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Verordnung
über die Invalidenversicherung
(IVV)1

vom 17. Januar 1961 (Stand am 1. Januar 2021)

1Fassung des Tit. gemäss Ziff. II 1 der V vom 11. Okt. 1972, in Kraft seit 1. Jan. 1973 (AS 1972 2507). Gemäss derselben Bestimmung wurden die Randtit. in Sachüberschriften umgewandelt.

Der Schweizerische Bundesrat,

gestützt auf Artikel 81 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 20002
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
und auf Artikel 86 Absatz 2 des Bundesgesetzes vom 19. Juni 19593
über die Invalidenversicherung (IVG),4

beschliesst:

2 SR 830.1

3 SR 831.20

4 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 11. Sept. 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3721).

Erster Abschnitt: Die versicherten Personen und die Beiträge

Art. 1 Versicherungspflicht und Beitragsbezug  

Die Be­stim­mun­gen des ers­ten Ab­schnit­tes so­wie die Ar­ti­kel 34–43 der Ver­ord­nung vom 31. Ok­to­ber 19475 über die Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung (AHVV6) fin­den sinn­ge­mä­ss An­wen­dung. Die be­son­de­ren Vor­schrif­ten über die frei­wil­li­ge Ver­si­che­rung für Aus­land­schwei­zer blei­ben vor­be­hal­ten.

5SR 831.101

6Ab­kür­zung ge­mä­ss Ziff. II 1 der V vom 5. April 1978, in Kraft seit 1. Jan. 1979 (AS 1978 420).

Art. 1bis Beitragssatz 7  

1 Im Be­reich der sin­ken­den Ska­la nach den Ar­ti­keln 16 und 21 AHVV8 be­rech­nen sich die Bei­trä­ge wie folgt:

Jähr­li­ches Er­w­erb­sein­kom­men in Fran­ken

Bei­trags­satz in Pro­zen­ten des Er­w­erb­sein­kom­mens

von min­des­tens

aber we­ni­ger als

9 600

17 400

0,752

17 400

21 400

0,769

21 400

23 800

0,786

23 800

26 200

0,804

26 200

28 600

0,821

28 600

31 000

0,838

31 000

33 400

0,873

33 400

35 800

0,907

35 800

38 200

0,942

38 200

40 600

0,977

40 600

43 000

1,011

43 000

45 400

1,046

45 400

47 800

1,098

47 800

50 200

1,149

50 200

52 600

1,201

52 600

55 000

1,253

55 000

57 400

1,305.9

2 Nich­t­er­werbs­tä­ti­ge ent­rich­ten einen Bei­trag von 66–3300 Fran­ken im Jahr. Die Ar­ti­kel 28–30 AHVV gel­ten sinn­ge­mä­ss.

7Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 1. Ju­li 1987 (AS 1987 1088). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3533).

8 SR 831.101

9 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 14. Okt. 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 4615).

Erster Abschnitt a: Früherfassung10

10 Eingefügt durch Ziff. I der V vom 28. Sept. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 20075155).

Art. 1ter Meldung  

1 Ei­ne ver­si­cher­te Per­son kann sich bei der zu­stän­di­gen IV-Stel­le im Sin­ne von Ar­ti­kel 40 zur Frü­her­fas­sung mel­den oder ge­mel­det wer­den, wenn sie:

a.
wäh­rend min­des­tens 30 Ta­gen un­un­ter­bro­chen ar­beits­un­fä­hig war; oder
b.
in­ner­halb ei­nes Jah­res wie­der­holt wäh­rend kür­ze­rer Zeit aus ge­sund­heit­li­chen Grün­den der Ar­beit fern­blei­ben muss­te.

2 Die Per­son oder Stel­le, die im Sin­ne von Ar­ti­kel 3b Ab­satz 2 IVG be­rech­tigt ist, ei­ne ver­si­cher­te Per­son zur Frü­her­fas­sung zu mel­den, füllt das Mel­de­for­mu­lar aus.

Art. 1quater Entscheid der IV-Stelle  

1 Die IV-Stel­le ent­schei­det spä­tes­tens 30 Ta­ge nach Ein­gang der Mel­dung, ob Mass­nah­men der Früh­in­ter­ven­ti­on nach Ar­ti­kel 7d IVG an­ge­zeigt sind.

2 Sind sol­che Mass­nah­men an­ge­zeigt, so for­dert sie die ver­si­cher­te Per­son auf, sich bei der IV an­zu­mel­den.

Art. 1quinquies Früherfassungsgespräch  

1 Die IV-Stel­le kann die ver­si­cher­te Per­son zu ei­nem Frü­her­fas­sungs­ge­spräch auf­bie­ten, um zu be­ur­tei­len, ob ei­ne An­mel­dung bei der IV an­ge­zeigt ist.

2 Das Frü­her­fas­sungs­ge­spräch dient ins­be­son­de­re fol­gen­den Zie­len:

a.
Be­ur­tei­lung der me­di­zi­ni­schen, be­ruf­li­chen und so­zia­len Si­tua­ti­on der ver­si­cher­ten Per­son;
b.
In­for­ma­ti­on der ver­si­cher­ten Per­son über Zweck und Um­fang der Ab­klä­run­gen im Zu­sam­men­hang mit der Frü­her­fas­sung;
c.
Be­stim­mung der Ak­teu­re, die zur Er­hal­tung der Er­werbs­fä­hig­keit der ver­si­cher­ten Per­son bei­tra­gen kön­nen.

3 Das Er­geb­nis des Frü­her­fas­sungs­ge­sprächs wird schrift­lich fest­ge­hal­ten.

Erster Abschnitt b: Massnahmen der Frühintervention11

11 Eingefügt durch Ziff. I der V vom 28. Sept. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 20075155).

Art. 1sexies Grundsatz  

Die Mass­nah­men der Früh­in­ter­ven­ti­on nach Ar­ti­kel 7d Ab­satz 2 IVG kön­nen Ver­si­cher­ten ge­währt wer­den, die bei der IV an­ge­mel­det sind.

Art. 1septies Dauer der Frühinterventionsphase  

Die Früh­in­ter­ven­ti­ons­pha­se wird be­en­det mit:

a.
der Ver­fü­gung über die Durch­füh­rung von Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men nach Ar­ti­kel 8 Ab­satz 3 Buch­sta­ben abis und b IVG;
b.
der Mit­tei­lung, dass kei­ne Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men mit Aus­sicht auf Er­folg durch­ge­führt wer­den kön­nen und der An­spruch auf ei­ne Ren­te ge­prüft wird; oder
c.
der Ver­fü­gung, dass we­der An­spruch auf Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men nach Ar­ti­kel 8 Ab­satz 3 Buch­sta­ben abis und b IVG noch auf ei­ne Ren­te be­steht.
Art. 1octies Höchstbetrag für Massnahmen der Frühintervention  

Die Kos­ten für die Mass­nah­men der Früh­in­ter­ven­ti­on dür­fen pro ver­si­cher­te Per­son 20 000 Fran­ken nicht über­stei­gen.

Zweiter Abschnitt: Eingliederung 12

12 Ursprünglich vor Art. 2. Fassung gemäss Ziff. I der V vom 28. Sept. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 20075155).

A. Drohende Invalidität13

13 Eingefügt durch Ziff. I der V vom 28. Sept. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 20075155).

Art. 1novies  

Dro­hen­de In­va­li­di­tät liegt vor, wenn der Ein­tritt ei­ner Er­werbs­un­fä­hig­keit über­wie­gend wahr­schein­lich ist. Der Zeit­punkt des Ein­tritts der Er­werbs­un­fä­hig­keit ist un­er­heb­lich.

A . Medizinische Massnahmen bis14

14 Ursprünglich Bst. A. Fassung gemäss Ziff. I der V vom 28. Sept. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 20075155).

Art. 2 Art der Massnahmen 15  

1 Als me­di­zi­ni­sche Mass­nah­men im Sin­ne von Ar­ti­kel 12 IVG gel­ten na­ment­lich chir­ur­gi­sche, phy­sio­the­ra­peu­ti­sche und psy­cho­the­ra­peu­ti­sche Vor­keh­ren, die ei­ne als Fol­ge­zu­stand ei­nes Ge­burts­ge­bre­chens, ei­ner Krank­heit oder ei­nes Un­falls ein­ge­tre­te­ne Be­ein­träch­ti­gung der Kör­per­be­we­gung, der Sin­nes­wahr­neh­mung oder der Kon­takt­fä­hig­keit zu be­he­ben oder zu mil­dern trach­ten, um die Er­werbs­fä­hig­keit oder die Fä­hig­keit, sich im Auf­ga­ben­be­reich zu be­tä­ti­gen, dau­ernd und we­sent­lich zu ver­bes­sern oder vor we­sent­li­cher Be­ein­träch­ti­gung zu be­wah­ren.16 Die Mass­nah­men müs­sen nach be­währ­ter Er­kennt­nis der me­di­zi­ni­schen Wis­sen­schaft an­ge­zeigt sein und den Ein­glie­de­rungs­er­folg in ein­fa­cher und zweck­mäs­si­ger Wei­se an­stre­ben.

2 Bei Läh­mun­gen und an­dern mo­to­ri­schen Funk­ti­ons­aus­fäl­len sind me­di­zi­ni­sche Mass­nah­men ge­mä­ss Ab­satz 1 von dem Zeit­punkt an zu ge­wäh­ren, in dem nach be­währ­ter Er­kennt­nis der me­di­zi­ni­schen Wis­sen­schaft im All­ge­mei­nen die Be­hand­lung des ur­säch­li­chen Ge­sund­heits­scha­dens als ab­ge­schlos­sen gilt oder un­ter­ge­ord­ne­te Be­deu­tung er­langt hat. Bei Quer­schnitts­läh­mung des Rücken­marks und Po­lio­mye­li­tis gilt die­ser Zeit­punkt in der Re­gel nach Ab­lauf von vier Wo­chen seit Be­ginn der Läh­mung als ein­ge­tre­ten.17

3 Wird bei Läh­mun­gen und an­de­ren Aus­fäl­len von mo­to­ri­schen Funk­tio­nen im Rah­men von me­di­zi­ni­schen Mass­nah­men ge­mä­ss Ab­satz 1 Phy­sio­the­ra­pie durch­ge­führt, so be­steht der An­spruch auf die­se Mass­nah­me so lan­ge wei­ter, als da­mit die Funk­ti­ons­tüch­tig­keit, von der die Er­werbs­fä­hig­keit oder die Fä­hig­keit, sich im Auf­ga­ben­be­reich zu be­tä­ti­gen, ab­hängt, ver­bes­sert wer­den kann.18

4 Nicht als me­di­zi­ni­sche Mass­nah­me im Sin­ne von Ar­ti­kel 12 IVG gilt ins­be­son­de­re die Be­hand­lung von Ver­let­zun­gen, In­fek­tio­nen so­wie in­ne­ren und pa­ra­si­tär­en Krank­hei­ten.19

5 Bei An­stalts­pfle­ge über­nimmt die Ver­si­che­rung für die Zeit, wäh­rend wel­cher der Auf­ent­halt vor­wie­gend der Durch­füh­rung von Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men dient, auch Vor­keh­ren, die zur Be­hand­lung des Lei­dens an sich ge­hö­ren.20

15Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BRB vom 15. Jan. 1968, in Kraft seit 1. Jan. 1968 (AS 1968 43).

16 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Mai 2003, in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3859).

17Fas­sung von Satz 2 ge­mä­ss Ziff. I der V vom 29. Nov. 1976, in Kraft seit 1. Jan. 1977 (AS 1976 2650).

18Ein­ge­fügt durch Ziff. II 1 der V vom 11. Okt. 1972 (AS 1972 2507). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Mai 2003, in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3859).

19Ur­sprüng­lich Abs. 3.

20Ur­sprüng­lich Abs. 4.

Art. 3 Geburtsgebrechen  

Die Lis­te der Ge­burts­ge­bre­chen im Sin­ne von Ar­ti­kel 13 IVG bil­det Ge­gen­stand ei­ner be­son­de­ren Ver­ord­nung.

Art. 3bis Aufenthalt in einer Kranken- oder Kuranstalt in Sonderfällen 21  

Dient der Auf­ent­halt in ei­ner Kran­ken- oder Kur­an­stalt gleich­zei­tig der Durch­füh­rung me­di­zi­ni­scher und an­de­rer Mass­nah­men der Ver­si­che­rung, so über­nimmt die­se die Kos­ten für Un­ter­kunft und Ver­pfle­gung, wenn die me­di­zi­ni­sche Mass­nah­me in ei­ner Heil­an­stalt durch­ge­führt wer­den muss.

21Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 29. Nov. 1976, in Kraft seit 1. Jan. 1977 (AS 1976 2650).

Art. 3ter Unterbringung ausserhalb einer Kranken- oder Kuranstalt 22  

Er­for­dert die Durch­füh­rung me­di­zi­ni­scher Mass­nah­men aus­wär­ti­ge Un­ter­kunft und Ver­pfle­gung aus­ser­halb ei­ner Kran­ken- oder Kur­an­stalt, so ge­währt die Ver­si­che­rung Leis­tun­gen nach Ar­ti­kel 90 Ab­sät­ze 3 und 4. Vor­be­hal­ten blei­ben ta­rif­li­che Ver­ein­ba­run­gen (Art. 24 Abs. 2).

22Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 29. Nov. 1976 (AS 1976 2650). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 27. Sept. 1993, in Kraft seit 1. Jan. 1994 (AS 1993 2925).

Art. 3quater Kostenvergütung für stationäre Behandlungen 23  

Die Be­hand­lungs­kos­ten nach Ar­ti­kel 14bis IVG wer­den nach dem Ta­rif ver­gü­tet, der für das Spi­tal gilt, in dem die Be­hand­lung durch­ge­führt wird.

23Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 10. Okt. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 5561).

Art. 424  

24Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 21. Mai 2003, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3859).

Art. 4bis Analysen und Arzneimittel 25  

Die Ver­si­che­rung über­nimmt die Ana­ly­sen, Arz­nei­mit­tel und phar­ma­zeu­ti­schen Spe­zia­li­tä­ten, die nach be­währ­ter Er­kennt­nis der me­di­zi­ni­schen Wis­sen­schaft an­ge­zeigt sind und den Ein­glie­de­rungs­er­folg in ein­fa­cher und zweck­mäs­si­ger Wei­se an­stre­ben.

25Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 7. Ju­li 1982 (AS 1982 1284). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Jan. 1987, in Kraft seit 1. Ju­li 1987 (AS 1987 456).

Art. 4ter Kostenübernahme bei Geburt im Ausland 26  

Für Kin­der im Sin­ne von Ar­ti­kel 9 Ab­satz 3 Buch­sta­be b IVG, die im Aus­land in­va­lid ge­bo­ren sind, über­nimmt die In­va­li­den­ver­si­che­rung bei Ge­burts­ge­bre­chen die Leis­tun­gen wäh­rend drei Mo­na­ten nach der Ge­burt in dem Um­fang, in dem sie in der Schweiz ge­währt wer­den müss­ten.

26Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 29. Nov. 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 691).

A . Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederungter27

27 Eingefügt durch Ziff. I der V vom 28. Sept. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 20075155).

Art. 4quater Anspruch  

1 An­spruch auf In­te­gra­ti­ons­mass­nah­men zur Vor­be­rei­tung auf die be­ruf­li­che Ein­glie­de­rung ha­ben Ver­si­cher­te, die fä­hig sind, min­des­tens zwei Stun­den täg­lich wäh­rend min­des­tens vier Ta­gen pro Wo­che an In­te­gra­ti­ons­mass­nah­men teil­zu­neh­men.28

2 An­spruch auf Mass­nah­men zur so­zi­al­be­ruf­li­chen Re­ha­bi­li­ta­ti­on ha­ben Ver­si­cher­te, die in Be­zug auf Mass­nah­men be­ruf­li­cher Art noch nicht ein­glie­de­rungs­fä­hig sind.

3 An­spruch auf Be­schäf­ti­gungs­mass­nah­men ha­ben Ver­si­cher­te, de­ren Ein­glie­de­rungs­fä­hig­keit in Be­zug auf Mass­nah­men be­ruf­li­cher Art ver­lo­ren zu ge­hen droht.

28 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 19. Sept. 2014, in Kraft seit 1. Jan. 2015 (AS 2014 3177).

Art. 4quinquies Art der Massnahmen  

1 Als Mass­nah­men zur so­zi­al­be­ruf­li­chen Re­ha­bi­li­ta­ti­on gel­ten Mass­nah­men zur Ge­wöh­nung an den Ar­beitspro­zess, zur För­de­rung der Ar­beits­mo­ti­va­ti­on, zur Sta­bi­li­sie­rung der Per­sön­lich­keit und zum Ein­üben so­zia­ler Grund­fä­hig­kei­ten.

2 Als Be­schäf­ti­gungs­mass­nah­men gel­ten Mass­nah­men zur Auf­recht­er­hal­tung ei­ner Ta­ges­s­truk­tur für die Zeit bis zum Be­ginn von Mass­nah­men be­ruf­li­cher Art oder bis zu ei­nem Stel­len­an­tritt auf dem frei­en Ar­beits­markt.

Art. 4sexies Dauer der Massnahmen  

1 Ein Jahr In­te­gra­ti­ons­mass­nah­men ent­spricht 230 Mass­nah­men­ta­gen. Mass­nah­men­ta­ge sind Ar­beits­ta­ge.

2 Kann die ver­si­cher­te Per­son aus ge­sund­heit­li­chen Grün­den wäh­rend mehr als 30 auf­ein­an­der­fol­gen­den Ka­len­der­ta­gen nicht an den Mass­nah­men teil­neh­men, so wer­den die Mass­nah­men­ta­ge nicht an­ge­rech­net.

3 Die In­te­gra­ti­ons­mass­nah­men wer­den ins­be­son­de­re dann be­en­det, wenn:

a.
das ver­ein­bar­te Ziel er­reicht wur­de;
b.
sich ei­ne ge­eig­ne­te­re Ein­glie­de­rungs­mass­nah­me auf­drängt; oder
c.
die Wei­ter­füh­rung aus me­di­zi­ni­schen Grün­den nicht zu­mut­bar wä­re.

4 Mass­nah­men zur so­zi­al­be­ruf­li­chen Re­ha­bi­li­ta­ti­on wer­den un­ter­bro­chen, wenn die ver­si­cher­te Per­son ih­re Prä­senz oder Ar­beits­leis­tung nicht mehr stei­gern kann.

5 Die In­te­gra­ti­ons­mass­nah­men kön­nen in Aus­nah­me­fäl­len ver­län­gert wer­den, so­fern sie not­wen­dig sind, um die Ein­glie­de­rungs­fä­hig­keit in Be­zug auf Mass­nah­men be­ruf­li­cher Art zu er­rei­chen.29

6 Hat ei­ne ver­si­cher­te Per­son wäh­rend ins­ge­samt zwei Jah­ren an In­te­gra­ti­ons­mass­nah­men teil­ge­nom­men, so hat sie kei­nen An­spruch mehr auf sol­che Mass­nah­men.

