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Verordnung
zur Reduktion von Risiken beim Umgang
mit bestimmten besonders gefährlichen Stoffen,
Zubereitungen und Gegenständen
(Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung, ChemRRV)

vom 18. Mai 2005 (Stand am 1. Juni 2021)

Der Schweizerische Bundesrat,

gestützt auf die Artikel 2 Absatz 4, 19, 22 Absatz 2, 24, 38, 39 Absatz 2,
44 Absatz 2, 45 Absätze 2 und 5 sowie 46 Absatz 1 des Chemikaliengesetzes
vom 15. Dezember 20001 (ChemG),
auf die Artikel 27 Absatz 2, 29, 30a, 30b, 30c Absatz 3, 30d, 32abis, 38 Absatz 3,
39 Absätze 1 und 1bis, 41 Absatz 3, 44 Absätze 2 und 3, 46 Absätze 2 und 3,
48 Absatz 2 und 63 Absatz 2 des Umweltschutzgesetzes vom 7. Oktober 19832 (USG),
auf die Artikel 9 Absatz 2 Buchstabe c, 27 Absatz 2 und 48 Absatz 2
des Gewässerschutzgesetzes vom 24. Januar 19913
und auf Artikel 15 Absätze 4 und 5 des Lebensmittelgesetzes vom 20. Juni 20144,
in Ausführung des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 19955
über die technischen Handelshemmnisse,6

verordnet:

1 SR 813.1

2 SR 814.01

3 SR 814.20

4 SR 817.0

5 SR 946.51

6 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 25. Okt. 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 5963).

1. Kapitel: Allgemeine Bestimmungen

Art. 1 Gegenstand und Geltungsbereich  

1 Die­se Ver­ord­nung:

a.
ver­bie­tet den Um­gang mit den in den An­hän­gen ge­re­gel­ten be­son­ders ge­fähr­li­chen Stof­fen, Zu­be­rei­tun­gen und Ge­gen­stän­den oder schränkt ihn ein;
b.
re­gelt die per­sön­li­chen und fach­li­chen Vor­aus­set­zun­gen für den Um­gang mit be­stimm­ten be­son­ders ge­fähr­li­chen Stof­fen, Zu­be­rei­tun­gen und Ge­gen­stän­den.

2 Für Stof­fe, Zu­be­rei­tun­gen und Ge­gen­stän­de, die nach Ar­ti­kel 7 Ab­satz 6 USG Ab­fäl­le sind, gel­ten un­ter Vor­be­halt spe­zi­fi­scher Ent­sor­gungs­vor­schrif­ten die­ser Ver­ord­nung:

a.7
die Ab­fall­ver­ord­nung vom 4. De­zem­ber 20158;
b.9
die Ver­ord­nung vom 22. Ju­ni 200510 über den Ver­kehr mit Ab­fäl­len; und
c.
die Ver­ord­nung vom 14. Ja­nu­ar 199811 über die Rück­ga­be, die Rück­nah­me und die Ent­sor­gung elek­tri­scher und elek­tro­ni­scher Ge­rä­te.

3 Die­se Ver­ord­nung gilt nicht für:

a.
den Trans­port von Stof­fen, Zu­be­rei­tun­gen und Ge­gen­stän­den auf der Stras­se, der Schie­ne, dem Was­ser, in der Luft und in Rohr­lei­tungs­an­la­gen;
b.12
die Durch­fuhr von Stof­fen, Zu­be­rei­tun­gen und Ge­gen­stän­den un­ter Zoll­über­wa­chung, so­fern da­bei kei­ne Be- oder Ver­ar­bei­tung er­folgt.

7 Fas­sung ge­mä­ss An­hang 6 Ziff. 11 der Ab­fall­ver­ord­nung vom 4. Dez. 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 5699).

8 SR 814.600

9 Fas­sung ge­mä­ss An­hang 3 Ziff. II 8 der V vom 22. Ju­ni 2005 über den Ver­kehr mit Ab­fäl­len, in Kraft seit 1. Jan. 2006 (AS 2005 4199).

10SR 814.610

11 SR 814.620

12 Fas­sung ge­mä­ss An­hang 4 Ziff. 45 der Zoll­ver­ord­nung vom 1. Nov. 2006, in Kraft seit 1. Mai 2007 (AS 2007 1469).

Art. 2 Begriffe  

Un­ter Vor­be­halt spe­zi­fi­scher Be­griffs­be­stim­mun­gen in den An­hän­gen be­deu­ten in die­ser Ver­ord­nung:13

a.
Her­stel­le­rin: je­de na­tür­li­che oder ju­ris­ti­sche Per­son, die Stof­fe, Zu­be­rei­tun­gen oder Ge­gen­stän­de be­ruf­lich oder ge­werb­lich her­stellt, ge­winnt oder ein­führt; als Her­stel­le­rin gilt auch, wer Stof­fe, Zu­be­rei­tun­gen oder Ge­gen­stän­de in der Schweiz be­zieht und sie in un­ver­än­der­ter Zu­sam­men­set­zung un­ter ei­ge­nem Han­dels­na­men oder für einen an­de­ren Ver­wen­dungs­zweck be­ruf­lich oder ge­werb­lich ab­gibt; lässt ei­ne Per­son einen Stoff, ei­ne Zu­be­rei­tung oder einen Ge­gen­stand durch einen Drit­ten in der Schweiz her­stel­len, so gilt sie als al­lei­ni­ge Her­stel­le­rin, so­fern sie in der Schweiz Wohn­sitz oder Ge­schäfts­sitz hat;
b.
Händ­le­rin:je­de na­tür­li­che oder ju­ris­ti­sche Per­son, die Stof­fe, Zu­be­rei­tun­gen oder Ge­gen­stän­de in der Schweiz be­zieht und sie in un­ver­än­der­ter Zu­sam­men­set­zung ge­werb­lich ab­gibt.

13 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 7. Nov. 2012, in Kraft seit 1. Dez. 2012 (AS 2012 6161).

2. Kapitel: Umgang mit Stoffen, Zubereitungen und Gegenständen

1. Abschnitt: Einschränkungen, Verbote und Ausnahmebewilligungen

Art. 3  

1 Die Ein­schrän­kun­gen und Ver­bo­te des Um­gangs mit be­stimm­ten Stof­fen, Zu­be­rei­tun­gen und Ge­gen­stän­den so­wie die Aus­nah­me­be­wil­li­gun­gen da­zu sind in den An­hän­gen ge­re­gelt.

2 Aus­nah­me­be­wil­li­gun­gen nach den An­hän­gen wer­den nur Per­so­nen er­teilt, die ih­ren Wohn- oder Ge­schäfts­sitz in der Schweiz ha­ben.

2. Abschnitt: Anwendungsbewilligungen

Art. 4 Bewilligungspflichtige Anwendungen 14  

Für fol­gen­de An­wen­dun­gen ist ei­ne Be­wil­li­gung der nach­ste­hen­den Be­hör­den nö­tig:

An­wen­dung

Be­wil­li­gungs­be­hör­de

a.
die be­ruf­li­che oder ge­werb­li­che An­wen­dung von Mit­teln zum
Schutz von Pflan­zen ge­gen Na­ge­‑
tie­re (Ro­den­ti­zi­de) bei über­be­-
trieb­li­chem oder ma­schi­nel­lem Ein­satz

kan­to­na­le Be­hör­de; für re­gio­na­le und über­re­gio­na­le An­wen­dun­gen im Ein­ver­neh­men mit dem Bun­des­amt für Le­bens­mit­tel­si­cher­heit und Ve­te­ri­när­we­sen (BLV), dem Bun­des­amt für Land­wirt­schaft (BLW) und dem Bun­des­amt für Um­welt (BA­FU)

b.15
das Ver­sprü­hen und Aus­streu­en
von Pflan­zen­schutz­mit­teln, Bio­zid­pro­duk­ten und Dün­gern aus
der Luft

Bun­des­amt für Zi­vil­luft­fahrt im Ein­ver­neh­men mit dem Bun­des­amt für Ge­sund­heit (BAG), dem BLV, dem BLW, dem Staats­se­kre­ta­ri­at für Wirt­schaft (SE­CO) und dem BA­FU

c.
die An­wen­dung von Pflan­zen­schutz­mit­teln und Dün­gern im Wald, so­weit sie nicht in ei­ne
Be­wil­li­gung nach Buch­sta­be a
oder b ein­ge­schlos­sen ist

kan­to­na­le Be­hör­de

14 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 6 der V vom 4. Sept. 2013 (Re­or­ga­ni­sa­ti­on im Be­reich Le­bens­mit­tel­si­cher­heit und Ve­te­ri­när­we­sen), in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 3041).

15 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 1. Ju­li 2015, in Kraft seit 1. Sept. 2015 (AS 2015 2367).

Art. 4a Bewilligungsfreie Anwendungen 16  

Ei­ne An­wen­dungs­be­wil­li­gung nach Ar­ti­kel 4 Buch­sta­be b ist nicht er­for­der­lich für das Aus­brin­gen von Or­ga­nis­men mit ei­nem un­be­mann­ten Luft­fahr­zeug.

16 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 1. Ju­li 2015, in Kraft seit 1. Sept. 2015 (AS 2015 2367).

Art. 5 Bewilligungsvoraussetzungen  

1 Ei­ne An­wen­dungs­be­wil­li­gung nach Ar­ti­kel 4 Buch­sta­be a oder c wird er­teilt, wenn bei der ge­plan­ten An­wen­dung kei­ne Ge­fähr­dung der Um­welt zu be­fürch­ten ist. Sie wird zeit­lich be­fris­tet und geo­gra­fisch be­grenzt.17

1bis Ei­ne An­wen­dungs­be­wil­li­gung nach Ar­ti­kel 4 Buch­sta­be b wird zeit­lich be­fris­tet, geo­gra­fisch be­grenzt und nur er­teilt, wenn bei der ge­plan­ten An­wen­dung:

a.
ein Aus­brin­gen vom Bo­den aus nicht prak­ti­ka­bel oder das Aus­brin­gen aus der Luft mit Vor­tei­len für den Schutz der mensch­li­chen Ge­sund­heit oder der Um­welt ver­bun­den ist;
b.
das Luft­fahrt­un­ter­neh­men Luft­fahr­zeu­ge und Aus­rüs­tun­gen mit der bes­ten ver­füg­ba­ren Tech­no­lo­gie zum Schutz der mensch­li­chen Ge­sund­heit und der Um­welt ein­setzt; und
c.
kei­ne Ge­fähr­dung der mensch­li­chen Ge­sund­heit und der Um­welt zu be­fürch­ten ist.18

2 An­wen­dungs­be­wil­li­gun­gen wer­den nur Per­so­nen er­teilt, die ih­ren Wohn- oder Ge­schäfts­sitz in der Schweiz, in ei­nem Mit­glied­staat der Eu­ro­päi­schen Uni­on (EU) oder der Eu­ro­päi­schen Frei­han­delsas­so­zia­ti­on (EFTA) ha­ben.

17 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 1. Ju­li 2015, in Kraft seit 1. Sept. 2015 (AS 2015 2367).

18 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 1. Ju­li 2015, in Kraft seit 1. Sept. 2015 (AS 2015 2367).

Art. 6 Koordination 19  

Ist ei­ne Bun­des­be­hör­de für die Be­wil­li­gung zu­stän­dig, so hört sie vor dem Ent­scheid die Be­hör­de des be­tref­fen­den Kan­tons ins­be­son­de­re da­zu an, ob ih­res Er­ach­tens die Be­wil­li­gungs­vor­aus­set­zun­gen er­füllt sind und wel­che Ne­ben­be­stim­mun­gen in ei­ner all­fäl­li­gen Be­wil­li­gung vor­ge­se­hen wer­den soll­ten. Die Bun­des­be­hör­de teilt der Be­hör­de des Kan­tons ih­ren Ent­scheid mit.

19 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 1. Ju­li 2015, in Kraft seit 1. Sept. 2015 (AS 2015 2367).

3. Abschnitt: Fachbewilligungen

Art. 7 Bewilligungspflichtiger Umgang mit Stoffen und Zubereitungen  

1 Die fol­gen­den Tä­tig­kei­ten dür­fen be­ruf­lich oder ge­werb­lich nur von na­tür­li­chen Per­so­nen mit ei­ner ent­spre­chen­den Fach­be­wil­li­gung oder als gleich­wer­tig an­er­kann­ten Qua­li­fi­ka­ti­on oder un­ter An­lei­tung sol­cher Per­so­nen aus­ge­übt wer­den:

a.
die Ver­wen­dung von:
1.
Pflan­zen­schutz­mit­teln,
2.
Schäd­lings­be­kämp­fungs­mit­teln im Auf­trag Drit­ter,
3.
Mit­teln zur Des­in­fek­ti­on des Ba­de­was­sers in Ge­mein­schafts­bä­dern,
4.
Holz­schutz­mit­teln;
b.20
der Um­gang mit Käl­te­mit­teln beim:
1.
Her­stel­len, In­stal­lie­ren, War­ten oder Ent­sor­gen von Ge­rä­ten oder An­la­gen, die der Küh­lung, Kli­ma­ti­sie­rung oder Wär­me­ge­win­nung die­nen,
2.
Ent­sor­gen von Käl­te­mit­teln.

2 Die Schäd­lings­be­kämp­fung mit Be­ga­sungs­mit­teln darf nur von na­tür­li­chen Per­so­nen mit ei­ner ent­spre­chen­den Fach­be­wil­li­gung oder als gleich­wer­tig an­er­kann­ten Qua­li­fi­ka­ti­on durch­ge­führt wer­den.

3 Das zu­stän­di­ge De­par­te­ment re­gelt die Ein­zel­hei­ten der Fach­be­wil­li­gun­gen. Es kann Aus­nah­men von der Be­wil­li­gungs­pflicht und für Fach­be­wil­li­gun­gen für die Schäd­lings­be­kämp­fung mit Be­ga­sungs­mit­teln ei­ne Be­fris­tung vor­se­hen. Bei sei­ner Re­ge­lung be­rück­sich­tigt es die Schutz­zie­le.

20 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 7. Nov. 2012, in Kraft seit 1. Dez. 2012 (AS 2012 6161).

Art. 8 Nachweis der Fachkenntnisse  

1 Ei­ne Fach­be­wil­li­gung wird der Per­son aus­ge­stellt, die in ei­ner Fach­prü­fung die für ih­re Tä­tig­keit not­wen­di­gen Kennt­nis­se nach­ge­wie­sen hat über:

a.
Grund­la­gen der Öko­lo­gie und To­xi­ko­lo­gie;
b.
Ge­setz­ge­bung über Um­welt-, Ge­sund­heits- und Ar­beit­neh­mer­schutz;
c.
Mass­nah­men zum Schut­ze der Um­welt und der Ge­sund­heit;
d.
Um­welt­ver­träg­lich­keit, sach­ge­rech­te Ver­wen­dung und Ent­sor­gung der Stof­fe, Zu­be­rei­tun­gen und Ge­gen­stän­de;
e.
Ge­rä­te und de­ren sach­ge­rech­te Hand­ha­bung.

2 Fach­be­wil­li­gun­gen aus Mit­glied­staa­ten der EU und der EFTA sind schwei­ze­ri­schen Fach­be­wil­li­gun­gen gleich­ge­stellt.

3 Das zu­stän­di­ge De­par­te­ment oder die von ihm be­zeich­ne­te Stel­le ent­schei­det auf An­trag ei­ner Schu­le oder ei­ner Be­rufs­bil­dungs­ein­rich­tung, ob ein be­stimm­ter Aus­bil­dungs­ab­schluss als ei­ner Fach­be­wil­li­gung gleich­wer­tig gilt.

4 Das zu­stän­di­ge De­par­te­ment legt fest, wel­che Stel­le un­ter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen Be­rufs­er­fah­rung als ei­ner Fach­be­wil­li­gung gleich­wer­tig an­er­kennt.

5 Die Ar­ti­kel 9–11 gel­ten sinn­ge­mä­ss für:

a.
Fach­be­wil­li­gun­gen aus Mit­glied­staa­ten der EU und der EFTA (Abs. 2);
b.
Aus­bil­dungs­ab­schlüs­se, die als ei­ner Fach­be­wil­li­gung gleich­wer­tig gel­ten (Abs. 3);
c.
Be­rufs­er­fah­rung, die als ei­ner Fach­be­wil­li­gung gleich­wer­tig an­er­kannt ist (Abs. 4).
Art. 9 Örtlicher Geltungsbereich  

Fach­be­wil­li­gun­gen sind für die gan­ze Schweiz gül­tig.

Art. 10 Weiterbildungsverpflichtung  

Wer ei­ne Fach­be­wil­li­gung be­sitzt und ent­spre­chend tä­tig ist, muss sich re­gel­mäs­sig über den Stand der bes­ten fach­li­chen Pra­xis in­for­mie­ren und sich wei­ter­bil­den.

Art. 11 Sanktionen  

1 Ver­stösst die In­ha­be­rin oder der In­ha­ber ei­ner Fach­be­wil­li­gung vor­sätz­lich oder wie­der­holt fahr­läs­sig ge­gen die für den An­wen­dungs­be­reich der Fach­be­wil­li­gung re­le­van­ten Vor­schrif­ten der Um­welt-, der Ge­sund­heits- oder der Ar­beit­neh­mer­schutz­ge­setz­ge­bung, so kann die kan­to­na­le Be­hör­de mit­tels Ver­fü­gung:

a.
von der be­tref­fen­den Per­son ver­lan­gen, dass sie einen Kurs be­sucht oder ei­ne Fach­prü­fung ab­legt; oder
b.
die Fach­be­wil­li­gung vor­über­ge­hend oder dau­ernd ent­zie­hen.

2 Die kan­to­na­le Be­hör­de in­for­miert das zu­stän­di­ge Bun­des­amt über die Ver­fü­gun­gen.

Art. 12 Zuständigkeiten  

1 Das Eid­ge­nös­si­sche De­par­te­ment für Um­welt, Ver­kehr, Ener­gie und Kom­mu­ni­ka­ti­on (UVEK) ist zu­stän­dig für Fach­be­wil­li­gun­gen nach Ar­ti­kel 7 Ab­satz 1 Buch­sta­be a Zif­fern 1 und 4 so­wie Buch­sta­be b.

2 Das Eid­ge­nös­si­sche De­par­te­ment des In­nern (EDI) ist zu­stän­dig für Fach­be­wil­li­gun­gen nach Ar­ti­kel 7 Ab­satz 1 Buch­sta­be a Zif­fern 2 und 3 so­wie Ab­satz 2.

3 Das De­par­te­ment legt fest:

a.
In­halt, Um­fang und Ver­fah­ren der Fach­prü­fun­gen;
b.
die Do­ku­men­ta­ti­ons­pflich­ten der Prü­fungs­stel­len.

4 Das De­par­te­ment oder die von ihm be­zeich­ne­te Stel­le be­stimmt die Prü­fungs­stel­len, wel­che die Fach­prü­fun­gen ab­neh­men und die Fach­be­wil­li­gun­gen aus­stel­len.

5 Das UVEK sorgt für Vor­be­rei­tungs­mög­lich­kei­ten für die Fach­prü­fun­gen in sei­nem Zu­stän­dig­keits­be­reich.

3. Kapitel: Vollzug

Art. 13 Kantone  

Die Kan­to­ne über­wa­chen die Ein­hal­tung der Be­stim­mun­gen die­ser Ver­ord­nung, so­weit die Zu­stän­dig­kei­ten nicht an­ders ge­re­gelt sind.

Art. 14 Bund  

Der Bund ist zu­stän­dig für:

a.21
die ihm in den Ar­ti­keln 4, 7–12 (Fach­be­wil­li­gun­gen) und 19 zu­ge­wie­se­nen Auf­ga­ben;
b.
die Er­tei­lung von Be­wil­li­gun­gen nach den An­hän­gen;
c.
den Voll­zug der Be­stim­mun­gen über die Ein- und Aus­fuhr;
d.
den Voll­zug, so­weit er Stof­fe, Zu­be­rei­tun­gen und Ge­gen­stän­de be­trifft, die der Lan­des­ver­tei­di­gung die­nen.

21 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 7. Nov. 2012, in Kraft seit 1. Dez. 2012 (AS 2012 6161).

Art. 15 Übertragung von Aufgaben und Befugnissen an Dritte  

1 Die zu­stän­di­gen Bun­des­stel­len kön­nen die ih­nen durch die­se Ver­ord­nung zu­ge­wie­se­nen Auf­ga­ben und Be­fug­nis­se ganz oder teil­wei­se ge­eig­ne­ten öf­fent­lich-recht­li­chen Kör­per­schaf­ten oder Pri­va­ten über­tra­gen.

2 So­weit die Über­tra­gung den Voll­zug des Ge­sund­heits­schut­zes be­trifft, ist sie ein­ge­schränkt auf die Ar­ti­kel 7–12 (Fach­be­wil­li­gun­gen) so­wie auf In­for­ma­ti­ons­tä­tig­kei­ten nach Ar­ti­kel 28 ChemG.

Art. 16 Besondere Vollzugsbestimmungen  

1 Bei Me­di­zin­pro­duk­ten rich­tet sich der Voll­zug nach der Me­di­zin­pro­duk­te­ver­ord­nung vom 17. Ok­to­ber 200122.

2 Bei Stof­fen, Zu­be­rei­tun­gen und Ge­gen­stän­den im Zu­sam­men­hang mit An­la­gen und Tä­tig­kei­ten, die der Lan­des­ver­tei­di­gung die­nen, gilt Ar­ti­kel 82 der Che­mi­ka­li­en­ver­ord­nung vom 5. Ju­ni 201523 (ChemV) ent­spre­chend.24

3 Für Dün­ger gel­ten die Voll­zugs­vor­schrif­ten der Dün­ger-Ver­ord­nung vom 10. Ja­nu­ar 200125 zu­sätz­lich.

22 SR 812.213

23 SR 813.11

24 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 1. Ju­li 2015, in Kraft seit 1. Sept. 2015 (AS 2015 2367).

25SR 916.171

Art. 17 Überwachung der Ein- und Ausfuhr  

1 Die Zoll­stel­len kon­trol­lie­ren auf Er­su­chen des BAG, des BLW oder des BA­FU, ob Stof­fe, Zu­be­rei­tun­gen oder Ge­gen­stän­de den Be­stim­mun­gen die­ser Ver­ord­nung ent­spre­chen.26

2 Bei Ver­dacht auf ei­ne Wi­der­hand­lung sind sie be­rech­tigt, die Wa­re an der Gren­ze zu­rück­zu­hal­ten und die üb­ri­gen Voll­zugs­be­hör­den nach die­ser Ver­ord­nung bei­zu­zie­hen. Die­se neh­men die wei­te­ren Ab­klä­run­gen vor und tref­fen die er­for­der­li­chen Mass­nah­men.

26 Fas­sung ge­mä­ss An­hang 4 Ziff. 45 der Zoll­ver­ord­nung vom 1. Nov. 2006, in Kraft seit 1. Mai 2007 (AS 2007 1469).

Art. 18 Kontrollen  

1 Die kan­to­na­len Voll­zugs­be­hör­den kon­trol­lie­ren Stof­fe, Zu­be­rei­tun­gen und Ge­gen­stän­de, die sich auf dem Markt be­fin­den, bei Her­stel­le­rin­nen, Händ­le­rin­nen und be­ruf­li­chen oder ge­werb­li­chen Ver­wen­de­rin­nen an­hand von Stich­pro­ben oder auf Er­su­chen des BAG, des BLW, des BA­FU oder des SE­CO. Sie über­prü­fen, ob die Stof­fe, Zu­be­rei­tun­gen und Ge­gen­stän­de den Be­stim­mun­gen der An­hän­ge ent­spre­chen, na­ment­lich was ih­re Zu­sam­men­set­zung, ih­re Kenn­zeich­nung und die In­for­ma­ti­on der Ab­neh­me­rin­nen über sie be­trifft.27

2 Sie kon­trol­lie­ren zu­dem, ob der Um­gang mit Stof­fen, Zu­be­rei­tun­gen und Ge­gen­stän­den den Vor­schrif­ten die­ser Ver­ord­nung ent­spricht.

3 Ge­ben die kon­trol­lier­ten Stof­fe, Zu­be­rei­tun­gen oder Ge­gen­stän­de selbst oder der Um­gang mit ih­nen An­lass zu Be­an­stan­dun­gen, so in­for­miert die kon­trol­lie­ren­de Be­hör­de die nach Ar­ti­kel 19 für die Ver­fü­gun­gen zu­stän­di­gen Be­hör­den. Sind dies kan­to­na­le Be­hör­den, so in­for­miert sie aus­ser­dem das BAG, das BA­FU und das SE­CO so­wie, bei Be­an­stan­dun­gen von Pflan­zen­schutz­mit­teln, das BLV und das BLW, und, bei Be­an­stan­dun­gen von Dün­gern, das BLW.28

27 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 1. Ju­li 2015, in Kraft seit 1. Sept. 2015 (AS 2015 2367).

28 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 1. Ju­li 2015, in Kraft seit 1. Sept. 2015 (AS 2015 2367).

Art. 19 Verfügungen auf Grund von Kontrollen  

Er­gibt ei­ne Kon­trol­le, dass Be­stim­mun­gen die­ser Ver­ord­nung ver­letzt sind, so ver­fügt die Bun­des­be­hör­de oder die Be­hör­de des Kan­tons, in dem die Her­stel­le­rin, die Händ­le­rin oder die Ver­wen­de­rin ih­ren Wohn- oder Ge­schäfts­sitz hat, die nö­ti­gen Mass­nah­men.

Art. 20 Fachberatung für die Verwendung von Düngern und Pflanzenschutzmitteln  

1 Die Kan­to­ne sor­gen da­für, dass für die Ver­wen­dung von Dün­gern und Pflan­zen­schutz­mit­teln ei­ne Fach­be­ra­tung an­ge­bo­ten wird; sie si­chern de­ren Fi­nan­zie­rung.

2 Sie kön­nen be­stim­men, dass Per­so­nen, die Dün­ger oder Pflan­zen­schutz­mit­tel in be­las­te­ten Ge­bie­ten be­ruf­lich oder ge­werb­lich ver­wen­den:

a.
sich zu die­sem Zweck von der Fach­be­ra­tung be­ra­ten las­sen müs­sen;
b.
die für die­se Be­ra­tung er­for­der­li­chen Be­triebs­da­ten zur Ver­fü­gung stel­len müs­sen.
Art. 21 Vertraulichkeit von Daten und Datenaustausch 29  

Die Ver­trau­lich­keit von Da­ten so­wie der Da­ten­aus­tausch un­ter Voll­zugs­be­hör­den und mit dem Aus­land rich­ten sich nach den Ar­ti­keln 73–76 ChemV30.

29 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 1. Ju­li 2015, in Kraft seit 1. Sept. 2015 (AS 2015 2367).

30 SR 813.11

Art. 22 Gebühren  

Die Ge­büh­ren­pflicht und die Ge­büh­ren­be­mes­sung für Ver­wal­tungs­hand­lun­gen der Bun­des­voll­zugs­be­hör­den nach die­ser Ver­ord­nung rich­ten sich nach der Che­mi­ka­li­en­ge­büh­ren­ver­ord­nung vom 18. Mai 200531.

4. Kapitel: Schlussbestimmungen

Art. 23 Übergangsbestimmungen  

1 Die Über­gangs­be­stim­mun­gen zu den Fach­be­wil­li­gun­gen nach den Ar­ti­keln 7–12 wer­den vom zu­stän­di­gen De­par­te­ment er­las­sen.

2 Aus­nah­me­be­wil­li­gun­gen, die auf Grund der Stoff­ver­ord­nung vom 9. Ju­ni 198632 er­teilt wor­den sind, blei­ben bis zum Ab­lauf ih­rer Be­fris­tung gül­tig.

3 Ge­su­che um Aus­nah­me­be­wil­li­gun­gen, die bei In­kraft­tre­ten die­ser Ver­ord­nung hän­gig sind, wer­den nach die­ser Ver­ord­nung be­ur­teilt.

