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Bundesgesetz
über die berufliche Alters-, Hinterlassenen-
und Invalidenvorsorge
(BVG)

vom 25. Juni 1982 (Stand am 1. Juli 2021)

Die Bundesversammlung der Schweizerischen Eidgenossenschaft,

gestützt auf Artikel 34quater der Bundesverfassung und auf Artikel 11
der Über­gangs­bestimmungen der Bundesverfassung1,2
nach Einsicht in eine Botschaft des Bundesrates vom 19. Dezember 19753,

beschliesst:

1 [BS 1 3; AS 1973 429]. Den genannten Bestimmungen entsprechen heute die Art. 111–113 sowie 196 Ziff. 10 und 11der BV vom 18. April 1999 (SR 101).

2 Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 23. Juni 2000, in Kraft seit 1. Jan. 2001 (AS 2000 2689; BBl 2000 255).

3 BBl 1976 I 149

Erster Teil: Zweck und Geltungsbereich

Art. 1 Zweck 4  

1 Be­ruf­li­che Vor­sor­ge um­fasst al­le Mass­nah­men auf kol­lek­ti­ver Ba­sis, die den äl­te­ren Men­schen, den Hin­ter­blie­be­nen und In­va­li­den beim Ein­tre­ten ei­nes Ver­si­che­rungs­fal­les (Al­ter, Tod oder In­va­li­di­tät) zu­sam­men mit den Leis­tun­gen der eid­ge­nös­si­schen Al­ters-, Hin­ter­las­se­nen- und In­va­li­den­ver­si­che­rung (AHV/IV) die Fort­set­zung der ge­wohn­ten Le­bens­hal­tung in an­ge­mes­se­ner Wei­se er­lau­ben.

2 Der in der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge ver­sicher­ba­re Lohn oder das ver­sicher­ba­re Ein­kom­men der Selb­stän­di­g­er­wer­ben­den darf das AHV-bei­trags­pflich­ti­ge Ein­kom­men nicht über­stei­gen.

3 Der Bun­des­rat prä­zi­siert die Grund­sät­ze der An­ge­mes­sen­heit, der Kol­lek­ti­vi­tät, der Gleich­be­hand­lung, der Plan­mäs­sig­keit so­wie des Ver­si­che­rungs­prin­zips. Er kann ein Min­destal­ter für den vor­zei­ti­gen Al­ters­rück­tritt fest­le­gen.

4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2003 (1. BVG-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2006 (AS 2004 1677; BBl 2000 2637).

Art. 2 Obligatorische Versicherung der Arbeitnehmer und der Arbeits­losen 5  

1 Ar­beit­neh­mer, die das 17. Al­ters­jahr über­schrit­ten ha­ben und bei ei­nem Ar­beit­ge­ber einen Jah­res­lohn von mehr als 21 510 Fran­ken6 be­zie­hen (Art. 7), un­ter­ste­hen der ob­li­ga­to­ri­schen Ver­si­che­rung.

2 Ist der Ar­beit­neh­mer we­ni­ger als ein Jahr lang bei ei­nem Ar­beit­ge­ber be­schäf­tigt, so gilt als Jah­res­lohn der Lohn, den er bei ganz­jäh­ri­ger Be­schäf­ti­gung er­zie­len wür­de.

3 Be­zü­ger von Tag­gel­dern der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung un­ter­ste­hen für die Ri­si­ken Tod und In­va­li­di­tät der ob­li­ga­to­ri­schen Ver­si­che­rung.

4 Der Bun­des­rat re­gelt die Ver­si­che­rungs­pflicht für Ar­beit­neh­mer in Be­ru­fen mit häu­fig wech­seln­den oder be­fris­te­ten An­stel­lun­gen. Er be­stimmt, wel­che Ar­beit­neh­mer aus be­son­de­ren Grün­den nicht der ob­li­ga­to­ri­schen Ver­si­che­rung un­ter­stellt sind.

5 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2003 (1. BVG-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 1677; BBl 2000 2637).

6Be­trag ge­mä­ss Art. 5 der V vom 18. April 1984 über die be­ruf­li­che Al­ters-, Hin­ter­las­se­nen- und In­va­li­den­vor­sor­ge in der Fas­sung der Änd. vom 14. Okt. 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 20204621).

Art. 3 Obligatorische Versicherung von Selbständigerwerbenden  

Be­rufs­grup­pen von Selb­stän­di­g­er­wer­ben­den kön­nen vom Bun­des­rat auf An­trag ih­rer Be­rufs­ver­bän­de der ob­li­ga­to­ri­schen Ver­si­che­rung all­ge­mein oder für ein­zel­ne Ri­si­ken un­ter­stellt wer­den. Vor­aus­set­zung ist, dass in den ent­spre­chen­den Be­ru­fen die Mehr­heit der Selb­stän­di­g­er­wer­ben­den dem Ver­band an­ge­hö­ren.

Art. 4 Freiwillige Versicherung  

1 Ar­beit­neh­mer und Selb­stän­di­g­er­wer­ben­de, die der ob­li­ga­to­ri­schen Ver­si­che­rung nicht un­ter­stellt sind, kön­nen sich nach die­sem Ge­setz frei­wil­lig ver­si­chern las­sen.

2 Die Be­stim­mun­gen über die ob­li­ga­to­ri­sche Ver­si­che­rung, ins­be­son­de­re die in Ar­ti­kel 8 fest­ge­setz­ten Ein­kom­mens­gren­zen, gel­ten sinn­ge­mä­ss für die frei­wil­li­ge Ver­­si­che­rung.

3 Selb­stän­di­g­er­wer­ben­de ha­ben aus­ser­dem die Mög­lich­keit, sich aus­sch­liess­lich bei ei­ner Vor­sor­ge­ein­rich­tung im Be­reich der wei­ter ge­hen­den Vor­sor­ge, ins­be­son­de­re auch bei ei­ner Vor­sor­ge­ein­rich­tung, die nicht im Re­gis­ter für die be­ruf­li­che Vor­sor­ge ein­ge­tra­gen ist, zu ver­si­chern. In die­sem Fall fin­den die Ab­sät­ze 1 und 2 kei­ne An­wen­dung.7

4 Die von den Selbst­stän­di­g­er­wer­ben­den ge­leis­te­ten Bei­trä­ge und Ein­la­gen in die Vor­sor­ge­ein­rich­tung müs­sen dau­ernd der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge die­nen.8

7 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2003 (1. BVG-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 1677; BBl 2000 2637).

8 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2003 (1. BVG-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 1677; BBl 2000 2637).

Art. 5 Gemeinsame Bestimmungen  

1 Die­ses Ge­setz gilt nur für Per­so­nen, die bei der eid­ge­nös­si­schen Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung (AHV) ver­si­chert sind.9

2 Es gilt für die re­gis­trier­ten Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen nach Ar­ti­kel 48. Die Ar­ti­kel 56 Ab­satz 1 Buch­sta­ben c und d und 59 Ab­satz 2 so­wie die Be­stim­mun­gen über die fi­nan­zi­el­le Si­cher­heit (Art. 65 Abs. 1, 2 und 2bis, 65c, 65dAbs. 1, 2 und 3 Bst. a zwei­ter Satz und b, Art. 65e, 67, 71 und 72a–72g) gel­ten auch für die nicht re­gis­trier­ten Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen, die dem Frei­zü­gig­keits­ge­setz vom 17. De­zem­ber 199310 (FZG) un­ter­stellt sind.11

9 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2003 (1. BVG-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 1677; BBl 2000 2637).

