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Verordnung
über Getränkeverpackungen
(VGV)

(Stand am 1. Januar 2008)814.621

vom 5. Juli 2000 (Stand am 1. Januar 2008)

Der Schweizerische Bundesrat,

gestützt auf die Artikel 30a Buchstabe b, 30b Absatz 2, 30d, 32abis, 39 Absatz 1
und 46 Absatz 2 des Umweltschutzgesetzes vom 7. Oktober 19831,
sowie in Ausführung des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 19952 über
die technischen Handelshemmnisse,

verordnet:

1 SR 814.01

2 SR 946.51

1. Abschnitt: Allgemeine Bestimmungen

Art. 1 Gegenstand und Geltungsbereich  

1 Die­se Ver­ord­nung re­gelt:

a.
die Ab­ga­be und die Rück­nah­me von Ge­trän­ke­ver­pa­ckun­gen für die Ver­wen­dung im In­land;
b.
die Fi­nan­zie­rung der Ent­sor­gung von Ge­trän­ke­ver­pa­ckun­gen aus Glas.

2 Sie gilt für die Ver­pa­ckun­gen al­ler Ge­trän­ke; aus­ge­nom­men sind Ver­pa­ckun­gen für Milch und Milch­pro­duk­te.

Art. 2 Begriffe  

1 Als Mehr­weg­ver­pa­ckun­gen gel­ten Ge­trän­ke­ver­pa­ckun­gen, die zur Wie­der­be­fül­lung vor­ge­se­hen sind.

2 Als Ein­weg­ver­pa­ckun­gen gel­ten Ge­trän­ke­ver­pa­ckun­gen, die nicht zur Wie­der­be­fül­lung vor­ge­se­hen sind.

3 Als Ver­wer­tungvon Ge­trän­ke­ver­pa­ckun­gen gilt die Her­stel­lung neu­er Ver­pa­ckun­gen oder an­de­rer Pro­duk­te aus ge­brauch­ten Ver­pa­ckun­gen.

2. Abschnitt: Anforderungen an Getränkeverpackungen

Art. 3 Zusammensetzung  

Händ­ler, Her­stel­ler und Im­por­teu­re dür­fen Ge­trän­ke nur in Ver­pa­ckun­gen ab­ge­ben, die bei der Samm­lung, Be­hand­lung oder Ver­wer­tung durch be­ste­hen­de Or­ga­ni­sa­tio­nen nicht zu er­heb­li­chen Mehr­kos­ten oder zu er­heb­li­chen tech­ni­schen Schwie­rig­kei­ten füh­ren.

Art. 4 Kennzeichnung  

Händ­ler, Her­stel­ler und Im­por­teu­re, die Ge­trän­ke an Ver­brau­cher ab­ge­ben, müs­sen:

a.
Mehr­weg­ver­pa­ckun­gen als sol­che kenn­zeich­nen; dies gilt nicht für Re­stau­ra­ti­ons­be­trie­be;
b.
auf pfand­be­las­te­ten Ge­trän­ke­ver­pa­ckun­gen das er­ho­be­ne Pfand an­ge­ben;
c.
auf Ein­weg­ver­pa­ckun­gen aus PVC den Na­men und die Adres­se ei­nes Rück­nah­me­pflich­ti­gen im In­land an­ge­ben.

3. Abschnitt: Abgabe und Rücknahme von Getränkeverpackungen

Art. 5 Pfandpflicht bei Mehrwegverpackungen  

1 Händ­ler, Her­stel­ler und Im­por­teu­re, die Ge­trän­ke in Mehr­weg­ver­pa­ckun­gen an Ver­brau­cher ab­ge­ben, müs­sen ein Pfand er­he­ben. Sie müs­sen Mehr­weg­ver­pa­ckun­gen, die sie in ih­rem Sor­ti­ment füh­ren, ge­gen Rück­er­stat­tung des Pfan­des zu­rück­neh­men.

2 Von die­sen Pflich­ten be­freit sind:

a.
In­ha­ber von Re­stau­ra­ti­ons­be­trie­ben, die das Ein­sam­meln der Mehr­weg­ver­pa­ckun­gen si­cher­stel­len;
b.
Händ­ler, Her­stel­ler und Im­por­teu­re, die bei der Haus­lie­fe­rung den Ver­brau­chern für die nicht zu­rück­ge­ge­be­nen Mehr­weg­ver­pa­ckun­gen einen Be­trag in der Hö­he des Pfan­des in Rech­nung stel­len.