32[AS 1986 1254, 1988 911, 1989 2702420, 1991 1981, 1992 1749, 1994 678, 1995 1491Art. 440 Ziff. 2 4425 An­hang 1 Ziff. II 14 5505, 1997 697, 1998 20092863An­hang 5 Ziff. 3, 1999 3913622045An­hang 2 Ziff. 3, 2000 703Ziff. II 9 1949 Art. 22 Abs. 2, 2001 522An­hang Ziff. 2 1758 3294 Ziff. II 6, 2003 94013455421Ziff. II 2, 2004 32094037Ziff. I 7. AS 2005 2695Ziff. I 1]

Art. 24 Inkrafttreten  

Die­se Ver­ord­nung tritt am 1. Au­gust 2005 in Kraft.

Anhänge 33

33 Bereinigt gemäss Ziff. I der V vom 17. April 2019, in Kraft seit 1. Juni 2019 (AS 2019 1495).

1 Bestimmungen für bestimmte Stoffe

1.1 Persistente organische Schadstoffe

1.2 Halogenierte organische Stoffe

1.3 Aliphatische Chlorkohlenwasserstoffe

1.4 Ozonschichtabbauende Stoffe

1.5 In der Luft stabile Stoffe

1.6 Asbest

1.7 Quecksilber

1.8 Octylphenol, Nonylphenol und deren Ethoxylate

1.9 Stoffe mit flammhemmender Wirkung

1.10 Krebserzeugende, erbgutverändernde und fortpflanzungsgefährdende Stoffe

1.11 Gefährliche flüssige Stoffe

1.12 Benzol und Homologe

1.13 Nitroaromaten, aromatische Amine und Azofarbstoffe

1.14 Zinnorganische Verbindungen

1.15 Teere

1.16 Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen

1.17 Stoffe nach Anhang XIV der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006

1.18 Phthalate

2 Bestimmungen für Gruppen von Zubereitungen und Gegenständen

2.1 Textilwaschmittel

2.2 Reinigungsmittel, Desodorierungsmittel und kosmetische Mittel

2.3 Lösungsmittel

2.4 Biozidprodukte

2.5 Pflanzenschutzmittel

2.6 Dünger

2.7 Auftaumittel

2.8 Anstrichfarben und Lacke

2.9 Kunststoffe, deren Monomere und Additive

2.10 Kältemittel

2.11 Löschmittel

2.12 Aerosolpackungen34

2.13 Brennstoffzusätze

2.14 Kondensatoren und Transformatoren

2.15 Batterien

2.16 Besondere Bestimmungen zu Metallen

2.17 Holzwerkstoffe

2.18 Elektro- und Elektronikgeräte

34 Ausdruck gemäss Ziff. I 2 der V vom 10. Dez. 2010, in Kraft seit 1. Febr. 2011 (AS 2011 113). Diese Anpassung wurde im ganzen Text vorgenommen.

Anhang 1

Bestimmungen für bestimmte Stoffe

Anhang 1.1 35

35 Fassung gemäss Ziff. II Abs. 1 der V vom 1. Juli 2015 (AS 2015 2367). Bereinigt gemäss Ziff. I der V vom 25. Okt. 2017 (AS 2017 5963) und vom 17. April 2019, in Kraft seit 1. Dez. 2019 (AS 2019 1495).

(Art. 3)

Persistente organische Schadstoffe

1 Verbote

1 Verboten sind die Herstellung, das Inverkehrbringen, die Einfuhr zu privaten Zwecken und die Verwendung von:

a.
persistenten organischen Schadstoffen nach Ziffer 3;
b.
Stoffen und Zubereitungen, die persistente organische Schadstoffe nach Ziffer 3 nicht nur als unvermeidliche Verunreinigung enthalten.

2 Neue Gegenstände dürfen nicht in Verkehr gebracht werden, wenn sie oder ihre Bestandteile persistente organische Schadstoffe nach Ziffer 3 nicht nur als unvermeidliche Verunreinigung enthalten.

3 Für Perfluoroctansulfonsäure und ihre Derivate (PFOS) gilt Anhang 1.16.

4 Für Elektro- und Elektronikgeräte, die Hexabrombiphenyl oder bromierte Diphenylether enthalten, gilt Anhang 2.18.

5 Für Decabromdiphenylether gilt Anhang 1.9 Ziffern 2 und 4.

2 Ausnahmen

1 Die Verbote nach Ziffer 1 Absatz 1 gelten nicht für:

a.
die Herstellung, das Inverkehrbringen und die Verwendung zu Analyse- und Forschungszwecken;
b.
aus Altölen hergestellte Schmieröle und -fette, wenn ihr Massengehalt an polychlorierten Biphenylen nicht mehr als 0,0001 Prozent (1 mg/kg) beträgt.

1bis Die Verbote nach Ziffer 1 Absatz 1 Buchstabe b gelten nicht für Stoffe und Zubereitungen, wenn:

a.
ihr Massengehalt an Alkanen C10–C13, Chlor- nicht mehr als 1 Prozent beträgt;
b.
ihr Massengehalt an bromierten Diphenylethern nach Ziffer 3 Buchstabe d jeweils nicht mehr als 0,001 Prozent (10 mg/kg) beträgt.

2 Das Verbot nach Ziffer 1 Absatz 2 gilt nicht für Gegenstände und ihre Bestandteile, wenn:

a.
ihr Massengehalt an Alkanen C10–C13, Chlor- nicht mehr als 0,15 Prozent beträgt;
b.
ihr Massengehalt an Tetra-, Penta-, Hexa- und Heptabromdiphenylether nach Ziffer 3 Buchstabe d jeweils nicht mehr als 0,001 Prozent (10 mg/kg) beträgt.

3 Die Verbote nach Ziffer 1 Absatz 1 Buchstabe b und Absatz 2 gelten zudem nicht für Zubereitungen und Gegenstände, die teilweise oder vollständig aus verwerteten Materialien oder aus Materialien aus zur Wiederverwendung aufbereiteten Abfällen hergestellt wurden, sofern ihr Massengehalt an Tetra-, Penta-, Hexa- und Heptabromdiphenylether nach Ziffer 3 Buchstabe d jeweils nicht mehr als 0,1 Prozent beträgt.

3 Liste der verbotenen persistenten organischen Schadstoffe

a.
Halogenierte Aliphaten
Hexachlorbutadien (CAS-Nr. 87-68-3);
Alkane C10-C13, Chlor- (CAS-Nr. 85535-84-8);
Perfluoroctansulfonsäure und ihre Derivate (PFOS);
Hexachlorcyclohexan (HCH, alle Isomeren);
Hexabromcyclododecane (HBCDD, Isomere der CAS-Nr. 25637-99-4, CAS-Nr. 3194-55-6, CAS-Nr. 134237-50-6, CAS-Nr. 134237-51-7 und CAS-Nr. 134237-52-8);
Aldrin (CAS-Nr. 309-00-2);
Chlordan (CAS-Nr. 57-74-9);
Chlordecon (Kepon, CAS-Nr. 143-50-0);
Dieldrin (CAS-Nr. 60-57-1);
Endosulfan (CAS-Nr. 115-29-7) und
seine Isomere (CAS-Nr. 959-98-8 und CAS-Nr. 33213-65-9);
Endrin (CAS-Nr. 72-20-8);
Heptachlor (CAS-Nr. 76-44-8) und
Heptachlorepoxid (CAS-Nr. 1024-57-3);
Mirex (CAS-Nr. 2385-85-5);
Toxaphen (CAS-Nr. 8001-35-2).
b.
Halogenierte Benzole
Pentachlorbenzol (CAS-Nr. 608-93-5);
Hexachlorbenzol (CAS-Nr. 118-74-1).
c.
Halogenierte Biphenyle und Naphthaline
Polychlorierte Biphenyle (CAS-Nr. 1336-36-3 und andere);
Hexabrombiphenyl (CAS-Nr. 36355-01-8);
Polychlorierte Naphthaline der Formel C10HnCl8–n mit 0 ≤ n ≤ 7.
d.
Bromierte Diphenylether
Tetrabromdiphenylether der Formel C12H6Br4O;
Pentabromdiphenylether der Formel C12H5Br5O;
Hexabromdiphenylether der Formel C12H4Br6O;
Heptabromdiphenylether der Formel C12H3Br7O;
Decabromdiphenylether der Formel C12Br10O.
e.
Dichlordiphenyltrichlorethan (DDT).

4 Übergangsbestimmungen

1 Die Verbote nach Ziffer 1 Absatz 1 Buchstabe b und Absatz 2 treten am 1. März 2016 in Kraft für:

a.
das Inverkehrbringen und die Verwendung von expandierbarem Polystyrol, das HBCDD enthält, zur Herstellung von Dämmplatten für die Verwendung in und an Gebäuden;
b.
das erstmalige Inverkehrbringen von Dämmplatten aus expandiertem Polystyrol, das HBCDD enthält, für die Verwendung in und an Gebäuden;
c.
das erstmalige Inverkehrbringen von Dämmplatten aus extrudiertem Polystyrol, das HBCDD enthält, für die Verwendung in und an Gebäuden.

2 Das Verbot nach Ziffer 1 Absatz 2 gilt nicht für Dämmplatten aus expandiertem oder extrudiertem Polystyrol für die Verwendung in und an Gebäuden, wenn die Dämmplatten mit HBCDD enthaltenden Abschnitten hergestellt worden sind, die bei der Verarbeitung von neuen Dämmplatten in und an Gebäuden anfallen.

3 Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) kann auf begründetes Gesuch befristete Ausnahmen von den Verboten nach Absatz 1 Buchstaben a und b gewähren, wenn die Gesuchstellerin nachweisen kann, dass für die Zubereitungen oder Gegenstände ein Ersatz ohne HBCDD tatsächlich nicht beschafft werden kann. Die Befristung darf längstens bis zum 1. März 2018 dauern.

Anhang 1.2 36

36 Fassung gemäss Ziff. II Abs. 1 der V vom 1. Juli 2015, in Kraft seit 1. Sept. 2015 (AS 2015 2367).

(Art. 3)

Halogenierte organische Stoffe

1 Verbote

1 Verboten sind die Herstellung, das Inverkehrbringen, die Einfuhr zu privaten Zwecken und die Verwendung von:

a.
halogenierten organischen Stoffen nach Ziffer 3;
b.
Stoffen und Zubereitungen, die halogenierte organische Stoffe nach Ziffer 3 nicht nur als unvermeidliche Verunreinigung enthalten.

2 Neue Textilien und neue Lederwaren dürfen nicht in Verkehr gebracht werden, wenn sie oder ihre Bestandteile Stoffe nach Ziffer 3 Buchstaben a–e nicht nur als unvermeidliche Verunreinigung enthalten.

3 Neue Gegenstände dürfen nicht in Verkehr gebracht werden, wenn sie oder ihre Bestandteile Stoffe nach Ziffer 3 Buchstabe f oder g nicht nur als unvermeidliche Verunreinigung enthalten.

4 Für chlorierte Biphenyle und Naphthaline sowie Hexabrombiphenyl gilt Anhang 1.1.

5 Für Elektro- und Elektronikgeräte, die Octabromdiphenylether enthalten, gilt Anhang 2.18.

2 Ausnahmen

1 Die Verbote nach Ziffer 1 Absatz 1 gelten nicht für:

a.
die Herstellung, das Inverkehrbringen und die Verwendung zu Analyse- und Forschungszwecken;
b.
mono- und dihalogenierte Biphenyle, Terphenyle und Naphthaline sowie für Zubereitungen, die solche Stoffe enthalten, sofern sie ausschliesslich als Synthese-Zwischenprodukte verwendet werden und in Endprodukten nur als unvermeidliche Verunreinigung enthalten sind;
c.
aus Altölen hergestellte Schmieröle und -fette, wenn ihr Massengehalt an halogenierten Biphenylen nicht mehr als 0.0001 Prozent (1 mg/kg) beträgt;
d.
die Herstellung von 1,2,4-Trichlorbenzol sowie von Stoffen und Zuberei­tungen, die 1,2,4-Trichlorbenzol enthalten;
e.
das Inverkehrbringen und die Verwendung von 1,2,4-Trichlorbenzol sowie von Stoffen und Zubereitungen, die 1,2,4-Trichlorbenzol enthalten, als:
1.
Synthese-Zwischenprodukte, insbesondere zur Herstellung von 1,3,5-Trinitro-2,4,6-triaminobenzol,
2.
Prozesslösemittel in geschlossenen Systemen bei Chlorierungsreak­tionen;
f.
das Inverkehrbringen und die Verwendung von Stoffen und Zubereitungen mit einem Massengehalt von höchstens 0,1 Prozent 1,2,4-Trichlorbenzol.

2 Das Verbot nach Ziffer 1 Absatz 2 gilt nicht für die Einfuhr von neuen Textilien und neuen Lederwaren, wenn sie im Inland nur veredelt oder anders verpackt und in vollem Umfang wieder ausgeführt werden.

3 Das Verbot nach Ziffer 1 Absatz 3 gilt betreffend des in Ziffer 3 Buchstabe g genannten Stoffs nicht für das Inverkehrbringen von Gegenständen, wenn ihr Massengehalt an Octabromdiphenylether nicht mehr als 0,1 Prozent beträgt.

3 Liste der verbotenen halogenierten organischen Stoffe

a.
Alizyklische Mehrringsysteme
Isodrin (CAS-Nr. 465-73-6),
Kelevan (CAS-Nr. 4234-79-1),
Strobane (CAS-Nr. 8001-50-1),
Telodrin (CAS-Nr. 297-78-9);
b.
DDT-ähnliche Verbindungen
Dichlordiphenyldichlorethylen (DDE),
Dichlordiphenyldichlorethan (DDD),
Methoxychlor (CAS-Nr. 72-43-5),
Perthane (CAS-Nr. 72-56-0),
Dicofol (CAS-Nr. 115-32-2);
c.
Quintozen(CAS-Nr. 82-68-8).
d.
Polychlorierte Phenole und Derivate
Pentachlorphenol (PCP, CAS-Nr. 87-86-5) und seine Salze sowie Pentachlorphenoxyverbindungen,
Tetrachlorphenole (TeCP) und ihre Salze sowie Tetrachlorphenoxyver­bindungen;
e.
Halogenierte Biphenyle, Terphenyle und Naphthaline
halogenierte Biphenyle der Formel C12HnX10-n;
X = Halogen, 0 ≤ n ≤ 9,
halogenierte Terphenyle der Formel C18HnX14–n;
X = Halogen, 0 ≤ n ≤ 13,
halogenierte Naphthaline der Formel C10HnX8–n;
X = Halogen, 0 ≤ n ≤ 7;
f.
Halogenierte Diarylalkane
Monomethyltetrachlordiphenylmethan (CAS-Nr. 76253-60-6),
Monomethyldichlordiphenylmethan,
Monomethyldibromdiphenylmethan (CAS-Nr. 99688-47-8);
g.
Octabromdiphenylether mit der Summenformel C12H2Br8O;
h.
Trichlorphenoxyfettsäuren und Derivate
2,4,5-Trichlorphenoxyessigsäure (CAS-Nr. 93-76-5) und ihre Salze sowie 2,4,5-Trichlorphenoxyacetylverbindungen,
2-(2,4,5-Trichlorphenoxy)-propionsäure (CAS-Nr. 93-72-1) und ihre Salze sowie 2-(2,4,5-Trichlorphenoxy)-propionylverbindungen;
i.
1,2,4-Trichlorbenzol (CAS-Nr. 120-82-1).

Anhang 1.3 37

37 Bereinigt gemäss Anhang 2 Ziff. II 2 der Lebensmittel- und Gebrauchsgegenständeverordnung vom 23. Nov. 2005 (AS 2005 5451), Ziff. I 6 der V vom 10. Dez. 2010 (AS 2011 113) und Ziff. I der V vom 25. Okt. 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 5963).

(Art. 3)

Aliphatische Chlorkohlenwasserstoffe

1 Verbote

1 Verboten sind das Inverkehrbringen und die Verwendung folgender Stoffe:

a.
Chloroform (CAS-Nr. 67-66-3);
b.
1,1,2-Trichlorethan (CAS-Nr. 79-00-5);
c.
1,1,2,2-Tetrachlorethan (CAS-Nr. 79-34-5);
d.
1,1,1,2-Tetrachlorethan (CAS-Nr. 630-20-6);
e.
Pentachlorethan (CAS-Nr. 76-01-7);
f.
1,1-Dichlorethylen (CAS-Nr. 75-35-4).

2 Verboten sind auch das Inverkehrbringen und die Verwendung von Stoffen und Zubereitungen mit einem Massengehalt von 0,1 Prozent oder mehr an den Stoffen nach Absatz 1.

3 Verboten ist die Verwendung von Hexachlorethan (CAS-Nr. 67-72-1) für die Herstellung oder Verarbeitung von Nichteisenmetallen.

2 Ausnahmen

1 Die Verbote nach Ziffer 1 Absätze 1 und 2 gelten nicht für:

a.
Arzneimittel;
b.
kosmetische Mittel, die gestützt auf Artikel 54 Absätze 2–5 und 7 der Lebensmittel- und Gebrauchsgegenständeverordnung vom 16. Dezember 201638 Stoffe nach Ziffer 1 Absatz 1 enthalten dürfen;
c.
Stoffe und Zubereitungen zur Verwendung in geschlossenen Systemen bei industriellen Verfahren;
d.
Stoffe und Zubereitungen zu Analyse- und Forschungszwecken.

2 Das BAFU kann im Einvernehmen mit dem SECO und dem BAG auf begründetes Gesuch befristete Ausnahmen von den Verboten nach Ziffer 1 Absätze 1 und 2 gewähren für die Verwendung von Chloroform, wenn:

a.
nach dem Stand der Technik für die betreffende Verwendung ein Ersatz für Chloroform fehlt; und
b.
nicht mehr Chloroform eingesetzt wird, als für den angestrebten Zweck nötig ist, höchstens aber 20 Liter pro Jahr.

3 Besondere Kennzeichnung

1 Die Verpackung von Stoffen und Zubereitungen nach Ziffer 2 Buchstabe c muss mit folgender Aufschrift versehen sein: «Nur zur Verwendung in Industrieanlagen».

2 Die Aufschrift muss in mindestens zwei Amtssprachen abgefasst, gut lesbar und dauerhaft sein.

Anhang 1.4 39

39 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 17. April 2019, in Kraft seit 1. Juni 2019 (AS 2019 1495).

(Art. 3)

Ozonschichtabbauende Stoffe

1 Begriffe

1 Als ozonschichtabbauende Stoffe gelten:

a.
alle vollständig halogenierten Fluorchlorkohlenwasserstoffe mit bis zu drei Kohlenstoffatomen (FCKW), wie:
1.
Trichlorfluormethan (FCKW 11),
2.
Dichlordifluormethan (FCKW 12),
3.
Tetrachlordifluorethan (FCKW 112),
4.
Trichlortrifluorethan (FCKW 113),
5.
Dichlortetrafluorethan (FCKW 114),
6.
Chlorpentafluorethan (FCKW 115);
b.
alle teilweise halogenierten Fluorchlorkohlenwasserstoffe mit bis zu drei Kohlenstoffatomen (HFCKW), wie:
1.
Chlordifluormethan (HFCKW 22),
2.
Dichlortrifluorethan (HFCKW 123),
3.
Dichlorfluorethan (HFCKW 141),
4.
Chlordifluorethan (HFCKW 142);
c.
alle vollständig halogenierten bromhaltigen Fluorkohlenwasserstoffe mit bis zu drei Kohlenstoffatomen (Halone), wie:
1.
Bromchlordifluormethan (Halon 1211),
2.
Bromtrifluormethan (Halon 1301),
3.
Dibromtetrafluorethan (Halon 2402);
d.
alle teilweise halogenierten bromhaltigen Fluorkohlenwasserstoffe mit bis zu drei Kohlenstoffatomen (HFBKW);
e.
1,1,1-Trichlorethan (CAS-Nr. 71-55-6);
f.
Tetrachlorkohlenstoff (CAS-Nr. 56-23-5);
g.
Brommethan (CAS-Nr. 74-83-9);
h.
Bromchlormethan (CAS-Nr. 74-97-5).

2 Ozonschichtabbauenden Stoffen gleichgestellt sind Zubereitungen mit Stoffen nach Absatz 1, sofern sie sich in Behältern befinden, die ausschliesslich dem Transport oder der Lagerung dieser Zubereitungen dienen.

3 Als regenerierte ozonschichtabbauende Stoffe gelten Stoffe, die durch Verwertung gebrauchter ozonschichtabbauender Stoffe ohne deren chemische Veränderung hergestellt worden sind.

2 Herstellung

2.1 Verbot

Die Herstellung von ozonschichtabbauenden Stoffen ist verboten.

2.2 Ausnahme

Vom Verbot nach Ziffer 2.1 ausgenommen ist die Herstellung von regenerierten ozonschichtabbauenden Stoffen.

3 Inverkehrbringen

3.1 Verbot

Verboten ist das Inverkehrbringen von Zubereitungen und Gegenständen, die:

a.
ozonschichtabbauende Stoffe enthalten;
b.
mit ozonschichtabbauenden Stoffen hergestellt worden und in einer Anlage zum Montrealer Protokoll vom 16. September 198740 über Stoffe, die zu einem Abbau der Ozonschicht führen (Montrealer Protokoll) aufgeführt sind.

3.2 Ausnahmen

Das Verbot nach Ziffer 3.1 gilt nicht für das Inverkehrbringen von:

a.
Zubereitungen und Gegenständen, für deren Herstellung oder Unterhalt ozonschichtabbauende Stoffe nach Ziffer 6.2 oder aufgrund einer Ausnahmebewilligung gemäss Ziffer 6.3.1 Absatz 1 verwendet werden dürfen;
b.
Zubereitungen und Gegenständen, die nach den Bestimmungen der Anhänge 2.10 und 2.11 in Verkehr gebracht werden dürfen und, falls sie eingeführt werden, deren Einfuhr aus Staaten erfolgt, die sich an die von der Schweiz genehmigten Bestimmungen des Montrealer Protokolls und seiner Änderungen vom 29. Juni 199041, 25. November 199242, 17. September 199743 und 3. Dezember 199944 halten;
c.
Zubereitungen, die gemäss Ziffer 1 Absatz 2 den ozonschichtabbauenden Stoffen gleichgestellt sind.

3.3 Einfuhr von Stoffen

3.3.1 Bewilligungspflicht

Einer Einfuhrbewilligung des BAFU bedarf, wer ozonschichtabbauende Stoffe nach Ziffer 1 Absatz 1 einführen oder in einem offenen Zolllager, in einem Lager für Massengüter oder in einem Zollfreilager einlagern will.

3.3.2 Bewilligungsvoraussetzung

1 Eine Einfuhrbewilligung wird auf Gesuch erteilt, wenn:

a.
die zur Einfuhr vorgesehenen ozonschichtabbauenden Stoffe für eine zulässige Verwendung gemäss Ziffer 6.2 bestimmt sind, oder wenn der vorgesehene Verwender über eine Ausnahmebewilligung nach Ziffer 6.3.1 Absatz 1 verfügt; und
b.
die zur Einfuhr vorgesehenen ozonschichtabbauenden Stoffe aus Staaten eingeführt werden, die sich an die von der Schweiz genehmigten Bestimmungen des Montrealer Protokolls halten.

2 Für Stoffe nach Ziffer 1 Absatz 1 wird die Einfuhrbewilligung zudem nur im Rahmen der von den Vertragsparteien des Montrealer Protokolls genehmigten Mengen und Verwendungen erteilt.

3.3.3 Grundsätze

1 Die Einfuhrbewilligung wird als Generaleinfuhrbewilligung erteilt.

2 Eine Generaleinfuhrbewilligung berechtigt deren Inhaberin, von bestimmten aus­ländischen Exporteurinnen bestimmte Mengen ozonschichtabbauender Stoffe einzuführen. Sie ist persönlich und nicht übertragbar.

3 Das BAFU informiert die Kantone und die Eidgenössische Zollverwaltung über die Erteilung und den Entzug von Generaleinfuhrbewilligungen.

3.3.4 Gesuch

1 Ein Gesuch muss enthalten:

a.
den Namen und die Adresse der Gesuchstellerin;
b.
die Namen und die Adressen der ausländischen Exporteurinnen;
c.
zu jedem Stoff, der eingeführt werden soll:
1.
den chemischen Namen nach einer international anerkannten Nomenklatur,
2.
die Zolltarifnummer gemäss den Anhängen des Zolltarifgesetzes vom 9. Oktober 198645 (ZTG),
3.
die vorgesehene Menge in Kilogramm pro Kalenderjahr,
4.
die Verwendungszwecke.

2 Das BAFU kann weitere Angaben über Herkunft und Bestimmung der Stoffe verlangen.

3.3.5 Entscheid

1 Das BAFU entscheidet über das vollständige Gesuch innerhalb von zwei Monaten.

2 Eine Generaleinfuhrbewilligung wird jeweils für die Dauer von höchstens 18 Monaten erteilt und auf das Ende eines Kalenderjahres befristet; sie wird mit einer Nummer versehen.

3.3.6 Pflichten bei der Einfuhr und bei der Einlagerung

1 Die nach Artikel 26 des Zollgesetzes vom 18. März 200546 (ZG) anmeldepflichtige Person muss in der Zollanmeldung die Nummer der Generaleinfuhrbewilligung angeben.

2 Auf Verlangen der Zollstelle muss die anmeldepflichtige Person eine Kopie der Einfuhrbewilligung nach Ziffer 3.3.5 Absatz 1 vorlegen.

3 Bei der Einlagerung in ein offenes Zolllager, in ein Lager für Massengüter oder in ein Zollfreilager muss die Lagerhalterin oder die Einlagererin die Nummer der Einfuhrbewilligung in einer Bestandesaufzeichnung vermerken.

4 Ausfuhr

4.1 Verbot

Verboten ist die Ausfuhr von Gegenständen, zu deren Gebrauch ozonschichtabbauende Stoffe nach Ziffer 1 Absatz 1 Buchstaben a, c–f und h nötig sind.

4.2 Ausfuhrbewilligung

4.2.1 Bewilligungspflicht

Einer Ausfuhrbewilligung des BAFU bedarf, wer ozonschichtabbauende Stoffe nach Ziffer 1 Absatz 1 mit einem Bruttogewicht von mehr als 20 kg:

a.
ausführen will; oder
b.
aus einem offenen Zolllager, einem Lager für Massengüter oder einem Zollfreilager in einen anderen Staat verbringen will.

4.2.2 Bewilligungsvoraussetzung

Eine Ausfuhrbewilligung wird auf Gesuch erteilt, wenn die Ausfuhr in Staaten erfolgt, die sich an die von der Schweiz genehmigten Bestimmungen des Montrealer Protokolls halten.

4.2.3 Grundsätze

1 Die Ausfuhrbewilligung wird als Einzelausfuhrbewilligung erteilt.

2 Eine Einzelausfuhrbewilligung berechtigt deren Inhaberin zur einmaligen Ausfuhr bestimmter Mengen ozonschichtabbauender Stoffe an eine bestimmte ausländische Importeurin in einem Staat, der sich an die von der Schweiz genehmigten Bestimmungen des Montrealer Protokolls hält. Sie ist persönlich und nicht übertragbar.

3 Das BAFU informiert die Kantone und die Eidgenössische Zollverwaltung über die Erteilung und den Entzug von Ausfuhrbewilligungen.

4.2.4 Gesuch

1 Ein Gesuch muss enthalten:

a.
den Namen und die Adresse der Gesuchstellerin;
b.
den Namen und die Adresse der ausländischen Importeurin;
c.
zu jedem Stoff, der ausgeführt werden soll:
1.
den chemischen Namen nach einer international anerkannten Nomenklatur,
2.
die Zolltarifnummer gemäss den Anhängen des ZTG,
3.
den Namen und die Adresse der vorherigen Inhaberin,
4.
die vorgesehene Menge in Kilogramm, aufgeschlüsselt nach Kalenderjahr, Importeurin und Empfängerstaat.

2 Das BAFU kann weitere Angaben über Herkunft und Bestimmung der Stoffe verlangen.

4.2.5 Entscheid

1 Das BAFU entscheidet über das vollständige Gesuch innerhalb von zwei Monaten.

2 Eine Ausfuhrbewilligung wird jeweils für die Dauer von 12 Monaten erteilt; sie wird mit einer Nummer versehen.

4.2.6 Pflichten bei der Ausfuhr und bei der Auslagerung

1 Die nach Artikel 26 ZG anmeldepflichtige Person muss in der Zollanmeldung die Nummer der Ausfuhrbewilligung angeben.

2 Bei der Zolldeklaration muss die anmeldepflichtige Person eine Kopie der Ausfuhrbewilligung vorlegen.
3 Bei der Auslagerung aus einem offenen Zolllager, einem Lager für Massengüter oder einem Zollfreilager muss die Lagerhalterin oder die Einlagererin die Nummer der Ausfuhrbewilligung in einer Bestandesaufzeichnung vermerken.

