With big laws like OR and ZGB this can take up to 30 seconds

Verordnung
über den Vollzug der Lebensmittelgesetzgebung
(LMVV)

vom 27. Mai 2020 (Stand am 1. August 2021)

Der Schweizerische Bundesrat,

gestützt auf das Lebensmittelgesetz vom 20. Juni 20141 (LMG),

verordnet:

1. Titel: Gegenstand, Begriffe und Geltungsbereich

Art. 1 Gegenstand  

1 Die­se Ver­ord­nung re­gelt:

a.
die amt­li­che Kon­trol­le von Le­bens­mit­teln und Ge­brauchs­ge­gen­stän­den und an­de­re amt­li­che Tä­tig­kei­ten der für Le­bens­mit­tel und Ge­brauchs­ge­gen­stän­de zu­stän­di­gen Be­hör­den im In­land;
b.
die amt­li­che Kon­trol­le von Le­bens­mit­teln und Ge­brauchs­ge­gen­stän­den bei der Ein-, Durch- und Aus­fuhr, ein­sch­liess­lich ver­stärk­te Kon­trol­len bei der Ein- und Durch­fuhr be­stimm­ter Le­bens­mit­tel, die be­son­de­re Ri­si­ken auf­wei­sen;
c.
die Me­tho­den für Pro­be­nah­men, Dia­gno­sen, Ana­ly­sen und Tests;
d.
die An­for­de­run­gen an die na­tio­na­len Re­fe­renz­la­bo­ra­to­ri­en und de­ren Auf­ga­ben;
e.
die Aus­bil­dung des Per­so­nals der für den Voll­zug der Le­bens­mit­tel­ge­setz­ge­bung zu­stän­di­gen Per­so­nen so­wie die Fä­hig­keits­zeug­nis­se und Di­plo­me;
f.
die Be­ar­bei­tung der für den Voll­zug be­nö­tig­ten Da­ten;
g.
die Fi­nan­zie­rung der Kon­trol­len.

2 Sie gilt nicht, so­weit die fol­gen­den Er­las­se und die ge­stützt dar­auf er­las­se­nen Be­stim­mun­gen An­wen­dung fin­den:

a.
Ver­ord­nung vom 8. De­zem­ber 19972 über die Le­bens­mit­tel­kon­trol­le in der Ar­mee;
b.
Ver­ord­nung vom 16. De­zem­ber 20163 über das Schlach­ten und die Fleisch­kon­trol­le;
c.
Ver­ord­nung vom 23. No­vem­ber 20054 über die Pri­mär­pro­duk­ti­on;
d.
Ver­ord­nung vom 16. No­vem­ber 20115 über die Aus-, Wei­ter- und Fort­bil­dung der Per­so­nen im öf­fent­li­chen Ve­te­ri­när­we­sen;
e.
Ver­ord­nung vom 18. No­vem­ber 20156 über die Ein-, Durch- und Aus­fuhr von Tie­ren und Tier­pro­duk­ten im Ver­kehr mit Dritt­staa­ten;
f.
Ver­ord­nung vom 18. No­vem­ber 20157 über die Ein-, Durch- und Aus­fuhr von Tie­ren und Tier­pro­duk­ten im Ver­kehr mit den EU-Mit­glied­staa­ten, Is­land und Nor­we­gen.
Art. 2 Begriffe  

1 In die­ser Ver­ord­nung be­deu­ten:

a.
Sen­dung: ei­ne Men­ge von Wa­ren der glei­chen Art oder Klas­se oder mit glei­cher Be­schrei­bung, für die die glei­che Ge­sund­heits­be­schei­ni­gung oder das glei­che an­de­re Be­gleit­do­ku­ment gilt, die mit dem glei­chen Trans­port­mit­tel be­för­dert wer­den, vom glei­chen Her­kunfts­ort stam­men und für den glei­chen Be­stim­mungs­be­trieb be­stimmt sind;
b.
ge­mein­sa­mes Ge­sund­heits­ein­gangs­do­ku­ment (GGED): Do­ku­ment nach den Ar­ti­keln 56–58 der Ver­ord­nung (EU) 2017/6258, das da­zu ver­wen­det wird, Sen­dun­gen an der Grenz­kon­troll­stel­le an­zu­mel­den und das Er­geb­nis der Kon­trol­len so­wie die Mass­nah­men des grenz­tier­ärzt­li­chen Diens­tes be­tref­fend die Sen­dung, die es be­glei­tet, zu ver­mer­ken;
c.
Ge­sund­heits­be­schei­ni­gung: Do­ku­ment in Pa­pier­form oder elek­tro­ni­scher Form, das die Her­kunft ei­ner Sen­dung und die Ein­hal­tung der le­bens­mit­tel­recht­li­chen An­for­de­run­gen be­legt;
d.
Drit­te nach Ar­ti­kel 60 Ab­satz 2 Buch­sta­be d LMG:
1.
Zer­ti­fi­zie­rungs­stel­len nach Ar­ti­kel 19 der GUB/GGA-Ver­ord­nung vom 28. Mai 19979,
2.
Zer­ti­fi­zie­rungs­stel­len nach Ar­ti­kel 28 der Bio-Ver­ord­nung vom 22. Sep­tem­ber 199710,
3.
Zer­ti­fi­zie­rungs­stel­len nach Ar­ti­kel 11 der Berg- und Alp-Ver­ord­nung vom 25. Mai 201111,
4.
die Schwei­zer Wein­han­dels­kon­trol­le nach Ar­ti­kel 36 der Wein­ver­ord­nung vom 14. No­vem­ber 200712;
e.
Au­dit: sys­te­ma­ti­sche Prü­fung, mit der kon­trol­liert wird, ob die Tä­tig­kei­ten und die dar­aus her­vor­ge­hen­den Er­geb­nis­se mit den Vor­ga­ben über­ein­stim­men und ob die Vor­ga­ben zur Er­rei­chung der Zie­le ge­eig­net sind;
f.
amt­li­che Kon­trol­le: Tä­tig­kei­ten, die von den zu­stän­di­gen Be­hör­den oder von Drit­ten nach Ar­ti­kel 55 LMG, de­nen nach die­ser Ver­ord­nung be­stimm­te Auf­ga­ben im Zu­sam­men­hang mit amt­li­chen Kon­trol­len über­tra­gen wur­den, durch­ge­führt wer­den, um zu über­prü­fen, ob:
1.
die Be­trie­be die Vor­schrif­ten der Le­bens­mit­tel­ge­setz­ge­bung ein­hal­ten, und
2.
die Wa­ren die An­for­de­run­gen der Le­bens­mit­tel­ge­setz­ge­bung er­fül­len, auch im Hin­blick auf die Aus­stel­lung ei­ner amt­li­chen Be­schei­ni­gung oder ei­ner amt­li­chen At­tes­tie­rung;
g.
an­de­re amt­li­che Tä­tig­kei­ten: an­de­re Tä­tig­kei­ten als amt­li­che Kon­trol­len, die von den zu­stän­di­gen Be­hör­den oder von Drit­ten, de­nen be­stimm­te an­de­re amt­li­che Tä­tig­kei­ten nach Ar­ti­kel 55 LMG über­tra­gen wur­den, durch­ge­führt wer­den, ein­sch­liess­lich Tä­tig­kei­ten, die auf die Aus­stel­lung amt­li­cher Be­schei­ni­gun­gen oder amt­li­cher At­tes­tie­run­gen ab­zie­len;
h.
Ein­fuhr­ge­biet: das schwei­ze­ri­sche Staats­ge­biet ein­sch­liess­lich der Zollaus­schluss­ge­bie­te (Samnaun und Sam­puoir) so­wie der Zol­l­an­schluss­ge­bie­te (Fürs­ten­tum Liech­ten­stein und Bü­sin­gen);
i.
Ein­fuhr: dau­er­haf­tes oder vor­über­ge­hen­des Ver­brin­gen von Wa­ren in das Ein­fuhr­ge­biet, aus­ge­nom­men der Trans­port zum Zweck der Durch­fuhr nach Ar­ti­kel 6 Buch­sta­be i des Zoll­ge­set­zes vom 18. März 200513 (ZG);
j.
Im­por­teu­rin: na­tür­li­che oder ju­ris­ti­sche Per­son, die für ei­ne Ein­fuhr ver­ant­wort­lich ist;
k.
an­mel­de­pflich­ti­ge Per­son: Per­son nach Ar­ti­kel 26 ZG;
l.
Ur­sprungs­land: Land, aus dem die Wa­re ur­sprüng­lich stammt, in dem sie ge­wach­sen ist, ge­ern­tet oder her­ge­stellt wur­de oder in dem die letz­te we­sent­li­che Ver­ar­bei­tung statt­ge­fun­den hat;
m.
Grenz­kon­troll­stel­le: Ort mit den da­zu ge­hö­ren­den Ein­rich­tun­gen, an dem die Kon­trol­len durch­ge­führt wer­den;
n.
Kri­se: un­vor­her­seh­ba­re Si­tua­ti­on, die ei­ne tat­säch­li­che oder wahr­ge­nom­me­ne, un­mit­tel­ba­re oder künf­ti­ge Be­dro­hung von be­acht­li­chem Um­fang bein­hal­tet und in der die Le­bens­mit­tel­si­cher­heit ge­fähr­det ist oder um­fang­rei­che Täu­schun­gen fest­ge­stellt wer­den.

2 Die üb­ri­gen Be­grif­fe die­ser Ver­ord­nung so­wie der vom Eid­ge­nös­si­schen De­par­te­ment des In­nern (EDI) oder vom Bun­des­amt für Le­bens­mit­tel­si­cher­heit und Ve­te­ri­när­we­sen (BLV) ge­stützt auf die­se Ver­ord­nung er­las­se­nen Ver­ord­nun­gen wer­den, un­ter dem Vor­be­halt ab­wei­chen­der De­fi­ni­tio­nen im schwei­ze­ri­schen Le­bens­mit­tel­recht, ge­mä­ss den De­fi­ni­tio­nen ver­wen­det, die in der Ver­ord­nung (EU) Nr. 2017/625 ent­hal­ten sind.

8 Ver­ord­nung (EU) 2017/625 des Eu­ro­päi­schen Par­la­ments und des Ra­tes vom 15. März 2017 über amt­li­che Kon­trol­len und an­de­re amt­li­che Tä­tig­kei­ten zur Ge­währ­leis­tung der An­wen­dung des Le­bens- und Fut­ter­mit­tel­rechts und der Vor­schrif­ten über Tier­ge­sund­heit und Tier­schutz, Pflan­zen­ge­sund­heit und Pflan­zen­schutz­mit­tel, zur Än­de­rung der Ver­ord­nun­gen (EG) Nr. 999/2001, (EG) Nr. 396/2005, (EG) Nr. 1069/2009, (EG) Nr. 1107/2009, (EU) Nr. 1151/2012, (EU) Nr. 652/2014, (EU) 2016/429 und (EU) 2016/2031 des Eu­ro­päi­schen Par­la­ments und des Ra­tes, der Ver­ord­nun­gen (EG) Nr. 1/2005 und (EG) Nr. 1099/2009 des Ra­tes so­wie der Richt­li­ni­en 98/58/EG, 1999/74/EG, 2007/43/EG, 2008/119/EG und 2008/120/EG des Ra­tes und zur Auf­he­bung der Ver­ord­nun­gen (EG) Nr. 854/2004 und (EG) Nr. 882/2004 des Eu­ro­päi­schen Par­la­ments und des Ra­tes, der Richt­li­ni­en 89/ 608/EWG, 89/662/EWG, 90/425/EWG, 91/496/EEG, 96/23/EG, 96/93/EG und 97/78/EG des Ra­tes und des Be­schlus­ses 92/438/EWG des Ra­tes (Ver­ord­nung über amt­li­che Kon­trol­len), ABl. L 95 vom 7.4.2017, S. 1; zu­letzt ge­än­dert durch Ver­ord­nung (EU) 2019/2127 ABl. L 321 vom 12.12.2019, S. 111.

9 SR 910.12

10 SR 910.18

11 SR 910.19

12 SR 916.140

13 SR 631.0

2. Titel: Amtliche Kontrollen

1. Kapitel: Gemeinsame Bestimmungen

Art. 3 Grundsätze  

1 Amt­li­che Kon­trol­len wer­den von den Voll­zugs­be­hör­den oder von durch sie nach Ar­ti­kel 55 LMG be­auf­trag­ten Drit­ten vor­ge­nom­men.

2 Sie sind ri­si­ko­ba­siert so­wie re­gel­mäs­sig und mit an­ge­mes­se­ner Häu­fig­keit durch­zu­füh­ren.

3 Die Zeit­span­nen zwi­schen den Grund­kon­trol­len der mel­de- und be­wil­li­gungs­pflich­ti­gen Be­trie­be rich­ten sich nach Ar­ti­kel 7 der Ver­ord­nung vom 27. Mai 202014 über den mehr­jäh­ri­gen na­tio­na­len Kon­troll­plan für die Le­bens­mit­tel­ket­te und die Ge­brauchs­ge­gen­stän­de (MNK­PV).

4 Die Voll­zugs­be­hör­den stel­len die Un­par­tei­lich­keit, die Qua­li­tät und die Ko­hä­renz der Kon­trol­len auf al­len Stu­fen si­cher.

5 Sie müs­sen von den Be­trie­ben, die sie in­spi­zie­ren oder kon­trol­lie­ren, un­ab­hän­gig sein. Für sie gel­ten die Aus­stands­grün­de nach Ar­ti­kel 10 Ab­satz 1 des Ver­wal­tungs­ver­fah­rens­ge­set­zes vom 20. De­zem­ber 196815.

Art. 4 Durchführung  

1 Die amt­li­chen Kon­trol­len wer­den un­ter Be­rück­sich­ti­gung fol­gen­der Kri­te­ri­en durch­ge­führt:

a.
fest­ge­stell­te Ri­si­ken in Ver­bin­dung mit:
1.
Le­bens­mit­teln und Ge­brauchs­ge­gen­stän­den,
2.
den Tä­tig­kei­ten oder Vor­gän­gen un­ter der Kon­trol­le der für einen Be­trieb ver­ant­wort­li­chen Per­son,
3.
dem Ort, an dem die von den Be­trie­ben zu ver­ant­wor­ten­den Tä­tig­kei­ten oder Vor­gän­ge statt­fin­den,
4.
der Ver­wen­dung von Pro­duk­ten, Pro­zes­sen, Ma­te­ria­li­en oder Stof­fen, die Aus­wir­kun­gen auf die Si­cher­heit, den Schutz vor Täu­schung und die ge­sund­heit­li­che Un­be­denk­lich­keit von Le­bens­mit­teln ha­ben kön­nen;
b.
al­le In­for­ma­tio­nen, die dar­auf hin­deu­ten, dass die Kon­su­men­tin­nen und Kon­su­men­ten ins­be­son­de­re in Be­zug auf Art, Iden­ti­tät, Ei­gen­schaf­ten, Zu­sam­men­set­zung, Men­ge, Halt­bar­keit, Ur­sprungs­land oder Her­kunfts­ort so­wie Me­tho­de der Her­stel­lung oder der Er­zeu­gung des Le­bens­mit­tels ir­re­ge­führt wer­den;
c.
Er­geb­nis­se frü­he­rer amt­li­cher Kon­trol­len;
d.
Ver­läss­lich­keit und Er­geb­nis­se der Selbst­kon­trol­len, die von den Be­trie­ben oder in de­ren Auf­trag von Drit­ten durch­ge­führt wur­den, ge­ge­be­nen­falls ein­sch­liess­lich pri­va­ter Qua­li­täts­si­che­rungs­me­cha­nis­men, um die Ein­hal­tung der Le­bens­mit­tel­ge­setz­ge­bung zu ge­währ­leis­ten;
e.
al­le In­for­ma­tio­nen, die auf einen Ver­sto­ss ge­gen die Le­bens­mit­tel­ge­setz­ge­bung hin­wei­sen könn­ten;
f.
all­fäl­li­ge Ga­ran­ti­en, die die Voll­zugs­be­hör­de des Ur­sprungs­lan­des ge­ge­ben hat;
g.
Grös­se des Be­triebs.

2 Amt­li­che Kon­trol­len er­fol­gen oh­ne Vor­an­kün­di­gung, es sei denn, ei­ne Vor­an­kün­di­gung ist hin­rei­chend be­grün­det und not­wen­dig, da­mit die amt­li­che Kon­trol­le durch­ge­führt wer­den kann.

3 Sie wer­den nach Mög­lich­keit so durch­ge­führt, dass der ad­mi­nis­tra­ti­ve Auf­wand und die Be­ein­träch­ti­gung der Be­trieb­sab­läu­fe für die Be­trie­be auf das Min­dest­mass re­du­ziert wer­den, das not­wen­dig ist, da­mit die Wirk­sam­keit der Kon­trol­len ge­währ­leis­tet bleibt.

4 Die Voll­zugs­be­hör­den füh­ren die amt­li­chen Kon­trol­len, so­weit nicht ei­ne An­pas­sung an die spe­zi­fi­schen Ge­ge­ben­hei­ten nö­tig ist, stets auf die­sel­be Wei­se durch, un­ab­hän­gig da­von, ob die be­trof­fe­nen Wa­ren:

a.
auf dem Schwei­zer Markt ver­füg­bar sind und ih­ren Ur­sprung im In­land ha­ben oder ein­ge­führt wur­den;
b.
aus der Schweiz aus­ge­führt wer­den sol­len; oder
c.
in die Schweiz ein­ge­führt oder durch die Schweiz durch­ge­führt wer­den sol­len.
Art.5 Meldung der Wareneinfuhr  

So­weit dies zur Or­ga­ni­sa­ti­on der amt­li­chen Kon­trol­len er­for­der­lich ist, kön­nen die Be­hör­den die Be­trie­be, die Wa­ren ein­füh­ren, auf­for­dern, die An­kunft der be­tref­fen­den Wa­ren zu mel­den.

Art. 6 Gegenstände der amtlichen Kontrolle  

Die zu­stän­di­gen Voll­zugs­be­hör­den kön­nen die fol­gen­den amt­li­chen Kon­trol­len durch­füh­ren:

a.
Kon­trol­len von Le­bens­mit­teln und Ge­brauchs­ge­gen­stän­den auf al­len Pro­duk­ti­ons-, Ver­ar­bei­tungs-, Ver­triebs- und Ver­wen­dungs­stu­fen;
b.
Kon­trol­len von Stof­fen, Ma­te­ria­li­en oder an­de­ren Ge­gen­stän­den, die Aus­wir­kun­gen auf die Merk­ma­le von Le­bens­mit­teln und Ge­brauchs­ge­gen­stän­den ha­ben kön­nen, so­wie Über­prü­fung der Ein­hal­tung der An­for­de­run­gen auf al­len Pro­duk­ti­ons-, Ver­ar­bei­tungs-, Ver­triebs- und Ver­wen­dungs­stu­fen;
c.
Kon­trol­len der Tä­tig­kei­ten der Be­trie­be, ein­sch­liess­lich Kon­trol­len der Ge­bäu­de, der Aus­rüs­tung und der Trans­port­mit­tel, des Be­triebs­ge­län­des und an­de­rer Or­te un­ter ih­rer Ver­ant­wor­tung so­wie ih­rer Um­ge­bung, ein­sch­liess­lich der Kon­trol­le der dies­be­züg­li­chen Un­ter­la­gen.
Art. 7 Transparenz der amtlichen Kontrollen  

1 Das BLV sorgt da­für, dass der Öf­fent­lich­keit, auch über das In­ter­net, min­des­tens ein­mal jähr­lich re­le­van­te In­for­ma­tio­nen über die Or­ga­ni­sa­ti­on und die Durch­füh­rung der Kon­trol­len zu­gäng­lich ge­macht wer­den.

