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Lärmschutz-Verordnung
(LSV)

vom 15. Dezember 1986 (Stand am 1. Juli 2021)

Der Schweizerische Bundesrat,

gestützt auf die Artikel 5, 12 Absatz 2, 13 Absatz 1, 16 Absatz 2, 19, 21
Absatz 2, 23, 39 Absatz 1, 40 und 45 des Umweltschutzgesetzes
vom 7. Oktober 19831 (Gesetz),

verordnet:

1SR 814.01

1. Kapitel: Allgemeine Bestimmungen

Art. 1 Zweck und Geltungsbereich  

1 Die­se Ver­ord­nung soll vor schäd­li­chem und läs­ti­gem Lärm schüt­zen.

2 Sie re­gelt:

a.
die Be­gren­zung von Aus­sen­lär­me­mis­sio­nen, die beim Be­trieb neu­er und bes­te­hen­der An­la­gen nach Ar­ti­kel 7 des Ge­set­zes er­zeugt wer­den;
b.
die Aus­schei­dung und Er­schlies­sung von Bau­zo­nen in lärm­be­las­te­ten Ge­bie­ten;
c.
die Er­tei­lung von Bau­be­wil­li­gun­gen für Ge­bäu­de, die lärm­emp­find­li­che Räu­me ent­hal­ten und in lärm­be­las­te­ten Ge­bie­ten lie­gen;
d.
den Schall­schutz ge­gen Aus­sen- und In­nen­lärm an neu­en Ge­bäu­den mit lärm­emp­find­li­chen Räu­men;
e.
den Schall­schutz ge­gen Aus­sen­lärm an be­ste­hen­den Ge­bäu­den mit lärm­emp­find­li­chen Räu­men;
f.
die Er­mitt­lung von Aus­sen­lärm­im­mis­sio­nen und ih­re Be­ur­tei­lung an­hand von Be­las­tungs­grenz­wer­ten.

3 Sie re­gelt nicht:

a.
den Schutz ge­gen Lärm, der in ei­nem Be­triebsa­re­al er­zeugt wird, so­weit er auf Be­triebs­ge­bäu­de und zu­ge­hö­ri­ge Woh­nun­gen in­ner­halb die­ses Are­als ein­wirkt;
b.
den Schutz ge­gen In­fra- und Ul­tra­schall.

4 ...2

2 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 12. April 2000, mit Wir­kung seit 1. Mai 2000 (AS 20001388).

Art. 2 Begriffe  

1 Orts­fes­te An­la­gen sind Bau­ten, Ver­kehrs­an­la­gen, haus­tech­ni­sche An­la­gen und an­de­re nicht­be­weg­li­che Ein­rich­tun­gen, die beim Be­trieb Aus­sen­lärm er­zeu­gen. Da­zu ge­hö­ren ins­be­son­de­re Stras­sen, Ei­sen­bahn­an­la­gen, Flug­plät­ze, An­la­gen der In­du­s­trie, des Ge­wer­bes und der Land­wirt­schaft, Schiess­an­la­gen so­wie fest ein­ge­rich­te­te mi­li­tä­ri­sche Schiess- und Übungs­plät­ze.

2 Als neue orts­fes­te An­la­gen gel­ten auch orts­fes­te An­la­gen und Bau­ten, de­ren Zweck voll­stän­dig ge­än­dert wird.

3 Emis­si­ons­be­gren­zun­gen sind tech­ni­sche, bau­li­che, be­trieb­li­che, ver­kehrs­len­ken­de, -be­schrän­ken­de oder -be­ru­hi­gen­de Mass­nah­men an An­la­gen so­wie bau­li­che Mass­nah­men auf dem Aus­brei­tungs­weg der Emis­sio­nen. Sie sind ge­eig­net, die Er­zeu­gung oder Aus­brei­tung des Aus­sen­lärms zu ver­hin­dern oder zu ver­rin­gern.

4 Sa­nie­run­gen sind Emis­si­ons­be­gren­zun­gen für be­ste­hen­de orts­fes­te An­la­gen.

5 Be­las­tungs­grenz­wer­te sind Im­mis­si­ons­grenz­wer­te, Pla­nungs­wer­te und Alarm­­wer­te. Sie wer­den nach der Lär­mart, der Ta­ges­zeit und der Lärm­emp­find­lich­keit der zu schüt­zen­den Ge­bäu­de und Ge­bie­te fest­ge­legt.

6 Lärm­emp­find­li­che Räu­me sind:

a.
Räu­me in Woh­nun­gen, aus­ge­nom­men Kü­chen oh­ne Wohnan­teil, Sa­ni­tär­räu­me und Ab­stell­räu­me;
b.
Räu­me in Be­trie­ben, in de­nen sich Per­so­nen re­gel­mäs­sig wäh­rend län­ge­rer Zeit auf­hal­ten, aus­ge­nom­men Räu­me für die Nutz­tier­hal­tung und Räu­me mit er­heb­li­chem Be­triebs­lärm.

2. Kapitel: Fahrzeuge, bewegliche Geräte und Maschinen

1. Abschnitt: Emissionsbegrenzungen bei Fahrzeugen

Art. 3  

1 Die Lär­me­mis­sio­nen von Mo­tor-, Luft-, Was­ser- und Schie­nen­fahr­zeu­gen müs­sen so weit be­grenzt wer­den, als dies tech­nisch und be­trieb­lich mög­lich so­wie wirt­schaft­lich trag­bar ist.

2 Für die Emis­si­ons­be­gren­zun­gen gel­ten die Ge­setz­ge­bun­gen über den Stras­sen­ver­kehr, die Zi­vil­luft­fahrt, die Bin­nen­schiff­fahrt und die Ei­sen­bah­nen, wenn ein Fahr­zeug ei­ner die­ser Ge­setz­ge­bun­gen un­ter­steht.

3 Für die Emis­si­ons­be­gren­zun­gen bei den üb­ri­gen Fahr­zeu­gen gel­ten die Vor­schrif­ten über be­weg­li­che Ge­rä­te und Ma­schi­nen.

2. Abschnitt: Emissionsbegrenzungen bei beweglichen Geräten und Maschinen

Art. 4 Grundsatz  

1 Die Aus­sen­lär­me­mis­sio­nen be­weg­li­cher Ge­rä­te und Ma­schi­nen müs­sen so weit be­grenzt wer­den:

a.
als dies tech­nisch und be­trieb­lich mög­lich so­wie wirt­schaft­lich trag­bar ist; und
b.
dass die be­trof­fe­ne Be­völ­ke­rung in ih­rem Wohl­be­fin­den nicht er­heb­lich ge­stört wird.

2 Die Voll­zugs­be­hör­den ord­nen be­trieb­li­che oder bau­li­che Mass­nah­men oder Mass­nah­men für den fach­ge­rech­ten Un­ter­halt an.

3 Las­sen sich er­heb­lich stö­ren­de Lärm­im­mis­sio­nen, die beim Be­trieb oder Ein­satz mi­li­tä­ri­scher Ge­rä­te, Ma­schi­nen und Waf­fen ver­ur­sacht wer­den, nicht ver­mei­den, so ge­währt die Voll­zugs­be­hör­de Er­leich­te­run­gen.

4 Die Emis­sio­nen von Ge­rä­ten und Ma­schi­nen, die dem Be­trieb ei­ner orts­fes­ten An­la­ge die­nen, wer­den nach den Vor­schrif­ten über orts­fes­te An­la­gen be­grenzt.

Art. 5 Konformitätsbewertung und Kennzeichnung von Geräten und Maschinen 3  

1 Ge­rä­te und Ma­schi­nen, die zur Ver­wen­dung im Frei­en vor­ge­se­hen sind, dür­fen nur nach ei­ner Kon­for­mi­täts­be­wer­tung und Kenn­zeich­nung in Ver­kehr ge­bracht wer­den.

2 Das Eid­ge­nös­si­sche De­par­te­ment für Um­welt, Ver­kehr, Ener­gie und Kom­mu­ni­ka­ti­on (UVEK) legt fest:4

a.
die Ar­ten von Ge­rä­ten und Ma­schi­nen, die der Kon­for­mi­täts­be­wer­tung und Kenn­zeich­nung un­ter­lie­gen;
b.
die An­for­de­run­gen an die vor­sorg­li­che Emis­si­ons­be­gren­zung und an die Kenn­zeich­nung un­ter Be­rück­sich­ti­gung in­ter­na­tio­nal an­er­kann­ter Nor­men;
c.
die Un­ter­la­gen, die für die Kon­for­mi­täts­be­wer­tung ein­ge­reicht wer­den müs­sen;
d.
die mass­ge­ben­den Prüf-, Mess- und Be­rech­nungs­ver­fah­ren;
e.
die nach­träg­li­che Kon­trol­le;
f.
die An­er­ken­nung aus­län­di­scher Prü­f­er­geb­nis­se und Kenn­zeich­nun­gen.

3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 23. Aug. 2006, in Kraft seit 1. Nov. 2006 (AS 20063693).

4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 30. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Aug. 2010 (AS 2010 3223).

Art. 6 Baulärm-Richtlinien  

Das Bun­des­amt für Um­welt5 er­lässt Richt­li­ni­en über bau­li­che und be­trieb­li­che Mass­nah­men zur Be­gren­zung des Bau­lärms.

5 Die Be­zeich­nung der Ver­wal­tungs­ein­heit wur­de in An­wen­dung von Art. 16 Abs. 3 der Pu­bli­ka­ti­ons­ver­ord­nung vom 17. Nov. 2004 (AS 2004 4937) an­ge­passt. Die An­pas­sung wur­de im gan­zen Text vor­ge­nom­men.

3. Kapitel: Neue und geänderte ortsfeste Anlagen

Art. 7 Emissionsbegrenzungen bei neuen ortsfesten Anlagen  

1 Die Lär­me­mis­sio­nen ei­ner neu­en orts­fes­ten An­la­ge müs­sen nach den An­ord­nun­gen der Voll­zugs­be­hör­de so weit be­grenzt wer­den:

a.
als dies tech­nisch und be­trieb­lich mög­lich so­wie wirt­schaft­lich trag­bar ist und
b.
dass die von der An­la­ge al­lein er­zeug­ten Lärm­im­mis­sio­nen die Pla­nungs­wer­te nicht über­schrei­ten.

2 Die Voll­zugs­be­hör­de ge­währt Er­leich­te­run­gen, so­weit die Ein­hal­tung der Pla­nungs­wer­te zu ei­ner un­ver­hält­nis­mäs­si­gen Be­las­tung für die An­la­ge füh­ren wür­de und ein über­wie­gen­des öf­fent­li­ches, na­ment­lich auch raum­pla­ne­ri­sches In­ter­es­se an der An­la­ge be­steht. Die Im­mis­si­ons­grenz­wer­te dür­fen je­doch nicht über­schrit­ten wer­den.6

6Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Ju­ni 1997, in Kraft seit 1. Aug. 1997 (AS 1997 1588).

Art. 8 Emissionsbegrenzungen bei geänderten ortsfesten Anlagen  

1 Wirdei­ne be­ste­hen­de orts­fes­te An­la­ge ge­än­dert, so müs­sen die Lär­me­mis­sio­nen der neu­en oder ge­än­der­ten An­la­ge­tei­le nach den An­ord­nun­gen der Voll­zugs­be­hör­de so weit be­grenzt wer­den, als dies tech­nisch und be­trieb­lich mög­lich so­wie wirt­schaft­lich trag­bar ist.7

2 Wird die An­la­ge we­sent­lich ge­än­dert, so müs­sen die Lär­me­mis­sio­nen der ge­sam­ten An­la­ge min­des­tens so weit be­grenzt wer­den, dass die Im­mis­si­ons­grenz­wer­te nicht über­schrit­ten wer­den.

3 Als we­sent­li­che Än­de­run­gen orts­fes­ter An­la­gen gel­ten Um­bau­ten, Er­wei­te­run­gen und vom In­ha­ber der An­la­ge ver­ur­sach­te Än­de­run­gen des Be­triebs, wenn zu er­war­ten ist, dass die An­la­ge selbst oder die Mehr­be­an­spru­chung be­ste­hen­der Ver­kehr­s­an­la­gen wahr­nehm­bar stär­ke­re Lärm­im­mis­sio­nen er­zeu­gen. Der Wie­der­auf­bau von An­la­gen gilt in je­dem Fall als we­sent­li­che Än­de­rung.

4 Wird ei­ne neue orts­fes­te An­la­ge ge­än­dert, so gilt Ar­ti­kel 7.8

7 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 30. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Aug. 2010 (AS 2010 3223).

8Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Ju­ni 1997, in Kraft seit 1. Aug. 1997 (AS 1997 1588).

Art. 9 Mehrbeanspruchung von Verkehrsanlagen  

Der Be­trieb neu­er oder we­sent­lich ge­än­der­ter orts­fes­ter An­la­gen darf nicht da­zu füh­ren, dass:

a.
durch die Mehr­be­an­spru­chung ei­ner Ver­kehrs­an­la­ge die Im­mis­si­ons­grenz­wer­te über­schrit­ten wer­den oder
b.
durch die Mehr­be­an­spru­chung ei­ner sa­nie­rungs­be­dürf­ti­gen Ver­kehrs­an­la­ge wahr­nehm­bar stär­ke­re Lärm­im­mis­sio­nen er­zeugt wer­den.
Art. 10 Schallschutzmassnahmen an bestehenden Gebäuden  

1 Kön­nen bei neu­en oder we­sent­lich ge­än­der­ten öf­fent­li­chen oder kon­zes­sio­nier­ten orts­fes­ten An­la­gen die An­for­de­run­gen nach den Ar­ti­keln 7 Ab­satz 2 und 8 Ab­satz 2 oder nach Ar­ti­kel 9 nicht ein­ge­hal­ten wer­den, so ver­pflich­tet die Voll­zugs­be­hör­de die Ei­gen­tü­mer der lärm­be­las­te­ten be­ste­hen­den Ge­bäu­de, die Fens­ter lärmemp­find­li­cher Räu­me nach An­hang 1 ge­gen Schall zu däm­men.