5 Meldepflicht über die Ein- und Ausfuhr

5.1 Grundsätze

1 Wer ozonschichtabbauende Stoffe nach Ziffer 1 Absatz 1 oder Zubereitungen nach Ziffer 1 Absatz 2 ein- oder ausführt, muss dem BAFU jährlich bis zum 31. März die im Vorjahr ein- oder ausgeführten Mengen melden.

2 Die Meldungen müssen nach Stoffen und nach Verwendungszwecken aufgeschlüsselt sein.

5.2 Ausnahmen

Die Meldepflicht nach Ziffer 5.1 Absatz 1 gilt nicht für die Einlagerung in ein offenes Zolllager, in ein Lager für Massengüter oder in ein Zollfreilager und das Verbringen aus einem solchen ins Ausland.

6 Verwendung

6.1 Verbot

Ozonschichtabbauende Stoffe dürfen nicht verwendet werden.

6.2 Ausnahmen

1 Das Verbot nach Ziffer 6.1 gilt nicht für die Verwendung ozonschichtabbauender Stoffe zur Herstellung von Zubereitungen oder Gegenständen, die nach den Bestimmungen der Anhänge 2.10 und 2.11 in Verkehr gebracht oder zu privaten Zwecken eingeführt werden dürfen.

2 Fehlt nach dem Stand der Technik ein Ersatz für die ozonschichtabbauenden Stoffe oder für die mit ozonschichtabbauenden Stoffen hergestellten Zubereitungen und Gegenstände, so gilt das Verbot nach Ziffer 6.1 nicht für die Verwendung ozonschichtabbauender Stoffe:

a.
als Zwischenprodukte für die vollständige weitere chemische Umwandlung;
b.
zu den gemäss dem Beschluss XXVI/5 der Vertragsparteien des Montrealer Protokolls47 erlaubten Forschungs- und Analysezwecken.

47 Der Text dieses Beschlusses kann unter der Internetadresse www.ozone.unep.org > Treaties > Montreal Protocol > Decisions of the Meetings of the Parties to the Montreal Protocol > Twenty-Sixth Meeting of the Parties > Decision XXVI/5 abgerufen werden.

6.3 Ausnahmebewilligungen

6.3.1 Grundsätze

1 Das BAFU kann auf begründetes Gesuch befristete Ausnahmen für weitere Verwendungen von ozonschichtabbauenden Stoffen bewilligen.

2 Es informiert die Kantone über die Erteilung und den Entzug von Ausnahmebewilligungen.

6.3.2 Bewilligungsvoraussetzungen

Eine Ausnahmebewilligung kann erteilt werden, wenn:

a.
nach dem Stand der Technik ein Ersatz für die ozonschichtabbauenden Stoffe oder für die mit ozonschichtabbauenden Stoffen hergestellten Zubereitungen und Gegenstände fehlt; und
b.
nicht mehr ozonschichtabbauende Stoffe eingesetzt werden, als für den angestrebten Zweck nötig ist.

6.3.3 Gesuch

1 Ein Gesuch muss enthalten:

a.
den Namen und die Adresse der Gesuchstellerin;
b.
den chemischen Namen des Stoffes nach einer international anerkannten Nomenklatur;
c.
das Sicherheitsdatenblatt des Stoffes;
d.
den Namen und die Adresse der Lieferantin des Stoffes;
e.
Angaben zur vorgesehen Verwendung, einschliesslich der pro Jahr zu verwendenden und zu entsorgenden Mengen;
f.
die Art der vorgesehenen Entsorgung;
g.
Beschreibung der Massnahmen zur Vermeidung oder Verminderung von Emissionen des betroffenen Stoffes während seiner gesamten Lebensdauer;
h.
eine Beschreibung der durchgeführten Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten, um auf die Verwendung des betreffenden Stoffes zu verzichten.

2 Das BAFU kann weitere Angaben über den betreffenden Stoff und seine vorgesehene Verwendung verlangen.

3 Gesuche nach Ziffer 6.3.3 Absatz 1 müssen mindestens 14 Monate vor Beginn des Kalenderjahres eingereicht werden, in dem die Verwendung stattfinden soll.

6.3.4 Entscheid

Über vollständige Gesuche entscheidet das BAFU innerhalb von 2 Monaten nach Erhalt des Entscheids der Vertragsparteienkonferenz des Montrealer Protokolls über die Menge eines bestimmten Stoffes, die während eines bestimmten Zeitraums verwendet werden darf.

7 Übergangsbestimmung

Zubereitungen und Gegenstände, die mit ozonschichtabbauenden Stoffen hergestellt worden und in einer Anlage zum Montrealer Protokoll aufgeführt sind (Ziff. 3.1 Bst. b), dürfen noch während eines Jahres nach Inkrafttreten der betreffenden Anlage zum Montrealer Protokoll in Verkehr gebracht werden.

Anhang 1.5 48

48 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 17. April 2019, in Kraft seit 1. Juni 2019 (AS 2019 1495).

(Art. 3)

In der Luft stabile Stoffe

1 Begriffe

1 Als in der Luft stabile Stoffe gelten:

a.
teilhalogenierte Fluorkohlenwasserstoffe gemäss Anhang F des Montrealer Protokolls über Stoffe, die zu einem Abbau der Ozonschicht führen49;
b
andere fluorhaltige organische Verbindungen50 mit einem Dampfdruck von mindestens 0,1 mbar bei 20 ºC oder mit einem Siedepunkt von höchstens 240 °C bei 1013,25 mbar, deren mittlere Lebensdauer in der Luft mindestens 2 Jahre beträgt;
c.
Schwefelhexafluorid (CAS-Nr. 2551-62-4);
d.
Stickstofftrifluorid (CAS-Nr. 7783-54-2).

2 In der Luft stabilen Stoffen gleichgestellt sind Zubereitungen mit Stoffen nach Absatz 1, sofern sie sich in Behältern befinden, die ausschliesslich dem Transport oder der Lagerung dieser Zubereitungen dienen.

3 Als regenerierte in der Luft stabile Stoffe gelten Stoffe, die durch Verwertung gebrauchter in der Luft stabiler Stoffe ohne deren chemische Veränderung hergestellt worden sind.

49 SR 0.814.021

50 Die Liste der gebräuchlichsten anderen fluorhaltigen organischen Verbindungen kann unter www.bafu.admin.ch > Chemikalien > Fachinformationen > Bestimmungen und Verfahren > in der Luft stabile Stoffe abgerufen werden.

2 In der Luft stabile Stoffe, die ozonschichtabbauende Stoffe sind

Für in der Luft stabile Stoffe, die ozonschichtabbauende Stoffe sind, gilt Anhang 1.4.

3 Herstellung

3.1 Verbot

Die Herstellung von teilhalogenierten Fluorkohlenwasserstoffen nach Ziffer 1 Buchstabe a ist verboten.

3.2 Ausnahme

Vom Verbot nach Ziffer 3.1 ausgenommen ist die Herstellung von regenerierten teilhalogenierten Fluorkohlenwasserstoffen.

4 Inverkehrbringen

4.1 Verbot

Das Inverkehrbringen von Zubereitungen und Gegenständen, die in der Luft stabile Stoffe enthalten, ist verboten.

4.2 Ausnahmen

Das Verbot nach Ziffer 4.1 gilt vorbehältlich Ziffer 8 Absatz 1 nicht für das Inverkehrbringen von:

a.
Zubereitungen und Gegenständen, für deren Herstellung oder Unterhalt in der Luft stabile Stoffe nach Ziffer 6.2 oder aufgrund einer Ausnahmebewilligung gemäss Ziffer 6.3.1 Absatz 1 verwendet werden dürfen;
b.
Zubereitungen und Gegenständen, die nach den Bestimmungen der Anhänge 2.3, 2.9, 2.10, 2.11 und 2.12 in Verkehr gebracht werden dürfen; und
c.
Zubereitungen, die gemäss Ziffer 1 Absatz 2 den in der Luft stabilen Stoffen gleichgestellt sind.

4.3 Einfuhr von Stoffen

4.3.1 Bewilligungspflicht

Einer Einfuhrbewilligung des BAFU bedarf, wer teilhalogenierte Fluorkohlenwasserstoffe nach Ziffer 1 Absatz 1 Buchstabe a einführen oder in einem offenen Zolllager, in einem Lager für Massengüter oder in einem Zollfreilager einlagern will.

4.3.2 Bewilligungsvoraussetzung

Eine Einfuhrbewilligung wird, unter Vorbehalt von Ziffer 8 Absatz 1, auf Gesuch erteilt, wenn die zur Einfuhr vorgesehenen teilhalogenierten Fluorkohlenwasserstoffe für eine zulässige Verwendung gemäss Ziffer 6.2 bestimmt sind oder wenn der vorgesehene Verwender über eine Ausnahmebewilligung nach Ziffer 6.3.1 Absatz 1 verfügt.

4.3.3 Grundsätze

1 Die Einfuhrbewilligung wird als Generaleinfuhrbewilligung erteilt.

2 Eine Generaleinfuhrbewilligung berechtigt deren Inhaberin, von bestimmten ausländischen Exporteurinnen bestimmte Mengen teilhalogenierter Fluorkohlenwasserstoffe einzuführen. Sie ist persönlich und nicht übertragbar.

3 Das BAFU informiert die Kantone und die Eidgenössische Zollverwaltung über die Erteilung und den Entzug von Generaleinfuhrbewilligungen.

4.3.4 Gesuch

1 Ein Gesuch muss enthalten:

a.
den Namen und die Adresse der Gesuchstellerin;
b.
die Namen und die Adressen der ausländischen Exporteurinnen;
c.
zu jedem Stoff, der eingeführt werden soll:
1.
den chemischen Namen nach einer international anerkannten Nomenklatur,
2.
die Zolltarifnummer gemäss den Anhängen des Zolltarifgesetzes vom 9. Oktober 198651 (ZTG),
3.
die vorgesehene Menge in Kilogramm pro Kalenderjahr,
4.
seine Qualität (neu, gebraucht, regeneriert),
5.
die Verwendungszwecke.

2 Das BAFU kann weitere Angaben über Herkunft und Bestimmung der Stoffe verlangen.

4.3.5 Entscheid

1 Das BAFU entscheidet über das vollständige Gesuch innerhalb von zwei Monaten.

2 Eine Generaleinfuhrbewilligung wird jeweils für die Dauer von höchstens 18 Monaten erteilt und auf das Ende eines Kalenderjahres befristet; sie wird mit einer Nummer versehen.

4.3.6 Pflichten bei der Einfuhr und bei der Einlagerung

1 Die nach Artikel 26 des Zollgesetzes vom 18. März 200552 (ZG) anmeldepflichtige Person muss in der Zollanmeldung die Nummer der Generaleinfuhrbewilligung angeben.

2 Auf Verlangen der Zollstelle muss die anmeldepflichtige Person eine Kopie der Einfuhrbewilligung vorlegen.

3 Bei der Einlagerung in ein offenes Zolllager, in ein Lager für Massengüter oder in ein Zollfreilager muss die Lagerhalterin oder die Einlagererin die Nummer der Einfuhrbewilligung in einer Bestandesaufzeichnung vermerken.

5 Ausfuhr

5.1 Bewilligungspflicht

Einer Ausfuhrbewilligung des BAFU bedarf, wer teilhalogenierte Fluorkohlenwasserstoffe nach Ziffer 1 Absatz 1 Buchstabe a mit einem Bruttogewicht von mehr als 20 kg:

a.
ausführen will; oder
b.
aus einem offenen Zolllager, einem Lager für Massengüter oder einem Zollfreilager in einen anderen Staat verbringen will.

5.2 Bewilligungsvoraussetzung

Eine Ausfuhrbewilligung wird erteilt, wenn die Gesuchstellerin ein vollständiges Gesuch gemäss Ziffer 5.4 stellt.

5.3 Grundsätze

1 Die Ausfuhrbewilligung wird als Einzelausfuhrbewilligung erteilt.

2 Eine Einzelausfuhrbewilligung berechtigt deren Inhaberin zur einmaligen Ausfuhr bestimmter Mengen teilhalogenierter Fluorkohlenwasserstoffe. Sie ist persönlich und nicht übertragbar.

3 Das BAFU informiert die Kantone und die Eidgenössische Zollverwaltung über die Erteilung und den Entzug von Ausfuhrbewilligungen.

5.4 Gesuch

Ein Gesuch muss enthalten:

a.
den Namen und die Adresse der Gesuchstellerin;
b.
den Namen und die Adresse der ausländischen Importeurin;
c.
zu jedem Stoff, der ausgeführt werden soll:
1.
den chemischen Namen nach einer international anerkannten Nomenklatur,
2.
die Zolltarifnummer gemäss den Anhängen des ZTG,
3.
den Namen und die Adresse der vorherigen Inhaberin,
4.
die vorgesehene Menge in Kilogramm, aufgeschlüsselt nach Kalenderjahr, Importeurin und Empfängerstaat,
5.
seine Qualität (neu, gebraucht, regeneriert).

5.5 Entscheid

1 Das BAFU entscheidet über das vollständige Gesuch innerhalb von zwei Monaten.

2 Eine Ausfuhrbewilligung wird jeweils für die Dauer von 12 Monaten erteilt; sie wird mit einer Nummer versehen.

5.6 Pflichten bei der Ausfuhr und bei der Auslagerung

1 Die nach Artikel 26 des ZG anmeldepflichtige Person muss in der Zollanmeldung die Nummer der Ausfuhrbewilligung angeben.

2 Bei der Zolldeklaration muss die anmeldepflichtige Person eine Kopie der Ausfuhrbewilligung vorlegen.
3 Bei der Auslagerung aus einem offenen Zolllager, einem Lager für Massengüter oder einem Zollfreilager muss die Lagerhalterin oder die Einlagerin die Nummer der Ausfuhrbewilligung in einer Bestandesaufzeichnung vermerken.

6 Verwendung

6.1 Verbot

In der Luft stabile Stoffe dürfen nicht verwendet werden.

6.2 Ausnahmen

1 Unter Vorbehalt von Absatz 3 gilt das Verbot nach Ziffer 6.1 nicht für die Verwendung von in der Luft stabilen Stoffen:

a.
zur Herstellung von Zubereitungen oder Gegenständen, die nach den Bestimmungen der Anhänge 2.3, 2.9, 2.10, 2.11 und 2.12 in Verkehr gebracht oder zu privaten Zwecken eingeführt werden dürfen;
b.
zur Herstellung von Halbleitern, wenn die Emissionen höchstens 5 % der eingesetzten Stoffmenge betragen;
c.
als Zwischenprodukt für ihre vollständige chemische Umwandlung, wenn die Emissionen höchstens 0,5 % der eingesetzten Stoffmenge betragen;
d.
als Wärmeträger- oder Isolierflüssigkeiten in Schweissmaschinen sowie in Prüf- und Kalibrierbädern;
e.
zu Forschungs- und Analysezwecken.

2 Unter Vorbehalt von Absatz 3 gilt das Verbot nach Ziffer 6.1 ausserdem nicht für die Verwendung von Schwefelhexafluorid:

a.
zur Herstellung des unter Hochspannung stehenden Teils von Teilchen­beschleunigern, deren Gasräume dauernd überwacht oder hermetisch abgeschlossen sind, namentlich von Röntgenapparaten, Elektronenmikroskopen und industriellen Teilchenbeschleunigern zur Kunststoffherstellung;
b.
zur Herstellung von Mini-Relais;
c.
zur Herstellung von elektrischen Versorgungsanlagen mit Bemessungsspannungen gemäss Internationaler Elektrotechnischer Kommission (IEC) von mehr als 1 kV, deren Gasräume dauernd überwacht oder gemäss der Norm SN EN 62271-1:200853 hermetisch abgeschlossen sind;
d.
für den Unterhalt und Betrieb von Geräten und Anlagen, die nach Buchstaben a–c Schwefelhexafluorid enthalten dürfen.

3 Die Ausnahmen nach den Absätzen 1 und 2 gelten nur, wenn:

a.
nach dem Stand der Technik ein Ersatz für die in der Luft stabilen Stoffe oder für die Zubereitungen und Gegenstände fehlt, welche mit solchen Stoffen hergestellt werden oder solche Stoffe enthalten;
b.
die Menge und das Treibhauspotenzial der eingesetzten in der Luft stabilen Stoffe nicht grösser sind, als nach dem Stand der Technik für den angestrebten Zweck nötig ist; und
c.
die Emissionen von in der Luft stabilen Stoffen während des ganzen Lebenszyklus der vorgesehenen Verwendung so gering wie möglich gehalten werden.

53 Diese Norm kann kostenlos eingesehen und gegen Bezahlung bezogen werden bei der Schweizerischen Normenvereinigung (SNV), Sulzerallee 70, 8404Winterthur; www.snv.ch.

6.3 Ausnahmebewilligungen

6.3.1 Grundsätze

1 Das BAFU kann auf begründetes Gesuch befristete Ausnahmen für weitere Verwendungen von in der Luft stabilen Stoffen bewilligen.

2Es informiert die Kantone über die Erteilung und den Entzug von Ausnahmebewilligungen.

6.3.2 Bewilligungsvoraussetzungen

Eine Ausnahmebewilligung kann erteilt werden, wenn:

a.
nach dem Stand der Technik ein Ersatz für die in der Luft stabilen Stoffe oder für die Zubereitungen und Gegenstände fehlt, welche mit solchen Stoffen hergestellt werden oder solche Stoffe enthalten;
b.
die Menge und das Treibhauspotenzial der eingesetzten in der Luft stabilen Stoffe nicht grösser sind, als nach dem Stand der Technik für den angestrebten Zweck nötig ist; und
c.
die Emissionen von in der Luft stabilen Stoffen während des ganzen Lebenszyklus der vorgesehenen Verwendung so gering wie möglich gehalten werden.

6.3.3 Gesuch

Ein Gesuch muss enthalten:

a.
den Namen und die Adresse der Gesuchstellerin;
b.
den chemischen Namen des Stoffes nach einer international anerkannten Nomenklatur;
c.
das Sicherheitsdatenblatt des Stoffes;
d.
den Namen und die Adresse der Lieferantin des Stoffes;
e.
Angaben zur vorgesehen Verwendung, einschliesslich der pro Jahr zu verwendenden und zu entsorgenden Mengen;
f.
die Art der vorgesehenen Entsorgung;
g.
Beschreibung der Massnahmen zur Vermeidung oder Verminderung von Emissionen des betroffenen Stoffes während seiner gesamten Lebensdauer;
h.
eine Beschreibung der durchgeführten Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten, um auf die Verwendung des betreffenden Stoffes zu verzichten.

7 Meldepflicht

7.1 Meldepflicht über die Ein- und Ausfuhr

7.1.1 Grundsätze

1 Wer in der Luft stabile Stoffe nach Ziffer 1 Absatz 1 oder Zubereitungen nach Ziffer 1 Absatz 2 ein- oder ausführt, muss dem BAFU jährlich bis zum 31. März die im Vorjahr ein- oder ausgeführten Mengen melden.

2 Die Meldungen müssen nach Stoffen und nach Verwendungszwecken aufgeschlüsselt sein.

7.1.2 Ausnahmen

Die Meldepflicht nach Ziffer 7.1.1 Absatz 1 gilt nicht für:

a.
die Einlagerung in ein offenes Zolllager, in ein Lager für Massengüter oder in ein Zollfreilager und das Verbringen aus einem solchen ins Ausland;
b.
Importeurinnen und Exporteurinnen, die einer Branchenvereinbarung im Sinne von Artikel 41a USG angehören, wenn die Information des BAFU durch die Branchenvereinbarung sichergestellt ist.

7.2 Meldepflicht für Geräte und Anlagen mit Schwefelhexafluorid

7.2.1 Grundsatz

1 Wer ein Gerät oder eine Anlage mit mehr als 1 kg Schwefelhexafluorid in Betrieb oder ausser Betrieb nimmt, muss dies dem BAFU melden.

2 Die Meldung muss folgende Angaben enthalten:

a.
die Art und den Standort des Geräts oder der Anlage;
b.
die Menge des darin enthaltenen Schwefelhexafluorids;
c.
das Datum der Inbetriebnahme oder der Ausserbetriebnahme;
d.
bei der Ausserbetriebnahme: den Abnehmer des Schwefelhexafluorids.

7.2.2 Ausnahmen

1 Die Meldepflicht nach Ziffer 7.2.1 Absatz 1 gilt nicht für Mitglieder einer Branchenvereinbarung im Sinne von Artikel 41a USG über Schwefelhexafluorid, wenn durch die Branchenvereinbarung die Information des BAFU sichergestellt ist.

2 Nicht zu melden sind:

a.
Geräte oder Anlagen mit mehr als 1 kg Schwefelhexafluorid in hermetisch abgeschlossenen Drucksystemen nach der Norm SN EN 62271-1:200854, wenn ein Mitglied einer Branchenvereinbarung die Meldepflicht übernimmt;
b.
Geräte oder Anlagen, die der Landesverteidigung dienen.

54 Diese Norm kann kostenlos eingesehen oder gegen Bezahlung bezogen werden bei der Schweizerischen Normenvereinigung (SNV), Sulzerallee 70, 8404Winterthur; www.snv.ch.

7.3 Berichterstattung des BAFU

Das BAFU ist für die Datenberichterstattung gemäss Artikel 7 Absatz 3 des Montrealer Protokolls über Stoffe, die zu einem Abbau der Ozonschicht führen, zuständig.

8 Besondere Kennzeichnung

1 Die Herstellerin darf Behälter, die Stoffe, die in Anhang I der Verordnung (EU) Nr. 517/201455 aufgeführt sind, enthalten oder enthalten werden, und Schaltanlagen, die Schwefelhexafluorid oder Zubereitungen mit Schwefelhexafluorid enthalten, nur in Verkehr bringen, wenn diese mit folgenden Angaben gekennzeichnet sind:

a.
Aufschrift: «Enthält fluorierte Treibhausgase»;
b.
die abgekürzten chemischen Bezeichnungen der in der Luft stabilen Stoffe, die in Behältern oder Anlagen enthalten sind oder enthalten sein werden, wobei die für den Anwendungsbereich anerkannte Industrienomenklatur verwendet wird;
c.
Menge der Stoffe, in kg und in Tonnen CO2-Äquivalente sowie das Treibhauspotenzial der Stoffe.

2 Die Herstellerin von Geräten oder von anderen als in Absatz 1 genannten Anlagen, die mehr als 1 kg Schwefelhexafluorid enthalten, muss auf den Geräten oder den Anlagen auf diesen Stoff hinweisen und die von diesem Stoff in den Geräten oder den Anlagen enthaltene Menge angeben.

3 Die Kennzeichnung nach den Absätzen 1 und 2 muss in mindestens zwei Amtssprachen abgefasst, sichtbar, leicht lesbar und dauerhaft sein.

55 Verordnung (EU) Nr. 517/2014 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. April 2014 über fluorierte Treibhausgase und zur Aufhebung der Verordnung (EG) Nr. 842/2006, Fassung gemäss ABl. L 150 vom 20.5.2014, S. 195.

9 Sorgfaltspflicht bei chemischen Umwandlungsprozessen

Wer chemische Umwandlungsprozesse veranlasst, bei denen als Nebenprodukt in der Luft stabile Stoffe entstehen können, darf höchstens 0,5 % in der Luft stabile Stoffe, bezogen auf die eingesetzte Menge des Ausgangsstoffes, emittieren.

10 Übergangsbestimmung

Für Behälter, die in der Luft stabile Stoffe, die in Anhang A des Protokolls von Kyoto vom 11. Dezember 199756 zum Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (Kyoto-Protokoll) aufgeführt sind, enthalten, und Schaltanlagen, die Schwefelhexafluorid oder Zubereitungen mit Schwefelhexafluorid enthalten, ist bis zum 31. Mai 2020 auch eine Kennzeichnung nach Ziffer 5 zur ChemRRV in der Fassung vom 10. Dezember 201057 zulässig.

Anhang 1.6 58

58 Bereinigt gemäss Ziff. I der V vom 17. April 2019, in Kraft seit 1. Juni 2019 (AS 2019 1495).

(Art. 3)

Asbest

1 Begriffe

1 Als Asbest gelten die natürlichen Mineralfasern aus:

a.
Aktinolith (CAS-Nr. 77536-66-4);
b.
Amosit (CAS-Nr. 12172-73-5);
c.
Anthophyllit (CAS-Nr. 77536-67-5);
d.
Chrysotil (CAS-Nr. 12001-29-5);
e.
Krokydolith (CAS-Nr. 12001-28-4);
f.
Tremolit (CAS-Nr. 77536-68-6).

2 Als asbesthaltige Zubereitungen gelten Zubereitungen, die Asbest nicht nur als unvermeidliche Verunreinigung enthalten.

3 Als asbesthaltige Gegenstände gelten Gegenstände, die Asbest nicht nur als unvermeidliche Verunreinigung enthalten, sowie Geräte und Einrichtungen wie Fahrzeuge, Maschinen, Apparate, die asbesthaltige Bestandteile aufweisen.

2 Verbote

Verboten ist:

a.
die Verwendung von Asbest;
b.
das Inverkehrbringen von asbesthaltigen Zubereitungen und Gegenständen;
c.
die Ausfuhr von asbesthaltigen Zubereitungen und Gegenständen;
d.
die Verwendung von asbesthaltigen Zubereitungen und Gegenständen.

3 Ausnahmen

1 Das BAFU kann im Einvernehmen mit dem BAG auf begründeten Antrag Ausnahmen von den Verboten nach Ziffer 2 Buchstaben a und b zulassen, wenn:

a.
nach dem Stand der Technik ein Ersatzstoff für den Asbest fehlt und nicht mehr Asbest eingesetzt wird, als für die bestimmungsgemässe Verwendung nötig ist;
b.
auf Grund besonderer Konstruktionsverhältnisse nur asbesthaltige Ersatz­teile verwendet werden können; oder
c.
aus optischen Gründen kein asbestfreies Ersatzmaterial für punktuelle Reparatur- und Restaurationsarbeiten in bestehenden Bauten und Baudenkmälern in Betracht kommt.

2 Das BAFU kann im Einvernehmen mit dem BAG auf begründeten Antrag Ausnahmen vom Verbot nach Ziffer 2 Buchstabe b für Geräte und Einrichtungen, die asbesthaltige Bestandteile aufweisen, zulassen, wenn sie:

a.
vor dem 1. März 1990 in Betrieb waren; und
b.
Asbest nur in kleinen Mengen und nur in gebundener Form enthalten.

3 Das BAFU kann im Einvernehmen mit dem BAG auf begründeten Antrag Ausnahmen vom Verbot nach Ziffer 2 Buchstabe c für Geräte und Einrichtungen, die asbesthaltige Bestandteile aufweisen, zulassen, wenn sie Asbest nur in kleinen Mengen und nur in gebundener Form enthalten.

4 Das Verbot nach Ziffer 2 Buchstabe d gilt nicht für die Verwendung von asbesthaltigen Zubereitungen und Gegenständen, zu einem Zweck, für den ein Inverkehrbringen nach Absatz 1 oder 2, oder eine Ausfuhr nach Absatz 3 zugelassen worden ist.

4 Besondere Kennzeichnung

1 Asbest darf von der Herstellerin nur in Verkehr gebracht werden, wenn die Ver­packung versehen ist mit:

a.
dem Namen der Herstellerin;
b.
einem Hinweis auf die Gefahren für Mensch und Umwelt und die Schutzmassnahmen in mindestens zwei Amtssprachen und nach folgendem Muster:

Kopf

H = mindestens 5 cm

B = mindestens 2,5 cm

h1 = 40 Prozent von H

h2 = 60 Prozent von H

Feld

Kopf:

«a» weiss auf schwarzem
Grund

Feld:

Text schwarz
oder weiss auf
rotem Grund

2 Die Herstellerin muss auch asbesthaltige Zubereitungen und Gegenstände mit den Angaben nach Absatz 1 versehen. Werden die Angaben direkt auf die Zubereitung oder den Gegenstand aufgedruckt, so genügt für Kopf und Feld eine einzige Farbe, die sich deutlich von der Unterlage abhebt. Die Textfelder können in diesem Fall auch unter einem einzigen Kopf direkt neben- oder untereinander angebracht werden.