2 Für die Er­fül­lung des Auf­trags nach Ab­satz 1 lie­fern die Voll­zugs­be­hör­den dem BLV ak­tu­el­le In­for­ma­tio­nen ins­be­son­de­re über:

a.
Art, An­zahl und Er­geb­nis der amt­li­chen Kon­trol­len;
b.
Art und An­zahl der fest­ge­stell­ten Ver­stös­se;
c.
Art und An­zahl der Fäl­le, in de­nen die zu­stän­di­gen Be­hör­den Mass­nah­men nach den Ar­ti­keln 34–37 LMG er­grif­fen ha­ben.

3 Die In­for­ma­tio­nen nach Ab­satz 2 kön­nen mit dem Jah­res­be­richt nach Ar­ti­kel 20 MNK­PV16 ver­öf­fent­licht wer­den.

Art. 8 Verwendung dokumentierter Kontrollverfahren  

1 Die Voll­zugs­be­hör­den füh­ren die amt­li­chen Kon­trol­len nach do­ku­men­tier­ten Ver­fah­ren durch.

2 Die Ver­fah­ren um­fas­sen An­wei­sun­gen für das Per­so­nal, das die amt­li­chen Kon­trol­len durch­führt, und de­cken die fol­gen­den Prüf­fel­der ab:

a.
Be­schrei­bung der zu er­rei­chen­den Zie­le;
b.
Auf­ga­ben, Zu­stän­dig­kei­ten und Pflich­ten der kon­trol­lie­ren­den Per­so­nen;
c.
Pro­be­nah­me­ver­fah­ren, Kon­troll­me­tho­den und -tech­ni­ken ein­sch­liess­lich La­bo­r­ana­ly­sen, -tests und -dia­gno­sen, Aus­wer­tung der Er­geb­nis­se und sich dar­aus er­ge­ben­de Ent­schei­dun­gen;
d.
Über­prü­fung der Eig­nung der Pro­be­nah­me- und Ana­ly­se­ver­fah­ren so­wie der Test­me­tho­den;
e.
Kon­troll- und Über­wa­chungs­pro­gram­me;
f.
Fol­ge­mass­nah­men nach amt­li­chen Kon­trol­len;
g.
Zu­sam­men­ar­beit mit an­de­ren zu­stän­di­gen Dienst­stel­len und Ab­tei­lun­gen;
h.
sons­ti­ge Tä­tig­kei­ten und In­for­ma­tio­nen zur ef­fi­zi­en­ten Durch­füh­rung der amt­li­chen Kon­trol­len.

3 Die Voll­zugs­be­hör­den über­prü­fen ih­re Kon­trol­len. Stel­len sie Män­gel in den Ver­fah­ren fest, so kor­ri­gie­ren oder ak­tua­li­sie­ren sie die Ver­fah­ren.

Art. 9 Schriftliche Aufzeichnungen über die amtlichen Kontrollen  

1 Die Voll­zugs­be­hör­den er­stel­len schrift­li­che Auf­zeich­nun­gen über je­de amt­li­che Kon­trol­le. Die­se Auf­zeich­nun­gen kön­nen in Pa­pier­form oder elek­tro­ni­scher Form er­fol­gen.

2 Die schrift­li­chen Auf­zeich­nun­gen ent­hal­ten:

a.
den Zweck der amt­li­chen Kon­trol­le;
b.
die an­ge­wand­ten Kon­troll­me­tho­den;
c.
die Kon­troll­er­geb­nis­se;
d.
ge­ge­be­nen­falls die von der ver­ant­wort­li­chen Per­son zu er­grei­fen­den Mass­nah­men.

3 Die Voll­zugs­be­hör­den stel­len den kon­trol­lier­ten Be­trie­ben auf Ver­lan­gen ei­ne Ko­pie der schrift­li­chen Auf­zeich­nun­gen zur Ver­fü­gung, es sei denn:

a.
es wur­de ei­ne amt­li­che Be­schei­ni­gung oder ei­ne amt­li­che At­tes­tie­rung aus­ge­stellt; oder
b.
die An­ord­nung ei­ner Un­ter­su­chungs- oder ei­ner Ge­richts­be­hör­de ver­bie­tet es.

4 Sie in­for­mie­ren die Be­trie­be um­ge­hend in schrift­li­cher Form über Ver­stös­se, die bei den Kon­trol­len fest­ge­stellt wer­den.

Art. 10 Kontrolle von Chargen  

Ge­hört ein nicht si­che­res Le­bens­mit­tel oder ein nicht si­che­rer Ge­brauchs­ge­gen­stand zu ei­ner Char­ge, so ist da­von aus­zu­ge­hen, dass sämt­li­che Le­bens­mit­tel oder Ge­brauchs­ge­gen­stän­de in die­ser Char­ge eben­falls nicht si­cher sind, es sei denn, bei ei­ner ein­ge­hen­den Prü­fung wird kein Nach­weis da­für ge­fun­den, dass der Rest der Char­ge nicht si­cher ist.

Art. 11 Meldepflicht  

Die Be­hör­den mel­den dem BLV um­ge­hend die Be­an­stan­dun­gen so­wie die ih­nen nach Ar­ti­kel 84 der Le­bens­mit­tel- und Ge­brauchs­ge­gen­stän­de­ver­ord­nung vom 16. De­zem­ber 201617 (LGV) ge­mel­de­ten Fäl­le, wenn:

a.
die ge­sund­heits­schä­di­gen­den Le­bens­mit­tel oder Ge­brauchs­ge­gen­stän­de an ei­ne un­be­stimm­te Zahl von Kon­su­men­tin­nen und Kon­su­men­ten ab­ge­ge­ben wor­den sind und die Be­völ­ke­rung meh­re­rer Kan­to­ne oder im Aus­land da­durch ge­fähr­det wor­den ist oder ge­fähr­det wer­den könn­te; oder
b.
das Ri­si­ko ei­ner Ge­sund­heits­schä­di­gung be­steht.
Art. 12 Beaufsichtigung und Koordination des Vollzugs  

1 Das BLV be­auf­sich­tigt den Voll­zug in den Kan­to­nen.

2 Es kann nach An­hö­rung der Be­hör­den Wei­sun­gen zur Ko­or­di­na­ti­on des Voll­zugs er­las­sen.

3 Ist für einen Be­reich mehr als ei­ne Be­hör­de mit der Or­ga­ni­sa­ti­on oder der Durch­füh­rung amt­li­cher Kon­trol­len oder an­de­rer amt­li­cher Tä­tig­kei­ten be­traut, so ko­or­di­nie­ren sich die­se Be­hör­den.

Art. 13 Audits der zuständigen Behörden  

1 Um die Ein­hal­tung ih­rer Pflich­ten nach die­ser Ver­ord­nung zu ge­währ­leis­ten, füh­ren die zu­stän­di­gen Be­hör­den in­ter­ne Au­dits durch oder ver­an­las­sen, dass sie ei­nem Au­dit un­ter­zo­gen wer­den, und er­grei­fen un­ter Be­rück­sich­ti­gung der Au­dit-er­geb­nis­se die ent­spre­chen­den Mass­nah­men.

2 Die Au­dits wer­den un­ter trans­pa­ren­ten Be­din­gun­gen durch­ge­führt.

3 Sie wer­den ei­ner un­ab­hän­gi­gen Prü­fung un­ter­zo­gen.

2. Kapitel: Kontrollen im Inland

1. Abschnitt: Methoden und Techniken für amtliche Kontrollen

Art. 14  

1 Me­tho­den und Tech­ni­ken für amt­li­che Kon­trol­len kön­nen um­fas­sen:

a.
ei­ne Un­ter­su­chung der von den Be­trie­ben durch­ge­führ­ten Kon­trol­len und der er­ziel­ten Er­geb­nis­se;
b.
die In­spek­ti­on:
1.
der Ge­bäu­de, der Aus­rüs­tung, der Trans­port­mit­tel, des Be­triebs­ge­län­des, der an­de­ren Or­te un­ter Ver­ant­wor­tung des Be­trie­bes und der Um­ge­bung,
2.
der Wa­ren, ein­sch­liess­lich Halb­fer­tig­wa­ren, Aus­gangs­stof­fe, Zuta­ten, Ver­ar­bei­tungs­hilfss­tof­fe und an­de­rer Pro­duk­te, die für die Zu­be­rei­tung und die Her­stel­lung von Le­bens­mit­teln und Ge­brauchs­ge­gen­stän­den ver­wen­det wer­den,
3.
der Rei­ni­gungs- und Pfle­ge­mit­tel und -ver­fah­ren,
4.
der Rück­ver­folg­bar­keit, der Kenn­zeich­nung, der Auf­ma­chung, der Wer­bung so­wie des ein­schlä­gi­gen Ver­pa­ckungs­ma­te­ri­als, ein­sch­liess­lich des Ma­te­ri­als, das da­zu be­stimmt ist, mit Le­bens­mit­teln in Be­rüh­rung zu kom­men (Le­bens­mit­tel­kon­takt­ma­te­ri­al);
c.
Hy­gie­ne­kon­trol­len auf dem Ge­län­de des Be­triebs;
d.
die Be­wer­tung der An­for­de­run­gen und der Ver­fah­ren, die mit der Selbst­kon­troll­pflicht nach dem 4. Ka­pi­tel der LGV18 ver­bun­den sind, na­ment­lich der­je­ni­gen, die im Rah­men der gu­ten Her­stel­lungs­pra­xis, der gu­ten Hy­gie­ne­pra­xis und der gu­ten land­wirt­schaft­li­chen Pra­xis an­ge­wandt wer­den, so­wie der Ver­fah­ren, die auf den Grund­sät­zen der Ge­fah­ren­ana­ly­se und Be­stim­mung kri­ti­scher Kon­troll­punk­te (HAC­CP19-Grund­sät­ze) be­ru­hen;
e.
die Über­prü­fung der ord­nungs­ge­mäs­sen An­wen­dung von Bran­chen­leit­li­ni­en, wenn ein Le­bens­mit­tel­be­trieb oder ei­ne ver­ant­wort­li­che Per­son die Ver­fah­ren nach Ar­ti­kel 80 LGV an­wen­det, die auf den HAC­CP-Grund­sät­zen be­ru­hen, an­statt ei­ge­ne spe­zi­fi­sche Ver­fah­ren fest­zu­le­gen;
f.
die Prü­fung von Do­ku­men­ten, Auf­zeich­nun­gen zur Rück­ver­folg­bar­keit und an­de­ren Auf­zeich­nun­gen, die mög­li­cher­wei­se wich­tig sind, um die Ein­hal­tung der Vor­schrif­ten der Le­bens­mit­tel­ge­setz­ge­bung zu be­wer­ten, ein­sch­liess­lich der Be­gleit­do­ku­men­te von Le­bens­mit­teln so­wie von al­len ein- und aus­ge­hen­den Stof­fen und Ma­te­ria­li­en;
g.
Ge­sprä­che mit der Lei­tung und dem Per­so­nal des Be­triebs;
h.
die Über­prü­fung der von ei­nem Be­trieb vor­ge­nom­me­nen Mes­sun­gen so­wie an­de­rer Tes­t­er­geb­nis­se;
i.
Pro­be­nah­me, Ana­ly­se, Dia­gno­se und Tests;
j.
Au­dits des Be­triebs;
k.
al­le an­de­ren Tä­tig­kei­ten, die zur Fest­stel­lung von Ver­stös­sen er­for­der­lich sind.

2 Bei den amt­li­chen Kon­trol­len von Le­bens­mit­teln und Ge­brauchs­ge­gen­stän­den kann auch ei­ne plan­mäs­si­ge Ab­fol­ge von Kon­trol­len oder Mes­sun­gen durch­ge­führt wer­den, um einen Über­blick über den Stand der Ein­hal­tung der Le­bens­mit­tel­ge­setz­ge­bung zu er­hal­ten.

18 SR 817.02

19 Ha­zard ana­ly­sis cri­ti­cal con­trol points

2. Abschnitt: Abklärung von Krankheitsausbrüchen in Zusammenhang mit Lebensmitteln, Dusch- oder Badewasser

Art. 15 Begriff  

Un­ter ei­nem Krank­heits­aus­bruch in Zu­sam­men­hang mit Le­bens­mit­teln, Dusch- oder Ba­de­was­ser wird ver­stan­den:

a.
das Auf­tre­ten ei­ner si­cher oder mit gros­ser Wahr­schein­lich­keit mit dem­sel­ben Le­bens­mit­tel, Dusch- oder Ba­de­was­ser in Zu­sam­men­hang ste­hen­den Krank­heit oder In­fek­ti­on beim Men­schen in min­des­tens zwei Fäl­len; oder
b.
ei­ne Si­tua­ti­on, in der sich die fest­ge­stell­ten le­bens­mit­tel-, dusch- oder ba­de­was­ser­be­ding­ten Krank­heits­fäl­le stär­ker häu­fen als er­war­tet.
Art. 16 Massnahmen  

1 Stellt die Kan­ton­sche­mi­ke­rin oder der Kan­ton­sche­mi­ker einen Krank­heits­aus­bruch in Zu­sam­men­hang mit Le­bens­mit­teln, Dusch- oder Ba­de­was­ser fest, so in­for­miert sie oder er um­ge­hend die Kan­ton­särz­tin oder den Kan­tons­arzt.

2 Stellt die Kan­ton­särz­tin oder der Kan­tons­arzt bei Pa­ti­en­tin­nen oder Pa­ti­en­ten ge­häuf­te Nach­wei­se von Er­re­gern fest, die über Le­bens­mit­tel, Dusch- oder Ba­de­was­ser über­tra­gen wer­den kön­nen, so un­ter­rich­tet sie oder er die Kan­ton­sche­mi­ke­rin oder den Kan­ton­sche­mi­ker um­ge­hend über den ent­spre­chen­den Sach­ver­halt. Sie oder er führt per­so­nen­be­zo­ge­ne Ab­klä­run­gen im me­di­zi­ni­schen Be­reich durch.

3 Die Kan­ton­sche­mi­ke­rin oder der Kan­ton­sche­mi­ker führt sämt­li­che Ab­klä­run­gen durch, die zur Wie­der­her­stel­lung der Si­cher­heit der Le­bens­mit­tel, des Dusch- oder des Ba­de­was­sers er­for­der­lich sind.

4Sie oder er ko­or­di­niert die Ab­klä­run­gen zwi­schen den ver­schie­de­nen Be­hör­den und In­sti­tu­tio­nen. Sind Ab­klä­run­gen im Zu­stän­dig­keits­be­reich der Kan­tons­tierärz­tin oder des Kan­tons­tier­arz­tes er­for­der­lich, so sind sie mit die­ser oder die­sem zu ko­or­di­nie­ren.

5 Die bei Aus­bruchsab­klä­run­gen be­hörd­lich er­ho­be­nen Da­ten sind dem BLV um­ge­hend mit­zu­tei­len.

6 Bei Aus­bruchsab­klä­run­gen iso­lier­te Er­re­ger­stäm­me sind für wei­te­re Un­ter­su­chun­gen auf­zu­be­wah­ren.

3. Abschnitt: Bewilligungsverfahren und Listen der gemeldeten und der bewilligten Betriebe

Art. 17 Bewilligungsverfahren  

1 Die kan­to­na­le Voll­zugs­be­hör­de in­spi­ziert vor ih­rem Be­wil­li­gungs­ent­scheid den Be­trieb vor Ort. Sind die für die be­tref­fen­de Tä­tig­keit mass­ge­ben­den An­for­de­run­gen der Le­bens­mit­tel­ge­setz­ge­bung er­füllt, so er­teilt sie dem Be­trieb die Be­wil­li­gung.

2 Stellt sie bei der In­spek­ti­on Män­gel fest, so kann sie die Be­wil­li­gung mit der Auf­la­ge er­tei­len, die Män­gel in­nert sechs Mo­na­ten zu be­he­ben. Wer­den die­se nicht frist­ge­mä­ss be­ho­ben, so fällt die Be­wil­li­gung da­hin.

3 Stellt die Voll­zugs­be­hör­de im Rah­men der amt­li­chen Kon­trol­len ernst­haf­te Män­gel fest, so kann sie die Be­wil­li­gung sis­tie­ren oder ent­zie­hen.

Art. 18 Zuteilung der Bewilligungsnummer  

Die kan­to­na­len Be­hör­den tei­len den Be­trie­ben mit der Be­wil­li­gung ei­ne Be­wil­li­gungs­num­mer zu. Die Zu­tei­lung der Num­mern er­folgt nach den Vor­ga­ben des BLV.

Art. 19 Listen der gemeldeten und der bewilligten Betriebe  

1 Die kan­to­na­len Be­hör­den füh­ren Lis­ten der nach den Ar­ti­keln 20 und 62 LGV20 ge­mel­de­ten so­wie der nach Ar­ti­kel 21 LGV be­wil­lig­ten Be­trie­be und hal­ten sie auf dem neues­ten Stand.

2 Die ei­nem be­wil­lig­ten Be­trieb zu­ge­teil­te Num­mer (Be­wil­li­gungs­num­mer) kann durch Co­des er­gänzt wer­den, die die Art der Er­zeug­nis­se tie­ri­scher Her­kunft be­zeich­nen.

3Bei Gross­be­trie­ben kann die Be­wil­li­gungs­num­mer durch Un­ter­num­mern er­gänzt wer­den, die Be­triebs­ein­hei­ten oder Grup­pen von Be­triebs­ein­hei­ten be­zeich­nen, die Er­zeug­nis­se tie­ri­scher Her­kunft ver­kau­fen oder her­stel­len.

4 Die kan­to­na­le Be­hör­de gibt die Be­wil­li­gungs­num­mern ein­sch­liess­lich er­gän­zen­der Co­des und Un­ter­num­mern in das In­for­ma­ti­ons­sys­tem für Voll­zugs­da­ten des öf­fent­li­chen Ve­te­ri­när­diens­tes nach der Ver­ord­nung vom 6. Ju­ni 201421 über die In­for­ma­ti­ons­sys­te­me für den öf­fent­li­chen Ve­te­ri­när­dienst ein.

4. Abschnitt: Zusätzliche Kontrolltätigkeiten bei Spielzeug

Art. 20 Anweisungen an die Konformitätsbewertungsstellen  

1 Die kan­to­na­len Voll­zugs­be­hör­den kön­nen von ei­ner Kon­for­mi­täts­be­wer­tungs­stel­le ver­lan­gen, In­for­ma­tio­nen zu je­der von ihr aus­ge­stell­ten, zu­rück­ge­nom­me­nen oder ver­wei­ger­ten Bau­mus­ter­prüf­be­schei­ni­gung, ein­sch­liess­lich der Prüf­be­rich­te und der tech­ni­schen Un­ter­la­gen, vor­zu­le­gen.

2 Sie kön­nen die Kon­for­mi­täts­be­wer­tungs­stel­le an­wei­sen, ei­ne Bau­mus­ter­prüf­be­schei­ni­gung zu über­prü­fen.