2 Die Ge­bäu­de­ei­gen­tü­mer kön­nen mit Zu­stim­mung der Voll­zugs­be­hör­de am Ge­bäu­de an­de­re bau­li­che Schall­schutz­mass­nah­men tref­fen, wenn die­se den Lärm im In­nern der Räu­me im glei­chen Mass ver­rin­gern.

3 Schall­schutz­mass­nah­men müs­sen nicht ge­trof­fen wer­den, wenn:

a.
sie kei­ne wahr­nehm­ba­re Ver­rin­ge­rung des Lärms im Ge­bäu­de er­war­ten las­sen;
b.
über­wie­gen­de In­ter­es­sen des Orts­bild­schut­zes oder der Denk­mal­pfle­ge ent­ge­gen­ste­hen;
c.
das Ge­bäu­de vor­aus­sicht­lich in­ner­halb von drei Jah­ren nach In­be­trieb­nah­me der neu­en oder ge­än­der­ten An­la­ge ab­ge­bro­chen wird oder die be­trof­fe­nen Räu­me in­ner­halb die­ser Frist ei­ner lär­mun­emp­find­li­chen Nut­zung zu­ge­führt wer­den.
Art. 11 Kosten  

1 Der In­ha­ber der neu­en oder we­sent­lich ge­än­der­ten An­la­ge trägt die Kos­ten für die Be­gren­zung der Emis­sio­nen, die sei­ne An­la­ge ver­ur­sacht.

2 Muss der Ge­bäu­de­ei­gen­tü­mer Schall­schutz­mass­nah­men nach Ar­ti­kel 10 Ab­satz 1 tref­fen, so trägt der In­ha­ber der An­la­ge über­dies die aus­ge­wie­se­nen orts­üb­li­chen Kos­ten für:

a.
die Pro­jek­tie­rung und Bau­lei­tung;
b.
die nach An­hang 1 not­wen­di­ge Schall­däm­mung der Fens­ter und die hie­für not­wen­di­gen An­pas­sungs­ar­bei­ten;
c.
die Fi­nan­zie­rung, wenn er trotz Auf­for­de­rung des Ge­bäu­de­ei­gen­tü­mers kei­nen Vor­schuss ge­leis­tet hat;
d.
all­fäl­li­ge Ge­büh­ren.

3 Muss der Ge­bäu­de­ei­gen­tü­mer Schall­schutz­mass­nah­men nach Ar­ti­kel 10 Ab­satz 2 tref­fen, so trägt der In­ha­ber der An­la­ge die aus­ge­wie­se­nen orts­üb­li­chen Kos­ten, so­weit sie die nach Ab­satz 2 nicht über­stei­gen. Die üb­ri­gen Kos­ten trägt der Ge­bäu­de­ei­gen­tü­mer.

4 Müs­sen Emis­si­ons­be­gren­zun­gen oder Schall­schutz­mass­nah­men we­gen des Lärms meh­re­rer An­la­gen ge­trof­fen wer­den, so wer­den die Kos­ten ent­spre­chend den An­tei­len der An­la­gen an den Lärm­im­mis­sio­nen auf­ge­teilt.

5 Die Kos­ten für den Un­ter­halt und die Er­neue­rung der Schall­schutz­mass­nah­men trägt der Ge­bäu­de­ei­gen­tü­mer.

Art. 12 Kontrollen  

Die Voll­zugs­be­hör­de kon­trol­liert spä­tes­tens ein Jahr nach der In­be­trieb­nah­me der neu­en oder ge­än­der­ten An­la­ge, ob die an­ge­ord­ne­ten Emis­si­ons­be­gren­zun­gen und Schall­schutz­mass­nah­men ge­trof­fen sind. In Zwei­fels­fäl­len prüft sie die Wirk­sam­keit der Mass­nah­men.

4. Kapitel: Bestehende ortsfeste Anlagen

1. Abschnitt: Sanierungen und Schallschutzmassnahmen

Art. 13 Sanierungen  

1 Bei orts­fes­ten An­la­gen, die we­sent­lich zur Über­schrei­tung der Im­mis­si­ons­grenz­wer­te bei­tra­gen, ord­net die Voll­zugs­be­hör­de nach An­hö­ren der In­ha­ber der An­la­gen die not­wen­di­gen Sa­nie­run­gen an.

2 Die An­la­gen müs­sen so weit sa­niert wer­den:

a.
als dies tech­nisch und be­trieb­lich mög­lich so­wie wirt­schaft­lich trag­bar ist; und
b.
dass die Im­mis­si­ons­grenz­wer­te nicht über­schrit­ten wer­den.

3 Ste­hen kei­ne über­wie­gen­den In­ter­es­sen ent­ge­gen, so gibt die Voll­zugs­be­hör­de den Mass­nah­men, wel­che die Lär­mer­zeu­gung ver­hin­dern oder ver­rin­gern, den Vor­zug ge­gen­über Mass­nah­men, die le­dig­lich die Lär­m­aus­brei­tung ver­hin­dern oder ver­rin­gern.

4 Sa­nie­run­gen müs­sen nicht ge­trof­fen wer­den, wenn:

a.
die Im­mis­si­ons­grenz­wer­te nur in noch nicht er­schlos­se­nen Bau­zo­nen über­schrit­ten sind;
b.
auf­grund des kan­to­na­len Bau- und Pla­nungs­rechts am Ort der Lärm­im­mis­sio­nen pla­ne­ri­sche, ge­stal­te­ri­sche oder bau­li­che Mass­nah­men ge­trof­fen wer­den, mit de­nen die Im­mis­si­ons­grenz­wer­te bis zum Ab­lauf der fest­ge­setz­ten Fris­ten (Art. 17) ein­ge­hal­ten wer­den kön­nen.
Art. 14 Erleichterungen bei Sanierungen  

1 Die Voll­zugs­be­hör­de ge­währt Er­leich­te­run­gen, so­weit:

a.
die Sa­nie­rung un­ver­hält­nis­mäs­si­ge Be­trieb­sein­schrän­kun­gen oder Kos­ten ver­ur­sa­chen wür­de;
b.
über­wie­gen­de In­ter­es­sen na­ment­lich des Orts­bild‑, Na­tur- und Land­schafts­schut­zes, der Ver­kehrs- und Be­triebs­si­cher­heit so­wie der Ge­samt­ver­tei­di­gung der Sa­nie­rung ent­ge­gen­ste­hen.

2 Die Alarm­wer­te dür­fen je­doch bei pri­va­ten, nicht kon­zes­sio­nier­ten An­la­gen nicht über­schrit­ten wer­den.

Art. 15 Schallschutzmassnahmen an bestehenden Gebäuden  

1 Kön­nen bei öf­fent­li­chen oder kon­zes­sio­nier­ten orts­fes­ten An­la­gen we­gen ge­währ­ten Er­leich­te­run­gen die Alarm­wer­te nicht ein­ge­hal­ten wer­den, so ver­pflich­tet die Voll­zugs­be­hör­de die Ei­gen­tü­mer der lärm­be­las­te­ten be­ste­hen­den Ge­bäu­de, die Fens­ter lärm­emp­find­li­cher Räu­me nach An­hang 1 ge­gen Schall zu däm­men.

2 Die Ge­bäu­de­ei­gen­tü­mer kön­nen mit Zu­stim­mung der Voll­zugs­be­hör­de am Ge­bäu­de an­de­re bau­li­che Schall­schutz­mass­nah­men tref­fen, wenn die­se den Lärm im In­nern der Räu­me im glei­chen Mass ver­rin­gern.

3 Schall­schutz­mass­nah­men müs­sen nicht ge­trof­fen wer­den, wenn:

a.
sie kei­ne wahr­nehm­ba­re Ver­rin­ge­rung des Lärms im Ge­bäu­de er­war­ten las­sen;
b.
über­wie­gen­de In­ter­es­sen des Orts­bild­schut­zes oder der Denk­mal­pfle­ge ent­ge­gen­ste­hen;
c.
das Ge­bäu­de vor­aus­sicht­lich in­ner­halb von drei Jah­ren nach Zu­stel­lung der Ver­fü­gung über die zu tref­fen­den Schall­schutz­mass­nah­men ab­ge­bro­chen wird oder die be­trof­fe­nen Räu­me in­ner­halb die­ser Frist ei­ner lär­mun­emp­find­li­chen Nut­zung zu­ge­führt wer­den.
Art. 16 Kosten  

1 Der In­ha­ber der An­la­ge trägt die Kos­ten für die Sa­nie­rung sei­ner An­la­ge.

2 Der In­ha­ber ei­ner öf­fent­li­chen oder kon­zes­sio­nier­ten An­la­ge trägt über­dies die Kos­ten nach Ar­ti­kel 11 für die Schall­schutz­mass­nah­men an be­ste­hen­den Ge­bäu­den, wenn er sich nicht nach Ar­ti­kel 20 Ab­satz 2 des Ge­set­zes von der Über­nah­me der Kos­ten be­frei­en kann.

3 Müs­sen Sa­nie­run­gen oder Schall­schutz­mass­nah­men we­gen des Lärms meh­re­rer An­la­gen ge­trof­fen wer­den, so wer­den die Kos­ten ent­spre­chend den An­tei­len der An­la­gen an den Lärm­im­mis­sio­nen auf­ge­teilt.

4 Die Kos­ten für den Un­ter­halt und die Er­neue­rung der Schall­schutz­mass­nah­men trägt der Ge­bäu­de­ei­gen­tü­mer.

Art. 17 Fristen  

1 Die Voll­zugs­be­hör­de setzt die Fris­ten für Sa­nie­run­gen und Schall­schutz­mass­nah­men nach de­ren Dring­lich­keit fest.

2 Für die Be­ur­tei­lung der Dring­lich­keit sind mass­ge­bend:

a.
das Aus­mass der Über­schrei­tung der Im­mis­si­ons­grenz­wer­te;
b.
die An­zahl der vom Lärm be­trof­fe­nen Per­so­nen;
c.
das Ver­hält­nis von Kos­ten und Nut­zen.

3 Die Sa­nie­run­gen und Schall­schutz­mass­nah­men müs­sen spä­tes­tens 15 Jah­re nach In­kraft­tre­ten die­ser Ver­ord­nung durch­ge­führt sein.

4 Für die Durch­füh­rung von Sa­nie­run­gen und Schall­schutz­mass­nah­men bei Stras­sen wird die Frist (Abs. 3) ver­län­gert:

a.
bei Na­tio­nal­stras­sen bis zum 31. März 2015;
b.
bei Haupt­stras­sen nach Ar­ti­kel 12 des Bun­des­ge­set­zes vom 22. März 19859 über die Ver­wen­dung der zweck­ge­bun­de­nen Mi­ne­ral­öl­steu­er (MinVG) und für üb­ri­ge Stras­sen bis zum 31. März 2018.10

5 Für die Durch­füh­rung von Sa­nie­run­gen und Schall­schutz­mass­nah­men bei Ei­sen­bahn­an­la­gen gel­ten die Fris­ten des Bun­des­ge­set­zes vom 24. März 200011 über die Lärm­sa­nie­rung der Ei­sen­bah­nen.12

6 Die Sa­nie­run­gen und Schall­schutz­mass­nah­men müs­sen durch­ge­führt sein:

a.
bei Mi­li­tär­flug­plät­zen: am 31. Ju­li 2020;
b.
bei zi­vi­len Flug­plät­zen, auf de­nen Gross­flug­zeu­ge ver­keh­ren: am 31. Mai 2016;
c.
bei zi­vi­len Schiess­an­la­gen, die auf­grund der Än­de­rung vom 23. Au­gust 200613 von An­hang 7 sa­nie­rungs­pflich­tig wur­den: am 1. No­vem­ber 2016;
d.
bei mi­li­tä­ri­schen Waf­fen-, Schiess- und Übungs­plät­zen: am 31. Ju­li 2025.14

9 SR 725.116.2

10 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 1. Sept. 2004, in Kraft seit 1. Okt. 2004 (AS 2004 4167).

11 SR 742.144

12 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 1. Sept. 2004, in Kraft seit 1. Okt. 2004 (AS 2004 4167).

13 AS 2006 3693

14 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 23. Aug. 2006 (AS 20063693). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 30. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Aug. 2010 (AS 2010 3223).

Art. 18 Kontrollen  

Die Voll­zugs­be­hör­de kon­trol­liert spä­tes­tens ein Jahr nach der Durch­füh­rung der Sa­nie­run­gen und Schall­schutz­mass­nah­men, ob die­se den an­ge­ord­ne­ten Mass­nah­men ent­spre­chen. In Zwei­fels­fäl­len prüft sie die Wirk­sam­keit der Mass­nah­men.

Art. 1915  

15 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 1. Sept. 2004, mit Wir­kung seit 1. Okt. 2004 (AS 2004 4167).

