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Bundesgesetz
über die Invalidenversicherung
(IVG)1

vom 19. Juni 1959 (Stand am 1. Juli 2021)

1Abkürzung beigefügt gemäss Ziff. II 1 des BG vom 24. Juni 1977 (9. AHV-Revision), in Kraft seit 1. Jan. 1979 (AS 1978 391; BBl 1976 III 1).

Die Bundesversammlung der Schweizerischen Eidgenossenschaft,

gestützt auf die Artikel 112 Absatz 1 und 112b Absatz 1 der Bundesverfassung2,3
nach Einsicht in eine Botschaft des Bundesrates vom 24. Oktober 19584,

beschliesst:

2 SR 101

3 Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Revision, erstes Massnahmenpaket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

4BBl 1958 II 1137

Erster Teil: Die Versicherung

Erster Abschnitt: Anwendbarkeit des ATSG5

5 Fassung gemäss Anhang Ziff. 8 des BG vom 6. Okt. 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185910, 1994 V 921, 1999 4523).

Art. 1  

1 Die Be­stim­mun­gen des Bun­des­ge­set­zes vom 6. Ok­to­ber 20006 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts (ATSG) sind auf die In­va­li­den­ver­si­che­rung (Art. 1a–26bis und 28–70) an­wend­bar, so­weit das vor­lie­gen­de Ge­setz nicht aus­drück­lich ei­ne Ab­wei­chung vom ATSG vor­sieht.7

2 Die Ar­ti­kel 32 und 33 ATSG sind auch an­wend­bar auf die För­de­rung der In­va­li­den­hil­fe (Art. 71–76).

6 SR 830.1

7 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. März 2003 (4. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3837; BBl 2001 3205).

Erster Abschnitt a: Zweck8

8 Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 21. März 2003 (4. IV-Revision), in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3837; BBl 2001 3205).

Art. 1a  

Die Leis­tun­gen die­ses Ge­set­zes sol­len:

a.
die In­va­li­di­tät mit ge­eig­ne­ten, ein­fa­chen und zweck­mäs­si­gen Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men ver­hin­dern, ver­min­dern oder be­he­ben;
b.
die ver­blei­ben­den öko­no­mi­schen Fol­gen der In­va­li­di­tät im Rah­men ei­ner an­ge­mes­se­nen De­ckung des Exis­tenz­be­darfs aus­glei­chen;
c.
zu ei­ner ei­gen­ver­ant­wort­li­chen und selbst­be­stimm­ten Le­bens­füh­rung der be­trof­fe­nen Ver­si­cher­ten bei­tra­gen.

Erster Abschnitt b: Die versi­cherten Personen9

9 Ursprünglich 1. Abschn. a. Eingefügt durch Anhang Ziff. 8 des BG vom 6. Okt. 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185910, 1994 V 921, 1999 4523).

Art. 1b  

Ver­si­chert nach Mass­ga­be die­ses Ge­set­zes sind Per­so­nen, die ge­mä­ss den Ar­ti­keln 1a und 2 des Bun­des­ge­set­zes vom 20. De­zem­ber 194610 über die Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung (AHVG) ob­li­ga­to­risch oder frei­wil­lig ver­si­chert sind.

Zweiter Abschnitt: Die Beiträge

Art. 2 Beitragspflicht 11  

Bei­trags­pflich­tig sind die in den Ar­ti­keln 3 und 12 AHVG12 ge­nann­ten Ver­si­cher­ten und Ar­beit­ge­ber.

11So­weit die bis­he­ri­gen Rand­ti­tel nicht auf­ge­ho­ben wur­den, sind sie ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 9. Okt. 1986, in Kraft seit 1. Jan. 1988, in Sach­über­schrif­ten um­ge­wan­delt wor­den (AS 1987 447; BBl 1985 I 17).

12SR 831.10

Art. 3 Beitragsbemessung und -bezug 13  

1 Für die Bei­trags­be­mes­sung gilt sinn­ge­mä­ss das AHVG14. Die Bei­trä­ge vom Ein­kom­men aus ei­ner Er­werbs­tä­tig­keit be­tra­gen 1,4 Pro­zent. Die Bei­trä­ge der ob­li­ga­to­risch ver­si­cher­ten Per­so­nen, die in An­wen­dung der sin­ken­den Bei­trags­ska­la be­rech­net wer­den, wer­den in glei­cher Wei­se ab­ge­stuft wie die Bei­trä­ge der Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung. Da­bei wird das Ver­hält­nis ge­wahrt zwi­schen dem vor­ste­hend er­wähn­ten Pro­zent­satz und dem un­ver­min­der­ten Bei­trags­satz nach Ar­ti­kel 8 Ab­satz 1 AHVG. Des­sen Ar­ti­kel 9bis gilt sinn­ge­mä­ss.15

1bis Die Nich­t­er­werbs­tä­ti­gen ent­rich­ten einen Bei­trag nach ih­ren so­zia­len Ver­hält­nis­sen. Der Min­dest­bei­trag be­trägt pro Jahr 66 Fran­ken16, wenn sie ob­li­ga­to­risch, und 132 Fran­ken17, wenn sie frei­wil­lig nach Ar­ti­kel 2 AHVG ver­si­chert sind. Der Höchst­bei­trag ent­spricht dem 50-fa­chen Min­dest­bei­trag der ob­li­ga­to­ri­schen Ver­si­che­rung.18

2 Die Bei­trä­ge wer­den als Zu­schlä­ge zu den Bei­trä­gen der Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung er­ho­ben. Die Ar­ti­kel 11 und 14–16 AHVG19 sind sinn­ge­mä­ss an­wend­bar mit ih­ren je­wei­li­gen Ab­wei­chun­gen vom ATSG20.21

13Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 5. Okt. 1967, in Kraft seit 1. Jan. 1968 (AS 1968 29; BBl 1967 I 653).

14 SR 831.10

15 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 des BG vom 23. Ju­ni 2000, in Kraft seit 1. Jan. 2001 (AS 2000 2677; BBl 1999 4983).

16 Bei­trag ge­mä­ss Art. 6 der V 21 vom 14. Okt. 2020 über An­pas­sun­gen an die Lohn- und Preis­ent­wick­lung bei der AHV/IV/EO, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 4609).

17 Bei­trag ge­mä­ss Art. 6 der V 21 vom 14. Okt. 2020 über An­pas­sun­gen an die Lohn- und Preis­ent­wick­lung bei der AHV/IV/EO, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 4609).

18 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 1 des BG vom 23. Ju­ni 2000 (AS 2000 2677; BBl 1999 4983). Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 2 des BG vom 17. Ju­ni 2011 (Ver­bes­se­rung der Durch­füh­rung), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 4745; BBl 2011 543).

19 SR 831.10

20 SR 830.1

21 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 8 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185910, 1994 V 921, 1999 4523).

Zweiter Abschnitt a: Die Früherfassung22

22 Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Revision), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

Art. 3a Grundsatz  

1 Durch die früh­zei­ti­ge Er­fas­sung von ar­beits­un­fä­hi­gen (Art. 6 ATSG23) Ver­si­cher­ten soll bei die­sen Per­so­nen der Ein­tritt ei­ner In­va­li­di­tät (Art. 8 ATSG) ver­hin­dert wer­den.

2 Die IV-Stel­le führt die früh­zei­ti­ge Er­fas­sung in Zu­sam­men­ar­beit mit an­de­ren Ver­si­che­rungs­trä­gern und mit pri­va­ten Ver­si­che­rungs­ein­rich­tun­gen, die dem Ver­si­che­rungs­auf­sichts­ge­setz vom 17. De­zem­ber 200424 un­ter­ste­hen, durch.

Art. 3b Meldung  

1 Zur Frü­her­fas­sung ei­ner ver­si­cher­ten Per­son wer­den der zu­stän­di­gen IV-Stel­le die Per­so­na­li­en und An­ga­ben der ver­si­cher­ten Per­son und der mel­den­den Per­son oder Stel­le schrift­lich ge­mel­det. Der Mel­dung kann ein ärzt­li­ches Ar­beits­un­fä­hig­keits­zeug­nis bei­ge­legt wer­den.

2 Zur Mel­dung be­rech­tigt sind:

a.
die ver­si­cher­te Per­son so­wie de­ren ge­setz­li­che Ver­tre­tung;
b.
die im ge­mein­sa­men Haus­halt le­ben­den Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­gen der ver­si­cher­ten Per­son;
c.
der Ar­beit­ge­ber der ver­si­cher­ten Per­son;
d.
die be­han­deln­den Ärz­te und Chi­ro­prak­to­ren der ver­si­cher­ten Per­son;
e.
der Kran­ken­tag­geld­ver­si­che­rer nach Ar­ti­kel 12 des Bun­des­ge­set­zes vom 18. März 199425 über die Kran­ken­ver­si­che­rung (KVG);
f.
pri­va­te Ver­si­che­rungs­ein­rich­tun­gen, die dem Ver­si­che­rungs­auf­sichts­ge­setz vom 17. De­zem­ber 200426 un­ter­ste­hen und ei­ne Kran­ken­tag­geld- oder ei­ne Ren­ten­ver­si­che­rung an­bie­ten;
g.
der Un­fall­ver­si­che­rer nach Ar­ti­kel 58 des Bun­des­ge­set­zes vom 20. März 198127 über die Un­fall­ver­si­che­rung (UVG);
h.
die Ein­rich­tun­gen der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge, die dem Frei­zü­gig­keits­ge­setz vom 17. De­zem­ber 199328 un­ter­ste­hen;
i.
die Durch­füh­rungs­or­ga­ne der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung;
j.
die Durch­füh­rungs­or­ga­ne der kan­to­na­len So­zi­al­hil­fe­ge­set­ze;
k.
die Mi­li­tär­ver­si­che­rung;
l.29
der Kran­ken­ver­si­che­rer.

3 Die Per­so­nen oder Stel­len nach Ab­satz 2 Buch­sta­ben b–l ha­ben die ver­si­cher­te Per­son vor der Mel­dung dar­über zu in­for­mie­ren.30

4 Der Bun­des­rat kann ei­ne Min­dest­dau­er der Ar­beits­un­fä­hig­keit als Vor­aus­set­zung für die Mel­dung fest­le­gen und wei­te­re Vor­schrif­ten über die Mel­dung er­las­sen.

25 SR 832.10

26 SR 961.01

27 SR 832.20

28 SR 831.42

29 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

30 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

Art. 3c Verfahren  

1 Die IV-Stel­le in­for­miert die ver­si­cher­te Per­son über Zweck und Um­fang der be­ab­sich­tig­ten Da­ten­be­ar­bei­tung.

2 Sie klärt die per­sön­li­che Si­tua­ti­on der ver­si­cher­ten Per­son, ins­be­son­de­re die Ar­beits­un­fä­hig­keit und de­ren Ur­sa­chen und Aus­wir­kun­gen ab und be­ur­teilt, ob Mass­nah­men zur Früh­in­ter­ven­ti­on nach Ar­ti­kel 7d an­ge­zeigt sind. Sie kann die ver­si­cher­te Per­son und bei Be­darf ih­ren Ar­beit­ge­ber zu ei­nem Be­ra­tungs­ge­spräch ein­la­den.

3 Sie for­dert die ver­si­cher­te Per­son auf, den Ar­beit­ge­ber, Leis­tungs­er­brin­ger nach den Ar­ti­keln 36–40 KVG31, Ver­si­che­run­gen so­wie Amts­stel­len ge­ne­rell zu er­mäch­ti­gen, al­le Aus­künf­te zu er­tei­len und al­le Un­ter­la­gen zur Ver­fü­gung zu stel­len, die für die Ab­klä­rung im Rah­men der Frü­her­fas­sung er­for­der­lich sind.

4 Gibt die ver­si­cher­te Per­son die­se Er­mäch­ti­gung nicht, so kann ein Arzt des re­gio­na­len ärzt­li­chen Diens­tes (Art. 59 Abs. 2) die er­for­der­li­chen Aus­künf­te bei den be­han­deln­den Ärz­ten der ver­si­cher­ten Per­son ein­ho­len. Die­se sind von ih­rer Schwei­ge­pflicht ent­bun­den. Der Arzt be­ur­teilt, ob Mass­nah­men zur Früh­in­ter­ven­ti­on nach Ar­ti­kel 7d an­ge­zeigt sind, und in­for­miert die IV-Stel­le, oh­ne die me­di­zi­ni­schen Aus­künf­te und die Un­ter­la­gen wei­ter­zu­lei­ten.

5 Die IV-Stel­le in­for­miert die ver­si­cher­te Per­son oder de­ren ge­setz­li­che Ver­tre­tung, den Kran­ken­tag­geld­ver­si­che­rer, den Kran­ken­ver­si­che­rer, die pri­va­te Ver­si­che­rungs­ein­rich­tung nach Ar­ti­kel 3b Ab­satz 2 Buch­sta­be f oder den Un­fall­ver­si­che­rer so­wie den Ar­beit­ge­ber, so­fern die­ser die ver­si­cher­te Per­son zur Frü­her­fas­sung ge­mel­det hat, ob Mass­nah­men zur Früh­in­ter­ven­ti­on nach Ar­ti­kel 7d an­ge­zeigt sind; sie lei­tet die me­di­zi­ni­schen Aus­künf­te und Un­ter­la­gen nicht wei­ter.32

6 Bei Be­darf for­dert sie die ver­si­cher­te Per­son zu ei­ner An­mel­dung bei der In­va­li­den­ver­si­che­rung (Art. 29 ATSG33) auf. Sie macht die ver­si­cher­te Per­son dar­auf auf­merk­sam, dass die Leis­tun­gen ge­kürzt oder ver­wei­gert wer­den kön­nen, wenn die An­mel­dung nicht un­ver­züg­lich er­folgt.

31 SR 832.10

32 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

33 SR 830.1

Dritter Abschnitt: Die Leistungen

A. Die allgemeinen Voraussetzungen

Art. 4 Invalidität  

1 Die In­va­li­di­tät (Art. 8 ATSG34) kann Fol­ge von Ge­burts­ge­bre­chen, Krank­heit oder Un­fall sein.35

2 Die In­va­li­di­tät gilt als ein­ge­tre­ten, so­bald sie die für die Be­grün­dung des An­spruchs auf die je­wei­li­ge Leis­tung er­for­der­li­che Art und Schwe­re er­reicht hat.36

34 SR 830.1

35 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 8 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185910, 1994 V 921, 1999 4523).

36Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 5. Okt. 1967, in Kraft seit 1. Jan. 1968 (AS 1968 29; BBl 1967 I 653).

Art. 5 Sonderfälle 37  

1 Bei Ver­si­cher­ten mit vollen­de­tem 20. Al­ters­jahr, die vor der Be­ein­träch­ti­gung ih­rer kör­per­li­chen, geis­ti­gen oder psy­chi­schen Ge­sund­heit nicht er­werbs­tä­tig wa­ren und de­nen ei­ne Er­werbs­tä­tig­keit nicht zu­ge­mu­tet wer­den kann, be­stimmt sich die In­va­li­di­tät nach Ar­ti­kel 8 Ab­satz 3 ATSG38.39

2 Bei nicht er­werbs­tä­ti­gen Per­so­nen vor dem vollen­de­ten 20. Al­ters­jahr be­stimmt sich die In­va­li­di­tät nach Ar­ti­kel 8 Ab­satz 2 ATSG.

37 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 8 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185910, 1994 V 921, 1999 4523).

38 SR 830.1

39 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. März 2003 (4. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3837; BBl 2001 3205).

Art. 6 Versicherungsmässige Voraussetzungen 40  

1 Schwei­ze­ri­sche und aus­län­di­sche Staats­an­ge­hö­ri­ge so­wie Staa­ten­lo­se ha­ben An­spruch auf Leis­tun­gen ge­mä­ss den nach­ste­hen­den Be­stim­mun­gen. Ar­ti­kel 39 bleibt vor­be­hal­ten.41

1bis Sieht ein von der Schweiz ab­ge­schlos­se­nes So­zi­al­ver­si­che­rungs­ab­kom­men die Leis­tungs­pflicht nur des einen Ver­trags­staa­tes vor, so be­steht kein An­spruch auf ei­ne In­va­li­den­ren­te, wenn die von Schwei­ze­rin­nen und Schwei­zern oder An­ge­hö­ri­gen des Ver­trags­staa­tes in bei­den Län­dern zu­rück­ge­leg­ten Ver­si­che­rungs­zei­ten nach der Zu­sam­men­rech­nung einen Ren­ten­an­spruch nach dem Recht des an­dern Ver­trags­staa­tes be­grün­den.42

2 Aus­län­di­sche Staats­an­gehö­ri­ge sind, vor­be­hält­lich Ar­ti­kel 9 Ab­satz 3, nur an­spruchs­be­rech­tigt, so­lan­ge sie ih­ren Wohn­sitz und ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt (Art. 13 ATSG43) in der Schweiz ha­ben und so­fern sie bei Ein­tritt der In­va­li­di­tät wäh­rend min­des­tens ei­nes vol­len Jah­res Bei­trä­ge ge­leis­tet oder sich un­un­ter­bro­chen wäh­rend zehn Jah­ren in der Schweiz auf­ge­hal­ten ha­ben. Für im Aus­land wohn­haf­te An­ge­hö­ri­ge die­ser Per­so­nen wer­den kei­ne Lei­stun­gen ge­währt.44

3 Bei Per­so­nen, die meh­re­re sich ab­lö­sen­de Staats­an­ge­hö­rig­kei­ten be­ses­sen ha­ben, ist für die Leis­tungs­be­rech­ti­gung die Staats­an­ge­hö­rig­keit wäh­rend des Leis­tungs­be­zugs mass­ge­bend.45

40Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 5. Okt. 1967, in Kraft seit 1. Jan. 1968 (AS 1968 29; BBl 1967 I 653).

41 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 des BG vom 23. Ju­ni 2000, in Kraft seit 1. Jan. 2001 (AS 2000 2677; BBl 1999 4983).

42 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 3 des BG vom 7. Okt. 1994 (10. AHV-Re­vi­si­on) (AS 1996 2466; BBl 1990 II 1). Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 des BG vom 23. Ju­ni 2000, in Kraft seit 1. Jan. 2001 (AS 2000 2677; BBl 1999 4983). Sie­he die SchlB vom 7. Okt. 1994 am En­de die­ses Tex­tes.

43 SR 830.1

44 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 8 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185910, 1994 V 921, 1999 4523).

45 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 2 des BG vom 17. Ju­ni 2011 (Ver­bes­se­rung der Durch­füh­rung), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 4745; BBl 2011 543).

Art. 6a Ermächtigung zur Erteilung von Auskünften 46  

1 In Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 28 Ab­satz 3 ATSG47 er­mäch­tigt die ver­si­cher­te Per­son mit der Gel­tend­ma­chung des Leis­tungs­an­spruchs die in der An­mel­dung er­wähn­ten Per­so­nen und Stel­len, den Or­ga­nen der In­va­li­den­ver­si­che­rung al­le Aus­künf­te zu er­tei­len und al­le Un­ter­la­gen zur Ver­fü­gung zu stel­len, die für die Ab­klä­rung von Leis­tungs- und Re­gress­an­sprü­chen er­for­der­lich sind. Die­se Per­so­nen und Stel­len sind zur Aus­kunft ver­pflich­tet.

2 Die in der An­mel­dung nicht na­ment­lich er­wähn­ten Ar­beit­ge­ber, Leis­tungs­er­brin­ger nach den Ar­ti­keln 36–40 KVG48, Ver­si­che­run­gen und Amts­stel­len sind er­mäch­tigt, den Or­ga­nen der In­va­li­den­ver­si­che­rung auf An­fra­ge al­le Aus­künf­te zu er­tei­len und al­le Un­ter­la­gen zur Ver­fü­gung zu stel­len, die für die Ab­klä­rung von Leis­tungs- und Re­gress­an­sprü­chen er­for­der­lich sind. Die ver­si­cher­te Per­son ist über den Kon­takt zu die­sen Per­so­nen und Stel­len in Kennt­nis zu set­zen.

46 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

47 SR 830.1

48 SR 832.10

Art. 7 Pflichten der versicherten Person 49  

1 Die ver­si­cher­te Per­son muss al­les ihr Zu­mut­ba­re un­ter­neh­men, um die Dau­er und das Aus­mass der Ar­beits­un­fä­hig­keit (Art. 6 ATSG50) zu ver­rin­gern und den Ein­tritt ei­ner In­va­li­di­tät (Art. 8 ATSG) zu ver­hin­dern.