29 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 19. Sept. 2014, in Kraft seit 1. Jan. 2015 (AS 2014 3177).

Art. 4septies Begleitung der Massnahmen  

1 Die IV-Stel­le be­glei­tet die ver­si­cher­te Per­son und über­prüft an­hand des Ein­glie­de­rungs­plans (Art. 70 Abs. 2), ob die­se die Zwi­schen­zie­le er­reicht hat.

2 Wer­den die In­te­gra­ti­ons­mass­nah­men an der bis­he­ri­gen Ar­beits­stel­le durch­ge­führt, so un­ter­stützt die IV-Stel­le den Ar­beit­ge­ber; sie stützt sich da­bei auf den Ein­glie­de­rungs­plan.

Art. 4octies Beitrag an den Arbeitgeber  

1 Der Bei­trag an den Ar­beit­ge­ber nach Ar­ti­kel 14a Ab­satz 5 IVG be­trägt höchs­tens 100 Fran­ken pro Tag, an dem In­te­gra­ti­ons­mass­nah­men durch­ge­führt wer­den.30

2 Die Zen­tra­le Aus­gleichs­stel­le zahlt den Bei­trag nach Be­en­di­gung der Mass­nah­me di­rekt an den Ar­beit­ge­ber. Auf Wunsch des Ar­beit­ge­bers kann der Bei­trag auch pe­ri­odisch aus­ge­rich­tet wer­den.

30 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2011, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 20115679).

Art. 4novies Wiedereingliederung von Rentenbezügerinnen und Rentenbezügern 31  

Für die Wie­der­ein­glie­de­rung von Ren­ten­be­zü­ge­rin­nen und Ren­ten­be­zü­gern nach Ar­ti­kel 8a IVG sind die Ar­ti­kel 4qua­ter und 4se­xies Ab­sät­ze 1, 2, 5 und 6 nicht an­wend­bar.

31 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 16. Nov. 2011, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 20115679).

B. Die Massnahmen beruflicher Art

Art. 5 Erstmalige berufliche Ausbildung 32  

1 Als erst­ma­li­ge be­ruf­li­che Aus­bil­dung gilt die be­ruf­li­che Grund­bil­dung nach dem Be­rufs­bil­dungs­ge­setz vom 13. De­zem­ber 200233 so­wie, nach Ab­schluss der Volks- oder Son­der­schu­le, der Be­such ei­ner Mit­tel-, Fach- oder Hoch­schu­le und die be­ruf­li­che Vor­be­rei­tung auf ei­ne Hilfs­ar­beit oder auf die Tä­tig­keit in ei­ner ge­schütz­ten Werk­stät­te.34

2 Ei­nem Ver­si­cher­ten ent­ste­hen aus der erst­ma­li­gen be­ruf­li­chen Aus­bil­dung oder Wei­ter­bil­dung in we­sent­li­chem Um­fan­ge zu­sätz­li­che Kos­ten, wenn sei­ne Auf­wen­dun­gen für die Aus­bil­dung we­gen der In­va­li­di­tät jähr­lich um 400 Fran­ken hö­her sind, als sie oh­ne In­va­li­di­tät ge­we­sen wä­ren.35

3 Die zu­sätz­li­chen Kos­ten wer­den er­mit­telt, in­dem die Kos­ten der Aus­bil­dung der in­va­li­den Per­son den mut­mass­li­chen Auf­wen­dun­gen ge­gen­über­ge­stellt wer­den, die bei der Aus­bil­dung ei­ner nicht in­va­li­den Per­son zur Er­rei­chung des glei­chen be­ruf­li­chen Zie­les not­wen­dig wä­ren. Hat­te der Ver­si­cher­te vor Ein­tritt der In­va­li­di­tät schon ei­ne Aus­bil­dung be­gon­nen oder hät­te er oh­ne In­va­li­di­tät of­fen­sicht­lich ei­ne we­ni­ger kost­spie­li­ge Aus­bil­dung er­hal­ten, so bil­den die Kos­ten die­ser Aus­bil­dung die Ver­gleichs­grund­la­ge für die Be­rech­nung der in­va­li­di­täts­be­ding­ten zu­sätz­li­chen Auf­wen­dun­gen.36

4 An­re­chen­bar im Rah­men von Ab­satz 3 sind die Auf­wen­dun­gen für die Ver­mitt­lung der er­for­der­li­chen Kennt­nis­se und Fer­tig­kei­ten, die Kos­ten für per­sön­li­che Werk­zeu­ge und Be­rufs­klei­der so­wie die Trans­port­kos­ten.37

5 Wird die ver­si­cher­te Per­son in­fol­ge ih­rer In­va­li­di­tät in ei­ner Aus­bil­dungs­stät­te un­ter­ge­bracht, so über­nimmt die Ver­si­che­rung die Kos­ten von Ver­pfle­gung und Un­ter­kunft.38

6 Bei aus­wär­ti­ger Ver­pfle­gung und Un­ter­kunft aus­ser­halb ei­ner Aus­bil­dungs­stät­te ver­gü­tet die Ver­si­che­rung vor­be­hält­lich ver­trag­li­cher Ver­ein­ba­run­gen (Art. 24 Abs. 2):39

a.
für die Ver­pfle­gung die Be­trä­ge nach Ar­ti­kel 90 Ab­satz 4 Buch­sta­ben a und b;
b.
für die Un­ter­kunft die aus­ge­wie­se­nen not­wen­di­gen Kos­ten, höchs­tens aber den Be­trag nach Ar­ti­kel 90 Ab­satz 4 Buch­sta­be c.40

32Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BRB vom 15. Jan. 1968, in Kraft seit 1. Jan. 1968 (AS 1968 43).

33 SR412.10

34 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 19. Sept. 2014, in Kraft seit 1. Jan. 2015 (AS 2014 3177).

35Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 8. Dez. 1980, in Kraft seit 1. Jan. 1981 (AS 1980 1972).

36Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 19. Sept. 2014, in Kraft seit 1. Jan. 2015 (AS 2014 3177).

37Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 29. Nov. 1976, in Kraft seit 1. Jan. 1977 (AS 1976 2650).

38 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 29. Nov. 1976 (AS 1976 2650). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 26. Nov. 1997, in Kraft seit 1. Jan. 1998 (AS 1997 3038).

39 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 19. Sept. 2014, in Kraft seit 1. Jan. 2015 (AS 2014 3177).

40 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 26. Nov. 1997, in Kraft seit 1. Jan. 1998 (AS 1997 3038).

Art. 5bis Berufliche Weiterausbildung 41  

1 Die Ver­si­che­rung über­nimmt bei ei­ner be­ruf­li­chen Wei­ter­aus­bil­dung die Kos­ten, die zu­sätz­lich ent­ste­hen, wenn die Auf­wen­dun­gen der ver­si­cher­ten Per­son we­gen der In­va­li­di­tät um jähr­lich 400 Fran­ken hö­her sind, als sie oh­ne In­va­li­di­tät ge­we­sen wä­ren.

2 Die zu­sätz­li­chen Kos­ten wer­den er­mit­telt, in­dem die Kos­ten der in­va­li­den Per­son den mut­mass­li­chen Auf­wen­dun­gen ge­gen­über­ge­stellt wer­den, die bei der glei­chen Aus­bil­dung ei­ner nicht in­va­li­den Per­son not­wen­dig wä­ren.

3 An­re­chen­bar im Rah­men von Ab­satz 2 sind die Auf­wen­dun­gen für die Ver­mitt­lung der er­for­der­li­chen Kennt­nis­se und Fer­tig­kei­ten, die Kos­ten für per­sön­li­che Werk­zeu­ge und Be­rufs­klei­der, die Trans­port­kos­ten so­wie die Kos­ten bei in­va­li­di­täts­be­ding­ter aus­wär­ti­ger Ver­pfle­gung und Un­ter­kunft.

4 Die Ver­gü­tung der Kos­ten für aus­wär­ti­ge Ver­pfle­gung und Un­ter­kunft rich­tet sich vor­be­hält­lich ver­trag­li­cher Ver­ein­ba­run­gen nach Ar­ti­kel 5 Ab­satz 6 Buch­sta­ben a und b.42

41 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 21. Mai 2003, in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3859).

42 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 19. Sept. 2014, in Kraft seit 1. Jan. 2015 (AS 2014 3177).

Art. 6 Umschulung 43  

1 Als Um­schu­lung gel­ten Aus­bil­dungs­mass­nah­men, die Ver­si­cher­te nach Ab­schluss ei­ner erst­ma­li­gen be­ruf­li­chen Aus­bil­dung oder nach Auf­nah­me ei­ner Er­werbs­tä­tig­keit oh­ne vor­gän­gi­ge be­ruf­li­che Aus­bil­dung we­gen ih­rer In­va­li­di­tät zur Er­hal­tung oder Ver­bes­se­rung der Er­werbs­fä­hig­keit be­nö­ti­gen.44

1bis Als Um­schu­lungs­mass­nah­men gel­ten auch Aus­bil­dungs­mass­nah­men, die zu ei­ner hö­her­wer­ti­gen als die vor­han­de­ne Aus­bil­dung füh­ren, so­fern sie zur Er­hal­tung oder Ver­bes­se­rung der Er­werbs­fä­hig­keit not­wen­dig sind.45

2 Muss­te ei­ne erst­ma­li­ge be­ruf­li­che Aus­bil­dung we­gen In­va­li­di­tät ab­ge­bro­chen wer­den, so ist ei­ne neue be­ruf­li­che Aus­bil­dung der Um­schu­lung gleich­ge­stellt, wenn das wäh­rend der ab­ge­bro­che­nen Aus­bil­dung zu­letzt er­ziel­te Er­w­erb­sein­kom­men hö­her war als das Tag­geld nach Ar­ti­kel 23 Ab­satz 2 IVG.46

3 Hat ein Ver­si­cher­ter An­spruch auf Um­schu­lung, so über­nimmt die Ver­si­che­rung die Kos­ten für die Aus­bil­dung so­wie für die Un­ter­kunft und die Ver­pfle­gung in der Aus­bil­dungs­stät­te.

4 Bei aus­wär­ti­ger Ver­pfle­gung und Un­ter­kunft aus­ser­halb ei­ner Aus­bil­dungs­stät­te ver­gü­tet die Ver­si­che­rung vor­be­hält­lich ver­trag­li­cher Ver­ein­ba­run­gen (Art. 24 Abs. 2):47

a.
für die Ver­pfle­gung die Be­trä­ge nach Ar­ti­kel 90 Ab­satz 4 Buch­sta­ben a und b;
b.
für die Un­ter­kunft die aus­ge­wie­se­nen not­wen­di­gen Kos­ten, höchs­tens aber den Be­trag nach Ar­ti­kel 90 Ab­satz 4 Buch­sta­be c.48

43Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Jan. 1987, in Kraft seit 1. Ju­li 1987 (AS 1987 456).

44 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Mai 2003, in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3859).

45 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 16. Nov. 2011, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 20115679).

46 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Mai 2003, in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3859).

47 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 12. Sept. 2014, in Kraft seit 1. Jan. 2015 (AS 20143133).

48 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 26. Nov. 1997, in Kraft seit 1. Jan. 1998 (AS 1997 3038).

Art. 6bis Arbeitsversuch 49  

Der Ar­beits­ver­such wird vor­zei­tig be­en­det, wenn:

a.
das ver­ein­bar­te Ziel er­reicht wur­de;
b.
sich ei­ne ge­eig­ne­te­re Ein­glie­de­rungs­mass­nah­me auf­drängt;
c.
die Wei­ter­füh­rung aus me­di­zi­ni­schen Grün­den nicht zu­mut­bar ist; oder
d.
ei­ne Wei­ter­füh­rung aus an­dern be­acht­li­chen Grün­den nicht ziel­füh­rend ist.

49Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BRB vom 15. Jan. 1968 (AS 1968 43). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2011, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 20115679).

Art. 6ter Einarbeitungszuschuss 50  

1 Der Brut­to­lohn nach Ar­ti­kel 18b IVG ent­hält sämt­li­che Ar­beit­ge­ber- und Ar­beit­neh­mer­bei­trä­ge an die So­zi­al­ver­si­che­run­gen.

2 Der Ein­ar­bei­tungs­zu­schuss deckt sämt­li­che Ar­beit­ge­ber­bei­trä­ge an die So­zi­al­ver­si­che­run­gen.

3 Er­krankt oder ver­un­fallt die ver­si­cher­te Per­son wäh­rend der Ein­ar­bei­tungs­zeit, so ist der Ein­ar­bei­tungs­zu­schuss für die Dau­er der Lohn­fort­zah­lung des Ar­beit­ge­bers ge­schul­det, längs­tens aber bis die Höchst­dau­er nach Ar­ti­kel 18bAb­satz 1 IVG er­reicht ist.

4 Der Ein­ar­bei­tungs­zu­schuss ist nicht ge­schul­det, wenn die ver­si­cher­te Per­son:

a.
An­spruch auf ei­ne Ent­schä­di­gung nach dem Bun­des­ge­setz vom 25. Sep­tem­ber 195251 über den Er­w­erb­ser­satz für Dienst­leis­ten­de und bei Mut­ter­schaft (EOG) hat; oder
b.
in­fol­ge ei­ner krank­heits- oder un­fall­be­ding­ten Ar­beits­un­ter­bre­chung An­spruch auf Tag­gel­der ei­nes an­de­ren Ver­si­che­rers hat.

5 Der Ein­ar­bei­tungs­zu­schuss wird von der Zen­tra­len Aus­gleichs­stel­le aus­be­zahlt.

50 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 28. Sept. 2007 (AS 20075155). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2011, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 20115679).

51 SR 834.1

Art. 6quater Entschädigung für Beitragserhöhungen 52  

1 Dem Ar­beit­ge­ber wird ei­ne Ent­schä­di­gung nach Ar­ti­kel 18cIVG aus­ge­rich­tet, so­fern die ver­si­cher­te Per­son in­ner­halb ei­nes Jah­res wäh­rend mehr als 15 Ar­beits­ta­gen krank­heits­be­dingt fehlt. Die Ent­schä­di­gung wird ab dem 16. Ab­senz­tag aus­ge­rich­tet, so­fernder Ar­beit­ge­ber wei­ter­hin Lohn zahlt oder ei­ne Tag­geld­ver­si­che­rung Leis­tun­gen er­bringt.

2 Die Hö­he der Ent­schä­di­gung be­trägt pro Ab­senz­tag:

a.
für Be­trie­be mit bis zu 50 Mit­ar­bei­tern: 48 Fran­ken;
b.
für Be­trie­be mit mehr als 50 Mit­ar­bei­tern: 34 Fran­ken.

3 Die Ent­schä­di­gung wird frü­he­s­tens ein Jahr nach Be­ginn des Ar­beits­ver­hält­nis­ses ab­ge­rech­net. En­det das Ar­beits­ver­hält­nis vor die­sem Zeit­punkt, so kann die Ab­rech­nung auch frü­her er­fol­gen.

4 Die Zen­tra­le Aus­gleichs­stel­le zahlt die Ent­schä­di­gung di­rekt an den Ar­beit­ge­ber.

52 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 16. Nov. 2011, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 20115679).

Art. 7 Kapitalhilfe  

1 Ei­nem ein­glie­de­rungs­fä­hi­gen in­va­li­den Ver­si­cher­ten mit Wohn­sitz in der Schweiz kann ei­ne Ka­pi­tal­hil­fe ge­währt wer­den, so­fern er sich in fach­li­cher und cha­rak­ter­­li­cher Hin­sicht für ei­ne selb­stän­di­ge Er­werbs­tä­tig­keit eig­net, die wirt­schaft­li­chen Vor­aus­set­zun­gen für ei­ne dau­ern­de exis­tenz­si­chern­de Tä­tig­keit ge­ge­ben sind und für ei­ne aus­rei­chen­de Fi­nan­zie­rung Ge­währ ge­bo­ten ist.

2 Die Ka­pi­tal­hil­fe kann oh­ne Rück­zah­lungs­pflicht oder als zins­lo­ses oder ver­zins­li­ches Dar­le­hen ge­währt wer­den. Sie kann auch in Form von Be­trieb­sein­rich­tun­gen oder Ga­ran­tieleis­tun­gen er­bracht wer­den.53

53Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BRB vom 15. Jan. 1968, in Kraft seit 1. Jan. 1968 (AS 1968 43).

C. ...

Art. 81254  

54 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I 17 der V vom 7. Nov. 2007 über die Neu­ge­stal­tung des Fi­nanz­aus­gleichs und der Auf­ga­ben­tei­lung zwi­schen Bund und Kan­to­nen, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2008 (AS 20075823).

Art. 1355  

55Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 21. Mai 2003, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3859).

D. Die Hilfsmittel

Art. 14 Liste der Hilfsmittel 56  

1 Die Lis­te der im Rah­men von Ar­ti­kel 21 IVG ab­zu­ge­ben­den Hilfs­mit­tel bil­det Ge­gen­stand ei­ner Ver­ord­nung des Eid­ge­nös­si­schen De­par­te­ments des In­nern (De­par­te­ment), wel­ches auch nä­he­re Be­stim­mun­gen er­lässt über:57

a.58
die Ab­ga­be oder Ver­gü­tung der Hilfs­mit­tel;
b.
Bei­trä­ge an die Kos­ten von in­va­li­di­täts­be­ding­ten An­pas­sun­gen von Ge­rä­ten und Im­mo­bi­li­en;
c.
Bei­trä­ge an die Kos­ten für Dienst­leis­tun­gen Drit­ter, wel­che an­stel­le ei­nes Hilfs­mit­tels be­nö­tigt wer­den;
d.59
Amor­ti­sa­ti­ons­bei­trä­ge an Ver­si­cher­te, die ein Hilfs­mit­tel, auf das sie An­spruch be­sit­zen, auf ei­ge­ne Kos­ten an­ge­schafft ha­ben;
e.60
die Dar­le­hens­s­um­me bei selbst­a­mor­ti­sie­ren­den Dar­le­hen an Ver­si­cher­te, die für die Er­werbs­tä­tig­keit in ei­nem Land­wirt­schafts- oder Ge­wer­be­be­trieb An­spruch auf ein kost­spie­li­ges Hilfs­mit­tel ha­ben, das von der Ver­si­che­rung nicht zu­rück­ge­nom­men oder nur schwer wie­der ab­ge­ge­ben wer­den kann.

2 Das De­par­te­ment kann das Bun­des­amt er­mäch­ti­gen:

a.
die Här­te­fäl­le zu be­stim­men, in de­nen die in An­wen­dung von Ab­satz 1 Buch­sta­be a fest­ge­setz­ten Be­trä­ge über­schrit­ten wer­den kön­nen;
b.
Ver­gü­tungs­li­mi­ten der Ver­si­che­rung für spe­zi­fi­sche Hilfs­mit­tel fest­zu­le­gen;
c.
ei­ne Lis­te der Hilfs­mit­tel-Mo­del­le zu er­stel­len, die den An­for­de­run­gen der Ver­si­che­rung ent­spre­chen.61

56Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 29. Nov. 1976, in Kraft seit 1. Jan. 1977 (AS 1976 2650).

57Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Sept. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 20075155).

58 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Sept. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 20075155).

59 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 21. Mai 2003, in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3859).

60 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 21. Mai 2003, in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3859).

61 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 25. Mai 2011, in Kraft seit 1. Ju­li 2011 (AS 2011 2659).

Art. 14bis Beschaffung und Vergütung von Hilfsmitteln 62  

1 Das De­par­te­ment legt in ei­ner Ver­ord­nung die Hilfs­mit­tel fest, für die die In­stru­men­te nach Ar­ti­kel 21qua­ter Ab­satz 1 Buch­sta­ben a–c IVG an­ge­wen­det wer­den.

2 Sieht die vor­lie­gen­de Ver­ord­nung für die Be­schaf­fung von Hilfs­mit­teln und da­mit zu­sam­men­hän­gen­de Dienst­leis­tun­gen ein Ver­ga­be­ver­fah­ren vor, so re­gelt das De­par­te­ment die Mo­da­li­tä­ten der Ab­ga­be und der Ver­gü­tung.

62Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 5. Dez. 2008 (AS 20086491). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2011, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 20115679).

Art. 14ter Einschränkung der Austauschbefugnis 63  

Wird ein Hilfs­mit­tel oder ei­ne da­mit zu­sam­men­hän­gen­de Dienst­leis­tung über ein Ver­ga­be­ver­fah­ren be­schafft, so schränkt das De­par­te­ment die Aus­tausch­be­fug­nis ein.

63Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 5. Dez. 2008 (AS 20086491). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2011, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 20115679).

Art. 14quater Auszahlung 64  

Der Pau­schal­be­trag nach Ar­ti­kel 21qua­ter Ab­satz 1 Buch­sta­be a IVG wird der ver­si­cher­ten Per­son un­ge­ach­tet der tat­säch­lich ent­stan­de­nen Kos­ten di­rekt aus­ge­rich­tet.

64 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 16. Nov. 2011, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 20115679).

Art. 15 und 1665  

65Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 29. Nov. 1976, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1977 (AS 1976 2650).

E. Die Taggelder

Art. 17 Abklärungszeiten 66  

Die ver­si­cher­te Per­son, die sich zur Ab­klä­rung ih­res Leis­tungs­an­spru­ches an min­des­tens zwei auf­ein­an­der­fol­gen­den Ta­gen ei­ner von der IV-Stel­le an­ge­ord­ne­ten Un­ter­su­chung un­ter­zieht, hat für je­den Ab­klä­rungs­tag An­spruch auf ein Tag­geld.

66Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Sept. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 20075155).

Art. 17bis Nicht zusammenhängende Tage 67  

Der Ver­si­cher­te, der in­ner­halb ei­nes Mo­nats an min­des­tens drei nicht zu­sam­men­hän­gen­den Ta­gen in Ein­glie­de­rung steht, hat An­spruch auf ein Tag­geld:

a.
für die Ein­glie­de­rungs­ta­ge, wenn er we­gen der Mass­nah­me ganz­tags ver­hin­dert ist, der Ar­beit nach­zu­ge­hen;
b.
für die Ein­glie­de­rungs­ta­ge und die da­zwi­schen lie­gen­den Ta­ge, wenn er in sei­ner ge­wohn­ten Tä­tig­keit zu min­des­tens 50 Pro­zent ar­beits­un­fä­hig ist.

67Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BRB vom 15. Jan. 1968 (AS 1968 43). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Jan. 1987, in Kraft seit 1. Ju­li 1987 (AS 1987 456).

Art. 18 Wartezeiten im Allgemeinen  

1 Die ver­si­cher­te Per­son, die zu min­des­tens 50 Pro­zent ar­beits­un­fä­hig ist und auf den Be­ginn ei­ner erst­ma­li­gen be­ruf­li­chen Aus­bil­dung oder ei­ner Um­schu­lung war­ten muss, hat wäh­rend der War­te­zeit An­spruch auf ein Tag­geld.68

2 Der An­spruch ent­steht im Zeit­punkt, in wel­chem die IV-Stel­le fest­stellt, dass ei­ne erst­ma­li­ge be­ruf­li­che Aus­bil­dung oder ei­ne Um­schu­lung an­ge­zeigt ist.69

3 Ren­ten­be­zü­ger, die sich ei­ner Ein­glie­de­rungs­mass­nah­me un­ter­zie­hen, ha­ben kei­nen An­spruch auf ein Tag­geld für die War­te­zeit.

4 So­weit Ver­si­cher­te einen An­spruch auf ein Tag­geld der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung ha­ben, be­steht kein An­spruch auf das Tag­geld der In­va­li­den­ver­si­che­rung.70

68 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Sept. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 20075155).

69 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Sept. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 20075155).

70 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 21. Mai 2003, in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3859).

Art. 19 Wartezeiten während der Arbeitsvermittlung  

1 Der Ver­si­cher­te hat für die Zeit, wäh­rend der er auf die Ver­mitt­lung ge­eig­ne­ter Ar­beit war­tet, kei­nen An­spruch auf Tag­geld. Ging je­doch der Ar­beits­ver­mitt­lung ei­ne erst­ma­li­ge be­ruf­li­che Aus­bil­dung oder ei­ne Um­schu­lung vor­aus, so wird das bis­he­ri­ge Tag­geld wäh­rend längs­tens 60 Ta­gen wei­ter­ge­währt.71

2 ...72

71Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 29. Ju­ni 1988, in Kraft seit 1. Jan. 1989 (AS 1988 1484).

72Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 29. Ju­ni 1983 (AS 1983 912). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 21. Mai 2003, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3859).

Art. 2073  

73Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 28. Sept. 2007, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2008 (AS 20075155).

Art. 20bis74  

74Ein­ge­fügt durch Ziff. II 1 der V vom 5. April 1978 (AS 1978 420). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 28. Sept. 2007, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2008 (AS 20075155).

Art. 20ter Taggeld und Invalidenrente 75  

1 Hat die ver­si­cher­te Per­son An­spruch auf ein Tag­geld ein­sch­liess­lich Kin­der­geld nach den Ar­ti­keln 23 und 23bis IVG, das nied­ri­ger wä­re als die bis­her be­zo­ge­ne Ren­te, so wird an­stel­le des Tag­gel­des die Ren­te wei­ter­ge­währt.

2 Hat die ver­si­cher­te Per­son An­spruch auf ein Tag­geld nach Ar­ti­kel 23 Ab­satz 2bis IVG, das nied­ri­ger wä­re als die bis­her be­zo­ge­ne Ren­te, so wird die Ren­te nach Ab­lauf der Frist nach Ar­ti­kel 47 Ab­satz 1 IVG durch ein Tag­geld er­setzt, das ei­nem Dreis­sigs­tel des Ren­ten­be­tra­ges ent­spricht.76

75Ein­ge­fügt durch Ziff. II 1 der V vom 5. April 1978 (AS 1978 420). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Mai 2003, in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3859).

76 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Sept. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 20075155).

Art. 20quater Unterbrüche von Eingliederungsmassnahmen 77  

1 Müs­sen Ver­si­cher­te ei­ne Ein­glie­de­rungs­mass­nah­me we­gen Krank­heit, Un­fall oder Mut­ter­schaft un­ter­bre­chen, wird ih­nen das Tag­geld wei­ter­ge­währt, wenn sie kei­nen An­spruch auf ein Tag­geld ei­ner an­de­ren ob­li­ga­to­ri­schen So­zi­al­ver­si­che­rung oder auf ein Tag­geld ei­ner frei­wil­li­gen Tag­geld­ver­si­che­rung in min­des­tens der glei­chen Hö­he wie das Tag­geld der In­va­li­den­ver­si­che­rung ha­ben.

2 Ein Tag­geld nach Ab­satz 1 wird wei­ter aus­ge­rich­tet:

a.
im ers­ten Jahr der Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men: wäh­rend längs­tens 30 Ta­gen;
b.
im zwei­ten Jahr der Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men: wäh­rend längs­tens 60 Ta­gen;
c.
ab dem drit­ten Jahr der Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men: wäh­rend längs­tens 90 Ta­gen.78

3 ...79

4 Der An­spruch auf das Tag­geld ent­fällt, wenn fest­steht, dass die Ein­glie­de­rungs­mass­nah­me nicht mehr wei­ter­ge­führt wird.

5 ...80

77 Ein­ge­fügt durch Ziff. II 1 der V vom 5. April 1978 (AS 1978 420). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 12. Sept. 1984 (AS 1984 1186). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Mai 2003, in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3859).

78 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2011, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 20115679).

79 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 16. Nov. 2011, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2012 (AS 20115679).

80 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 16. Nov. 2011, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2012 (AS 20115679).

Art. 20quinquies Taggeld und Erwerbsausfallentschädigung 81  

Ver­si­cher­te, de­nen ei­ne Ent­schä­di­gung nach dem EOG82 zu­steht, ha­ben kei­nen An­spruch auf das Tag­geld der IV.

81Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 29. Ju­ni 1983 (AS 1983 912). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Sept. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 20075155).

82 SR 834.1

Art. 20sexies Erwerbstätige Versicherte 83  

1 Als er­werbs­tä­tig gel­ten Ver­si­cher­te, die:

a.
un­mit­tel­bar vor Be­ginn ih­rer Ar­beits­un­fä­hig­keit (Art. 6 ATSG) ei­ne Er­werbs­tä­tig­keit aus­ge­übt ha­ben; oder
b.
glaub­haft ma­chen, dass sie nach Ein­tritt der Ar­beits­un­fä­hig­keit ei­ne Er­werbs­tä­tig­keit von län­ge­rer Dau­er auf­ge­nom­men hät­ten.

2 Den er­werbs­tä­ti­gen Ver­si­cher­ten gleich­ge­stellt sind:

a.
ar­beits­lo­se Ver­si­cher­te, die An­spruch auf ei­ne Leis­tung der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung ha­ben oder min­des­tens bis zum Ein­tritt der Ar­beits­un­fä­hig­keit hat­ten;
b.
Ver­si­cher­te, die nach krank­heits- oder un­fall­be­ding­ter Auf­ga­be der Er­werbs­tä­tig­keit Tag­gel­der als Er­satzein­kom­men be­zie­hen.

83 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 28. Sept. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 20075155).

Art. 21 Bemessungsgrundlagen 84  

1 ...85

2 Bei der Er­mitt­lung des mass­ge­ben­den Ein­kom­mens im Sin­ne von Ar­ti­kel 23 Ab­satz 3 IVG wer­den Ta­ge nicht be­rück­sich­tigt, an de­nen die ver­si­cher­te Per­son kein oder nur ein ver­min­der­tes Er­w­erb­sein­kom­men er­zielt hat und zwar we­gen:

a.
Krank­heit;
b.
Un­fall;
c.
Ar­beits­lo­sig­keit;
d.
Dienst im Sin­ne von Ar­ti­kel 1 EOG86;
e.
Mut­ter­schaft; oder
f.
an­de­ren Grün­den, die nicht auf ihr Ver­schul­den zu­rück­zu­füh­ren sind.

3 Hat die ver­si­cher­te Per­son vor mehr als zwei Jah­ren zum letz­ten Mal ei­ne Er­werbs­tä­tig­keit oh­ne ge­sund­heit­li­che Ein­schrän­kung aus­ge­übt, so ist auf das Er­werbs­ein­kom­men ab­zu­stel­len, das sie durch die glei­che Tä­tig­keit un­mit­tel­bar vor der Ein­glie­de­rung er­zielt hät­te, wenn sie nicht in­va­lid ge­wor­den wä­re.87

84 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Mai 2003, in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3859).

85 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 28. Sept. 2007, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2008 (AS 20075155).

86 SR 834.1

87 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2011, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 20115679).

Art. 21bis Versicherte mit regelmässigem Einkommen 88  

1 Per­so­nen, die in ei­nem auf Dau­er an­ge­leg­ten Ar­beits­ver­hält­nis ste­hen und de­ren Ein­kom­men kei­nen star­ken Schwan­kun­gen aus­ge­setzt ist, gel­ten als Ver­si­cher­te mit re­gel­mäs­si­gem Ein­kom­men, auch wenn sie ih­re Ar­beit in­fol­ge Krank­heit, Un­fall, Ar­beits­lo­sig­keit, Dienst, oder aus an­de­ren, von ih­nen nicht ver­schul­de­ten Grün­den un­ter­bro­chen ha­ben.

2 Ein auf Dau­er an­ge­leg­tes Ar­beits­ver­hält­nis liegt vor, wenn es un­be­fris­tet ist oder für min­des­tens ein Jahr ein­ge­gan­gen wur­de.

3 Das mass­ge­ben­de Ein­kom­men wird auf den Tag aus­ge­rech­net. Es wird wie folgt er­mit­telt:

a.
Für Ver­si­cher­te mit Mo­nats­löh­nen wird der letz­te oh­ne ge­sund­heit­li­che Ein­schrän­kun­gen er­ziel­te Mo­nats­lohn mit zwölf ver­viel­facht. Dem er­mit­tel­ten Jah­res­lohn wird ein all­fäl­li­ger 13. Mo­nats­lohn hin­zu­ge­rech­net. Der so er­mit­tel­te Jah­res­ver­dienst wird durch 365 ge­teilt.
b.
Für Ver­si­cher­te mit Stun­den­löh­nen wird der letz­te oh­ne ge­sund­heit­li­che Ein­schrän­kun­gen er­ziel­te Stun­den­lohn mit der in der letz­ten nor­ma­len Ar­beits­wo­che ge­leis­te­ten Ar­beits­stun­den ver­viel­facht und mit 52 mul­ti­pli­ziert. Dem er­mit­tel­ten Jah­res­lohn wird ein all­fäl­li­ger 13. Mo­nats­lohn hin­zu­ge­rech­net. Der so er­mit­tel­te Jah­res­ver­dienst wird durch 365 ge­teilt.
c.
Für al­le an­ders ent­löhn­ten Ver­si­cher­ten wird der in den letz­ten vier Wo­chen oh­ne ge­sund­heit­li­che Ein­schrän­kun­gen er­ziel­te Lohn durch vier di­vi­diert und mit 52 mul­ti­pli­ziert. Dem er­mit­tel­ten Jah­res­lohn wird ein all­fäl­li­ger 13. Mo­nats­lohn hin­zu­ge­rech­net. Der so er­mit­tel­te Jah­res­ver­dienst wird durch 365 ge­teilt.

4 Lohn­be­stand­tei­le, die zwar re­gel­mäs­sig, je­doch nur ein­mal im Jahr oder in mehr­mo­na­ti­gen Ab­stän­den aus­be­zahlt wer­den, wie Pro­vi­sio­nen und Gra­ti­fi­ka­tio­nen, wer­den zu dem nach Ab­satz 3 er­mit­tel­ten mass­ge­ben­den Ein­kom­men hin­zu­ge­zählt.

5 Macht ei­ne ver­si­cher­te Per­son glaub­haft, dass sie wäh­rend der Zeit der Ein­glie­de­rung oh­ne Ein­tritt der In­va­li­di­tät ei­ne an­de­re als die zu­letzt oh­ne ge­sund­heit­li­che Ein­schrän­kung aus­ge­üb­te Er­werbs­tä­tig­keit auf­ge­nom­men hät­te, be­misst sich das Tag­geld nach dem Ver­dienst, der mit die­ser neu­en Tä­tig­keit er­zielt wor­den wä­re.89

88Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 21. Jan. 1987 (AS 1987 456). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Mai 2003, in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3859).

89 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2011, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 20115679).

Art. 21ter Versicherte mit unregelmässigem Einkommen 90  

1 Hat die ver­si­cher­te Per­son kein re­gel­mäs­si­ges Ein­kom­men im Sin­ne von Ar­ti­kel 21bis, so wird für die Er­mitt­lung des mass­ge­ben­den Ein­kom­mens auf das wäh­rend der letz­ten drei Mo­na­te oh­ne ge­sund­heit­li­che Ein­schrän­kung er­ziel­te und auf den Tag um­ge­rech­ne­te Er­w­erb­sein­kom­men ab­ge­stellt.

2 Ist auf die­se Wei­se die Er­mitt­lung ei­nes an­ge­mes­se­nen Er­w­erb­sein­kom­mens nicht mög­lich, so wird das Ein­kom­men ei­ner län­ge­ren Zeit­span­ne be­rück­sich­tigt, wo­bei die­se ma­xi­mal zwölf Mo­na­te be­trägt.

90 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 31. Mai 1999 (AS 1999 1851). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Mai 2003, in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3859).

Art. 21quater Selbständigerwerbende 91  

1 Grund­la­ge für die Be­mes­sung des Tag­gel­des für Selb­stän­di­g­er­wer­ben­de bil­det das auf den Tag um­ge­rech­ne­te, zu­letzt oh­ne ge­sund­heit­li­che Be­ein­träch­ti­gung er­ziel­te Er­w­erb­sein­kom­men, von dem Bei­trä­ge nach dem Bun­des­ge­setz vom 20. De­zem­ber 194692 über die Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung (AHVG) er­ho­ben wer­den.

2 Das Tag­geld für Ver­si­cher­te, die glaub­haft ma­chen, dass sie wäh­rend der Ein­glie­de­rung ei­ne selb­stän­di­ge Er­werbs­tä­tig­keit von län­ge­rer Dau­er auf­ge­nom­men hät­ten, be­misst sich nach dem Er­w­erb­sein­kom­men, das sie da­bei ver­dient hät­ten.

91 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 31. Mai 1999 (AS 1999 1851). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Mai 2003, in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3859).

92 SR 831.10

Art. 21quinquies Versicherte, die gleichzeitig Arbeitnehmende und Selbständigerwerbende sind 93  

Das mass­ge­ben­de Ein­kom­men von Ver­si­cher­ten, die gleich­zei­tig Ar­beit­neh­men­de und Selb­stän­di­g­er­wer­ben­de sind, wird er­mit­telt, in­dem die nach den Ar­ti­keln 21–21qua­ter mass­ge­ben­den und auf den Tag um­ge­rech­ne­ten Er­w­erb­sein­kom­men aus un­selb­stän­di­ger und selb­stän­di­ger Tä­tig­keit zu­sam­men­ge­zählt wer­den.

93 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 31. Mai 1999 (AS 1999 1851). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Mai 2003, in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3859).

Art. 21sexies Änderung des massgebenden Einkommen 94  

Wäh­rend der Ein­glie­de­rung ist al­le zwei Jah­re von Am­tes we­gen zu prü­fen, ob sich das für die Tag­geld­be­mes­sung mass­ge­ben­de Ein­kom­men ge­än­dert hat.

94 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 31. Mai 1999 (AS 1999 1851). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Mai 2003, in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3859).

