös­se so­wie, so­weit vor­han­den, die An­zahl­grös­sen­ver­tei­lung, das spe­zi­fi­sche Ober­flä­chen-Vo­lu­men-Ver­hält­nis, die Kris­tall­struk­tur, den Ag­gre­ga­ti­ons­sta­tus, die Ober­flä­chen­be­schich­tung und die Ober­flä­chen­funk­tio­na­li­sie­rung.

81 Sie­he Fuss­no­te zu Art. 2 Abs. 4.

82 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 31. Jan. 2018, in Kraft seit 1. März 2018 (AS 2018 801).

83 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 31. Jan. 2018, in Kraft seit 1. März 2018 (AS 2018 801).

84 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 31. Jan. 2018, in Kraft seit 1. März 2018 (AS 2018 801).

Art.50 Erweiterte Meldung 85  

Für ge­fähr­li­che Zu­be­rei­tun­gen, die für pri­va­te Ver­wen­de­rin­nen er­hält­lich sind, ist der An­mel­de­stel­le die voll­stän­di­ge Zu­sam­men­set­zung zu mel­den. Be­stand­tei­le, die nicht ge­fähr­lich im Sin­ne von Ar­ti­kel 3 sind, kön­nen mit ei­nem Na­men, der die wich­tigs­ten funk­tio­nel­len Grup­pen nennt, be­nannt wer­den.

85 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 31. Jan. 2018, in Kraft seit 1. März 2018 (AS 2018 801).

Art. 51 Form der Meldung und der erweiterten Meldung  

Die Mel­dung und die er­wei­ter­te Mel­dung ha­ben wie folgt zu er­fol­gen:

a.
elek­tro­nisch in dem von der An­mel­de­stel­le ver­lang­ten For­mat;
b.
in ei­ner Amtss­pra­che oder in Eng­lisch.
Art. 52 Änderungen  

1 Än­de­run­gen der An­ga­ben nach den Ar­ti­keln 49 und 50 müs­sen in­nert 3 Mo­na­ten ge­mel­det wer­den.

2 Weicht die jähr­lich tat­säch­lich ab­ge­ge­be­ne Men­ge um­welt­ge­fähr­li­cher Stof­fe und Zu­be­rei­tun­gen von der ge­mel­de­ten Ka­te­go­rie der in Ver­kehr ge­brach­ten Men­ge ab, so ist die im Vor­jahr in Ver­kehr ge­brach­te Men­ge bis zum 31. März des Fol­ge­jah­res nach den Ka­te­go­ri­en nach Ar­ti­kel 49 Buch­sta­be c Zif­fer 6 und Buch­sta­be d Zif­fer 6 zu mel­den.

Art. 53 Besondere Form der Erfüllung der Meldepflicht  

Die Mel­de­pflich­ten für Zu­be­rei­tun­gen nach Ar­ti­kel 48 gel­ten als er­füllt, wenn ein Ge­such um Ver­wen­dung ei­ner al­ter­na­ti­ven che­mi­schen Be­zeich­nung (Art. 15) ge­stellt wor­den ist und die An­mel­de­stel­le über die In­for­ma­tio­nen ver­fügt, die in Ar­ti­kel 49 Buch­sta­ben a, b und d und ge­ge­be­nen­falls in Ar­ti­kel 50 ver­langt wer­den.

Art. 54 Ausnahmen von der Meldepflicht  

1 Von den Mel­de­pflich­ten nach die­sem Ka­pi­tel aus­ge­nom­men sind:

a.86
Zwi­schen­pro­duk­te, die:
1.
nicht an Drit­te ab­ge­ge­ben wer­den,
2.
den Her­stel­lungs­stand­ort nicht ver­las­sen, oder
3.
in Men­gen un­ter 100 kg pro Jahr in Ver­kehr ge­bracht wer­den;
b.
Stof­fe und Zu­be­rei­tun­gen, die aus­sch­liess­lich für Ana­ly­se-, For­schungs-
oder Bil­dungs­zwe­cke in Ver­kehr ge­bracht wer­den oder an de­nen For­schung und Ent­wick­lung be­trie­ben wird;
c.
Stof­fe und Zu­be­rei­tun­gen, die aus­sch­liess­lich für Le­bens­mit­tel, Heil­mit­tel oder Fut­ter­mit­tel ver­wen­det wer­den;
d.
Dün­ger, die nach der Dün­ger-Ver­ord­nung vom 10. Ja­nu­ar 200187 ei­ner Be­wil­li­gung des Bun­des­am­tes für Land­wirt­schaft (BLW) be­dür­fen oder beim BLW an­ge­mel­det wer­den müs­sen;
e.
Spreng­mit­tel und py­ro­tech­ni­sche Ge­gen­stän­de, die nach der Spreng­stoff­ver­ord­nung vom 27. No­vem­ber 200088 ei­ner Be­wil­li­gung un­ter­lie­gen;
f.
Stof­fe, die in der Schweiz be­zo­gen wer­den;
g.
Zu­be­rei­tun­gen, die in der Schweiz be­zo­gen und in ei­ner an­de­ren als von der ur­sprüng­li­chen Her­stel­le­rin vor­ge­se­he­nen Ver­pa­ckung ab­ge­ge­ben wer­den, so­fern:
1.89
der Han­dels­na­me, die Zu­sam­men­set­zung, der UFI und der Ver­wen­dungs­zweck un­ver­än­dert sind, und
2.
der Na­me der ur­sprüng­li­chen Her­stel­le­rin zu­sätz­lich an­ge­ge­ben wird;
h.
Gas­mi­schun­gen, die aus­sch­liess­lich aus ge­mel­de­ten Ga­sen be­ste­hen;
i.
Zu­be­rei­tun­gen, die nicht ge­fähr­lich im Sin­ne von Ar­ti­kel 3 sind und sich in Ver­pa­ckun­gen von nicht mehr als 200 ml In­halt be­fin­den, wenn sie in der Schweiz her­ge­stellt und di­rekt von der Her­stel­le­rin an die be­ruf­li­che oder pri­va­te Ver­wen­de­rin ab­ge­ge­ben wer­den;
j.
Zu­be­rei­tun­gen, die in Men­gen un­ter 100 kg pro Jahr in Ver­kehr ge­bracht wer­den und aus­sch­liess­lich für be­ruf­li­che Ver­wen­de­rin­nen be­stimmt sind;
k.90
Stof­fe, die die Her­stel­le­rin nach Ar­ti­kel 24 an­ge­mel­det hat.

2 Von den Mel­de­pflich­ten nach die­sem Ka­pi­tel nicht aus­ge­nom­men sind:

a.
Zwi­schen­pro­duk­te nach Ab­satz 1 Buch­sta­be a in Form von Mo­no­me­ren, die neue Stof­fe sind;
b.
Zu­be­rei­tun­gen nach Ab­satz 1 Buch­sta­ben b, c, h, i und j, die über einen UFI ver­fü­gen.91

86 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 31. Jan. 2018, in Kraft seit 1. März 2018 (AS 2018 801).

87 SR 916.171

88 SR 941.411

89 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 der V vom 18. Nov. 2020, in Kraft seit 15. Dez. 2020 (AS 2020 5125).

90 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 31. Jan. 2018, in Kraft seit 1. März 2018 (AS 2018 801).

91 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 31. Jan. 2018 (AS 2018 801). Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 der V vom 18. Nov. 2020, in Kraft seit 15. Dez. 2020 (AS 2020 5125).

4. Titel: Verhaltensregeln im Umgang mit Stoffen, Zubereitungen und Gegenständen

1. Kapitel: Allgemeine Bestimmungen

Art. 55 Berücksichtigung der Angaben der Herstellerin  

1 Stof­fe, Zu­be­rei­tun­gen und Ge­gen­stän­de dür­fen be­ruf­lich oder ge­werb­lich nur für die von der Her­stel­le­rin an­ge­ge­be­nen Ver­wen­dungs­zwe­cke und Ent­sor­gungs­ar­ten an­ge­prie­sen, an­ge­bo­ten oder ab­ge­ge­ben wer­den.

2 Die auf der Ver­pa­ckung, der Kenn­zeich­nung und dem Si­cher­heits­da­ten­blatt an­ge­ge­be­nen Hin­wei­se müs­sen be­rück­sich­tigt wer­den.

Art. 56 Ausbringen in die Umwelt  

1 Stof­fe und Zu­be­rei­tun­gen dür­fen nur so weit di­rekt in die Um­welt aus­ge­bracht wer­den, als dies für den an­ge­streb­ten Zweck er­for­der­lich ist.

2 Da­bei sind:

a.
Ge­rä­te ein­zu­set­zen, die ei­ne fach­ge­rech­te und ge­ziel­te An­wen­dung er­mög­li­chen;
b.
Mass­nah­men zu tref­fen, da­mit Stof­fe und Zu­be­rei­tun­gen mög­lichst nicht in be­nach­bar­te Ge­bie­te oder Ge­wäs­ser ge­lan­gen; und
c.
Mass­nah­men zu tref­fen, da­mit Tie­re, Pflan­zen, ih­re Le­bens­ge­mein­schaf­ten und Le­bens­räu­me mög­lichst nicht ge­fähr­det wer­den.

3 Zu­be­rei­tun­gen dür­fen nur für die von der Her­stel­le­rin ge­nann­ten Ver­wen­dun­gen di­rekt in die Um­welt aus­ge­bracht wer­den.

Art. 57 Aufbewahrung  

1 Bei der Auf­be­wah­rung von Stof­fen und Zu­be­rei­tun­gen sind die auf der Ver­pa­ckung, der Kenn­zeich­nung und ge­ge­be­nen­falls dem Si­cher­heits­da­ten­blatt an­ge­ge­be­nen Hin­wei­se zu be­rück­sich­ti­gen.

2 Ge­fähr­li­che Stof­fe und Zu­be­rei­tun­gen so­wie de­ren Be­häl­ter sind vor ge­fähr­li­chen Ein­wir­kun­gen, ins­be­son­de­re me­cha­ni­scher Art, zu schüt­zen.

3 Ge­fähr­li­che Stof­fe und Zu­be­rei­tun­gen müs­sen über­sicht­lich und von an­de­ren Wa­ren ge­trennt auf­be­wahrt wer­den. In un­mit­tel­ba­rer Nä­he dür­fen kei­ne Le­bens-, Fut­ter- oder Heil­mit­tel auf­be­wahrt wer­den.

4 Die Ab­sät­ze 1–3 gel­ten auch für Ge­gen­stän­de, aus de­nen Stof­fe oder Zu­be­rei­tun­gen in Men­gen frei­ge­setzt wer­den, die den Men­schen oder die Um­welt ge­fähr­den kön­nen.

5 Stof­fe und Zu­be­rei­tun­gen, die mit­ein­an­der ge­fähr­li­che Re­ak­tio­nen ein­ge­hen kön­nen, sind ge­trennt auf­zu­be­wah­ren.

6 Ge­fähr­li­che Stof­fe und Zu­be­rei­tun­gen dür­fen nur in Be­häl­ter um­ge­füllt und in Be­häl­tern auf­be­wahrt wer­den, wel­che die fol­gen­den An­for­de­run­gen er­fül­len:

a.
Sie dür­fen nicht mit Ver­pa­ckun­gen von Le­bens­mit­teln, kos­me­ti­schen Mit­teln, Heil­mit­teln oder Fut­ter­mit­teln ver­wech­selt wer­den kön­nen.
b.
Der Na­me des Stoffs oder der Zu­be­rei­tung muss in der Kenn­zeich­nung des Be­häl­ters an­ge­ge­ben wer­den.
c.
Sie müs­sen den An­for­de­run­gen nach Ar­ti­kel 35 Ab­sät­ze 1 und 3 der EU-CLP-Ver­ord­nung92 ent­spre­chen.
d.
Sie müs­sen der­art ge­stal­tet sein, dass sie nicht die Neu­gier­de von Kin­dern we­cken oder för­dern.

92 Sie­he Fuss­no­te zu Art. 2 Abs. 4.

Art. 58 Besondere Pflichten bei der Abgabe von Stoffen und Zubereitungen  

Wer einen Stoff oder ei­ne Zu­be­rei­tung ge­werb­lich ab­gibt und ein Si­cher­heits­da­ten­blatt zu über­mit­teln hat, muss den In­halt des Si­cher­heits­da­ten­blatts ken­nen und in­ter­pre­tie­ren kön­nen.

Art. 59 Chemikalien-Ansprechperson  

1 Be­trie­be und Bil­dungs­stät­ten müs­sen die nach Ar­ti­kel 25 Ab­satz 2 ChemG zu be­zeich­nen­de Che­mi­ka­li­en-An­sprech­per­son den kan­to­na­len Voll­zugs­be­hör­den mit­tei­len.