3 Stel­len die kan­to­na­len Voll­zugs­be­hör­den fest, dass ein Spiel­zeug die all­ge­mei­nen Si­cher­heits­an­for­de­run­gen nach Ar­ti­kel 66 Ab­sät­ze 1–3 LGV22 und die vom EDI ge­stützt auf Ar­ti­kel 66 Ab­satz 4 Buch­sta­be b LGV fest­ge­leg­ten be­son­de­ren Si­cher­heits­an­for­de­run­gen nicht er­füllt, so kön­nen sie die Kon­for­mi­täts­be­wer­tungs­stel­le an­wei­sen, die Bau­mus­ter­prüf­be­schei­ni­gung für die­ses Spiel­zeug zu­rück­zu­neh­men.

Art. 21 Benachrichtigung der Konformitätsbewertungsstelle über angeordnete Massnahmen  

Die kan­to­na­len Voll­zugs­be­hör­den mel­den der zu­stän­di­gen Kon­for­mi­täts­be­wer­tungs­stel­le die ge­gen­über der Her­stel­le­rin, der Be­voll­mäch­tig­ten, der Im­por­teu­rin oder der Händ­le­rin an­ge­ord­ne­ten Mass­nah­men bei nicht kon­for­mem Spiel­zeug.

Art. 22 Meldepflicht gegenüber dem BLV  

Die kan­to­na­len Voll­zugs­be­hör­den über­mit­teln dem BLV im Fal­le ei­ner Be­an­stan­dung von Spiel­zeug fol­gen­de In­for­ma­tio­nen:

a.
die Da­ten für die Iden­ti­fi­zie­rung des Spiel­zeugs;
b.
die Her­kunft des Spiel­zeugs;
c.
die Be­grün­dung, wes­halb das Spiel­zeug die Si­cher­heits­an­for­de­run­gen nicht er­füllt, und die Ge­fah­ren, die dar­aus re­sul­tie­ren;
d.
die Art und die Dau­er der er­grif­fe­nen Mass­nah­men;
e.
die Ar­gu­men­te der Her­stel­le­rin, der Be­voll­mäch­tig­ten, der Im­por­teu­rin oder der Händ­le­rin;
f.
die Nicht­kon­for­mi­tät und ge­ge­be­nen­falls die Man­gel­haf­tig­keit der an­wend­ba­ren tech­ni­schen Nor­men;
g.
ge­ge­be­nen­falls die Ver­mu­tung oder die Ge­wiss­heit, dass sich die Nicht­kon­for­mi­tät nicht auf das schwei­ze­ri­sche Ge­biet be­schränkt.

3. Kapitel: Kontrollen bei der Ein-, Durch- oder Ausfuhr

1. Abschnitt: Gemeinsame Bestimmungen

Art. 23 Vollzugsbehörden  

1 Die Eid­ge­nös­si­sche Zoll­ver­wal­tung (EZV) führt die amt­li­chen Kon­trol­len bei ein-, durch- oder aus­ge­führ­ten Le­bens­mit­teln, Ge­brauchs­ge­gen­stän­den, Roh­stof­fen, Zwi­schen­pro­duk­ten, Halb­fa­bri­ka­ten, Aus­gangs­pro­duk­ten und den zur Le­bens­mit­tel­pro­duk­ti­on be­stimm­ten Stof­fen durch.

2 Sie kann für ih­re Tä­tig­keit die kan­to­na­len Voll­zugs­be­hör­den bei­zie­hen.

3 In be­son­de­ren Fäl­len, na­ment­lich wenn bei der amt­li­chen Kon­trol­le von Le­bens­mit­teln oder Ge­brauchs­ge­gen­stän­den La­bo­r­ana­ly­sen er­for­der­lich sind oder kom­ple­xe Fra­gen auf­ge­wor­fen wer­den, kön­nen die EZV und der grenz­tier­ärzt­li­che Dienst ih­re Kon­troll­tä­tig­keit, ein­sch­liess­lich der Pro­be­nah­men, an die kan­to­na­len Voll­zugs­be­hör­den über­tra­gen.

4 In Fäl­len nach Ab­satz 3 ist es die Auf­ga­be der kan­to­na­len Voll­zugs­be­hör­de, die zu un­ter­su­chen­den Pa­ra­me­ter zu be­stim­men, den ab­sch­lies­sen­den Ent­scheid zu tref­fen, die er­for­der­li­chen Mass­nah­men an­zu­ord­nen und die Ge­büh­ren zu er­he­ben.

Art. 24 Vorzunehmende Kontrollen  

1 Die amt­li­chen Kon­trol­len müs­sen um­fas­sen:

a.
ei­ne Do­ku­men­ten­prü­fung;
b.
ei­ne stich­pro­ben­ar­ti­ge vi­su­el­le Über­prü­fung auf Über­ein­stim­mung der die Sen­dung be­glei­ten­den Be­schei­ni­gun­gen und an­de­ren Do­ku­men­te mit der Eti­ket­tie­rung und dem In­halt der Sen­dung;
c.
ge­ge­be­nen­falls ei­ne Wa­ren­prü­fung.

2 Sie fin­den im Rah­men der Zoll­ver­an­la­gung statt.

Art. 25 Meldung  

Die EZV kann die Ein-, die Durch- und die Aus­fuhr von Wa­ren den kan­to­na­len Voll­zugs­be­hör­den mel­den.

Art. 26 Auskunft  

Die EZV teilt dem BLV auf Ver­lan­gen die für den Voll­zug die­ser Ver­ord­nung er­for­der­li­chen An­ga­ben im Zu­sam­men­hang mit den Zoll­ver­an­la­gun­gen mit.

2. Abschnitt: Einfuhr

Art. 27 Warenprüfung  

1 Die EZV prüft bei der Ein­fuhr stich­pro­ben­wei­se, ob die Wa­ren den An­for­de­run­gen der Le­bens­mit­tel­ge­setz­ge­bung ent­spre­chen.

2 Die Wa­ren­prü­fung hat an ei­nem Ort zu er­fol­gen, an dem die er­for­der­li­chen Kon­trol­lein­rich­tun­gen zur Ver­fü­gung ste­hen und die Un­ter­su­chun­gen ord­nungs­ge­mä­ss durch­ge­führt, ei­ne dem Ri­si­ko­ma­na­ge­ment an­ge­mes­se­ne Zahl von Pro­ben ent­nom­men und Le­bens­mit­tel hy­gie­nisch ein­wand­frei ge­hand­habt wer­den kön­nen.

Art. 28 Probenahme  

1 Die EZV kann Wa­ren­pro­ben er­he­ben.

2 Das BLV kann die EZV:

a.
er­su­chen, für be­stimm­te Wa­ren ei­ne Pro­be­nah­me vor­zu­neh­men;
b.
an­wei­sen, Pro­ben be­stimm­ter Wa­ren ei­nem für die Prü­fung be­son­ders ge­eig­ne­ten La­bo­ra­to­ri­um zu­zu­stel­len.

3 Im Fal­le ei­ner Über­tra­gung der Kon­troll­tä­tig­keit nach Ar­ti­kel 23 Ab­satz 3 sen­det die EZV die Pro­ben an die kan­to­na­le Voll­zugs­be­hör­de des Be­stim­mungs­kan­tons der Wa­ren.

4 Im Üb­ri­gen rich­tet sich die Pro­be­nah­me nach den Ar­ti­keln 47−58.

Art. 29 Beanstandungen  

1 Die EZV oder die kan­to­na­len Voll­zugs­be­hör­den be­an­stan­den Wa­ren, die die An­for­de­run­gen der schwei­ze­ri­schen Le­bens­mit­tel­ge­setz­ge­bung nicht er­fül­len, und er­grei­fen die nö­ti­gen Mass­nah­men.

2 Sie tei­len der zoll­recht­lich an­mel­de­pflich­ti­gen Per­son den Grund der Be­an­stan­dung, die Art der er­grif­fe­nen Mass­nah­men und die Hö­he der Ge­büh­ren nach Ar­ti­kel 58 LMG schrift­lich mit.

3 Wer­den Wa­ren durch die kan­to­na­le Voll­zugs­be­hör­de be­an­stan­det, so kann die­se die Ge­büh­ren nach Ab­satz 2 di­rekt bei der zoll­recht­lich an­mel­de­pflich­ti­gen Per­son er­he­ben.

Art. 30 Massnahmen  

1 Die EZV kann fol­gen­de Mass­nah­men tref­fen:

a.
Sie kann be­an­stan­de­te Wa­ren zur nä­he­ren Prü­fung an die kan­to­na­le Voll­zugs­be­hör­de über­wei­sen; da­bei ist die zoll­recht­lich an­mel­de­pflich­ti­ge Per­son ver­pflich­tet, die Wa­ren in­nert ei­ner be­stimm­ten Frist auf ei­ge­ne Kos­ten und Ge­fahr der kan­to­na­len Voll­zugs­be­hör­de un­ver­än­dert zu­zu­füh­ren.
b.
Sie kann die an­mel­de­pflich­ti­ge Per­son ver­pflich­ten, be­an­stan­de­te oder be­prob­te Wa­ren der kan­to­na­len Voll­zugs­be­hör­de zur Ver­fü­gung zu stel­len; da­bei muss die zoll­recht­lich an­mel­de­pflich­ti­ge Per­son die Wa­ren in­nert ei­ner be­stimm­ten Frist, auf ei­ge­ne Kos­ten und Ge­fahr, ih­rem Do­mi­zil un­ver­än­dert zu­füh­ren und dort der kan­to­na­len Voll­zugs­be­hör­de un­ver­än­dert zur Ver­fü­gung hal­ten.
c.
Sie kann be­an­stan­de­te Wa­ren zu­rück­wei­sen, wenn:
1.
die fest­ge­stell­ten Män­gel nicht be­ho­ben wer­den kön­nen; und
2.
die be­an­stan­de­ten Wa­ren nicht of­fen­sicht­lich ge­sund­heits­schäd­lich sind.
d.
Sie kann Wa­ren be­schlag­nah­men, wenn dies zum Schutz der Kon­su­men­tin­nen und der Kon­su­men­ten er­for­der­lich ist und wenn:
1.
die Wa­ren be­an­stan­det wor­den sind;
2.
der be­grün­de­te Ver­dacht be­steht, dass die be­tref­fen­den Wa­ren die Vor­schrif­ten der schwei­ze­ri­schen Le­bens­mit­tel­ge­setz­ge­bung nicht er­fül­len; oder
3.
die Wa­ren zu­rück­ge­wie­sen und in­nert der von den Zoll­stel­len fest­ge­setz­ten Frist nicht weg­ge­führt wor­den sind.
e.
Sie kann auf Er­su­chen der kan­to­na­len Voll­zugs­be­hör­de wei­te­re Mass­nah­men nach Ar­ti­kel 34 LMG er­grei­fen.

2 Wer­den be­an­stan­de­te Wa­ren zur nä­he­ren Prü­fung an die kan­to­na­le Voll­zugs­be­hör­de über­wie­sen, so ent­schei­det die­se über:

a.
die wei­te­ren zu tref­fen­den Mass­nah­men im Sin­ne der Ar­ti­kel 34–37 LMG;
b.
die Hö­he der Ge­büh­ren nach Ar­ti­kel 58 LMG.
Art. 31 Fehlen von Begleitdokumenten  

1 Die EZV prüft bei der Zoll­ver­an­la­gung die nach Ar­ti­kel 86 Ab­satz 2 LGV23 er­for­der­li­chen Be­gleit­do­ku­men­te.

2 Sen­dun­gen, de­nen bei der Ein­fuhr die nach Ar­ti­kel 86 Ab­satz 2 LGV er­for­der­li­chen Be­gleit­do­ku­men­te feh­len, kön­nen ent­spre­chend den Vor­ga­ben nach Ar­ti­kel 30 Ab­satz 1 Buch­sta­be c zu­rück­ge­wie­sen wer­den.

Art. 32 Einfuhrverbot  

Die EZV voll­zieht die vom BLV er­las­se­nen Ein­fuhr­ver­bo­te.

3. Abschnitt: Durchfuhr

Art. 33  

1 Die Voll­zugs­be­hör­den kön­nen Wa­ren, die of­fen­sicht­lich ge­sund­heits­schäd­lich sind, bei der Durch­fuhr be­schlag­nah­men.

2 Die Ar­ti­kel 27, 28 und 30 Ab­sät­ze 1 Buch­sta­ben a und b und 2 gel­ten für die Durch­fuhr­kon­trol­le sinn­ge­mä­ss.

4. Abschnitt: Ausfuhr

Art. 34 Anerkennung als Ausfuhrbetrieb und Überwachung  

1 Das BLV kann einen Be­trieb als Aus­fuhr­be­trieb an­er­ken­nen, wenn dies das Be­stim­mungs­land für ei­ne Ein­fuhr ver­langt.

2 Die kan­to­na­len Voll­zugs­be­hör­den über­wa­chen die Aus­fuhr­be­trie­be.

Art. 35 Amtliche Bescheinigungen  

1 Die kan­to­na­len Voll­zugs­be­hör­den kön­nen auf An­fra­ge be­schei­ni­gen, dass:

a.
die spe­zi­fi­schen An­for­de­run­gen des Be­stim­mungs­lan­des ein­ge­hal­ten wer­den;
b.
die zur Aus­fuhr be­stimm­ten Wa­ren zum Ge­nuss oder zum Ge­brauch ge­eig­net sind;
c.
der be­tref­fen­de Le­bens­mit­tel- oder Ge­brauchs­ge­gen­stän­de­be­trieb ih­rer Kon­trol­le un­ter­steht.

2 Sie kön­nen auf An­fra­ge die Be­schei­ni­gung nach Ab­satz 1 Buch­sta­be a oder b da­von ab­hän­gig ma­chen, dass der Be­trieb ihr für die Wa­ren fol­gen­de Do­ku­men­te vor­legt:

a.
die mass­ge­ben­den ge­setz­li­chen Vor­schrif­ten des Be­stim­mungs­lan­des; oder
b.
ein Gut­ach­ten, das die Kon­for­mi­tät oder die Eig­nung be­legt; oder
c.
einen durch ei­ne ak­kre­di­tier­te Stel­le aus­ge­stell­ten Ana­ly­se­be­richt.
Art. 36 Ausfuhrkontrolle  

1 Die Voll­zugs­be­hör­den kön­nen Wa­ren, die of­fen­sicht­lich ge­sund­heits­schäd­lich sind, bei der Aus­fuhr be­schlag­nah­men.

2 Die Ar­ti­kel 27, 28 und 30 Ab­sät­ze 1 Buch­sta­ben a und b und 2 gel­ten für die Aus­fuhr­kon­trol­le sinn­ge­mä­ss.

4. Kapitel: Verstärkte Kontrollen bei der Ein- oder Durchfuhr bestimmter Lebensmittel

Art. 37 Verstärkte Kontrollen  

1 Das BLV führt bei der Ein­fuhr und Durch­fuhr im Luft­ver­kehr über die Grenz­kon­troll­stel­len nach An­hang 1 für be­stimm­te Le­bens­mit­tel aus be­stimm­ten Län­dern und für zu­sam­men­ge­setz­te Le­bens­mit­tel, die sol­che Le­bens­mit­tel ent­hal­ten, ver­stärk­te Kon­trol­len nach den Vor­ga­ben und Be­din­gun­gen in den An­hän­gen 2 und 3 durch.

2 Es ent­schei­det auf­grund der Vor­an­mel­dung mit dem GGED nach Ar­ti­kel 90 LGV24 in­ner­halb von 24 Stun­den, ob die ver­stärk­te Kon­trol­le sich auf ei­ne Do­ku­men­ten­prü­fung nach Ar­ti­kel 38 Ab­satz 1 Buch­sta­be a be­schränkt oder ob ei­ne Prü­fung nach Ar­ti­kel 38 Ab­satz 1 Buch­sta­be b er­fol­gen muss. Der Ent­scheid wird der für die Sen­dung ver­ant­wort­li­chen Per­son um­ge­hend mit­ge­teilt.

3 Nicht der ver­stärk­ten Kon­trol­len un­ter­wor­fen sind Wa­ren­mus­ter, La­bor­pro­ben, Aus­stel­lungs­stücke und Sen­dun­gen für wis­sen­schaft­li­che Zwe­cke, so­fern das Brut­to­ge­wicht we­ni­ger als 30 kg be­trägt.

4 In Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 58 wer­den die Pro­ben der ver­stärk­ten Kon­trol­len nicht ver­gü­tet.

Art. 38 Umfang  

1 Als ver­stärk­te Kon­trol­len gel­ten fol­gen­de Kon­trol­len:

a.
bei al­len Sen­dun­gen: die Do­ku­men­ten­prü­fung;
b.
in den in den An­hän­gen 2 und 3 fest­ge­leg­ten zeit­li­chen Ab­stän­den und der­ge­stalt, dass die für die Sen­dung ver­ant­wort­li­che Per­son es nicht vor­her­se­hen kann:
1.
die Prü­fung der Über­ein­stim­mung der Do­ku­men­te mit den Wa­ren (Näm­lich­keits­kon­trol­len), und
2.
Wa­ren­un­ter­su­chun­gen, ein­sch­liess­lich Pro­be­nah­me und La­bo­r­ana­ly­sen.

2 Das BLV be­auf­tragt die für die Sen­dung ver­ant­wort­li­che Per­son, die Pro­be nach Ab­satz 1 Buch­sta­be b Zif­fer 2 in ei­nem nach der Norm «SN EN ISO/IEC 17025, 2018, All­ge­mei­ne An­for­de­run­gen an die Kom­pe­tenz von Prüf- und Ka­li­brier­la­bo­ra­to­ri­en»25, ak­kre­di­tier­ten La­bo­ra­to­ri­um ent­spre­chend dem Ri­si­ko und den ana­ly­ti­schen Vor­ga­ben nach den An­hän­gen 2 und 3 ana­ly­sie­ren zu las­sen.

3 Die Er­geb­nis­se von Wa­ren­un­ter­su­chun­gen sind den Be­hör­den so schnell wie mög­lich ver­füg­bar zu ma­chen.

4 Nach Ab­schluss der Kon­trol­len un­ter­nimmt das BLV fol­gen­de Schrit­te:

a.
Es füllt die ein­schlä­gi­gen Fel­der des GGED aus.
b.
Es legt die Kon­troll­er­geb­nis­se bei.
c.
Es fer­tigt ei­ne Ko­pie des un­ter­zeich­ne­ten und ab­ge­stem­pel­ten GGED an.
d.
Es in­for­miert die zu­stän­di­ge kan­to­na­le Voll­zugs­be­hör­de am Be­stim­mungs­ort über das Kon­troll­er­geb­nis.

5 Die An­hän­ge 2 und 3 wer­den pe­ri­odisch ak­tua­li­siert und auf der Ho­me­pa­ge des BLV pu­bli­ziert.

25 Die Norm kann kos­ten­los ein­ge­se­hen und ge­gen Be­zah­lung be­zo­gen wer­den bei der Schwei­ze­ri­schen Nor­men-Ver­ei­ni­gung (SNV), Sul­zer­al­lee 70, 8404Win­ter­thur; www.snv.ch.

