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Bundesgesetz
über den Schutz der Gewässer
(Gewässerschutzgesetz, GSchG)

vom 24. Januar 1991 (Stand am 1. Januar 2021)

Die Bundesversammlung der Schweizerischen Eidgenossenschaft,

gestützt auf Artikel 76 Absätze 2 und 3 der Bundesverfassung1,2
nach Einsicht in eine Botschaft des Bundesrates vom 29. April 19873,

beschliesst:

1SR 101

2 Fassung gemäss Ziff. II 2 des BG vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. Aug. 2010 (AS 2010 3233; BBl 2009 5435).

3BBl 1987 II 1061

1. Titel: Allgemeine Bestimmungen

Art. 1 Zweck  

Die­ses Ge­setz bezweckt, die Ge­wäs­ser vor nach­tei­li­gen Ein­wir­kun­gen zu schüt­zen. Es dient ins­be­son­de­re:

a.
der Ge­sund­heit von Men­schen, Tie­ren und Pflan­zen;
b.
der Si­cher­stel­lung und haus­häl­te­ri­schen Nut­zung des Trink- und Brauch­was­sers;
c.
der Er­hal­tung na­tür­li­cher Le­bens­räu­me für die ein­hei­mi­sche Tier- und Pflan­zen­welt;
d.
der Er­hal­tung von Fisch­ge­wäs­sern;
e.
der Er­hal­tung der Ge­wäs­ser als Land­schafts­ele­men­te;
f.
der land­wirt­schaft­li­chen Be­wäs­se­rung;
g.
der Be­nüt­zung zur Er­ho­lung;
h.
der Si­che­rung der na­tür­li­chen Funk­ti­on des Was­ser­kreis­laufs.
Art. 2 Geltungsbereich  

Die­ses Ge­setz gilt für al­le ober- und un­ter­ir­di­schen Ge­wäs­ser.

Art. 3 Sorgfaltspflicht  

Je­der­mann ist ver­pflich­tet, al­le nach den Um­stän­den ge­bo­te­ne Sorg­falt an­zu­wen­den, um nach­tei­li­ge Ein­wir­kun­gen auf die Ge­wäs­ser zu ver­mei­den.

Art. 3a Verursacherprinzip 4  

Wer Mass­nah­men nach die­sem Ge­setz ver­ur­sacht, trägt die Kos­ten da­für.

4 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 20. Ju­ni 1997, in Kraft seit 1. Nov. 1997 (AS 1997 2243; BBl 1996 IV 1217).

Art. 4 Begriffe  

In die­sem Ge­setz be­deu­ten:

a.
Ober­ir­di­sches Ge­wäs­ser: Was­ser­bett mit Soh­le und Bö­schung so­wie die tie­ri­sche und pflanz­li­che Be­sied­lung;
b.
Un­ter­ir­di­sches Ge­wäs­ser: Grund­was­ser (ein­schl. Quell­was­ser), Grund­was­ser­lei­ter, Grund­was­ser­stau­er und Deck­schicht;
c.
Nach­tei­li­ge Ein­wir­kung: Ver­un­rei­ni­gung und an­de­re Ein­grif­fe, wel­che die Ge­stalt oder die Funk­ti­on ei­nes Ge­wäs­sers be­ein­träch­ti­gen;
d.
Ver­un­rei­ni­gung: Nach­tei­li­ge phy­si­ka­li­sche, che­mi­sche oder bio­lo­gi­sche Ver­än­de­rung des Was­sers;
e.
Ab­was­ser: Das durch häus­li­chen, in­dus­tri­el­len, ge­werb­li­chen, land­wirt­schaft­li­chen oder sons­ti­gen Ge­brauch ver­än­der­te Was­ser, fer­ner das in der Ka­na­li­sa­ti­on ste­tig da­mit ab­flies­sen­de Was­ser so­wie das von be­bau­ten oder be­fes­tig­ten Flä­chen ab­flies­sen­de Nie­der­schlags­was­ser;
f.
Ver­schmutz­tes Ab­was­ser: Ab­was­ser, das ein Ge­wäs­ser, in das es ge­langt, ver­un­rei­ni­gen kann;
g.
Hof­dün­ger: Gül­le, Mist und Si­lo­säf­te aus der Nutz­tier­hal­tung;
h.
Ab­fluss­men­ge Q347: Ab­fluss­men­ge, die, ge­mit­telt über zehn Jah­re, durch­schnitt­lich wäh­rend 347 Ta­gen des Jah­res er­reicht oder über­schrit­ten wird und die durch Stau­ung, Ent­nah­me oder Zu­lei­tung von Was­ser nicht we­sent­lich be­ein­flusst ist;
i.
Stän­di­ge Was­ser­füh­rung: Ab­fluss­men­ge Q347, die grös­ser als Null ist;
k.
Rest­was­ser­men­ge: Ab­fluss­men­ge ei­nes Fliess­ge­wäs­sers, die nach ei­ner oder meh­re­ren Ent­nah­men von Was­ser ver­bleibt;
l.
Do­tier­was­ser­men­ge: Was­ser­men­ge, die zur Si­cher­stel­lung ei­ner be­stimm-­ten Rest­was­ser­men­ge bei der Was­ser­ent­nah­me im Ge­wäs­ser be­las­sen wird;
m.5
Re­vi­ta­li­sie­rung: Wie­der­her­stel­lung der na­tür­li­chen Funk­tio­nen ei­nes ver­bau­ten, kor­ri­gier­ten, über­deck­ten oder ein­ge­dol­ten ober­ir­di­schen Ge­wäs­sers mit bau­li­chen Mass­nah­men.

5 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 11. Dez. 2009 (Re­na­tu­rie­rung), in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 20104285; BBl 2008 80438079).

Art. 5 Ausnahmen für Gesamtverteidigung und Notlagen  

So­weit die Ge­samt­ver­tei­di­gung oder Not­la­gen es er­for­dern, kann der Bun­des­rat durch Ver­ord­nung Aus­nah­men von die­sem Ge­setz vor­se­hen.

2. Titel: Verhinderung und Behebung nachteiliger Einwirkungen

1. Kapitel: Reinhaltung der Gewässer

1. Abschnitt: Einleiten, Einbringen und Versickern von Stoffen

Art. 6 Grundsatz  

1 Es ist un­ter­sagt, Stof­fe, die Was­ser ver­un­rei­ni­gen kön­nen, mit­tel­bar oder un­mit­tel­bar in ein Ge­wäs­ser ein­zu­brin­gen oder sie ver­si­ckern zu las­sen.

2 Es ist auch un­ter­sagt, sol­che Stof­fe aus­ser­halb ei­nes Ge­wäs­sers ab­zu­la­gern oder aus­zu­brin­gen, so­fern da­durch die kon­kre­te Ge­fahr ei­ner Ver­un­rei­ni­gung des Was­sers ent­steht.

Art. 7 Abwasserbeseitigung  

1 Ver­schmutz­tes Ab­was­ser muss be­han­delt wer­den. Man darf es nur mit Be­wil­li­gung der kan­to­na­len Be­hör­de in ein Ge­wäs­ser ein­lei­ten oder ver­si­ckern las­sen.

2 Nicht ver­schmutz­tes Ab­was­ser ist nach den An­ord­nun­gen der kan­to­na­len Be­hör­de ver­si­ckern zu las­sen. Er­lau­ben die ört­li­chen Ver­hält­nis­se dies nicht, so kann es in ein ober­ir­di­sches Ge­wäs­ser ein­ge­lei­tet wer­den; da­bei sind nach Mög­lich­keit Rück­hal­te­mass­nah­men zu tref­fen, da­mit das Was­ser bei gros­sem An­fall gleich­mäs­sig ab­flies­sen kann. Ein­lei­tun­gen, die nicht in ei­ner vom Kan­ton ge­neh­mig­ten kom­mu­na­len Ent­wäs­se­rungs­pla­nung aus­ge­wie­sen sind, be­dür­fen der Be­wil­li­gung der kan­to­na­len Be­hör­de.6

3 Die Kan­to­ne sor­gen für ei­ne kom­mu­na­le und, so­weit not­wen­dig, für ei­ne re­gio­na­le Ent­wäs­se­rungs­pla­nung.7

6 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 3 des BG vom 21. Dez 2007 über die Auf­he­bung und die Ver-ein­fa­chung von Be­wil­li­gungs­ver­fah­ren, in Kraft seit 1. Ju­ni 2008 (AS 2008 2265; BBl 2007 315).

7 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 20. Ju­ni 1997, in Kraft seit 1. Nov. 1997 (AS 1997 2243; BBl 1996 IV 1217).

Art. 88  

8Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 2 des BG vom 21. Dez. 1995, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 1997 (AS 1997 1155; BBl 1993 II 1445).

Art. 9 Vorschriften des Bundesrates über das Einleiten und Versickern von Stoffen  

1 Der Bun­des­rat legt die An­for­de­run­gen an die Was­ser­qua­li­tät der ober- und un­ter­ir­di­schen Ge­wäs­ser fest.

2 Er er­lässt Vor­schrif­ten über:

a.
die Ein­lei­tung von Ab­was­ser in Ge­wäs­ser;
b.
die Ver­si­cke­rung von Ab­was­ser;
c.
Stof­fe, die nach Art ih­rer Ver­wen­dung ins Was­ser ge­lan­gen kön­nen und die auf­grund ih­rer Ei­gen­schaf­ten oder ih­rer Ver­brauchs­men­ge die Ge­wäs­ser ver­un­rei­ni­gen oder für den Be­trieb von Ab­was­ser­an­la­gen schäd­lich sein kön­nen.

2. Abschnitt: Behandlung des Abwassers und Verwertung des Hofdün­gers

Art. 10 Öffentliche Kanalisationen und zentrale Abwasserreinigungsanlagen  

1 Die Kan­to­ne sor­gen für die Er­stel­lung öf­fent­li­cher Ka­na­li­sa­tio­nen und zen­tra­ler An­la­gen zur Rei­ni­gung von ver­schmutz­tem Ab­was­ser:

a.
aus Bau­zo­nen;
b.
aus be­ste­hen­den Ge­bäu­de­grup­pen aus­ser­halb von Bau­zo­nen, für wel­che die be­son­de­ren Ver­fah­ren der Ab­was­ser­be­sei­ti­gung (Art. 13) kei­nen aus­rei­chen­den Schutz der Ge­wäs­ser ge­währ­leis­ten oder nicht wirt­schaft­lich sind.

1bis Sie sor­gen für einen wirt­schaft­li­chen Be­trieb die­ser An­la­gen.9

2 In ab­ge­le­ge­nen oder in dünn be­sie­del­ten Ge­bie­ten ist das ver­schmutz­te Ab­was­ser durch an­de­re Sys­te­me als durch zen­tra­le Ab­was­ser­rei­ni­gungs­an­la­gen zu be­han­deln, wenn der Schutz der ober- und un­ter­ir­di­schen Ge­wäs­ser ge­währ­leis­tet ist.

3 Kann ei­ne pri­va­te Ka­na­li­sa­ti­on auch öf­fent­li­chen Zwe­cken die­nen, so ist sie der öf­fent­li­chen Ka­na­li­sa­ti­on gleich­ge­stellt.

4 ...10

9 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 20. Ju­ni 1997, in Kraft seit 1. Nov. 1997 (AS 1997 2243; BBl 1996 IV 1217).

10 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 20. Ju­ni 1997, mit Wir­kung seit 1. Nov. 1997 (AS 1997 2243; BBl 1996 IV 1217).

Art. 11 Anschluss- und Abnahmepflicht  

1 Im Be­reich öf­fent­li­cher Ka­na­li­sa­tio­nen muss das ver­schmutz­te Ab­was­ser in die Ka­na­li­sa­ti­on ein­ge­lei­tet wer­den.

2 Der Be­reich öf­fent­li­cher Ka­na­li­sa­tio­nen um­fasst:

a.
Bau­zo­nen;
b.
wei­te­re Ge­bie­te, so­bald für sie ei­ne Ka­na­li­sa­ti­on er­stellt wor­den ist (Art. 10 Abs. 1 Bst. b);
c.
wei­te­re Ge­bie­te, in wel­chen der An­schluss an die Ka­na­li­sa­ti­on zweck­mäs­sig und zu­mut­bar ist.

3 Der In­ha­ber der Ka­na­li­sa­ti­on ist ver­pflich­tet, das Ab­was­ser ab­zu­neh­men und der zen­tra­len Ab­was­ser­rei­ni­gungs­an­la­ge zu­zu­füh­ren.

Art. 12 Sonderfälle im Bereich öffentlicher Kanalisationen  

1 Wer Ab­was­ser ein­lei­ten will, das den An­for­de­run­gen an die Ein­lei­tung in die Ka­na­li­sa­ti­on nicht ent­spricht, muss es vor­be­han­deln. Die Kan­to­ne re­geln die Vor­be­hand­lung.

2 Die kan­to­na­le Be­hör­de ent­schei­det über die zweck­mäs­si­ge Be­sei­ti­gung von Ab­was­ser, das für die Be­hand­lung in ei­ner zen­tra­len Ab­was­ser­rei­ni­gungs­an­la­ge nicht ge­eig­net ist.

3 Nicht ver­schmutz­tes Ab­was­ser, das ste­tig an­fällt, darf we­der di­rekt noch in­di­rekt ei­ner zen­tra­len Ab­was­ser­rei­ni­gungs­an­la­ge zu­ge­lei­tet wer­den. Die kan­to­na­le Be­hör­de kann Aus­nah­men be­wil­li­gen.

4 In ei­nem Land­wirt­schafts­be­trieb mit er­heb­li­chem Rind­vieh- und Schwei­ne­be­stand darf das häus­li­che Ab­was­ser zu­sam­men mit der Gül­le land­wirt­schaft­lich ver­wer­tet wer­den (Art. 14), wenn:

a.
die Wohn- und Be­triebs­ge­bäu­de mit Um­schwung in der Land­wirt­schafts­zo­ne lie­gen oder die Ge­mein­de Mass­nah­men trifft, na­ment­lich Pla­nungs­zo­nen be­stimmt, um die Ge­bäu­de samt Um­schwung der Land­wirt­schafts­zo­ne zu­zu­wei­sen;
b.
die La­ger­ka­pa­zi­tät auch für das häus­li­che Ab­was­ser aus­reicht und die Ver­wer­tung auf der ei­ge­nen oder ge­pach­te­ten Nutz­flä­che si­cher­ge­stellt ist.

