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Verordnung
über die Bekämpfung übertragbarer Krankheiten
des Menschen
(Epidemienverordnung, EpV)

vom 29. April 2015 (Stand am 1. September 2021)

Der Schweizerische Bundesrat,

gestützt auf das Epidemiengesetz vom 28. September 20121 (EpG),

verordnet:

1. Kapitel: Begriffe und Notfallpläne

Art. 1 Begriffe  

In die­ser Ver­ord­nung gel­ten als:

a.
Pri­mär­dia­gno­s­tik: ers­te Un­ter­su­chung ei­ner Pro­be, um Krank­heits­er­re­ger nach­zu­wei­sen;
b.
Re­fe­renz­dia­gno­s­tik: Un­ter­su­chung ei­ner Pro­be im Ver­gleich zu Re­fe­renz­pro­ben oder Re­fe­renz­me­tho­den, um Re­sul­ta­te zu ve­ri­fi­zie­ren, Ty­pen, Va­ri­an­ten oder Re­sis­ten­zen ei­nes Krank­heits­er­re­gers zu cha­rak­te­ri­sie­ren oder Me­tho­den und Stan­dards zu va­li­die­ren;
c.
Be­stä­ti­gungs­dia­gno­s­tik: die ei­ner Pri­mär­dia­gno­s­tik fol­gen­de Un­ter­su­chung ei­ner Pro­be, um ein pri­mär­dia­gno­s­ti­sches Re­sul­tat zu be­stä­ti­gen.
Art. 2 Notfallpläne  

1 Das Bun­des­amt für Ge­sund­heit (BAG) und die Kan­to­ne er­ar­bei­ten Not­fall­plä­ne zum Schutz vor be­son­de­ren Ge­fähr­dun­gen der öf­fent­li­chen Ge­sund­heit.

2 Die Kan­to­ne stüt­zen sich bei der Er­ar­bei­tung ih­rer Plä­ne auf die Plä­ne des BAG ab. Sie ko­or­di­nie­ren ih­re Pla­nung mit ih­ren Nach­bar­kan­to­nen und so­weit mög­lich mit dem grenz­na­hen Aus­land.

3 Das BAG und die Kan­to­ne ver­öf­fent­li­chen ih­re Plä­ne in ge­eig­ne­ter Form.

4 Sie über­prü­fen ih­re Pla­nung re­gel­mäs­sig.

2. Kapitel: Erkennung und Überwachung

1. Abschnitt: Früherkennungs- und Überwachungssysteme

Art. 3  

Das BAG be­treibt ins­be­son­de­re fol­gen­de Früh­er­ken­nungs- und Über­wa­chungs­sys­te­me:

a.
ein Mel­de­sys­tem zur Er­fas­sung von kli­ni­schen und la­bo­r­ana­ly­ti­schen Be­fun­den;
b.
ein Sys­tem zur Über­wa­chung von häu­fi­gen über­trag­ba­ren Krank­hei­ten (Sen­ti­nel­la-Mel­de­sys­tem);
c.
ein Sys­tem zur Er­fas­sung von sel­te­nen über­trag­ba­ren Krank­hei­ten bei hos­pi­ta­li­sier­ten Kin­dern (Swiss Pe­dia­tric Sur­veil­lan­ce Unit);
d.
Sys­te­me zur Über­wa­chung von the­ra­pie­as­so­zi­ier­ten In­fek­tio­nen und Re­sis­ten­zen bei Krank­heits­er­re­gern.

2. Abschnitt: Meldepflicht

Art. 4 Gegenstand der Meldepflicht  

1 Un­ter die Mel­de­pflicht fal­len Be­ob­ach­tun­gen nach Ar­ti­kel 12 Ab­satz 6 EpG, die in Aus­übung der be­ruf­li­chen Tä­tig­keit ge­macht wer­den.

2 Spi­tä­ler und an­de­re öf­fent­li­che oder pri­va­te In­sti­tu­tio­nen des Ge­sund­heits­we­sens so­wie La­bo­ra­to­ri­en sind ver­pflich­tet, in­ner­halb ih­rer In­sti­tu­ti­on die Mel­de­tä­tig­keit si­cher­zu­stel­len.

Art. 5 Meldefrist bei Gefahren für die öffentliche Gesundheit  

Ma­chen mel­de­pflich­ti­ge kan­to­na­le Be­hör­den nach Ar­ti­kel 12 Ab­satz 4 EpG oder Füh­re­rin­nen und Füh­rer von Schif­fen oder von Luft­fahr­zeu­gen im in­ter­na­tio­na­len Li­ni­en- und Char­ter­ver­kehr Be­ob­ach­tun­gen, die auf ei­ne Ge­fahr für die öf­fent­li­che Ge­sund­heit hin­wei­sen, so mel­den sie die Be­ob­ach­tun­gen un­ver­züg­lich.

3. Abschnitt: Inhalt der Meldungen

Art. 6 Meldungen von klinischen Befunden  

Die Mel­dung von kli­ni­schen Be­fun­den von Ärz­tin­nen und Ärz­ten, Spi­tä­lern und an­de­ren öf­fent­li­chen oder pri­va­ten In­sti­tu­tio­nen des Ge­sund­heits­we­sens bein­hal­tet je nach Krank­heits­er­re­ger die fol­gen­den An­ga­ben:

a.
Dia­gno­se und Ma­ni­fes­ta­ti­on;
b.
zur La­bor­dia­gno­s­tik: Grund der Un­ter­su­chung; Da­tum der Pro­ben­ent­nah­me, Un­ter­su­chungs­ma­te­ri­al und Me­tho­de;
c.
zum Ver­lauf: An­ga­ben zu Kom­pli­ka­tio­nen, Hos­pi­ta­li­sie­rung und To­des­fäl­len;
d.
zur Ex­po­si­ti­on: An­ga­ben zu Ort, Zeit, Über­tra­gungs­weg und Um­feld;
e.
Impf­sta­tus und Im­mun­sta­tus;
f.
Zu­ge­hö­rig­keit zu ei­ner Per­so­nen­grup­pe mit er­höh­tem In­fek­ti­ons­ri­si­ko;
g.
In­for­ma­tio­nen zu Ri­si­ko­ver­hal­ten oder Ri­si­ko­fak­to­ren;
h.
ge­trof­fe­ne Mass­nah­men;
i.
la­bo­r­ana­ly­ti­scher Be­fund;
j.
In­for­ma­tio­nen zu Häu­fun­gen von Be­ob­ach­tun­gen oder aus­ser­ge­wöhn­li­che Be­ob­ach­tun­gen;
k.
zur be­trof­fe­nen Per­son:
1.
Vor­na­me, Na­me, Adres­se und Te­le­fon­num­mer, wenn dies für Mass­nah­men nach den Ar­ti­keln 15 so­wie 33–38 EpG not­wen­dig ist, sonst nur die In­itia­len des Vor- und Nach­na­mens und den Wohn­ort; falls die Per­son nicht in der Schweiz wohn­haft ist, den Auf­ent­halts­ort,
2.
Ge­burts­da­tum,
3.
Ge­schlecht,
4.
Staats­an­ge­hö­rig­keit,
5.
be­ruf­li­che Tä­tig­keit,
6.
Her­kunfts­land;
l.
Kon­takt­da­ten der Ärz­tin oder des Arz­tes, des Spi­tals, der Stel­le des Spi­tals nach Ar­ti­kel 12 Ab­satz 2 oder der öf­fent­li­chen oder pri­va­ten In­sti­tu­ti­on des Ge­sund­heits­we­sens.
Art. 7 Ergänzungsmeldungen von klinischen Befunden  

1 Die Er­gän­zungs­mel­dung von kli­ni­schen Be­fun­den von Ärz­tin­nen und Ärz­ten, Spi­tä­lern und an­de­ren öf­fent­li­chen oder pri­va­ten In­sti­tu­tio­nen des Ge­sund­heits­we­sens er­folgt im Hin­blick auf In­for­ma­tio­nen zum Ver­lauf ei­ner über­trag­ba­ren Krank­heit und zu den ge­trof­fe­nen Mass­nah­men.

2 Sie bein­hal­tet je nach Krank­heits­er­re­ger die fol­gen­den An­ga­ben:

a.
Dia­gno­se und Ma­ni­fes­ta­ti­on;
b.
zum Ver­lauf: An­ga­ben zu Kom­pli­ka­tio­nen, Hos­pi­ta­li­sie­rung und To­des­fäl­len;
c.
Be­hand­lungs­re­sul­ta­te;
d.
ge­trof­fe­ne Mass­nah­men;
e.
zur be­trof­fe­nen Per­son:
1.
Vor­na­me, Na­me so­wie Adres­se und Te­le­fon­num­mer, wenn dies für Mass­nah­men nach den Ar­ti­keln 15 so­wie 33–38 EpG not­wen­dig ist, sonst nur die In­itia­len des Vor- und Nach­na­mens und den Wohn­ort; falls die Per­son nicht in der Schweiz wohn­haft ist, den Auf­ent­halts­ort,
2.
das Ge­burts­da­tum,
3.
das Ge­schlecht;
f.
Kon­takt­da­ten der Ärz­tin oder des Arz­tes, des Spi­tals, der Stel­le des Spi­tals nach Ar­ti­kel 12 Ab­satz 2 oder der öf­fent­li­chen oder pri­va­ten In­sti­tu­ti­on des Ge­sund­heits­we­sens.
Art. 8 Meldungen von laboranalytischen Befunden  

1 Die Mel­dung von la­bo­r­ana­ly­ti­schen Be­fun­den von öf­fent­li­chen oder pri­va­ten La­bo­ra­to­ri­en bein­hal­tet je nach Krank­heits­er­re­ger die fol­gen­den An­ga­ben:

a.
zum Re­sul­tat: La­bor­nach­weis mit ei­ner In­ter­pre­ta­ti­on und ei­ner Cha­rak­te­ri­sie­rung des Krank­heits­er­re­gers ein­sch­liess­lich sei­nes Typs oder Sub­typs so­wie sei­nes Re­sis­tenz­pro­fils;
b.
zur Un­ter­su­chung: Un­ter­su­chungs­ma­te­ri­al, Da­tum des Nach­wei­ses, Ent­nah­me­da­tum und Test­me­tho­de;
c.
To­des- und Au­top­sie­da­tum;
d.
Ort der Ent­nah­me bei ei­ner Um­welt­pro­be;
e.
zur be­trof­fe­nen Per­son:
1.
Vor­na­me, Na­me, Adres­se und Te­le­fon­num­mer, wenn dies für Mass­nah­men nach den Ar­ti­keln 15 so­wie 33–38 EpG not­wen­dig ist, sonst nur die In­itia­len des Vor- und Nach­na­mens und den Wohn­ort,
2.
Ge­burts­da­tum,
3.
Ge­schlecht;
f.
Kon­takt­da­ten der auf­trag­ge­ben­den Ärz­tin oder des auf­trag­ge­ben­den Arz­tes;
g.
Kon­takt­da­ten des La­bo­ra­to­ri­ums.

2 Die La­bo­ra­to­ri­en mel­den dem BAG pe­ri­odisch ei­ne Sta­tis­tik al­ler Re­sul­ta­te zu mel­de­pflich­ti­gen Be­ob­ach­tun­gen. Das Eid­ge­nös­si­sche De­par­te­ment des In­nern (EDI) legt den In­halt der Sta­tis­tik in Be­zug auf die ein­zel­nen Krank­heits­er­re­ger fest.

Art. 9 Meldungen von epidemiologischen Befunden  

Die Mel­dung von epi­de­mio­lo­gi­schen Be­fun­den von Ärz­tin­nen und Ärz­ten, Spi­tä­lern und an­de­ren öf­fent­li­chen oder pri­va­ten In­sti­tu­tio­nen des Ge­sund­heits­we­sens bein­hal­tet je nach Krank­heits­er­re­ger die fol­gen­den An­ga­ben:

a.
zu den the­ra­pie­as­so­zi­ier­ten In­fek­tio­nen:
1.
Iden­ti­fi­zie­rung des Krank­heits­er­re­gers und all­fäl­li­ge Re­sis­tenz­pro­fi­le,
2.
An­zahl der In­fek­tio­nen pro Spi­tal­tag be­zie­hungs­wei­se pro me­di­zi­ni­schem Ein­griff für je­des Spi­tal über einen be­stimm­ten Zeit­raum,
3.
Präva­lenz der In­fek­tio­nen an be­stimm­ten Ta­gen;
b.
zu den Aus­brü­chen the­ra­pie­as­so­zi­ier­ter In­fek­tio­nen:
1.
epi­de­mio­lo­gi­sche Merk­ma­le (z. B. Krank­heits­er­re­ger, Ty­pi­sie­run­gen),
2.
An­zahl der be­trof­fe­nen Pa­ti­en­tin­nen und Pa­ti­en­ten,
3.
wahr­schein­li­cher Über­tra­gungs­weg so­wie An­ga­ben zum Über­tra­gungs­ri­si­ko,
4.
Da­tum der ein­zel­nen Dia­gno­sen,
5.
ge­trof­fe­ne Mass­nah­men,
6.
Na­me und Adres­se der be­trof­fe­nen Ein­rich­tung;
c.
Kon­takt­da­ten der Ärz­tin oder des Arz­tes, des Spi­tals, der Stel­le des Spi­tals nach Ar­ti­kel 12 Ab­satz 2 oder der öf­fent­li­chen oder pri­va­ten In­sti­tu­ti­on des Ge­sund­heits­we­sens.

4. Abschnitt: Bearbeitung der Meldungen

Art. 10 Entgegennahme und Kontrolle der Meldungen  

1 Die Kan­ton­särz­tin­nen und Kan­ton­särz­te neh­men die Mel­dun­gen nach den Ar­ti­keln 6–8 ent­ge­gen. Sie kon­trol­lie­ren, ob die Mel­dun­gen voll­stän­dig sind, und for­dern bei Be­darf die nö­ti­gen An­ga­ben ein. Für die Ar­mee nimmt die Ober­fel­därz­tin oder der Ober­feld­arzt die Mel­dun­gen ent­ge­gen und kon­trol­liert sie.

2 Geht nach Ein­gang der Mel­dung zu ei­nem la­bo­r­ana­ly­ti­schen Be­fund (Art. 8) kei­ne Mel­dung zu ei­nem kli­ni­schen Be­fund (Art. 6) ein, so for­dert die Kan­ton­särz­tin oder der Kan­tons­arzt be­zie­hungs­wei­se die Ober­fel­därz­tin oder der Ober­feld­arzt die­se ein. Er oder sie for­dert zu­sätz­lich die Er­gän­zungs­mel­dung zu ei­nem kli­ni­schen Be­fund (Art. 7) ein.

Art. 11 Weiterleitung der Meldungen  

1 Die Kan­ton­särz­tin­nen und Kan­ton­särz­te lei­ten die Mel­dun­gen in­ner­halb der Mel­de­frist an das BAG wei­ter und in­for­mie­ren bei Be­darf die Kan­ton­särz­tin­nen und Kan­ton­särz­te an­de­rer Kan­to­ne.

2 Sie sor­gen in ih­rem Kan­ton für den ge­gen­sei­ti­gen Aus­tausch von Be­ob­ach­tun­gen mit der Kan­ton­sche­mi­ke­rin oder dem Kan­ton­sche­mi­ker, der Kan­tons­tierärz­tin oder dem Kan­tons­tier­arzt, der Kan­tons­apo­the­ke­rin oder dem Kan­tons­apo­the­ker so­wie wei­te­ren kan­to­na­len Be­hör­den im Be­reich des Be­völ­ke­rungs­schut­zes oder der Ret­tungs­diens­te.

