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Luftreinhalte-Verordnung
(LRV)

vom 16. De­zem­ber 1985 (Stand am 1. April 2020)

Der Schwei­ze­ri­sche Bun­des­rat,

ge­stützt auf die Ar­ti­kel 12, 13, 16 und 39 des Bundesgesetzes vom 7. Oktober 19831 über den Umweltschutz (Gesetz),

verordnet:

1SR 814.01

1. Kapitel: Allgemeine Bestimmungen

Art. 1 Zweck und Geltungsbereich  

1 Die­se Ver­ord­nung soll Men­schen, Tie­re, Pflan­zen, ih­re Le­bens­ge­mein­schaf­ten und Le­bens­räu­me so­wie den Bo­den vor schäd­li­chen oder läs­ti­gen Luft­ver­un­rei­ni­gun­gen schüt­zen.

2 Sie re­gelt:

a.
die vor­sorg­li­che Emis­si­ons­be­gren­zung bei An­la­gen nach Ar­ti­kel 7 des Ge­set­zes, wel­che die Luft ver­un­rei­ni­gen;
abis.2
die Ab­fall­ver­bren­nung im Frei­en;
b.
die An­for­de­run­gen an Brenn- und Treib­stof­fe;
c.
die höchst­zu­läs­si­ge Be­las­tung der Luft (Im­mis­si­ons­grenz­wer­te);
d.
das Vor­ge­hen für den Fall, dass die Im­mis­sio­nen über­mäs­sig sind.

2Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 20. Nov. 1991, in Kraft seit 1. Fe­br. 1992 (AS 1992 124).

Art. 2 Begriffe  

1 Als sta­tio­näre An­la­gen gel­ten:

a.
Bau­ten und an­de­re orts­fes­te Ein­rich­tun­gen;
b.
Ter­rain­ver­än­de­run­gen;
c.
Ge­rä­te und Ma­schi­nen;
d.
Lüf­tungs­an­la­gen, wel­che die Ab­gase von Fahr­zeu­gen sam­meln und als Ab­luft an die Um­welt ab­ge­ben.

2 Als Fahr­zeu­ge gel­ten Mo­tor­fahr­zeu­ge, Luft­fahr­zeu­ge, Schif­fe und Ei­sen­bah­nen.

3 Als Ver­kehrs­an­la­gen gel­ten Stras­sen, Flug­plät­ze, Ge­lei­se und an­de­re An­la­gen, bei de­nen die Ab­gase von Fahr­zeu­gen nicht ge­sam­melt als Ab­luft an die Um­welt ab­ge­ge­ben wer­den.

4 Als neue An­la­gen gel­ten auch An­la­gen, die um­ge­baut, er­wei­tert oder in­stand ge­stellt wer­den, wenn:

a.
da­durch hö­he­re oder an­de­re Emis­sio­nen zu er­war­ten sind; oder
b.
mehr als die Hälf­te der Kos­ten auf­ge­wendet wird, die ei­ne neue An­la­ge ver­ur­sa­chen wür­de.

5 Über­mäs­sig sind Im­mis­sio­nen, die einen oder meh­re­re Im­mis­si­ons­grenz­wer­te nach An­hang 7 über­schrei­ten. Be­ste­hen für einen Schad­stoff kei­ne Im­mis­si­ons­grenz­wer­te, so gel­ten die Im­mis­sio­nen als über­mäs­sig, wenn:

a.
sie Men­schen, Tie­re, Pflan­zen, ih­re Le­bens­ge­mein­schaf­ten oder ih­re Le­bens­räu­me ge­fähr­den;
b.
auf­grund ei­ner Er­he­bung fest­steht, dass sie einen we­sent­li­chen Teil der Be­v­öl­ke­rung in ih­rem Wohl­be­fin­den er­heb­lich stö­ren;
c.
sie Bau­wer­ke be­schä­di­gen; oder
d.
sie die Frucht­bar­keit des Bo­dens, die Ve­ge­ta­ti­on oder die Ge­wäs­ser be­ein­träch­ti­gen.

6 Als In­ver­kehr­brin­gen gilt die erst­ma­li­ge ent­gelt­li­che oder un­ent­gelt­li­che Über­tra­gung oder Über­las­sung ei­nes Ge­rä­tes oder ei­ner Ma­schi­ne zum Ver­trieb oder Ge­brauch in der Schweiz. Dem In­ver­kehr­brin­gen gleich­ge­stellt ist die erst­ma­li­ge In­be­trieb­nah­me von Ge­rä­ten und Ma­schi­nen im ei­ge­nen Be­trieb, wenn zu­vor kein In­ver­kehr­brin­gen statt­ge­fun­den hat.3

3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 18. Ju­ni 2010, in Kraft seit 15. Ju­li 2010 (AS 2010 2965).

2. Kapitel: Emissionen

1. Abschnitt: Emissionsbegrenzung bei neuen stationären Anlagen

Art. 3 Vorsorgliche Emissionsbegrenzung nach den Anhängen 1–4  

1 Neue sta­tio­näre An­la­gen müs­sen so aus­ge­rüs­tet und be­trie­ben wer­den, dass sie die im An­hang 1 fest­ge­leg­ten Emis­si­ons­be­gren­zun­gen ein­hal­ten.

2 Für fol­gen­de An­la­gen gel­ten er­gän­zen­de oder ab­wei­chen­de An­for­de­run­gen:

a.
für An­la­gen nach An­hang 2: die in die­sem An­hang fest­ge­leg­ten An­for­de­run­gen;
b.
für Feue­rungs­an­la­gen: die An­for­de­run­gen nach An­hang 3;
c.4
für Bau­ma­schi­nen und de­ren Par­ti­kel­fil­ter­sys­te­me nach Ar­ti­kel 19a, für Feue­rungs­an­la­gen nach den Ar­ti­keln 20 und 20d so­wie für Ma­schi­nen und Ge­rä­te mit Ver­bren­nungs­mo­tor nach Ar­ti­kel 20b: die An­for­de­run­gen nach An­hang 4.

4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. April 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 1687).

Art. 4 Vorsorgliche Emissionsbegrenzung durch die Behörde  

1 Emis­sio­nen, für die die­se Ver­ord­nung kei­ne Emis­si­ons­be­gren­zung fest­legt oder ei­ne be­stimm­te Be­gren­zung als nicht an­wend­bar er­klärt, sind von der Be­hör­de vor­sorg­lich so weit zu be­gren­zen, als dies tech­nisch und be­trieb­lich mög­lich und wirt­schaft­lich trag­bar ist.

2 Tech­nisch und be­trieb­lich mög­lich sind Mass­nah­men zur Emis­si­ons­be­gren­zung, die:

a.
bei ver­gleich­ba­ren An­la­gen im In- oder Aus­land er­folg­reich er­probt sind; oder
b.
bei Ver­su­chen er­folg­reich ein­ge­setzt wur­den und nach den Re­geln der Tech­nik auf an­de­re An­la­gen über­tra­gen wer­den kön­nen.

3 Für die Be­ur­tei­lung der wirt­schaft­li­chen Trag­bar­keit von Emis­si­ons­be­gren­zun­gen ist auf einen mitt­le­ren und wirt­schaft­lich ge­sun­den Be­trieb der be­tref­fen­den Bran­che ab­zu­stel­len. Gibt es in ei­ner Bran­che sehr un­ter­schied­li­che Klas­sen von Be­triebs­grös­sen, so ist von ei­nem mitt­le­ren Be­trieb der ent­spre­chen­den Klas­se aus­zu­ge­hen.

Art. 5 Verschärfte Emissionsbegrenzungen durch die Behörde  

1 Ist zu er­war­ten, dass ei­ne ein­zel­ne ge­plan­te An­la­ge über­mäs­si­ge Im­mis­sio­nen ver­ur­sa­chen wird, ob­wohl die vor­sorg­li­chen Emis­si­ons­be­gren­zun­gen ein­ge­hal­ten sind, so ver­fügt die Be­hör­de für die­se An­la­ge er­gän­zen­de oder ver­schärf­te Emis­si­ons­be­gren­zun­gen.

2 Die Emis­si­ons­be­gren­zun­gen sind so weit zu er­gän­zen oder zu ver­schär­fen, dass kei­ne über­mäs­si­gen Im­mis­sio­nen ver­ur­sacht wer­den.

Art. 6 Erfassung und Ableitung von Emissionen 5  

1 Emis­sio­nen sind mög­lichst na­he am Ort ih­rer Ent­ste­hung mög­lichst voll­stän­dig zu er­fas­sen und so ab­zu­lei­ten, dass kei­ne über­mäs­si­gen Im­mis­sio­nen ent­ste­hen.6

2 Sie müs­sen in der Re­gel durch Ka­mi­ne oder Ab­luft­kanä­le über Dach aus­ge­stos­sen wer­den.

3 Für Hoch­ka­mi­ne gilt An­hang 6. Kann die er­for­der­li­che Ka­min­bau­hö­he H nicht ver­wirk­licht wer­den oder be­trägt die Re­chen­grös­se H0 mehr als 100 m, so ver­schärft die Be­hör­de er­satz­wei­se die in den An­hän­gen 1–3 vor­ge­se­he­nen Emis­si­ons­be­gren­zun­gen.

5Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 20. Nov. 1991, in Kraft seit 1. Fe­br. 1992 (AS 1992 124).

6Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 20. Nov. 1991, in Kraft seit 1. Fe­br. 1992 (AS 1992 124).

2. Abschnitt: Emissionsbegrenzung bei bestehenden stationären Anlagen

Art. 7 Vorsorgliche Emissionsbegrenzung  

Die Be­stim­mun­gen über die vor­sorg­li­che Emis­si­ons­be­gren­zung bei neu­en sta­tio­nä­ren An­la­gen (Art. 3, 4 und 6) gel­ten auch für be­ste­hen­de sta­tio­näre An­la­gen.

Art. 8 Sanierungspflicht  

1 Die Be­hör­de sorgt da­für, dass be­ste­hen­de sta­tio­näre An­la­gen, die den An­for­de­run­gen die­ser Ver­ord­nung nicht ent­spre­chen, sa­niert wer­den.

2 Sie er­lässt die er­for­der­li­chen Ver­fü­gun­gen und legt dar­in die Sa­nie­rungs­frist nach Ar­ti­kel 10 fest. Not­falls ver­fügt sie für die Dau­er der Sa­nie­rung Be­trieb­sein­schrän­kun­gen oder die Still­le­gung der An­la­ge.7

3 Auf die Sa­nie­rung kann ver­zich­tet wer­den, wenn sich der In­ha­ber ver­pflich­tet, die An­la­ge in­nert der Sa­nie­rungs­frist still­zu­le­gen.

7Zwei­ter Satz ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 20. Nov. 1991, in Kraft seit 1. Fe­br. 1992 (AS 1992 124).

Art. 9 Verschärfte Emissionsbegrenzungen  

1 Steht fest, dass ei­ne ein­zel­ne be­ste­hen­de An­la­ge über­mäs­si­ge Im­mis­sio­nen ver­ur­sacht, ob­wohl sie die vor­sorg­li­chen Emis­si­ons­be­gren­zun­gen ein­hält, so ver­fügt die Be­hör­de für die­se An­la­ge er­gän­zen­de oder ver­schärf­te Emis­si­ons­be­gren­zun­gen.

2 Die Emis­si­ons­be­gren­zun­gen sind so weit zu er­gän­zen oder zu ver­schär­fen, dass kei­ne über­mäs­si­gen Im­mis­sio­nen mehr ver­ur­sacht wer­den.

3 Die er­gän­zen­den oder ver­schärf­ten Emis­si­ons­be­gren­zun­gen wer­den durch Sa­nie­rungs­ver­fü­gun­gen mit den Fris­ten nach Ar­ti­kel 10 Ab­satz 2 an­ge­ord­net. Not­falls ver­fügt die Be­hör­de für die Dau­er der Sa­nie­rung Be­trieb­sein­schrän­kun­gen oder die Still­le­gung der An­la­ge.

4 Wer­den die über­mäs­si­gen Im­mis­sio­nen durch meh­re­re An­la­gen ver­ur­sacht, so rich­tet sich das Ver­fah­ren nach den Ar­ti­keln 31–34.

Art. 10 Sanierungsfristen 8  

1 Die or­dent­li­che Sa­nie­rungs­frist be­trägt fünf Jah­re.

2 Kür­ze­re Fris­ten, min­des­tens aber 30 Ta­ge, wer­den fest­ge­legt, wenn:

a.
die Sa­nie­rung oh­ne er­heb­li­che In­ves­ti­tio­nen durch­ge­führt wer­den kann;
b.
die Emis­sio­nen mehr als das Drei­fa­che des Wer­tes be­tra­gen, der für die vor­sorg­li­che Emis­si­ons­be­gren­zung gilt; oder
c.
die von der An­la­ge al­lein ver­ur­sach­ten Im­mis­sio­nen über­mäs­sig sind.

3 Län­ge­re Fris­ten bis zu höchs­tens zehn Jah­ren wer­den fest­ge­legt, wenn:

a.
die Emis­sio­nen we­ni­ger als das An­dert­halb­fa­che des Wer­tes be­tra­gen, der für die vor­sorg­li­che Emis­si­ons­be­gren­zung gilt, oder die Vor­schrif­ten über die Ab­gas­ver­lus­te nicht ein­ge­hal­ten wer­den; und
b.
we­der Buch­sta­be a noch Buch­sta­be c von Ab­satz 2 er­füllt ist.

4 Vor­be­hal­ten bleibt die An­ord­nung ver­kürz­ter Sa­nie­rungs­fris­ten nach Ar­ti­kel 32.

8Sie­he auch die SchlB Änd. 23. Ju­ni 2004 und 11. April 2018 hier­nach.

Art. 11 Erleichterungen  

1 Die Be­hör­de ge­währt dem In­ha­ber ei­ner An­la­ge auf Ge­such hin Er­leich­te­run­gen, wenn ei­ne Sa­nie­rung nach den Ar­ti­keln 8 und 10 un­ver­hält­nis­mäs­sig, ins­be­son­de­re tech­nisch oder be­trieb­lich, nicht mög­lich oder wirt­schaft­lich nicht trag­bar wä­re.

2 Als Er­leich­te­rung kann die Be­hör­de in ers­ter Li­nie län­ge­re Fris­ten ein­räu­men. Ge­nügt die Ein­räu­mung län­ge­rer Fris­ten nicht, so legt die Be­hör­de mil­de­re Emis­si­ons­be­gren­zun­gen fest.

3. Abschnitt: Kontrolle von stationären Anlagen

Art. 12 Emissionserklärung  

1 Wer ei­ne An­la­ge be­treibt oder er­rich­ten will, die Luft­ver­un­rei­ni­gun­gen ver­ur­sacht, muss der Be­hör­de Aus­kunft er­tei­len über:

a.
die Art und Men­ge der Emis­sio­nen;
b.
den Ort, die Hö­he und den zeit­li­chen Ver­lauf des Aus­stos­ses;
c.
wei­te­re Be­din­gun­gen des Aus­stos­ses, die für die Be­ur­tei­lung der Emis­sio­nen nö­tig sind.

2 Die Emis­si­ons­er­klä­rung kann sich auf Mes­sun­gen oder Ma­te­ri­al­bi­lan­zen der ein­ge­setz­ten Stof­fe stüt­zen.

Art. 13 Emissionsmessungen und -kontrollen  

1 Die Be­hör­de über­wacht die Ein­hal­tung der Emis­si­ons­be­gren­zun­gen. Sie führt sel­ber Emis­si­ons­mes­sun­gen oder -kon­trol­len durch oder lässt sol­che durch­füh­ren.

2 Die ers­te Mes­sung (Ab­nah­me­mes­sung) oder Kon­trol­le muss wenn mög­lich in­nert drei, spä­tes­tens je­doch in­nert zwölf Mo­na­ten nach der In­be­trieb­nah­me der neu­en oder sa­nier­ten An­la­ge er­fol­gen. Vor­be­hal­ten blei­ben ab­wei­chen­de Be­stim­mun­gen in An­hang 3.9

3 In der Re­gel ist die Mes­sung oder Kon­trol­le un­ter Vor­be­halt ab­wei­chen­der Be­stim­mun­gen in den An­hän­gen 2, 3 und 4 wie folgt zu wie­der­ho­len:

a.
bei Heiz­kes­seln für Holz­brenn­stof­fe nach An­hang 5 Zif­fer 31 Ab­satz 1 Buch­sta­be a, b oder d Zif­fer 1 mit ei­ner Feue­rungs­w­är­me­leis­tung bis 70 kW und bei Gas­feue­run­gen mit ei­ner Feue­rungs­w­är­me­leis­tung bis 1 MW al­le vier Jah­re;
b.
bei den üb­ri­gen Feue­rungs­an­la­gen al­le zwei Jah­re;
c.10
bei den üb­ri­gen An­la­gen al­le drei Jah­re.11

4 Bei An­la­gen, aus de­nen er­heb­li­che Emis­sio­nen aus­tre­ten kön­nen, ord­net die Be­hör­de die kon­ti­nu­ier­li­che Mes­sung und Auf­zeich­nung der Emis­sio­nen oder ei­ner an­de­ren Be­triebs­grös­se an, wel­che die Kon­trol­le der Emis­sio­nen er­mög­licht.

9 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. April 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 1687).

10 Die Be­rich­ti­gung vom 16. April 2019 be­trifft nur den ita­lie­ni­schen Text (AS 2019 1225).

11Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. April 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 1687).

Art. 13a Nachweis der anerkannten Regeln der Messtechnik 12  

1 Lässt ei­ne Be­hör­de Emis­si­ons­mes­sun­gen und Kon­trol­len nach Ar­ti­kel 13 durch Drit­te durch­füh­ren, so muss sie pe­ri­odisch prü­fen, ob die­se die an­er­kann­ten Re­geln der Mess­tech­nik aus­rei­chend ken­nen.

2 Die Be­hör­de kann von der pe­ri­odi­schen Prü­fung nach Ab­satz 1 ab­se­hen, wenn der Drit­te nur Mes­sun­gen und Kon­trol­len durch­führt, für die ver­ein­fach­te Mess­ver­fah­ren vor­ge­se­hen sind.

12 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 11. April 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 1687).

Art. 14 Durchführung der Messungen  

1 Die Mes­sun­gen müs­sen die für die Be­ur­tei­lung wich­ti­gen Be­triebs­zu­stän­de er­fas­sen. Wenn nö­tig legt die Be­hör­de Art und Um­fang der Mes­sung so­wie die zu er­fas­sen­den Be­triebs­zu­stän­de fest.

2 Emis­si­ons­mes­sun­gen sind nach den an­er­kann­ten Re­geln der Mess­tech­nik durch­zu­füh­ren. Das Bun­des­amt für Um­welt (BA­FU) er­lässt Emp­feh­lun­gen über die Durch­füh­rung der Mes­sun­gen. Für die tech­ni­schen An­for­de­run­gen an die Mess­sys­te­me und an die Mess­be­stän­dig­keit gel­ten die Mess­mit­tel­ver­ord­nung vom 15. Fe­bru­ar 200613 und die Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen des Eid­ge­nös­si­schen Jus­tiz- und Po­li­zei­de­par­te­ments.14

3 Der In­ha­ber der zu über­prü­fen­den An­la­ge muss nach An­wei­sung der Be­hör­de ge­eig­ne­te Mess­plät­ze ein­rich­ten und zu­gäng­lich ma­chen.

4 Die ge­mes­se­nen und er­rech­ne­ten Wer­te, die ver­wen­de­ten Mess­ver­fah­ren und die Be­triebs­be­din­gun­gen der An­la­ge wäh­rend der Mes­sun­gen müs­sen in ei­nem Mess­­be­richt fest­ge­hal­ten wer­den.

13 SR 941.210

14 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. April 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 1687).

Art. 15 Beurteilung der Emissionen  

1 Die ge­mes­se­nen Wer­te sind auf die in An­hang 1 Zif­fer 23 fest­ge­leg­ten Be­zugs­grös­sen um­zu­rech­nen.

2 So­weit die An­hän­ge 1–4 nichts an­de­res be­stim­men, sind die nach Ab­satz 1 er­rech­ne­ten Wer­te für die Be­ur­tei­lung über den Zeit­raum ei­ner Stun­de zu mit­teln. Die Be­hör­de kann in be­grün­de­ten Fäl­len an­de­re ge­eig­ne­te Mit­te­lungs­zei­ten fest­le­gen.

3 Bei Ab­nah­me- und Kon­troll­mes­sun­gen gel­ten die Emis­si­ons­be­gren­zun­gen als ein­ge­hal­ten, wenn kei­ner der nach Ab­satz 2 be­stimm­ten Mit­tel­wer­te den Grenz­wert über­schrei­tet.

4 Bei kon­ti­nu­ier­li­cher Mes­sung der Emis­sio­nen gel­ten die Emis­si­ons­grenz­wer­te als ein­ge­hal­ten, wenn in­ner­halb des Ka­len­der­jah­res:

a.
kei­ner der Ta­ges­mit­tel­wer­te den Emis­si­ons­grenz­wert über­schrei­tet;
b.
97 Pro­zent al­ler Stun­den­mit­tel­wer­te das 1,2-fa­che des Grenz­wer­tes nicht über­schrei­ten; und
c.
kei­ner der Stun­den­mit­tel­wer­te das Zwei­fa­che des Grenz­wer­tes über­schrei­tet.