2 Das EDI re­gelt die Mit­tei­lungs­pflicht nach Ab­satz 1; es legt Form und In­halt der Mit­tei­lung fest.

3 Es legt die An­for­de­run­gen an die Che­mi­ka­li­en-An­sprech­per­son fest, ins­be­son­de­re an de­ren fach­li­che Qua­li­fi­ka­tio­nen und be­trieb­li­che Kom­pe­ten­zen.

Art. 60 Werbung  

1 Wer­bung für Stof­fe, Zu­be­rei­tun­gen und Ge­gen­stän­de darf we­der zu ei­ner falschen Vor­stel­lung über de­ren Ge­fähr­lich­keit für Mensch und Um­welt oder über de­ren Um­welt­ver­träg­lich­keit noch zu un­sach­ge­mäs­ser oder miss­bräuch­li­cher Ver­wen­dung oder Ent­sor­gung ver­lei­ten.

2 In der Wer­bung dür­fen Be­zeich­nun­gen wie «ab­bau­bar», «öko­lo­gisch un­ge­fähr­lich», «um­welt­freund­lich» und «ge­wäs­ser­freund­lich» nur dann ver­wen­det wer­den, wenn die da­mit be­zeich­ne­ten Ei­gen­schaf­ten gleich­zei­tig nä­her um­schrie­ben wer­den.

3 Wer für ge­fähr­li­che Stof­fe oder Zu­be­rei­tun­gen wirbt, wel­che die pri­va­te Ver­wen­de­rin kau­fen kann, oh­ne vor­her die Kenn­zeich­nung ge­se­hen zu ha­ben, muss in all­ge­mein­ver­ständ­li­cher und deut­lich les­ba­rer oder hör­ba­rer Form auf die ge­fähr­li­chen Ei­gen­schaf­ten hin­wei­sen.

4 Ab­satz 3 gilt auch für Zu­be­rei­tun­gen, die nach Ar­ti­kel 25 Ab­satz 6 der EU-CLP-Ver­ord­nung93 ge­kenn­zeich­net sind.

5 Stof­fe und Zu­be­rei­tun­gen dür­fen nicht für Ver­wen­dun­gen an­ge­prie­sen wer­den, für die sie nicht in Ver­kehr ge­bracht wer­den dür­fen.

93 Sie­he Fuss­no­te zu Art. 2 Abs. 4.

2. Kapitel: Umgang mit Stoffen und Zubereitungen der Gruppen 1 und 2

Art. 61 Stoffe und Zubereitungen der Gruppen 1 und 2  

1 Als Stof­fe und Zu­be­rei­tun­gen der Grup­pe 1 gel­ten Stof­fe und Zu­be­rei­tun­gen:

a.
de­ren Kenn­zeich­nung nach der EU-CLP-Ver­ord­nung94 min­des­tens ein Ele­ment nach An­hang 5 Zif­fer 1.1 der vor­lie­gen­den Ver­ord­nung ent­hält; oder
b.
die noch nicht nach der EU-CLP-Ver­ord­nung ge­kenn­zeich­net sind und de­ren Kenn­zeich­nung min­des­tens ein Ele­ment nach An­hang 5 Zif­fer 2.1 der vor­lie­gen­den Ver­ord­nung ent­hält.

2 Als Stof­fe und Zu­be­rei­tun­gen der Grup­pe 2 gel­ten Stof­fe und Zu­be­rei­tun­gen:

a.
de­ren Kenn­zeich­nung nach der EU-CLP-Ver­ord­nung min­des­tens ein Ele­ment nach An­hang 5 Zif­fer 1.2 der vor­lie­gen­den Ver­ord­nung ent­hält; oder
b.
die noch nicht nach der EU-CLP-Ver­ord­nung ge­kenn­zeich­net sind und de­ren Kenn­zeich­nung min­des­tens ein Ele­ment nach An­hang 5 Zif­fer 2.2 der vor­lie­gen­den Ver­ord­nung ent­hält.

94 Sie­he Fuss­no­te zu Art. 2 Abs. 4.

Art. 62 Aufbewahrung  

1 Für die Auf­be­wah­rung von Stof­fen oder Zu­be­rei­tun­gen der Grup­pen 1 und 2 gilt Ar­ti­kel 57.

2 Wer Stof­fe und Zu­be­rei­tun­gen der Grup­pen 1 und 2 auf­be­wahrt, muss da­für sor­gen, dass sie für Un­be­fug­te un­zu­gäng­lich sind.

3 Stof­fe und Zu­be­rei­tun­gen der Grup­pen 1 und 2 dür­fen nur in Be­häl­ter um­ge­füllt und in Be­häl­tern auf­be­wahrt wer­den, die mit den zu­tref­fen­den Ge­fah­rensym­bo­len oder Ge­fah­ren­pik­to­gram­men ge­kenn­zeich­net sind.

Art. 63 Ausschluss der Selbstbedienung  

1 Stof­fe und Zu­be­rei­tun­gen der Grup­pe 2, die für pri­va­te Ver­wen­de­rin­nen be­stimmt sind, dür­fen nicht in Selbst­be­die­nung an­ge­bo­ten wer­den.

2 Das Ver­bot nach Ab­satz 1 gilt nicht für Mo­tor­kraft­stoff.

Art. 64 Abgabebeschränkungen  

1 Stof­fe und Zu­be­rei­tun­gen der Grup­pe 1 dür­fen ge­werb­lich nicht an pri­va­te Ver­wen­de­rin­nen ab­ge­ge­ben wer­den.

2 Stof­fe und Zu­be­rei­tun­gen der Grup­pen 1 und 2 dür­fen ge­werb­lich nur an hand­lungs­fä­hi­ge Per­so­nen ab­ge­ge­ben wer­den.

3 An min­der­jäh­ri­ge Per­so­nen dür­fen Stof­fe und Zu­be­rei­tun­gen der Grup­pen 1 und 2 ab­ge­ge­ben wer­den, so­fern die­se ur­teils­fä­hig sind und mit die­sen Stof­fen oder Zu­be­rei­tun­gen im Rah­men ih­rer Aus­bil­dung oder be­ruf­lich oder ge­werb­lich um­zu­ge­hen ha­ben.

4 Die Ab­ga­be­be­schrän­kun­gen nach den Ab­sät­zen 1 und 2 gel­ten nicht für Mo­tor­kraft­stoff.

Art. 65 Besondere Pflichten bei der Abgabe  

1 Wer einen Stoff oder ei­ne Zu­be­rei­tung der Grup­pe 1 ge­werb­lich an be­ruf­li­che Ver­wen­de­rin­nen oder an Händ­le­rin­nen ab­gibt, muss die­se bei der Ab­ga­be aus­drück­lich über die er­for­der­li­chen Schutz­mass­nah­men und die vor­schrifts­ge­mäs­se Ent­sor­gung in­for­mie­ren.

2 Wer einen Stoff oder ei­ne Zu­be­rei­tung der Grup­pe 2 ge­werb­lich an pri­va­te Ver­wen­de­rin­nen ab­gibt, muss die­se bei der Ab­ga­be aus­drück­lich über die er­for­der­li­chen Schutz­mass­nah­men und die vor­schrifts­ge­mäs­se Ent­sor­gung in­for­mie­ren.

3 Stof­fe und Zu­be­rei­tun­gen dür­fen nach Ab­satz 2 nur an Per­so­nen ab­ge­ge­ben wer­den, von de­nen die Ab­ge­be­rin an­neh­men kann, dass sie ur­teils­fä­hig sind und die Sorg­falts­pflicht nach Ar­ti­kel 8 ChemG so­wie die An­for­de­run­gen nach Ar­ti­kel 28 USG ein­hal­ten kön­nen.

4 Die Pflich­ten nach den Ab­sät­zen 1 und 2 gel­ten nicht für die Ab­ga­be von Mo­tor­kraft­stoff.

Art. 66 Sachkenntnis bei der Abgabe  

1 Über Sach­kennt­nis muss ver­fü­gen, wer ge­werb­lich:

a.
Stof­fe und Zu­be­rei­tun­gen der Grup­pe 1 an Per­so­nen ab­gibt, die die­se be­zie­hen, um sie be­ruf­lich zu ver­wen­den, oh­ne sie in an­de­rer Form in Ver­kehr zu brin­gen;
b.
Stof­fe und Zu­be­rei­tun­gen der Grup­pe 2 an pri­va­te Ver­wen­de­rin­nen ab­gibt.

2 Das EDI kann re­geln:

a.
wie die An­for­de­run­gen an die Sach­kennt­nis zu er­fül­len sind; es be­rück­sich­tigt da­bei Be­rufs­aus­bil­dung und Be­rufs­er­fah­rung;
b.
In­halt, Dau­er und Or­ga­ni­sa­ti­on von Kur­sen zur Er­lan­gung von Sach­kennt­nis.

3 Die Ar­ti­kel 10 und 11 der Che­mi­ka­li­en-Ri­si­ko­re­duk­ti­ons-Ver­ord­nung vom 18. Mai 200595 (ChemRRV) gel­ten sinn­ge­mä­ss.

4 Ab­satz 1 gilt nicht für Mo­tor­kraft­stoff.

Art. 67 Diebstahl, Verlust, irrtümliches Inverkehrbringen  

1 Bei Dieb­stahl oder Ver­lust von Stof­fen oder Zu­be­rei­tun­gen der Grup­pe 1 muss die be­stoh­le­ne Per­son be­zie­hungs­wei­se die Per­son, die den Stoff oder die Zu­be­rei­tung ver­lo­ren hat, un­ver­züg­lich die Po­li­zei be­nach­rich­ti­gen.

2 Die Po­li­zei setzt die für den Voll­zug die­ser Ver­ord­nung zu­stän­di­ge kan­to­na­le Be­hör­de so­wie das Bun­des­amt für Po­li­zei da­von in Kennt­nis.

3 Wer einen Stoff oder ei­ne Zu­be­rei­tung der Grup­pe 1 oder 2 irr­tüm­lich in Ver­kehr bringt, muss die für den Voll­zug die­ser Ver­ord­nung zu­stän­di­ge kan­to­na­le Be­hör­de un­ver­züg­lich be­nach­rich­ti­gen und ihr die fol­gen­den In­for­ma­tio­nen lie­fern:

a.
al­le An­ga­ben, die für ei­ne ge­naue Iden­ti­fi­zie­rung des Stoffs oder der Zu­be­rei­tung er­for­der­lich sind;
b.
ei­ne um­fas­sen­de Be­schrei­bung der Ge­fahr, die vom Stoff oder von der Zu­be­rei­tung aus­ge­hen kann;
c.
al­le ver­füg­ba­ren An­ga­ben dar­über, von wem sie oder er den Stoff oder die Zu­be­rei­tung be­zo­gen hat und an wen sie oder er den Stoff oder die Zu­be­rei­tung ab­ge­ge­ben hat;
d.
die Mass­nah­men, die zur Ab­wen­dung der Ge­fahr ge­trof­fen wor­den sind, wie War­nun­gen, Ver­kaufss­topp, Rück­nah­me vom Markt oder Rück­ruf.

4 Die kan­to­na­le Be­hör­de ent­schei­det, ob und wie auf ei­ne Ge­fähr­dung auf­merk­sam ge­macht wird.

Art.68 Warenmuster  

Stof­fe und Zu­be­rei­tun­gen der Grup­pen 1 und 2 dür­fen zu Wer­bezwe­cken nur an be­ruf­li­che Ver­wen­de­rin­nen und Händ­le­rin­nen ab­ge­ge­ben wer­den.

Art.69 Stoffe und Zubereitungen, die bestimmungsgemäss der Selbstverteidigung dienen  

1 Für den Um­gang mit Stof­fen und Zu­be­rei­tun­gen, die be­stim­mungs­ge­mä­ss der Selbst­ver­tei­di­gung die­nen, gel­ten die Ar­ti­kel 62, 64 Ab­sät­ze 2 und 3, 65 Ab­sät­ze 2 und 3, 66 Ab­satz 1 Buch­sta­be b, 67 Ab­sät­ze 3 und 4 und 68 sinn­ge­mä­ss.

2 Stof­fe und Zu­be­rei­tun­gen, die be­stim­mungs­ge­mä­ss der Selbst­ver­tei­di­gung die­nen, dür­fen nicht in Selbst­be­die­nung an­ge­bo­ten wer­den.