Art. 12 Auskünfte zu meldepflichtigen Beobachtungen  

1 Die mel­de­pflich­ti­gen Per­so­nen und In­sti­tu­tio­nen müs­sen der Kan­ton­särz­tin oder dem Kan­tons­arzt so­wie dem BAG auf An­fra­ge Aus­künf­te zu mel­de­pflich­ti­gen Be­ob­ach­tun­gen ge­ben.

2 Spi­tä­ler, an­de­re öf­fent­li­che oder pri­va­te In­sti­tu­tio­nen des Ge­sund­heits­we­sens, Flug­ha­fen­hal­ter und Be­trei­ber von Ha­fen­an­la­gen be­zeich­nen ei­ne für die Er­tei­lung der Aus­künf­te zu­stän­di­ge Stel­le.

3 Das BAG und die Kan­ton­särz­tin­nen und Kan­ton­särz­te be­zie­hungs­wei­se die Ober­fel­därz­tin oder der Ober­feld­arzt stel­len den ge­gen­sei­ti­gen In­for­ma­ti­ons­aus­tausch si­cher.

4 Das BAG kann die La­bo­ra­to­ri­en be­auf­tra­gen, den mel­de­pflich­ti­gen Per­so­nen und In­sti­tu­tio­nen zu­sam­men mit dem Un­ter­su­chungs­er­geb­nis ein Mel­de­for­mu­lar zum kli­ni­schen Be­fund zu­zu­stel­len.

Art. 13 Information über Massnahmen nach den Artikeln 33–38 und 40 EpG  

1 Die Kan­ton­särz­tin­nen und Kan­ton­särz­te in­for­mie­ren das BAG bei wich­ti­gen Er­eig­nis­sen über die Mass­nah­men nach den Ar­ti­keln 33–38 und 40 EpG. Sie über­prü­fen die Um­set­zung der Mass­nah­men und in­for­mie­ren das BAG.

2 Die be­trof­fe­nen Ärz­tin­nen und Ärz­te, Spi­tä­ler, an­de­ren öf­fent­li­chen oder pri­va­ten In­sti­tu­tio­nen des Ge­sund­heits­we­sens, La­bo­ra­to­ri­en, Flug­ha­fen­hal­ter und Be­trei­ber von Ha­fen­an­la­gen sind ver­pflich­tet den Kan­ton­särz­tin­nen und Kan­ton­särz­ten Aus­kunft über die Um­set­zung der Mass­nah­men nach den Ar­ti­keln 33–38 und 40 EpG zu er­tei­len.

Art. 14 Aufbereitung der Meldedaten  

Das BAG be­ar­bei­tet die Da­ten, die nach den Ar­ti­keln 6–9 er­ho­ben wer­den, stellt der Öf­fent­lich­keit an­ony­mi­sier­te Sta­tis­ti­ken elek­tro­nisch zur Ver­fü­gung und ver­öf­fent­licht re­gel­mäs­sig Zu­sam­men­stel­lun­gen, Ana­ly­sen und Kom­men­ta­re.

5. Abschnitt: Epidemiologische Abklärungen und Bearbeitung der Meldedaten

Art. 15 Aufgaben der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte  

1 Die Kan­ton­särz­tin­nen und Kan­ton­särz­te füh­ren in ih­rem Zu­stän­dig­keits­be­reich epi­de­mio­lo­gi­sche Ab­klä­run­gen durch, ins­be­son­de­re über die Art, die Ur­sa­che, die An­ste­ckungs­quel­le und die Aus­brei­tung ei­ner fest­ge­stell­ten oder ver­mu­te­ten Krank­heit. Sie kön­nen da­zu das BAG bei­zie­hen.

2 Sie ko­or­di­nie­ren ih­re Ab­klä­run­gen bei Be­darf mit der Kan­tons­tierärz­tin oder dem Kan­tons­tier­arzt, der Kan­ton­sche­mi­ke­rin oder dem Kan­ton­sche­mi­ker, der Kan­tons­apo­the­ke­rin oder dem Kan­tons­apo­the­ker, mit an­de­ren be­trof­fe­nen kan­to­na­len Be­hör­den oder In­sti­tu­tio­nen so­wie mit an­de­ren Kan­to­nen.

Art. 16 Aufgaben des BAG  

1 Das BAG ge­währt den Kan­to­nen auf An­fra­ge Un­ter­stüt­zung bei epi­de­mio­lo­gi­schen Ab­klä­run­gen, in­dem es Fol­gen­des an­bie­tet:

a.
fach­li­che Grund­la­gen wie Stich­pro­ben­zie­hung, Check­lis­ten und wei­te­re Er­he­bungs­in­stru­men­te zur Durch­füh­rung von Aus­bruchsab­klä­run­gen;
b.
per­so­nel­le Un­ter­stüt­zung.

2 Es stellt die Ko­or­di­na­ti­on mit an­de­ren Bun­des­stel­len, Fa­ch­ex­per­tin­nen und Fa­ch­ex­per­ten, aus­län­di­schen Be­hör­den so­wie mit in­ter­na­tio­na­len Or­ga­ni­sa­tio­nen si­cher.

3 Es ko­or­di­niert bei Be­darf die kan­tons­über­grei­fen­den Ab­klä­run­gen.

Art. 17 Epidemiologische Abklärungen durch das BAG  

1 Das BAG kann sel­ber epi­de­mio­lo­gi­sche Ab­klä­run­gen durch­füh­ren, ins­be­son­de­re:

a.
in ei­ner be­son­de­ren La­ge im Hin­blick auf die An­ord­nung von Mass­nah­men nach den Ar­ti­keln 33–38 und 40 EpG;
b.
wenn ei­ne kan­tons­über­grei­fen­de Ko­or­di­na­ti­on der Ver­hü­tungs- und Be­kämp­fungs­mass­nah­men not­wen­dig ist; oder
c.
wenn Mass­nah­men im in­ter­na­tio­na­len Per­so­nen­ver­kehr not­wen­dig sind.

2 Es in­for­miert die Kan­ton­särz­tin­nen und Kan­ton­särz­te über sei­ne epi­de­mio­lo­gi­schen Un­ter­su­chun­gen, ins­be­son­de­re über Re­sul­ta­te und ge­trof­fe­ne Mass­nah­men.

3 Es kann ei­ne Kan­ton­särz­tin oder einen Kan­tons­arzt mit ei­ner epi­de­mio­lo­gi­schen Ab­klä­rung be­auf­tra­gen, so­weit ei­ne er­heb­li­che Ge­fähr­dung der öf­fent­li­chen Ge­sund­heit be­steht.

Art. 18 Bearbeitung der Meldedaten  

Das BAG und die zu­stän­di­gen kan­to­na­len Be­hör­den kön­nen die Mel­de­da­ten zu den Zwe­cken nach Ar­ti­kel 58 Ab­satz 1 EpG be­ar­bei­ten, ins­be­son­de­re aus­wer­ten, auf­be­rei­ten oder sie zur Ab­klä­rung von Krank­heits­aus­brü­chen ver­wen­den. Sie kön­nen die Be­ar­bei­tung Drit­ten über­tra­gen.

6. Abschnitt: Delegationsbestimmungen

Art. 19 Weiterführende Regelungen durch das EDI  

1 Das EDI legt die ein­zel­nen mel­de­pflich­ti­gen Be­ob­ach­tun­gen und für je­de Be­ob­ach­tung den In­halt der Mel­dung, die Mel­de­kri­te­ri­en, die Mel­de­fris­ten, die Mel­de­we­ge und die Art der Über­mitt­lung fest.

2 Es re­gelt, bei wel­chen Be­ob­ach­tun­gen:

a.
An­ga­ben zur Iden­ti­fi­zie­rung von Per­so­nen not­wen­dig sind, da­mit Mass­nah­men nach den Ar­ti­keln 15 so­wie 33–38 EpG an­ge­ord­net wer­den kön­nen;
b.
Pro­ben und Un­ter­su­chungs­er­geb­nis­se an die vom BAG be­zeich­ne­ten La­bo­ra­to­ri­en (Art. 23 und 24) ge­sen­det wer­den müs­sen;
c.
so­wohl po­si­ti­ve als auch ne­ga­ti­ve Un­ter­su­chungs­er­geb­nis­se zu mel­den sind.
Art. 20 Verfügungen des BAG  

Wenn ei­ne be­son­de­re Ge­fähr­dung der öf­fent­li­chen Ge­sund­heit un­mit­tel­bar droht oder be­steht, kann das BAG ver­fü­gen, dass:

a.
Mel­dun­gen An­ga­ben zur Iden­ti­fi­zie­rung von Per­so­nen ent­hal­ten müs­sen, da­mit Mass­nah­men nach den Ar­ti­keln 15 so­wie 33–38 EpG an­ge­ord­net wer­den kön­nen;
b.
aus­ge­wähl­te mel­de­pflich­ti­ge Ärz­tin­nen und Ärz­te, Spi­tä­ler und an­de­re öf­fent­li­che oder pri­va­te In­sti­tu­tio­nen des Ge­sund­heits­we­sens und La­bo­ra­to­ri­en be­stimm­te An­ga­ben mel­den müs­sen;
c.
Pro­ben und Un­ter­su­chungs­er­geb­nis­se an die vom BAG be­zeich­ne­ten La­bo­ra­to­ri­en (Art. 23 und 24) ge­sen­det wer­den müs­sen.

7. Abschnitt: Meldungen zur epidemiologischen Überwachung und zu Forschungszwecken

Art. 21 Auswertung  

1 Das BAG er­fasst Mel­dun­gen zur epi­de­mio­lo­gi­schen Über­wa­chung und zu For­schungs­zwe­cken, die ihm auf­grund ei­ner Ver­ein­ba­rung mit Ärz­tin­nen oder Ärz­ten, La­bo­ra­to­ri­en, Spi­tä­lern oder an­de­ren öf­fent­li­chen oder pri­va­ten In­sti­tu­tio­nen des Ge­sund­heits­we­sens zu­ge­stellt wur­den, und wer­tet sie aus.

2 Es legt in der Ver­ein­ba­rung fest, wie die den Mel­dun­gen zu­grun­de lie­gen­den Be­ob­ach­tun­gen zu er­fas­sen sind. Zu die­sem Zweck kann es ei­ne Pro­gramm­kom­mis­si­on ein­set­zen.

Art. 22 Veröffentlichung der Resultate  

Das BAG stellt die Re­sul­ta­te der Aus­wer­tung den teil­neh­men­den Per­so­nen und In­sti­tu­tio­nen so­wie den Kan­ton­särz­tin­nen und Kan­ton­särz­ten zur Ver­fü­gung und ver­öf­fent­licht sie nach Be­darf.

8. Abschnitt: Laboratorien

Art. 23 Aufgaben der nationalen Referenzzentren  

1 Die vom BAG be­zeich­ne­ten na­tio­na­len Re­fe­renz­zen­tren ha­ben ins­be­son­de­re die fol­gen­den Auf­ga­ben:

a.
Re­fe­renz­dia­gno­s­tik in­klu­si­ve der Cha­rak­te­ri­sie­rung der Krank­heits­er­re­ger oder ih­rer Wir­kung;
b.
Ver­wal­tung ei­ner Re­fe­renz­samm­lung oder Si­cher­stel­lung des Zu­gangs zu ei­ner sol­chen Samm­lung;
c.
Me­tho­den­ent­wick­lung und For­schung;
d.
Be­ra­tung und Schu­lung von Be­hör­den und Fach­per­so­nen;
e.
in­ter­na­tio­na­le Zu­sam­men­ar­beit und Ver­net­zung;
f.
Un­ter­stüt­zung des BAG bei der Er­ken­nung und der Über­wa­chung über­trag­ba­rer Krank­hei­ten.

2 Bei Be­darf kön­nen die na­tio­na­len Re­fe­renz­zen­tren zu­sätz­lich ins­be­son­de­re mit den fol­gen­den Auf­ga­ben be­traut wer­den:

a.
Un­ter­stüt­zung des BAG und der Kan­to­ne bei epi­de­mio­lo­gi­schen Ab­klä­run­gen;
b.
Um­set­zung spe­zi­fi­scher Dia­gno­s­tik­kon­zep­te des Bun­des;
c.
Un­ter­stüt­zung des Mass­nah­men­voll­zugs;
d.
Be­reit­stel­lung von Ma­te­ri­al, das der Ent­nah­me und dem Ver­sand von Pro­ben dient;
e.
Me­tho­den­trans­fer an an­de­re La­bo­ra­to­ri­en;
f.
Si­cher­stel­lung der Pri­mär­dia­gno­s­tik bei un­ge­nü­gen­dem Markt­an­ge­bot.
Art. 24 Übertragung von Aufgaben an die nationalen Bestätigungs­laboratorien  

Das BAG kann die na­tio­na­len Be­stä­ti­gungs­la­bo­ra­to­ri­en mit ein­zel­nen Auf­ga­ben nach Ar­ti­kel 23 be­trau­en.

3. Kapitel: Verhütung

1. Abschnitt: Verhütungsmassnahmen

Art. 25 Verhütung der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit bei chirurgischen und medizinischen Eingriffen  

1 Zur Ver­rin­ge­rung des Über­tra­gungs­ri­si­kos al­ler For­men der Creutz­feldt-Ja­kob-Krank­heit müs­sen Spi­tä­ler und Kli­ni­ken wie­der­ver­wend­ba­re in­va­si­ve Me­di­zin­pro­duk­te, die in ste­ri­lem Zu­stand zu ver­wen­den sind, ins­be­son­de­re chir­ur­gi­sche In­stru­men­te, vor je­der An­wen­dung:

a.
nach dem Stand der Wis­sen­schaft und un­ter Be­rück­sich­ti­gung der An­ga­ben des Her­stel­lers de­kon­ta­mi­nie­ren und des­in­fi­zie­ren; und
b.
bei 134°C im ge­sät­tig­ten ge­spann­ten Was­ser­dampf 18 Mi­nu­ten lang ste­ri­li­sie­ren.

2 Me­di­zin­pro­duk­te, die ge­mä­ss den An­ga­ben des Her­stel­lers durch das Ste­ri­li­sa­ti­ons­ver­fah­ren Scha­den neh­men, dür­fen nicht wie­der­ver­wen­det wer­den, wenn sie durch ver­gleich­ba­re Me­di­zin­pro­duk­te er­setzt wer­den kön­nen, die dem Ver­fah­ren stand­hal­ten.

3 An­de­re Ge­sund­heits­ein­rich­tun­gen als Spi­tä­ler und Kli­ni­ken, ins­be­son­de­re Arzt­pra­xen, müs­sen Me­di­zin­pro­duk­te, die für neu­ro­chir­ur­gi­sche, oph­thal­mo­lo­gi­sche, otor­hi­no­la­ryn­go­lo­gi­sche oder kie­fer­chir­ur­gi­sche Ein­grif­fe ver­wen­det wur­den, nach den Ab­sät­zen 1 und 2 be­han­deln.

Art. 26 Verbot der Transplantation von Dura mater  

Die he­te­ro­lo­ge Trans­plan­ta­ti­on von mensch­li­cher Du­ra ma­ter ist ver­bo­ten.