3 Bei Gegenständen sind die asbesthaltigen Bestandteile von der Herstellerin gut sichtbar mit den Angaben nach Absatz 1 zu versehen.

4 Kann eine Zubereitung oder ein Gegenstand aus wichtigen Gründen nicht nach den Bestimmungen der Absätze 1–3 gekennzeichnet werden, so gewährt das BAFU im Einvernehmen mit dem BAG auf begründeten Antrag eine befristete Ausnahme. Es verlangt, dass der Abnehmerin die erforderlichen Angaben in einer gleichwertigen Form vermittelt werden.

5 Informationspflicht

Kann bei der Verwendung asbesthaltiger Zubereitungen oder Gegenstände Feinstaub entstehen, so muss die Herstellerin der Verwenderin folgende Informationen schriftlich zur Verfügung stellen:

a.
den Hinweis, dass bei unsachgemässer Verwendung die Gefahr einer Lungenerkrankung und ein erhöhtes Krebsrisiko bestehen; und
b.
Empfehlungen über die erforderlichen Schutzmassnahmen.

6 Übergangsbestimmungen

1 Das Verbot nach Ziffer 2 Buchstabe d gilt nicht für vor dem 1. Juni 2019 bereits bestehende Verwendungen asbesthaltiger Zubereitungen und Gegenstände.

2 Das Verbot nach Ziffer 2 Buchstabe a gilt bis zum 30. Juni 2025 nicht für die Verwendung von Asbest zur Herstellung von Diaphragmen für bestehende Elektrolyseanlagen.

3 Die Verbote nach Ziffer 2 Buchstaben b, c und d gelten bis zum 30. Juni 2025 nicht für asbesthaltige Diaphragmen zur Verwendung in bestehenden Elektrolyseanlagen.

Anhang 1.7 59

59 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 25. Okt. 2017 (AS 2017 5963). Bereinigt gemäss Ziff. I der V vom 17. April 2019, in Kraft seit 1. Juni 2019 (AS 2019 1495).

(Art. 3)

Quecksilber

1 Inverkehrbringen

1.1 Verbote

1 Verboten ist das Inverkehrbringen folgender Quecksilberverbindungen sowie von Zubereitungen, welche diese Quecksilberverbindungen enthalten, wenn deren Massengehalt an Quecksilber 0,01 Prozent oder mehr beträgt:

a.
Phenylquecksilberacetat (CAS-Nr. 62-38-4);
b.
Phenylquecksilberpropionat (CAS-Nr. 103-27-5);
c.
Phenylquecksilber-2-ethylhexanoat (CAS-Nr. 13302-00-6);
d.
Phenylquecksilberoctanoat (CAS-Nr. 13864-38-5);
e.
Phenylquecksilberneodecanoat (CAS-Nr. 26545-49-3);
f.
andere als in den Buchstaben a–e genannte Quecksilberverbindungen, soweit sie für die Herstellung von Polyurethanen bestimmt sind.

2 Verboten ist das Inverkehrbringen von:

a.
Fieberthermometern und anderen Messinstrumenten, die Quecksilber (CAS-Nr. 7439-97-6) enthalten und die für die breite Öffentlichkeit bestimmt sind;
b.
folgenden Messinstrumenten, die Quecksilber (CAS-Nr. 7439-97-6) enthalten oder deren Gebrauch die Verwendung von Quecksilber erfordert und die für die berufliche oder gewerbliche Anwendung bestimmt sind:
1.
Barometer,
2.
Hygrometer,
3.
Manometer,
4.
Sphygmomanometer,
5.
Dehnungsmessstreifen zur Verwendung in Plethysmographen,
6.
Tensiometer,
7.
Thermometer und andere nichtelektrische thermometrische Anwendungen,
8.
Pyknometer,
9.
Instrumente zur Bestimmung des Erweichungspunktes;
c.60
Schaltern und Relais, die Quecksilber (CAS-Nr. 7439-97-6) enthalten;
d.
folgenden Produktarten, die Quecksilberverbindungen enthalten:
1.
Pflanzenschutzmittel,
2.
Biozidprodukte gemäss Artikel 1a der Biozidprodukteverordnung vom 18. Mai 200561 (VBP),
3.
Anstrichfarben und Lacke,
4.
kosmetische Mittel, soweit sie nicht gestützt auf Artikel 54 Absätze 4 und 7 der Lebensmittel- und Gebrauchsgegenständeverordnung vom 16. Dezember 201662 Quecksilberverbindungen als Konservierungsstoffe in Augenmitteln enthalten dürfen,
5.
topische Antiseptika;
e.
Zubereitungen und Gegenständen, die Quecksilber (CAS-Nr. 7439-97-6) oder Quecksilberverbindungen enthalten, für eine vor dem 1. Januar 2018 nicht bekannte Verwendung.

3 Verboten ist ausserdem das Inverkehrbringen von Gegenständen, wenn sie oder ihre Bestandteile Quecksilberverbindungen nach Absatz 1 enthalten und deren Massengehalt an Quecksilber in den Gegenständen oder in Teilen davon 0,01 Prozent oder mehr beträgt.

4 Für das Inverkehrbringen von Batterien, Verpackungen und Verpackungsbestand­teilen, Fahrzeugen und deren Werkstoffen und Bauteilen, Holzwerkstoffen sowie von Elektro- und Elektronikgeräten und deren Ersatzteilen gelten die Anhänge
2.15–2.18.

60 In Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2017 5963).

61 SR 813.12

62 SR 817.02

1.2 Ausnahmen

1 Die Verbote des Inverkehrbringens von Quecksilberverbindungen nach Ziffer 1.1 Absatz 1 und von Gegenständen nach Ziffer 1.1 Absatz 3 gelten nicht für Analyse- und Forschungszwecke.

2 Das Verbot des Inverkehrbringens von Messgeräten nach Ziffer 1.1 Absatz 2 Buchstabe a gilt nicht für Geräte, die am 1. September 2015 älter als 50 Jahre waren und die als Antiquitäten oder Kulturgüter angesehen werden.

3 Die Verbote des Inverkehrbringens von Messgeräten nach Ziffer 1.1 Absatz 2 Buchstabe b gelten nicht für:

a.
Sphygmomanometer für die Verwendung als Bezugsnormal zur Validierung quecksilberfreier Sphygmomanometer;
b.
Thermometer, die ausschliesslich dazu bestimmt sind, Prüfungen anhand von Normen durchzuführen, welche die Verwendung von Quecksilberthermometern vorschreiben;
c.
Tripelpunktzellen, die zur Kalibrierung von Platin-Widerstandsthermo­metern verwendet werden;
d.
Geräte, die am 1. September 2015 älter als 50 Jahre waren und die als Antiqui­täten oder Kulturgüter angesehen werden;
e.
Geräte, die zu kulturellen oder historischen Zwecken öffentlich ausgestellt werden.

4 Das Verbot des Inverkehrbringens nach Ziffer 1.1 Absatz 2 Buchstabe c gilt nicht für Schalter und Relais, die:

a.
für Geräte bestimmt sind, die gemäss Anhang 2.18 Ziffer 3 Absatz 1 Buchstaben a und c quecksilberhaltige Schalter und Relais enthalten dürfen;
b.
als Ersatzteile für Geräte nach Anhang 2.18 Ziffer 1 Absatz 1 bestimmt sind, wenn nach dem Stand der Technik keine quecksilberfreie Alternative verfügbar ist.

5 Das Verbot des Inverkehrbringens von Biozidprodukten nach Ziffer 1.1 Absatz 2 Buchstabe d Ziffer 2 gilt nicht für Forschungs- und Entwicklungszwecke.

6 Das Verbot des Inverkehrbringens nach Ziffer 1.1 Absatz 2 Buchstabe e gilt nicht für:

a.
quecksilberhaltige Zubereitungen und Gegenstände, die für den Schutz der wesentlichen Sicherheitsinteressen der Schweiz erforderlich sind, einschliesslich Waffen, Munition und Kriegsmaterial für militärische Zwecke;
b.
quecksilberhaltige Zubereitungen und Gegenstände für den Einsatz im Weltraum;
c.
quecksilberhaltige Zubereitungen für den Einsatz als Hilfsstoffe in industriellen Herstellungsprozessen, deren Verwendung nach Ziffer 3.2.1 Absatz 1 bewilligt wurde.

1.3 Ausnahmen mit Bewilligung

1.3.1 Grundsatz

Das BAFU kann im Einvernehmen mit dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) auf Gesuch hin befristete Ausnahmen vom Verbot nach Ziffer 1.1 Absatz 2 Buchstabe e bewilligen.

1.3.2 Bewilligungsvoraussetzungen

Eine Ausnahmebewilligung wird erteilt, wenn:

a.
eine Verwendung der Zubereitung oder des Gegenstands ohne Quecksilber aus technischen Gründen nicht möglich ist oder die Verwendung der Zubereitung oder des Gegenstands ohne Quecksilber für einen mittleren und wirtschaftlich gesunden Betrieb der Branche finanziell nicht tragbar ist; und
b.
der Nachweis erbracht wird, dass mit der Verwendung der quecksilberhaltigen Zubereitung oder des quecksilberhaltigen Gegenstands keine erheb­lichen Risiken für die Umwelt und die menschliche Gesundheit verbunden sind.

1.3.3 Gesuch

Ein Gesuch muss mindestens enthalten:

a.
Angaben, wofür die quecksilberhaltige Zubereitung oder der quecksilberhaltige Gegenstand verwendet werden soll und welche Funktion das Quecksilber oder die Quecksilberverbindung erfüllt;
b.
Angaben zum Massengehalt von Quecksilber oder zur Identität und zum Massengehalt der Quecksilberverbindung in der Zubereitung oder in dem Gegenstand;
c.
Angaben zur voraussichtlichen jährlichen Menge der Zubereitung oder des jährlichen Gesamtgewichts der Gegenstände, die in Verkehr gebracht werden sollen;
d.
eine Beurteilung der Risiken, die mit der Verwendung der Zubereitung oder des Gegenstands für die menschliche Gesundheit und die Umwelt verbunden sein werden, sowie Angaben zu den erforderlichen Schutzmassnahmen;
e.
eine Analyse, ob die Voraussetzung gemäss Ziffer 1.3.2 Buchstabe a erfüllt ist;
f.
eine Beschreibung der durchgeführten Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten, um auf den Einsatz von Quecksilber in der Zubereitung oder des Gegenstands zu verzichten.

1.4 Einfuhr

1.4.1 Bewilligungspflicht

1 Einer Bewilligung des BAFU bedarf, wer für berufliche oder gewerbliche Zwecke einführen will:

a.
Quecksilber (CAS-Nr. 7439-97-6);
b.
eine Zubereitung mit einem Massengehalt an Quecksilber von 95 Prozent und mehr;
c.
eine nicht in Ziffer 1.1 Absatz 1 genannte Quecksilberverbindung;
d.
eine Quecksilberlegierung.

2 Ausserdem bedarf einer Einfuhrbewilligung nach Absatz 1, wer die dort genannten Stoffe und Zubereitungen oder jegliche anderen Quecksilberverbindungen in einem offenen Zolllager, in einem Lager für Massengüter oder in einem Zollfreilager einlagern will.

1.4.2 Ausnahme

Keine Einfuhrbewilligung benötigt, wer:

a.
Quecksilber (CAS-Nr. 7439-97-6) oder eine Zubereitung mit einem Massengehalt an Quecksilber von 95 Prozent und mehr aus einem Staat einführt, der Vertragspartei63 des Übereinkommens vom 10. Oktober 201364 über Quecksilber (Minamata-Übereinkommen) ist, sofern der Stoff oder die Zubereitung für Analyse- und Forschungszwecke bestimmt ist;
b.
eine Quecksilberverbindung oder Quecksilberlegierung einführt, wenn der Stoff oder die Zubereitung für Analyse- und Forschungszwecke bestimmt ist;
c.
einen in Buchstabe a oder b genannten Stoff oder eine dort genannte Zubereitung zur Verwendung als Stoff, in einer Zubereitung oder in einem Gegenstand einführt, sofern der Stoff, die Zubereitung oder der Gegenstand für Analyse- und Forschungszwecke bestimmt ist.

63 Die Liste der Vertragsparteien kann im Internet beim BAFU unter www.bafu.admin.ch > Themen > Chemikalien > Fachinformationen > Bestimmungen und Verfahren > Quecksilber abgerufen werden.

64 SR 0.814.82

1.4.3 Bewilligungsvoraussetzungen

Eine Einfuhrbewilligung wird auf Gesuch hin erteilt, wenn:

a.
der zur Einfuhr vorgesehene Stoff oder die zur Einfuhr vorgesehene Zubereitung einer nach Ziffer 3 zulässigen Verwendung zugeführt wird;
b.
die Importeurin bestätigt, dass der zur Einfuhr vorgesehene Stoff oder die zur Einfuhr vorgesehene Zubereitung nicht für die Wiederausfuhr in chemisch veränderter oder chemisch unveränderter Form bestimmt ist;
c.
für den Fall, dass der Ausfuhrstaat nicht Vertragspartei des Minamata-Übereinkommens ist, dem BAFU eine Bescheinigung des Ausfuhrstaates vorliegt, dass das zur Ausfuhr vorgesehene Quecksilber (CAS-Nr. 7439-97-6) oder die zur Ausfuhr vorgesehene Zubereitung mit einem Massengehalt an Quecksilber von 95 Prozent und mehr weder aus dem primären Quecksilberbergbau noch der Chlor-Alkali-Industrie stammt.

1.4.4 Gesuch

Ein Gesuch muss mindestens enthalten:

a.
den Namen und die Adresse der Gesuchstellerin;
b.
den Namen und die Adresse der ausländischen Exporteurin;
c.
zu jedem Stoff und jeder Zubereitung, der oder die eingeführt werden soll:
1.
den chemischen Namen nach einer international anerkannten Nomenklatur,
2.
die Zolltarifnummer gemäss den Anhängen des ZTG65,
3.
den Verwendungszweck,
4.
die vorgesehene Einfuhrmenge in Kilogramm,
5.
die Bestätigung nach Ziffer 1.4.3 Buchstabe b;
d.
eine Bescheinigung nach Ziffer 1.4.3 Buchstabe c.

1.4.5 Entscheid

1 Das BAFU entscheidet innerhalb von 30 Tagen, nachdem ihm alle erforderlichen Unterlagen vorliegen. Es versieht die Einfuhrbewilligung mit einer Nummer.

2 Eine Einfuhrbewilligung wird jeweils für eine Dauer von höchstens 12 Monaten erteilt.

1.4.6 Pflichten bei der Einfuhr und bei der Einlagerung

1 Die nach Artikel 26 des Zollgesetzes vom 18. März 200566 (ZG) anmeldepflichtige Person muss in der Zollanmeldung angeben:

a.
dass die Einfuhr von Quecksilber (CAS-Nr. 7439-97-6), einer Zubereitung mit einem Massengehalt an Quecksilber von 95 Prozent und mehr, einer Quecksilberverbindung oder einer Quecksilberlegierung nach diesem Anhang bewilligungspflichtig ist;
b.
die Nummer der Einfuhrbewilligung.

2 Auf Verlangen der Zollstelle muss die anmeldepflichtige Person eine Kopie der Einfuhrbewilligung nach diesem Anhang vorlegen.

3 Bei der Einlagerung in ein offenes Zolllager, in ein Lager für Massengüter oder in ein Zollfreilager muss die Lagerhalterin oder die Einlagererin die Nummer der Einfuhrbewilligung in einer Bestandesaufzeichnung vermerken.

1.4.7 Aufbewahrungspflicht

Die Inhaberin der Einfuhrbewilligung muss diese fünf Jahre aufbewahren.

1.5 Meldepflicht

1 Wer Quecksilber (CAS-Nr. 7439-97-6), eine Zubereitung mit einem Massengehalt an Quecksilber von 95 Prozent und mehr, eine Quecksilberverbindung oder Quecksilberlegierung einführt und nach Ziffer 1.4.2 keine Einfuhrbewilligung benötigt, muss dem BAFU jährlich bis zum 30. April die im Vorjahr eingeführten Mengen, aufgeschlüsselt nach Stoffen und Zubereitungen, melden.

2 Wer aus der inländischen Behandlung von Quecksilberabfällen stammendes Quecksilber oder eine aus der inländischen Behandlung von Quecksilberabfällen stammende Quecksilberverbindung erstmals abgibt, muss dem BAFU jährlich bis zum 30. April die im Vorjahr abgegebenen Mengen, aufgeschlüsselt nach Stoffen sowie Namen und Adressen der Empfängerinnen, melden.

2 Ausfuhr

2.1 Verbote

Verboten ist die Ausfuhr von Messinstrumenten, Schaltern und Relais, sofern sie nicht in Verkehr gebracht werden dürfen.

2.2 Ausfuhrbewilligung

2.2.1 Bewilligungspflicht

Wer Quecksilber (CAS-Nr. 7439-97-6) oder Zubereitungen mit einem Massengehalt an Quecksilber von 95 Prozent und mehr für berufliche oder gewerbliche Zwecke ausführen oder aus einem offenen Zolllager, einem Zolllager für Massengüter oder einem Zollfreilager in einen anderen Staat verbringen will, bedarf einer Ausfuhrbewilligung des BAFU.

2.2.2 Bewilligungsvoraussetzungen

1 Eine Ausfuhrbewilligung wird auf Gesuch hin erteilt, wenn Quecksilber (CAS-Nr. 7439-97-6) oder Zubereitungen mit einem Massengehalt an Quecksilber von 95 Prozent und mehr im Einfuhrstaat für Analyse- und Forschungszwecke bestimmt sind und dem BAFU eine Bescheinigung des Einfuhrstaates vorliegt, dass dieser der Einfuhr zustimmt.

2 Soll die Ausfuhr in einen Staat erfolgen, der nicht Vertragspartei67 des Minamata-Übereinkommens ist, so wird eine Ausfuhrbewilligung zudem nur erteilt, wenn dem BAFU eine Bescheinigung des Einfuhrstaates vorliegt, dass er Massnahmen zum Schutz der menschlichen Gesundheit und der Umwelt im Umgang mit Quecksilber festgelegt hat.

67 Die Liste der Vertragsparteien kann im Internet beim BAFU unter www.bafu.admin.ch > Themen > Chemikalien > Fachinformationen > Bestimmungen und Verfahren > Quecksilber abgerufen werden.

2.2.3 Gesuch

Ein Gesuch muss mindestens enthalten:

a.
den Namen und die Adresse der Gesuchstellerin;
b.
die Namen und die Adressen der ausländischen Importeurinnen, aufgeschlüsselt nach Empfängerstaaten;
c.
die voraussichtliche Ausfuhrmenge in Kilogramm pro Importeurin und Empfängerstaat;
d.
den voraussichtlichen Termin der ersten Ausfuhr pro Empfängerstaat;
e.
eine Bestätigung, dass das Quecksilber (CAS-Nr. 7439-97-6) oder die Zubereitungen mit einem Massengehalt an Quecksilber von 95 Prozent und mehr für Analyse- und Forschungszwecke ausgeführt werden;
f.
Bescheinigungen nach Ziffer 2.2.2 Absätze 1 und 2.

2.2.4 Entscheid

1 Das BAFU entscheidet innerhalb von 30 Tagen, nachdem ihm alle erforderlichen Unterlagen vorliegen. Es versieht die Ausfuhrbewilligung mit einer Nummer.

2 Eine Ausfuhrbewilligung wird für eine Dauer von höchstens 12 Monaten und jeweils befristet auf das Ende eines Kalenderjahres erteilt.

2.2.5 Pflichten bei der Ausfuhr

1 Die nach Artikel 26 des ZG anmeldepflichtige Person muss in der Zollanmeldung angeben:

a.
dass die Ausfuhr von Quecksilber (CAS-Nr. 7439-97-6) oder einer Zubereitung mit einem Massengehalt an Quecksilber von 95 Prozent und mehr nach diesem Anhang bewilligungspflichtig ist;
b.
die Nummer der Ausfuhrbewilligung.

2 Auf Verlangen der Zollstelle muss die anmeldepflichtige Person eine Kopie der Ausfuhrbewilligung nach diesem Anhang vorlegen.

3 Bei der Auslagerung aus einem offenen Zolllager, einem Lager für Massengüter oder einem Zollfreilager muss die Lagerhalterin oder die Einlagererin die Nummer der Ausfuhrbewilligung in einer Bestandesaufzeichnung vermerken.

2.2.6 Aufbewahrungspflicht

Die Exporteurin muss die Ausfuhrbewilligung fünf Jahre aufbewahren.

3 Verwendung

3.1 Verbote

Verboten ist die Verwendung von:

a.
Quecksilber (CAS-Nr. 7439-97-6), Quecksilberverbindungen und quecksilberhaltigen Zubereitungen für die Herstellung von:
1.
quecksilberhaltigen Stoffen, Zubereitungen und Gegenständen, sofern sie nach Ziffer 1.1 Absätze 1–3 sowie den Ziffern 1.2 und 1.3 nicht in Verkehr gebracht werden dürfen,
2.
Batterien, die mehr als 5 mg Quecksilber pro kg enthalten, und deren Bauteilen;
b.
Dentalamalgam, wenn aus medizinischen Gründen einem anderen Füllungs­material der Vorzug gegeben werden kann;
c.
Quecksilber (CAS-Nr. 7439-97-6), Quecksilberverbindungen und quecksilberhaltigen Zubereitungen als Hilfsstoffe in industriellen Herstellungsprozessen.

3.2 Ausnahmebewilligungen

3.2.1 Grundsatz

1 Das BAFU kann im Einvernehmen mit dem BAG auf Gesuch hin befristete Ausnahmen vom Verbot nach Ziffer 3.1 Buchstabe c bewilligen, falls das Quecksilber (CAS-Nr. 7439-97-6), die Quecksilberverbindung oder die quecksilberhaltige Zubereitung nicht bei der Chlor-Alkali-Elektrolyse oder bei der Herstellung von Acetaldehyd, Vinylchlorid, Natrium- oder Kalium-Methylat oder -Ethylat verwendet werden soll.

2 Als erteilte Bewilligung im Sinne von Absatz 1 gilt eine Bewilligung, die gestützt auf Ziffer 2.2 Absatz 1 dieses Anhangs in der Fassung vom 1. Juli 201568 erteilt wurde.

3.2.2 Bewilligungsvoraussetzungen

Eine Ausnahmebewilligung wird erteilt, wenn:

a.
quecksilberfreie Hilfsstoffe aus technischen Gründen nicht eingesetzt werden können oder die Verwendung dieser Hilfsstoffe für einen mittleren und wirtschaftlich gesunden Betrieb der Branche finanziell nicht tragbar ist; und
b.
die Menge der Quecksilberemissionen in die Umwelt auf ein Minimum reduziert wird und die zum Schutz der menschlichen Gesundheit und der Umwelt erforderlichen Massnahmen getroffen werden.

3.2.3 Gesuch

Ein Gesuch muss mindestens enthalten:

a.
die Identität des quecksilberhaltigen Hilfsstoffs und Angaben, für welche Verwendung der Hilfsstoff zugelassen werden soll;
b.
eine Quecksilberbilanz einschliesslich Angaben zum Verbleib des Quecksilbers in der Umwelt und in Abfällen;
c.
eine Beurteilung der Risiken, die mit der Verwendung des Hilfsstoffs für die menschliche Gesundheit und die Umwelt verbunden sind, sowie Angaben zu den erforderlichen Schutzmassnahmen;
d.
eine Analyse, ob die Voraussetzung gemäss Ziffer 3.2.2 Buchstabe a erfüllt ist;
e.
eine Beschreibung der durchgeführten Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten, um auf die Verwendung des quecksilberhaltigen Hilfsstoffs zu verzichten.

4 Übergangsbestimmungen

4.1 Inverkehrbringen

1 Die Verbote nach Ziffer 1.1 Absätze 1 Buchstaben a–e und 3 gelten nicht für Quecksilberverbindungen sowie für Zubereitungen und Gegenstände, die Quecksilberverbindungen nach Ziffer 1.1 Absatz 1 Buchstaben a–e enthalten, die vor dem 10. Oktober 2017 erstmals in Verkehr gebracht worden sind.

2 Die Verbote nach Ziffer 1.1 Absätze 1 Buchstabe f und 3 gelten nicht für Quecksilberverbindungen sowie für Zubereitungen und Gegenstände, welche Quecksilberverbindungen nach Ziffer 1.1 Absatz 1 Buchstabe f enthalten, die vor dem 1. Januar 2018 erstmals in Verkehr gebracht worden sind.

3 Das Verbot nach Ziffer 1.1 Absatz 2 Buchstabe b gilt nicht für das Inverkehrbringen von Sphygmomanometern, die für die Verwendung bei epidemiologischen Untersuchungen bestimmt sind, die am 1. September 2015 noch nicht abgeschlossen gewesen sind.

4.2 Ausfuhr

1 Abweichend von den Ziffern 2.2.1–2.2.2 bewilligt das BAFU auf Gesuch hin die Ausfuhr von Quecksilber (CAS-Nr. 7439-97-6), das vor dem 1. Januar 2018 eingeführt wurde oder im Inland aus quecksilberhaltigen Abfällen gewonnen wurde, für die nachstehenden Verwendungen bis zu den dort genannten Daten, sofern ihm eine Bescheinigung des Einfuhrstaates vorliegt, dass dieser der Einfuhr zustimmt:

Verwendung

Datum

Herstellung von Entladungslampen

31. Dezember 2020

Unterhalt von Rollnahtschweissmaschinen, die mit quecksilberhaltigen Rollenköpfen arbeiten

31. Dezember 2020

Herstellung von Dentalamalgamkapseln

31. Dezember 2027

2 Soll die Ausfuhr in einen Staat erfolgen, der nicht Vertragspartei69 des Minamata-Übereinkommens ist, so wird eine Ausfuhrbewilligung zudem nur erteilt, wenn dem BAFU eine Bescheinigung des Einfuhrstaates vorliegt, dass er Massnahmen zum Schutz der menschlichen Gesundheit und der Umwelt im Umgang mit Quecksilber festgelegt hat.

3 Ein Gesuch muss mindestens enthalten:

a.
den Namen und die Adresse der Gesuchstellerin;
b.
den Namen und die Adresse der ausländischen Importeurin;
c.
den Verwendungszweck;
c.
die Ausfuhrmenge in Kilogramm;
e.
eine schriftliche Erklärung der Empfängerin, in welcher sich diese verpflichtet, Quecksilber (CAS-Nr. 7439-97-6) für eine in Absatz 1 genannte Verwendung zu nutzen;
f.
Bescheinigungen nach den Absätzen 1 und 2.

4 Für die Entscheidung, die Pflichten bei der Ausfuhr und die Aufbewahrungspflicht gelten die Ziffern 2.2.4–2.2.6.

5 Das UVEK kann die in Absatz 1 genannte Frist für die Herstellung von Dental­amalgamkapseln verlängern. Es berücksichtigt dabei die Nachfrage von Quecksilber zur Verwendung in Dentalamalgam in den Vertragsparteien des Minamata-Über­einkommens, die von den Vertragsparteien getroffenen Massnahmen zur Verringerung der Freisetzung von Quecksilber bei der Verwendung von Dentalamalgam sowie den Stand der Umsetzung des Ausstiegs aus der Verwendung von Dental­amalgam in der Europäischen Union.

69 Die Liste der Vertragsparteien kann im Internet beim BAFU unter www.bafu.admin.ch > Themen > Chemikalien > Fachinformationen > Bestimmungen und Verfahren > Quecksilber abgerufen werden.

4.3 Verwendung

Ein nach bisherigem Recht auf Ziffer 2.2 Absatz 1 gestützter Antrag wird nach bisherigem Recht beurteilt.

Anhang 1.8 70

70 Bereinigt gemäss Anhang 2 Ziff. II 2 der Lebensmittel- und Gebrauchsgegenstände­verordnung vom 23. Nov. 2005 (AS 2005 5451), Ziff. I der V vom 25. Okt. 2017 (AS 2017 5963) und 17. April 2019, in Kraft seit 1. Juni 2019 (AS 2019 1495).