Art. 39 Aufgaben der Zollstelle  

1 Die Zoll­stel­le kon­trol­liert bei Ein­fuhr­sen­dun­gen, ob die vor­ge­schrie­be­ne Kon­trol­le durch das BLV durch­ge­führt und die Ge­büh­ren kor­rekt an­ge­mel­det wur­den.

2 Stellt sie fest, dass die vor­ge­schrie­be­ne Kon­trol­le nicht durch­ge­führt wur­de, so in­for­miert sie das BLV und hält zoll­recht­lich noch nicht frei­ge­ge­be­ne Sen­dun­gen zu­rück.

Art. 40 Mindestanforderungen an die Grenzkontrollstellen  

1 Die Grenz­kon­troll­stel­len an den Lan­des­flughä­fen Zü­rich und Genf müs­sen über Fol­gen­des ver­fü­gen:

a.
ei­ne aus­rei­chen­de An­zahl an­ge­mes­sen qua­li­fi­zier­ter Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter;
b.
ge­eig­ne­te Räu­me;
c.
ei­ne ge­eig­ne­te Aus­rüs­tung zur Pro­be­nah­me für die Ana­ly­se.

2 Das EDI kann wei­te­re An­for­de­run­gen an die Grenz­kon­troll­stel­len fest­le­gen.

Art. 41 Freigabe einer Sendung  

Die Sen­dun­gen dür­fen aus le­bens­mit­tel­recht­li­cher Sicht erst de­fi­ni­tiv frei­ge­ge­ben wer­den, wenn al­le Kon­trol­len nach den Ar­ti­keln 37 und 38 durch­ge­führt wor­den sind und die Wa­ren­un­ter­su­chung ein zu­frie­den­stel­len­des Er­geb­nis er­bracht hat.

Art. 42 Weiterbeförderung der Sendung vor dem Vorliegen der Ergebnisse einer verstärkten Kontrolle  

1 Das BLV kann die Wei­ter­be­för­de­rung der Sen­dung aus le­bens­mit­tel­recht­li­cher Sicht ge­neh­mi­gen, be­vor die Er­geb­nis­se der Wa­ren­un­ter­su­chung im Rah­men ei­ner ver­stärk­ten Kon­trol­le vor­lie­gen. Es muss da­zu vor­gän­gig die zu­stän­di­ge Le­bens­mit­tel­kon­troll­be­hör­de am Be­stim­mungs­ort in Kennt­nis set­zen und ih­re Zu­stim­mung ein­ho­len.

2 Wird ei­ne Sen­dung wei­ter­be­för­dert, be­vor die Er­geb­nis­se der Wa­ren­un­ter­su­chung vor­lie­gen, so:

a.
ist der Sen­dung ei­ne be­glau­big­te Ko­pie des ori­gi­na­len GGED bei­zu­fü­gen; und
b.
sind ge­eig­ne­te Mass­nah­men zu tref­fen, da­mit die Sen­dung bis zum Vor­lie­gen der Er­geb­nis­se der Wa­ren­un­ter­su­chung un­un­ter­bro­chen un­ter der Auf­sicht des BLV bleibt und sie nicht in un­zu­läs­si­ger Wei­se ma­ni­pu­liert wer­den kann.
Art. 43 Gebühren  

1 Für die Ver­fü­gung von Mass­nah­men er­hebt das BLV ei­ne Ge­bühr nach An­hang 4.

2 Für Sen­dun­gen, die oh­ne die er­for­der­li­che Vor­an­mel­dung ein­ge­führt wer­den, wird für die Um­trie­be ei­ne Zu­satz­ge­bühr nach An­hang 4 er­ho­ben.

3 Für Sen­dun­gen, die nach Ar­ti­kel 42 wei­ter­be­för­dert wer­den dür­fen, er­he­ben die kan­to­na­len Voll­zugs­be­hör­den bei der Im­por­teu­rin ei­ne Ge­bühr zur De­ckung des da­durch ent­ste­hen­den Kon­trol­l­auf­wan­des.

3. Titel: Probenahmen und Analysen, Laboratorien und Referenzlaboratorien

1. Kapitel: Laboratorien

Art. 44 Anforderungen an die amtlichen Laboratorien  

1 Die Kan­to­ne be­trei­ben oder be­auf­tra­gen La­bo­ra­to­ri­en als amt­li­che La­bo­ra­to­ri­en, die:

a.
über die Fach­kom­pe­tenz, die Aus­rüs­tung und die In­fra­struk­tur ver­fü­gen, die not­wen­dig sind, um Pro­ben zu ana­ly­sie­ren oder zu tes­ten oder um Dia­gno­sen zu stel­len;
b.
über ei­ne aus­rei­chen­de Zahl an­ge­mes­sen qua­li­fi­zier­ter, ge­schul­ter und er­fah­re­ner Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter ver­fü­gen;
c.
ge­währ­leis­ten, dass sie die ih­nen als amt­li­che La­bo­ra­to­ri­en über­tra­ge­nen Auf­ga­ben un­par­tei­isch wahr­neh­men, und in Be­zug auf die Aus­übung ih­rer Auf­ga­ben als amt­li­che La­bo­ra­to­ri­en frei von jeg­li­chem In­ter­es­sen­kon­flikt sind;
d.
die Er­geb­nis­se der Ana­ly­sen, Tests oder Dia­gno­sen von den Pro­ben, die im Zu­ge amt­li­cher Kon­trol­len und an­de­rer amt­li­cher Tä­tig­kei­ten ent­nom­men wur­den, in­ner­halb ei­ner an­ge­mes­se­nen Frist lie­fern kön­nen; und
e.
nach der Norm «SN EN ISO/IEC 17025, 2018, All­ge­mei­ne An­for­de­run­gen an die Kom­pe­tenz von Prüf- und Ka­li­brier­la­bo­ra­to­ri­en»26 ar­bei­ten und von der Schwei­ze­ri­schen Ak­kre­di­tie­rungs­stel­le nach die­ser Norm ak­kre­di­tiert sind.

2 Der Um­fang der Ak­kre­di­tie­rung ei­nes amt­li­chen La­bo­ra­to­ri­ums nach Ab­satz 1 Buch­sta­be e muss sich auf die­je­ni­gen Me­tho­den für La­bo­r­ana­ly­sen, -tests oder ‑dia­gno­sen er­stre­cken, die von dem La­bo­ra­to­ri­um für Ana­ly­sen, Tests oder Dia­gno­sen ver­wen­det wer­den, wenn es als amt­li­ches La­bo­ra­to­ri­um tä­tig ist. Sie kann ei­ne oder meh­re­re ein­zel­ne Me­tho­den für La­bo­r­ana­ly­sen, -tests oder -dia­gno­sen oder Me­tho­den­grup­pen um­fas­sen.

3 Die Ak­kre­di­tie­rung und die Be­wer­tung von Prüfla­bo­ra­to­ri­en rich­tet sich nach der Ak­kre­di­tie­rungs- und Be­zeich­nungs­ver­ord­nung vom 17. Ju­ni 199627.

26 Die Norm kann kos­ten­los ein­ge­se­hen und ge­gen Be­zah­lung be­zo­gen wer­den bei der Schwei­ze­ri­schen Nor­men-Ver­ei­ni­gung (SNV), Sul­zer­al­lee 70, 8400Win­ter­thur, www.snv.ch.

27 SR 946.512

Art. 45 Beteiligung an Laborvergleichstests oder Eignungstests  

Auf Ver­lan­gen des na­tio­na­len Re­fe­renz­la­bo­ra­to­ri­ums be­tei­li­gen sich die amt­li­chen La­bo­ra­to­ri­en und die mit amt­li­chen Auf­ga­ben be­auf­trag­ten La­bo­ra­to­ri­en an La­bor­ver­gleichs­tests oder Eig­nungs­tests, die für die Ana­ly­sen, die Tests oder die Dia­gno­sen, die sie in ih­rer Funk­ti­on als amt­li­che La­bo­ra­to­ri­en durch­füh­ren, or­ga­ni­siert wer­den.

2. Kapitel: Methoden für Probenahmen, Analysen, Tests und Diagnosen

Art. 46  

1 Die Me­tho­den, die für Pro­be­nah­men, Ana­ly­sen, Tests und Dia­gno­sen der amt­li­chen Kon­trol­le ver­bind­lich sind, sind in An­hang 5 fest­ge­legt.

2 Ist kei­ne be­stimm­te Me­tho­de fest­ge­legt, so ver­wen­den die amt­li­chen La­bo­ra­to­ri­en im Rah­men amt­li­cher Un­ter­su­chun­gen die ein­schlä­gi­gen Me­tho­den, die von in­ter­na­tio­nal an­er­kann­ten Or­ga­ni­sa­tio­nen wie der In­ter­na­tio­nal Or­ga­ni­za­ti­on for Stan­dar­di­za­ti­on (ISO)28 oder dem Co­dex Ali­men­ta­ri­us29 ver­öf­fent­licht be­zie­hungs­wei­se über­nom­men wer­den.

3 Für den Fall, dass kei­ne ge­eig­ne­ten Re­geln oder Pro­to­kol­le nach Ab­satz 2 be­ste­hen, ver­wen­den sie:

a.
die von den na­tio­na­len Re­fe­renz­la­bo­ra­to­ri­en ent­wi­ckel­ten oder emp­foh­le­nen ein­schlä­gi­gen Me­tho­den, die nach in­ter­na­tio­nal an­er­kann­ten wis­sen­schaft­li­chen Pro­to­kol­len va­li­diert wur­den;
b.
ein­schlä­gi­ge Me­tho­den, die im Rah­men von la­bo­rin­ter­nen oder zwi­schen La­bo­ra­to­ri­en durch­ge­führ­ten Stu­di­en zur Va­li­die­rung der Me­tho­den im Ein­klang mit in­ter­na­tio­nal an­er­kann­ten wis­sen­schaft­li­chen Pro­to­kol­len ent­wi­ckelt und va­li­diert wur­den.

4 Wer­den drin­gend La­bo­r­ana­ly­sen, -tests oder -dia­gno­sen be­nö­tigt und gibt es kei­ne Me­tho­den nach den Ab­sät­zen 1–3, so kann das be­tref­fen­de na­tio­na­le Re­fe­renz­la­bo­ra­to­ri­um oder je­des amt­li­che La­bo­ra­to­ri­um an­de­re Me­tho­den ver­wen­den, bis ei­ne ge­eig­ne­te, nach in­ter­na­tio­nal an­er­kann­ten wis­sen­schaft­li­chen Pro­to­kol­len va­li­dier­te Me­tho­de ver­füg­bar ist.

5 Die für La­bo­r­ana­ly­sen ver­wen­de­ten Ana­ly­se­me­tho­den müs­sen nach Mög­lich­keit die An­for­de­run­gen nach An­hang 6 er­fül­len.

28 www.iso.org

29 www.fao.org/fao-who-co­dexa­li­men­ta­ri­us > Co­dex Texts > Co­des of Prac­ti­ce > CXC 1-1969 Ge­ne­ral Prin­cip­les of Food Hy­gie­ne, zu­letzt ge­än­dert 2003 (nur auf Eng­lisch, Fran­zö­sisch, Spa­nisch, Ara­bisch und Chi­ne­sisch ver­füg­bar).

3. Kapitel: Durchführung der Probenahme

Art. 47 Grundsätze  

1 Die zu­stän­di­ge Voll­zugs­be­hör­de er­hebt die Pro­ben.

2 Die Pro­ben sind so zu ent­neh­men, zu hand­ha­ben und zu kenn­zeich­nen, dass ih­re recht­li­che, wis­sen­schaft­li­che und ana­ly­ti­sche Va­li­di­tät ge­währ­leis­tet ist.

Art. 48 Art der Proben  

Die Voll­zugs­be­hör­den kön­nen Pro­ben er­he­ben na­ment­lich von:

a.
Le­bens­mit­teln ein­sch­liess­lich Zwi­schen­pro­duk­ten, Halb­fa­bri­ka­ten und End­pro­duk­ten;
b.
Roh­stof­fen;
c.
Aus­gangs­pro­duk­ten wie Pflan­zen, Mi­ne­ral­stof­fen und Trink­was­ser;
d.
den Pro­duk­ten, die zur Her­stel­lung von Aus­gangs­pro­duk­ten nach Buch­sta­be c ver­wen­det wur­den;
e.
Zu­satz­stof­fen und Ver­ar­bei­tungs­hilfss­tof­fen;
f.
Ge­brauchs­ge­gen­stän­den ein­sch­liess­lich Zwi­schen­pro­duk­ten, Halb­fa­bri­ka­ten und End­pro­duk­ten;
g.
Räu­men, Ein­rich­tun­gen und Mo­bi­li­en wie Fahr­zeu­gen, Ap­pa­ra­ten und Aus­rüs­tun­gen;
h.
land­wirt­schaft­lich ge­nutz­ten Bö­den.
Art. 49 Vorgehen  

1 Das Er­he­ben, das Ver­pa­cken und das Trans­por­tie­ren der Pro­ben rich­ten sich nach dem Un­ter­su­chungs­ziel.

2 Die Pro­be­nah­me er­folgt durch die Ent­nah­me ei­ner be­stimm­ten Men­ge ei­nes Le­bens­mit­tels, ei­nes Ge­brauchs­ge­gen­stan­des oder ei­nes Stoffs, der für die Er­zeu­gung, die Ver­ar­bei­tung und den Ver­trieb von Le­bens­mit­teln oder Ge­brauchs­ge­gen­stän­den von Be­deu­tung ist; da­zu ge­hö­ren auch Stof­fe aus der Um­welt.

3 Die Pro­be­men­ge wird so be­mes­sen, dass sie nicht nur für die vor­ge­se­he­ne Un­ter­su­chung, son­dern auch für all­fäl­li­ge Nach­prü­fun­gen aus­reicht.

4 Von vor­ver­pack­ter Wa­re wird ei­ne Ver­kaufs­ein­heit zur Pro­be ge­nom­men. Ent­hält sie nicht die zur Un­ter­su­chung nö­ti­ge Men­ge, so kön­nen meh­re­re Ein­hei­ten ge­nom­men wer­den. Die An­zahl rich­tet sich nach dem Un­ter­su­chungs­ziel.

5 Nicht vor­ver­pack­te lo­se oder flüs­si­ge Wa­re wird vor der Pro­be­nah­me durch­mischt. Ist dies we­gen der Wa­ren­be­schaf­fen­heit nicht mög­lich, so wer­den Teil­pro­ben an ver­schie­de­nen Stel­len ge­nom­men. Die Durch­mi­schung und die Ent­nah­me in Teil­pro­ben kön­nen un­ter­blei­ben, wenn sie für die Un­ter­su­chung nicht zweck­mäs­sig sind.

Art. 50 Stichprobenpläne und Einzelprobenverfahren  

1 Die Voll­zugs­be­hör­den kön­nen ei­ne Ein­zel­pro­be oder Pro­ben nach ei­nem Stich­pro­ben­plan ent­neh­men, so­fern die Me­tho­den nach An­hang 5 nichts an­de­res vor­se­hen.

2 Bei Char­gen kön­nen meh­re­re Pro­ben nach ei­nem Stich­pro­ben­plan ge­nom­men wer­den, ins­be­son­de­re wenn:

a.
der Ver­dacht be­steht, dass die Char­ge den An­for­de­run­gen der Le­bens­mit­tel­ge­setz­ge­bung ganz oder teil­wei­se nicht ent­spricht; oder
b.
das Un­ter­su­chungs­ziel mit ei­ner Ein­zel­pro­be nicht er­reicht wer­den kann.
Art. 51 Anwesenheit und Mitwirkung der für die Ware verantwortlichen Person  

1 Die Pro­ben wer­den, wenn mög­lich in An­we­sen­heit der für die Wa­re ver­ant­wort­li­chen Per­son er­ho­ben.

2 Die Voll­zugs­be­hör­den kön­nen von der ver­ant­wort­li­chen Per­son oder ih­rer an­we­sen­den Ver­tre­tung Aus­künf­te, Be­le­ge und Un­ter­la­gen ver­lan­gen und sie ver­pflich­ten, bei der Pro­be­nah­me mit­zu­wir­ken.

Art. 52 Abfüllung, Verpackung und Kennzeichnung  

1 Kön­nen Pro­ben nicht in un­be­schä­dig­ten Ori­gi­nal­pa­ckun­gen ge­nom­men wer­den, so wer­den sie in ge­eig­ne­te Ge­fäs­se oder Pack­ma­te­ria­li­en ab­ge­füllt oder ver­packt.

2 Je­de Pro­be wird so­gleich nach ih­rer Ent­nah­me ein­deu­tig ge­kenn­zeich­net.

Art. 53 Probenahmerapport  

1 Bei je­der Pro­be­nah­me wird ein Pro­be­nah­me­rap­port mit fol­gen­den An­ga­ben er­stellt:

a.
voll­stän­di­ger Na­me und voll­stän­di­ge Adres­se der für die Wa­re ver­ant­wort­li­chen Per­son;
b.
Sach- und all­fäl­li­ge Fan­ta­sie­be­zeich­nung der Wa­re;
c.
Ort, Da­tum und Zeit der Pro­be­nah­me;
d.
Kenn­zeich­nung der Pro­be;
e.
Art des Ver­schlus­ses der Pro­be (Ori­gi­nal­pa­ckung, Sie­gel, Plom­be);
f.
tat­säch­li­che oder ge­schätz­te Wa­ren­men­ge zum Zeit­punkt der Pro­be­nah­me;
g.
An­kaufs- oder Ver­kaufs­preis;
h.
Grund für die Pro­be­nah­me.

2 Fer­ner wer­den, so­weit vor­han­den, ver­merkt:

a.
wei­te­re An­ga­ben zur Iden­ti­fi­zie­rung der Wa­re wie Fa­bri­ka­ti­ons­co­de, Char­ge, Mar­ke, Ab­pack-, An­lie­fe­rungs- oder Halt­bar­keits­da­tum;
b.
ge­naue Be­zeich­nung der Lie­fe­ran­tin (Her­stel­le­rin, Ver­tei­le­rin, Im­por­teu­rin);
c.
bei Wa­ren, die sich auf dem Trans­port be­fin­den: die ge­naue Be­zeich­nung und Adres­se der Emp­fän­ge­rin oder der Im­por­teu­rin;
d.
An­ga­ben über die La­ger­be­din­gun­gen;
e.
all­fäl­li­ge die Wa­re be­tref­fen­de An­prei­sun­gen.

3 Für be­son­de­re Pro­be­nah­men wie Was­ser­pro­ben kön­nen ver­ein­fach­te Pro­be­nah­me­rap­por­te er­stellt wer­den. Bei der Ent­nah­me meh­re­rer Pro­ben am sel­ben Ort wie an Sam­mel­stel­len in La­ger­häu­sern oder bei Gross­ver­tei­lern, kön­nen Sam­mel­rap­por­te er­stellt wer­den.

4 Das BLV kann für Pro­be­nah­men bei der Ein-, Durch- oder Aus­fuhr einen ver­ein­fach­ten Pro­be­nah­me­rap­port vor­se­hen.

5 Die Voll­zugs­be­hör­de und, falls an­we­send, die für die Wa­re ver­ant­wort­li­che Per­son un­ter­zeich­nen den Pro­be­nah­me­rap­port.

6 Die Voll­zugs­be­hör­de be­schei­nigt mit ih­rer Un­ter­schrift, dass die Pro­be vor­schrifts­ge­mä­ss ge­nom­men wor­den ist, kei­ne Ver­wechs­lung statt­ge­fun­den hat und der Pro­be­nah­me­rap­port den Tat­sa­chen ent­spricht.