Art. 27 Bereitstellung von Informations- und Präventionsmaterial durch Betriebe und Veranstalter  

Wer einen Be­trieb führt, in dem se­xu­el­le Dienst­leis­tun­gen ge­gen Ent­gelt an­ge­bo­ten wer­den, oder wer Ver­an­stal­tun­gen durch­führt, bei de­nen se­xu­el­le Kon­tak­te an­ge­bo­ten oder er­mög­licht wer­den, muss zur Ver­hü­tung von HIV/Ai­ds und an­de­ren se­xu­ell über­trag­ba­ren Krank­hei­ten Fol­gen­des kos­ten­los be­reit­stel­len:

a.
ge­eig­ne­tes In­for­ma­ti­ons­ma­te­ri­al; und
b.
Prä­ser­va­ti­ve und was­ser­lös­li­che Gleit­mit­tel.
Art. 28 Verhütungsmassnahmen in Schulen und Kindertagesstätten  

1 Die Schul­be­hör­den sor­gen da­für, dass die ge­setz­li­che Ver­tre­tung beim Ein­tritt des Kin­des in den Kin­der­gar­ten oder in die Schu­le über Ma­sern, die Ma­sern­imp­fung und die Mass­nah­men, die die kan­to­na­len Be­hör­den bei Ma­sern­aus­brü­chen er­grei­fen kön­nen, in­for­miert ist.

2 Ab­satz 1 gilt sinn­ge­mä­ss für Kin­der­ta­ges­stät­ten.

3 Die Schul­be­hör­den und Kin­der­ta­ges­stät­ten sor­gen da­für, dass die ge­setz­li­che Ver­tre­tung bei Krank­heits­aus­brü­chen mit ähn­lich gra­vie­ren­den Aus­wir­kun­gen wie bei Ma­sern In­for­ma­tio­nen nach Ab­satz 1 er­hält.

Art. 29 Verhütungsmassnahmen in Institutionen des Gesundheitswesens  

In­sti­tu­tio­nen des Ge­sund­heits­we­sens, ins­be­son­de­re Spi­tä­ler, Hei­me und Arzt­pra­xen, müs­sen fol­gen­de Ver­hü­tungs­mass­nah­men tref­fen:

a.
Sie in­for­mie­ren die An­ge­stell­ten und die Per­so­nen, die in die­sen Be­trie­ben tä­tig sind, über die Ver­hü­tung von the­ra­pie­as­so­zi­ier­ten In­fek­tio­nen und An­ti­bio­ti­ka­re­sis­ten­zen so­wie die in­ner­halb der In­sti­tu­ti­on ge­trof­fe­nen Mass­nah­men.
b.
Sie in­for­mie­ren Per­so­nen, die mit Pa­ti­en­tin­nen und Pa­ti­en­ten in­ner­halb der In­sti­tu­ti­on in Kon­takt kom­men, über die Ver­hü­tung von the­ra­pie­as­so­zi­ier­ten In­fek­tio­nen und An­ti­bio­ti­ka­re­sis­ten­zen.
c.
Sie stel­len ge­eig­ne­tes Prä­ven­ti­ons- und In­for­ma­ti­ons­ma­te­ri­al zur Ver­hü­tung von the­ra­pie­as­so­zi­ier­ten In­fek­tio­nen und An­ti­bio­ti­ka­re­sis­ten­zen be­reit.
d.
Sie tref­fen die not­wen­di­gen or­ga­ni­sa­to­ri­schen Mass­nah­men, um das Ri­si­ko von Krank­heits­über­tra­gun­gen zu ver­rin­gern.
Art. 30 Verhütungsmassnahmen in Institutionen des Freiheitsentzugs  

1 In­sti­tu­tio­nen des Frei­heits­ent­zugs müs­sen al­len Per­so­nen in ih­rer Ob­hut den Zu­gang zu ge­eig­ne­ten Ver­hü­tungs­mass­nah­men ge­währ­leis­ten. Die Durch­füh­rung der Mass­nah­men rich­tet sich nach den be­ste­hen­den In­fek­ti­ons- und Über­tra­gungs­ri­si­ken. Die epi­de­mio­lo­gi­sche La­ge, der Ge­sund­heits­zu­stand und das Ri­si­ko­ver­hal­ten der be­trof­fe­nen Per­so­nen so­wie die Auf­ent­halts­dau­er und die Haft­be­din­gun­gen sind an­ge­mes­sen zu be­rück­sich­ti­gen.

2 Die In­sti­tu­tio­nen des Frei­heits­ent­zugs sor­gen ins­be­son­de­re da­für, dass die Per­so­nen in ih­rer Ob­hut:

a.
nach dem Ein­tritt in die In­sti­tu­ti­on in­nert nütz­li­cher Frist, wenn mög­lich durch me­di­zi­ni­sches Fach­per­so­nal, zu Ex­po­si­ti­ons­ri­si­ken und mög­li­chen Sym­pto­men von In­fek­ti­ons­krank­hei­ten, ins­be­son­de­re von HIV/Ai­ds, von an­de­ren se­xu­ell oder durch Blut über­trag­ba­ren Krank­hei­ten so­wie von Tu­ber­ku­lo­se, be­fragt wer­den und dass ih­nen bei Be­darf ei­ne me­di­zi­ni­sche Un­ter­su­chung an­ge­bo­ten wird;
b.
nach dem Ein­tritt in die In­sti­tu­ti­on in­nert nütz­li­cher Frist in ei­ner ih­nen ver­ständ­li­chen Spra­che über In­fek­ti­ons­krank­hei­ten und ih­re mög­li­chen Sym­pto­me, ins­be­son­de­re über HIV/Ai­ds, über an­de­re se­xu­ell oder durch Blut über­trag­ba­re Krank­hei­ten und über Tu­ber­ku­lo­se, in­for­miert wer­den;
c.
be­darfs- und si­tua­ti­ons­ge­recht Zu­gang zu ge­eig­ne­ten Mit­teln und The­ra­pi­en zur Ver­hü­tung von se­xu­ell oder durch Blut über­trag­ba­ren Krank­hei­ten er­hal­ten, ins­be­son­de­re zu Prä­ser­va­ti­ven, ste­ri­lem In­jek­ti­ons­ma­te­ri­al und zu ei­ner be­täu­bungs­mit­tel­ge­stütz­ten Be­hand­lung;
d.
Zu­gang zu ei­ner ge­eig­ne­ten me­di­zi­ni­schen Ver­sor­gung und zu Imp­fun­gen nach dem na­tio­na­len Impf­plan er­hal­ten.
Art. 31 Verhütungsmassnahmen in Zentren des Bundes und kantonalen Kollektivunterkünften für Asylsuchende 2  

1Die Be­trei­ber von Zen­tren des Bun­des und von kan­to­na­len Kol­lek­ti­vun­ter­künf­ten für Asyl­su­chen­de müs­sen al­len Per­so­nen in ih­rer Ob­hut den Zu­gang zu ge­eig­ne­ten Ver­hü­tungs­mass­nah­men ge­währ­leis­ten. Die Durch­füh­rung der Mass­nah­men rich­tet sich nach den be­ste­hen­den In­fek­ti­ons- und Über­tra­gungs­ri­si­ken.3

2Die Be­trei­ber von Zen­tren des Bun­des und kan­to­na­len Kol­lek­ti­vun­ter­künf­ten für Asyl­su­chen­de sor­gen ins­be­son­de­re da­für, dass die Per­so­nen in ih­rer Ob­hut:4

a.
nach dem Ein­tritt in die Un­ter­kunft in­nert nütz­li­cher Frist in ei­ner ih­nen ver­ständ­li­chen Spra­che über In­fek­ti­ons­krank­hei­ten und ih­re mög­li­chen Sym­pto­me, ins­be­son­de­re über HIV/Ai­ds, über an­de­re se­xu­ell oder durch Blut über­trag­ba­ren Krank­hei­ten und über Tu­ber­ku­lo­se, so­wie über den Zu­gang zur me­di­zi­ni­schen Ver­sor­gung in­for­miert wer­den;
b.
die ge­eig­ne­ten Mit­tel zur Ver­hü­tung von se­xu­ell oder durch Blut über­trag­ba­ren Krank­hei­ten, ins­be­son­de­re Prä­ser­va­ti­ve, er­hal­ten;
c.
Zu­gang zu ei­ner ge­eig­ne­ten me­di­zi­ni­schen Ver­sor­gung und zu Imp­fun­gen nach dem na­tio­na­len Impf­plan un­ter Be­rück­sich­ti­gung der spe­zi­fi­schen Emp­feh­lun­gen des BAG für Asyl­su­chen­de er­hal­ten.

3 Bund und Kan­to­ne ko­or­di­nie­ren die Um­set­zung der Mass­nah­men nach Ab­satz 2. Das BAG legt un­ter Ein­be­zug des Staats­se­kre­ta­ri­ats für Mi­gra­ti­on (SEM) und der zu­stän­di­gen kan­to­na­len Be­hör­den die fach­li­chen und ad­mi­nis­tra­ti­ven Ab­läu­fe fest und über­prüft pe­ri­odisch die Wirk­sam­keit der Ver­hü­tungs­mass­nah­men.

4Das BAG er­lässt nach Ab­spra­che mit dem SEM Emp­feh­lun­gen zu den Ver­hü­tungs­mass­nah­men in den Zen­tren des Bun­des so­wie in den kan­to­na­len Kol­lek­ti­vun­ter­künf­ten für Asyl­su­chen­de. Es stellt das nö­ti­ge In­for­ma­ti­ons­ma­te­ri­al be­reit.5

2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. III 2 der V vom 8. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. März 2019 (AS 2018 2857).

3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. III 2 der V vom 8. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. März 2019 (AS 2018 2857).

4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. III 2 der V vom 8. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. März 2019 (AS 2018 2857).

5 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. III 2 der V vom 8. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. März 2019 (AS 2018 2857).

2. Abschnitt: Impfungen

Art. 32 Nationaler Impfplan  

1 Der na­tio­na­le Impf­plan ent­hält Impf­emp­feh­lun­gen zum Schutz der Ge­samt­be­völ­ke­rung, be­stimm­ter Per­so­nen­grup­pen mit ei­nem er­höh­ten In­fek­ti­ons-, Über­tra­gungs- oder Kom­pli­ka­ti­ons­ri­si­ko so­wie zum Schutz ein­zel­ner Per­so­nen.

2 Die Impf­emp­feh­lun­gen des na­tio­na­len Impf­plans:

a.
be­schrei­ben die Imp­fun­gen und Impf­sche­mas und ent­hal­ten In­for­ma­tio­nen zum für die Durch­füh­rung der Imp­fung ge­eig­ne­ten Al­ter, zur An­zahl Impf­do­sen, zu den Zei­t­in­ter­val­len der Imp­fun­gen so­wie zu Nach­ho­limp­fun­gen;
b.
sind in ver­schie­de­ne Ka­te­go­ri­en von Imp­fun­gen un­ter­teilt, na­ment­lich:
1.
emp­foh­le­ne Ba­si­simp­fun­gen, die dem Schutz der in­di­vi­du­el­len und öf­fent­li­chen Ge­sund­heit die­nen,
2.
emp­foh­le­ne er­gän­zen­de Imp­fun­gen, die einen in­di­vi­du­el­len Schutz ge­gen de­fi­nier­te Ge­sund­heits­ri­si­ken bie­ten,
3.
emp­foh­le­ne Imp­fun­gen für Ri­si­ko­grup­pen, für wel­che die Imp­fung als nutz­brin­gend ein­ge­stuft wird.

3 Der na­tio­na­le Impf­plan wird re­gel­mäs­sig an neue wis­sen­schaft­li­che Er­kennt­nis­se und An­for­de­run­gen der öf­fent­li­chen Ge­sund­heit an­ge­passt.

4 Er wird ein­mal jähr­lich vom BAG pu­bli­ziert.

Art. 33 Aufgaben von Ärztinnen und Ärzten  

1 Ärz­tin­nen und Ärz­te wir­ken im Rah­men ih­rer Tä­tig­keit an der Um­set­zung des na­tio­na­len Impf­plans mit.

2 Sie neh­men fol­gen­de Auf­ga­ben wahr:

a.
Sie in­for­mie­ren ba­sie­rend auf dem Impf­sta­tus die von den Impf­emp­feh­lun­gen be­trof­fe­nen Per­so­nen be­zie­hungs­wei­se die ge­setz­li­che Ver­tre­tung über den na­tio­na­len Impf­plan so­wie über die Über­tra­gungs- und Krank­heits­ri­si­ken für Per­so­nen, die nicht ge­impft sind.
b.
Sie stel­len die of­fi­zi­el­len In­for­ma­ti­ons­mit­tel des Bun­des oder der Kan­to­ne den von den Impf­emp­feh­lun­gen be­trof­fe­nen Per­so­nen be­zie­hungs­wei­se der ge­setz­li­chen Ver­tre­tung zur Ver­fü­gung.
Art. 34 Aufgaben von Apothekerinnen und Apothekern und weiteren Gesundheitsfachpersonen  

1 Apo­the­ke­rin­nen und Apo­the­ker, Pfle­ge­fach­per­so­nen, Heb­am­men, Ent­bin­dungs­pfle­ger so­wie me­di­zi­ni­sches Hilfs­per­so­nal tra­gen im Rah­men ih­rer Tä­tig­keit zur Um­set­zung des na­tio­na­len Impf­plans bei.

2 Sie in­for­mie­ren die von den Impf­emp­feh­lun­gen be­trof­fe­nen Per­so­nen be­zie­hungs­wei­se die ge­setz­li­che Ver­tre­tung über den na­tio­na­len Impf­plan oder ver­wei­sen sie an ei­ne Ärz­tin oder einen Arzt.

Art. 35 Informationspflicht der Kantone  

Die zu­stän­di­gen kan­to­na­len Be­hör­den in­for­mie­ren ins­be­son­de­re fol­gen­de Per­so­nen und In­sti­tu­tio­nen, die in ih­rem Kan­tons­ge­biet tä­tig oder an­säs­sig sind, über den na­tio­na­len Impf­plan:

a.
Ärz­tin­nen und Ärz­te;
b.
Apo­the­ke­rin­nen und Apo­the­ker, Pfle­ge­fach­per­so­nen, Heb­am­men und Ent­bin­dungs­pfle­ger so­wie das me­di­zi­ni­sche Hilfs­per­so­nal;
c.
die Aus­bil­dungs­in­sti­tu­tio­nen im Be­reich der Ge­sund­heit;
d.
In­sti­tu­tio­nen, die Per­so­nen mit ei­nem er­höh­ten Ri­si­ko für ei­ne Kom­pli­ka­ti­on, ei­ne in­va­si­ve In­fek­ti­on, ei­ne Ex­po­si­ti­on oder ei­ne Über­tra­gung be­treu­en.
Art. 36 Überprüfung des Impfstatus von Kindern und Jugendlichen  

1 Die zu­stän­di­gen kan­to­na­len Be­hör­den über­prü­fen den Impf­sta­tus von Kin­dern und Ju­gend­li­chen min­des­tens zwei­mal, zu Be­ginn und ge­gen En­de der ob­li­ga­to­ri­schen Schul­zeit.

2 Sie emp­feh­len der ge­setz­li­chen Ver­tre­tung von un­voll­stän­dig ge­impf­ten Kin­dern die Imp­fung nach dem na­tio­na­len Impf­plan. Im Fal­le von un­voll­stän­dig ge­impf­ten Ju­gend­li­chen rich­ten sie die Emp­feh­lung an die be­trof­fe­ne Per­son oder an die ge­setz­li­che Ver­tre­tung.

3 Sie ver­wei­sen die­je­ni­gen Per­so­nen, die sich für ei­ne Imp­fung ent­schei­den be­zie­hungs­wei­se de­ren ge­setz­li­che Ver­tre­tung ei­ne sol­che ver­langt, an ei­ne ge­eig­ne­te Impf­stel­le oder bie­ten bei Be­darf die Imp­fung sel­ber an. Sie stel­len si­cher, dass die Imp­fung mit al­len vor­ge­se­he­nen Do­sen nach dem na­tio­na­len Impf­plan er­fol­gen kann.