(Art. 3)

Octylphenol, Nonylphenol und deren Ethoxylate

1 Verbote

1 Verboten ist das Inverkehrbringen folgender Produktarten, wenn ihr Massengehalt an Octylphenol (Summenformel C14H22O), Nonylphenol (Summenformel C15H24O) oder deren Ethoxylaten 0,1 Prozent oder mehr beträgt:

a.
Textilwaschmittel nach Anhang 2.1;
b.
Reinigungsmittel nach Anhang 2.2;
c.
kosmetische Mittel nach Artikel 53 der Lebensmittel- und Gebrauchsgegenständeverordnung vom 16. Dezember 201671;
d.
Textilverarbeitungsmittel;
e.
Lederverarbeitungsmittel;
f.
Metallverarbeitungsmittel;
g.
Hilfsmittel für die Herstellung von Zellstoff und Papier;
h.
Melkfett, das diese Stoffe als Emulgatoren enthält;
i.
Biozidprodukte und Pflanzenschutzmittel, welche diese Stoffe als Formulierungshilfsstoffe enthalten.

2 Verboten ist die Verwendung von Octylphenol, Nonylphenol und deren Ethoxylaten zu Zwecken, denen die Produktarten nach Absatz 1 dienen.

3 Verboten ist das Inverkehrbringen von waschbaren Textilfasern sowie textilen Halb- und Fertigprodukten wie Fasern, Garne, Gewebe, Gestrickteile, Heimtextilien, Accessoires oder Bekleidung, wenn ihr Massengehalt an Nonylphenolethoxylaten bezogen auf den textilen Bestandteil 0,01 Prozent oder mehr beträgt.

2 Ausnahmen

Die Verbote nach Ziffer 1 gelten nicht für:

a.
Spermizide;
b.
Textil- und Lederverarbeitungsmittel, wenn:
1.
bei Behandlungen keine Octyl- oder Nonylphenolethoxylate in das Abwasser gelangen, oder
2.
in Anlagen für spezielle Behandlungen wie das Entfetten von Schafshäuten die organische Fraktion vor der biologischen Abwasserbehandlung vollständig aus dem Prozesswasser entfernt wird;
c.
Metallverarbeitungsmittel zur Verwendung in überwachten geschlossenen Systemen, bei denen die Reinigungsflüssigkeit rezykliert oder verbrannt wird;
d.
Textilfasern sowie textile Halb- und Fertigprodukte, wenn die Überschreitung des in Ziffer 1 Absatz 3 genannten Grenzwerts auf die Verwertung von Textilien zurückzuführen ist und Nonylphenolethoxylate im Herstellungsprozess nicht zugegeben werden.

3 Übergangsbestimmungen

1 Octyl- und Nonylphenolethoxylate dürfen als Formulierungshilfsstoffe in Biozidprodukten und Pflanzenschutzmitteln, deren Inverkehrbringen vor dem 1. August 2005 bewilligt worden ist, noch bis zum Ablauf der Geltungsdauer dieser Bewilligung in Verkehr gebracht werden.

2 Octyl- und Nonylphenolethoxylate dürfen als Formulierungshilfsstoffe für Biozidprodukte und Pflanzenschutzmittel gemäss Absatz 1 verwendet werden.

3 Das Verbot nach Ziffer 1 Absatz 3 gilt nicht für Nonylphenolethoxylate enthaltende Textilfasern sowie textile Halb- und Fertigprodukte, die vor dem 1. Juni 2022 erstmals in Verkehr gebracht worden sind.

Anhang 1.9 72

72 Bereinigt gemäss Ziff. II Abs. 3 der V vom 7. Nov. 2012 (AS 2012 6161) und Ziff. I der V vom 17. April 2019, in Kraft seit 1. Juni 2021 (AS 2019 1495).

(Art. 3)

Stoffe mit flammhemmender Wirkung

1 Organische Phosphorverbindungen

1.1 Begriff

Als organische Phosphorverbindungen mit flammhemmender Wirkung gelten:

a.
Tri-(2,3-Dibrompropyl)-Phosphat (CAS-Nr. 126-72-7);
b.
Tris-(aziridinyl)-phosphinoxid (CAS-Nr. 545-55-1).

1.2 Verbot

Textilien, die Stoffe nach Ziffer 1.1 enthalten und die nach ihrer Bestimmung direkt oder indirekt am Körper getragen werden (Kleidungsstücke, Perücken, Fasnachtskleider usw.) oder zur Ausstattung und Auskleidung von Räumen bestimmt sind (Bettwäsche, Tischtücher, Möbelstoffe, Teppiche, Vorhänge, Gardinen usw.), dürfen durch die Herstellerin nicht in Verkehr gebracht werden.

2 Decabromdiphenylether

2.1 Begriffe

1 Als Luftfahrzeug im Sinne von Ziffer 4 Buchstabe a Nummern 1 und 3 gilt:

a.
ein ziviles Luftfahrzeug, das entsprechend einer nach der Verordnung (EU) 2018/113973 ausgestellten Musterzulassung oder einer nach den nationalen Vorschriften eines Vertragsstaats des Übereinkommens vom 7. Dezember 194474 über die internationale Zivilluftfahrt der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) erteilten Konstruktionsgenehmigung produziert worden ist, oder für das ein Lufttüchtigkeitszeugnis von einem ICAO-Vertragsstaat nach Anhang 8 des Übereinkommens ausgestellt worden ist75;
b.
ein Militärluftfahrzeug.

2 Als Kraftfahrzeug im Sinne von Ziffer 4 Buchstabe a Nummern 2 und 4 gilt ein Fahrzeug, das unter die Klasse M, N oder O gemäss Anhang II Teil A Ziffer 1 der Richtlinie 2007/46/EG76 fällt.

73 Verordnung (EU) 2018/1139 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 4. Juli 2018 zur Festlegung gemeinsamer Vorschriften für die Zivilluftfahrt und zur Errichtung einer Agentur der Europäischen Union für Flugsicherheit sowie zur Änderung der Verordnungen (EG) Nr. 2111/2005, (EG) Nr. 1008/2008, (EU) Nr. 996/2010, (EU) Nr. 376/2014 und der Richtlinien 2014/30/EU und 2014/53/EU des Europäischen Parlaments und des Rates, und zur Aufhebung der Verordnungen (EG) Nr. 552/2004 und (EG) Nr. 216/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates und der Verordnung (EWG) Nr. 3922/91 des Rates, Fassung gemäss ABl. L 212 vom 22.8.2018, S. 1.

74 SR 0.748.0

75 Die Liste der Staaten kann im Internet bei der ICAO unter www.icao.int > About ICAO > List Member States abgerufen werden.

76 Richtlinie 2007/46/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 5. Septem­ber 2007 zur Schaffung eines Rahmens für die Genehmigung von Kraftfahrzeugen und Kraftfahrzeuganhängern sowie von Systemen, Bauteilen und selbstständigen technischen Einheiten für diese Fahrzeuge (Rahmenrichtlinie), ABl. L 263 vom 9.10.2007, S. 1; zuletzt geändert durch Verordnung (EU) 2017/1347, ABl. L 192 vom 24.7.2017, S. 1.

2.2 Verbote

1 Verboten sind die Herstellung, das Inverkehrbringen und die Verwendung von Decabromdiphenylether (DecaBDE, CAS-Nr. 1163-19-5) sowie von Stoffen und Zubereitungen, die DecaBDE nicht nur als unvermeidliche Verunreinigung enthalten.

2 Neue Gegenstände dürfen nicht in Verkehr gebracht werden, wenn sie oder Teile davon DecaBDE nicht nur als unvermeidliche Verunreinigung enthalten.

3 Für Elektro- und Elektronikgeräte, die DecaBDE enthalten, gilt Anhang 2.18.

3 Anorganische Ammoniumsalze77

77 In Kraft seit 1. Juni 2021 (AS 2019 1495).

3.1 Verbot

1 Zellstoffisoliermaterialien in loser Form und Zellstoffisoliermaterialien enthaltende Gegenstände dürfen nicht in Verkehr gebracht und verwendet werden, wenn sie anorganische Ammoniumsalze enthalten, es sei denn, die Emission von Ammoniak aus den Isoliermaterialien führt in einer Testkammer unter den in Absatz 2 be­schriebenen Testbedingungen zu einem Volumengehalt von weniger als 3 ppm (2,12 mg/m3).

2 Die Einhaltung des Emissionsgrenzwertes nach Absatz 1 ist gemäss der Norm SN EN 16516:201778 mit folgenden Massgaben nachzuweisen:

a.
die Dauer des Tests beträgt mindestens 14 Tage;
b.
die Ammoniakgasemission wird während des gesamten Tests mindestens einmal täglich gemessen;
c.
der in Absatz 1 genannte Emissionsgrenzwert wird während des Tests in keiner Messung erreicht oder überschritten;
d.
die relative Feuchtigkeit beträgt 90 %;
e.
es wird eine geeignete Methode zur Messung der Ammoniakgasemission verwendet;
f.
die in Dicke und Dichte ausgedrückte Beladungsrate der Stichproben der zu testenden Zellstoffisoliermaterialien und Gegenstände mit solchen Zellstoff­isoliermaterialien wird aufgezeichnet.

78 Die Norm kann kostenlos eingesehen und gegen Bezahlung bezogen werden bei der Schweizerischen Normenvereinigung (SNV), Sulzerallee 70, 8404Winterthur; www.snv.ch.

3.2 Ausnahme

Ziffer 3.1 Absatz 1 gilt nicht für loses Zellstoffisoliermaterial, das zur Herstellung eines Gegenstands verwendet wird, für welchen die Einhaltung des Emissionsgrenzwerts für Ammoniak von 3 ppm gemäss Ziffer 2.1 Absatz 2 nachgewiesen wird.

3.3 Besondere Kennzeichnung

Wer ein anorganische Ammoniumsalze enthaltendes Zellstoffisoliermaterial in loser Form in Verkehr bringt, muss die Abnehmerin in einer Aufschrift oder in anderer gleichwertiger schriftlicher Form über die höchstzulässige Beladungsrate des Isoliermaterials informieren.

3.4 Berücksichtigung der Angaben der Inverkehrbringerin

Wer ein anorganische Ammoniumsalze enthaltendes Zellstoffisoliermaterial verwendet, darf die von der Inverkehrbringerin mitgeteilte höchstzulässige Beladungsrate nicht überschreiten.

4 Übergangsbestimmungen

Die Verbote nach Ziffer 2.2 Absätze 1 und 2 gelten nicht für:

a.
das Inverkehrbringen von folgenden DecaBDE enthaltenden Gegenständen:
1.
Luftfahrzeuge, die vor dem 2. März 2027 hergestellt worden sind, wenn die Typgenehmigung für die Luftfahrzeuge vor dem 1. Dezember 2022 erteilt worden ist,
2.
Kraftfahrzeuge, die vor dem 1. Dezember 2019 hergestellt worden sind,
3.
Bauteile für die Herstellung von Luftfahrzeugen, die nach Nummer 1 in Verkehr werden dürfen sowie Bauteile für die Reparatur und Wartung dieser Luftfahrzeuge,
4.
Bauteile für die Reparatur und Wartung von Kraftfahrzeugen, die nach Nummer 2 in Verkehr gebracht werden dürfen, soweit die Bauteile für folgende Verwendungen bestimmt sind:
Antriebsstrang und Ausstattungen unter der Motorhaube
Kraftstoffversorgungssysteme
pyrotechnische Vorrichtungen und damit verbundene Elemente
Federungsverwendungen
Teile aus verstärkten Kunststoffen und Textilien
Ausstattungen unter dem Armaturenbrett
elektrische und elektronische Geräte
Innenraumverwendungen;
b.
die Herstellung, das Inverkehrbringen und die Verwendung von DecaBDE sowie DecaBDE enthaltenden Stoffen und Zubereitungen für:
1.
Analyse- und Forschungszwecke,
2.
die Herstellung von Fahrzeugbauteilen, die nach Buchstabe a Nummern 3 und 4 in Verkehr gebracht werden dürfen.

Anhang 1.10 79

79 Fassung gemäss Ziff. II Abs. 2 der V vom 7. Nov. 2012 (AS 2012 6161). Bereinigt gemäss Ziff. II Abs. 2 der V vom 1. Juli 2015 (AS 2015 2367), Ziff. I der V vom 25. Okt. 2017 (AS 2017 5963), Ziff. I der V vom 17. April 2019 (AS 2019 1495), Anhang Ziff. 2 der V vom 18. Nov. 2020, in Kraft vom 15. Dez. 2020 bis zum 1. Juni 2025 (AS 2020 5125) und Ziff. I der V vom 1. Febr. 20201, in Kraft seit 1. März 2021 (AS 2021 70).

(Art. 3)

Krebserzeugende, erbgutverändernde und fortpflanzungsgefährdende Stoffe

1 Verbot

1 Krebserzeugende, erbgutverändernde und fortpflanzungsgefährdende Stoffe nach Anhang XVII Anlagen 1–6 der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 (EU-REACH-Verordnung)80 sowie Stoffe und Zubereitungen, die solche Stoffe enthalten, dürfen nicht an die breite Öffentlichkeit abgegeben werden, wenn ihr Massengehalt den mass­gebenden Grenzwert nach Anhang I Ziffer 1.1.2.2 der Verordnung (EG) Nr. 1272/200881 übersteigt.

2 Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) passt im Einvernehmen mit dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) sowie dem SECO Absatz 1 an Änderungen von Anhang XVII Anlagen 1–6 der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 an.

3 Verboten ist die Verwendung von Thermopapier mit einem Massengehalt an Bisphenol A (CAS-Nr. 80-05-7) oder Bisphenol S (CAS-Nr. 80-09-1) von 0,02 Prozent oder mehr.

80 Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 18. Dezember 2006 zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe (REACH), zur Schaffung einer Europäischen Agentur für chemische Stoffe, zur Änderung der Richtlinie 1999/45/EG und zur Aufhebung der Verordnung (EWG) Nr. 793/93 des Rates, der Verordnung (EG) Nr. 1488/94 der Kommission, der Richtlinie 76/769/EWG des Rates sowie der Richtlinien 91/155/EWG, 93/67/EWG, 93/105/EG und 2000/21/EG der Kommission, ABl. L 396 vom 30.12.2006, S. 1; zuletzt geändert durch Verordnung (EU) 2020/2096, ABl. L 425 vom 16.12.2020, S. 3.

81 Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Dezember 2008 über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen, zur Änderung und Aufhebung der Richtlinien 67/548/EWG und 1999/45/EG und zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006, ABl. L 353 vom 31.12.2008, S. 1; zuletzt geändert durch die delegierte Verordnung (EU) 2020/1182, ABl. L 261 vom 11.8.2020, S.2.

2 Ausnahmen

1 Das Verbot nach Ziffer 1 Absatz 1 gilt nicht für:

a.
Arzneimittel;
b.
Künstlerfarben, vorbehältlich Anhang 1.17;
c.
Motorkraftstoffe;
d.
Mineralölerzeugnisse als Brennstoffe in beweglichen oder ortsfesten Feuerungsanlagen sowie Brennstoffe in geschlossenen Systemen;
e.
in Anhang XVII Anlage 11 Spalte 1 der Verordnung (EG) Nr. 1907/200682 aufgeführte Stoffe mit den dort in Spalte 2 aufgeführten Anwendungen und etwaigen Befristungen.

1bis Das Verbot nach Ziffer 1 Absatz 3 gilt nicht für Thermopapier, das für Spezialanwendungen eingesetzt wird, die zusätzliche technische Spezifikationen erfordern. Dazu gehören insbesondere die folgenden Anwendungen:

Anwendungen im Medizinal- und Laborbereich;
Selbstklebeetiketten;
Eintritts- und Fahrkarten mit Zusatzfunktion.

2 Das BAG passt im Einvernehmen mit dem BAFU sowie dem SECO Absatz 1 Buchstabe e an Änderungen von Anhang XVII Anlage 11 der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 an.

3 Für krebserzeugende, erbgutverändernde und fortpflanzungsgefährdende Stoffe in kosmetischen Mitteln gilt die Lebensmittel- und Gebrauchsgegenständeverordnung vom 16. Dezember 201683.

82 Siehe Fussnote zu Ziffer 1 Absatz 1.

83 SR 817.02

3 Besondere Kennzeichnung

1 Die Verpackung von Stoffen und Zubereitungen, die unter das Verbot nach Ziffer 1 fallen, muss mit folgender Aufschrift versehen sein: «Nur für gewerbliche Anwender».

2 Die Aufschrift muss in mindestens zwei Amtssprachen abgefasst, gut sichtbar, leserlich und unverwischbar sein.

4 Übergangsbestimmung zur Änderung vom 1. Februar 2021

Die folgenden Stoffe, die durch die Verordnung (EU) 2020/209684 neu in Anhang XVII Anlagen 1–6 der EU-REACH-Verordnung aufgenommen worden sind, sowie Stoffe und Zubereitungen, die solche Stoffe enthalten, dürfen noch bis zum folgenden Zeitpunkt an die breite Öffentlichkeit abgegeben werden:

a.
bis zum 4. Juli 2021: die Stoffe Pyrocatechol (CAS 120-80-9), Acetaldehyd (CAS 75-07-0), Spirodiclofen (CAS 148477-71-8), 2-Benzyl-2-dimethylamino-4′- morpholinobutyrophenon (CAS 119313-12-1), Propiconazol (CAS 60207-90-1) und 1-Vinylimidazol (CAS 1072-63-5);
b.
bis zum 30. September 2021: alle Stoffe, die nicht unter Buchstabe a fallen.

84 Verordnung (EU) 2020/2096 der Kommission vom 15. Dezember 2020 zur Änderung von Anhang XVII der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe (REACH) in Bezug auf krebserzeugende, erbgutverändernde oder fortpflanzungsgefährdende Stoffe, unter die Verordnung (EU) 2017/745 des Europäischen Parlaments und des Rates fallende Produkte, persistente organische Schadstoffe, bestimmte flüssige Stoffe oder Gemische, Nonylphenol und Prüfverfahren für Azofarbstoffe, Fassung gemäss ABl. L 425 vom 16.12.2020, S. 3.

Anhang 1.11 85

85 Fassung gemäss Ziff. II Abs. 2 der V vom 7. Nov. 2012 (AS 2012 6161). Bereinigt gemäss Ziff. I der V vom 17. April 2019, in Kraft seit 1. Juni 2019 (AS 2019 1495).

(Art. 3)

Gefährliche flüssige Stoffe

1 Begriff

Als gefährliche flüssige Stoffe und Zubereitungen gelten flüssige Zubereitungen mit einer der Eigenschaften nach Artikel 2 Absatz 2 der Richtlinie 1999/45/EG86 oder flüssige Stoffe und Zubereitungen, welche die Kriterien für eine der folgenden in Anhang I der Verordnung (EG) Nr. 1272/200887 aufgeführten Gefahrenklassen oder ‑kategorien erfüllen:

a.
Gefahrenklassen 2.1–2.4, 2.6, 2.7, 2.8 Typen A und B, 2.9, 2.10, 2.12, 2.13 Kategorien 1 und 2, 2.14 Kategorien 1 und 2, 2.15 Typen A–F;
b.
Gefahrenklassen 3.1 – 3.6, 3.7 infolge Beeinträchtigung der Sexualfunktion und Fruchtbarkeit sowie der Entwicklung, 3.8 ausgenommen narkotisierende Wirkungen, 3.9 und 3.10;
c.
Gefahrenklasse 4.1;
d.
Gefahrenklasse 5.1.

86 Richtlinie 1999/45/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 31. Mai 1999 zur Angleichung der Rechts- und Verwaltungsvorschriften der Mitgliedstaaten für die Einstu­fung, Verpackung und Kennzeichnung gefährlicher Zubereitungen, ABl. L 200 vom 30.7.1999, S. 1; zuletzt geändert durch Verordnung (EG) Nr. 1272/2008, ABl. L 353 vom 31.12.2008, S. 1. Die Texte der in diesem Anhang erwähnten Rechtsakte der EU sind unter http://eur-lex.europa.eu/ abrufbar.

87 Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Dez. 2008 über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen, zur Änderung und Aufhebung der Richtlinien 67/548/EWG und 1999/45/EG und zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006, ABl. L 353 vom 31.12.2008, S. 1; zuletzt geändert durch Verordnung (EU) Nr.618/2012, ABl. L 179 vom 11.7.2012, S. 3.

2 Verbote

1 Verboten ist das Inverkehrbringen von gefährlichen flüssigen Stoffen und Zubereitungen in:

a.
Dekorationsgegenständen, die durch Phasenwechsel Licht- oder Farbeffekte erzeugen;
b.
Scherzspielen;
c.
Spielen oder Gegenständen, die zur Verwendung als solche, auch zur Dekoration, bestimmt sind.

2 Weder Farbstoffe, ausser aus steuerlichen Gründen, noch Duftstoffe enthalten dürfen gefährliche flüssige Stoffe und Zubereitungen:

a.
deren Aspiration als gefährlich eingestuft ist und die mit R65 gemäss Anlage III der Richtlinie 67/548/EWG88 oder H304 gemäss Anhang III der Verordnung (EG) Nr. 1272/200889 gekennzeichnet sind; und
b.
die als Brennstoff in Zierlampen verwendet werden können (Lampenöl) und die für die Abgabe an die breite Öffentlichkeit bestimmt sind.

88 Richtlinie 67/548/EWG des Rates vom 27. Juni 1967 zur Angleichung der Rechts- und Verwaltungsvorschriften für die Einstufung, Verpackung und Kennzeichnung gefähr­licher Stoffe, ABl. L 196 vom 16.8.1967, S. 1; zuletzt geändert durch Richtlinie 2009/2/EG, ABl. L 11 vom 16.1.2009, S. 6.

89 Siehe Fussnote zu Ziffer 1.

3 Besondere Kennzeichnung

1 Die Verpackung von mit R65 oder H304 gekennzeichneten und für die Abgabe an die breite Öffentlichkeit bestimmten Lampenölen muss mit folgenden Aufschriften versehen sein: «Mit dieser Flüssigkeit gefüllte Lampen sind für Kinder unzugänglich aufzubewahren. Bereits ein kleiner Schluck Lampenöl, oder auch nur das Saugen an einem Lampendocht, kann zu einer lebensbedrohlichen Schädigung der Lunge führen».

2 Die Verpackung von mitR65 oder H304 gekennzeichneten und für die Abgabe an die breite Öffentlichkeit bestimmten flüssigen Grillanzündern muss mit folgender Aufschrift versehen sein: «Bereits ein kleiner Schluck Grillanzünder kann zu einer lebensbedrohlichen Schädigung der Lunge führen».

3 Die Aufschrift muss in mindestens zwei Amtssprachen abgefasst, gut lesbar und dauerhaft sein.

4 Besondere Verpackung

1 Mit R65 oder H304 gekennzeichnete und für die Abgabe an die breite Öffentlichkeit bestimmte Lampenöle und flüssige Grillanzünder müssen in schwarzen, undurchsichtigen Behältern mit höchstens 1 Liter Füllmenge abgepackt sein.

2 Für die Abgabe an die breite Öffentlichkeit bestimmte dekorative Öllampen dürfen nur in Verkehr gebracht werden, wenn sie die Norm SN EN 14059:200290 erfüllen.

90 Diese Norm kann kostenlos eingesehen oder gegen Bezahlung bezogen werden bei der Schweizerischen Normen-Vereinigung (SNV), Sulzerallee 70, 8404Winterthur; www.snv.ch.

Anhang 1.12 91

91 Fassung gemäss Ziff. I 2 der V vom 15. Dez. 2006, in Kraft seit 1. März 2007 (AS2007 111).

(Art. 3)

Benzol und Homologe

1 Benzol

1.1 Verbote

1 Verboten sind das Inverkehrbringen und die Verwendung von Benzol (CAS‑Nr. 71-43-2).

2 Verboten sind auch das Inverkehrbringen und die Verwendung von Stoffen und Zubereitungen mit einem Massengehalt von 0,1 Prozent oder mehr Benzol.

1.2 Ausnahmen

1 Die Verbote nach Ziffer 1.1 gelten nicht, wenn Benzol sowie Benzol haltige Stoffe und Zubereitungen verwendet werden sollen:

a.
in geschlossenen Systemen bei industriellen Verfahren;
b.
zu Analyse- und Forschungszwecken.

2 Für Benzine bleiben die Bestimmungen der Luftreinhalte-Verordnung vom 16. Dezember 198592 vorbehalten.

2 Toluol93

93 In Kraft seit 1. Sept. 2008 (AS 2007 111).

Verboten sind das Inverkehrbringen und die Verwendung von Toluol (CAS‑Nr. 108‑88‑3) und Zubereitungen mit einem Massengehalt von 0,1 Prozent oder mehr Toluol in Klebstoffen und Sprühfarben, die für die Abgabe an die breite Öffentlichkeit bestimmt sind.

Anhang 1.13 94

94 Bereinigt gemäss Anhang 2 Ziff. II 2 der Lebensmittel- und Gebrauchsgegenstände­verordnung vom 23. Nov. 2005 (AS 2005 5451) und Ziff. I der V vom 25. Okt. 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 5963).

(Art. 3)

Nitroaromaten, aromatische Amine und Azofarbstoffe

1 Begriff

Als blauer Farbstoff gilt der Azofarbstoff mit den Bestandteilen:

a.
Dinatrium-(6-(4-anisidino)-3-sulfonato-2-(3,5-dinitro-2-oxidophenylazo)-1-naphtholato)(1-(5-chlor-2-oxido-phenylazo)-2-naphtholato)chromat(1-) (Summenformel C39H23ClCrN7O12S.2Na; CAS-Nr. 118685-33-9); und
b.
Trinatrium bis(6-(4-anisidino)-3-sulfonato-2-(3,5-dinitro-2-oxidophenylazo)-1-naphtholato)chromat(1-) (Summenformel C46H30CrN10O20S2.3Na).

2 Verbote

1 Verboten sind das Inverkehrbringen und die Verwendung folgender Stoffe:

a.
2-Naphthylamin (CAS-Nr. 91-59-8) und seine Salze;
b.
4-Aminobiphenyl (CAS-Nr. 92-67-1) und seine Salze;
c.
Benzidin (CAS-Nr. 92-87-5) und seine Salze;
d.
4-Nitrobiphenyl (CAS-Nr. 92-93-3).

2 Verboten sind auch das Inverkehrbringen und die Verwendung von Stoffen und Zubereitungen mit einem Massengehalt von 0,1 Prozent oder mehr an den Stoffen nach Absatz 1.

3 Der blaue Farbstoff sowie Stoffe und Zubereitungen mit einem Massengehalt von 0,1 Prozent oder mehr des blauen Farbstoffs dürfen nicht zum Färben von Textilien oder Lederwaren in Verkehr gebracht oder verwendet werden.

3 Ausnahmen

1 Die Verbote nach Ziffer 2 Absätze 1 und 2 gelten nicht für das Inverkehrbringen und die Verwendung zu Analyse- und Forschungszwecken.

2 Für Azofarbstoffe, die in Textilien und Lederwaren verwendet werden und Stoffe nach Ziffer 2 Absatz 1 oder weitere aromatische Amine freisetzen können, gilt Artikel 64 Absatz 2 der Lebensmittel- und Gebrauchsgegenständeverordnung vom 16. Dezember 201695.

4 Übergangsbestimmung

Die Verbote nach Ziffer 2 Absatz 3 treten am 1. August 2006 in Kraft.

Anhang 1.14 96

96 Fassung gemäss Ziff. II Abs. 2 der V vom 7. Nov. 2012 (AS 2012 6161). Bereinigt gemäss Ziff. II Abs. 2 der V vom 1. Juli 2015 (AS 2015 2367) und Ziff. I der V vom 25. Okt. 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 5963).

(Art. 3)

Zinnorganische Verbindungen

1 Disubstituierte zinnorganische Verbindungen

1.1 Begriffe

1 Als Dibutylzinnverbindungen oder Dioctylzinnverbindungen enthaltende Zubereitungen gelten Zubereitungen, die Dibutylzinnverbindungen oder Dioctylzinnverbindungen enthalten, und deren Massengehalt an Zinn 0,1 Prozent oder mehr beträgt.

2 Als Dibutylzinnverbindungen oder Dioctylzinnverbindungen enthaltende Gegenstände gelten Gegenstände, die Dibutylzinnverbindungen oder Dioctylzinnverbindungen enthalten und deren Massengehalt an Zinn in den Gegenständen oder in Teilen davon 0,1 Prozent oder mehr beträgt.