2 Die ver­si­cher­te Per­son muss an al­len zu­mut­ba­ren Mass­nah­men, die zur Er­hal­tung des be­ste­hen­den Ar­beits­plat­zes oder zu ih­rer Ein­glie­de­rung ins Er­werbs­le­ben oder in einen dem Er­werbs­le­ben gleich­ge­stell­ten Auf­ga­ben­be­reich (Auf­ga­ben­be­reich) die­nen, ak­tiv teil­neh­men. Dies sind ins­be­son­de­re:

a.
Mass­nah­men der Früh­in­ter­ven­ti­on (Art. 7d);
b.
In­te­gra­ti­ons­mass­nah­men zur Vor­be­rei­tung auf die be­ruf­li­che Ein­glie­de­rung (Art. 14a);
c.
Mass­nah­men be­ruf­li­cher Art (Art. 15–18 und 18b);
d.
me­di­zi­ni­sche Be­hand­lun­gen nach Ar­ti­kel 25 KVG51;
e.52
Mass­nah­men zur Wie­der­ein­glie­de­rung von Ren­ten­be­zü­ge­rin­nen und Ren­ten­be­zü­gern nach Ar­ti­kel 8a Ab­satz 2.

49 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

50 SR 830.1

51 SR 832.10

52 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

Art. 7a Zumutbare Massnahmen 53  

Als zu­mut­bar gilt je­de Mass­nah­me, die der Ein­glie­de­rung der ver­si­cher­ten Per­son dient; aus­ge­nom­men sind Mass­nah­men, die ih­rem Ge­sund­heits­zu­stand nicht an­ge­mes­sen sind.

53 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

Art. 7b Sanktionen 54  

1 Die Leis­tun­gen kön­nen nach Ar­ti­kel 21 Ab­satz 4 ATSG55 ge­kürzt oder ver­wei­gert wer­den, wenn die ver­si­cher­te Per­son den Pflich­ten nach Ar­ti­kel 7 die­ses Ge­set­zes oder nach Ar­ti­kel 43 Ab­satz 2 ATSG nicht nach­ge­kom­men ist.

2 Die Leis­tun­gen kön­nen in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 21 Ab­satz 4 ATSG oh­ne Mahn- und Be­denk­zeit­ver­fah­ren ge­kürzt oder ver­wei­gert wer­den, wenn die ver­si­cher­te Per­son:

a.
trotz Auf­for­de­rung der IV-Stel­le nach Ar­ti­kel 3c Ab­satz 6 nicht un­ver­züg­lich ei­ne An­mel­dung vor­ge­nom­men hat und sich dies nach­tei­lig auf die Dau­er oder das Aus­mass der Ar­beits­un­fä­hig­keit oder der In­va­li­di­tät aus­wirkt;
b.
der Mel­de­pflicht nach Ar­ti­kel 31 Ab­satz 1 ATSG nicht nach­ge­kom­men ist;
c.
Leis­tun­gen der In­va­li­den­ver­si­che­rung zu Un­recht er­wirkt oder zu er­wir­ken ver­sucht hat;
d.
der IV-Stel­le die Aus­künf­te nicht er­teilt, wel­che die­se zur Er­fül­lung ih­rer ge­setz­li­chen Auf­ga­be be­nö­tigt.

3 Beim Ent­scheid über die Kür­zung oder Ver­wei­ge­rung von Leis­tun­gen sind al­le Um­stän­de des ein­zel­nen Fal­les, ins­be­son­de­re das Aus­mass des Ver­schul­dens der ver­si­cher­ten Per­son, zu be­rück­sich­ti­gen.56

4 In Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 21 Ab­satz 1 ATSG wer­den Hilf­lo­sen­ent­schä­di­gun­gen we­der ver­wei­gert noch ge­kürzt.57

54 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

55 SR 830.1

56 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

57 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

Art. 7c Mitwirkung des Arbeitgebers 58  

Der Ar­beit­ge­ber ar­bei­tet ak­tiv mit der IV-Stel­le zu­sam­men. Er wirkt bei der Her­bei­füh­rung ei­ner an­ge­mes­se­nen Lö­sung im Rah­men des Zu­mut­ba­ren mit.

58 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

B. Massnahmen der Frühintervention59

59 Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Revision), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

Art. 7d  

1 Mit Hil­fe der Mass­nah­men der Früh­in­ter­ven­ti­on soll der bis­he­ri­ge Ar­beits­platz von ar­beits­un­fä­hi­gen (Art. 6 ATSG60) Ver­si­cher­ten er­hal­ten blei­ben oder sol­len die Ver­si­cher­ten an ei­nem neu­en Ar­beits­platz in­ner­halb oder aus­ser­halb des bis­he­ri­gen Be­trie­bes ein­ge­glie­dert wer­den.

2 Die IV-Stel­len kön­nen fol­gen­de Mass­nah­men an­ord­nen:

a.
An­pas­sun­gen des Ar­beits­plat­zes;
b.
Aus­bil­dungs­kur­se;
c.
Ar­beits­ver­mitt­lung;
d.
Be­rufs­be­ra­tung;
e.
so­zi­al-be­ruf­li­che Re­ha­bi­li­ta­ti­on;
f.
Be­schäf­ti­gungs­mass­nah­men.

3 Auf Mass­nah­men der Früh­in­ter­ven­ti­on be­steht kein Rechts­an­spruch.

4 Der Bun­des­rat kann den Mass­nah­men­ka­ta­log er­wei­tern. Er re­gelt die Dau­er der Früh­in­ter­ven­ti­ons­pha­se und be­stimmt die Höchst­gren­ze des Be­tra­ges, der pro ver­si­cher­te Per­son für Früh­in­ter­ven­ti­ons­mass­nah­men ein­ge­setzt wer­den darf.

C. Eingliederungsmassnahmen und Taggelder61

61 Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Revision), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

I. Der Anspruch

Art. 8 Grundsatz 62  

1 In­va­li­de oder von ei­ner In­va­li­di­tät (Art. 8 ATSG63) be­droh­te Ver­si­cher­te ha­ben An­spruch auf Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men, so­weit:

a.
die­se not­wen­dig und ge­eig­net sind, die Er­werbs­fä­hig­keit oder die Fä­hig­keit, sich im Auf­ga­ben­be­reich zu be­tä­ti­gen, wie­der her­zu­stel­len, zu er­hal­ten oder zu ver­bes­sern; und
b.
die Vor­aus­set­zun­gen für den An­spruch auf die ein­zel­nen Mass­nah­men er­füllt sind.64

1bis Der An­spruch auf Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men be­steht un­ab­hän­gig von der Aus­übung ei­ner Er­werbs­tä­tig­keit vor Ein­tritt der In­va­li­di­tät. Bei der Fest­le­gung der Mass­nah­men ist die ge­sam­te noch zu er­war­ten­de Dau­er des Er­werbs­le­bens zu be­rück­sich­ti­gen.65

2 Nach Mass­ga­be der Ar­ti­kel 13 und 21 be­steht der An­spruch auf Leis­tun­gen un­ab­hän­gig von der Mög­lich­keit ei­ner Ein­glie­de­rung ins Er­werbs­le­ben oder in den Auf­ga­ben­be­reich.66

2bis Nach Mass­ga­be von Ar­ti­kel 16 Ab­satz 2 Buch­sta­be c be­steht der An­spruch auf Leis­tun­gen un­ab­hän­gig da­von, ob die Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men not­wen­dig sind oder nicht, um die Er­werbs­fä­hig­keit oder die Fä­hig­keit, sich im Auf­ga­ben­be­reich zu be­tä­ti­gen, zu er­hal­ten oder zu ver­bes­sern.67

3 Die Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men be­ste­hen in:

a.
me­di­zi­ni­schen Mass­nah­men;
abis.68In­te­gra­ti­ons­mass­nah­men zur Vor­be­rei­tung auf die be­ruf­li­che Ein­glie­de­rung;
b.69
Mass­nah­men be­ruf­li­cher Art (Be­rufs­be­ra­tung, erst­ma­li­ge be­ruf­li­che Aus­bil­dung, Um­schu­lung, Ar­beits­ver­mitt­lung, Ka­pi­tal­hil­fe);
c.
...70
d.
der Ab­ga­be von Hilfs­mit­teln;
e.
...71

4 ...72

62Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 5. Okt. 1967, in Kraft seit 1. Jan. 1968 (AS 1968 29; BBl 1967 I 653).

63SR830.1

64 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

65 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

66 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 25 des BG vom 6. Okt. 2006 zur Neu­ge­stal­tung des Fi­nanz­aus­gleichs und der Auf­ga­ben­tei­lung zwi­schen Bund und Kan­to­nen (NFA), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5779; BBl 2005 6029).

67 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. März 2003 (4. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3837; BBl 2001 3205).

68 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

69 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

70 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. II 25 des BG vom 6. Okt. 2006 zur Neu­ge­stal­tung des Fi­nanz­aus­gleichs und der Auf­ga­ben­tei­lung zwi­schen Bund und Kan­to­nen (NFA), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5779; BBl 2005 6029).

71 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

72 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 8 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185910, 1994 V 921, 1999 4523). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

Art. 8a Wiedereingliederung von Rentenbezügerinnen und Rentenbezügern 73  

1 Ren­ten­be­zü­ge­rin­nen und Ren­ten­be­zü­ger ha­ben An­spruch auf Mass­nah­men zur Wie­der­ein­glie­de­rung, so­fern:

a.
die Er­werbs­fä­hig­keit vor­aus­sicht­lich ver­bes­sert wer­den kann; und
b.
die Mass­nah­men ge­eig­net sind, die Er­werbs­fä­hig­keit zu ver­bes­sern.

2 Mass­nah­men zur Wie­der­ein­glie­de­rung sind:

a.
In­te­gra­ti­ons­mass­nah­men zur Vor­be­rei­tung auf die be­ruf­li­che Ein­glie­de­rung nach Ar­ti­kel 14a Ab­satz 2;
b.
Mass­nah­men be­ruf­li­cher Art nach den Ar­ti­keln 15–18c;
c.
die Ab­ga­be von Hilfs­mit­teln nach den Ar­ti­keln 21–21qua­ter;
d.
die Be­ra­tung und Be­glei­tung der Ren­ten­be­zü­ge­rin­nen und Ren­ten­be­zü­ger und ih­rer Ar­beit­ge­ber.

3 In­te­gra­ti­ons­mass­nah­men kön­nen mehr­mals zu­ge­spro­chen wer­den und ins­ge­samt län­ger als ein Jahr dau­ern.

4 Ver­si­cher­te Per­so­nen, de­ren Ren­te nach Ab­schluss der Mass­nah­men nach Ab­satz 2 auf­ge­ho­ben wird, und de­ren Ar­beit­ge­ber ha­ben noch wäh­rend längs­tens drei Jah­ren ab dem Ent­scheid der IV-Stel­le An­spruch auf Be­ra­tung und Be­glei­tung.

5 Der Bun­des­rat kann Höchst­be­trä­ge fest­le­gen, die den IV-Stel­len für Mass­nah­men nach den Ab­sät­zen 2 und 4 zur Ver­fü­gung ste­hen.

73 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817). Sie­he auch die SchlB Änd. 18.03.2011 am Schluss die­ses Tex­tes.

Art. 9 Versicherungsmässige Voraussetzungen 7475  

1 Die Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men wer­den in der Schweiz, aus­nahms­wei­se auch im Aus­land, ge­währt.

1bis Der An­spruch auf Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men ent­steht frü­he­s­tens mit der Un­ter­stel­lung un­ter die ob­li­ga­to­ri­sche oder die frei­wil­li­ge Ver­si­che­rung und en­det spä­tes­tens mit dem En­de der Ver­si­che­rung.76

2 Per­so­nen, die der Ver­si­che­rung nicht oder nicht mehr un­ter­stellt sind, ha­ben höchs­tens bis zum 20. Al­ters­jahr An­spruch auf Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men, so­fern min­des­tens ein El­tern­teil:

a.
frei­wil­lig ver­si­chert ist; oder
b.
wäh­rend ei­ner Er­werbs­tä­tig­keit im Aus­land ob­li­ga­to­risch ver­si­chert ist:
1.
nach Ar­ti­kel 1a Ab­satz 1 Buch­sta­be c AHVG77,
2.
nach Ar­ti­kel 1a Ab­satz 3 Buch­sta­be a AHVG, oder
3.
auf Grund ei­ner zwi­schen­staat­li­chen Ver­ein­ba­rung.78

3 Aus­län­di­sche Staats­an­ge­hö­ri­ge mit Wohn­sitz und ge­wöhn­li­chem Auf­ent­halt (Art. 13 ATSG79) in der Schweiz, die das 20. Al­ters­jahr noch nicht vollen­det ha­ben, ha­ben An­spruch auf Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men, wenn sie selbst die Vor­aus­set­zun­gen nach Ar­ti­kel 6 Ab­satz 2 er­fül­len oder wenn:

a.
ihr Va­ter oder ih­re Mut­ter, falls sie aus­län­di­sche Staats­an­ge­hö­ri­ge sind, bei Ein­tritt der In­va­li­di­tät wäh­rend min­des­tens ei­nes vol­len Jah­res Bei­trä­ge ge­leis­tet oder sich un­un­ter­bro­chen wäh­rend zehn Jah­ren in der Schweiz auf­ge­hal­ten ha­ben; und
b.
sie selbst in der Schweiz in­va­lid ge­bo­ren sind oder sich bei Ein­tritt der In­va­li­di­tät seit min­des­tens ei­nem Jahr oder seit der Ge­burt un­un­ter­bro­chen in der Schweiz auf­ge­hal­ten ha­ben. Den in der Schweiz in­va­lid ge­bo­re­nen Kin­dern gleich­ge­stellt sind Kin­der mit Wohn­sitz und ge­wöhn­li­chem Auf­ent­halt in der Schweiz, die im Aus­land in­va­lid ge­bo­ren sind und de­ren Mut­ter sich dort un­mit­tel­bar vor der Ge­burt wäh­rend höchs­tens zwei Mo­na­ten auf­ge­hal­ten hat. Der Bun­des­rat re­gelt, in wel­chem Um­fang die In­va­li­den­ver­si­che­rung die Kos­ten zu über­neh­men hat, die sich im Aus­land we­gen der In­va­li­di­tät er­ge­ben.80

74Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 5. Okt. 1967, in Kraft seit 1. Jan. 1968 (AS 1968 29; BBl 1967 I 653).

75 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

76 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

77 SR 831.10

78 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

79 SR 830.1

80 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V der BVers vom 21. Ju­ni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3453; BBl 2002 803).

Art. 10 Beginn und Ende des Anspruchs 81  

1 Der An­spruch auf In­te­gra­ti­ons­mass­nah­men zur Vor­be­rei­tung auf die be­ruf­li­che Ein­glie­de­rung so­wie auf Mass­nah­men be­ruf­li­cher Art ent­steht frü­he­s­tens im Zeit­punkt der Gel­tend­ma­chung des Leis­tungs­an­spruchs nach Ar­ti­kel 29 Ab­satz 1 ATSG82.

2 Der An­spruch auf die üb­ri­gen Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men und die Mass­nah­men zur Wie­der­ein­glie­de­rung nach Ar­ti­kel 8aent­steht, so­bald die Mass­nah­men im Hin­blick auf Al­ter und Ge­sund­heits­zu­stand der ver­si­cher­ten Per­son an­ge­zeigt sind.83

3 Der An­spruch er­lischt spä­tes­tens am En­de des Mo­nats, in wel­chem die ver­si­cher­te Per­son vom Ren­ten­vor­be­zug nach Ar­ti­kel 40 Ab­satz 1 AHVG84 Ge­brauch macht oder in wel­chem sie das Ren­ten­al­ter er­reicht.

81 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

82 SR 830.1

83 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

84 SR 831.10

Art. 1185  

85Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

Art. 11a Entschädigung für Betreuungskosten 86  

1 Nicht er­werbs­tä­ti­ge Ver­si­cher­te, die an Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men teil­neh­men und die mit Kin­dern un­ter 16 Jah­ren oder mit Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­gen im ge­mein­sa­men Haus­halt le­ben, ha­ben An­spruch auf ei­ne Ent­schä­di­gung für Be­treu­ungs­kos­ten, wenn:

a.
sie nach­wei­sen, dass die Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men zu­sätz­li­che Kos­ten für die Be­treu­ung ver­ur­sa­chen; und
b.
die Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men min­des­tens zwei auf­ein­an­der fol­gen­de Ta­ge dau­ern.

2 Der An­spruch auf ei­ne Ent­schä­di­gung gilt für die Be­treu­ung:

a.
der ei­ge­nen Kin­der;
b.
der Pfle­ge­kin­der, die sie un­ent­gelt­lich zu dau­ern­der Pfle­ge und Er­zie­hung zu sich ge­nom­men ha­ben;
c.
der Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­gen, für die ih­nen ein An­spruch auf An­rech­nung ei­ner Be­treu­ungs­gut­schrift nach Ar­ti­kel 29sep­ties AHVG87 zu­steht.

3 Der Bun­des­rat setzt den Höchst­be­trag der Ent­schä­di­gung fest.

86 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

87 SR 831.10

II. Die medizinischen Massnahmen

Art. 12 Anspruch im Allgemeinen  

1 Ver­si­cher­te ha­ben bis zum vollen­de­ten 20. Al­ters­jahr An­spruch auf me­di­zi­ni­sche Mass­nah­men, die nicht auf die Be­hand­lung des Lei­dens an sich, son­dern un­mit­tel­bar auf die Ein­glie­de­rung ins Er­werbs­le­ben oder in den Auf­ga­ben­be­reich ge­rich­tet und ge­eig­net sind, die Er­werbs­fä­hig­keit oder die Fä­hig­keit, sich im Auf­ga­ben­be­reich zu be­tä­ti­gen, dau­ernd und we­sent­lich zu ver­bes­sern oder vor we­sent­li­cher Be­ein­träch­ti­gung zu be­wah­ren.88

2 Der Bun­des­rat ist be­fugt, die Mass­nah­men ge­mä­ss Ab­satz 1 von je­nen, die auf die Be­hand­lung des Lei­dens an sich ge­rich­tet sind, ab­zu­gren­zen. Er kann zu die­sem Zweck ins­be­son­de­re die von der Ver­si­che­rung zu ge­wäh­ren­den Mass­nah­men nach Art und Um­fang nä­her um­schrei­ben und Be­ginn und Dau­er des An­spruchs re­geln.89

88 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

89Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 5. Okt. 1967, in Kraft seit 1. Jan. 1968 (AS 1968 29; BBl 1967 I 653).

Art. 13 Anspruch bei Geburtsgebrechen 90  

1 Ver­si­cher­te ha­ben bis zum vollen­de­ten 20. Al­ters­jahr An­spruch auf die zur Be­hand­lung von Ge­burts­ge­bre­chen (Art. 3 Abs. 2 ATSG91) not­wen­di­gen me­di­zi­ni­schen Mass­nah­men.92

2 Der Bun­des­rat be­zeich­net die Ge­bre­chen, für wel­che die­se Mass­nah­men ge­währt wer­den. Er kann die Leis­tung aus­sch­lies­sen, wenn das Ge­bre­chen von ge­ring­fü­gi­ger Be­deu­tung ist.

90Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 5. Okt. 1967, in Kraft seit 1. Jan. 1968 (AS 1968 29; BBl 1967 I 653).

91 SR 830.1

92 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 8 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185910, 1994 V 921, 1999 4523).

Art. 14 Umfang der Massnahmen  

1 Die me­di­zi­ni­schen Mass­nah­men um­fas­sen:

a.93
die Be­hand­lung, die vom Arzt selbst oder auf sei­ne An­ord­nung durch me­di­zi­ni­sche Hilfs­per­so­nen in An­stalts- oder Haus­pfle­ge vor­ge­nom­men wird, mit Aus­nah­me von lo­go­pä­di­schen und psy­cho­mo­to­ri­schen The­ra­pi­en;
b.
die Ab­ga­be der vom Arzt ver­ord­ne­ten Arz­nei­en.