Art. 37 Massenimpfungen  

Die Kan­to­ne stel­len si­cher, dass bei Be­darf Mas­sen­imp­fun­gen durch­ge­führt wer­den kön­nen. Sie stel­len die da­zu not­wen­di­ge In­fra­struk­tur be­reit.

Art. 38 Obligatorische Impfungen  

1 Zur Fest­stel­lung, ob ei­ne er­heb­li­che Ge­fahr be­steht (Art. 22 EpG), be­ur­tei­len die zu­stän­di­gen kan­to­na­len Be­hör­den fol­gen­de Fak­to­ren:

a.
Schwe­re­grad ei­ner mög­li­chen Er­kran­kung so­wie das Ri­si­ko ei­ner Wei­ter­ver­brei­tung der Krank­heit;
b.
Ge­fähr­dung be­son­ders ver­letz­ba­rer Per­so­nen;
c.
epi­de­mio­lo­gi­sche Si­tua­ti­on auf kan­to­na­ler, na­tio­na­ler und in­ter­na­tio­na­ler Ebe­ne un­ter Ein­be­zug des BAG;
d.
zu er­war­ten­de Wirk­sam­keit ei­nes all­fäl­li­gen Imp­fob­li­ga­to­ri­ums;
e.
Eig­nung und Wirk­sam­keit an­de­rer Mass­nah­men zur Ein­däm­mung der Ge­sund­heits­ge­fahr.

2 Ein Imp­fob­li­ga­to­ri­um für Per­so­nen, die be­stimm­te Tä­tig­kei­ten aus­üben, ins­be­son­de­re in Ge­sund­heits­ein­rich­tun­gen, ist auf die­je­ni­gen Be­rei­che zu be­schrän­ken, in wel­chen das Ri­si­ko ei­ner Wei­ter­ver­brei­tung der Krank­heit er­höht ist oder in wel­chen be­son­ders ver­letz­ba­re Per­so­nen ge­fähr­det sind.

3 Ein Imp­fob­li­ga­to­ri­um muss zeit­lich be­fris­tet sein. Die Imp­fung darf nicht mit­tels phy­si­schem Zwang er­fol­gen.

Art. 39 Überwachung und Evaluation der Impfmassnahmen  

Das BAG nimmt bei der Über­prü­fung der Zweck­mäs­sig­keit und Wirk­sam­keit der Impf­mass­nah­men fol­gen­de Auf­ga­ben wahr:

a.
Es legt die In­di­ka­to­ren zur Über­prü­fung der Mass­nah­men zur För­de­rung von Imp­fun­gen fest.
b.
Es er­hebt un­ter Be­rück­sich­ti­gung der In­di­ka­to­ren re­gel­mäs­sig Da­ten zu den kan­to­na­len Mass­nah­men in Be­zug auf die Er­rei­chung der fest­ge­leg­ten Zie­le.
c.
Es ko­or­di­niert kan­to­na­le Er­he­bun­gen zur Fest­stel­lung des An­teils ge­impf­ter Per­so­nen.
Art. 40 Kantonale Erhebungen zur Feststellung des Anteils geimpfter Personen  

Das BAG legt zur Fest­stel­lung des An­teils ge­impf­ter Per­so­nen nach Ab­spra­che mit den Kan­to­nen Fol­gen­des fest:

a.
zu er­he­ben­de Imp­fun­gen;
b.
Al­ters­grup­pen, in de­nen die An­tei­le der ge­impf­ten Per­so­nen er­ho­ben wer­den;
c.
zu ver­wen­den­de Me­tho­dik;
d.
zu er­he­ben­de re­prä­sen­ta­ti­ve Stich­pro­ben;
e.
Häu­fig­keit der Er­he­bun­gen.

3. Abschnitt: Bewilligungspflicht für die Gelbfieberimpfung

Art. 41 Bewilligungspflicht  

Ärz­tin­nen und Ärz­te, die Imp­fun­gen ge­gen Gelb­fie­ber durch­füh­ren, brau­chen da­zu ei­ne Be­wil­li­gung des BAG.

Art. 42 Bewilligungsvoraussetzungen  

Die Be­wil­li­gung er­hält, wer:

a.
über ein eid­ge­nös­si­sches oder ein an­er­kann­tes aus­län­di­sches Di­plom als Ärz­tin oder Arzt nach dem Me­di­zi­nal­be­ru­fe­ge­setz vom 23. Ju­ni 20066 (MedBG) ver­fügt; und
b.
über einen eid­ge­nös­si­schen oder einen an­er­kann­ten aus­län­di­schen Wei­ter­bil­dungs­ti­tel in Tro­pen- und Rei­se­me­di­zin nach dem MedBG ver­fügt.
Art. 43 Ausnahme  

Das BAG kann zur Si­cher­stel­lung ei­ner aus­rei­chen­den re­gio­na­len Ver­füg­bar­keit der Imp­fung ge­gen Gelb­fie­ber ei­ne Be­wil­li­gung auch an Ärz­tin­nen und Ärz­te er­tei­len, die:

a.
über ei­ne min­des­tens drei­mo­na­ti­ge Aus­bil­dung in Tro­pen­me­di­zin und ein ent­spre­chen­des Di­plom ver­fü­gen;
b.
über min­des­tens ein Jahr Be­rufs­er­fah­rung in ei­nem von der Schwei­ze­ri­schen Fach­ge­sell­schaft für Tro­pen- und Rei­se­me­di­zin FMH an­er­kann­ten Dienst, da­von min­des­tens sechs Mo­na­te in ei­ner Impf­stel­le für Rei­sen­de, ver­fü­gen; und
c.
die re­gel­mäs­si­ge Teil­nah­me an Fort­bil­dun­gen in Tro­pen- und Rei­se­me­di­zin, die von der Schwei­ze­ri­schen Fach­ge­sell­schaft für Tro­pen- und Rei­se­me­di­zin FMH an­er­kannt sind, nach­wei­sen kön­nen.
Art. 44 Gesuch um Erteilung oder Erneuerung der Bewilligung  

1 Das Ge­such um Er­tei­lung oder Er­neue­rung der Be­wil­li­gung ist dem BAG ein­zu­rei­chen.

2 Das Ge­such muss die An­ga­ben über die Qua­li­fi­ka­ti­on nach Ar­ti­kel 42 oder 43 ent­hal­ten.

3 Das BAG lei­tet das Ge­such zur Stel­lung­nah­me an die zu­stän­di­ge Kan­ton­särz­tin oder den zu­stän­di­gen Kan­tons­arzt wei­ter.

4 Es in­for­miert den Kan­ton über den Be­wil­li­gungs­ent­scheid.

Art. 45 Geltungsdauer der Bewilligung  

1 Die Be­wil­li­gung ist vier Jah­re gül­tig.

2 Sie kann auf An­trag er­neu­ert wer­den. Das Ge­such um Er­neue­rung der Be­wil­li­gung ist spä­tes­tens sechs Mo­na­te vor de­ren Ab­lauf dem BAG ein­zu­rei­chen. Es muss die An­ga­ben nach Ar­ti­kel 42 oder 43 ent­hal­ten oder be­stä­ti­gen.

Art. 46 Sachlicher Umfang der Bewilligung  

Die In­ha­be­rin oder der In­ha­ber der Be­wil­li­gung ist be­rech­tigt, Imp­fun­gen ge­gen Gelb­fie­ber nach An­la­ge 7 der In­ter­na­tio­na­len Ge­sund­heits­vor­schrif­ten (2005) vom 23. Mai 20057 (IGV) durch­zu­füh­ren.

Art. 47 Pflichten der Inhaberin oder des Inhabers der Bewilligung  

1 Die In­ha­be­rin oder der In­ha­ber der Be­wil­li­gung zur Durch­füh­rung ei­ner Gelb­fie­be­rimp­fung ist ver­pflich­tet:

a.
die in­ter­na­tio­na­le Impf­be­schei­ni­gung nach dem Mus­ter der An­la­ge 6 IGV8 aus­zu­stel­len, zu un­ter­schrei­ben und mit dem amt­li­chen Stem­pel zu ver­se­hen;
b.
je­de Adress­än­de­rung und je­de Än­de­rung der Tä­tig­keit dem BAG zu mel­den.

2 Das BAG in­for­miert die zu­stän­di­ge Kan­ton­särz­tin oder den zu­stän­di­gen Kan­tons­arzt über die Adress­än­de­run­gen und die Än­de­run­gen der Tä­tig­keit.

Art. 48 Information der Öffentlichkeit  

Das BAG ver­öf­fent­licht die Lis­te der Ärz­tin­nen und Ärz­te, die über ei­ne Be­wil­li­gung zur Durch­füh­rung ei­ner Gelb­fie­be­rimp­fung ver­fü­gen.

4. Kapitel: Bekämpfung

1. Abschnitt: Massnahmen im internationalen Personenverkehr

Art. 49 Kontaktkarten  

Die Kon­takt­da­ten und die Rei­se­rou­te, die bei der Ein­rei­se an­zu­ge­ben sind, sind auf ei­ner Kon­takt­kar­te an­zu­ge­ben. Die­se um­fasst fol­gen­de An­ga­ben:

a.
Vor­na­me, Na­me und Ge­burts­da­tum;
b.
Adres­se, Te­le­fon­num­mer und E-Mail-Adres­se;
c.
Adres­sen und Te­le­fon­num­mern wäh­rend des Auf­ent­halts in der Schweiz be­zie­hungs­wei­se wäh­rend der wei­te­ren Rei­se;
d.
In­for­ma­tio­nen zur bis­he­ri­gen und zur wei­te­ren Rei­se, ins­be­son­de­re die Rei­se­da­ten, die Rei­se­rou­te, die Auf­ent­halts­or­te und die Tran­sit­flughä­fen;
e.
bei Flug­rei­sen Flug- und Sitz­num­mer.
Art. 50 Impf- oder Prophylaxebescheinigung  

Für die Impf- oder Pro­phy­la­xe­be­schei­ni­gung ist das Mus­ter nach An­la­ge 6 IGV9 zu ver­wen­den.

Art. 51 Fragebogen zum Gesundheitszustand  

Der Ge­sund­heits­zu­stand wird mit ei­nem Fra­ge­bo­gen er­ho­ben. Die­ser um­fasst fol­gen­de An­ga­ben:

a.
Vor­na­me, Na­me und Ge­burts­da­tum;
b.
Adres­se, Te­le­fon­num­mer und E-Mail-Adres­se;
c.
Adres­se und Te­le­fon­num­mer wäh­rend des Auf­ent­halts in der Schweiz be­zie­hungs­wei­se wäh­rend der wei­te­ren Rei­se;
d.
In­for­ma­tio­nen zur bis­he­ri­gen und zur wei­te­ren Rei­se, ins­be­son­de­re die Rei­se­da­ten, die Rei­se­rou­te, die Auf­ent­halts­or­te und die Tran­sit­flughä­fen;
e.
bei Flug­rei­sen die Flug- und die Sitz­num­mer;
f.
mög­li­che für ei­ne In­fek­ti­ons­krank­heit ty­pi­sche Sym­pto­me;
g.
ei­ne mög­li­che Ex­po­si­ti­on, die zu ei­ner An­ste­ckung ge­führt ha­ben könn­te.
Art. 52 Nachweis einer ärztlichen Untersuchung  

1 Mit dem Nach­weis der ärzt­li­chen Un­ter­su­chung wer­den fol­gen­de An­ga­ben er­ho­ben:

a.
Vor­na­me, Na­me und Ge­burts­da­tum;
b.
Adres­se, Te­le­fon­num­mer und E-Mail-Adres­se;
c.
Da­tum der ärzt­li­chen Un­ter­su­chung;
d.
Kon­takt­da­ten und Un­ter­schrift der aus­stel­len­den Ärz­tin oder des aus­stel­len­den Arz­tes;
e.
Er­geb­nis der ärzt­li­chen Un­ter­su­chung.

2 Der Nach­weis ist in ei­ner Amtss­pra­che des Bun­des oder in Eng­lisch vor­zu­le­gen.

Art. 53 Ärztliche Untersuchung  

Die ärzt­li­che Un­ter­su­chung ist nicht-in­va­siv. Sie um­fasst ins­be­son­de­re:

a.
ei­ne Tem­pe­ra­tur­mes­sung;
b.
ei­ne Sicht­dia­gno­se;
c.
ei­ne ober­fläch­li­che Haut­un­ter­su­chung;
d.
einen Ra­chen­ab­strich.
Art. 54 Amtsverordnung  

Das BAG kann die Mass­nah­men nach Ar­ti­kel 41 Ab­satz 2 EpG ver­fü­gen oder in ei­ner Amts­ver­ord­nung fest­le­gen.

Art. 55 Betriebliche Vorbereitung der Schweizerischen Rheinhäfen  

Die Schwei­ze­ri­schen Rhein­hä­fen sind ver­pflich­tet, die not­wen­di­gen be­trieb­li­chen und per­so­nel­len Ka­pa­zi­tä­ten zur Durch­füh­rung der Mass­nah­men nach Ar­ti­kel 41 EpG be­reit­zu­stel­len. Die Vor­be­rei­tungs­mass­nah­men er­fol­gen im Rah­men der be­trieb­li­chen Mög­lich­kei­ten.

Art. 56 Betriebliche Vorbereitung der Flughafenhalter  

1 Die Hal­ter von Flug­hä­fen mit in­ter­na­tio­na­lem Li­ni­en- und Char­ter­ver­kehr sind ver­pflich­tet, die not­wen­di­gen be­trieb­li­chen und per­so­nel­len Ka­pa­zi­tä­ten zur Durch­füh­rung der Mass­nah­men nach Ar­ti­kel 41 EpG be­reit­zu­stel­len. Die Vor­be­rei­tungs­mass­nah­men er­fol­gen im Rah­men der be­trieb­li­chen Mög­lich­kei­ten.

2 Die in An­la­ge 1 B IGV10 auf­ge­führ­ten Ka­pa­zi­tä­ten sind von den Lan­des­flughä­fen Zü­rich und Genf be­reit­zu­stel­len.

Art. 57 Flughafennetzwerk  

1 Das BAG be­treibt zur Ver­hin­de­rung der Ver­brei­tung über­trag­ba­rer Krank­hei­ten an den Flug­hä­fen mit in­ter­na­tio­na­lem Li­ni­en- und Char­ter­ver­kehr in Zu­sam­men­ar­beit mit den be­trof­fe­nen Krei­sen ein Flug­ha­fen­netz­werk. Es ko­or­di­niert die Mass­nah­men.

2 Zum Flug­ha­fen­netz­werk ge­hö­ren ins­be­son­de­re Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter:

a.
von Flug­hä­fen mit in­ter­na­tio­na­lem Li­ni­en- und Char­ter­ver­kehr;
b.
von Or­ga­ni­sa­tio­nen oder Un­ter­neh­men, die für den in­ter­na­tio­na­len Flug­ver­kehr wich­tig sind;
c.
des BAG und des Bun­des­am­tes für Zi­vil­luft­fahrt.

3 Das Flug­ha­fen­netz­werk er­ar­bei­tet für Flug­hä­fen mit in­ter­na­tio­na­lem Li­ni­en- und Char­ter­ver­kehr Leit­li­ni­en für die Er­stel­lung von Not­fall­plä­nen.

Art. 58 Flughafengrenzärztin oder Flughafengrenzarzt  

1 Das BAG setzt an Flug­hä­fen mit in­ter­na­tio­na­lem Li­ni­en- und Char­ter­ver­kehr ei­ne Flug­ha­fen­gren­zärz­tin oder einen Flug­ha­fen­grenz­arzt ein.