3. Kapitel: Umgang mit besonders besorgniserregenden Stoffen

Art.70 Liste der besonders besorgniserregenden Stoffe  

1 Stof­fe nach Ar­ti­kel 57 der EU-RE­ACH-Ver­ord­nung96 gel­ten als be­son­ders be­sorg­nis­er­re­gend, wenn sie in An­hang 3 (Kan­di­da­ten­lis­te) auf­ge­führt sind.

2 Das Bun­des­amt für Um­welt (BA­FU) ent­schei­det im Ein­ver­neh­men mit dem Bun­des­amt für Ge­sund­heit (BAG) und dem Staats­se­kre­ta­ri­at für Wirt­schaft (SE­CO), ob ein Stoff der Kan­di­da­ten­lis­te, der in An­hang XIV der EU-RE­ACH-Ver­ord­nung auf­ge­führt ist, in An­hang 1.17 ChemRRV97 auf­ge­nom­men wird.

96 Sie­he Fuss­no­te zu Art. 2 Abs. 4.

97 SR 814.81

Art.71 Gegenstände, die besonders besorgniserregende Stoffe enthalten  

1 Wer einen Ge­gen­stand, der einen be­son­ders be­sorg­nis­er­re­gen­den Stoff in ei­ner Kon­zen­tra­ti­on von über 0,1 Ge­wichtspro­zent ent­hält, ge­werb­lich ab­gibt, muss die fol­gen­den In­for­ma­tio­nen ab­ge­ben:

a.
den Na­men des be­tref­fen­den Stoffs;
b.
al­le In­for­ma­tio­nen, die nö­tig sind für ei­ne si­che­re Ver­wen­dung des Ge­gen­stands, so­weit die­se der Ab­ge­be­rin vor­lie­gen.

2 Sie oder er muss die In­for­ma­tio­nen kos­ten­los ab­ge­ben:

a.
be­ruf­li­chen Ver­wen­de­rin­nen und Händ­le­rin­nen: un­auf­ge­for­dert;
b.
pri­va­ten Ver­wen­de­rin­nen: auf Ver­lan­gen in­ner­halb von 45 Ta­gen.

5. Titel: Datenbearbeitung

Art. 72 Produkteregister  

1 Die An­mel­de­stel­le führt ein Re­gis­ter über Stof­fe und Zu­be­rei­tun­gen, die in den Gel­tungs­be­reich der fol­gen­den Ver­ord­nun­gen fal­len:

a.
die­se Ver­ord­nung;
b.
ChemRRV98;
c.
Bio­zid­pro­duk­te­ver­ord­nung vom 18. Mai 200599;
d.
Pflan­zen­schutz­mit­tel­ver­ord­nung vom 12. Mai 2010100.

2 Das Re­gis­ter wird er­stellt ge­stützt auf Da­ten, die:

a.
von ei­ner schwei­ze­ri­schen Be­hör­de im Rah­men ei­ner der Ver­ord­nun­gen nach Ab­satz 1 er­ho­ben oder er­ar­bei­tet wor­den sind;
b.
von aus­län­di­schen Be­hör­den oder von in­ter­na­tio­na­len Or­ga­ni­sa­tio­nen zur Ver­fü­gung ge­stellt wer­den.
Art.73 Vertrauliche Angaben  

1 Die Voll­zugs­be­hör­den be­han­deln die Da­ten, an de­ren Ge­heim­hal­tung ein schutz­wür­di­ges In­ter­es­se be­steht, ver­trau­lich, so­weit nicht ein über­wie­gen­des öf­fent­li­ches In­ter­es­se an de­ren Be­kannt­ga­be be­steht.

2 Die An­mel­de­stel­le be­zeich­net im Ein­ver­neh­men mit den Be­ur­tei­lungs­stel­len die ver­trau­li­chen Da­ten. Sie be­zeich­net sie vor der Wei­ter­ga­be an die nach Ar­ti­kel 75 Ab­satz 2 zu­stän­di­gen kan­to­na­len und eid­ge­nös­si­schen Be­hör­den.

3 Als schutz­wür­dig gilt ins­be­son­de­re das In­ter­es­se an der Wah­rung des Ge­schäfts- und Fa­bri­ka­ti­ons­ge­heim­nis­ses, ein­sch­liess­lich:

a.
der An­ga­ben über die Iden­ti­tät von Zwi­schen­pro­duk­ten;
b.
der voll­stän­di­gen Zu­sam­men­set­zung ei­ner Zu­be­rei­tung;
c.
der in Ver­kehr ge­brach­ten Men­gen ei­nes Stoffs oder ei­ner Zu­be­rei­tung;
d.
der In­for­ma­tio­nen über Nan­o­ma­te­ria­li­en nach Ar­ti­kel 49 Buch­sta­be c Zif­fer 7 und Buch­sta­be d Zif­fer 7.101

4 Er­hält die An­mel­de­stel­le da­von Kennt­nis, dass als ver­trau­lich gel­ten­de Da­ten nach­träg­lich recht­mäs­sig be­kannt ge­ge­ben wur­den, so sind die­se An­ga­ben nicht mehr ver­trau­lich zu be­han­deln.

5 In kei­nem Fall als ver­trau­lich gel­ten:

a.
der Han­dels­na­me;
b.
der Na­me und die Adres­se der an­mel­de-, mit­tei­lungs- oder mel­de­pflich­ti­gen Per­son;
c.
die phy­si­ka­lisch-che­mi­schen Ei­gen­schaf­ten;
d.
die Ver­fah­ren zur ord­nungs­ge­mäs­sen Ent­sor­gung, zur mög­li­chen Wie­der­ver­wer­tung und sons­ti­gen Un­schäd­lich­ma­chung;
e.
die Zu­sam­men­fas­sung der Er­geb­nis­se der to­xi­ko­lo­gi­schen und öko­to­xi­ko­lo­gi­schen Prü­fun­gen;
f.
der Rein­heits­grad ei­nes Stoffs und die Iden­ti­tät der für die Ein­stu­fung re­le­van­ten Ver­un­rei­ni­gun­gen und Zu­satz­stof­fe;
g.
die Emp­feh­lun­gen über Vor­sichts­mass­nah­men bei der Ver­wen­dung und über So­fort­mass­nah­men bei Un­fäl­len;
h.102
die im Si­cher­heits­da­ten­blatt ent­hal­te­nen In­for­ma­tio­nen, aus­ge­nom­men die Iden­ti­tät von Zwi­schen­pro­duk­ten;
i.
die ge­eig­ne­ten Ana­ly­se­me­tho­den zur Fest­stel­lung der Ex­po­si­ti­on des Men­schen und des Vor­kom­mens in der Um­welt.

6 Die An­mel­de­stel­le und die Be­ur­tei­lungs­stel­len kön­nen Da­ten des Pro­duk­te­re­gis­ters, die in kei­nem Fall als ver­trau­lich gel­ten, ver­öf­fent­li­chen.

101 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 31. Jan. 2018, in Kraft seit 1. März 2018 (AS 2018 801).

102 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 31. Jan. 2018, in Kraft seit 1. März 2018 (AS 2018 801).

Art.74 Weitergabe von Daten an die Anmeldestelle und an die Beurteilungsstellen  

Auf Ver­lan­gen der An­mel­de­stel­le und der Be­ur­tei­lungs­stel­len und wenn es zum Voll­zug die­ser Ver­ord­nung er­for­der­lich ist, sind fol­gen­de Da­ten über Stof­fe, Zu­be­rei­tun­gen und Ge­gen­stän­de wei­ter­zu­ge­ben:103

a.
Da­ten, die vom BLW er­ho­ben wer­den ge­stützt auf:
1.
die Dün­ger-Ver­ord­nung vom 10. Ja­nu­ar 2001104,
2.
die Fut­ter­mit­tel-Ver­ord­nung vom 26. Ok­to­ber 2011105,
3.
die Pflan­zen­schutz­mit­tel­ver­ord­nung vom 12. Mai 2010106;
b.107
Da­ten über Fremd- und In­haltss­tof­fe von Le­bens­mit­teln und über Stof­fe in Ge­brauchs­ge­gen­stän­den, die vom Bun­des­amt für Le­bens­mit­tel­si­cher­heit und Ve­te­ri­när­we­sen (BLV) ge­stützt auf die Ver­ord­nung vom 27. Mai 2020108 über den Voll­zug der Le­bens­mit­tel­ge­setz­ge­bung er­ho­ben wer­den;
c.
Da­ten der Eid­ge­nös­si­schen Zoll­ver­wal­tung aus den Zollan­mel­dun­gen;
d.
Da­ten, die vom SE­CO, von der Schwei­ze­ri­schen Un­fall­ver­si­che­rungs­an­stalt (SU­VA) oder von den kan­to­na­len Ar­beits­in­spek­to­ra­ten ge­stützt auf die Ar­beit­neh­mer­schutz­ge­setz­ge­bung er­ho­ben wer­den;
e.
Da­ten, die von der Aus­kunfts­stel­le für Ver­gif­tun­gen (Art. 79) er­ho­ben wer­den;
f.
Da­ten, die von Prü­fungs­stel­len nach Ar­ti­kel 12 Ab­satz 3 ChemRRV109 er­ho­ben wer­den;
g.
Da­ten, die von den Kan­to­nen er­ho­ben wer­den beim Voll­zug die­ser Ver­ord­nung oder an­de­rer Er­las­se, die den Schutz des Men­schen oder der Um­welt vor Stof­fen, Zu­be­rei­tun­gen oder Ge­gen­stän­den re­geln.

103 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 der V vom 18. Nov. 2020, in Kraft seit 15. Dez. 2020 (AS 2020 5125).

104 SR 916.171

105 SR 916.307

106 SR 916.161

107 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 der V vom 18. Nov. 2020, in Kraft seit 15. Dez. 2020 (AS 2020 5125).

108 SR 817.042

109 SR 814.81

Art.75 Austausch von Informationen und Daten  

1 Die An­mel­de­stel­le und die Be­ur­tei­lungs­stel­len stel­len sich, so­weit dies zur Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben er­for­der­lich ist, ge­gen­sei­tig die Da­ten zur Ver­fü­gung, die sie ge­stützt auf die­se Ver­ord­nung oder an­de­re Er­las­se, die den Schutz des Men­schen oder der Um­welt vor Stof­fen, Zu­be­rei­tun­gen oder Ge­gen­stän­den re­geln, selbst er­ho­ben ha­ben oder ha­ben er­he­ben las­sen. Sie kön­nen zu die­sem Zweck au­to­ma­ti­sier­te Ab­ruf­ver­fah­ren ein­rich­ten.

2 Sie stel­len den kan­to­na­len und eid­ge­nös­si­schen Be­hör­den, die zu­stän­dig sind für den Voll­zug von Er­las­sen, die den Schutz des Men­schen oder der Um­welt vor Stof­fen, Zu­be­rei­tun­gen oder Ge­gen­stän­den re­geln, die für die Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben er­for­der­li­chen Da­ten zur Ver­fü­gung.

3 Sie dür­fen Da­ten über Her­stel­le­rin­nen und die von ih­nen in Ver­kehr ge­brach­ten Stof­fe oder Zu­be­rei­tun­gen den nach­fol­gend ge­nann­ten Be­hör­den im Ab­ruf­ver­fah­ren zu­gäng­lich ma­chen, so­fern für sie die Da­ten für den Voll­zug not­wen­dig sind:

a.
den Zoll­be­hör­den;
b.
den Be­hör­den ge­mä­ss Ab­satz 2;
c.
der Aus­kunfts­stel­le für Ver­gif­tun­gen (Art. 79).

4 Sie kön­nen in Ein­zel­fäl­len an­de­ren als den in Ab­satz 2 ge­nann­ten Stel­len Da­ten über Stof­fe, Zu­be­rei­tung und Ge­gen­stän­de wei­ter­ge­ben, wenn die­se die Da­ten zur Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben be­nö­ti­gen.

5 So­weit es sich um ver­trau­li­che Da­ten über die Zu­sam­men­set­zung von Zu­be­rei­tun­gen han­delt, ist ei­ne Wei­ter­ga­be nach den Ab­sät­zen 2, 3 und 4 nur zu­läs­sig, wenn sie:

a.
durch ei­ne Straf­ver­fol­gungs­be­hör­de ver­langt wird;
b.
der Be­ant­wor­tung me­di­zi­ni­scher An­fra­gen, ins­be­son­de­re in Not­fäl­len, dient; oder
c.
die Ab­wehr ei­ner un­mit­tel­bar dro­hen­den Ge­fahr für das Le­ben oder die Ge­sund­heit des Men­schen oder für die Um­welt zum Ziel hat.110

6 Die Kan­to­ne in­for­mie­ren das BAG über die Er­geb­nis­se von Er­he­bun­gen und Ab­klä­run­gen zur Qua­li­tät der In­nen­raum­luft und lei­ten ihm die ih­nen ver­füg­ba­ren Da­ten zur In­nen­raum­luft wei­ter.