5 Die Emis­sio­nen wäh­rend der An- und Ab­fahr­zei­ten der An­la­ge wer­den von der Be­hör­de un­ter Be­rück­sich­ti­gung der be­son­de­ren Um­stän­de be­ur­teilt.

Art. 16 Umgehungsleitungen und Betriebsstörungen  

1 Ei­ne Um­ge­hungs­lei­tung zum Schut­ze von Ab­gas­rei­ni­gungs­an­la­gen darf nur mit Zu­stim­mung der Be­hör­de ver­wen­det wer­den.

2 Kön­nen durch die Ver­wen­dung von Um­ge­hungs­lei­tun­gen oder bei Be­triebs­stö­run­gen er­heb­li­che Emis­sio­nen auf­tre­ten, so legt die Be­hör­de fest, wel­che Mass­nah­men zu tref­fen sind.

4. Abschnitt: Emissionen von Fahrzeugen und Verkehrsanlagen

Art. 17 Vorsorgliche Emissionsbegrenzung bei Fahrzeugen  

Die Emis­sio­nen von Fahr­zeu­gen sind nach den Ge­setz­ge­bun­gen über den Stras­sen­ver­kehr, die Luft­fahrt, die Schiff­fahrt und die Ei­sen­bah­nen vor­sorg­lich so weit zu be­gren­zen, als dies tech­nisch und be­trieb­lich mög­lich so­wie wirt­schaft­lich trag­bar ist.

Art. 18 Vorsorgliche Emissionsbegrenzung bei Verkehrsanlagen  

Bei Ver­kehrs­an­la­gen ord­net die Be­hör­de al­le tech­nisch und be­trieb­lich mög­li­chen und wirt­schaft­lich trag­ba­ren Mass­nah­men an, mit de­nen die vom Ver­kehr ver­ur­sach­ten Emis­sio­nen be­grenzt wer­den kön­nen.

Art. 19 Massnahmen gegen übermässige Immissionen aus dem Verkehr  

Steht fest oder ist zu er­war­ten, dass Fahr­zeu­ge oder Ver­kehrs­an­la­gen über­mäs­si­ge Im­mis­sio­nen ver­ur­sa­chen, so rich­tet sich das Ver­fah­ren nach den Ar­ti­keln 31–34.

4a. Abschnitt: Anforderungen an Baumaschinen und deren Partikelfiltersysteme15

15 Eingefügt durch Ziff. I der V vom 19. Sept. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 4639).

Art. 19a Anforderungen  

1 Ma­schi­nen und Ge­rä­te für den Ein­satz auf Bau­stel­len mit ei­ner Leis­tung des Ver­bren­nungs­mo­tors mit Kom­pres­si­ons­zün­dung von mehr als 18 kW (Bau­ma­schi­nen) müs­sen die An­for­de­run­gen nach An­hang 4 Zif­fer 3 ein­hal­ten.

2 Neue Bau­ma­schi­nen dür­fen nur in Ver­kehr ge­bracht wer­den, wenn ih­re Kon­for­mi­tät mit den An­for­de­run­gen nach An­hang 4 Zif­fer 3 nach­ge­wie­sen ist.

3 Bau­ma­schi­nen dür­fen nur mit ei­nem Par­ti­kel­fil­ter­sys­tem be­trie­ben wer­den, des­sen Kon­for­mi­tät mit den An­for­de­run­gen nach An­hang 4 Zif­fern 32 und 33 nach­ge­wie­sen ist.

4 Wer­den Bau­ma­schi­nen für Test- oder Vor­füh­rungs­zwe­cke be­trie­ben, so kann die Be­hör­de auf Ge­such hin Aus­nah­men von den An­for­de­run­gen nach An­hang 4 Zif­fer 3 ge­wäh­ren. Die Aus­nah­men wer­den für höchs­tens 10 Ta­ge ge­währt.16

16Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 14. Okt. 2015, in Kraft seit 16. Nov. 2015 (AS 2015 4171).

Art. 19b Nachweis der Konformität  

1 Der Nach­weis der Kon­for­mi­tät um­fasst:

a.
ei­ne Be­schei­ni­gung ei­ner Kon­for­mi­täts­be­wer­tungs­stel­le nach Ar­ti­kel 18 des Bun­des­ge­set­zes vom 6. Ok­to­ber 199517 über die tech­ni­schen Han­dels­hemm­nis­se (THG), dass der Typ der Bau­ma­schi­ne oder des Par­ti­kel­fil­ter­sys­tems die An­for­de­run­gen von An­hang 4 Zif­fer 3 er­füllt (Kon­for­mi­täts­be­schei­ni­gung);
b.
ei­ne Er­klä­rung des Her­stel­lers oder Im­por­teurs, dass die in Ver­kehr zu brin­gen­den Bau­ma­schi­nen oder Par­ti­kel­fil­ter­sys­te­me den ge­prüf­ten Ty­pen ent­spre­chen (Kon­for­mi­täts­er­klä­rung), mit fol­gen­den An­ga­ben:
1.
Na­me und Adres­se des Her­stel­lers oder Im­por­teurs,
2.
Be­zeich­nung des Typs der Bau­ma­schi­ne, des Mo­tors und des Par­ti­kel­min­de­rungs­sys­tems,
3.
Bau­jahr und Se­ri­en­num­mern der Bau­ma­schi­ne, des Mo­tors und des Par­ti­kel­fil­ter­sys­tems,
4.
Na­me und Adres­se der Kon­for­mi­täts­be­wer­tungs­stel­le und Num­mer der Kon­for­mi­täts­be­schei­ni­gung,
5.
Na­me und Funk­ti­on der Per­son, wel­che die Kon­for­mi­täts­er­klä­rung für den Her­stel­ler oder Im­por­teur un­ter­zeich­net,
6.
die ge­naue La­ge der Kenn­zeich­nung auf der Bau­ma­schi­ne; und
c.
die Kenn­zeich­nung nach An­hang 4 Zif­fer 33.

1bis Für Bau­ma­schi­nen, wel­che die An­for­de­run­gen von An­hang II der Ver­ord­nung (EU) Nr. 2016/162818 er­fül­len, um­fasst der Nach­weis der Kon­for­mi­tät ei­ne Ty­p­ge­neh­mi­gung durch einen Mit­glieds­staat der Eu­ro­päi­schen Uni­on für den Mo­tor­typ oder die Mo­to­ren­fa­mi­lie ge­mä­ss der Ver­ord­nung (EU) Nr. 2016/1628.19

2 Die Kon­for­mi­täts­be­wer­tungs­stel­len stel­len dem BA­FU die Kon­for­mi­täts­be­schei­ni­gun­gen mit den ent­spre­chen­den Prüf­be­rich­ten zu. Das BA­FU ver­öf­fent­licht Lis­ten der kon­for­men Par­ti­kel­fil­ter­sys­tem- und Mo­to­ren-Ty­pen.20

3 Der Her­stel­ler oder Im­por­teur muss die Kon­for­mi­täts­er­klä­rung nach dem In­ver­kehr­brin­gen der Bau­ma­schi­ne oder des Par­ti­kel­fil­ter­sys­tems zehn Jah­re lang auf­be­wah­ren.

17 SR 946.51

18 Ver­ord­nung (EU) Nr. 2016/1628 des Eu­ro­päi­schen Par­la­ments und des Ra­tes vom 14. Sep­tem­ber 2016 über die An­for­de­run­gen in Be­zug auf die Emis­si­ons­grenz­wer­te für gas­för­mi­ge Schad­stof­fe und luft­ver­un­rei­ni­gen­de Par­ti­kel und die Ty­p­ge­neh­mi­gung für Ver­bren­nungs­mo­to­ren für nicht für den Stras­sen­ver­kehr be­stimm­te mo­bi­le Ma­schi­nen und Ge­rä­te, Fas­sung ge­mä­ss ABl. L 252 vom 16.09.2016, S. 53; er­gänzt durch: De­le­gier­te Ver­ord­nung (EU) 2017/654 der Kom­mis­si­on vom 19. De­zem­ber 2016, ABl. L 102 vom 13.04.2017, S. 1; De­le­gier­te Ver­ord­nung (EU) 2017/655 der Kom­mis­si­on vom 19. De­zem­ber 2016, ABl. L 102 vom 13.04.2017, S. 334; Durch­füh­rungs­ver­ord­nung (EU) 2017/656 der Kom­mis­si­on vom 19. De­zem­ber 2016, ABl. L 102 vom 13.04.2017, S. 364.

19 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 11. April 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 1687).

20Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 14. Okt. 2015, in Kraft seit 16. Nov. 2015 (AS 2015 4171).

5. Abschnitt: Inverkehrbringen von Feuerungsanlagen21

21 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 23. Juni 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 3561).

Art. 20 Voraussetzungen für das Inverkehrbringen 22  

1 Die fol­gen­den Feue­rungs­an­la­gen dür­fen nur in Ver­kehr ge­bracht wer­den, wenn ih­re Kon­for­mi­tät mit den An­for­de­run­gen nach An­hang 4 nach­ge­wie­sen ist (Art. 20a):

a.
Ge­blä­se­bren­ner für Heiz­öl «Ex­tra leicht» oder Gas mit ei­ner Feue­rungs­wär­me­leis­tung bis 350 kW;
b.
Heiz­kes­sel für Ge­blä­se­bren­ner nach Buch­sta­be a, so­fern als Wär­me­trä­ger Was­ser ver­wen­det wird und die Ab­si­che­rung­stem­pe­ra­tur was­ser­sei­tig höchs­tens 110 °C be­trägt;
c.
Heiz­kes­sel nach Buch­sta­be b mit fest zu­ge­ord­ne­ten Ge­blä­se­bren­nern (Unit);
d.23
Heiz­kes­sel für gas­för­mi­ge Brenn­stof­fe mit ei­ner Feue­rungs­w­är­me­leis­tung bis 350 kW, so­fern als Wär­me­trä­ger Was­ser ver­wen­det wird und die Ab­si­che­rung­stem­pe­ra­tur was­ser­sei­tig höchs­tens 110 °C be­trägt;
e.24
f.
di­rekt be­feu­er­te Gas-Spei­cher­was­se­rer­wär­mer (Boi­ler) mit ei­nem Was­ser­in­halt von mehr als 30 Li­tern und ei­ner Feue­rungs­w­är­me­leis­tung bis 350 kW;
g.
Gas-Durch­fluss­was­se­rer­wär­mer mit ei­ner Feue­rungs­w­är­me­leis­tung von 35 kW bis 350 kW;
h.25
Heiz­kes­sel für fes­te Brenn­stof­fe nach An­hang 5 mit ei­ner Feue­rungs­w­är­me­leis­tung bis 350 kW und Pel­let­bren­ner für klei­ne Heiz­kes­sel mit ei­ner Feue­rungs­w­är­me­leis­tung bis 70 kW.

226

3 Die Kan­to­ne kön­nen die prak­ti­sche Er­pro­bung von An­la­gen oh­ne Kon­for­mi­täts­er­klä­rung in be­grenz­ter An­zahl wäh­rend ei­ner Dau­er von höchs­tens zwei Jah­ren zu­las­sen. An­la­gen, die nach Ab­lauf die­ser Frist in der vor­lie­gen­den Form noch kei­ne Kon­for­mi­täts­er­klä­rung ha­ben, müs­sen wie­der aus­ser Be­trieb ge­nom­men wer­den.

22 Sie­he auch die SchlB Änd. 23.6.2004 hier­nach.

23 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. April 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 1687).

24 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 11. April 2018, mit Wir­kung seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 1687).

25 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 4. Ju­li 2007 (AS 2007 3875). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. April 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 1687).

26 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 18. Ju­ni 2010, mit Wir­kung seit 15. Ju­li 2010 (AS 2010 2965).

Art. 20a Nachweis der Konformität  

1 Der Nach­weis der Kon­for­mi­tät ei­ner Feue­rungs­an­la­ge um­fasst:

a.27
einen Prüf­be­richt ei­ner Stel­le nach Ar­ti­kel 18 THG28, aus dem her­vor­geht, dass das Bau­mus­ter die An­for­de­run­gen von An­hang 4 er­füllt;
b.
ei­ne Er­klä­rung des Her­stel­lers oder Im­por­teurs, dass die in Ver­kehr zu brin­gen­de Feue­rungs­an­la­ge dem ge­prüf­ten Bau­mus­ter ent­spricht (Kon­for­mi­täts­er­klä­rung), mit fol­gen­den An­ga­ben:
1.
Na­me und Adres­se des Her­stel­lers oder Im­por­teurs,
2.
Be­schrei­bung der Feue­rungs­an­la­ge,
3.
die Be­stim­mun­gen nach An­hang 4, die zur An­wen­dung ka­men,
4.
Na­me und Adres­se der Kon­for­mi­täts­be­wer­tungs­stel­le und Num­mer der Kon­for­mi­täts­be­schei­ni­gung,
5.
Na­me und Funk­ti­on der Per­son, wel­che die Kon­for­mi­täts­er­klä­rung für den Her­stel­ler oder Im­por­teur un­ter­zeich­net;
c.29
ei­ne Kenn­zeich­nung nach An­hang 4 Zif­fer 23.

1bis Für Ge­rä­te nach An­hang 1.15 oder 1.16 der Ener­gie­ef­fi­zi­enz­ver­ord­nung vom 1. No­vem­ber 201730 kann der Nach­weis der Kon­for­mi­tät auch ge­mä­ss den Vor­ga­ben in Ar­ti­kel 5 Ab­satz 2 und Ar­ti­kel 7 Ab­satz 2 die­ser Ver­ord­nung er­bracht wer­den.31

2 Der Her­stel­ler oder Im­por­teur muss die Kon­for­mi­täts­er­klä­rung nach dem In­ver­kehr­brin­gen der An­la­ge zehn Jah­re lang auf­be­wah­ren.

27 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. III 1 der V vom 22. Ju­ni 2016, in Kraft seit 1. Aug. 2016 (AS 20162479).

28 SR 946.51

29 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 22. Okt. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5163).

30 SR 730.02

31 Ein­ge­fügt durch Ziff. III 1 der V vom 22. Ju­ni 2016 (AS 20162479). Fas­sung ge­mä­ss An­hang 5 Ziff. 3 der Ener­gie­ef­fi­zi­enz­ver­ord­nung vom 1. Nov. 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 6951).

5a. Abschnitt: Anforderungen an Maschinen und Geräte mit Verbrennungsmotor32

32 Eingefügt durch Ziff. I der V vom 18. Juni 2010 (AS 2010 2965). Fassung gemäss Ziff. I der V vom 11. April 2018, in Kraft seit 1. Juni 2018 (AS 2018 1687).

Art. 20b Anforderungen  

1 Nicht für den Stras­sen­ver­kehr be­stimm­te mo­bi­le Ma­schi­nen und Ge­rä­te mit Ver­bren­nungs­mo­tor (Ma­schi­nen und Ge­rä­te mit Ver­bren­nungs­mo­tor) müs­sen die An­for­de­run­gen nach An­hang 4 Zif­fer 4 ein­hal­ten.

2 Neue Ma­schi­nen und Ge­rä­te mit Ver­bren­nungs­mo­tor dür­fen nur in Ver­kehr ge­bracht wer­den, wenn ih­re Kon­for­mi­tät mit den An­for­de­run­gen nach An­hang 4 Zif­fer 4 nach­ge­wie­sen ist (Art. 20c).

Art. 20c Nachweis der Konformität  

1 Der Nach­weis der Kon­for­mi­tät um­fasst:

a.
ei­ne Ty­p­ge­neh­mi­gung durch einen Mit­glieds­staat der Eu­ro­päi­schen Uni­on für einen Mo­tor­typ oder ei­ne Mo­to­ren­fa­mi­lie ge­mä­ss der Ver­ord­nung (EU) Nr. 2016/162833; und
b.
die Kenn­zeich­nung des Mo­tors nach Ar­ti­kel 32 der Ver­ord­nung (EU) Nr. 2016/1628.

2 Der Nach­weis der Kon­for­mi­tät kann auch mit ei­ner Be­schei­ni­gung ei­ner Kon­for­mi­täts­be­wer­tungs­stel­le nach Ar­ti­kel 18 THG34, dass der Typ der Ma­schi­ne oder des Ge­räts mit Ver­bren­nungs­mo­tor die An­for­de­run­gen von An­hang 4 Zif­fer 4 er­füllt (Kon­for­mi­täts­be­schei­ni­gung), er­bracht wer­den. Da­bei muss der Mo­tor mit der Han­dels­mar­ke oder dem Han­dels­na­men des Her­stel­lers des Mo­tors und dem Na­men der Kon­for­mi­täts­be­wer­tungs­stel­le ge­kenn­zeich­net sein.

33 Sie­he Fuss­no­te zu Art. 19b Abs. 1bis.

34 SR 946.51

5b. Abschnitt: Inbetriebnahme von Feuerungsanlagen35

35 Eingefügt durch Ziff. I der V vom 11. April 2018, in Kraft seit 1. Juni 2018 (AS 2018 1687).

Art. 20d Voraussetzungen für die Inbetriebnahme  

Se­ri­en­mäs­sig her­ge­stell­te Ein­zel­raum­feue­run­gen für fes­te Brenn­stof­fe nach An­hang 5 mit ei­ner Nenn­w­är­me­leis­tung bis 50 kW, na­ment­lich Raum­hei­zer, Her­de, Spei­cher­öfen und Ka­min­e­in­sät­ze ein­sch­liess­lich of­fe­ne Ka­mi­ne, dür­fen nur in Be­trieb ge­nom­men wer­den, wenn ih­re Kon­for­mi­tät mit den An­for­de­run­gen nach An­hang 4 Zif­fer 212 nach­ge­wie­sen ist (Art. 20e).

Art. 20e Nachweis der Konformität  

Der Nach­weis der Kon­for­mi­tät ei­ner se­ri­en­mäs­sig her­ge­stell­ten Ein­zel­raum­feue­rung nach Ar­ti­kel 20d um­fasst ei­ne Leis­tungs­er­klä­rung oder ei­ne gleich­wer­ti­ge Er­klä­rung des Her­stel­lers oder Im­por­teurs, aus der her­vor­geht, dass das Bau­mus­ter die An­for­de­run­gen von An­hang 4 Zif­fer 212 er­füllt.

6. Abschnitt: Brennstoffe

Art. 21 Anforderungen  

Für Brenn­stof­fe gel­ten die An­for­de­run­gen nach An­hang 5.

Art. 22 Deklaration  

Wer ge­werbs­mäs­sig Brenn­stof­fe ein­führt oder an­bie­tet, muss dem Ab­neh­mer oder Ver­brau­cher die Qua­li­tät des Brenn­stof­fes de­kla­rie­ren. Bei der Ein­fuhr muss er die Qua­li­tät zu­dem der Zoll­be­hör­de de­kla­rie­ren.

Art. 2336  

36 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 4. Ju­li 2007, mit Wir­kung seit 1. Sept. 2007 (AS 20073875).

7. Abschnitt: Treibstoffe

Art. 24 Anforderungen  

Für Treib­stof­fe gel­ten die An­for­de­run­gen nach An­hang 5.

Art. 25 Deklaration  

Wer ge­werbs­mäs­sig Treib­stof­fe ein­führt oder an­bie­tet, muss dem Ab­neh­mer oder Ver­brau­cher die Qua­li­tät des Treib­stof­fes de­kla­rie­ren. Bei der Ein­fuhr muss er die Qua­li­tät zu­dem der Zoll­be­hör­de de­kla­rie­ren.

Art. 26 Anlagen für unverbleites Motorenbenzin  

1 An­la­gen für un­ver­blei­tes Mo­to­ren­ben­zin, wie La­ger- und Trans­port­be­häl­ter, Tank­fahr­zeu­ge und Zapf­säu­len, müs­sen mit der Auf­schrift «Blei­frei» deut­lich ge­kenn­zeich­net sein.

2 Soll für un­ver­blei­tes Ben­zin ei­ne An­la­ge ver­wen­det wer­den, die vor­her Blei­ben­zin ent­hielt, so muss der In­ha­ber die An­la­ge vor­her gründ­lich rei­ni­gen oder durch an­de­re Mass­nah­men da­für sor­gen, dass sie kei­ne über­mäs­si­gen Bleirück­stän­de ent­hält.

8. Abschnitt: Verbrennen von Abfällen37

37Eingefügt durch Ziff. I der V vom 20. Nov. 1991, in Kraft seit 1. Febr. 1992 (AS 1992 124).

Art. 26a Verbrennen in Anlagen 38  

Ab­fäl­le dür­fen nur in An­la­gen nach An­hang 2 Zif­fer 7 ver­brannt oder ther­misch zer­setzt wer­den; aus­ge­nom­men ist die Ver­bren­nung von Ab­fäl­len nach An­hang 2 Zif­fer 11.

38 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 4. Ju­li 2007, in Kraft seit 1. Sept. 2007 (AS 2007 3875).