3 Das Pfand be­trägt für al­le Mehr­weg­ver­pa­ckun­gen min­des­tens 30 Rap­pen.

Art. 6 Pfandpflicht bei Einwegverpackungen aus PVC  

1 Händ­ler, Her­stel­ler und Im­por­teu­re, die Ge­trän­ke in Ein­weg­ver­pa­ckun­gen aus PVC an Ver­brau­cher ab­ge­ben, müs­sen ein Pfand er­he­ben. Sie müs­sen Ein­weg­ver­pa­ckun­gen aus PVC, die sie in ih­rem Sor­ti­ment füh­ren, ge­gen Rück­er­stat­tung des Pfan­des zu­rück­neh­men und auf ei­ge­ne Rech­nung der Ver­wer­tung zu­füh­ren.

2 Von die­sen Pflich­ten be­freit sind In­ha­ber von Re­stau­ra­ti­ons­be­trie­ben, die das Ein­sam­meln der Ein­weg­ver­pa­ckun­gen aus PVC si­cher­stel­len.

3 Das Pfand be­trägt für al­le Ein­weg­ver­pa­ckun­gen aus PVC min­des­tens 30 Rap­pen.

Art. 7 Subsidiäre Rücknahmepflicht bei Einwegverpackungen aus PET und Metall  

1 Händ­ler, Her­stel­ler und Im­por­teu­re, die Ge­trän­ke in Ein­weg­ver­pa­ckun­gen aus PET oder Me­tall an Ver­brau­cher ab­ge­ben und die Ent­sor­gung al­ler von ih­nen ab­ge­ge­be­nen Ver­pa­ckun­gen nicht durch fi­nan­zi­el­le Bei­trä­ge an ei­ne pri­va­te Or­ga­ni­sa­ti­on si­cher­stel­len, müs­sen:

a.
sol­che Ein­weg­ver­pa­ckun­gen in al­len Ver­kaufs­stel­len wäh­rend den ge­sam­ten Öff­nungs­zei­ten zu­rück­neh­men;
b.
sol­che Ein­weg­ver­pa­ckun­gen auf ei­ge­ne Rech­nung der Ver­wer­tung zu­füh­ren; und
c.
in den Ver­kaufs­stel­len an gut sicht­ba­rer Stel­le deut­lich dar­auf hin­wei­sen, dass sie sol­che Ein­weg­ver­pa­ckun­gen zu­rück­neh­men.

2 Vor­be­hal­ten blei­ben be­son­de­re Mass­nah­men des Eid­ge­nös­si­schen De­par­te­ments für Um­welt, Ver­kehr, Ener­gie und Kom­mu­ni­ka­ti­on (UVEK) nach Ar­ti­kel 8.

Art. 8 Massnahmen bei ungenügender Verwertungsquote  

1 Die Ver­wer­tungs­quo­te bei Ge­trän­ke­ver­pa­ckun­gen aus Glas, PET und Alu­mi­ni­um soll je min­des­tens 75 Pro­zent be­tra­gen. Die Ver­wer­tungs­quo­te ei­nes Ver­pa­ckungs­ma­te­ri­als ist der pro­zen­tua­le An­teil der wäh­rend ei­nes Ka­len­der­jah­res ver­wer­te­ten Ver­pa­ckun­gen am ge­sam­tenfür die Ver­wen­dung im In­land ab­ge­ge­be­nenGe­wichtder Ein­weg­ver­pa­ckun­gen aus die­sem Ma­te­ri­al.

2 Wenn die Ver­wer­tungs­quo­te nicht er­reicht wird, kann das UVEK Händ­ler, Her­stel­ler und Im­por­teu­re ver­pflich­ten:

a.
auf Ein­weg­ver­pa­ckun­gen aus den be­trof­fe­nen Ma­te­ria­li­en ein Min­dest­pfand zu er­he­ben;
b.
sol­che Ver­pa­ckun­gen ge­gen Rück­er­stat­tung des Pfan­des zu­rück­zu­neh­men; und
c.
die zu­rück­ge­nom­me­nen Ver­pa­ckun­gen auf ei­ge­ne Rech­nung der Ver­wer­tung zu­zu­füh­ren.