Art. 21septies Kürzung des Taggeldes 95  

1 Übt ei­ne ver­si­cher­te Per­son wäh­rend der Ein­glie­de­rung ei­ne Er­werbs­tä­tig­keit aus, so wird das Tag­geld so­weit ge­kürzt, als es zu­sam­men mit dem aus die­ser Tä­tig­keit er­ziel­ten Ein­kom­men das ge­mä­ss den Ar­ti­keln 21–21quin­quies mass­ge­ben­de Er­werbs­ein­kom­men über­steigt. Ar­ti­kel 22 Ab­satz 5 bleibt vor­be­hal­ten.

2 Für die Kür­zung des Tag­gel­des ist das Er­w­erb­sein­kom­men zu be­rück­sich­ti­gen, das die ver­si­cher­te Per­son mit der wäh­rend der Ein­glie­de­rung aus­ge­üb­ten Tä­tig­keit er­zielt hat. Für Ar­beit­neh­mer ent­spricht die­ses Er­w­erb­sein­kom­men dem mass­ge­ben­den Lohn im Sin­ne von Ar­ti­kel 5 AHVG96, für Selbst­stän­di­g­er­wer­ben­de dem Ein­kom­men, von dem Bei­trä­ge nach dem AHVG er­ho­ben wer­den.97

3 Fi­nan­zi­el­le Leis­tun­gen des Ar­beit­ge­bers wäh­rend der Ein­glie­de­rung, für die die ver­si­cher­te Per­son kei­ne spe­zi­el­le Ar­beits­leis­tung er­bringt, wer­den für die Kür­zung nicht be­rück­sich­tigt (So­zi­al­lohn).

4 Für Ver­si­cher­te, die An­spruch auf ein Kin­der­geld nach Ar­ti­kel 22 Ab­satz 3 IVG ha­ben, er­höht sich das mass­ge­ben­de Ein­kom­men um die auf den Tag um­ge­rech­ne­ten Min­dest­an­sät­ze der Kin­der- oder Aus­bil­dungs­zu­la­gen nach Ar­ti­kel 5 des Fa­mi­li­en­zu­la­gen­ge­set­zes vom 24. März 200698.99

95 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 31. Mai 1999 (AS 1999 1851). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Mai 2003, in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3859).

96 SR 831.10

97 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Sept. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 20075155).

98 SR 836.2

99 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 28. Sept. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 20075155). Sie­he auch die UeB die­ser Änd. am En­de die­ses Tex­tes.

Art. 21octies Abzug bei Unterkunft und Verpflegung auf Kosten der Invalidenversicherung 100  

1 Kommt die IV wäh­rend der Ein­glie­de­rung für Ver­pfle­gung und Un­ter­kunft auf, so wer­den vom Tag­geld 20 Pro­zent, höchs­tens aber 20 Fran­ken ab­ge­zo­gen. Bei Per­so­nen mit Un­ter­halts­pflich­ten ge­gen­über Kin­dern, die im Fal­le ih­res To­des ei­ne Wai­sen­ren­te der Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung be­an­spru­chen könn­ten, be­trägt der Ab­zug 10 Pro­zent des Tag­gel­des, höchs­tens aber 10 Fran­ken.101

2 Wird das Tag­geld zu­dem nach Ar­ti­kel 21sep­ties ge­kürzt, so er­folgt der Ab­zug ge­mä­ss Ab­satz 1 nach die­ser Kür­zung.

100 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 31. Mai 1999 (AS 1999 1851). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Mai 2003, in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3859).

101 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Sept. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 20075155). Sie­he auch die UeB die­ser Änd. am En­de die­ses Tex­tes.

Art. 21novies Besitzstandgarantie 102  

Ver­liert ei­ne ver­si­cher­te Per­son in­fol­ge der Durch­füh­rung ei­ner Mass­nah­me das Tag­geld ei­nes an­de­ren Ver­si­che­rers, das auf ei­nem vor­an­ge­gan­ge­nen Er­w­erb­sein­kom­men ba­siert, so ent­spricht das Tag­geld, das die Ver­si­che­rung nach Ar­ti­kel 22 Ab­satz 5ter IVG zu­sätz­lich zur Ren­te aus­zahlt, min­des­tens dem bis­her be­zo­ge­nen Tag­geld.

102 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 16. Nov. 2011, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 20115679).

Art. 22 Bemessung in der erstmaligen beruflichen Ausbildung und in gleichgestellten Fällen 103  

1 Das Tag­geld von Ver­si­cher­ten in der erst­ma­li­gen be­ruf­li­chen Aus­bil­dung so­wie von Ver­si­cher­ten vor dem vollen­de­ten 20. Al­ters­jahr, die noch nicht er­werbs­tä­tig ge­we­sen sind und sich me­di­zi­ni­schen Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men un­ter­zie­hen, ent­spricht 10 Pro­zent des Höchst­be­tra­ges des Tag­gel­des nach Ar­ti­kel 24 Ab­satz 1 IVG.104

2 Bei Ver­si­cher­ten, die we­gen ih­rer In­va­li­di­tät ei­ne erst­ma­li­ge be­ruf­li­che Aus­bil­dung ab­bre­chen und ei­ne neue be­gin­nen muss­ten, er­höht sich das Tag­geld ge­ge­be­nen­falls auf einen Dreis­sigs­tel des wäh­rend der ab­ge­bro­che­nen Aus­bil­dung zu­letzt er­ziel­ten Mo­nats­ein­kom­mens. Ar­ti­kel 6 Ab­satz 2 bleibt vor­be­hal­ten.

3 ...105

4 Hat die ver­si­cher­te Per­son einen An­spruch auf ein Kin­der­geld nach Ar­ti­kel 22 Ab­satz 3 IVG, so er­höht sich das Tag­geld nach den Ab­sät­zen 1 und 2 um das Kin­der­geld nach Ar­ti­kel 23bis IVG.106

5 Von dem nach den Ab­sät­zen 1, 2 und 4 oder nach Ar­ti­kel 20ter Ab­satz 2 er­mit­tel­ten Tag­geld wer­den ab­ge­zo­gen:107

a.
ein Dreis­sigs­tel des mo­nat­li­chen Er­w­erb­sein­kom­mens, das die ver­si­cher­te Per­son wäh­rend der Aus­bil­dung er­zielt;
b.108
20 Pro­zent des Tag­gel­des, höchs­tens aber 20 Fran­ken, wenn die Ver­pfle­gung von der IV über­nom­men wird. Bei Ver­si­cher­ten mit Un­ter­halts­pflich­ten ge­gen­über Kin­dern, die im Fal­le des To­des der ver­si­cher­ten Per­son ei­ne Wai­sen­ren­te der Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung be­an­spru­chen könn­ten, be­trägt der Ab­zug 10 Pro­zent, höchs­tens aber 10 Fran­ken. Die Ar­ti­kel 21sep­ties und 21oc­ties Ab­satz 2 sind sinn­ge­mä­ss an­wend­bar.

103Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Mai 2003, in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3859).

104 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 17 der V vom 7. Nov. 2007 über die Neu­ge­stal­tung des Fi­nanz­aus­gleichs und der Auf­ga­ben­tei­lung zwi­schen Bund und Kan­to­nen, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5823).

105 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 28. Sept. 2007, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2008 (AS 20075155).

106 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Sept. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 20075155).

107 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Sept. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 20075155).

108 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Sept. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 20075155). Sie­he auch die UeB die­ser Änd. am En­de die­ses Tex­tes.

Art. 22bis109  

109Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BRB vom 15. Jan. 1968 (AS 1968 43). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 21. Mai 2003, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3859).

Art. 22ter110  

110Ein­ge­fügt durch Ziff. III der V vom 27. Okt. 1987 (AS 1987 1397). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 21. Mai 2003, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3859).

F. Verschiedene Bestimmungen 111

111 Ursprünglich vor Art. 23.

Art. 22quater Entschädigung für Betreuungskosten 112  

1 Als Be­treu­ungs­kos­ten wer­den ins­be­son­de­re ver­gü­tet:

a.
Kos­ten für Mahl­zei­ten aus­ser Haus der in Ar­ti­kel 11a Ab­satz 2 IVG ge­nann­ten Per­so­nen;
b.
Rei­se- und Un­ter­brin­gungs­kos­ten für die in Ar­ti­kel 11a Ab­satz 2 IVG ge­nann­ten Per­so­nen, die von Drit­ten be­treut wer­den;
c.
Löh­ne für Fa­mi­li­en- oder Haus­halt­hil­fen;
d.
Kos­ten für Kin­derkrip­pen, Ta­ges- oder Schul­hor­te oder Ta­ges­s­truk­tu­ren;
e.
Rei­se­kos­ten von Drit­ten, wel­che die in Ar­ti­kel 11a Ab­satz 2 IVG ge­nann­ten Per­so­nen im Haus­halt der ent­schä­di­gungs­be­rech­tig­ten Per­son be­treu­en.

2 Es wer­den die tat­säch­li­chen Kos­ten ver­gü­tet, höchs­tens aber das der An­zahl der ef­fek­ti­ven Ein­glie­de­rungs­ta­ge ent­spre­chen­de Viel­fa­che von 20 Pro­zent des Höchst­be­tra­ges des Tag­gel­des nach Ar­ti­kel 24 Ab­satz 1 IVG.

3 Be­treu­ungs­kos­ten von ins­ge­samt we­ni­ger als 20 Fran­ken wer­den nicht ver­gü­tet.

112 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 4. Dez. 2000 (AS 2001 89). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Sept. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 20075155).

Art. 22quinquies Kindergeld 113  

1 Als ge­setz­li­che Zu­la­gen im Sin­ne von Ar­ti­kel 22 Ab­satz 3 IVG gel­ten Kin­der- und Aus­bil­dungs­zu­la­gen ge­mä­ss der Bun­des­ge­setz­ge­bung, des kan­to­na­len Rechts so­wie der aus­län­di­schen Ge­setz­ge­bung.

2 Die Aus­gleichs­kas­se kann von der ver­si­cher­ten Per­son den Nach­weis ver­lan­gen, dass kein An­spruch auf ei­ne ge­setz­li­che Kin­der- oder Aus­bil­dungs­zu­la­ge be­steht.

3 Be­steht ein An­spruch auf ei­ne ge­setz­li­che Kin­der- oder Aus­bil­dungs­zu­la­ge und wä­re das Kin­der­geld hö­her als die­se, so hat die ver­si­cher­te Per­son kei­nen An­spruch auf ei­ne Dif­fe­renz­zah­lung.

113 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 28. Sept. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 20075155).

Art. 23114  

114 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 16. Nov. 2011, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2012 (AS 20115679).

Art. 23bis Eingliederungsmassnahmen im Ausland für obligatorisch Versicherte 115  

1 Er­weist sich die Durch­füh­rung ei­ner Ein­glie­de­rungs­mass­nah­me in der Schweiz als un­mög­lich, ins­be­son­de­re weil die er­for­der­li­chen In­sti­tu­tio­nen oder Fach­per­so­nen feh­len, so über­nimmt die Ver­si­che­rung die Kos­ten ei­ner ein­fa­chen und zweck­mäs­si­gen Durch­füh­rung im Aus­land.

2 Die Ver­si­che­rung über­nimmt die Kos­ten für die ein­fa­che und zweck­mäs­si­ge Durch­füh­rung me­di­zi­ni­scher Mass­nah­men, die not­fall­mäs­sig im Aus­land durch­ge­führt wer­den.

3 Wird ei­ne Ein­glie­de­rungs­mass­nah­me aus an­de­ren be­acht­li­chen Grün­den im Aus­land durch­ge­führt, so ver­gü­tet die Ver­si­che­rung die Kos­ten bis zu dem Um­fang, in wel­chem sol­che Leis­tun­gen in der Schweiz zu er­brin­gen ge­we­sen wä­ren.

115Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 29. Nov. 1976 (AS 1976 2650). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 4. Dez. 2000, in Kraft seit 1. Jan. 2001 (AS 2001 89).

Art. 23ter Eingliederungsmassnahmen im Ausland für freiwillig Versicherte 116  

1 Die Ver­si­che­rung über­nimmt die Kos­ten für Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men im Aus­land, wenn be­son­de­re Um­stän­de dies recht­fer­ti­gen und die Mass­nah­men höchst­wahr­schein­lich da­zu bei­tra­gen, dass die be­trof­fe­ne Per­son wie­der ei­ne Er­werbs­tä­tig­keit aus­üben oder sich im Auf­ga­ben­be­reich be­tä­ti­gen kann.117

2 Für Per­so­nen vor dem vollen­de­ten 20. Al­ters­jahr über­nimmt die Ver­si­che­rung die Kos­ten für die im Aus­land durch­ge­führ­ten Mass­nah­men, wenn de­ren Er­folgs­aus­sich­ten und die per­sön­li­chen Ver­hält­nis­se der be­trof­fe­nen Per­son dies recht­fer­ti­gen.

116 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 4. Dez. 2000 , in Kraft seit 1. Jan. 2001 (AS 2001 89).

117 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Mai 2003, in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3859).

Art. 24 Wahlrecht und Verträge 118  

1 Das De­par­te­ment kann Zu­las­sungs­vor­schrif­ten nach Ar­ti­kel 26bis Ab­satz 2 IVG er­las­sen. Das Bun­des­amt kann ei­ne Lis­te der zu­ge­las­se­nen Per­so­nen und Stel­len füh­ren.

2 Die Ver­trä­ge nach den Ar­ti­keln 21qua­ter Ab­satz 1 Buch­sta­be b und 27 IVG wer­den vom Bun­des­amt ab­ge­schlos­sen; Ar­ti­kel 41 Ab­satz 1 Buch­sta­be l bleibt vor­be­hal­ten.

3 Für Per­so­nen und Stel­len, die Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men durch­füh­ren, oh­ne ei­nem be­ste­hen­den Ver­trag bei­zu­tre­ten, gel­ten die ver­trag­lich fest­ge­leg­ten be­ruf­li­chen Be­din­gun­gen als Min­dest­an­for­de­run­gen der Ver­si­che­rung im Sin­ne von Ar­ti­kel 26bis Ab­satz 1 IVG und die fest­ge­setz­ten Ta­ri­fe als Höchst­an­sät­ze im Sin­ne der Ar­ti­kel 21qua­ter Ab­satz 1 Buch­sta­be c und 27 Ab­satz 3 IVG.

118 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 19. Sept. 2014, in Kraft seit 1. Jan. 2015 (AS 2014 3177).

Dritter Abschnitt: Die Renten, die Hilflosenentschädigung und der Assistenzbeitrag 119

119 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2011, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 20115679).

A. Der Rentenanspruch

I. Bemessung der Invalidität

Art. 25 Grundlagen 120  

1 Als Er­w­erb­sein­kom­men im Sin­ne von Ar­ti­kel 16 ATSG gel­ten mut­mass­li­che jähr­li­che Er­w­erb­sein­kom­men, von de­nen Bei­trä­ge ge­mä­ss AHVG121 er­ho­ben wür­den. Nicht da­zu ge­hö­ren in­des­sen:122

a.
Leis­tun­gen des Ar­beit­ge­bers für den Lohn­aus­fall in­fol­ge Un­fall oder Krank­heit bei aus­ge­wie­se­ner Ar­beits­un­fä­hig­keit;
b.
Lohn­be­stand­tei­le, für die der Ar­beit­neh­mer nach­ge­wie­se­ner­mas­sen we­gen be­schränk­ter Ar­beits­fä­hig­keit kei­ne Ge­gen­leis­tung er­brin­gen kann.
c.123
Ar­beits­lo­sen­ent­schä­di­gun­gen, Er­werbs­aus­fall­ent­schä­di­gun­gen ge­mä­ss EOG124 und Tag­gel­der der In­va­li­den­ver­si­che­rung.

2 Die bei­den mass­ge­ben­den Er­w­erb­sein­kom­men ei­nes in­va­li­den Selb­stän­di­ger­wer­ben­den, der zu­sam­men mit Fa­mi­li­en­glie­dern einen Be­trieb be­wirt­schaf­tet, sind auf Grund sei­ner Mit­ar­beit im Be­trieb zu be­stim­men.

120Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 29. Nov. 1976, in Kraft seit 1. Jan. 1977 (AS 1976 2650).

121 SR831.10

122 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. Sept. 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3721).

123Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 1. Ju­li 1987, in Kraft seit 1. Jan. 1988 (AS 1987 1088).

124SR 834.1

Art. 26 Versicherte ohne Ausbildung  

1 Konn­te die ver­si­cher­te Per­son we­gen der In­va­li­di­tät kei­ne zu­rei­chen­den be­ruf­li­chen Kennt­nis­se er­wer­ben, so ent­spricht das Er­w­erb­sein­kom­men, das sie als Nicht­in­va­li­de er­zie­len könn­te, den fol­gen­den nach Al­ter ab­ge­stuf­ten Pro­zent­sät­zen des jähr­lich ak­tua­li­sier­ten Me­dian­wer­tes ge­mä­ss der Lohn­struk­tur­er­he­bung des Bun­des­am­tes für Sta­tis­tik:125

Nach Vollen­dung
von ... Al­ters­jah­ren

Vor Vollen­dung
von ... Al­ters­jah­ren

Pro­zent­satz

21

70

21

25

80

25

30

90

30

100.126

2 Konn­te der Ver­si­cher­te we­gen der In­va­li­di­tät ei­ne be­gon­ne­ne be­ruf­li­che Aus­bil­dung nicht ab­sch­lies­sen, so ent­spricht das Er­w­erb­sein­kom­men, das er als Nichtin­va­li­der er­zie­len könn­te, dem durch­schnitt­li­chen Ein­kom­men ei­nes Er­werbs­tä­ti­gen im Be­ruf, für den die Aus­bil­dung be­gon­nen wur­de.

125 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 7. Dez. 1998, in Kraft seit 1. Jan. 1999 (AS 1999 60).

126Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 29. Nov. 1976, in Kraft seit 1. Jan. 1977 (AS 1976 2650).

Art. 26bis In Ausbildung begriffene Versicherte 127  

Die Be­mes­sung der In­va­li­di­tät von Ver­si­cher­ten, die in Aus­bil­dung be­grif­fen sind, und de­nen die Auf­nah­me ei­ner Er­werbs­tä­tig­keit nicht zu­ge­mu­tet wer­den kann, er­folgt nach Ar­ti­kel 28a Ab­satz 2 IVG.

127Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BRB vom 15. Jan. 1968 (AS 1968 43). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Sept. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 20075155).

Art. 27 Aufgabenbereich von im Haushalt tätigen Versicherten und von Angehörigen einer klösterlichen Gemeinschaft 128  

1 Als Auf­ga­ben­be­reich nach Ar­ti­kel 7 Ab­satz 2 IVG der im Haus­halt tä­ti­gen Ver­si­cher­ten gilt die üb­li­che Tä­tig­keit im Haus­halt so­wie die Pfle­ge und Be­treu­ung von An­ge­hö­ri­gen.