5 Wer­den Wohn- und Be­triebs­ge­bäu­de mit Um­schwung nach Ab­satz 4 nicht in­nert fünf Jah­ren nach Er­lass der Mass­nah­men der Land­wirt­schafts­zo­ne zu­ge­wie­sen, so muss das häus­li­che Ab­was­ser in die Ka­na­li­sa­ti­on ge­lei­tet wer­den.

Art. 13 Besondere Verfahren der Abwasserbeseitigung  

1 Aus­ser­halb des Be­reichs öf­fent­li­cher Ka­na­li­sa­tio­nen ist das Ab­was­ser ent­spre­chend dem Stand der Tech­nik zu be­sei­ti­gen.

2 Die Kan­to­ne sor­gen da­für, dass die An­for­de­run­gen an die Was­ser­qua­li­tät der Ge­wäs­ser er­füllt wer­den.

Art. 14 Betriebe mit Nutztierhaltung  

1 Auf je­dem Be­trieb mit Nutz­tier­hal­tung ist ei­ne aus­ge­gli­che­ne Dün­ger­bi­lanz an­zu­stre­ben.

2 Hof­dün­ger muss um­welt­ver­träg­lich und ent­spre­chend dem Stand der Tech­nik land­wirt­schaft­lich oder gar­ten­bau­lich ver­wer­tet wer­den.

3 Im Be­trieb müs­sen da­für La­ger­ein­rich­tun­gen mit ei­ner Ka­pa­zi­tät von min­des­tens drei Mo­na­ten vor­han­den sein. Die kan­to­na­le Be­hör­de kann je­doch für Be­trie­be im Berg­ge­biet oder in un­güns­ti­gen kli­ma­ti­schen oder be­son­de­ren pflan­zen­bau­li­chen Ver­hält­nis­sen ei­ne grös­se­re La­ger­ka­pa­zi­tät an­ord­nen. Für Stäl­le, die nur für kur­ze Zeit mit Tie­ren be­legt sind, kann sie ei­ne klei­ne­re La­ger­ka­pa­zi­tät be­wil­li­gen.

4 Auf 1 ha Nutz­flä­che darf der Dün­ger von höchs­tens drei Dün­ger­gross­viehein­hei­ten aus­ge­bracht wer­den. Wird ein Teil des im Be­trieb an­fal­len­den Hof­dün­gers aus­ser­halb des orts­üb­li­chen Be­wirt­schaf­tungs­be­reichs ver­wer­tet, so dür­fen nur so vie­le Nutz­tie­re ge­hal­ten wer­den, dass min­des­tens die Hälf­te des im Be­trieb an­fal­len­den Hof­dün­gers auf der ei­ge­nen oder ge­pach­te­ten Nutz­flä­che ver­wer­tet wer­den kann.11

5 Be­trie­be, die Dün­ger ab­ge­ben, müs­sen je­de Ab­ga­be im In­for­ma­ti­ons­sys­tem nach Ar­ti­kel 165f des Land­wirt­schafts­ge­set­zes vom 29. April 199812 er­fas­sen.13

6 Die kan­to­na­le Be­hör­de setzt die pro ha zu­läs­si­gen Dün­ger­gross­viehein­hei­ten her­ab, so­weit Bo­den­be­last­bar­keit, Hö­hen­la­ge und to­po­gra­phi­sche Ver­hält­nis­se dies er­for­dern.

7 Der Bun­des­rat kann Aus­nah­men von den An­for­de­run­gen an die Nutz­flä­che vor­se­hen für:

a.
die Ge­flü­gel- und die Pfer­de­hal­tung so­wie für be­reits be­ste­hen­de klei­ne­re und mitt­le­re Be­trie­be mit an­de­rer Nutz­tier­hal­tung;
b.
die Be­trie­be, die Auf­ga­ben im öf­fent­li­chen In­ter­es­se er­fül­len (Ab­fall­ver­wer­tung, For­schung usw.).

8 Ei­ne Dün­ger­gross­viehein­heit ent­spricht dem durch­schnitt­li­chen jähr­li­chen An­fall von Gül­le und Mist ei­ner 600 kg schwe­ren Kuh.

11 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 6 des BG vom 22. März 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 34633863; BBl 2012 2075).

12 SR 910.1

13 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 6 des BG vom 22. März 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 34633863; BBl 2012 2075).

Art. 15 Erstellung und Kontrolle von Anlagen und Einrichtungen 14  

1 Die In­ha­ber von Ab­was­ser­an­la­gen, La­ger­ein­rich­tun­gen und tech­ni­schen Auf­be­rei­tungs­an­la­gen für Hof­dün­ger und flüs­si­ges Gär­gut so­wie von Rau­fut­ter­si­los sor­gen da­für, dass die­se sach­ge­mä­ss er­stellt, be­dient, ge­war­tet und un­ter­hal­ten wer­den.15 Die Funk­ti­ons­tüch­tig­keit von Ab­was­ser- und Dün­ge­rauf­be­rei­tungs­an­la­gen muss re­gel­mäs­sig über­prüft wer­den.

2 Die kan­to­na­le Be­hör­de sorgt da­für, dass die An­la­gen pe­ri­odisch kon­trol­liert wer­den.

14 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 24. März 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 4287; BBl 2005 937).

15 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 6 des BG vom 22. März 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 34633863; BBl 2012 2075).

Art. 16 Vorschriften des Bundesrates über die Behandlung des Abwassers und die Kontrolle von Anlagen  

Der Bun­des­rat legt die An­for­de­run­gen fest an:

a.
die Ein­lei­tung in Ka­na­li­sa­tio­nen;
b.
be­son­de­re Ab­lei­tun­gen aus Pro­duk­ti­ons­pro­zes­sen;
c.
die Be­schaf­fen­heit, die Ver­wer­tung und die Be­sei­ti­gung der Rück­stän­de aus Ab­was­ser­rei­ni­gungs­an­la­gen;
d.
die Kon­trol­le von An­la­gen und Ein­rich­tun­gen;
e.
die Ver­wer­tung von Ab­was­ser aus der Auf­be­rei­tung des Hof­dün­gers.

3. Abschnitt: Abwassertechnische Voraussetzungen für die Erteilung von Baubewilligungen

Art. 17 Grundsatz  

Bau­be­wil­li­gun­gen für Neu- und Um­bau­ten dür­fen nur er­teilt wer­den, wenn:

a.
im Be­reich öf­fent­li­cher Ka­na­li­sa­tio­nen ge­währ­leis­tet ist, dass das ver­schmutz­te Ab­was­ser in die Ka­na­li­sa­ti­on ein­ge­lei­tet (Art. 11 Abs. 1) oder land­wirt­schaft­lich ver­wer­tet wird (Art. 12 Abs. 4);
b.
aus­ser­halb des Be­reichs öf­fent­li­cher Ka­na­li­sa­tio­nen die zweck­mäs­si­ge Be­sei­ti­gung des ver­schmutz­ten Ab­was­sers durch be­son­de­re Ver­fah­ren ge­währ­leis­tet (Art. 13 Abs. 1); die kan­to­na­le Ge­wäs­ser­schutz­fach­stel­le ist an­zu­hö­ren;
c.
ge­währ­leis­tet ist, dass Ab­was­ser, das sich für die Be­hand­lung in ei­ner zen­tra­len Ab­was­ser­rei­ni­gungs­an­la­ge nicht eig­net, zweck­mäs­sig be­sei­tigt wird (Art. 12 Abs. 2).
Art. 18 Ausnahmen  

1 Für klei­ne­re Ge­bäu­de und An­la­gen, die sich im Be­reich öf­fent­li­cher Ka­na­li­sa­tio­nen be­fin­den, aber aus zwin­gen­den Grün­den noch nicht an die Ka­na­li­sa­ti­on an­ge­schlos­sen wer­den kön­nen, darf die Bau­be­wil­li­gung er­teilt wer­den, wenn der An­schluss kurz­fris­tig mög­lich ist und das Ab­was­ser in der Zwi­schen­zeit auf ei­ne an­de­re be­frie­di­gen­de Wei­se be­sei­tigt wird. Be­vor die Be­hör­de die Be­wil­li­gung er­teilt, hört sie die kan­to­na­le Ge­wäs­ser­schutz­fach­stel­le an.

2 Der Bun­des­rat kann die Vor­aus­set­zun­gen nä­her um­schrei­ben.

4. Abschnitt: Planerischer Schutz

Art. 19 Gewässerschutzbereiche  

1 Die Kan­to­ne tei­len ihr Ge­biet nach der Ge­fähr­dung der ober- und der un­ter­ir­di­schen Ge­wäs­ser in Ge­wäs­ser­schutz­be­rei­che ein. Der Bun­des­rat er­lässt die er­for­der­­li­chen Vor­schrif­ten.

2 In den be­son­ders ge­fähr­de­ten Be­rei­chen be­dür­fen die Er­stel­lung und die Än­de­rung von Bau­ten und An­la­gen so­wie Gra­bun­gen, Erd­be­we­gun­gen und ähn­li­che Ar­bei­ten ei­ner kan­to­na­len Be­wil­li­gung, wenn sie die Ge­wäs­ser ge­fähr­den kön­nen.16

16 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 24. März 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 4287; BBl 2005 937).

Art. 20 Grundwasserschutzzonen  

1 Die Kan­to­ne schei­den Schutz­zo­nen für die im öf­fent­li­chen In­ter­es­se lie­gen­den Grund­was­ser­fas­sun­gen und -an­rei­che­rungs­an­la­gen aus; sie le­gen die not­wen­di­gen Ei­gen­tums­be­schrän­kun­gen fest.

2 Die In­ha­ber von Grund­was­ser­fas­sun­gen müs­sen:

a.
die not­wen­di­gen Er­he­bun­gen für die Ab­gren­zung der Schutz­zo­nen durch­füh­ren;
b.
die er­for­der­li­chen ding­li­chen Rech­te er­wer­ben;
c.
für all­fäl­li­ge Ent­schä­di­gun­gen von Ei­gen­tums­be­schrän­kun­gen auf­kom­men.
Art. 21 Grundwasserschutzareale  

1 Die Kan­to­ne schei­den Area­le aus, die für die künf­ti­ge Nut­zung und An­rei­che­rung von Grund­was­ser­vor­kom­men von Be­deu­tung sind. In die­sen Area­len dür­fen kei­ne Bau­ten und An­la­gen er­stellt oder Ar­bei­ten aus­ge­führt wer­den, die künf­ti­ge Nut­zungs- und An­rei­che­rungs­an­la­gen be­ein­träch­ti­gen könn­ten.

2 Die Kan­to­ne kön­nen Ent­schä­di­gun­gen von Ei­gen­tums­be­schrän­kun­gen auf die spä­te­ren In­ha­ber von Grund­was­ser­fas­sun­gen und An­rei­che­rungs­an­la­gen über­wäl­zen.

5. Abschnitt: Umgang mit wassergefährdenden Flüssigkeiten

Art. 22 Allgemeine Anforderungen 17  

1 Die In­ha­ber von An­la­gen mit was­ser­ge­fähr­den­den Flüs­sig­kei­ten müs­sen da­für sor­gen, dass die zum Schutz der Ge­wäs­ser er­for­der­li­chen bau­li­chen und ap­pa­ra­ti­ven Vor­rich­tun­gen er­stellt, re­gel­mäs­sig kon­trol­liert und ein­wand­frei be­trie­ben und ge­war­tet wer­den. Be­wil­li­gungs­pflich­ti­ge La­ge­r­an­la­gen (Art. 19 Abs. 2) müs­sen min­des­tens al­le zehn Jah­re kon­trol­liert wer­den; je nach Ge­fähr­dung der Ge­wäs­ser legt der Bun­des­rat Kon­troll­in­ter­val­le für wei­te­re An­la­gen fest.

2 Bei La­ge­r­an­la­gen und Um­schlag­plät­zen müs­sen Flüs­sig­keits­ver­lus­te ver­hin­dert, so­wie aus­lau­fen­de Flüs­sig­kei­ten leicht er­kannt und zu­rück­ge­hal­ten wer­den.

3 An­la­gen mit was­ser­ge­fähr­den­den Flüs­sig­kei­ten dür­fen nur von Per­so­nen er­stellt, ge­än­dert, kon­trol­liert, be­füllt, ge­war­tet, ent­leert und aus­ser Be­trieb ge­setzt wer­den, die auf Grund ih­rer Aus­bil­dung, Aus­rüs­tung und Er­fah­rung ge­währ­leis­ten, dass der Stand der Tech­nik ein­ge­hal­ten wird.

4 Wer An­la­ge­tei­le her­stellt, muss prü­fen, ob die­se dem Stand der Tech­nik ent­spre­chen und die Prü­f­er­geb­nis­se do­ku­men­tie­ren.

5 Wer­den La­ge­r­an­la­gen mit was­ser­ge­fähr­den­den Flüs­sig­kei­ten er­stellt, ge­än­dert oder aus­ser Be­trieb ge­setzt, so müs­sen die An­la­ge­in­ha­ber dies dem Kan­ton nach des­sen An­ord­nun­gen mel­den.

6 Stel­len der In­ha­ber ei­ner An­la­ge mit was­ser­ge­fähr­den­den Flüs­sig­kei­ten oder die mit dem Be­trieb oder der War­tung be­trau­ten Per­so­nen einen Flüs­sig­keits­ver­lust fest, so mel­den sie dies un­ver­züg­lich der Ge­wäs­ser­schutz­po­li­zei. Sie tref­fen von sich aus al­le Mass­nah­men, die ih­nen zu­ge­mu­tet wer­den kön­nen, um dro­hen­de Ge­wäs­ser­ver­un­rei­ni­gun­gen zu ver­hin­dern.