10 SR 831.42

11 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 2010 (Fi­nan­zie­rung von Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen öf­fent­lich-recht­li­cher Kör­per­schaf­ten), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 3385; BBl 2008 8411).

Art. 6 Mindestvorschriften  

Der zwei­te Teil die­ses Ge­set­zes ent­hält Min­dest­vor­schrif­ten.

Zweiter Teil: Versicherung

Erster Titel: Obligatorische Versicherung der Arbeitnehmer

1. Kapitel: Voraussetzungen der obligatorischen Versicherung

Art. 7 Mindestlohn und Alter  

1 Ar­beit­neh­mer, die bei ei­nem Ar­beit­ge­ber einen Jah­res­lohn von mehr als 21 510 Fran­ken12 be­zie­hen, un­ter­ste­hen ab 1. Ja­nu­ar nach Vollen­dung des 17. Al­ters­jah­res für die Ri­si­ken Tod und In­va­li­di­tät, ab 1. Ja­nu­ar nach Vollen­dung des 24. Al­ters­jah­res auch für das Al­ter der ob­li­ga­to­ri­schen Ver­si­che­rung.13

2 Die­ser Lohn ent­spricht dem mass­ge­ben­den Lohn nach dem Bun­des­ge­setz vom 20. De­zem­ber 194614 über die Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung (AHVG). Der Bun­des­rat kann Ab­wei­chun­gen zu­las­sen.

12Be­trag ge­mä­ss Art. 5 der V vom 18. April 1984 über die be­ruf­li­che Al­ters-, Hin­ter­las­se­nen- und In­va­li­den­vor­sor­ge in der Fas­sung der Änd. vom 14. Okt. 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 20204621).

13 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2003 (1. BVG-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 1677; BBl 2000 2637).

14SR 831.10

Art. 8 Koordinierter Lohn  

1 Zu ver­si­chern ist der Teil des Jah­res­loh­nes von 25 095 bis und mit 86 040 Fran­ken15. Die­ser Teil wird ko­or­di­nier­ter Lohn ge­nannt.16

2 Be­trägt der ko­or­di­nier­te Lohn we­ni­ger als 3585 Fran­ken17 im Jahr, so muss er auf die­sen Be­trag auf­ge­run­det wer­den.18

3 Sinkt der Jah­res­lohn vor­über­ge­hend we­gen Krank­heit, Un­fall, Ar­beits­lo­sig­keit, Mut­ter­schaft, Va­ter­schaft oder aus ähn­li­chen Grün­den, so be­hält der bis­he­ri­ge ko­or­di­nier­te Lohn min­des­tens so lan­ge Gül­tig­keit, als die Lohn­fort­zah­lungs­pflicht des Ar­beit­ge­bers nach Ar­ti­kel 324a des Ob­li­ga­tio­nen­rechts (OR)19 be­ste­hen wür­de oder ein Mut­ter­schafts­ur­laub nach Ar­ti­kel 329f OR, ein Va­ter­schafts­ur­laub nach Ar­ti­kel 329g OR oder ein Be­treu­ungs­ur­laub nach Ar­ti­kel 329i OR dau­ert.20 Die ver­si­cher­te Per­son kann je­doch die Her­ab­set­zung des ko­or­di­nier­ten Loh­nes ver­lan­gen.21

15Be­trag ge­mä­ss Art. 5 der V vom 18. April 1984 über die be­ruf­li­che Al­ters-, Hin­ter­las­se­nen- und In­va­li­den­vor­sor­ge in der Fas­sung der Änd. vom 14. Okt. 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 20204621).

16 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2003 (1. BVG-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 1677; BBl 2000 2637).

17Be­trag ge­mä­ss Art. 5 der V vom 18. April 1984 über die be­ruf­li­che Al­ters-, Hin­ter­las­se­nen- und In­va­li­den­vor­sor­ge in der Fas­sung der Änd. vom 14. Okt. 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 20204621).

18 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2003 (1. BVG-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 1677; BBl 2000 2637).

19 SR 220

20 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 2 des BG vom 20. Dez. 2019 über die Ver­bes­se­rung der Ver­ein­bar­keit von Er­werbs­tä­tig­keit und An­ge­hö­ri­gen­be­treu­ung, in Kraft seit 1. Ju­li 2021 (AS 2020 4525; BBl 2019 4103).

21 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 2 des BG vom 3. Okt. 2003, in Kraft seit 1. Ju­li 2005 (AS 2005 1429; BBl 2002 7522, 2003 11122923).

Art. 9 Anpassung an die AHV  

Der Bun­des­rat kann die in den Ar­ti­keln 2, 7, 8 und 46 er­wähn­ten Grenz­be­trä­ge den Er­hö­hun­gen der ein­fa­chen mi­ni­ma­len Al­ters­ren­te der AHV an­pas­sen. Bei der obern Gren­ze des ko­or­di­nier­ten Loh­nes kann da­bei auch die all­ge­mei­ne Loh­nent­wick­lung be­rück­sich­tigt wer­den.

Art. 10 Beginn und Ende der obligatorischen Versicherung  

1 Die ob­li­ga­to­ri­sche Ver­si­che­rung be­ginnt mit dem An­tritt des Ar­beits­ver­hält­nis­ses, für Be­zü­ger von Tag­gel­dern der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung mit dem Tag, für den erst­mals ei­ne Ar­beits­lo­sen­ent­schä­di­gung aus­ge­rich­tet wird.22

2 Un­ter Vor­be­halt von Ar­ti­kel 8 Ab­satz 3 en­det die Ver­si­che­rungs­pflicht, wenn:

a.
das or­dent­li­che Ren­ten­al­ter er­reicht wird (Art. 13);
b.
das Ar­beits­ver­hält­nis auf­ge­löst wird;
c.
der Min­dest­lohn un­ter­schrit­ten wird;
d.23
der An­spruch auf Tag­gel­der der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung en­det.24

3 Für die Ri­si­ken Tod und In­va­li­di­tät bleibt der Ar­beit­neh­mer wäh­rend ei­nes Mo­nats nach Auf­lö­sung des Vor­sor­ge­ver­hält­nis­ses bei der bis­he­ri­gen Vor­sor­ge­ein­rich­tung ver­si­chert.25 Wird vor­her ein neu­es Vor­sor­ge­ver­hält­nis be­grün­det, so ist die neue Vor­sor­ge­ein­rich­tung zu­stän­dig.26

22Fas­sung ge­mä­ss Art. 117a des Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rungs­ge­set­zes vom 26. Ju­ni 1982, in Kraft seit 1. Ju­li 1997 (AS 1982 2184; BBl 1980 III 489).

23 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. März 2010 (Struk­tur­re­form), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 3393; BBl 2007 5669).

24 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2003 (1. BVG-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 1677; BBl 2000 2637).

25Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des Frei­zü­gig­keits­ge­set­zes vom 17. Dez. 1993, in Kraft seit 1. Jan. 1995 (AS 1994 2386; BBl 1992 III 533).