3 Das UVEK kann die Pfand­pflicht auf die­je­ni­gen Ver­pa­ckun­gen ein­schrän­ken, wel­che die we­sent­li­che Ur­sa­che für die un­ge­nü­gen­de Ver­wer­tungs­quo­te bil­den. Es kann Aus­nah­men von der Pfand­pflicht fest­le­gen, wenn die Ver­wer­tung der Ver­pa­ckun­gen auf an­de­re Wei­se si­cher­ge­stellt ist.

4 Ge­ben Her­stel­ler und Im­por­teu­re jähr­lich mehr als 100 t ver­wert­ba­re Ein­weg­ver­pa­ckun­gen aus ei­nem an­de­ren Ver­pa­ckungs­ma­te­ri­al als Glas, PET, Alu­mi­ni­um oder PVC ab, so kann das UVEK auch für die­ses ei­ne Min­dest­ver­wer­tungs­quo­te und Mass­nah­men nach Ab­satz 2 fest­le­gen.

4. Abschnitt: Vorgezogene Entsorgungsgebühr für Getränkeverpackungen aus Glas

Art. 9 Gebührenpflicht  

1 Her­stel­ler, die lee­re Ge­trän­ke­ver­pa­ckun­gen aus Glas für die Ver­wen­dung im In­land ab­ge­ben und Im­por­teu­re, die sol­che Ver­pa­ckun­gen ein­füh­ren, müs­sen für die­se ei­ner vom Bun­des­amt für Um­welt (BA­FU)3 be­auf­trag­ten Or­ga­ni­sa­ti­on (Or­ga­ni­sa­ti­on) ei­ne vor­ge­zo­ge­ne Ent­sor­gungs­ge­bühr (Ge­bühr) ent­rich­ten.

2 Die Ge­büh­ren­pflicht gilt auch für Im­por­teu­re, die be­füll­te Ge­trän­ke­ver­pa­ckun­gen aus Glas ein­füh­ren.

3 Kei­ne Ge­bühr müs­sen ent­rich­ten:

a.
Her­stel­ler und Im­por­teu­re, die Ge­trän­ke­ver­pa­ckun­gen mit ei­nem Füll­­vo­lu­men von we­ni­ger als 0,09 l ab­ge­ben oder ein­füh­ren;
b.
Her­stel­ler und Im­por­teu­re, die pro Ka­len­der­halb­jahr we­ni­ger als 1000 Ge­trän­ke­ver­pa­ckun­gen ab­ge­ben oder ein­füh­ren.

3 Die Be­zeich­nung der Ver­wal­tungs­ein­heit wur­de in An­wen­dung von Art. 16 Abs. 3 der Pu­bli­ka­ti­ons­ver­ord­nung vom 17. Nov. 2004 (SR 170.512.1) an­ge­passt. Die­se An­pas­sung wur­de im gan­zen Text vor­ge­nom­men.

Art. 10 Höhe der Gebühr  

1 Die Ge­bühr pro Ge­trän­ke­ver­pa­ckung be­trägt min­des­tens 1 und höchs­tens 10 Rap­pen.

2 Das UVEK legt die Hö­he der Ge­bühr auf Grund der vor­aus­sicht­li­chen Kos­ten der Tä­tig­kei­ten nach Ar­ti­kel 12 fest. Es hört vor­gän­gig die in­ter­es­sier­ten Krei­se an.

3 Die Or­ga­ni­sa­ti­on muss die Ver­brau­cher über die Hö­he der Ge­bühr in ge­eig­ne­ter Wei­se in Kennt­nis set­zen.

Art. 11 Mitteilungspflicht und Fälligkeit  

1 Ge­büh­ren­pflich­ti­ge müs­sen der Or­ga­ni­sa­ti­on spä­tes­tens 30 Ta­ge nach Ab­lauf ei­nes Ka­len­der­halb­jah­res die An­zahl der ge­büh­ren­be­las­te­ten Ge­trän­ke­ver­pa­ckun­gen mit­tei­len, die sie wäh­rend die­ses Zeit­rau­mes ab­ge­ge­ben oder ein­ge­führt ha­ben. Sie glie­dern die An­ga­ben nach den Vor­ga­ben der Or­ga­ni­sa­ti­on und nach der Ge­büh­ren­hö­he.