7 Die Ab­sät­ze 2–5 gel­ten nicht für An­la­gen, wel­che die Ge­wäs­ser nicht oder nur in ge­rin­gem Mas­se ge­fähr­den kön­nen.

17 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 24. März 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 4287; BBl 2005 937).

Art. 2318  

18 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 24. März 2006, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 4287; BBl 2005 937).

Art. 24 Kavernenspeicher  

Was­ser­ge­fähr­den­de Flüs­sig­kei­ten dür­fen nicht in un­ter­ir­di­schen Ka­ver­nen­spei­chern ge­la­gert wer­den, wenn sie da­bei mit Grund­was­ser in Be­rüh­rung kom­men.

Art. 25 Stoffe, die zu wassergefährdenden Flüssigkeiten werden können  

Die Ar­ti­kel 22 und 24 gel­ten sinn­ge­mä­ss für Stof­fe, die ver­mischt mit Flüs­sig­kei­ten zu was­ser­ge­fähr­den­den Flüs­sig­kei­ten wer­den.

Art. 2619  

19 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 24. März 2006, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 4287; BBl 2005 937).

6. Abschnitt: Bodenbewirtschaftung und Massnahmen am Gewässer

Art. 27 Bodenbewirtschaftung  

1 Bö­den sind ent­spre­chend dem Stand der Tech­nik so zu be­wirt­schaf­ten, dass die Ge­wäs­ser nicht be­ein­träch­tigt wer­den, na­ment­lich nicht durch Ab­schwem­mung und Aus­wa­schung von Dün­gern und Pflan­zen­be­hand­lungs­mit­teln.

2 Der Bun­des­rat kann die not­wen­di­gen Vor­schrif­ten er­las­sen.

Art. 28 Massnahmen am Gewässer  

Rei­chen bei ei­nem Ge­wäs­ser die Mass­nah­men nach den Ar­ti­keln 7–27 nicht aus, um die An­for­de­run­gen an die Was­ser­qua­li­tät (Art. 9 Abs. 1) zu er­fül­len, so sorgt der Kan­ton da­für, dass zu­sätz­lich Mass­nah­men am Ge­wäs­ser selbst ge­trof­fen wer­den.

2. Kapitel: Sicherung angemessener Restwassermengen

Art. 29 Bewilligung  

Ei­ne Be­wil­li­gung braucht, wer über den Ge­mein­ge­brauch hin­aus:

a.
ei­nem Fliess­ge­wäs­ser mit stän­di­ger Was­ser­füh­rung Was­ser ent­nimmt;
b.
aus Seen oder Grund­was­ser­vor­kom­men, wel­che die Was­ser­füh­rung ei­nes Fliess­ge­wäs­sers mit stän­di­ger Was­ser­füh­rung we­sent­lich be­ein­flus­sen, Was­ser ent­nimmt.
Art. 30 Voraussetzungen für die Bewilligung  

Die Ent­nah­me kann be­wil­ligt wer­den, wenn:

a.
die An­for­de­run­gen nach den Ar­ti­keln 31–35 er­füllt sind;
b.
zu­sam­men mit an­dern Ent­nah­men ei­nem Fliess­ge­wäs­ser höchs­tens 20 Pro­zent der Ab­fluss­men­ge Q347 und nicht mehr als 1000 l/s ent­nom­men wer­den; oder
c.
für die Trink­was­ser­ver­sor­gung im Jah­res­mit­tel ei­ner Quel­le höchs­tens 80 l/s, dem Grund­was­ser höchs­tens 100 l/s ent­nom­men wer­den.
Art. 31 Mindestrestwassermenge  

1 Bei Was­se­rent­nah­men aus Fliess­ge­wäs­sern mit stän­di­ger Was­ser­füh­rung muss die Rest­was­ser­men­ge min­des­tens be­tra­gen:

bis 60 l/s Ab­fluss­men­ge Q347

50 l/s

und für je wei­te­re 10 l/s Ab­fluss­men­ge Q347

8 l/s

für 160 l/s Ab­fluss­men­ge Q347

130 l/s

und für je wei­te­re 10 l/s Ab­fluss­men­ge Q347

4,4 l/s

mehr,

für 500 l/s Ab­fluss­men­ge Q347

280 l/s

und für je wei­te­re 100 l/s Ab­fluss­men­ge Q347

31 l/s

mehr,

für 2500 l/s Ab­fluss­men­ge Q347

900 l/s

und für je wei­te­re 100 l/s Ab­fluss­men­ge Q347

21,3 l/s

mehr,

für 10 000 l/s Ab­fluss­men­ge Q347

2 500 l/s

und für je wei­te­re 1000 l/s Ab­fluss­men­ge Q347

150 l/s

mehr,

ab 60 000 l/s Ab­fluss­men­ge Q347

10 000 l/s

.

2 Die nach Ab­satz 1 be­rech­ne­te Rest­was­ser­men­ge muss er­höht wer­den, wenn fol­gen­de An­for­de­run­gen nicht er­füllt sind und nicht durch an­de­re Mass­nah­men er­füllt wer­den kön­nen:

a.
Die vor­ge­schrie­be­ne Was­ser­qua­li­tät der Ober­flä­chen­ge­wäs­ser muss trotz der Was­se­rent­nah­me und be­ste­hen­der Ab­was­se­rein­lei­tun­gen ein­ge­hal­ten wer­den.
b.
Grund­was­ser­vor­kom­men müs­sen wei­ter­hin so ge­spie­sen wer­den, dass die da­von ab­hän­gi­ge Trink­was­ser­ge­win­nung im er­for­der­li­chen Aus­mass mög­lich ist und der Was­ser­haus­halt land­wirt­schaft­lich ge­nutz­ter Bö­den nicht we­sent­lich be­ein­träch­tigt wird.
c.
Sel­te­ne Le­bens­räu­me und -ge­mein­schaf­ten, die di­rekt oder in­di­rekt von der Art und Grös­se des Ge­wäs­sers ab­hän­gen, müs­sen er­hal­ten oder, wenn nicht zwin­gen­de Grün­de ent­ge­gen­ste­hen, nach Mög­lich­keit durch gleich­wer­ti­ge er­setzt wer­den.
d.
Die für die freie Fischwan­de­rung er­for­der­li­che Was­ser­tie­fe muss ge­währ­lei­s­tet sein.
e.
Bei Fliess­ge­wäs­sern bis 40 l/s Ab­fluss­men­ge Q347 un­ter­halb von 800 m ü. M., die als Laich­stät­ten oder als Auf­zucht­ge­bie­te von Fi­schen die­nen, müs­sen die­se Funk­tio­nen wei­ter­hin ge­währ­leis­tet sein.
Art. 32 Ausnahmen  

Die Kan­to­ne kön­nen in fol­gen­den Fäl­len die Min­dest­rest­was­ser­men­gen tiefer an­set­zen:

a.20
wenn die Ab­fluss­men­ge Q347 des Ge­wäs­sers klei­ner als 50 l/s ist: auf ei­ner Stre­cke von 1000 m un­ter­halb ei­ner Was­se­rent­nah­me aus ei­nem Ge­wäs­ser, das hö­her als 1700 m ü. M. liegt, oder aus ei­nem Nicht­fisch­ge­wäs­ser, das zwi­schen 1500 und 1700 m ü. M. liegt;
b.
bei Was­se­rent­nah­men aus Nicht­fisch­ge­wäs­sern bis zu ei­ner Rest­was­ser­füh­rung von 35 Pro­zent der Ab­fluss­men­ge Q347;
bbis.21
auf ei­ner Stre­cke von 1000 m un­ter­halb ei­ner Was­se­rent­nah­me in Ge­wäs­ser­ab­schnit­ten mit ge­rin­gem öko­lo­gi­schem Po­ten­zi­al, so­weit die na­tür­li­chen Funk­tio­nen des Ge­wäs­sers nicht we­sent­lich be­ein­träch­tigt wer­den;
c.
im Rah­men ei­ner Schutz- und Nut­zungs­pla­nung für ein be­grenz­tes, to­po­gra­phisch zu­sam­men­hän­gen­des Ge­biet, so­fern ein ent­spre­chen­der Aus­gleich durch ge­eig­ne­te Mass­nah­men, wie Ver­zicht auf an­de­re Was­se­rent­nah­men, im glei­chen Ge­biet statt­fin­det; die Schutz- und Nut­zungs­pla­nung be­darf der Ge­neh­mi­gung des Bun­des­ra­tes;
d.
in Not­si­tua­tio­nen für be­fris­te­te Ent­nah­men, ins­be­son­de­re zur Trink­was­ser­ver­sor­gung, für Lösch­zwe­cke oder zur land­wirt­schaft­li­chen Be­wäs­se­rung.

20 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 11. Dez. 2009 (Re­na­tu­rie­rung), in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 20104285; BBl 2008 80438079).

21 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 11. Dez. 2009 (Re­na­tu­rie­rung), in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 20104285; BBl 2008 80438079).

Art. 33 Erhöhung der Mindestrestwassermenge  

1 Die Be­hör­de er­höht die Min­dest­rest­was­ser­men­ge in dem Aus­mass, als es sich auf­grund ei­ner Ab­wä­gung der In­ter­es­sen für und ge­gen die vor­ge­se­he­ne Was­se­rent­nah­me er­gibt.

2 In­ter­es­sen für die Was­se­rent­nah­me sind na­ment­lich:

a.
öf­fent­li­che In­ter­es­sen, de­nen die Was­se­rent­nah­me die­nen soll;
b.
die wirt­schaft­li­chen In­ter­es­sen des Was­ser­her­kunfts­ge­biets;
c.
die wirt­schaft­li­chen In­ter­es­sen des­je­ni­gen, der Was­ser ent­neh­men will;
d.
die Ener­gie­ver­sor­gung, wenn ihr die Was­se­rent­nah­me die­nen soll.

3 In­ter­es­sen ge­gen die Was­se­rent­nah­me sind na­ment­lich:

a.
die Be­deu­tung der Ge­wäs­ser als Land­schafts­ele­ment;
b.
die Be­deu­tung der Ge­wäs­ser als Le­bens­raum für die da­von ab­hän­gi­ge Tier- und Pflan­zen­welt, samt de­ren Ar­ten­reich­tum, na­ment­lich auch für die Fisch­fau­na, de­ren Er­trags­reich­tum und na­tür­li­che Fort­pflan­zung;
c.
die Er­hal­tung ei­ner Was­ser­füh­rung, die aus­reicht, um die An­for­de­run­gen an die Was­ser­qua­li­tät der Ge­wäs­ser lang­fris­tig zu er­fül­len;
d.
die Er­hal­tung ei­nes aus­ge­gli­che­nen Grund­was­ser­haus­halts, der die künf­ti­ge Trink­was­ser­ge­win­nung, die orts­üb­li­che Bo­den­nut­zung und ei­ne stand­ort­ge­rech­te Ve­ge­ta­ti­on ge­währ­leis­tet;
e.
die Si­cher­stel­lung der land­wirt­schaft­li­chen Be­wäs­se­rung.

4 Wer ei­nem Ge­wäs­ser Was­ser ent­neh­men will, un­ter­brei­tet der Be­hör­de einen Be­richt über:

a.
die Aus­wir­kun­gen un­ter­schied­lich gros­ser Was­se­rent­nah­men auf die In­te­res­sen an der Was­se­rent­nah­me, ins­be­son­de­re auf die Her­stel­lung von elek­tri­scher Ener­gie und de­ren Kos­ten;
b.
die vor­aus­sicht­li­chen Be­ein­träch­ti­gun­gen der In­ter­es­sen ge­gen ei­ne Was­ser­ent­nah­me und über mög­li­che Mass­nah­men zu de­ren Ver­hin­de­rung.
Art. 34 Wasserentnahmen aus Seen und Grundwasservorkommen  

Wird ei­nem See oder ei­nem Grund­was­ser­vor­kom­men Was­ser ent­nom­men und da­durch die Was­ser­füh­rung ei­nes Fliess­ge­wäs­sers we­sent­lich be­ein­flusst, so ist das Fliess­ge­wäs­ser sinn­ge­mä­ss nach den Ar­ti­keln 31–33 zu schüt­zen.

Art. 35 Entscheid der Behörde  

1 Die Be­hör­de be­stimmt im Ein­zel­fall die Do­tier­was­ser­men­ge und die an­de­ren Mass­nah­men, die zum Schutz der Ge­wäs­ser un­ter­halb der Ent­nah­me­stel­le not­wen­dig sind.

2 Sie kann die Do­tier­was­ser­men­ge zeit­lich un­ter­schied­lich fest­le­gen. Die Was­ser­men­ge nach den Ar­ti­keln 31 und 32 darf nicht un­ter­schrit­ten wer­den.

3 Die Be­hör­de hört vor ih­rem Ent­scheid die in­ter­es­sier­ten Fach­stel­len und, bei Ent­nah­men für An­la­gen zur Was­ser­kraft­nut­zung mit ei­ner Brut­to­leis­tung über 300 kW, den Bund an.

Art. 36 Kontrolle der Dotierwassermenge  

1 Wer ei­nem Ge­wäs­ser Was­ser ent­nimmt, muss der Be­hör­de durch Mes­sun­gen nach­wei­sen, dass er die Do­tier­was­ser­men­ge ein­hält. Ist der Auf­wand nicht zu­mut­bar, so kann er den Nach­weis durch Be­rech­nung der Was­ser­bi­lanz er­brin­gen.

2 Weist er nach, dass die zu­flies­sen­de Was­ser­men­ge zeit­wei­se ge­rin­ger ist als die fest­ge­leg­te Do­tier­was­ser­men­ge, so muss er wäh­rend die­ser Zeit nur so viel Do­tier­was­ser ab­ge­ben, wie Was­ser zu­fliesst.

3. Kapitel: Verhinderung und Behebung anderer nachteiliger Einwirkungen auf Gewässer 22

22 Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 11. Dez. 2009 (Renaturierung), in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 20104285; BBl 2008 80438079).