2 Als Auf­ga­ben­be­reich nach Ar­ti­kel 7 Ab­satz 2 IVG der An­ge­hö­ri­gen ei­ner klös­ter­li­chen Ge­mein­schaft gilt die ge­sam­te Tä­tig­keit in der Ge­mein­schaft.

128 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 1. Dez. 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 7581).

Art. 27bis Teilerwerbstätige und Versicherte, die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten 129  

1 Ist bei Ver­si­cher­ten, die nur zum Teil er­werbs­tä­tig sind oder die un­ent­gelt­lich im Be­trieb des Ehe­gat­ten oder der Ehe­gat­tin mit­ar­bei­ten, an­zu­neh­men, dass sie im Zeit­punkt der Prü­fung des Ren­ten­an­spruchs oh­ne Ge­sund­heits­scha­den ganz­tä­gig er­werbs­tä­tig wä­ren, so ist die In­va­li­di­täts­be­mes­sung aus­sch­liess­lich nach den Grund­sät­zen für Er­werbs­tä­ti­ge zu be­mes­sen.

2 Bei Tei­l­er­werbs­tä­ti­gen, die sich zu­sätz­lich im Auf­ga­ben­be­reich nach Ar­ti­kel 7 Ab­satz 2 IVG be­tä­ti­gen, wer­den für die Be­stim­mung des In­va­li­di­täts­grads fol­gen­de In­va­li­di­täts­gra­de sum­miert:

a.
der In­va­li­di­täts­grad in Be­zug auf die Er­werbs­tä­tig­keit;
b.
der In­va­li­di­täts­grad in Be­zug auf die Be­tä­ti­gung im Auf­ga­ben­be­reich.130

3 Die Be­rech­nung des In­va­li­di­täts­grads in Be­zug auf die Er­werbs­tä­tig­keit rich­tet sich nach Ar­ti­kel 16 ATSG, wo­bei:

a.
das Er­w­erb­sein­kom­men, das die ver­si­cher­te Per­son durch die Tei­l­er­werbs­tä­tig­keit er­zie­len könn­te, wenn sie nicht in­va­lid ge­wor­den wä­re, auf ei­ne Voll-er­werbs­tä­tig­keit hoch­ge­rech­net wird;
b.
die pro­zen­tua­le Er­w­erb­sein­bus­se an­hand des Be­schäf­ti­gungs­grads, den die Per­son hät­te, wenn sie nicht in­va­lid ge­wor­den wä­re, ge­wich­tet wird.131

4 Für die Be­rech­nung des In­va­li­di­täts­grads in Be­zug auf die Be­tä­ti­gung im Auf­ga­ben­be­reich wird der pro­zen­tua­le An­teil der Ein­schrän­kun­gen bei der Be­tä­ti­gung im Auf­ga­ben­be­reich im Ver­gleich zur Si­tua­ti­on, wenn die ver­si­cher­te Per­son nicht in­va­lid ge­wor­den wä­re, er­mit­telt. Der An­teil wird an­hand der Dif­fe­renz zwi­schen dem Be­schäf­ti­gungs­grad nach Ab­satz 3 Buch­sta­be b und ei­ner Vol­l­er­werbs­tä­tig­keit ge­wich­tet.132

129Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 29. Nov. 1976 (AS 1976 2650). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Mai 2003, in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3859).

130 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 1. Dez. 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 7581). Sie­he auch die UeB die­ser Änd. am Schluss des Tex­tes.

131 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 1. Dez. 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 7581). Sie­he auch die UeB die­ser Änd. am Schluss des Tex­tes.

132 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 1. Dez. 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 7581). Sie­he auch die UeB die­ser Änd. am Schluss des Tex­tes.

II. Verschiedene Bestimmungen

Art. 28 Rente und Eingliederung  

1 ...133

2 ...134

3 Die Über­nah­me der Kos­ten für Un­ter­kunft und Ver­pfle­gung gilt beim Weg­fall der In­va­li­den­ren­te als über­wie­gend im Sin­ne von Ar­ti­kel 43 Ab­satz 2 IVG, wenn die Ver­si­che­rung wäh­rend min­des­tens fünf Ta­gen in der Wo­che für Un­ter­kunft und Ver­pfle­gung voll­stän­dig auf­kommt.135

133Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 28. Sept. 2007, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2008 (AS 20075155).

134Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 12. Sept. 1984, mit Wir­kung seit 1. Nov. 1984 (AS 1984 1186).

135Ein­ge­fügt durch Ziff. II 1 der V vom 5. April 1978, in Kraft seit 1. Jan. 1979 (AS 1978 420).

Art. 28bis136  

136Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 29. Ju­ni 1983 (AS 1983 912). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 21. Mai 2003, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3859).

Art. 29137  

137Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 29. Nov. 1976 (AS 1976 2650). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 28. Sept. 2007, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2008 (AS 20075155).

Art. 29bis Wiederaufleben der Invalidität nach Aufhebung der Rente 138  

Wur­de die Ren­te nach Ver­min­de­rung des In­va­li­di­täts­gra­des auf­ge­ho­ben, er­reicht die­ser je­doch in den fol­gen­den drei Jah­ren we­gen ei­ner auf das­sel­be Lei­den zu­rück­zu­füh­ren­den Ar­beits­un­fä­hig­keit er­neut ein ren­ten­be­grün­den­des Aus­mass, so wer­den bei der Be­rech­nung der War­te­zeit nach Ar­ti­kel 28 Ab­satz 1 Buch­sta­be b IVG frü­her zu­rück­ge­leg­te Zei­ten an­ge­rech­net.

138Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 29. Nov. 1976 (AS 1976 2650). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Sept. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 20075155).

Art. 29ter Unterbruch der Arbeitsunfähigkeit 139  

Ein we­sent­li­cher Un­ter­bruch der Ar­beits­un­fä­hig­keit im Sin­ne von Ar­ti­kel 28 Ab­satz 1 Buch­sta­be b IVG liegt vor, wenn die ver­si­cher­te Per­son an min­des­tens 30 auf­ein­an­der­fol­gen­den Ta­gen voll ar­beits­fä­hig war.

139Ur­sprüng­lich Art. 29. Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Sept. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 20075155).

Art. 29quater140  

140 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 28. Sept. 2007 (AS 20075155). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 16. Nov. 2011, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2012 (AS 20115679).

III. Übergangsleistung 141

141 Eingefügt durch Ziff. I der V vom 16. Nov. 2011, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 20115679).

Art. 30 Ausrichtung der Übergangsleistung 142  

1 Ei­ne Über­gangs­leis­tung wird aus­ge­rich­tet, wenn:

a.
die Prü­fung der IV-Stel­le er­gibt, dass die Vor­aus­set­zun­gen nach Ar­ti­kel 32 IVG er­füllt sind; und
b.
die ver­si­cher­te Per­son ein ärzt­li­ches At­test vor­legt, das:
1.
ih­re Ar­beits­un­fä­hig­keit von min­des­tens 50 Pro­zent be­stä­tigt, und
2.
ei­ne me­di­zi­ni­sche Pro­gno­se ent­hält, nach der die Ar­beits­un­fä­hig­keit wei­ter an­dau­ert.

2 Sind die Vor­aus­set­zun­gen nach Ar­ti­kel 32 IVG nicht mehr er­füllt, so er­lischt der An­spruch auf ei­ne Über­gangs­leis­tung am En­de des Mo­nats, in dem die IV-Stel­le die Auf­he­bung der Über­gangs­leis­tung ver­fügt.

142 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2011, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 20115679).

Art. 30bis143  

143Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 29. Nov. 1995 (AS 1996 691). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 21. Mai 2003, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3859).

Art. 31 Bestimmung der Übergangsleistung 144  

1 Die Über­gangs­leis­tung nach Ar­ti­kel 32 IVG ist ei­ner IV-Ren­te gleich­zu­stel­len. Die Ar­ti­kel 30, 36–40, 43, 47 und 50 IVG gel­ten sinn­ge­mä­ss.

2 Hat die ver­si­cher­te Per­son zu­sätz­lich zu ei­ner lau­fen­den IV-Ren­te An­spruch auf ei­ne Über­gangs­leis­tung, so wer­den die IV-Ren­te und die Über­gangs­leis­tung in Form ei­ner ein­zi­gen Leis­tung aus­ge­rich­tet.

144 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2011, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 20115679).

B. Die ordentlichen Renten

Art. 32 Ermittlung 145  

1 Die Ar­ti­kel 50–53bis AHVV146 gel­ten sinn­ge­mä­ss für die or­dent­li­chen Ren­ten der In­va­li­den­ver­si­che­rung.

2 Die Kür­zung der bei­den Ren­ten ei­nes Ehe­paa­res nach Ar­ti­kel 37 Ab­satz 1bis IVG rich­tet sich nach dem An­spruch des Ehe­gat­ten, wel­cher den hö­he­ren In­va­li­di­täts­grad auf­weist.

145Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 29. Nov. 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 691).

146SR 831.101

Art. 32bis Berechnungsgrundlagen bei Wiederaufleben der Invalidität 147  

Wird ein Ver­si­cher­ter, des­sen Ren­te we­gen ver­min­der­ter In­va­li­di­tät auf­ge­ho­ben wor­den ist, in­nert drei­er Jah­re in­fol­ge des­sel­ben Lei­dens er­neut ren­ten­be­rech­tigt (Art. 28 IVG), so blei­ben die Be­rech­nungs­grund­la­gen der frü­he­ren Ren­te mass­ge­bend, wenn sie für den Ver­si­cher­ten vor­teil­haf­ter sind. Hat des­sen Ehe­gat­te in die­ser Zeit einen An­spruch auf ei­ne Al­ters- oder In­va­li­den­ren­te er­wor­ben oder ist er ver­stor­ben, so ist Ar­ti­kel 29quin­quies AHVG148 an­wend­bar.

147Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 29. Ju­ni 1983, in Kraft seit 1. Jan. 1984 (AS 1983 912). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 29. Nov. 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 691).

148SR 831.10

Art. 33149  

149Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 28. Sept. 2007, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2008 (AS 20075155).

Art. 33bis Kürzung der Kinderrenten 150  

1 Die Kür­zung der Kin­der­ren­ten nach Ar­ti­kel 38bis IVG rich­tet sich nach Ar­ti­kel 54bis AHVV151.

2 Die Drei­vier­tels­ren­ten, hal­b­en Ren­ten und Vier­tels­ren­ten be­mes­sen sich nach dem Ver­hält­nis zur gan­zen Ren­te.

150Ein­ge­fügt durch Ziff. II 1 der V vom 11. Okt. 1972 (AS 1972 2507). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 22. Sept. 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 20064151).

151 SR 831.101

Art. 33ter Rentenvorausberechnungen 152  

1 Ist oder war ei­ne Per­son ver­si­chert, kann sie die In­va­li­den­ren­te un­ent­gelt­lich vor­aus­be­rech­nen las­sen.

2 Die Ar­ti­kel 59 und 60 AHVV153 sind an­wend­bar.

152 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 18. Sept. 2000, in Kraft seit 1. Jan. 2001 (AS 2000 2635).

153 SR 831.101

C. Die ausserordentlichen Renten

Art. 34154  

Für die Kür­zung der aus­ser­or­dent­li­chen Kin­der­ren­ten nach Ar­ti­kel 40 Ab­satz 2 IVG gilt Ar­ti­kel 54bis AHVV155 sinn­ge­mä­ss.

154Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 29. Nov. 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 691).

155SR 831.101

D. Die Hilflosenentschädigung

Art. 35 Entstehen und Erlöschen des Anspruchs 156157  

1 Der An­spruch auf ei­ne Hilflo­sen­ent­schä­di­gung ent­steht am ers­ten Tag des Mo­nats, in dem sämt­li­che An­spruchs­vor­aus­set­zun­gen er­füllt sind.

2 Än­dert sich in der Fol­ge der Grad der Hilf­lo­sig­keit in er­heb­li­cher Wei­se, so fin­den die Ar­ti­kel 87–88bis An­wen­dung. Fällt ei­ne der üb­ri­gen An­spruchs­vor­aus­set­zun­gen da­hin oder stirbt die an­spruchs­be­rech­tig­te Per­son, so er­lischt der An­spruch am En­de des be­tref­fen­den Mo­nats.158

3 ...159

156Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BRB vom 15. Jan. 1968 (AS 1968 43). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 29. Nov. 1976, in Kraft seit 1. Jan. 1977 (AS 1976 2650).

157 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Mai 2003, in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3859).

158 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Mai 2003, in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3859).

159 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 21. Mai 2003, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3859).

Art. 35bis Ausschluss des Anspruchs 160  

1 Ver­si­cher­te, wel­che das 18. Al­ters­jahr vollen­det ha­ben und sich zur Durch­füh­rung von Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men nach Ar­ti­kel 8 Ab­satz 3 IVG wäh­rend min­des­tens 24 Ta­gen im Ka­len­der­mo­nat in ei­ner In­sti­tu­ti­on auf­hal­ten, ha­ben für den be­tref­fen­den Ka­len­der­mo­nat kei­nen An­spruch auf die Hilflo­sen­ent­schä­di­gung. Vor­be­hal­ten bleibt Ab­satz 4.

2 Min­der­jäh­ri­ge Ver­si­cher­te, wel­che sich zur Durch­füh­rung von Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men nach Ar­ti­kel 8 Ab­satz 3 IVG in ei­ner In­sti­tu­ti­on auf­hal­ten, ha­ben für die­se Ta­ge kei­nen An­spruch auf ei­ne Hilflo­sen­ent­schä­di­gung. Vor­be­hal­ten blei­ben Ab­satz 4 und Ar­ti­kel 42­bis Ab­satz 4 IVG.161

2bis Min­der­jäh­ri­ge Ver­si­cher­te, die sich zu­las­ten ei­ner So­zi­al­ver­si­che­rung in ei­ner Heil­an­stalt auf­hal­ten und nach Ar­ti­kel 42­bis Ab­satz 4 IVG An­spruch auf ei­ne Hilflo­sen­ent­schä­di­gung ha­ben, müs­sen die in die­ser Be­stim­mung vor­ge­se­he­ne Be­stä­ti­gung der Heil­an­stalt bei der Rech­nungs­stel­lung der IV-Stel­le ein­rei­chen.162

2ter Min­der­jäh­ri­ge Ver­si­cher­te, wel­che die Kos­ten für den Heim­auf­ent­halt sel­ber tra­gen, be­hal­ten ih­ren An­spruch auf ei­ne Hilflo­sen­ent­schä­di­gung.163

3 Als Auf­ent­halt in ei­ner In­sti­tu­ti­on gel­ten die Ta­ge, für die die In­va­li­den­ver­si­che­rung die Kos­ten für den sta­tio­nären Auf­ent­halt in ei­ner In­sti­tu­ti­on über­nimmt.164

4 Von den Ein­schrän­kun­gen nach den Ab­sät­zen 1 und 2 nicht be­trof­fen sind Ent­schä­di­gun­gen, die für ei­ne Hilf­lo­sig­keit nach Ar­ti­kel 37 Ab­satz 3 Buch­sta­be d aus­ge­rich­tet wer­den.

5 ...165

160 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 21. Mai 2003, in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3859).

161 Fas­sung des zwei­ten Sat­zes ge­mä­ss Ziff. I 1 der V vom 7. Okt. 2020 über die Ver­bes­se­rung der Ver­ein­bar­keit von Er­werbs­tä­tig­keit und An­ge­hö­ri­gen­be­treu­ung, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 4545).

162 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 1 der V vom 7. Okt. 2020 über die Ver­bes­se­rung der Ver­ein­bar­keit von Er­werbs­tä­tig­keit und An­ge­hö­ri­gen­be­treu­ung, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 4545).

163 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 1 der V vom 7. Okt. 2020 über die Ver­bes­se­rung der Ver­ein­bar­keit von Er­werbs­tä­tig­keit und An­ge­hö­ri­gen­be­treu­ung, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 4545).

164 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 19. Sept. 2014, in Kraft seit 1. Jan. 2015 (AS 2014 3177).

165 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 28. Sept. 2007, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2008 (AS 20075155).

Art. 35ter Heim 166  

1 Als Heim im Sin­ne des Ge­set­zes gel­ten kol­lek­ti­ve Wohn­for­men, die der Be­treu­ung oder Pfle­ge der ver­si­cher­ten Per­son die­nen, so­fern die ver­si­cher­te Per­son:

a.
für den Be­trieb der kol­lek­ti­ven Wohn­form nicht die Ver­ant­wor­tung trägt;
b.
nicht frei ent­schei­den kann, wel­che Hil­fe­leis­tung sie in wel­cher Art, wann oder von wem er­hält; oder
c.
ei­ne pau­scha­le Ent­schä­di­gung für Pfle­ge- oder Be­treu­ungs­leis­tun­gen ent­rich­ten muss.

2 In­sti­tu­tio­nen nach Ar­ti­kel 3 Ab­satz 1 Buch­sta­be b des Bun­des­ge­setz vom 6. Ok­to­ber 2006167 über die In­sti­tu­tio­nen zur För­de­rung der Ein­glie­de­rung von in­va­li­den Per­so­nen (IFEG), die nach Ar­ti­kel 4 IFEG von ei­nem oder meh­re­ren Kan­to­nen an­er­kannt sind, gel­ten als Hei­me.

3 Wohn­grup­pen, die von ei­nem Heim nach Ab­satz 1 be­trie­ben wer­den und von die­sem Hil­fe­leis­tun­gen be­zie­hen, sind Hei­men gleich­ge­stellt.

4 Nicht als Heim gel­ten ins­be­son­de­re kol­lek­ti­ve Wohn­for­men, in de­nen die ver­si­cher­te Per­son:

a.
ih­re be­nö­tig­ten Leis­tun­gen be­züg­lich Pfle­ge und Be­treu­ung selbst be­stim­men und ein­kau­fen kann;
b.
ei­gen­ver­ant­wort­lich und selbst­be­stimmt le­ben kann; und
c.
die Wohn­ver­hält­nis­se selbst wäh­len und ge­stal­ten kann.

5 In­sti­tu­tio­nen, die der Heil­be­hand­lung die­nen, gel­ten nicht als Heim.

166 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 19. Sept. 2014, in Kraft seit 1. Jan. 2015 (AS 2014 3177).

167 SR 831.26

Art. 36 Besondere Leistungen für Minderjährige 168  

1 ...169

2 Min­der­jäh­ri­ge mit ei­nem An­spruch auf ei­ne Hilflo­sen­ent­schä­di­gung, die ei­ne in­ten­si­ve Be­treu­ung brau­chen und sich nicht in ei­nem Heim auf­hal­ten, ha­ben zu­sätz­lich zur Hilflo­sen­ent­schä­di­gung An­spruch auf einen In­ten­siv­pfle­ge­zu­schlag nach Ar­ti­kel 39. Tra­gen sie die Kos­ten für den Heim­auf­ent­halt sel­ber, so bleibt der An­spruch auf In­ten­siv­pfle­ge­zu­schlag be­ste­hen.170

3 ...171

168Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BRB vom 15. Jan. 1968 (AS 1968 43). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Mai 2003, in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3859).