2 Die Ge­bühr für die wäh­rend ei­nes Ka­len­der­halb­jah­res ab­ge­ge­be­nen oder ein­ge­führ­ten Ver­pa­ckun­gen wird je­weils 60 Ta­ge nach des­sen Ab­lauf fäl­lig. Bei ver­spä­te­ter Zah­lung ist ein Ver­zugs­zins ge­schul­det; auf Vor­aus­zah­lun­gen kann die Or­ga­ni­sa­ti­on einen Ver­gü­tungs­zins ge­wäh­ren.

3 Über­trägt die Or­ga­ni­sa­ti­on die Er­he­bung der Ge­bühr der Eid­ge­nös­si­schen Zoll­ver­wal­tung, so gilt für die Er­he­bung, die Fäl­lig­keit und die Zin­sen sinn­ge­mä­ss die Zoll­ge­setz­ge­bung.

Art. 12 Verwendung der Gebühr  

Die Or­ga­ni­sa­ti­on muss die Ge­bühr für fol­gen­de Tä­tig­kei­ten ver­wen­den:

a.
die Samm­lung und den Trans­port von Alt­glas;
b.
das Rei­ni­gen und Sor­tie­ren von in­tak­ten Ge­trän­ke­ver­pa­ckun­gen aus Glas;
c.
das Rei­ni­gen und Auf­be­rei­ten von Glas­scher­ben zur Her­stel­lung von Ver­pa­ckun­gen und an­de­ren Pro­duk­ten;
d.
die In­for­ma­ti­on, ins­be­son­de­re zur För­de­rung der Wie­der­ver­wen­dung und der Ver­wer­tung von Ge­trän­ke­ver­pa­ckun­gen aus Glas; für die In­for­ma­ti­on dür­fen höchs­tens 10 Pro­zent der jähr­li­chen Ge­büh­ren­ein­nah­men ver­wen­det wer­den;
e.
die Rück­er­stat­tung von Ge­büh­ren (Art. 14);
f.
ih­re ei­ge­nen Tä­tig­kei­ten im Rah­men des Auf­tra­ges des BA­FU.
Art. 13 Zahlungen an Dritte  

1 Wer Zah­lun­gen der Or­ga­ni­sa­ti­on für Tä­tig­kei­ten nach Ar­ti­kel 12 be­an­sprucht, muss die­ser bis spä­tes­tens 31. März des nach­fol­gen­den Jah­res ein be­grün­de­tes Ge­such ein­rei­chen. Die Or­ga­ni­sa­ti­on kann die An­ga­ben be­stim­men, wel­che die Ge­su­che ent­hal­ten müs­sen.

2 Die Or­ga­ni­sa­ti­on leis­tet Zah­lun­gen an Drit­te nur, so­weit die­se die Tä­tig­kei­ten wirt­schaft­lich und sach­ge­mä­ss aus­füh­ren. Sie kann zu die­sem Zweck Ab­klä­run­gen durch­füh­ren.

3 Die Or­ga­ni­sa­ti­on leis­tet Zah­lun­gen für Tä­tig­kei­ten nach Ar­ti­kel 12 Buch­sta­ben a–d auf Grund der ver­füg­ba­ren Mit­tel. Sie be­rück­sich­tigt da­bei ins­be­son­de­re die Men­ge und Qua­li­tät des Alt­gla­ses und die Be­las­tung der Um­welt durch die­se Tä­tig­kei­ten.

Art. 14 Rückerstattung  

1 Wer Ge­trän­ke­ver­pa­ckun­gen, auf de­nen ei­ne Ge­bühr ent­rich­tet wor­den ist, ex­por­tiert, hat auf be­grün­de­tes Ge­such hin An­spruch auf Rück­er­stat­tung der Ge­bühr.

2 Be­trägt der Rück­er­stat­tungs­an­spruch we­ni­ger als 25 Fran­ken, so wird er nicht aus­be­zahlt.

3 Ge­su­che um Rück­er­stat­tung der Ge­bühr kön­nen bei der Or­ga­ni­sa­ti­on für je­des Ka­len­der­halb­jahr ein­ge­reicht wer­den, müs­sen aber spä­tes­tens bis 31. März des nach­fol­gen­den Jah­res ge­stellt wer­den.

Art. 15 Organisation  

1 Das BA­FU be­auf­tragt ei­ne ge­eig­ne­te pri­va­te Or­ga­ni­sa­ti­on mit der Er­he­bung, der Ver­wal­tung und der Ver­wen­dung der Ge­bühr. Die Or­ga­ni­sa­ti­on darf kei­ne wirt­schaft­li­chen In­ter­es­sen im Zu­sam­men­hang mit der Her­stel­lung, der Ein- oder Aus­fuhr, der Ab­ga­be oder der Ent­sor­gung von Ge­trän­ke­ver­pa­ckun­gen wahr­neh­men.