Art. 36a Gewässerraum 23  

1 Die Kan­to­ne le­gen nach An­hö­rung der be­trof­fe­nen Krei­se den Raum­be­darf der ober­ir­di­schen Ge­wäs­ser fest, der er­for­der­lich ist für die Ge­währ­leis­tung fol­gen­der Funk­tio­nen (Ge­wäs­ser­raum):

a.
die na­tür­li­chen Funk­tio­nen der Ge­wäs­ser;
b.
den Schutz vor Hoch­was­ser;
c.
die Ge­wäs­ser­nut­zung.

2 Der Bun­des­rat re­gelt die Ein­zel­hei­ten.

3 Die Kan­to­ne sor­gen da­für, dass der Ge­wäs­ser­raum bei der Richt- und Nut­zungs­pla­nung be­rück­sich­tigt so­wie ex­ten­siv ge­stal­tet und be­wirt­schaf­tet wird. Der Ge­wäs­ser­raum gilt nicht als Frucht­fol­ge­flä­che. Für einen Ver­lust an Frucht­fol­ge­flä­chen ist nach den Vor­ga­ben der Sach­pla­nung des Bun­des nach Ar­ti­kel 13 des Raum­pla­nungs­ge­set­zes vom 22. Ju­ni 197924 Er­satz zu leis­ten.

23 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 11. Dez. 2009 (Re­na­tu­rie­rung), in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 20104285; BBl 2008 80438079).

24 SR 700

Art. 37 Verbauung und Korrektion von Fliessgewässern  

1 Fliess­ge­wäs­ser dür­fen nur ver­baut oder kor­ri­giert wer­den, wenn:

a.25
der Schutz von Men­schen oder er­heb­li­chen Sach­wer­ten es er­for­dert (Art. 3 Abs. 2 des BG vom 21. Ju­ni 199126 über den Was­ser­bau);
b.
es für die Schiff­bar­ma­chung oder für ei­ne im öf­fent­li­chen In­ter­es­se lie­gen­de Nut­zung der Was­ser­kraft nö­tig ist;
bbis.27
es für die Er­rich­tung ei­ner De­po­nie nö­tig ist, die nur am vor­ge­se­he­nen Stand­ort er­rich­tet wer­den kann und auf der aus­sch­liess­lich un­ver­schmutz­tes Aus­hub-, Ab­raum- und Aus­bruch­ma­te­ri­al ab­ge­la­gert wird;
c.
da­durch der Zu­stand ei­nes be­reits ver­bau­ten oder kor­ri­gier­ten Ge­wäs­sers im Sinn die­ses Ge­set­zes ver­bes­sert wer­den kann.

2 Da­bei muss der na­tür­li­che Ver­lauf des Ge­wäs­sers mög­lichst bei­be­hal­ten oder wie­der­her­ge­stellt wer­den. Ge­wäs­ser und Ge­wäs­ser­raum müs­sen so ge­stal­tet wer­den, dass:28

a.
sie ei­ner viel­fäl­ti­gen Tier- und Pflan­zen­welt als Le­bens­raum die­nen kön­nen;
b.
die Wech­sel­wir­kun­gen zwi­schen ober- und un­ter­ir­di­schem Ge­wäs­ser weit­ge­hend er­hal­ten blei­ben;
c.
ei­ne stand­ort­ge­rech­te Uferve­ge­ta­ti­on ge­dei­hen kann.

3 In über­bau­ten Ge­bie­ten kann die Be­hör­de Aus­nah­men von Ab­satz 2 be­wil­li­gen.

4 Für die Schaf­fung künst­li­cher Fliess­ge­wäs­ser gilt Ab­satz 2 sinn­ge­mä­ss.

25 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2013, in Kraft seit 1. Aug. 2013 (AS 2013 2339; BBl 2012 94079415).

26 SR 721.100

27 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 22. März 2013, in Kraft seit 1. Aug. 2013 (AS 2013 2339; BBl 2012 94079415).

28 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 11. Dez. 2009 (Re­na­tu­rie­rung), in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 20104285; BBl 2008 80438079).

Art. 38 Überdecken oder Eindolen von Fliessgewässern  

1 Fliess­ge­wäs­ser dür­fen nicht über­deckt oder ein­ge­dolt wer­den.

2 Die Be­hör­de kann Aus­nah­men be­wil­li­gen für:

a.
Hoch­was­ser­ent­las­tungs- und Be­wäs­se­rungs­kanä­le;
b.
Ver­kehrs­über­gän­ge;
c.
Über­gän­ge land- und forst­wirt­schaft­li­cher Gü­ter­we­ge;
d.
klei­ne Ent­wäs­se­rungs­grä­ben mit zeit­wei­ser Was­ser­füh­rung;
e.
den Er­satz be­ste­hen­der Ein­do­lun­gen und Über­de­ckun­gen, so­fern ei­ne of­fe­ne Was­ser­füh­rung nicht mög­lich ist oder für die land­wirt­schaft­li­che Nut­zung er­heb­li­che Nach­tei­le mit sich bringt.
Art. 38a Revitalisierung von Gewässern 29  

1 Die Kan­to­ne sor­gen für die Re­vi­ta­li­sie­rung von Ge­wäs­sern. Sie be­rück­sich­ti­gen da­bei den Nut­zen für die Na­tur und die Land­schaft so­wie die wirt­schaft­li­chen Aus­wir­kun­gen, die sich aus der Re­vi­ta­li­sie­rung er­ge­ben.

2 Sie pla­nen die Re­vi­ta­li­sie­run­gen und le­gen den Zeit­plan da­für fest. Sie sor­gen da­für, dass die­se Pla­nung bei der Richt- und Nut­zungs­pla­nung be­rück­sich­tigt wird. Für einen Ver­lust an Frucht­fol­ge­flä­chen ist nach den Vor­ga­ben der Sach­pla­nung des Bun­des nach Ar­ti­kel 13 des Raum­pla­nungs­ge­set­zes vom 22. Ju­ni 197930 Er­satz zu leis­ten.

29 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 11. Dez. 2009 (Re­na­tu­rie­rung), in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 20104285; BBl 2008 80438079).

30 SR 700

Art. 39 Einbringen fester Stoffe in Seen  

1 Es ist un­ter­sagt, fes­te Stof­fe in Seen ein­zu­brin­gen, auch wenn sie Was­ser nicht ver­un­rei­ni­gen kön­nen.

2 Die kan­to­na­le Be­hör­de kann Schüt­tun­gen be­wil­li­gen:

a.
für stand­ort­ge­bun­de­ne Bau­ten in über­bau­ten Ge­bie­ten, wenn über­wie­gen­de öf­fent­li­che In­ter­es­sen ei­ne Schüt­tung er­for­dern und sich der an­ge­streb­te Zweck an­ders nicht er­rei­chen lässt;
b.
wenn da­durch ei­ne Flach­was­ser­zo­ne ver­bes­sert wer­den kann.

3 Die Schüt­tun­gen sind so na­tür­lich wie mög­lich zu ge­stal­ten, und zer­stör­te Ufer­­ve­ge­ta­ti­on ist zu er­set­zen.

Art. 39a Schwall und Sunk 31  

1 Kurz­fris­ti­ge künst­li­che Än­de­run­gen des Was­ser­ab­flus­ses in ei­nem Ge­wäs­ser (Schwall und Sunk), wel­che die ein­hei­mi­schen Tie­re und Pflan­zen so­wie de­ren Le­bens­räu­me we­sent­lich be­ein­träch­ti­gen, müs­sen von den In­ha­bern von Was­ser­kraft­wer­ken mit bau­li­chen Mass­nah­men ver­hin­dert oder be­sei­tigt wer­den. Auf An­trag des In­ha­bers ei­nes Was­ser­kraft­werks kann die Be­hör­de an­stel­le von bau­li­chen Mass­nah­men be­trieb­li­che an­ord­nen.

2 Die Mass­nah­men rich­ten sich nach:

a.
dem Grad der Be­ein­träch­ti­gun­gen des Ge­wäs­sers;
b.
dem öko­lo­gi­schen Po­ten­zi­al des Ge­wäs­sers;
c.
der Ver­hält­nis­mäs­sig­keit des Auf­wan­des;
d.
den In­ter­es­sen des Hoch­was­ser­schut­zes;
e.
den ener­gie­po­li­ti­schen Zie­len zur För­de­rung er­neu­er­ba­rer Ener­gi­en.

3 Im Ein­zugs­ge­biet des be­trof­fe­nen Ge­wäs­sers sind die Mass­nah­men nach An­hö­rung der In­ha­ber der be­trof­fe­nen Was­ser­kraft­wer­ke auf­ein­an­der ab­zu­stim­men.

4 Aus­gleich­be­cken, die in An­wen­dung von Ab­satz 1 er­stellt wer­den, dür­fen zur Pumpspei­che­rung ge­nutzt wer­den, oh­ne dass ei­ne Kon­zes­si­ons­än­de­rung er­for­der­lich ist.

31 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 11. Dez. 2009 (Re­na­tu­rie­rung), in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 20104285; BBl 2008 80438079).

Art. 40 Spülung und Entleerung von Stauräumen  

1 Der In­ha­ber ei­ner Stau­an­la­ge sorgt nach Mög­lich­keit da­für, dass bei der Spü­lung und Ent­lee­rung des Stau­rau­mes oder bei der Prü­fung von Vor­rich­tun­gen für das Ab­las­sen von Was­ser und die Hoch­was­ser­ent­las­tung die Tier- und Pflan­zen­welt im Un­ter­lauf des Ge­wäs­sers nicht be­ein­träch­tigt wird.

2 Er darf Spü­lun­gen und Ent­lee­run­gen nur mit ei­ner Be­wil­li­gung der kan­to­na­len Be­hör­de vor­neh­men. Die Be­wil­li­gungs­be­hör­de hört die in­ter­es­sier­ten Fach­stel­len an. Sind pe­ri­odi­sche Spü­lun­gen und Ent­lee­run­gen zur Er­hal­tung der Be­triebs­si­cher­heit not­wen­dig, so legt die Be­hör­de le­dig­lich Zeit­punkt und Art der Durch­füh­rung fest.

3 Muss der In­ha­ber auf­grund aus­ser­or­dent­li­cher Er­eig­nis­se den Stau­see aus Si­cher­heits­grün­den so­fort ab­sen­ken, so ori­en­tiert er un­ver­züg­lich die Be­wil­li­gungs­be­hör­de.

Art. 41 Treibgut bei Stauanlagen  

1 Wer ein Ge­wäs­ser staut, darf Treib­gut, das er aus be­trieb­li­chen Grün­den dem Ge­wäs­ser ent­nom­men hat, nicht ins Ge­wäs­ser zu­rück­ge­ben. Die Be­hör­de kann Aus­nah­men be­wil­li­gen.

2 Der In­ha­ber der Stau­an­la­ge muss das Treib­gut nach den An­ord­nun­gen der Be­hör­de im Be­reich sei­ner An­la­gen pe­ri­odisch ein­sam­meln.

Art. 42 Entnahme und Einleitung von Wasser oder Abwasser  

1 Wird bei ei­nem na­tür­li­chen See Was­ser ent­nom­men oder ein­ge­lei­tet, so dür­fen sich da­durch die Schich­tungs- und Strö­mungs­ver­hält­nis­se im See nicht we­sent­lich ver­än­dern, und es dür­fen kei­ne Spie­gel­schwan­kun­gen auf­tre­ten, die zu Be­ein­träch­ti­gun­gen im Ufer­be­reich füh­ren kön­nen.

2 Bei ei­nem Fliess­ge­wäs­ser sind Art und Ort der Ein­lei­tung von Was­ser oder Ab­was­ser so zu wäh­len, dass mög­lichst kei­ne Ver­bau­un­gen und Kor­rek­tio­nen not­wen­dig wer­den.

Art. 43 Erhaltung von Grundwasservorkommen  

1 Die Kan­to­ne sor­gen da­für, dass ei­nem Grund­was­ser­vor­kom­men lang­fris­tig nicht mehr Was­ser ent­nom­men wird, als ihm zu­fliesst. Kurz­fris­tig darf mehr Was­ser ent­nom­men wer­den, so­fern da­durch die Qua­li­tät des Grund­was­sers und die Ve­ge­ta­ti­on nicht be­ein­träch­tigt wer­den.

2 Ist ein Grund­was­ser­vor­kom­men durch über­mäs­si­ge Ent­nah­me oder durch ei­ne ver­rin­ger­te Spei­sung be­ein­träch­tigt, so sorgt der Kan­ton für ei­ne mög­lichst weit­ge­hen­de Ver­bes­se­rung des Zu­stands, sei es durch Ver­min­de­rung der Ent­nah­me, durch künst­li­che An­rei­che­rung oder durch Un­ter­grund­spei­che­rung von Trink­was­ser.

3 Grund­was­ser­vor­kom­men dür­fen nicht dau­ernd mit­ein­an­der ver­bun­den wer­den, wenn da­durch Men­ge oder Qua­li­tät des Grund­was­sers be­ein­träch­tigt wer­den kön­nen.

4 Spei­cher­vo­lu­men und Durch­fluss nutz­ba­rer Grund­was­ser­vor­kom­men dür­fen durch Ein­bau­ten nicht we­sent­lich und dau­ernd ver­rin­gert wer­den.

5 Bei Stau­an­la­gen mit ge­rin­ger Stau­hö­he dür­fen das Grund­was­ser und die vom Grund­was­ser­stand ab­hän­gi­ge Ve­ge­ta­ti­on nicht we­sent­lich be­ein­träch­tigt wer­den. Für be­ste­hen­de An­la­gen kann die Be­hör­de Aus­nah­men be­wil­li­gen.

6 Die Ent­wäs­se­rung ei­nes Ge­biets, durch die der Grund­was­ser­spie­gel auf ei­ner gros­sen Flä­che ab­ge­senkt wird, ist nur zu­läs­sig, wenn die land­wirt­schaft­li­che Nut­zung an­ders nicht ge­si­chert wer­den kann.