110 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 31. Jan. 2018, in Kraft seit 1. März 2018 (AS 2018 801).

Art.76 Weitergabe von Daten an das Ausland und an internationale Organisationen  

1 Die An­mel­de­stel­le und die Be­ur­tei­lungs­stel­len dür­fen Da­ten, die nicht ver­trau­lich sind, an aus­län­di­sche Be­hör­den und In­sti­tu­tio­nen so­wie in­ter­na­tio­na­le Or­ga­ni­sa­tio­nen wei­ter­ge­ben.

2 Sie dür­fen ver­trau­li­che Da­ten wei­ter­ge­ben, wenn:

a.
völ­ker­recht­li­che Ver­ein­ba­run­gen oder Be­schlüs­se in­ter­na­tio­na­ler Or­ga­ni­sa­tio­nen dies er­for­dern; oder
b.
es zur Ab­wen­dung un­mit­tel­bar dro­hen­der Ge­fahr für Le­ben oder Ge­sund­heit des Men­schen oder für die Um­welt er­for­der­lich ist.

6. Titel: Vollzug

1. Kapitel: Bund

1. Abschnitt: Organisation

Art.77 Anmeldestelle und Steuerungsausschuss  

1 Die An­mel­de­stel­le ist dem BAG ad­mi­nis­tra­tiv zu­ge­wie­sen.

2 Für die An­mel­de­stel­le wird ein Steue­rungs­aus­schuss ein­ge­setzt. Die­ser be­steht aus den Di­rek­to­rin­nen und Di­rek­to­ren fol­gen­der Bun­de­säm­ter:

a.
BAG;
b.
BLW;
c.
BA­FU;
d.
SE­CO;
e.111
BLV.

3 Der Steue­rungs­aus­schuss hat fol­gen­de Auf­ga­ben und Be­fug­nis­se:

a.
Wahl der Lei­tung der An­mel­de­stel­le;
b.
Fest­le­gung der Stra­te­gie der An­mel­de­stel­le;
c.
Ein­sicht in und An­trags­recht für das Bud­get der An­mel­de­stel­le.

4 Der Steue­rungs­aus­schuss ent­schei­det ein­ver­nehm­lich.

111 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 1 der V vom 18. Nov. 2020, in Kraft seit 15. Dez. 2020 (AS 2020 5125).

Art.78 Beurteilungsstellen  

Be­ur­tei­lungs­stel­len sind:

a.
das BAG für die Be­lan­ge des Schut­zes des Le­bens und der Ge­sund­heit des Men­schen;
b.
das BA­FU für die Be­lan­ge des Um­welt­schut­zes und des mit­tel­ba­ren Schut­zes des Men­schen;
c.
das SE­CO für die Be­lan­ge des Ar­beit­neh­mer­schut­zes.
Art.79 Auskunftsstelle für Vergiftungen  

1 Aus­kunfts­stel­le für Ver­gif­tun­gen nach Ar­ti­kel 30 ChemG ist das Tox In­fo Suis­se.

2 Das BAG schliesst mit dem Tox In­fo Suis­se ei­ne Ver­ein­ba­rung über die Hö­he der Ab­gel­tung für sei­ne Leis­tun­gen nach Ar­ti­kel 30 Ab­satz 2 ChemG ab.

2. Abschnitt: Überprüfung alter Stoffe

Art.80  

1 Die Be­ur­tei­lungs­stel­len kön­nen al­te Stof­fe über­prü­fen, die:

a.112
auf­grund der her­ge­stell­ten oder in Ver­kehr ge­brach­ten Men­gen oder auf­grund ih­rer Ge­fähr­lich­keit oder der Ge­fähr­lich­keit ih­rer Fol­ge­pro­duk­te oder Ab­fäl­le ein be­son­de­res Ri­si­ko für das Le­ben oder die Ge­sund­heit des Men­schen oder für die Um­welt dar­stel­len kön­nen; oder
b.
Ge­gen­stand ei­nes in­ter­na­tio­na­len Alt­stoff-Pro­gramms sind.

2 Soll ein al­ter Stoff über­prüft wer­den, so ver­langt die An­mel­de­stel­le auf An­trag ei­ner Be­ur­tei­lungs­stel­le von al­len be­trof­fe­nen Her­stel­le­rin­nen fol­gen­de An­ga­ben:

a.
Na­me und Adres­se der Her­stel­le­rin so­wie Na­me und Adres­se der aus­län­di­schen Her­stel­le­rin, falls die Her­stel­le­rin den Stoff ein­führt;
b.
al­le Un­ter­la­gen, die zur Er­mitt­lung und Fest­stel­lung der ge­fähr­li­chen Ei­gen­schaf­ten des Stoffs ge­dient ha­ben;
c.
die be­kann­ten Ver­wen­dungs­zwe­cke;
d.
An­ga­ben über die von den Her­stel­le­rin­nen in Ver­kehr ge­brach­ten Men­gen;
e.
so­weit vor­han­den und von der Her­stel­le­rin mit zu­mut­ba­rem Auf­wand zu be­schaf­fen: das Re­gis­trie­rungs­dos­sier, das der Eu­ro­päi­schen Che­mi­ka­li­e­n­agen­tur ein­ge­reicht wur­de.

3 Auf An­trag ei­ner Be­ur­tei­lungs­stel­le ver­langt die An­mel­de­stel­le von ei­ner der Her­stel­le­rin­nen Ab­klä­run­gen oder Un­ter­su­chun­gen. Für die der Her­stel­le­rin ent­ste­hen­den Kos­ten haf­ten al­le be­trof­fe­nen Her­stel­le­rin­nen so­li­da­risch.

112 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 31. Jan. 2018, in Kraft seit 1. März 2018 (AS 2018 801).

3. Abschnitt: Überprüfung der Selbstkontrolle und Überwachung

Art.81 Überprüfung der Selbstkontrolle  

1 Die Be­ur­tei­lungs­stel­len über­prü­fen in ih­rem Zu­stän­dig­keits­be­reich bei Stof­fen, Zu­be­rei­tun­gen und Ge­gen­stän­den:

a.
die Be­ur­tei­lung und die Ein­stu­fung;
b.
die An­ga­ben auf dem Si­cher­heits­da­ten­blatt.

2 Sie kön­nen die An­mel­de­stel­le be­auf­tra­gen:

a.
die Zu­sam­men­set­zung und die phy­si­ka­lisch-che­mi­schen Ei­gen­schaf­ten von Stof­fen, Zu­be­rei­tun­gen und Ge­gen­stän­den zu über­prü­fen;
b.
kan­to­na­le Voll­zugs­be­hör­den zu er­su­chen, Pro­ben zu ent­neh­men.

3 Be­steht Grund zur An­nah­me, dass die Be­ur­tei­lung oder die Ein­stu­fung nicht oder nicht kor­rekt er­folgt ist, so ver­langt die An­mel­de­stel­le auf An­trag ei­ner Be­ur­tei­lungs­stel­le von der Her­stel­le­rin:

a.
al­le Un­ter­la­gen, die zur Fest­stel­lung der ge­fähr­li­chen Ei­gen­schaf­ten oder zur Be­ur­tei­lung ge­dient ha­ben;
b.
ge­ge­be­nen­falls das Si­cher­heits­da­ten­blatt.

4 Die An­mel­de­stel­le ver­langt auf An­trag ei­ner Be­ur­tei­lungs­stel­le von der Her­stel­le­rin die Durch­füh­rung von Prü­fun­gen oder ver­tief­ten Be­ur­tei­lun­gen, wenn An­halts­punk­te da­für be­ste­hen, dass:

a.
Stof­fe oder Zu­be­rei­tun­gen, ih­re Fol­ge­pro­duk­te oder ih­re Ab­fäl­le den Men­schen oder die Um­welt ge­fähr­den kön­nen;
b.
Ge­gen­stän­de, ih­re Fol­ge­pro­duk­te oder ih­re Ab­fäl­le die Um­welt ge­fähr­den kön­nen.

5 Im Üb­ri­gen ha­ben die Voll­zugs­be­hör­den die Be­fug­nis­se nach Ar­ti­kel 42 ChemG und hin­sicht­lich ei­ner Ge­fahr für die Um­welt auch die nach Ar­ti­kel 41 ChemG.

6 Kommt die Her­stel­le­rin ei­ner Ver­fü­gung nicht nach, so ver­bie­tet die An­mel­de­stel­le auf An­trag ei­ner Be­ur­tei­lungs­stel­le die wei­te­re Ab­ga­be der be­tref­fen­den Stof­fe, Zu­be­rei­tun­gen oder Ge­gen­stän­de.

7Für kos­me­ti­sche Mit­tel so­wie für aus­sch­liess­lich da­für be­stimm­te Aus­gangs- und Zu­satz­stof­fe ver­fügt die für die­se Pro­duk­te zu­stän­di­ge Stel­le die er­for­der­li­chen Mass­nah­men. Die Mit­wir­kung des BA­FU rich­tet sich nach den Ar­ti­keln 62a und 62b des Re­gie­rungs- und Ver­wal­tungs­or­ga­ni­sa­ti­ons­ge­set­zes vom 21. März 1997113.

Art. 82 Überwachung im Zusammenhang mit der Landesverteidigung  

Bei An­ge­le­gen­hei­ten, die die Lan­des­ver­tei­di­gung be­tref­fen, prüft die An­mel­de­stel­le im Ein­ver­neh­men mit den Be­ur­tei­lungs­stel­len, ob die Be­stim­mun­gen die­ser Ver­ord­nung ein­ge­hal­ten sind.

Art.83 Überwachung der Ein- und Ausfuhr  

1 Die Zoll­stel­len kon­trol­lie­ren auf Er­su­chen der An­mel­de­stel­le, ob Stof­fe, Zu­be­rei­tun­gen oder Ge­gen­stän­de den Be­stim­mun­gen die­ser Ver­ord­nung ent­spre­chen.

2 Die Be­ur­tei­lungs­stel­len kön­nen die An­mel­de­stel­le auf­for­dern, ein Er­su­chen nach Ab­satz 1 zu stel­len.

3 Bei Ver­dacht auf ei­ne Wi­der­hand­lung sind die Zoll­stel­len be­rech­tigt, die Wa­re an der Gren­ze zu­rück­zu­hal­ten und die üb­ri­gen Voll­zugs­be­hör­den nach die­ser Ver­ord­nung bei­zu­zie­hen. Die­se neh­men die wei­te­ren Ab­klä­run­gen vor und tref­fen die er­for­der­li­chen Mass­nah­men.

4. Abschnitt: Anpassung der technischen Vorschriften und der Kandidatenliste

Art. 84  

Das BAG passt im Ein­ver­neh­men mit dem BA­FU und dem SE­CO die fol­gen­den An­hän­ge an:

a.
An­hang 2:
1.
Es be­zeich­net die mass­ge­ben­de Fas­sung der An­hän­ge der EU-CLP-Ver­ord­nung114.
2.115
Es be­rück­sich­tigt die Än­de­run­gen der Testricht­li­ni­en für Che­mi­ka­li­en der Or­ga­ni­sa­ti­on für wirt­schaft­li­che Zu­sam­men­ar­beit und Ent­wick­lung (OECD) und be­zeich­net die mass­ge­ben­de Fas­sung der Ver­ord­nung (EG) Nr. 440/2008116 und des Hand­buchs der UNO über Prü­fun­gen und Kri­te­ri­en zur Be­stim­mung phy­si­ka­li­scher Ge­fah­ren (UN Ma­nu­al of Tests and Cri­te­ria)117.
3.
Es be­zeich­net die mass­ge­ben­de Fas­sung des An­hangs II der EU-RE­ACH-Ver­ord­nung118.
b.
An­hang 3 (Kan­di­da­ten­lis­te). Es be­rück­sich­tigt da­bei die Än­de­run­gen der «Lis­te der für ei­ne Auf­nah­me in An­hang XIV der Ver­ord­nung (EG) Nr. 1907/2006 in Fra­ge kom­men­den Stof­fe» nach Ar­ti­kel 59 Ab­satz 1 der EU-RE­ACH-Ver­ord­nung.
c.
An­hang 4. Es be­rück­sich­tigt da­bei die Än­de­run­gen der An­hän­ge III und VII–XI der EU-RE­ACH-Ver­ord­nung.

114 Sie­he Fuss­no­te zu Art. 2 Abs. 4.

115 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 der V vom 18. Nov. 2020, in Kraft seit 15. Dez. 2020 (AS 2020 5125).