Art. 20 Periodische Erhebungen 16  

1 Das Bun­des­amt für Um­welt führt bei den Voll­zugs­be­hör­den pe­ri­odisch Er­he­bun­gen über den Stand der Sa­nie­run­gen und Schall­schutz­mass­nah­men durch, na­ment­lich bei Stras­sen, Ei­sen­bahn­an­la­gen, Flug­plät­zen, Schiess­an­la­gen so­wie mi­li­tä­ri­schen Schiess- und Übungs­plät­zen.

2 Für Stras­sen ver­langt es von den Voll­zugs­be­hör­den jähr­lich ins­be­son­de­re die fol­gen­den, bis zum 31. März ein­zu­rei­chen­den Un­ter­la­gen:

a.
ei­ne Über­sicht über:
1.
die sa­nie­rungs­be­dürf­ti­gen Stras­sen oder Stras­sen­ab­schnit­te,
2.
die Zeiträu­me, in de­nen die­se Stras­sen und Stras­sen­ab­schnit­te sa­niert wer­den,
3.
die ge­sam­ten Kos­ten die­ser Sa­nie­run­gen und Schall­schutz­mass­nah­men, und
4.
die An­zahl Per­so­nen, die von über den Im­mis­si­ons­grenz­wer­ten und Alarm­wer­ten lie­gen­den Lärm­im­mis­sio­nen be­trof­fen ist;
b.
einen Be­richt über:
1.
die im vor­an­ge­gan­ge­nen Jahr durch­ge­führ­ten Sa­nie­run­gen von Stras­sen oder Stras­sen­ab­schnit­ten und die Schall­schutz­mass­nah­men, und
2.
die Wirk­sam­keit und die Kos­ten die­ser Sa­nie­run­gen und Schall­schutz­mass­nah­men.

3 Für Na­tio­nal­stras­sen ver­langt es die An­ga­ben nach Ab­satz 2 vom Bun­des­amt für Stras­sen. Für die Haupt­stras­sen und die üb­ri­gen Stras­sen ver­langt es die­se An­ga­ben von den Kan­to­nen. Die An­ga­ben sind nach den Vor­ga­ben des Bun­des­amts für Um­welt ein­zu­rei­chen.

4 Das Bun­des­amt für Um­welt be­ur­teilt die An­ga­ben ins­be­son­de­re in Be­zug auf den Sa­nie­rungs­fort­schritt so­wie auf Kos­ten und Wirk­sam­keit der Mass­nah­men. Es teilt den Voll­zugs­be­hör­den die Er­geb­nis­se mit und ver­öf­fent­licht sie.

16 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 14 der V vom 7. Nov. 2007 über die Neu­ge­stal­tung des Fi­nanz­aus­gleichs und die Auf­ga­ben­tei­lung zwi­schen Bund und Kan­to­nen, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5823).

2. Abschnitt: Bundesbeiträge für Sanierungen und Schallschutzmassnahmen bei bestehenden Hauptstrassen und übrigen Strassen17

17 Fassung gemäss Ziff. I 14 der V vom 7. Nov. 2007 über die Neugestaltung des Finanz­ausgleichs und die Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5823).

Art. 21 Beitragsberechtigung  

1 Der Bund ge­währt Bei­trä­ge für Sa­nie­run­gen und Schall­schutz­mass­nah­men an be­ste­hen­den Ge­bäu­den bei:18

a.
Haupt­stras­sen nach Ar­ti­kel 12 MinVG19;
b.
üb­ri­gen Stras­sen.

2 Die Bei­trä­ge nach Ab­satz 1 Buch­sta­be a sind Be­stand­teil der Glo­bal­bei­trä­ge ge­mä­ss Ar­ti­kel 13 MinVG. Die Bei­trä­ge nach Ab­satz 1 Buch­sta­be b wer­den glo­bal für die in Pro­gramm­ver­ein­ba­run­gen mit den Kan­to­nen fest­ge­leg­ten Stre­cken ge­währt.

3 ...20

18 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Fe­br. 2018, in Kraft seit 1. April 2018 (AS 2018 965).

19 SR 725.116.2

20 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 21. Fe­br. 2018 (AS 2018 965). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 12. Mai 2021, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2021 (AS 2021 293).

Art. 22 Gesuch  

1 Der Kan­ton reicht das Ge­such um Bei­trä­ge für Sa­nie­run­gen und Schall­schutz­mass­nah­men bei Stras­sen nach Ar­ti­kel 21 Ab­satz 1 Buch­sta­be b beim Bun­des­amt für Um­welt ein.

2 Das Ge­such muss ins­be­son­de­re An­ga­ben ent­hal­ten über:

a.
die wäh­rend der Pro­gramm­ver­ein­ba­rungs­dau­er zu sa­nie­ren­den Stras­sen oder Stras­sen­ab­schnit­te;
b.
die vor­ge­se­he­nen Sa­nie­rungs- und Schall­schutz­mass­nah­men und de­ren Kos­ten;
c.
die zu er­zie­len­de Wirk­sam­keit die­ser Mass­nah­men.
Art. 23 Programmvereinbarung  

1 Das Bun­des­amt für Um­welt schliesst die Pro­gramm­ver­ein­ba­rung mit der zu­stän­di­gen kan­to­na­len Be­hör­de ab.

2 Ge­gen­stand der Pro­gramm­ver­ein­ba­rung sind ins­be­son­de­re:

a.
die zu sa­nie­ren­den Stras­sen- oder Stras­sen­ab­schnit­te;
b.
die Bei­trags­leis­tung des Bun­des;
c.
das Con­trol­ling.

3 Die Dau­er der Pro­gramm­ver­ein­ba­rung be­trägt vier Jah­re; in be­grün­de­ten Fäl­len kann ei­ne län­ge­re oder kür­ze­re Dau­er ver­ein­bart wer­den.21

4 Das Bun­des­amt für Um­welt er­lässt Richt­li­ni­en über das Vor­ge­hen bei Pro­gramm­ver­ein­ba­run­gen so­wie über die An­ga­ben und Un­ter­la­gen zu den Ge­gen­stän­den der Pro­gramm­ver­ein­ba­rung.

21 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Fe­br. 2018, in Kraft seit 1. April 2018 (AS 2018 965).

Art. 24 Beitragsbemessung  

1 Die Hö­he der Bei­trä­ge für Sa­nie­run­gen rich­tet sich nach:

a.
der An­zahl Per­so­nen, die durch die­se Mass­nah­men ge­schützt wer­den; und
b.
der Re­duk­ti­on der Lärm­be­las­tung.

2 Für Schall­schutz­mass­nah­men an be­ste­hen­den Ge­bäu­den wer­den 400 Fran­ken pro Schall­schutz­fens­ter oder an­de­re bau­li­che, in ih­rer Wir­kung gleich­wer­ti­ge Schall­schutz­mass­nah­me ge­währt.

3 Die Hö­he der Bei­trä­ge wird zwi­schen Bund und Kan­ton aus­ge­han­delt.

Art. 24a und 24b  

Auf­ge­ho­ben

Art. 25 Auszahlung  

Glo­ba­le Bei­trä­ge wer­den in Tran­chen aus­be­zahlt.

Art. 26 Berichterstattung und Kontrolle  

1 Der Kan­ton er­stat­tet dem Bun­des­amt für Um­welt jähr­lich Be­richt über die Ver­wen­dung der Bei­trä­ge.

2 Das Bun­des­amt für Um­welt kon­trol­liert stich­pro­ben­wei­se:

a.
die Aus­füh­rung ein­zel­ner Mass­nah­men ge­mä­ss den Pro­gramm­zie­len;
b.
die Ver­wen­dung der aus­be­zahl­ten Bei­trä­ge.
Art. 27 Mangelhafte Erfüllung und Zweckentfremdung  

1 Das Bun­des­amt für Um­welt hält die Tran­chen­zah­lun­gen wäh­rend der Pro­gramm­dau­er ganz oder teil­wei­se zu­rück, wenn der Kan­ton:

a.
sei­ner Be­richt­er­stat­tungs­pflicht (Art. 26 Abs. 1) nicht nach­kommt;
b.
ei­ne er­heb­li­che Stö­rung sei­ner Leis­tung schuld­haft ver­ur­sacht.

2 Stellt sich nach der Pro­gramm­dau­er her­aus, dass die Leis­tung man­gel­haft ist, so ver­langt das Bun­des­amt für Um­welt vom Kan­ton Nach­bes­se­rung; es setzt ihm da­für ei­ne an­ge­mes­se­ne Frist.

3 Wer­den An­la­gen, an die Bei­trä­ge ge­leis­tet wur­den, ih­rem Zweck ent­frem­det, so kann das Bun­des­amt für Um­welt vom Kan­ton ver­lan­gen, dass er in­ner­halb ei­ner an­ge­mes­se­nen Frist die Un­ter­las­sung oder Rück­gän­gig­ma­chung der Zweck­ent­frem­dung er­wirkt.

4 Wer­den die Män­gel nicht be­ho­ben oder wird die Zweck­ent­frem­dung nicht un­ter­las­sen oder nicht rück­gän­gig ge­macht, so rich­tet sich die Rück­for­de­rung nach den Ar­ti­keln 28 und 29 des Sub­ven­ti­ons­ge­set­zes vom 5. Ok­to­ber 199022.

Art. 28  

Auf­ge­ho­ben

5. Kapitel: Anforderungen an Bauzonen und Baubewilligungen in lärmbelasteten Gebieten

Art. 29 Ausscheidung neuer Bauzonen und neuer Zonen mit erhöhtem Lärmschutzbedürfnis  

1 Neue Bau­zo­nen für Ge­bäu­de mit lärm­emp­find­li­chen Räu­men und neue nicht über­bau­ba­re Zo­nen mit er­höh­tem Lärm­schutz­be­dürf­nis dür­fen nur in Ge­bie­ten aus­ge­schie­den wer­den, in de­nen die Lärm­im­mis­sio­nen die Pla­nungs­wer­te nicht über­schrei­ten oder in de­nen die­se Wer­te durch pla­ne­ri­sche, ge­stal­te­ri­sche oder bau­li­che Mass­nah­men ein­ge­hal­ten wer­den kön­nen.

2 ...23

23Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 16. Ju­ni 1997, mit Wir­kung seit 1. Aug. 1997 (AS 1997 1588).

Art. 30 Erschliessung von Bauzonen 24  

Die Bau­zo­nen für Ge­bäu­de mit lärm­emp­find­li­chen Räu­men, die bei In­kraft­tre­ten des Ge­set­zes noch nicht er­schlos­sen wa­ren, dür­fen nur so weit er­schlos­sen wer­den, als die Pla­nungs­wer­te ein­ge­hal­ten sind oder durch ei­ne Än­de­rung der Nut­zungs­art oder durch pla­ne­ri­sche, ge­stal­te­ri­sche oder bau­li­che Mass­nah­men ein­ge­hal­ten wer­den kön­nen. Die Voll­zugs­be­hör­de kann für klei­ne Tei­le von Bau­zo­nen Aus­nah­men ge­stat­ten.

24 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 30. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Aug. 2010 (AS 2010 3223).

Art. 31 Baubewilligungen in lärmbelasteten Gebieten  

1 Sind die Im­mis­si­ons­grenz­wer­te über­schrit­ten, so dür­fen Neu­bau­ten und we­sent­li­che Än­de­run­gen von Ge­bäu­den mit lärm­emp­find­li­chen Räu­men nur be­wil­ligt wer­den, wenn die­se Wer­te ein­ge­hal­ten wer­den kön­nen:

a.
durch die An­ord­nung der lärm­emp­find­li­chen Räu­me auf der dem Lärm ab­ge­wand­ten Sei­te des Ge­bäu­des; oder
b.
durch bau­li­che oder ge­stal­te­ri­sche Mass­nah­men, die das Ge­bäu­de ge­gen Lärm ab­schir­men.25

2 Kön­nen die Im­mis­si­ons­grenz­wer­te durch Mass­nah­men nach Ab­satz 1 nicht ein­ge­hal­ten wer­den, so darf die Bau­be­wil­li­gung nur er­teilt wer­den, wenn an der Er­rich­tung des Ge­bäu­des ein über­wie­gen­des In­ter­es­se be­steht und die kan­to­na­le Be­hör­de zu­stimmt.

3 Die Grund­ei­gen­tü­mer tra­gen die Kos­ten für die Mass­nah­men.

25Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Ju­ni 1997, in Kraft seit 1. Aug. 1997 (AS 1997 1588).

Art. 31a Besondere Bestimmungen bei Flughäfen mit Verkehr von Grossflugzeugen 26  

1 Bei Flug­hä­fen, auf de­nen Gross­flug­zeu­ge ver­keh­ren, gel­ten die Pla­nungs- und Im­mis­si­ons­grenz­wer­te nach An­hang 5 Zif­fer 222 für die Nacht­stun­den als ein­ge­hal­ten, wenn:

a.
zwi­schen 24 und 06 Uhr kein Flug­be­trieb vor­ge­se­hen ist;
b.
die lärm­emp­find­li­chen Räu­me min­des­tens ge­mä­ss den er­höh­ten An­for­de­run­gen an den Schall­schutz nach der SIA-Norm 181 vom 1. Ju­ni 200627 des Schwei­ze­ri­schen In­ge­nieur- und Ar­chi­tek­ten-Ver­eins ge­gen Aus­sen- und In­nen­lärm ge­schützt sind; und
c.
die Schlafräu­me:
1.
über ein Fens­ter ver­fü­gen, das sich in der Zeit von 22–24 Uhr au­to­ma­tisch schliesst und in den üb­ri­gen Zei­ten au­to­ma­tisch öff­nen lässt, und
2.
so er­stellt wer­den, dass ein an­ge­mes­se­nes Raum­kli­ma ge­währ­leis­tet wird.