169 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 16. Nov. 2011, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2012 (AS 20115679).

170 Zwei­ter Satz ein­ge­fügt durch Ziff. I 1 der V vom 7. Okt. 2020 über die Ver­bes­se­rung der Ver­ein­bar­keit von Er­werbs­tä­tig­keit und An­ge­hö­ri­gen­be­treu­ung, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 4545).

171 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 18. April 2012, mit Wir­kung seit 1. Ju­ni 2012 (AS 2012 2403).

Art. 37 Hilflosigkeit: Bemessung 172  

1 Die Hilf­lo­sig­keit gilt als schwer, wenn die ver­si­cher­te Per­son voll­stän­dig hilf­los ist. Dies ist der Fall, wenn sie in al­len all­täg­li­chen Le­bens­ver­rich­tun­gen re­gel­mäs­sig in er­heb­li­cher Wei­se auf die Hil­fe Drit­ter an­ge­wie­sen ist und über­dies der dau­ern­den Pfle­ge oder der per­sön­li­chen Über­wa­chung be­darf.

2 Die Hilf­lo­sig­keit gilt als mit­tel­schwer, wenn die ver­si­cher­te Per­son trotz der Ab­ga­be von Hilfs­mit­teln:

a.
in den meis­ten all­täg­li­chen Le­bens­ver­rich­tun­gen re­gel­mäs­sig in er­heb­li­cher Wei­se auf die Hil­fe Drit­ter an­ge­wie­sen ist;
b.
in min­des­tens zwei all­täg­li­chen Le­bens­ver­rich­tun­gen re­gel­mäs­sig in er­heb­li­cher Wei­se auf die Hil­fe Drit­ter an­ge­wie­sen ist und über­dies ei­ner dau­ern­den per­sön­li­chen Über­wa­chung be­darf; oder
c.
in min­des­tens zwei all­täg­li­chen Le­bens­ver­rich­tun­gen re­gel­mäs­sig in er­heb­li­cher Wei­se auf die Hil­fe Drit­ter und über­dies dau­ernd auf le­ben­sprak­ti­sche Be­glei­tung im Sin­ne von Ar­ti­kel 38 an­ge­wie­sen ist.

3 Die Hilf­lo­sig­keit gilt als leicht, wenn die ver­si­cher­te Per­son trotz der Ab­ga­be von Hilfs­mit­teln:

a.
in min­des­tens zwei all­täg­li­chen Le­bens­ver­rich­tun­gen re­gel­mäs­sig in er­heb­li­cher Wei­se auf die Hil­fe Drit­ter an­ge­wie­sen ist;
b.
ei­ner dau­ern­den per­sön­li­chen Über­wa­chung be­darf;
c.
ei­ner durch das Ge­bre­chen be­ding­ten stän­di­gen und be­son­ders auf­wen­di­gen Pfle­ge be­darf;
d.
we­gen ei­ner schwe­ren Sin­nes­schä­di­gung oder ei­nes schwe­ren kör­per­li­chen Ge­bre­chens nur dank re­gel­mäs­si­ger und er­heb­li­cher Dienst­leis­tun­gen Drit­ter ge­sell­schaft­li­che Kon­tak­te pfle­gen kann; oder
e.
dau­ernd auf le­ben­sprak­ti­sche Be­glei­tung im Sin­ne von Ar­ti­kel 38 an­ge­wie­sen ist.

4 Bei Min­der­jäh­ri­gen ist nur der Mehr­be­darf an Hil­fe­leis­tung und per­sön­li­cher über­wa­chung im Ver­gleich zu nicht be­hin­der­ten Min­der­jäh­ri­gen glei­chen Al­ters zu be­rück­sich­ti­gen.

172Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BRB vom 15. Jan. 1968 (AS 1968 43). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Mai 2003, in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3859).

Art. 38 Lebenspraktische Begleitung 173  

1 Ein Be­darf an le­ben­sprak­ti­scher Be­glei­tung im Sin­ne von Ar­ti­kel 42 Ab­satz 3 IVG liegt vor, wenn ei­ne voll­jäh­ri­ge ver­si­cher­te Per­son aus­ser­halb ei­nes Hei­mes lebt und in­fol­ge Be­ein­träch­ti­gung der Ge­sund­heit:

a.
oh­ne Be­glei­tung ei­ner Dritt­per­son nicht selbst­stän­dig woh­nen kann;
b.
für Ver­rich­tun­gen und Kon­tak­te aus­ser­halb der Woh­nung auf Be­glei­tung ei­ner Dritt­per­son an­ge­wie­sen ist; oder
c.
ernst­haft ge­fähr­det ist, sich dau­ernd von der Aus­sen­welt zu iso­lie­ren.

2 Ist le­dig­lich die psy­chi­sche Ge­sund­heit be­ein­träch­tigt, so muss für die An­nah­me ei­ner Hilf­lo­sig­keit gleich­zei­tig ein An­spruch auf min­des­tens ei­ne Vier­tels­ren­te be­ste­hen.

3 Zu be­rück­sich­ti­gen ist nur die le­ben­sprak­ti­sche Be­glei­tung, die re­gel­mäs­sig und im Zu­sam­men­hang mit ei­ner der Si­tua­tio­nen nach Ab­satz 1 er­for­der­lich ist. Nicht dar­un­ter fal­len ins­be­son­de­re Ver­tre­tungs- und Ver­wal­tungs­tä­tig­kei­ten im Rah­men von Mass­nah­men des Er­wach­se­nen­schut­zes nach den Ar­ti­keln 390–398 des Zi­vil­ge­setz­bu­ches174.175

173Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 11. Sept. 2002 (AS 2002 3721). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Mai 2003, in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3859).

174 SR 210

175 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 19. Sept. 2014, in Kraft seit 1. Jan. 2015 (AS 2014 3177).

Art. 39 Intensivpflegezuschlag 176  

1 Ei­ne in­ten­si­ve Be­treu­ung im Sin­ne von Ar­ti­kel 42ter Ab­satz 3 IVG liegt bei Min­der­jäh­ri­gen vor, wenn die­se im Ta­ges­durch­schnitt in­fol­ge Be­ein­träch­ti­gung der Ge­sund­heit zu­sätz­li­che Be­treu­ung von min­des­tens vier Stun­den be­nö­ti­gen.

2 An­re­chen­bar als Be­treu­ung ist der Mehr­be­darf an Be­hand­lungs- und Grund­pfle­ge im Ver­gleich zu nicht be­hin­der­ten Min­der­jäh­ri­gen glei­chen Al­ters. Nicht an­re­chen­bar ist der Zeit­auf­wand für ärzt­lich ver­ord­ne­te me­di­zi­ni­sche Mass­nah­men, wel­che durch me­di­zi­ni­sche Hilfs­per­so­nen vor­ge­nom­men wer­den, so­wie für päd­ago­gisch-the­ra­peu­ti­sche Mass­nah­men.

3 Be­darf ei­ne min­der­jäh­ri­ge Per­son in­fol­ge Be­ein­träch­ti­gung der Ge­sund­heit zu­sätz­lich ei­ner dau­ern­den Über­wa­chung, so kann die­se als Be­treu­ung von zwei Stun­den an­ge­rech­net wer­den. Ei­ne be­son­ders in­ten­si­ve be­hin­de­rungs­be­ding­te Über­wa­chung ist als Be­treu­ung von vier Stun­den an­re­chen­bar.

176Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 4. Dez. 2000 (AS 2001 89). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Mai 2003, in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3859).

E. Der Assistenzbeitrag177

177 Eingefügt durch Ziff. I der V vom 16. Nov. 2011, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 20115679). Siehe auch die UeB dieser Änd. am Schluss des Textes.

Art. 39a Minderjährige Versicherte  

Min­der­jäh­ri­ge Ver­si­cher­te ha­ben An­spruch auf einen As­sis­tenz­bei­trag, wenn sie die Vor­aus­set­zun­gen nach Ar­ti­kel 42qua­ter Ab­satz 1 Buch­sta­ben a und b IVG er­fül­len und:

a.
re­gel­mäs­sig die ob­li­ga­to­ri­sche Schu­le in ei­ner Re­gel­klas­se be­su­chen, ei­ne Be­rufs­aus­bil­dung auf dem re­gu­lä­ren Ar­beits­markt oder ei­ne an­de­re Aus­bil­dung auf Se­kun­dar­stu­fe II ab­sol­vie­ren;
b.
wäh­rend min­des­tens 10 Stun­den pro Wo­che ei­ne Er­werbs­tä­tig­keit auf dem re­gu­lä­ren Ar­beits­markt aus­üben; oder
c.
de­nen ein In­ten­siv­pfle­ge­zu­schlag für einen Pfle­ge- und Über­wa­chungs­be­darf nach Ar­ti­kel 42ter Ab­satz 3 IVG von min­des­tens 6 Stun­den pro Tag aus­ge­rich­tet wird.
Art. 39b Versicherte mit eingeschränkter Handlungsfähigkeit  

Voll­jäh­ri­ge Ver­si­cher­te mit ein­ge­schränk­ter Hand­lungs­fä­hig­keit ha­ben An­spruch auf den As­sis­tenz­bei­trag, wenn sie die Vor­aus­set­zun­gen von Ar­ti­kel 42qua­ter Ab­satz 1 Buch­sta­ben a und b IVG er­fül­len und:

a.
einen ei­ge­nen Haus­halt füh­ren;
b.
re­gel­mäs­sig ei­ne Be­rufs­aus­bil­dung auf dem re­gu­lä­ren Ar­beits­markt oder ei­ne Aus­bil­dung auf der Se­kun­dar­stu­fe II oder der Ter­ti­är­stu­fe ab­sol­vie­ren;
c.
wäh­rend min­des­tens 10 Stun­den pro Wo­che ei­ne Er­werbs­tä­tig­keit auf dem re­gu­lä­ren Ar­beits­markt aus­üben; oder
d.
bei Ein­tritt der Voll­jäh­rig­keit einen As­sis­tenz­bei­trag nach Ar­ti­kel 39a Buch­sta­be c be­zo­gen ha­ben.
Art. 39c Bereiche  

In den fol­gen­den Be­rei­chen kann Hil­fe­be­darf an­er­kannt wer­den:

a.
all­täg­li­che Le­bens­ver­rich­tun­gen;
b.
Haus­halts­füh­rung;
c.
ge­sell­schaft­li­che Teil­ha­be und Frei­zeit­ge­stal­tung;
d.
Er­zie­hung und Kin­der­be­treu­ung;
e.
Aus­übung ei­ner ge­mein­nüt­zi­gen oder eh­ren­amt­li­chen Tä­tig­keit;
f.
be­ruf­li­che Aus- und Wei­ter­bil­dung;
g.
Aus­übung ei­ner Er­werbs­tä­tig­keit auf dem re­gu­lä­ren Ar­beits­markt;
h.
Über­wa­chung wäh­rend des Ta­ges;
i.
Nacht­dienst.
Art. 39d Mindestanstellungsdauer  

Die ver­si­cher­te Per­son hat nur An­spruch auf einen As­sis­tenz­bei­trag, wenn ihr Hil­fe­be­darf zur An­stel­lung ei­ner oder meh­re­rer As­sis­tenz­per­so­nen für mehr als drei Mo­na­te führt.

Art. 39e Bestimmung des anerkannten Hilfebedarfs  

1 Die IV-Stel­le be­stimmt den an­er­kann­ten mo­nat­li­chen Hil­fe­be­darf in Stun­den.

2 Es gel­tendiefol­gen­den mo­nat­li­chen Höchst­an­sät­ze:

a.
für Hil­fe­leis­tun­gen in den Be­rei­chen nach Ar­ti­kel 39c Buch­sta­ben a–c pro all­täg­li­che Le­bens­ver­rich­tung, die bei der Fest­set­zung der Hilflo­sen­ent­schä­di­gung fest­ge­hal­ten wur­de:
1.
bei leich­ter Hilf­lo­sig­keit: 20 Stun­den,
2.
bei mitt­ler­er Hilf­lo­sig­keit: 30 Stun­den,
3.
bei schwe­rer Hilf­lo­sig­keit: 40 Stun­den;
b.
für Hil­fe­leis­tun­gen in den Be­rei­chen nach Ar­ti­kel 39c Buch­sta­ben d–g: ins­ge­samt 60 Stun­den;
c.
für die Über­wa­chung nach Ar­ti­kel 39c Buch­sta­be h: 120 Stun­den.

3 Für fol­gen­de Per­so­nen­grup­pen wird die nach Ab­satz 2 Buch­sta­be a zu be­rück­sich­ti­gen­de An­zahl all­täg­li­cher Le­bens­ver­rich­tun­gen wie folgt fest­ge­legt:

a.
bei ge­hör­lo­sen Per­so­nen, die blind oder hoch­gra­dig seh­schwach sind: sechs all­täg­li­che Le­bens­ver­rich­tun­gen;
b.
bei blin­den und hoch­gra­dig seh­schwa­chen Per­so­nen: drei all­täg­li­che Le­bens­ver­rich­tun­gen;
c.
bei ver­si­cher­ten Per­so­nen mit leich­ter Hilf­lo­sig­keit im Sin­ne von Ar­ti­kel 37 Ab­satz 3 Buch­sta­be b, c, d oder e: zwei all­täg­li­che Le­bens­ver­rich­tun­gen.

4 Die Höchst­an­sät­ze wer­den für je­den Tag und je­de Nacht, die die ver­si­cher­te Per­son pro Wo­che in ei­ner In­sti­tu­ti­on ver­bringt, um 10 Pro­zent ge­kürzt.

Art. 39f Höhe des Assistenzbeitrages 178  

1 Der As­sis­tenz­bei­trag be­trägt Fr. 33.50 pro Stun­de.

2 Muss die As­sis­tenz­per­son für die be­nö­tig­ten Hil­fe­leis­tun­gen in den Be­rei­chen nach Ar­ti­kel 39c Buch­sta­ben e–g über be­son­de­re Qua­li­fi­ka­tio­nen ver­fü­gen, so be­trägt der As­sis­tenz­bei­trag Fr. 50.20 pro Stun­de.

3 Die IV-Stel­le legt den As­sis­tenz­bei­trag für den Nacht­dienst nach In­ten­si­tät der zu er­brin­gen­den Hil­fe­leis­tung fest. Er be­trägt höchs­tens Fr. 89.30 pro Nacht.

4 Für die An­pas­sung der Be­trä­ge nach den Ab­sät­zen 1–3 an die Lohn- und Preis­ent­wick­lung ist Ar­ti­kel 33ter AHVG179 sinn­ge­mä­ss an­wend­bar.

178 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 14. Okt. 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 4615).

179 SR 831.10

Art. 39g Berechnung des Assistenzbeitrages  

1 Die IV-Stel­le be­rech­net die Hö­he des As­sis­tenz­bei­tra­ges pro Mo­nat und pro Jahr.

2 Der As­sis­tenz­bei­trag pro Jahr be­trägt:

a.
das Zwölf­fa­che des As­sis­tenz­bei­trags pro Mo­nat;
b.
das Elf­fa­che des As­sis­tenz­bei­trags pro Mo­nat, wenn:
1.
die ver­si­cher­te Per­son mit der Per­son, mit der sie ver­hei­ra­tet ist oder in ein­ge­tra­ge­ner Part­ner­schaft lebt oder ei­ne fak­ti­sche Le­bens­ge­mein­schaft führt oder in ge­ra­der Li­nie ver­wandt ist, im sel­ben Haus­halt lebt, und
2.
die Per­son, mit der sie im sel­ben Haus­halt lebt, voll­jäh­rig ist und sel­ber kei­ne Hilflo­sen­ent­schä­di­gung be­zieht.
Art. 39h Verhinderung an der Erbringung der Arbeitsleistung  

1 Ist die As­sis­tenz­per­son aus Grün­den, die in ih­rer Per­son lie­gen, oh­ne ihr Ver­schul­den am Er­brin­gen der Ar­beits­leis­tung ver­hin­dert, so wird der As­sis­tenz­bei­trag für die Dau­er des Lohn­an­spruchs nach Ar­ti­kel 324a des Ob­li­ga­tio­nen­rechts180 wei­ter ent­rich­tet, je­doch wäh­rend höchs­tens drei Mo­na­ten; die als Aus­gleich für die wirt­schaft­li­chen Fol­gen die­ser Ar­beits­ver­hin­de­rung aus­ge­rich­te­ten Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen wer­den ab­ge­zo­gen.

2 Ist die As­sis­tenz­per­son aus Grün­den, die in der ver­si­cher­ten Per­son lie­gen, am Er­brin­gen der Ar­beits­leis­tung ver­hin­dert, so wird der As­sis­tenz­bei­trag wäh­rend höchs­tens drei Mo­na­ten wei­ter ent­rich­tet; der jähr­li­che As­sis­tenz­bei­trag darf nicht über­schrit­ten wer­den.

180 SR 220

Art. 39i Rechnungsstellung  

1 Die ver­si­cher­te Per­son hat der IV-Stel­le mo­nat­lich ei­ne Rech­nung ein­zu­rei­chen.

2 Ge­gen­stand der Rech­nung sind die von der As­sis­tenz­per­son tat­säch­lich ge­leis­te­ten so­wie die in An­wen­dung von Ar­ti­kel 39h ver­rech­ne­ten Ar­beits­stun­den.

3 Der mo­nat­lich in Rech­nung ge­stell­te Be­trag darf den As­sis­tenz­bei­trag pro Mo­nat um höchs­tens 50 Pro­zent über­schrei­ten, so­lan­ge der As­sis­tenz­bei­trag pro Jahr nach Ar­ti­kel 39g Ab­satz 2 nicht über­schrit­ten wird.

4 Bei Ver­si­cher­ten mit leich­ter Hilf­lo­sig­keit darf der As­sis­tenz­bei­trag pro Mo­nat bei ei­ner ärzt­lich at­tes­tier­ten Akut­pha­se wäh­rend höchs­tens drei auf­ein­an­der fol­gen­den Mo­na­ten um mehr als 50 Pro­zent über­schrit­ten wer­den. Die mo­nat­li­chen Höchst­an­sät­ze nach Ar­ti­kel 39e Ab­satz 2 dür­fen nicht über­schrit­ten wer­den.

Art. 39j Beratung 181  

1 Die IV-Stel­le berät die ver­si­cher­te Per­so­nen zu Fra­gen des As­sis­tenz­bei­tra­ges nach den Ar­ti­keln 42qua­ter bis 42oc­ties IVG. Sie kann für die Be­ra­tung Dritt­per­so­nen be­auf­tra­gen, die sie selbst oder auf Emp­feh­lung der ver­si­cher­ten Per­son aus­wählt.

2 Er­brin­gen Dritt­per­so­nen die Be­ra­tungs­leis­tung, so kann die IV-Stel­le die Leis­tun­gen wie folgt ge­wäh­ren:

a.
nach der An­mel­dung für den As­sis­tenz­bei­trag: wäh­rend 6 Mo­na­ten; und
b.
ab der Zu­spra­che des As­sis­tenz­bei­tra­ges: wäh­rend 18 Mo­na­ten.