2 Er­folgt die ärzt­li­che Be­hand­lung in ei­ner Kran­ken- oder Kur­an­stalt, so hat der Ver­si­cher­te über­dies An­spruch auf Un­ter­kunft und Ver­pfle­gung in der all­ge­mei­nen Ab­tei­lung. Be­gibt sich der Ver­si­cher­te in ei­ne an­de­re Ab­tei­lung, ob­wohl die Mass­nah­me in der all­ge­mei­nen Ab­tei­lung durch­ge­führt wer­den könn­te, so hat er An­spruch auf Er­satz der Kos­ten, die der Ver­si­che­rung bei Be­hand­lung in der all­ge­mei­nen Ab­tei­lung ent­stan­den wä­ren.94

3 Beim Ent­scheid über die Ge­wäh­rung von ärzt­li­cher Be­hand­lung in An­stalts- oder Haus­pfle­ge ist auf den Vor­schlag des be­han­deln­den Arz­tes oder der be­han­deln­den Ärz­tin und auf die per­sön­li­chen Ver­hält­nis­se der Ver­si­cher­ten in an­ge­mes­se­ner Wei­se Rück­sicht zu neh­men.95

93 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 25 des BG vom 6. Okt. 2006 zur Neu­ge­stal­tung des Fi­nanz­aus­gleichs und der Auf­ga­ben­tei­lung zwi­schen Bund und Kan­to­nen (NFA), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5779; BBl 2005 6029).

94Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 5. Okt. 1967, in Kraft seit 1. Jan. 1968 (AS 1968 29; BBl 1967 I 653).

95 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. März 2003 (4. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3837; BBl 2001 3205).

Art. 14bis Kostenvergütung für stationäre Behandlungen 9697  

1 Die Kos­ten­ver­gü­tung für sta­tio­näre Be­hand­lun­gen im Sin­ne von Ar­ti­kel 14 Ab­sät­ze 1 und 2, die in ei­nem nach Ar­ti­kel 39 KVG98 zu­ge­las­se­nen Spi­tal er­bracht wer­den, wird zu 80 Pro­zent durch die Ver­si­che­rung und zu 20 Pro­zent durch den Wohn­kan­ton des Ver­si­cher­ten ge­leis­tet. Der Wohn­kan­ton ent­rich­tet sei­nen An­teil di­rekt dem Spi­tal.

2 Das Rück­griffs­recht nach Ar­ti­kel 72 ATSG99 gilt sinn­ge­mä­ss für den Wohn­kan­ton für die Bei­trä­ge, die die­ser nach Ab­satz 1 ge­leis­tet hat.100

96 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 15. Ju­ni 2012 (6. IV-Re­vi­si­on, zwei­tes Mass­nah­me­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 5559; BBl 2011 5691).

97 Be­rich­tigt von der Re­dak­ti­ons­kom­mis­si­on der BVers (Art. 58 Abs. 1 ParlG; SR 171.10).

98 SR 832.10

99 SR 830.1

100 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 2 des BG vom 21. Ju­ni 2019, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 5137; BBl 2018 1607).

II . Die Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederungbis101

101 Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Revision), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

Art. 14a  

1 Ver­si­cher­te, die seit min­des­tens sechs Mo­na­ten zu min­des­tens 50 Pro­zent ar­beits­un­fä­hig (Art. 6 ATSG102) sind, ha­ben An­spruch auf In­te­gra­ti­ons­mass­nah­men zur Vor­be­rei­tung auf die be­ruf­li­che Ein­glie­de­rung (In­te­gra­ti­ons­mass­nah­men), so­fern da­durch die Vor­aus­set­zun­genfür die Durch­füh­rung von Mass­nah­men be­ruf­li­cher Art ge­schaf­fen wer­den kön­nen.

2 Als In­te­gra­ti­ons­mass­nah­men gel­ten ge­ziel­te, auf die be­ruf­li­che Ein­glie­de­rung ge­rich­te­te:

a.
Mass­nah­men zur so­zi­al-be­ruf­li­chen Re­ha­bi­li­ta­ti­on;
b.
Be­schäf­ti­gungs­mass­nah­men.

3 In­te­gra­ti­ons­mass­nah­men kön­nen mehr­mals zu­ge­spro­chen wer­den, dür­fen aber ge­samt­haft die Dau­er von ei­nem Jahr nicht über­stei­gen. Sie kön­nen in Aus­nah­me­fäl­len um höchs­tens ein Jahr ver­län­gert wer­den.

4 Die IV-Stel­le be­glei­tet die Ver­si­cher­ten wäh­rend der Dau­er der In­te­gra­ti­ons­mass­nah­men und über­wacht den Er­folg der Mass­nah­men.

5 Die Mass­nah­men, wel­che im Be­trieb er­fol­gen, wer­den in en­ger Zu­sam­men­ar­beit mit dem Ar­beit­ge­ber ge­trof­fen und um­ge­setzt. Bleibt der oder die An­ge­stell­te wei­ter­hin im Be­trieb be­schäf­tigt, so kann die Ver­si­che­rung dem Ar­beit­ge­ber einen Bei­trag leis­ten. Der Bun­des­rat legt Be­trag, Be­fris­tung und Aus­zah­lungs­be­din­gun­gen fest.

III. Die Massnahmen beruflicher Art

Art. 15 Berufsberatung  

Ver­si­cher­te, die in­fol­ge In­va­li­di­tät in der Be­rufs­wahl oder in der Aus­übung ih­rer bis­he­ri­gen Tä­tig­keit be­hin­dert sind, ha­ben An­spruch auf Be­rufs­be­ra­tung.

Art. 16 Erstmalige berufliche Ausbildung  

1 Ver­si­cher­te, die noch nicht er­werbs­tä­tig wa­ren und de­nen in­fol­ge In­va­li­di­tät bei der erst­ma­li­gen be­ruf­li­chen Aus­bil­dung in we­sent­li­chem Um­fan­ge zu­sätz­li­che Kos­ten ent­ste­hen, ha­ben An­spruch auf Er­satz die­ser Kos­ten, so­fern die Aus­bil­dung den Fä­hig­kei­ten des Ver­si­cher­ten ent­spricht.

2 Der erst­ma­li­gen be­ruf­li­chen Aus­bil­dung sind gleich­ge­stellt:

a.
die Vor­be­rei­tung auf ei­ne Hilfs­ar­beit oder auf ei­ne Tä­tig­keit in ei­ner ge­schütz­ten Werk­stät­te;
b.
die be­ruf­li­che Neu­aus­bil­dung in­va­li­der Ver­si­cher­ter, die nach dem Ein­tritt der In­va­li­di­tät ei­ne un­ge­eig­ne­te und auf die Dau­er un­zu­mut­ba­re Er­werbs­tä­tig­keit auf­ge­nom­men ha­ben;
c.103
die be­ruf­li­che Wei­ter­aus­bil­dung im bis­he­ri­gen oder in ei­nem an­de­ren Be­rufs­feld, so­fern sie ge­eig­net und an­ge­mes­sen ist und da­durch die Er­werbs­fä­hig­keit vor­aus­sicht­lich er­hal­ten oder ver­bes­sert wer­den kann. Aus­ge­nom­men sind Wei­ter­aus­bil­dun­gen, die von Or­ga­ni­sa­tio­nen nach Ar­ti­kel 74 an­ge­bo­ten wer­den.104 In be­grün­de­ten, vom Bun­des­amt für So­zi­al­ver­si­che­run­gen105 (Bun­des­amt) um­schrie­be­nen Fäl­len kann von die­ser Aus­nah­me ab­ge­wi­chen wer­den.106

103 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. März 2003 (4. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3837; BBl 2001 3205).

104 Fas­sung des zwei­ten Sat­zes ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

105 Die Be­zeich­nung der Ver­wal­tungs­ein­heit wur­de in An­wen­dung von Art. 16 Abs. 3 der Pu­bli­ka­ti­ons­ver­ord­nung vom 17. Nov. 2004 (AS 20044937) an­ge­passt.

106Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 5. Okt. 1967, in Kraft seit 1. Jan. 1968 (AS 1968 29; BBl 1967 I 653).

Art. 17 Umschulung  

1 Der Ver­si­cher­te hat An­spruch auf Um­schu­lung auf ei­ne neue Er­werbs­tä­tig­keit, wenn die Um­schu­lung in­fol­ge In­va­li­di­tät not­wen­dig ist und da­durch die Er­werbs­fä­hig­keit vor­aus­sicht­lich er­hal­ten oder ver­bes­sert wer­den kann.107

2 Der Um­schu­lung auf ei­ne neue Er­werbs­tä­tig­keit ist die Wie­der­ein­schu­lung in den bis­he­ri­gen Be­ruf gleich­ge­stellt.

107 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. März 2003 (4. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3837; BBl 2001 3205).

Art. 18 Arbeitsvermittlung 108  

1 Ar­beits­un­fä­hi­ge (Art. 6 ATSG109) Ver­si­cher­te, wel­che ein­glie­de­rungs­fä­hig sind, ha­ben An­spruch auf:

a.
ak­ti­ve Un­ter­stüt­zung bei der Su­che ei­nes ge­eig­ne­ten Ar­beits­plat­zes;
b.
be­glei­ten­de Be­ra­tung im Hin­blick auf die Auf­recht­er­hal­tung ih­res Ar­beits­plat­zes.

2 Die IV-Stel­le ver­an­lasst die­se Mass­nah­men un­ver­züg­lich, so­bald ei­ne sum­ma­ri­sche Prü­fung er­gibt, dass die Vor­aus­set­zun­gen da­für er­füllt sind.

3 und 4...110

108Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

109 SR 830.1

110Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

Art. 18a Arbeitsversuch 111  

1 Die In­va­li­den­ver­si­che­rung kann ei­ner ver­si­cher­ten Per­son ver­suchs­wei­se einen Ar­beits­platz für längs­tens 180 Ta­ge zu­wei­sen (Ar­beits­ver­such), um die tat­säch­li­che Leis­tungs­fä­hig­keit der ver­si­cher­ten Per­son im Ar­beits­markt ab­zu­klä­ren.

2 Wäh­rend des Ar­beits­ver­suchs hat die ver­si­cher­te Per­son An­spruch auf ein Tag­geld; Ren­ten­be­zü­ge­rin­nen und -be­zü­gern wird die Ren­te wei­ter aus­be­zahlt.

3 Wäh­rend des Ar­beits­ver­suchs ent­steht kein Ar­beits­ver­hält­nis nach dem Ob­li­ga­tio­nen­recht (OR)112. Fol­gen­de Be­stim­mun­gen des Ar­beits­ver­trags­rechts sind je­doch sinn­ge­mä­ss an­wend­bar:

a.
Sorg­falts- und Treue­pflicht (Art. 321a OR);
b.
Re­chen­schafts- und Her­aus­ga­be­pflicht (Art. 321b OR);
c.
Über­stun­den­ar­beit (Art. 321cOR);
d.
Be­fol­gung von An­ord­nun­gen und Wei­sun­gen (Art. 321d OR);
e.
Haf­tung des Ar­beit­neh­mers (Art. 321eOR);
f.
Ar­beits­ge­rä­te, Ma­te­ri­al und Aus­la­gen (Art. 327, 327a, 327b, 327c OR);
g.
Schutz der Per­sön­lich­keit des Ar­beit­neh­mers (Art. 328, 328bOR);
h.
Frei­zeit und Fe­ri­en (Art. 329, 329a, 329cOR);
i.
üb­ri­ge Pflich­ten: Kau­ti­on (Art. 330 OR), Zeug­nis (Art. 330a OR), In­for­ma­ti­ons­pflicht (Art. 330b OR);
j.
Rech­te an Er­fin­dun­gen und De­si­gns (Art. 332 OR);
k.
Fol­gen der Be­en­di­gung des Ar­beits­ver­hält­nis­ses: Fäl­lig­keit der For­de­run­gen (Art. 339 Abs. 1 OR), Rück­ga­be­pflich­ten (Art. 339a OR).

4 Der Bun­des­rat re­gelt die Vor­aus­set­zun­gen für einen mög­li­chen vor­zei­ti­gen Ab­bruch des Ar­beits­ver­suchs.

111 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on) (AS 2007 5129; BBl 2005 4459). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

112 SR220

Art. 18b Einarbeitungszuschuss 113  

1 Hat ei­ne ver­si­cher­te Per­son im Rah­men der Ar­beits­ver­mitt­lung einen Ar­beits­platz ge­fun­den und ent­spricht ih­re Leis­tungs­fä­hig­keit noch nicht dem ver­ein­bar­ten Lohn, so hat sie wäh­rend der er­for­der­li­chen Ein­ar­bei­tungs­zeit, längs­tens je­doch wäh­rend 180 Ta­gen, An­spruch auf einen Ein­ar­bei­tungs­zu­schuss.

2 Der Ein­ar­bei­tungs­zu­schuss ent­spricht höchs­tens dem ver­ein­bar­ten mo­nat­li­chen Brut­to­lohn und darf den Höchst­be­trag des Tag­gel­des nicht über­schrei­ten.

3 Der Ein­ar­bei­tungs­zu­schuss wird an den Ar­beit­ge­ber aus­be­zahlt.

4 Der Bun­des­rat re­gelt die Ko­or­di­na­ti­on mit Leis­tun­gen der an­de­ren So­zi­al­ver­si­che­run­gen für die Zeit, wäh­rend der ein Ein­ar­bei­tungs­zu­schuss ent­rich­tet wird.

113 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

Art. 18c Entschädigung für Beitragserhöhungen 114  

1 Die Ver­si­che­rung rich­tet ei­ne Ent­schä­di­gung für Bei­trags­er­hö­hun­gen der ob­li­ga­to­ri­schen be­ruf­li­chen Vor­sor­ge und der Kran­ken­tag­geld­ver­si­che­rung aus, wenn:

a.
die ver­si­cher­te Per­son nach er­folg­ter Ar­beits­ver­mitt­lung in­nert drei Jah­ren aus ge­sund­heit­li­chen Grün­den er­neut ar­beits­un­fä­hig wird; und
b.
das Ar­beits­ver­hält­nis im Zeit­punkt der er­neu­ten Ar­beits­un­fä­hig­keit län­ger als drei Mo­na­te ge­dau­ert hat.

2 Der Bun­des­rat legt die Hö­he der Ent­schä­di­gung fest und kann wei­te­re Vor­aus­set­zun­gen für de­ren Aus­rich­tung be­zeich­nen.

114 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

Art. 18d Kapitalhilfe 115  

Ein­glie­de­rungs­fä­hi­gen in­va­li­den Ver­si­cher­ten kann ei­ne Ka­pi­tal­hil­fe zur Auf­nah­me oder zum Aus­bau ei­ner Tä­tig­keit als Selb­stän­di­g­er­wer­ben­de und zur Fi­nan­zie­rung von in­va­li­di­täts­be­ding­ten be­trieb­li­chen Um­stel­lun­gen ge­währt wer­den. Der Bun­des­rat setzt die wei­te­ren Be­din­gun­gen fest und um­schreibt die For­men der Ka­pi­tal­hil­fe.

115 Ur­sprüng­lich: Art. 18b. Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

IV. ...

Art. 19116  

116 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. II 25 des BG vom 6. Okt. 2006 zur Neu­ge­stal­tung des Fi­nanz­aus­gleichs und der Auf­ga­ben­tei­lung zwi­schen Bund und Kan­to­nen (NFA), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5779; BBl 2005 6029).

Art. 20117  

117 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 21. März 2003 (4. IV-Re­vi­si­on), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3837; BBl 2001 3205).

V. Die Hilfsmittel

Art. 21 Anspruch 118  

1 Der Ver­si­cher­te hat im Rah­men ei­ner vom Bun­des­rat auf­zu­stel­len­den Lis­te An­spruch auf je­ne Hilfs­mit­tel, de­ren er für die Aus­übung der Er­werbs­tä­tig­keit oder der Tä­tig­keit im Auf­ga­ben­be­reich, zur Er­hal­tung oder Ver­bes­se­rung der Er­werbs­fä­hig­keit, für die Schu­lung, die Aus- und Wei­ter­bil­dung oder zum Zwe­cke der funk­tio­nel­len An­ge­wöh­nung be­darf.119 Kos­ten für Zahn­pro­the­sen, Bril­len und Schuhein­la­gen wer­den nur über­nom­men, wenn die­se Hilfs­mit­tel ei­ne we­sent­li­che Er­gän­zung me­di­zi­ni­scher Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men bil­den.

2 Der Ver­si­cher­te, der in­fol­ge sei­ner In­va­li­di­tät für die Fort­be­we­gung, für die Her­stel­lung des Kon­tak­tes mit der Um­welt oder für die Selbst­sor­ge kost­spie­li­ger Ge­rä­te be­darf, hat im Rah­men ei­ner vom Bun­des­rat auf­zu­stel­len­den Lis­te oh­ne Rück­sicht auf die Er­werbs­fä­hig­keit An­spruch auf sol­che Hilfs­mit­tel.

3 Die Ver­si­che­rung gibt die Hilfs­mit­tel zu Ei­gen­tum oder leih­wei­se in ein­fa­cher und zweck­mäs­si­ger Aus­füh­rung ab. Er­setzt ein Hilfs­mit­tel Ge­gen­stän­de, die der Ver­si­cher­te auch oh­ne In­va­li­di­tät an­schaf­fen müss­te, so hat er sich an den Kos­ten zu be­tei­li­gen.120

4 Der Bun­des­rat kann vor­se­hen, dass der Ver­si­cher­te ein leih­wei­se ab­ge­ge­be­nes Hilfs­mit­tel nach Weg­fall der An­spruchs­vor­aus­set­zun­gen wei­ter ver­wen­den darf.121

118Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 5. Okt. 1967, in Kraft seit 1. Jan. 1968 (AS 1968 29; BBl 1967 I 653).

119 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. März 2003 (4. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3837; BBl 2001 3205). Die Änd. ge­mä­ss BG vom 20. Ju­ni 2014 über die Wei­ter­bil­dung, in Kraft seit 1. Jan. 2017, be­trifft nur den fran­zö­si­schen und den ita­lie­ni­schen Text (AS 2016 689; BBl 20133729).

120 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

121Ein­ge­fügt durch Ziff. II des BG vom 30. Ju­ni 1972 (AS 1972 2483; BBl 1971 II 1057). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

Art. 21bis Austauschbefugnis 122  

1 Hat ei­ne ver­si­cher­te Per­son An­spruch auf ein Hilfs­mit­tel, das auf der Lis­te des Bun­des­ra­tes steht, so kann sie ein an­de­res Mit­tel wäh­len, das die­sel­ben Funk­tio­nen er­füllt.

2 Die Ver­si­che­rung über­nimmt die Kos­ten für das ge­wähl­te Hilfs­mit­tel, je­doch höchs­tens bis zu dem Be­trag, den sie für das Hilfs­mit­tel aus der Lis­te auf­ge­wendet hät­te.

3 Wer­den Hilfs­mit­tel mit­tels Ver­ga­be­ver­fah­ren be­schafft, so kann der Bun­des­rat die Aus­tausch­be­fug­nis auf die Hilfs­mit­tel be­schrän­ken, die von den An­bie­tern oder An­bie­te­rin­nen an­ge­bo­ten wer­den.

122Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 5. Okt. 1967 (AS 1968 29; BBl 1967 I 653). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

Art. 21ter Ersatzleistungen 123  

1 Schafft ei­ne ver­si­cher­te Per­son ein Hilfs­mit­tel, auf das sie An­spruch hat, auf ei­ge­ne Kos­ten an, so kann ihr die Ver­si­che­rung Amor­ti­sa­ti­ons­bei­trä­ge ge­wäh­ren.

2 Be­nö­tigt ei­ne ver­si­cher­te Per­son an­stel­le ei­nes Hilfs­mit­tels Dienst­leis­tun­gen Drit­ter, so kann die Ver­si­che­rung Bei­trä­ge da­für ge­wäh­ren.

3 Hat ei­ne ver­si­cher­te Per­son für die Er­werbs­tä­tig­keit in ei­nem Land­wirt­schafts- oder Ge­wer­be­be­trieb An­spruch auf ein kost­spie­li­ges Hilfs­mit­tel, das von der Ver­si­che­rung nicht zu­rück­ge­nom­men oder nur schwer wie­der ab­ge­ge­ben wer­den kann, so kann die Ver­si­che­rung an­stel­le des Hilfs­mit­tels ein selbst­a­mor­ti­sie­ren­des Dar­le­hen aus­rich­ten.

4 Der Bun­des­rat setzt die Hö­he der Bei­trä­ge nach den Ab­sät­zen 1 und 2 und der Dar­le­hens­s­um­me nach Ab­satz 3 fest.

123 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

Art. 21quater Beschaffung und Vergütung von Hilfsmitteln 124  

1 Für die Ab­ga­be von ganz oder teil­wei­se durch die Ver­si­che­rung fi­nan­zier­ten Hilfs­mit­teln und für da­mit zu­sam­men­hän­gen­de Dienst­leis­tun­gen ste­hen dem Bun­des­rat die fol­gen­den In­stru­men­te zur Ver­fü­gung:

a.
Fest­set­zung von Pau­schal­be­trä­gen;
b.
Aus­hand­lung von Ta­rif­ver­trä­gen mit Leis­tungs­er­brin­gern wie Ab­ga­be­stel­len, Her­stel­lern, Gros­sis­ten oder De­tail­händ­lern;
c.
Fest­set­zung von Höchst­be­trä­gen für die Kos­ten­über­nah­me; und
d.
Ver­ga­be­ver­fah­ren nach dem Bun­des­ge­setz vom 16. De­zem­ber 1994125 über das öf­fent­li­che Be­schaf­fungs­we­sen.