2 Bei der Aus­schei­dung oder Er­schlies­sung von Bau­zo­nen sorgt die zu­stän­di­ge Be­hör­de da­für, dass die An­for­de­run­gen ge­mä­ss Ab­satz 1 Buch­sta­ben b und c grund­ei­gen­tü­mer­ver­bind­lich fest­ge­hal­ten wer­den.

3 Das Bun­des­amt für Um­welt kann Emp­feh­lun­gen zum Voll­zug von Ab­satz 1 Buch­sta­be c er­las­sen. Es be­rück­sich­tigt da­bei die mass­ge­ben­den tech­ni­schen Nor­men.

26 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 28. Nov. 2014, in Kraft seit 2. Fe­br. 2015 (AS 2014 4501).

27 Die auf­ge­führ­te Norm kann beim Schwei­ze­ri­schen In­ge­nieur- und Ar­chi­tek­ten-Ver­ein (SIA), Sel­naustras­se 16, 8027Zü­rich, kos­ten­los ein­ge­se­hen oder un­ter www.sia.ch ge­gen Be­zah­lung be­zo­gen wer­den.

6. Kapitel: Schallschutz an neuen Gebäuden

Art. 32 Anforderungen  

1 Der Bau­herr ei­nes neu­en Ge­bäu­des sorgt da­für, dass der Schall­schutz bei Aus­sen­bau­tei­len und Trenn­bau­tei­len lärm­emp­find­li­cher Räu­me so­wie bei Trep­pen und haus­tech­ni­schen An­la­gen den an­er­kann­ten Re­geln der Bau­kun­de ent­spricht. Als sol­che gel­ten beim Lärm der zi­vi­len Flug­plät­ze mit Ver­kehr von Gross­flug­zeu­gen ins­be­son­de­re die er­höh­ten An­for­de­run­gen und beim Lärm der üb­ri­gen orts­fes­ten An­la­gen ins­be­son­de­re die Min­dest­an­for­de­run­gen nach der SIA-Norm 181 des Schwei­ze­ri­schen In­ge­nieur- und Ar­chi­tek­ten-Ver­eins.28

2 Sind zwar die Im­mis­si­ons­grenz­wer­te über­schrit­ten, je­doch die Vor­aus­set­zun­gen nach Ar­ti­kel 31 Ab­satz 2 für die Er­tei­lung der Bau­be­wil­li­gung er­füllt, so ver­schärft die Voll­zugs­be­hör­de die An­for­de­run­gen an die Schall­däm­mung der Aus­sen­bau­tei­le an­ge­mes­sen.

3 Die An­for­de­run­gen gel­ten auch für Aus­sen­bau­tei­le, Trenn­bau­tei­le, Trep­pen und haus­tech­ni­sche An­la­gen, die um­ge­baut, er­setzt oder neu ein­ge­baut wer­den. Die Voll­zugs­be­hör­de ge­währt auf Ge­such hin Er­leich­te­run­gen, wenn die Ein­hal­tung der An­for­de­run­gen un­ver­hält­nis­mäs­sig ist.

28 Fas­sung des zwei­ten Sat­zes ge­mä­ss Ziff. I der V vom 12. April 2000, in Kraft seit 1. Mai 2000 (AS 20001388).

Art. 33 Aussen- und Trennbauteile, haustechnische Anlagen  

1 Aus­sen­bau­tei­le gren­zen einen Raum ge­gen aus­sen ab (z. B. Fens­ter, Aus­sen­tü­ren, Aus­sen­wän­de, Dä­cher).

2 Trenn­bau­tei­le gren­zen Räu­me ver­schie­de­ner Nut­zungs­ein­hei­ten wie z. B. Woh­nun­gen ge­gen­ein­an­der ab (z.B. In­nen­wän­de, De­cken, Tü­ren).

3 Haus­tech­ni­sche An­la­gen sind mit ei­nem Ge­bäu­de fest ver­bun­de­ne An­la­gen wie Hei­zungs-, Lüf­tungs-, Ver­sor­gungs- und Ent­sor­gungs­an­la­gen, Auf­zü­ge oder Wasch­ma­schi­nen.

Art. 34 Baugesuch  

1 Der Bau­herr muss im Bau­ge­such an­ge­ben:

a.
die Aus­sen­lärm­be­las­tung, so­fern die Im­mis­si­ons­grenz­wer­te über­schrit­ten sind;
b.
die Nut­zung der Räu­me;
c.
die Aus­sen­bau­tei­le und Trenn­bau­tei­le lärm­emp­find­li­cher Räu­me.

2 Bei Bau­vor­ha­ben in Ge­bie­ten, in de­nen die Im­mis­si­ons­grenz­wer­te über­schrit­ten sind, kann die Voll­zugs­be­hör­de An­ga­ben über die Schall­däm­mung der Aus­sen­bau­tei­le ver­lan­gen.

Art. 35 Kontrollen  

Nach Ab­schluss der Bau­ar­bei­ten prüft die Voll­zugs­be­hör­de durch Stich­pro­ben, ob die Schall­schutz­mass­nah­men die An­for­de­run­gen er­fül­len. In Zwei­fels­fäl­len muss sie die Prü­fung vor­neh­men.

7. Kapitel: Ermittlung, Beurteilung und Kontrolle der Aussenlärmimmissionen ortsfester Anlagen 29

29 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 1. Sept. 2004, in Kraft seit 1. Okt. 2004 (AS 2004 4167).

1. Abschnitt: Ermittlung

Art. 36 Ermittlungspflicht 30  

1 Die Voll­zugs­be­hör­de er­mit­telt die Aus­sen­lärm­im­mis­sio­nen orts­fes­ter An­la­gen oder ord­net de­ren Er­mitt­lung an, wenn sie Grund zur An­nah­me hat, dass die mass­ge­ben­den Be­las­tungs­grenz­wer­te über­schrit­ten sind oder ih­re Über­schrei­tung zu er­war­ten ist.

2 Sie be­rück­sich­tigt da­bei die Zu- oder Ab­nah­me der Lärm­im­mis­sio­nen, die zu er­war­ten ist we­gen:

a.
der Er­rich­tung, Än­de­rung oder Sa­nie­rung orts­fes­ter An­la­gen, ins­be­son­de­re wenn ent­spre­chen­de Pro­jek­te im Zeit­punkt der Er­mitt­lung be­reits be­wil­ligt oder öf­fent­lich auf­ge­legt wor­den sind; und
b.
der Er­rich­tung, der Än­de­rung oder dem Ab­bruch an­de­rer Bau­ten, wenn die Pro­jek­te im Zeit­punkt der Er­mitt­lung be­reits öf­fent­lich auf­ge­legt sind.

3 ...31

30 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 1. Sept. 2004, in Kraft seit 1. Okt. 2004 (AS 2004 4167).

31 Auf­ge­ho­ben durch Art. 15 der V vom 4. Dez. 2015 über die Lärm­sa­nie­rung der Ei­sen­bah­nen, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 5691).

Art. 37 Lärmbelastungskataster 32  

1 Bei Stras­sen, Ei­sen­bahn­an­la­gen, Flug­plät­zen und mi­li­tä­ri­schen Waf­fen-, Schiess- und Übungs­plät­zen hält die Voll­zugs­be­hör­de die nach Ar­ti­kel 36 er­mit­tel­ten Lärm­im­mis­sio­nen in je ei­nem Ka­tas­ter fest (Lärm­be­las­tungs­ka­tas­ter).33

2 Die Lärm­be­las­tungs­ka­tas­ter ge­ben an:

a.
die er­mit­tel­te Lärm­be­las­tung;
b.
die an­ge­wen­de­ten Be­rech­nungs­ver­fah­ren;
c.
die Ein­ga­be­da­ten für die Lärm­be­rech­nung;
d.
die in der Nut­zungs­pla­nung fest­ge­leg­te Nut­zung der lärm­be­las­te­ten Ge­bie­te;
e.
die gel­ten­den Emp­find­lich­keits­stu­fen;
f.
die An­la­gen und ih­re Ei­gen­tü­mer;
g.
die An­zahl Per­so­nen, die von über den mass­ge­ben­den Be­las­tungs­grenz­wer­ten lie­gen­den Lärm­im­mis­sio­nen be­trof­fen ist.

3 Die Voll­zugs­be­hör­de sorgt für die Über­prü­fung und Be­rich­ti­gung der Ka­tas­ter.

4 Sie reicht die Lärm­be­las­tungs­ka­tas­ter auf Auf­for­de­rung hin dem Bun­des­amt für Um­welt ein. Die­ses kann Emp­feh­lun­gen für ei­ne ver­gleich­ba­re Er­fas­sung und Dar­stel­lung der Da­ten er­las­sen.

5 Für die Er­mitt­lung der Lärm­im­mis­sio­nen, die der Flug­ha­fen Ba­sel-Mül­hau­sen auf dem Ge­biet der Schweiz er­zeugt, sorgt das Bun­des­amt für Zi­vil­luft­fahrt.

6 Je­de Per­son kann die Lärm­be­las­tungs­ka­tas­ter so weit ein­se­hen, als nicht das Fa­bri­ka­ti­ons- und Ge­schäfts­ge­heim­nis und kei­ne an­de­ren über­wie­gen­den In­ter­es­sen ent­ge­gen­ste­hen.

32 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 1. Sept. 2004, in Kraft seit 1. Okt. 2004 (AS 2004 4167).

33 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 30. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Aug. 2010 (AS 2010 3223).

Art. 37a Festlegen der Lärmimmissionen und Kontrolle 34  

1 Die Voll­zugs­be­hör­de hält in ih­rem Ent­scheid über die Er­stel­lung, Än­de­rung oder Sa­nie­rung ei­ner An­la­ge die zu­läs­si­gen Lärm­im­mis­sio­nen fest.

2 Steht fest oder ist zu er­war­ten, dass die Lärm­im­mis­sio­nen ei­ner An­la­ge von den im Ent­scheid fest­ge­hal­te­nen Im­mis­sio­nen auf Dau­er we­sent­lich ab­wei­chen, so trifft die Voll­zugs­be­hör­de die not­wen­di­gen Mass­nah­men.

3 Das Bun­des­amt für Um­welt kann Emp­feh­lun­gen für ei­ne ver­gleich­ba­re Er­fas­sung und Dar­stel­lung der in die­sen Ent­schei­den fest­ge­hal­te­nen Lärm­im­mis­sio­nen er­las­sen.

34 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 12. April 2000 (AS 20001388). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 1. Sept. 2004, in Kraft seit 1. Okt. 2004 (AS 2004 4167).

Art. 38 Art der Ermittlung  

1 Die Lärm­im­mis­sio­nen wer­den als Be­ur­tei­lungs­pe­gel Lr oder als Ma­xi­mal­pe­gel Lmax an­hand von Be­rech­nun­gen oder Mes­sun­gen er­mit­telt.35

2 Flug­lärm­im­mis­sio­nen wer­den grund­sätz­lich durch Be­rech­nun­gen er­mit­telt. Die Be­rech­nun­gen sind nach dem an­er­kann­ten Stand der Tech­nik durch­zu­füh­ren. Das Bun­des­amt für Um­welt emp­fiehlt ge­eig­ne­te Be­rech­nungs­ver­fah­ren.36

3 Die An­for­de­run­gen an die Be­rech­nungs­ver­fah­ren und Mess­ge­rä­te rich­ten sich nach An­hang 2.37

35 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 1. Sept. 2004, in Kraft seit 1. Okt. 2004 (AS 2004 41674313).

36 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 12. April 2000, in Kraft seit 1. Mai 2000 (AS 20001388).

37 Ur­sprüng­lich Abs. 2.

Art. 39 Ort der Ermittlung  

1 Bei Ge­bäu­den wer­den die Lärm­im­mis­sio­nen in der Mit­te der of­fe­nen Fens­ter lär­memp­find­li­cher Räu­me er­mit­telt. Flug­lärm­im­mis­sio­nen kön­nen auch in der Nä­he der Ge­bäu­de er­mit­telt wer­den.38

2 Im nicht über­bau­ten Ge­biet von Zo­nen mit er­höh­tem Lärm­schutz­be­dürf­nis wer­den die Lärm­im­mis­sio­nen 1,5 m über dem Bo­den er­mit­telt.

3 In noch nicht über­bau­ten Bau­zo­nen wer­den die Lärm­im­mis­sio­nen dort er­mit­telt, wo nach dem Bau- und Pla­nungs­recht Ge­bäu­de mit lärm­emp­find­li­chen Räu­men er­stellt wer­den dür­fen.

38 Die Be­rich­ti­gung vom 7. Mai 2019 be­trifft nur den fran­zö­si­schen Text (AS 2019 1337).

2. Abschnitt: Beurteilung

Art. 40 Belastungsgrenzwerte  

1 Die Voll­zugs­be­hör­de be­ur­teilt die er­mit­tel­ten Aus­sen­lärm­im­mis­sio­nen orts­fes­ter An­la­gen an­hand der Be­las­tungs­grenz­wer­te nach den An­hän­gen 3 ff.

2 Die Be­las­tungs­grenz­wer­te sind auch über­schrit­ten, wenn die Sum­me gleich­ar­ti­ger Lärm­im­mis­sio­nen, die von meh­re­ren An­la­gen er­zeugt wer­den, sie über­schrei­tet. Dies gilt nicht für die Pla­nungs­wer­te bei neu­en orts­fes­ten An­la­gen (Art. 7 Abs. 1).