Art. 43a Geschiebehaushalt 32  

1 Der Ge­schie­be­haus­halt im Ge­wäs­ser darf durch An­la­gen nicht so ver­än­dert wer­den, dass die ein­hei­mi­schen Tie­re und Pflan­zen, de­ren Le­bens­räu­me, der Grund­was­ser­haus­halt und der Hoch­was­ser­schutz we­sent­lich be­ein­träch­tigt wer­den. Die In­ha­ber der An­la­gen tref­fen da­zu ge­eig­ne­te Mass­nah­men.

2 Die Mass­nah­men rich­ten sich nach:

a.
dem Grad der Be­ein­träch­ti­gun­gen des Ge­wäs­sers;
b.
dem öko­lo­gi­schen Po­ten­zi­al des Ge­wäs­sers;
c.
der Ver­hält­nis­mäs­sig­keit des Auf­wan­des;
d.
den In­ter­es­sen des Hoch­was­ser­schut­zes;
e.
den ener­gie­po­li­ti­schen Zie­len zur För­de­rung er­neu­er­ba­rer Ener­gi­en.

3 Im Ein­zugs­ge­biet des be­trof­fe­nen Ge­wäs­sers sind die Mass­nah­men nach An­hö­rung der In­ha­ber der be­trof­fe­nen An­la­gen auf­ein­an­der ab­zu­stim­men.

32 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 11. Dez. 2009 (Re­na­tu­rie­rung), in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 20104285; BBl 2008 80438079).

Art. 44 Ausbeutung von Kies, Sand und anderem Material  

1 Wer Kies, Sand oder an­de­res Ma­te­ri­al aus­beu­ten oder vor­be­rei­ten­de Gra­bun­gen da­zu vor­neh­men will, braucht ei­ne Be­wil­li­gung.

2 Die Be­wil­li­gung für sol­che Ar­bei­ten darf nicht er­teilt wer­den:

a.
in Grund­was­ser­schutz­zo­nen;
b.
un­ter­halb des Grund­was­ser­spie­gels bei ei­nem Grund­was­ser­vor­kom­men, das sich nach Men­ge und Qua­li­tät für die Was­ser­ge­win­nung eig­net;
c.
in Fliess­ge­wäs­sern, wenn der Ge­schie­be­haus­halt nach­tei­lig be­ein­flusst wird.

3 Bei ei­nem Grund­was­ser­vor­kom­men, das sich nach Men­ge und Qua­li­tät für die Was­ser­ge­win­nung eig­net, kann die Aus­beu­tung ober­halb des Grund­was­ser­spie­gels be­wil­ligt wer­den, wenn über dem höchst­mög­li­chen Grund­was­ser­spie­gel ei­ne schüt­zen­de Ma­te­ri­al­schicht be­las­sen wird. Die­se ist nach den ört­li­chen Ge­ge­ben­hei­ten zu be­mes­sen.

3. Titel: Vollzug, Grundlagenbeschaffung, Finanzierung, Förderung und Verfahren 33

33 Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 20. Juni 1997, in Kraft seit 1. Nov. 1997 (AS 1997 2243; BBl 1996 IV 1217).

1. Kapitel: Vollzug

1. Abschnitt: Vollzug durch die Kantone

Art. 45  

Die Kan­to­ne voll­zie­hen die­ses Ge­setz, so­weit nicht Ar­ti­kel 48 den Voll­zug dem Bund über­trägt. Sie er­las­sen die er­for­der­li­chen Vor­schrif­ten.

2. Abschnitt: Vollzug durch den Bund

Art. 46 Aufsicht und Koordination  

1 Der Bund be­auf­sich­tigt den Voll­zug die­ses Ge­set­zes.

2 Der Bun­des­rat re­gelt die Ko­or­di­na­ti­on:

a.
der Ge­wäs­ser­schutz­mass­nah­men der Kan­to­ne;
b.
un­ter den Bun­des­stel­len;
c.
zwi­schen Bun­des­stel­len und Kan­to­nen.
Art. 47 Ausführungsvorschriften  

1 Der Bun­des­rat er­lässt die Aus­füh­rungs­vor­schrif­ten.

2 ...34

34 Auf­ge­ho­ben durch Art. 12 Ziff. 3 des Ver­nehm­las­sungs­ge­set­zes vom 18. März 2005, mit Wir­kung seit 1. Sept. 2005 (AS 2005 4099; BBl 2004 533).

Art. 48 Vollzugskompetenzen des Bundes 35  

1 Die Bun­des­be­hör­de, die ein an­de­res Bun­des­ge­setz oder einen Staats­ver­trag voll­zieht, ist bei der Er­fül­lung die­ser Auf­ga­be auch für den Voll­zug des Ge­wäs­ser­schutz­ge­set­zes zu­stän­dig. Sie hört vor ih­rem Ent­scheid die be­trof­fe­nen Kan­to­ne an. Das Bun­des­amt für Um­welt36 (Bun­des­amt)37 und die üb­ri­gen be­trof­fe­nen Bun­des­stel­len wir­ken nach den Ar­ti­keln 62a und 62b des Re­gie­rungs- und Ver­wal­tungs­or­ga­ni­sa­ti­ons­ge­set­zes vom 21. März 199738 beim Voll­zug mit.

2 Eig­net sich das Ver­fah­ren nach Ab­satz 1 für be­stimm­te Auf­ga­ben nicht, so re­gelt der Bun­des­rat den Voll­zug durch die be­trof­fe­nen Bun­des­stel­len.

3 Der Bund voll­zieht die Vor­schrif­ten über Stof­fe (Art. 9 Abs. 2 Bst. c); er kann für be­stimm­te Tei­lauf­ga­ben die Kan­to­ne bei­zie­hen.

4 Der Bun­des­rat be­stimmt, wel­che An­ga­ben, die auf­grund an­de­rer Bun­des­ge­set­ze über Stof­fe er­ho­ben wer­den, dem Bun­des­amt zur Ver­fü­gung zu stel­len sind.

35 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 15 des BG vom 18. Ju­ni 1999 über die Ko­or­di­na­ti­on und Ver­ein­fa­chung von Ent­scheid­ver­fah­ren, in Kraft seit 1. Jan. 2000 (AS 1999 3071; BBl 1998 2591).

36 Die Be­zeich­nung der Ver­wal­tungs­ein­heit wur­de in An­wen­dung von Art. 16 Abs. 3 der Pu­bli­ka­ti­ons­ver­ord­nung vom 17. Nov. 2004 (AS 2004 4937) an­ge­passt.

37 Aus­druck ge­mä­ss An­hang Ziff. 5 des Gen­tech­nik­ge­set­zes vom 21. März 2003, in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 4803; BBl 2000 2391). Die­se Änd. ist im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.

38 SR 172.010

3. Abschnitt: Besondere Bestimmungen über den Vollzug

Art. 49 Gewässerschutzfachstellen und Gewässerschutzpolizei  

1 Die Kan­to­ne rich­ten Ge­wäs­ser­schutz­fach­stel­len ein. Sie or­ga­ni­sie­ren die Ge­wäs­ser­schutz­po­li­zei und einen Scha­den­dienst.

2 Das Bun­des­amt ist die Ge­wäs­ser­schutz­fach­stel­le des Bun­des.

3 Bund und Kan­to­ne kön­nen für den Voll­zug öf­fent­lich-recht­li­che Kör­per­schaf­ten und Pri­va­te bei­zie­hen, ins­be­son­de­re für die Kon­trol­le und Über­wa­chung.

Art. 50 Information und Beratung 39  

1 Bund und Kan­to­ne prü­fen die Aus­wir­kun­gen der Mass­nah­men die­ses Ge­set­zes und in­for­mie­ren die Öf­fent­lich­keit über den Ge­wäs­ser­schutz und den Zu­stand der Ge­wäs­ser; ins­be­son­de­re:

a.
ver­öf­fent­li­chen sie die Er­he­bun­gen über den Er­folg der Mass­nah­men die­ses Ge­set­zes;
b.
kön­nen sie, so­weit dies von all­ge­mei­nem In­ter­es­se ist, nach An­hö­ren der Be­trof­fe­nen die Er­geb­nis­se der Er­he­bun­gen und Kon­trol­len an pri­va­ten und öf­fent­li­chen Ge­wäs­sern ver­öf­fent­li­chen (Art. 52).

2 Vor­be­hal­ten blei­ben über­wie­gen­de pri­va­te und öf­fent­li­che Ge­heim­hal­tungs­in­te­res­sen; das Fa­bri­ka­ti­ons- und Ge­schäfts­ge­heim­nis bleibt in je­dem Fall ge­wahrt.

3 Die Ge­wäs­ser­schutz­fach­stel­len be­ra­ten Be­hör­den und Pri­va­te. Sie emp­feh­len Mass­nah­men zur Ver­hin­de­rung und zur Ver­min­de­rung nach­tei­li­ger Ein­wir­kun­gen auf die Ge­wäs­ser.

39 Fas­sung ge­mä­ss Art. 2 Ziff. 2 des BB vom 27. Sept. 2013 (Aar­hus-Kon­ven­ti­on), in Kraft seit 1. Ju­ni 2014 (AS 2014 1021; BBl 2012 4323).

Art. 51 Düngerberatung  

Die Kan­to­ne sor­gen da­für, dass zum Voll­zug der Ar­ti­kel 14 und 27 ei­ne Be­ra­tung ein­ge­rich­tet wird.

Art. 52 Duldungs- und Schweigepflicht  

1 Die Be­hör­den des Bun­des und der Kan­to­ne kön­nen Er­he­bun­gen an pri­va­ten und öf­fent­li­chen Ge­wäs­sern durch­füh­ren. Sie kön­nen die da­zu not­wen­di­ge Ein­rich­tun­gen er­stel­len und An­la­gen kon­trol­lie­ren. Die Grund­ei­gen­tü­mer und die In­ha­ber der An­la­gen müs­sen den da­mit be­trau­ten Per­so­nen den Zu­tritt ge­wäh­ren und ih­nen die er­for­der­li­chen Aus­künf­te er­tei­len.

2 Die mit dem Voll­zug die­ses Ge­set­zes be­auf­trag­ten Per­so­nen so­wie Ex­per­ten und Mit­glie­der von Kom­mis­sio­nen und Fach­aus­schüs­sen un­ter­ste­hen dem Amts­ge­heim­nis.

3 ...40

40 Auf­ge­ho­ben durch Art. 2 Ziff. 2 des BB vom 27. Sept. 2013(Aar­hus-Kon­ven­ti­on), mit Wir­kung seit 1. Ju­ni 2014 (AS 2014 1021; BBl 2012 4323).

Art. 53 Zwangsmassnahmen  

Die Be­hör­den kön­nen die von ih­nen an­ge­ord­ne­ten Mass­nah­men zwangs­wei­se durch­set­zen. So­weit das kan­to­na­le Recht kei­ne oder kei­ne stren­ge­ren Vor­schrif­ten ent­hält, ist im kan­to­na­len Ver­fah­ren Ar­ti­kel 41 des Ver­wal­tungs­ver­fah­rens­ge­set­zes vom 20. De­zem­ber 196841 an­wend­bar.

Art. 54 Kosten von Sicherungs- und Behebungsmassnahmen  

Die Kos­ten von Mass­nah­men, wel­che die Be­hör­den zur Ab­wehr ei­ner un­mit­tel­bar dro­hen­den Ge­fahr für die Ge­wäs­ser so­wie zur Fest­stel­lung und zur Be­he­bung ei­nes Scha­dens tref­fen, wer­den dem Ver­ur­sa­cher über­bun­den.

Art. 55 Gebühren des Bundes  

1 Der Bund er­hebt ei­ne Ge­bühr für sei­ne Be­wil­li­gun­gen und Kon­trol­len so­wie für sei­ne be­son­de­ren Dienst­leis­tun­gen nach die­sem Ge­setz.

2 Der Bun­des­rat be­stimmt die An­sät­ze.

Art. 56 Interkantonale Gewässer  

1 Be­rührt ein ober- oder ein un­ter­ir­di­sches Ge­wäs­ser das Ge­biet meh­re­rer Kan­to­ne, so hat je­der Kan­ton die­je­ni­gen Mass­nah­men zu tref­fen, die zum Schutz die­ses Ge­wäs­sers und im In­ter­es­se der an­de­ren Kan­to­ne not­wen­dig sind.

2 Kön­nen sich die Kan­to­ne über die Mass­nah­men nicht ei­ni­gen, so ent­schei­det der Bun­des­rat.

2. Kapitel: Grundlagenbeschaffung

Art. 57 Aufgaben des Bundes  

1 Der Bund führt Er­he­bun­gen von ge­samtschwei­ze­ri­schem In­ter­es­se durch über:

a.
die hy­dro­lo­gi­schen Ver­hält­nis­se;
b.
die Was­ser­qua­li­tät der ober- und un­ter­ir­di­schen Ge­wäs­ser;
c.
die Trink­was­ser­ver­sor­gung;
d.
an­de­re Be­lan­ge des Ge­wäs­ser­schut­zes.

2 Er kann sich an der Ent­wick­lung von An­la­gen und Ver­fah­ren, mit de­nen der Stand der Tech­nik im all­ge­mei­nen In­ter­es­se des Ge­wäs­ser­schut­zes, ins­be­son­de­re durch Mass­­nah­men an der Quel­le, er­höht wird, fi­nan­zi­ell be­tei­li­gen.

3 Er stellt die Er­geb­nis­se und die Aus­wer­tung der Er­he­bun­gen In­ter­es­sier­ten zur Ver­fü­gung.

4 Der Bun­des­rat re­gelt die Durch­füh­rung der Er­he­bun­gen und ih­re Aus­wer­tung.

5 Die Bun­des­stel­len er­las­sen fach­tech­ni­sche Wei­sun­gen und be­ra­ten die Er­he­bungs­stel­len. Sie kön­nen ge­gen Rech­nung hy­dro­lo­gi­sche Ar­bei­ten für an­de­re durch­füh­ren oder ih­re Ge­rä­te für sol­che Ar­bei­ten zur Ver­fü­gung stel­len.

Art. 58 Aufgaben der Kantone  

1 Die Kan­to­ne füh­ren die wei­te­ren Er­he­bun­gen durch, die für den Voll­zug die­ses Ge­set­zes er­for­der­lich sind. Sie tei­len die Er­geb­nis­se den Bun­des­stel­len mit.