2 Der Bun­des­rat wen­det Ver­ga­be­ver­fah­ren nach Ab­satz 1 Buch­sta­be d nach Prü­fung der In­stru­men­te ge­mä­ss den Buch­sta­ben a–c an.

124 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

125 SR 172.056.1

VI. Die Taggelder

Art. 22 Anspruch 126  

1 Ver­si­cher­te ha­ben wäh­rend der Durch­füh­rung von Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men nach Ar­ti­kel 8 Ab­satz 3 An­spruch auf ein Tag­geld, wenn sie an we­nigs­tens drei auf­ein­an­der fol­gen­den Ta­gen we­gen der Mass­nah­men ver­hin­dert sind, ei­ner Ar­beit nach­zu­ge­hen, oder in ih­rer ge­wohn­ten Tä­tig­keit zu min­des­tens 50 Pro­zent ar­beits­un­fä­hig (Art. 6 ATSG127) sind.128

1bis Ver­si­cher­te in der erst­ma­li­gen be­ruf­li­chen Aus­bil­dung und Ver­si­cher­te, die das 20. Al­ters­jahr noch nicht vollen­det ha­ben und noch nicht er­werbs­tä­tig ge­we­sen sind, ha­ben An­spruch auf ein Tag­geld, wenn sie ih­re Er­werbs­fä­hig­keit ganz oder teil­wei­se ein­büs­sen.129

2 Das Tag­geld be­steht aus ei­ner Grun­dent­schä­di­gung, auf die al­le Ver­si­cher­ten An­spruch ha­ben, und ei­nem Kin­der­geld für Ver­si­cher­te mit Kin­dern.

3 An­spruch auf ein Kin­der­geld be­steht für je­des ei­ge­ne Kind, wel­ches das 18. Al­ters­jahr noch nicht vollen­det hat. Für Kin­der, die noch in Aus­bil­dung sind, dau­ert der An­spruch bis zum Ab­schluss der Aus­bil­dung, längs­tens aber bis zum vollen­de­ten 25. Al­ters­jahr. Pfle­ge­kin­der, die un­ent­gelt­lich zu dau­ern­der Pfle­ge und Er­zie­hung auf­ge­nom­men wur­den, sind den ei­ge­nen Kin­dern gleich­ge­stellt. Der An­spruch auf ein Kin­der­geld be­steht nicht für Kin­der, für die gleich­zei­tig ge­setz­li­che Kin­der- und Aus­bil­dungs­zu­la­gen aus­ge­rich­tet wer­den.130

4 Das Tag­geld wird frü­he­s­tens ab dem ers­ten Tag des Mo­nats ge­währt, wel­cher der Vollen­dung des 18. Al­ters­jah­res folgt. Der An­spruch er­lischt spä­tes­tens am En­de des Mo­nats, in wel­chem vom Ren­ten­vor­be­zug nach Ar­ti­kel 40 Ab­satz 1 AHVG131 Ge­brauch ge­macht oder in wel­chem das Ren­ten­al­ter er­reicht wird.

5 Für Mass­nah­men nach Ar­ti­kel 16 Ab­satz 2 Buch­sta­be c be­steht kein An­spruch auf ein Tag­geld.

5bis Be­zieht ei­ne ver­si­cher­te Per­son ei­ne Ren­te, so wird ihr die­se wäh­rend der Durch­füh­rung von In­te­gra­ti­ons­mass­nah­men nach Ar­ti­kel 14a und von Mass­nah­men zur Wie­der­ein­glie­de­rung nach Ar­ti­kel 8a an­stel­le ei­nes Tag­gel­des wei­ter aus­ge­rich­tet.132

5ter Er­lei­det sie in­fol­ge der Durch­füh­rung ei­ner Mass­nah­me einen Er­werbs­aus­fall oder ver­liert sie das Tag­geld ei­ner an­de­ren Ver­si­che­rung, so rich­tet die Ver­si­che­rung zu­sätz­lich zur Ren­te ein Tag­geld aus.133

6 Der Bun­des­rat be­stimmt, un­ter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen Tag­gel­der aus­ge­rich­tet wer­den für nicht auf­ein­an­der­fol­gen­de Ta­ge, für Ab­klä­rungs- und War­te­zei­ten, für Ar­beits­ver­su­che und für Un­ter­brü­che von Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men we­gen Krank­heit, Un­fall oder Mut­ter­schaft.134

126 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. März 2003 (4. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3837; BBl 2001 3205).

127 SR 830.1

128 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

129 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

130 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

131 SR 831.10

132 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on) (AS 2007 5129; BBl 2005 4459). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

133 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

134 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

Art. 23 Grundentschädigung 135  

1 Die Grun­dent­schä­di­gung be­trägt 80 Pro­zent des letz­ten oh­ne ge­sund­heit­li­che Ein­schrän­kung er­ziel­ten Er­w­erb­sein­kom­mens, je­doch nicht mehr als 80 Pro­zent des Höchst­be­tra­ges des Tag­gel­des nach Ar­ti­kel 24 Ab­satz 1.136

1bis Bei Mass­nah­men zur Wie­der­ein­glie­de­rung nach Ar­ti­kel 8abe­trägt sie 80 Pro­zent des Er­w­erb­sein­kom­mens, das die ver­si­cher­te Per­son un­mit­tel­bar vor Be­ginn der Mass­nah­me er­zielt hat, je­doch nicht mehr als 80 Pro­zent des Höchst­be­tra­ges des Tag­gel­des.137

2 Sie be­trägt 30 Pro­zent des Höchst­be­tra­ges des Tag­gel­des nach Ar­ti­kel 24 Ab­satz 1 für Ver­si­cher­te, die das 20. Al­ters­jahr vollen­det ha­ben und oh­ne In­va­li­di­tät nach ab­ge­schlos­se­ner Aus­bil­dung ei­ne Er­werbs­tä­tig­keit auf­ge­nom­men hät­ten.138

2bis Sie be­trägt höchs­tens 30 Pro­zent des Höchst­be­tra­ges des Tag­gel­des nach Ar­ti­kel 24 Ab­satz 1 für Ver­si­cher­te in der erst­ma­li­gen be­ruf­li­chen Aus­bil­dung und für Ver­si­cher­te, die das 20. Al­ters­jahr noch nicht vollen­det ha­ben und noch nicht er­werbs­tä­tig ge­we­sen sind. Der Bun­des­rat setzt die Hö­he der Grun­dent­schä­di­gung fest.139

3 Grund­la­ge für die Er­mitt­lung des Er­w­erb­sein­kom­mens nach den Ab­sät­zen 1 und 1bis bil­det das durch­schnitt­li­che Ein­kom­men, von dem Bei­trä­ge nach dem AHVG140 er­ho­ben wer­den (mass­ge­ben­des Ein­kom­men).141

135 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. März 2003 (4. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3837; BBl 2001 3205).

136 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

137 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

138 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

139 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

140 SR 831.10

141 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

Art. 23bis Kindergeld 142  

Das Kin­der­geld be­trägt für je­des Kind 2 Pro­zent des Höchst­be­tra­ges des Tag­gel­des nach Ar­ti­kel 24 Ab­satz 1.

142 Ein­ge­fügt durch Ziff. II des BG vom 18. Dez. 1998 (AS 1999 1571; BBl 1998 3418). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

Art. 23ter–23sexies143  

143 Ein­ge­fügt durch Ziff. II des BG vom 18. Dez. 1998 (AS 1999 1571; BBl 1998 3418). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 21. März 2003 (4. IV-Re­vi­si­on), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3837; BBl 2001 3205).

Art. 24 Höhe des Taggeldes 144  

1 Der Höchst­be­trag des Tag­gel­des ent­spricht dem Höchst­be­trag des ver­si­cher­ten Ta­ges­ver­diens­tes nach dem UVG145.

2 Das Tag­geld wird ge­kürzt, so­weit es das mass­ge­ben­de Er­w­erb­sein­kom­men ein­sch­liess­lich der ge­setz­li­chen Kin­der- und Aus­bil­dungs­zu­la­gen über­steigt.146

3 ...147

4 Be­stand bis zur Ein­glie­de­rung An­spruch auf ein Tag­geld nach dem UVG, so ent­spricht das Tag­geld min­des­tens dem bis­her be­zo­ge­nen Tag­geld der Un­fall­ver­si­che­rung.

5 Der Bun­des­rat re­gelt die An­rech­nung ei­nes all­fäl­li­gen Er­w­erb­sein­kom­mens und kann für be­stimm­te Ver­hält­nis­se Kür­zun­gen vor­se­hen. Das Bun­des­amt stellt ver­bind­li­che Ta­bel­len für die Er­mitt­lung der Tag­gel­der mit auf­ge­run­de­ten Be­trä­gen auf.

144 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. März 2003 (4. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3837; BBl 2001 3205).

145 SR 832.20

146 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

147 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

Art. 24bis Abzug bei Unterkunft und Verpflegung auf Kosten der Invalidenversicherung 148  

Kommt die In­va­li­den­ver­si­che­rung voll­stän­dig für die Kos­ten von Un­ter­kunft und Ver­pfle­gung auf, so wird vom Tag­geld ein Ab­zug ge­macht. Der Bun­des­rat setzt die Hö­he des Ab­zu­ges fest. Hier­bei un­ter­schei­det er, ob die ver­si­cher­te Per­son un­ter­stüt­zungs­pflich­tig ist oder nicht.

148 Ein­ge­fügt durch Ziff. II Abs. 3 des BG vom 3. Okt. 1975 (AS 1976 57; BBl 1975 I 1193). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

Art. 24ter–24quinquies149  

149 Ein­ge­fügt durch Ziff. II des BG vom 18. Dez. 1998 (AS 1999 1571; BBl 1998 3418). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 21. März 2003 (4. IV-Re­vi­si­on), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3837; BBl 2001 3205).

Art. 25 Beiträge an Sozialversicherungen 150  

1 Auf dem Tag­geld müs­sen Bei­trä­ge be­zahlt wer­den:

a.
an die Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung;
b.
an die In­va­li­den­ver­si­che­rung;
c.151
an die Er­w­erb­ser­satz­ord­nung;
d.
ge­ge­be­nen­falls an die Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung.

2 Die Bei­trä­ge sind je zur Hälf­te von den Ver­si­cher­ten und von der In­va­li­den­ver­si­che­rung zu tra­gen. Die Ver­si­che­rung ver­gü­tet über­dies den Ar­beit­ge­ber­bei­trag für land­wirt­schaft­li­che Ar­beit­neh­me­rin­nen und ‑neh­mer nach Ar­ti­kel 18 Ab­satz 1 des Bun­des­ge­set­zes vom 20. Ju­ni 1952152 über die Fa­mi­li­en­zu­la­gen in der Land­wirt­schaft.

3 Der Bun­des­rat kann be­stimm­te Per­so­nen­grup­pen von der Bei­trags­pflicht aus­neh­men und vor­se­hen, dass auf Tag­gel­dern, für wel­che nur kur­ze Zeit ein An­spruch be­steht, kei­ne Bei­trä­ge be­zahlt wer­den müs­sen.

150 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. März 2003 (4. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3837; BBl 2001 3205).

151 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 2 des BG vom 17. Ju­ni 2011 (Ver­bes­se­rung der Durch­füh­rung), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 4745; BBl 2011 543).

152 SR 836.1

Art. 25bis153  

153Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 4 des Un­fall­ver­si­che­rungs­ge­set­zes vom 20. März 1981 (AS 1982 1676; BBl 1976 III 141). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 21. März 2003 (4. IV-Re­vi­si­on), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3837; BBl 2001 3205).

Art. 25ter154  

154Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 9. Okt. 1986 (AS 1987 447; BBl 1985 I 17). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 21. März 2003 (4. IV-Re­vi­si­on), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3837; BBl 2001 3205).

VII. Wahlrecht der Versicherten, Zusammenarbeit, Tarife und Schiedsgerichte 155

155 Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Revision, erstes Massnahmenpaket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

Art. 26 Wahl unter Ärzten, Zahnärzten und Apothekern 156  

1 Dem Ver­si­cher­ten steht die Wahl un­ter den eid­ge­nös­sisch di­plo­mier­ten Ärz­ten, Zahn­ärz­ten und Apo­the­kern frei.

2 Per­so­nen, de­nen ein Kan­ton auf Grund ei­nes wis­sen­schaft­li­chen Be­fä­hi­gungs­aus­wei­ses die Be­wil­li­gung zur Aus­übung des ärzt­li­chen oder zahn­ärzt­li­chen Be­rufs er­teilt hat, sind den in Ab­satz 1 be­zeich­ne­ten Per­so­nen gleich­ge­stellt.

3 Eid­ge­nös­sisch di­plo­mier­te Ärz­te, de­nen ein Kan­ton die Be­wil­li­gung zur Füh­rung ei­ner Pri­vat­apo­the­ke er­teilt hat, sind in­ner­halb der Schran­ken die­ser Be­wil­li­gung den in Ab­satz 1 be­zeich­ne­ten Apo­the­kern gleich­ge­stellt.

4 Das Wahl­recht der Ver­si­cher­ten ist nur in dem Um­fang ge­währ­leis­tet, als den in den Ab­sät­zen 1–3 ge­nann­ten Per­so­nen die Be­fug­nis zur ärzt­li­chen Be­hand­lung oder zur Ab­ga­be von Arz­nei­en nicht aus wich­ti­gen Grün­den ent­zo­gen wor­den ist. Einen sol­chen Ent­zug darf nur ein kan­to­na­les Schieds­ge­richt nach Ar­ti­kel 27bis für ei­ne von ihm fest­zu­set­zen­de Dau­er aus­spre­chen.157

156Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 5. Okt. 1967, in Kraft seit 1. Jan. 1968 (AS 1968 29; BBl 1967 I 653).

157 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. März 2003 (4. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3837; BBl 2001 3205).

Art. 26bis Wahl unter medizinischen Hilfspersonen, Anstalten und Abgabestel­len für Hilfsmittel 158  

1 Dem Ver­si­cher­ten steht die Wahl frei un­ter den me­di­zi­ni­schen Hilfs­per­so­nen, den An­stal­ten und Werk­stät­ten so­wie den Be­trie­ben des all­ge­mei­nen Ar­beits­mark­tes, die Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men durch­füh­ren, und den Ab­ga­be­stel­len für Hilfs­mit­tel, wenn sie den kan­to­na­len Vor­schrif­ten und den An­for­de­run­gen der Ver­si­che­rung ge­nü­gen.159

2 Der Bun­des­rat kann nach An­hö­ren der Kan­to­ne und der zu­stän­di­gen Or­ga­ni­sa­tio­nen Vor­schrif­ten für die Zu­las­sung der in Ab­satz 1 ge­nann­ten Per­so­nen und Stel­len er­las­sen.

158Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 5. Okt. 1967, in Kraft seit 1. Jan. 1968 (AS 1968 29; BBl 1967 I 653).

159 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

Art. 27 Zusammenarbeit und Tarife 160  

1 Der Bun­des­rat ist be­fugt, mit der Ärz­te­schaft, den Be­rufs­ver­bän­den der Me­di­zi­nal­per­so­nen und der me­di­zi­ni­schen Hilfs­per­so­nen so­wie den An­stal­ten und Werk­stät­ten, die Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men durch­füh­ren, Ver­trä­ge zu schlies­sen, um die Zu­sam­men­ar­beit mit den Or­ga­nen der Ver­si­che­rung zu re­geln und die Ta­ri­fe fest­zu­le­gen.161

2 ...162

3 So­weit kein Ver­trag be­steht, kann der Bun­des­rat die Höchst­be­trä­ge fest­set­zen, bis zu de­nen den Ver­si­cher­ten die Kos­ten der Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men ver­gü­tet wer­den.

160 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. März 2003 (4. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3837; BBl 2001 3205).

161 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

162 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 21. März 2003 (4. IV-Re­vi­si­on), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3837; BBl 2001 3205).

Art. 27bis Kantonales Schiedsgericht 163  

1 Über Strei­tig­kei­ten zwi­schen der Ver­si­che­rung und Leis­tungs­er­brin­gern ent­schei­den die von den Kan­to­nen be­zeich­ne­ten Schieds­ge­rich­te.

2 Zu­stän­dig ist das Schieds­ge­richt am Ort der stän­di­gen Ein­rich­tung oder der Be­rufs­aus­übung des Leis­tungs­er­brin­gers.

3 Die Kan­to­ne kön­nen die Auf­ga­ben des Schieds­ge­richts dem kan­to­na­len Ver­si­che­rungs­ge­richt über­tra­gen.

4 Das Schieds­ge­richt setzt sich zu­sam­men aus ei­ner neu­tra­len Per­son, die den Vor­sitz in­ne­hat, und aus je ei­ner Ver­tre­tung der be­tei­lig­ten Par­tei­en in glei­cher Zahl. Bei der Über­tra­gung der Auf­ga­ben des Schieds­ge­richts auf das kan­to­na­le Ver­si­che­rungs­ge­richt wird die­ses um je ei­ne Ver­tre­tung der be­tei­lig­ten Par­tei­en in glei­cher Zahl er­wei­tert.

5 Der schieds­ge­richt­li­chen Be­hand­lung ei­nes Streit­fal­les hat ein Ver­mitt­lungs­ver­fah­ren vor­aus­zu­ge­hen, so­fern der Streit­fall nicht schon ei­ner ver­trag­lich ein­ge­setz­ten Ver­mitt­lungs­in­stanz un­ter­brei­tet wor­den ist.

6 Die Ent­schei­de wer­den den Par­tei­en mit Be­grün­dung und Rechts­mit­tel­be­leh­rung schrift­lich er­öff­net.

7 Die Kan­to­ne re­geln das üb­ri­ge Ver­fah­ren.

163 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. März 2003 (4. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3837; BBl 2001 3205).

D. Die Renten164

164 Ursprünglich Bst. C.

I. Der Anspruch

Art. 28 Grundsatz 165  

1 An­spruch auf ei­ne Ren­te ha­ben Ver­si­cher­te, die:

a.
ih­re Er­werbs­fä­hig­keit oder die Fä­hig­keit, sich im Auf­ga­ben­be­reich zu be­tä­ti­gen, nicht durch zu­mut­ba­re Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men wie­der her­stel­len, er­hal­ten oder ver­bes­sern kön­nen;
b.
wäh­rend ei­nes Jah­res oh­ne we­sent­li­chen Un­ter­bruch durch­schnitt­lich min­des­tens 40 Pro­zent ar­beits­un­fä­hig (Art. 6 ATSG166) ge­we­sen sind; und
c.
nach Ab­lauf die­ses Jah­res zu min­des­tens 40 Pro­zent in­va­lid (Art. 8 ATSG) sind.

2 Die Ren­te wird nach dem Grad der In­va­li­di­tät wie folgt ab­ge­stuft:

In­va­li­di­täts­grad

Ren­ten­an­spruch in Bruch­tei­len ei­ner gan­zen Ren­te

min­des­tens 40 Pro­zent

ein Vier­tel

min­des­tens 50 Pro­zent

ein Zwei­tel

min­des­tens 60 Pro­zent

drei Vier­tel

min­des­tens 70 Pro­zent

gan­ze Ren­te

165 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

166 SR 830.1

Art. 28a Bemessung der Invalidität 167  

1 Für die Be­mes­sung der In­va­li­di­tät von er­werbs­tä­ti­gen Ver­si­cher­ten ist Ar­ti­kel 16 ATSG168 an­wend­bar. Der Bun­des­rat um­schreibt das zur Be­mes­sung der In­va­li­di­tät mass­ge­ben­de Er­w­erb­sein­kom­men.

2 Bei nicht er­werbs­tä­ti­gen Ver­si­cher­ten, die im Auf­ga­ben­be­reich tä­tig sind und de­nen die Auf­nah­me ei­ner Er­werbs­tä­tig­keit nicht zu­ge­mu­tet wer­den kann, wird für die Be­mes­sung der In­va­li­di­tät in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 16 ATSG dar­auf ab­ge­stellt, in wel­chem Mas­se sie un­fä­hig sind, sich im Auf­ga­ben­be­reich zu be­tä­ti­gen.