26Fas­sung des Sat­zes ge­mä­ss Art. 117a des Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rungs­ge­set­zes vom 26. Ju­ni 1982, in Kraft seit 1. Ju­li 1997 (AS 1982 2184; BBl 1980 III 489).

2. Kapitel: Vorsorgepflicht des Arbeitgebers

Art. 11 Anschluss an eine Vorsorgeeinrichtung  

1 Der Ar­beit­ge­ber, der ob­li­ga­to­risch zu ver­si­chern­de Ar­beit­neh­mer be­schäf­tigt, muss ei­ne in das Re­gis­ter für die be­ruf­li­che Vor­sor­ge ein­ge­tra­ge­ne Vor­sor­ge­ein­rich­tung er­rich­ten oder sich ei­ner sol­chen an­sch­lies­sen.

2 Ver­fügt der Ar­beit­ge­ber nicht be­reits über ei­ne Vor­sor­ge­ein­rich­tung, so wählt er ei­ne sol­che im Ein­ver­ständ­nis mit sei­nem Per­so­nal oder der all­fäl­li­gen Ar­beit­neh­mer­ver­tre­tung.27

3 Der An­schluss er­folgt rück­wir­kend.

3bis Die Auf­lö­sung ei­nes be­ste­hen­den An­schlus­ses an ei­ne Vor­sor­ge­ein­rich­tung und der Wie­der­an­schluss an ei­ne neue Vor­sor­ge­ein­rich­tung durch den Ar­beit­ge­ber er­folgt im Ein­ver­ständ­nis mit dem Per­so­nal oder der all­fäl­li­gen Ar­beit­neh­mer­ver­tre­tung. Die Vor­sor­ge­ein­rich­tung hat die Auf­lö­sung des An­schluss­ver­tra­ges der Auf­fan­gein­rich­tung (Art. 60) zu mel­den.28 29

3ter Kommt in den Fäl­len nach den Ab­sät­zen 2 und 3bis kei­ne Ei­ni­gung zu­stan­de, so ent­schei­det ein neu­tra­ler Schieds­rich­ter, der im ge­gen­sei­ti­gen Ein­ver­ständ­nis oder, bei Un­ei­nig­keit, von der Auf­sichts­be­hör­de be­zeich­net wird.30

4 Die Aus­gleichs­kas­se der AHV über­prüft, ob die von ihr er­fass­ten Ar­beit­ge­ber ei­ner re­gis­trier­ten Vor­sor­ge­ein­rich­tung an­ge­schlos­sen sind.31

5 Sie for­dert Ar­beit­ge­ber, die ih­rer Pflicht nach Ab­satz 1 nicht nach­kom­men, auf, sich in­ner­halb von zwei Mo­na­ten ei­ner re­gis­trier­ten Vor­sor­ge­ein­rich­tung an­zu­sch­lies­sen.32

6 Kommt der Ar­beit­ge­ber der Auf­for­de­rung der Aus­gleichs­kas­se der AHV nicht frist­ge­mä­ss nach, so mel­det die­se ihn der Auf­fan­gein­rich­tung (Art. 60) rück­wir­kend zum An­schluss.33

7 Die Auf­fan­gein­rich­tung und die Aus­gleichs­kas­se der AHV stel­len dem säu­mi­gen Ar­beit­ge­ber den von ihm ver­ur­sach­ten Ver­wal­tungs­auf­wand in Rech­nung. Die nicht ein­bring­ba­ren Ver­wal­tungs­kos­ten über­nimmt der Si­cher­heits­fonds (Art. 56 Abs. 1 Bst. d und h).34

27 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2003 (1. BVG-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. April 2004 (AS 2004 1677; BBl 2000 2637).

28 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. Dez. 2006 (Wech­sel der Vor­sor­ge­ein­rich­tung), in Kraft seit 1. Mai 2007 (AS 20071803; BBl 2005 59415953).

29 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2003 (1. BVG-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. April 2004 (AS 2004 1677; BBl 2000 2637).

30 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2003 (1. BVG-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. April 2004 (AS 2004 1677; BBl 2000 2637).

31 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2003 (1. BVG-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 1677; BBl 2000 2637).

32 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2003 (1. BVG-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 1677; BBl 2000 2637).

33 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2003 (1. BVG-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 1677; BBl 2000 2637).

34 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2003 (1. BVG-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 1677; BBl 2000 2637).

Art. 12 Leistungsansprüche vor dem Anschluss  

1 Die Ar­beit­neh­mer oder ih­re Hin­ter­las­se­nen ha­ben An­spruch auf die ge­setz­li­chen Leis­tun­gen, auch wenn sich der Ar­beit­ge­ber noch nicht ei­ner Vor­sor­ge­ein­rich­tung an­ge­schlos­sen hat. Die­se Leis­tun­gen wer­den von der Auf­fan­gein­rich­tung er­bracht.

2 In die­sem Fall schul­det der Ar­beit­ge­ber der Auf­fan­gein­rich­tung nicht nur die ent­spre­chen­den Bei­trä­ge samt Ver­zugs­zin­sen, son­dern auch einen Zu­schlag als Scha­den­er­satz.

3. Kapitel: Versicherungsleistungen

1. Abschnitt: Altersleistungen

Art. 13 Leistungsanspruch 35  

1 An­spruch auf Al­ters­leis­tun­gen ha­ben:

a.
Män­ner, die das 65. Al­ters­jahr zu­rück­ge­legt ha­ben;
b.
Frau­en, die das 62. Al­ters­jahr36 zu­rück­ge­legt ha­ben.

2 Die re­gle­men­ta­ri­schen Be­stim­mun­gen der Vor­sor­ge­ein­rich­tung kön­nen ab­wei­chend da­von vor­se­hen, dass der An­spruch auf Al­ters­leis­tun­gen mit der Be­en­di­gung der Er­werbs­tä­tig­keit ent­steht. In die­sem Fall ist der Um­wand­lungs­satz (Art. 14) ent­spre­chend an­zu­pas­sen.

35 Sie­he auch die UeB der Änd. vom 3. Okt. 2003 am En­de die­ses Er­las­ses.

36Seit 1. Jan. 2005: 64. Al­ters­jahr (Art. 62a Abs. 1 der V vom 18. April 1984 über die be­ruf­li­che Al­ters-, Hin­ter­las­se­nen- und In­va­li­den­vor­sor­ge in der Fas­sung der Änd. vom 18. Aug. 2004 – AS 2004 42794653).

Art. 14 Höhe der Altersrente 37  

1 Die Al­ters­ren­te wird in Pro­zen­ten des Al­ters­gut­ha­bens (Um­wand­lungs­satz) be­rech­net, das der Ver­si­cher­te bei Er­rei­chen des Ren­ten­al­ters er­wor­ben hat.

2 Der Min­de­stum­wand­lungs­satz be­trägt 6,8 Pro­zent für das or­dent­li­che Ren­ten­al­ter 65 von Frau38 und Mann.

3 Der Bun­des­rat un­ter­brei­tet ab 2011 min­des­tens al­le zehn Jah­re einen Be­richt über die Fest­le­gung des Um­wand­lungs­sat­zes in den nach­fol­gen­den Jah­ren.