116 Ver­ord­nung (EG) Nr. 440/2008 der Kom­mis­si­on vom 30. Mai 2008 zur Fest­le­gung von Prüf­me­tho­den ge­mä­ss der Ver­ord­nung (EG) Nr. 1907/2006 des Eu­ro­päi­schen Par­la­ments und des Ra­tes zur Re­gis­trie­rung, Be­wer­tung, Zu­las­sung und Be­schrän­kung che­mi­scher Stof­fe (RE­ACH), ABl. L 142 vom 31.5.2008, S. 1.

117 Das Hand­buch kann im In­ter­net bei der UNO kos­ten­los ab­ge­ru­fen wer­den un­ter: www.un­ece.org > Our work > Trans­port > Dan­ge­rous Goods > Le­gal In­stru­ments and Re­com­men­da­ti­ons > un ma­nu­al of tests and cri­te­ria.

118 Sie­he Fuss­no­te zu Art. 2 Abs. 4.

5. Abschnitt: Übertragung von Aufgaben und Befugnissen an Dritte

Art.85  

1 Die zu­stän­di­gen Bun­des­stel­len kön­nen die ih­nen durch die­se Ver­ord­nung zu­ge­wie­se­nen Auf­ga­ben und Be­fug­nis­se ganz oder teil­wei­se ge­eig­ne­ten öf­fent­lich-recht­li­chen Kör­per­schaf­ten oder Pri­va­ten über­tra­gen.

2 So­weit der Voll­zug des Ge­sund­heits­schut­zes be­trof­fen ist, ist die Über­tra­gung ein­ge­schränkt auf:

a.
die Über­prü­fung der Selbst­kon­trol­le;
b.
die Be­ur­tei­lung im Rah­men der Über­prü­fung der An­mel­dung und der Fol­ge­in­for­ma­tio­nen;
c.
In­for­ma­ti­ons­tä­tig­kei­ten nach Ar­ti­kel 28 ChemG;
d.
die Ri­si­ko­be­wer­tung nach Ar­ti­kel 16 ChemG.

6. Abschnitt: Gebühren

Art.86  

Die Ge­büh­ren­pflicht und die Ge­büh­ren­be­mes­sung für Ver­wal­tungs­hand­lun­gen der Bun­des­voll­zugs­be­hör­den nach die­ser Ver­ord­nung rich­ten sich nach der Che­mi­ka­li­en­ge­büh­ren­ver­ord­nung vom 18. Mai 2005119.

2. Kapitel: Kantone

1. Abschnitt: Nachträgliche Kontrolle

Art. 87 Aufgaben der kantonalen Vollzugsbehörden  

1 Die kan­to­na­len Voll­zugs­be­hör­den kon­trol­lie­ren Stof­fe, Zu­be­rei­tun­gen und Ge­gen­stän­de, die sich auf dem Markt be­fin­den, an­hand von Stich­pro­ben.

2 Im Rah­men die­ser Kon­trol­len über­prü­fen die kan­to­na­len Voll­zugs­be­hör­den, ob:

a.
die An­mel­de-, Mit­tei­lungs- und Mel­de­pflicht (Art. 24, 34, 48, 52, 53) so­wie die Be­stim­mun­gen über die Fol­ge­in­for­ma­tio­nen (Art. 46) er­füllt wor­den sind;
b.
die Ver­pa­ckung den Be­stim­mun­gen über die Ver­pa­ckung (Art. 8 und 9) ent­spricht;
c.
die Kenn­zeich­nung den Be­stim­mun­gen über die Kenn­zeich­nung (Art. 10–13) ent­spricht;
d.
die Vor­schrif­ten über die Be­reit­stel­lung, Ak­tua­li­sie­rung und Auf­be­wah­rung des Si­cher­heits­da­ten­blatts (Art. 21–23) ein­ge­hal­ten wer­den und ob die An­ga­ben auf dem Si­cher­heits­da­ten­blatt nicht of­fen­sicht­lich feh­ler­haft sind;
e.
die Vor­schrif­ten über die Wer­bung (Art. 60) und die Wa­ren­mus­ter (Art. 68) ein­ge­hal­ten wer­den;
f.
die In­for­ma­ti­ons­pflicht bei der Ab­ga­be von Ge­gen­stän­den, die be­son­ders be­sorg­nis­er­re­gen­de Stof­fe ent­hal­ten (Art. 71), er­füllt wor­den ist.
Art. 88 Zusammenarbeit zwischen den kantonalen und den eidgenössischen Vollzugsbehörden  

1 Die An­mel­de­stel­le weist von sich aus oder auf An­trag ei­ner Be­ur­tei­lungs­stel­le die kan­to­na­len Voll­zugs­be­hör­den an, be­stimm­te Stof­fe, Zu­be­rei­tun­gen oder Ge­gen­stän­de zu kon­trol­lie­ren, ins­be­son­de­re auch nach Ar­ti­kel 81 Ab­satz 1.

2 Die kan­to­na­len Voll­zugs­be­hör­den er­he­ben auf Er­su­chen der An­mel­de­stel­le Pro­ben.

3 Ge­ben die Kon­trol­len An­lass zu er­heb­li­chen Be­an­stan­dun­gen, so in­for­miert die kon­trol­lie­ren­de Be­hör­de die An­mel­de­stel­le und die nach Ar­ti­kel 89 für die Ver­fü­gun­gen zu­stän­di­gen Be­hör­den.

4 Bei be­grün­de­tem Ver­dacht auf ei­ne feh­ler­haf­te Ein­stu­fung in­for­miert die kon­trol­lie­ren­de Be­hör­de die An­mel­de­stel­le.

Art. 89 Verfügung der kantonalen Vollzugsbehörden  

Er­gibt die Kon­trol­le, dass Ver­stös­se ge­gen die in den Ar­ti­keln 87 Ab­satz 2 und 88 Ab­satz 1 ge­nann­ten Be­stim­mun­gen vor­lie­gen, so ver­fügt die Be­hör­de des Kan­tons, in dem die Pflich­ti­ge ih­ren Wohn- oder Ge­schäfts­sitz hat, die nö­ti­gen Mass­nah­men.

2. Abschnitt: Überwachung des Umgangs und Förderung umweltgerechten Verhaltens

Art.90  

1 Die kan­to­na­len Voll­zugs­be­hör­den über­wa­chen, ob die be­son­de­ren Be­stim­mun­gen über den Um­gang (Art. 55–59, 61–67 und 69) ein­ge­hal­ten wer­den. Ar­ti­kel 25 Ab­satz 1 zwei­ter Satz ChemG gilt ent­spre­chend.

2 Die Kan­to­ne för­dern das um­welt­ge­rech­te Ver­hal­ten.

7. Titel: Schlussbestimmungen

1. Kapitel: Aufhebung und Änderung anderer Erlasse

Art. 91 Aufhebung eines anderen Erlasses  

Die Che­mi­ka­li­en­ver­ord­nung vom 18. Mai 2005120 wird auf­ge­ho­ben.

Art. 92 Änderung anderer Erlasse  

Die Än­de­rung an­de­rer Er­las­se wird in An­hang 6 ge­re­gelt.

2. Kapitel: Übergangsbestimmungen

Art. 93  

1 Für Zu­be­rei­tun­gen, die vor dem In­kraft­tre­ten der vor­lie­gen­den Ver­ord­nung nach den Ar­ti­keln 35–50 der Che­mi­ka­li­en­ver­ord­nung vom 18. Mai 2005121 ver­packt und ge­kenn­zeich­net wor­den sind, gel­ten fol­gen­de Über­gangs­be­stim­mun­gen:

a.
Sie dür­fen bis zum 31. Mai 2017 ab­ge­ge­ben wer­den, wenn für sie ein Si­cher­heits­da­ten­blatt nach Ar­ti­kel 19 der vor­lie­gen­den Ver­ord­nung er­stellt und ei­ne Mel­dung nach Ar­ti­kel 48 der vor­lie­gen­den Ver­ord­nung vor­ge­nom­men wur­de; han­delt es sich da­bei um flüs­si­ge, für pri­va­te Ver­wen­de­rin­nen be­stimm­te Wasch­mit­tel in auf­lös­ba­ren Ver­pa­ckun­gen, wel­che die An­for­de­run­gen der Ver­ord­nung (EU) Nr. 1297/2014122 nicht er­fül­len, so dür­fen sie nur noch bis zum 31. De­zem­ber 2015 ab­ge­ge­ben wer­den.
b.
Ei­ne dop­pel­te Kenn­zeich­nung nach den Ar­ti­keln 35–50 der Che­mi­ka­li­en­ver­ord­nung vom 18. Mai 2005 und nach Ar­ti­kel 10 der vor­lie­gen­den Ver­ord­nung ist nicht zu­läs­sig.
c.
Für den Um­gang gel­ten die Be­stim­mun­gen nach dem 4. Ti­tel der vor­lie­gen­den Ver­ord­nung.

2 Ae­ro­sol­pa­ckun­gen, die vor dem In­kraft­tre­ten der vor­lie­gen­den Ver­ord­nung ver­packt und ge­kenn­zeich­net wor­den sind, nicht in den Gel­tungs­be­reich des LMG123 fal­len und die An­for­de­run­gen der Ar­ti­kel 9 und 11 nicht er­fül­len, dür­fen bis zum 31. Mai 2017 ab­ge­ge­ben wer­den.

3 Wird ei­ne Zu­be­rei­tung, die vor dem In­kraft­tre­ten der vor­lie­gen­den Ver­ord­nung nach den Ar­ti­keln 39–50 der Che­mi­ka­li­en­ver­ord­nung vom 18. Mai 2005 in der Fas­sung vom 1. De­zem­ber 2012 ge­kenn­zeich­net wor­den ist, aus der Ori­gi­nal­ver­pa­ckung in klei­ne­re Ver­pa­ckun­gen um­ge­füllt, oh­ne dass die Zu­sam­men­set­zung oder der Ver­wen­dungs­zweck ge­än­dert wer­den, so darf sie auch in die­sen klei­ne­ren Ver­pa­ckun­gen bis zum 31. Mai 2017 mit bis­he­ri­ger Kenn­zeich­nung ab­ge­ge­ben wer­den.

4 Der Pflicht zur Er­stel­lung von Ex­po­si­ti­onss­ze­na­ri­en nach Ar­ti­kel 16 muss die Her­stel­le­rin für Stof­fe, die jähr­lich in Men­gen von 10 bis 100 Ton­nen in Ver­kehr ge­bracht wer­den, bis zum 1. Ju­ni 2018 nach­kom­men

121 [AS 2005 2721, 2007 821, 2009 4018051135, 2010 5223, 2011 5227, 2012 6103, 2013 2013041Ziff. I 3, 2014 2073An­hang 11 Ziff. 1 3857]

122 Ver­ord­nung (EU) Nr. 1297/2014 der Kom­mis­si­on vom 5. De­zem­ber 2014 zur Än­de­rung der Ver­ord­nung (EG) Nr. 1272/2008 des Eu­ro­päi­schen Par­la­ments und des Ra­tes über die Ein­stu­fung, Kenn­zeich­nung und Ver­pa­ckung von Stof­fen und Ge­mi­schen zwecks An­pas­sung an den tech­ni­schen und wis­sen­schaft­li­chen Fort­schritt, Fas­sung ge­mä­ss ABl. L 350 vom 6.12.2014, S. 1.

123 SR 817.0

Art. 93a Übergangsbestimmungen zur Änderung vom
31. Januar 2018
124  

1 Her­stel­le­rin­nen von Stof­fen, Zu­be­rei­tun­gen und Nan­o­ma­te­ria­li­en nach Ar­ti­kel 48, die zum Zeit­punkt des In­kraft­tre­tens der Än­de­rung vom 31. Ja­nu­ar 2018 be­reits in Ver­kehr ge­bracht wor­den sind und die nach In­kraft­tre­ten der Än­de­rung vom 31. Ja­nu­ar 2018 er­neut in Ver­kehr ge­bracht wer­den, müs­sen der Mel­de­pflicht nach den Ar­ti­keln 48–54 spä­tes­tens drei Mo­na­te nach dem er­neu­ten In­ver­kehr­brin­gen nach­kom­men.

2 Her­stel­le­rin­nen dür­fen Zu­be­rei­tun­gen nach Ar­ti­kel 15a noch längs­tens bis zum 31. De­zem­ber 2021 oh­ne UFI in Ver­kehr brin­gen.

124 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 31. Jan. 2018, in Kraft seit 1. März 2018 (AS 2018 801).

3. Kapitel: Inkrafttreten

Art.94  

Die­se Ver­ord­nung tritt am 1. Ju­li 2015 in Kraft.