7 Die für die Wa­re ver­ant­wort­li­che Per­son be­stä­tigt mit der Un­ter­schrift die Rich­tig­keit des Pro­be­nah­me­rap­ports. Ver­wei­gert sie die Un­ter­schrift, so hält die Voll­zugs­be­hör­de die Ver­wei­ge­rung und ei­ne all­fäl­li­ge Be­grün­dung im Pro­be­nah­me­rap­port fest.

8 Ord­net die Voll­zugs­be­hör­de nach der Un­ter­su­chung von Pro­ben Mass­nah­men an, so hän­digt sie der ver­ant­wort­li­chen Per­son zu­sam­men mit der Ver­fü­gung den Pro­be­nah­me­rap­port aus.

Art. 54 Versiegelung, Plombierung und Verschnürung  

1 Die Voll­zugs­be­hör­de ver­sie­gelt oder plom­biert die Pro­ben, wenn nach­träg­li­che Ver­än­de­run­gen der Pro­ben nicht auf an­de­re Wei­se aus­ge­schlos­sen wer­den kön­nen.

2 Wer­den meh­re­re Pro­ben ge­nom­men, so kön­nen Sam­mel­pa­ckun­gen wie Kis­ten oder Kör­be ver­schnürt und ver­sie­gelt oder plom­biert wer­den.

Art. 55 Empfangsbescheinigung  

1 Die Voll­zugs­be­hör­de stellt der für die Wa­re ver­ant­wort­li­chen Per­son für die ge­nom­me­nen Pro­ben ei­ne Emp­fangs­be­schei­ni­gung aus, in der die Pro­ben und ihr Wert be­zeich­net sind. Als Emp­fangs­be­schei­ni­gung gilt auch ein Dop­pel des Pro­be­nah­me­rap­por­tes.

2 Im Rah­men der se­ri­en­mäs­si­gen Pro­be­nah­me bei der Milcha­b­lie­fe­rung in der Sam­mel­stel­le wird ei­ne Ko­pie des Sam­mel­rap­por­tes an gut sicht­ba­rer Stel­le an­ge­schla­gen; die­ser An­schlag gilt als Emp­fangs­be­schei­ni­gung.

Art. 56 Zustellung an das Laboratorium  

Die ge­nom­me­nen Pro­ben wer­den zu­sam­men mit dem Pro­be­nah­me­rap­port oh­ne Ver­zug dem La­bo­ra­to­ri­um zu­ge­stellt.

Art. 57 Information an das Laboratorium  

Die Voll­zugs­be­hör­de in­for­miert das La­bo­ra­to­ri­um über al­le Um­stän­de, die für die Un­ter­su­chung we­sent­lich sein kön­nen, ins­be­son­de­re über die Grün­de der Pro­be­nah­me.

Art. 58 Vergütung des Wertes der Probe  

1 Wird ei­ne Pro­be nicht be­an­stan­det, so hat die Voll­zugs­be­hör­de auf Ver­lan­gen der Wa­ren­be­sit­ze­rin oder des Wa­ren­be­sit­zers den An­kaufs­wert der Pro­be zu ver­gü­ten.

2 Pro­ben mit ei­nem An­kaufs­wert un­ter 10 Fran­ken wer­den nicht ver­gü­tet.

4. Kapitel: Nationale Referenzlaboratorien

Art. 59 Bezeichnung der nationalen Referenzlaboratorien und Liste  

1 Das BLV be­zeich­net für die Be­rei­che nach An­hang 7 na­tio­na­le Re­fe­renz­la­bo­ra­to­ri­en.

2 Es kann ei­nem na­tio­na­len Re­fe­renz­la­bo­ra­to­ri­um je­der­zeit sei­ne Funk­ti­on ent­zie­hen, wenn die­ses ei­ne oder meh­re­re Auf­ga­ben, An­for­de­run­gen oder Pflich­ten nicht mehr er­füllt.

3 Es ver­öf­fent­licht die Lis­te der na­tio­na­len Re­fe­renz­la­bo­ra­to­ri­en im In­ter­net.30

30 www.blv.ad­min.ch > Le­bens­mit­tel und Er­näh­rung > Rechts-und Voll­zugs­grund­la­gen > Hilfs­mit­tel und Voll­zugs­grund­la­gen > Un­ter­su­chung von Le­bens­mit­teln und Ge­brauchs­ge­gen­stän­den > Lis­te der Re­fe­renz­la­bo­ra­to­ri­en in der Schweiz

Art. 60 Anforderungen an nationale Referenzlaboratorien  

Die na­tio­na­len Re­fe­renz­la­bo­ra­to­ri­en müs­sen:

a.
die Kri­te­ri­en nach Ar­ti­kel 44 er­fül­len;
b.
über Per­so­nal ver­fü­gen, das:
1.
aus­rei­chend qua­li­fi­ziert ist und die er­for­der­li­che Aus­bil­dung in den in ih­rem Zu­stän­dig­keits­be­reich an­ge­wand­ten Dia­gno­se- und Ana­ly­se­ver­fah­ren ab­sol­viert hat,
2.
für Not­fäl­le aus­ge­bil­det ist,
3.
min­des­tens ei­ne Amtss­pra­che des Bun­des be­herrscht;
c.
si­cher­stel­len, dass ihr Per­so­nal die Ver­trau­lich­keit be­stimm­ter Vor­gän­ge, Er­geb­nis­se und Mit­tei­lun­gen wahrt;
d.
über die Aus­rüs­tung und die Pro­duk­te ver­fü­gen, die zur Aus­füh­rung der ih­nen über­tra­ge­nen Auf­ga­ben er­for­der­lich sind;
e.
ge­ge­be­nen­falls über ei­ne ak­tua­li­sier­te Lis­te der er­hält­li­chen Re­fe­renz­sub­stan­zen und Rea­gen­zi­en so­wie über ei­ne ak­tua­li­sier­te Lis­te der Her­stel­le­rin­nen und Lie­fe­ran­tin­nen der­ar­ti­ger Sub­stan­zen und Rea­gen­zi­en ver­fü­gen;
f.
über ei­ne ge­eig­ne­te Ver­wal­tungs­in­fra­struk­tur ver­fü­gen;
g.
ge­währ­leis­ten, dass ihr Per­so­nal und das auf Ver­trags­ba­sis an­ge­stell­te Per­so­nal gut über in­ter­na­tio­na­le Nor­men und Ver­fah­ren Be­scheid weiss und dass bei ih­rer Ar­beit die ak­tu­ells­ten For­schungs­ent­wick­lun­gen auf na­tio­na­ler, eu­ro­päi­scher und in­ter­na­tio­na­ler Ebe­ne be­rück­sich­tigt wer­den;
h.
im Hin­blick auf die Wahr­neh­mung ih­rer Auf­ga­ben als na­tio­na­le Re­fe­renz­la­bo­ra­to­ri­en un­par­tei­isch und frei von jeg­li­chem In­ter­es­sen­kon­flikt sein.
Art.61 Aufgaben der nationalen Referenzlaboratorien  

1 Die na­tio­na­len Re­fe­renz­la­bo­ra­to­ri­en ha­ben in ih­rem Zu­stän­dig­keits­be­reich die Auf­ga­ben nach An­hang 8 wahr­zu­neh­men.

2 Das BLV legt für je­des Re­fe­renz­la­bo­ra­to­ri­um die Mo­da­li­tä­ten für die aus­zu­füh­ren­den Auf­ga­ben fest.

3 Die Tä­tig­keit der ein­zel­nen na­tio­na­len Re­fe­renz­la­bo­ra­to­ri­en wird re­gel­mäs­sig ei­ner Eva­lua­ti­on un­ter der Lei­tung des BLV un­ter­zo­gen.

4Das BLV kann die Zu­stän­dig­kei­ten und die Auf­ga­ben der na­tio­na­len Re­fe­renz­la­bo­ra­to­ri­en an­pas­sen.

4. Titel: Ausbildung der mit der amtlichen Kontrolle betrauten Personen, Fähigkeitszeugnisse und Diplome

1. Kapitel: Allgemeine Bestimmungen

1. Abschnitt: Grundsätze, Finanzierung, Voraussetzungen für eine amtliche Tätigkeit

Art. 62 Grundsätze  

1 Das Per­so­nal, das die amt­li­chen Kon­trol­len durch­führt, wird in sei­nem Zu­stän­dig­keits­be­reich an­ge­mes­sen aus­ge­bil­det, um sei­ne Auf­ga­ben fach­kun­dig wahr­neh­men und amt­li­che Kon­trol­len kon­sis­tent durch­füh­ren zu kön­nen. Es hält sein Wis­sen in sei­nem Zu­stän­dig­keits­be­reich auf dem ak­tu­ells­ten Stand; der Be­such der vom Bund und den Kan­to­nen an­ge­bo­te­nen Schu­lun­gen ist ob­li­ga­to­risch.

2 Die zu­stän­di­gen Be­hör­den ent­wi­ckeln Aus­bil­dungs­pro­gram­me und set­zen die­se um.

3 Nur Per­so­nen mit ei­ner in die­ser Ver­ord­nung um­schrie­be­nen Aus­bil­dung dür­fen mit den amt­li­chen Kon­trol­len in den Kan­to­nen be­traut wer­den.

4 Das BLV und die Ober­zoll­di­rek­ti­on füh­ren ge­mein­sam Schu­lun­gen für die mit der Kon­trol­le an der Gren­ze be­trau­ten Per­so­nen durch. Sie sor­gen da­für, dass der in die­sen Schu­lun­gen ver­mit­tel­te Stoff je­weils dem neues­ten Stand von Tech­nik und Wis­sen­schaft ent­spricht.

5 Per­so­nen, die Zer­le­ge­be­trie­be mit ei­ner Be­wil­li­gung nach Ar­ti­kel 21 LGV31 kon­trol­lie­ren, müs­sen über ein Fä­hig­keits­zeug­nis als amt­li­che Tierärz­tin oder amt­li­cher Tier­arzt nach der Ver­ord­nung vom 16. No­vem­ber 201132 über die Aus-, Wei­ter- und Fort­bil­dung der Per­so­nen im öf­fent­li­chen Ve­te­ri­när­we­sen ver­fü­gen.

Art. 63 Finanzierung  

1 Bund und Kan­to­ne tra­gen die Kos­ten für ihr Per­so­nal, das an den Aus­bil­dun­gen und den Schu­lun­gen mit­wirkt, sel­ber.

2 Un­ge­deck­te Sach­kos­ten der Aus­bil­dun­gen und Schu­lun­gen wer­den von Bund und Kan­to­nen je zur Hälf­te ge­tra­gen.

3 Der Kos­ten­an­teil der ein­zel­nen Kan­to­ne rich­tet sich nach den Be­völ­ke­rungs­zah­len.

Art. 64 Voraussetzung für eine amtliche Tätigkeit  

Wer ei­ne der fol­gen­den Funk­tio­nen aus­üben will, muss über die ent­spre­chen­de ab­ge­schlos­se­ne Aus­bil­dung ver­fü­gen:

a.
amt­li­che Fachas­sis­ten­tin oder amt­li­cher Fachas­sis­tent;
b.
amt­li­che Prüflei­te­rin oder amt­li­cher Prüflei­ter;
c.
Le­bens­mit­tel­kon­trol­leu­rin oder Le­bens­mit­tel­kon­trol­leur;
d.
Le­bens­mit­tel­in­spek­to­rin oder Le­bens­mit­tel­in­spek­tor;
e.
stell­ver­tre­ten­de Kan­ton­sche­mi­ke­rin oder stell­ver­tre­ten­der Kan­ton­sche­mi­ker;
f.
Kan­ton­sche­mi­ke­rin oder Kan­ton­sche­mi­ker.

2. Abschnitt: Prüfungskommission

Art. 65 Einsetzung  

1 Es wird ei­ne Prü­fungs­kom­mis­si­on für die amt­li­che Le­bens­mit­tel­kon­trol­le (PK) ein­ge­setzt.

2 Die PK ist ei­ne aus­ser­par­la­men­ta­ri­sche Kom­mis­si­on nach der Re­gie­rungs- und Ver­wal­tungs­or­ga­ni­sa­ti­ons­ver­ord­nung vom 25. No­vem­ber 199833 (RVOV).

Art. 66 Aufgaben und Befugnisse  

1 Die PK hat ins­be­son­de­re fol­gen­de Auf­ga­ben und Be­fug­nis­se:

a.
Sie sorgt für Aus­bil­dungs­mög­lich­kei­ten für die Di­plom­prü­fun­gen.
b.
Sie berät das BLV auf Ver­lan­gen, ob die Be­wer­be­rin oder der Be­wer­ber die Vor­aus­set­zun­gen für die Zu­las­sung zur Prü­fung er­füllt.
c.
Sie legt die Lern­zie­le und -in­hal­te der Fä­cher nach den Ar­ti­keln 79 Ab­satz 2 und 89 Ab­satz 1 fest.
d.
Sie be­rei­tet die Prü­fun­gen nach den Ar­ti­keln 80 und 90 vor, legt die Prü­fungs­auf­ga­ben fest und nimmt die Prü­fun­gen ab.
e.
Sie übt die Auf­sicht über die Prü­fun­gen aus.

2 Das BLV kann die Tä­tig­kei­ten nach Ab­satz 1 Buch­sta­ben d und e an wei­te­re Ex­per­tin­nen oder Ex­per­ten de­le­gie­ren.

Art. 67 Aufgaben des BLV  

1 Das BLV be­sorgt das Se­kre­ta­ri­at für die PK.

2 Es sorgt für die ein­heit­li­che Durch­füh­rung der Prü­fun­gen.

3 Die Ver­tre­te­rin oder der Ver­tre­ter des BLV führt den Vor­sitz der PK.

2. Kapitel: Kantonales Fähigkeitszeugnis als amtliche Fachassistentin oder amtlicher Fachassistent

1. Abschnitt: Grundsatz

Art. 68  

Wer das Fä­hig­keits­zeug­nis als amt­li­che Fachas­sis­ten­tin oder amt­li­cher Fachas­sis­tent er­wer­ben will, muss:

a.
die Vor­bil­dung nach­wei­sen;
b.
die Aus­bil­dung ab­sol­viert ha­ben;
c.
die Prü­fung für das Fä­hig­keits­zeug­nis be­ste­hen.

2. Abschnitt: Vorbildung und Ausbildung

Art. 69 Vorbildung  

Die Vor­bil­dung zur amt­li­chen Fachas­sis­ten­tin oder zum amt­li­chen Fachas­sis­ten­ten be­steht aus:

a.
ei­ner ab­ge­schlos­se­nen be­ruf­li­chen Grund­bil­dung; oder
b.
ei­nem Stu­di­en­ab­schluss.
Art. 70 Ausbildung  

1 Die Aus­bil­dung zur amt­li­chen Fachas­sis­ten­tin oder zum amt­li­chen Fachas­sis­ten­ten dau­ert für je­de der in An­hang 9 auf­ge­führ­ten Tä­tig­kei­ten min­des­tens einen Mo­nat. Sie er­folgt in ei­nem kan­to­na­len La­bo­ra­to­ri­um und steht un­ter der Lei­tung der Kan­ton­sche­mi­ke­rin oder des Kan­ton­sche­mi­kers. Vor­be­hal­ten bleibt Ab­satz 3.

2 Sie um­fasst die fol­gen­den Be­rei­che:

a.
ei­ne prak­ti­sche und ei­ne theo­re­ti­sche Aus­bil­dung über das all­ge­mei­ne Ver­wal­tungs­ver­fah­ren;
b.
ei­ne prak­ti­sche und ei­ne theo­re­ti­sche Aus­bil­dung, die die für die Aus­übung der Tä­tig­keit nach An­hang 9 er­for­der­li­chen Fach­kennt­nis­se ver­mit­telt; und
c.
ei­ne theo­re­ti­sche Aus­bil­dung in den Be­rei­chen Pro­be­nah­me, Le­bens­mit­tel­ge­setz­ge­bung, Grund­sät­ze von Qua­li­täts­si­che­rungs­sys­te­men, Ver­fas­sen von Kon­troll­be­rich­ten so­wie psy­cho­lo­gi­sche Aspek­te bei der Durch­füh­rung von Kon­trol­len.

3 Zu­sätz­lich ist die Aus­bil­dung nach Ar­ti­kel 79 Ab­satz 2 Buch­sta­be a zu ab­sol­vie­ren.

4 Die Ge­büh­ren für die Aus­bil­dung rich­ten sich nach An­hang 4 Zif­fer 4.3.

3. Abschnitt: Prüfung und Fähigkeitszeugnis

Art. 71 Umfang und Durchführung der Prüfung  

1 Die Prü­fung für amt­li­chen Fachas­sis­ten­tin­nen und Fachas­sis­ten­ten um­fasst:

a.
ei­ne münd­li­che oder schrift­li­che Prü­fung über die Kennt­nis­se in ei­nem aus­ge­wähl­ten Tä­tig­keits­be­reich; und
b.
ei­ne prak­ti­sche Prü­fung in die­sem Tä­tig­keits­be­reich.

2 Die Prü­fung wird von der Kan­ton­sche­mi­ke­rin oder dem Kan­ton­sche­mi­ker durch­ge­führt, die oder der für die Aus­bil­dung der Be­wer­be­rin oder des Be­wer­bers ver­ant­wort­lich ist.

Art. 72 Anmeldung  

Die Be­wer­be­rin oder der Be­wer­ber für das Fä­hig­keits­zeug­nis mel­det sich schrift­lich bei der Kan­ton­sche­mi­ke­rin oder dem Kan­ton­sche­mi­ker an.

Art. 73 Ergebnis  

1 Für die schrift­li­che oder die münd­li­che und die prak­ti­sche Prü­fung gibt es je ei­ne Fach­no­te.

2 Die Leis­tun­gen wer­den nach fol­gen­der No­tens­ka­la be­wer­tet:

6 = sehr gut
5 = gut
4 = ge­nü­gend
3 = un­ge­nü­gend
2 = schlecht
1 = sehr schlecht.

3 Hal­be No­ten sind zu­läs­sig.

4 Die Prü­fung ist be­stan­den, wenn:

a.
der Durch­schnitt der zwei Fach­no­ten min­des­tens 4,0 be­trägt; und
b.
kei­ne No­te un­ter 3,0 er­teilt wird.
5 Die Kan­ton­sche­mi­ke­rin oder der Kan­ton­sche­mi­ker teilt der Be­wer­be­rin oder dem Be­wer­ber das Er­geb­nis in Form ei­ner Ver­fü­gung mit.
Art. 74 Wiederholung  

Wer die Prü­fung nicht be­stan­den hat, kann sie ein­mal wie­der­ho­len.

Art. 75 Fähigkeitszeugnis  

1 Ist die Prü­fung be­stan­den, so stellt die Kan­ton­sche­mi­ke­rin oder der Kan­ton­sche­mi­ker das Fä­hig­keits­zeug­nis für den ge­prüf­ten Tä­tig­keits­be­reich aus.

2 Amt­li­che Fachas­sis­ten­tin­nen und -as­sis­ten­ten dür­fen ih­re Ar­beit nur im ge­prüf­ten Tä­tig­keits­be­reich aus­üben und sind nur in die­sem Tä­tig­keits­be­reich ver­fü­gungs­be­rech­tigt.