37 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2003 (1. BVG-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 1677; BBl 2000 2637). Sie­he auch die UeB der Änd. vom 3. Okt. 2003 am En­de die­ses Er­las­ses.

38Seit 1. Jan. 2005: Ren­ten­al­ter 64 für Frau­en (Art. 62a Abs. 2 Bst. a der V vom 18. April 1984 über die be­ruf­li­che Al­ters-, Hin­ter­las­se­nen- und In­va­li­den­vor­sor­ge in der Fas­sung der Änd. vom 18. Aug. 2004 – AS 2004 42794653).

Art. 15 Altersguthaben 39  

1 Das Al­ters­gut­ha­ben be­steht aus:

a.
den Al­ters­gut­schrif­ten samt Zin­sen für die Zeit, wäh­rend der der Ver­si­cher­te der Vor­sor­ge­ein­rich­tung an­ge­hört hat, oder längs­tens bis zum Er­rei­chen des or­dent­li­chen Ren­ten­al­ters;
b.
den Al­ters­gut­ha­ben samt Zin­sen, die von den vor­her­ge­hen­den Ein­rich­tun­gen über­wie­sen und dem Ver­si­cher­ten gut­ge­schrie­ben wor­den sind;
c.40
den Rück­zah­lun­gen von Vor­be­zü­gen nach Ar­ti­kel 30d Ab­satz 6;
d.41
den Be­trä­gen, die im Rah­men ei­nes Vor­sor­ge­aus­gleichs nach Ar­ti­kel 22c Ab­satz 2 FZG42 über­wie­sen und gut­ge­schrie­ben wor­den sind;
e.43
den Be­trä­gen, die im Rah­men ei­nes Wie­der­ein­kaufs nach Ar­ti­kel 22d Ab­satz 1 FZG gut­ge­schrie­ben wor­den sind.

2 Der Bun­des­rat legt den Min­dest­zins fest. Da­bei be­rück­sich­tigt er die Ent­wick­lung der Ren­di­te markt­gän­gi­ger An­la­gen, ins­be­son­de­re der Bun­de­sob­li­ga­tio­nen, so­wie zu­sätz­lich der Ak­ti­en, An­lei­hen und Lie­gen­schaf­ten.44

3 Der Bun­des­rat über­prüft den Min­dest­zins­satz min­des­tens al­le zwei Jah­re. Er kon­sul­tiert da­bei die Eid­ge­nös­si­sche Kom­mis­si­on für be­ruf­li­che Vor­sor­ge und die So­zi­al­part­ner.

4 Er re­gelt die Fest­le­gung des An­teils des Al­ters­gut­ha­bens am ge­sam­ten Vor­sor­ge­gut­ha­ben in Fäl­len, in de­nen die­ser An­teil nicht mehr er­mit­telt wer­den kann.45

39 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2003 (1. BVG-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 1677; BBl 2000 2637).

40 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 4 des BG vom 19. Ju­ni 2015 (Vor­sor­ge­aus­gleich bei Schei­dung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 2313; BBl 2013 4887).

41 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 4 des BG vom 19. Ju­ni 2015 (Vor­sor­ge­aus­gleich bei Schei­dung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 2313; BBl 2013 4887).

42 SR 831.42

43 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 4 des BG vom 19. Ju­ni 2015 (Vor­sor­ge­aus­gleich bei Schei­dung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 2313; BBl 2013 4887).

44 Sie­he auch die UeB Änd. 17.12.2010 am Schluss die­ses Tex­tes.

45 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 4 des BG vom 19. Ju­ni 2015 (Vor­sor­ge­aus­gleich bei Schei­dung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 2313; BBl 2013 4887).

Art. 16 Altersgutschriften 46  

Die Al­ters­gut­schrif­ten wer­den jähr­lich in Pro­zen­ten des ko­or­di­nier­ten Loh­nes be­rech­net. Da­bei gel­ten fol­gen­de An­sät­ze:

Al­ters­jahr

An­satz in Pro­zen­ten des ko­or­di­nier­ten Loh­nes

25–34

7

35–44

10

45–54

15

55–6547

18

46 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2003 (1. BVG-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 1677; BBl 2000 2637). Sie­he auch die UeB der Änd. vom 3. Okt. 2003 am En­de die­ses Er­las­ses.

47Seit 1. Jan. 2005 für Frau­en: Al­ters­jahr 55–64 (Art. 62a Abs. 2 Bst. b der V vom 18. April 1984 über die be­ruf­li­che Al­ters-, Hin­ter­las­se­nen- und In­va­li­den­vor­sor­ge in der Fas­sung der Änd. vom 18. Aug. 2004 – AS 2004 42794653).

Art. 17 Kinderrente  

1 Ver­si­cher­te, de­nen ei­ne Al­ters­ren­te zu­steht, ha­ben für je­des Kind, das im Fal­le ih­res To­des ei­ne Wai­sen­ren­te be­an­spru­chen könn­te, An­spruch auf ei­ne Kin­der­ren­te in Hö­he der Wai­sen­ren­te.

2 Der An­spruch auf ei­ne Kin­der­ren­te, der im Zeit­punkt der Ein­lei­tung ei­nes Schei­dungs­ver­fah­rens be­steht, wird vom Vor­sor­ge­aus­gleich nach Ar­ti­kel 124a des Zi­vil­ge­setz­bu­ches (ZGB)48 nicht be­rührt.49

48 SR 210

49 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 4 des BG vom 19. Ju­ni 2015 (Vor­sor­ge­aus­gleich bei Schei­dung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 2313; BBl 2013 4887).

2. Abschnitt: Hinterlassenenleistungen

Art. 18 Voraussetzungen 50  

Ein An­spruch auf Hin­ter­las­se­nen­leis­tun­gen be­steht nur, wenn der Ver­stor­be­ne:

a.
im Zeit­punkt des To­des oder bei Ein­tritt der Ar­beits­un­fä­hig­keit, de­ren Ur­sa­che zum To­de ge­führt hat, ver­si­chert war; oder
b.
in­fol­ge ei­nes Ge­burts­ge­bre­chens bei Auf­nah­me ei­ner Er­werbs­tä­tig­keit min­des­tens zu 20 Pro­zent, aber we­ni­ger als zu 40 Pro­zent ar­beits­un­fä­hig war und bei Er­hö­hung der Ar­beits­un­fä­hig­keit, de­ren Ur­sa­che zum Tod ge­führt hat, auf min­des­tens 40 Pro­zent ver­si­chert war; oder
c.
als Min­der­jäh­ri­ger in­va­lid (Art. 8 Abs. 2 des BG vom 6. Okt. 200051 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, ATSG) wur­de und des­halb bei Auf­nah­me ei­ner Er­werbs­tä­tig­keit min­des­tens zu 20 Pro­zent, aber we­ni­ger als zu 40 Pro­zent ar­beits­un­fä­hig war und bei Er­hö­hung der Ar­beits­un­fä­hig­keit, de­ren Ur­sa­che zum Tod ge­führt hat, auf min­des­tens 40 Pro­zent ver­si­chert war; oder
d.
von der Vor­sor­ge­ein­rich­tung im Zeit­punkt des To­des ei­ne Al­ters- oder In­va­li­den­ren­te er­hielt.

50 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2003 (1. BVG-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 1677; BBl 2000 2637).