2 Die Flug­ha­fen­gren­zärz­tin oder der Flug­ha­fen­grenz­arzt ist zu­stän­dig für die Ent­ge­gen­nah­me der Mel­dun­gen zu Be­ob­ach­tun­gen, die auf ei­ne Ge­fahr für die öf­fent­li­che Ge­sund­heit hin­wei­sen (Art. 12 Abs. 5 EpG), die Wei­ter­lei­tung die­ser Mel­dun­gen an das BAG so­wie die Um­set­zung der vom BAG an­ge­ord­ne­ten Mass­nah­men.

3 Sie oder er ord­net im Ein­zel­fall bei ein- oder aus­rei­sen­den Per­so­nen, die krank, krank­heits­ver­däch­tig, an­ge­steckt oder an­ste­ckungs­ver­däch­tig sind oder Krank­heits­er­re­ger aus­schei­den, die not­wen­di­gen Mass­nah­men nach Ar­ti­kel 41 Ab­sät­ze 2–4 EpG an oder stellt den Trans­port in ein Spi­tal oder ei­ne an­de­re ge­eig­ne­te In­sti­tu­ti­on si­cher.

4 Sie oder er ko­or­di­niert die Mass­nah­men mit den zu­stän­di­gen Diens­ten des Flug­ha­fens und mit der zu­stän­di­gen Kan­ton­särz­tin oder dem zu­stän­di­gen Kan­tons­arzt.

Art. 59 Mitwirkungspflichten  

1 Das BAG kann die Un­ter­neh­men, die im Ei­sen­bahn-, Bus-, Schiffs- oder Flug­ver­kehr grenz­über­schrei­tend Per­so­nen be­för­dern, die Flug­ha­fen­hal­ter, die Be­trei­ber von Ha­fen­an­la­gen, Bahn­hö­fen und Bus­sta­tio­nen und die Rei­se­ver­an­stal­ter ver­pflich­ten, ein- oder aus­rei­sen­de Per­so­nen über die Mass­nah­men zur Ver­hü­tung und Be­kämp­fung von über­trag­ba­ren Krank­hei­ten zu in­for­mie­ren.

2 Es kann die Un­ter­neh­men, die im Ei­sen­bahn-, Bus-, Schiffs- oder Flug­ver­kehr grenz­über­schrei­tend Per­so­nen be­för­dern, und die Flug­ha­fen­hal­ter ver­pflich­ten, Kon­takt­kar­ten oder Fra­ge­bo­gen zum Ge­sund­heits­zu­stand zu ver­tei­len, die aus­ge­füll­ten Do­ku­men­te wie­der ein­zu­sam­meln und sie an die vom BAG be­zeich­ne­te Stel­le wei­ter­zu­lei­ten.

3 Es kann von den Un­ter­neh­men, die im Ei­sen­bahn-, Bus-, Schiffs- oder Flug­ver­kehr grenz­über­schrei­tend Per­so­nen be­för­dern, und von den Rei­se­ver­an­stal­tern die Her­aus­ga­be von Pas­sa­gier­lis­ten ver­lan­gen.

4 Es kann die Flug­ha­fen­hal­ter und die Be­trei­ber von Ha­fen­an­la­gen ver­pflich­ten:

a.
für die Durch­füh­rung von ärzt­li­chen Un­ter­su­chun­gen ein- oder aus­rei­sen­der Per­so­nen die ge­eig­ne­te In­fra­struk­tur zur Ver­fü­gung zu stel­len so­wie die not­wen­di­gen or­ga­ni­sa­to­ri­schen Vor­keh­run­gen zu tref­fen;
b.
den Trans­port von Per­so­nen in ein Spi­tal oder in ei­ne an­de­re ge­eig­ne­te In­sti­tu­ti­on zu or­ga­ni­sie­ren.

2. Abschnitt: Heilmittel

Art. 60 Versorgung mit Heilmitteln  

Der Bun­des­rat stellt die Ver­füg­bar­keit ins­be­son­de­re fol­gen­der Heil­mit­tel si­cher:

a.
Impf­stoff ge­gen pan­de­mi­sche In­flu­enza;
b.
Po­cken­impf­stoff;
c.
Diph­the­rie-An­ti­to­xin;
d.
Bo­tu­lis­mus-An­ti­to­xin;
e.
Toll­wut-Im­mu­no­glo­bu­lin.
Art. 61 Zuteilung der Heilmittel  

1 Bei ei­ner be­son­de­ren Ge­fähr­dung der öf­fent­li­chen Ge­sund­heit und ei­ner be­schränk­ten Ver­füg­bar­keit der Heil­mit­tel nach Ar­ti­kel 60 kann das EDI de­ren Zu­tei­lung mit ei­ner Prio­ri­tä­ten­lis­te re­geln.

2 Die Prio­ri­tä­ten­lis­te wird auf­grund von an­er­kann­ten me­di­zi­ni­schen und ethi­schen Kri­te­ri­en in Zu­sam­men­ar­beit mit den Kan­to­nen er­stellt. Ge­samt­wirt­schaft­li­che und ge­sell­schaft­li­che An­lie­gen sind an­ge­mes­sen zu be­rück­sich­ti­gen.

3 Ins­be­son­de­re fol­gen­de Per­so­nen kön­nen prio­ri­tär be­rück­sich­tigt wer­den:

a.
Me­di­zi­nal­per­so­nen oder Pfle­ge­fach­per­so­nen;
b.
Per­so­nen, für die ei­ne Er­kran­kung mit der Ge­fahr ei­nes schwe­ren Krank­heits­ver­laufs oder ei­nem er­höh­ten Kom­pli­ka­ti­ons­ri­si­ko ver­bun­den ist;
c.
Per­so­nen, die im Be­reich der Be­reit­stel­lung von öf­fent­li­chen Gü­tern, der Ge­sund­heit, der in­ne­ren oder äus­se­ren Si­cher­heit, des Trans­ports, der Kom­mu­ni­ka­ti­on oder der Ver­sor­gung mit Ener­gie, Trink­was­ser oder Nah­rungs­mit­teln tä­tig sind.
Art. 62 Festlegung der Anteile  

1 Das BAG legt in Zu­sam­men­ar­beit mit den Kan­to­nen den An­teil der Heil­mit­tel nach Ar­ti­kel 60 fest, der je­dem Kan­ton zu­ge­teilt wird.

2 Es be­rück­sich­tigt da­bei die Be­dro­hungs­la­ge und den tat­säch­li­chen Be­darf der Kan­to­ne.

Art. 63 Transport und Verteilung der Heilmittel  

1 Die Ar­mee­apo­the­ke sorgt für die Lie­fe­rung der Heil­mit­tel nach Ar­ti­kel 60 an die Kan­to­ne.

2 Die Kan­to­ne be­zeich­nen kan­to­na­le An­lie­fer­stel­len und mel­den die­se dem Bund.

3 Sie sor­gen für die recht­zei­ti­ge Wei­ter­ver­tei­lung der an­ge­lie­fer­ten Heil­mit­tel.

Art. 64 Kosten für den Transport und die Verteilung der Heilmittel  

1 Der Bund trägt die Kos­ten für die Lie­fe­rung der Heil­mit­tel nach Ar­ti­kel 60 an die Kan­to­ne.

2 Die Kan­to­ne tra­gen die Kos­ten für die Wei­ter­ver­tei­lung in­ner­halb des Kan­tons.

Art. 64a Übernahme der Kosten von Covid-19-Impfungen durch Apothekerinnen und Apotheker 11  

1 Der Bund über­nimmt die Kos­ten von Co­vid-19-Imp­fun­gen, die von Apo­the­ke­rin­nen und Apo­the­kern bei Per­so­nen durch­ge­führt wer­den, die ei­ner der fol­gen­den Per­so­nen­ka­te­go­ri­en an­ge­hö­ren:12

a.
Per­so­nen, die nach Ar­ti­kel 3 des Bun­des­ge­set­zes vom 18. März 199413 über die Kran­ken­ver­si­che­rung (KVG) ver­si­chert sind;
b.
Per­so­nen, die nach dem Mi­li­tär­ver­si­che­rungs­ge­setz vom 19. Ju­ni 199214 (MVG) ge­gen Krank­heit ver­si­chert sind;
c.
Per­so­nen, die kei­ner der Ka­te­go­ri­en nach den Buch­sta­ben a und b an­ge­hö­ren, die aber:
1.
ih­ren Wohn­sitz oder ih­ren ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt in der Schweiz ha­ben, oder
2.
in der Schweiz als Grenz­gän­ge­rin­nen oder Grenz­gän­ger er­werbs­tä­tig sind und durch ih­re Tä­tig­keit ei­ner Ge­fähr­dung durch Mi­kro­or­ga­nis­men aus­ge­setzt sind.15

2 Die Apo­the­ke­rin­nen und Apo­the­ker müs­sen:

a.
über einen Fä­hig­keits­aus­weis nach dem Fä­hig­keits­pro­gramm FPH Imp­fen und Blutent­nah­me vom 1. De­zem­ber 201116 ver­fü­gen;
b.
vom Kan­ton mit der Durch­füh­rung von Co­vid-19-Imp­fun­gen be­auf­tragt wor­den sein; und
c.
die Vor­ga­ben des Kan­tons hin­sicht­lich der Ver­wen­dung der vor­ge­ge­be­nen Soft­wa­re für die Ter­min­ver­ga­be, die Da­ten­er­fas­sung und die Do­ku­men­ta­ti­on so­wie des Re­por­tings für das Impf­mo­ni­to­ring er­fül­len.

3 Der Bund über­nimmt für je­de Imp­fung nach Ab­satz 1 ei­ne Pau­scha­le von Fr. 24.50.17

4 Mit dem Be­trag nach Ab­satz 3 sind sämt­li­che Leis­tun­gen im Zu­sam­men­hang mit der Imp­fung ab­ge­gol­ten, das heisst:

a.
die Ver­ab­rei­chung der Imp­fung;
b.
die Über­prü­fung des Impf­sta­tus und die Impfana­mne­se;
c.
die Über­prü­fung von Kon­train­di­ka­tio­nen;
d.
die Do­ku­men­ta­ti­on;
e.18
die Aus­stel­lung der Impf­be­schei­ni­gung und des Co­vid-19-Impf­zer­ti­fi­kats.

4bis ...19

5 Die Apo­the­ke­rin­nen und Apo­the­ker dür­fen den ge­impf­ten Per­so­nen im Rah­men der Imp­fung kei­ne wei­te­ren Kos­ten ver­rech­nen.

11 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 27. Jan. 2021, in Kraft vom 1. Fe­br. 2021 bis zum 31. Dez. 2021 (AS 2021 53).

12 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 23. Ju­ni 2021, in Kraft seit 1. Ju­ni 2021 (AS 2021 377).

13 SR 832.10

14 SR 833.1

15 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 3. Fe­br. 2021, in Kraft vom 4. Fe­br. 2021 bis zum 31. Dez. 2021 (AS 2021 66).

16 Ab­ruf­bar un­ter: www.fphch.org/imp­fen-und-blutent­nah­me.

17 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 19. März 2021, in Kraft seit 1. März 2021 (AS 2021 156).

18 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 23. Ju­ni 2021, in Kraft seit 1. Ju­ni 2021 (AS 2021 377).

19 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 23. Ju­ni 2021, in Kraft vom 1. Ju­ni 2021 bis zum 31. Aug. 2021 (AS 2021 377).

Art. 64b Verfahren zur Übernahme der Kosten von Covid-19-Impfungen durch Apothekerinnen und Apotheker 20  

1 Die Apo­the­ke­rin­nen und Apo­the­ker sen­den der zu­stän­di­gen kan­to­na­len Be­hör­de je­weils per En­de Fe­bru­ar, April, Ju­ni, Sep­tem­ber und De­zem­ber ei­ne Sam­mel­rech­nung für die von ih­nen in den ver­gan­ge­nen zwei be­zie­hungs­wei­se drei Mo­na­ten durch­ge­führ­ten Imp­fun­gen nach Ar­ti­kel 64a Ab­satz 1. Die Rech­nung muss ent­hal­ten:21

a.
die An­zahl der im Rech­nungs­zeit­raum durch­ge­führ­ten Imp­fun­gen;
b.
die Impf­pau­scha­le pro durch­ge­führ­te Imp­fung;
c.
den Ge­samt­be­trag für al­le durch­ge­führ­ten Imp­fun­gen.

2 Die Rech­nung darf nur Leis­tun­gen im Zu­sam­men­hang mit den Imp­fun­gen bein­hal­ten. Die Über­mitt­lung er­folgt elek­tro­nisch.

3 Die zu­stän­di­ge kan­to­na­le Be­hör­de plau­si­bi­li­siert die Rech­nun­gen auf­grund der im Kan­ton ver­teil­ten Impf­do­sen, prüft sie auf ih­re Voll­stän­dig­keit und sen­det sie in­ner­halb der ers­ten 10 Ar­beits­ta­ge des der Ab­rech­nungs­pe­ri­ode fol­gen­den Mo­nats elek­tro­nisch an die ge­mein­sa­me Ein­rich­tung nach Ar­ti­kel 18 KVG22 (ge­mein­sa­me Ein­rich­tung).

4 Die ge­mein­sa­me Ein­rich­tung stellt dem BAG für je­de Ab­rech­nungs­pe­ri­ode bis zum 20. Ar­beits­tag des der Ab­rech­nungs­pe­ri­ode fol­gen­den Mo­nats ei­ne Rech­nung zu al­len von den Kan­to­nen ein­ge­gan­ge­nen Rech­nun­gen für Imp­fun­gen nach Ar­ti­kel 64a Ab­satz 1 zu. Das BAG be­zahlt der ge­mein­sa­men Ein­rich­tung den Rech­nungs­be­trag in­ner­halb von 10 Ar­beits­ta­gen nach der Zu­stel­lung der Rech­nung.

5 Die ge­mein­sa­me Ein­rich­tung be­zahlt den Apo­the­ke­rin­nen und Apo­the­kern in­ner­halb von 5 Ar­beits­ta­gen nach Ein­gang der Zah­lung des BAG pro durch­ge­führ­te Imp­fung die Pau­scha­le nach Ar­ti­kel 64a Ab­satz 3.

6 Sie stellt dem BAG quar­tals­wei­se ih­re Ver­wal­tungs­kos­ten nach Auf­wand in Rech­nung. Der Stun­den­an­satz be­trägt 95 Fran­ken und um­fasst Lohn­kos­ten, So­zi­al­leis­tun­gen und In­fra­struk­tur­kos­ten. Für die in den Ver­wal­tungs­kos­ten nicht ent­hal­te­nen Auf­wen­dun­gen für all­fäl­li­ge Re­vi­sio­nen, Sys­teman­pas­sun­gen und Ne­ga­tiv­zin­sen wer­den die tat­säch­li­chen Kos­ten ver­gü­tet.

7 ...23

20 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 27. Jan. 2021, in Kraft vom 1. Fe­br. 2021 bis zum 31. Dez. 2021 (AS 2021 53).

21 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 23. Ju­ni 2021, in Kraft seit 1. Ju­ni 2021 (AS 2021 377).

22 SR 832.10

23 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 23. Ju­ni 2021, in Kraft vom 1. Ju­ni 2021 bis zum 31. Aug. 2021 (AS 2021 377).