Art. 76 Meldung an das BLV  

Die Kan­ton­sche­mi­ke­rin oder der Kan­ton­sche­mi­ker mel­det dem BLV per je­weils 31. De­zem­ber die Per­so­nen, die im lau­fen­den Jahr das Fä­hig­keits­zeug­nis er­wor­ben ha­ben, und ih­ren Tä­tig­keits­be­reich.

3. Kapitel: Eidgenössisches Diplom für die amtliche Lebensmittelkontrolle

1. Abschnitt: Grundsätze

Art. 77  

1 Das eid­ge­nös­si­sche Di­plom für die amt­li­che Le­bens­mit­tel­kon­trol­le (DAL) ist Vor­aus­set­zung für die Aus­übung der Tä­tig­keit als Le­bens­mit­tel­in­spek­to­rin oder Le­bens­mit­tel­in­spek­tor, als Le­bens­mit­tel­kon­trol­leu­rin oder Le­bens­mit­tel­kon­trol­leur oder als amt­li­che Prüflei­te­rin oder amt­li­cher Prüflei­ter.

2 Wer das DAL er­wer­ben will, muss:

a.
die Vor­bil­dung nach­wei­sen;
b.
die Aus­bil­dung ab­sol­viert ha­ben;
c.
die Di­plom­prü­fung be­ste­hen.

2. Abschnitt: Vorbildung und Ausbildung

Art. 78 Vorbildung  

1 Die Vor­bil­dung be­steht aus:

a.
ei­ner ab­ge­schlos­se­nen be­ruf­li­chen Grund­bil­dung mit drei­jäh­ri­ger Be­rufs­er­fah­rung oder ei­ner hö­he­ren Be­rufs­bil­dung; oder
b.
ei­nem Stu­di­en­ab­schluss in ei­nem Be­reich nach Ar­ti­kel 88 Ab­satz 1.

2 In Aus­nah­me­fäl­len kann der Nach­weis der Vor­bil­dung auch an­der­wei­tig er­bracht wer­den. Über die An­er­ken­nung ent­schei­det das BLV auf An­trag der PK.

Art. 79 Ausbildung  

1 Die Aus­bil­dung für das DAL dau­ert min­des­tens drei Mo­na­te.

2 Sie um­fasst die fol­gen­den Be­rei­che:

a.
Grund­la­gen des Le­bens­mit­tel­rechts;
b.
Le­bens­mit­tel­mi­kro­bio­lo­gie, Le­bens­mit­tel- und Be­triebs­hy­gie­ne;
c.
Wa­ren­kun­de und Le­bens­mit­tel­tech­no­lo­gie;
d.
Kenn­zeich­nun­gen und An­prei­sun­gen von Le­bens­mit­teln und Ge­brauchs­ge­gen­stän­den;
e.
Be­ur­tei­lung der Selbst­kon­trol­le un­ter Ein­schluss der gu­ten Ver­fah­renspra­xis so­wie der HAC­CP-Grund­sät­ze ge­mä­ss Co­dex Ali­men­ta­ri­us34;
f.
Be­triebs­in­spek­tio­nen, Schu­lung für den Aus­sen­dienst, amt­li­che Pro­be­nah­me;
g.
Grund­la­gen der Ana­ly­tik.

3 Sie wird vom BLV so­wie den Kan­ton­sche­mi­ke­rin­nen oder Kan­ton­sche­mi­kern durch­ge­führt.

4 Die An­mel­dung für die Aus­bil­dung ist ans BLV zu rich­ten.

5 Die Ge­büh­ren für die Aus­bil­dung rich­ten sich nach An­hang 4 Zif­fer 4.1.35

34 www.fao.org/ fao-who-co­dexa­li­men­ta­ri­us > Co­dex Texts > Co­des of Prac­ti­ce > CXC 1-1969 Ge­ne­ral Prin­cip­les of Food Hy­gie­ne, zu­letzt ge­än­dert 2003 (nur auf Eng­lisch, Fran­zö­sisch, Spa­nisch, Ara­bisch und Chi­ne­sisch ver­füg­bar).

35 Die Be­rich­ti­gung vom 14. Ju­li 2020 be­trifft nur den ita­lie­ni­schen Text (AS 2020 2907).

3. Abschnitt: Prüfung und Diplom

Art. 80 Theoretischer Teil  

Der theo­re­ti­sche Teil der Di­plom­prü­fung er­streckt sich auf die Be­rei­che nach Ar­ti­kel 79 Ab­satz 2 Buch­sta­ben a–f.

Art. 81 Praktischer Teil  

1 Der prak­ti­sche Teil der Di­plom­prü­fung um­fasst die Be­rei­che nach Ar­ti­kel 79 Ab­satz 2 Buch­sta­ben e–g und dau­ert min­des­tens zwei Stun­den.

2 Er be­steht aus der In­spek­ti­on ei­nes Le­bens­mit­tel- oder Ge­brauchs­ge­gen­stän­de­be­triebs und ei­ner amt­li­chen Pro­ben­nah­me.

3 Er wird von der Kan­ton­sche­mi­ke­rin oder dem Kan­ton­sche­mi­ker durch­ge­führt, die oder der für die Aus­bil­dung der Be­wer­be­rin oder des Be­wer­bers ver­ant­wort­lich ist. Da­bei sind all­fäl­li­ge Wei­sun­gen des BLV zu be­fol­gen. Ei­ne fach­lich kom­pe­tente Per­son be­glei­tet die Prü­fung.

Art. 82 Anmeldung und Zulassung  

1 Die Be­wer­be­rin oder der Be­wer­ber für die Di­plom­prü­fung mel­det sich beim BLV an.

2 Der An­mel­dung sind bei­zu­le­gen:

a.
der Le­bens­lauf mit ei­ner Be­schrei­bung der Aus­bil­dung und des be­ruf­li­chen Wer­de­gangs;
b.
die Nach­wei­se über die Ab­schlüs­se der Vor- und der Aus­bil­dung.

3 Die Nach­wei­se der Aus­bil­dun­gen nach Ar­ti­kel 79 Ab­satz 2 dür­fen nicht äl­ter als 10 Jah­re sein.

4 Das BLV ent­schei­det auf An­trag der PK über die Zu­las­sung zur Prü­fung.

5 Die Prü­fungs­ge­bühr rich­tet sich nach An­hang 4 Zif­fer 3.1. Sie muss vor der Prü­fung be­zahlt wer­den.

Art. 83 Ergebnis  

1 Für je­den Prü­fungs­be­reich nach den Ar­ti­keln 80 und 81 gibt es ei­ne Fach­no­te.

2 Die ein­zel­nen Fach­no­ten des prak­ti­schen Teils der Prü­fung mel­det die Kan­ton­sche­mi­ke­rin oder der Kan­ton­sche­mi­ker um­ge­hend dem Se­kre­ta­ri­at.

3 Aus den Fach­no­ten nach Ab­satz 1 wird für den theo­re­ti­schen und den prak­ti­schen Teil je ei­ne Durch­schnitts­no­te be­rech­net.

4 Die Leis­tun­gen wer­den nach fol­gen­der No­tens­ka­la be­wer­tet:

6 = sehr gut
5 = gut
4 = ge­nü­gend
3 = un­ge­nü­gend
2 = schlecht
1 = sehr schlecht.

5 Hal­be No­ten sind zu­läs­sig.

6 Die Di­plom­prü­fung ist be­stan­den, wenn:

a.
im theo­re­ti­schen und im prak­ti­schen Teil je ein No­ten­durch­schnitt von min­des­tens 4,0 er­reicht wird; und
b.
kei­ne No­te un­ter 3,0 er­teilt wird.

7 Das BLV teilt der Be­wer­be­rin oder dem Be­wer­ber das Er­geb­nis in Form ei­ner Ver­fü­gung mit.

Art. 84 Unlauterkeit  

1 Be­wer­be­rin­nen oder Be­wer­ber, die die Zu­las­sung zur Di­plom­prü­fung durch un­rich­ti­ge oder un­voll­stän­di­ge An­ga­ben er­wirkt oder bei der Di­plom­prü­fung un­zu­läs­si­ge Mit­tel ver­wen­det ha­ben, kön­nen vom BLV auf An­trag der PK pro­vi­so­risch oder de­fi­ni­tiv aus­ge­schlos­sen wer­den.

2 Bei pro­vi­so­risch aus­ge­schlos­se­nen Be­wer­be­rin­nen und Be­wer­bern gilt die Prü­fung als nicht be­stan­den.

Art. 85 Wiederholung  

1 Wer den theo­re­ti­schen oder den prak­ti­schen Teil der Di­plom­prü­fung nicht be­stan­den hat, kann ihn je ein­mal wie­der­ho­len.

2 Für die Wie­der­ho­lung ist die Prü­fungs­ge­bühr noch­mals zu ent­rich­ten.

Art. 86 Diplom  

Ist die Di­plom­prü­fung be­stan­den, so stellt das BLV das Di­plom aus.

4. Kapitel: Eidgenössisches Diplom für die leitende amtliche Lebensmittelkontrolle

1. Abschnitt: Grundsätze

Art. 87  

1 Wer das eid­ge­nös­si­sche Di­plom für die lei­ten­de amt­li­che Le­bens­mit­tel­kon­trol­le (DLAL) er­wer­ben will, muss:

a.
im Be­sitz des DAL sein;
b.
die theo­re­ti­sche Vor­bil­dung nach­wei­sen;
c.
die er­for­der­li­che Aus­bil­dung ab­sol­viert ha­ben; und
d.
die Di­plom­prü­fung be­ste­hen.

2 Die Tä­tig­keit als Kan­ton­sche­mi­ke­rin oder Kan­ton­sche­mi­ker setzt vor­aus:

a.
den Er­werb des DLAL;
b.
ein Mas­ter­di­plom in ei­nem der in Ar­ti­kel 88 Ab­satz 1 Buch­sta­be a auf­ge­führ­ten Be­rei­che oder ein Di­plom nach Ar­ti­kel 88 Ab­satz 1 Buch­sta­be b.

3 Die Tä­tig­keit als stell­ver­tre­ten­de Kan­ton­sche­mi­ke­rin oder stell­ver­tre­ten­der Kan­ton­sche­mi­ker setzt den Er­werb des DLAL vor­aus.

2. Abschnitt: Vorbildung und Ausbildung

Art. 88 Theoretische Vorbildung  

1 Der Nach­weis der theo­re­ti­schen Vor­bil­dung kann er­bracht wer­den durch:

a.
ein Ba­che­lor of Science im na­tur­wis­sen­schaft­li­chen Be­reich; oder
b.
ein Di­plom nach dem Me­di­zi­nal­be­ru­fe­ge­setz vom 23. Ju­ni 200636.

2 Das Di­plom nach Ab­satz 1 Buch­sta­be a muss von ei­ner Hoch­schu­le nach Ar­ti­kel 2 Ab­satz 2 des Hoch­schul­för­de­rungs- und -ko­or­di­na­ti­ons­ge­set­zes vom 30. Sep­tem­ber 201137 oder von ei­ner staat­lich an­er­kann­ten oder ak­kre­di­tier­ten aus­län­di­schen Hoch­schu­le stam­men.

3 In Aus­nah­me­fäl­len kann der Nach­weis der theo­re­ti­schen Vor­bil­dung auch durch an­de­re Ba­che­lor-Stu­di­en­ab­schlüs­se er­bracht wer­den. Über die An­er­ken­nung ent­schei­det das BLV auf An­trag der PK.

Art. 89 Ausbildung und erforderliche Berufserfahrung  

1 Die Aus­bil­dung für das DLAL um­fasst die fol­gen­den Be­rei­che:

a.
Be­wer­tung von Le­bens­mit­teln und Ge­brauchs­ge­gen­stän­den;
b.
Ri­si­ko­ana­ly­se in den Be­rei­chen Le­bens­mit­tel und Ge­brauchs­ge­gen­stän­de;
c.
in der Schweiz und in­ter­na­tio­nal an­wend­ba­res Recht in den Be­rei­chen Le­bens­mit­tel und Ge­brauchs­ge­gen­stän­de;
d.
Trink­was­ser.

2 Sie wird vom BLV so­wie den Kan­ton­sche­mi­ke­rin­nen oder Kan­ton­sche­mi­kern durch­ge­führt.

3 Die An­mel­dung für die Aus­bil­dung ist ans BLV zu rich­ten.

4 Die Ge­büh­ren für die Aus­bil­dung rich­ten sich nach An­hang 4 Zif­fer 4.2.

5 Die Be­wer­be­rin oder der Be­wer­ber muss ei­ne min­des­tens zwei­jäh­ri­ge Be­rufs­er­fah­rung vor­wei­sen:

a.
in ei­nem Be­trieb der Le­bens­mit­tel- oder Ge­brauchs­ge­gen­stän­de­her­stel­lung;
b.
in der Le­bens­mit­tel- oder Ge­brauchs­ge­gen­stän­de­un­ter­su­chung;
c.
in ei­ner auf dem Ge­biet der Le­bens­mit­tel und Ge­brauchs­gen­stän­de tä­ti­gen Bun­des­be­hör­de; oder
d.
im Voll­zug der Le­bens­mit­tel­ge­setz­ge­bung.

6 In Aus­nah­me­fäl­len kann der Nach­weis der er­for­der­li­chen Be­rufs­er­fah­rung an­ders er­bracht wer­den. Über die An­er­ken­nung ent­schei­det das BLV auf An­trag der PK.

3. Abschnitt: Prüfung und Diplom

Art. 90 Diplomprüfung  

1 Die Di­plom­prü­fung wird von der PK durch­ge­führt. Das BLV kann die Durch­füh­rung an ei­ne Kan­ton­sche­mi­ke­rin oder einen Kan­ton­sche­mi­ker de­le­gie­ren. Da­bei sind all­fäl­li­ge Wei­sun­gen des BLV zu be­fol­gen. Ei­ne fach­lich kom­pe­tente Per­son be­glei­tet die Prü­fung.

2 Die Di­plom­prü­fung um­fasst je min­des­tens ei­ne Auf­ga­be zu den fol­gen­den The­men:

a.
le­bens­mit­tel­recht­li­che Be­ur­tei­lung ei­nes Le­bens­mit­tels;
b.
le­bens­mit­tel­recht­li­che Be­ur­tei­lung ei­nes Ge­brauchs­ge­gen­stands;
c.
Trink­was­ser;
d.
Kenn­zeich­nung von Le­bens­mit­teln oder Ge­brauchs­ge­gen­stän­den;
e.
Ver­fü­gung von Mass­nah­men;
f.
Ver­fas­sen ei­ner Straf­an­zei­ge.
Art. 91 Anmeldung und Zulassung  

1 Die Be­wer­be­rin oder der Be­wer­ber für die Di­plom­prü­fung mel­det sich beim BLV an.

2 Der An­mel­dung sind bei­zu­le­gen:

a.
der Le­bens­lauf mit ei­ner Be­schrei­bung der Aus­bil­dung und des be­ruf­li­chen Wer­de­gangs;
b.
die Nach­wei­se über die Ab­schlüs­se des DAL, der Vor- und der Aus­bil­dung.

3 Die Nach­wei­se der Aus­bil­dun­gen nach Art 89 Ab­satz 1 dür­fen nicht äl­ter als 10 Jah­re sein.

4 Das BLV ent­schei­det auf An­trag der PK über die Zu­las­sung zur Prü­fung.

5 Die Prü­fungs­ge­bühr rich­tet sich nach An­hang 4 Zif­fer 3.2. Sie muss vor der Prü­fung be­zahlt wer­den.

Art. 92 Ergebnis  

1 Die Prü­fungs­be­rei­che nach Ar­ti­kel 90 Ab­satz 2 Buch­sta­ben b−d wer­den ein­zeln mit «be­stan­den/ nicht be­stan­den» be­wer­tet.

2 Die Di­plom­prü­fung nach Ar­ti­kel 90 wird als Gan­zes mit «be­stan­den/nicht be­stan­den» be­wer­tet.

3 Die Di­plom­prü­fung ist be­stan­den, wenn al­le Prü­fungs­be­rei­che nach Ar­ti­kel 90 Ab­satz 2 be­stan­den sind.

4 Das BLV teilt der Be­wer­be­rin oder dem Be­wer­ber das Er­geb­nis in Form ei­ner Ver­fü­gung mit.

Art. 93 Unlauterkeit und Wiederholung  

Für die Un­lau­ter­keit und für die Wie­der­ho­lung der Prü­fung gel­ten die Ar­ti­kel 84 und 85.

Art. 94 Diplom  

Ist die Di­plom­prü­fung be­stan­den, so stellt das BLV das Di­plom aus.

Art. 95 Kantonschemikerin oder Kantonschemiker ohne DLAL  

1 Wer vom Kan­ton als Kan­ton­sche­mi­ke­rin oder Kan­ton­sche­mi­ker oder des­sen Stell­ver­tre­te­rin oder Stell­ver­tre­ter ge­wählt wird und noch nicht im Be­sitz des DLAL ist, muss:

a.
über die theo­re­ti­sche Vor­bil­dung nach Ar­ti­kel 87 Ab­satz 2 Buch­sta­be b ver­fü­gen;
b.
das DLAL bis spä­tes­tens zwei Jah­ren nach Amts­an­tritt er­wer­ben.

2 Kan­ton­sche­mi­ke­rin­nen oder Kan­ton­sche­mi­ker, die nach Ab­satz 1 ein­ge­stellt wor­den sind, dür­fen bis zum Er­halt des Di­ploms kei­ne Aus­bil­dung nach den Ar­ti­keln 70 und 77 lei­ten.

5. Titel: Bearbeitung von Vollzugsdaten

1. Kapitel: Bearbeitung von Personendaten

1. Abschnitt: Art und Form der Bearbeitung

Art. 96 Art der bearbeiteten Personendaten  

1 Die Bun­des­be­hör­den und die kan­to­na­len Voll­zugs­be­hör­den so­wie Drit­te nach den Ar­ti­keln 55 und 60 LMG sind be­fugt, die Per­so­nen­da­ten zu be­ar­bei­ten, die sie be­nö­ti­gen, um die durch die Le­bens­mit­tel­ge­setz­ge­bung vor­ge­ge­be­nen Zie­le zu er­fül­len.

2 Die kan­to­na­len Voll­zugs­be­hör­den be­ar­bei­ten Per­so­nen­da­ten, die:

a.
bei Kon­trol­len von Le­bens­mit­tel- und Ge­brauchs­ge­gen­stän­de­be­trie­ben er­ho­ben wer­den;
b.
von ei­ner an­de­ren Voll­zugs­be­hör­de an sie wei­ter­ge­ge­ben wer­den.

3 Die EZV be­ar­bei­tet die Per­so­nen­da­ten, die sie für die Kon­trol­le der Ein-, Durch- und Aus­fuhr von Le­bens­mit­teln und Ge­brauchs­ge­gen­stän­den be­nö­tigt.

4 Das BLV be­ar­bei­tet die Per­so­nen­da­ten, die es zur Er­fül­lung sei­ner Auf­ga­ben in den Be­rei­chen Ko­or­di­na­ti­on, Voll­zug, Be­wil­li­gungs­er­tei­lung, Ri­si­ko­ana­ly­se und Be­völ­ke­rungs­in­for­ma­ti­on so­wie zur Be­wäl­ti­gung von Not­si­tua­tio­nen und Kri­sen be­nö­tigt.