51 SR 830.1

Art. 19 Überlebender Ehegatte 52  

1 Der über­le­ben­de Ehe­gat­te hat An­spruch auf ei­ne Wit­wen- oder Wit­wer­ren­te, wenn er beim Tod des Ehe­gat­ten:

a.
für den Un­ter­halt min­des­tens ei­nes Kin­des auf­kom­men muss; oder
b.
äl­ter als 45 Jah­re ist und die Ehe min­des­tens fünf Jah­re ge­dau­ert hat.

2 Der über­le­ben­de Ehe­gat­te, der kei­ne der Vor­aus­set­zun­gen nach Ab­satz 1 er­füllt, hat An­spruch auf ei­ne ein­ma­li­ge Ab­fin­dung in Hö­he von drei Jah­res­ren­ten.

3 Der Bun­des­rat re­gelt den An­spruch ge­schie­de­ner Per­so­nen auf Hin­ter­las­se­nen­leis­tun­gen.

52 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2003 (1. BVG-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 1677; BBl 2000 2637).

Art. 19a Überlebende eingetragene Partnerin, überlebender eingetragener Partner 53  

Ar­ti­kel 19 gilt für die über­le­ben­de ein­ge­tra­ge­ne Part­ne­rin oder den über­le­ben­den ein­ge­tra­ge­nen Part­ner sinn­ge­mä­ss.

53 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 29 des Part­ner­schafts­ge­set­zes vom 18. Ju­ni 2004 (AS 2005 5685; BBl 2003 1288). Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des BG vom 17. Ju­ni 2016 (Ad­op­ti­on), in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 3699; BBl 2015 877).

Art. 20 Waisen  

Die Kin­der des Ver­stor­be­nen ha­ben An­spruch auf Wai­sen­ren­ten, Pfle­ge­kin­der nur, wenn der Ver­stor­be­ne für ih­ren Un­ter­halt auf­zu­kom­men hat­te.

Art. 20a Weitere begünstigte Personen 54  

1 Die Vor­sor­ge­ein­rich­tung kann in ih­rem Re­gle­ment ne­ben den An­spruchs­be­rech­tig­ten nach den Ar­ti­keln 19 und 2055 fol­gen­de be­güns­tig­te Per­so­nen für die Hin­ter­las­se­nen­leis­tun­gen vor­se­hen:

a.
na­tür­li­che Per­so­nen, die vom Ver­si­cher­ten in er­heb­li­chem Mas­se un­ter­stützt wor­den sind, oder die Per­son, die mit die­sem in den letz­ten fünf Jah­ren bis zu sei­nem Tod un­un­ter­bro­chen ei­ne Le­bens­ge­mein­schaft ge­führt hat oder die für den Un­ter­halt ei­nes oder meh­re­rer ge­mein­sa­mer Kin­der auf­kom­men muss;
b.
beim Feh­len von be­güns­tig­ten Per­so­nen nach Buch­sta­be a: die Kin­der des Ver­stor­be­nen, wel­che die Vor­aus­set­zun­gen nach Ar­ti­kel 20 nicht er­fül­len, die El­tern oder die Ge­schwis­ter;
c.
beim Feh­len von be­güns­tig­ten Per­so­nen nach den Buch­sta­ben a und b: die üb­ri­gen ge­setz­li­chen Er­ben, un­ter Aus­schluss des Ge­mein­we­sens, im Um­fang:
1.
der von der ver­si­cher­ten Per­son ein­be­zahl­ten Bei­trä­ge, oder
2.
von 50 Pro­zent des Vor­sor­ge­ka­pi­tals.

2 Kein An­spruch auf Hin­ter­las­se­nen­leis­tun­gen nach Ab­satz 1 Buch­sta­be a be­steht, wenn die be­güns­tig­te Per­son ei­ne Wit­wer- oder Wit­wen­ren­te be­zieht.

54 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2003 (1. BVG-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 1677; BBl 2000 2637).

55 Heu­te: den Art. 19, 19a und 20.

Art. 21 Höhe der Rente 56  

1 Beim Tod ei­nes Ver­si­cher­ten be­trägt die Wit­wen- oder Wit­wer­ren­te 60 Pro­zent, die Wai­sen­ren­te 20 Pro­zent der vol­len In­va­li­den­ren­te, auf die der Ver­si­cher­te An­spruch ge­habt hät­te.

2 Beim Tod ei­ner Per­son, die ei­ne Al­ters- oder In­va­li­den­ren­te be­zo­gen hat, be­trägt die Wit­wen- oder Wit­wer­ren­te 60 Pro­zent, die Wai­sen­ren­te 20 Pro­zent der zu­letzt aus­ge­rich­te­ten Al­ters- oder In­va­li­den­ren­te.

3 Ren­ten­an­tei­le, die im Rah­men ei­nes Vor­sor­ge­aus­gleichs nach Ar­ti­kel 124a ZGB57 dem aus­gleichs­be­rech­tig­ten Ehe­gat­ten zu­ge­spro­chen wur­den, ge­hö­ren nicht zur zu­letzt aus­ge­rich­te­ten Al­ters- oder In­va­li­den­ren­te der ver­si­cher­ten Per­son nach Ab­satz 2.58

4 Wur­de ei­ne Kin­der­ren­te von ei­nem Vor­sor­ge­aus­gleich nach Ar­ti­kel 124 oder 124a ZGB nicht be­rührt, so wird die Wai­sen­ren­te auf den glei­chen Grund­la­gen be­rech­net.59

56 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2003 (1. BVG-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 1677; BBl 2000 2637). Sie­he auch die UeB der Änd. vom 3. Okt. 2003 am En­de die­ses Er­las­ses.

57 SR 210

58 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 4 des BG vom 19. Ju­ni 2015 (Vor­sor­ge­aus­gleich bei Schei­dung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 2313; BBl 2013 4887).

59 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 4 des BG vom 19. Ju­ni 2015 (Vor­sor­ge­aus­gleich bei Schei­dung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 2313; BBl 2013 4887).

Art. 22 Beginn und Ende des Anspruchs  

1 Der An­spruch auf Hin­ter­las­se­nen­leis­tung ent­steht mit dem To­de des Ver­si­cher­ten, frü­he­s­tens je­doch mit Be­en­di­gung der vol­len Lohn­fort­zah­lung.

2 Der An­spruch auf Leis­tun­gen für Wit­wen und Wit­wer er­lischt mit der Wie­der­ver­hei­ra­tung oder mit dem Tod der Wit­we oder des Wit­wers.60

3 Der An­spruch auf Leis­tun­gen für Wai­sen er­lischt mit dem Tod des Wai­sen oder mit Vollen­dung des 18. Al­ters­jah­res. Er be­steht je­doch bis zur Vollen­dung des 25. Al­ters­jah­res für Kin­der:

a.
bis zum Ab­schluss der Aus­bil­dung;
b.61
bis zur Er­lan­gung der Er­werbs­fä­hig­keit, so­fern sie zu min­des­tens 70 Pro­zent in­va­lid sind.