Art. 26b Verbrennen ausserhalb von Anlagen 39  

1 Na­tür­li­che Wald-, Feld- und Gar­ten­ab­fäl­le dür­fen aus­ser­halb von An­la­gen ver­brannt wer­den, wenn sie so tro­cken sind, dass da­bei nur we­nig Rauch ent­steht.

2 Die Be­hör­de kann im Ein­zel­fall das Ver­bren­nen von nicht aus­rei­chend tro­ckenen Wald-, Feld- und Gar­ten­ab­fäl­len be­wil­li­gen, wenn ein über­wie­gen­des In­ter­es­se be­steht und kei­ne über­mäs­si­gen Im­mis­sio­nen ent­ste­hen.

3 Sie kann das Ver­bren­nen von Wald-, Feld- und Gar­ten­ab­fäl­len aus­ser­halb von An­la­gen für be­stimm­te Ge­bie­te oder Zei­ten ein­schrän­ken oder ver­bie­ten, wenn über­mäs­si­ge Im­mis­sio­nen zu er­war­ten sind.

39 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 4. Ju­li 2007, in Kraft seit 1. Sept. 2007 (AS 2007 3875).

3. Kapitel: Immissionen

1. Abschnitt: Ermittlung und Beurteilung

Art. 27 Ermittlung der Immissionen  

1 Die Kan­to­ne über­wa­chen den Stand und die Ent­wick­lung der Luft­ver­un­rei­ni­gung auf ih­rem Ge­biet; sie er­mit­teln ins­be­son­de­re das Aus­mass der Im­mis­sio­nen.

2 Sie füh­ren da­zu Er­he­bun­gen, Mes­sun­gen und Aus­brei­tungs­rech­nun­gen durch. Das BA­FU emp­fiehlt ih­nen ge­eig­ne­te Ver­fah­ren.

Art. 28 Immissionsprognose  

1 Be­vor ei­ne sta­tio­näre An­la­ge oder ei­ne Ver­kehrs­an­la­ge, aus der er­heb­li­che Emis­sio­nen zu er­war­ten sind, er­rich­tet oder sa­niert wird, kann die Be­hör­de vom In­ha­ber ei­ne Im­mis­si­ons­pro­gno­se ver­lan­gen.

2 Die Pro­gno­se muss an­ge­ben, wel­che Im­mis­sio­nen in wel­chen Ge­bie­ten, in wel­chem Um­fang und mit wel­cher Häu­fig­keit zu er­war­ten sind.

3 In der Pro­gno­se sind die Art und Men­ge der Emis­sio­nen so­wie die Aus­brei­tungs­be­din­gun­gen und die Be­rech­nungs­me­tho­den an­zu­ge­ben.

Art. 29 Überwachung bei einzelnen Anlagen  

Vom In­ha­ber ei­ner An­la­ge, aus der er­heb­li­che Emis­sio­nen aus­tre­ten, kann die Be­hör­de ver­lan­gen, dass er die Im­mis­sio­nen im be­trof­fe­nen Ge­biet mess­tech­nisch über­wacht.

Art. 30 Beurteilung der Immissionen  

Die Be­hör­de be­ur­teilt, ob die er­mit­tel­ten Im­mis­sio­nen über­mäs­sig sind (Art. 2 Abs. 5).

2. Abschnitt: Massnahmen gegen übermässige Immissionen

Art. 31 Erstellen eines Massnahmenplanes 40  

Die Be­hör­de er­stellt einen Mass­nah­men­plan nach Ar­ti­kel 44a des Ge­set­zes, wenn fest­steht oder zu er­war­ten ist, dass trotz vor­sorg­li­cher Emis­si­ons­be­gren­zun­gen über­mäs­si­ge Im­mis­sio­nen ver­ur­sacht wer­den durch:

a.
ei­ne Ver­kehrs­an­la­ge;
b.
meh­re­re sta­tio­näre An­la­gen.

40 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 15. Dez. 1997, in Kraft seit 1. März 1998 (AS 1998 223).

Art. 32 Inhalt des Massnahmenplanes 41  

1 Der Mass­nah­men­plan gibt an:

a.
die Quel­len von Emis­sio­nen, die für die Ent­ste­hung der über­mäs­si­gen Im­mis­sio­nen ver­ant­wort­lich sind;
b.
die Be­deu­tung der Emis­sio­nen der ein­zel­nen Quel­len für die Ge­samt­be­la­s­tung;
c.
die Mass­nah­men zur Ver­min­de­rung und Be­sei­ti­gung von über­mäs­si­gen Im­mis­sio­nen;
d.
die Wir­kung der ein­zel­nen Mass­nah­men;
e.
die recht­li­chen Grund­la­gen, die für die ein­zel­nen Mass­nah­men vor­han­den oder noch zu schaf­fen sind;
f.
die Fris­ten für die An­ord­nung und die Durch­füh­rung der Mass­nah­men;
g.
die Be­hör­den, die für den Voll­zug der Mass­nah­men zu­stän­dig sind.

2 Mass­nah­men nach Ab­satz 1 Buch­sta­be c sind:

a.
bei sta­tio­nären An­la­gen: ver­kürz­te Sa­nie­rungs­fris­ten oder er­gän­zen­de oder ver­schärf­te Emis­si­ons­be­gren­zun­gen;
b.
bei Ver­kehrs­an­la­gen: bau­li­che, be­trieb­li­che, ver­kehrs­len­ken­de oder ‑be­schrän­ken­de Mass­nah­men.

41 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 15. Dez. 1997, in Kraft seit 1. März 1998 (AS 1998 223).

Art. 33 Verwirklichung des Massnahmenplanes 42  

1 Die im Plan an­ge­ge­be­nen Mass­nah­men sind in der Re­gel in­nert fünf Jah­ren zu ver­wirk­li­chen.

2 In ers­ter Dring­lich­keit ord­net die Be­hör­de die Mass­nah­men für An­la­gen an, die mehr als 10 Pro­zent der Ge­samt­be­las­tung ver­ur­sa­chen.

3 Die Kan­to­ne über­prü­fen re­gel­mäs­sig die Wirk­sam­keit der Mass­nah­men und pas­sen bei Be­darf die Mass­nah­men­plä­ne an. Sie in­for­mie­ren dar­über die Öf­fent­lich­keit.

42 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 15. Dez. 1997, in Kraft seit 1. März 1998 (AS 1998 223).

Art. 34 Anträge der Kantone  

1 Sieht ein kan­to­na­ler Mass­nah­men­plan die An­ord­nung von Mass­nah­men vor, wel­che in die Zu­stän­dig­keit des Bun­des fal­len, so un­ter­brei­tet der Kan­ton den Plan dem Bun­des­rat und stellt ent­spre­chen­de An­trä­ge.

2 Setzt der Mass­nah­men­plan die Mit­wir­kung ei­nes an­de­ren Kan­tons vor­aus, so un­ter­brei­tet die Be­hör­de den Plan dem be­trof­fe­nen Kan­ton und stellt die ent­spre­chen­den An­trä­ge. Der Bun­des­rat ko­or­di­niert wenn nö­tig die Mass­nah­men­plä­ne der Kan­to­ne.

4. Kapitel: Schlussbestimmungen

1. Abschnitt: Vollzug

Art. 35 Vollzug durch die Kantone  

Un­ter Vor­be­halt von Ar­ti­kel 36 ist der Voll­zug die­ser Ver­ord­nung Sa­che der Kan­to­ne.

Art. 36 Vollzug durch den Bund  

1 Der Bund voll­zieht die Vor­schrif­ten über:

a.43
die Markt­über­wa­chung bei Bau­ma­schi­nen und de­ren Par­ti­kel­fil­ter­sys­te­men, bei Feue­rungs­an­la­gen so­wie bei Ma­schi­nen und Ge­rä­ten mit Ver­bren­nungs­mo­tor (Art. 37);
b.44
die Kon­trol­le der Brenn- und Treib­stof­fe bei der Ein­fuhr und beim In­ver­kehr­brin­gen (Art. 38).45

2 Wen­den Bun­des­be­hör­den an­de­re Bun­des­ge­set­ze oder völ­ker­recht­li­che Ver­ein­ba­run­gen oder Be­schlüs­se an, die Ge­gen­stän­de die­ser Ver­ord­nung be­tref­fen, so voll­zie­hen sie da­bei auch die­se Ver­ord­nung. Für die Mit­wir­kung des BA­FU und der Kan­to­ne gilt Ar­ti­kel 41 Ab­sät­ze 2 und 4 des Ge­set­zes; ge­setz­li­che Ge­heimhal­tungs­pflich­ten blei­ben vor­be­hal­ten.46

3 Das Eid­ge­nös­si­sche De­par­te­ment für Um­welt, Ver­kehr, Ener­gie und Kom­mu­ni­ka­ti­on47 kann aus­füh­ren­de und er­gän­zen­de Be­stim­mun­gen er­las­sen, ins­be­son­de­re über:

a.
Prüf-, Mess- und Be­rech­nungs­me­tho­den;
b.
Ty­pen­prü­fun­gen;
c.
Ka­mi­ne.

4 Der Bund führt Er­he­bun­gen über den Stand und die Ent­wick­lung der Luft­ver­un­rei­ni­gung im ge­samtschwei­ze­ri­schen Rah­men durch (Art. 39).48

43 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. April 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 1687).

44Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 14. Okt. 2015, in Kraft seit 16. Nov. 2015 (AS 2015 4171).

45 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 18. Ju­ni 2010, in Kraft seit 15. Ju­li 2010 (AS 2010 2965).

46 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 13 der V vom 2. Fe­br. 2000 zum BG über die Ko­or­di­na­ti­on und Ver­ein­fa­chung von Ent­scheid­ver­fah­ren, in Kraft seit 1. März 2000 (AS 2000 703).

47 Die Be­zeich­nung der Ver­wal­tungs­ein­heit wur­de in An­wen­dung von Art. 16 Abs. 3 der Pu­bli­ka­ti­ons­ver­ord­nung vom 17. Nov. 2004 (AS 20044937) an­ge­passt.

48 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 18. Ju­ni 2010, in Kraft seit 15. Ju­li 2010 (AS 2010 2965).

Art. 37 Marktüberwachung bei Baumaschinen, deren Partikelfiltersystemen, bei Feuerungsanlagen sowie bei Maschinen und Geräten mit Verbrennungsmotor 4950  

1 Das BA­FU kon­trol­liert die Ein­hal­tung der Vor­schrif­ten über das In­ver­kehr­brin­gen von Bau­ma­schi­nen und de­ren Par­ti­kel­fil­ter­sys­te­men, von Feue­rungs­an­la­gen so­wie von Ma­schi­nen und Ge­rä­ten mit Ver­bren­nungs­mo­tor. Es kon­trol­liert ins­be­son­de­re:51

a.
ob die An­ga­ben in der Kon­for­mi­täts­er­klä­rung zu­tref­fen; oder
b.52
ob die Ver­bren­nungs­mo­to­ren der Ma­schi­nen und Ge­rä­te, die mit ei­nem Ge­neh­mi­gungs­zei­chen ver­se­hen sind, mit dem ty­pen­ge­neh­mig­ten Mo­tor oder der ty­pen­ge­neh­mig­ten Mo­to­ren­fa­mi­lie über­ein­stim­men.

2 Es kann öf­fent­lich-recht­li­che Kör­per­schaf­ten und pri­vat­recht­li­che Fa­ch­or­ga­ni­sa­tio­nen mit Kon­trol­l­auf­ga­ben be­trau­en.

3 Ent­spre­chen die kon­trol­lier­ten An­la­gen nicht den An­for­de­run­gen, so ord­net das BA­FU die er­for­der­li­chen Mass­nah­men an. Es kann in schwer­wie­gen­den Fäl­len das wei­te­re An­bie­ten und In­ver­kehr­brin­gen ver­bie­ten oder die An­pas­sung von in Ver­kehr ge­brach­ten An­la­gen ver­lan­gen.

49 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 18. Ju­ni 2010, in Kraft seit 15. Ju­li 2010 (AS 2010 2965).

50 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. April 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 1687).

51 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. April 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 1687).

52 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. April 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 1687).

Art. 38 Brenn- und Treibstoffe  

1 Die Zoll­be­hör­den ent­neh­men den ein­ge­führ­ten oder aus In­land­raf­fi­ne­ri­en ab­ge­ge­be­nen Brenn- und Treib­stof­fen Stich­pro­ben. Sie stel­len die Pro­ben ei­nem vom BA­FU be­zeich­ne­ten Prüfla­bor zu oder un­ter­su­chen sie selbst.53

2 Die Zoll­be­hör­den be­zie­hungs­wei­se das Prüfla­bor tei­len die Un­ter­su­chungs­re­sul­ta­te dem BA­FU mit.54

3 Das BA­FU kon­trol­liert stich­pro­be­wei­se die Ein­hal­tung der Vor­schrif­ten über das In­ver­kehr­brin­gen von Brenn- und Treib­stof­fen.55

4 Stellt das BA­FU fest, dass ein Im­por­teur oder Händ­ler wie­der­holt Brenn- und Treib­stof­fe ein­führt oder in Ver­kehr bringt, wel­che die Qua­li­täts­an­for­de­run­gen nach An­hang 5 nicht er­fül­len, so teilt es dies der für die Straf­ver­fol­gung zu­stän­di­gen kan­to­na­len Be­hör­de und ge­ge­be­nen­falls der Zoll­be­hör­de mit.56

53 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 23. Ju­ni 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 3561).

54 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 23. Ju­ni 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 3561).

55Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 14. Okt. 2015, in Kraft seit 16. Nov. 2015 (AS 2015 4171).

56Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 14. Okt. 2015, in Kraft seit 16. Nov. 2015 (AS 2015 4171).

Art. 39 Erhebungen über die Luftverunreinigung  

1 Die Er­he­bun­gen über den Stand und die Ent­wick­lung der Luft­ver­un­rei­ni­gung im ge­samtschwei­ze­ri­schen Rah­men wer­den vom BA­FU durch­ge­führt.

2 Die Eid­ge­nös­si­sche Ma­te­ri­al­prü­fungs- und For­schungs­an­stalt in Dü­ben­dorf be­treibt im Auf­trag des BA­FU das Na­tio­na­le Be­ob­ach­tungs­netz für Luft­fremd­stof­fe (NA­BEL).

Art. 39a Geoinformation 57  

Das BA­FU gibt die mi­ni­ma­len Geo­da­ten­mo­del­le und Dar­stel­lungs­mo­del­le für Geo­ba­sis­da­ten nach die­ser Ver­ord­nung vor, für die es im An­hang 1 der Geo­in­for­ma­ti­ons­ver­ord­nung vom 21. Mai 200858 als Fach­stel­le des Bun­des be­zeich­net ist.

57 Ein­ge­fügt durch An­hang 2 Ziff. 8 der V vom 21. Mai 2008 über Geo­in­for­ma­ti­on, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2809).

58 SR 510.620

2. Abschnitt: Änderung und Aufhebung bisherigen Rechts

Art. 4059  

59 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. IV 30 der V vom 22. Aug. 2007 zur for­mel­len Be­rei­ni­gung des Bun­des­rechts, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2008 (AS 20074477).

Art. 41 Aufhebung bisherigen Rechts  

Die Ver­ord­nung vom 10. De­zem­ber 198460 über Luftrein­hal­te-Mass­nah­men bei Feue­run­gen wird auf­ge­ho­ben.

3. Abschnitt: Übergangsbestimmung

Art. 42  

1 An­la­gen, für die ei­ne Bau­be­wil­li­gung oder ei­ne Plan­ge­neh­mi­gung er­for­der­lich ist, gel­ten als neue An­la­gen, wenn über die Bau­be­wil­li­gung oder die Plan­ge­neh­mi­gung beim In­kraft­tre­ten die­ser Ver­ord­nung noch nicht rechts­kräf­tig ent­schie­den wur­de.

2 Die Be­hör­de er­lässt die Sa­nie­rungs­ver­fü­gung nach den Ar­ti­keln 8 und 9 in­nert zwei­er Jah­re nach dem In­kraft­tre­ten die­ser Ver­ord­nung wenn mög­lich für al­le, min­des­tens aber für die dring­lichs­ten Sa­nie­rungs­fäl­le.

3 Für be­reits be­ste­hen­de über­mäs­si­ge Im­mis­sio­nen sind die Mass­nah­men­plä­ne nach Ar­ti­kel 3l in­nert drei­er Jah­re nach In­kraft­tre­ten die­ser Ver­ord­nung zu er­stel­len.

3a. Abschnitt: Befristung der Bestimmungen über das Inverkehrbringen und die Inbetriebnahme von Feuerungsanlagen61

61 Eingefügt durch Ziff. I der V vom 11. April 2018, in Kraft seit 1. Juni 2018 (AS 2018 1687).

Art. 42a  

1 Die Be­stim­mun­gen über das In­ver­kehr­brin­gen von Feue­rungs­an­la­gen sind wie folgt be­fris­tet:

a.
Feue­run­gen nach Ar­ti­kel 20 Ab­satz 1 Buch­sta­ben a–g: bis zum 25. Sep­tem­ber 2018;
b.
Feue­run­gen nach Ar­ti­kel 20 Ab­satz 1 Buch­sta­be h: bis zum 31. De­zem­ber 2019.

2 Die Be­stim­mun­gen über die In­be­trieb­nah­me von Feue­rungs­an­la­gen nach Ar­ti­kel 20d sind be­fris­tet bis zum 31. De­zem­ber 2021.

4. Abschnitt: Inkrafttreten

Art. 43  

Die­se Ver­ord­nung tritt am 1. März 1986 in Kraft.

Übergangsbestimmungen der Änderung vom 20. November 1991 62

62AS 1992 124. Aufgehoben durch Ziff. IV 30 der V vom 22. Aug. 2007 zur formellen Bereinigung des Bundesrechts, mit Wirkung seit 1. Jan. 2008 (AS 20074477).

Übergangsbestimmungen der Änderung vom 15. Dezember 1997 63

63AS 1998 223. Aufgehoben durch Ziff. IV 30 der V vom 22. Aug. 2007 zur formellen Bereinigung des Bundesrechts, mit Wirkung seit 1. Jan. 2008 (AS 20074477).

Übergangsbestimmungen der Änderung vom 25. August 1999 64

64 AS 1999 2498. Aufgehoben durch Ziff. IV 30 der V vom 22. Aug. 2007 zur formellen Bereinigung des Bundesrechts, mit Wirkung seit 1. Jan. 2008 (AS 20074477).

Übergangsbestimmungen der Änderung vom 30. April 2003 65

1 Anlagen, für die eine Baubewilligung oder eine Plangenehmigung erforderlich ist und über die bei Inkrafttreten dieser Änderung noch nicht rechtskräftig entschieden ist, müssen die Anforderungen des neuen Rechts erfüllen.

2 Für Anlagen, die nach dem 1. Juli 2003 sanierungspflichtig werden, aber bereits die vorsorglichen Emissionsbegrenzungen auf Grund der bisherigen Bestimmungen erfüllen, gewährt die Behörde abweichend von Artikel 10 Sanierungsfristen von fünf bis zehn Jahren. Vorbehalten bleiben die Bestimmungen von Artikel 10 Absatz 2 Buchstaben a und c.

Schlussbestimmungen der Änderung vom 23. Juni 2004 66

1 Für Anlagen, die gemäss der Änderung vom 23. Juni 2004 sanierungspflichtig werden, aber bereits die vorsorglichen Emissionsbegrenzungen auf Grund der bishe­rigen Bestimmungen erfüllen, gewährt die Behörde abweichend von Artikel 10 Sanierungsfristen von sechs bis zehn Jahren. Vorbehalten bleiben die Bestimmungen von Artikel 10 Absatz 2 Buchstaben a und c.

267

3 Motorenbenzin und Dieselöl, welche die bisherigen Anforderungen nach Anhang 5 dieser Verordnung68 erfüllen, dürfen aus zugelassenen Lagern, Pflichtlagern und aus Lagern der Armee bis zum 31. Dezember 2008 in Verkehr gebracht werden.

67Aufgehoben durch Ziff. IV der V vom 14. Okt. 2015, mit Wirkung seit 16. Nov. 2015 (AS 2015 4171).

68 AS 1999 2498

Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 4. Juli 2007 69

1 Für Anlagen, die gemäss der Änderung vom 4. Juli 2007 sanierungspflichtig wer­den, aber bereits die vorsorglichen Emissionsbegrenzungen auf Grund der bisherigen Bestimmungen erfüllen, gewährt die Behörde abweichend von Artikel 10 Sanie­rungsfristen von fünf bis zehn Jahren. Für Holzfeuerungen gewährt sie eine Sanie­rungsfrist von zehn Jahren; vorbehalten bleiben die Bestimmungen von Artikel 10 Absatz 2 Buchstaben a und c.

2 Feuerungen nach Artikel 20 Absatz 1 Buchstabe h dürfen bis zum 31. Dezember 2007 ohne Nachweis der Konformität in Verkehr gebracht werden.

3 Holzfeuerungen dürfen bis zum 31. Dezember 2009 ohne Nachweis der Kon­formität in Verkehr gebracht werden, wenn sie die Anforderungen von Anhang 4 erfül­len. Diese gelten insbesondere als erfüllt, wenn die Holzfeuerungen nach dem 31. Dezember 2003 von Holzenergie Schweiz mit dem Qualitätssiegel für Holzfeuerun­gen ausgezeichnet wurden.

Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 19. September 2008 70

1 Die Anforderungen nach Anhang 4 Ziffer 3 gelten für Baumaschinen mit einer Leistung ab 37 kW:

a.
mit Baujahr zwischen 2000 und 2008: ab dem 1. Mai 2010, wenn sie auf Bau­stellen der Massnahmenstufe A der Richtlinie vom 1. September 2002 des Bundesamtes für Umwelt über Luftreinhaltung auf Baustellen betrieben werden;
b.
mit Baujahr vor 2000: ab dem 1. Mai 2015.

2 Die Anforderungen nach Anhang 4 Ziffer 3 gelten für Baumaschinen mit einer Leistung von 18 kW bis 37 kW ab Baujahr 2010.

3 Für Partikelfiltersysteme, die beim Inkrafttreten dieser Änderung auf der Filterliste BAFU/SUVA publiziert sind, gelten die Anforderungen nach Anhang 4 Ziffer 32 als eingehalten.

4 Heizöl «Extra leicht», das die bisherigen Anforderungen nach Anhang 5 erfüllt, darf aus zugelassenen Lagern, Pflichtlagern und aus Lagern der Armee bis zum 31. Dezember 2011 in Verkehr gebracht werden.

Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 18. Juni 2010 71

71 AS 2010 2965. Aufgehoben durch Ziff. IV der V vom 11. April 2018, mit Wirkung seit 1. Juni 2018 (AS 2018 1687).

Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 14. Oktober 2015 72

Für stationäre Verbrennungsmotoren und Gasturbinen, die gemäss der Änderung vom 14. Oktober 2015 sanierungspflichtig werden, aber bereits die vorsorglichen Emissionsbegrenzungen aufgrund der bisherigen Bestimmungen erfüllen, gewährt die Behörde abweichend von Artikel 10 Sanierungsfristen von sechs bis zehn Jahren. Vorbehalten bleiben die Bestimmungen von Artikel 10 Absatz 2 Buchstaben a und c.

Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 11. April 2018 73

1 Für Anlagen, die gemäss der Änderung vom 11. April 2018 sanierungspflichtig werden, aber bereits die vorsorglichen Emissionsbegrenzungen auf Grund der bisherigen Bestimmungen erfüllen, gewährt die Behörde abweichend von Artikel 10 Sanie­rungsfristen von zehn Jahren; vorbehalten bleiben die Bestimmungen von Artikel 10 Absatz 2 Buchstaben a und c.

2 Heizöl «Extra leicht Euro» darf in Anlagen oder betrieblichen Einheiten, die für diesen Brennstoff eine Feuerungswärmeleistung von weniger als 5 MW haben, bis zum 31. Mai 2023 eingesetzt werden.

3 Die Emissionsgrenzwerte für Feststoffe nach Anhang 3 Ziffern 511 Absatz 1 und 522 Absatz 1 für Feuerungen bis 70 kW Feuerungswärmeleistung gelten ab dem 1. Juni 2019.

Anhang 1 74

74 Bereinigt gemäss Ziff. II der V vom 20. Nov. 1991 (AS 1992 124), 15. Dez. 1997 (AS 1998 223), 23. Juni 2004 (AS 2004 3561), Ziff. II 10 der V vom 18. Mai 2005 über die Aufhebung und Änderung von Verordnungen im Zusammenhang mit dem Inkrafttreten des Chemikaliengesetzes (AS 2005 2695), Ziff. II der V vom 4. Juli 2007 (AS 2007 3875) und vom 14. Okt. 2015, in Kraft seit 16. Nov. 2015 (AS 2015 4171).

(Art. 3 Abs. 1)

Allgemeine vorsorgliche Emissionsbegrenzungen

1 Geltungsbereich

1 Die Bestimmungen dieses Anhangs gelten für die vorsorgliche Begrenzung der Emissionen von stationären Anlagen.

2 Vorbehalten bleiben die ergänzenden oder abweichenden Bestimmungen:

a.
für die besonderen Anlagen nach Anhang 2;
b.
für die Feuerungsanlagen nach Anhang 3;
c.
für die Typenprüfung von Feuerungsanlagen nach Anhang 4.

2 Begriffe

21 Abgase

Abluft, Rauchgase und andere von Anlagen abgegebene Luftverunreinigungen wer­den als Abgase bezeichnet.

22 Emissionen

Das Mass der Emissionen wird angegeben als:

a.
Konzentration:
Masse der emittierten Stoffe bezogen auf das Volumen des Abgases (z. B. in Milligramm pro Kubikmeter [mg/m3]);
b.
Massenstrom:
Masse der emittierten Stoffe pro Zeiteinheit (z. B. in Gramm pro Stunde [g/h]);
c.
Emissionsfaktor:
Verhältnis der Masse der emittierten Stoffe zur Masse der erzeugten oder ver­arbeiteten Produkte (z. B. in Kilogramm pro Tonne [kg/t]);
d.
Emissionsgrad:
Verhältnis der emittierten Masse eines luftverunreinigenden Stoffes zur

Masse dieses Stoffes, welche der Anlage mit den Brenn- und Einsatzstoffen zugeführt wird (in Prozent [% Masse]);
e.
Russzahl:
Der durch Abgase erzeugte Grad der Schwärzung auf einem Filterpapier. Die für die Bestimmung der Russzahl (nach Bacharach) zu verwendende Ver­gleichsskala umfasst 10 Stufen; die Stufen werden mit 0 bis 9 angegeben.

23 Bezugsgrösse bei Emissionskonzentrationen

1 Die als Konzentrationen angegebenen Grenzwerte und die als Bezugsgrössen an­ge­gebenen Sauerstoffgehalte beziehen sich auf das Volumen des Abgases im Norm­­zustand (0 °C, 1013 mbar) nach Abzug des Feuchtegehaltes (trocken).

2 Die als Emissionskonzentrationen angegebenen Grenzwerte beziehen sich auf die Abgasmenge, die nicht stärker verdünnt ist, als dies technisch und betrieblich unvermeidlich ist.

3 Wird für eine Anlage in den Anhängen 2–4 als Bezugsgrösse ein Volumengehalt an Sauerstoff angegeben, so sind die gemessenen Emissionskonzentrationen jeweils auf diese Bezugsgrösse umzurechnen.

24 Feuerungswärmeleistung

Die Feuerungswärmeleistung bezeichnet die Wärmeenergie, die einer Anlage pro Zeiteinheit maximal zugeführt werden kann. Sie wird errechnet, indem der Brennstoffverbrauch der Anlage mit dem unteren Heizwert des Brennstoffes multipliziert wird.

3 Allgemeine Bestimmungen

31 Emissionsbegrenzung

1 Es gelten folgende Emissionsbegrenzungen:

a.
für Staub: Ziffer 4;
b
für anorganische, vorwiegend staubförmige Stoffe: Ziffer 5;
c.
für anorganische gas- oder dampfförmige Stoffe: Ziffer 6;
d.
für organische gas-, dampf- oder partikelförmige Stoffe: Ziffer 7;
e.
für krebserzeugende Stoffe: Ziffer 8.

2 Die in den Ziffern 5–8 nicht aufgeführten Stoffe werden den Stoffklassen zuge­ord­net, mit denen sie in ihrer Einwirkung auf die Umwelt vergleichbar sind. Dabei sind insbesondere die Abbaubarkeit und Anreicherbarkeit, die Toxizität, die Aus­wirkun­gen von Abbauvorgängen und deren Folgeprodukten sowie die Geruchsin­tensität zu berücksichtigen.

32 Emissionsbegrenzungen, welche von der Anlagegrösse abhängig sind

1 Sind mehrere Emissionsquellen vorhanden und hängt die Anforderung an die Emissionsbegrenzung von der Grösse einer Anlage (z. B. Leistung oder Massen­strom) ab, so legt die Behörde fest, welche Emissionsquellen zusammen als eine ein­zige Anlage gelten.

2 Als eine einzige Anlage sind in der Regel Emissionsquellen zu bezeichnen, die in einem engen räumlichen Zusammenhang stehen und deren Emissionen:

a.
im Wesentlichen die gleichen oder ähnliche Schadstoffe enthalten; oder
b.
mit der gleichen Technik vermindert werden können.

3 Teile einer Anlage, die nur dazu dienen, bei Betriebsausfällen die Leistung ande­rer Anlageteile zu ersetzen, werden bei der Bestimmung der Anlagegrösse nicht be­rück­sichtigt.

4 Emissionsgrenzwerte, die von einem bestimmten Massenstrom abhängen, gelten nur, wenn:

a.
dieser Massenstrom während mehr als fünf Stunden pro Woche erreicht oder überschritten wird; oder
b.
während einer kürzeren Zeit das Zweifache dieses Massenstroms erreicht oder überschritten wird.

4 Staub

41 Grenzwert für den Gesamtstaub

Beträgt der Massenstrom an Staub 0,20 kg/h oder mehr, so dürfen die staubförmigen Emissionen gesamthaft 20 mg/m3 nicht überschreiten.

42 Immissionsbegrenzung für die Inhaltsstoffe des Staubes

Für die Begrenzung der einzelnen Inhaltsstoffe des Staubes gelten die Anforderun­gen nach den Ziffern 5, 7 und 8.

43 Massnahmen bei Aufbereitungs-, Lagerungs-, Umschlags- und Transportvorgängen

1 Können in gewerblichen oder industriellen Betrieben durch Vorgänge wie Fördern, Zerkleinern, Klassieren oder Abfüllen staubender Güter erhebliche Staubemis­sionen entstehen, so müssen die staubhaltigen Abgase erfasst und einer Entstau­bungsanlage zugeführt werden.

2 Bei der Lagerung und beim Umschlag staubender Güter im Freien müssen Mass­nahmen zur Verhinderung von erheblichen Staubemissionen getroffen werden.

3 Beim Transport staubender Güter müssen Transporteinrichtungen verwendet wer­den, welche die Entstehung erheblicher Staubemissionen verhindern.

4 Können durch den Werkverkehr auf Fahrwegen erhebliche Staubemissionen ent­stehen, so müssen die Fahrwege staubfrei gehalten werden.

5 Anorganische, vorwiegend staubförmige Stoffe

51 Grenzwerte

1 Die Emissionskonzentration der in Ziffer 52 aufgeführten Stoffe darf folgende Werte nicht übersteigen:

a.
Stoffe der Klasse 1
bei einem Massenstrom von 1 g/h oder mehr 0,2 mg/m3
b.
Stoffe der Klasse 2
bei einem Massenstrom von 5 g/h oder mehr 1 mg/m3
c.
Stoffe der Klasse 3
bei einem Massenstrom von 25 g/h oder mehr 5 mg/m3

2 Die Grenzwerte gelten für die gesamte Masse eines emittierten Stoffes, ein­schliess­lich der gas- und dampfförmigen Anteile im Abgas.

3 Enthält das Abgas mehrere Stoffe der gleichen Klasse, so gilt der Grenzwert für die Summe dieser Stoffe.

52 Tabelle der anorganischen, vorwiegend staubförmigen Stoffe

Stoff

angegeben als

Klasse

Antimon1

und seine Verbindungen

Sb

3

Arsen1

und seine Verbindungen, ausgenommen Arsenwasserstoff


As


2

Blei

und seine Verbindungen

Pb

3

Chrom1

und seine Verbindungen

Cr

3

Cobalt1

und seine Verbindungen

Co

2

Cyanide2

CN

3

Fluoride2

soweit staubförmig

F

3

Kupfer

und seine Verbindungen

Cu

3

Mangan

und seine Verbindungen

Mn

3

Nickel1

und seine Verbindungen

Ni

2

Palladium

und seine Verbindungen

Pd

3

Platin

und seine Verbindungen

Pt

3

Quarzstaub

soweit kristalliner Feinstaub

SiO2

3

Quecksilber

und seine Verbindungen

Hg

1

Rhodium

und seine Verbindungen

Rh

3

Selen

und seine Verbindungen

Se

2

Tellur

und seine Verbindungen

Te

2

Thallium

und seine Verbindungen

Tl

1

Vanadium

und seine Verbindungen

V

3

Zinn

und seine Verbindungen

Sn

3

1
Soweit nicht als krebserzeugende Verbindung nach Ziffer 8 erfasst.
2
Soweit leicht löslich.

6 Anorganische gas- oder dampfförmige Stoffe

61 Grenzwerte

Die Emissionskonzentration eines der in Ziffer 62 aufgeführten Stoffe darf fol­gende Werte nicht übersteigen:

a.
bei einem Stoff der Klasse 1
bei einem Massenstrom von 10 g/h oder mehr 1 mg/m3
b.
bei einem Stoff der Klasse 2
bei einem Massenstrom von 50 g/h oder mehr 5 mg/m3
c.
bei einem Stoff der Klasse 3
bei einem Massenstrom von 300 g/h oder mehr 30 mg/m3
d.
bei einem Stoff der Klasse 4
bei einem Massenstrom von 2500 g/h oder mehr250 mg/m3

62 Tabelle der anorganischen gas- oder dampfförmigen Stoffe

Stoff

Klasse

Ammoniak und Ammoniumverbindungen angegeben als Ammoniak

3

Arsenwasserstoff

1

Brom und seine dampf- und gasförmigen Verbindungen, angegeben.

als Bromwasserstoff

2

Chlor

2

Chlorcyan

1

Chlorverbindungen, dampf- oder gasförmige anorganische

Chlorverbindungen, ausgenommen Chlorcyan und Phosgen, angegeben

als Chlorwasserstoff

3

Cyanwasserstoff

2

Fluor und seine dampf- oder gasförmigen Verbindungen, angegeben

als Fluorwasserstoff

2

Phosgen

1

Phosphorwasserstoff

1

Schwefeloxide (Schwefeldioxid und Schwefeltrioxid),angegeben

als Schwefeldioxid

4

Schwefelwasserstoff

2

Stickoxide (Stickstoffmonoxid und Stickstoffdioxid),angegeben

als Stickstoffdioxid

4

7 Organische gas-, dampf- oder partikelförmige Stoffe

71 Grenzwerte

1 Die Emissionskonzentration der in Ziffer 72 aufgeführten Stoffe darf folgende Werte nicht übersteigen:

a.
Stoffe der Klasse 1
bei einem Massenstrom von 0,1 kg/h oder mehr 20 mg/m3
b.
Stoffe der Klasse 2
bei einem Massenstrom von 2,0 kg/h oder mehr100 mg/m3
c.
Stoffe der Klasse 3
bei einem Massenstrom von 3,0 kg/h oder mehr150 mg/m3

2 Für partikelförmige organische Stoffe der Klassen 2 und 3 gelten abweichend von Absatz 1 die Vorschriften über die Staubbegrenzung nach Ziffer 41.

3 Enthält das Abgas mehrere Stoffe der gleichen Klasse, so gilt der Grenzwert für die Summe dieser Stoffe.

4 Enthält das Abgas Stoffe von verschiedenen Klassen, so darf zusätzlich zu den Anforderungen nach den Absätzen 1 und 2 die Summe der Stoffe bei einem Mas­sen­strom von insgesamt 3,0 kg/h oder mehr den Grenzwert von 150 mg/m3 nicht über­steigen.

5 Für Stoffe, bei denen der begründete Verdacht auf eine krebserzeugende Wirkung75 besteht und die nicht in der Tabelle Ziffer 72 als Stoffe der Klasse 1 klassiert sind, müssen die Emissionen nach Absatz 1 Buchstabe a begrenzt werden.

6 Für Stoffe, die nach Anhang 1.4 der Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung vom 18. Mai 200576 zu einem Abbau der Ozonschicht führen und die nicht in der Tabelle unter Ziffer 72 als Stoffe der Klasse 1 klassiert sind, müssen die Emissionen nach Absatz 1 Buchstabe a begrenzt werden. Vorbehalten bleiben die Bestimmungen von Ziffer 8.

75 Als Stoffe mit begründetem Verdacht auf eine krebserzeugende Wirkung gelten insbesondere die in Abschnitt III (krebserzeugende Arbeitsstoffe) in den Kategorien 3–5 der «MAK- und BAT-Werte-Liste» der Deutschen Forschungsgemeinschaft aufgeführten Stoffe. Bezugsquelle: Wiley-VCH Verlag GmbH, D-69469 Weinheim.

76 SR 814.81

72 Tabelle der organischen gas-, dampf- oder partikelförmigen Stoffe

Stoff

Summenformel

Klasse

Acetaldehyd

C2H4O

1

Aceton

C3H6O

3

Acrolein (s. 2-Propenal)

Acrylsäure

C3H4O2

1

Acrylsäureethylester (s. Ethylacrylat)

Acrylsäuremethylester (s. Methylacrylat)

Alkane, ausgenommen Methan

3

Alkene, ausgenommen 1,3-Butadien und Ethen

3

Alkylalkohole

3

Alkylbleiverbindungen

l

Ameisensäure

CH2O2

l

Ameisensäuredimethylamid (s. N,N-Dimethylformamid)

Ameisensäuremethylester (s. Methylformiat)

Anilin

C6H7N

l

Benzoesäuremethylester (s. Methylbenzoat)

Biphenyl

C12H10

1

Brommethan

CH3Br

1

2-Butanon

C4H8O

3

2-Butoxyethanol

C6H14 O2

2

Butylacetate

C6H12O2

3

Butylglykol (s. 2-Butoxyethanol)

Butyraldehyd

C4H8O

2

Chloracetaldehyd

C2H3ClO

1

Chlorbenzol

C6H5Cl

2

Chloressigsäure

C2H3ClO2

1

Chlorethan

C2H5Cl

1

Chlormethan

CH3Cl

1

Chloroform (s. Trichlormethan)

2-Chloropren

2-Chlorpropan

C3H7Cl

2

Cumol (s. Isopropylbenzol)

Cyclohexanon

C6H10O

1

Diacetonalkohol (s. 4-Hydroxy-4-methyl-2-pentanon)

Dibutylether

C8H18O

3

1,2-Dichlorbenzol

C6H4Cl2

1

1,1-Dichlorethan

C2H4Cl2

2

1,1-Dichlorethen

C2H2Cl2

1

1,2-Dichlorethen

C2H2Cl2

3

Dichlormethan

CH2Cl2

1

Dichlorphenole

C6H4Cl2O

1

Diethanolamin (s. 2,2’-Iminodiethanol)

Diethylamin

C4H11N

1

Diethylether

C4H10O

3

Di-(2-ethylhexyl)-phthalat

C24H38O4

2

Diisopropylether

C6H14O

3

Diisobutylketon (s. 2,6-Dimethyl-4-heptanon)

Diisocyanatotoluol (s. 4-Methyl-m-Phenylendiisocyanat)

Dimethylamin

C2H7N

1

Dimethylether

C2H6O

3

N,N-Dimethylformamid

C3H7NO

2

2,6-Dimethyl-4-heptanon

C9H18O

2

Dioctylphthalat (s. Di-(2-ethylhexyl)-phthalat)

1,4-Dioxan

C4H8O2

1

Diphenyl (s. Biphenyl)

Essigester (s. Ethylacetat)

Essigsäure

C2H4O24

2

Essigsäurebutylester (s. Butylacetat)

Essigsäureethylester (s. Ethylacetat)

Essigsäuremethylester (s. Methylacetat)

Essigsäurevinylester (s. Vinylacetat)

Ethanol (s. Alkylalkohole)

Ethen

C2H4

1

Ether (s. Diethylether)

2-Ethoxyethanol

C4H10O2

2

Ethylacetat

C4H8O2

3

Ethylacrylat

C5H8O2

1

Ethylamin

C2H7N

1

Ethylbenzol

C8H10

1

Ethylchlorid (s. Chlorethan)

Ethylenglykol

C2H6O2

3

Ethylenglykolmonobutylether (s. 2-Butoxyethanol)

Ethylenglykolmonoethylether (s. 2-Ethoxyethanol)

Ethylenglykolmonomethylether (s. 2-Methoxyethanol)

Ethylglykol (s. 2-Ethoxyethanol)

Ethylmethylketon (s. 2-Butanon)

FCKW, Fluorchlorkohlenwasserstoffe,

vollständig halogeniert, mit bis zu 3 C-Atomen

1

Formaldehyd

CH2O

1

2-Furaldehyd

C5H4O2

1

Furfural, Furfurol, 2-Furylmethanal (s. 2-Furaldehyd)

Furfurylalkohol

C5H6O2

2

Glykol (s. Ethylenglykol)

Halone, bromhaltige Fluorkohlenwasserstoffe,

vollständig halogeniert, mit bis zu 3 C-Atomen

1

HFBKW, bromhaltige Fluorkohlenwasserstoffe,

teilweise halogeniert, mit bis zu 3 C-Atomen

1

HFCKW, Fluorchlorkohlenwasserstoffe,

teilweise halogeniert, mit bis zu 3 C-Atomen

1

Holzstaub, in atembarer Form (ausgenommen Buchen- und
Eichenholzstaub)


1

4-Hydroxy-4-methyl-2-pentanon

C6H12O2

3

2,2’-Iminodiethanol

C4H11NO2

1

Isobutylmethylketon (s. 4-Methyl-2-pentanon)