Art. 64c Übernahme der Kosten von Covid-19-Impfungen bei Personen ohne Krankenversicherung nach dem KVG oder nach dem MVG 24  

1 Der Bund über­nimmt die Kos­ten von Co­vid-19-Imp­fun­gen, die bei den fol­gen­den Per­so­nen durch­ge­führt wer­den:

a.
Per­so­nen, die ih­ren Wohn­sitz oder ih­ren ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt in der Schweiz ha­ben;
b.
Per­so­nen, die in der Schweiz als Grenz­gän­ge­rin­nen oder Grenz­gän­ger er­werbs­tä­tig sind;
c.
Aus­land­schwei­ze­rin­nen und Aus­land­schwei­zer so­wie de­ren en­ge Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­ge oh­ne Schwei­zer Bür­ger­recht, die im glei­chen Haus­halt le­ben.25

2 Er über­nimmt die Kos­ten nur, wenn die Per­so­nen nach Ab­satz 1:

a.
we­der nach Ar­ti­kel 3 KVG26 noch nach dem MVG27 ge­gen Krank­heit ver­si­chert sind; und
b.28
...

3 Er über­nimmt die Kos­ten nur, wenn die Leis­tungs­er­brin­ger:

a.
vom Kan­ton mit der Durch­füh­rung von Co­vid-19-Imp­fun­gen be­auf­tragt wor­den sind; und
b.
die Vor­ga­ben des Kan­tons hin­sicht­lich der Ver­wen­dung der vor­ge­ge­be­nen Soft­wa­re für die Ter­min­ver­ga­be, die Da­ten­er­fas­sung und die Do­ku­men­ta­ti­on so­wie des Re­por­tings für das Impf­mo­ni­to­ring er­fül­len.

4 Er über­nimmt für je­de Imp­fung nach Ab­satz 1 ei­ne der fol­gen­den Pau­scha­len:

a.
Fr. 14.50 für Imp­fun­gen in Impf­zen­tren, in Spi­tä­lern und durch mo­bi­le Equi­pen;
b.
Fr. 24.50 für Imp­fun­gen in Arzt­pra­xen.29

5 Mit dem Be­trag nach Ab­satz 4 sind sämt­li­che Leis­tun­gen im Zu­sam­men­hang mit der Imp­fung ab­ge­gol­ten, das heisst:

a.
die Ver­ab­rei­chung der Imp­fung;
b.
die Über­prü­fung des Impf­sta­tus und die Impfana­mne­se;
c.
die Über­prü­fung von Kon­train­di­ka­tio­nen;
d.
die Do­ku­men­ta­ti­on;
e.
die Aus­stel­lung der Impf­be­schei­ni­gung.

5bis ...30

6 Die Leis­tungs­er­brin­ger dür­fen den ge­impf­ten Per­so­nen im Rah­men der Imp­fung kei­ne wei­te­ren Kos­ten ver­rech­nen.

7 Für das Ver­fah­ren zur Über­nah­me der Kos­ten gilt Ar­ti­kel 64b sinn­ge­mä­ss.31

24 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 3. Fe­br. 2021, in Kraft vom 4. Jan. 2021 bis zum 31. Dez. 2021, Abs. 7 in Kraft vom 4. Fe­br. 2021 bis zum 31. Dez. 2021 (AS 2021 66).

25 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. Aug. 2021, in Kraft vom 1. Sept. 2021 bis zum 31. Dez. 2021 (AS 2021 506).

26 SR 832.10

27 SR 833.1

28 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 23. Ju­ni 2021, mit Wir­kung seit 1. Ju­ni 2021 (AS 2021 377).

29 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 19. März 2021, in Kraft seit 1. März 2021 (AS 2021 156).

30 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 23. Ju­ni 2021, in Kraft vom 1. Ju­ni 2021 bis zum 31. Aug. 2021 (AS 2021 377).

31 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 23. Ju­ni 2021, in Kraft seit 1. Ju­ni 2021 (AS 2021 377).

3. Abschnitt: Warenverkehr

Art. 65  

1 Um die grenz­über­schrei­ten­de Ver­brei­tung ei­ner Krank­heit zu ver­hin­dern, kann das EDI:

a.
Schutz­mass­nah­men für den Trans­port be­stimm­ter Wa­ren vor­schrei­ben;
b.
die Un­ter­su­chung von Wa­ren auf be­stimm­te Krank­heits­er­re­ger so­wie die Un­ter­su­chungs­me­tho­den vor­schrei­ben;
c.
die Ein-, Durch- oder Aus­fuhr von Wa­ren, die Trä­ger des Krank­heits­er­re­gers sein kön­nen, ein­schrän­ken oder ver­bie­ten.

2 Die Vor­schrif­ten sind zeit­lich zu be­fris­ten.

3 Das EDI kann die Kan­to­ne oder die Eid­ge­nös­si­sche Zoll­ver­wal­tung mit dem Voll­zug der Mass­nah­men be­auf­tra­gen.

4 Die Eid­ge­nös­si­sche Zoll­ver­wal­tung er­teilt dem BAG auf Ver­lan­gen Aus­kunft über al­le Tat­sa­chen, die für den Voll­zug der Mass­nah­men nach Ab­satz 1 we­sent­lich sind. Sie ge­währt dem BAG Ein­sicht in die Ak­ten und in­for­miert es um­ge­hend über die bei der Ein-, Durch- oder Aus­fuhr be­ob­ach­te­ten Vor­komm­nis­se.

4. Abschnitt: Umgang mit Leichen und Leichentransporte

Art. 66 Hygienemassnahmen  

1 Steht der Ein­tritt des To­des ei­ner Per­son nach­weis­lich oder ver­mut­lich im Zu­sam­men­hang mit ei­ner über­trag­ba­ren Krank­heit, so muss die Per­son, die mit dem Um­gang, der Bei­set­zung oder der Ex­hu­mie­rung der Lei­chen be­auf­tragt ist, ge­eig­ne­te Vor­sichts­mass­nah­men im Be­reich der Hy­gie­ne be­ach­ten.

2 Die mit dem Um­gang, der Bei­set­zung oder der Ex­hu­mie­rung der Lei­chen be­auf­trag­te Per­son muss ins­be­son­de­re die not­wen­di­gen hy­gie­ni­schen Mass­nah­men zur Ver­hin­de­rung der Über­tra­gung ei­ner Krank­heit durch­füh­ren.

Art. 67 Einsargung und Einbalsamierung  

1 Steht der Ein­tritt des To­des ei­ner Per­son nach­weis­lich oder ver­mut­lich im Zu­sam­men­hang mit ei­ner ge­fähr­li­chen über­trag­ba­ren Krank­heit, so ist die Lei­che in ein mit ei­ner Des­in­fek­ti­ons­lö­sung durch­tränk­tes Lein­tuch ein­zuhül­len und in den Sarg zu le­gen. Der Sarg ist un­ver­züg­lich zu ver­schlies­sen.

2 Die Lei­che ist ein­zu­bal­sa­mie­ren, wenn dies vom Be­stim­mungs­land vor­ge­schrie­ben ist.

Art. 68 Informationspflicht der Ärztinnen und Ärzte  

Steht der Ein­tritt des To­des ei­ner Per­son nach­weis­lich oder ver­mut­lich im Zu­sam­men­hang mit ei­ner ge­fähr­li­chen über­trag­ba­ren Krank­heit, so in­for­miert die be­han­deln­de Ärz­tin oder der be­han­deln­de Arzt be­zie­hungs­wei­se die den Tod fest­stel­len­de Ärz­tin oder der den Tod fest­stel­len­de Arzt die zu­stän­di­ge Kan­ton­särz­tin oder den zu­stän­di­gen Kan­tons­arzt.

Art. 69 Anordnungen bei besonderer Gefährdung  

1 Die zu­stän­di­ge kan­to­na­le Be­hör­de kann bei ei­ner be­son­de­ren Ge­fähr­dung der öf­fent­li­chen Ge­sund­heit ins­be­son­de­re:

a.
spe­zi­fi­sche Hy­gie­ne­mass­nah­men an­ord­nen;
b.
die Au­top­sie ei­ner Lei­che an­ord­nen oder ver­bie­ten;
c.
Be­stat­tungs­ri­tua­le und Trau­er­fei­ern ein­schrän­ken oder ver­bie­ten;
d.
den Lei­chen­trans­port ein­schrän­ken oder ver­bie­ten;
e.
die Kre­ma­ti­on ei­ner Lei­che an­ord­nen.

2 Falls ein­heit­li­che Mass­nah­men in der gan­zen Schweiz not­wen­dig sind, kann das BAG tech­ni­sche Wei­sun­gen er­las­sen.

Art. 70 Zuständige Behörde für die Transportbewilligung  

1 Je­der Kan­ton be­zeich­net ei­ne Be­hör­de, die für die Aus­stel­lung der er­for­der­li­chen in­ter­na­tio­na­len Trans­port­be­wil­li­gung (Lei­chen­pass) zu­stän­dig ist, und mel­det die­se dem BAG.

2 Das BAG führt ei­ne öf­fent­lich zu­gäng­li­che Lis­te die­ser Be­hör­den.

Art. 71 Leichentransport vom Ausland in oder durch die Schweiz  

1 Der Lei­chen­trans­port vom Aus­land in die Schweiz oder durch die Schweiz rich­tet sich nach den in­ter­na­tio­na­len Ab­kom­men über die Lei­chen­be­för­de­rung, de­nen die Schweiz bei­ge­tre­ten ist.

2 Lei­chen­trans­por­te aus Län­dern, mit de­nen die Schweiz kein Ab­kom­men nach Ab­satz 1 ab­ge­schlos­sen hat, rich­ten sich nach den Ar­ti­keln 1–11 des In­ter­na­tio­na­len Ab­kom­mens vom 10. Fe­bru­ar 193732 über Lei­chen­be­för­de­rung. Da­bei muss der in Ar­ti­kel 1 die­ses Ab­kom­mens vor­ge­schrie­be­ne und von der zu­stän­di­gen Be­hör­de des Ab­gangs­staa­tes aus­ge­stell­te Lei­chen­pass von der dor­ti­gen schwei­ze­ri­schen di­plo­ma­ti­schen oder kon­su­la­ri­schen Ver­tre­tung vi­siert wer­den. Er kann auch von die­ser Ver­tre­tung aus­ge­stellt wer­den.

Art. 72 Leichentransport ins Ausland  

1 Der Lei­chen­trans­port ins Aus­land rich­tet sich nach den in­ter­na­tio­na­len Ab­kom­men über die Lei­chen­be­för­de­rung, de­nen die Schweiz bei­ge­tre­ten ist.

2 Bei Lei­chen­trans­por­ten nach Län­dern oder durch sol­che, mit de­nen kein be­son­de­rer Ver­trag be­steht, ist zu­sätz­lich zum Lei­chen­pass die Be­wil­li­gung der di­plo­ma­ti­schen oder kon­su­la­ri­schen Ver­tre­tung des be­tref­fen­den Lan­des oder ein von der dor­ti­gen zu­stän­di­gen Be­hör­de aus­ge­stell­ter Lei­chen­pass ein­zu­ho­len.

Art. 73 Zuständige Behörden für die Kontrolle der Leichenpässe  

1 Bei der Ein- und Durch­fuhr von Lei­chen ob­liegt die Kon­trol­le der Lei­chen­päs­se den Zol­läm­tern, bei der Ein­fuhr aus­ser­dem den zu­stän­di­gen Be­stat­tungs­be­hör­den.

2 Bei Un­klar­hei­ten wen­den sich die Zol­läm­ter an die zu­stän­di­ge Be­stat­tungs­be­hör­de.

5. Kapitel: Finanzhilfen an öffentliche und private Organisationen

Art. 74 Förderungsbereiche  

Fi­nanz­hil­fen nach Ar­ti­kel 50 EpG kön­nen ins­be­son­de­re ge­währt wer­den, um Vor­ha­ben zu un­ter­stüt­zen, die einen Bei­trag zur Um­set­zung der na­tio­na­len Zie­le, Stra­te­gi­en und Pro­gram­me in den Be­rei­chen Wis­sen­schaft, For­schung und in­ter­na­tio­na­le Zu­sam­men­ar­beit leis­ten.

Art. 75 Gesuche um Finanzhilfen  

1 Ge­su­che um Fi­nanz­hil­fen sind dem BAG ein­zu­rei­chen.

2 Dem Ge­such müs­sen bei­ge­legt wer­den:

a.
Un­ter­la­gen über die Or­ga­ni­sa­ti­on, die Tä­tig­keit und die fi­nan­zi­el­len Ver­hält­nis­se der zu un­ter­stüt­zen­den öf­fent­li­chen oder pri­va­ten Or­ga­ni­sa­ti­on;
b.
ei­ne Be­schrei­bung des zu un­ter­stüt­zen­den Pro­jekts, ins­be­son­de­re In­for­ma­tio­nen über Ziel und Nut­zen so­wie ein Fi­nan­zie­rungs­plan mit An­ga­ben zu den zu er­brin­gen­den Ei­gen­leis­tun­gen der Or­ga­ni­sa­ti­on.

3 Das BAG kann bei Be­darf wei­te­re Un­ter­la­gen an­for­dern.

Art. 76 Gewährung der Finanzhilfen  

1 Das BAG ge­währt Fi­nanz­hil­fen als Pau­schal­bei­trag.

2 Es spricht die Fi­nanz­hil­fen in Form ei­ner Ver­fü­gung oder ei­nes öf­fent­lich-recht­li­chen Ver­trags zu.

6. Kapitel: Organisation und Verfahren

1. Abschnitt: Kantonsärztinnen und Kantonsärzte

Art. 77 Voraussetzungen für das Amt  

Wer als Kan­ton­särz­tin oder als Kan­tons­arzt Auf­ga­ben nach dem Epi­de­mien­ge­setz aus­übt, muss ver­fü­gen über:

a.
ein eid­ge­nös­si­sches oder ein an­er­kann­tes aus­län­di­sches Di­plom als Ärz­tin oder Arzt nach dem MedBG33; und
b.
einen eid­ge­nös­si­schen oder einen an­er­kann­ten aus­län­di­schen Wei­ter­bil­dungs­ti­tel nach dem MedBG oder ei­ne ver­gleich­ba­re Wei­ter­bil­dung.
Art. 78 Pflichten  

Die Kan­ton­särz­tin oder der Kan­tons­arzt nimmt an den vom BAG und der Ver­ei­ni­gung der Kan­ton­särz­tin­nen und Kan­ton­särz­te der Schweiz (VKS) or­ga­ni­sier­ten Fort­bil­dun­gen im Be­reich der über­trag­ba­ren Krank­hei­ten teil.

Art. 79 Gemeinsame Kantonsarztämter  

Füh­ren Kan­to­ne ein ge­mein­sa­mes Kan­tons­arzt­amt, so mel­den sie dies dem BAG.

2. Abschnitt: Koordinationsorgan

Art. 80 Vorsitz und Reglement  

1 Der Vor­sitz des Ko­or­di­na­ti­ons­or­gans zur För­de­rung der fach­li­chen Zu­sam­men­ar­beit im Be­reich der Be­kämp­fung über­trag­ba­rer Krank­hei­ten des Men­schen (Ko­or­di­na­ti­ons­or­gan Epi­de­mien­ge­setz) wird vom BAG aus­ge­übt. Das Se­kre­ta­ri­at wird vom BAG ge­führt.

2 Das Ko­or­di­na­ti­ons­or­gan Epi­de­mien­ge­setz gibt sich ein Or­ga­ni­sa­ti­ons­re­gle­ment.

Art. 81 Unterstützung der zuständigen Organe von Bund und Kantonen  

Das Ko­or­di­na­ti­ons­or­gan Epi­de­mien­ge­setz un­ter­stützt die zu­stän­di­gen Or­ga­ne von Bund und Kan­to­nen bei der Um­set­zung von Mass­nah­men, ins­be­son­de­re bei der Be­wäl­ti­gung von be­son­de­ren oder aus­ser­or­dent­li­chen La­gen.