2 Die Kan­to­ne er­stel­len ein In­ven­tar über die Was­ser­ver­sor­gungs­an­la­gen und Grund­was­ser­vor­kom­men auf ih­rem Ge­biet. Das In­ven­tar ist öf­fent­lich, so­weit nicht In­ter­es­sen der Ge­samt­ver­tei­di­gung die Ge­heim­hal­tung er­for­dern.

Art. 59 Ermittlung der Abflussmenge Q 347  

Lie­gen für ein Ge­wäs­ser un­zu­rei­chen­de Mes­s­er­geb­nis­se vor, so wird die Ab­fluss­men­ge Q347 mit an­dern Me­tho­den wie hy­dro­lo­gi­schen Be­ob­ach­tun­gen und Mo­dell­rech­nun­gen er­mit­telt.

Art. 60 Mitteilungspflicht der Behörde  

Be­vor ei­ne Be­hör­de einen Ein­griff be­wil­ligt, der sich auf ein Ge­wäs­ser in der Nä­he ei­ner Sta­ti­on für hy­dro­lo­gi­sche oder an­de­re Er­he­bun­gen aus­wir­ken kann, un­ter­rich­tet sie die für die Sta­ti­on zu­stän­di­ge Stel­le.

3. Kapitel: Finanzierung42

42 Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 20. Juni 1997, in Kraft seit 1. Nov. 1997 (AS 1997 2243; BBl 1996 IV 1217).

Art. 60a Abwasserabgaben der Kantone 43  

1 Die Kan­to­ne sor­gen da­für, dass die Kos­ten für Bau, Be­trieb, Un­ter­halt, Sa­nie­rung und Er­satz der Ab­was­ser­an­la­gen, die öf­fent­li­chen Zwe­cken die­nen, mit Ge­büh­ren oder an­de­ren Ab­ga­ben den Ver­ur­sa­chern über­bun­den wer­den. Bei der Aus­ge­stal­tung der Ab­ga­ben wer­den ins­be­son­de­re be­rück­sich­tigt:

a.
die Art und die Men­ge des er­zeug­ten Ab­was­sers;
b.
die zur Sub­stan­zer­hal­tung der An­la­gen er­for­der­li­chen Ab­schrei­bun­gen;
c.
die Zin­sen;
d.
der ge­plan­te In­ves­ti­ti­ons­be­darf für Un­ter­halt, Sa­nie­rung und Er­satz, für An­pas­sun­gen an ge­setz­li­che An­for­de­run­gen so­wie für be­trieb­li­che Op­ti­mie­run­gen.

2 Wür­den kos­ten­de­cken­de und ver­ur­sa­cher­ge­rech­te Ab­ga­ben die um­welt­ver­träg­li­che Ent­sor­gung des Ab­was­sers ge­fähr­den, so kann die­se so­weit er­for­der­lich an­ders fi­nan­ziert wer­den.

3 Die In­ha­ber der Ab­was­ser­an­la­gen müs­sen die er­for­der­li­chen Rück­stel­lun­gen bil­den.

4 Die Grund­la­gen für die Be­rech­nung der Ab­ga­ben sind öf­fent­lich zu­gäng­lich.

43 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. März 2014, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2014 3327; BBl 2013 5549).

Art. 60b Abwasserabgabe des Bundes 44  

1 Der Bund er­hebt bei den In­ha­bern von zen­tra­len Ab­was­ser­rei­ni­gungs­an­la­gen ei­ne Ab­ga­be für die Fi­nan­zie­rung der Ab­gel­tung von Mass­nah­men zur Eli­mi­na­ti­on von or­ga­ni­schen Spu­ren­stof­fen nach Ar­ti­kel 61a, ein­sch­liess­lich der Voll­zugs­kos­ten des Bun­des.

2 In­ha­ber von zen­tra­len Ab­was­ser­rei­ni­gungs­an­la­gen, die Mass­nah­men nach Ar­ti­kel 61a ge­trof­fen und die ent­spre­chen­de Schluss­ab­rech­nung über die ge­tä­tig­ten In­ves­ti­tio­nen bis am 30. Sep­tem­ber ei­nes Ka­len­der­jah­res ein­ge­reicht ha­ben, sind ab dem nach­fol­gen­den Ka­len­der­jahr von der Ab­ga­be­pflicht be­freit.

3 Die Hö­he der Ab­ga­be rich­tet sich nach der An­zahl der an die Ab­was­ser­rei­ni­gungs­an­la­ge an­ge­schlos­se­nen Ein­woh­ner. Der Ab­ga­be­satz be­trägt jähr­lich höchs­tens 9 Fran­ken pro Ein­woh­ner.

4 Der Bun­des­rat legt den Ab­ga­be­satz auf­grund der zu er­war­ten­den Kos­ten fest und re­gelt das Ver­fah­ren für die Er­he­bung der Ab­ga­be. Die Ab­ga­be ent­fällt spä­tes­tens am 31. De­zem­ber 2040.

5 Die In­ha­ber der An­la­gen über­bin­den die Ab­ga­be auf die Ver­ur­sa­cher.

44 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. März 2014, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2014 3327; BBl 2013 5549).

4. Kapitel: Förderung45

45 Ursprünglich 3. Kap.

Art. 61 Stickstoffelimination bei Abwasseranlagen 4647  

1 Der Bund ge­währt den Kan­to­nen im Rah­men der be­wil­lig­ten Kre­di­te und auf der Grund­la­ge von Pro­gramm­ver­ein­ba­run­gen glo­ba­le Ab­gel­tun­gen an die Er­stel­lung und Be­schaf­fung von:

a.
An­la­gen und Ein­rich­tun­gen zur Stick­stof­fe­li­mi­na­ti­on bei zen­tra­len Ab­was­ser­rei­ni­gungs­an­la­gen, so­weit sie der Er­fül­lung völ­ker­recht­li­cher Ver­ein­ba­run­gen oder von Be­schlüs­sen in­ter­na­tio­na­ler Or­ga­ni­sa­tio­nen die­nen, wel­che die Rein­hal­tung von Ge­wäs­sern aus­ser­halb der Schweiz bezwe­cken;
b.
Ka­na­li­sa­tio­nen, die an­stel­le von An­la­gen und Ein­rich­tun­gen nach Buch­­sta­be a er­stellt wer­den.

2 Die Hö­he der Ab­gel­tun­gen rich­tet sich nach der Men­ge Stick­stoff, die durch die Mass­nah­men nach Ab­satz 1 eli­mi­niert wird.

46 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 23 des BG vom 6. Okt. 2006 zur Neu­ge­stal­tung des Fi­nanz­aus­gleichs und der Auf­ga­ben­tei­lung zwi­schen Bund und Kan­to­nen (NFA), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5779; BBl 2005 6029).

47 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. März 2014, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2014 3327; BBl 2013 5549).

Art. 61a Elimination von organischen Spurenstoffen bei Abwasseranlagen 48  

1 Der Bund ge­währt den Kan­to­nen im Rah­men der be­wil­lig­ten Kre­di­te und der ver­füg­ba­ren Mit­tel Ab­gel­tun­gen an die Er­stel­lung und die Be­schaf­fung von:

a.
An­la­gen und Ein­rich­tun­gen zur Eli­mi­na­ti­on von or­ga­ni­schen Spu­ren­stof­fen bei zen­tra­len Ab­was­ser­rei­ni­gungs­an­la­gen, so­weit sie zur Ein­hal­tung der Vor­schrif­ten über die Ein­lei­tung von Ab­was­ser in Ge­wäs­ser er­for­der­lich sind;
b.
Ka­na­li­sa­tio­nen, die an­stel­le von An­la­gen und Ein­rich­tun­gen nach Buch­sta­be a er­stellt wer­den.

2 Die Ab­gel­tun­gen wer­den ge­währt, wenn mit der Er­stel­lung oder Be­schaf­fung der An­la­gen, Ein­rich­tun­gen oder Ka­na­li­sa­tio­nen nach dem 1. Ja­nu­ar 2012 und in­ner­halb von 20 Jah­ren ab In­kraft­tre­ten der Än­de­rung vom 21. März 2014 des vor­lie­gen­den Ge­set­zes be­gon­nen wur­de.

3 Die Ab­gel­tun­gen be­tra­gen 75 Pro­zent der an­re­chen­ba­ren Kos­ten.

48 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. März 2014, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2014 3327; BBl 2013 5549).

Art. 62 Abfallanlagen 49  

1 Der Bund leis­tet den Kan­to­nen im Rah­men der be­wil­lig­ten Kre­di­te Ab­gel­tun­gen an die Er­stel­lung und Be­schaf­fung von An­la­gen und Ein­rich­tun­gen zur Ent­sor­gung von Son­der­ab­fäl­len, wenn die­se An­la­gen und Ein­rich­tun­gen von ge­samtschwei­ze­ri­schem In­ter­es­se sind.

2 Er leis­tet den fi­nan­zi­ell schwa­chen und mit­tel­star­ken Kan­to­nen im Rah­men der be­wil­lig­ten Kre­di­te Ab­gel­tun­gen an die Er­stel­lung und Be­schaf­fung von An­la­gen und Ein­rich­tun­gen zur Be­hand­lung oder Ver­wer­tung von Sied­lungs­ab­fäl­len, wenn der ers­tin­stanz­li­che Ent­scheid über die Er­stel­lung der An­la­ge vor dem 1. No­vem­ber 1997 ge­trof­fen ist. Der Bun­des­rat kann die­se Frist für Re­gio­nen, die noch nicht über die not­wen­di­gen Ka­pa­zi­tä­ten ver­fü­gen, bis spä­tes­tens 31. Ok­to­ber 1999 ver­län­gern, wenn die Um­stän­de es er­for­dern.

2bis Der An­spruch auf Bun­des­bei­trä­ge nach Ab­satz 2 bleibt er­hal­ten, wenn:

a.
der ers­tin­stanz­li­che Ent­scheid über die Er­stel­lung ei­ner An­la­ge in­ner­halb der ver­län­ger­ten Frist ge­trof­fen wur­de;
b.
aus tech­ni­schen Grün­den, die nicht dem Kan­ton an­ge­las­tet wer­den kön­nen, ei­ne neue An­la­ge be­wil­ligt wer­den muss;
c.
der neue ers­tin­stanz­li­che Ent­scheid vor dem 1. No­vem­ber 2005 ge­trof­fen wird; und
d.
mit dem Bau vor dem 1. No­vem­ber 2006 be­gon­nen wird.50

3 ...51

4 Die Ab­gel­tun­gen be­tra­gen:

a.
25 Pro­zent der an­re­chen­ba­ren Kos­ten für An­la­gen und Ein­rich­tun­gen nach den Ab­sät­zen 1 und 2;
b.52
...

49 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. Ju­ni 1997, in Kraft seit 1. Nov. 1997 (AS 1997 2243; BBl 1996 IV 1217). Sie­he auch die SchlB die­ser Änd. am En­de die­ses Tex­tes.

50 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 8. Okt. 2004, in Kraft seit 1. Okt. 2006 (AS 20063859; BBl 2003 80258043).

51 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. II 33 des BG vom 20. März 2008 zur for­mel­len Be­rei­ni­gung des Bun­des­rechts, mit Wir­kung seit 1. Aug. 2008 (AS 2008 3437; BBl 2007 6121).

52 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. II 33 des BG vom 20. März 2008 zur for­mel­len Be­rei­ni­gung des Bun­des­rechts, mit Wir­kung seit 1. Aug. 2008 (AS 2008 3437; BBl 2007 6121).

Art. 62a Massnahmen der Landwirtschaft 53  

1 Der Bund leis­tet im Rah­men der be­wil­lig­ten Kre­di­te Ab­gel­tun­gen an Mass­nah­men der Land­wirt­schaft zur Ver­hin­de­rung der Ab­schwem­mung und Aus­wa­schung von Stof­fen, wenn:

a.
die Mass­nah­men zur Er­fül­lung der An­for­de­run­gen an die Was­ser­qua­li­tät der ober- und un­ter­ir­di­schen Ge­wäs­ser er­for­der­lich sind;
b.
der be­tref­fen­de Kan­ton die Ge­bie­te, in de­nen die Mass­nah­men er­for­der­lich sind, be­zeich­net und die vor­ge­se­he­nen Mass­nah­men auf­ein­an­der ab­ge­stimmt hat;
c.
die Mass­nah­men wirt­schaft­lich nicht trag­bar sind.

2 Die Hö­he der Ab­gel­tun­gen rich­tet sich nach den Ei­gen­schaf­ten und der Men­ge der Stof­fe, de­ren Ab­schwem­mung und Aus­wa­schung ver­hin­dert wird, so­wie nach den Kos­ten der Mass­nah­men, die nicht durch Bei­trä­ge nach dem Land­wirt­schafts­ge­setz vom 29. April 199854 oder nach dem Bun­des­ge­setz vom 1. Ju­li 196655 über den Na­tur- und Hei­mat­schutz ab­ge­gol­ten wer­den.56

3 ...57

4 Das Bun­des­amt für Land­wirt­schaft ge­währt die Ab­gel­tun­gen als glo­ba­le Bei­trä­ge auf der Grund­la­ge von Pro­gramm­ver­ein­ba­run­gen, die mit den Kan­to­nen für je­des Ge­biet ab­ge­schlos­sen wer­den, in dem Mass­nah­men er­for­der­lich sind. Für die Be­ur­tei­lung, ob die Pro­gram­me einen sach­ge­mäs­sen Ge­wäs­ser­schutz ge­währ­leis­ten, hört es das Bun­des­amt für Um­welt an. Die Kan­to­ne spre­chen die Ab­gel­tun­gen den ein­zel­nen An­spruchs­be­rech­tig­ten zu.58

53 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 6 des Land­wirt­schafts­ge­set­zes vom 29. April 1998, in Kraft seit. 1. Jan. 1999 (AS 1998 3033; BBl 1996 IV 1).