1.2 Verbote

Verboten ist das Inverkehrbringen von:

a.
Zubereitungen und Gegenständen, die Dibutylzinnverbindungen enthalten, und die für die Abgabe an die breite Öffentlichkeit bestimmt sind;
b.
Zubereitungen und Gegenständen, die Dioctylzinnverbindungen enthalten und die für die Abgabe an die breite Öffentlichkeit für folgende Anwendungen bestimmt sind:
1.
Zwei-Komponenten-Raumtemperaturvulkanisierungs-Abform-Sets (RTV-2-Abform-Sets),
2.
Wand- und Bodenverkleidungen.

1.3 Verhältnis zur Lebensmittel- und Gebrauchsgegenständeverordnung vom 16. Dezember 2016 97

Für Dioctylzinnverbindungen enthaltende textile Materialien, Ledererzeugnisse und andere Gegenstände für den Humankontakt sowie für Dibutylzinnverbindungen enthaltende Bedarfsgegenstände, die dazu bestimmt sind, im Zusammenhang mit der Herstellung, Verwendung oder Verpackung von Lebensmitteln mit diesen in Berührung zu kommen, gilt die Lebensmittel- und Gebrauchsgegenständeverordnung.

2 Trisubstituierte zinnorganische Verbindungen

2.1 Begriffe

1 Als Schutzmittel gelten:

a.
Biozidprodukte zum Schutz von Brauchwasser gegen Befall durch Schad­organismen im industriellen, gewerblichen und kommunalen Bereich;
b.
Biozidprodukte der Produktart 6 (Topf-Konservierungsmittel) nach Anhang 10 der VBP98;
c.
Biozidprodukte der Produktart 7 (Beschichtungsschutzmittel) nach Anhang 10 VBP.

2 Antifoulings sind Biozidprodukte der Produktart 21 nach Anhang 10 VBP.

3 Als trisubstituierte zinnorganische Verbindungen enthaltende Gegenstände gelten Gegenstände, die trisubstituierte zinnorganische Verbindungen enthalten und deren Massengehalt an Zinn in den Gegenständen oder Teilen davon 0,1 Prozent oder mehr beträgt.

2.2 Verbote

Verboten sind:

a.
das Inverkehrbringen und die Verwendung von Trialkylzinn- oder Triarylzinnverbindungen enthaltenden Schutzmitteln in Anstrichfarben und Lacken sowie für Brauchwasser;
b.
das Inverkehrbringen und die Verwendung von Antifoulings, die Trialkylzinn- oder Triarylzinnverbindungen enthalten;
c.
die Herstellung und das Inverkehrbringen von Gegenständen, die trisubstituierte zinnorganische Verbindungen enthalten.

2.3 Ausnahmen

1 Die Verbote nach Ziffer 2.2 Buchstaben a und b gelten nicht für Forschungs- und Entwicklungszwecke.

2 Die Verbote nach Ziffer 2.2 Buchstabe a gelten nicht für Anstrichfarben und Lacke, in denen Trialkylzinn- oder Triarylzinnverbindungen chemisch gebunden sind.

3 Di-µ-oxo-di-n-butyl-stannylhydroxoboran (DBB)

3.1 Verbote

1 Verboten sind das Inverkehrbringen und die Verwendung von Di-µ-oxo-di-n-butyl-stannylhydroxoboran (DBB, CAS-Nr. 75113-37-0).

2 Verboten sind auch das Inverkehrbringen und die Verwendung von Stoffen und Zubereitungen mit einem Massengehalt von 0,1 Prozent oder mehr DBB.

3.2 Ausnahmen

Die Verbote nach Ziffer 3.1 gelten nicht:

a.
für das Inverkehrbringen und die Verwendung zu Analyse- und Forschungszwecken;
b.
wenn durch einen Verarbeitungsprozess Gegenstände mit einem Massen­gehalt von weniger als 0,1 Prozent DBB entstehen.

4 Übergangsbestimmungen

1 Das Verbot nach Ziffer 1.2 Buchstabe a gilt nicht für Dibutylzinnverbindungen enthaltende Gegenstände, die vor dem 1. Juni 2013 erstmals in Verkehr gebracht worden sind.

2 Folgende Dibutylzinnverbindungen enthaltende Zubereitungen und Gegenstände dürfen noch bis zum 1. Januar 2015 in Verkehr gebracht werden:

a.
Ein- und Zwei-Komponenten-Raumtemperaturvulkanisierungs-Dichtungs­mittel (RTV-1- und RTV-2-Dichtungsmittel);
b.
Klebstoffe;
c.
Farben und Beschichtungen, die Dibutylzinnverbindungen als Katalysatoren enthalten, wenn diese auf Gegenständen aufgetragen sind;
d.
weiche Polyvinylchlorid-(PVC)-Profile mit Hart-PVC koextrudiert oder nicht;
e.
Gewebe, die mit PVC beschichtet sind, das Dibutylzinnverbindungen als Stabilisatoren enthält, wenn sie für die Verwendung im Freien vorgesehen sind;
f.
im Freien befindliche Regenwasserleitungen, Regenrinnen und Anschlussteile sowie Dach- und Fassadenverkleidungsmaterial.

3 Das Verbot nach Ziffer 1.2 Buchstabe b gilt nicht für Dioctylzinnverbindungen enthaltende RTV-2-Abform-Sets und Wand- und Bodenverkleidungen, die vor dem 1. Juni 2013 erstmals in Verkehr gebracht worden sind.

4 Das Verbot für das Inverkehrbringen nach Ziffer 2.2 Buchstabe c gilt nicht für trisubstituierte zinnorganische Verbindungen enthaltende Gegenstände, die vor dem 1. Juni 2013 erstmals in Verkehr gebracht worden sind.

Anhang 1.15 99

99 Eingefügt durch Ziff. I 4 der V vom 10. Dez. 2010, in Kraft seit 1. Dez. 2012 (AS 2011 113).

(Art. 3)

Teere

1 Begriffe

1 Folgende Zubereitungen gelten als teerhaltig, wenn sie wegen ihres Gehalts an Teerbestandteilen folgende Grenzwerte für polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) überschreiten:

Zubereitungen

Grenzwert100

Bindemittel zur Herstellung von Belägen wie Fundations-,
Trag-, Binder- und Deckschichten

100 mg/kg

Zubereitungen für Oberflächenbehandlungen von Belägen

100 mg/kg

Fugendichtmassen für Belagsfugen

100 mg/kg

Anstrichfarben und Lacke

100 mg/kg

2 Als teerhaltige Tontauben gelten Gegenstände, die beim Schiessen als Zielobjekt in der Luft dienen und mehr als 30 mg PAK je Kilogramm101 enthalten.

100 Summengrenzwert für folgende PAK: Naphthalin (CAS-Nummer 91-20-3), Acenaphthylen (208-96-8), Acenaphthen (83-32-9), Fluoren (86-73-7), Phenanthren (85-01-8), Anthracen (120-12-7), Fluoranthen (206-44-0), Pyren (129-00-0), Benzo[a]anthracen (56-55-3), Chrysen (218-01-9), Benzo[b]fluoranthen (205-99-2), Benzo[k]fluoranthen (207-08-9), Benzo[a]pyren (50-32-8), Indeno[1,2,3-cd]pyren (193-39-5), Dibenzo[a,h]anthracen (53-70-3) und Benzo[g,h,i]perylen (191-24-2).

101 Summengrenzwert für folgende PAK: Naphthalin (CAS-Nummer 91-20-3), Acenaphthylen (208-96-8), Acenaphthen (83-32-9), Fluoren (86-73-7), Phenanthren (85-01-8), Anthracen (120-12-7), Fluoranthen (206-44-0), Pyren (129-00-0), Benzo[a]anthracen (56-55-3), Chrysen (218-01-9), Benzo[b]fluoranthen (205-99-2), Benzo[k]fluoranthen (207-08-9), Benzo[a]pyren (50-32-8), Indeno[1,2,3-cd]pyren (193-39-5), Dibenzo[a,h]anthracen (53-70-3) und Benzo[g,h,i]perylen (191-24-2).

2 Verbote

Verboten ist:

a.
das Inverkehrbringen von teerhaltigen Zubereitungen für Oberflächenbehandlungen von Belägen;
b.
das Inverkehrbringen von teerhaltigen Fugendichtmassen für Belagsfugen;
c.
die Herstellung von Belägen, wie Fundations-, Trag-, Binder- und Deckschichten, mit teerhaltigen Bindemitteln;
d.
das Inverkehrbringen von teerhaltigen Tontauben;
e.
das Inverkehrbringen von teerhaltigen Anstrichfarben und Lacken.

3 Ausnahmen

1 Die Verbote nach Ziffer 2 gelten nicht, soweit die Europäische Kommission gestützt auf Artikel 60 Absatz 1 der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006102 Zulassungen erteilt hat.

2 Das BAFU kann im Einvernehmen mit dem BAG und dem SECO auf begründetes Gesuch weitere Ausnahmen, die befristet werden können, von den Verboten nach Ziffer 2 Buchstaben a–c und e zulassen, wenn:

a.
nach dem Stand der Technik ein Ersatz für teerhaltige Zubereitungen fehlt;
b.
nicht mehr teerhaltige Zubereitungen eingesetzt werden, als dies für den angestrebten Zweck zwingend nötig ist; und
c.
und das Risiko für die Gesundheit und Umwelt ausreichend begrenzt wird.

102 Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 18. Dez. 2006 zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe (REACH), zur Schaffung einer Europäischen Agentur für chemische Stoffe, zur Änderung der Richtlinie 1999/45/EG und zur Aufhebung der Verordnung (EWG) Nr. 793/93 des Rates, der Verordnung (EG) Nr. 1488/94 der Kommission, der Richtlinie 76/769/EWG des Rates sowie der Richtlinien 91/155/EWG, 93/67/EWG, 93/105/EG und 2000/21/EG der Kommission, ABl. L 396 vom 30.12.2006, S. 1; zuletzt geändert durch Verordnung (EU) Nr. 453/2010 der Kommission vom 20. Mai 2010, ABl. L 133 vom 31. Mai 2010, S. 1. Die Texte der in diesem Anhang erwähnten Rechtsakte der EU sind unter www.cheminfo.ch abrufbar.

Anhang 1.16 103

103 Eingefügt durch Ziff. I 4 der V vom 10. Dez. 2010 (AS 2011 113). Bereinigt gemäss Ziff. II Abs. 3 der V vom 7. Nov. 2012 (AS 2012 6161) und Ziff. I der V vom 17. April 2019 in Kraft seit 1. Juni 2019 (AS 2019 1495).

(Art. 3)

Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen

1 Perfluoroctansulfonsäure und ihre Derivate

1.1 Begriffe

Als Perfluoroctansulfonsäure und ihre Derivate (PFOS) gelten Stoffe mit der Summenformel C8F17SO2X, wobei X bedeutet: OH, Metallsalze [OM+], Halogenide, Amide und andere Derivate einschliesslich Polymere.

1.2 Verbote

1 Verboten sind die Herstellung, das Inverkehrbringen und die Verwendung von PFOS sowie von Stoffen und Zubereitungen mit einem Massengehalt an PFOS von 0,001 Prozent oder mehr.

2 Verboten ist das Inverkehrbringen von neuen Gegenständen und deren Bestandteilen, wenn sie folgende Werte überschreiten:

a.
einen Massengehalt von mehr als 0.1 Prozent PFOS berechnet im Verhältnis zur Masse der strukturell oder mikrostrukturell verschiedenartigen Bestandteile, die PFOS enthalten; oder
b.
im Falle von Textilien oder anderen beschichteten Werkstoffen: mehr als 1 µg PFOS pro Quadratmeter des beschichteten Materials.

1.3 Ausnahmen

1 Die Verbote nach Ziffer 1.2 gelten nicht für die Herstellung, das Inverkehrbringen und die Verwendung zu Analyse- und Forschungszwecken.

2 Die Verbote nach Ziffer 2 gelten zudem nicht für folgende Produkte und die für deren Herstellung erforderlichen Stoffe und Zubereitungen:

a.
Fotoresistlacke und Antireflexbeschichtungen für fotolithografische Pro­zesse;
b.
fotografische Beschichtungen von Filmen, Papieren und Druckplatten;
c.
Mittel zur Sprühnebelunterdrückung für nicht-dekoratives Hartverchromen (Chrom VI) in geschlossenen Kreislaufsystemen, bei denen die Menge der PFOS-Emissionen in die Umwelt auf ein Minimum reduziert wird.

1.4 Meldepflicht

1 Wer PFOS sowie Stoffe und Zubereitungen, die PFOS enthalten, für eine zulässige Verwendung nach Ziffer 1.3 Absatz 2 einsetzt, muss dem BAFU jährlich bis zum 30. April für das Vorjahr melden:

a.
Name des Stoffs oder der Zubereitung und Name des Lieferanten;
b.
verwendete PFOS-Menge, in kg;
c.
Informationen zum Zweck der Verwendung der PFOS;
d.
bei der Verwendung in die Umwelt freigesetzte PFOS-Menge, in kg;
e.
Angaben zu den Möglichkeiten, auf die Verwendung von PFOS zu verzichten.

2 Inhaberinnen von Feuerlöschschäumen, die vor dem 1. August 2011 in Verkehr gebracht worden sind (Ziffer 5), müssen dem BAFU jährlich bis zum 30. April melden, über wie viel PFOS-haltigen Feuerlöschschaum, in kg, sie am 31. Dezember des Vorjahres verfügt haben. Bei der ersten Meldung sind zusätzlich der Name des Feuerlöschschaums, der Name der Herstellerin und vorhandene Angaben zum Massengehalt an PFOS des Feuerlöschschaums zu melden.

2 Perfluoroctansäure und Vorläuferverbindungen104

104 In Kraft seit 1. Juni 2021 (AS 2019 1495).

2.1 Begriffe

1 Als Vorläuferverbindungen, einschliesslich ihrer Salze und Polymere, von Perfluoroctansäure (PFOA, CAS-Nr. 335-67-1) gelten Stoffe mit einer linearen oder verzweigten Perfluorheptyl-Gruppe mit der Formel C7F15in direkter Verbindung mit einem weiteren Kohlenstoffatom als Strukturelement sowie Stoffe mit einer linearen oder verzweigten Perfluoroctyl-Gruppe mit der Formel C8F17als Strukturelement.

2 Absatz 1 gilt nicht für:

a.
Stoffe mit der Summenformel C8F17X, wobei X bedeutet: F, Cl oder Br;
b.
Perfluornonansäure (CAS-Nr. 375-95-1), ihre Salze und ihre Derivate mit dem Strukturelement C8F17(CO)OX, wobei X bedeutet: jegliche Gruppe;
c.
andere fluorierte Verbindungen mit dem Strukturelement C8F17(CF2)X, wobei X bedeutet: jegliche Gruppe.

2.2 Verhältnis zu PFOS

Für die Herstellung, das Inverkehrbringen und die Verwendung von PFOS sowie von PFOS enthaltenden Zubereitungen und Gegenständen gilt Ziffer 1.

2.3 Verbote

1 Verboten sind die Herstellung, das Inverkehrbringen und die Verwendung von:

a.
PFOA, ihren Salzen und ihren Vorläuferverbindungen;
b.
Stoffen und Zubereitungen, wenn sie folgende Werte überschreiten:
1.
einen Massengehalt an PFOA und ihren Salzen von 0,0000025 Prozent (25 ppb), oder
2.
einen Massengehalt an einer PFOA-Vorläuferverbindung oder an der Summe von PFOA-Vorläuferverbindungen von 0,0001 Prozent (1000 ppb).

2 Verboten ist das Inverkehrbringen von Gegenständen und deren Bestandteilen, wenn sie folgende Werte überschreiten:

a.
einen Massengehalt an PFOA und ihren Salzen von 0,0000025 Prozent (25 ppb); oder
b.
einen Massengehalt an einer PFOA-Vorläuferverbindung oder der Summe von PFOA-Vorläuferverbindungen von 0,0001 Prozent (1000 ppb).

2.4 Ausnahmen

1 Die Verbote nach Ziffer 2.3 Absatz 1 gelten nicht für:

a.
die Herstellung und die Verwendung eines fluorsubstituierten Stoffs mit einer Kohlenstoffkette mit höchstens sechs Atomen, wenn:
1.
er PFOA, deren Salze oder PFOA-Vorläuferverbindungen als unvermeidliche Nebenprodukte enthält,
2.
er als Zwischenprodukt genutzt wird,
3.
beim Umgang mit diesem Stoff die Emissionen von PFOA, deren Salzen und PFOA-Vorläuferverbindungen nach dem Stand der Technik vermieden oder, falls dies nicht möglich ist, auf ein Minimum reduziert werden;
b.
das Inverkehrbringen eines fluorsubstituierten Stoffs, der nach Buchstabe a hergestellt und verwendet werden darf, zur Verwendung als Zwischenprodukt;
c.
die Verwendung einer im Herstellungsprozess eines fluorsubstituierten Stoffs nach Buchstabe a isolierten PFOA-Vorläuferverbindung zum Zwecke von deren Umsetzung in eine Nichtvorläuferverbindung, wenn im Prozess Emissionen der PFOA-Vorläuferverbindung nach dem Stand der Technik vermieden oder, falls dies nicht möglich ist, auf ein Minimum reduziert werden;
d.
das Inverkehrbringen einer PFOA-Vorläuferverbindung, die nach Buchstabe c verwendet werden darf, zum Zwecke von deren Umsetzung in eine Nichtvorläuferverbindung.

2 Die Verbote nach Ziffer 2.3 Absätze 1 und 2 gelten nicht für folgende Gegenstände und die für deren Herstellung erforderlichen Stoffe und Zubereitungen:

a.
mit einem fotolithografischen Verfahren gefertigte Halbleiter und im Ätzverfahren gefertigte Verbindungshalbleiter, als solche und als Bestandteil von Gegenständen;
b.
fotografische Beschichtungen von Filmen, Papieren und Druckplatten;
c.
implantierbare Medizinprodukte und ihre Bauteile.

3 Die Verbote nach Ziffer 2.3 Absätze 1 und 2 gelten zudem nicht für Analyse- und Forschungszwecke.

3 Fluoralkylsilanole und ihre Derivate105

105 In Kraft seit 1. Juni 2021 (AS 2019 1495).

3.1 Begriffe

1 Als Fluoralkylsilanole und ihre Derivate gelten Stoffe mit dem Strukturelement C6F13(C2H4)Si(OH)n(OX)3-n mit 0 ≤ n ≤ 3, wobei X bedeutet: jede Alkylgruppe.

2 Als Sprühpackungen gelten Aerosolpackungen, Pumpsprays und Zerstäuber.

3.2 Verbote

1 Verboten ist die Abgabe an die breite Öffentlichkeit von organische Lösungsmittel enthaltenden Zubereitungen in Sprühpackungen mit einem Massengehalt von 0,0000002 Prozent (2 ppb) oder mehr an Fluoralkylsilanolen und ihren Derivaten.

2 Das Verbot nach Absatz 1 gilt auch für Zubereitungen, die zum Nachfüllen von Sprühpackungen bestimmt sind.

3.3 Besondere Kennzeichnung

1 Die Verpackung von Zubereitungen, die unter das Verbot nach Ziffer 4.2 fallen, muss mit folgenden Aufschriften versehen sein: «Nur für gewerbliche Anwender» und «Lebensgefahr bei Einatmen».

2 Die Aufschriften müssen in mindestens zwei Amtssprachen abgefasst, gut lesbar und dauerhaft sein.

4 Übergangsbestimmungen106

106 In Kraft seit 1. Juni 2021 (AS 2019 1495).

1 Die Verbote nach Ziffer 2.3 Absätze 1 und 2 gelten nicht:

a.
für folgende Gegenstände, die vor den genannten Daten erstmals in Verkehr gebracht worden sind, sowie für Stoffe und Zubereitungen, welche für die Herstellung dieser Gegenstände erforderlich sind:

Produkt

Datum

Equipment für die Fertigung von Halbleitern

1. Juni 2023

Latexdruckfarben enthaltende Druckerzeugnisse

1. Juni 2023

Arbeitsschutztextilien

1. Juni 2024

Membranen für medizinische Textilien sowie für die Filterung bei der Wasseraufbereitung, bei Herstellungsverfahren und bei der Abwasserbehandlung sowie Gegenstände mit solchen Membranen

1. Juni 2024

Plasma-Nanobeschichtungen enthaltende Gegenstände

1. Juni 2024

nicht implantierbare Medizinprodukte und ihre Bauteile

4. Juli 2032

b.
für alle übrigen Gegenstände, die vor dem 1. Juni 2021 erstmals in Verkehr gebracht worden sind.

2 Die Verbote nach Ziffer 2.3 Absatz 1 gelten nicht für die Verwendung von Feuerlöschschäumen, die vor dem 1. Juni 2021 in Verkehr gebracht worden sind.

3 Die Verbote nach Ziffer 2.3 Absatz 1 gelten bis zum 1. Juni 2024 nicht für:

a.
die Herstellung von Polytetrafluorethylen (PTFE), wenn:
1.
bestimmte molekulare Eigenschaften durch Behandlung mit hochenergetischer elektromagnetischer Strahlung einer Energiedosis von 25 bis 400 Kilogray erzielt werden,
2.
PFOA, deren Salze oder PFOA-Vorläuferverbindungen bei der Behandlung nach Nummer 1 als unvermeidliche Nebenprodukte entstehen und ihr Massengehalt insgesamt 0,0001 Prozent (1 ppm) nicht übersteigt;
b.
das Inverkehrbringen von PTFE, das nach Buchstabe a hergestellt werden darf, zum Zweck der Eliminierung von PFOA, deren Salzen und PFOA-Vorläuferverbindungen;
c.
die Verwendung von PTFE, das nach Buchstabe a hergestellt und nach Buchstabe b in Verkehr gebracht worden ist, wenn die Emissionen von PFOA, deren Salzen und PFOA-Vorläuferverbindungen nach dem Stand der Technik vermieden oder, falls dies nicht möglich ist, auf ein Minimum reduziert werden.f2.

Anhang 1.17 107

107 Eingefügt durch Ziff. II Abs. 1 der V vom 7. Nov. 2012 (AS 2012 6161). Bereinigt gemäss Ziff. II Abs. 2 der V vom 1. Juli 2015 (AS 2015 2367), Ziff. I der V des BAFU vom 27. Okt. 2016 (AS 2016 4051), vom 10. Jan. 2017 (AS 2017 173), vom 27. Sept. 2018 (AS 2018 3519), der Berichtigung vom 26. Febr. 2019 (AS 2019 759), Ziff. I der V vom 17. April 2019 (AS 2019 1495) und Ziff. I der V des BAFU vom 29. Sept. 2020, in Kraft seit 1. Nov. 2020 (AS 2020 4315).

(Art. 3)

Stoffe nach Anhang XIV der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 108108

108 Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 18. Dezember 2006 zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe (REACH), zur Schaffung einer Europäischen Agentur für chemische Stoffe, zur Änderung der Richtlinie 1999/45/EG und zur Aufhebung der Verordnung (EWG) Nr. 793/93 des Rates, der Verordnung (EG) Nr. 1488/94 der Kommission, der Richtlinie 76/769/EWG des Rates sowie der Richtlinien 91/155/EWG, 93/67/EWG, 93/105/EG und 2000/21/EG der Kommission, ABl. L 396 vom 30.12.2006, S. 1; zuletzt geändert durch Verordnung (EU) 2020/171, ABl. L 35 vom 7.2.2020, S. 1.

1 Verbote

Das Inverkehrbringen zur Verwendung der in Ziffer 5 aufgelisteten Stoffe und von Zubereitungen, die solche Stoffe enthalten, sowie deren berufliche oder gewerbliche Verwendung sind vorbehältlich der in Ziffer 2 sowie der in der Liste nach Ziffer 5 aufgeführten Ausnahmen verboten.

2 Ausnahmen

1 Die Verbote nach Ziffer 1 gelten nicht für die Verwendung:

a.
als Zwischenprodukt nach Artikel 2 Absatz 2 Buchstabe j Chemikalienverordnung vom 5. Juni 2015109 (ChemV);
b.
in Arzneimitteln;
c.
in Lebens- und Futtermitteln;
d.
in Pflanzenschutzmitteln;
e.
in Biozidprodukten;
f.
als Motorkraftstoff;
g.
in Mineralölerzeugnissen als Brennstoff in beweglichen oder ortsfesten Feuerungsanlagen und die Verwendung als Brennstoff in geschlossenen Systemen;
h.
in kosmetischen Mitteln, sofern der Stoff ausschliesslich aufgrund der inhärenten Eigenschaften «krebserzeugend», «erbgutverändernd», «fortpflanzungsgefährdend» oder «andere schwerwiegende Wirkungen auf die menschliche Gesundheit» in die Liste nach Ziffer 5 aufgenommen worden ist;
i.
in Materialien und Gegenständen, die dazu bestimmt sind, mit Lebensmitteln in Berührung zu kommen, sofern der Stoff ausschliesslich aufgrund der inhärenten Eigenschaften «krebserzeugend», «erbgutverändernd», «fortpflanzungsgefährdend» oder «andere schwerwiegende Wirkungen auf die menschliche Gesundheit» in die Liste nach Ziffer 5 aufgenommen worden ist;
j.
im Rahmen der wissenschaftlichen Forschung und Entwicklung;
k.
von Stoffen in Zubereitungen, deren Konzentration unter 0,1 Massenprozent liegt und die aufgrund von Artikel 57 Buchstaben d, e oder f der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006110 in die Liste nach Ziffer 5 aufgenommen worden sind;
l.
von Stoffen in Zubereitungen, deren Konzentration unterhalb der Grenzwerte nach Anhang I Ziffer 1.1.2.2 der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008111 liegt, nach denen die Zubereitung als gefährlich eingestuft wird, und die nicht aufgrund von Artikel 57 Buchstaben d, e oder f der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 in die Liste nach Ziffer 5 aufgenommen worden sind.

2 Ein Verbot nach Ziffer 1 gilt zudem nicht:

a.
wenn die Europäische Kommission gestützt auf Artikel 60 Absatz 1 der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 Zulassungen erteilt hat und der Stoff entsprechend der EU-Zulassung in Verkehr gebracht und verwendet wird; oder
b.
für jene Verwendungen des betreffenden Stoffes, für die fristgerecht ein Zulassungsantrag nach Artikel 62 der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 gestellt worden ist, über den bislang nicht entschieden worden ist.

3 Auf Verlangen der Anmeldestelle gemäss Artikel 77 ChemV hat die Importeurin das bei der Europäischen Chemikalienagentur eingereichte Zulassungsdossier vorzulegen, soweit dieses mit zumutbarem Aufwand beschafft werden kann.

4 Die Anmeldestelle kann im Einvernehmen mit dem Bundesamt für Umwelt (BAFU), dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) und dem SECO auf begründetes Gesuch weitere, befristete Ausnahmen von den Verboten nach Ziffer 1 unter Vergabe einer Nummer bewilligen (Bewilligungsnummer), wenn:

a.
der Antragsteller die Informationen gemäss Artikel 62 Absätze 4–6 der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 zur Verfügung stellt, wobei die sozioökonomische Analyse auf die Schweizer Verhältnisse zugeschnitten sein muss; und
b.
die Voraussetzungen für eine Zulassungserteilung nach Artikel 60 Absätze 2–10 der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 sinngemäss erfüllt sind.

4bis Die Anmeldestelle kann im Einvernehmen mit den Beurteilungsstellen des BAFU, des BAG und des SECO, soweit angemessen, auf die Vorlage bestimmter Informationen im Sinne von Absatz 4 verzichten.

5 Gesuche nach Absatz 4 sind spätestens 18 Monate vor Ablauf der Übergangsfrist gemäss Ziffer 5 Absatz 1 einzureichen. Die Anmeldestelle gewährt eine angemessene Fristerstreckung, wenn spätestens 18 Monate vor Ablauf der Übergangsfrist glaubhaft gemacht wird, dass die erforderlichen Unterlagen nicht fristgerecht beigebracht werden können.