Art. 82 Zusammensetzung des Koordinationsorgans Epidemiengesetz  

Das Ko­or­di­na­ti­ons­or­gan Epi­de­mien­ge­setz setzt sich zu­sam­men aus:

a.
zwei Ver­tre­te­rin­nen oder Ver­tre­tern des BAG;
b.
sechs Kan­ton­särz­tin­nen oder Kan­ton­särz­ten;
c.
zwei Ver­tre­te­rin­nen oder Ver­tre­tern des Bun­des­am­tes für Le­bens­mit­tel­si­cher­heit und Ve­te­ri­när­we­sen (BLV);
d.
ei­ner Ober­fel­därz­tin oder ei­nem Ober­feld­arzt;
e.
ei­ner Ver­tre­te­rin oder ei­nem Ver­tre­ter des Bun­des­am­tes für Be­völ­ke­rungs­schutz;
f.
je ei­ner Kan­ton­sche­mi­ke­rin oder ei­nem Kan­ton­sche­mi­ker, ei­ner Kan­tons­apo­the­ke­rin oder ei­nem Kan­tons­apo­the­ker und ei­ner Kan­tons­tierärz­tin oder ei­nem Kan­tons­tier­arzt;
g.
ei­ner Ver­tre­te­rin oder ei­nem Ver­tre­ter der schwei­ze­ri­schen Kon­fe­renz der kan­to­na­len Ge­sund­heits­di­rek­to­rin­nen und -di­rek­to­ren (GDK);
h.
bei Be­darf und fall­wei­se aus Fach­leu­ten und je ei­ner Ver­tre­te­rin oder ei­nem Ver­tre­ter wei­te­rer be­trof­fe­ner In­sti­tu­tio­nen, ins­be­son­de­re:
1.
des Bun­des­am­tes für Um­welt (BA­FU), des Bun­des­am­tes für wirt­schaft­li­che Lan­des­ver­sor­gung und des Schwei­ze­ri­schen Heil­mit­tel­in­sti­tuts,
2.
der Ko­or­di­na­ti­ons­platt­form ABC der Kan­to­ne,
3.
von In­sti­tu­tio­nen im Ge­sund­heits­we­sen so­wie der Ärz­te­schaft,
4.
des VKS;
i.
bei Be­darf und fall­wei­se aus re­gio­na­len Ko­or­di­na­to­rin­nen und Ko­or­di­na­to­ren der Kan­to­ne.
Art. 83 Unterorgan «One Health»  

1 Um die zu­stän­di­gen Bun­de­säm­ter bei der Er­ken­nung, Über­wa­chung, Ver­hü­tung und Be­kämp­fung von Zo­o­no­sen und Vek­to­ren so­wie bei der Be­ar­bei­tung und Ko­or­di­na­ti­on von wei­te­ren be­reichs­über­grei­fen­den The­men zu un­ter­stüt­zen, setzt das Ko­or­di­na­ti­ons­or­gan Epi­de­mien­ge­setz ein stän­di­ges Un­ter­or­gan (Un­ter­or­gan «One He­alth») ein.

2 Der Vor­sitz wird von ei­nem stän­di­gen Mit­glied des Ko­or­di­na­ti­ons­or­gans Epi­de­mien­ge­setz aus­ge­übt. Das Se­kre­ta­ri­at wird vom BLV ge­führt.

Art. 84 Zusammensetzung des Unterorgans «One Health»  

Das Un­ter­or­gan «One He­alth» setzt sich zu­sam­men aus:

a.
je ei­ner Ver­tre­te­rin oder ei­nem Ver­tre­ter des BAG, des BLV, des BA­FU und des Bun­des­am­tes für Land­wirt­schaft;
b.
je ei­ner Kan­ton­särz­tin oder ei­nem Kan­tons­arzt, ei­ner Kan­ton­sche­mi­ke­rin oder ei­nem Kan­ton­sche­mi­ker, ei­ner Kan­tons­apo­the­ke­rin oder ei­nem Kan­tons­apo­the­ker und ei­ner Kan­tons­tierärz­tin oder ei­nem Kan­tons­tier­arzt;
c.
der Chefin oder dem Chef Ve­te­ri­när­dienst der Ar­mee;
d.
bei Be­darf und fall­wei­se aus Fach­leu­ten und Ver­tre­te­rin­nen oder Ver­tre­tern wei­te­rer be­trof­fe­ner In­sti­tu­tio­nen.

3. Abschnitt: Eidgenössische Kommission für Impffragen

Art. 85 Zusammensetzung  

1 Die Mit­glie­der der Eid­ge­nös­si­schen Kom­mis­si­on für Impf­fra­gen (EKIF) müs­sen ins­be­son­de­re in ei­nem der fol­gen­den Be­rei­che über wis­sen­schaft­li­che oder prak­ti­sche Kennt­nis­se ver­fü­gen:

a.
Vak­zi­no­lo­gie, Im­mu­no­lo­gie;
b.
Epi­de­mio­lo­gie, öf­fent­li­che Ge­sund­heit;
c.
All­ge­mein­me­di­zin, Päd­ia­trie, Rei­se­me­di­zin, In­fek­tio­lo­gie, Prä­ven­tiv­me­di­zin, schul­ärzt­li­cher Dienst;
d.
Mi­kro­bio­lo­gie.

2 Die Mit­glie­der der EKIF üben ihr Amt per­sön­lich und un­ab­hän­gig aus.

Art. 86 Kriterien zur Feststellung eines Zusammenhangs zwischen einer Impfung und einem Impfschaden  

1 Die EKIF ent­wi­ckelt me­di­zi­ni­sche Kri­te­ri­en, mit de­nen der Zu­sam­men­hang zwi­schen ei­ner Imp­fung und ei­nem Scha­den nä­her be­stimmt wer­den kann. Sie be­rück­sich­tigt da­bei in­ter­na­tio­nal an­er­kann­te wis­sen­schaft­li­che Kri­te­ri­en so­wie die vom Schwei­ze­ri­schen Heil­mit­tel­in­sti­tut zur Be­ur­tei­lung un­er­wünsch­ter Arz­nei­mit­tel­wir­kun­gen ver­wen­de­ten Kri­te­ri­en.

2 Sie führt ei­ne öf­fent­lich zu­gäng­li­che Lis­te ins­be­son­de­re mit:

a.
be­reits an­er­kann­ten un­er­wünsch­ten Imp­fer­schei­nun­gen;
b.
Kri­te­ri­en zur Be­ur­tei­lung des Zu­sam­men­hangs zwi­schen ei­ner Imp­fung und ei­nem Scha­den;
c.
Kri­te­ri­en zur Fest­set­zung des Schwe­re­grads un­er­wünsch­ter Imp­fer­schei­nun­gen, ins­be­son­de­re wenn der Scha­den zu ei­ner Hos­pi­ta­li­sie­rung, zu In­va­li­di­tät, zum Tod oder zu ei­nem an­de­ren Er­eig­nis oder ei­ner Ein­schrän­kung ge­führt hat.

3 Die EKIF passt die Lis­te pe­ri­odisch an und be­rück­sich­tigt da­bei be­ste­hen­de wis­sen­schaft­li­che Er­kennt­nis­se.

Art. 87 Organisation und Sekretariat  

1 Die EKIF be­stimmt ih­re Or­ga­ni­sa­ti­on und Ar­beits­wei­se in ei­nem Re­gle­ment.

2 Sie ist ad­mi­nis­tra­tiv dem BAG an­ge­glie­dert. Das BAG führt das Se­kre­ta­ri­at.

4. Abschnitt: Aufbewahrung von Dokumenten und Daten

Art. 88  

1 Das BAG und die zu­stän­di­gen kan­to­na­len Be­hör­den müs­sen die zur Iden­ti­fi­zie­rung von Per­so­nen not­wen­di­gen Do­ku­men­te und Da­ten an­ony­mi­sie­ren oder ver­nich­ten, so­bald sie nicht mehr für Mass­nah­men nach den Ar­ti­keln 15 so­wie 33–38 EpG be­nö­tigt wer­den, spä­tes­tens je­doch nach zehn Jah­ren.

2 Sie ver­nich­ten die Mel­de­for­mu­la­re der Mel­dun­gen nach den Ar­ti­keln 6–9 nach der elek­tro­ni­schen Er­fas­sung und der Da­ten­be­rei­ni­gung, spä­tes­tens je­doch nach zehn Jah­ren.

3 Sie ver­nich­ten fol­gen­de Do­ku­men­te und Da­ten nach der Aus­wer­tung, spä­tes­tens je­doch nach zwei Jah­ren:

a.
die zur Iden­ti­fi­zie­rung von Per­so­nen er­ho­be­nen Da­ten im Rah­men von epi­de­mio­lo­gi­schen Ab­klä­run­gen (Art. 15–17);
b.
die Kon­takt­kar­ten (Art. 49);
c.
die Fra­ge­bo­gen zum Ge­sund­heits­zu­stand (Art. 51);
d.
die Pas­sa­gier­lis­ten (Art. 59 Abs. 3).

5. Abschnitt: Informationssystem

Art. 89 Systemverantwortung  

1 Das BAG sorgt für den Be­trieb des In­for­ma­ti­ons­sys­tems nach Ar­ti­kel 60 EpG und stellt die Ver­füg­bar­keit des Sys­tems si­cher.

2 Es trägt die Ver­ant­wor­tung für das In­for­ma­ti­ons­sys­tem. Es legt in ei­nem Be­ar­bei­tungs­re­gle­ment ins­be­son­de­re die Mass­nah­men fest, die zur Ge­währ­leis­tung des Da­ten­schut­zes und der Da­ten­si­cher­heit not­wen­dig sind.

3 Die Voll­zugs­be­hör­den, die das In­for­ma­ti­ons­sys­tem be­nut­zen, sind in ih­rem Be­reich da­für ver­ant­wort­lich, dass die Mass­nah­men nach Ab­satz 2 voll­zo­gen wer­den. Die Kan­to­ne tref­fen or­ga­ni­sa­to­ri­sche und tech­ni­sche Mass­nah­men ge­gen un­be­fug­tes Be­ar­bei­ten und Ent­wen­den der Da­ten.

Art. 90 Struktur des Informationssystems und Inhalt der Datensammlungen  

1 Das In­for­ma­ti­ons­sys­tem be­steht aus:

a.
dem Sys­tem «Mel­dun­gen»;
b.
dem Mo­dul «Kon­takt­ma­na­ge­ment».

2 Das Mo­dul Kon­takt­ma­na­ge­ment ist als selbst­stän­di­ges Mo­dul in das In­for­ma­ti­ons- und Ein­satz­sys­tem des Ko­or­di­nier­ten Sa­ni­täts­diens­tes nach Ar­ti­kel 35 der Ver­ord­nung vom 16. De­zem­ber 200934 über die mi­li­tä­ri­schen In­for­ma­ti­ons­sys­te­me in­te­griert.

3 Das Sys­tem «Mel­dun­gen» ent­hält die Da­ten zu den mel­de­pflich­ti­gen Be­ob­ach­tun­gen.

4 Das Mo­dul «Kon­takt­ma­na­ge­ment» ent­hält die Da­ten von Per­so­nen, die krank, krank­heits­ver­däch­tig, an­ge­steckt oder an­ste­ckungs­ver­däch­tig sind oder die Krank­heits­er­re­ger aus­schei­den; es ent­hält zu­dem die Da­ten von Per­so­nen, mit de­nen die be­trof­fe­ne Per­son Kon­takt hat­te.

Art. 91 Datenerfassung im System «Meldungen»  

1 Das BAG er­fasst im Sys­tem «Mel­dun­gen» al­le Da­ten, die nach den Ar­ti­keln 6–8 er­ho­ben und dem BAG ge­mel­det wer­den.

2 Es kann zu­sätz­lich die Er­geb­nis­se von epi­de­mio­lo­gi­schen Ab­klä­run­gen (Art. 17) so­wie die Da­ten zur Re­fe­renz­dia­gno­s­tik (Art. 23 und 24) er­fas­sen.

3 Die Kan­ton­särz­tin­nen und Kan­ton­särz­te er­fas­sen im Sys­tem «Mel­dun­gen» fol­gen­de Da­ten zu Per­so­nen, die krank, krank­heits­ver­däch­tig, an­ge­steckt oder an­ste­ckungs­ver­däch­tig sind oder die Krank­heits­er­re­ger aus­schei­den:

a.
die ge­trof­fe­nen Mass­nah­men zur Ver­hü­tung und Be­kämp­fung über­trag­ba­rer Krank­hei­ten (Art. 13);
b.
die Er­geb­nis­se von epi­de­mio­lo­gi­schen Ab­klä­run­gen (Art. 15);
c.
die Er­gän­zun­gen und Än­de­run­gen von Da­ten nach Ar­ti­kel 12.
Art. 92 Datenerfassung im Modul «Kontaktmanagement»  

1 Das BAG und die Kan­ton­särz­tin­nen und Kan­ton­särz­te er­fas­sen im Mo­dul «Kon­takt­ma­na­ge­ment» die fol­gen­den epi­de­mio­lo­gi­schen In­for­ma­tio­nen und Da­ten zu Per­so­nen, die krank, krank­heits­ver­däch­tig, an­ge­steckt oder an­ste­ckungs­ver­däch­tig sind oder die Krank­heits­er­re­ger aus­schei­den, so­wie zu Per­so­nen, mit de­nen die be­trof­fe­ne Per­son Kon­takt hat­te:

a.
Vor­na­me und Na­me;
b.
Ge­burts­da­tum;
c.
Ge­schlecht;
d.
Adres­se;
e.
be­ruf­li­che Tä­tig­keit und, so­fern re­le­vant, Ar­beit­s­ort;
f.
Impf- oder Im­mun­sta­tus;
g.
An­ga­ben über Rei­se­we­ge, Auf­ent­halts­or­te, ein­ge­nom­me­ne Nah­rungs­mit­tel und Kon­tak­te mit Per­so­nen, Tie­ren und Ge­gen­stän­den;
h.
Er­geb­nis­se von me­di­zi­ni­schen Un­ter­su­chun­gen;
i.
er­folg­te Kon­takt­auf­nah­me durch die zu­stän­di­ge Be­hör­de und wei­te­re ge­trof­fe­ne Mass­nah­men;
j.
bei Per­so­nen, die krank oder krank­heits­ver­däch­tig sind: den Ma­ni­fes­ta­ti­ons­be­ginn.

2 Die Da­ten­er­fas­sung nach Ab­satz 1 er­folgt nur, wenn die fol­gen­den Vor­aus­set­zun­gen er­füllt sind:

a.
Die Mel­dung des kli­ni­schen Be­funds ent­hält die An­ga­be des Vor­na­mens und Na­mens so­wie der Adres­se und der Te­le­fon­num­mer der be­trof­fe­nen Per­son.
b.
Es sind Mass­nah­men ge­gen­über Per­so­nen er­for­der­lich, mit de­nen die be­trof­fe­ne Per­son Kon­takt hat­te.
c.
Die öf­fent­li­che Ge­sund­heit ist ge­fähr­det.
Art. 93 Zugriff auf das System «Meldungen»  

1 Fol­gen­de Per­so­nen ha­ben, so­weit es zur Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben nach dem EpG not­wen­dig ist, Zu­griff auf das Sys­tem «Mel­dun­gen»:

a.
die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter der Ab­tei­lung Über­trag­ba­re Krank­hei­ten des BAG;
abis.35
im Ab­ruf­ver­fah­ren, be­schränkt auf Mel­dun­gen zum Co­ro­na­vi­rus Sars-
CoV-2 und nur zum Zweck der Ge­ne­rie­rung des Frei­schalt­co­des: die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter der In­fo­li­ne nach Ar­ti­kel 7 Ab­satz 1 Buch­sta­be c der Ver­ord­nung vom 24. Ju­ni 202036 über das Pro­xi­mi­ty-Tra­cing-Sys­tem für das Co­ro­na­vi­rus Sars-CoV-2;
b.
im Ab­ruf­ver­fah­ren: die Kan­ton­särz­tin­nen und Kan­ton­särz­te so­wie die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter der kan­ton­s­ärzt­li­chen Diens­te.