3 Feh­len Be­las­tungs­grenz­wer­te, so be­ur­teilt die Voll­zugs­be­hör­de die Lärm­im­mis­sio­nen nach Ar­ti­kel 15 des Ge­set­zes. Sie be­rück­sich­tigt auch die Ar­ti­kel 19 und 23 des Ge­set­zes.

Art. 41 Geltung der Belastungsgrenzwerte  

1 Die Be­las­tungs­grenz­wer­te gel­ten bei Ge­bäu­den mit lärm­emp­find­li­chen Räu­men.

2 Sie gel­ten aus­ser­dem:

a.
in noch nicht über­bau­ten Bau­zo­nen dort, wo nach dem Bau- und Pla­nungs­recht Ge­bäu­de mit lärm­emp­find­li­chen Räu­men er­stellt wer­den dür­fen;
b.
im nicht über­bau­ten Ge­biet von Zo­nen mit er­höh­tem Lärm­schutz­be­dürf­nis.

3 Für Ge­bie­te und Ge­bäu­de, in de­nen sich Per­so­nen in der Re­gel nur am Tag oder in der Nacht auf­hal­ten, gel­ten für die Nacht bzw. den Tag kei­ne Be­las­tungs­grenz­wer­te.

Art. 42 Besondere Belastungsgrenzwerte bei Betriebsräumen  

1 Bei Räu­men in Be­trie­ben (Art. 2 Abs. 6 Bst. b) , die in Ge­bie­ten der Emp­find­lich­keits­stu­fen I, II oder III lie­gen, gel­ten um 5 dB(A) hö­he­re Pla­nungs­wer­te und Im­missi­ons­grenz­wer­te.

2 Ab­satz 1 gilt nicht für Räu­me in Schu­len, An­stal­ten und Hei­men. Für Räu­me in Gast­häu­sern gilt er nur, so­weit sie auch bei ge­schlos­se­nen Fens­tern aus­rei­chend be­lüf­tet wer­den kön­nen.

Art. 43 Empfindlichkeitsstufen  

1 In Nut­zungs­zo­nen nach Ar­ti­kel 14 ff. des Raum­pla­nungs­ge­set­zes vom 22. Ju­ni 197939 gel­ten fol­gen­de Emp­find­lich­keits­stu­fen:

a.
die Emp­find­lich­keits­stu­fe I in Zo­nen mit ei­nem er­höh­ten Lärm­schutz­be­dürf­nis, na­ment­lich in Er­ho­lungs­zo­nen;
b.
die Emp­find­lich­keits­stu­fe II in Zo­nen, in de­nen kei­ne stö­ren­den Be­trie­be zu­ge­las­sen sind, na­ment­lich in Wohn­zo­nen so­wie Zo­nen für öf­fent­li­che Bau­ten und An­la­gen;
c.
die Emp­find­lich­keits­stu­fe III in Zo­nen, in de­nen mäs­sig stö­ren­de Be­trie­be zu­ge­las­sen sind, na­ment­lich in Wohn- und Ge­wer­be­zo­nen (Misch­zo­nen) so­wie Land­wirt­schafts­zo­nen;
d.
die Emp­find­lich­keits­stu­fe IV in Zo­nen, in de­nen stark stö­ren­de Be­trie­be zu­ge­las­sen sind, na­ment­lich in In­dus­trie­zo­nen.

2 Tei­len von Nut­zungs­zo­nen der Emp­find­lich­keits­stu­fe I oder II kann die nächst hö­he­re Stu­fe zu­ge­ord­net wer­den, wenn sie mit Lärm vor­be­las­tet sind.

Art. 44 Verfahren  

1 Die Kan­to­ne sor­gen da­für, dass die Emp­find­lich­keits­stu­fen den Nut­zungs­zo­nen in den Bau­re­gle­men­ten oder Nut­zungs­plä­nen der Ge­mein­den zu­ge­ord­net wer­den.

2 Die Emp­find­lich­keits­stu­fen wer­den bei der Aus­schei­dung oder Än­de­rung der Nut­zungs­zo­nen oder bei der Än­de­rung der Bau­re­gle­men­te zu­ge­ord­net.40

3 Bis zur Zu­ord­nung be­stim­men die Kan­to­ne die Emp­find­lich­keits­stu­fen im Ein­zel­fall nach Ar­ti­kel 43.

4 ...41

40 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. IV 31 der V vom 22. Aug. 2007 zur for­mel­len Be­rei­ni­gung des Bun­des­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 20074477).

41Auf­ge­ho­ben durch Ziff. 1 der V vom 27. Ju­ni 1995, mit Wir­kung seit 1. Aug. 1995 (AS 1995 3694).

8. Kapitel: Schlussbestimmungen

1. Abschnitt: Vollzug

Art. 45 Zuständigkeiten von Bund und Kantonen 4243  

1 Die Kan­to­ne voll­zie­hen die­se Ver­ord­nung, so­weit die­se den Voll­zug nicht dem Bund über­trägt.

2 Wen­den Bun­des­be­hör­den an­de­re Bun­des­ge­set­ze oder völ­ker­recht­li­che Ver­ein­ba­run­gen oder Be­schlüs­se an, die Ge­gen­stän­de die­ser Ver­ord­nung be­tref­fen, so voll­zie­hen sie da­bei auch die­se Ver­ord­nung. Für die Mit­wir­kung des Bun­des­am­tes für Um­welt so­wie der Kan­to­ne gilt Ar­ti­kel 41 Ab­sät­ze 2 und 4 des Ge­set­zes; ge­setz­li­che Ge­heim­hal­tungs­pflich­ten blei­ben vor­be­hal­ten.

3 Für den Voll­zug der Vor­schrif­ten über Emis­si­ons­be­gren­zun­gen (Art. 4, 7–9 und 12), Sa­nie­run­gen (Art. 13, 14, 16–18 und 20) so­wie über die Er­mitt­lung und Be­ur­tei­lung von Lärm­im­mis­sio­nen (Art. 36, 37, 37a und 40) sorgt:

a.
bei Ei­sen­bahn­an­la­gen:
1.
das UVEK, so­weit die Vor­schrif­ten Ei­sen­bahn­gross­pro­jek­te nach dem An­hang zum Ei­sen­bahn­ge­setz vom 20. De­zem­ber 195744 be­tref­fen und im Rah­men ei­nes Plan­ge­neh­mi­gungs­ver­fah­rens voll­zo­gen wer­den,
2.
in den an­de­ren Fäl­len das Bun­des­amt für Ver­kehr;
b.
bei zi­vi­len Flug­plät­zen:
1.
das UVEK, so­weit die Vor­schrif­ten Bau­ten und An­la­gen nach Ar­ti­kel 37 des Luft­fahrt­ge­set­zes vom 21. De­zem­ber 194845 be­tref­fen, die dem Be­trieb ei­nes Flug­ha­fens die­nen und im Rah­men ei­nes Plan­ge­neh­mi­gungs­ver­fah­rens voll­zo­gen wer­den,
2.
in den an­de­ren Fäl­len das Bun­des­amt für Zi­vil­luft­fahrt;
c.
bei Na­tio­nal­stras­sen:
1.
das UVEK, so­weit die Vor­schrif­ten im Rah­men ei­nes Plan­ge­neh­mi­gungs­ver­fah­rens voll­zo­gen wer­den,
2.
in den an­de­ren Fäl­len das Bun­des­amt für Stras­sen;
d.
bei An­la­gen der Lan­des­ver­tei­di­gung: das Eid­ge­nös­si­sche De­par­te­ment für Ver­tei­di­gung, Be­völ­ke­rungs­schutz und Sport;
e.
bei elek­tri­schen An­la­gen:
1.
das Bun­des­amt für Ener­gie in den Fäl­len, in de­nen das Eid­ge­nös­si­sche Stark­stro­m­in­spek­to­rat (ES­TI) nach Ar­ti­kel 16 Ab­satz 2 Buch­sta­be b des Elek­tri­zi­täts­ge­set­zes vom 24. Ju­ni 190246 Ein­spra­chen nicht er­le­di­gen oder Dif­fe­ren­zen mit den be­tei­lig­ten Bun­des­be­hör­den nicht aus­räu­men konn­te,
2.
in den an­de­ren Fäl­len das ES­TI;
f.
bei Seil­bahn­an­la­gen nach Ar­ti­kel 2 des Seil­bahn­ge­set­zes vom 23. Ju­ni 200647: das Bun­des­amt für Ver­kehr.48

4 Sind für das An­ord­nen von Emis­si­ons­be­gren­zun­gen und Sa­nie­run­gen Bun­des­be­hör­den, für das An­ord­nen von Schall­schutz­mass­nah­men je­doch kan­to­na­le Be­hör­den zu­stän­dig, so stim­men bei­de Be­hör­den die Mass­nah­men auf­ein­an­der ab.

5 Bei Na­tio­nal­stras­sen sorgt das UVEK auch für den Voll­zug der Vor­schrif­ten über Schall­schutz­mass­nah­men (Art. 10 und 15). Da­bei ko­or­di­niert es den Voll­zug der Vor­schrif­ten mit den Schall­schutz­mass­nah­men, die von den Kan­to­nen an­ge­ord­net wer­den.49

42 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 14 der V vom 2. Fe­br. 2000 zum BG über die Ko­or­di­na­ti­on und Ver­ein­fa­chung von Ent­scheid­ver­fah­ren, in Kraft seit 1. März 2000 (AS 2000 703).

43 Ein­ge­fügt ge­mä­ss An­hang 2 Ziff. 9 der V vom 21. Mai 2008 über Geo­in­for­ma­ti­on, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2809).

44 SR 742.101

45 SR 748.0

46 SR 734.0

47 SR 743.01

48 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 30. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Aug. 2010 (AS 2010 3223).

49 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 30. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Aug. 2010 (AS 2010 3223).

Art. 45a Nationale Übersicht über die Lärmbelastung 50  

Das Bun­des­amt für Um­welt führt ei­ne na­tio­na­le Über­sicht über die Lärm­be­las­tung. Es ver­öf­fent­licht ei­ne ge­o­re­fe­ren­zier­te Dar­stel­lung der Lärm­be­las­tung ins­be­son­de­re für Stras­sen-, Ei­sen­bahn- und Flug­lärm so­wie für den Lärm von mi­li­tä­ri­schen Waf­fen-, Schiess- und Übungs­plät­zen. Es ak­tua­li­siert die­se Dar­stel­lung min­des­tens al­le fünf Jah­re.

50 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 30. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Aug. 2010 (AS 2010 3223).

Art. 46 Geoinformation 51  

Das Bun­des­amt für Um­welt gibt die mi­ni­ma­len Geo­da­ten­mo­del­le und Dar­stel­lungs­mo­del­le für Geo­ba­sis­da­ten nach die­ser Ver­ord­nung vor, für die es im An­hang 1 der Geo­in­for­ma­ti­ons­ver­ord­nung vom 21. Mai 200852 als Fach­stel­le des Bun­des be­zeich­net ist.

51 Fas­sung ge­mä­ss An­hang 2 Ziff. 9 der V vom 21. Mai 2008 über Geo­in­for­ma­ti­on, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2809).

52 SR 510.620

2. Abschnitt: Übergangsbestimmungen

Art. 47 Ortsfeste Anlagen und Gebäude 53  

1 Orts­fes­te An­la­gen gel­ten als neue orts­fes­te An­la­gen, wenn der Ent­scheid, der den Be­ginn der Bau­ar­bei­ten ge­stat­tet, bei In­kraft­tre­ten des Ge­set­zes noch nicht rechts­kräf­tig ist.

2 Für orts­fes­te An­la­gen, die ge­än­dert wer­den sol­len, gel­ten die Ar­ti­kel 8–12 nur, wenn der Ent­scheid, der die Än­de­rung ge­stat­tet, bei In­kraft­tre­ten des Ge­set­zes noch nicht rechts­kräf­tig ist.

3 Ge­bäu­de gel­ten als neue Ge­bäu­de, wenn die Bau­be­wil­li­gung bei In­kraft­tre­ten des Ge­set­zes noch nicht rechts­kräf­tig ist.

4 Für Ge­bäu­de, die ge­än­dert wer­den sol­len, gel­ten die Ar­ti­kel 31 und 32 Ab­satz 3 nur, wenn die Bau­be­wil­li­gung bei In­kraft­tre­ten des Ge­set­zes noch nicht rechts­kräf­tig ist.

53 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 23. Aug. 2006, in Kraft seit 1. Nov. 2006 (AS 20063693).

Art. 4854  

54 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 30. Ju­ni 2010, mit Wir­kung seit 1. Aug. 2010 (AS 2010 3223).

Art. 48a55  

55 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 1. Sept. 2004 (AS 2004 4167). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 21. Fe­br. 2018, mit Wir­kung seit 1. April 2018 (AS 2018 965).

Art. 4956  

56 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. IV 31 der V vom 22. Aug. 2007 zur for­mel­len Be­rei­ni­gung des Bun­des­rechts, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2008 (AS 20074477).

3. Abschnitt: Inkrafttreten

Art. 50  

Die­se Ver­ord­nung tritt am 1. April 1987 in Kraft.