3 Der Bei­trag für Be­ra­tung durch Dritt­per­so­nen be­trägt höchs­tens 75 Fran­ken pro Stun­de. Ins­ge­samt be­zahlt die Ver­si­che­rung höchs­tens 1500 Fran­ken.

181 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 19. Sept. 2014, in Kraft seit 1. Jan. 2015 (AS 2014 3177).

F. Das Verhältnis zur Unfallversicherung und zur Militärversicherung 182183

182Ursprünglich: E. Eingefügt durch Ziff. I des BRB vom 1. Jan. 1968, in Kraft seit 1. Jan. 1968 (AS 1968 43).

183Fassung gemäss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2011, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 20115679).

Art. 39k184  

1 Hat der Ver­si­cher­te An­spruch auf ei­ne Hilflo­sen­ent­schä­di­gung der IV und ent­steht spä­ter An­spruch auf ei­ne Hilflo­sen­ent­schä­di­gung der Un­fall­ver­si­che­rung, so über­weist die Aus­gleichs­kas­se die Hilflo­sen­ent­schä­di­gung der IV dem leis­tungs­pflich­ti­gen Un­fall­ver­si­che­rer. Hilflo­sen­ent­schä­di­gun­gen für Min­der­jäh­ri­ge wer­den durch die Zen­tra­le Aus­gleichs­stel­le über­wie­sen.185

2 Hat der Ver­si­cher­te An­spruch auf ei­ne Hilflo­sen­ent­schä­di­gung der Un­fall­ver­si­che­rung und wird die­se aus un­fall­frem­den Grün­den spä­ter er­höht, so über­weist die Aus­gleichs­kas­se dem leis­tungs­pflich­ti­gen Un­fall­ver­si­che­rer den Be­trag der Hilflo­se­nent­schä­di­gung, den die IV dem Ver­si­cher­ten aus­rich­ten wür­de, wenn er kei­nen Un­fall er­lit­ten hät­te. Hilflo­sen­ent­schä­di­gun­gen für Min­der­jäh­ri­ge wer­den durch die Zen­tra­le Aus­gleichs­stel­le über­wie­sen.186

3 Der Ver­si­cher­te, dem ein Tag­geld oder ei­ne Ren­te der Mi­li­tär­ver­si­che­rung für die Dau­er von Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men zu­steht, hat kei­nen An­spruch auf das Tag­geld der IV.187

184 Ur­sprüng­lich: Art. 39bis.

185 Satz ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 28. Jan. 2004, in Kraft seit 1. März 2004 (AS 2004 743).

186 Satz ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 28. Jan. 2004, in Kraft seit 1. März 2004 (AS 2004 743).

187 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. Sept. 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3721).

Art. 39ter188  

188Ein­ge­fügt durch Ziff. II 1 der V vom 5. April 1978 (AS 1978 420). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 11. Sept. 2002, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3721).

Vierter Abschnitt: Die Organisation

A. Die IV‑Stellen189

189Fassung gemäss Ziff. I der V vom 15. Juni 1992, in Kraft seit 1. Juli 1992 (AS 1992 1251).

I. Zuständigkeit

Art. 40  

1 Zu­stän­dig zur Ent­ge­gen­nah­me und Prü­fung der An­mel­dun­gen ist:

a.
die IV-Stel­le, in de­ren Tä­tig­keits­ge­biet die Ver­si­cher­ten ih­ren Wohn­sitz ha­ben;
b.190
für Ver­si­cher­te, die ih­ren Wohn­sitz im Aus­land ha­ben, un­ter Vor­be­halt der Ab­sät­ze 2 und 2bis die IV-Stel­le für Ver­si­cher­te im Aus­land.

2 Zu­stän­dig zur Ent­ge­gen­nah­me und Prü­fung der An­mel­dun­gen von Grenz­gän­gern ist die IV-Stel­le, in de­ren Tä­tig­keits­ge­biet der Grenz­gän­ger ei­ne Er­werbs­tä­tig­keit aus­übt. Dies gilt auch für ehe­ma­li­ge Grenz­gän­ger, so­fern sie bei der An­mel­dung ih­ren or­dent­li­chen Wohn­sitz noch in der be­nach­bar­ten Grenz­zo­ne ha­ben und der Ge­sund­heits­scha­den auf die Zeit ih­rer Tä­tig­keit als Grenz­gän­ger zu­rück­geht. Die Ver­fü­gun­gen wer­den von der IV-Stel­le für Ver­si­cher­te im Aus­land er­las­sen.

2bis Für Ver­si­cher­te, die ih­ren Wohn­sitz im Aus­land, ih­ren ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt (Art. 13 Abs. 2 ATSG) aber in der Schweiz ha­ben, ist für die Ent­ge­gen­nah­me und Prü­fung der An­mel­dun­gen die IV-Stel­le zu­stän­dig, in de­ren Tä­tig­keits­ge­biet die ver­si­cher­te Per­son ih­ren ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt hat. Gibt die ver­si­cher­te Per­son wäh­rend des Ver­fah­rens ih­ren ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt in der Schweiz auf, so geht die Zu­stän­dig­keit auf die IV-Stel­le für Ver­si­cher­te im Aus­land über.191

2ter Ver­legt ei­ne ver­si­cher­te Per­son, die ih­ren Wohn­sitz im Aus­land hat, wäh­rend des Ver­fah­rens ih­ren ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt oder ih­ren Wohn­sitz in die Schweiz, so geht die Zu­stän­dig­keit auf die IV-Stel­le über, in de­ren Tä­tig­keits­be­reich die ver­si­cher­te Per­son ih­ren ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt oder ih­ren Wohn­sitz nach Ab­satz 1 Buch­sta­be a hat.192

2qua­ter Ver­legt ei­ne ver­si­cher­te Per­son, die ih­ren Wohn­sitz in der Schweiz hat, wäh­rend des Ver­fah­rens ih­ren Wohn­sitz ins Aus­land, so geht die Zu­stän­dig­keit auf die IV-Stel­le für Ver­si­cher­te im Aus­land über.193

3 Die ein­mal be­grün­de­te Zu­stän­dig­keit der IV-Stel­le bleibt un­ter Vor­be­halt der Ab­sät­ze 2bis–2qua­ter im Ver­lau­fe des Ver­fah­rens er­hal­ten.194

4 Ist die Zu­stän­dig­keit strei­tig, so be­stimmt das Bun­des­amt die zu­stän­di­ge IV-Stel­le.

190 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2011, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 20115679).

191 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 16. Nov. 2011, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 20115679).

192 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 16. Nov. 2011, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 20115679).

193 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 16. Nov. 2011, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 20115679).

194 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2011, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 20115679).

II. Aufgaben

Art. 41  

1 Die IV-Stel­le hat über die im Ge­setz und in die­ser Ver­ord­nung ge­nann­ten Auf­ga­ben hin­aus na­ment­lich noch fol­gen­de:195

a.196
die Ent­ge­gen­nah­me, Über­prü­fung und Re­gis­trie­rung der Mel­dun­gen nach Ar­ti­kel 3b IVG und der An­mel­dun­gen nach Ar­ti­kel 29 ATSG;
b.197
die Ent­ge­gen­nah­me der mit dem Leis­tungs­an­spruch in Zu­sam­men­hang ste­hen­den Mel­dun­gen nach Ar­ti­kel 77;
c.198
die un­ver­züg­li­che Wei­ter­lei­tung von Mel­dun­gen über An­sprü­che auf lau­fen­de Tag­gel­der, Ren­ten und Hilflo­sen­ent­schä­di­gun­gen für Voll­jäh­ri­ge an die zu­stän­di­ge Aus­gleichs­kas­se;
d.199
den Er­lass der Mit­tei­lun­gen, Vor­be­schei­de und Ver­fü­gun­gen so­wie die da­mit zu­sam­men­hän­gen­de Kor­re­spon­denz;
e.200
die Er­stel­lung des Ein­glie­de­rungs­plans nach Ar­ti­kel 70 Ab­satz 2 so­wie die Über­wa­chung der Durch­füh­rung an­ge­ord­ne­ter Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men;
f.201
die Be­ra­tung und die In­for­ma­ti­on der Ar­beit­ge­ber und der be­han­deln­den Ärz­te be­züg­lich der Ein­glie­de­rung be­trof­fe­ner Ver­si­cher­ter und da­mit ver­bun­de­ner so­zi­al­ver­si­che­rungs­recht­li­cher Fra­gen;
fbis.202
die fal­lu­n­ab­hän­gi­ge Be­ra­tung, Be­glei­tung und Schu­lung von Ar­beit­ge­bern;
fter.203
die Be­ra­tung und die In­for­ma­ti­on von in­vol­vier­ten Fach­per­so­nen aus Schu­le und Aus­bil­dung;
g.204
die Aus­kunft­s­er­tei­lung nach Ar­ti­kel 27 ATSG;
h.
die Auf­be­wah­rung der IV-Ak­ten;
i.205
die Stel­lung­nah­me in Be­schwer­de­fäl­len und die Er­he­bung von Be­schwer­den beim Bun­des­ge­richt;
k.206
die Be­mes­sung der In­va­li­di­tät von Per­so­nen, die ei­ne Er­gän­zungs­leis­tung nach Ar­ti­kel 2cBuch­sta­be b207 des BG vom 19. März 1965208 über Er­gän­zungs­leis­tun­gen zur Al­ters-, Hin­ter­las­se­nen- und In­va­li­den­ver­si­che­rung be­an­spru­chen;
l.209
den Ab­schluss von Ver­trä­gen nach Ar­ti­kel 27 IVG für Mass­nah­men nach den Ar­ti­keln 14a, 15, 16, 17 und 18 IVG am Ort der stän­di­gen Ein­rich­tung oder der Be­rufs­aus­übung des Leis­tungs­er­brin­gers.

2 ...210

3 ...211

195Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 29. Nov. 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 691).

196 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Sept. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 20075155).

197 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Sept. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 20075155).

198 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Jan. 2004, in Kraft seit 1. März 2004 (AS 2004 743).

199 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 26. April 2006, in Kraft seit 1. Ju­li 2006 (AS 2006 2007).

200 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Sept. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 20075155).

201 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2011, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 20115679).

202 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 19. Sept. 2014, in Kraft seit 1. Jan. 2015 (AS 2014 3177).

203 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 19. Sept. 2014, in Kraft seit 1. Jan. 2015 (AS 2014 3177).

204 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Sept. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 20075155).

205 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 92 der V vom 8. Nov. 2006 über die An­pas­sung von Bun­des­rats­ver­ord­nun­gen an die To­tal­re­vi­si­on der Bun­des­rechts­pfle­ge, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 4705).

206Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 29. Nov. 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 691).

207 Heu­te: nach Art. 4 Abs. 1 Bst. d des BG vom 6. Okt. 2006 (SR 831.30).

208[AS 1965 537, 1971 32, 1972 2483Ziff. III, 1974 1589 Ziff. II, 1978 391 Ziff. II 2, 1985 2017, 1986 699, 1996 2466An­hang Ziff. 4, 1997 2952, 2000 2687, 2002 701Ziff. I 6 3371 An­hang Ziff. 9 3453, 2003 3837An­hang Ziff. 4, 2006 979Art. 2 Ziff. 8. AS 2007 6055Art. 35].

209 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 16. Nov. 2011, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 20115679).

210 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 19. Sept. 2014, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2015 (AS 2014 3177).

211 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 28. Sept. 2007, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2008 (AS 20075155).

III. Finanzielles

Art. 42  

Der Geld­ver­kehr der kan­to­na­len und der ge­mein­sa­men IV-Stel­len geht über die Aus­gleichs­kas­se des Kan­tons, in wel­chem die IV-Stel­le ih­ren Sitz hat.

IV. IV-Stelle für Versicherte im Ausland

Art. 43  

1 Un­ter der Be­zeich­nung «IV-Stel­le für Ver­si­cher­te im Aus­land» wird bei der Zen­tra­len Aus­gleichs­stel­le ei­ne be­son­de­re IV-Stel­le er­rich­tet.

2 Das Eid­ge­nös­si­sche Fi­nanz­de­par­te­ment er­lässt im Ein­ver­neh­men mit dem Eid­ge­nös­si­schen De­par­te­ment des In­nern und dem Eid­ge­nös­si­schen De­par­te­ment für aus­wär­ti­ge An­ge­le­gen­hei­ten die er­for­der­li­chen or­ga­ni­sa­to­ri­schen Vor­schrif­ten.

B. Die Ausgleichskassen212

212Ursprünglich nach Art. 42. Fassung gemäss Ziff. I der V vom 15. Juni 1992, in Kraft seit 1. Juli 1992 (AS 1992 1251).

Art. 44 Zuständigkeit 213  

Für die Zu­stän­dig­keit der Aus­gleichs­kas­sen für die Be­rech­nung und Aus­zah­lung von Ren­ten, Tag­gel­dern und Hilflo­sen­ent­schä­di­gun­gen für Voll­jäh­ri­ge sind die Ar­ti­kel 122–125bis AHVV214 sinn­ge­mä­ss an­wend­bar.

213 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Jan. 2004, in Kraft seit 1. März 2004 (AS 2004 743).

214 SR 831.101

Art. 45 Kassenwechsel  

1 Für den Wech­sel der für die Be­rech­nung und Aus­zah­lung von Tag­gel­dern, Ren­ten und Hilflo­sen­ent­schä­di­gun­gen für Voll­jäh­ri­ge zu­stän­di­gen Aus­gleichs­kas­se ist Ar­ti­kel 125 AHVV215 sinn­ge­mä­ss an­wend­bar.216

2 Wird ei­ne Ren­te der In­va­li­den­ver­si­che­rung durch ei­ne sol­che der Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung ab­ge­löst, so geht auch die Zu­stän­dig­keit für die Fest­set­zung der Leis­tun­gen und für den Er­lass von Ver­fü­gun­gen von der IV-Stel­le auf die Aus­gleichs­kas­se über, wel­che bis­her für die Ren­ten­aus­zah­lung zu­stän­dig war.

215 SR 831.101

216 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Jan. 2004, in Kraft seit 1. März 2004 (AS 2004 743).

Art. 46 Streitigkeiten über die Zuständigkeit  

Ist die Zu­stän­dig­keit strei­tig, so be­stimmt das Bun­des­amt die zu­stän­di­ge Aus­gleichs­kas­se.

C. Regionale ärztliche Dienste 217

217 Eingefügt durch Ziff. I der V vom 21. Mai 2003, in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3859).

Art. 47 Regionen 218  

1 Es wer­den acht bis zwölf re­gio­na­le ärzt­li­che Diens­te ein­ge­rich­tet, von de­nen je­der ein be­züg­lich Ein­wohner­zahl ver­gleich­ba­res Ein­zugs­ge­biet ab­deckt. Das Bun­des­amt kann in be­grün­de­ten Fäl­len Aus­nah­men be­wil­li­gen.

2 Die Kan­to­ne un­ter­brei­ten dem Bun­des­amt ih­re Vor­schlä­ge zur Bil­dung der Re­gio­nen. Die­ses legt die Re­gio­nen fest.

3 Die IV-Stel­len der Re­gio­nen er­rich­ten und be­trei­ben die re­gio­na­len ärzt­li­chen Diens­te ge­mein­sam. ...219

218 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 15. Ju­ni 1992 (AS 1992 1251). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Mai 2003, in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3859).

219 Zwei­ter Satz auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 16. Nov. 2011, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2012 (AS 20115679).

Art. 48 Fachdisziplinen 220  

In den re­gio­na­len ärzt­li­chen Diens­ten sind ins­be­son­de­re die Fach­dis­zi­pli­nen In­ne­re oder All­ge­mei­ne Me­di­zin, Or­tho­pä­die, Rheu­ma­to­lo­gie, Päd­ia­trie und Psych­ia­trie ver­tre­ten.

220 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 15. Ju­ni 1992 (AS 1992 1251). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Mai 2003, in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3859).

Art. 49 Aufgaben 221  

1 Die re­gio­na­len ärzt­li­chen Diens­te be­ur­tei­len die me­di­zi­ni­schen Vor­aus­set­zun­gen des Leis­tungs­an­spruchs. Die ge­eig­ne­ten Prüf­me­tho­den kön­nen sie im Rah­men ih­rer me­di­zi­ni­schen Fach­kom­pe­tenz und der all­ge­mei­nen fach­li­chen Wei­sun­gen des Bun­des­am­tes frei wäh­len.

2 Die re­gio­na­len ärzt­li­chen Diens­te kön­nen bei Be­darf sel­ber ärzt­li­che Un­ter­su­chun­gen von Ver­si­cher­ten durch­füh­ren. Sie hal­ten die Un­ter­su­chungs­er­geb­nis­se schrift­lich fest.

3 Sie ste­hen den IV-Stel­len der Re­gi­on be­ra­tend zur Ver­fü­gung.

221 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 15. Ju­ni 1992 (AS 1992 1251). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Sept. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 20075155).

D. Aufsicht 222

222 Eingefügt durch Ziff. I der V vom 28. Sept. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 20075155).

Art. 50 Fachliche Aufsicht 223  

1 Das Bun­des­amt kann im Rah­men der Über­prü­fun­gen nach Ar­ti­kel 64a Ab­satz 1 Buch­sta­be a IVG Mass­nah­men für die IV-Stel­len und die re­gio­na­len ärzt­li­chen Diens­te ver­lan­gen oder an­ord­nen, um die not­wen­di­gen Op­ti­mie­run­gen vor­zu­neh­men.

2 Die IV-Stel­len und die re­gio­na­len ärzt­li­chen Diens­te ha­ben dem Bun­des­amt nach des­sen Wei­sun­gen über die Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben pe­ri­odisch Be­richt zu er­stat­ten.

3 Das Bun­des­amt kann, nach An­hö­rung der IV-Stel­len, Vor­ga­ben für die Aus- und Wei­ter­bil­dung des Fach­per­so­nals der IV-Stel­len und der re­gio­na­len ärzt­li­chen Diens­te ma­chen. Es stellt die ent­spre­chen­de Aus- und Wei­ter­bil­dung si­cher.

223 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 15. Ju­ni 1992 (AS 1992 1251). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Sept. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 20075155).

Art. 51 Administrative Aufsicht 224  

Das Bun­des­amt kann im Rah­men der Über­prü­fun­gen der Ein­hal­tung der vor­ge­ge­be­nen Kri­te­ri­en be­züg­lich Wirk­sam­keit, Qua­li­tät und Ein­heit­lich­keit nach Ar­ti­kel 64a Ab­satz 2 IVG Mass­nah­men für die kan­to­na­len IV-Stel­len und die re­gio­na­len ärzt­li­chen Diens­te ver­lan­gen oder an­ord­nen, um die not­wen­di­gen Op­ti­mie­run­gen vor­zu­neh­men.

224 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 15. Ju­ni 1992 (AS 1992 1251). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Sept. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 20075155).