4 Be­fand sich der Ver­si­cher­te beim Ent­ste­hen des Leis­tungs­an­spruchs nicht in der leis­tungs­pflich­ti­gen Vor­sor­ge­ein­rich­tung, so ist je­ne Vor­sor­ge­ein­rich­tung vor­leis­tungs­pflich­tig, der er zu­letzt an­ge­hört hat. Steht die leis­tungs­pflich­ti­ge Vor­sor­ge­ein­rich­tung fest, so kann die vor­leis­tungs­pflich­ti­ge Vor­sor­ge­ein­rich­tung auf die­se Rück­griff neh­men.62

60 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2003 (1. BVG-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 1677; BBl 2000 2637).

61 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2003 (1. BVG-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 1677; BBl 2000 2637).

62 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2003 (1. BVG-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 1677; BBl 2000 2637).

3. Abschnitt: Invalidenleistungen

Art. 23 Leistungsanspruch 63  

An­spruch auf In­va­li­den­leis­tun­gen ha­ben Per­so­nen, die:

a.
im Sin­ne der IV zu min­des­tens 40 Pro­zent in­va­lid sind und bei Ein­tritt der Ar­beits­un­fä­hig­keit, de­ren Ur­sa­che zur In­va­li­di­tät ge­führt hat, ver­si­chert wa­ren;
b.
in­fol­ge ei­nes Ge­burts­ge­bre­chens bei Auf­nah­me der Er­werbs­tä­tig­keit zu min­des­tens 20 Pro­zent, aber we­ni­ger als 40 Pro­zent ar­beits­un­fä­hig wa­ren und bei Er­hö­hung der Ar­beits­un­fä­hig­keit, de­ren Ur­sa­che zur In­va­li­di­tät ge­führt hat, auf min­des­tens 40 Pro­zent ver­si­chert wa­ren;
c.
als Min­der­jäh­ri­ge in­va­lid (Art. 8 Abs. 2 ATSG64) wur­den und des­halb bei Auf­nah­me ei­ner Er­werbs­tä­tig­keit zu min­des­tens 20 Pro­zent, aber we­ni­ger als 40 Pro­zent ar­beits­un­fä­hig wa­ren und bei Er­hö­hung der Ar­beits­un­fä­hig­keit, de­ren Ur­sa­che zur In­va­li­di­tät ge­führt hat, auf min­des­tens 40 Pro­zent ver­si­chert wa­ren.

63 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2003 (1. BVG-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 1677; BBl 2000 2637).

64 SR 830.1

Art. 24 Höhe der Rente 65  

1 Der Ver­si­cher­te hat An­spruch auf:

a.
ei­ne vol­le In­va­li­den­ren­te, wenn er im Sin­ne der IV zu min­des­tens 70 Pro­zent in­va­lid ist;
b.
ei­ne Drei­vier­tels­ren­te, wenn er zu min­des­tens 60 Pro­zent in­va­lid ist;
c.
ei­ne hal­be Ren­te, wenn er min­des­tens zur Hälf­te in­va­lid ist;
d.
ei­ne Vier­tels­ren­te, wenn er min­des­tens zu 40 Pro­zent in­va­lid ist.

2 Die In­va­li­den­ren­te wird nach dem glei­chen Um­wand­lungs­satz be­rech­net wie die Al­ters­ren­te im 65. Al­ters­jahr66. Für die Ver­si­cher­ten der Über­gangs­ge­ne­ra­ti­on gilt der vom Bun­des­rat nach Buch­sta­be b der Über­gangs­be­stim­mun­gen der 1. BVG-Re­vi­si­on vom 3. Ok­to­ber 2003 fest­ge­leg­te Um­wand­lungs­satz.

3 Das der Be­rech­nung zu Grun­de lie­gen­de Al­ters­gut­ha­ben be­steht aus:

a.
dem Al­ters­gut­ha­ben, das der Ver­si­cher­te bis zum Be­ginn des An­spru­ches auf die In­va­li­den­ren­te er­wor­ben hat;
b.
der Sum­me der Al­ters­gut­schrif­ten für die bis zum or­dent­li­chen Ren­ten­al­ter feh­len­den Jah­re, oh­ne Zin­sen.

4 Die­se Al­ters­gut­schrif­ten wer­den auf dem ko­or­di­nier­ten Lohn des Ver­si­cher­ten wäh­rend sei­nes letz­ten Ver­si­che­rungs­jah­res in der Vor­sor­ge­ein­rich­tung be­rech­net.

5 Die In­va­li­den­ren­te wird an­ge­passt, wenn bei ei­nem Vor­sor­ge­aus­gleich ein Be­trag nach Ar­ti­kel 124 Ab­satz 1 ZGB67 über­tra­gen wird. Der Bun­des­rat re­gelt die Be­rech­nung der An­pas­sung.68

65 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2003 (1. BVG-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 1677; BBl 2000 2637). Sie­he auch die UeB der Änd. vom 3. Okt. 2003 am En­de die­ses Er­las­ses.

66Seit 1. Jan. 2005: Ren­ten­al­ter 64 für Frau­en (Art. 62a Abs. 2 Bst. c der V vom 18. April 1984 über die be­ruf­li­che Al­ters-, Hin­ter­las­se­nen- und In­va­li­den­vor­sor­ge in der Fas­sung der Änd. vom 18. Aug. 2004 – AS 2004 42794653).

67 SR 210

68 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 4 des BG vom 19. Ju­ni 2015 (Vor­sor­ge­aus­gleich bei Schei­dung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 2313; BBl 2013 4887).

Art. 25 Kinderrente  

1 Ver­si­cher­te, de­nen ei­ne In­va­li­den­ren­te zu­steht, ha­ben für je­des Kind, das im Fal­le ih­res To­des ei­ne Wai­sen­ren­te be­an­spru­chen könn­te, An­spruch auf ei­ne Kin­der­ren­te in Hö­he der Wai­sen­ren­te. Für die Kin­der­ren­te gel­ten die glei­chen Be­rech­nungs­re­geln wie für die In­va­li­den­ren­te.

2 Der An­spruch auf ei­ne Kin­der­ren­te, der im Zeit­punkt der Ein­lei­tung ei­nes Schei­dungs­ver­fah­rens be­steht, wird vom Vor­sor­ge­aus­gleich nach den Ar­ti­keln 124 und 124a ZGB69 nicht be­rührt.70

69 SR 210

70 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 4 des BG vom 19. Ju­ni 2015 (Vor­sor­ge­aus­gleich bei Schei­dung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 2313; BBl 2013 4887).

Art. 26 Beginn und Ende des Anspruchs  

1 Für den Be­ginn des An­spruchs auf In­va­li­den­leis­tun­gen gel­ten sinn­ge­mä­ss die ent­spre­chen­den Be­stim­mun­gen des Bun­des­ge­set­zes vom 19. Ju­ni 195971 über die In­va­li­den­ver­si­che­rung (Art. 29 IVG).72

2 Die Vor­sor­ge­ein­rich­tung kann in ih­ren re­gle­men­ta­ri­schen Be­stim­mun­gen vor­se­hen, dass der An­spruch auf­ge­scho­ben wird, so­lan­ge der Ver­si­cher­te den vol­len Lohn er­hält.