5 Drit­te be­ar­bei­ten die Per­so­nen­da­ten, die sie für die Durch­füh­rung ih­rer Kon­trol­len, ih­rer Zer­ti­fi­zie­rungs­tä­tig­keit und der ih­nen nach Ar­ti­kel 55 LMG über­tra­ge­nen Auf­ga­ben be­nö­ti­gen.

Art. 97 Form der Bearbeitung  

1 Die Per­so­nen­da­ten wer­den in ge­si­cher­ten Da­ten­samm­lun­gen auf­be­wahrt. Han­delt es sich um elek­tro­ni­sche Da­ten­samm­lun­gen, so wer­den in­di­vi­du­el­le Zu­griffs­rech­te er­teilt.

2 Die Per­so­nen­da­ten wer­den an­ony­mi­siert, so­fern die Er­fül­lung der in der Le­bens­mit­tel­ge­setz­ge­bung fest­ge­leg­ten Auf­ga­ben da­durch nicht be­hin­dert wird.

3 Da­ten über ad­mi­nis­tra­ti­ve und straf­recht­li­che Ver­fol­gun­gen und Sank­tio­nen wer­den ver­trau­lich be­han­delt; vor­be­hal­ten sind Fäl­le, in de­nen ei­ne ge­setz­li­che Grund­la­ge ih­re Be­kannt­ga­be for­dert.

4 Die Bun­des­be­hör­den, die kan­to­na­len Voll­zugs­be­hör­den und die Drit­ten er­las­sen in­ter­ne Re­gle­men­te über die Form der Da­ten­be­ar­bei­tung.

2. Abschnitt: Datenaustausch

Art. 98 Allgemeine Bestimmungen  

1 Die Bun­des­be­hör­den, die kan­to­na­len Voll­zugs­be­hör­den und die Drit­ten tau­schen Per­so­nen­da­ten in den nach den Ar­ti­keln 99−103 und 106 aus­drück­lich vor­ge­se­he­nen Fäl­len aus.

2 Die Da­ten wer­den auf ge­eig­ne­ten Da­ten­trä­gern aus­ge­tauscht, die die Da­ten­si­cher­heit ge­währ­leis­ten.

3 Das EDI kann vor­se­hen, dass die Da­ten­be­ar­bei­tung in ei­nem vom BLV vor­ge­ge­be­nen In­for­ma­ti­ons­sys­tem statt­fin­det und die Da­ten­über­mitt­lung aus­sch­liess­lich über vom BLV ver­wal­te­te Schnitt­stel­len er­folgt.

4 Ent­hält ein Do­ku­ment meh­re­re Per­so­nen­da­ten, so wer­den die­je­ni­gen Da­ten, die für die Emp­fän­ge­rin oder den Emp­fän­ger nicht un­be­dingt er­for­der­lich sind, ge­löscht oder un­les­bar ge­macht.

Art. 99 Datenaustausch zwischen den Kantonen  

Die kan­to­na­len Voll­zugs­be­hör­den tau­schen Per­so­nen­da­ten aus, wenn sie fest­stel­len, oder Grund zur An­nah­me ha­ben, dass:

a.
ein Pro­dukt, das nicht den An­for­de­run­gen der Le­bens­mit­tel­ge­setz­ge­bung ent­spricht, durch einen Be­trieb in ei­nem an­de­ren Kan­ton in Ver­kehr ge­bracht wur­de; oder
b.
ein Be­trieb in ei­nem an­de­ren Kan­ton die An­for­de­run­gen der Le­bens­mit­tel­ge­setz­ge­bung nicht ein­hält.
Art. 100 Datenaustausch zwischen dem Bund und den Kantonen  

1 Das BLV, die EZV und die kan­to­na­len Voll­zugs­be­hör­den tau­schen Per­so­nen­da­ten aus:

a.
zur Be­wäl­ti­gung von Not­si­tua­tio­nen und Kri­sen;
b.
bei Ge­fahr im Ver­zug;
c.
zur Ko­or­di­na­ti­on des Voll­zugs;
d.
im Zu­sam­men­hang mit den ver­stärk­ten Kon­trol­len nach den Ar­ti­keln 37−43.

2 Zur Um­set­zung der durch die Le­bens­mit­tel­ge­setz­ge­bung vor­ge­ge­be­nen Zie­le mel­den die kan­to­na­len Voll­zugs­be­hör­den dem Bun­des­amt für Land­wirt­schaft die Täu­schungs­fäl­le be­tref­fend:

a.
die ge­schütz­ten Kenn­zeich­nun­gen von land­wirt­schaft­li­chen Er­zeug­nis­sen und de­ren Ver­ar­bei­tungs­pro­duk­ten nach den Ar­ti­keln 14–16a und 63 des Land­wirt­schafts­ge­set­zes vom 29. April 199838 (LwG);
b.
die Kenn­zeich­nung von land­wirt­schaft­li­chen Er­zeug­nis­sen, die nach ei­nem völ­ker­recht­li­chen Ver­trag mit der Schweiz ge­schützt sind;
c.
die De­kla­ra­ti­on von in der Schweiz ver­bo­te­nen Pro­duk­ti­ons­me­tho­den nach Ar­ti­kel 18 LwG.

3 Das BLV re­gelt die An­for­de­run­gen an die Da­ten und an die tech­ni­schen Aspek­te der Da­ten­über­mitt­lung.

Art. 101 Datenaustausch innerhalb des Bundes  

Die Bun­des­be­hör­den tau­schen Per­so­nen­da­ten aus:

a.
zur Be­wäl­ti­gung von Not­si­tua­tio­nen und Kri­sen;
b.
bei Ge­fahr im Ver­zug;
c.
wenn sie fest­stel­len oder Grund zur An­nah­me ha­ben, dass ein Pro­dukt nicht den An­for­de­run­gen der Le­bens­mit­tel­ge­setz­ge­bung ent­spricht;
d.
wenn sie fest­stel­len oder Grund zur An­nah­me ha­ben, dass ein Be­trieb die An­for­de­run­gen der Le­bens­mit­tel­ge­setz­ge­bung nicht ein­hält;
e.
im Zu­sam­men­hang mit den ver­stärk­ten Kon­trol­len nach den Ar­ti­keln 37−43.
Art. 102 Datenaustausch mit Dritten  

Die Bun­des­be­hör­den, die kan­to­na­len Voll­zugs­be­hör­den und die Drit­ten tau­schen Per­so­nen­da­ten aus, wenn sie fest­stel­len oder Grund zur An­nah­me ha­ben, dass:

a.
ein Pro­dukt nicht den An­for­de­run­gen der Le­bens­mit­tel­ge­setz­ge­bung ent­spricht;
b.
ein Be­trieb die An­for­de­run­gen der Le­bens­mit­tel­ge­setz­ge­bung nicht ein­hält;
c.
bei den fol­gen­den Kenn­zeich­nun­gen oder De­kla­ra­tio­nen den An­for­de­run­gen der ent­spre­chen­den Ver­ord­nun­gen oder des ent­spre­chen­den völ­ker­recht­li­chen Ver­trags nicht ent­spro­chen wird:
1.
bei ei­ne ge­schütz­ten Kenn­zeich­nung von land­wirt­schaft­li­chen Er­zeug­nis­sen und de­ren Ver­ar­bei­tungs­pro­duk­ten nach den Ar­ti­keln 14–16a und 63 LwG39,
2.
bei ei­ner Kenn­zeich­nung be­tref­fend land­wirt­schaft­li­che Er­zeug­nis­se, die nach ei­nem völ­ker­recht­li­chen Ver­trag mit der Schweiz ge­schützt ist,
3.
bei der De­kla­ra­ti­on von in der Schweiz ver­bo­te­nen Pro­duk­ti­ons-me­tho­den nach Ar­ti­kel 18 LwG.
Art. 103 Internationaler Austausch von Personendaten  

1 Das BLV tauscht mit den zu­stän­di­gen Be­hör­den an­de­rer Län­der oder mit in­ter­na­tio­na­len Or­ga­ni­sa­tio­nen nur dann Per­so­nen­da­ten aus, wenn dies er­for­der­lich ist:

a.
auf­grund ei­nes völ­ker­recht­li­chen Ver­tra­ges;
b.
zur Be­wäl­ti­gung von Not­si­tua­tio­nen und Kri­sen;
c.
wenn Ge­fahr im Ver­zug ist;
d.
wenn es fest­stellt oder Grund zur An­nah­me hat, dass ein Pro­dukt nicht den An­for­de­run­gen der Le­bens­mit­tel­ge­setz­ge­bung ent­spricht.

2 Es kann sich für die Be­ar­bei­tung der aus­ge­tausch­ten Per­so­nen­da­ten an aus­län­di­schen In­for­ma­ti­ons­sys­te­men be­tei­li­gen oder sein ei­ge­nes In­for­ma­ti­ons­sys­tem er­stel­len.

3 Die Voll­zugs­be­hör­den ge­ben die er­for­der­li­chen Da­ten in ei­ner für das In­for­ma­ti­ons­sys­tem ge­eig­ne­ten Form an das BLV wei­ter.

3. Abschnitt: Aufbewahrung, Archivierung und Vernichtung

Art. 104  

1 Die Bun­des­be­hör­den und die kan­to­na­len Voll­zugs­be­hör­den so­wie die Drit­ten be­wah­ren die Per­so­nen­da­ten nach ih­rer Er­he­bung wäh­rend min­des­tens fünf Jah­ren auf.

2 Die Per­so­nen­da­ten wer­den nach zehn Jah­ren ver­nich­tet, so­fern sie nicht mehr zur Er­fül­lung der ge­setz­li­chen Auf­ga­ben be­nö­tigt wer­den. In je­dem Fall wer­den sie spä­tes­tens dreis­sig Jah­re nach ih­rer Er­he­bung ver­nich­tet oder an­ony­mi­siert.

3 Das Ar­chi­vie­rungs­ge­setz vom 26. Ju­ni 199840 so­wie die kan­to­na­len Ge­setz­ge­bun­gen über die Ar­chi­vie­rung blei­ben vor­be­hal­ten.

2. Kapitel: Bearbeitung von Daten zu Risikoanalysezwecken

Art. 105 Art der bearbeiteten Daten  

1 Die Bun­des­be­hör­den, die kan­to­na­len Voll­zugs­be­hör­den und die Drit­ten be­ar­bei­ten an­ony­mi­sier­te Da­ten zu Ri­si­ko­ana­ly­se­zwe­cken.

2 Die zu Ri­si­ko­ana­ly­se­zwe­cken be­ar­bei­te­ten Da­ten bein­hal­ten ins­be­son­de­re die Da­ten:

a.
der In­spek­tio­nen in den Be­trie­ben;
b.
der ver­stärk­ten Kon­trol­len;
c.
der amt­li­chen Pro­be­un­ter­su­chun­gen;
d.
die für die Er­stel­lung des Jah­res­be­rich­tes zum na­tio­na­len Kon­troll­plan er­for­der­lich sind;
e.
die für die Ein­hal­tung der An­for­de­run­gen der völ­ker­recht­li­chen Ver­trä­ge be­nö­tigt wer­den.
Art. 106 Datenaustausch  

1 Die Bun­des­be­hör­den und die kan­to­na­len Voll­zugs­be­hör­den so­wie die Drit­ten ge­ben ih­re Da­ten ge­mä­ss den Wei­sun­gen des BLV wei­ter.

2 Die Da­ten wer­den auf ge­eig­ne­ten Da­ten­trä­gern aus­ge­tauscht, die die Da­ten­si­cher­heit ge­währ­leis­ten.

3 Das EDI kann vor­se­hen, dass die Da­ten­be­ar­bei­tung aus­sch­liess­lich in ei­nem vom BLV vor­ge­ge­be­nen In­for­ma­ti­ons­sys­tem statt­fin­det und die Da­ten­über­mitt­lung aus­sch­liess­lich über vom BLV ver­wal­te­te Schnitt­stel­len er­folgt.

Art. 107 Aufbewahrung  

Die zu Ri­si­ko­ana­ly­se­zwe­cken be­ar­bei­te­ten an­ony­mi­sier­ten Da­ten dür­fen wäh­rend un­be­schränk­ter Zeit auf­be­wahrt wer­den.

6. Titel: Gebühren und weitere Vollzugsbestimmungen

1. Kapitel: Gebühren

1. Abschnitt: Gebühren der Bundesbehörden

Art. 108 Gebührenpflicht  

1 Wer ei­ne amt­li­che Kon­trol­le, das Aus­stel­len ei­ner Ver­fü­gung oder ei­ne Dienst­leis­tung ei­ner Bun­des­be­hör­de ver­an­lasst, muss ei­ne Ge­bühr be­zah­len. Aus­la­gen wer­den ge­son­dert be­rech­net.

2 Die Bun­des­be­hör­den er­he­ben für amt­li­che Kon­trol­len nur in­so­weit Ge­büh­ren, als die­se zu Be­an­stan­dun­gen ge­führt ha­ben.

3 Die Bun­des­be­hör­den so­wie die Be­hör­den der Kan­to­ne und der Ge­mein­den, so­fern sie Ge­gen­recht hal­ten, müs­sen kei­ne Ge­büh­ren be­zah­len, wenn sie Dienst­leis­tun­gen für sich selbst in An­spruch neh­men.

4 So­weit die vor­lie­gen­de Ver­ord­nung kei­ne be­son­de­re Re­ge­lung ent­hält, gel­ten die Be­stim­mun­gen der All­ge­mei­nen Ge­büh­ren­ver­ord­nung vom 8. Sep­tem­ber 200441.

Art. 109 Gebührenbemessung  

Die Ge­büh­ren für amt­li­che Kon­trol­len und Dienst­leis­tun­gen so­wie für ver­stärk­te Kon­trol­len wer­den nach den fes­ten Ge­büh­ren­an­sät­zen oder nach Auf­wand in­ner­halb der Ge­büh­ren­rah­men nach An­hang 4 be­mes­sen.

Art. 110 Auslagen  

Als Aus­la­gen gel­ten die Kos­ten, die für die ein­zel­nen Kon­trol­len oder Dienst­leis­tun­gen zu­sätz­lich an­fal­len. Es sind dies über die Kos­ten nach Ar­ti­kel 6 Ab­satz 2 der All­ge­mei­nen Ge­büh­ren­ver­ord­nung vom 8. Sep­tem­ber 200442 hin­aus na­ment­lich:

a.
Ho­no­ra­re nach den Ar­ti­keln 8l–8t RVOV43;
b.
Kos­ten, die durch Be­weis­er­he­bung oder be­son­de­re Prü­fun­gen ver­ur­sacht wer­den.
Art. 111 Inkasso  

Ge­büh­ren bis zu 200 Fran­ken kön­nen zum Vor­aus oder per Nach­nah­me er­ho­ben wer­den.

2. Abschnitt: Gebühren der Kantone

Art. 112 Gebühren für amtliche Kontrollen, Dienstleistungen und Kontrollen auf Antrag  

1 Die Kan­to­ne er­he­ben für amt­li­che Kon­trol­len Ge­büh­ren, in­so­weit sie zu Be­an­stan­dun­gen ge­führt ha­ben; vor­be­hal­ten bleibt Ar­ti­kel 113.

2 Sie er­he­ben Ge­büh­ren bis zu fol­gen­den Höchst­be­trä­gen:

a.
für Pro­be­nah­men: höchs­tens 200 Fran­ken pro Pro­be­nah­me;
b.
für In­spek­tio­nen: höchs­tens 4000 Fran­ken pro In­spek­ti­on;
c.
für Pro­ben­un­ter­su­chun­gen: höchs­tens 6000 Fran­ken pro Pro­be.

3 Bei der Fest­set­zung der ein­zel­nen Ge­büh­ren ist dem Auf­wand an Zeit, ein­ge­setz­ten Ap­pa­ra­ten und Ma­te­ri­al Rech­nung zu tra­gen. Der Stun­den­an­satz be­stimmt sich nach kan­to­na­lem Recht.

4 In be­son­ders leich­ten Fäl­len von Be­an­stan­dun­gen wird auf das Er­he­ben der Ge­bühr ver­zich­tet.

5 Für die amt­li­che Kon­trol­le von Zer­le­ge­be­trie­ben, die ei­ner Be­wil­li­gung nach Ar­ti­kel 21 LGV44 be­dür­fen, er­he­ben die Kan­to­ne in je­dem Fall Ge­büh­ren. Die­se wer­den nach dem Grund­satz von Ab­satz 3 be­mes­sen.

6 Für be­son­de­re Dienst­leis­tun­gen und Kon­trol­len, die auf An­trag durch­ge­führt wer­den und die mit ei­nem Auf­wand ver­bun­den sind, der über die üb­li­che Kon­troll­tä­tig­keit hin­aus­geht, wer­den die Ge­büh­ren nach dem Grund­satz von Ab­satz 3 be­mes­sen.

7 Aus­la­gen für amt­li­che Kon­trol­len, Dienst­leis­tun­gen und Kon­trol­len auf An­trag kön­nen ge­son­dert ver­rech­net wer­den.

Art. 113 Gebühren für verstärkte Kontrollen  

Für ver­stärk­te Kon­trol­len er­he­ben die Kan­to­ne in je­dem Fall Ge­büh­ren. Die­se wer­den bei den für die Wa­ren ver­ant­wort­li­chen Le­bens­mit­tel­be­trie­ben er­ho­ben.

2. Kapitel: Bewilligung von Prüfungen durch ausländische Behörden

Art. 114  

Das BLV ist die zu­stän­di­ge Be­hör­de für die Er­tei­lung von Be­wil­li­gun­gen an aus­län­di­sche Be­hör­den, die einen Schwei­zer Be­trieb, der Le­bens­mit­tel oder Ge­brauchs­ge­gen­stän­de in ihr Land aus­führt, kon­trol­lie­ren wol­len.

3. Kapitel: Nachführen der Anhänge

Art. 115  

1 Das BLV passt die An­hän­ge die­ser Ver­ord­nung dem Stand von Wis­sen­schaft und Tech­nik, dem Recht der wich­tigs­ten Han­del­s­part­ner der Schweiz und auf­grund der in­ter­na­tio­na­len Wa­ren­strö­me an.

2 Es kann bei die­sen Nach­füh­run­gen Über­gangs­be­stim­mun­gen fest­le­gen.

7. Titel: Schlussbestimmungen

Art. 116 Aufhebung eines anderen Erlasses  

Die Ver­ord­nung vom 16. De­zem­ber 201645 über den Voll­zug der Le­bens­mit­tel­ge­setz­ge­bung wird auf­ge­ho­ben.

Art. 117 Änderung anderer Erlasse  

Die nach­ste­hen­den Er­las­se wer­den wie folgt ge­än­dert:

...46

46 Die Än­de­run­gen kön­nen un­ter AS 2020 2465kon­sul­tiert wer­den.

Art. 118 Übergangsbestimmungen  

1 Das Eid­ge­nös­si­sche Le­bens­mit­tel­che­mi­ker­di­plom ist dem DLAL, das Eid­ge­nös­si­sche Le­bens­mit­tel­in­spek­to­ren­di­plom und das Eid­ge­nös­si­sche Le­bens­mit­tel­kon­trol­leu­ren­di­plom sind dem DAL gleich­ge­stellt.