6 Für Verwendungen, deren Zulassung die Europäische Kommission gestützt auf Artikel 60 Absatz 1 der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 abgelehnt hat, kann ein Gesuch nach Absatz 4 noch 3 Monate nach der Ablehnung eingereicht werden. Zusätzlich zu den Unterlagen nach Absatz 4 Buchstabe a sind einem solchen Gesuch beizulegen:

a.
das ursprünglich an die Europäische Kommission gerichtete Zulassungs­gesuch;
b.
die ablehnende Entscheidung der Europäischen Kommission.

7 Solange über ein Gesuch nach Absatz 4 noch nicht entschieden worden ist, sind abweichend von Ziffer 1 die beantragten Verwendungen des betreffenden Stoffs sowie Zubereitungen, die diesen Stoff enthalten, zulässig.

8 Die Anmeldestelle veröffentlicht unter Beachtung von Artikel 73 ChemV auf ihrer Website Informationen über die beantragten Verwendungen der Stoffe und setzt den interessierten Kreisen eine Frist, innerhalb welcher sie Informationen über Alternativstoffe oder -technologien übermitteln können.

9 Sie führt in elektronischer Form ein öffentlich zugängliches Verzeichnis über die Bewilligungen nach Absatz 4. Das Verzeichnis enthält die folgenden Angaben:

a.
Name beziehungsweise Firmenname der Inhaberin der Bewilligung;
b.
Bewilligungsnummer;
c.
Name des Stoffes gemäss Ziffer 5 Absatz 1 Spalte «Stoff»;
d.
Handelsname des Stoffs oder der Zubereitung;
e.
bewilligter Verwendungszweck;
f.
Dauer und Nebenbestimmungen der Bewilligung.

109 SR 813.11

110 Siehe Fussnote zum Titel dieses Anhangs.

111 Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Dezember 2008 über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen, zur Änderung und Aufhebung der Richtlinien 67/548/EWG und 1999/45/EG und zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006, ABl. L 353 vom 31.12.2008, S. 1; zuletzt geändert durch Verordnung (EU) Nr. 2015/491, ABl. L 78 vom 24.3.2015, S. 12.

3 Meldepflicht

1 Wer einen in Ziffer 5 Absatz 1 aufgelisteten Stoff oder eine Zubereitung, die einen solchen Stoff enthält, von einer Herstellerin oder Händlerin bezieht und beruflich oder gewerblich verwendet, hat der Anmeldestelle innerhalb von drei Monaten nach der ersten Lieferung den Verwendungszweck und die Bewilligungsnummer oder die EU-Zulassungsnummer dieses Stoffs zu melden.

1bis Wer eine in Ziffer 5 Absatz 1 Einträge Nummern 16–18 aufgelistete Chrom(VI)-Verbindung in einem Prozess verwendet, in dessen Endprodukt Chrom nicht in sechswertiger Form vorliegt, hat der Anmeldestelle jährlich bis zum 31. März für das vergangene Kalenderjahr zu melden:

a.
den Namen und die Adresse der Verwenderin;
b.
den Namen und die CAS-Nummer der Chrom(VI)-Verbindung oder den Namen der Zubereitung, welche die Chrom(VI)-Verbindung enthält und deren Massengehalt;
c.
die im vergangenen Kalenderjahr verwendete Menge der Chrom(VI)-Verbindung oder der Zubereitung;
d.
den Standort der Verwendung;
e.
Angaben zum Prozess, in dem die Chrom(VI)-Verbindung verwendet wird.

2 Die Anmeldestelle führt ein Verzeichnis über die Meldungen nach den Absätzen 1 und 1bis.

4 …

5 Liste der Stoffe nach Ziffer 1 und Übergangsbestimmungen

1 Ziffer 1 gilt für die nachfolgend aufgelisteten Stoffe mit den in den Spalten «Übergangsfrist», «Ausgenommene Verwendungen oder Verwendungskategorien» und «Überprüfungszeiträume» vorgesehenen Massgaben.

Eintrag
Nr.

Stoff

Verbots­begründende inhärente
Eigenschaften

Übergangsfrist

Ausgenommene
Verwendungen
oder Verwendungs­kategorien

Über­prüfungszeit­räume

1.

5-tert-Butyl-2,4,6-trinitro-m-xylol
(Moschus-Xylol)
EG-Nr.: 201-329-4
CAS-Nr.: 81-15-2

vPvB

21. August
2014

2.

4,4’-Diaminodi­phenylmethan
(MDA)
EG-Nr.: 202-974-4
CAS-Nr.: 101-77-9

Krebserzeugend
(Kategorie 1B)

21. August
2014

3.

4.

Bis(2-ethylhexyl)-phthalat

(DEHP)

EG-Nr.: 204-211-0

CAS-Nr.: 117-81-7

Fortpflanzungs­gefährdend
(Kategorie 1B)

21. Februar 2015

Verwendungen in der Primärver­packung von Arz­neimitteln, die unter die Verordnung (EG) Nr. 726/2004112, die Richtlinie 2001/82/EG113 und/ oder die Richtlinie 2001/83/EG114 fallen

5.

Benzylbutylphthalat (BBP)
EG-Nr.: 201-622-7
CAS Nr.: 85-68-7

Fortpflanzungs­gefährdend
(Kategorie 1B)

21. Februar 2015

Verwendungen in der Primärverpackung von Arznei­mitteln, die unter die Verordnung (EG) Nr. 726/2004, die Richtlinie 2001/82/EG und/oder die Richt­linie 2001/83/EG fallen

6.

Dibutylphthalat
(DBP)
EG-Nr.: 201-557-4
CAS Nr.: 84-74-2

Fortpflanzungs­gefährdend
(Kategorie 1B)

21. Februar 2015

Verwendungen in der Primärverpackung von Arzneimitteln, die unter die Verordnung (EG) Nr. 726/2004, die Richtlinie 2001/82/ EG und/oder die Richt­linie 2001/83/EG fallen

7.

Diisobutylphthalat
(DIBP)
EG-Nr.: 201-553-2
CAS Nr.: 84-69-5

Fortpflanzungs­gefährdend
(Kategorie 1B)

21. Februar 2015

8.

Diarsentrioxid
EG-Nr.: 215-481-4
CAS Nr.: 1327-53-3

Krebserzeugend
(Kategorie 1A)

21. Mai 2015

9.

Diarsenpentaoxid
EG-Nr.: 215-116-9
CAS Nr.: 1303-28-2

Krebserzeugend
(Kategorie 1A)

21. Mai 2015

10.

Bleichromat
EG-Nr.: 231-846-0
CAS Nr.: 7758-97-6

Krebserzeugend
(Kategorie 1B)
Fortpflanzungsgefährdend
(Kategorie 1A)

21. Mai 2015

11.

Bleisulfochromatgelb
(C.I. Pigment
Yellow 34)
EG-Nr.: 215-693-7
CAS Nr.: 1344-37-2

Krebserzeugend
(Kategorie 1B)
Fortpflanzungsgefährdend
(Kategorie 1A)

21. Mai 2015

12.

Bleichromat­molybdatsulfatrot
(C.I. Pigment
Red 104)
EG-Nr.: 235-759-9
CAS Nr.: 12656-85-8

Krebserzeugend
(Kategorie 1B)
Fortpflanzungs­gefährdend
(Kategorie 1A)

21. Mai 2015

13.

Tris(2-chlorethyl)-phosphat
(TCEP)
EG-Nr.: 204-118-5
CAS Nr.: 115-96-8

Fortpflanzungs­gefährdend
(Kategorie 1B)

21. August 2015

14.

2,4-Dinitrotoluol
(2,4-DNT)
EG-Nr.: 204-450-0
CAS Nr.: 121-14-2

Krebserzeugend
(Kategorie 1B)

21. August 2015

15.

Trichlorethylen

EG‑Nr.: 201-167-4

CAS Nr.: 79-01-6

Krebserzeugend (Kategorie 1B)

1. Dezember 2019

16.

Chromtrioxid EG‑Nr.: 215-607-8 CAS-Nr.: 1333-82-0

Krebserzeugend (Kategorie 1A) Erbgutverändernd (Kategorie 1B)

1. Juni 2021

Verwendung in Prozessen, in deren Endprodukten Chrom nicht in sechswertiger Form vorliegt

17.

Säuren, die sich aus Chromtrioxid bilden, und deren Oligomere

Gruppe mit:

Chromsäure EG‑Nr.: 231-801-5 CAS-Nr.: 7738-94-5

Dichromsäure EG‑Nr.: 236-881-5 CAS-Nr.: 13530-68-2

Oligomere von Chromsäure und Dichromsäure EG‑Nr.: noch nicht zugewiesen CAS‑Nr.: noch nicht zugewiesen

Krebserzeugend (Kategorie 1B)

1. Juni 2021

Verwendung in Prozessen, in deren Endprodukten Chrom nicht in sechswertiger Form vorliegt

18.

Natriumdichromat EG‑Nr.: 234-190-3 CAS-Nr.: 7789-12-0 10588-01-9

Krebserzeugend (Kategorie 1B) Erbgutverändernd (Kategorie 1B) Fortpflanzungs­gefährdend (Kategorie 1B)

1. Juni 2021

Verwendung in Prozessen, in deren Endprodukten Chrom nicht in sechswertiger Form vorliegt

19.

Kaliumdichromat EG‑Nr.: 231-906-6 CAS-Nr.: 7778-50-9

Krebserzeugend (Kategorie 1B) Erbgutverändernd (Kategorie 1B) Fortpflanzungs­gefährdend (Kategorie 1B)

1. Juni 2021

20.

Ammoniumdichromat EG-Nr.: 232-143-1 CAS-Nr.: 7789-09-5

Krebserzeugend (Kategorie 1B) Erbgutverändernd (Kategorie 1B) Fortpflanzungs­gefährdend (Kategorie 1B)

1. Juni 2021

21.

Kaliumchromat EG‑Nr.: 232-140-5 CAS-Nr.: 7789-00-6

Krebserzeugend (Kategorie 1B) Erbgutverändernd (Kategorie 1B)

1. Juni 2021

22.

Natriumchromat EG‑Nr.: 231-889-5 CAS-Nr.: 7775-11-3

Krebserzeugend (Kategorie 1B) Erbgutverändernd (Kategorie 1B) Fortpflanzungs­gefährdend (Kategorie 1B)

1. Juni 2021

23.

Formaldehyd, oligomere Reaktionsprodukte mit Anilin (technisches MDA) EG-Nr.: 500-036-1 CAS-Nr.: 25214-70-4

Krebserzeugend (Kategorie 1B)

1. November 2021

24.

Arsensäure EG‑Nr.: 231-901-9 CAS-Nr.: 7778-39-4

Krebserzeugend (Kategorie 1A)

1. November 2021

25.

Bis(2-methoxy­ethyl)‑ether

(Diglyme) EG‑Nr.: 203-924-4 CAS-Nr.: 111-96-6

Fortpflanzungs­gefährdend (Kategorie 1B)

1. November 2021

26.

1,2-Dichlorethan (EDC) EG‑Nr.: 203‑458-1 CAS-Nr.: 107-06-2

Krebserzeugend (Kategorie 1B)

1. Februar 2022

27.

2,2'-Dichlor-4,4'-methylendianilin (MOCA) EG‑Nr.: 202-918-9 CAS-Nr.: 101-14-4

Krebserzeugend (Kategorie 1B)

1. Februar 2022

28.

Dichromtris(chro­mat)

EG‑Nr.: 246‑356-2 CAS-Nr.: 24613-89-6

Krebserzeugend (Kategorie 1B)

1. April 2023

29.

Strontiumchromat EG-Nr.: 232-142-6 CAS-Nr.: 7789-06-2

Krebserzeugend (Kategorie 1B)

1. April 2023

30.

Zink-Kalium-Chromat

EG-Nr.: 234-329-8 CAS-Nr.: 11103-86-9

Krebserzeugend (Kategorie 1A)

1. April 2023

31.

Pentazinkchromat-octahydroxid EG‑Nr.: 256-418-0 CAS-Nr.: 49663-84-5

Krebserzeugend (Kategorie 1A)

1. April 2023

32.

1-Brompropan
(n-Propylbromid)
EG-Nr.: 203-445-0 CAS-Nr.: 106-94-5

Fortpflanzungs­gefährdend
(Kategorie 1B)

2. November 2023

33.

Diisopentylphthalat
EG-Nr.: 210-088-4
CAS-Nr.: 605-50-5

Fortpflanzungs­gefährdend
(Kategorie 1B)

2. November 2023

34.

1,2-Benzoldicarbon­säure, Di-C6-8-ver­zweigte Alkylester, C7-reich
EG-Nr.: 276-158-1 CAS-Nr.: 71888-89-6

Fortpflanzungs­gefährdend
(Kategorie 1B)

2. November 2023

35.

1,2-Benzoldicarbon­säure, Di-C7-11-ver­zweigte und lineare Alkylester
EG-Nr.: 271-084-6 CAS-Nr.: 68515-42-4

Fortpflanzungs­gefährdend
(Kategorie 1B)

2. November 2023

36.

1,2-Benzoldicarbon­säure, Dipentylester, ver­zweigt und linear
EG-Nr.: 284-032-2 CAS-Nr.: 84777-06-0

Fortpflanzungs­gefährdend
(Kategorie 1B)

2. November 2023

37.

Bis(2-methoxyethyl) ­phthalat
EG-Nr.: 204-212-6 CAS-Nr.: 117-82-8

Fortpflanzungs­gefährdend
(Kategorie 1B)

2. November 2023

38.

Dipentylphthalat
EG-Nr.: 205-017-9
CAS-Nr.: 131-18-0

Fortpflanzungs­gefährdend
(Kategorie 1B)

2. November 2023

39.

n-Pentyl-isopentylphthalat
EG-Nr.: –
CAS-Nr.:
776297-69-9

Fortpflanzungs­gefährdend
(Kategorie 1B)

2. November 2023

40.

Anthracenöl
EG-Nr.: 292-602-7 CAS-Nr.:
90640-80-5

Krebserzeugend (Kategorie 1B), wenn der Benzo[a]pyren-Gehalt 0,005 % übersteigt, PBT, vPvB

2. Februar 2024

41.

Pech, Kohlenteer, Hochtemp.
EG-Nr.: 266-028-2
CAS-Nr.: 65996-93-2

Krebserzeugend (Kategorie 1B), PBT, vPvB

2. Februar 2024

42.

4-(1,1,3,3-tetra­methylbutyl) phenol, ethoxyliert [umfasst eindeutig definierte Stoffe sowie UVCB- Stoffe, Polymere und homologe Stoffe]
EG-Nr.: –
CAS-Nr.: –

Endokrin-­
schädliche
Eigenschaften

2. Mai 2024

43.

4-Nonylphenol, verzweigt und linear, ethoxyliert [Stoffe mit einer linearen und/oder verzweigten Alkylkette mit einer Kohlenstoffzahl von 9, in der Position 4 kovalent an Phenol gebunden, ethoxyliert, darunter UVCB-Stoffe und eindeutig definierte Stoffe, Polymere und homologe Stoffe, die die einzelnen Isomere und/oder Kombinationen davon umfassen]
EG-Nr.: –
CAS-Nr.: –

Endokrin-schädliche
Eigenschaften

2. Mai 2024

44.

1,2-Benzoldicarbon­säure, Dihexylester, verzweigt und linear
EG-Nr.: 271-093-5
CAS-Nr.: 68515-50-4

Fortpflanzungs­gefährdend
(Kategorie 1B)

2. November 2023

45.

Dihexylphthalat
EG-Nr.: 201-559-5
CAS-Nr.: 84-75-3

Fortpflanzungs­gefährdend
(Kategorie 1B)

2. November 2023

46.

1,2-Benzoldicarbon­säure, Di-C6-10-
Al­kylester; 1,2-Ben­zoldicarbonsäure, gemischte Decyl-, Hexyl- und Octyldiester mit ≥ 0,3 % Dihexylphthalat (EG-Nr.: 201-559-5)
EG-Nr.:
271-094-0; 272-013-1
CAS-Nr.:
68515-51-5;
68648-93-1

Fortpflanzungs­gefährdend
(Kategorie 1B)

2. November 2023

47.

Trixylylphosphat
EG-Nr.: 246-677-8
CAS-Nr.:
25155-23-1

Fortpflanzungs­gefährdend
(Kategorie 1B)

2. Februar 2024

48.

Natriumperborat; Perborsäure,
Natriumsalz
EG-Nr.: 239-172-9; 234-390-0
CAS-Nr.: –

Fortpflanzungs­gefährdend
(Kategorie 1B)

2. Februar 2024

49.

Natriumperoxometaborat
EG-Nr.: 231-556-4
CAS-Nr.: 7632-04-4

Fortpflanzungs­gefährdend
(Kategorie 1B)

2. Februar 2024

50.

5-sec-Butyl-2-(2,4-dimethylcyclohex-3-en-1- yl)–5-methyl-1,3-dioxan [1], 5-sec-Butyl-2- (4,6-di­methylcyclohex-3-en-1-yl)-5-methyl- 1,3-dioxan [2] [erfasst jedes einzelne Stereoisomer von [1] und [2] bzw. jede Kombination davon]
EG-Nr.: –
CAS-Nr.: –

vPvB

2. Mai 2024

51.

2-(2H-Benzotriazol-2-yl)-4,6-di-tert-pentylphenol
(UV-328)
EG-Nr.: 247-384-8
CAS-Nr.: 25973-55-1

PBT, vPvB

2. August 2024

52.

2,4-Di-tert-butyl-6-(5-chlorbenzotriazol-2- yl)phenol
(UV-327)
EG-Nr.: 223-383-8
CAS-Nr.: 3864-99-1

vPvB

2. August 2024

53.

2-(2H-Benzotriazol-2-yl)-4-(tert-butyl)-
6- (sec-butyl)phenol (UV-350)
EG-Nr.: 253-037-1
CAS-Nr.: 36437-37-3

vPvB

2. August 2024

54.

2-Benzotriazol-2-yl-4,6-di-tert-butylphenol
(UV-320)
EG-Nr.: 223-346-6
CAS-Nr.: 3846-71-7

PBT, vPvB

2. August 2024

1bis Für Stoffe der Einträge Nummern 4–7, 10–12 sowie 14 und 15 gilt zudem eine Übergangsfrist bis zum 1. Mai 2021 für folgende Verwendungen:

a.
Herstellung eines Ersatzteils für die Reparatur eines Gegenstands, wenn der betreffende Stoff bei der Herstellung dieses Gegenstands verwendet wird oder wurde und er ohne dieses Ersatzteil nicht ordnungsgemäss funktioniert;
b.
Reparatur eines Gegenstands, wenn der betreffende Stoff bei der Herstellung dieses Gegenstands verwendet wird oder wurde und er nur unter Verwendung des betreffenden Stoffs repariert werden kann.

2 Das BAFU passt im Einvernehmen mit dem BAG und dem SECO die Bestimmungen nach Absatz 1 an. Es berücksichtigt dabei die Änderungen des Anhangs XIV der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006115 und die Einträge in Anhang 3 ChemV.

1ter Für Stoffe der Einträge Nummern 32–46 gilt zudem eine Übergangsfrist bis zum 2. Juli 2026 für folgende Verwendungen:

a.
Herstellung eines Ersatzteils für die Reparatur eines Gegenstands, wenn der betreffende Stoff bei der Herstellung dieses Gegenstands verwendet wird oder wurde und er ohne dieses Ersatzteil nicht ordnungsgemäss funktioniert;
b.
Reparatur eines Gegenstands, wenn der betreffende Stoff bei der Herstellung dieses Gegenstands verwendet wird oder wurde und er nur unter Verwendung des betreffenden Stoffs repariert werden kann.

2 Das BAFU passt im Einvernehmen mit dem BAG und dem SECO die Bestimmungen nach Absatz 1 an. Es berücksichtigt dabei die Änderungen des Anhangs XIV der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006116 und die Einträge in Anhang 3 ChemV.

112 Verordnung (EG) Nr. 726/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 31. März 2004 zur Festlegung von Gemeinschaftsverfahren für die Genehmigung und Überwachung von Human- und Tierarzneimitteln und zur Errichtung einer Europäischen Arzneimittel-Agentur, ABl. L 136 vom 30.4.2004, S. 1; zuletzt geändert durch Verordnung (EU) Nr. 1027/2012, ABl. L 316 vom 14.11.2012, S. 38.

113 Richtlinie 2001/82/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 6. November 2001 zur Schaffung eines Gemeinschaftskodexes für Tierarzneimittel, ABl. L 311 vom 28.11.2001, S. 1; zuletzt geändert durch Verordnung (EG) Nr. 596/2009, ABl. L 188 vom 18.7.2009, S. 14.

114 Richtlinie 2001/83/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 6. November 2001 zur Schaffung eines Gemeinschaftskodexes für Humanarzneimittel. ABl. L 311 vom 28.11.2001, S. 67; zuletzt geändert durch Verordnung (EU) 2017/745, ABl. L 117 vom 5.5.2017, S. 1.

115 Siehe Fussnote zum Titel dieses Anhangs.

116 Siehe Fussnote zum Titel dieses Anhangs.

Anhang 1.18 117

117 Eingefügt durch Ziff. I der V vom 17. April 2019, in Kraft seit 1. Juni 2019 (AS 2019 1495).

(Art. 3)

Phthalate

1 Begriffe

1 Als Phthalate gelten:

a.
Bis(2-ethylhexyl)phthalat (DEHP; CAS-Nr. 117-81-7);
b.
Dibutylphthalat (DBP; CAS-Nr. 84-74-2);
c.
Diisobutylphthalat (DIBP; CAS-Nr.: 84-69-5);
d.
Benzylbutylphthalat (BBP; CAS-Nr. 85-68-7).

2 Ein Gegenstand gilt als Phthalat enthaltend, wenn er oder ein Teil davon im weichmacherhaltigen Material einen Massengehalt von 0,1 Prozent oder mehr an Phthalaten enthält.

3 Als weichmacherhaltige Materialien gelten folgende homogene Materialien:

a.
alle Kunststoffe ausser Silikonkautschuk und natürliche Latexbeschichtungen;
b.
Oberflächenbeschichtungen, rutschhemmende Beschichtungen, Verkleidungen, Klebeschichten, aufgedruckte Muster;
c.
Kleber, Dichtungsmassen, Tinten und Farben.

4 Eine längere Berührung mit der menschlichen Haut liegt vor, wenn die Haut unter normalen oder vernünftigerweise vorhersehbaren Verwendungsbedingungen pro Tag während zehn Minuten ununterbrochen oder während 30 Minuten insgesamt in Kontakt mit einem Phthalat enthaltenden Gegenstand ist.

5 Als Luftfahrzeug im Sinne von Ziffer 5 Buchstabe a Nummern 1 und 3 gilt:

a.
ein ziviles Luftfahrzeug, das entsprechend einer nach der Verordnung (EU) Nr. 2018/1139118 ausgestellten Musterzulassung oder einer nach den nationalen Vorschriften eines Vertragsstaats des Übereinkommens vom 7. Dezember 1944119 über die internationale Zivilluftfahrt der Internationalen Zivil­luftfahrtorganisation (ICAO) erteilten Konstruktionsgenehmigung produ­ziert worden ist, oder für das ein Lufttüchtigkeitszeugnis von einem ICAO-Vertragsstaat nach Anhang 8 des Übereinkommens ausgestellt worden ist120;
b.
ein Militärluftfahrzeug.

6 Als Kraftfahrzeug im Sinne von Ziffer 5 Buchstabe a Nummern 2 und 4 gilt ein Fahrzeug, das unter die Klasse M, N oder O gemäss Anhang II Teil A Ziffer 1 der Richtlinie 2007/46/EG121 fällt.

118 Verordnung (EU) 2018/1139 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 4. Juli 2018 zur Festlegung gemeinsamer Vorschriften für die Zivilluftfahrt und zur Errichtung einer Agentur der Europäischen Union für Flugsicherheit sowie zur Änderung der Verordnungen (EG) Nr. 2111/2005, (EG) Nr. 1008/2008, (EU) Nr. 996/2010, (EU) Nr. 376/2014 und der Richtlinien 2014/30/EU und 2014/53/EU des Europäischen Parlaments und des Rates, und zur Aufhebung der Verordnungen (EG) Nr. 552/2004 und (EG) Nr. 216/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates und der Verordnung (EWG) Nr. 3922/91 des Rates, Fassung gemäss ABl. L 212 vom 22.8.2018, S. 1.

119 SR 0.748.0

120 Die Liste der Staaten kann im Internet bei der ICAO unter www.icao.int > About ICAO > List Member States abgerufen werden.

121 Richtlinie 2007/46/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 5. Sep­tember 2007 zur Schaffung eines Rahmens für die Genehmigung von Kraftfahrzeugen und Kraftfahrzeuganhängern sowie von Systemen, Bauteilen und selbstständigen technischen Einheiten für diese Fahrzeuge (Rahmenrichtlinie), ABl. L 263 vom 9.10.2007, S. 1; zuletzt geändert durch Verordnung (EU) 2017/1347, ABl. L 192 vom 24.7.2017, S. 1.

2 Verbote

1 Das Inverkehrbringen von Phthalat enthaltenden Gegenständen ist verboten.

2 Für das Inverkehrbringen von Elektro- und Elektronikgeräten, die Phthalate enthalten, gilt Anhang 2.18.

3 Verhältnis zur Lebensmittel- und Gebrauchsgegenständeverordnung vom 16. Dezember 2016 (LGV)122

Für das Inverkehrbringen von Phthalat enthaltenden Bedarfsgegenständen, Spielzeugen und Gebrauchsgegenständen für Säuglinge und Kleinkinder gilt die LGV.

4 Ausnahmen

1 Vom Verbot nach Ziffer 2 Absatz 1 ausgenommen sind:

a.
Messgeräte für Laborzwecke sowie Teile von solchen Messgeräten;
b.
Primärverpackungen von Arzneimitteln, die unter die Verordnung (EG) Nr. 726/2004123, die Richtlinie 2001/82/EG124 und/oder die Richtlinie 2001/83/EG125 fallen;
c.
Medizinprodukte, die unter die Medizinprodukteverordnung vom 17. Oktober 2011126 fallen sowie Komponenten für solche Produkte;
d.
Gegenstände, die ausschliesslich für die industrielle oder landwirtschaftliche Verwendung oder für die Verwendung im Freien bestimmt sind, sofern kein Phthalat enthaltendes Material mit der menschlichen Schleimhaut oder für längere Zeit mit der menschlichen Haut in Berührung kommt.

123 Verordnung (EG) Nr. 726/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 31. März 2004 zur Festlegung von Gemeinschaftsverfahren für die Genehmigung und Überwachung von Human- und Tierarzneimitteln und zur Errichtung einer Europäischen Arzneimittel-Agentur, ABl. L 136 vom 30.4.2004, S. 1; zuletzt geändert durch Verordnung (EU) Nr. 1027/2012, ABl. L 316 vom 14.11.2012, S. 38.

124 Richtlinie 2001/82/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 6. November 2001 zur Schaffung eines Gemeinschaftskodexes für Tierarzneimittel, ABl. L 311 vom 28.11.2001, S. 1; zuletzt geändert durch Verordnung (EG) Nr. 596/2009, ABl. L 188 vom 18.7.2009, S. 14.

125 Richtlinie 2001/83/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 6. November 2001 zur Schaffung eines Gemeinschaftskodexes für Humanarzneimittel. ABl. L 311 vom 28.11.2001, S. 67; zuletzt geändert durch Verordnung (EU) 2017/745, ABl. L 117 vom 5.5.2017, S. 1.

126 SR 812.213

5 Übergangsbestimmungen

Das Verbot nach Ziffer 2 Absatz 1 gilt nicht für:

a.
das Inverkehrbringen von folgenden Phthalat enthaltenden Gegenständen:
1.
Luftfahrzeuge, die vor dem 7. Januar 2024 hergestellt worden sind,
2.
Kraftfahrzeuge, die in der Schweiz oder einem Mitgliedsstaat der EU oder der EFTA vor dem 7. Januar 2024 erstmals in Verkehr gebracht worden sind,
3.
Bauteile für die Herstellung von Luftfahrzeugen, die nach Nummer 1 in Verkehr gebracht werden dürfen, sowie Bauteile für die Reparatur und Wartung dieser Luftfahrzeuge, wenn die Bauteile für die Sicherheit und Lufttüchtigkeit der Luftfahrzeuge unverzichtbar sind,
4.
Bauteile für die Herstellung von Kraftfahrzeugen, die nach Nummer 2 in Verkehr gebracht werden dürfen, sowie Bauteile für die Reparatur und Wartung dieser Kraftfahrzeuge, wenn die Bauteile für den ordnungsgemässen Betrieb der Kraftfahrzeuge unverzichtbar sind;
b.
alle übrigen Phthalat enthaltenden Gegenstände, die vor dem 7. Juli 2020 erstmals in Verkehr gebracht worden sind.