Anhang 1 125

125 Bereinigt gemäss Anhang 6 Ziff. 3 der Abfallverordnung vom 4. Dez. 2015 (AS 2015 5699) und Ziff. II Abs. 1 der V vom 31. Jan. 2018, in Kraft seit 1. März 2018 (AS 2018 801).

(Art. 2 Abs. 4, 5 und 6)

Entsprechungen von Ausdrücken und anwendbares Recht

1

Die nachstehenden Ausdrücke der EU-REACH-Verordnung126, der EU-CLP-Verordnung127 und der Richtlinie 75/324/EWG128 und der vorliegenden Verordnung entsprechen sich wie folgt:

EU

Schweiz

a. Deutsche Ausdrücke:

Hersteller, Lieferant, Importeur, nachgeschalteter Anwender

Herstellerin nach Artikel 2 Absatz 1 Buchstabe b

Inverkehrbringen

Inverkehrbringen nach Artikel 4 Absatz 1 Buchstabe i ChemG

Gemisch

Zubereitung

Erzeugnis

Gegenstand

Zwischenprodukt

Zwischenprodukt nach Artikel 2 Absatz 2 Buchstabe j

Verbraucher, Endverbraucher

private Verwenderin

Öffentliche Beratungsstelle

Tox Info Suisse (Art. 79)

b. Französische Ausdrücke:

fabricant, fournisseur, importateur,
utilisateur en aval

fabricant selon l’art. 2, al. 1, let. b

mise sur le marché

mise sur le marché selon l’art. 4, al. 1,
let. i LChim

mélange

préparation

article

objet

intermédiaire

produit intermédiaire selon l’art. 2, al. 2, let. j

consommateur

utilisateur privé

organisme consultatif officiel

Tox Info Suisse (art. 79)

c. Italienische Ausdrücke:

Fabbricante, fornitore, importatore,
utilizzatore a valle

Fabbricante ai sensi dell’articolo 2 capoverso 1 lettera b

Immissione sul mercato

Immissione sul mercato ai sensi dell’articolo 4 capoverso 1 lettera i LPChim

Miscela

Preparato

Articolo

Oggetto

Sostanza intermedia

Prodotto intermedio ai sensi dell’arti­colo 2 capoverso 2 lettera j

Consumatore

Utilizzatore privato

Organismo di consulenza ufficiale

Tox Info Suisse (art. 79)

126 Siehe Fussnote zu Art. 2 Abs. 4.

127 Siehe Fussnote zu Art. 2 Abs. 4.

128 Siehe Fussnote zu Art. 2 Abs. 4.

2

Wird in dieser Verordnung auf Bestimmungen der EU-REACH-Verordnung oder der EU-CLP-Verordnung verwiesen, die ihrerseits auf eine der folgenden Bestimmungen dieser beiden Rechtsakte verweisen, so gelten an deren Stelle die folgenden Bestimmungen des schweizerischen Rechts:

Bestimmung der EU-REACH-Verordnung oder
der EU-CLP-Verordnung

Bestimmung des schweizerischen Rechts

Art. 13 der EU-REACH-Verordnung

Art. 43 Abs. 2 dieser Verordnung

Art. 31 der EU-REACH-Verordnung

Art. 20 dieser Verordnung

Art. 59 der EU-REACH-Verordnung

Anhang 3 dieser Verordnung

Art. 17 Abs. 2 der EU-CLP-Verordnung

Art. 10 Abs. 3 Bst. b dieser Verordnung

Art. 23 Bst. e der EU-CLP-Verordnung

Sprengstoffgesetzgebung

Art. 24 der EU-CLP-Verordnung

Art. 14 dieser Verordnung

3

Wird in dieser Verordnung auf Bestimmungen der EU-REACH-Verordnung oder der EU-CLP-Verordnung verwiesen, die ihrerseits auf anderes EU-Recht verweisen, so gilt statt dieses EU-Rechts das folgende schweizerische Recht:

EU-Recht

Schweizerisches Recht

Richtlinie 86/609/EWG des Rates vom 24. November 1986 zur Annäherung der Rechts- und Verwaltungsvorschriften der Mitgliedstaaten zum Schutz der für Versuche und andere wissenschaftliche Zwecke verwendeten Tiere, ABl. L 358 vom 18.12.1986, S. 1

Tierschutzgesetz vom 16. Dezember 2005129

Verordnung (EU) Nr. 528/2012 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 22. Mai 2012 über die Bereitstellung auf dem Markt und die Verwendung von Biozidprodukten, ABl. L 167 vom 27.6.2012, S. 1

Biozidprodukteverordnung vom 18. Mai 2005130

Verordnung (EG) Nr. 1107/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 21. Oktober 2009 über das Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln und zur Aufhebung der Richtlinien 79/117/EWG und 91/414/EWG des Rates, ABl. L 309 vom 24.11.2009, S. 1

Pflanzenschutzmittelverordnung vom 12. Mai 2010131

Vorschriften für die Beförderung gefährlicher Güter

Bestimmungen über den Post-, Eisenbahn-, Strassen-, Luft- und Schiffsverkehr und die Rohrleitung

Beschluss der Kommission vom 12. Juli 1995 zur Einsetzung eines Wissenschaftlichen Ausschusses für Grenzwerte berufsbedingter Exposition gegenüber chemischen Arbeitsstoffen, ABl. L 188 vom 9.8.1995, S. 14

Art. 50 Abs. 3 der Verordnung vom 19. Dezember 1983132 über die Unfallverhütung

Richtlinie 98/24/EG des Rates vom 7. April 1998 zum Schutz von Gesundheit und Sicherheit der Arbeitnehmer vor der Gefährdung durch chemische Arbeitsstoffe bei der Arbeit, ABl. L 131 vom 5.5.1998, S. 11

Arbeitnehmerschutzgesetzgebung

Richtlinie 2004/37/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 29. April 2004 über den Schutz der Arbeitnehmer gegen Gefährdung durch Karzinogene oder Mutagene bei der Arbeit, ABl. L 158 vom 30.4.2004, S. 50

Arbeitnehmerschutzgesetzgebung

nationale Grenzwerte für die berufs­bedingte Exposition

Liste der Grenzwerte am Arbeitsplatz der SUVA133

Richtlinie 89/686/EWG des Rates vom 21. Dezember 1989 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten für persönliche Schutzausrüstungen, ABl. L 399 vom 30.12.1989, S. 18

Verordnung vom 19. Mai 2010134 über die Produktesicherheit

Richtlinie 2008/98/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19. November 2008 über Abfälle und zur Aufhebung bestimmter Richtlinien, ABl. L 312 vom 22.11.2008, S. 3

Abfallverordnung vom 4. Dezember 2015135 sowie Verordnung vom 22. Juni 2005136 über den Verkehr mit Abfällen

Verordnung (EG) Nr. 1005/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. September 2009 über Stoffe, die zum Abbau der Ozonschicht führen, ABl. L 286 vom 31.10.2009, S. 1

Anhang 1.4 ChemRRV137

Verordnung (EG) Nr. 850/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 29. April 2004 über persistente organische Schadstoffe und zur Änderung der Richtlinie 79/117/EWG, ABl. L 158 vom 30.4.2004, S. 7

Anhänge 1.1, 1.9 und 1.16 ChemRRV

Verordnung (EU) Nr. 649/2012 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 4. Juli 2012 über die Aus- und Einfuhr gefährlicher Chemikalien, ABl. L 201 vom 27.7.2012, S. 60

PIC-Verordnung vom 10. November 2004138

Richtlinie 2012/18/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 4. Juli 2012 zur Beherrschung der Gefahren schwerer Unfälle mit gefährlichen Stoffen, zur Änderung und anschließenden Aufhebung der Richtlinie 96/82/EG des Rates, ABl. L 197 vom 24.7.2012, S. 1

Störfallverordnung vom 27. Februar 1991139

Richtlinie 80/181/EWG des Rates vom 20. Dezember 1979 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über die Einheiten im Meßwesen und zur Aufhebung der Richtlinie 71/354/EWG, ABl. L 39 vom 15.2.1980, S. 40

Messgesetz vom 17. Juni 2011140 sowie zugehörige Verordnungen im Bereich Mass und Gewicht

Verordnung (EG) Nr. 648/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 31. März 2004 über Detergenzien, ABl. L 104 vom 8.4.2004, S. 1

Anhänge 2.1 und 2.2 ChemRRV

129 SR 455

130 SR 813.12

131 SR 916.161

132 SR 832.30

133 Die Liste der Grenzwerte am Arbeitsplatz kann im Internet bei der SUVA unter www.suva.ch > Prävention > Arbeit > Arbeitsmedizin «Grenzwerte am Arbeitsplatz» kostenlos abgerufen werden.

134 SR 930.111

135 SR 814.600

136 SR 814.610

137 SR 814.81

138 SR 814.82

139 SR 814.012

140 SR 941.20

Anhang 2 141

141 Fassung gemäss Ziff. I Abs. 1 der V des BAG vom 1. Nov. 2016 (AS 20164041). Bereinigt gemäss Ziff. I der V des BAG vom 5. Febr. 2018 (AS 2018 707), vom 31. Okt. 2018 (AS 2018 4063), vom 23. Mai 2019 (AS 2019 1923), vom 21. Febr. 2020 (AS 2020 727), Anhang Ziff. 1 der V vom 18. Nov. 2020 (AS 2020 5125), Ziff. I der V des BAG vom 19. Nov. 2020 (AS 2020 5293) und vom 4. Aug. 2021, in Kraft seit 1. Sept. 2021 (AS 2021 487).

(Art. 2 Abs. 5, 3, 6 Abs. 2 und 4, 14 Abs. 1 Bst. b, 20 Abs. 1, 43 Abs. 1 sowie
84 Bst. a)

Liste der massgebenden technischen Vorschriften

1 Technische Vorschriften zum Einstufen, Kennzeichnen und Verpacken von Stoffen und Zubereitungen

Für die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Zubereitungen gelten die Anhänge I–VII der EU-CLP-Verordnung142.

142 Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Dezember 2008 über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen, zur Änderung und Aufhebung der Richtlinien 67/548/EWG und 1999/45/EG und zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006, ABl. L 353 vom 31.12.2008, S. 1; zuletzt geändert durch Verordnung (EU) 2021/849, ABl. L 188 vom 28.5.2021, S. 27.

2 Methoden für die Prüfung der Eigenschaften von Stoffen und Zubereitungen

Zur Bestimmung der Eigenschaften von Stoffen und Zubereitungen sind Prüfungen durchzuführen:

a.
nach den Prüfmethoden, die in der Verordnung (EG) Nr. 440/2008143 festgelegt sind;
b.
nach den OECD-Testrichtlinien für Chemikalien (OECD Guidelines for the Testing of Chemicals) in der Fassung vom 14. Juni 2021144; oder
c.
nach den Prüfmethoden, die im Handbuch der UNO über Prüfungen und Kriterien zur Bestimmung physikalischer Gefahren (UN Manual of Tests and Criteria)145 festgelegt sind;

143 Verordnung (EG) Nr. 440/2008 der Kommission vom 30. Mai 2008 zur Festlegung von Prüfmethoden gemäss der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe (REACH), ABl. L 142 vom 31.5.2008, S. 1; zuletzt geändert durch Verordnung (EU) 2019/1390, ABl. L 247 vom 26.9.2019, S. 1.

144 Die OECD-Testrichtlinien für Chemikalien können im Internet bei der OECD kostenlos abgerufen werden unter: www.oecd-ilibrary.org/environment/oecd-guidelines-for-the-testing-of-chemicals_72d77764-en

145 Das Handbuch (seventh revised edition 2019) kann im Internet bei der UNO kostenlos abgerufen werden unter: www.unece.org/trans/danger/publi/manual/rev7/manrev7-files_e.html.

3 Anforderungen an das Sicherheitsdatenblatt

3.1 Das Sicherheitsdatenblatt muss die Anforderungen nach Anhang II der EU-REACH-Verordnung146 erfüllen; ausgenommen sind die Anforderungen bezüg­lich Nanomaterialien und Nanoformen.

3.2 Wo nach Anhang II der EU-REACH-Verordnung in den Abschnitten 1, 7, 8, 13 und 15 des Sicherheitsdatenblatts auf nationales Recht verwiesen werden muss, müssen die einschlägigen Bestimmungen des Schweizer Rechts angegeben werden. In Abschnitt 1 müssen die Schweizer Herstellerin und die Telefonnummer von Tox Info Suisse angegeben werden.