2 Wer die Aus­bil­dung als Le­bens­mit­tel­che­mi­ke­rin, Le­bens­mit­tel­che­mi­ker, Le­bens­mit­tel­in­spek­to­rin, Le­bens­mit­tel­in­spek­tor, Le­bens­mit­tel­kon­trol­leu­rin oder Le­bens­mit­tel­kon­trol­leur vor vor dem 1. Ju­li 2020 be­gon­nen hat, kann sie noch bis zum 30. Ju­ni 2021 nach bis­he­ri­gem Recht fort­set­zen und ab­sch­lies­sen.

3 In Aus­nah­me­fäl­len darf die Tä­tig­keit als Le­bens­mit­tel­in­spek­to­rin oder Le­bens­mit­tel­in­spek­tor, als Le­bens­mit­tel­kon­trol­leu­rin oder Le­bens­mit­tel­kon­trol­leur oder als amt­li­che Prüflei­te­rin oder amt­li­cher Prüflei­ter auch ei­ne Per­son aus­üben, die nicht über ein DAL ver­fügt, so­fern das BLV dem zu­stimmt und die fol­gen­den Vor­aus­set­zun­gen er­füllt sind:

a.
Die Per­son er­reicht das or­dent­li­che Pen­si­ons­al­ter spä­tes­tens am 30. Ju­ni 2030.
b.
Die Per­son ist min­des­tens seit dem 1. Ju­li 2010 be­ruf­lich im Voll­zug der Le­bens­mit­tel­ge­setz­ge­bung tä­tig.
Art. 119 Inkrafttreten  

Die­se Ver­ord­nung tritt am 1. Ju­li 2020 in Kraft.

Anhang 1

(Art. 37 Abs. 1)

Grenzkontrollstellen für verstärkte amtliche Kontrollen

1.
Flughafen Zürich
2.
Flughafen Genf

Anhang 2 47

47 Bereinigt gemäss Ziff. I der V des BLV vom 30. Juni 2021, in Kraft seit 1. Aug. 2021 (AS 2021 427).

(Art. 37 Abs. 1, 38Abs. 1 Bst. b, 2 und 5)

Lebensmittel nicht tierischer Herkunft aus bestimmten Ländern, die vorübergehend verstärkten amtlichen Kontrollen nach den Artikeln 37−43 unterliegen

1.
Sämtliche Lebensmittel, die in Anhang I der Durchführungsverordnung (EU) 2019/179348 aufgeführt sind.
2.
Probenahme und Analytik richtet sich nach Anhang III der Durchführungsverordnung, falls in Anhang I der Durchführungsverordnung darauf verwiesen wird.

48 Durchführungsverordnung (EU) 2019/1793 vom 22. Oktober 2019 über die vorübergehende Verstärkung der amtlichen Kontrollen und über Sofortmassnahmen beim Eingang bestimmter Waren aus bestimmten Drittländern in die Union zur Durchführung der Verordnungen (EU) 2017/625 und (EG) Nr. 178/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates und zur Aufhebung der Verordnungen (EG) Nr. 669/2009, (EU) Nr. 884/2014, (EU) 2015/175, (EU) 2017/186 und (EU) 2018/1660 der Kommission, ABl. L 277 vom 29.10.2019, S. 89; zuletzt geändert durch die Durchführungsverordnung (EU) 2021/608, ABl. L 129 vom 15.04.2021, S. 119.

Anhang 3

(Art. 37 Abs. 1, 38 Abs. 1 Bst. b, 2 und 5)

Lebensmittel nicht tierischer Herkunft aus bestimmten Ländern, deren Einfuhr wegen des Risikos einer Kontamination durch Mykotoxine, Pestizidrückstände oder einer mikrobiellen Kontamination den verstärkten Kontrollen mit zusätzlichen Bedingungen nach den Artikeln 37−43 unterliegt

1.
Sämtliche Lebensmittel, die in Anhang II, Tabelle 1 der Durchführungsverordnung (EU) 2019/179349 aufgeführt sind mit Ausnahme von Guarkernmehl aus Indien.
2.
Zusammengesetzte Lebensmittel nach Anhang II, Tabelle 2 der Durchführungsverordnung, die wegen des Risikos einer Kontamination durch Mykotoxine in Anhang II, Tabelle 1 gelistet sind und mehr als 20 % des betroffenen Lebensmittels in Tabelle 1 enthalten.
3.
Probenahme und Analytik richten sich nach Anhang III der Durchführungsverordnung, falls in Anhang II der Durchführungsverordnung darauf verwiesen wird.

49 Siehe Fussnote zu Anhang 2.

Anhang 4

(Art. 43 Abs. 1 und 2, 70 Abs. 4, 79 Abs. 5, 82 Abs. 5,
89 Abs. 4, 91 Abs. 5 und 109)

Gebühren der Bundesbehörden

1. Kontrollen

1.1 Kontrolle der Dokumentation: höchstens 100 Franken

1.2 für Probenahmen: höchstens 200 Franken pro Probenahme

1.3 für Inspektionen: höchstens 4000 Franken pro Inspektion

1.4 für Probenuntersuchungen: höchstens 6000 Franken pro Probe

1.5 für die Verfügung von Massnahmen: höchstens 200 Franken pro Verfügung

1.6 Zusatzgebühr für Sendungen, die ohne die erforderliche Voranmeldung eingeführt werden: höchstens 200 Franken

1.7 für eine allfällige Vernichtung: höchstens 0,50 Franken pro kg Bruttogewicht

2. Bewilligungen

Franken

2.1

Bewilligungen nach den Artikeln 17, 29, 31, 35, 38 und 50 LGV50

200–50 000

2.2

Bewilligungen nach den Bestimmungen des EDI über neuartige Lebensmittel

200–50 000

3. Prüfungen

Franken

3.1

Eidgenössisches Diplom für die amtliche Lebensmittelkontrolle (DAL):

Diplomprüfung

500

3.2

Eidgenössisches Diplom für die leitende amtliche Lebensmittelkontrolle (DLAL):

Diplomprüfung

800

4. Ausbildungen

Franken

4.1

Ausbildung zur Erlangung des Eidgenössischen Diploms für die amtliche Lebensmittelkontrolle (DAL) höchstens

4000

4.2

Ausbildung zur Erlangung des Eidgenössischen Diploms für die leitende amtliche Lebensmittelkontrolle (DLAL) höchstens

4000

4.3

Ausbildung zur amtlichen Fachassistentin oder zum amtlichen Fachassistenten

1500

5. Gebühren nach Aufwand

5.1 Die Gebühren für amtliche Kontrollen und Dienstleistungen, für die in den Ziffern 1–4 kein Ansatz oder Rahmen besteht, werden nach Aufwand berechnet. Der Stundenansatz darf 300 Franken nicht überschreiten. Ein Aufwand von weniger als einer Stunde wird nicht in Rechnung gestellt.

6. Zuschläge für dringliche Dienstleistungen oder Dienstleistungen ausserhalb der normalen Arbeitszeit

6.1 Für Dienstleistungen, die auf Ersuchen hin dringlich oder ausserhalb der normalen Arbeitszeit verrichtet werden, können Zuschläge bis zu 50 Prozent der ordentlichen Gebühr erhoben werden.

Anhang 5

(Art. 46 Abs. 1 und 50 Abs. 1)

Methoden für die amtlichen Probenahmen, Laboranalysen, -tests und -diagnosen

Analyt (e)

Produkt

Methode

Nitrat

Alle Lebensmittel

Gemäss Anhang Verordnung (EG) Nr. 1882/2006 der Kommission vom 19. Dezember 200651

Mykotoxine

Alle Lebensmittel

Gemäss Anhänge I und II der Verordnung (EG) 401/2006 der Kommission vom 23. Februar 200652

Arsen (anorganisch), Blei, Cadmium, Quecksilber und Zinn (anorganisch)

Alle Lebensmittel

Gemäss Anhang der Verordnung (EG) Nr. 333/2007 der Kommission vom 28. März 200753

3-Monochlorpropan-1,2-diol und Glycidylfettsäureester

Alle Lebensmittel

Gemäss Anhang der Verordnung (EG) Nr. 333/2007 der Kommission vom 28. März 2007

Dioxine und PCB

Alle Lebensmittel

Gemäss Anhänge I−IV der Verordnung (EU) 2017/644 der Kommission vom 5. April 201754

Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe

Alle Lebensmittel

Gemäss Anhang der Verordnung (EG) Nr. 333/2007 der Kommission vom 28. März 2007

Erucasäure

Alle Lebensmittel

Gemäss Anhang der Verordnung (EU) 2015/705 der Kommission vom 30. April 201555

Atropin und Scopolamin

Alle Lebensmittel

Gemäss Anhang I Teil J der Verordnung (EG) Nr. 401/2006 der Kommission vom 23. Februar 2006

Mikrobielle Toxine gemäss Anhang 9 der VHK

Alle Lebensmittel

Gemäss Anhang III der Verordnung (EG) Nr. 2074/2005 der Kommission vom 5. Dezember 200556

Verschiedene Kontaminanten

Gelatine und Kollagen

Gemäss dem Europäischen Arzneibuch Pharmacopoea Europaea, 10. Ausgabe (Ph. Eur. 10), vom November 201857

51 Verordnung (EG) Nr. 1882/2006 der Kommission vom 19. Dezember 2006 zur Festlegung der Probenahmeverfahren und Analysemethoden für die amtliche Kontrolle des Nitratgehalts von bestimmten Lebensmitteln, ABl. L 364 vom 20.12.2006, S. 25.

52 Verordnung (EG) Nr. 401/2006 der Kommission vom 23. Februar 2006 zur Festlegung der Probenahmeverfahren und Analysemethoden für die amtliche Kontrolle des Mykotoxingehalts von Lebensmitteln, L 70 vom 9.3.2006, S. 12, zuletzt geändert durch die Verordnung (EU) Nr. 519/2014 ABl. L 147 vom 17.5.2014, S. 29.

53 Verordnung (EG) Nr. 333/2007 der Kommission vom 28. März 2007 zur Festlegung der Probenahme- und Analysemethoden für die amtliche Kontrolle des Gehalts an Blei, Cadmium, Quecksilber, anorganischem Zinn, 3-MCPD und Benzo(a)pyren in Lebensmitteln, ABl. L 88 vom 29.3.2007, S. 29, zuletzt geändert durch die Verordnung (EU) 2016/582, ABl. L 101 vom 16.4.2016, S. 3.

54 Verordnung (EU) 2017/644 der Kommission vom 5. April 2017 zur Festlegung der Probenahmeverfahren und Analysemethoden für die Kontrolle der Gehalte an Dioxinen, dioxinähnlichen PCB und nicht dioxinähnlichen PCB in bestimmten Lebensmitteln sowie zur Aufhebung der Verordnung (EU) Nr. 589/2014, ABl. L 92 vom 6.4.2017, S. 9.

55 Verordnung (EU) 2015/705 der Kommission vom 30. April 2015 zur Festlegung von Probenahmeverfahren und Leistungskriterien für die Analysemethoden, die für die amtliche Kontrolle des Erucasäuregehalts in Lebensmitteln verwendet werden, und zur Aufhebung der Richtlinie 80/891/EWG der Kommission, ABl. L 113 vom 1.5.2015, S. 29.

56 Verordnung (EG) Nr. 2074/2005 der Kommission vom 5. Dezember 2005 zur Festlegung von Durchführungsvorschriften für bestimmte unter die Verordnung (EG) Nr. 853/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates fallende Erzeugnisse und für die in den Verordnungen (EG) Nr. 854/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates und (EG) Nr. 882/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vorgesehenen amtlichen Kontrollen, zur Abweichung von der Verordnung (EG) Nr. 852/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates und zur Änderung der Verordnungen (EG) Nr. 853/2004 und (EG) Nr. 854/2004, ABl. L 338 vom 22.12.2005, S. 27, zuletzt geändert durch Durchführungsverordnung (EU) 2019/1139, ABl. L 180 vom 4.7.2019, S. 12.

57 Die Pharmacopoea Europaea wird im Original vom Europarat herausgegeben. Die französische Originalausgabe kann beim Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL), Verkauf Bundespublikationen, 3003 Bern, www.bundespublikationen.admin.ch, zu den in der Gebührenverordnung Publikationen vom 19. Nov. 2014 (GebV-Publ; SR 172.041.11) vorgesehenen Bedingungen bezogen werden. Bis zur Herausgabe der deutschen Fassung können einzelne Texte in deutscher Sprache als Druckfahne bei der Abteilung Pharmakopöe des Schweizerischen Heilmittelinstituts (Swissmedic) bezogen werden.

Anhang 6

(Art. 46 Abs. 5)

Merkmale der Analysemethoden

1. Die Analysemethoden und Messergebnisse müssen durch folgende Merkmale gekennzeichnet sein:

a.
Genauigkeit (Richtigkeit und Präzision);
b.
Zweckmässigkeit (Matrix und Konzentrationsbereich);
c.
Nachweisgrenze;
d.
Bestimmungsgrenze;
e.
Präzision;
f.
Wiederholbarkeit;
g.
Reproduzierbarkeit;
h.
Wiederfindung;
i.
Selektivität;
j.
Empfindlichkeit;
k.
Linearität;
l.
Messunsicherheit;
m.
sonstige nach Bedarf ausgewählte Kriterien.

2. Die Präzisionswerte nach Ziffer 1 Buchstabe e werden entweder aus einem Ringversuch bestimmt, der nach einem international anerkannten Protokoll für Ringversuche durchgeführt wurde (z. B. «ISO 5725, Anwendung der Statistik, Genauigkeit (Richtigkeit und Präzision) der Messverfahren und Ergebnisse»)58 oder − soweit Leistungskriterien für Analyseverfahren festgelegt wurden − durch Tests zur Feststellung der Einhaltung dieser Kriterien.

3. Die Wiederholbarkeits- und Reproduzierbarkeitswerte nach Ziffer 1 Buchstaben f und g sind in international anerkannter Form anzugeben (z. B. 95 % Konfidenzbereiche nach der Norm «ISO 5725, Anwendung der Statistik, Genauigkeit (Richtigkeit und Präzision) der Messverfahren und Ergebnisse»).

4. Die Ergebnisse aus dem Ringversuch werden veröffentlicht oder frei zur Verfügung gestellt.

5. Analysemethoden, die sich einheitlich auf verschiedene Produktgruppen anwenden lassen, sind gegenüber Methoden zu bevorzugen, die nur bei einzelnen Produkten anwendbar sind.

6. Sind Analysemethoden nur innerhalb eines einzelnen Laboratoriums validierbar, so müssen sie nach international akzeptierten wissenschaftlichen Protokollen oder Leitlinien validiert werden.

7. Wurden Leistungskriterien für Analysemethoden festgelegt, so müssen die Methoden durch Tests zur Feststellung der Einhaltung dieser Kriterien validiert werden.

8. Im Rahmen dieser Verordnung eingeführte Analysemethoden müssen nach dem von der ISO empfohlenen Standardschema editiert werden.

58 Die Normen können kostenlos eingesehen und gegen Bezahlung bezogen werden bei der Schweizerischen Normen-Vereinigung (SNV), Sulzerallee 70, 8404Winterthur; www.snv.ch».

Anhang 7

(Art. 59 Abs. 1)

Referenzlaboratorien

Es sind Referenzlaboratorien für folgende Bereiche zu bezeichnen:

Bereich

1.
Laboratorium für den Nachweis und die Untersuchung von Zoonosen (Salmonellen)
2.
Laboratorium für die Überwachung mariner Biotoxine in Lebensmitteln
3.
Laboratorium für durch Lebensmittel übertragbare Viren
4.
Laboratorium für Listeria monocytogenes
5.
Laboratorium für coagulasepositive Staphylokokken, einschliesslich Staphylococcus aureus
6.
Laboratorium für Escherichia coli, einschliesslich Verotoxin bildendes E. coli (VTEC)
7.
Laboratorium für Campylobacter
8.
Laboratorium für Antibiotikaresistenz in Lebensmitteln
9.
Laboratorium für Tierarzneimittelrückstände und Kontaminanten in Lebensmitteln tierischer Herkunft
10.
Laboratorium für gentechnisch veränderte Organismen in Lebensmitteln
11.
Laboratorium für Materialien, die dazu bestimmt sind, mit Lebensmitteln in Berührung zu kommen
12.
Laboratorium für Pestizidrückstände in Lebensmitteln
13.
Laboratorium für chemische Elemente und Stickstoffverbindungen in Lebensmitteln
14.
Laboratorium für Mykotoxine und Pflanzentoxine in Lebensmitteln
15.
Laboratorium für Prozesskontaminanten in Lebensmitteln
16.
Laboratorium für persistente organische Schadstoffe (POP) in Lebensmitteln

Anhang 8

(Art. 61 Abs. 1)

Aufgaben der nationalen Referenzlaboratorien

1.
Zusammenarbeit mit den Referenzlaboratorien der Europäischen Union und Beteiligung an Schulungen und Laborvergleichstests, die von diesen Laboratorien organisiert werden;
2.
Koordination der Tätigkeiten der amtlichen Laboratorien mit dem Ziel, die Methoden für Laboranalysen, -tests oder -diagnosen und ihre Verwendung zu harmonisieren und zu verbessern;
3.
gegebenenfalls Organisation von Laborvergleichstests oder Eignungsprüfungen zwischen amtlichen Laboratorien, Ergreifen angemessener Folgemassnahmen nach solchen Tests sowie Information des BLV über die Ergebnisse solcher Tests und Folgemassnahmen;
4.
Gewährleistung der Weiterleitung der vom Referenzlaboratorium der Europäischen Union bereitgestellten Information an das BLV und die amtlichen Laboratorien;
5.
wissenschaftliche und technische Unterstützung des BLV innerhalb des Aufgabenbereichs bei der Umsetzung des nationalen Kontrollplans und der nach Artikel 18 MNKPV59 angenommenen koordinierten Kontrollprogramme;
6.
gegebenenfalls Validierung der Reagenzien und der Reagenzienchargen sowie Führung und Aktualisierung der Listen der verfügbaren Referenzsubstanzen und Reagenzien sowie der Herstellerinnen und Lieferantinnen solcher Substanzen und Reagenzien;
7.
Durchführung von Erfahrungsaustauschsitzungen sowie erforderlichenfalls Schulungen für das Personal der amtlichen Laboratorien;
8.
gegebenenfalls Unterstützung des BLV bei der Diagnostizierung der Ausbrüche von durch Lebensmittel übertragenen Krankheiten und Zoonosen sowie im Falle nicht vorschriftsmässiger Sendungen durch Untersuchung von Erregerisolaten zur Diagnosebestätigung, zur Charakterisierung und taxonomischen Einordnung.

Anhang 9

(Art. 70 Abs. 1 und 2 Bst. b)

Spezifische Aufgaben der amtlichen Fachassistentinnen und Fachassistenten

1.
Probenahme;
2.
Kontrolle von Betrieben, die:
a.
Materialien, die mit dem Lebensmittel in Kontakt kommen, herstellen oder vertreiben,
b.
Kosmetika herstellen oder vertreiben,
c.
Spielzeuge herstellen oder vertreiben,
d.
tätowieren, piercen oder Permanent-Make-up anbringen;
3.
Kontrolle von Dusch- und Badewasser.

This site is protected by reCAPTCHA and the Google Privacy Policy and Terms of Service apply.

Feedback