Anhang 1 57

57 Fassung gemäss Ziff. II Abs. 1 der V vom 23. Aug. 2006, in Kraft seit 1. Nov. 2006 (AS 20063693).

(Art. 10 Abs. 1 und 15 Abs. 1)

Anforderungen an die Schalldämmung von Fenstern

1 Das bewertete Bau-Schalldämm-Mass mit am Bau gemessenem Spektrum-Anpas­sungswert R’w + (C oder Ctr) der Fenster einschliesslich der zugehörigen Bauteile wie Rollladenkästen und Schalldämmlüfter muss in Abhängigkeit des massgebenden Beurteilungspegels Lr mindestens folgende Werte aufweisen:

Lr in dB(A)

R’w + (C oder Ctr) in dB

Tag

Nacht

bis und mit 75

bis und mit 70

32

über 75

über 70

38

2 R’w beträgt mindestens 35 dB und höchstens 41 dB.

3 Bei besonders grossen Fenstern verschärft die Vollzugsbehörde die Anforderungen nach den Absätzen 1 und 2 angemessen.

4 Das bewertete Bau-Schalldämm-Mass R’w und der Spektrum-Anpassungswert C oder Ctr werden nach den anerkannten Regeln ermittelt. Als solche gelten insbeson­dere die Normen der Internationalen Normenorganisation ISO 140 und ISO 717.

5 Der Spektrum-Anpassungswert Ctr gilt bei überwiegend tieffrequentem Lärm, insbesondere von Strassen mit einer Höchstgeschwindigkeit bis 80 km/h und von Flugplätzen. Der Spektrum-Anpassungswert C gilt bei überwiegend hochfrequentem Lärm, insbesondere von Strassen mit einer Höchstgeschwindigkeit über 80 km/h und von Eisenbahnen.

6 Die Vollzugsbehörde kann den Einbau von Schalldämmlüftern für Schlafräume anordnen.

Anhang 2 58

58 Fassung gemäss Ziff. II Abs. 1 der V vom 23. Aug. 2006 (AS 20063693). Bereinigt gemäss Ziff. II Abs. 1 der V vom 30. Juni 2010, in Kraft seit 1. Aug. 2010 (AS 2010 3223).

(Art. 38 Abs. 3)

Anforderungen an Berechnungsverfahren und Messgeräte

1 Berechnungsverfahren

1 Die Verfahren zur Berechnung der Lärmimmissionen müssen berücksichtigen:

a.
die Emissionen der Lärmquellen der Anlage;
b.
die Abstände des Immissionsorts von den Lärmquellen der Anlage oder von den Flugwegen (Abstands- und Luftdämpfung);
c.
die Auswirkungen des Bodens auf die Schallausbreitung (Bodeneffekte);
d.
die Auswirkungen von Bauten und natürlichen Hindernissen auf die Schallaus­breitung (Hindernisdämpfung und Reflexionen).

2 Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) empfiehlt den Vollzugsbehörden entspre­chend dem Stand der Technik geeignete Berechnungsverfahren.

2 Messgeräte

Für die Messgeräte, die zur Messung der Lärmimmissionen verwendet werden, gelten die Anforderungen der Messmittelverordnung vom 15. Februar 200659 und der entsprechenden Ausführungsvorschriften des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements.

Anhang 3

(Art. 40 Abs. 1)

Belastungsgrenzwerte für Strassenverkehrslärm

1 Geltungsbereich

Die Belastungsgrenzwerte nach Ziffer 2 gelten für Strassenverkehrslärm. Dazu gehört der Lärm, den Motorfahrzeuge (Motorfahrzeuglärm) und Bahnen (Bahnlärm) auf Strassen erzeugen.

2 Belastungsgrenzwerte

Empfindlichkeitsstufe
(Art. 43)

Planungswert

Lr in dB(A)

Immissions­grenzwert
Lr in dB(A)

Alarmwert

Lr in dB(A)

Tag

Nacht

Tag

Nacht

Tag

Nacht

I

50

40

55

45

65

60

II

55

45

60

50

70

65

III

60

50

65

55

70

65

IV

65

55

70

60

75

70

3 Ermittlung des Beurteilungspegels

31 Grundsätze

1 Der Beurteilungspegel Lr für Strassenverkehrslärm wird aus den Teilbeurtei­lungs­pegeln des Motorfahrzeuglärms (Lr1) und des Bahnlärms (Lr2) wie folgt be­rechnet:

Lr = 10 log (100,1 Lr1 +100,1 Lr2)

2 Der Teilbeurteilungspegel Lr1 ist die Summe des von Motorfahrzeugen verur­sach­ten A-bewerteten Mittelungspegels Leq,m und der Pegelkorrektur K1:

Lr1 = Leq,m + K1

3 Der Teilbeurteilungspegel Lr2 ist die Summe des von Bahnen verursachten A‑bewerteten Mittelungspegels Leq,b und der Pegelkorrektur K2:

Lr2 = Leq,b + K2

4 Die Teilbeurteilungspegel Lr1 und Lr2 werden unter der Annahme trockener Fahr­bahnen für den durchschnittlichen Tages- und Nachtverkehr ermittelt.

32 Durchschnittlicher Tages- und Nachtverkehr

1 Der durchschnittliche Tages- und Nachtverkehr ist der stündliche Verkehr von 06 bis 22 Uhr und von 22 bis 06 Uhr im Jahresmittel.

2 Der stündliche Motorfahrzeugverkehr tags (Nt) bzw. nachts (Nn) wird in je zwei Teilverkehrsmengen Nt1 und Nt2 bzw. Nn1 und Nn2 aufgeteilt.

3 Die Teilverkehrsmengen Nt1 und Nn1 des Motorfahrzeugverkehrs umfassen Per­sonenwagen, Lieferwagen, Kleinbusse, Motorfahrräder und Trolleybusse.

4 Die Teilverkehrsmengen Nt2 und Nn2 des Motorfahrzeugverkehrs umfassen Last­wagen, Sattelschlepper, Gesellschaftswagen, Motorräder und Traktoren.

5 Der Bahnverkehr umfasst alle Fahrten der regelmässig oder nach Bedarf verkeh­renden Züge, einschliesslich der Dienstfahrten.

33 Ermittlung des durchschnittlichen Tages- und Nachtverkehrs von Motorfahrzeugen

1 Der durchschnittliche Tages- und Nachtverkehr (Nt, Nn) sowie die Teilverkehrs­mengen (Nt1, Nt2, Nn1, Nn2) werden wie folgt ermittelt:

a.
bei bestehenden Strassen aus Verkehrszählungen;
b.
bei Strassen, die neu erstellt oder geändert werden, anhand von Prognosen über die Entwicklung des Verkehrs.

2 Fehlen ausreichende Daten aus Verkehrszählungen oder liegen keine Detailpro­gno­sen vor, so werden die Verkehrsmengen Nt, Nn, Nt1, Nt2, Nn1 und Nn2 an­hand des durchschnittlichen täglichen Verkehrs (DTV; Fahrzeuge je 24 Std.) wie folgt be­rechnet:

Nt = 0,058 DTV Nn = 0,009 DTV

Nt1 = 0,90 Nt Nn1 = 0,95 Nn

Nt2 = 0,10 Nt Nn2 = 0,05 Nn

3 Der DTV wird nach den anerkannten Regeln der Verkehrsplanung und -technik bestimmt.

34 Ermittlung des durchschnittlichen Tages- und Nachtverkehrs von Bahnen

Der durchschnittliche Tages- und Nachtverkehr von Bahnen wird wie folgt er­mit­telt:

a.
bei bestehenden Bahnanlagen anhand des Fahrplans und der Verkehrsdaten;
b.
bei Bahnanlagen, die neu erstellt oder geändert werden, anhand von Progno­sen über die Entwicklung des Verkehrs.

35 Pegelkorrekturen

1 Die Pegelkorrektur K1 für Motorfahrzeuglärm wird anhand des durchschnittli­chen Tages- und Nachtverkehrs wie folgt berechnet:

K1 = –5 für N < 31,6

K1 = 10 log(N/100) für 31,6 ≤ N ≤ 100

K1 = 0 für N > 100

Dabei steht N für den stündlichen Motorfahrzeugverkehr Nt oder Nn.

2 Die Pegelkorrektur K2 für Bahnlärm beträgt K2 = –5. Bei kreischendem Bahn­lärm, der häufig auftritt und deutlich wahrnehmbar ist, beträgt die Pegelkorrektur K2 = 0.

Anhang 4

(Art. 40 Abs. 1)

Belastungsgrenzwerte für Eisenbahnlärm

1 Geltungsbereich

1 Die Belastungsgrenzwerte nach Ziffer 2 gelten für den Lärm von Normal- und Schmalspurbahnen.

2 Der Lärm, den Bahnen auf Strassen erzeugen, ist dem Strassenverkehrslärm gleichgestellt (Anhang 3 Ziff. 1).

3 Der Lärm von Standseilbahnen sowie von Eisenbahnwerkstätten, Energieanlagen und ähnlichen Bahnbetriebsanlagen ist dem Lärm von Industrie- und Gewerbe­anlagen gleichgestellt (Anhang 6 Ziff. 1).

2 Belastungsgrenzwerte

Empfindlichkeitsstufe
(Art. 43)

Planungswert

Lr in dB(A)

Immissions­grenzwert
Lr in dB(A)

Alarmwert

Lr in dB(A)

Tag

Nacht

Tag

Nacht

Tag

Nacht

I

50

40

55

45

65

60

II

55

45

60

50

70

65

III

60

50

65

55

70

65

IV

65

55

70

60

75

70

3 Ermittlung des Beurteilungspegels

31 Grundsätze

1 Der Beurteilungspegel Lr für Eisenbahnlärm wird aus den Teilbeurteilungspegeln für Fahrlärm (Lr1) und Rangierlärm (Lr2) wie folgt berechnet:

Lr = 10 log (1001, Lr1 + 1001, Lr2)

2 Der Teilbeurteilungspegel Lr1 ist die Summe des vom Fahrbetrieb verursachten A‑bewerteten Mittelungspegels Leq,f und der Pegelkorrektur K1:

Lr1 = Leq,f + K1

3 Der Teilbeurteilungspegel Lr2 ist die Summe des vom Rangierbetrieb verursach­ten A-bewerteten Mittelungspegels Leq,r und der Pegelkorrektur K2:

Lr2 = Leq,r + K2

4 Die Teilbeurteilungspegel Lr1 und Lr2 werden für den durchschnittlichen Tages- und Nachtbetrieb ermittelt.

32 Durchschnittlicher Tages- und Nachtbetrieb

1 Der durchschnittliche Tages- und Nachtbetrieb ist der Fahr- bzw. Rangierbetrieb von 06 bis 22 Uhr und von 22 bis 06 Uhr im Jahresmittel.

2 Der Fahrbetrieb umfasst alle Fahrten der regelmässig oder nach Bedarf verkeh­ren­den Züge, einschliesslich der Dienstfahrten.

3 Der Rangierbetrieb umfasst alle Rangierbewegungen und Betriebsabläufe, welche der Zerlegung und Zusammenstellung von Zügen dienen.

4 Der Fahrbetrieb und der Rangierbetrieb werden wie folgt ermittelt:

a.
bei bestehenden Eisenbahnanlagen anhand des Fahrplans und der Betriebs­da­ten;
b.
bei Eisenbahnanlagen, die neu erstellt oder geändert werden, anhand von Pro­g­nosen über die Entwicklung des Betriebs.

33 Pegelkorrekturen

1 Die Pegelkorrektur K1 für Fahrlärm wird wie folgt berechnet:

K1 = –15 für N < 7,9

K1 = 10 log (N/250) für 7,9 ≤ N ≤ 79

K1 = −5 für N > 79

Dabei ist N die Anzahl Zugsfahrten pro Tag oder Nacht.

2 Die Pegelkorrektur K2 für Rangierlärm berücksichtigt die Häufigkeit und die Hör­barkeit aller impulshaltigen, tonhaltigen und kreischenden Lärmereignisse und beträgt:

Hörbarkeit aller Lärmereignisse

Häufigkeit aller Lärmereignisse

selten

gelegentlich

häufig

schwach

0

2

4

deutlich

2

4

6

stark

4

6

8

Anhang 5 60

60 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 30. Mai 2001 (AS 20011610). Bereinigt gemäss Ziff. II Abs. 1 der V vom 30. Juni 2010, in Kraft seit 1. Aug. 2010 (AS 2010 3223).

(Art. 40 Abs. 1)

Belastungsgrenzwerte für den Lärm ziviler Flugplätze

1 Geltungsbereich und Begriffe

1 Die Belastungsgrenzwerte nach Ziffer 2 gelten für den Lärm des Verkehrs auf zivi­len Flugplätzen.

2 Als zivile Flugplätze gelten die Landesflughäfen Basel, Genf und Zürich, die übri­gen konzessionierten Flugplätze und die Flugfelder.

3 Als Kleinluftfahrzeuge gelten Luftfahrzeuge mit einem höchstzulässigen Abflug­gewicht von 8618 kg oder weniger.

4 Als Grossflugzeuge gelten Luftfahrzeuge mit einem höchstzulässigen Abflug­gewicht von mehr als 8618 kg.

5 Der Lärm von Reparaturwerkstätten, Unterhaltsbetrieben und ähnlichen Betriebs­anlagen auf zivilen Flugplätzen wird dem Lärm von Industrie- und Gewerbeanlagen gleichgestellt (Anhang 6 Ziff. 1).