146 Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 18. Dezember 2006 zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe (REACH), zur Schaffung einer Europäischen Agentur für chemische Stoffe, zur Änderung der Richtlinie 1999/45/EG und zur Aufhebung der Verordnung (EWG) Nr. 793/93 des Rates, der Verordnung (EG) Nr. 1488/94 der Kommission, der Richt­linie 76/769/EWG des Rates sowie der Richtlinien 91/155/EWG, 93/67/EWG, 93/105/EG und 2000/21/EG der Kommission, ABl. L 396 vom 30.12.2006, S. 1; zuletzt geändert durch die Verordnung (EU) 2020/878, ABl. L 203 vom 26.6.2020, S. 28.

4 Übergangsbestimmungen

4.1 Zubereitungen, welche die Anforderungen der Verordnung (EU) Nr. 286/2011147 (sog. 2. Anpassung der EU-CLP-Verordnung an den technischen Fortschritt [ATP]) nicht erfüllen, dürfen bis zum 31. Mai 2017 abgegeben werden, wenn sie vor dem Inkrafttreten der vorliegenden Verordnung verpackt und gekennzeichnet worden sind.

4.2 Zubereitungen, welche die Anforderungen der Verordnung (EU) Nr. 487/2013148 (sog. 4. ATP) und von Anhang I der Verordnung (EU) Nr. 944/2013149 (sog. 5. ATP) nicht erfüllen, dürfen bis zum 31. Mai 2017 abgegeben werden, wenn sie vor dem Inkrafttreten der vorliegenden Verordnung verpackt und gekennzeichnet worden sind.

147 Verordnung (EU) Nr. 286/2011 der Kommission vom 10. März 2011 zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen zwecks Anpassung an den technischen und wissenschaftlichen Fortschritt, Fassung gemäss ABl. L 83 vom 30.3.2011, S. 1.

148 Verordnung (EU) Nr. 487/2013 der Kommission vom 8. Mai 2013 zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen zwecks Anpassung an den technischen und wissenschaftlichen Fortschritt, Fassung gemäss ABl. L 149 vom 1.6.2013, S. 1.

149 Verordnung (EU) Nr. 944/2013 der Kommission vom 2. Oktober 2013 zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen zwecks Anpassung an den technischen und wissenschaftlichen Fortschritt, Fassung gemäss ABl. L 261 vom 3.10.2013, S. 1.

5 Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 2. November 2015

5.1 Stoffe, welche in der Verordnung (EU) 2015/1221150 (sog. 7. ATP) aufgelistet sind, und Zubereitungen, die solche Stoffe enthalten, dürfen, wenn ihre Einstufung und Kennzeichnung die Anforderungen der genannten Verordnung nicht erfüllen, bis zum 31. Dezember 2016 abgegeben werden.

5.2 Für Stoffe und Zubereitungen, für die vor dem Inkrafttreten der Änderung vom vom 2. November 2015 ein Sicherheitsdatenblatt nach bisherigem Recht erstellt wurde, muss spätestens bis zum 1. Juni 2017 ein Sicherheitsdatenblatt nach den Vorgaben von Anhang II der EU-REACH-Verordnung erstellt werden.

150 Verordnung (EU) 2015/1221 der Kommission vom 24. Juli 2015 zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen zwecks Anpassung an den technischen und wissenschaftlichen Fortschritt, Fassung gemäss ABl. L 197 vom 25.7.2015, S. 10.

6 Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 1. November 2016

6.1 Stoffe und Zubereitungen, welche die Anforderungen der Verordnung (EU) 2016/918151 (sog. 8. ATP) nicht erfüllen, dürfen bis zum 31. Januar 2020 abgegeben werden, wenn sie vor dem 31. Januar 2018 verpackt und gekennzeichnet worden sind.

6.2 Stoffe, die in der Verordnung (EU) 2016/1179152 (sog. 9. ATP) aufgelistet sind, und Zubereitungen, die solche Stoffe enthalten, dürfen, wenn ihre Einstufung und Kennzeichnung die Anforderungen der genannten Verordnung nicht erfüllen, bis zum 28. Februar 2018 abgegeben werden.

151 Verordnung (EU) 2016/918 der Kommission vom 19. Mai 2016 zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen zwecks Anpassung an den technischen und wissenschaftlichen Fortschritt, ABl. L 156 vom 14.6.2016, S. 1.

152 Verordnung (EU) 2016/1179 der Kommission vom 19. Juli 2016 zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen zwecks Anpassung an den technischen und wissenschaftlichen Fortschritt, ABl. L 195 vom 20.7.2016, S. 11.

7 Übergangsbestimmung zur Änderung vom 5. Februar 2018

Stoffe, die durch die Verordnung (EU) 2017/776153 (sog. 10. ATP) in Anhang VI der EU-CLP-Verordnung neu eingestuft worden sind oder neu in diesen aufgenommen worden sind, und Zubereitungen, die solche Stoffe enthalten, dürfen, wenn ihre Einstufung und Kennzeichnung die Anforderungen der genannten Verordnung nicht erfüllen, bis zum 30. November 2018 abgegeben werden.

153 Verordnung (EU) 2017/776 der Kommission vom 4. Mai 2017 zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen zwecks Anpassung an den technischen und wissenschaftlichen Fortschritt, ABl. L 116 vom 5.5.2017, S. 1.

8 Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 31. Oktober 2018

Für Stoffe und Zubereitungen, bei deren Kennzeichnung nach Artikel 18 Absätze 2 und 3 der EU-CLP-Verordnung der Stoffname angegeben werden muss (Art. 10 Abs. 1 Bst. a), dürfen Stoffnamen, die von den offiziellen Stoffnamen abweichen, die durch die Verordnung (EU) 2018/669154 (sog. 11. ATP) in Anhang VI der EU-CLP-Verordnung aufgenommen worden sind, noch bis zum 31. Mai 2020 verwendet werden.

154 Verordnung (EU) 2018/669 der Kommission vom 16. April 2018 zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen zwecks Anpassung an den technischen und wissenschaftlichen Fortschritt, Fassung gemäss ABl. L 115 vom 4.5.2018, S. 1.

9 Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 23. Mai 2019

9.1 Stoffe und Zubereitungen, welche die Anforderungen der Verordnung (EU) 2019/521155 (sog. 12. ATP) nicht erfüllen, dürfen bis zum 31. Dezember 2020 abgegeben werden.

9.2 Stoffe, die in der Verordnung (EU) 2018/1480156 (sog. 13. ATP) aufgelistet sind, und Zubereitungen, die solche Stoffe enthalten, dürfen, wenn ihre Einstufung und Kennzeichnung die Anforderungen der genannten Verordnung nicht erfüllen, bis zum 30. April 2020 abgegeben werden.

155 Verordnung (EU) 2019/521 der Kommission vom 27. März 2019 zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen zwecks Anpassung an den technischen und wissenschaftlichen Fortschritt, Fassung gemäss ABl. L 86 vom 28.3.2019, S. 1.

156 Verordnung (EU) 2018/1480 der Kommission vom 4. Oktober 2018 zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen zwecks Anpassung an den technischen und wissenschaftlichen Fortschritt und zur Berichtigung der Verordnung (EU) 2017/776 der Kommission, Fassung gemäss ABl. L 251 vom 5.10.2018, S. 1.

10 Übergangsbestimmung zur Änderung vom 21. Februar 2020

Stoffe, die in der Verordnung (EU) 2020/217157 (sog. 14. ATP) aufgelistet sind, und Zubereitungen, die solche Stoffe enthalten, dürfen, wenn ihre Einstufung und Kennzeichnung die Anforderungen der genannten Verordnung nicht erfüllen, bis zum 30. September 2021 abgegeben werden.

157 Delegierte Verordnung (EU) 2020/217 der Kommission vom 4. Oktober 2019 zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen zwecks Anpassung an den technischen und wissenschaftlichen Fortschritt, ABl. L 44 vom 18.2.2020, S. 1.

11 Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 19. November 2020

11.1 Stoffe, die in der Verordnung (EU) 2020/1182158 (sog. 15. ATP) aufgelistet sind, und Zubereitungen, die solche Stoffe enthalten, dürfen, wenn ihre Einstufung und Kennzeichnung die Anforderungen der genannten Verordnung nicht erfüllen, bis zum 28. Februar 2022 abgegeben werden.

11.2 Für Stoffe und Zubereitungen, für die vor dem Inkrafttreten der Änderung vom 19. November 2020 ein Sicherheitsdatenblatt nach bisherigem Recht erstellt worden ist, muss spätestens bis zum 31. Dezember 2022 ein Sicherheitsdatenblatt nach den Vorgaben von Anhang II der EU-REACH-Ver­ord­nung erstellt werden.

158 Delegierte Verordnung (EU) 2020/1182 der Kommission vom 19. Mai 2020 zur Änderung des Anhangs VI Teil 3 der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen zwecks Anpassung an den technischen und wissenschaftlichen Fortschritt, Fassung gemäss ABl. L 261 vom 11.8.2020, S. 2.

12 Übergangsbestimmung zur Änderung vom 4. August 2021

Stoffe, die in der Verordnung (EU) 2021/849159 (sog. 17. ATP) aufgelistet sind, und Zubereitungen, die solche Stoffe enthalten, dürfen, wenn ihre Einstufung und Kennzeichnung die Anforderungen der genannten Verordnung nicht erfüllen, bis zum 16. Dezember 2022 abgegeben werden.

159 Delegierte Verordnung (EU) 2021/849 der Kommission vom 11. März 2021 zur Änderung des Anhangs VI Teil 3 der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen zwecks Anpassung an den technischen und wissenschaftlichen Fortschritt, Fassung gemäss ABl. L 188 vom 28.5.2021, S. 27.

Anhang 3 160

160 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 4. Aug. 2021, in Kraft seit 1. Sept. 2021 (AS 2021 487).

(Art. 5 Abs. 2 und 3, 19 Bst. c und d, 70 Abs. 1 sowie 84 Bst. b)

Liste der besonders besorgniserregenden Stoffe (Kandidatenliste) 161

161 Der Inhalt der Kandidatenliste wird in der AS nicht veröffentlicht. Die Liste kann kostenlos eingesehen werden unter www.anmeldestelle.admin.ch > Themen > Chemikalienrecht und Wegleitungen > Chemikalienrecht > Chemikalienverordnung. Sie gilt in der Fassung vom 1. September 2021 und enthält 211 Stoffe und Stoffgruppen.

Anhang 4 162

162 Bereinigt gemäss Ziff. I Abs. 2 der V des BAG vom 1. Nov. 2016 (AS 20164041) und Ziff. I der V des BAG vom 5. Febr. 2018, in Kraft seit 1. März 2018 (AS 2018 707).

(Art. 2 Abs. 5,26 Abs. 2, 27 Abs. 2 Bst. b, 47 Abs. 1 und 84 Bst. c)

Technisches Dossier

1 Allgemeine Bestimmungen

1.1 Die Angaben im technischen Dossier können in einer von der Europäischen Chemikalienagentur genehmigten Form eingereicht werden. In diesem Fall können gewisse Ausdrücke von den in diesem Anhang vorgeschriebenen abweichen.

1.2 Ob die Angaben nach den Ziffern 7–10 erforderlichen sind, hängt von der in Verkehr gebrachte Menge ab.

2 Allgemeine Angaben über die Anmelderin

2.1 Es ist die Identität der Anmelderin anzugeben, insbesondere:

a.
Name, Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse;
b.
Kontaktperson;
c.
gegebenenfalls Standort der Produktionsstätten der Anmelderin.

2.2 Wenn die Anmelderin Alleinvertreterin ist, ist zusätzlich anzugeben:

a.
Name und Adresse der ausländischen Herstellerin;
b.
Standort der Produktionsstätten;
c.
eine Vollmacht der ausländischen Herstellerin, aus der sich ergibt, dass diese die Anmelderin als Alleinvertreterin bestimmt hat;
d.
Namen und Adressen der vertretenen Importeurinnen;
e.
die von den einzelnen Importeurinnen voraussichtlich jährlich eingeführten Mengen eines Stoffs.

3 Identifizierung des Stoffs

Es sind folgende Angaben zum Stoff zu liefern:

a.
Daten nach Anhang VI Abschnitt 2 der EU-REACH-Verordnung163;
b.
bei Nanomaterialien: Angaben über die Zusammensetzung sowie, soweit vorhanden, die Oberflächenbeschichtung und die Oberflächenfunktionalisierung.