3 Der An­spruch er­lischt mit dem To­de des An­spruchs­be­rech­tig­ten oder, un­ter Vor­be­halt von Ar­ti­kel 26a, mit dem Weg­fall der In­va­li­di­tät.73 Bei Ver­si­cher­ten, die nach Ar­ti­kel 2 Ab­satz 3 der ob­li­ga­to­ri­schen Ver­si­che­rung un­ter­ste­hen oder nach Ar­ti­kel 47 Ab­satz 2 ih­re Vor­sor­ge frei­wil­lig wei­ter­füh­ren, er­lischt die In­va­li­den­ren­te spä­tes­tens bei Ent­ste­hen des An­spru­ches auf ei­ne Al­ters­leis­tung (Art. 13 Abs. 1).74

4 Be­fin­det sich der Ver­si­cher­te beim Ent­ste­hen des Leis­tungs­an­spruchs nicht in der leis­tungs­pflich­ti­gen Vor­sor­ge­ein­rich­tung, so ist je­ne Vor­sor­ge­ein­rich­tung vor­leis­tungs­pflich­tig, der er zu­letzt an­ge­hört hat. Steht die leis­tungs­pflich­ti­ge Vor­sor­ge­ein­rich­tung fest, so kann die vor­leis­tungs­pflich­ti­ge Vor­sor­ge­ein­rich­tung auf die­se Rück­griff neh­men.75

71SR 831.20. Heu­te: Art. 28 Abs. 1 und 29Abs. 1−3 IVG.

72Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 3 des BG vom 9. Okt. 1986 (2. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 1988 (AS 1987 447; BBl 1985 I 17).

73 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 6 des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817). Sie­he auch die UeB der Änd. vom 18. März 2011 am En­de die­ses Tex­tes.

74 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. März 2010 (Struk­tur­re­form), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 3393; BBl 2007 5669).

75 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2003 (1. BVG-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 1677; BBl 2000 2637).

Art. 26a Provisorische Weiterversicherung und Aufrechterhaltung des Leistungsanspruchs bei Herabsetzung oder Aufhebung der Rente der Invalidenversicherung 76  


1 Wird die Ren­te der In­va­li­den­ver­si­che­rung nach Ver­min­de­rung des In­va­li­di­täts­gra­des her­ab­ge­setzt oder auf­ge­ho­ben, so bleibt die ver­si­cher­te Per­son wäh­rend drei Jah­ren zu den glei­chen Be­din­gun­gen bei der leis­tungs­pflich­ti­gen Vor­sor­ge­ein­rich­tung ver­si­chert, so­fern sie vor der Her­ab­set­zung oder Auf­he­bung der Ren­te an Mass­nah­men zur Wie­der­ein­glie­de­rung nach Ar­ti­kel 8a IVG77 teil­ge­nom­men hat oder die Ren­te we­gen der Wie­der­auf­nah­me ei­ner Er­werbs­tä­tig­keit oder Er­hö­hung des Be­schäf­ti­gungs­gra­des her­ab­ge­setzt oder auf­ge­ho­ben wur­de.

2 Der Ver­si­che­rungs­schutz und der Leis­tungs­an­spruch blei­ben auf­recht­er­hal­ten, so­lan­ge die ver­si­cher­te Per­son ei­ne Über­gangs­leis­tung nach Ar­ti­kel 32 IVG be­zieht.

3 Wäh­rend der Wei­ter­ver­si­che­rung und Auf­recht­er­hal­tung des Leis­tungs­an­spruchs kann die Vor­sor­ge­ein­rich­tung die In­va­li­den­ren­te ent­spre­chend dem ver­min­der­ten In­va­li­di­täts­grad der ver­si­cher­ten Per­son kür­zen, je­doch nur so­weit, wie die Kür­zung durch ein Zu­satzein­kom­men der ver­si­cher­ten Per­so­nen aus­ge­gli­chen wird.

76 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 6 des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

77 SR 831.20

Art. 26b Vorsorgliche Einstellung der Rentenzahlung 78  

Die Vor­sor­ge­ein­rich­tung stellt ab dem Zeit­punkt, in dem sie Kennt­nis dar­über er­hält, dass die IV-Stel­le ge­stützt auf Ar­ti­kel 52a ATSG79 die vor­sorg­li­che Ein­stel­lung der Zah­lung der In­va­li­den­ren­te ver­fügt hat, die Zah­lung der In­va­li­den­ren­te eben­falls vor­sorg­lich ein.

78 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 4 des BG vom 21. Ju­ni 2019, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 5137; BBl 2018 1607).

79 SR 830.1

4. Kapitel: Freizügigkeitsleistung und Wohneigentumsförderung 80

80Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1993 über die Wohneigentumsförderung mit Mitteln der beruflichen Vorsorge, in Kraft seit 1. Jan. 1995 (AS 1994 2372; BBl 1992 VI 237).

1. Abschnitt: Freizügigkeitsleistung 81

81Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1993 über die Wohneigentumsförderung mit Mitteln der beruflichen Vorsorge, in Kraft seit 1. Jan. 1995 (AS 1994 2372; BBl 1992 VI 237).

Art. 2782  

Für die Frei­zü­gig­keits­leis­tung gilt das FZG83.

82Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des Frei­zü­gig­keits­ge­set­zes vom 17. Dez. 1993, in Kraft seit 1. Jan. 1995 (AS 1994 2386; BBl 1992 III 533).

83SR 831.42

Art. 28–3084  

84Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 3 des Frei­zü­gig­keits­ge­set­zes vom 17. Dez. 1993, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1995 (AS 1994 2386; BBl 1992 III 533).

2. Abschnitt: Wohneigentumsförderung85

85Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1993 über die Wohneigentumsförderung mit Mitteln der beruflichen Vorsorge, in Kraft seit 1. Jan. 1995 (AS 1994 2372; BBl 1992 VI 237).

Art. 30a Begriff  

Als Vor­sor­ge­ein­rich­tung im Sin­ne die­ses Ab­schnit­tes gel­ten al­le Ein­rich­tun­gen, die im Re­gis­ter für die be­ruf­li­che Vor­sor­ge ein­ge­tra­gen sind oder die den Vor­sor­ge­schutz nach Ar­ti­kel 1 des FZG86 in an­de­rer Form er­hal­ten.

Art. 30b Verpfändung  

Der Ver­si­cher­te kann den An­spruch auf Vor­sor­ge­leis­tun­gen oder einen Be­trag bis zur Hö­he sei­ner Frei­zü­gig­keits­leis­tung nach Ar­ti­kel 331d OR87 88 ver­pfän­den.

87SR 220

88 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. I 6 des BG vom 20. Dez. 2019 über die Ver­bes­se­rung der Ver­ein­bar­keit von Er­werbs­tä­tig­keit und An­ge­hö­ri­gen­be­treu­ung, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 4525; BBl 2019 4103). Die­se Änd. wur­de im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.

Art. 30c Vorbezug  

1 Der Ver­si­cher­te kann bis drei Jah­re vor Ent­ste­hung des An­spruchs auf Al­ters­leis­tun­gen von sei­ner Vor­sor­ge­ein­rich­tung einen Be­trag für Wohn­ei­gen­tum zum ei­ge­nen Be­darf gel­tend ma­chen.