Isopropenylbenzol

C9H10

2

Isopropylbenzol

C9H12

2

Kohlenstoffdisulfid

CS2

2

Kresole

C7H8O

1

Maleinsäureanhydrid

C4H2O3

1

Mercaptane (s. Thioalkohole)

Methacrylsäuremethylester (s. Methylmethacrylat)

Methanol (s. Alkylalkohole)

2-Methoxyethanol

C3H8O2

2

Methylacetat

C3H6O2

2

Methylacrylat

C4H6O2

1

Methylamin

CH5N

1

Methylbenzoat

C8H8O2

3

Methylchlorid (s. Chlormethan)

Methylchloroform (s. 1,1,1,-Trichlorethan)

Methylcyclohexanone

C7H12O

2

Methylenchlorid (s. Dichlormethan)

Methylethylketon (s. 2-Butanon)

Methylformiat

C2H4O2

2

Methylglykol (s. 2-Methoxyethanol)

Methylisobutylketon (s. 4-Methyl-2-pentanon)

Methylmethacrylat

C5H8O2

2

4-Methyl-2-pentanon

C6H12O

3

4-Methyl-m-phenylendiisocyanat

C9H6N2O2

1

N-Methylpyrrolidon

C5H9NO

3

Naphthalin

C10H8

1

Nitrobenzol

C6H5NO2

1

Nitrokresole

C7H7NO3

1

Nitrophenole

C6H5NO3

1

Nitrotoluole, ausser 2-Nitrotoluol

C7H7NO2

1

Olefinkohlenwasserstoffe (s. Alkene)

3

Paraffinkohlenwasserstoffe (s. Alkane)

3

Perchlorethylen (s. Tetrachlorethen)

Phenol

C6H6O

1

Phthalsäure-bis-(2-Ethylhexyl)-Ester (s. Di-(2-Ethylhexyl)-phthalat)

Phthalsäure-Dioctylester (s. Di-(2-Ethylhexyl)-phthalat)

Pinene

C10H16

3

2-Propenal

C3H4O

1

Propionaldehyd

C3H6O

2

Propionsäure

C3H6O2

2

Pyridin

C5H5N

1

Schwefelkohlenstoff (s. Kohlenstoffdisulfid)

Styrol

C8H8

2

1,1,2,2-Tetrachlorethan

C2H2Cl4

1

Tetrachlorethen

C2Cl4

1

Tetrachlorkohlenstoff (s. Tetrachlormethan)

Tetrachlormethan

CCl4

1

Tetrahydrofuran

C4H8O

1

Thioalkohole

1

Thioether

1

Toluol

C7H8

2

Tolylen-2,4-diisocyanat (s. 4-Methyl-m-phenylendiisocyanat)

1,1,1-Trichlorethan

C2H3Cl3

1

1,1,2-Trichlorethan

C2H3Cl3

1

Trichlormethan

CHCl3

1

Trichlorphenole

C6H3OCl3

1

Triethylamin

C6H15N

1

Trimethylbenzole

C9H12

2

Vinylacetat

C4H6O2

1

Xylenole, ausgenommen 2,4-Xylenol

C8H10O

1

2,4-Xylenol

C8H10O

2

Xylole

C8H10

2

8 Krebserzeugende Stoffe

81 Begriff

Als krebserzeugend gelten Stoffe, die in der Liste der arbeitshygienischen Grenz­werte77 der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) als krebserzeu­gend (K) bezeichnet sind.

77Bezugsquelle: Schweizerische Unfallversicherungsanstalt SUVA, Postfach, 6002 Luzern.

82 Emissionsbegrenzung

1 Die Emissionen von krebserzeugenden Stoffen sind unabhängig vom Risiko der durch sie verursachten krebserzeugenden Belastung so weit zu begrenzen, als dies technisch und betrieblich möglich und wirtschaftlich tragbar ist.

2 Die Emissionen der in Ziffer 83 aufgeführten krebserzeugenden Stoffe sind min­­des­tens so weit zu begrenzen, dass die Emissionskonzentrationen die folgenden Werte nicht übersteigen:

a.
Stoffe der Klasse 1
bei einem Massenstrom von 0,5 g/h oder mehr0,1 mg/m3
b.
Stoffe der Klasse 2
bei einem Massenstrom von 5 g/h oder mehr1 mg/m3
c.
Stoffe der Klasse 3
bei einem Massenstrom von 25 g/h oder mehr5 mg/m3

3 Enthält das Abgas mehrere Stoffe der gleichen Klasse, so gilt die Begrenzung nach Absatz 2 für die Summe dieser Stoffe.

83 Tabelle von krebserzeugenden Stoffen

Stoff

Summenformel

Klasse

Acrylnitril

C3H3N

3

Antimontrioxid (in atembarer Form), angegeben als Sb

Sb

2

Arsentrioxid und Arsenpentoxid, arsenige Säure und ihre Salze, Arsensäure und ihre Salze (in atembarer Form),
ange­geben als As



As



2

Asbest (Chrysotil, Krokydolith, Amosit, Anthophyllit,
Aktinolith, Tremolit) als Feinstaub


1

Benzo(a)pyren

C20H12

1

Benzol

C6H6

3

Beryllium und seine Verbindungen in atembarer Form,
angegeben als Be


Be


l

Bromethan

C2H7Br

3

Buchenholzstaub in atembarer Form

3

1,3-Butadien

C4H6

3

Cadmium und seine Verbindungen Cadmiumchlorid,
Cadmiumoxid, Cadmiumsulfat, Cadmiumsulfid, und
andere bioverfügbare Verbindungen (in atembarer
Form), angegeben als Cd




Cd




1

2-Chlor-1,3-butadien

C4H5Cl

3

1-Chlor-2,3-epoxypropan

C3H5ClO

3

α-Chlortoluol

C7H7Cl

3

α-Chlortoluole: Gemische aus -Chlortoluol, α, α-Dichlorto­luol, α, α, α-Trichlortoluol und Benzoylchlorid


3

Chrom(VI)verbindungen (in atembarer Form) soweit Calcium­chromat, Chrom(III)chromat, Strontiumchromat und Zink­chromat, angegeben als Cr



Cr



2

Cobalt (in Form atembarer Stäube oder Aerosole von
Cobaltmetall und schwerlöslichen Cobaltsalzen),
ange­geben als Co



Co



2

Dibenz(a, h)anthracen

C22H14

1

1,2-Dibromethan

C2H4Br2

3

3,3’-Dichlorbenzidin

C12H10N2Cl2

2

1,4 Dichlorbenzol

C6H4Cl2

3

1,2-Dichlorethan

C2H4Cl2

3

Dieselruss

3

Diethylsulfat

C4H10O4S

2

Dimethylsulfat

C2H6O4S

2

Eichenholzstaub in atembarer Form

3

Epichlorhydrin (s. 1-Chlor-2,3-epoxypropan)

1,2 Epoxypropan

C3H6O

3

Ethylenimin

C2H5N

2

Ethylenoxid

C2H4O

3

Hydrazin

H4N2

3

2-Naphthylamin

C10H9N

1

Nickel (in Form atembarer Stäube oder Aerosole von Nickel­metall, Nickelsulfid und sulfidischen Erzen, Nickeloxid
und Nickelcarbonat, Nickeltetracarbonyl), angegeben als Ni



Ni



2

2-Nitrotoluol

C7H7NO2

3

o-Toluidin

C7H9N

3

Trichlorethen

C2HCl3

3

Vinylchlorid

C2H3Cl

3

N-Vinyl-2-pyrrolidon

C6H9NO

3

Anhang 2 78

78Bereinigt gemäss Ziff. II der V vom 20. Nov. 1991 (AS 1992 124), vom 15. Dez. 1997 (AS 1998 223), Anhang 2 Ziff. 5 der Pflanzenschutzmittel-V vom 23. Juni 1999 (AS 19992045), Ziff. II der V vom 30. April 2003 (AS 2003 1345), Anhang 3 Ziff. II 5 der V vom 22. Juni 2005 über den Verkehr mit Abfällen (AS 2005 4199), Ziff. II der V vom 4. Juli 2007 (AS 2007 3875), der V vom 18. Juni 2010 (AS 2010 2965), vom 14. Okt. 2015 (AS 2015 4171), Anhang 6 Ziff. 7 der Abfallverordnung vom 4. Dez. 2015 (AS 2015 5699), Ziff. I der V vom 3. März 2017 (AS 2017715), Ziff. II der V vom 11. April 2018 (AS 2018 1687) und Ziff. I der V vom 12. Febr. 2020, in Kraft seit 1. April 2020 (AS 2020 793).

(Art. 3 Abs. 2 Bst. a)

Ergänzende und abweichende Emissionsbegrenzungen für besondere Anlagen

Inhaltsübersicht

1 Steine und Erden

11 Zementöfen und Kalkklinkeröfen

12 Anlagen zum Brennen von keramischen Erzeugnissen unter Verwendung von Ton

13 Anlagen zur Herstellung von Glas

14 Asphaltmischanlagen

2 Chemie

21 Anlagen zur Herstellung von Schwefelsäure

22 Claus-Anlagen

23 Anlagen zur Herstellung von Chlor

24 Anlagen zur Herstellung von 1,2-Dichlorethan und Vinylchlorid

25 …

26 Herstellung und Konfektionierung von Pflanzenschutzmittel

27 Anlagen zur Herstellung von Russ

28 Anlagen zur Herstellung von Kohlenstoff (Hartbrandkohle) oder Elektro­graphit durch Brennen

29 Anlagen zur Herstellung von Salpetersäure

3 Mineralölindustrie

31 Raffinerien

32 Grosstankanlagen

33 Anlagen zum Umschlag von Benzin

4 Metalle

41 Giessereien

42 Kupolöfen

43 Aluminiumhütten

44 Umschmelzanlagen für Nichteisenmetalle

45 Verzinkungsanlagen

46 Anlagen zur Herstellung von Blei-Akkumulatoren

47 Wärme- und Wärmebehandlungsöfen

48 Elektrostahlwerke

5 Landwirtschaft und Lebensmittel

51 Tierhaltung

52 Räucheranlagen

53 Anlagen zur Tierkörper-Verwertung und Kot-Trocknung

54 Anlagen zum Trocknen von Grünfutter

55 …

56 Kaffee- und Kakao-Röstereien

6 Beschichten und Bedrucken

61 Anlagen zum Beschichten und Bedrucken mit organischen Stoffen

7 Abfälle

71 Anlagen zum Verbrennen von Siedlungs- und Sonderabfällen

72 Anlagen zum Verbrennen von Altholz, Papier- und ähnlichen Abfällen

73 Anlagen zum Verbrennen von Sulfit-Ablauge aus der Zellstoffherstellung

74 Anlagen zum Verbrennen von biogenen Abfällen und Erzeugnissen der Landwirt-

schaft

8 Weitere Anlagen

81 Anlagen, in denen Güter durch unmittelbare Berührung mit Feuerungs­abgasen be­-
han­delt werden

82 Stationäre Verbrennungsmotoren

83 Gasturbinen

84 Anlagen zur Herstellung von Spanplatten

85 Textilreinigung

86 Krematorien

87 Anlagen zur Oberflächenbehandlung

88 Baustellen

1 Steine und Erden

11 Zementöfen und Kalkklinkeröfen

111 Brennstoffe und Abfälle

1 Ziffer 81 gilt nicht für Zementöfen.

2 Abfälle dürfen in Zementöfen nur verwertet werden, wenn sie nach Artikel 24 der Abfallverordnung vom 4. Dezember 201579 dazu geeignet sind.

111 Bezugsgrössebis

Die Emissionsgrenzwerte beziehen sich auf einen Sauerstoffgehalt im Abgas von 10 Prozent (% vol).

112 Stickoxide

Die Emissionen von Stickoxiden (Stickstoffmonoxid und Stickstoffdioxid), angege­ben als Stickstoffdioxid, sind so weit zu begrenzen, als dies technisch und betrieb­lich möglich und wirtschaftlich tragbar ist, mindestens aber auf 500 mg/m3.

113 Schwefeloxide

Die Emissionen von Schwefeloxiden, angegeben als Schwefeldioxid, dürfen 500 mg/m3 nicht überschreiten.

114 Gasförmige organische Stoffe

1 Die Emissionsbegrenzungen nach Anhang 1 Ziffer 7 gelten nicht.

2 Die Emissionen von gasförmigen organischen Stoffen werden als Gesamtkohlenstoff angegeben und dürfen 80 mg/m3 nicht überschreiten.

115 Staub

Die staubförmigen Emissionen dürfen 20 mg/m3 nicht überschreiten.

116 Quecksilber und Cadmium

Die Emissionen von Quecksilber und Cadmium und deren Verbindungen, angegeben als Metalle, dürfen je 0,05 mg/m3 nicht überschreiten.

117 Blei und Zink

Die Emissionen von Blei und Zink sowie deren Verbindungen, angegeben als Metalle, dürfen als Summe 1 mg/m3 nicht überschreiten.

118 Dioxine und Furane

Die Emissionen von polychlorierten Dibenzo-p-dioxinen (Dioxine) und Dibenzofuranen (Furane), angegeben als Summenwert der Toxizitätsäquivalente nach EN 1948-180, dürfen 0,1 ng/m3 nicht überschreiten.

80 Die Norm kann kostenlos eingesehen und gegen Bezahlung bezogen werden bei der Schweizerischen Normen-Vereinigung (SNV), Sulzerallee 70, 8404Winterthur; www.snv.ch.

119 Überwachung

1 Kontinuierlich zu messen und aufzuzeichnen ist der Gehalt im Abgas von:

a.
Stickoxiden;
b.
Schwefeloxiden;
c.
gasförmigen organischen Stoffen;
d.
Staub.

2 Wer Abfälle, die organische Verbindungen enthalten, als Rohmaterial in der Zementherstellung einsetzt, muss zusätzlich zu Absatz 1:

a.
den Gehalt von Benzol im Abgas kontinuierlich messen und aufzeichnen;
b.
jährlich kontrollieren, ob insbesondere die Emissionsgrenzwerte für Benzo(a)pyren und Dibenz(a,h)anthracen eingehalten sind.

12 Anlagen zum Brennen von keramischen Erzeugnissen unter Verwendung von Ton

121 Bezugsgrösse

Die Emissionsgrenzwerte beziehen sich auf einen Sauerstoffgehalt im Abgas von 18 Prozent (% vol).

122 Fluorverbindungen

1 Die Emissionsbegrenzungen für Fluorverbindungen nach Anhang 1 Ziffer 5 und 6 gelten nicht.

2 Die Emissionen von Fluorverbindungen, angegeben als Fluorwasserstoff, dürfen 250 g/h nicht überschreiten.

123 Stickoxide

Die Emissionen von Stickoxiden (Stickstoffmonoxid und Stickstoffdioxid), angege­ben als Stickstoffdioxid, sind so weit zu begrenzen, als dies technisch und betrieb­lich möglich und wirtschaftlich tragbar ist, bei einem Massenstrom von 2000 g/h oder mehr, mindestens aber auf 150 mg/m3.

124 Organische Stoffe

1 Die Emissionsbegrenzungen nach Anhang 1 Ziffer 7 gelten nicht.

2 Die Emissionen von gas- und dampfförmigen organischen Stoffen werden als Gesamtkohlenstoff angegeben und dürfen 100 mg/m3 nicht überschreiten.

125 Verhältnis zu Ziffer 81

Die Bestimmungen von Ziffer 81 sind anwendbar.

13 Anlagen zur Herstellung von Glas

131 Geltungsbereich

Die Bestimmungen dieser Ziffer gelten für Anlagen, in denen mehr als 2 Tonnen Glas pro Jahr produziert werden.

132 Bezugsgrösse

Die Emissionsgrenzwerte beziehen sich auf folgende Sauerstoffgehalte im Abgas:

a.
bei flammenbeheizten Glasschmelzöfen 8 Prozent (% vol)
b.
bei flammenbeheizten Hafenöfen13 Prozent (% vol)

133 Stickoxide

1 Die Emissionsbegrenzung für Stickoxide nach Anhang 1 Ziffer 6 gilt nicht.

2 Die Emissionen von Stickoxiden (Stickstoffmonoxid und Stickstoffdioxid), ange­geben als Stickstoffdioxid, sind so weit zu begrenzen, als dies technisch und be­trieb­lich möglich und wirtschaftlich tragbar ist, mindestens aber so weit, dass sie fol­gende Werte nicht überschreiten:

a.
Hohlglas 2,5 kg pro Tonne produziertes Glas
b.
übriges Glas6,5 kg pro Tonne produziertes Glas

134 …

135 Schwefeloxide

Die Emissionen von Schwefeloxiden aus dem Rohstoff, angegeben als Schwefel­dioxid, dürfen 500 mg/m3 nicht überschreiten.

136 Verhältnis zu Ziffer 81

Die Bestimmungen von Ziffer 81 sind anwendbar.

14 Asphaltmischanlagen

141 Bezugsgrösse

Die Emissionsgrenzwerte beziehen sich auf einen Sauerstoffgehalt im Abgas von 17 Prozent (% vol).

142 Bauliche und betriebliche Anforderungen

1 Die Abgase des Mischers sind zu erfassen und einer Abgasreinigungsanlage zuzuführen.

2 Beim Befüllen der Bitumenlagertanks ist das Gaspendelverfahren anzuwenden.

143 Staub

Die staubförmigen Emissionen dürfen 20 mg/m3 nicht überschreiten.

144 Gasförmige organische Stoffe

1 Die Emissionsbegrenzungen nach Anhang 1 Ziffer 7 gelten nicht.

2 Die Emissionen von gasförmigen organischen Stoffen werden als Gesamtkohlenstoff angegeben und dürfen 80 mg/m3 nicht überschreiten.

145 Stickoxide

Die Emissionen von Stickoxiden (Stickstoffmonoxid und Stickstoffdioxid), angege­ben als Stickstoffdioxid, dürfen 100 mg/m3 nicht überschreiten.

146 Kohlenmonoxid

Die Emissionen von Kohlenmonoxid dürfen 500 mg/m3 nicht überschreiten.

147 Überwachung

1 Die periodische Messung und Kontrolle nach Artikel 13 Absatz 3 ist jährlich zu wiederholen.

2 Die Temperaturen der Mineralstoff- und der Asphaltgranulat-Trommeln sind kontinuierlich zu messen und aufzuzeichnen.

2 Chemie

21 Anlagen zur Herstellung von Schwefelsäure

211 Geltungsbereich

Die Bestimmungen dieser Ziffer gelten für Anlagen zur Herstellung von Schwe­fel­-di­oxid, Schwefeltrioxid, Schwefelsäure und Oleum.

212 Schwefeldioxid

1 Die Emissionsbegrenzung für Schwefeldioxid nach Anhang 1 Ziffer 6 gilt nicht.

2 Die Emissionen von Schwefeldioxid dürfen 2,6 kg pro Tonne 100-prozentige Schwefelsäure nicht überschreiten.

213 Schwefeltrioxid

Die Emissionen von Schwefeltrioxid dürfen bei konstanten Gasbedingungen 60 mg/m3, in den übrigen Fällen 120 mg/m3, nicht überschreiten.

22 Claus-Anlagen

221 Schwefel

Der Schwefel Emissionsgrad darf folgende Grenzwerte nicht überschreiten:

Bei Anlagen mit einer
Produktionskapazität von

Grenzwert in Prozent
(% Masse)

weniger als 20 t/Tag

3,0

20–50 t/Tag

2,0

mehr als 50 t/Tag

0,5

222 Schwefelwasserstoff

1 Die Abgase sind einer Nachverbrennung zuzuführen.

2 Die Emissionen von Schwefelwasserstoff dürfen 10 mg/m3 nicht überschreiten.

23 Anlagen zur Herstellung von Chlor

231 Chlor

1 Die Emissionen von Chlor dürfen 3 mg/m3 nicht überschreiten.

2 Bei Anlagen zur Herstellung von Chlor mit vollständiger Verflüssigung dürfen die Emissionen von Chlor 6 mg/m3 nicht überschreiten.

232 Quecksilber

Bei der Chloralkali-Elektrolyse nach dem Amalgam-Verfahren dürfen die Emissio­nen von Quecksilber im Jahresmittel 1 g pro Tonne installierte Chlorkapazität nicht überschreiten.

24 Anlagen zur Herstellung von 1,2-Dichlorethan und Vinylchlorid

1 Die Abgase sind einer Abgasreinigung zuzuführen.

2 Die Emissionsbegrenzungen für 1,2-Dichlorethan und Vinylchlorid nach An­hang 1 gelten unabhängig von den dort festgelegten Massenströmen.

25 …

26 Herstellung und Konfektionierung von Pflanzenschutzmitteln

1 Wer Pflanzenschutzmittel herstellt oder konfektioniert, muss dies der kanto­nalen Umweltschutzfachstelle melden.

2 Die Behörde legt die vorsorglichen Emissionsbegrenzungen für Gesamtstaub nach Artikel 4 fest; Anhang 1 Ziffer 41 ist nicht anwendbar.

27 Anlagen zur Herstellung von Russ

Die staubförmigen Emissionen dürfen gesamthaft 20 mg/m3 nicht überschreiten.