3 Bei Ver­si­cher­ten, die nur zum Teil er­werbs­tä­tig sind oder die un­ent­gelt­lich im Be­trieb des Ehe­gat­ten oder der Ehe­gat­tin mit­ar­bei­ten, wird für die­sen Teil die In­va­li­di­tät nach Ar­ti­kel 16 ATSG fest­ge­legt. Wa­ren sie da­ne­ben auch im Auf­ga­ben­be­reich tä­tig, so wird die In­va­li­di­tät für die­se Tä­tig­keit nach Ab­satz 2 fest­ge­legt. In die­sem Fall sind der An­teil der Er­werbs­tä­tig­keit oder der un­ent­gelt­li­chen Mit­ar­beit im Be­trieb des Ehe­gat­ten oder der Ehe­gat­tin und der An­teil der Tä­tig­keit im Auf­ga­ben­be­reich fest­zu­le­gen und der In­va­li­di­täts­grad in bei­den Be­rei­chen zu be­mes­sen.

167 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

168 SR 830.1

Art. 29 Beginn des Anspruchs und Auszahlung der Rente 169  

1 Der Ren­ten­an­spruch ent­steht frü­he­s­tens nach Ab­lauf von sechs Mo­na­ten nach Gel­tend­ma­chung des Leis­tungs­an­spruchs nach Ar­ti­kel 29 Ab­satz 1 ATSG170, je­doch frü­he­s­tens im Mo­nat, der auf die Vollen­dung des 18. Al­ters­jah­res folgt.

2 Der An­spruch ent­steht nicht, so­lan­ge die ver­si­cher­te Per­son ein Tag­geld nach Ar­ti­kel 22 be­an­spru­chen kann.

3 Die Ren­te wird vom Be­ginn des Mo­nats an aus­be­zahlt, in dem der Ren­ten­an­spruch ent­steht.

4 Be­trägt der In­va­li­di­täts­grad we­ni­ger als 50 Pro­zent, so wer­den die ent­spre­chen­den Ren­ten nur an Ver­si­cher­te aus­be­zahlt, die ih­ren Wohn­sitz und ih­ren ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz ha­ben. Die­se Vor­aus­set­zung ist auch von An­ge­hö­ri­gen zu er­fül­len, für die ei­ne Leis­tung be­an­sprucht wird.

169Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

170 SR 830.1

Art. 30 Erlöschen des Anspruchs 171  

Der Ren­ten­an­spruch er­lischt mit der Ents­te­hung des An­spruchs auf ei­ne Al­ters­ren­te der Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung oder mit dem Tod des Be­rech­tig­ten.

171 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 8 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185910, 1994 V 921, 1999 4523).

Art. 31 Herabsetzung oder Aufhebung der Rente 172  

1 Kann ei­ne ren­ten­be­rech­tig­te Per­son neu ein Er­w­erb­sein­kom­men er­zie­len oder ein be­ste­hen­des Er­w­erb­sein­kom­men er­hö­hen, so wird die Ren­te nur dann im Sin­ne von Ar­ti­kel 17 Ab­satz 1 ATSG173 re­vi­diert, wenn die Ein­kom­mens­ver­bes­se­rung jähr­lich mehr als 1500 Fran­ken be­trägt.

2 ...174

172 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

173 SR 830.1

174 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

Art. 32 Übergangsleistung bei Arbeitsunfähigkeit 175  

1 Ei­ne ver­si­cher­te Per­son hat An­spruch auf ei­ne Über­gangs­leis­tung, wenn:

a.
sie im Lau­fe der drei auf die Her­ab­set­zung oder Auf­he­bung ei­ner Ren­te fol­gen­den Jah­re zu min­des­tens 50 Pro­zent ar­beits­un­fä­hig wird;
b.
die Ar­beits­un­fä­hig­keit min­des­tens 30 Ta­ge ge­dau­ert hat und wei­ter an­dau­ert; und
c.
sie vor Her­ab­set­zung oder Auf­he­bung der Ren­te an Mass­nah­men zur Wie­der­ein­glie­de­rung nach Ar­ti­kel 8a teil­ge­nom­men hat oder die Ren­te we­gen der Wie­der­auf­nah­me ei­ner Er­werbs­tä­tig­keit oder der Er­hö­hung des Be­schäf­ti­gungs­gra­des her­ab­ge­setzt oder auf­ge­ho­ben wur­de.

2 Der An­spruch ent­steht am An­fang des Mo­nats, in wel­chem die Vor­aus­set­zun­gen nach Ab­satz 1 er­füllt sind.

3 Der An­spruch er­lischt spä­tes­tens am En­de des Mo­nats, in dem die IV-Stel­le über den In­va­li­di­täts­grad ent­schie­den hat (Art. 34).

175 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817). Sie­he auch die SchlB die­ser Änd. am En­de des Tex­tes.

Art. 33 Höhe der Übergangsleistung 176  

1 Die Über­gangs­leis­tung nach Ar­ti­kel 32 ent­spricht:

a.
der Dif­fe­renz zwi­schen der lau­fen­den Ren­te und der Ren­te, die die ver­si­cher­te Per­son er­hal­ten wür­de, wenn die Ren­te nicht her­ab­ge­setzt wor­den wä­re;
b.
der Ren­te, die die ver­si­cher­te Per­son er­hal­ten wür­de, wenn die Ren­te nicht auf­ge­ho­ben wor­den wä­re.

2 Hat ei­ne ver­si­cher­te Per­son An­spruch auf ei­ne Kin­der­ren­te, so wird die­se in die Be­rech­nung nach Ab­satz 1 ein­be­zo­gen.

176 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

Art. 34 Überprüfung des Invaliditätsgrades und Anpassung der Rente 177  

1 Gleich­zei­tig mit der Ge­wäh­rung ei­ner Über­gangs­leis­tung nach Ar­ti­kel 32 lei­tet die IV-Stel­le die Über­prü­fung des In­va­li­di­täts­gra­des ein.

2 Am ers­ten Tag des Mo­nats, der dem Ent­scheid der IV-Stel­le über den In­va­li­di­täts­grad folgt:

a.
ent­steht in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 28 Ab­satz 1 Buch­sta­be b ein Ren­ten­an­spruch, so­fern der In­va­li­di­täts­grad er­neut ein ren­ten­be­grün­den­des Aus­mass er­reicht;
b.
wird ei­ne be­ste­hen­de Ren­te für die Zu­kunft er­höht, her­ab­ge­setzt oder auf­ge­ho­ben, so­fern sich der In­va­li­di­täts­grad er­heb­lich ge­än­dert hat.

177 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

Art. 35 Kinderrente 178  

1 Män­ner und Frau­en, de­nen ei­ne In­va­li­den­ren­te zu­steht, ha­ben für je­des Kind, das im Fal­le ih­res To­des ei­ne Wai­sen­ren­te der Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung be­an­spru­chen könn­te, An­spruch auf ei­ne Kin­der­ren­te.

2 ...179

3 Für Pfle­ge­kin­der, die erst nach Ein­tritt der In­va­li­di­tät in Pfle­ge ge­nom­men wer­den, be­steht kein An­spruch auf Kin­der­ren­te, es sei denn, es hand­le sich um Kin­der des an­dern Ehe­gat­ten.180

4 Die Kin­der­ren­te wird wie die Ren­te aus­be­zahlt, zu der sie ge­hört. Vor­be­hal­ten blei­ben die Be­stim­mun­gen über die zweck­ge­mäs­se Ver­wen­dung (Art. 20 ATSG181) und ab­wei­chen­de zi­vil­rich­ter­li­che Anord­nun­gen. Der Bun­des­rat kann die Aus­zah­lung für Son­der­fäl­le in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 20 ATSG re­geln, na­ment­lich für Kin­der aus ge­trenn­ter oder ge­schie­de­ner Ehe.182

178Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II des BG vom 30. Ju­ni 1972, in Kraft seit 1. Jan. 1973 (AS 1972 2483; BBl 1971 II 1057).

179Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 3 des BG vom 7. Okt. 1994 (10. AHV-Re­vi­si­on), mit Wir­kung seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2466; BBl 1990 II 1).

180Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des BG vom 7. Okt. 1994 (10. AHV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2466; BBl 1990 II 1).

181 SR 830.1

182 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 8 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185910, 1994 V 921, 1999 4523).

II. Die ordentlichen Renten

Art. 36 Bezügerkreis und Berechnung  

1 An­spruch auf ei­ne or­dent­li­che Ren­te ha­ben Ver­si­cher­te, die bei Ein­tritt der In­va­li­di­tät wäh­rend min­des­tens drei Jah­ren Bei­trä­ge ge­leis­tet ha­ben.183

2 Für die Be­rech­nung der or­dent­li­chen Ren­ten sind die Be­stim­mun­gen des AHVG184 sinn­ge­mä­ss an­wend­bar. Der Bun­des­rat kann er­gän­zen­de Vor­schrif­ten er­las­sen.185

3 ...186

4 Bei­trä­ge, die vor dem In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes an die Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung ge­leis­tet wur­den, wer­den an­ge­rech­net.

183 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

184 SR 831.10

185 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

186 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

Art. 37 Höhe der Invalidenrenten  

1 Die In­va­li­den­ren­ten ent­spre­chen den Al­ters­ren­ten der Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung.187

1bis Sind bei­de Ehe­gat­ten ren­ten­be­rech­tigt, so gilt für die Kür­zung der bei­den Ren­ten Ar­ti­kel 35 AHVG188 sinn­ge­mä­ss.189

2 Hat ein Ver­si­cher­ter mit voll­stän­di­ger Bei­trags­dau­er bei Ein­tritt der In­va­li­di­tät das 25. Al­ters­jahr noch nicht zu­rück­ge­legt, so be­tra­gen sei­ne In­va­li­den­ren­te und all­fäl­li­ge Zu­satz­ren­ten min­des­tens 1331/3 Pro­zent der Min­dest­an­sät­ze der zu­tref­fen­den Voll­ren­ten.190

187Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des BG vom 7. Okt. 1994 (10. AHV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2466; BBl 1990 II 1).

188SR 831.10

189Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 3 des BG vom 7. Okt. 1994 (10. AHV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2466; BBl 1990 II 1).

190Ein­ge­fügt durch Ziff. II des BG vom 30. Ju­ni 1972 (AS 1972 2483; BBl 1971 II 1057). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 1 des BG vom 24. Ju­ni 1977 (9. AHV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 1980 (AS 1978 391, 1979 1365Art. 1; BBl 1976 III 1).

Art. 38 Höhe der Kinderrenten 191192  

1 Die Kin­der­ren­te be­trägt 40 Pro­zent der dem mass­ge­ben­den durch­schnitt­li­chen Jah­res­ein­kom­men ent­spre­chen­den In­va­li­den­ren­te.193 Ha­ben bei­de El­tern­tei­le einen An­spruch auf Kin­der­ren­te, so sind die bei­den Kin­der­ren­ten zu kür­zen, so­weit ih­re Sum­me 60 Pro­zent der ma­xi­ma­len In­va­li­den­ren­te über­steigt. Für die Durch­füh­rung der Kür­zung ist Ar­ti­kel 35 AHVG194 sinn­ge­mä­ss an­wend­bar.195

2 Es gel­ten die glei­chen Be­rech­nungs­re­geln wie für die je­wei­li­ge In­va­li­den­ren­te.

191Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II des BG vom 24. Ju­ni 1977 (9. AHV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 1980 (AS 1978 391, 1979 1365Art. 1; BBl 1976 III 1).

192 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. März 2003 (4. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3837; BBl 2001 3205).

193 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. März 2003 (4. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3837; BBl 2001 3205).

194SR 831.10

195Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des BG vom 7. Okt. 1994 (10. AHV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2466; BBl 1990 II 1).

Art. 38bis Kürzung wegen Überversicherung 196  

1 In Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 69 Ab­sät­ze 2 und 3 ATSG197 wer­den Kin­der­ren­ten ge­kürzt, so­weit sie zu­sam­men mit der Ren­te des Va­ters oder der­je­ni­gen der Mut­ter 90 Pro­zent des für die­se Ren­te je­weils mass­ge­ben­den durch­schnitt­li­chen Jah­res­ein­kom­mens über­stei­gen.198

2 Der Bun­des­rat setzt je­doch einen Min­dest­be­trag fest.199

3 Der Bun­des­rat re­gelt die Ein­zel­hei­ten, ins­be­son­de­re die Kür­zung von Teil­ren­ten so­wie von Drei­vier­tels­ren­ten, hal­b­en und Vier­tels­ren­ten.200

196Ein­ge­fügt durch Ziff. II des BG vom 30. Ju­ni 1972, in Kraft seit 1. Jan. 1973 (AS 1972 2483; BBl 1971 II 1057).

197 SR 830.1

198 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

199Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II des BG vom 24. Ju­ni 1977 (9. AHV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 1980 (AS 1978 391, 1979 1365Art. 1; BBl 1976 III 1).

200 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

III. Die ausserordentlichen Renten

Art. 39 Bezügerkreis  

1 Der An­spruch von Schwei­zer Bür­gern auf aus­ser­or­dent­li­che Ren­ten rich­tet sich nach den Be­stim­mun­gen des AHVG201.202

2 ...203

3 An­spruch auf ei­ne aus­ser­or­dent­li­che Ren­te ha­ben auch in­va­li­de Aus­län­der und Staa­ten­lo­se, die als Kin­der die Vor­aus­set­zun­gen von Ar­ti­kel 9 Ab­satz 3 er­füllt ha­ben.204

201SR 831.10

202Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des BG vom 7. Okt. 1994 (10. AHV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2466; BBl 1990 II 1).

203Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 3 des BG vom 7. Okt. 1994 (10. AHV-Re­vi­si­on), mit Wir­kung seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2466; BBl 1990 II 1).

204Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 5. Okt. 1967, in Kraft seit 1. Jan. 1968 (AS 1968 29; BBl 1967 I 653).

Art. 40 Höhe der Renten 205  

1 Die aus­ser­or­dent­li­chen Ren­ten ent­spre­chen, vor­be­hält­lich der Ab­sät­ze 2 und 3, dem Min­dest­be­trag der zu­tref­fen­den or­dent­li­chen Voll­ren­te.

2 Die aus­ser­or­dent­li­chen Kin­der­ren­ten wer­den in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 69 Ab­sät­ze 2 und 3 ATSG206 un­ter den glei­chen Vor­aus­set­zun­gen und im glei­chen Um­fang ge­kürzt wie in der Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung.207

3 Die aus­ser­or­dent­li­chen Ren­ten für Per­so­nen, die vor dem 1. De­zem­ber des der Vollen­dung des 20. Al­ters­jah­res fol­gen­den Jah­res in­va­lid ge­wor­den sind, ent­spre­chen 1331/3 Pro­zent des Min­dest­be­tra­ges der zu­tref­fen­den or­dent­li­chen Voll­ren­te.208

205Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II des BG vom 30. Ju­ni 1972, in Kraft seit 1. Jan. 1973 (AS 1972 2483; BBl 1971 II 1057).

206 SR 830.1

207 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 8 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185910, 1994 V 921, 1999 4523).

208Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des BG vom 7. Okt. 1994 (10. AHV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2466; BBl 1990 II 1).

IV. ...

Art. 41209  

209 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 8 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185910, 1994 V 921, 1999 4523).

E. Die Hilflosenentschädigung 210

210 Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Revision), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

Art. 42 Anspruch 211  

1 Ver­si­cher­te mit Wohn­sitz und ge­wöhn­li­chem Auf­ent­halt (Art. 13 ATSG212) in der Schweiz, die hilf­los (Art. 9 ATSG) sind, ha­ben An­spruch auf ei­ne Hilflo­sen­ent­schä­di­gung. Vor­be­hal­ten bleibt Ar­ti­kel 42bis.

2 Es ist zu un­ter­schei­den zwi­schen schwe­rer, mit­tel­schwe­rer und leich­ter Hilf­lo­sig­keit.

3 Als hilf­los gilt eben­falls ei­ne Per­son, wel­che zu Hau­se lebt und we­gen der Be­ein­träch­ti­gung der Ge­sund­heit dau­ernd auf le­bens­prak­ti­sche Be­glei­tung an­ge­wie­sen ist. Ist nur die psy­chi­sche Ge­sund­heit be­ein­träch­tigt, so muss für die An­nah­me ei­ner Hilf­lo­sig­keit min­des­tens ein An­spruch auf ei­ne Vier­tels­ren­te ge­ge­ben sein. Ist ei­ne Per­son le­dig­lich dau­ernd auf le­ben­sprak­ti­sche Be­glei­tung an­ge­wie­sen, so liegt im­mer ei­ne leich­te Hilf­lo­sig­keit vor. Vor­be­hal­ten bleibt Ar­ti­kel 42bis Ab­satz 5.

4 Die Hilflo­sen­ent­schä­di­gung wird frü­he­s­tens ab der Ge­burt und spä­tes­tens bis En­de des Mo­nats ge­währt, in wel­chem vom Ren­ten­vor­be­zug ge­mä­ss Ar­ti­kel 40 Ab­satz 1 AHVG213 Ge­brauch ge­macht oder in wel­chem das Ren­ten­al­ter er­reicht wird. Der An­spruchs­be­ginn rich­tet sich nach Vollen­dung des ers­ten Le­bens­jah­res nach Ar­ti­kel 29 Ab­satz 1214.

5 Der An­spruch auf ei­ne Hilflo­sen­ent­schä­di­gung ent­fällt bei ei­nem Auf­ent­halt in ei­ner In­sti­tu­ti­on zur Durch­füh­rung von Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men nach Ar­ti­kel 8 Ab­satz 3. Der Bun­des­rat de­fi­niert den Auf­ent­halt. Er kann aus­nahms­wei­se auch bei ei­nem Auf­ent­halt einen An­spruch auf ei­ne Hilflo­sen­ent­schä­di­gung vor­se­hen, wenn die ver­si­cher­te Per­son we­gen ei­ner schwe­ren Sin­nes­schä­di­gung oder ei­nes schwe­ren kör­per­li­chen Ge­b­re­chens nur dank re­gel­mäs­si­ger und er­heb­li­cher Dienst­leis­tun­gen Drit­ter ge­sell­schaft­li­che Kon­tak­te pfle­gen kann.

6 Der Bun­des­rat re­gelt die Über­nah­me ei­ner an­teil­mäs­si­gen Leis­tung an die Hilf­lo­sen­ent­schä­di­gung der Un­fall­ver­si­che­rung, falls die Hilf­lo­sig­keit nur zum Teil auf einen Un­fall zu­rück­zu­füh­ren ist.

211 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. März 2003 (4. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3837; BBl 2001 3205).

212 SR 830.1

213 SR 831.10

214 Heu­te ge­mä­ss Art. 28 Abs. 1 Bst. b.

Art. 42bis Besondere Voraussetzungen für Minderjährige 215  

1 Min­der­jäh­ri­ge Schwei­zer Bür­ge­rin­nen und Bür­ger oh­ne Wohn­sitz (Art. 13 Abs. 1 ATSG216) in der Schweiz sind hin­sicht­lich der Hilflo­sen­ent­schä­di­gung den Ver­si­cher­ten gleich­ge­stellt, so­fern sie ih­ren ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt (Art. 13 Abs. 2 ATSG) in der Schweiz ha­ben.

2 An­spruch auf ei­ne Hilflo­sen­ent­schä­di­gung ha­ben auch min­der­jäh­ri­ge Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­der, so­fern sie die Vor­aus­set­zun­gen von Ar­ti­kel 9 Ab­satz 3 er­fül­len.

3 Bei Ver­si­cher­ten, wel­che das ers­te Le­bens­jahr noch nicht vollen­det ha­ben, ent­steht der An­spruch, so­bald vor­aus­sicht­lich wäh­rend mehr als zwölf Mo­na­ten ei­ne Hilf­lo­sig­keit be­steht.

4 Min­der­jäh­ri­ge ha­ben nur an den Ta­gen An­spruch auf ei­ne Hilflo­sen­ent­schä­di­gung, an de­nen sie sich nicht in ei­nem Heim auf­hal­ten. In Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 67 Ab­satz 2 ATSG ha­ben Min­der­jäh­ri­ge, die sich zu­las­ten ei­ner So­zi­al­ver­si­che­rung in ei­ner Heil­an­stalt auf­hal­ten, auch nach Ab­lauf ei­nes vol­len Ka­len­der­mo­nats An­spruch auf ei­ne Hilflo­sen­ent­schä­di­gung, so­fern die Heil­an­stalt al­le 30 Ta­ge be­stä­tigt, dass die re­gel­mäs­si­ge An­we­sen­heit der El­tern oder ei­nes El­tern­teils in der Heil­an­stalt not­wen­dig ist und tat­säch­lich er­folg­te.217

5 Min­der­jäh­ri­ge ha­ben kei­nen An­spruch auf ei­ne Hilflo­sen­ent­schä­di­gung, wenn sie le­dig­lich auf le­ben­sprak­ti­sche Be­glei­tung an­ge­wie­sen sind.