2 Belastungsgrenzwerte

21 Belastungsgrenzwerte in Lrk für den Lärm des Verkehrs von Kleinluftfahrzeugen

Empfindlichkeitsstufe
(Art. 43)

Planungswert

Immissions­grenzwert

Alarmwert

Lrk in dB(A)

Lrk in dB(A)

Lrk in dB(A)

I

50

55

65

II

55

60

70

III

60

65

70

IV

65

70

75

22 Belastungsgrenzwerte in Lr für den Lärm des Gesamtverkehrs von Kleinluftfahrzeugen und Grossflugzeugen

Zusätzlich zu den Belastungsgrenzwerten in Lrk gelten für den Lärm des gesamten Verkehrs auf zivilen Flugplätzen, auf denen Grossflugzeuge verkehren, die nachfol­genden Belastungsgrenzwerte:

221 Belastungsgrenzwerte in Lrt für den Tag (06–22 Uhr)

Empfindlichkeitsstufe
(Art. 43)

Planungswert

Immissions­grenzwert

Alarmwert

Lrt in dB(A)

Lrt in dB(A)

Lrt in dB(A)

I

53

55

60

II

57

60

65

III

60

65

70

IV

65

70

75

222 Belastungsgrenzwerte in Lrn für die erste (22–23 Uhr), die zweite (23–24 Uhr) und die letzte Nachtstunde (05–06 Uhr)

Empfindlichkeitsstufe
(Art. 43)

Planungswert

Immissions­grenzwert

Alarmwert

Lrn in dB(A)

Lrn in dB(A)

Lrn in dB(A)

I

43

45

55

II

47/501

50/551

60/651

III

50

55

65

IV

55

60

70

1 Die höheren Werte gelten für die erste Nachtstunde (22–23 Uhr)

23 Belastungsgrenzwerte in max

Zusätzlich zu den Belastungsgrenzwerten in Lrk gelten für den Lärm des Verkehrs auf zivilen Flugplätzen, auf denen ausschliesslich Helikopter verkehren (Helikop­ter­­flugplätze), die nachfolgenden Belastungsgrenzwerte in max:

Empfindlichkeitsstufe
(Art. 43)

Planungswert

Immissions­grenzwert

Alarmwert

in dB(A)

in dB(A)

in dB(A)

I

70

75

85

II

75

80

90

III

80

85

90

IV

85

90

95

3 Ermittlung des Beurteilungspegels Lrk für den Lärm des Verkehrs von Kleinluftfahrzeugen

31 Grundsätze

1 Der Beurteilungspegel Lrk für den Lärm des Verkehrs von Kleinluftfahrzeugen ist die Summe des A-bewerteten Mittelungspegels Leqk und der Pegelkorrektur K:

Lrk = Leqk + K

2 Der Mittelungspegel Leqk wird für die durchschnittliche Zahl der stündlichen Flug­­bewegungen (Flugbewegungszahl n) für einen Tag mit durchschnittlichem Spit­zen­betrieb ermittelt.

3 Als Flugbewegung zählt jede Landung und jeder Abflug von Kleinluftfahrzeugen. Durchstartmanöver zählen als zwei Flugbewegungen.

32 Flugbewegungszahl n bei bestehenden zivilen Flugplätzen

Bei bestehenden zivilen Flugplätzen wird die Flugbewegungszahl n wie folgt ermit­telt:

a.
Es werden die sechs verkehrsreichsten Monate eines Betriebsjahrs ermittelt.
b.
Während dieser sechs Monate werden, getrennt für alle sieben Wochentage, die durchschnittlichen täglichen Flugbewegungszahlen ermittelt. Die Tages­mittel­werte der beiden verkehrsreichsten Wochentage werden mit N1 und N2 be­zeichnet.
c.
Aus N1 und N2 wird n durch Mittelung über zwölf Tagesstunden wie folgt be­­rechnet:
.
n = (N1 + N2)/24

33 Flugbewegungszahl n bei neuen zivilen Flugplätzen

1 Bei zivilen Flugplätzen, die neu erstellt oder geändert werden, wird die Flugbewe­gungszahl n anhand von Prognosen über die Verkehrsentwick­lung ermittelt.

2 Sind keine Detailprognosen möglich, so wird n anhand der prognostizierten jähr­­lichen Flugbewegungszahl N wie folgt berechnet:

n = (N 2,4)/(365 12)

34 Pegelkorrekturen

Die Pegelkorrektur K wird anhand der jährlichen Flugbewegungszahl N wie folgt be­rechnet:

K = 0 für N <15 000

K = l0 log (N/15 000) für N ≥ 15 000

4 Ermittlung des Beurteilungspegels Lr für den Gesamtverkehr bei zivilen Flugplätzen mit Verkehr von Grossflugzeugen

41 Grundsätze

1 Der Beurteilungspegel Lr für den Lärm des Gesamtverkehrs auf zivilen Flugplät­zen, auf denen Grossflugzeuge verkehren, wird für den massgeblichen Flugbetrieb getrennt für den Tag (06–22 Uhr), die erste Nachtstunde (22–23 Uhr), die zweite Nachtstunde (23–24 Uhr) und die letzte Nachtstunde (05–06 Uhr) berechnet.

2 Der Beurteilungspegel für den Tag Lrt für den Lärm des Gesamtverkehrs auf zivi­len Flugplätzen, auf denen Grossflugzeuge verkehren, wird aus den Beurteilungs­pegeln für Kleinluftfahrzeuge Lrk und Grossflugzeuge Lrg wie folgt berechnet:

Lrt = 10 · log (10 0,1 · Lrk + 10 0,1 · Lrg)

3Der Beurteilungspegel für den Tag Lrg für den Lärm des Verkehrs von Grossflug­zeugen ist die Summe des A-bewerteten Mittelungspegels Leqg, der durch den Betrieb von Flugzeugen in der Zeit von 06–22 Uhr im Jahresmittel verursacht wird:

Lrg = Leqg

4 Der Beurteilungspegel Lrn für den Lärm des Verkehrs von Grossflugzeugen für die erste, zweite und letzte Nachtstunde ist der A-bewertete Mittelungspegel Leqn , der durch den Betrieb von Flugzeugen in der Zeit von 22–23 Uhr, 23–24 Uhr und 05–06 Uhr im Jahresmittel verursacht wird:

Lrn = Leqn

42 Massgeblicher Flugbetrieb

1 Die Mittelungspegel Leqg und Leqn werden anhand der Betriebsdaten ermittelt.

2 Bei zivilen Flugplätzen, die neu erstellt oder geändert werden, wird der Flugbetrieb anhand von Prognosen über die Flugverkehrsentwicklung bestimmt.

3 Flüge nach der zweiten (23–24 Uhr) und vor der letzten Nachtstunde (05–06 Uhr) werden der zweiten Nachtstunde (23–24 Uhr) zugerechnet.

5 Ermittlung des mittleren maximalen Lärmpegels max bei Helikopterflugplätzen

1 Der mittlere maximale Lärmpegel max bei Helikopterflugplätzen ist das energe­ti­sche Mittel der maximalen Lärmpegel einer repräsentativen Anzahl Über- oder Vor­beiflüge.

2 Messungen zur Ermittlung des max müssen mit der Geräteeinstellung SLOW durchgeführt werden.

Anhang 6

(Art. 40 Abs. 1)

Belastungsgrenzwerte für Industrie- und Gewerbelärm

1 Geltungsbereich

1 Die Belastungsgrenzwerte nach Ziffer 2 gelten für den Lärm:

a.
von Anlagen der Industrie, des Gewerbes und der Landwirtschaft;
b.
des Güterumschlages bei Anlagen der Industrie, des Gewerbes und der Land­wirtschaft sowie bei Bahnhöfen und Flugplätzen;
c.
des Verkehrs auf dem Betriebsareal von Industrie- und Gewerbeanlagen so­wie auf dem Hofareal von Landwirtschaftsbetrieben;
d.
von Parkhäusern sowie von grösseren Parkplätzen ausserhalb von Strassen;
e.
von Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen.

2 Energie‑, Entsorgungs- und Förderanlagen, Luft- und Standseilbahnen, Skilifte sowie Motorsportanlagen, die regelmässig während längerer Zeit betrieben wer­den, sind den Industrie- und Gewerbeanlagen gleichgestellt.

2 Belastungsgrenzwerte

Empfindlichkeitsstufe
(Art. 43)

Planungswert

Lr in dB(A)

Immissions­grenzwert
Lr in dB(A)

Alarmwert

Lr in dB(A)

Tag

Nacht

Tag

Nacht

Tag

Nacht

I

50

40

55

45

65

60

II

55

45

60

50

70

65

III

60

50

65

55

70

65

IV

65

55

70

60

75

70

3 Ermittlung des Beurteilungspegels

31 Grundsätze

1 Der Beurteilungspegel Lr für Industrie- und Gewerbelärm und ähnliche Lärmar­ten wird, getrennt für den Tag (07 bis 19 Uhr) und die Nacht (19 bis 07 Uhr), aus den Teilbeurteilungspegeln Lr,i der einzelnen Lärmphasen wie folgt berechnet:

2 Der Teilbeurteilungspegel Lr,i wird für die durchschnittliche tägliche Dauer der Lärmphase i wie folgt berechnet:

Lr,i = Leq,i + K1,i + K2,i + K3,i + 10 log (ti/to)

Dabei bedeuten:

Leq,i A-bewerteter Mittelungspegel während der Lärmphase i;

K1,i Pegelkorrekturen für die Lärmphase i;

K2,i Pegelkorrekturen für die Lärmphase i;

K3,i Pegelkorrekturen für die Lärmphase i;

ti durchschnittliche tägliche Dauer der Lärmphase i in Minuten;

to = 720 Minuten.

3 Lärmphasen sind Zeitabschnitte, in denen am Immissionsort ein nach Schallpe­gel­höhe sowie Ton- und Impulsgehalt einheitlicher Lärm einwirkt.

32 Durchschnittliche tägliche Dauer der Lärmphasen

1 Die durchschnittliche tägliche Dauer (ti) der Lärmphase i wird aus ihrer jährli­chen Dauer (Ti) und der Anzahl der jährlichen Betriebstage (B) wie folgt berech­net:

ti = Ti/B

2 Für neue oder geänderte Anlagen wird die durchschnittliche tägliche Dauer der Lärmphase i anhand von Prognosen über den zu erwartenden Betrieb bestimmt.

33 Pegelkorrekturen

1 Die Pegelkorrektur K1 beträgt:

a.
für Lärm nach Ziffer 1 Absatz 1 Buchstaben a und b 5;
b.
für Lärm nach Ziffer 1 Absatz 1 Buchstabe c 0;
c.
für Lärm nach Ziffer 1 Absatz 1 Buchstabe d 0 am Tag,
5 in der Nacht;
d.
für Lärm nach Ziffer 1 Absatz 1 Buchstabe e 5 am Tag,
10 in der Nacht.

2 Die Pegelkorrektur K2 berücksichtigt die Hörbarkeit des Tongehalts des Lärms am Immissionsort und beträgt:

a.
bei nicht hörbarem Tongehalt 0;
b.
bei schwach hörbarem Tongehalt 2;
c.
bei deutlich hörbarem Tongehalt 4;
d.
bei stark hörbarem Tongehalt 6.

3 Die Pegelkorrektur K3 berücksichtigt die Hörbarkeit des Impulsgehalts des Lärms am Immissionsort und beträgt:

a.
bei nicht hörbarem Impulsgehalt 0;
b.
bei schwach hörbarem Impulsgehalt 2;
c.
bei deutlich hörbarem Impulsgehalt 4;
d.
bei stark hörbarem Impulsgehalt 6.

Anhang 7 61

61 Fassung gemäss Ziff. II Abs. 1 der V vom 23. Aug. 2006 (AS 20063693). Bereinigt gemäss Ziff. II Abs. 1 der V vom 30. Juni 2010, in Kraft seit 1. Aug. 2010 (AS 2010 3223).

(Art. 40 Abs. 1)

Belastungsgrenzwerte für den Lärm ziviler Schiessanlagen

1 Geltungsbereich

1 Die Belastungsgrenzwerte nach Ziffer 2 gelten für den Lärm ziviler Schiess­anlagen, in denen ausschliesslich mit Hand- oder Faustfeuerwaffen auf feste oder bewegte Ziele geschossen wird.

2 Die auf den zivilen Schiessanlagen eingesetzten Hand- oder Faustfeuerwaffen werden folgenden Waffenkategorien zugeordnet:

a.
Sturmgewehre und Handfeuerwaffen vergleichbaren Kalibers;
b.
Faustfeuerwaffen mit Zentralfeuerpatronen, namentlich Ordonnanzpistolen;
c.
Faustfeuerwaffen mit Randfeuerpatronen;
d.
Handfeuerwaffen mit Randfeuerpatronen;
e.
Jagdgewehre mit Kugelpatronen;
f.
Schrotflinten;
g.
weitere Feuerwaffen.

3 Die zivilen Schiessanlagen gelten als öffentlich, soweit auf diesen Schiessübungen nach den Artikeln 62 und 63 des Militärgesetzes vom 3. Februar 199562 durchgeführt werden.

2 Belastungsgrenzwerte

Empfindlichkeitsstufe
(Art. 43)

Planungswert

Immissions-
grenzwert

Alarmwert

Lr in dB(A)

Lr in dB(A)

Lr in dB(A)

I

50

55

65

II

55

60

75

III

60

65

75

IV

65

70

80

Für Lärm von öffentlichen Anlagen nach Ziffer 1 Absatz 363, bei welchen die Waffen­kategorien a oder b eine Pegelkorrektur Ki < –15 aufweisen, gelten keine Alarm­werte. Für solche Anlagen entfallen Schallschutzmassnahmen nach Artikel 15. Die ermittelte Pegelkorrektur Ki berechnet sich nach Ziffer 321.