163 Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 18. Dezember 2006 zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe (REACH), zur Schaffung einer Europäischen Agentur für chemische Stoffe, zur Änderung der Richtlinie 1999/45/EG und zur Aufhebung der Verordnung (EWG) Nr. 793/93 des Rates, der Verordnung (EG) Nr. 1488/94 der Kommission, der Richtlinie 76/769/EWG des Rates sowie der Richtlinien 91/155/EWG, 93/67/EWG, 93/105/EG und 2000/21/EG der Kommission, ABl. L 396 vom 30.12.2006, S. 1; zuletzt geändert durch Verordnung (EU) 2017/706, ABl. L 104 vom 20.4.2017, S. 8.

4 Angaben zu Herstellung und Verwendung

Es sind folgende Angaben zu liefern:

a.
die von der Anmelderin im Kalenderjahr der Anmeldung voraussichtlich insgesamt in Verkehr gebrachte Menge;
b.
die Menge für ihre eigenen Verwendungen;
c.
die Form oder der Aggregatszustand, in dem der Stoff abgegeben wird;
d.
eine kurze Beschreibung der identifizierten Verwendungen;
e.
Informationen über die Menge und Zusammensetzung der Abfälle, die bei der Herstellung des Stoffs, bei der Verwendung in Gegenständen und bei den identifizierten Verwendungen anfallen;
f.
die Verwendungen, von denen abgeraten wird (Abschnitt 1.2 des Sicherheitsdatenblatts).

5 Einstufung und Kennzeichnung

Anzugeben sind:

a.
die Einstufung des Stoffs nach Artikel 6 Absatz 1 für alle Gefahrenklassen und -kategorien der EU-CLP-Verordnung164; wurde für eine Gefahrenklasse oder eine Differenzierung einer Gefahrenklasse keine Einstufung vorgenommen, so ist dies zu begründen;
b.
die Kennzeichnung des Stoffs gemäss Artikel10;
c.
die allfälligen spezifischen Konzentrationsgrenzwerte, die sich aus der Anwendung von Artikel 10 der EU-CLP-Verordnung ergeben.

164 Siehe Fussnote zu Anhang 2 Ziff. 1.

6 Leitlinien für die sichere Verwendung

Es sind folgende Angaben zu liefern, die mit denen im Sicherheitsdatenblatt übereinstimmen müssen, falls dieses gemäss Artikel 19 erforderlich ist:

a.
Erste-Hilfe-Massnahmen (Ziff. 4 des Sicherheitsdatenblatts);
b.
Massnahmen zur Brandbekämpfung (Ziff. 5 des Sicherheitsdatenblatts);
c.
Massnahmen bei unbeabsichtigter Freisetzung (Ziff. 6 des Sicherheitsdatenblatts);
d.
Lagerung und Handhabung (Ziff. 7 des Sicherheitsdatenblatts);
e.
Angaben zum Transport (Ziff. 14 des Sicherheitsdatenblatts);
f.
Expositionsbegrenzung und persönliche Schutzausrüstung (Ziff. 8 des Sicherheitsdatenblatts);
g.
Stabilität und Reaktivität (Ziff. 10 des Sicherheitsdatenblatts);
h.
Hinweise zur Entsorgung: Für die beruflichen und privaten Verwenderinnen bestimmte Angaben zum Recycling und zur Entsorgung (Ziff. 13 des Sicherheitsdatenblatts).

7 Expositionsbezogene Angaben (1–10 Tonnen pro Jahr)

Für Stoffe mit einer in Verkehr gebrachten Menge zwischen 1 und 10 Tonnen sind folgende expositionsbezogene Angaben zu liefern:

a.
Hauptverwendungskategorien:
1.
berufliche Verwendung,
2.
gewerbliche Verwendung,
3.
private Verwendung;
b.
Arten der beruflichen und gewerblichen Verwendung:
1.
Verwendung in einem geschlossenen System,
2.
Verwendung mit der Folge eines Einschlusses in oder auf einer Matrix,
3.
eingeschränkte Verwendung durch einen eingeschränkten Personenkreis,
4.
verbreitete Verwendung;
c.
signifikative Expositionswege:
1.
Exposition von Menschen: oral, dermal und inhalativ,
2.
Umweltexposition: Wasser, Luft, feste Abfälle und Boden,
3.
Expositionsmuster: unbeabsichtigt/selten, gelegentlich oder ständig/ häufig.

8 Angaben zu den physikalisch-chemischen Eigenschaften

Es sind folgende Daten einzureichen:

a.
bei in Verkehr gebrachten Mengen von 1 Tonne oder mehr pro Jahr:
1.
qualifizierte Prüfungszusammenfassungen zu den Angaben nach Anhang VII Abschnitt 7 der EU-REACH-Verordnung,
2.
bei Nanomaterialien: die Teilchenform und die mittlere Korngrösse sowie, soweit vorhanden, die Anzahlgrössenverteilung, das spezifische Oberflächen-Volumen-Verhältnis und der Aggregationsstatus;
b.
bei in Verkehr gebrachten Mengen von 100 Tonnen oder mehr pro Jahr: zusätzlich zu den Angaben nach Buchstabe a die qualifizierten Prüfungszusammenfassungen zu den Angaben nach Anhang IX Abschnitt 7 der EU-REACH-Verordnung.

9 Toxikologische Angaben

Es sind qualifizierte Prüfungszusammenfassungen einzureichen:

a.
bei Mengen von 1 Tonne oder mehr pro Jahr: zu den Angaben nach Anhang VII Abschnitt 8 der EU-REACH-Verordnung;
b.
bei Mengen von 10 Tonnen oder mehr pro Jahr: zusätzlich zu den Angaben nach Buchstabe a, zu den Angaben nach Anhang VIII Abschnitt 8 der EU-REACH-Verordnung;
c.
bei Mengen von 100 Tonnen oder mehr pro Jahr: zusätzlich zu den Angaben nach den Buchstaben a und b, zu den Angaben nach Anhang IX Abschnitt 8 der EU-REACH-Verordnung;
d.
bei Mengen von 1000 Tonnen oder mehr pro Jahr: zusätzlich zu den Angaben nach den Buchstaben a–c, zu den Angaben nach Anhang X Abschnitt 8 der EU-REACH-Verordnung.

10 Ökotoxikologische Informationen

Es sind qualifizierte Prüfungszusammenfassungen einzureichen:

a.
bei Mengen von 1 Tonne oder mehr pro Jahr: zu den Angaben nach Anhang VII Abschnitt 9 der EU-REACH-Verordnung;
b.
bei Mengen von 10 Tonnen oder mehr pro Jahr: zusätzlich zu den Angaben nach Buchstabe a, zu den Angaben nach Anhang VIII Abschnitt 9 der EU-REACH-Verordnung;
c.
bei Mengen von 100 Tonnen oder mehr pro Jahr: zusätzlich zu den Angaben nach den Buchstaben a und b, zu den Angaben nach Anhang IX Abschnitt 9 der EU-REACH-Verordnung;
d.
bei Mengen von 1000 Tonnen oder mehr pro Jahr: zusätzlich zu den Angaben nach den Buchstaben a–c, zu den Angaben nach Anhang X Abschnitt 9 der EU-REACH-Verordnung.

11 Verzicht auf gewisse Prüfungen

Es ist möglich, auf gewisse unter den Ziffern 8–10 aufgeführte Prüfungen zu verzichten, wenn nach Anwendung der Kriterien nach Anhang XI der EU-REACH-Verordnung:

a.
die Prüfungen aus wissenschaftlicher Sicht nicht nötig erscheinen;
b.
die Prüfungen technisch nicht möglich sind;
c.
die Beurteilung der Exposition den Verzicht auf gewisse Prüfungen ermöglicht.

Anhang 5 165

165 Bereinigt gemäss Ziff. II Abs. 1 der V vom 31. Jan. 2018, in Kraft seit 1. März 2018 (AS 2018 801).

(Art. 61)

Stoffe und Zubereitungen der Gruppen 1 und 2

1 Stoffe und Zubereitungen, die nach der EU-CLP-Verordnung gekennzeichnet sind166

166 Siehe Fussnote zu Art. 2 Abs. 4.

1.1 Gruppe 1

a.

in Verbindung mit

H300167: Lebensgefahr bei Verschlucken, oder

H310: Lebensgefahr bei Hautkontakt, oder

H330: Lebensgefahr bei Einatmen, oder

Kombinationen der obgenannten Gefahrenhinweise

b.

c.

Stoffe und Zubereitungen nach Anhang 1.10 ChemRRV168 gekennzeichnet mit:

in Verbindung mit

H340: Kann genetische Defekte verursachen, oder

H350: Kann (beim Einatmen) Krebs erzeugen, oder

H360: Kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen /
Kann das Kind im Mutterleib schädigen

167 Die Nummer des H-Satzes muss nicht in der Kennzeichnung erscheinen.

168 SR 814.81

1.2 Gruppe 2

a.

in Verbindung mit

H301: Giftig bei Verschlucken, oder

H311: Giftig bei Hautkontakt, oder

H331: Giftig bei Einatmen, oder

Kombinationen der obgenannten Gefahrenhinweise

b.

in Verbindung mit

H370: Schädigt die Organe, oder

H372: Schädigt die Organe bei längerer oder wiederholter Exposition

c.

in Verbindung mit

H314: Verursacht schwere Verätzungen der Haut und schwere Augenschäden.

d.

Gebinde ab einem Inhalt von mehr als 1 kg gekennzeichnet mit:

in Verbindung mit

H410: Sehr giftig für Wasserorganismen mit langfristiger Wirkung (Als Stoffe und Zubereitung der Gruppe 2 gelten dabei nur jene, die wegen ihrer Einstufung als «Aquatic Chronic 1» mit H410 gekennzeichnet werden müssen.)

e.

in Verbindung mit

H250: Entzündet sich in Berührung mit Luft von selbst, oder

H260: In Berührung mit Wasser entstehen entzündbare Gase, die sich spontan entzünden können, oder

H261: In Berührung mit Wasser entstehen entzündbare Gase

f.

H230: Kann auch in Abwesenheit von Luft explosionsartig reagieren, oder

H231: Kann auch in Abwesenheit von Luft bei erhöhtem Druck und/oder erhöhter Temperatur explosionsartig reagieren, oder

EUH019: Kann explosionsfähige Peroxide bilden, oder

EUH029: Entwickelt bei Berührung mit Wasser giftige Gase, oder

EUH031: Entwickelt bei Berührung mit Säure giftige Gase, oder

EUH032: Entwickelt bei Berührung mit Säure sehr giftige Gase

2 Stoffe und Zubereitungen, die noch nicht nach der EU-CLP-Verordnung gekennzeichnet sind

2.1 Gruppe 1

a.

in Verbindung mit

R28169: Sehr giftig beim Verschlucken, oder

R27: Sehr giftig bei Berührung mit der Haut, oder

R26: Sehr giftig beim Einatmen, oder

Kombinationen der obgenannten R-Sätze

b.

c.

Stoffe und Zubereitungen gemäss Anhang 1.10 ChemRRV gekennzeichnet mit:

in Verbindung mit

R46: Kann vererbbare Schäden verursachen, oder

R45: Kann Krebs erzeugen, oder

R49: Kann Krebs erzeugen beim Einatmen, oder

R60: Kann die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen, oder

R61: Kann das Kind im Mutterleib schädigen

169 Die Nummer des R-Satzes muss nicht in der Kennzeichnung erscheinen.

2.2 Gruppe 2

a.

in Verbindung mit

R25: Giftig beim Verschlucken, oder

R24: Giftig bei Berührung mit der Haut, oder

R23: Giftig beim Einatmen, oder

Kombinationen der obgenannten R-Sätze

b.

in Verbindung mit

R39: Ernste Gefahr irreversiblen Schadens, oder

R48: Gefahr ernster Gesundheitsschäden bei längerer Exposition

c.

in Verbindung mit

R35: Verursacht schwere Verätzungen, oder

R34: Verursacht Verätzungen

d.

Gebinde ab einem Inhalt von mehr als 1 kg gekennzeichnet mit:

in Verbindung mit

R50/53: Sehr giftig für Wasserorganismen, kann in Gewässern längerfristig schädliche Wirkungen haben

e.

in Verbindung mit

R17: Selbstentzündlich an der Luft, oder

R15: Reagiert mit Wasser unter Bildung hochentzündlicher Gase

f.

R6: Mit und ohne Luft explosionsfähig, oder

R19: Kann explosionsfähige Peroxide bilden, oder

R29: Entwickelt bei Berührung mit Wasser giftige Gase, oder

R31: Entwickelt bei Berührung mit Säure giftige Gase, oder

R32: Entwickelt bei Berührung mit Säure sehr giftige Gase

Anhang 6

(Art. 92)

Änderung anderer Erlasse

Die nachstehenden Erlasse werden wie folgt geändert:

...170

170 Die Änderungen können unter AS 2015 1903konsultiert werden.

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