Anhang 2

Bestimmungen für Gruppen von Zubereitungen und Gegenständen

Anhang 2.1 127

127 Bereinigt gemäss Ziff. I 3 der V vom 15. Dez. 2006 (AS2007 111), Ziff. I der V vom 13. Febr. 2008 (AS2008 561), Anhang Ziff. 2 der V vom 14. Jan. 2009 (AS 2009 401) und Ziff. II Abs. 2 der V vom 1. Juli 2015, in Kraft seit 1. Sept. 2015 (AS 2015 2367).

(Art. 3)

Textilwaschmittel

1 Begriff

1 Textilwaschmittel sind Waschmittel und Waschhilfsmittel für Textilien, die mit dem Abwasser abgeleitet werden. Dazu gehören insbesondere:

a.
Vor- und Vollwaschmittel;
b.
Fein- und Spezialwaschmittel;
c.
Enthärtungsmittel;
d.
Vorbehandlungsmittel;
e.
Bleichmittel, Entfärbungsmittel;
f.
Weichspülmittel.

2 Nicht als Textilwaschmittel gelten Mittel, die für spezielle Wasch- und Reinigungsprozesse bei der Herstellung und Veredelung von Textilien verwendet werden.

3 Unter einem Inhaltsstoff ist jeder chemische Stoff künstlichen oder natürlichen Ursprungs zu verstehen, der dem Waschmittel absichtlich zugesetzt wurde. Für die Zwecke dieses Anhangs gilt, soweit darin kein allergener Duftstoff nach Ziffer 3 Absatz 4 enthalten ist, ein Parfum, ätherisches Öl oder Farbstoff als ein einzelner Inhaltsstoff.

2 Verbote

1 Textilwaschmittel dürfen nicht für den Eigengebrauch hergestellt oder in Verkehr gebracht werden, wenn sie enthalten:

a.
flüssige organische Halogenverbindungen wie Dichlormethan (CAS-Nr. 75‑09-2), Trichlorethylen (CAS-Nr. 79-01-6), Tetrachlorethylen (CAS-Nr. 127-18-4);
b.
Phosphate;
c.
mehr als 0,5 Massenprozent Ethylendiamintetraessigsäure (EDTA; CAS-Nr. 60-00-4), Propylendiamintetraessigsäure (PDTA; CAS-Nr. 1939-36-2) oder deren Salze sowie davon abgeleitete Verbindungen;
d.
mehr als 0,5 Massenprozent Phosphor;
e.
anionische oder nichtionische Tenside, deren biologische Primärabbaubarkeit weniger als 80 Prozent beträgt;
f.
kationische oder amphotere Tenside, deren biologische Primärabbaubarkeit weniger als 80 Prozent beträgt;
g.
Tenside, deren biologische Endabbaubarkeit weniger als 60 Prozent (Mineralisierung) oder 70 Prozent (Abnahme von gelöstem organischem Kohlenstoff) beträgt;
h.
Tenside, die im Verzeichnis von Anhang VI der Verordnung (EG) Nr. 648/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 31. März 2004128 über Detergenzien aufgeführt sind:

Name (IUPAC129
Nomenklatur)

EINECS- oder
ELINCS-Nummer

CAS-Nummer

Beschränkungen

2 Das BAFU passt die Bestimmungen nach Absatz 1 Buchstabe h den Änderungen der Verordnung (EG) Nr. 648/2004 an.

3 Die Prüf- und Analysemethoden richten sich nach den Anhängen II, III und VIII der Verordnung (EG) Nr. 648/2004.

128 ABl. L 104 vom 8.4.2004, S. 1, zuletzt geändert durch die Verordnung (EG) Nr. 907/2006 der Kommission vom 20. Juni 2006 (ABl. L 168 vom 21.6.2006, S. 5). Die Texte der in diesem Anhang erwähnten Rechtsakte der EU können bei der Anmeldestelle für Chemikalien, 3003 Bern gegen Verrechnung bezogen, kostenlos eingesehen oder unter der Internetadresse www.cheminfo.ch abgerufen werden.

129 International Union of Pure and Applied Chemistry

3 Besondere Kennzeichnung

1 Bei Textilwaschmitteln müssen die folgenden Inhaltsstoffe angegeben werden, wenn ihr Massengehalt mehr als 0,2 Prozent beträgt:

a.
Phosphonate;
b.
anionische Tenside;
c.
nichtionische Tenside;
d.
kationische Tenside;
e.
amphotere Tenside;
f.
Bleichmittel auf Sauerstoffbasis;
g.
Bleichmittel auf Chlorbasis;
h.
aromatische Kohlenwasserstoffe;
i.
aliphatische Kohlenwasserstoffe;
j.
EDTA (CAS-Nr. 60-00-4) und deren Salze;
k.
Nitrilotriessigsäure (NTA, CAS-Nr. 139-13-9) und deren Salze;
l.
Seife;
m.
Zeolithe;
n.
Polycarboxylate.

2 Der Massengehalt der Inhaltsstoffe nach Absatz 1 muss mit einem der folgenden Prozentwertbereiche ausgedrückt werden:

weniger als 5 %
5 % und darüber, jedoch weniger als 15 %
15 % und darüber, jedoch weniger als 30 %
30 % und darüber.

3 Unabhängig von ihrer Konzentration und ohne Massengehaltsangabe müssen immer als solche aufgeführt werden:

a.
Enzyme;
b.
Konservierungsmittel;
c.
Desinfektionsmittel;
d.
optische Aufheller;
e.
Duftstoffe.

3bis Soweit eine INCI-Bezeichnung130 existiert, sind Konservierungsmittel entspre­chend dieser anzugeben.

4 Werden allergene Duftstoffe, die im Stoffverzeichnis von Anhang III der Verordnung (EG) Nr. 1223/2009131 in Spalte a mit den Referenznummern 45, 67, oder 69 bis 92 aufgeführt sind, in einer Konzentration von mehr als 0,01 Gewichtsprozent beigefügt, so sind sie nach der in dieser Verordnung verwendeten Nomenklatur anzugeben.

4bis Bei Textilwaschmitteln müssen der Name des Produktes sowie der Name, die Adresse und die Telefonnummer der Herstellerin angegeben werden. Bei Einfuhr des Textilwaschmittels aus einem EWR-Mitgliedstaat können Name, Adresse und Telefonnummer des für das erstmalige Inverkehrbringen im EWR verantwortlichen Wirtschaftsteilnehmers angegeben werden. Dies gilt nicht für die Einfuhr von gefährlichen Textilwaschmitteln im Sinne von Artikel 3 der Chemikalienverordnung vom 5. Juni 2015132 (ChemV), die für die Abgabe an die breite Öffentlichkeit bestimmt sind.

5 Bei Textilwaschmitteln müssen Anschrift, E-Mail-Adresse, soweit vorhanden, und Telefonnummer, unter denen das Datenblatt über Inhaltsstoffe nach Ziffer 5 erhältlich ist, angegeben werden.

6 Die Angaben sind auf der Verpackung anzubringen. Wird das Textilwaschmittel zur beruflichen oder gewerblichen Verwendung abgegeben, so dürfen die Angaben in einer anderen zweckmässigen Form (z. B. technische Datenblätter, Sicherheits­datenblätter) vermittelt werden.

7 Die Aufschrift muss in mindestens einer Amtssprache abgefasst, gut lesbar und dauerhaft sein.

130 International Nomenclature of Cosmetic Ingredients.

131 Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 30. November 2009 über kosmetische Mittel, ABl. L 342 vom 22.12.2009, S. 59; zuletzt geändert durch Verordnung (EU) Nr. 358/2014, ABl. L 107 vom 10.4.2014, S. 5.

132 SR 813.11

4 Gebrauchsanweisung

1 In der Gebrauchsanweisung für Textilwaschmittel, die an die breite Öffentlichkeit abgegeben werden, muss die Dosierung in SI-Einheiten (Milliliter, Gramm) angegeben werden.

2 Eine wasserhärteabhängige Dosierung ist auf die Gesamthärtegrade weich, mittel (25° fH = 2.5 mmol CaCO3/l) und hart abzustimmen.

5 Datenblatt über Inhaltsstoffe

1 Herstellerinnen, welche Textilwaschmittel in Verkehr bringen, stellen der Anmeldestelle (Art. 77 ChemV) und der für den Vollzug nach Artikel 13 zuständigen kantonalen Behörde auf Anfrage ein Datenblatt über Inhaltsstoffe zur Verfügung.

2 Herstellerinnen haben zudem das Datenblatt über Inhaltsstoffe auf Anfrage unverzüglich und kostenlos Ärzten sowie ihren Hilfspersonen, die an die berufliche Schweigepflicht gebunden sind, für medizinische Zwecke zur Verfügung zu stellen.

3 Ärzte sowie deren Hilfspersonen nach Absatz 2 müssen die ihnen zur Verfügung gestellten Daten vertraulich behandeln und dürfen sie nur für medizinische Zwecke verwenden.

4 Das Datenblatt über Inhaltsstoffe muss folgende Angaben enthalten:

a.
Name des Textilwaschmittels;
b.
Name der Herstellerin oder der im EWR für das Inverkehrbringen gemäss Artikel 2 Nummer 10 der Verordnung (EG) Nr. 648/2004 verantwortlichen Person;
c.
alle Inhaltsstoffe in absteigender Reihenfolge entsprechend ihrem Gewichtsanteil gemäss folgender Aufteilung:
10 % oder darüber
1 % oder darüber, jedoch weniger als 10 %
0,1 % oder darüber jedoch weniger als 1 %
unter 0,1 %;
d.
für jeden Inhaltsstoff sind die chemische oder IUPAC-Bezeichnung, die CAS-Nummer und, falls verfügbar, die INCI133-Bezeichnung sowie die Bezeichnung im Schweizerischen oder im Europäischen Arzneibuch anzugeben. Verunreinigungen gelten nicht als Inhaltsstoffe.

133 International Nomenclature of Cosmetic Ingredients.

6 Ausnahmen

1 Die Anforderungen nach den Ziffern 2–5 gelten nicht für die Einfuhr von Textilwaschmitteln, wenn sie im Inland nur veredelt oder anders verpackt und in vollem Umfang wieder ausgeführt werden.

2 Ziffer 2 Absatz 1 Buchstaben e–h gelten nicht für Tenside, die Wirkstoffe von Desinfektionsmitteln sind, welche nach der VBP134 zugelassen sind. Für solche Desinfektionsmittel gelten zudem die Ziffern 4 und 5 nicht.

3 Das Verbot von Ziffer 2 Absatz 1 Buchstabe g gilt nicht für folgende Tenside, die im Verzeichnis von Anhang V der Verordnung (EG) Nr. 648/2004 aufgeführt sind:

Name (IUPAC
Nomenklatur)

EINECS- oder
ELINCS-Nummer

CAS-Nummer

Beschränkungen

4 Das BAFU passt die Bestimmungen nach Absatz 3 den Änderungen der Verordnung (EG) Nr. 648/2004 an.

5 Es kann auf begründeten Antrag weitere Ausnahmen vom Verbot nach Ziffer 2 Absatz 1 Buchstabe g zulassen für Tenside, die nicht in den Anhängen V oder VI der Verordnung (EG) Nr. 648/2004 aufgeführt sind, sofern sie in Textilwaschmitteln eingesetzt werden, die ausschliesslich ausserhalb des häuslichen Bereichs verwendet werden. Es berücksichtigt dabei die in Anhang IV der Ver­ordnung (EG) Nr. 648/2004 festgelegten Kriterien.

7 Übergangsbestimmungen

1 Folgende Bestimmungen treten am 8. Oktober 2005 in Kraft:

a.
die Verbote nach Ziffer 2 Absatz 1 Buchstaben f, g und h;
b.
die besonderen Kennzeichnungsvorschriften nach Ziffer 3 Absatz 3 Buchstaben d und e sowie Absatz 4;
c.
die Bestimmungen über das Datenblatt nach Ziffer 5.

2 Textilwaschmittel, die Tenside nach Ziffer 2 Absatz 1 Buchstabe g enthalten und die vor dem 8. Oktober 2005 bereits auf dem Markt waren, dürfen längstens bis zum 7. Oktober 2007 für den Eigengebrauch hergestellt oder in Verkehr gebracht werden.

3 Ab dem 8. Oktober 2007 dürfen Textilwaschmittel nach Absatz 2 nur noch für den Eigengebrauch hergestellt oder in Verkehr gebracht werden, wenn dem BAFU:

a.
der Nachweis erbracht wurde, dass vor diesem Datum ein Gesuch um eine Ausnahme für das betreffende Einsatzgebiet nach dem Verfahren der Verordnung (EG) Nr. 648/2004 in einem EU-Mitgliedstaat gestellt wurde; oder
b.
ein Gesuch um eine Ausnahme nach Ziffer 6 Absatz 5 gestellt wurde.

4 Die Bestimmungen der Absätze 2 und 3 gelten bis zum Entscheid der zuständigen Behörde über den Antrag auf Genehmigung einer Ausnahme.

Anhang 2.2 135

135 Bereinigt gemäss Ziff. I 3 der V vom 15. Dez. 2006 (AS2007 111), Ziff. I der V vom 13. Febr. 2008 (AS2008 561), Anhang Ziff. 2 der V vom 14. Jan. 2009 (AS 2009 401), Ziff. I der V des BAFU vom 19. Okt. 2009 (AS 2009 5429), Ziff. I 6 der V vom 10. Dez. 2010 (AS 2011 113), Ziff. II Abs. 3 der V vom 7. Nov. 2012 (AS 2012 6161), Ziff. II Abs. 2 der V vom 1. Juli 2015 (AS 2015 2367) und Ziff. I der V vom 17. April 2019, in Kraft seit 1. Juni 2021 (AS 2019 1495).

(Art. 3)

Reinigungsmittel, Desodorierungsmittel und kosmetische Mittel

1 Begriff

1 Reinigungsmittel sind Zubereitungen, die zur Reinigung verwendet und mit dem Abwasser abgeleitet werden. Dazu gehören insbesondere:

a.
Geschirrspülmittel für Maschinen;
b.
Handgeschirrspülmittel;
c.
Allzweckreiniger;
d.
Glanzspülmittel;
e.
Scheuermittel;
f.
WC-Reiniger;
g.
Autoshampoo;
h.
Metallreinigungsmittel;
i.
Motorenreiniger;
j.
Reinigungsmittel für die Nahrungs- und Getränkeindustrie sowie für die Flaschen- und Behälterreinigung;
k.
Reinigungsmittel für Fahrzeugwaschanlagen;
l.
Teppichreinigungsmittel;
m.
Entfettungsmittel;
n.
Entrostungsmittel.

2 Unter einem Inhaltsstoff ist jeder chemische Stoff künstlichen oder natürlichen Ursprungs zu verstehen, der dem Reinigungsmittel absichtlich zugesetzt wurde. Für die Zwecke dieses Anhangs gilt, soweit darin kein allergener Duftstoff nach Ziffer 3 Absatz 4 enthalten ist, ein Parfum, ätherisches Öl oder Farbstoff als ein einzelner Inhaltsstoff.

2 Verbote

1 Reinigungsmittel dürfen nicht für den Eigengebrauch hergestellt oder in Verkehr gebracht werden, wenn sie enthalten:

a.
flüssige organische Halogenverbindungen wie Dichlormethan (CAS-Nr. 75‑09-2), Trichlorethylen (CAS-Nr. 79-01-6), Tetrachlorethylen (CAS-Nr. 127-18-4);
b.
mehr als 1 Massenprozent Ethylendiamintetraessigsäure (EDTA; CAS-Nr. 60-00-4), Propylendiamintetraessigsäure (PDTA; CAS-Nr. 1939-36-2) oder deren Salze sowie davon abgeleitete Verbindungen;
c.
anionische oder nichtionische Tenside, deren biologische Primärabbaubarkeit weniger als 80 Prozent beträgt;
d.
kationische oder amphotere Tenside, deren biologische Primärabbaubarkeit weniger als 80 Prozent beträgt;
e.
Tenside, deren biologische Endabbaubarkeit weniger als 60 Prozent (Mineralisierung) oder 70 Prozent (Abnahme von gelöstem organischem Kohlenstoff) beträgt;
f.
Tenside, die im Verzeichnis von Anhang VI der Verordnung (EG) Nr. 648/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 31. März 2004136 über Detergenzien aufgeführt sind:

Name (IUPAC137
Nomenklatur)

EINECS- oder
ELINCS-Nummer

CAS-Nummer

Beschränkungen

1bis Geschirrspülmittel für Maschinen, die im Haushalt verwendet werden, dürfen nicht in Verkehr gebracht werden, wenn ihr Gesamtphosphorgehalt 0.3 Gramm oder mehr in der Standarddosierung gemäss Ziffer 4 Absatz 1 beträgt.

2 Das BAFU passt die Bestimmungen nach Absatz 1 Buchstabe f den Änderungen der Verordnung (EG) Nr. 648/2004 an.

3 Die Prüf- und Analysemethoden richten sich nach den Anhängen II, III und VIII der Verordnung (EG) Nr. 648/2004.

4 Desodorierungsmittel und Lufterfrischer, die für die Verwendung in Toiletten, Privathaushalten, Büros oder anderen öffentlich zugänglichen Innenräumen bestimmt sind, dürfen nicht in Verkehr gebracht werden, wenn ihr Massengehalt an 1,4-Dichlorbenzol (CAS-Nr. 106-46-7) 1 Prozent oder mehr beträgt.

5 Die Verwendung von 1,4-Dichlorbenzol für Zwecke nach Absatz 4 ist verboten.

6 Abwaschbare kosmetische Mittel dürfen nicht in Verkehr gebracht werden, wenn ihr Massengehalt an Octamethylcyclotetrasiloxan (D4, CAS-Nr. 556-67-2) oder Decamethylcyclopentasiloxan (D5, CAS-Nr. 541-02-6) 0,1 Prozent oder mehr beträgt.

136 ABl. L 104 vom 8.4.2004, S. 1, zuletzt geändert durch die Verordnung (EG) Nr. 551/2009 der Kommission vom 25. Juni 2009 (ABl. L 164 vom 26.6.2009, S. 3). Die Texte der in diesem Anhang erwähnten Rechtsakte der EU können bei der Anmeldestelle für Chemikalien, 3003 Berngegen Verrechnung bezogen, kostenlos eingesehen oder unter der Internetadresse www.cheminfo.ch abgerufen werden.

137 International Union of Pure and Applied Chemistry.

3 Besondere Kennzeichnung

1 Bei Reinigungsmitteln müssen die folgenden Inhaltsstoffe angegeben werden, wenn ihr Massengehalt mehr als 0,2 Prozent beträgt:

a.
Phosphate;
b.
Phosphonate;
c.
anionische Tenside;
d.
nichtionische Tenside;
e.
kationische Tenside;
f.
amphotere Tenside;
g.
Bleichmittel auf Sauerstoffbasis;
h.
Bleichmittel auf Chlorbasis;
i.
aromatische Kohlenwasserstoffe;
j.
aliphatische Kohlenwasserstoffe;
k.
EDTA (CAS-Nr. 60-00-4) und deren Salze;
l.
Nitrilotriessigsäure (NTA, CAS-Nr. 139-13-9) und deren Salze;
m
Seife;
n.
Zeolithe;
o.
Polycarboxylate.
p.
Phenole und Halogenphenole;
q.
Paradichlorbenzol (CAS-Nr. 106-46-7).

2 Der Massengehalt der Inhaltsstoffe nach Absatz 1 muss mit einem der folgenden Prozentwertbereiche ausgedrückt werden:

weniger als 5 %
5 % und darüber, jedoch weniger als 15 %
15 % und darüber, jedoch weniger als 30 %
30 % und darüber.

3 Unabhängig von ihrer Konzentration und ohne Massengehaltsangabe müssen immer als solche aufgeführt werden:

a.
Enzyme;
b.
Konservierungsmittel;
c.
Desinfektionsmittel;
d.
Duftstoffe.

3bis Soweit eine INCI-Bezeichnung138 existiert, sind Konservierungsmittel entspre­chend dieser anzugeben.

4 Werden allergene Duftstoffe, die im Stoffverzeichnis von Anhang III der Verordnung (EG) Nr. 1223/2009139 in Spalte a mit den Referenznummern 45, 67, oder 69 bis 92 aufgeführt sind, in einer Konzentration von mehr als 0,01 Gewichtsprozent beigefügt, so sind sie nach der in dieser Verordnung verwendeten Nomenklatur anzugeben.

4bis Bei Reinigungsmitteln müssen Name sowie der Name, die Adresse und die Telefonnummer der Herstellerin angegeben werden. Bei Einfuhr des Reinigungsmittels aus einem EWR-Mitgliedstaat können Name, Adresse und Telefonnummer des für das erstmalige Inverkehrbringen im EWR verantwortlichen Wirtschaftsteilnehmers angegeben werden. Dies gilt nicht für die Einfuhr von gefährlichen Reinigungsmitteln im Sinne von Artikel 3 der Chemikalienverordnung vom 5. Juni 2015140 (ChemV), die für die Abgabe an die breite Öffentlichkeit bestimmt sind.

5 Bei Reinigungsmitteln müssen Anschrift, E-Mail-Adresse, soweit vorhanden, und Telefonnummer, unter denen das Datenblatt über Inhaltsstoffe nach Ziffer 5 erhältlich ist, angegeben sein.

6 Die Angaben sind auf der Verpackung anzubringen. Wird das Reinigungsmittel zur beruflichen oder gewerblichen Verwendung abgegeben, so dürfen die Angaben in einer anderen zweckmässigen Form (z.B. technische Datenblätter, Sicherheitsdatenblätter) vermittelt werden.

7 Die Aufschrift muss in mindestens einer Amtssprache abgefasst, gut lesbar und dauerhaft sein.

138 International Nomenclature of Cosmetic Ingredients.

139 Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 30. November 2009 über kosmetische Mittel, ABl. L 342 vom 22.12.2009, S. 59; zuletzt geändert durch Verordnung (EU) Nr. 358/2014, ABl. L 107 vom 10.4.2014, S. 5.

140 SR 813.11

4 Gebrauchsanweisung

1 Bei Geschirrspülmitteln für Maschinen, die im Haushalt verwendet werden, muss in der Gebrauchsanweisung die Standarddosierung in Gramm oder Millilitern oder die Anzahl der Tabs, die für den Hauptwaschgang bei normal verschmutztem Geschirr in einer voll beladenen Geschirrspülmaschine für 12 Gedecke erforderlich ist, angegeben werden; ist die Dosierung von der Wasserhärte abhängig, so müssen diese Angaben um Angaben zur Dosierung bei den Gesamthärtegraden weich, mittel und hart ergänzt werden.

2 Die Angaben nach Absatz 1 sind in mindestens einer Amtssprache abgefasst, gut lesbar und dauerhaft auf der Verpackung anzubringen.

5 Datenblatt über Inhaltsstoffe

1 Herstellerinnen, welche Reinigungsmittel in Verkehr bringen, stellen der Anmeldestelle (Art. 77 ChemV) und der für den Vollzug nach Artikel 13 zuständigen kantonalen Behörde auf Anfrage ein Datenblatt über Inhaltsstoffe zur Verfügung.

2 Herstellerinnen haben zudem das Datenblatt über Inhaltsstoffe auf Anfrage unverzüglich und kostenlos Ärzten sowie ihren Hilfspersonen, die an die berufliche Schweigepflicht gebunden sind, für medizinische Zwecke zur Verfügung zu stellen.

3 Ärzte sowie deren Hilfspersonen nach Absatz 2 müssen die ihnen zur Verfügung gestellten Daten vertraulich behandeln und dürfen sie nur für medizinische Zwecke verwenden.

4 Das Datenblatt über Inhaltsstoffe muss folgende Angaben enthalten:

a.
Name des Reinigungsmittels;
b.
Name der Herstellerin oder der im EWR für das Inverkehrbringen gemäss Artikel 2 Nummer 10 der Verordnung (EG) Nr. 648/2004 verantwortlichen Person;
c.
alle Inhaltsstoffe in absteigender Reihenfolge entsprechend ihrem Gewichtsanteil gemäss folgender Aufteilung:
10 % oder darüber
1 % oder darüber, jedoch weniger als 10 %
0,1 % oder darüber, jedoch weniger als 1 %
unter 0,1 %;
d.
für jeden Inhaltsstoff sind die chemische oder IUPAC-Bezeichnung, die CAS-Nummer und, falls verfügbar, die INCI141-Bezeichnung sowie die Bezeichnung im Schweizerischen oder im Europäischen Arzneibuch anzugeben. Verunreinigungen gelten nicht als Inhaltsstoffe.

141 International Nomenclature of Cosmetic Ingredients

6 Ausnahmen

1 Die Anforderungen nach den Ziffern 2–5 gelten nicht für die Einfuhr von Reinigungsmitteln, wenn sie im Inland nur veredelt oder anders verpackt und in vollem Umfang wieder ausgeführt werden.

2 Das BAFU kann auf begründeten Antrag Ausnahmen von den Verboten nach Ziffer 2 Absatz 1 Buchstabe a gewähren, wenn:

a.
nach dem Stand der Technik ein Ersatz fehlt; und
b.
nicht mehr von diesen Stoffen eingesetzt werden, als für den angestrebten Zweck nötig ist.

3 Ziffer 2 Absatz 1 Buchstaben c–f gelten nicht für Tenside, die Wirkstoffe von Desinfektionsmitteln sind, welche nach der VBP142 zugelassen sind oder die Anforderungen der Medizinprodukteverordnung vom 17. Oktober 2001143 erfüllen. Für solche Desinfektionsmittel gelten zudem die Ziffern 4 und 5 nicht.

4 Das Verbot von Ziffer 2 Absatz 1 Buchstabe e gilt nicht für folgende Tenside, die im Verzeichnis von Anhang V der Verordnung (EG) Nr. 648/2004 aufgeführt sind:

Name (IUPAC
Nomenklatur)

EG-Nummer

CAS-Nummer

Beschränkungen

Alkohole, Guerbet,
C16-20, ethoxyliert,
n-Butylether
(7-8 EO)

Keine (Polymer)

147993-59-7

Kann für folgende industrielle Anwendungen bis zum 27. Juni 2019 verwendet werden:

Flaschenreinigung
CIP-Reinigung
Metallreinigung

5 Das BAFU passt die Bestimmungen nach Absatz 4 den Änderungen der Verordnung (EG) Nr. 648/2004 an.

6 Es kann auf begründeten Antrag weitere Ausnahmen vom Verbot nach Ziffer 2 Absatz 1 Buchstabe e zulassen für Tenside, die nicht in den Anhängen V oder VI der Verordnung (EG) Nr. 648/2004 aufgeführt sind. Es berücksichtigt dabei die in Anhang IV der Verordnung (EG) Nr. 648/2004 festgelegten Kriterien.

7 Übergangsbestimmungen

1 Folgende Bestimmungen treten am 8. Oktober 2005 in Kraft:

a.
die Verbote nach Ziffer 2 Absatz 1 Buchstaben d–f;
b.
die besonderen Kennzeichnungsvorschriften nach Ziffer 3 Absatz 3 Buchstabe d und Absatz 4;
c.
die Bestimmungen über das Datenblatt nach Ziffer 5.

2 Reinigungsmittel, die Tenside nach Ziffer 2 Absatz 1 Buchstabe e enthalten und die vor dem 8. Oktober 2005 bereits auf dem Markt waren, dürfen längstens bis zum 7. Oktober 2007 für den Eigengebrauch hergestellt oder in Verkehr gebracht werden.

3 Ab dem 8. Oktober 2007 dürfen Reinigungsmittel nach Absatz 2 nur noch für den Eigengebrauch hergestellt oder in Verkehr gebracht werden, wenn dem BAFU:

a.
der Nachweis erbracht wurde, dass vor diesem Datum ein Gesuch um eine Ausnahme für das betreffende Einsatzgebiet nach dem Verfahren der Verordnung (EG) Nr. 648/2004 in einem EU-Mitgliedstaat gestellt wurde; oder
b.
ein Gesu