54 SR 910.1

55 SR 451

56 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 23 des BG vom 6. Okt. 2006 zur Neu­ge­stal­tung des Fi­nanz­aus­gleichs und der Auf­ga­ben­tei­lung zwi­schen Bund und Kan­to­nen (NFA), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5779; BBl 2005 6029).

57 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. II 23 des BG vom 6. Okt. 2006 zur Neu­ge­stal­tung des Fi­nanz­aus­gleichs und der Auf­ga­ben­tei­lung zwi­schen Bund und Kan­to­nen (NFA), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5779; BBl 2005 6029).

58 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 23 des BG vom 6. Okt. 2006 zur Neu­ge­stal­tung des Fi­nanz­aus­gleichs und der Auf­ga­ben­tei­lung zwi­schen Bund und Kan­to­nen (NFA), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5779; BBl 2005 6029).

Art. 62b Revitalisierung von Gewässern 59  

1 Der Bund ge­währt den Kan­to­nen im Rah­men der be­wil­lig­ten Kre­di­te und auf der Grund­la­ge von Pro­gramm­ver­ein­ba­run­gen Ab­gel­tun­gen als glo­ba­le Bei­trä­ge an die Pla­nung und Durch­füh­rung von Mass­nah­men zur Re­vi­ta­li­sie­rung von Ge­wäs­sern.

2 Für be­son­ders auf­wen­di­ge Pro­jek­te kön­nen den Kan­to­nen die Ab­gel­tun­gen ein­zeln ge­währt wer­den.

3 Die Hö­he der Ab­gel­tun­gen rich­tet sich nach der Be­deu­tung der Mass­nah­men für die Wie­der­her­stel­lung der na­tür­li­chen Funk­tio­nen der Ge­wäs­ser so­wie nach der Wirk­sam­keit der Mass­nah­men.

4 Kei­ne Bei­trä­ge wer­den an den Rück­bau ei­ner An­la­ge ge­leis­tet, wenn der In­ha­ber da­zu ver­pflich­tet ist.

5 Den Be­wirt­schaf­tern des Ge­wäs­ser­raums wer­den die Ab­gel­tun­gen ge­mä­ss Land­wirt­schafts­ge­setz vom 29. April 199860 für die ex­ten­si­ve Nut­zung ih­rer Flä­chen ent­rich­tet. Das Land­wirt­schafts­bud­get so­wie der ent­spre­chen­de Zah­lungs­rah­men wer­den zu die­sem Zweck auf­ge­stockt.

59 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 11. Dez. 2009 (Re­na­tu­rie­rung), in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 20104285; BBl 2008 80438079).

60 SR 910.1

Art. 62c Planung der Sanierung bei Schwall und Sunk sowie des Geschiebehaushalts 61  

1 Der Bund ge­währt den Kan­to­nen im Rah­men der be­wil­lig­ten Kre­di­te Ab­gel­tun­gen an die Pla­nung ge­mä­ss Ar­ti­kel 83b, so­fern die­se bis zum 31. De­zem­ber 2014 beim Bund ein­ge­reicht wird.

2 Die Ab­gel­tun­gen be­tra­gen 35 Pro­zent der an­re­chen­ba­ren Kos­ten.

61 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 11. Dez. 2009 (Re­na­tu­rie­rung), in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 20104285; BBl 2008 80438079).

Art. 63 Allgemeine Voraussetzungen für die Gewährung der Abgeltungen 62  

Die Ab­gel­tun­gen wer­den nur ge­leis­tet, wenn die vor­ge­se­he­ne Lö­sung auf ei­ner zweck­mäs­si­gen Pla­nung be­ruht, einen sach­ge­mäs­sen Ge­wäs­ser­schutz ge­währ­leis­tet, dem Stand der Tech­nik ent­spricht und wirt­schaft­lich ist.

62 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. Ju­ni 1997, in Kraft seit 1. Nov. 1997 (AS 1997 2243; BBl 1996 IV 1217).

Art. 64 Grundlagenbeschaffung, Ausbildung und Aufklärung  

1 Der Bund kann den Kan­to­nen im Rah­men der be­wil­lig­ten Kre­di­te Ab­gel­tun­gen leis­ten für die Er­mitt­lung der Ur­sa­chen der un­ge­nü­gen­den Was­ser­qua­li­tät ei­nes wich­ti­gen Ge­wäs­sers im Hin­blick auf die Sa­nie­rungs­mass­nah­men.63

2 Er kann Fi­nanz­hil­fen an die Aus- und Wei­ter­bil­dung von Fach­per­so­nal und an die Auf­klä­rung der Be­völ­ke­rung ge­wäh­ren.64

3 Er kann die Er­stel­lung kan­to­na­ler In­ven­ta­re über Was­ser­ver­sor­gungs­an­la­gen und Grund­was­ser­vor­kom­men im Rah­men der be­wil­lig­ten Kre­di­te durch Ab­gel­tun­gen so­wie durch ei­ge­ne Ar­bei­ten un­ter­stüt­zen, wenn:

a.
die­se In­ven­ta­re nach den Richt­li­ni­en des Bun­des er­stellt wer­den; und
b.
die Ge­su­che vor dem 1. No­vem­ber 2010 ein­ge­reicht wer­den.65

4 Die Leis­tun­gen des Bun­des be­tra­gen höchs­tens 40 Pro­zent der Kos­ten.66

63 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 23 des BG vom 6. Okt. 2006 zur Neu­ge­stal­tung des Fi­nanz­aus­gleichs und der Auf­ga­ben­tei­lung zwi­schen Bund und Kan­to­nen (NFA), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5779; BBl 2005 6029).

64 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 32 des BG vom 20. Ju­ni 2014 über die Wei­ter­bil­dung, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 689; BBl 2013 3729).

65 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 23 des BG vom 6. Okt. 2006 zur Neu­ge­stal­tung des Fi­nanz­aus­gleichs und der Auf­ga­ben­tei­lung zwi­schen Bund und Kan­to­nen (NFA), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5779; BBl 2005 6029).

66 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. Ju­ni 1997, in Kraft seit 1. Nov. 1997 (AS 1997 2243; BBl 1996 IV 1217).

Art. 64a Risikogarantie 67  

Der Bund kann für Er­folg ver­spre­chen­de neu­ar­ti­ge An­la­gen und Ein­rich­tun­gen ei­ne Ri­si­ko­ga­ran­tie über­neh­men. Die­se darf 60 Pro­zent der an­re­chen­ba­ren Kos­ten nicht über­stei­gen.

67 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 20. Ju­ni 1997, in Kraft seit 1. Nov. 1997 (AS 1997 2243; BBl 1996 IV 1217).

Art. 65 Finanzierung 68  

1 Die Bun­des­ver­samm­lung be­wil­ligt mit ein­fa­chem Bun­des­be­schluss einen be­fris­te­ten Rah­men­kre­dit für die Zu­si­che­rung von Bei­trä­gen.69

2 Sie be­wil­ligt je­weils für vier Jah­re mit ein­fa­chem Bun­des­be­schluss die Mit­tel für die Zah­lung der Ab­gel­tun­gen, die in An­wen­dung von Ar­ti­kel 13 Ab­satz 6 des Sub­ven­ti­ons­ge­set­zes vom 5. Ok­to­ber 199070 dem Grund­satz nach zu­ge­si­chert wor­den sind.

3 Sie be­wil­ligt mit ei­nem mehr­jäh­ri­gen Ver­pflich­tungs­kre­dit den Höchst­be­trag, bis zu dem der Bund Ri­si­ko­ga­ran­ti­en nach Ar­ti­kel 64a über­neh­men darf.

68 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. Ju­ni 1997, in Kraft seit 1. Nov. 1997 (AS 1997 2243; BBl 1996 IV 1217).

69 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 23 des BG vom 6. Okt. 2006 zur Neu­ge­stal­tung des Fi­nanz­aus­gleichs und der Auf­ga­ben­tei­lung zwi­schen Bund und Kan­to­nen (NFA), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5779; BBl 2005 6029).

70 SR 616.1

Art. 66 Rückforderung  

1 Zu Un­recht be­zo­ge­ne Leis­tun­gen des Bun­des wer­den zu­rück­ge­for­dert. Dies gilt auch, wenn ei­ne An­la­ge oder ei­ne Ein­rich­tung zweck­ent­frem­det wird.

2 Die An­sprü­che des Bun­des ver­jäh­ren in­nert drei Jah­ren, nach­dem er vom An­spruch Kennt­nis er­hal­ten hat, in je­dem Fal­le aber zehn Jah­re nach der Ent­ste­hung des An­spruchs.71

3 Hat der Emp­fän­ger durch sein Ver­hal­ten ei­ne straf­ba­re Hand­lung be­gan­gen, so ver­jährt der An­spruch auf Rück­er­stat­tung frü­he­s­tens mit Ein­tritt der straf­recht­li­chen Ver­fol­gungs­ver­jäh­rung. Tritt die­se in­fol­ge ei­nes ers­tin­stanz­li­chen Stra­f­ur­teils nicht mehr ein, so ver­jährt der An­spruch frü­he­s­tens mit Ab­lauf von drei Jah­ren seit Er­öff­nung des Ur­teils.72

71 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 18 des BG vom 15. Ju­ni 2018 (Re­vi­si­on des Ver­jäh­rungs­rechts), in Kraft seit 1. Jan. 2020 (AS 2018 5343; BBl 2014 235).

72 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 18 des BG vom 15. Ju­ni 2018 (Re­vi­si­on des Ver­jäh­rungs­rechts), in Kraft seit 1. Jan. 2020 (AS 2018 5343; BBl 2014 235).

5. Kapitel: Verfahren73

73 Ursprünglich 4. Kap.

Art. 67 Rechtspflege 74  

Das Be­schwer­de­ver­fah­ren rich­tet sich nach den all­ge­mei­nen Be­stim­mun­gen über die Bun­des­rechts­pfle­ge.

74 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 92 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197; BBl 2001 4202).

Art. 67a Behördenbeschwerde 75  

1 Das Bun­des­amt ist be­rech­tigt, ge­gen Ver­fü­gun­gen der kan­to­na­len Be­hör­den in An­wen­dung die­ses Ge­set­zes und sei­ner Aus­füh­r­ungs­be­stim­mun­gen die Rechts­mit­tel des eid­ge­nös­si­schen und des kan­to­na­len Rechts zu er­grei­fen.

2 ...76

75 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 15 des BG vom 18. Ju­ni 1999 über die Ko­or­di­na­ti­on und Ver­ein­fa­chung von Ent­scheid­ver­fah­ren, in Kraft seit 1. Jan. 2000 (AS 1999 3071; BBl 1998 2591).

76 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 92 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197; BBl 2001 4202).

Art. 68 Landumlegung, Enteignung und Besitz 77  

1 So­weit der Voll­zug die­ses Ge­set­zes es er­for­dert und so­fern ein frei­hän­di­ger Er­werb aus­ser Be­tracht fällt, kön­nen die Kan­to­ne Landum­le­gun­gen an­ord­nen. Bund und Kan­to­ne kön­nen die not­wen­di­gen Rech­te im Ent­eig­nungs­ver­fah­ren er­wer­ben. Sie kön­nen die­se Be­fug­nis Drit­ten über­tra­gen.

2 Das Ent­eig­nungs­ver­fah­ren kommt erst zur An­wen­dung, wenn die Be­mü­hun­gen für einen frei­hän­di­gen Er­werb oder für ei­ne Landum­le­gung nicht zum Zie­le füh­ren.

3 Die Kan­to­ne kön­nen in ih­ren Aus­füh­rungs­vor­schrif­ten das Bun­des­ge­setz vom 20. Ju­ni 193078 über die Ent­eig­nung als an­wend­bar er­klä­ren. Sie se­hen vor, dass die Kan­tons­re­gie­rung über strei­tig ge­blie­be­ne Ein­spra­chenent­schei­det.79

4 Für Wer­ke, die das Ge­biet meh­re­rer Kan­to­ne be­an­spru­chen, ist das eid­ge­nös­si­sche Ent­eig­nungs­recht an­wend­bar. Das Eid­ge­nös­si­sche De­par­te­ment für Um­welt, Ver­kehr, Ener­gie und Kom­mu­ni­ka­ti­on ent­schei­det über die Ent­eig­nung.

5 Die ge­nutz­ten Flä­chen des Ge­wäs­ser­raums blei­ben so­weit wie mög­lich im Be­sitz der Land­wir­te. Sie gel­ten als Biodi­ver­si­täts­för­der­flä­chen.80

77 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 11. Dez. 2009 (Re­na­tu­rie­rung), in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 20104285; BBl 2008 80438079).

78 SR 711

79 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 18 des BG vom 19. Ju­ni 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 4085; BBl 2018 4713).

80 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 6 des BG vom 22. März 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 34633863; BBl 2012 2075).

4. Titel: ...

Art. 6981  

81Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 2 des BG vom 21. Dez. 1995, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 1997 (AS 1997 1155; BBl 1993 II 1445).