Art. 52 Zielvereinbarungen 225  

1 Um die Wirk­sam­keit, Qua­li­tät und Ein­heit­lich­keit der Er­fül­lung der Auf­ga­ben nach den Ar­ti­keln 57 und 59 Ab­satz 2 IVG si­cher­zu­stel­len, schliesst das Bun­des­amt mit je­der kan­to­na­len IV-Stel­le ei­ne Ziel­ver­ein­ba­rung ab. In der Ver­ein­ba­rung wird ins­be­son­de­re die zu er­rei­chen­de Wir­kung und Qua­li­tät fest­ge­legt und die Be­richt­er­stat­tung ge­re­gelt.

2 Un­ter­zeich­net ei­ne kan­to­na­le IV-Stel­le die vor­ge­schla­ge­ne Ver­ein­ba­rung nicht, so er­lässt das Bun­des­amt Wei­sun­gen, um die Wirk­sam­keit, Qua­li­tät und Ein­heit­lich­keit der Er­fül­lung der Auf­ga­ben si­cher­zu­stel­len.

3 Das Bun­des­amt stellt den kan­to­na­len IV-Stel­len die zur Ziel­er­rei­chung not­wen­di­gen Kenn­zah­len zur Ver­fü­gung.

225 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 15. Ju­ni 1992 (AS 1992 1251). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Sept. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 20075155).

Art. 53 Finanzielle Aufsicht 226  

1 Das Bun­des­amt übt die fi­nan­zi­el­le Auf­sicht über die kan­to­na­len IV-Stel­len durch die Ge­neh­mi­gung der Stel­len­plä­ne, des Vor­an­schla­ges und der Jah­res­rech­nung aus.

2 Die Aus­gleichs­kas­se stellt dem Bun­des­amt die für die Ge­neh­mi­gung des Vor­an­schla­ges und der Jah­res­rech­nung der kan­to­na­len IV-Stel­le er­for­der­li­chen Un­ter­la­gen zur Ver­fü­gung.

3 Für die fi­nan­zi­el­le Auf­sicht über die IV-Stel­le für Ver­si­cher­te im Aus­land gilt Ar­ti­kel 43 Ab­satz 2.

226 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 15. Ju­ni 1992 (AS 1992 1251). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Sept. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 20075155).

Art. 54 Rechnungsführung und Revision 227  

1 Die Rech­nung wird durch die Aus­gleichs­kas­se des Kan­tons ge­führt, in dem die IV-Stel­le ih­ren Sitz hat. Die Rech­nung der IV-Stel­le für Ver­si­cher­te im Aus­land wird durch die Schwei­ze­ri­sche Aus­gleichs­kas­se ge­führt.

2 Die Aus­gleichs­kas­se führt für die IV-Stel­le ei­ne ei­ge­ne Rech­nung. Dar­in sind die Bei­trä­ge und Leis­tun­gen der Ver­si­che­rung ei­ner­seits und die ad­mi­nis­tra­ti­ven Durch­füh­rungs­kos­ten der IV-Stel­le nach Ar­ti­kel 67 Ab­satz 1 Buch­sta­be a IVG an­de­rer­seits ge­trennt zu ver­bu­chen. Das Bun­des­amt er­lässt da­zu Wei­sun­gen.

3 Für die Re­vi­si­on der Rech­nungs­füh­rung der IV-Stel­len sind die Ar­ti­kel 159, 160 und 164–170 AHVV228 sinn­ge­mä­ss an­wend­bar. In Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 160 Ab­satz 2 AHVV er­folgt die Über­prü­fung der ma­te­ri­el­len Rechts­an­wen­dung im Rah­men von Ar­ti­kel 64a Ab­satz 1 Buch­sta­be a IVG durch das Bun­des­amt.

227 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 15. Ju­ni 1992 (AS 1992 1251). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Sept. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 20075155).

228 SR 831.101

Art. 55 Kostenvergütung 229  

1 Das Bun­des­amt ent­schei­det über die zu ver­gü­ten­den Kos­ten nach Ar­ti­kel 67 Ab­satz 1 Buch­sta­be a IVG.

2 Die Aus­gleichs­kas­se wird für Auf­ga­ben, die sie für die IV wahr­nimmt, ent­schä­digt.

229 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 15. Ju­ni 1992 (AS 1992 1251). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Sept. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 20075155).

Art. 56 Betriebsräume für die Durchführungsorgane 230  

Das Bun­des­amt be­auf­tragt die Com­pens­wiss (Aus­gleichs­fonds AHV/IV/EO), Be­triebs­räu­me für die Durch­füh­rungs­or­ga­ne der In­va­li­den­ver­si­che­rung zu­las­ten der lau­fen­den IV-Rech­nung zu er­wer­ben oder zu er­stel­len, so­fern sich da­mit län­ger­fris­tig Ein­spa­run­gen bei den Be­triebs­kos­ten er­ge­ben. Die­se Be­triebs­räu­me stel­len Be­triebs­ver­mö­gen der In­va­li­den­ver­si­che­rung dar.

230 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 30. Nov. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 5083).

Art. 57 Verwaltungskosten der Ausgleichskassen 231  

1 Die Aus­gleichs­kas­sen er­he­ben von den Ar­beit­ge­bern, selb­stän­di­g­er­wer­ben­den und nich­t­er­werbs­tä­ti­gen Ver­si­cher­ten Ver­wal­tungs­kos­ten­bei­trä­ge; es gel­ten die glei­chen An­sät­ze wie in der Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung.

2 All­fäl­li­ge Zu­schüs­se an die Ver­wal­tungs­kos­ten der Aus­gleichs­kas­sen aus dem Aus­gleichs­fonds wer­den durch das De­par­te­ment fest­ge­setzt.

231 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 15. Ju­ni 1992 (AS 1992 1251). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Sept. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 20075155).

Art. 58–64232  

232 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 15. Ju­ni 1992, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 1992 (AS 1992 1251).

Fünfter Abschnitt: Das Verfahren

A. Die Anmeldung

Art. 65 Anmeldeformular und Beilagen  

1 Wer auf Leis­tun­gen der Ver­si­che­rung An­spruch er­hebt, hat sich mit ei­nem amt­li­chen For­mu­lar an­zu­mel­den.233

2 Das An­mel­de­for­mu­lar kann bei den vom Bun­des­amt be­zeich­ne­ten Stel­len un­ent­gelt­lich be­zo­gen wer­den.

3 Der An­mel­dung sind der Ver­si­che­rungs­aus­weis des Ver­si­cher­ten und ge­ge­be­nen­falls sei­ner Ehe­frau, all­fäl­li­ge Mar­ken­bü­cher und ein Per­so­nal­aus­weis bei­zu­le­gen.234

233Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Sept. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 20075155).

234Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 29. Nov. 1976, in Kraft seit 1. Jan. 1977 (AS 1976 2650).

Art. 66 Legitimation 235  

1 Be­fugt zur Gel­tend­ma­chung des An­spruchs sind der Ver­si­cher­te, sein ge­setz­li­cher Ver­tre­ter so­wie Be­hör­den oder Drit­te, die den Ver­si­cher­ten re­gel­mäs­sig un­ter­stüt­zen oder dau­ernd be­treu­en.

1bis Wird der An­spruch nicht durch die ver­si­cher­te Per­son gel­tend ge­macht, so hat die­se die in der An­mel­dung er­wähn­ten Per­so­nen und Stel­len zu er­mäch­ti­gen, den Or­ga­nen der IV al­le Aus­künf­te zu er­tei­len und al­le Un­ter­la­gen zur Ver­fü­gung zu stel­len, die für die Ab­klä­rung von Leis­tungs- und Re­gress­an­sprü­chen er­for­der­lich sind (Art. 6a Abs. 1 IVG).236

2 Ist die ver­si­cher­te Per­son ur­teil­s­un­fä­hig, so er­teilt ih­re ge­setz­li­che Ver­tre­tung mit der Un­ter­zeich­nung der An­mel­dung die Er­mäch­ti­gung nach Ar­ti­kel 6a Ab­satz 1 IVG.237

235Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 29. Ju­ni 1983, in Kraft seit 1. Jan. 1984 (AS 1983 912). Die­se Än­de­rung er­setzt je­ne ge­mä­ss Art. 144 der V vom 20. Dez. 1982 über die Un­fall­ver­si­che­rung (SR 832.202).

236 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 28. Sept. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 20075155).

237 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Sept. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 20075155).

Art. 67 Einreichungsort 238  

1 Die An­mel­dung ist bei der nach Ar­ti­kel 40 zu­stän­di­gen IV-Stel­le ein­zu­rei­chen.

2 Die Aus­gleichs­kas­sen sind be­fugt, An­mel­dun­gen ent­ge­gen­zu­neh­men. Sie ha­ben das Da­tum der Ein­rei­chung fest­zu­hal­ten und die An­mel­dung oh­ne Ver­zug an die zu­stän­di­ge IV-Stel­le wei­ter­zu­lei­ten.

3 Die An­mel­dung kann ei­ner öf­fent­li­chen oder pri­va­ten Stel­le der In­va­li­den­hil­fe zur Wei­ter­lei­tung an die zu­stän­di­ge IV-Stel­le über­ge­ben wer­den.

238Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 15. Ju­ni 1992 , in Kraft seit 1. Ju­li 1992 (AS 1992 1251).

Art. 68 Publikationen 239  

Die kan­to­na­len und die ge­mein­sa­men IV-Stel­len ha­ben in Zu­sam­men­ar­beit mit den kan­to­na­len Aus­gleichs­kas­sen min­des­tens ein­mal jähr­lich durch Pu­bli­ka­tio­nen auf die Leis­tun­gen der Ver­si­che­rung, die An­spruchs­vor­aus­set­zun­gen und die An­mel­dung hin­zu­wei­sen.

239Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 15. Ju­ni 1992, in Kraft seit 1. Ju­li 1992 (AS 1992 1251).

B. Die Abklärung der Verhältnisse

Art. 69 Allgemeines 240  

1 Die IV-Stel­le prüft, nö­ti­gen­falls un­ter Mit­wir­kung der ge­mä­ss Ar­ti­kel 44 zu­stän­di­gen Aus­gleichs­kas­se, die ver­si­che­rungs­mäs­si­gen Vor­aus­set­zun­gen.

2 Sind die­se Vor­aus­set­zun­gen er­füllt, so be­schafft die IV-Stel­le die er­for­der­li­chen Un­ter­la­gen, ins­be­son­de­re über den Ge­sund­heits­zu­stand, die Tä­tig­keit, die Ar­beits- und Ein­glie­de­rungs­fä­hig­keit des Ver­si­cher­ten so­wie die Zweck­mäs­sig­keit be­stimm­ter Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men. Zu die­sem Zwe­cke kön­nen Be­rich­te und Aus­künf­te ver­langt, Gut­ach­ten ein­ge­holt, Ab­klä­run­gen an Ort und Stel­le vor­ge­nom­men so­wie Spe­zia­lis­ten der öf­fent­li­chen oder pri­va­ten In­va­li­den­hil­fe bei­ge­zo­gen wer­den. ...241

3 Die IV-Stel­len kön­nen die Ver­si­cher­ten zu ei­ner Be­spre­chung auf­bie­ten. Der Be­spre­chungs­ter­min ist in­nert an­ge­mes­se­ner Frist mit­zu­tei­len.242

4 ...243

240Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 15. Ju­ni 1992, in Kraft seit 1. Ju­li 1992 (AS 1992 1251).

241 Drit­ter Satz auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 11. Sept. 2002, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3721).

242 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Sept. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 20075155).

243 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 16. Nov. 2011, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2012 (AS 20115679).

Art. 70 Assessment 244  

1 Die IV-Stel­le führt mit der ver­si­cher­ten Per­son in der Re­gel ein As­sess­ment durch, um de­ren all­fäl­li­ge Ein­glie­de­rungs­fä­hig­keit fest­le­gen zu kön­nen.

2 Sie er­stellt an­hand der Er­geb­nis­se des As­sess­ments einen Ein­glie­de­rungs­plan.

244Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 15. Ju­ni 1992 (AS 1992 1251). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Sept. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 20075155).

Art. 71245  

245 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 11. Sept. 2002, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3721).

Art. 72246  

246Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 15. Ju­ni 1992, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 1992 (AS 1992 1251).

Art. 72bis Polydisziplinäre medizinische Gutachten 247  

1 Me­di­zi­ni­sche Gut­ach­ten, an de­nen drei und mehr Fach­dis­zi­pli­nen be­tei­ligt sind, ha­ben bei ei­ner Gut­achter­stel­le zu er­fol­gen, mit wel­cher das Bun­des­amt ei­ne Ver­ein­ba­rung ge­trof­fen hat.

2 Die Ver­ga­be der Auf­trä­ge er­folgt nach dem Zu­falls­prin­zip.

247Ein­ge­fügt durch Ziff. II 1 der V vom 5. April 1978 (AS 1978420).Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2011, in Kraft seit 1. März 2012 (AS 20115679).

Art. 73248  

248 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 28. Sept. 2007, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2008 (AS 20075155).

C. Festsetzung der Leistungen 249

249 Ursprünglich vor Art. 74. Fassung gemäss Ziff. I der V vom 28. Sept. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 20075155).

Art. 73bis Gegenstand und Zustellung des Vorbescheids 250  

1 Ge­gen­stand des Vor­be­scheids nach Ar­ti­kel 57a IVG sind Fra­gen, die in den Auf­ga­ben­be­reich der IV-Stel­len nach Ar­ti­kel 57 Ab­satz 1 Buch­sta­ben c–f IVG fal­len.251

2 Der Vor­be­scheid ist ins­be­son­de­re zu­zu­stel­len:

a.
dem Ver­si­cher­ten per­sön­lich oder sei­nem ge­setz­li­chen Ver­tre­ter;
b.
der Per­son oder der Be­hör­de, die den An­spruch gel­tend ge­macht hat oder der ei­ne Geld­leis­tung aus­ge­zahlt wird;
c.
der zu­stän­di­gen Aus­gleichs­kas­se, so­fern es sich um einen Ent­scheid be­tref­fend ei­ne Ren­te, ein Tag­geld oder ei­ne Hilflo­sen­ent­schä­di­gung für Voll­jäh­ri­ge han­delt;
d.
dem zu­stän­di­gen Un­fall­ver­si­che­rer oder der Mi­li­tär­ver­si­che­rung, so­fern de­ren Leis­tungs­pflich­ten be­rührt wer­den;
e.
dem zu­stän­di­gen Kran­ken­ver­si­che­rer, so­fern des­sen Leis­tungs­pflicht be­rührt wird;
f.
der zu­stän­di­gen Ein­rich­tung der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge, so­fern die Ver­fü­gung de­ren Leis­tungs­pflicht nach den Ar­ti­keln 66 Ab­satz 2 und 70 ATSG be­rührt. Steht die Zu­stän­dig­keit nicht fest, so er­folgt die Zu­stel­lung an die Ein­rich­tung, bei wel­cher die ver­si­cher­te Per­son zu­letzt ver­si­chert war oder bei wel­cher Leis­tungs­an­sprü­che an­ge­mel­det wur­den.

250 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 21. Jan. 1987 (AS 1987 456). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 26. April 2006, in Kraft seit 1. Ju­li 2006 (AS 2006 2007).

251 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2011, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 20115679).

Art. 73ter Vorbescheidverfahren 252  

1 Die Par­tei­en kön­nen in­ner­halb ei­ner Frist von 30 Ta­gen Ein­wän­de zum Vor­be­scheid vor­brin­gen.

2 Die ver­si­cher­te Per­son kann ih­re Ein­wän­de schrift­lich oder münd­lich bei der IV‑Stel­le vor­brin­gen. Bei münd­lich vor­ge­tra­ge­nen Ein­wän­den, er­stellt die IV-Stel­le ein sum­ma­ri­sches von der ver­si­cher­ten Per­son zu un­ter­zeich­nen­des Pro­to­koll.

3 Die an­de­ren Par­tei­en ha­ben ih­re Ein­wän­de der IV-Stel­le schrift­lich vor­zu­brin­gen.

4 Für die An­hö­rung wer­den we­der ein Tag­geld aus­ge­rich­tet noch Rei­se­kos­ten ver­gü­tet.

252 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 26. April 2006, in Kraft seit 1. Ju­li 2006 (AS 2006 2007).

Art. 74 Beschlussfassung 253  

1 Ist die Ab­klä­rung der Ver­hält­nis­se ab­ge­schlos­sen, so be­schliesst die IV- Stel­le über die Leis­tungs­be­geh­ren.

2 Die Be­grün­dung des Be­schlus­ses hat sich mit den für den Be­schluss re­le­van­ten Ein­wän­den zum Vor­be­scheid der Par­tei­en aus­ein­an­der zu set­zen.254

253Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 15. Ju­ni 1992, in Kraft seit 1. Ju­li 1992 (AS 1992 1251).

254 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 26. April 2006, in Kraft seit 1. Ju­li 2006 (AS 2006 2007).

Art. 74bis255  

255 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 15. Ju­ni 1992, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 1992 (AS 1992 1251).

Art. 74ter Leistungszusprache ohne Verfügung 256  

Sind die An­spruchs­vor­aus­set­zun­gen of­fen­sicht­lich er­füllt und wird den Be­geh­ren der ver­si­cher­ten Per­son voll­um­fäng­lich ent­spro­chen, so kön­nen fol­gen­de Leis­tun­gen oh­ne Er­lass ei­nes Vor­be­schei­des oder ei­ner Ver­fü­gung zu­ge­spro­chen oder wei­ter aus­ge­rich­tet wer­den (Art. 58 IVG):257

a.
me­di­zi­ni­sche Mass­nah­men;
abis.258
In­te­gra­ti­ons­mass­nah­men zur Vor­be­rei­tung auf die be­ruf­li­che Ein­glie­de­rung;
b.
Mass­nah­men be­ruf­li­cher Art;
c.259
...
d.
Hilfs­mit­tel;
e.
Ver­gü­tung von Rei­se­kos­ten;
f.
Ren­ten und Hilflo­sen­ent­schä­di­gun­gen nach ei­ner von Am­tes we­gen durch­ge­führ­ten Re­vi­si­on, so­fern da­bei kei­ne leis­tungs­be­ein­flus­sen­de Än­de­rung der Ver­hält­nis­se fest­ge­stellt wur­de;
g.260
Über­gangs­leis­tung.

256Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 21. Jan. 1987 (AS 1987 456). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 15. Ju­ni 1992, in Kraft seit 1. Ju­li 1992 (AS 1992 1251).

257 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 26. April 2006, in Kraft seit 1. Ju­li 2006 (AS 2006 2007).

258 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 28. Sept. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 20075155).

259 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I 17 der V vom 7. Nov. 2007 über die Neu­ge­stal­tung des Fi­nanz­aus­gleichs und der Auf­ga­ben­tei­lung zwi­schen Bund und Kan­to­nen, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5823).

260 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 16. Nov. 2011, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 20115679).