2 Das BA­FU schliesst mit der Or­ga­ni­sa­ti­on je­weils für längs­tens fünf Jah­re einen Ver­trag ab. Die­ser re­gelt ins­be­son­de­re den An­teil der Ge­bühr, den die Or­ga­ni­sa­ti­on für ih­re ei­ge­nen Tä­tig­kei­ten be­an­spru­chen darf, so­wie die Vor­aus­set­zun­gen und Fol­gen ei­ner vor­zei­ti­gen Ver­trags­auf­lö­sung.

3 Die Or­ga­ni­sa­ti­on muss un­ab­hän­gi­ge Drit­te mit der Re­vi­si­on be­trau­en. Sie muss ih­nen al­le er­for­der­li­chen Aus­künf­te er­tei­len und Ak­ten­ein­sicht ge­wäh­ren.

4 Sie kann mit der Eid­ge­nös­si­schen Zoll­ver­wal­tung die Er­he­bung der Ge­bühr bei der Ein­fuhr ver­ein­ba­ren. Die Eid­ge­nös­si­sche Zoll­ver­wal­tung kann sich da­bei ver­pflich­ten, der Or­ga­ni­sa­ti­on die An­ga­ben in den Zoll­de­kla­ra­tio­nen so­wie wei­te­re Fest­stel­lun­gen im Zu­sam­men­hang mit der Ein- oder Aus­fuhr von Ge­trän­ke­ver­pa­ckun­gen mit­zu­tei­len.

5 Die Or­ga­ni­sa­ti­on wahrt ge­gen­über Drit­ten das Ge­schäfts­ge­heim­nis der Ge­büh­ren­pflich­ti­gen.

Art. 16 Aufsicht über die Organisation  

1 Das BA­FU be­auf­sich­tigt die Or­ga­ni­sa­ti­on. Es kann ihr Wei­sun­gen er­tei­len, ins­be­son­de­re über die Ver­wen­dung der Ge­bühr.

2 Die Or­ga­ni­sa­ti­on muss dem BA­FU al­le er­for­der­li­chen Aus­künf­te er­tei­len so­wie Ak­ten­ein­sicht ge­wäh­ren.

3 Sie muss dem BA­FU jähr­lich bis spä­tes­tens am 31. Mai einen Be­richt über ih­re Tä­tig­kei­ten im Vor­jahr ein­rei­chen. Die­ser Be­richt muss ins­be­son­de­re ent­hal­ten:

a.
die Jah­res­rech­nung;
b.
den Re­vi­si­ons­be­richt;
c.
die An­zahl der ihr für das Vor­jahr mit­ge­teil­ten ge­büh­ren­be­las­te­ten Ge­trän­ke­ver­pa­ckun­gen, auf­ge­glie­dert nach der Ge­büh­ren­hö­he;
d.
ei­ne Auf­stel­lung über die Ver­wen­dung der Ge­bühr nach Be­trag, Zweck und Emp­fän­ger.

4 Das BA­FU ver­öf­fent­licht den Be­richt; vor­be­hal­ten sind An­ga­ben, die un­ter das Ge­schäfts- oder Fa­bri­ka­ti­ons­ge­heim­nis fal­len oder Rück­schlüs­se dar­auf er­mög­­li­chen.

Art. 17 Verfahren 4  

1 Über Ge­su­che um Rück­er­stat­tung der Ge­bühr (Art. 14) und Zah­lun­gen an Drit­te (Art. 13) ent­schei­det die Or­ga­ni­sa­ti­on durch Ver­fü­gung.

2 ...5

4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 80 der V vom 8. Nov. 2006 über die An­pas­sung von Bun­des­rats­ver­ord­nun­gen an die To­tal­re­vi­si­on der Bun­des­rechts­pfle­ge, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 4705).

5 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. II 80 der V vom 8. Nov. 2006 über die An­pas­sung von Bun­des­rats­ver­ord­nun­gen an die To­tal­re­vi­si­on der Bun­des­rechts­pfle­ge, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 4705).