28 Anlagen zur Herstellung von Kohlenstoff (Hartbrandkohle) oder Elektrographit durch Brennen

281 Organische Stoffe

1 Die Emissionen von organischen Stoffen, angegeben als Gesamtkohlenstoff, dür­fen die Emissionsbegrenzungen nach den Ziffern 282–284 nicht überschreiten.

2 Die Emissionsbegrenzungen nach Anhang 1 Ziffer 7 gelten nicht.

282 Mischen und Formen

Die Emissionen von organischen Stoffen im Abgas von Misch- und Formgebungs­anlagen, in denen Pech, Teer oder sonstige flüchtige Binde- oder Fliessmittel bei erhöhter Temperatur verarbeitet werden, dürfen 100 mg/m3 nicht überschreiten.

283 Brennen

1 Die Emissionen von organischen Stoffen im Abgas von Einzelkammeröfen, Kam­merverbundöfen und Tunnelöfen dürfen 50 mg/m3 nicht überschreiten.

2 Die Emissionen von gasförmigen organischen Stoffen im Abgas von Ringöfen für Graphitelektroden, Kohlenstoffelektroden und Kohlenstoffsteine dürfen 200 mg/m3 nicht überschreiten.

284 Imprägnieren

Die Emissionen von organischen Stoffen im Abgas von Imprägnieranlagen, in de­nen Imprägniermittel auf Teerbasis verwendet werden, dürfen 50 mg/m3 nicht über­schreiten.

285 Verhältnis zu Ziffer 81

Für Anlagen, in denen Güter durch unmittelbare Berührung mit Feuerungsabgasen behandelt werden, gelten zusätzlich die Bestimmungen von Ziffer 81.

29 Anlagen zur Herstellung von Salpetersäure

291 Stickoxide

Die Emissionen von Stickoxiden (Stickstoffmonoxid und Stickstoffdioxid), angege­ben als Stickstoffdioxid, sind so weit zu begrenzen, als dies technisch und betrieblich möglich und wirtschaftlich tragbar ist, mindestens aber auf 190 mg/m3.

3 Mineralölindustrie

31 Raffinerien

311 Begriff und Geltungsbereich

Die Bestimmungen dieser Ziffer gelten für Anlagen zur Destillation oder Raffinati­on von Erdöl und Erdölerzeugnissen sowie für andere Anlagen zur Herstellung von Kohlenwasserstoffen.

312 Raffineriefeuerungen

312.1 Bezugsgrössen  

1 Die Emis­si­ons­grenz­wer­te be­zie­hen sich auf einen Sau­er­stoff­ge­halt im Ab­gas von 3 Pro­zent (% vol).

2 Für die An­for­de­run­gen an die Emis­si­ons­be­gren­zung der Raf­fi­ne­rie­feue­run­gen ist die ge­sam­te Feue­rungs­w­är­me­leis­tung der Raf­fi­ne­rie mass­ge­bend.

312.2 Schwefeloxide  

Die Emis­sio­nen von Schwe­fe­loxi­den, an­ge­ge­ben als Schwe­fel­di­oxid, dür­fen fol­gen­de Emis­si­ons­kon­zen­tra­tio­nen nicht über­schrei­ten:

a.
bei ei­ner Feue­rungs­w­är­me­leis­tung bis 300 MW350 mg/m3
b.
bei ei­ner Feue­rungs­w­är­me­leis­tung von mehr als 300 MW100 mg/m3
312.3 Stickoxide  

Die Emis­sio­nen von Stick­oxi­den (Stick­stoff­mon­oxid und Stick­stoff­di­oxid), an­ge­ge­ben als Stick­stoff­di­oxid, dür­fen 300 mg/m3 nicht über­schrei­ten.

313 Lagerung

1 Für die Lagerung von Rohölen und Verarbeitungsprodukten, die bei einer Tempe­ratur von 20 °C einen Dampfdruck von mehr als 13 mbar aufweisen, sind Schwimm­dachtanks, Festdachtanks mit Schwimmdecke, Festdachtanks mit Anschluss an die Raffineriegasleitung oder gleichwertige Massnahmen vorzusehen. Schwimmdach­tanks müssen wirksame Randabdichtungen aufweisen.

2 Festdachtanks müssen eine Zwangsbeatmung aufweisen, und die anfallenden Gase müssen dem Gassammelsystem oder einer Nachverbrennung zugeführt werden, wenn:

a.
Flüssigkeiten gelagert werden, die unter Lagerungsbedingungen Stoffe der Klasse 1 nach Anhang 1 Ziffer 7 oder Stoffe nach Anhang 1 Ziffer 8 emittie­ren können; und
b.
die zu erwartenden Emissionen die in Anhang 1 angegebenen Massenströme übersteigen.

314 Andere Emissionsquellen

1 Austretende organische Gase und Dämpfe sind mit einem Gassammelsystem zu erfassen. Sie sind zu verwerten, einer Gasreinigung zuzuführen, nachzuverbrennen oder abzufackeln. Diese Vorschrift gilt insbesondere für:

a.
Druckentlastungs- und Entleerungseinrichtungen;
b.
Prozessanlagen;
c.
das Regenerieren von Katalysatoren;
d.
Inspektionen und Reinigungsarbeiten;
e.
Anfahr- und Abstellvorgänge; sowie
f.
das Umfüllen von Roh-, Zwischen- und Fertigprodukten, die bei einer Tem­pe­ratur von 20 °C einen Dampfdruck von mehr als 13 mbar aufweisen.

2 Entlastungseinrichtungen für den Katastrophen- und Brandfall müssen nicht in ein Gassammelsystem eingeleitet werden.

315 Schwefelwasserstoff

1 Gase aus Entschwefelungsanlagen und anderen Quellen sind weiter zu verarbei­ten, wenn sie gleichzeitig folgende Voraussetzungen erfüllen:

a.
Volumengehalt an Schwefelwasserstoff über 0,4 Prozent
b.
Massenstrom von Schwefelwasserstoffüber 2 t/Tag

2 Die Emissionen von Schwefelwasserstoff in Gasen, die nicht weiterverarbeitet wer­den, dürfen 10 mg/m3 nicht überschreiten.

316 Prozesswasser und Ballastwasser

1 Bevor Prozesswasser oder überschüssiges Ballastwasser in ein offenes System ein­geleitet wird, muss es entgast werden.

2 Die entstehenden Abgase sind durch Wäsche oder Verbrennung zu reinigen.

32 Grosstankanlagen

321 Begriff und Geltungsbereich

Die Bestimmungen dieser Ziffer gelten für Grosstankanlagen mit einem Fassungs­vermögen von mehr als 500 m3 pro Tank, die zur Lagerung von Produkten mit ei­nem Dampfdruck von mehr als 1 mbar bei einer Temperatur von 20 °C bestimmt sind.

322 Lagerung

Für die Lagerung sind Festdachtanks mit Schwimmdecke oder Schwimmdachtanks mit wirksamen Randabdichtungen oder andere gleichwertige Massnahmen zur Emis­sionsminderung vorzusehen.

33 Anlagen zum Umschlag von Benzin

1 Das Befüllen von Tankfahrzeugen, Kesselwagen oder ähnlichen Transportbehäl­tern mit Motorenbenzin oder Flugbenzin muss mittels Untenbefüllung oder anderen gleichwertigen Massnahmen zur Emissionsminderung erfolgen.

2 Für Tankstellen sind die Emissionsbegrenzungen nach Anhang 1 Ziffern 7 und 8 nicht anwendbar.

3 Tankstellen sind so auszurüsten und zu betreiben, dass:

a.
die bei der Belieferung der Tankstelle verdrängten organischen Gase und Dämpfe erfasst und in den Transportbehälter zurückgeführt werden (Gaspen­de­lung); das Gaspendelsystem und die angeschlossenen Anlagen dürfen wäh­rend des Gaspendelns im Normalbetrieb keine Öffnungen ins Freie auf­wei­sen;
b.
beim Betanken von Fahrzeugen mit genormten Tankeinfüllstutzen81 höchs­tens 10 Prozent der in der Verdrängungsluft enthaltenen organischen Stoffe emittiert werden; diese Anforderung gilt als erfüllt, wenn entsprechende Messresultate einer amtlichen Fachstelle vorliegen und wenn das Gaspendel­system ordnungsgemäss installiert und betrieben wird.

4 Die Bestimmungen von Absatz 3 Buchstabe b gelten nicht beim Betanken mit Kleinabgabe-Geräten.

81ISO 13331 Die Norm kann kostenlos eingesehen und gegen Bezahlung bezogen werden bei der Schweizerischen Normen-Vereinigung (SNV), Sulzerallee 70, 8404Winterthur; www.snv.ch.

4 Metalle

41 Giessereien

411 Amine

Die bei der Kernherstellung entstehenden Emissionen von Aminen dürfen 5 mg/m3 nicht überschreiten.

412 Verhältnis zu Ziffer 81

Für Anlagen, in denen Güter durch unmittelbare Berührung mit Feuerungsabga­sen behandelt werden, gelten zusätzlich die Bestimmungen von Ziffer 81.

42 Kupolöfen

421 Staub

Die staubförmigen Emissionen dürfen gesamthaft 20 mg/m3 nicht überschreiten.

422 Kohlenmonoxid

Die Emissionen von Kohlenmonoxid im Abgas dürfen bei Heisswindöfen mit nach­geschaltetem eigenbeheiztem Rekuperator 1000 mg/m3 nicht überschreiten.

423 Verhältnis zu Ziffer 81

Die Bestimmungen von Ziffer 81 sind anwendbar.

43 Aluminiumhütten

431 Fluorverbindungen

1 Die Emissionsbegrenzungen für Fluorverbindungen nach Anhang 1 Ziffern 5 und 6 gelten nicht.

2 Die Emissionen von Fluorverbindungen, angegeben als Fluorwasserstoff, dürfen insgesamt 700 g pro Tonne produziertes Aluminium nicht überschreiten.

3 Die Emissionen von gasförmigen Fluorverbindungen, angegeben als Fluorwasser­stoff, dürfen 250 g pro Tonne produziertes Aluminium nicht überschreiten.

432 Beurteilung der Emissionen

Für den Vergleich mit den Emissionsgrenzwerten werden die gemessenen Emis­sio­nen über eine Betriebsperiode von einem Monat gemittelt.

44 Umschmelzanlagen für Nichteisenmetalle

441 Organische Stoffe

1 Die Emissionsbegrenzungen nach Anhang 1 Ziffer 7 gelten nicht.

2 Die Emissionen von organischen Stoffen, angegeben als Gesamtkohlenstoff, dür­fen 50 mg/m3 nicht überschreiten.

442 Verhältnis zu Ziffer 81

Für Anlagen, in denen Güter durch unmittelbare Berührung mit Feuerungsabgasen behandelt werden, gelten zusätzlich die Bestimmungen von Ziffer 81.

45 Verzinkungsanlagen

451 Staub

Die staubförmigen Emissionen dürfen gesamthaft 10 mg/m3 nicht überschreiten.

452 Ergänzende Bestimmungen für Feuerverzinkereien

1 Die Emissionsgrenzwerte beziehen sich auf eine Abluftmenge von 3000 m3 je Quadratmeter Zinkbadoberfläche und Stunde.

2 Die Emissionen des Zinkbades sind durch Einhausungen, Hauben, Randabsaugun­gen oder ähnliche Massnahmen zu mindestens 80 Prozent zu erfassen.

3 Die Emissionen sind nur während der Tauchzeit zu messen. Die Tauchzeit beginnt jeweils beim ersten und endet mit dem letzten Kontakt des Verzinkungsgutes mit dem Verzinkungsbad.

46 Anlagen zur Herstellung von Blei-Akkumulatoren

461 Blei

1 Die Abgase der Anlagen sind zu erfassen und einer Entstaubungsanlage zuzufüh­ren.

2 Die Emissionen von Blei dürfen 1 mg/m3 nicht überschreiten.

462 Schwefelsäure-Dämpfe

1 Schwefelsäure-Dämpfe, die bei der Formierung auftreten, sind zu erfassen und einer Abgasreinigungsanlage zuzuführen.

2 Die Emissionen von Schwefelsäure, angegeben als H2SO4, dürfen 1 mg/m3 nicht überschreiten.

463 Verhältnis zu Ziffer 81

Für Anlagen, in denen Güter durch unmittelbare Berührung mit Feuerungsabgasen behandelt werden, gelten zusätzlich die Bestimmungen von Ziffer 81.

47 Wärme- und Wärmebehandlungsöfen

471 Geltungsbereich

Die Bestimmungen dieser Ziffer gelten für Wärme- und Wärmebehandlungsöfen mit einer Feuerungswärmeleistung von mehr als 100 kW, die mit Gasbrennstoffen nach Anhang 5 Ziffer 4 Buchstaben a–c beheizt werden.

472 Bezugsgrösse

Die Emissionsgrenzwerte beziehen sich auf einen Sauerstoffgehalt im Abgas von 5 Prozent (% vol).

473 Stickoxide

Die Emissionen von Stickoxiden, angegeben als Stickstoffdioxid, dürfen die Werte nach dem folgenden Diagramm nicht überschreiten.

Diagramm:

474 Messungen

Die Emissionen sind bei mindestens 80 Prozent Nennlast und bei der jeweils höch­s­ten Betriebstemperatur zu messen.

475 Verhältnis zu Ziffer 81

Die Bestimmungen von Ziffer 81 sind anwendbar.

48 Elektrostahlwerke

481 Geltungsbereich

Die Bestimmungen dieser Ziffer gelten für Anlagen zur Elektrostahlherstellung einschliesslich Stranggiessen mit einer Schmelzleistung von mehr als 2.5 Tonnen Stahl pro Stunde.

482 Staub

Die staubförmigen Emissionen dürfen gesamthaft 5 mg/m3 nicht überschreiten.

483 Dioxine und Furane

Die in Elektrolichtbogenöfen entstehenden Emissionen polychlorierter Dibenzo-p-dioxine (Dioxine) und Dibenzofurane (Furane), angegeben als Summenwert der Toxizitätsäquivalente nach EN 1948-182, dürfen 0.1 ng/m3 nicht überschreiten.

82 Die Norm kann kostenlos eingesehen und gegen Bezahlung bezogen werden bei der Schweizerischen Normen-Vereinigung (SNV), Sulzerallee 70, 8404Winterthur; www.snv.ch.

5 Landwirtschaft und Lebensmittel

51 Tierhaltung

511 Geltungsbereich

Die Bestimmungen dieser Ziffer gelten für Anlagen der bäuerlichen Tierhaltung und der Intensivtierhaltung.

512 Mindestabstand

Bei der Errichtung von Anlagen müssen die nach den anerkannten Regeln der Tierhaltung erforderlichen Mindestabstände zu bewohnten Zonen eingehalten werden. Als solche Regeln gelten insbesondere die Empfehlungen der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Betriebswirtschaft und Landtechnik83.

83 Bezugsquelle: Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon (ART), 8356 Etten­hausen.

513 Lüftungsanlagen

Die Lüftungsanlagen müssen den anerkannten Regeln der Lüftungstechnik entspre­chen. Als solche gelten insbesondere die Empfehlungen der Schweizerischen Stall­klima-Norm.84

84Bezugsquelle: Institut für Nutztierwissenschaften, ETH-Zentrum, 8092 Zürich.

514 Ammoniak

Die Behörde legt die vorsorglichen Emissionsbegrenzungen nach Artikel 4 fest; Anhang 1 Ziffer 62 gilt nicht. Das BAFU erlässt Empfehlungen.

52 Räucheranlagen

521 Geltungsbereich

Die Bestimmungen dieser Ziffer gelten für Anlagen zum Räuchern von Fleisch, Wurstwaren und Fischen.

522 Raucherzeugung

Ziffer 81 ist nicht anwendbar.

523 Organische Stoffe

1 Die Emissionsbegrenzungen nach Anhang 1 Ziffer 7 gelten nicht.

2 Die Emissionen von organischen Stoffen werden als Gesamtkohlenstoff angege­ben. Sie dürfen folgende Werte nicht überschreiten:

a.
beim Heissräuchern
bei einem Massenstrom von 50 g/h oder mehr 50 mg/m3
b.
beim Kalträuchern
bei einem Massenstrom von 50 g/h bis 300 g/h120 mg/m3
c.
beim Kalträuchern
bei einem Massenstrom von mehr als 300 g/h 50 mg/m3

53 Anlagen zur Tierkörper-Verwertung und Kot-Trocknung

531 Begriff und Geltungsbereich

Die Bestimmungen dieser Ziffer gelten für:

a.
Tierkörper-Verwertungsanstalten;
b.
Einrichtungen, in denen Tierkörper, Tierkörper-Teile und Erzeugnisse tieri­scher Herkunft zur Verwertung oder Beseitigung in Tierkörper-Verwertungs­anstalten gesammelt und gelagert werden;
c.
Anlagen zum Schmelzen von tierischen Fetten;
d.
Anlagen zur Herstellung von Gelatine, Hämoglobin sowie von Tierfutterpro­dukten;
e.
Anlagen zur Trocknung von Kot.

532 Bauliche und betriebliche Anforderungen

1 Prozessanlagen und Lager, bei denen sich Gerüche entwickeln können, sind in geschlossenen Räumen unterzubringen.

2 Geruchsintensive Abgase sind zu erfassen und einer Abgasreinigungsanlage zuzu­führen.

3 Roh- und Zwischenprodukte sind in verschlossenen Behältern zu lagern.

533 Verhältnis zu Ziffer 81

Für Anlagen, in denen Güter durch unmittelbare Berührung mit Feuerungsabgasen behandelt werden, gelten zusätzlich die Bestimmungen von Ziffer 81.

54 Anlagen zum Trocknen von Grünfutter

541 Geltungsbereich

Die Bestimmungen dieser Ziffer gelten für Anlagen, in denen Gras, Maispflanzen und ähnliche Grünfutter sowie Trester, Kartoffeln und Zuckerrübenschnitzel getrocknet werden.

542 Staub

Die staubförmigen Emissionen sind so weit zu begrenzen, als dies technisch und betrieblich möglich und wirtschaftlich tragbar ist, mindestens aber auf 150 mg/m3.

543 Verhältnis zu Ziffer 81

Für Anlagen, in denen Güter durch unmittelbare Berührung mit Feuerungsabgasen behandelt werden, gelten zusätzlich die Bestimmungen von Ziffer 81.

55 …

56 Kaffee- und Kakao-Röstereien

561 Organische Stoffe

1 Die Emissionsbegrenzungen nach Anhang 1 Ziffer 7 gelten nicht.

2 Die Emissionen von gas- und dampfförmigen organischen Stoffen werden als Gesamtkohlenstoff angegeben. Sie dürfen bei Anlagen mit einer Röstleistung von mehr als 100 kg Rohprodukt pro Stunde folgende Werte nicht überschreiten:

a.
bei Anlagen mit einer Röstleistung bis 750 kg/h150 mg/m3
b.
bei Anlagen mit einer Röstleistung von mehr als 750 kg/h 50 mg/m3

562 Verhältnis zu Ziffer 81

Für Anlagen, in denen Güter durch unmittelbare Berührung mit Feuerungsabgasen behandelt werden, gelten zusätzlich die Bestimmungen von Ziffer 81.

6 Beschichten und Bedrucken

61 Anlagen zum Beschichten und Bedrucken mit organischen Stoffen

611 Geltungsbereich

1 Die Bestimmungen dieser Ziffer gelten für:

a.
Anlagen zum Beschichten und Bedrucken von Oberflächen mit organischen Stoffen wie Farben, Lacke oder Kunststoffe;
b.
Anlagen zum Imprägnieren.

2 Sie gelten sowohl für die Applikations- und Abdunstzone als auch für die zuge­hörigen Trocknungs- und Einbrennanlagen.

612 Staub

Die staubförmigen Emissionen dürfen gesamthaft folgende Werte nicht über­schrei­ten:

a.
beim Spritzlackieren 5 mg/m3
b.
beim Pulverlackieren15 mg/m3

613 Lösemittel-Emissionen

1 Für die gas- und dampfförmigen organischen Emissionen von Stoffen der Klassen 2 und 3 nach Anhang 1 Ziffer 72 gelten die Emissionsbegrenzungen nach Anhang 1 Ziffer 71 nicht.

2 Diese Emissionen werden als Gesamtkohlenstoff angegeben und dürfen bei einem Massenstrom von 3 kg/h oder mehr gesamthaft 150 mg/m3 nicht überschreiten.

3 Werden Farben verwendet, die als Lösemittel neben Wasser ausschliesslich Et­ha­nol bis zu 15 Prozent (% Masse) enthalten, so dürfen die Emissionen von Et­hanol bei einem Massenstrom von 3 kg/h oder mehr 300 mg/m3 nicht überschrei­ten.

614 Abgase von Trocknungs- und Einbrennanlagen

1 Für Trocknungs- und für Einbrennanlagen, in denen bei Temperaturen von mehr als 120 °C getrocknet oder eingebrannt wird, gelten die Emissionsbegrenzungen nach Anhang 1 Ziffer 7 nicht.