2 Die zu­griffs­be­rech­tig­ten Per­so­nen kön­nen Da­ten im Sys­tem «Mel­dun­gen» le­sen, er­fas­sen, mu­tie­ren und lö­schen.

3 Das BAG er­teilt die in­di­vi­du­el­len Zu­griffs­rech­te und re­gelt die ent­spre­chen­de Au­then­ti­fi­zie­rung.

35 Ein­ge­fügt durch Ziff. III der V vom 18. Nov. 2020, in Kraft vom 19. Nov. 2020 bis zum 30. Ju­ni 2022 (AS 2020 4733).

36 SR 818.101.25

Art. 94 Zugriff auf das Modul «Kontaktmanagement»  

1 Fol­gen­de Per­so­nen ha­ben, so­weit es zur Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben nach dem EpG not­wen­dig ist, Zu­griff auf das Mo­dul «Kon­takt­ma­na­ge­ment»:

a.
Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter der Ab­tei­lung Über­trag­ba­re Krank­hei­ten des BAG;
b.
im Ab­ruf­ver­fah­ren: Kan­ton­särz­tin­nen und Kan­ton­särz­te so­wie Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter der kan­ton­s­ärzt­li­chen Diens­te;
c.
im Ab­ruf­ver­fah­ren: die oder der Be­auf­trag­te des Bun­des­ra­tes für den Ko­or­di­nier­ten Sa­ni­täts­dienst, Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter der Ge­schäfts­stel­le Ko­or­di­nier­ter Sa­ni­täts­dienst und des Mi­li­tär­ärzt­li­chen Diens­tes.

2 Die zu­griffs­be­rech­tig­ten Per­so­nen kön­nen Da­ten im Mo­dul «Kon­takt­ma­na­ge­ment» le­sen, er­fas­sen, mu­tie­ren und lö­schen.

3 Das BAG er­teilt die in­di­vi­du­el­len Zu­griffs­rech­te und re­gelt die ent­spre­chen­de Au­then­ti­fi­zie­rung.

Art. 95 Zugriff auf das Informationssystem durch beauftragte Dritte  

1 Er­teilt die zu­stän­di­ge Be­hör­de für die Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben nach dem EpG Drit­ten den Auf­trag, be­stimm­te Da­ten zu be­ar­bei­ten, so kann das BAG ih­nen den Zu­griff im Ab­ruf­ver­fah­ren auf die­je­ni­gen Per­so­nen­da­ten, ein­sch­liess­lich der Da­ten über die Ge­sund­heit, ge­wäh­ren, wel­che die Drit­ten für die ih­nen über­tra­ge­ne Auf­ga­be be­nö­ti­gen.

2 Die Zu­griffs­rech­te so­wie die zur Ge­währ­leis­tung des Da­ten­schut­zes er­for­der­li­chen Mass­nah­men sind im Rah­men des Auf­trags fest­zu­le­gen.

Art. 96 Datensicherheit  

Für die Ge­währ­leis­tung der Da­ten­si­cher­heit gel­ten die Ar­ti­kel 20 und 21 der Ver­ord­nung vom 14. Ju­ni 199337 zum Bun­des­ge­setz über den Da­ten­schutz.

Art. 97 Protokollierung  

Die Zu­grif­fe auf das In­for­ma­ti­ons­sys­tem wer­den lau­fend pro­to­kol­liert. Die Pro­to­kol­lie­run­gen wer­den ein Jahr lang auf­be­wahrt.

Art. 98 Aufbewahrung von Daten zur Identifizierung von Personen  

1 Per­so­nen­da­ten im Sys­tem «Mel­dun­gen» und im Mo­dul «Kon­takt­ma­na­ge­ment» wer­den an­ony­mi­siert oder ge­löscht, so­bald sie nicht mehr für Mass­nah­men ge­gen­über ein­zel­nen Per­so­nen nach den Ar­ti­keln 33–38 EpG be­nö­tigt wer­den, spä­tes­tens aber zehn Jah­re nach ih­rer Er­he­bung.

2 Er­for­dern die Be­son­der­hei­ten ei­ner Krank­heit ei­ne län­ge­re Auf­be­wah­rungs­dau­er, so wer­den die Da­ten nach Ab­satz 1 spä­tes­tens nach 30 Jah­ren ge­löscht. Ei­ne län­ge­re Auf­be­wah­rungs­dau­er ist ins­be­son­de­re bei chro­ni­schen Krank­hei­ten und bei Krank­hei­ten mit ei­ner lan­gen In­ku­ba­ti­ons­zeit ge­recht­fer­tigt.

Art. 99 Bearbeitung zu statistischen Zwecken  

1 Das BAG kann die fol­gen­den Da­ten von Per­so­nen im Sys­tem «Mel­dun­gen» zu Zwe­cken der Sta­tis­tik be­ar­bei­ten:

a.
Ge­mein­de­num­mer des Bun­des­am­tes für Sta­tis­tik;
b.
Wohn­kan­ton und Wohn­sitz­land;
c.
Ge­burts­jahr;
d.
Ge­burts­mo­nat, wenn die Per­son jün­ger ist als 2 Jah­re;
e.
Ge­schlecht;
f.
Staats­an­ge­hö­rig­keit;
g.
be­ruf­li­che Tä­tig­keit;
h.
Her­kunfts­land.

2 Las­sen die Da­ten in ih­rer Kom­bi­na­ti­on Rück­schlüs­se auf die Iden­ti­tät der be­tref­fen­den Per­son zu, so sind die Da­ten zu an­ony­mi­sie­ren, so­bald der Zweck der Sta­tis­tik er­reicht ist.

6. Abschnitt: Gesuch für eine Entschädigung oder eine Genugtuung bei Schäden aus Impffolgen

Art. 100 Gesuchstellerin oder Gesuchsteller  

Ein Ge­such für ei­ne Ent­schä­di­gung nach Ar­ti­kel 64 EpG oder ei­ne Ge­nug­tu­ung nach Ar­ti­kel 65 EpG kann von der ge­schä­dig­ten Per­son oder ih­rer ge­setz­li­chen Ver­tre­tung ge­stellt wer­den.

Art. 101 Erforderliche Angaben und Belege  

1 Das Ge­such muss die zur Be­ur­tei­lung not­wen­di­gen An­ga­ben und Be­le­ge ent­hal­ten, ins­be­son­de­re:

a.
ein voll­stän­dig und wahr­heits­ge­treu aus­ge­füll­tes Ge­suchs­for­mu­lar;
b.
ei­ne ärzt­li­che Be­schei­ni­gung, die den Impf­scha­den do­ku­men­tiert und An­ga­ben zum Impf­stoff ent­hält;
c.
ei­ne Er­mäch­ti­gung zum Ein­ho­len von Aus­künf­ten bei der be­han­deln­den Ärz­tin oder dem be­han­deln­den Arzt;
d.
An­ga­ben, die für die Hö­he der Ent­schä­di­gung oder Ge­nug­tu­ung mass­ge­blich sind, wie An­ga­ben über be­reits er­hal­te­ne Ent­schä­di­gun­gen oder Ge­nug­tu­un­gen so­wie ei­ne de­tail­lier­te Auf­lis­tung des noch nicht ge­deck­ten Scha­dens.

2 Das EDI stellt das Ge­suchs­for­mu­lar in ge­eig­ne­ter Form zur Ver­fü­gung.

7. Kapitel: Vollzug

1. Abschnitt: Kantone

Art. 102 Aufgaben der kantonalen Vollzugsbehörden  

1 Die Kan­to­ne über­wa­chen die Ein­hal­tung:

a.
der Mel­de­pflicht nach Ar­ti­kel 12 EpG;
b.
des Ste­ri­li­sa­ti­ons­ver­fah­rens nach Ar­ti­kel 25 Ab­satz 1;
c.
der Prä­ven­ti­ons­mass­nah­men nach den Ar­ti­keln 27–30 so­wie der Mass­nah­men nach Ar­ti­kel 31 in den kan­to­na­len Kol­lek­ti­vun­ter­künf­ten für Asyl­su­chen­de;
d.
der Prio­ri­tä­ten­lis­te nach Ar­ti­kel 61 bei der Zu­tei­lung von Heil­mit­teln;
e.
der Hy­gie­ne­mass­nah­men nach Ar­ti­kel 66.

2 Sie voll­zie­hen die Mass­nah­men, die der Bun­des­rat in ei­ner be­son­de­ren La­ge nach Ar­ti­kel 6 EpG oder ei­ner aus­ser­or­dent­li­chen La­ge nach Ar­ti­kel 7 EpG an­ord­net, so­weit er kei­ne an­der­wei­ti­ge Re­ge­lung trifft.

3 Sie be­zeich­nen die Be­hör­den und In­sti­tu­tio­nen, die im kan­to­na­len Auf­ga­ben­be­reich für den Voll­zug des Epi­de­mien­ge­set­zes und die­ser Ver­ord­nung zu­stän­dig sind.

Art. 103 Zusammenarbeit zwischen den kantonalen und den eidgenössischen Vollzugsbehörden  

1 Die kan­to­na­len und die eid­ge­nös­si­schen Voll­zugs­be­hör­den ar­bei­ten im Rah­men ih­rer Zu­stän­dig­kei­ten zu­sam­men, ins­be­son­de­re in den Be­rei­chen der Vor­be­rei­tung, der In­for­ma­ti­on, der Er­ken­nung und Über­wa­chung von Krank­hei­ten, der Mass­nah­men im in­ter­na­tio­na­len Per­so­nen­ver­kehr und der in­ter­na­tio­na­len Zu­sam­men­ar­beit.

2 Bund und Kan­to­ne sor­gen für die not­wen­di­gen or­ga­ni­sa­to­ri­schen Vor­keh­run­gen, da­mit die in­ter­na­tio­na­len Ver­pflich­tun­gen der Schweiz nach den IGV38 er­füllt wer­den.

Art. 104 Berichterstattung  

1 Das BAG kann von den Kan­to­nen bei Be­darf ver­lan­gen, dass sie über den Voll­zug des EpG, über be­son­de­re Er­eig­nis­se so­wie über die Um­set­zung der na­tio­na­len Zie­le, Stra­te­gi­en und Pro­gram­me Be­richt er­stat­ten.

2 Es legt Zeit­punkt und Art der Be­richt­er­stat­tung fest und stellt den Kan­to­nen ent­spre­chen­de Hilfs­mit­tel in Form von Fra­ge­bo­gen oder Ta­bel­len zur Ver­fü­gung.

2. Abschnitt: Bund

Art. 105 Aufgaben des BAG  

1 Das BAG über­wacht die Ein­hal­tung:

a.
des Ver­bots der he­te­ro­lo­gen Trans­plan­ta­ti­on von mensch­li­cher Du­ra ma­ter nach Ar­ti­kel 26;
b.
der Be­wil­li­gungs­pflicht für die Gelb­fie­be­rimp­fung nach Ar­ti­kel 41;
c.
der Pflicht zur be­trieb­li­chen Vor­be­rei­tung nach den Ar­ti­keln 55 und 56.

2 Es kann die Auf­ga­ben nach Ab­satz 1 im Ein­zel­fall an die Kan­to­ne über­tra­gen.

Art. 106 Zusammenarbeit des BAG mit anderen Behörden  

1 Das BAG ar­bei­tet mit den zu­stän­di­gen Be­hör­den des Bun­des und der Kan­to­ne zu­sam­men bei:

a.
der Über­wa­chung von über­trag­ba­ren Krank­hei­ten, die von Tie­ren oder Le­bens­mit­teln stam­men oder die durch Vek­to­ren über­tra­gen wer­den;
b.
der An­ord­nung von Mass­nah­men.

2 Es in­for­miert bei der An­ord­nung ei­nes vor­über­ge­hen­den Aus­rei­se­ver­bots (Art. 41 Abs. 4 EpG) das SEM über Art und Dau­er der ge­trof­fe­nen Mass­nah­men. Es tauscht mit dem SEM und den zu­stän­di­gen kan­to­na­len Be­hör­den In­for­ma­tio­nen zum Voll­zug des Aus­rei­se­ver­bots aus.

8. Kapitel: Schlussbestimmungen

Art. 107 Aufhebung anderer Erlasse  

Fol­gen­de Ver­ord­nun­gen wer­den auf­ge­ho­ben:

1.
Ver­ord­nung vom 20. No­vem­ber 200239 über die Prä­ven­ti­on der Creutz­feldt-Ja­kob-Krank­heit bei chir­ur­gi­schen und me­di­zi­ni­schen Ein­grif­fen (CJKV);
2.
In­flu­enza-Pan­de­mie­ver­ord­nung vom 27. April 200540;
3.
Ver­ord­nung vom 17. Ju­ni 197441 über den Grenz­sa­ni­täts­dienst;
4.
Ver­ord­nung des EDI vom 9. De­zem­ber 200542 über grenz­sa­ni­täts­dienst­li­che Mass­nah­men;
5.
Ver­ord­nung des EDI vom 15. De­zem­ber 200343 zur Ver­hin­de­rung der Ein­schlep­pung von neu auf­tre­ten­den In­fek­ti­ons­krank­hei­ten;
6.
Ver­ord­nung vom 22. De­zem­ber 197644 über die kos­ten­lo­sen Imp­fun­gen;
7.
Mel­de-Ver­ord­nung vom 13. Ja­nu­ar 199945;
8.
Ver­ord­nung vom 2. De­zem­ber 198546 über Bei­trä­ge an die Be­kämp­fung von Krank­hei­ten;
9.
Ver­ord­nung vom 17. Ju­ni 197447 über Trans­port und Bei­set­zung an­ste­ckungs­ge­fähr­li­cher Lei­chen so­wie Trans­port von Lei­chen vom und ins Aus­land.

39 [AS 20023902]

40 [AS 20052137; 20072941; 20115227Ziff. I 2.9]

41 [AS 1974 1102; 2003 4837]

42 [AS 2005 6643]

43 [AS 2003 4839; 2009 2805]

44 [AS 1976 2820]

45 [AS 1999 1092; 2001 3294Ziff. II 12; 2003 4841; 2013 3041Ziff. I 10]

46 [AS 1985 1997; 2006 4705Ziff. II 83]

47 [AS 1974 1105; 1991 370An­hang Ziff. 12; 2007 1469An­hang 4 Ziff. 48]

Art. 108 Übergangsbestimmungen  

1 Kan­ton­särz­tin­nen und Kan­ton­särz­te, die ihr Amt nach dem bis­he­ri­gen Recht aus­üben, sind da­zu wei­ter­hin be­rech­tigt.

2 Bis­he­ri­ge Be­wil­li­gun­gen zur Durch­füh­rung von Gelb­fie­be­rimp­fun­gen blei­ben bis zum Ab­lauf der Be­wil­li­gungs­dau­er, höchs­tens aber zwei Jah­re nach In­kraft­tre­ten die­ser Ver­ord­nung gül­tig.

Art. 109 Inkrafttreten  

Die­se Ver­ord­nung tritt am 1. Ja­nu­ar 2016 in Kraft.

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