5. Abschnitt: Mitteilungspflichten

Art. 18 Herstellung und Import  

Her­stel­ler und Im­por­teu­re von Ge­trän­ken müs­sen dem BA­FU nach des­sen Vor­ga­ben je­weils bis En­de Fe­bru­ar mit­tei­len:

a.
das im Vor­jahr für den In­land­ver­brauch her­ge­stell­te oder ein­ge­führ­te Ge­trän­ke­vo­lu­men, auf­ge­glie­dert nach Mehr­weg- und Ein­weg­ver­pa­ckun­gen, nach Ver­pa­ckungs­ma­te­ria­li­en und Ge­trän­ke­ar­ten;
b.
das Ge­wicht der ver­wert­ba­ren Ein­weg­ver­pa­ckun­gen, die für die im Vor­jahr für den In­land­ver­brauch her­ge­stell­ten oder ein­ge­führ­ten Ge­trän­ke ver­wen­det wur­den, auf­ge­glie­dert nach Ver­pa­ckungs­ma­te­ria­li­en und Ge­trän­ke­ar­ten.
Art. 19 Rücknahme und Verwertung  

1 Händ­ler, Her­stel­ler und Im­por­teu­re, die ver­pflich­tet sind, Ein­weg­ver­pa­ckun­gen zu­rück­zu­neh­men (Art. 6 Abs. 1, Art. 7 Abs. 1, Art. 8 Abs. 2), müs­sen dem BA­FU je­weils bis En­de Fe­bru­ar für das Vor­jahr das Ge­wicht der zu­rück­ge­nom­me­nen und der ver­wer­te­ten Ver­pa­ckun­gen mit­tei­len. Die An­ga­ben sind nach den Ver­pa­ckungs­ma­te­ria­li­en auf­zu­glie­dern.

2 Wer ge­werbs­mäs­sig Ge­trän­ke­ver­pa­ckun­gen ver­wer­tet, zur Ver­wer­tung ein­führt oder aus­führt, muss dem BA­FU für je­des Ver­pa­ckungs­ma­te­ri­al je­weils bis En­de Fe­bru­ar für das Vor­jahr das Ge­wicht, die Ver­wer­tungs­un­ter­neh­mung und die Art der Ver­wer­tung mit­tei­len.

Art. 20 Mitteilung an private Meldestellen  

1 Mit­tei­lungs­pflich­ti­ge kön­nen die An­ga­ben auch bis En­de Fe­bru­ar pri­va­ten Mel­de­stel­len mit­tei­len. In die­sem Fall müs­sen sie da­für sor­gen, dass die Mel­de­stel­len die An­ga­ben zu­sam­men­fas­sen und dem BA­FU je­weils bis En­de April mit­tei­len.

2 Das BA­FU ist be­rech­tigt, al­le Ein­zel­mel­dun­gen ein­zu­se­hen.

6. Abschnitt: Schlussbestimmungen

Art. 21 Vollzug  

Die Kan­to­ne voll­zie­hen die­se Ver­ord­nung, so­weit der Voll­zug nicht ei­ner Bun­des­be­hör­de über­tra­gen ist.

Art. 22 Aufhebung und Änderung bisherigen Rechts  

1 Die Ver­ord­nung vom 22. Au­gust 19906 über Ge­trän­ke­ver­pa­ckun­gen wird auf­ge­ho­ben.

2 ...7

6 [AS 1990 1480, 1995 5505, 1998 832]

7 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. IV 33 der V vom 22. Aug. 2007 zur for­mel­len Be­rei­ni­gung des Bun­des­rechts, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2008 (AS 20074477).

Art. 23 Inkrafttreten  

1 Die­se Ver­ord­nung tritt un­ter Vor­be­halt von Ab­satz 2 am 1. Ja­nu­ar 2001 in Kraft.

2 Das UVEK legt das In­kraft­tre­ten der Ar­ti­kel 9–14, 16 und 178 gleich­zei­tig mit dem Er­lass der Ver­ord­nung über die Hö­he der vor­ge­zo­ge­nen Ent­sor­gungs­ge­bühr für Ge­trän­ke­ver­pa­ckun­gen aus Glas (Art. 10 Abs. 2) fest.

8 Ge­mä­ss Art. 2 der V über die Hö­he der vor­ge­zo­ge­nen Ent­sor­gungs­ge­bühr für Ge­trän­ke­ver­pa­ckun­gen aus Glas vom 7. Sept. 2001, in Kraft seit 1. Jan. 2002 (SR 814.621.4).

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