63 Der Verweis wurde in Anwendung von Art. 12 Abs. 2 des Publikationsgesetzes vom 18. Juni 2004 (SR 170.512) auf den 1. Aug. 2010 angepasst.

3 Ermittlung des Beurteilungspegels

31 Grundsätze

1 Der Beurteilungspegel Lr für den Lärm von Schiessanlagen ist die energetische Summe der Teilbeurteilungspegel Lri der Waffenkategorien:

2 Der Teilbeurteilungspegel Lri ist die Summe des mittleren Einzelschusspegels Li einer Waffenkategorie und der Pegelkorrektur Ki:

Lri = Li + Ki

3 Der mittlere Einzelschusspegel Li ist das über die Schusszahlen gewichtete ener­getische Mittel der energetisch gemittelten Einzelschusspegel Lj eines Waffen- bzw. Munitionstyps:

4 Der energetisch gemittelte Einzelschusspegel Lj ist anhand von Messungen des A‑bewerteten Maximalpegels mit der Zeitkonstanten FAST zu ermitteln.

Dabei bedeutet:

Mj die Anzahl jährlicher Schüsse im Durchschnitt von drei Jahren, welche mit einem Waffen- bzw. einem Munitionstyp einer Waffenkategorie abgege­ben werden;

Mi die Anzahl jährlicher Schüsse im Durchschnitt von drei Jahren, welche mit einer Waffenkategorie abgegeben werden.

32 Pegelkorrektur

321 Berechnung

1 Die Pegelkorrektur Ki berechnet sich wie folgt:

Ki = 10 log (Dwi + 3 Dsi) + 3 log Mi – 44

Dabei bedeutet:

Dwi die Anzahl jährlicher Schiesshalbtage an Werktagen im Durchschnitt von drei Jahren pro Waffenkategorie;

Dsi die Anzahl jährlicher Schiesshalbtage an Sonn- und allgemeinen Feier­tagen im Durchschnitt von drei Jahren pro Waffenkategorie.

2 Bei der Erhebung der Schiesshalbtage und der Anzahl Schüsse werden alle Schies­sen berücksichtigt, die innerhalb von drei Jahren regelmässig stattfinden.

322 Ermittlung der Schiesshalbtage

1 Jedes Schiessen vormittags oder nachmittags, das länger als zwei Stunden dauert, zählt als Schiesshalbtag. Dauert es zwei Stunden oder weniger lang, so zählt es als halber Schiesshalbtag.

2 Für neue oder geänderte Anlagen werden die Schiesshalbtage anhand von Progno­sen über den zu erwartenden Betrieb bestimmt. Bei bestehenden Schiessanlagen sind die Schiesshalbtage aus Zählungen zu ermitteln.

323 Ermittlung der Schusszahlen

1 Bei bestehenden Schiessanlagen sind die Schusszahlen Mi pro Waffenkategorie aus Erhebungen über den Schiessbetrieb zu ermitteln.

2 Fehlen bei bestehenden Schiessanlagen ausreichende Erhebungen oder werden Schiessanlagen neu erstellt oder geändert, wird die Schusszahl M anhand von Prog­nosen über die künftige Nutzung bestimmt.

Anhang 8 64

64Eingefügt durch Ziff. II der V vom 27. Juni 1995 (AS 1995 3694). Bereinigt gemäss Ziff. II Abs. 2 der V vom 12. April 2000 (AS 20001388) und der V vom 23. Aug. 2006, in Kraft seit 1. Nov. 2006 (AS 20063693).

(Art. 40 Abs. 1)

Belastungsgrenzwerte für Lärm von Militärflugplätzen

1 Geltungsbereich

1 Die Belastungsgrenzwerte nach Ziffer 2 gelten für den Lärm des Verkehrs auf Militärflugplätzen.

2 Als Militärflugplätze gelten auch zivile Regionalflughäfen und Flugfelder, die militärisch genutzt werden.

3 Helikopter sind den Flugzeugen mit Propellerantrieb gleichgestellt.

4 Der Lärm von Reparaturwerkstätten, Unterhaltsbetrieben und ähnlichen Betriebs­anlagen auf Militärflugplätzen wird dem Lärm von Industrie- und Gewerbeanlagen gleichgestellt (Anhang 6 Ziff. 1).

2 Belastungsgrenzwerte

21 Belastungsgrenzwerte in Lr

Empfindlichkeitsstufe
(Art. 43)

Planungswert

Immissionsgrenzwert

Alarmwert

Lr in dB (A)

Lr in dB (A)

Lr in dB (A)

I

50

55

65

II

60

65

70

III

60

65

70

IV

65

70

75

22 Belastungsgrenzwerte in Lrz

Zusätzlich zu den Belastungsgrenzwerten in Lr gelten für den Lärm des zivilen Verkehrs auf Militärflugplätzen die Belastungsgrenzwerte in Lr nach Anhang 5, im Folgenden Lrz genannt.

3 Ermittlung des Beurteilungspegels

31 Grundsätze

1 Der Beurteilungspegel Lr für den Lärm von Militärflugplätzen wird aus den Beur­teilungspegeln für Militärfluglärm Lrm und Zivilfluglärm Lrz wie folgt berechnet:

Lr = 10 · log (100,1 · Lrm+ 100,1 · Lrz)

2 Der Beurteilungspegel Lrzwird wie der entsprechende Lr von zivilen Flugplätzen nach Anhang 5 Ziffern 3 und 4 ermittelt.

3 Der Beurteilungspegel Lrm wird aus den Teilbeurteilungspegeln für den Lärm von Flugzeugen mit Strahlantrieb Lrj und mit Propellerantrieb Lrp wie folgt berechnet:

Lrm = 10 · log (100,1 · Lrj+ 100,1 · Lrp)

4 Der Teilbeurteilungspegel Lrj ist die Summe des A-bewerteten Mittelungspegels Leqj, der durch den Betrieb von Flugzeugen mit Strahlantrieb verursacht wird, und den Pegelkorrekturen K0 und K1:

Lrj = Leqj + K0 + K1

5 Der Teilbeurteilungspegel Lrp ist die Summe des A-bewerteten Mittelungspegels Leqp, der durch den Betrieb von Flugzeugen mit Propellerantrieb verursacht wird, und den Pegelkorrekturen K0 und K2:

Lrp = Leqp + K0 + K2

6 Die Mittelungspegel Leqj und Leqp werden für die durchschnittliche Zahl der stündlichen Flugbewegungen getrennt nach Flugzeugen mit Strahl- und mit Propel­lerantrieb (Flugbewegungszahlen nj und np) für einen Tag mit durchschnittlichem Betrieb ermittelt.

7 Als Flugbewegung zählt jeder Abflug und jede Landung von Flugzeugen mit Strahl- und mit Propellerantrieb. Durchstartmanöver zählen als zwei Flugbewegun­gen.

32 Flugbewegungszahlen nj und np bei Militärflugplätzen

1 Bei bestehenden Militärflugplätzen werden die Flugbewegungszahlen nj und np wie folgt ermittelt:

a.
es werden die sechs verkehrsreichsten Monate eines Betriebsjahres getrennt nach den Flugbewegungen von Flugzeugen mit Strahl- und mit Propeller­antrieb ermittelt;
b.
für diese sechs Monate werden die Zahlen der Flugbewegungen von Flug­zeu­gen mit Strahlantrieb Mj und mit Propellerantrieb Mp ermittelt;
c.
aus Mj und Mp werden durch Mittelung über 130 Tage und zwölf Ta­ges­stun­den die Flugbewegungszahlen nj und np wie folgt berechnet:
nj = Mj/(12 · 130) np = Mp/(12 · 130)

2 Bei Militärflugplätzen, die neu erstellt oder geändert werden, werden die Flug­bewegungszahlen nj und np anhand von Prognosen über die Verkehrsentwicklung ermittelt.

33 Pegelkorrekturen

1 Die Pegelkorrektur K0 beträgt –8.

2 Die Pegelkorrektur K1 wird anhand der jährlichen Flugbewegungszahl von Flug­zeugen mit Strahlantrieb Nj wie folgt berechnet:

K1= 0 für Nj < 15 000

K1= 10 · log (Nj/15 000) für Nj ≥ 15 000

3 Die Pegelkorrektur K2 wird anhand der jährlichen Flugbewegungszahl von Flug­zeugen mit Propellerantrieb Np wie folgt berechnet:

K2= 0 für Np < 15 000

K2= 10 · log (Np/15 000) für Np ≥ 15 000

Anhang 9 65

65 Eingefügt durch Ziff. II Abs. 2 der V vom 30. Juni 2010, in Kraft seit 1. Aug. 2010 (AS 2010 3223).

(Art. 40 Abs. 1)

Belastungsgrenzwerte für den Lärm militärischer Waffen-, Schiess- und Übungsplätze

1 Geltungsbereich

1 Die Belastungsgrenzwerte nach Ziffer 2 gelten für den Schiesslärm auf militärischen Waffen-, Schiess- und Übungsplätzen.

2 Zusätzlich zu den Belastungsgrenzwerten nach Ziffer 2 gelten die Belastungsgrenzwerte nach Anhang 7 für den Lärm ziviler Schiessen auf militärischen Waffen‑, Schiess- und Übungsplätzen; ausgenommen sind Schiessen der Polizei und der Grenzwache.

3 Der Lärm von Reparaturwerkstätten, Unterhaltsbetrieben und ähnlichen Betriebs­anlagen sowie der Lärm des Verkehrs auf militärischen Waffen-, Schiess- und Übungsplätzen wird dem Lärm von Industrie- und Gewerbeanlagen gleichgestellt (Anhang 6 Ziff. 1).

4 Der Lärm von Helikoptern auf militärischen Waffen- Schiess- und Übungsplätzen wird dem Lärm von Helikopterflugplätzen gleichgestellt (Anhang 5 Ziff. 23 und 5).

2 Belastungsgrenzwerte

Empfindlichkeitsstufe
(Art. 43)

Planungswert

Immissionsgrenzwert

Alarmwert

Lr in dB(A)

Lr in dB(A)

Lr in dB(A)

I

50

55

65

II

55

60

70

III

60

65

70

IV

65

70

75

3 Ermittlung des Beurteilungspegels

31 Grundsätze

Der Beurteilungspegel Lr für den Schiesslärm von militärischen Waffen-, Schiess- und Übungsplätzen wird aus den Schallereignispegeln LAE1 und LAE2 sowie den Pegelkorrekturen K1 und K2 wie folgt berechnet:

Lr =10 .log(100.1.LAE1+100.1.(LAE2+K1) ) – 10 .log(T) + K2

Dabei bedeutet:

Lr Beurteilungspegel für den Lärm von militärischen Waffen-, Schiess- und Übungsplätzen;

T Beurteilungszeit in Sekunden =
52 Wochen · 5 Tage · 12 Stunden · 60 Minuten · 60 Sekunden;

LAE1 Schallereignispegel aller Schiessereignisse während eines Jahres im Zeitraum von Montag bis Freitag, 07 bis 19 Uhr;

LAE2 Schallereignispegel aller Schiessereignisse während eines Jahres ausser­halb des Zeitraums von Montag bis Freitag, 07 bis 19 Uhr;

K1 5

K2 15

32 Ermittlung des Schiessbetriebs

1 Bei bestehenden militärischen Waffen-, Schiess- und Übungsplätzen sind die Schusszahlen aus Erhebungen über drei Jahre zu ermitteln.

2 Fehlen bei bestehenden militärischen Waffen-, Schiess- und Übungsplätzen Angaben über Schusszahlen oder werden solche Anlagen neu erstellt oder geändert, so wird die Schusszahl anhand von Prognosen über die künftige Nutzung bestimmt.

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EOG EOV EPDG EPDV EPDV-EDI EpG EpV ERV-BVGer ESV ExpaV EÖBV EÖBV-EJPD F: FamZG FamZV FAV FDO FHG FHV FIFG FiFV FiG FiLaG FiLaV FinfraG FinfraV FinfraV-FINMA FINIG FINIV FINMAG FiV FKG FLG FLV FMBV FMedG FMedV FMG FMV FOrgV FPV FrSV FusG FV FVAV FWG FWV FZG FZV G: GaGV GBV GebR-BVGer GebR-PatGer GebV ESTV GebV SchKG GebV-AIG GebV-ArG GebV-ASTRA GebV-AVG GebV-BAFU GebV-BASPO GebV-BAZL GebV-BJ GebV-BLW GebV-EDA GebV-EDI-NBib GebV-En GebV-ESA GebV-fedpol GebV-FMG GebV-HReg GebV-IGE GebV-KG GebV-NBib GebV-Publ GebV-SBFI GebV-TPS GebV-TVD GebV-VBS GebV-öV GebV-ÜPF GeBüV GeoIG GeoIV GeoIV-swisstopo GeomV GeoNV GesBG GesBKV GGBV GGUV GgV GKZ GlG GLPV GR-PatGer GR-WEKO GRN GRS GSchG GSchV GSG GTG GUMG GUMV GUMV-EDI GVVG GüTG GüTV H: HArG HArGV HasLV HasLV-WBF HBV HELV HEsÜ HFG HFKG HFV HGVAnG HKSV HKsÜ HMG HRegV HSBBV HVA HVI HVUV HyV I: IAMV IBH-V IBLV IBSG IBSV IFEG IGE-OV IGE-PersV IGEG InvV IPFiV IPRG IQG IR-PatGer IRSG IRSV ISABV-V ISchV ISLV IStrV-EZV ISUV ISVet-V IVG IVV IVZV J: 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