2 Die Emissionen von gas- und dampfförmigen organischen Stoffen werden als Gesamtkohlenstoff angegeben und dürfen bei einem Massenstrom von mehr als 250 g/h folgende Werte nicht überschreiten:

a.
für Rollenoffset-Druckanlagen20 mg/m3
b.
für alle übrigen Anlagen50 mg/m3

615 Verhältnis zu Ziffer 81

Für Anlagen, in denen Güter durch unmittelbare Berührung mit Feuerungsabgasen behandelt werden, gelten zusätzlich die Bestimmungen von Ziffer 81.

7 Abfälle

71 Anlagen zum Verbrennen von Siedlungs- und Sonderabfällen

711 Geltungsbereich und Begriffe

1 Die Bestimmungen dieser Ziffer gelten für Anlagen, in denen Siedlungs- oder Son­derabfälle verbrannt oder thermisch zersetzt werden. Ausgenommen sind die Anla­gen zum Verbrennen von Altholz, Papier- und ähnlichen Abfällen (Ziff. 72), von Sulfit-Ablauge aus der Zellstoffherstellung (Ziff. 73) sowie Zementöfen (Ziff. 11).

2 Siedlungsabfälle sind die aus Haushalten stammenden Abfälle sowie andere Abfälle vergleichbarer Zusammensetzung. Dazu gehören insbesondere:

a.
Gartenabfälle;
b.
Marktabfälle;
c.
Strassenkehricht;
d.
Büroabfälle, Verpackungen und Küchenabfälle aus dem Gastgewerbe;
e.
aufbereitete Siedlungsabfälle;
f.
Tierkörper und Fleischabfälle;
g.
Schlamm aus kommunalen Abwasserreinigungsanlagen;
h.
Abfallgase nach Anhang 5 Ziffer 41 Absatz 2;
i.
Abfälle nach Anhang 5 Ziffer 31 Absatz 2 Buchstabe b.

3 Sonderabfälle sind Abfälle, die im Abfallverzeichnis, das nach Artikel 2 der Ver­ordnung vom 22. Juni 200585 über den Verkehr mit Abfällen (VeVA) erlassen wurde, als Sonderabfälle bezeichnet sind.

712 Verhältnis zu Anhang 1

1 Die Emissionsbegrenzungen nach Anhang 1 Ziffer 7 gelten nicht.

2 Soweit Emissionsbegrenzungen nach Anhang 1 gültig sind, gelten sie unabhängig von den dort festgelegten Massenströmen.

713 Bezugsgrösse und Beurteilung der Emissionen

1 Die Emissionsgrenzwerte beziehen sich auf folgende Sauerstoffgehalte im Abgas:

a.
bei Anlagen zum Verbrennen von flüssigen Abfällen3 Prozent (% vol)
b.
bei Anlagen zum Verbrennen von Abfallgasen allein
oder zusammen mit flüssigen Abfällen3 Prozent (% vol)
c.
bei Anlagen zum Verbrennen von festen Abfällen
alleinoder zusammen mit flüssigen Abfällen oder
Abfallgasen11 Prozent (% vol)

2 Für die Beurteilung der Emissionen sind die ermittelten Werte über eine Be­triebs­periode von mehreren Stunden zu mitteln.

714 Emissionsgrenzwerte

1 Die Emissionen dürfen folgende Werte nicht überschreiten:

a.
Staub10 mg/m3
b.
Blei und Zink sowie deren Verbindungen, angegeben
als Metalle, als Summe 1 mg/m3
c.
Quecksilber und Cadmium und deren Verbindungen,
angegeben als Metalle, je 0,05 mg/m3
d.
Schwefeloxide, angegeben als Schwefeldioxid50 mg/m3
e.
Stickoxide (Stickstoffmonoxid und Stickstoffdio­xid),
angegeben als Stickstoffdioxid, bei einem Massen-
strom von 2,5 kg/h und mehr80 mg/m3
f.
Gasförmige anorganische Chlorverbindungen,
angegeben als Chlorwasserstoff20 mg/m3
g.
Gasförmige anorganische Fluorverbindungen,
angegeben als Fluorwasserstoff 2 mg/m3
h.
Ammoniak und Ammoniumverbindungen, angegeben
als Ammoniak 5 mg/m3
i.
Gasförmige organische Stoffe, angegeben als
Gesamtkohlen­stoff20 mg/m3
k.
Kohlenmonoxid50 mg/m3
l.
Polychlorierte Dibenzo-p-dioxine (Dioxine) und
Dibenzofurane (Furane), angegeben als Summenwert der Toxizitätsäquivalente nach EN 1948-1860,1 ng/m3

2 Für Anlagen mit einem Gehalt an Stickoxiden (Stickstoffmonoxid und Stickstoff­dioxid), angegeben als Stickstoffdioxid, von 1000 mg/m3 oder mehr im Rohgas, kann die Behörde abweichend von Absatz 1 Buchstabe h einen milderen Emissions­grenzwert für Ammoniak und Ammoniumverbindungen festlegen.

86 Die Norm kann kostenlos eingesehen und gegen Bezahlung bezogen werden bei der Schweizerischen Normen-Vereinigung (SNV), Sulzerallee 70, 8404Winterthur; www.snv.ch.

715 …

716 Überwachung

1 Es sind kontinuierlich zu messen und aufzuzeichnen:

a.
die Temperatur der Abgase im Bereich der Ausbrandzone sowie im Kamin;
b.
der Sauerstoffgehalt der Abgase nach dem Austritt aus der Ausbrandzone;
c.
der Kohlenmonoxidgehalt der Abgase.

2 Der Betrieb der Abgasreinigungsanlage muss durch Messung einer Emissions­grösse oder einer geeigneten Betriebsgrösse, wie Abgastemperatur, Druckabfall oder Wasserdurchsatz des Rauchgaswäschers, kontinuierlich überwacht werden.

717 Lagerung

Geruchsintensive Abfälle und Abfälle, die gefährliche Dämpfe entwickeln, sind in geschlossenen Bunkern, Räumen oder Tankanlagen zu lagern. Die Abluft ist abzu­saugen und zu reinigen.

718 Verbot der Abfallverbrennung in Kleinanlagen

1 Siedlungs- und Sonderabfälle dürfen nicht in Anlagen mit einer Feuerungswärme­leistung von weniger als 350 kW verbrannt werden.

2 Das Verbot gilt nicht für Sonderabfälle aus Krankenhäusern, die aufgrund ihrer Zusammensetzung nicht als Siedlungsabfälle entsorgt werden können.

719 Verbrennung besonders umweltgefährdender Abfälle

1 Bevor der Inhaber einer Anlage Abfälle verbrennt, bei denen die Emissionen besonders umweltgefährdend sein können, muss er durch Vorversuche mit geringen Mengen die zu erwartenden Emissionen ermitteln und das Ergebnis der Behörde mitteilen.

2 Als besonders umweltgefährdend gelten Emissionen, die gleichzeitig hochtoxisch und schwer abbaubar sind, wie polyhalogenierte aromatische Kohlenwasserstoffe.

72 Anlagen zum Verbrennen von Altholz, Papier- und ähnlichen Abfällen

721 Geltungsbereich

1 Die Bestimmungen dieser Ziffer gelten für Anlagen, in denen Abfälle aus folgen­den Arten von Stoffen allein oder zusammen mit Holzbrennstoffen nach Anhang 5 verbrannt oder thermisch zersetzt werden:

a.
Altholz nach Anhang 5 Ziffer 31 Absatz 2 Buchstabe a;
b.
Papier und Karton;
c.
andere Abfälle, bei deren Verbrennung ähnliche Emissionen auftreten wie bei Abfällen nach Buchstaben a und b.

2 Werden solche Abfälle zusammen mit Abfällen nach Ziffer 711 verbrannt, so gel­ten die Bestimmungen von Ziffer 71.

3 Die Bestimmungen dieser Ziffer gelten nicht für Zementöfen (Ziff. 11).

722 Bezugsgrösse

Die Emissionswerte beziehen sich auf einen Sauerstoffgehalt im Abgas von 11 Pro­zent (% vol).

723 Staub

Die staubförmigen Emissionen dürfen folgende Werte nicht überschreiten:

a.
bei Anlagen mit einer Feuerungswärmeleistung bis 10 MW:20 mg/m3
b.
bei Anlagen mit einer Feuerungswärmeleistung über 10 MW:10 mg/m3

724 Blei und Zink

Die Emissionen von Blei und Zink dürfen zusammen 5 mg/m3 nicht überschreiten.

725 Organische Stoffe

1 Die Emissionsbegrenzungen nach Anhang 1 Ziffer 7 gelten nicht.

2 Die Emissionen von gasförmigen organischen Stoffen, angegeben als Gesamtkoh­lenstoff, dürfen 50 mg/m3 nicht überschreiten.

726 Kohlenmonoxid und Stickoxide

1 Die Emissionen von Kohlenmonoxid dürfen 250 mg/m3 nicht überschreiten.

1bis Bei Anlagen mit einer Feuerungswärmeleistung über 10 MW dürfen die Emis­sionen von Kohlenmonoxid 150 mg/m3 nicht überschreiten.

2 Bei Anlagen mit einer Feuerungswärmeleistung über 10 MW dürfen die Emissio­nen von Stickoxiden, angegeben als Stickstoffdioxid 150 mg/m3 nicht überschreiten.

727 Verbrennungsregelung

Die Anlage muss mit einer automatischen Regelung für die Feuerungsführung betrieben werden.

728 Verbot der Abfallverbrennung in Kleinanlagen

Abfälle nach Ziffer 721 dürfen nicht in Anlagen mit einer Feuerungswärmeleistung von weniger als 350 kW verbrannt werden.

73 Anlagen zum Verbrennen von Sulfit-Ablauge aus der Zellstoffherstellung

731 Schwefeloxide

1 Die Emissionsbegrenzung für Schwefeloxide nach Anhang 1 Ziffer 6 gilt nicht.

2 Die Emissionen von Schwefeloxiden, angegeben als Schwefeldioxid, dürfen 4,0 kg pro Tonne verbrannter Ablauge nicht überschreiten.

732 Beurteilung der Emissionen

Für den Vergleich mit den Emissionsgrenzwerten werden die gemessenen Emissio­nen über eine Betriebsperiode von 24 Stunden gemittelt.

74 Anlagen zum Verbrennen von biogenen Abfällen und Erzeugnissen der Landwirtschaft

741 Geltungsbereich

1 Die Bestimmungen dieser Ziffer gelten für Anlagen, in denen feste biogene Abfälle und Erzeugnisse der Landwirtschaft allein oder zusammen mit Holzbrennstoffen nach Anhang 5 verbrannt oder thermisch zersetzt werden. Hofdünger sowie andere geruchsintensive Abfälle und Erzeugnisse dürfen in solchen Anlagen weder ver­brannt noch thermisch zersetzt werden.

2 Werden solche Abfälle und Erzeugnisse zusammen mit Abfällen nach Ziffer 711 oder 721 verbrannt, so gelten die Bestimmungen von Ziffer 71 oder Ziffer 72.

3 Werden solche Abfälle und Erzeugnisse zusammen mit anderen Brennstoffen nach Anhang 5 verbrannt, gilt der Mischgrenzwert nach Anhang 3 Ziffer 82.

4 Die Bestimmungen dieser Ziffer gelten nicht für Zementöfen (Ziff. 11).

742 Emissionsgrenzwerte

Die Emissionen dürfen folgende Werte nicht überschreiten:

Feuerungswärmeleistung


bis 1 MW

über 1 MW
bis 10 MW

über
10 MW

Bezugsgrösse:
Die Grenzwerte beziehen sich auf einen Sauerstoffgehalt im Abgas von


% vol


13


11


11

Feststoffe insgesamt:

mg/m3

20

20

10

Kohlenmonoxid (CO)

mg/m3

500

250

150

Stickoxide (NOx), angegeben als Stickstoff­dioxid (NO2)1


mg/m3


250


250


150

1 Bei einem Massenstrom von 2500 g/h oder mehr

743 Verbot der Verbrennung in Kleinanlagen

Feste biogene Abfälle und Erzeugnisse der Landwirtschaft nach Ziffer 741 dürfen nicht in Anlagen mit einer Feuerungswärmeleistung von weniger als 70 kW ver­brannt werden.

8 Weitere Anlagen

81 Anlagen, in denen Güter durch unmittelbare Berührung mit Feuerungsabgasen behandelt werden

1 Es dürfen nur Brennstoffe nach Anhang 5 verwendet werden.

2 Für die Emissionen von Schwefeloxiden aus dem Brennstoff gilt Anhang 1 Ziffer 6 nicht. Wird Kohle oder Heizöl «Mittel» oder «Schwer» verwendet, so müssen die Emissionen von Schwefeloxiden, angegeben als Schwefeldioxid, so weit begrenzt werden, dass sie nicht höher sind als die ungeminderten Emissionen bei der Verwen­dung einer Brennstoffqualität mit einem Schwefelgehalt von 1,0 Prozent (% Masse).

3 Für die Emissionen von Schwefeloxiden aus den behandelten Gütern gilt Anhang 1 Ziffer 6.

82 Stationäre Verbrennungsmotoren

821 Bezugsgrösse

Die Emissionsgrenzwerte beziehen sich auf einen Sauerstoffgehalt im Abgas von 5 Prozent (% vol).

822 Brenn- und Treibstoffe

Stationäre Verbrennungsmotoren dürfen nur mit Gasbrenn- und Gastreibstoffen nach Anhang 5 Ziffer 41 Absatz 1 oder mit flüssigen Brenn- und Treibstoffen nach Anhang 5 betrieben werden, mit Ausnahme von Heizöl «Mittel» und «Schwer».

823 Feststoffe

1 Die staubförmigen Emissionen dürfen 10 mg/m3 nicht überschreiten.

2 Für Verbrennungsmotoren von Notstromgruppen gilt Ziffer 827 Absatz 2.

824 Stickoxide und Kohlenmonoxid

1 Die Emissionen von stationären Verbrennungsmotoren dürfen folgende Grenzwerte nicht überschreiten:

Feuerungswärmeleistung

bis 100 kW

über 100 kW

über 1 MW

Kohlenmonoxid (CO)

mg/m3

beim Betrieb mit Gasbrenn- oder Gastreibstoffen nach Anhang 5 Ziffer 41 Absatz 1

650

300

300

beim Betrieb mit Gasbrenn- oder Gastreibstoffen nach Anhang 5 Ziffer 41 Absatz 1 Buchstaben d und e, wenn die Anlage jährlich mindestens zu 80 Prozent mit diesen Stoffen betrieben wird

1300

650

300

beim Betrieb mit flüssigen Brenn- oder Treibstoffen

650

300

300

Stickoxide (NOx), angegeben
als Stickstoffdioxid (NO2)

mg/m3

beim Betrieb mit Gasbrenn- oder Gastreibstoffen nach Anhang 5 Ziffer 41 Absatz 1

250

150

100

beim Betrieb mit Gasbrenn- oder Gastreibstoffen nach Anhang 5 Ziffer 41 Absatz 1 Buchstaben d und e, wenn die Anlage jährlich mindestens zu 80 Prozent mit diesen Stoffen betrieben wird

400

250

100

beim Betrieb mit flüssigen Brenn- oder Treibstoffen

400

250

250

2 Wird ein stationärer Verbrennungsmotor mit einer Entstickungsanlage betrieben, so dürfen die Emissionen von Ammoniak und Ammoniumverbindungen, angegeben als Ammoniak, 30 mg/m3 nicht überschreiten.

825 Prüfstände

Für Prüfstände, auf denen Verbrennungsmotoren getestet werden, legt die Behörde die vorsorglichen Emissionsbegrenzungen nach Artikel 4 fest; Anhang 1 und Anhang 2 Ziffern 821–824 gelten nicht.

826 Messung und Kontrolle

1 Die periodische Messung und Kontrolle nach Artikel 13 Absatz 3 ist alle zwei Jahre zu wiederholen.

2 Für Verbrennungsmotoren von Notstromgruppen gilt Ziffer 827 Absatz 3.

827 Notstromgruppen

1 Für Verbrennungsmotoren von Notstromgruppen, die während höchstens 50 Stunden pro Jahr betrieben werden, legt die Behörde die vorsorglichen Emissionsbegrenzungen nach Artikel 4 fest; Anhang 1 Ziffer 6, Anhang 2 Ziffer 824 sowie Anhang 6 gelten nicht.

2 Die staubförmigen Emissionen dürfen 50 mg/m3 nicht überschreiten.

3 Die periodische Messung und Kontrolle nach Artikel 13 Absatz 3 ist alle sechs Jahre zu wiederholen.

83 Gasturbinen

831 Bezugsgrösse

Die Emissionsgrenzwerte beziehen sich auf einen Sauerstoffgehalt im Abgas von 15 Prozent (% vol).

832 Brennstoffe

Gasturbinen dürfen nur mit Gasbrenn- und Gastreibstoffen nach Anhang 5 Ziffer 41 Absatz 1 oder mit flüssigen Brenn- und Treibstoffen nach Anhang 5 betrieben werden, mit Ausnahme von Heizöl «Mittel» und «Schwer».

833 Russzahl

Bei Einsatz von flüssigen Brenn- oder Treibstoffen dürfen die Emissionen von Russ die Russzahl 2 (Anhang 1 Ziff. 22) nicht überschreiten.

834 Kohlenmonoxid

Die Emissionen von Kohlenmonoxid dürfen folgende Grenzwerte nicht überschrei­ten:

Feuerungswärmeleistung

bis 40 MW

über 40 MW

Kohlenmonoxid (CO)

mg/m3

beim Betrieb mit Gasbrenn- oder Gastreibstoffen nach Anhang 5 Ziffer 41 Absatz 1 oder flüssigen Brenn- oder Treibstoffen

100

35

beim Betrieb mit Gasbrenn- oder Gastreibstoffen nach Anhang 5 Ziffer 41 Absatz 1 Buchstaben d und e, wenn die Anlage jährlich mindestens zu 80 Prozent mit diesen Stoffen betrieben wird

240

35

835 Schwefeloxide

Die Emissionen von Schwefeloxiden, angegeben als Schwefeldioxid, dürfen bei einem Massenstrom von 2,5 kg/h oder mehr 120 mg/m3 nicht überschreiten.

836 Stickoxide und Ammoniak

1 Die Emissionen von Stickoxiden (Stickstoffmonoxid und Stickstoffdioxid), angegeben als Stickstoffdioxid, dürfen folgende Grenzwerte nicht überschreiten:

Feuerungswärmeleistung

bis 40 MW

über 40 MW

Stickoxide (NOx)

mg/m3

beim Betrieb mit Gasbrenn- oder Gastreibstoffen nach Anhang 5 Ziffer 41 Absatz 1

40

20

beim Betrieb mit flüssigen Brenn- oder Treibstoffen

50

40

2 Wird eine Gasturbine mit einer Entstickungsanlage betrieben, dürfen die Emis­sionen von Ammoniak und Ammoniumverbindungen, angegeben als Ammoniak, 10 mg/m3 nicht überschreiten.

837 Prüfstände und Notstromgruppen

1 Für Prüfstände, auf denen Gasturbinen getestet werden, legt die Behörde die vor­sorglichen Emissionsbegrenzungen nach Artikel 4 fest; Anhang 1 und Anhang 2 Zif­fern 831–836 gelten nicht.

2 Für Gasturbinen von Notstromgruppen, die während höchstens 50 Stunden pro Jahr betrieben werden, legt die Behörde die vorsorglichen Emissionsbegrenzungen nach Artikel 4 fest; Anhang 1 und Anhang 2 Ziffern 833, 834 und 836 gelten nicht.

84 Anlagen zur Herstellung von Spanplatten

841 Geltungsbereich

Die Bestimmungen dieser Ziffer gelten für Anlagen, in denen Spanplatten im Tro­ckenprozess hergestellt werden.

842 Staub

Die staubförmigen Emissionen dürfen folgende Werte nicht überschreiten:

a.
im Abgas von Spänetrocknern50 mg/m3
b.
in Abgasen von Schleifmaschinen10 mg/m3

843 Organische Stoffe

1 Die Emissionsbegrenzungen nach Anhang 1 Ziffer 7 gelten nicht.

2 Die Emissionen von gas- und dampfförmigen organischen Stoffen werden, gemes­sen bei einer Temperatur von 150 °C, als Gesamtkohlenstoff angegeben.

3 Diese Emissionen sind so weit zu begrenzen, als dies technisch und betrieblich möglich und wirtschaftlich tragbar ist, mindestens aber auf 350 g pro Tonne Holz­einsatz (absolut trocken).

844 Verhältnis zu Ziffer 81

Für Anlagen, in denen Güter durch unmittelbare Berührung mit Feuerungsabgasen behandelt werden, gelten zusätzlich die Bestimmungen von Ziffer 81.

85 Textilreinigung

1 Die Bestimmungen dieser Ziffer gelten für Textilreinigungsanlagen, die mit halo­genierten Kohlenwasserstoffen betrieben werden.

2 Die Beladetüre einer Textil-Reinigungsmaschine muss durch eine automatische Sicherung so lange verriegelt bleiben, bis die Konzentration an gas- und dampfförmi­gen organischen Stoffen in der Maschinenluft 2 g/m3 unterschreitet

3 Die für die Verriegelung massgebende Konzentration nach Absatz 2 muss im Innern der Maschine im Bereich der Beladetüre kontinuierlich messtechnisch über­wacht werden.