215 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. März 2003 (4. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3837; BBl 2001 3205).

216 SR 830.1

217 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 4 des BG vom 20. Dez. 2019 über die Ver­bes­se­rung der Ver­ein­bar­keit von Er­werbs­tä­tig­keit und An­ge­hö­ri­gen­be­treu­ung, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 4525; BBl 2019 4103).

Art. 42ter Höhe 218  

1 Mass­ge­bend für die Hö­he der Hilflo­sen­ent­schä­di­gung ist das Aus­mass der per­sön­li­chen Hilf­lo­sig­keit. Die Hilflo­sen­ent­schä­di­gung wird per­so­nen­be­zo­gen aus­ge­rich­tet und soll die Wahl­frei­heit in den zen­tra­len Le­bens­be­rei­chen er­leich­tern. Die mo­nat­li­che Ent­schä­di­gung be­trägt bei schwe­rer Hilf­lo­sig­keit 80 Pro­zent, bei mit­tel­schwe­rer Hilf­lo­sig­keit 50 Pro­zent und bei leich­ter Hilf­lo­sig­keit 20 Pro­zent des Höchst­be­tra­ges der Al­ters­ren­te nach Ar­ti­kel 34 Ab­sät­ze 3 und 5 AHVG219. Die Ent­schä­di­gung für min­der­jäh­ri­ge Ver­si­cher­te be­rech­net sich pro Tag.

2 Die Hö­he der Hilflo­sen­ent­schä­di­gung für Ver­si­cher­te, die sich in ei­nem Heim auf­hal­ten, ent­spricht ei­nem Vier­tel der An­sät­ze nach Ab­satz 1. Vor­be­hal­ten blei­ben die Ar­ti­kel 42 Ab­satz 5 und 42bis Ab­satz 4.220

3 Die Hilflo­sen­ent­schä­di­gung für Min­der­jäh­ri­ge, die zu­sätz­lich ei­ne in­ten­si­ve Be­treu­ung brau­chen, wird um einen In­ten­siv­pfle­ge­zu­schlag er­höht; die­ser Zu­schlag wird nicht ge­währt bei ei­nem Auf­ent­halt in ei­nem Heim. Der mo­nat­li­che In­ten­siv­pfle­ge­zu­schlag be­trägt bei ei­nem in­va­li­di­täts­be­ding­ten Be­treu­ungs­auf­wand von min­des­tens 8 Stun­den pro Tag 100 Pro­zent, bei ei­nem sol­chen von min­des­tens 6 Stun­den pro Tag 70 Pro­zentund bei ei­nem sol­chen von min­des­tens 4 Stun­den pro Tag 40 Pro­zent des Höchst­be­tra­ges der Al­ters­ren­te nach Ar­ti­kel 34 Ab­sät­ze 3 und 5 AHVG.221 Der Zu­schlag be­rech­net sich pro Tag. Der Bun­des­rat re­gelt im Üb­ri­gen die Ein­zel­hei­ten.

218 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. März 2003 (4. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3837; BBl 2001 3205).

219 SR831.10

220 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

221 Fas­sung des Sat­zes ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. März 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 20175987; BBl 2016 71938185).

E . Der Assistenzbeitragbis222

222 Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Revision, erstes Massnahmenpaket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817). Siehe auch die SchlB dieser Änd. am Ende des Textes.

Art. 42quater Anspruch  

1 An­spruch auf einen As­sis­tenz­bei­trag ha­ben Ver­si­cher­te:

a.
de­nen ei­ne Hilflo­sen­ent­schä­di­gung der IV nach Ar­ti­kel 42 Ab­sät­ze 1–4 aus­ge­rich­tet wird;
b.
die zu Hau­se le­ben; und
c.
die voll­jäh­rig sind.

2 Der Bun­des­rat legt die Vor­aus­set­zun­gen fest, un­ter de­nen Per­so­nen mit ein­ge­schränk­ter Hand­lungs­fä­hig­keit kei­nen An­spruch auf einen As­sis­tenz­bei­trag ha­ben.

3 Er legt die Vor­aus­set­zun­gen fest, un­ter de­nen Min­der­jäh­ri­ge An­spruch auf einen As­sis­tenz­bei­trag ha­ben.

Art. 42quinquies Gedeckte Hilfeleistungen  

Ein As­sis­tenz­bei­trag wird ge­währt für Hil­fe­leis­tun­gen, die von der ver­si­cher­ten Per­son be­nö­tigt und re­gel­mäs­sig von ei­ner na­tür­li­chen Per­son (As­sis­tenz­per­son) er­bracht wer­den, die:

a.
von der ver­si­cher­ten Per­son oder ih­rer ge­setz­li­chen Ver­tre­tung im Rah­men ei­nes Ar­beits­ver­tra­ges an­ge­stellt wird; und
b.
we­der mit der ver­si­cher­ten Per­son ver­hei­ra­tet ist, mit ihr in ein­ge­tra­ge­ner Part­ner­schaft lebt oder ei­ne fak­ti­sche Le­bens­ge­mein­schaft führt noch in ge­ra­der Li­nie mit ihr ver­wandt ist.
Art. 42sexies Umfang  

1 Grund­la­ge für die Be­rech­nung des As­sis­tenz­bei­trags ist die für die Hil­fe­leis­tun­gen be­nö­tig­te Zeit. Da­von ab­ge­zo­gen wird die Zeit, die fol­gen­den Leis­tun­gen ent­spricht:

a.223
der Hilflo­sen­ent­schä­di­gung nach den Ar­ti­keln 42–42ter, mit Aus­nah­me des In­ten­siv­pfle­ge­zu­schlags nach Ar­ti­kel 42ter Ab­satz 3;
b.
den Bei­trä­gen für Dienst­leis­tun­gen Drit­ter an­stel­le ei­nes Hilfs­mit­tels nach Ar­ti­kel 21ter Ab­satz 2;
c.
dem für die Grund­pfle­ge aus­ge­rich­te­ten Bei­trag der ob­li­ga­to­ri­schen Kran­ken­pfle­ge­ver­si­che­rung an Pfle­ge­leis­tun­gen nach Ar­ti­kel 25a KVG224.

2 Bei ei­nem Auf­ent­halt in sta­tio­nären und teil­sta­tio­nären In­sti­tu­tio­nen wird der für Hil­fe­leis­tun­gen im Rah­men des As­sis­tenz­bei­trags an­re­chen­ba­re Zeit­be­darf ent­spre­chend re­du­ziert.

3 In Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 64 Ab­sät­ze 1 und 2 ATSG225 ge­währt die In­va­li­den­ver­si­che­rung kei­nen As­sis­tenz­bei­trag für Hil­fe­leis­tun­gen, die durch den Pfle­ge­bei­trag nach Ar­ti­kel 25a KVG ge­deckt wer­den.

4 Der Bun­des­rat legt fest:

a.
die Be­rei­che und die mi­ni­ma­le und ma­xi­ma­le An­zahl Stun­den, für die ein As­sis­tenz­bei­trag aus­ge­rich­tet wird;
b.
die Pau­scha­len für Hil­fe­leis­tun­gen pro Zeit­ein­heit im Rah­men des As­sis­tenz­bei­trags;
c.
die Fäl­le, in de­nen ein As­sis­tenz­bei­trag auf­grund von Ver­pflich­tun­gen aus dem Ar­beits­ver­trag nach dem OR226 aus­ge­rich­tet wird, oh­ne dass die Hil­fe­leis­tun­gen durch ei­ne As­sis­tenz­per­son tat­säch­lich er­bracht wor­den sind.

223 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. März 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 20175987; BBl 2016 71938185).

224 SR 832.10

225 SR 830.1

226 SR 220

Art. 42septies Beginn und Ende des Anspruchs  

1 In Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 24 ATSG227 ent­steht der An­spruch auf einen As­sis­tenz­bei­trag frü­he­s­tens im Zeit­punkt der Gel­tend­ma­chung die­ses An­spruchs.

2 Der An­spruch be­steht für Hil­fe­leis­tun­gen, die in­nert zwölf Mo­na­ten nach de­ren Er­brin­gen ge­mel­det wer­den.

3 Der An­spruch er­lischt zum Zeit­punkt:

a.
in dem die ver­si­cher­te Per­son die Vor­aus­set­zun­gen nach Ar­ti­kel 42qua­ter nicht mehr er­füllt;
b.
in dem die ver­si­cher­te Per­son vom Ren­ten­vor­be­zug nach Ar­ti­kel 40 Ab­satz 1 AHVG228 Ge­brauch macht oder das Ren­ten­al­ter er­reicht; oder
c.
des To­des der ver­si­cher­ten Per­son.
Art. 42octies Kürzung oder Verweigerung des Assistenzbeitrags  

Der As­sis­tenz­bei­trag kann ge­kürzt oder ver­wei­gert wer­den, wenn die ver­si­cher­te Per­son ih­ren ge­setz­li­chen Ver­pflich­tun­gen ge­gen­über den As­sis­tenz­per­so­nen oder ge­gen­über der Ver­si­che­rung nicht nach­kommt. Die Ver­si­che­rung muss die ver­si­cher­te Per­son vor­her schrift­lich mah­nen und auf die Rechts­fol­gen hin­wei­sen.

F. Das Zusammenfallen von Leistungen229

229 Ursprünglich Bst. E

Art. 43 Leistungen der Alters‑, Hinterlassenen- und Invalidenversiche­rung 230231  

1 Wit­wen, Wit­wer und Wai­sen, wel­che so­wohl die An­spruchs­vor­aus­set­zun­gen für ei­ne Hin­ter­las­se­nen­ren­te der Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung als auch für ei­ne Ren­te der In­va­li­den­ver­si­che­rung er­fül­len, ha­ben An­spruch auf ei­ne gan­ze In­va­li­den­ren­te. Es wird aber nur die hö­he­re der bei­den Ren­ten aus­ge­rich­tet.232

2 Sind die An­spruchs­vor­aus­set­zun­gen für ein Tag­geld der In­va­li­den­ver­si­che­rung er­füllt oder über­nimmt die In­va­li­den­ver­si­che­rung bei Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men die Kos­ten für Un­ter­kunft und Ver­pfle­gung über­wie­gend oder voll­stän­dig, so be­steht kein An­spruch auf ei­ne Ren­te der In­va­li­den­ver­si­che­rung. Der Bun­des­rat kann Aus­nah­men vor­se­hen und Be­stim­mun­gen über die Ab­lö­sung des Tag­gel­des durch ei­ne Ren­te er­las­sen.233

3 Der Bun­des­rat er­lässt Vor­schrif­ten zur Ver­hin­de­rung von Über­ent­schä­di­gun­gen beim Zu­sam­men­fal­len von meh­re­ren Leis­tun­gen der In­va­li­den­ver­si­che­rung und von Leis­tun­gen die­ser Ver­si­che­rung mit sol­chen der Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung.234

230Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 5. Okt. 1967, in Kraft seit 1. Jan. 1968 (AS 1968 29; BBl 1967 I 653).

231Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 1 des BG vom 24. Ju­ni 1977 (9. AHV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 1979 (AS 1978 391; BBl 1976 III 1).

232Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des BG vom 7. Okt. 1994 (10. AHV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2466; BBl 1990 II 1).

233Ein­ge­fügt durch Ziff. II 1 des BG vom 24. Ju­ni 1977 (9. AHV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 1979 (AS 1978 391; BBl 1976 III 1).

234Ein­ge­fügt durch Ziff. II 1 des BG vom 24. Ju­ni 1977 (9. AHV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 1979 (AS 1978 391; BBl 1976 III 1).

Art. 44 Verhältnis zur Unfall- und Militärversicherung 235  

Der Bun­des­rat be­stimmt, ob und in wel­cher Hö­he Ver­si­cher­ten, die An­spruch auf ei­ne Ren­te der Un­fall­ver­si­che­rung, das Tag­geld oder ei­ne Ren­te der Mi­li­tär­ver­si­che­rung ha­ben, ein Tag­geld der In­va­li­den­ver­si­che­rung zu­steht.

235 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. März 2003 (4. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3837; BBl 2001 3205).

Art. 45236  

236Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 4 des Un­fall­ver­si­che­rungs­ge­set­zes, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1984 (AS 1982 1676, 19822724; BBl 1976 III 141).

Art. 45bis237  

237Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 5. Okt. 1967 (AS 1968 29; BBl 1967 I 653). Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 8 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185910, 1994 V 921, 1999 4523).

G. Verschiedene Bestimmungen238

238 Ursprünglich Bst. F.

Art. 46239  

239Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 8 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185910, 1994 V 921, 1999 4523).

Art. 47 Auszahlung der Taggelder und Renten 240  

1 In Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 19 Ab­satz 3 ATSG241 kön­nen Ren­ten wäh­rend der Durch­füh­rung von Ab­klä­rungs- und Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men so­wie von Mass­nah­men zur Wie­der­ein­glie­de­rung nach Ar­ti­kel 8a wei­ter ge­währt wer­den.242

1bis Die Ren­ten wer­den ge­währt:

a.
bei Mass­nah­men zur Wie­der­ein­glie­de­rung nach Ar­ti­kel 8a bis zum Ent­scheid der IV-Stel­le nach Ar­ti­kel 17 ATSG;
b.
bei den üb­ri­gen Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men längs­tens bis zum En­de des drit­ten vol­len Ka­len­der­mo­nats, der dem Be­ginn der Mass­nah­men folgt.243

1ter Zu­sätz­lich zur Ren­te wird das Tag­geld aus­ge­rich­tet. Die­ses wird je­doch wäh­rend der Dau­er des Dop­pel­an­spruchs bei der Durch­füh­rung von Ab­klä­rungs- oder Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men um einen Dreis­sigs­tel des Ren­ten­be­trags ge­kürzt.244

2 Löst ei­ne Ren­te das Tag­geld ab, so wird in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 19 Ab­satz 3 ATSG die Ren­te auch für den Mo­nat, in dem der Tag­geldan­spruch en­det, un­ge­kürzt aus­ge­rich­tet. Hin­ge­gen wird das Tag­geld in die­sem Mo­nat um einen Dreis­sigs­tel des Ren­ten­be­trags ge­kürzt.

3 Teil­ren­ten, de­ren Be­trag 10 Pro­zent der mi­ni­ma­len Voll­ren­te nicht über­stei­gen, wer­den in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 19 Ab­sät­ze 1 und 3 ATSG ein­mal jähr­lich nach­schüs­sig im De­zem­ber aus­be­zahlt. Der Be­rech­tig­te kann die mo­nat­li­che Aus­zah­lung ver­lan­gen.

240 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 8 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185910, 1994 V 921, 1999 4523).

241 SR 830.1

242 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

243 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

244 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

Art. 47a Auszahlung der Hilflosenentschädigung für Minderjährige 245  

In Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 19 Ab­satz 3 ATSG246 wird die Hilflo­sen­ent­schä­di­gung für Min­der­jäh­ri­ge nach­schüs­sig ge­gen Rech­nungs­stel­lung aus­be­zahlt.

245 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

246 SR 830.1

Art. 48 Nachzahlung von Leistungen 247  

1 Macht ei­ne ver­si­cher­te Per­son ih­ren An­spruch auf ei­ne Hilflo­sen­ent­schä­di­gung, auf me­di­zi­ni­sche Mass­nah­men oder auf Hilfs­mit­tel mehr als zwölf Mo­na­te nach des­sen Ent­ste­hung gel­tend, so wird die Leis­tung in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 24 Ab­satz 1 ATSG248 nur für die zwölf Mo­na­te nach­ge­zahlt, die der Gel­tend­ma­chung vor­an­ge­hen.

2 Die Leis­tung wird für einen län­ge­ren Zeit­raum nach­ge­zahlt, wenn die ver­si­cher­te Per­son:

a.
den an­spruchs­be­grün­den­den Sach­ver­halt nicht ken­nen konn­te; und
b.
den An­spruch spä­tes­tens zwölf Mo­na­te, nach­dem sie da­von Kennt­nis er­hal­ten hat, gel­tend macht.

247 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

248 SR 830.1

Art. 49 Durchführung von Eingliederungsmassnahmen 249  

Der Ent­scheid über die Durch­füh­rung von Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men (Art. 28 Abs. 1 Bst. a) hat spä­tes­tens zwölf Mo­na­te nach Gel­tend­ma­chung des Leis­tungs­an­spruchs nach Ar­ti­kel 29 Ab­satz 1 ATSG250 zu er­fol­gen.

249 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

250 SR 830.1

Art. 50 Zwangsvoll­streckung und Verrech­nung 251  

1 Der Ren­ten­an­spruch ist der Zwangs­voll­strec­kung ent­zo­gen.

2 Für die Ver­rech­nung fin­det Ar­ti­kel 20 Ab­satz 2 AHVG252 sinn­ge­mä­ss An­wen­dung.

251 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 8 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185910, 1994 V 921, 1999 4523).

252 SR 831.10

Art. 51 Reisekosten  

1 Die für die Durch­füh­rung von Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men not­wen­di­gen Rei­se­ko­s­ten im In­land wer­den dem Ver­si­cher­ten ver­gü­tet.253

2 Aus­nahms­wei­se kön­nen Bei­trä­ge an die Rei­se­kos­ten im Aus­land ge­währt wer­den. Der Bun­des­rat ord­net die nä­he­ren Be­din­gun­gen.

253 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 8 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185910, 1994 V 921, 1999 4523).

Art. 52254  

254Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 21. März 2003 (4. IV-Re­vi­si­on), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3837; BBl 2001 3205).

Vierter Abschnitt: Organisation 255

255Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 22. März 1991 (3. IV-Revision), in Kraft seit 1. Jan. 1992 (AS 1991 2377; BBl 1988 II 1333).

Art. 53 Grundsatz 256  

1 Die Ver­si­che­rung wird durch die IV-Stel­len in Zu­sam­men­ar­beit mit den Or­ga­nen der Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung und un­ter der Auf­sicht des Bun­des (Art. 76 ATSG257) durch­ge­führt.

2 Der Bun­des­rat kann dem Bun­des­amt Auf­ga­ben der Durch­füh­rung über­tra­gen in den Be­rei­chen:

a.258
Ab­ga­be von Hilfs­mit­teln nach Ar­ti­kel 21qua­ter;
abis.259 Zu­sam­men­ar­beit und Ta­ri­fe nach Ar­ti­kel 27;
b.
wis­sen­schaft­li­che Aus­wer­tun­gen nach Ar­ti­kel 68;
c.
ge­samtschwei­ze­ri­sche In­for­ma­ti­on über die Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen nach Ar­ti­kel 68ter;
d.
Pi­lot­ver­su­che nach Ar­ti­kel 68qua­ter; und
e.260
För­de­rung der In­va­li­den­hil­fenach den Ar­ti­keln 74 und 75.

256 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

257 SR 830.1

258 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

259 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

260 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

A. Die IV-Stellen261

261Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 22. März 1991 (3. IV-Revision), in Kraft seit 1. Jan. 1992 (AS 1991 2377; BBl 1988 II 1333).

Art. 54 Kantonale IV-Stellen 262  

1 Der Bund sorgt für die Er­rich­tung kan­to­na­ler IV-Stel­len. Hier­zu schliesst er mit den Kan­to­nen Ver­ein­ba­run­gen ab.

2 Die Kan­to­ne er­rich­ten die IV-Stel­len in der Form kan­to­na­ler öf­fent­lich-recht­li­cher An­stal­ten mit ei­ge­ner Rechts­per­sön­lich­keit. Meh­re­re Kan­to­ne kön­nen durch Ver­ein­ba­rung ei­ne ge­mein­sa­me IV-Stel­le er­rich­ten oder ein­zel­ne Auf­ga­ben nach Ar­ti­kel 57 ei­ner an­de­ren IV-Stel­le über­tra­gen. Die kan­to­na­len Er­las­se oder die in­ter­kan­to­na­len Ver­ein­ba­run­gen re­geln na­ment­lich die in­ter­ne Or­ga­ni­sa­ti­on der IV-Stel­len.

3 Kommt in ei­nem Kan­ton kei­ne Ver­ein­ba­rung über die Er­rich­tung der IV-Stel­le zu­stan­de, so kann der Bun­des­rat die kan­to­na­le IV-Stel­le als öf­fent­lich-recht­li­che An­stalt des Bun­des mit ei­ge­ner Rechts­per­sön­lich­keit er­rich­ten.