5. Titel: Strafbestimmungen

Art. 70 Vergehen  

1 Mit Frei­heits­s­tra­fe bis zu drei Jah­ren oder Geld­stra­fe wird be­straft, wer vor­sätz­lich:82

a.
Stof­fe, die das Was­ser ver­un­rei­ni­gen kön­nen, wi­der­recht­lich mit­tel­bar oder un­mit­tel­bar in ein Ge­wäs­ser ein­bringt, ver­si­ckern lässt oder aus­ser­halb ei­nes Ge­wäs­sers ab­la­gert oder aus­bringt und da­durch die Ge­fahr ei­ner Ver­un­rei­ni­gung des Was­sers schafft (Art. 6);
b.
als In­ha­ber von An­la­gen, die was­ser­ge­fähr­den­de Flüs­sig­kei­ten ent­hal­ten, die nach die­sem Ge­setz not­wen­di­gen bau­li­chen und ap­pa­ra­ti­ven Vor­rich­tun­gen nicht er­stellt oder nicht funk­ti­ons­fä­hig er­hält und da­durch das Was­ser ver­un­rei­nigt oder die Ge­fahr ei­ner Ver­un­rei­ni­gung schafft (Art. 22);
c.
be­hörd­lich fest­ge­leg­te Do­tier­was­ser­men­gen nicht ein­hält oder die zum Schutz des Ge­wäs­sers un­ter­halb der Ent­nah­me­stel­le an­ge­ord­ne­ten Mass­nah­men nicht trifft (Art. 35);
d.
ein Fliess­ge­wäs­ser wi­der­recht­lich ver­baut oder kor­ri­giert (Art. 37);
e.
oh­ne Be­wil­li­gung oder ent­ge­gen den Be­din­gun­gen ei­ner er­teil­ten Be­wil­li­gung Fliess­ge­wäs­ser über­deckt oder ein­dolt (Art. 38);
f.
oh­ne Be­wil­li­gung der kan­to­na­len Be­hör­de oder ent­ge­gen den Be­din­gun­gen ei­ner er­teil­ten Be­wil­li­gung fes­te Stof­fe in einen See ein­bringt (Art. 39 Abs. 2);
g.
oh­ne Be­wil­li­gung oder ent­ge­gen den Be­din­gun­gen ei­ner er­teil­ten Be­wil­li­gung Kies, Sand oder an­de­res Ma­te­ri­al aus­beu­tet oder vor­be­rei­ten­de Gra­bun­gen da­zu vor­nimmt (Art. 44).

2 Han­delt der Tä­ter fahr­läs­sig, so ist die Stra­fe Geld­stra­fe bis zu 180 Ta­ges­sät­zen.83

82 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 2 des BG vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. Aug. 2010 (AS 2010 3233; BBl 2009 5435).

83 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 2 des BG vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. Aug. 2010 (AS 2010 3233; BBl 2009 5435).

Art. 71 Übertretungen  

1 Mit Bus­se bis zu 20 000 Fran­ken wird be­straft, wer vor­sätz­lich:84

a.
in an­de­rer Wei­se die­sem Ge­setz zu­wi­der­han­delt;
b.
ei­ner un­ter Hin­weis auf die Straf­an­dro­hung die­ses Ar­ti­kels an ihn ge­rich­te­ten Ein­zel­ver­fü­gung zu­wi­der­han­delt.

2 Han­delt der Tä­ter fahr­läs­sig, so ist die Stra­fe Bus­se.

3 Ge­hil­fen­schaft ist straf­bar.

4 ...85

84 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 2 des BG vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. Aug. 2010 (AS 2010 3233; BBl 2009 5435).

85 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. II 2 des BG vom 19. März 2010, mit Wir­kung seit 1. Aug. 2010 (AS 2010 3233; BBl 2009 5435).

Art. 72 Anwendung des Strafgesetzbuches  

Er­füllt ei­ne Wi­der­hand­lung ge­gen die­ses Ge­setz gleich­zei­tig den Tat­be­stand von Ar­ti­kel 234 des Straf­ge­setz­bu­ches86, so ist nur die­se Be­stim­mung an­wend­bar. Im üb­ri­gen fin­den die Straf­be­stim­mun­gen des vor­lie­gen­den Ge­set­zes ne­ben den­je­ni­gen des Straf­ge­setz­bu­ches An­wen­dung.

Art. 73 Anwendung des Verwaltungsstrafrechts  

Die Ar­ti­kel 6 und 7 des Ver­wal­tungs­straf­rechts­ge­set­zes vom 22. März 197487 gel­ten sinn­ge­mä­ss für straf­ba­re Hand­lun­gen nach die­sem Ge­setz.

6. Titel: Schlussbestimmungen

1. Kapitel: Aufhebung und Änderung bisherigen Rechts

Art. 74 Aufhebung des Gewässerschutzgesetzes  

Das Bun­des­ge­setz vom 8. Ok­to­ber 197188 über den Schutz der Ge­wäs­ser ge­gen Ver­un­rei­ni­gung (Ge­wäs­ser­schutz­ge­setz) wird auf­ge­ho­ben.

88[AS 1972 950, 1979 1573Art. 38, 1980 1796, 1982 1961, 19841122Art. 66 Ziff. 3, 1985 660Ziff. I 51, 1991 362Ziff. II 402 857 An­hang Ziff. 19, 1992 288An­hang Ziff. 32]

Art. 75 Änderungen von Bundesgesetzen  

...89

89Die Än­de­run­gen kön­nen un­ter AS 1992 1860kon­sul­tiert wer­den.

2. Kapitel: Übergangsbestimmungen

1. Abschnitt: Beseitigung nicht verschmutzten Abwassers, Lagereinrichtungen für Hofdünger und Treibgut bei Stauanlagen

Art. 76 Beseitigung nicht verschmutzten Abwassers 90  

Die Kan­to­ne sor­gen da­für, dass spä­tes­tens 15 Jah­re nach In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes die Wir­kung ei­ner Ab­was­ser­rei­ni­gungs­an­la­ge nicht mehr durch ste­tig an­fal­len­des, nicht ver­schmutz­tes Ab­was­ser (Art. 12 Abs. 3) be­ein­träch­tigt wird.

90 Die Be­rich­ti­gung der RedK der BVers vom 8. Sept. 2015 be­trifft nur den fran­zö­si­schen Text (AS 2015 3021).

Art. 77 Lagereinrichtungen für Hofdünger  

Die Kan­to­ne le­gen die Frist zur An­pas­sung der Ka­pa­zi­tät von La­ger­ein­rich­tun­gen für Hof­dün­ger nach der Dring­lich­keit des Ein­zel­falls fest. Sie sor­gen da­für, dass in­nert 15 Jah­ren nach In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes sämt­li­che La­ger­ein­rich­tun­gen sa­niert sind.

Art. 78 und 7991  

91 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. II 33 des BG vom 20. März 2008 zur for­mel­len Be­rei­ni­gung des Bun­des­rechts, mit Wir­kung seit 1. Aug. 2008 (AS 2008 3437; BBl 2007 6121).

2. Abschnitt: Wasserentnahmen

Art. 80 Sanierung  

1 Wird ein Fliess­ge­wäs­ser durch Was­se­rent­nah­men we­sent­lich be­ein­flusst, so muss es un­ter­halb der Ent­nah­me­stel­len nach den An­ord­nun­gen der Be­hör­de so weit sa­niert wer­den, als dies oh­ne ent­schä­di­gungs­be­grün­den­de Ein­grif­fe in be­ste­hen­de Was­ser­nut­zungs­rech­te mög­lich ist.

2 Die Be­hör­de ord­net wei­ter­ge­hen­de Sa­nie­rungs­mass­nah­men an, wenn es sich um Fliess­ge­wäs­ser in Land­schaf­ten oder Le­bens­räu­men han­delt, die in na­tio­na­len oder kan­to­na­len In­ven­ta­ren auf­ge­führt sind, oder wenn dies an­de­re über­wie­gen­de öf­fent­li­che In­ter­es­sen for­dern. Das Ver­fah­ren für die Fest­stel­lung der Ent­schä­di­gungs­pflicht und die Fest­set­zung der Ent­schä­di­gung rich­tet sich nach dem Ent­eig­nungs­­ge­setz vom 20. Ju­ni 193092.

3 Sind von der An­ord­nung wei­ter­ge­hen­der Sa­nie­rungs­mass­nah­men in in­ven­ta­ri­sier­ten Ge­bie­ten nach Ab­satz 2 Klein­was­ser­kraft­wer­ke oder an­de­re An­la­gen an Fliess­ge­wäs­sern, die einen denk­mal­schüt­ze­ri­schen Wert auf­wei­sen, be­trof­fen, so wägt die Be­hör­de zwi­schen den In­ter­es­sen des Denk­mal- und des In­ven­tar­schut­zes ab.93

92SR 711

93 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 11. Dez. 2009 (Re­na­tu­rie­rung), in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 20104285; BBl 2008 80438079).

Art. 81 Sanierungsfristen  

1 Die Be­hör­de legt die Fris­ten für die Sa­nie­rungs­mass­nah­men nach der Dring­lich­keit des Ein­zel­falls fest.

2 Sie sorgt da­für, dass die Sa­nie­run­gen bis spä­tes­tens En­de 2012 ab­ge­schlos­sen sind.94

94 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 11 des BG vom 19. Dez. 2003 über das Ent­las­tungs­pro­gramm 2003, in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 1633; BBl 2003 5615).

Art. 82 Grundlagen für die Sanierung  

1 Die Kan­to­ne er­stel­len ein In­ven­tar der be­ste­hen­den Was­se­rent­nah­men nach Ar­ti­kel 29, das An­ga­ben ent­hält über:

a.
die ent­nom­me­ne Was­ser­men­ge;
b.
die Rest­was­ser­men­ge;
c.
die Do­tier­was­ser­men­ge;
d.
die recht­li­chen Ver­hält­nis­se.

2 Sie be­ur­tei­len die im In­ven­tar auf­ge­führ­ten Was­se­rent­nah­men und ent­schei­den, ob und in wel­chem Aus­mass ei­ne Sa­nie­rung not­wen­dig ist. Sie hal­ten die Er­geb­nis­se in ei­nem Be­richt fest. Die­ser soll nach Mög­lich­keit die zeit­li­che Ab­fol­ge der zu tref­fen­den Mass­nah­men auf­zei­gen.

3 Sie rei­chen die In­ven­ta­re in­nert zwei­er Jah­re und den Be­richt in­nert fünf Jah­ren nach In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes dem Bund ein.

Art. 83 Wasserentnahmen bei bereits erteilter Konzession  

1 Bei ge­plan­ten Was­se­rent­nah­men, für wel­che die Kon­zes­si­on vor In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes er­teilt wor­den ist, muss der Schutz des Ge­wäs­sers un­ter­halb der Ent­nah­me­stel­le durch Mass­nah­men nach die­sem Ge­setz so weit ge­währ­leis­tet wer­den, als dies oh­ne ent­schä­di­gungs­be­grün­den­de Ein­grif­fe in be­ste­hen­de Was­ser­nut­zungs­rech­te mög­lich ist. Kei­ne Ent­schä­di­gungs­pflicht be­grün­den Mass­nah­men nach Ar­ti­kel 31 des Ge­set­zes, so­fern die Kon­zes­si­on nach dem 1. Ju­ni 1987 er­teilt wor­den ist.

2 For­dern über­wie­gen­de öf­fent­li­che In­ter­es­sen einen wei­ter­ge­hen­den Schutz, so ord­net die Be­hör­de die not­wen­di­gen Mass­nah­men nach die­sem Ge­setz an. Das Ver­fah­ren für die Fest­stel­lung der Ent­schä­di­gungs­pflicht und die Fest­set­zung der Ent­schä­di­gung rich­tet sich nach dem Ent­eig­nungs­ge­setz vom 20. Ju­ni 193095.

3 Die Be­hör­de ord­net die Mass­nah­men spä­tes­tens vor dem Be­ginn der Bau­ar­bei­ten für die An­la­gen zur Was­se­rent­nah­me an.

2 . Abschnitt: Schwall und Sunk sowie Geschiebehaushaltbis96

96 Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 11. Dez. 2009 (Renaturierung), in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 20104285; BBl 2008 80438079).

Art. 83a Sanierungsmassnahmen  

Die In­ha­ber be­ste­hen­der Was­ser­kraft­wer­ke und an­de­rer An­la­gen an Ge­wäs­sern sind ver­pflich­tet, in­nert 20 Jah­ren nach In­kraft­tre­ten die­ser Be­stim­mung die ge­eig­ne­ten Sa­nie­rungs­mass­nah­men nach den Vor­ga­ben der Ar­ti­kel 39a und 43a zu tref­fen.

Art. 83b Planung und Berichterstattung  

1 Die Kan­to­ne pla­nen die Mass­nah­men nach Ar­ti­kel 83aund le­gen die Fris­ten zu de­ren Um­set­zung fest. Die Pla­nung um­fasst auch die Mass­nah­men, die nach Ar­ti­kel 10 des Bun­des­ge­set­zes vom 21. Ju­ni 199197 über die Fi­sche­rei von den In­ha­bern von Was­ser­kraft­wer­ken zu tref­fen sind.

2 Die Kan­to­ne rei­chen die Pla­nung bis zum 31. De­zem­ber 2014 dem Bund ein.

3 Sie er­stat­ten dem Bund al­le vier Jah­re Be­richt über die durch­ge­führ­ten Mass­nah­men.

3. Abschnitt: ...

Art. 8498  

98 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 21. März 2014, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2016 (AS 2014 3327; BBl 2013 5549).

3. Kapitel: Referendum und Inkrafttreten

Art. 85  

1 Die­ses Ge­setz un­ter­steht dem fa­kul­ta­ti­ven Re­fe­ren­dum.

2 Der Bun­des­rat be­stimmt das In­kraft­tre­ten.

Da­tum des In­kraft­tre­tens: 1. No­vem­ber 199299

99BRB vom 5. Okt. 1992

Schlussbestimmung der Änderung vom 20. Juni 1997 100100

1 Gesuche um Abgeltungen nach Artikel 61 Absatz 2 Buchstaben a, b, c, e und f des Gewässerschutzgesetzes in der Fassung vom 24. Januar 1991101 werden nach diesem Recht beurteilt, wenn sie vor dem 1. Januar 1995 eingereicht wurden. An die Stelle der darin enthaltenen Bedingung, dass mit der Erstellung innerhalb von fünf Jahren nach Inkrafttreten des Gesetzes begonnen wird, tritt die Bedingung, dass der erstin­stanzliche Entscheid über die Erstellung der Anlage vor dem 1. November 1997 getroffen ist.

2 Gesuche um Abgeltungen nach Artikel 61 Absatz 1 Buchstabe c des Gewässer­schutzgesetzes in der Fassung vom 18. März 1994102 werden nach diesem Recht beurteilt, wenn sie vor dem 1. November 2002 eingereicht werden und die Massnah­men vor diesem Datum getroffen und abgerechnet sind.

3 Gesuche um Abgeltungen nach Artikel 61 Absatz 2 des Gewässerschutzgesetzes in der Fassung vom 18. März 1994, die vor Inkrafttreten dieser Änderung eingereicht wurden, werden nach dem neuen Recht beurteilt.

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