4 Das Reinigungsgut muss vor der Entnahme aus der Maschine eine Temperatur von mindestens 35 °C aufweisen.

5 Wird Maschinenabluft abgesaugt, so muss diese mit einem Aktivkohlefilter oder gleichwertigen Massnahmen gereinigt werden.

6 Die Raumluft muss so abgesaugt werden, dass in den Betriebsräumen stets ein Unterdruck herrscht.

86 Krematorien

861 Organische Stoffe

1 Die Emissionsbegrenzungen nach Anhang 1 Ziffer 7 gelten nicht.

2 Die Emissionen von gas- und dampfförmigen organischen Stoffen, angegeben als Gesamtkohlenstoff, dürfen 20 mg/m3 nicht überschreiten.

862 Kohlenmonoxid

Die Emissionen von Kohlenmonoxid dürfen 50 mg/m3 nicht überschreiten.

87 Anlagen zur Oberflächenbehandlung

1 Die Bestimmungen dieser Ziffer gelten für Anlagen, in denen die Oberfläche von Gegenständen und Erzeugnissen aus Metall, Glas, Keramik, Kunststoff, Gummi oder anderen Stoffen mit halogenierten organischen Stoffen behandelt werden, die bei einem Druck von 1013 mbar einen Siedepunkt von weniger als 150 ºC aufweisen.

2 Anlagen zur Oberflächenbehandlung sind wie folgt auszurüsten und zu betreiben:

a.
Die Gegenstände und Erzeugnisse müssen in einem Gehäuse behandelt wer­den, das mit Ausnahme der Öffnungen, die der Absaugung von Abgasen die­nen, ge­schlossen sind.
b.
Durch eine automatische Verriegelung ist sicherzustellen, dass die Gegen­stände oder Erzeugnisse erst entnommen werden können, wenn die Konzen­t­ration von halogenierten organischen Stoffen von 1 g/m3 im Entnahme­­be­reich erreicht oder unterschritten ist.
c.
Abgesaugte Abgase müssen in einem Abscheider gereinigt werden. Dabei dür­fen die Emissionen von halogenierten organischen Stoffen nach An­hang 1 Ziffer 72 einen Massenstrom von 100 g/h und die Emissionen von haloge­nierten Kohlenwasserstoffen nach Anhang 1 Ziffer 83 einen Massen­strom von 25 g/h nicht überschreiten. Die Emissionsbegrenzungen von An­hang 1 Ziffern 7 und 8 gelten nicht.
d.
Werden halogenierte organische Stoffe in die Anlage eingefüllt oder aus der Anlage entnommen, so müssen die Emissionen mit einer Gaspendelung oder durch gleichwertige Massnahmen vermindert werden.

3 Können bei einer Anlage die Anforderungen nach Absatz 2 Buchstaben a und b nicht eingehalten werden, insbesondere weil die behandelten Gegenstände und Erzeugnisse sperrig sind, so müssen die Emissionen durch Massnahmen wie Kapselung, Abdichtung, Abscheidung aus der Anlagenabluft, Luftschleusen oder Absaugung so weit vermindert werden, als dies technisch und betrieblich möglich und wirtschaftlich tragbar ist.

88 Baustellen

1 Die Emissionen von Baustellen sind insbesondere durch geeignete Betriebsabläufe so weit zu begrenzen, als dies technisch und betrieblich möglich und wirtschaftlich tragbar ist. Dabei müssen die Art, Grösse und Lage der Baustelle sowie die Dauer der Bauarbeiten berücksichtigt werden. Das BAFU erlässt Richtlinien.

2 Die Emissionsgrenzwerte nach Anhang 1 gelten nicht für Baumaschinen und Bau­stellen.

Anhang 3 87

87Fassung gemäss Ziff. II der V vom 20. Nov. 1991 (AS 1992 124). Bereinigt gemäss Ziff. II der V vom 15. Dez. 1997 (AS 1998 223), vom 23. Juni 2004 (AS 2004 3561), vom 4. Juli 2007 (AS 2007 3875), vom 22. Okt. 2008 (AS 2008 5163), der V vom 18. Juni 2010 (AS 2010 2965), vom 14. Okt. 2015 (AS 2015 4171), Ziff. I der V vom 3. März 2017 (AS 2017 715), Ziff. II der V vom 11. April 2018 (AS 2018 1687) und Ziff. I der V vom 12. Febr. 2020, in Kraft seit 1. April 2020 (AS 2020 793). Siehe auch die UeB Änd. 11.4.2018 hiervor.

(Art. 3 Abs. 2 Bst. b)

Ergänzende und abweichende Emissionsbegrenzungen für Feuerungsanlagen

1 Geltungsbereich

1 Die Bestimmungen dieses Anhangs gelten für Feuerungsanlagen, die folgenden Zwecken dienen:

a.
Raumheizung;
b.
Erzeugung von Prozesswärme, einschliesslich Backwärme für gewerbliche Nutzung;
c.
Erzeugung von Warm- oder Heisswasser;
d.
Dampferzeugung.

2 Sie gelten nicht für Feuerungsanlagen, in denen Güter durch die unmittelbare Berührung mit Feuerungsabgasen behandelt werden.

2 Allgemeine Bestimmungen

21 Brennstoffe

In Feuerungsanlagen nach Ziffer 1 dürfen nur Brennstoffe nach Anhang 5 verbrannt werden.

22 Feuerungskontrolle

Folgende Feuerungen müssen nicht nach Artikel 13 Absatz 3 periodisch gemessen werden:

a.
Feuerungen, die im Kalenderjahr weniger als 100 Stunden betrieben werden;
b.
Feuerungen mit einer Feuerungswärmeleistung bis 12 kW, die ausschliess­lich zur Heizung von Einzelräumen dienen;
c. und d. …
e.
Einzelraumfeuerungen für Kohle;
f.
Einzelraumfeuerungen für feste Brennstoffe, sofern sie aus­schliesslich mit Holzbrennstoffen nach Anhang 5 Ziffer 31 Absatz 1 Buch­stabe a, b oder d Ziffer 1 betrieben werden.

23 Messung und Beurteilung der Emissionen

1 Die Emissionen sind bei jeder Einzelfeuerung im stationären Zustand in denjeni­gen Lastbereichen zu messen, welche für die Beurteilung wichtig sind. In der Regel sind dies mindestens der oberste und der unterste Lastpunkt, in welchen die Anlage unter üblichen Betriebsbedingungen betrieben wird.

2 Für Anlagen, die mit Russblasen oder ähnlichen Reinigungsprozessen betrieben werden, sind die Staubemissionen über eine halbe Stunde zu messen und zu beur­tei­len. Die Messung muss die Reinigungsphase einschliessen.

3 Besondere Vorschriften für Feuerungsanlagen mit mehreren Einzel­feuerungen

1 Bilden mehrere Einzelfeuerungen zusammen eine betriebliche Einheit, so ist für die Emissionsbegrenzung jeder Einzelfeuerung die Feuerungswärmeleistung (Anh. 1 Ziff. 24) der ganzen betrieblichen Einheit (gesamte Feuerungswärmeleistung) mass­gebend.

2 Als gesamte Feuerungswärmeleistung gilt die Summe der Feuerungswärmelei­stun­gen aller Einzelfeuerungen der betrieblichen Einheit.

3 Werden mehrere Einzelfeuerungen einer betrieblichen Einheit zum Zweck der Abdeckung eines variablen Wärme- oder Dampfbedarfs in wechselnder Konstella­tion betrieben, so ist für die Festlegung der Emissionsbegrenzungen in der Regel von den Feuerungswärmeleistungen der Einzelfeuerungen auszugehen.

4 Ölfeuerungen

41 Feuerungen für Heizöl «Extra leicht»

411 Emissionsgrenzwerte

1 Die Emissionen von Feuerungen, welche mit Heizöl «Extra leicht» betrieben wer­den, dürfen folgende Werte nicht überschreiten:

Feuerungen für Heizöl «Extra leicht»

Bezugsgrösse:
Die Grenzwerte für die gasförmigen Schadstoffe beziehen sich auf einen Sauerstoffgehalt im Abgas von

3 % vol

Russzahl

1

Kohlenmonoxid (CO)

80 mg/m3

Stickoxide (NOx), angegeben als Stickstoffdioxid

a.
Hellstrahler und Dunkelstrahler

200 mg/m3

b.
Anlagen mit einer Heizmediumtemperatur über 110 °C

150 mg/m3

c.
Übrige Anlagen

120 mg/m3

Ammoniak und Ammoniumverbindungen, angegeben als Ammoniak1

30 mg/m3

Hinweise:

1
Diese Emissionsbegrenzung ist nur für Feuerungsanlagen mit Entstickungs­einrich­tung von Bedeutung.

2 Die Emissionen von Schwefeloxiden sind durch den Grenzwert für den Schwefel­gehalt nach Anhang 5 Ziffer 11 begrenzt. Die Emissionsbegrenzungen nach Anhang 1 Ziffer 6 für Schwefeloxide gelten nicht.

3 Abweichend von Absatz 1 dürfen bei Anlagen mit einer Feuerungswärmeleistung über 300 MW die Emissionen von Stickoxiden, angegeben als Stickstoffdioxid, 100 mg/m3 nicht überschreiten.

412 Ergänzende Bestimmungen über die Stickoxid-Emissionen

1 Für Feuerungen mit einer Heizmediumtemperatur über 150 °C, bei denen die Einhaltung des Stickoxid-Grenzwertes von 150 mg/m3 nach Ziffer 411 technisch oder betrieblich nicht möglich oder wirtschaftlich nicht tragbar ist, kann die Behörde mildere Grenzwerte festlegen. Die Emissionen an Stickoxiden, angegeben als Stick­stoffdioxid, dürfen jedoch 250 mg/m3 nicht überschreiten.

2 und 3

413 …

414 Energetische Anforderungen

1 Die Abgasverluste von Heiz- und Dampfkesseln dürfen folgende Werte nicht überschreiten:

a.
bei Gebläsebrennern mit einstufigem Brennerbetrieb
und bei Ölverdampfungsbrennern7 Prozent
b.
bei Gebläsebrennern mit zweistufigem Brennerbetrieb:
1.
beim Betrieb der ersten Brennerstufe6 Prozent
2.
beim Betrieb der zweiten Brennerstufe8 Prozent

1bis Die Abgasverluste von Heizkesseln zur Raumwärmeerzeugung oder Wassererwärmung, die ab dem 1. Januar 2019 in Betrieb genommen werden, dürfen 4 Prozent nicht überschreiten.

2 Bei Heiz- und Dampfkesseln mit einer Absicherungstemperatur wärmeträgerseitig von über 110 °C, bei denen die Anforderungen nach Absatz 1 technisch oder betrieblich nicht möglich oder wirtschaftlich nicht tragbar sind, kann die Behörde mildere Grenzwerte festlegen.

415 Verwendung von Heizöl «Extra leicht Euro»

Heizöl «Extra leicht Euro» darf nicht in Anlagen oder betrieblichen Einheiten verwendet werden, die für diesen Brennstoff eine Feuerungswärmeleistung von weniger als 5 MW haben.

42 Feuerungen für Heizöl «Mittel» und «Schwer»

421 Emissionsgrenzwerte

1 Die Emissionen von Feuerungen, die mit Heizöl «Mittel» oder «Schwer» betrieben werden, dürfen folgende Werte nicht überschreiten:

Feuerungswärmeleistung

über 5 MW bis 50 MW

über 50 MW bis 100 MW

über 100 MW bis 300 MW

über 300 MW

Heizöl «Mittel» und «Schwer»

Bezugsgrösse:

Die Grenzwerte beziehen sich auf einen Sauerstoffgehalt im Abgas von

% vol

3

3

3

3

Feststoffe insgesamt:

für Heizöle mit einem Schwefelgehalt von höchstens 1 % (Masse):

mg/m3

80

10

10

10

für übrige Heizöle

mg/m3

50

10

10

10

Kohlenmonoxid (CO)

mg/m3

170

170

170

170

Schwefeloxide (SOx), angegeben als Schwefeldioxid (SO2)

mg/m3

1700

350

200

150

Stickoxide (NOx), angegeben als Stickstoffdioxid (NO2)

mg/m3

150

150

150

100

Ammoniak und Ammonium­verbindungen, angegeben als Ammoniak

mg/m3

30

30

30

30

2 Der Emissionsgrenzwert für Schwefeloxide von 1700 mg/m3 gilt als eingehalten, wenn Heizöl verwendet wird, dessen Schwefelgehalt 1 Prozent (% Masse) nicht überschreitet.

422 Verwendung von Heizöl «Mittel» und «Schwer»

Heizöl «Mittel» und «Schwer» dürfen nicht in Anlagen oder betrieblichen Einhei­ten verwendet werden, die für diese Brennstoffe eine Feuerungswärmeleistung von weniger als 5 MW haben.

5 Feuerungen für feste Brennstoffe

51 Kohlefeuerungen

511 Emissionsgrenzwerte

1 Die Emissionen von Feuerungen, die mit Kohle, Kohlebriketts oder Koks betrieben werden, dürfen folgende Werte nicht überschreiten:

Feuerungswärmeleistung

bis 70 kW

über 70 kW bis 500 kW

über 500 kW bis 1 MW

über 1 MW bis 10 MW

über 10 MW bis 100 MW

über 100 MW

Kohle, Kohlebriketts, Koks

Bezugsgrösse:
Die Grenzwerte beziehen sich auf einen Sauerstoff­gehalt im Abgas von

% vol

7

7

7

7

7

6

Feststoffe insgesamt:

mg/m3

100

50

20

20

10

10

Kohlenmonoxid (CO)

mg/m3

2500

1000

1000

150

150

150

Schwefeloxide (SOx), angegeben als Schwefel­dioxid (SO2)
Wirbelschichtfeuerungen

mg/m3

350

350

200

andere Feuerungen bei Ein­satz von Steinkohle

mg/m3

1300

350

150

sonstige Anlagen

mg/m3

1000

350

150

Stickoxide (NOx), angegeben als Stickstoff­­dioxid (NO2)

mg/m3

500

200

150

Ammoniak und Ammonium­verbindungen, angegeben als Ammoniak1

mg/m3

30

30

30

30

30

30

Hinweise:

Die Angabe eines Strichs in der Tabelle bedeutet, dass weder nach Anhang 3 noch nach Anhang 1 eine Begrenzung vorgeschrieben ist.
1
Diese Emissionsbegrenzung ist nur für Feuerungsanlagen mit Entstickungseinrichtung von Bedeutung.

2 Die Behörde legt die vorsorglichen Emissionsbegrenzungen für anorganische, vor­wiegend staubförmige Stoffe sowie für Chlor- und Fluorverbindungen nach Arti­kel 4 fest; Anhang 1 Ziffer 5 sowie die Emissionsbegrenzungen für Chlor- und Fluorver­bindungen nach Anhang 1 Ziffer 6 gelten nicht.

3 Abweichend von Absatz 1 gilt für Zentralheizungs- und Einzelherde ein Emis­sionsgrenzwert für Kohlenmonoxid von 4000 mg/m3.

512 Messung und Kontrolle

Für Einzelraumfeuerungen nach Ziffer 22 Buchstabe e und für Heizkessel mit einer Feuerungswärmeleistung bis 70 kW, die mit Kohlebrennstoffen nach Ziffer 513 betrieben werden, gelten die Anforderungen nach Ziffer 524 sinngemäss.

513 Verwendung von Kohle

In Feuerungsanlagen mit einer Feuerungswärmeleistung unter 1 MW dürfen nur Kohle, Kohlebriketts und Koks mit einem Schwefelgehalt von höchstens 1 Prozent (% Masse) verwendet werden.

52 Holzfeuerungen

521 Anlage- und Brennstoffart

1 In Holzfeuerungen dürfen nur Holzbrennstoffe nach Anhang 5 Ziffer 31 Absatz 1 verbrannt werden, die aufgrund ihrer Art, Qualität und Feuchtigkeit für das Verbren­nen in diesen Anlagen geeignet sind.

2 In handbeschickten Feuerungen mit einer Feuerungswärmeleistung bis 40 kW sowie in Cheminées darf nur stückiges Holz nach Anhang 5 Ziffer 31 Absatz 1 Buchstabe a oder d Ziffer 1 verbrannt werden.

3 In automatischen Feuerungen mit einer Feuerungswärmeleistung bis 40 kW dürfen nur Holzbrennstoffe nach Anhang 5 Ziffer 31 Absatz 1 Buchstabe a, b oder d Ziffer 1 verbrannt werden.

522 Emissionsgrenzwerte

1 Die Emissionen von Feuerungen, die mit Holzbrennstoffen nach Anhang 5 Ziffer 31 Absatz 1 betrieben werden, dürfen folgende Werte nicht überschreiten:

Feuerungswärmeleistung

bis 70 kW

über 70 kW bis 500 kW

über 500 kW bis 1 MW

über 1 MW bis 10 MW

über 10 MW

Holzbrennstoffe

Bezugsgrösse:
Die Grenzwerte beziehen sich auf einen Sauerstoffgehalt im Abgas von

% vol

13

13

13

11

11

Für Holzbrennstoffe nach Anhang 5 Ziff. 31 Abs. 1 Bst. a, b oder d Ziffer 1

für Zentralheizungs- und Einzel­herde sowie gewerblich genutzte Backöfen:

Feststoffe insgesamt

mg/m3

100

50

Kohlenmonoxid (CO)

mg/m3

4000

4000

für Einzelraumfeuerungen1 und Heizkessel handbeschickt:

Feststoffe insgesamt

mg/m3

100

50

Kohlenmonoxid (CO)

mg/m3

2500

500

für Heiz- und Dampfkessel auto­matisch beschickt:

Feststoffe insgesamt

mg/m3

50

50

20

20

10

Kohlenmonoxid (CO)

mg/m3

1000

500

500

250

150

Für Holzbrennstoffe nach Anh. 5 Ziff. 31 Abs. 1 Bst. c oder d Ziffer 2

Feststoffe insgesamt

mg/m3

50

50

20

20

10

Kohlenmonoxid (CO)

mg/m3

1000

500

500

250

150

Stickoxide (NOx), angegeben als Stickstoffdioxid (NO2)

mg/m3

2

2

2

2

150

Gasförmige organische Stoffe, angegeben als Gesamtkohlenstoff

mg/m3

50

Ammoniak und Ammoniumverbin­dungen, angegeben als Ammoniak3

mg/m3

30

30

Hinweise:

Die Angabe eines Strichs in der Tabelle bedeutet, dass weder nach Anhang 3 noch nach
Anhang 1 eine Begrenzung vorgeschrieben ist.
1
Bei ortsfest gesetzten Grundöfen nach der SN EN 15544 (Ortsfest gesetzte Kachelgrundöfen/Putzgrundöfen – Auslegung)88 gelten ungeachtet ihrer Feuerungswärmeleistung die Emissionsbegrenzungen für Feststoffe und CO bis 70 kW.
2
Siehe Stickoxid-Grenzwert Anhang 1 Ziffer 6.
3
Diese Emissionsbegrenzung ist nur für Feuerungsanlagen mit Entstickungseinrichtung von Bedeutung.

2 Die Emissionen von Schwefeloxiden, angegeben als Schwefeldioxid und bezogen auf einen Sauerstoffgehalt im Abgas von 6 %, dürfen folgende Werte nicht überschreiten:

a.
bei Anlagen mit einer Feuerungswärmeleistung von
50 bis 300 MW200 mg/m3
b.
bei Anlagen mit einer Feuerungswärmeleistung über
300 MW150 mg/m3

3 Die Emissionen von Stickoxiden, angegeben als Stickstoffdioxid und bezogen auf einen Sauerstoffgehalt im Abgas von 6 %, dürfen abweichend von Absatz 1 folgende Werte nicht überschreiten:

a.
bei Anlagen mit einer Feuerungswärmeleistung von
100 bis 300 MW200 mg/m3
b.
bei Anlagen mit einer Feuerungswärmeleistung über
300 MW150 mg/m3

4 Die Behörde legt die vorsorglichen Emissionsbegrenzungen für Chlorverbindun­gen und für organische gas-, dampf-, oder partikelförmige Stoffe nach Artikel 4 fest; die Emissionsbegrenzungen für Chlorverbindungen nach Anhang 1 Ziffer 6 sowie die Emissionsbegrenzungen für organische Stoffe nach Anhang 1 Ziffer 7 gelten nicht.

5 Vorbehalten bleiben die besonderen Anforderungen an Feuerungen nach Ziffer 523.

88 Die Norm kann kostenlos eingesehen und gegen Bezahlung bezogen werden bei der Schweizerischen Normen-Vereinigung (SNV), Sulzerallee 70, 8404Winterthur; www.snv.ch.

523 Besondere Anforderungen an Heizkessel

1 Handbeschickte Heizkessel bis 500 kW Nennwärmeleistung müssen mit einem Wärme­speicher eines Volumens von mindestens 12 Litern pro Liter Brennstofffüllraum ausgerüstet werden. Das Volumen darf 55 Liter pro