4 Die Über­tra­gung von Auf­ga­ben nach kan­to­na­lem Recht auf ei­ne kan­to­na­le IV‑Stel­le be­darf der Ge­neh­mi­gung des Eid­ge­nös­si­schen De­par­te­ments des In­nern. Die Ge­neh­mi­gung kann an Be­din­gun­gen ge­knüpft und mit Auf­la­gen ver­bun­den wer­den.

5 Die Kan­to­ne kön­nen Auf­ga­ben nach Bun­des­recht auf ei­ne kan­to­na­le IV-Stel­le über­tra­gen. Die Über­tra­gung be­darf der Ge­neh­mi­gung des Eid­ge­nös­si­schen De­par­te­ments des In­nern; die­se kann an Be­din­gun­gen ge­knüpft und mit Auf­la­gen ver­bun­den wer­den.263

6 Die Kan­to­ne kön­nen Auf­ga­ben kan­to­na­ler IV-Stel­len nach Ar­ti­kel 57 Ab­satz 1 ein­sch­liess­lich der Kom­pe­tenz zum Er­lass von Ver­fü­gun­gen auf öf­fent­li­che In­sti­tu­tio­nen nach Ar­ti­kel 68bis Ab­satz 1 über­tra­gen. Die Über­tra­gung be­darf der Ge­neh­mi­gung des Eid­ge­nös­si­schen De­par­te­ments des In­nern; die­se kann an Be­din­gun­gen ge­knüpft und mit Auf­la­gen ver­bun­den wer­den.264

262 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

263 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 2 des BG vom 19. Ju­ni 2020, in Kraft seit 1. Ju­li 2021 (AS 2021 338; BBl 2019 4413).

264 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 2 des BG vom 19. Ju­ni 2020, in Kraft seit 1. Ju­li 2021 (AS 2021 338; BBl 2019 4413).

Art. 55 Zuständigkeit  

1 Zu­stän­dig ist in der Re­gel die IV-Stel­le, in de­ren Kan­tons­ge­biet der Ver­si­cher­te im Zeit­punkt der An­mel­dung sei­nen Wohn­sitz hat.265 Der Bun­des­rat ord­net die Zu­stän­dig­keit in Son­der­fäl­len.

2 Der Bun­des­rat kann Vor­schrif­ten über die Er­le­di­gung von Strei­tig­kei­ten be­züg­lich der ört­li­chen Zu­stän­dig­keit er­las­sen und da­bei von Ar­ti­kel 35 ATSG266 ab­wei­chen.267

265Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des BG vom 7. Okt. 1994 (10. AHV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2466; BBl 1990 II 1).

266 SR 830.1

267 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 8 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185910, 1994 V 921, 1999 4523).

Art. 56 IV-Stelle des Bundes  

Der Bun­des­rat setzt ei­ne IV-Stel­le für Ver­si­cher­te im Aus­land ein.

Art. 57 Aufgaben  

1 Die IV-Stel­len ha­ben ins­be­son­de­re fol­gen­de Auf­ga­ben:

a.
die Frü­her­fas­sung;
b.
die Be­stim­mung und Über­wa­chung so­wie die Durch­füh­rung der Mass­nah­men der Früh­in­ter­ven­ti­on;
c.
die Ab­klä­rung der ver­si­che­rungs­mäs­si­gen Vor­aus­set­zun­gen;
d.
die Ab­klä­rung der Ein­glie­de­rungs­fä­hig­keit der ver­si­cher­ten Per­son, die Be­rufs­be­ra­tung und die Ar­beits­ver­mitt­lung;
e.
die Be­stim­mung und Über­wa­chung der Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men so­wie die not­wen­di­ge Be­glei­tung der ver­si­cher­ten Per­son wäh­rend der Mass­nah­men;
f.268
die Be­mes­sung der In­va­li­di­tät, der Hilf­lo­sig­keit und der von der ver­si­cher­ten Per­son be­nö­tig­ten Hil­fe­leis­tun­gen;
g.
den Er­lass der Ver­fü­gun­gen über die Leis­tun­gen der In­va­li­den­ver­si­che­rung;
h.
die Öf­fent­lich­keits­ar­beit;
i.269
die Ko­or­di­na­ti­on der me­di­zi­ni­schen Mass­nah­men mit dem Kran­ken- und Un­fall­ver­si­che­rer.270

2 Der Bun­des­rat kann ih­nen wei­te­re Auf­ga­ben zu­wei­sen.

3 Bis zum Er­lass ei­ner Ver­fü­gung ent­schei­den die IV-Stel­len, wel­che Ab­klä­run­gen mass­ge­bend und not­wen­dig sind.271

268 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

269 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

270 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

271 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

Art. 57a Vorbescheid 272  

1 Die IV-Stel­le teilt der ver­si­cher­ten Per­son den vor­ge­se­he­nen En­dent­scheid über ein Leis­tungs­be­geh­ren, den Ent­zug oder die Her­ab­set­zung ei­ner bis­her ge­währ­ten Leis­tung so­wie den vor­ge­se­he­nen Ent­scheid über die vor­sorg­li­che Ein­stel­lung von Leis­tun­gen mit­tels Vor­be­scheid mit.273 Die ver­si­cher­te Per­son hat An­spruch auf recht­li­ches Ge­hör im Sin­ne von Ar­ti­kel 42 ATSG274.

2 Be­rührt der vor­ge­se­he­ne Ent­scheid die Leis­tungs­pflicht ei­nes an­de­ren Ver­si­che­rungs­trä­gers, so hört die IV-Stel­le die­sen vor Er­lass der Ver­fü­gung an.

3 Die Par­tei­en kön­nen in­ner­halb ei­ner Frist von 30 Ta­gen Ein­wän­de zum Vor­be­scheid vor­brin­gen.275

272 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 16. Dez. 2005, in Kraft seit 1. Ju­li 2006 (AS 2006 2003; BBl 2005 3079).

273 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 2 des BG vom 21. Ju­ni 2019, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 5137; BBl 2018 1607).

274 SR 830.1

275 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 2 des BG vom 21. Ju­ni 2019, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 5137; BBl 2018 1607).

Art. 58 Leistungszusprache ohne Verfügung 276  

Der Bun­des­rat kann anord­nen, dass in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 49 Ab­satz 1 ATSG277 auch für be­stimm­te er­heb­li­che Leis­tun­gen das form­lo­se Ver­fah­ren nach Ar­ti­kel 51 ATSG zur An­wen­dung kommt.

276 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 8 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185910, 1994 V 921, 1999 4523).

277 SR 830.1

Art. 59 Organisation und Verfahren, regionale ärztliche Dienste 278  

1 Die IV-Stel­len ha­ben sich so zu or­ga­ni­sie­ren, dass sie ih­re Auf­ga­ben nach Ar­ti­kel 57 un­ter Ein­hal­tung der ge­setz­li­chen Vor­schrif­ten und der Wei­sun­gen des Bun­des fach­ge­recht und ef­fi­zi­ent durch­füh­ren kön­nen.279

2 Sie rich­ten in­ter­dis­zi­pli­när zu­sam­men­ge­setz­te re­gio­na­le ärzt­li­che Diens­te ein. Der Bun­des­rat legt die Re­gio­nen nach An­hö­rung der Kan­to­ne fest.280

2bis Die re­gio­na­len ärzt­li­chen Diens­te ste­hen den IV-Stel­len zur Be­ur­tei­lung der me­di­zi­ni­schen Vor­aus­set­zun­gen des Leis­tungs­an­spruchs zur Ver­fü­gung. Sie set­zen die für die In­va­li­den­ver­si­che­rung nach Ar­ti­kel 6 ATSG281 mass­ge­ben­de funk­tio­nel­le Leis­tungs­fä­hig­keit der Ver­si­cher­ten fest, ei­ne zu­mut­ba­re Er­werbs­tä­tig­keit oder Tä­tig­keit im Auf­ga­ben­be­reich aus­zuü­ben. Sie sind in ih­rem me­di­zi­ni­schen Sachent­scheid im Ein­zel­fall un­ab­hän­gig.282

3 Die IV-Stel­len kön­nen Spe­zia­lis­ten der pri­va­ten In­va­li­den­hil­fe, Ex­per­ten, me­di­zi­ni­sche und be­ruf­li­che Ab­klä­rungs­stel­len, Fach­stel­len für die In­te­gra­ti­on von Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­dern, Ver­mitt­lungs­stel­len für in­ter­kul­tu­rel­les Über­set­zen so­wie Diens­te an­de­rer So­zi­al­ver­si­che­rungs­trä­ger bei­zie­hen.283

4 Die IV-Stel­len kön­nen mit an­de­ren Ver­si­che­rungs­trä­gern und den Or­ga­nen der öf­fent­li­chen So­zi­al­hil­fe Ver­ein­ba­run­gen über den Bei­zug der re­gio­na­len ärzt­li­chen Diens­te ab­sch­lies­sen.284

5 Zur Be­kämp­fung des un­ge­recht­fer­tig­ten Leis­tungs­be­zugs kön­nen die IV-Stel­len Spe­zia­lis­ten bei­zie­hen.285

6 Die IV-Stel­len be­rück­sich­ti­gen im Rah­men ih­rer Leis­tun­gen die sprach­li­chen, so­zia­len und kul­tu­rel­len Be­son­der­hei­ten der Ver­si­cher­ten, oh­ne dass die­se einen Rechts­an­spruch auf ei­ne be­son­de­re Leis­tung ab­lei­ten kön­nen.286

278 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

279 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

280 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

281 SR 830.1

282 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

283 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. März 2003 (4. IV-Re­vi­si­on) (AS 2003 3837; BBl 2001 3205). Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 4 des BG vom 16. Dez. 2016 (In­te­gra­ti­on), in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2017 6521, 2018 3171; BBl 2013 2397, 2016 2821).

284 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

285 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

286 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 4 des BG vom 16. Dez. 2016 (In­te­gra­ti­on), in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2017 6521, 2018 3171; BBl 2013 2397, 2016 2821).

Art. 59a Haftung 287  

Er­satz­for­de­run­gen nach Ar­ti­kel 78 ATSG288 sind bei der IV-Stel­le gel­tend zu ma­chen; die­se ent­schei­det dar­über durch Ver­fü­gung.

287 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 8 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185910, 1994 V 921, 1999 4523).

288 SR 830.1

Art. 59b Rechnungsrevisionen 289  

Die Rech­nungs­füh­rung der IV-Stel­len wird im Rah­men der Re­vi­si­on der für die IV-Stel­len zu­stän­di­gen Aus­gleichs­kas­sen nach Ar­ti­kel 68 Ab­satz 1 AHVG290 durch ex­ter­ne, un­ab­hän­gi­ge, spe­zia­li­sier­te und vom Bun­des­amt zu­ge­las­se­ne Re­vi­si­ons­stel­len ge­prüft. Das Bun­des­amt ist be­fugt, not­wen­di­ge er­gän­zen­de Re­vi­sio­nen selbst vor­zu­neh­men oder durch die Zen­tra­le Aus­gleichs­stel­le oder ei­ne ex­ter­ne Re­vi­si­ons­stel­le durch­füh­ren zu las­sen.

289 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

290 SR 831.10

B. Die Ausgleichskassen291

291Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 22. März 1991 (3. IV-Revision), in Kraft seit 1. Jan. 1992 (AS 1991 2377; BBl 1988 II 1333).

Art. 60 Aufgaben  

1 Die Aus­gleichs­kas­sen der Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung ha­ben ins­be­son­de­re fol­gen­de Auf­ga­ben:292

a.
die Mit­wir­kung bei der Ab­klä­rung der ver­si­che­rungs­mäs­si­gen Vor­aus­set­zun­gen;
b.293
die Be­rech­nung der Ren­ten, Tag­gel­der, Ein­ar­bei­tungs­zu­schüs­se und Ent­schä­di­gun­gen für Be­treu­ungs­kos­ten;
c.294
die Aus­zah­lung der Ren­ten, Tag­gel­der, Ein­ar­bei­tungs­zu­schüs­se, Ent­schä­di­gun­gen für Be­treu­ungs­kos­ten so­wie, für Voll­jäh­ri­ge, die Aus­zah­lung der Hilflo­sen­ent­schä­di­gun­gen.

2 Im Üb­ri­gen ist Ar­ti­kel 63 AHVG sinn­ge­mä­ss an­wend­bar.

3 Der Bun­des­rat kann Vor­schrif­ten über die Er­le­di­gung von Strei­tig­kei­ten be­züg­lich der ört­li­chen Zu­stän­dig­keit er­las­sen und da­bei von Ar­ti­kel 35 ATSG295 ab­wei­chen.296

292 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

293 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

294 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

295 SR 830.1

296 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 8 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185910, 1994 V 921, 1999 4523).

Art. 61 Zusammenarbeit  

Der Bun­des­rat re­gelt die Zu­sam­men­ar­beit zwi­schen den IV-Stel­len und den Or­ga­nen der Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung.

Art. 62–63297  

297Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 22. März 1991 (3. IV-Re­vi­si­on), mit Wir­kung seit 1. Jan. 1992 (AS 1991 2377; BBl 1988 II 1333). Dies gilt auch für den ur­sprüng­li­chen Bst. C.

C. Die Aufsicht des Bundes298

298Ursprünglich Bst. D.

Art. 64 Grundsatz 299  

1 Der Bund über­wacht den Voll­zug die­ses Ge­set­zes durch die IV-Stel­len und sorgt für des­sen ein­heit­li­che An­wen­dung. Ar­ti­kel 72 AHVG300 ist sinn­ge­mä­ss an­wend­bar.

2 Für die Auf­sicht über die Or­ga­ne der AHV beim Voll­zug die­ses Ge­set­zes fin­den die Vor­schrif­ten des AHVG sinn­ge­mä­ss An­wen­dung.

299 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

300 SR 831.10

Art. 64a Aufsicht durch das Bundesamt 301  

1 Das Bun­des­amt übt die fach­li­che Auf­sicht über die IV-Stel­len und über die re­gio­na­len ärzt­li­chen Diens­te aus. Ins­be­son­de­re er­füllt es fol­gen­de Auf­ga­ben:

a.
Es über­prüft jähr­lich die Er­fül­lung der Auf­ga­ben nach Ar­ti­kel 57 durch die IV-Stel­len und der Auf­ga­ben nach Ar­ti­kel 59 Ab­satz 2bis durch die re­gio­na­len ärzt­li­chen Diens­te.
b.
Es er­teilt den IV-Stel­len all­ge­mei­ne Wei­sun­gen so­wie Wei­sun­gen im Ein­zel­fall.
c.
Es er­teilt den re­gio­na­len ärzt­li­chen Diens­ten im me­di­zi­ni­schen Fach­be­reich all­ge­mei­ne Wei­sun­gen.

2 Das Bun­des­amt übt die ad­mi­nis­tra­ti­ve Auf­sicht über die IV-Stel­len ein­sch­liess­lich der re­gio­na­len ärzt­li­chen Diens­te aus. Es gibt ins­be­son­de­re Kri­te­ri­en vor, um die Wirk­sam­keit, Qua­li­tät und Ein­heit­lich­keit der Er­fül­lung der Auf­ga­ben nach den Ar­ti­keln 57 und 59 Ab­satz 2bis zu ge­währ­leis­ten, und über­prüft die Ein­hal­tung die­ser Kri­te­ri­en.

301 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

Art. 65 Eidgenössische AHV/IV-Kommission 302  

Die Eid­ge­nös­si­sche Kom­mis­si­on für die Al­ters‑, Hin­ter­las­se­nen- und In­va­li­den­ver­si­che­rung ist im Rah­men von Ar­ti­kel 73 AHVG303 auch für Grund­satz­fra­gen der In­va­li­den­ver­si­che­rung zu­stän­dig. Sie um­fasst auch Ver­tre­ter der Be­hin­der­ten und der In­va­li­den­hil­fe.

302Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 9. Okt. 1986, in Kraft seit 1. Jan. 1988 (AS 1987 447; BBl 1985 I 17).

303SR 831.10

D. Verschiedene Bestimmungen304

304Ursprünglich Bst. E.

Art. 66 Anwendbare Bestimmungen des AHVG 305  

So­weit die­ses Ge­setz nichts Ab­wei­chen­des be­stimmt, fin­den die Vor­schrif­ten des AHVG306 sinn­ge­mä­ss An­wen­dung auf die In­for­ma­ti­ons­sys­te­me, die Be­ar­bei­tung von Per­so­nen­da­ten, die Ar­beit­ge­ber, die Aus­gleichs­kas­sen, den Ab­rech­nungs- und Zah­lungs­ver­kehr, die Buch­füh­rung, die Kas­sen­re­vi­sio­nen und Ar­beit­ge­ber­kon­trol­len, die De­ckung der Ver­wal­tungs­kos­ten, die Kos­ten­über­nah­me und Post­ta­xen, die Zen­tra­le Aus­gleichs­stel­le und die Ver­si­cher­ten­num­mer.307 Die Haf­tung für Schä­den rich­tet sich nach Ar­ti­kel 78 ATSG308 und sinn­ge­mä­ss nach den Ar­ti­keln 52, 70 und 71a AHVG.

305 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V der BVers vom 21. Ju­ni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3453; BBl 2002 803).

306 SR 831.10

307 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 2 des BG vom 21. Ju­ni 2019, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 5137; BBl 2018 1607).

308 SR 830.1

Art. 66a Datenbekanntgabe 309  

1 So­fern kein über­wie­gen­des Pri­vat­in­ter­es­se ent­ge­gen­steht, dür­fen Or­ga­ne, die mit der Durch­füh­rung so­wie der Kon­trol­le oder der Be­auf­sich­ti­gung der Durch­füh­rung die­ses Ge­set­zes be­traut sind, Da­ten in Ab­wei­chung von der Schwei­ge­pflicht nach Ar­ti­kel 33 ATSG310 be­kannt ge­ben:

a.
Steu­er­be­hör­den, wenn die Da­ten sich auf die Aus­rich­tung von IV-Ren­ten be­zie­hen und für die An­wen­dung der Steu­er­ge­set­ze er­for­der­lich sind;
b.
den mit der Durch­füh­rung des Bun­des­ge­set­zes vom 12. Ju­ni 1959311 über den Wehr­pflich­ter­satz be­trau­ten Be­hör­den, nach Ar­ti­kel 24 des ge­nann­ten Ge­set­zes;
c.312
dem Nach­rich­ten­dienst des Bun­des (NDB) oder den Si­cher­heits­or­ga­nen der Kan­to­ne zu­han­den des NDB, wenn ei­ne kon­kre­te Be­dro­hung der in­ne­ren oder äus­se­ren Si­cher­heit nach Ar­ti­kel 19 Ab­satz 2 des Nach­rich­ten­dienst­ge­set­zes vom 25. Sep­tem­ber 2015313 ge­ge­ben ist;
d.314
der Zen­tra­len Aus­gleichs­stel­le (Art. 71 AHVG315), wenn me­di­zi­ni­sche Da­ten zum Zweck der Er­fas­sung und Be­ar­bei­tung von Leis­tungs­an­trä­gen so­wie de­ren Wei­ter­lei­tung ins Aus­land auf­grund von zwi­schen­staat­li­chen Ver­ein­ba­run­gen nö­tig sind.

2 Im Üb­ri­gen ist Ar­ti­kel 50a AHVG316 mit sei­nen Ab­wei­chun­gen vom ATSG sinn­ge­mä­ss an­wend­bar.

309 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 2000 (AS 2000 2685; BBl 1999 4983). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V der BVers vom 21. Ju­ni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3453; BBl 2002 803).

310 SR 830.1

311 SR 661

312 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 9 des BG vom 23. Dez. 2011 (AS 2012 3745; BBl 20075037, 2010 7841). Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 15 des Nach­rich­ten­dienst­ge­set­zes vom 25. Sept. 2015, in Kraft seit 1. Sept. 2017 (AS 2017 4095; BBl 2014 2105).

313 SR 121

314 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 2 des BG vom 21. Ju­ni 2019, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 5137; BBl 2018 1607).

315 SR 831.10

316 SR 831.10

Art. 66b Abrufverfahren 317  

1 Die Zen­tra­le Aus­gleichs­stel­le (Art. 71 AHVG318) führt ein Re­gis­ter der Be­zü­ger und Be­zü­ge­rin­nen von Sach­leis­tun­gen so­wie ein Ver­zeich­nis der die­se Leis­tun­gen be­tref­fen­den Rech­nun­gen. Das Re­gis­ter und das Ver­zeich­nis die­nen da­zu, die Kos­ten die­ser Leis­tun­gen zu ver­gü­ten.

2 Die­ses Re­gis­ter und die­ses Ver­zeich­nis sind den IV-Stel­len, den Aus­gleichs­kas­sen und dem zu­stän­di­gen Bun­des­amt durch Ab­ruf­ver­fah­ren für die­je­ni­gen Da­ten zu­gäng­lich, die für die Er­fül­lung der ih­nen durch die­ses Ge­setz und das AHVG über­tra­ge­nen Auf­ga­ben er­for­der­lich sind.

2bis Die Zen­tra­le Aus­gleichs­stel­le führt ein In­for­ma­ti­ons­sys­tem zur Fest­stel­lung der auf­grund von zwi­schen­staat­li­chen Ver­ein­ba­run­gen vor­ge­se­he­nen Leis­tun­gen. Das In­for­ma­ti­ons­sys­tem dient der Er­fas­sung und Be­ar­bei­tung von Leis­tungs­an­trä­gen durch die zu­stän­di­gen IV-Stel­len und Aus­gleichs­kas­sen.319

2ter Das In­for­ma­ti­ons­sys­tem ist den IV-Stel­len und den Aus­gleichs­kas­sen durch Ab­ruf­ver­fah­ren für die­je­ni­gen Da­ten zu­gäng­lich, die für die Er­fül­lung der ih­nen durch die­ses Ge­setz, das AHVG und zwi­schen­staat­li­che Ver­ein­ba­run­gen über­tra­ge­nen Auf­ga­ben er­for­der­lich sind.320

3 Der Bun­des­rat re­gelt die Ver­ant­wor­tung für den Da­ten­schutz, die zu er­fas­sen­den Da­ten und de­ren Auf­be­wah­rungs­fris­ten, den Zu­griff auf die Da­ten, die Zu­sam­men­ar­beit zwi­schen den Be­nüt­zern und Be­nüt­ze­rin­nen so­wie die Da­ten­si­cher­heit.

317 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 2000, in Kraft seit 1. Jan. 2001 (AS 2000 2685; BBl 1999 4983).

318 SR 831.10

319 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 2 des BG vom 21. Ju­ni 2019, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 5137; BBl 2018 1607).

320 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 2 des BG vom 21. Ju­ni 2019, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 5137; BBl 2018 1607).

Art. 66c Leistungsfähigkeit zum Führen von Motorfahrzeugen 321322  

1 Zwei­felt die IV-Stel­le, dass die ver­si­cher­te Per­son über die kör­per­li­che oder geis­ti­ge Leis­tungs­fä­hig­keit ver­fügt, die zum si­che­ren Füh­ren von Mo­tor­fahr­zeu­gen oder von Schif­fen oder zum si­che­ren Aus­üben ei­nes nau­ti­schen Diens­tes an Bord ei­nes Schif­fes not­wen­dig ist, so kann sie die ver­si­cher­te Per­son der zu­stän­di­gen kan­to­na­len Be­hör­de (Art. 22 des Stras­sen­ver­kehrs­ge­set­zes vom 19. Dez. 1958323 und Art. 17b Abs. 4 des BG vom 3. Okt. 1975324 über die Bin­nen­schiff­fahrt) mel­den.325

2 Die IV-Stel­le in­for­miert die ver­si­cher­te Per­son über die­se Mel­dung.

3 Auf An­fra­ge stellt die IV-Stel­le der kan­to­na­len Be­hör­de die ent­spre­chen­den Un­ter­la­gen im Ein­zel­fall zu.

321 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

322 AS 2012 3129

323 SR 741.01

324 SR 747.201

325 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 2 des BG vom 17. März 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2020 (AS 2019 1749; BBl 2016 6435).

Art. 67 Kostenvergütung 326  

1 Die Ver­si­che­rung ver­gü­tet fol­gen­de Kos­ten:

a.
die Be­triebs­kos­ten, die den IV-Stel­len ein­sch­liess­lich der re­gio­na­len ärzt­li­chen Diens­te aus dem Voll­zug die­ses Ge­set­zes im Rah­men ei­ner ra­tio­nel­len Be­triebs­füh­rung ent­ste­hen; die Ver­gü­tung der Kos­ten kann von den er­brach­ten Leis­tun­gen und den er­ziel­ten Re­sul­ta­ten ab­hän­gig ge­macht wer­den;
b.
die Kos­ten, die dem Bun­des­amt aus den ihm vom Bun­des­rat nach Ar­ti­kel 53 zu­ge­wie­se­nen Durch­füh­rungs­auf­ga­ben und aus der Wahr­neh­mung der Auf­sicht ent­ste­hen.

2 Das Eid­ge­nös­si­sche De­par­te­ment des In­nern be­stimmt die an­re­chen­ba­ren Kos­ten des Bun­des­am­tes.

326Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

Art. 68 Wissenschaftliche Auswertungen 327  

1 Der Bund er­stellt wis­sen­schaft­li­che Aus­wer­tun­gen über die Um­set­zung die­ses Ge­set­zes oder lässt sol­che Aus­wer­tun­gen er­stel­len, um:

a.
des­sen An­wen­dung zu über­wa­chen und zu eva­lu­ie­ren;
b.
des­sen Voll­zug zu ver­bes­sern;
c.
des­sen Wirk­sam­keit zu för­dern;
d.
Ge­set­ze­san­pas­sun­gen vor­zu­schla­gen.

2 Die Ver­si­che­rung ver­gü­tet dem Bund die Kos­ten, die sich aus der Er­fül­lung der Auf­ga­ben nach Ab­satz 1 er­ge­ben.

327Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. März 2003 (4. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3837; BBl 2001 3205).

Art. 68bis Interinstitutionelle Zusammenarbeit 328  

1 Um Ver­si­cher­ten, die zur Frü­her­fas­sung ge­mel­det sind oder sich bei der IV‑Stel­le zum Leis­tungs­be­zug an­ge­mel­det ha­ben und de­ren Er­werbs­fä­hig­keit un­ter­sucht wird, den Zu­gang zu den ge­eig­ne­ten Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men der In­va­li­den­ver­si­che­rung, der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung oder der Kan­to­ne zu er­leich­tern, ar­bei­ten die IV-Stel­len eng zu­sam­men mit:

a.
Ver­si­che­rungs­trä­gern und Durch­füh­rungs­or­ga­nen der So­zi­al­ver­si­che­run­gen;
b.
pri­va­ten Ver­si­che­rungs­ein­rich­tun­gen, die dem Ver­si­che­rungs­auf­sichts­ge­setz vom 17. De­zem­ber 2004329 un­ter­ste­hen;
c.
Ein­rich­tun­gen der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge, die dem Frei­zü­gig­keits­ge­setz vom 17. De­zem­ber 1993330 un­ter­ste­hen;
d.
kan­to­na­len Durch­füh­rungs­stel­len, die für die För­de­rung der be­ruf­li­chen Ein­glie­de­rung zu­stän­dig sind;
e.
Durch­füh­rungs­or­ga­nen der kan­to­na­len So­zi­al­hil­fe­ge­set­ze;
ebis.331
öf­fent­li­chen und pri­va­ten Durch­füh­rungs­or­ga­nen der Asyl-, Aus­län­der- und In­te­gra­ti­ons­ge­setz­ge­bung;
f.
an­de­ren öf­fent­li­chen und pri­va­ten In­sti­tu­tio­nen, die für die Ein­glie­de­rung der Ver­si­cher­ten wich­tig sind.

2 Die IV-Stel­len, die Ver­si­che­rungs­trä­ger und die Durch­füh­rungs­or­ga­ne der So­zi­al­ver­si­che­run­gen sind ge­gen­sei­tig von der Schwei­ge­pflicht (Art. 33 ATSG332) ent­bun­den, so­fern:

a.
die be­trof­fe­nen Ver­si­che­rungs­trä­ger und Durch­füh­rungs­or­ga­ne der So­zi­al­ver­si­che­run­gen je­weils über ei­ne ent­spre­chen­de for­mell­ge­setz­li­che Grund­la­ge ver­fü­gen;
b.
kein über­wie­gen­des Pri­vat­in­ter­es­se ent­ge­gen­steht; und
c.
die Aus­künf­te und Un­ter­la­gen da­zu die­nen:
1.
die für die be­trof­fe­ne Per­son ge­eig­ne­ten Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men zu er­mit­teln, oder
2.
die An­sprü­che der be­trof­fe­nen Per­son ge­gen­über den So­zi­al­ver­si­che­run­gen zu klä­ren.

3 Die Schwei­ge­pflicht der IV-Stel­len ent­fällt un­ter den Vor­aus­set­zun­gen von Ab­satz 2 Buch­sta­ben b und c auch ge­gen­über Ein­rich­tun­gen, kan­to­na­len Durch­füh­rungs­stel­len und In­sti­tu­tio­nen nach Ab­satz 1 Buch­sta­ben b–f, so­fern die­se je­weils über ei­ne for­mell­ge­setz­li­che Grund­la­ge ver­fü­gen und den IV-Stel­len Ge­gen­recht ge­wäh­ren.

4 Der Da­ten­aus­tausch nach den Ab­sät­zen 2 und 3 darf in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 32 ATSG und Ar­ti­kel 50a Ab­satz 1 AHVG333 im Ein­zel­fall auch münd­lich er­fol­gen. Die be­trof­fe­ne Per­son ist an­sch­lies­send über den er­folg­ten Da­ten­aus­tausch und des­sen In­halt zu in­for­mie­ren.

5 Er­lässt ei­ne IV-Stel­le ei­ne Ver­fü­gung, wel­che den Leis­tungs­be­reich ei­ner Ein­rich­tung oder kan­to­na­len Durch­füh­rungs­stel­le nach Ab­satz 1 Buch­sta­ben b–f be­rührt, so hat sie die­sen ei­ne Ko­pie der Ver­fü­gung zu­zu­stel­len.

328 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. März 2003 (4. IV-Re­vi­si­on) (AS 2003 3837; BBl 2001 3205). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

329 SR 961.01

330 SR 831.42

331 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 4 des BG vom 16. Dez. 2016 (In­te­gra­ti­on), in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2017 6521, 2018 3171; BBl 2013 2397, 2016 2821).

332 SR 830.1

333 SR 831.10

Art. 68ter Gesamtschweizerische Information über die Versicherungsleistungen 334  

1 Der Bund sorgt für ei­ne all­ge­mei­ne, ge­samtschwei­ze­ri­sche In­for­ma­ti­on über die Leis­tun­gen der Ver­si­che­rung. Der Bun­des­rat er­lässt die not­wen­di­gen Be­stim­mun­gen über die Art und Wei­se der In­for­ma­ti­on.

2 Die Ver­si­che­rung ver­gü­tet dem Bund die Kos­ten, die sich aus der Er­fül­lung der Auf­ga­ben nach Ab­satz 1 er­ge­ben.

334 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. März 2003 (4. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3837; BBl 2001 3205).

Art. 68quater Pilotversuche 335  

1 Das Bun­des­amt kann zum Zweck der Ein­glie­de­rung be­fris­te­te Pi­lot­ver­su­che be­wil­li­gen, die von den Be­stim­mun­gen die­ses Ge­set­zes ab­wei­chen kön­nen336. Es hört vor­gän­gig die Eid­ge­nös­si­sche Kom­mis­si­on für die Al­ters-, Hin­ter­las­se­nen- und In­va­li­den­ver­si­che­rung an.

2 Es kann die Be­wil­li­gung für Pi­lot­ver­su­che, die sich be­währt ha­ben, um höchs­tens vier Jah­re ver­län­gern.

3 Für die Fi­nan­zie­rung kön­nen Mit­tel der Ver­si­che­rung her­an­ge­zo­gen wer­den.

335 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. März 2003 (4. IV-Re­vi­si­on) (AS 2003 3837; BBl 2001 3205). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Ju­li 2007 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

336 Be­rich­tigt von der Re­dak­ti­ons­kom­mis­si­on der BVers (Art. 58 Abs. 1 ParlG – SR 171.10).

Art. 68quinquies Haftung für Schäden bei einem Arbeitsversuch 337  

1 Schä­digt ei­ne ver­si­cher­te Per­son wäh­rend ei­nes Ar­beits­ver­suchs nach Ar­ti­kel 18a den Ein­satz­be­trieb und kann die­ser in sinn­ge­mäs­ser An­wen­dung von Ar­ti­kel 321e OR338 einen Scha­den­er­satz be­an­spru­chen, so haf­tet die In­va­li­den­ver­si­che­rung für den Scha­den.

2 Schä­digt die ver­si­cher­te Per­son wäh­rend ei­nes Ar­beits­ver­suchs einen Drit­ten, so haf­tet der Ein­satz­be­trieb wie für das Ver­hal­ten sei­ner Ar­beit­neh­me­rin­nen und Ar­beit­neh­mer. Er kann auf die In­va­li­den­ver­si­che­rung Rück­griff neh­men, so­fern die ver­si­cher­te Per­son bei sinn­ge­mäs­ser An­wen­dung von Ar­ti­kel 321e OR er­satz­pflich­tig wür­de.

3 Die In­va­li­den­ver­si­che­rung kann für Er­satz­leis­tun­gen nach den Ab­sät­zen 1 und 2 auf die ver­si­cher­te Per­son Rück­griff neh­men, so­fern die­se den Scha­den vor­sätz­lich oder grob­fahr­läs­sig ver­ur­sacht hat.

4 Die ver­si­cher­te Per­son kann nicht di­rekt von den Ge­schä­dig­ten be­langt wer­den.

5 Die zu­stän­di­ge IV-Stel­le ent­schei­det durch Ver­fü­gung über:

a.
An­sprü­che des Ein­satz­be­trie­bes;
b.
Rück­griffs­for­de­run­gen der Ver­si­che­rung ge­gen­über der ver­si­cher­ten Per­son.

337 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

338 SR 220

Fünfter Abschnitt: Die Rechtspflege- und Strafbestimmungen

Art. 69 Besonderheiten der Rechtspflege 339  

1 In Ab­wei­chung von den Ar­ti­keln 52 und 58 ATSG340 sind die nach­ste­hen­den Ver­fü­gun­gen wie folgt an­fecht­bar:

a.
Ver­fü­gun­gen der kan­to­na­len IV-Stel­len: di­rekt vor dem Ver­si­che­rungs­ge­richt am Ort der IV-Stel­le;
b.341
Ver­fü­gun­gen der IV-Stel­le für Ver­si­cher­te im Aus­land: di­rekt beim Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt.342

1bisDas Be­schwer­de­ver­fah­ren bei Strei­tig­kei­ten über IV-Leis­tun­gen vor dem kan­to­na­len Ver­si­che­rungs­ge­richt ist kos­ten­pflich­tig.343 Die Kos­ten wer­den nach dem Ver­fah­rens­auf­wand und un­ab­hän­gig vom Streit­wert im Rah­men von 200–1000 Fran­ken fest­ge­legt.344

2 Ab­satz 1bis so­wie Ar­ti­kel 85bis Ab­satz 3 AHVG345 gel­ten sinn­ge­mä­ss für das Ver­fah­ren vor dem Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt.346

3 Ge­gen Ent­schei­de der kan­to­na­len Schieds­ge­rich­te nach Ar­ti­kel 27bis kann nach Mass­ga­be des Bun­des­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005347 beim Bun­des­ge­richt Be­schwer­de ge­führt wer­den.348

339 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 8 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185910, 1994 V 921, 1999 4523).

340 SR 830.1

341 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. IV 2 des BG vom 16. Dez. 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2003; BBl 2005 3079).

342 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 16. Dez. 2005, in Kraft seit 1. Ju­li 2006 (AS 2006 2003; BBl 2005 3079).

343 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 2 des BG vom 21. Ju­ni 2019, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 5137; BBl 2018 1607).

344 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 16. Dez. 2005, in Kraft seit 1. Ju­li 2006 (AS 2006 2003; BBl 2005 3079).

345 SR 831.10

346 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. IV 2 des BG vom 16. Dez. 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2003; BBl 2005 3079).

347 SR 173.110

348 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. März 2003 (4. IV-Re­vi­si­on) (AS 2003 3837; BBl 2001 3205). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 40 des BG vom 20. März 2008 zur for­mel­len Be­rei­ni­gung des Bun­des­rechts, in Kraft seit 1. Aug. 2008 (AS 2008 34373452; BBl 2007 6121).

Art. 70 Strafbestimmungen  

Die Ar­ti­kel 87–91 AHVG349 fin­den An­wen­dung auf Per­so­nen, die in ei­ner in die­sen Be­stim­mun­gen um­schrie­be­nen Wei­se die Vor­schrif­ten der In­va­li­den­ver­si­che­rung ver­let­zen.

Zweiter Teil: Die Förderung der Invalidenhilfe

I. ...

Art. 71350  

350Auf­ge­ho­ben ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 1991 (3. IV-Re­vi­si­on), mit Wir­kung seit 1. Jan. 1992 (AS 1991 2377; BBl 1988 II 1333).

II. Die Beiträge an Institutionen

Art. 72351  

351Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 9. Okt. 1986, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1988 (AS 1987 447; BBl 1985 I 17).

Art. 73352  

352 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. II 25 des BG vom 6. Okt. 2006 zur Neu­ge­stal­tung des Fi­nanz­aus­gleichs und der Auf­ga­ben­tei­lung zwi­schen Bund und Kan­to­nen (NFA), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5779; BBl 2005 6029). Sie­he auch die UeB die­ser Änd. am En­de die­ses Tex­tes.

Art. 74 Organisationen der privaten Invalidenhilfe 353  

1 Die Ver­si­che­rung ge­währt den sprach­re­gio­nal oder na­tio­nal tä­ti­gen Dach­or­ga­ni­sa­tio­nen der pri­va­ten In­va­li­den­fach­hil­fe oder In­va­li­den­selbst­hil­fe Bei­trä­ge, ins­be­son­de­re an die Kos­ten der Durch­füh­rung fol­gen­der Auf­ga­ben:354

a.
Be­ra­tung und Be­treu­ung In­va­li­der;
b.
Be­ra­tung der An­ge­hö­ri­gen In­va­li­der;
c.
Kur­se zur Er­tüch­ti­gung In­va­li­der;
d.
...355

2 Die Bei­trä­ge wer­den wei­ter­hin aus­ge­rich­tet, wenn die be­trof­fe­nen In­va­li­den das Ren­ten­al­ter der AHV er­rei­chen.356

353 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 25 des BG vom 6. Okt. 2006 zur Neu­ge­stal­tung des Fi­nanz­aus­gleichs und der Auf­ga­ben­tei­lung zwi­schen Bund und Kan­to­nen (NFA), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5779; BBl 2005 6029).

354 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 25 des BG vom 6. Okt. 2006 zur Neu­ge­stal­tung des Fi­nanz­aus­gleichs und der Auf­ga­ben­tei­lung zwi­schen Bund und Kan­to­nen (NFA), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5779; BBl 2005 6029).

355 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. II 25 des BG vom 6. Okt. 2006 zur Neu­ge­stal­tung des Fi­nanz­aus­gleichs und der Auf­ga­ben­tei­lung zwi­schen Bund und Kan­to­nen (NFA), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5779; BBl 2005 6029).

356Ein­ge­fügt durch Ziff. 1 des BG vom 9. Okt. 1986, in Kraft seit 1. Ju­li 1987 (AS 1987 447; BBl 1985 I 17).

Art. 75 Gemeinsame Bestimmungen  

1 Der Bun­des­rat setzt die Höchst­gren­zen der Bei­trä­ge nach Ar­ti­kel 74 fest.357 Er kann de­ren Aus­rich­tung von wei­te­ren Vor­aus­set­zun­gen ab­hän­gig ma­chen oder mit Auf­la­gen ver­bin­den. Das Bun­des­amt re­gelt die Be­rech­nung der Bei­trä­ge und die Ein­zel­hei­ten der An­spruchs­vor­aus­set­zun­gen.358

2 So­weit auf Grund an­de­rer Bun­des­ge­set­ze Bei­trä­ge an Auf­wen­dun­gen im Sin­ne von Ar­ti­kel 74 ge­währt wer­den, ent­fällt ein An­spruch auf Bei­trä­ge der Ver­si­che­rung.359

357 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 25 des BG vom 6. Okt. 2006 zur Neu­ge­stal­tung des Fi­nanz­aus­gleichs und der Auf­ga­ben­tei­lung zwi­schen Bund und Kan­to­nen (NFA), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5779; BBl 2005 6029).

358 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. März 2003 (4. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3837; BBl 2001 3205).

359 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 25 des BG vom 6. Okt. 2006 zur Neu­ge­stal­tung des Fi­nanz­aus­gleichs und der Auf­ga­ben­tei­lung zwi­schen Bund und Kan­to­nen (NFA), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5779; BBl 2005 6029).