2 Ver­si­cher­te dür­fen bis zum 50. Al­ters­jahr einen Be­trag bis zur Hö­he der Frei­zü­gig­keits­leis­tung be­zie­hen. Ver­si­cher­te, die das 50. Al­ters­jahr über­schrit­ten ha­ben, dür­fen höchs­tens die Frei­zü­gig­keits­leis­tung, auf die sie im 50. Al­ters­jahr An­spruch ge­habt hät­ten, oder die Hälf­te der Frei­zü­gig­keits­leis­tung im Zeit­punkt des Be­zu­ges in An­spruch neh­men.

3 Der Ver­si­cher­te kann die­sen Be­trag auch für den Er­werb von An­teil­schei­nen ei­ner Wohn­bau­ge­nos­sen­schaft oder ähn­li­cher Be­tei­li­gun­gen ver­wen­den, wenn er ei­ne da­durch mit­fi­nan­zier­te Woh­nung selbst be­nutzt.

4 Mit dem Be­zug wird gleich­zei­tig der An­spruch auf Vor­sor­ge­leis­tun­gen ent­spre­chend den je­wei­li­gen Vor­sor­ge­re­gle­men­ten und den tech­ni­schen Grund­la­gen der Vor­sor­ge­ein­rich­tung ge­kürzt. Um ei­ne Ein­bus­se des Vor­sor­ge­schut­zes durch ei­ne Leis­tungs­kür­zung bei Tod oder In­va­li­di­tät zu ver­mei­den, bie­tet die Vor­sor­ge­ein­rich­tung ei­ne Zu­satz­ver­si­che­rung an oder ver­mit­telt ei­ne sol­che.

5 Ist der Ver­si­cher­te ver­hei­ra­tet oder lebt er in ein­ge­tra­ge­ner Part­ner­schaft, so sind der Be­zug und je­de nach­fol­gen­de Be­grün­dung ei­nes Grund­pfand­rechts nur zu­läs­sig, wenn sein Ehe­gat­te oder sein ein­ge­tra­ge­ner Part­ner schrift­lich zu­stimmt. Kann der Ver­si­cher­te die Zu­stim­mung nicht ein­ho­len oder wird sie ihm ver­wei­gert, so kann er das Zi­vil­ge­richt an­ru­fen.89

6 Wird vor Ein­tritt ei­nes Vor­sor­ge­fal­les die Ehe ge­schie­den oder die ein­ge­tra­ge­ne Part­ner­schaft ge­richt­lich auf­ge­löst, so gilt der Vor­be­zug als Frei­zü­gig­keits­leis­tung und wird nach Ar­ti­kel 123 ZGB90, den Ar­ti­keln 280 und 281 der Zi­vil­pro­zess­ord­nung91 und den Ar­ti­keln 22–22b FZG92 ge­teilt.93

7 Wird durch den Vor­be­zug oder die Ver­pfän­dung die Li­qui­di­tät der Vor­sor­ge­ein­rich­tung in Fra­ge ge­stellt, so kann die­se die Er­le­di­gung der ent­spre­chen­den Ge­su­che auf­schie­ben. Sie legt in ih­rem Re­gle­ment ei­ne Prio­ri­tä­ten­ord­nung für das Auf­schie­ben die­ser Vor­be­zü­ge be­zie­hungs­wei­se Ver­pfän­dun­gen fest. Der Bun­des­rat re­gelt die Ein­zel­hei­ten.

89 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 4 des BG vom 19. Ju­ni 2015 (Vor­sor­ge­aus­gleich bei Schei­dung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 2313; BBl 2013 4887).

90 SR 210

91 SR 272

92 SR 831.42

93 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 4 des BG vom 19. Ju­ni 2015 (Vor­sor­ge­aus­gleich bei Schei­dung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 2313; BBl 2013 4887).

Art. 30d Rückzahlung  

1 Der be­zo­ge­ne Be­trag muss vom Ver­si­cher­ten oder von sei­nen Er­ben an die Vor­sor­ge­ein­rich­tung zu­rück­be­zahlt wer­den, wenn:

a.
das Wohn­ei­gen­tum ver­äus­sert wird;
b.
Rech­te an die­sem Wohn­ei­gen­tum ein­ge­räumt wer­den, die wirt­schaft­lich
ei­ner Ver­äus­se­rung gleich­kom­men; oder
c.
beim Tod des Ver­si­cher­ten kei­ne Vor­sor­ge­leis­tung fäl­lig wird.

2 Der Ver­si­cher­te kann im Üb­ri­gen den be­zo­ge­nen Be­trag un­ter Be­ach­tung der Be­din­gun­gen von Ab­satz 3 je­der­zeit zu­rück­be­zah­len.

3 Die Rück­zah­lung ist zu­läs­sig bis:

a.94
zur Ent­ste­hung des re­gle­men­ta­ri­schen An­spruchs auf Al­ters­leis­tun­gen;
b.
zum Ein­tritt ei­nes an­de­ren Vor­sor­ge­falls; oder
c.
zur Ba­r­aus­zah­lung der Frei­zü­gig­keits­leis­tung.

4 Will der Ver­si­cher­te den aus ei­ner Ver­äus­se­rung des Wohn­ei­gen­tums er­ziel­ten Er­lös im Um­fang des Vor­be­zugs in­ner­halb von zwei Jah­ren wie­der­um für sein Wohn­ei­gen­tum ein­set­zen, so kann er die­sen Be­trag auf ei­ne Frei­zü­gig­keitsein­rich­tung über­wei­sen.

5 Bei Ver­äus­se­rung des Wohn­ei­gen­tums be­schränkt sich die Rück­zah­lungs­pflicht auf den Er­lös. Als Er­lös gilt der Ver­kaufs­preis ab­züg­lich der hy­po­the­ka­risch ge­si­cher­ten Schul­den so­wie der dem Ver­käu­fer vom Ge­setz auf­er­leg­ten Ab­ga­ben.

6 Zu­rück­be­zahl­te Be­trä­ge wer­den im glei­chen Ver­hält­nis wie beim Vor­be­zug dem Al­ters­gut­ha­ben nach Ar­ti­kel 15 und dem üb­ri­gen Vor­sor­ge­gut­ha­ben zu­ge­ord­net.95

94 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 2 des BG vom 22. März 2019 (EL-Re­form), in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 585; BBl 2016 7465).

95 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 4 des BG vom 19. Ju­ni 2015 (Vor­sor­ge­aus­gleich bei Schei­dung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 2313; BBl 2013 4887).

Art. 30e Sicherung des Vorsorgezwecks  

1 Der Ver­si­cher­te oder sei­ne Er­ben dür­fen das Wohn­ei­gen­tum nur un­ter Vor­be­halt von Ar­ti­kel 30dver­äus­sern. Als Ver­äus­se­rung gilt auch die Ein­räu­mung von Rech­ten, die wirt­schaft­lich ei­ner Ver­äus­se­rung gleich­kom­men. Nicht als Ver­äus­se­rung gilt hin­ge­gen die Über­tra­gung des Wohn­ei­gen­tums an einen vor­sor­ge­recht­lich Be­güns­tig­ten. Die­ser un­ter­liegt aber der­sel­ben Ver­äus­se­rungs­be­schrän­kung wie der Ver­si­cher­te.

2 Die Ver­äus­se­rungs­be­schrän­kung nach Ab­satz 1 ist im Grund­buch an­zu­mer­ken. Die Vor­sor­ge­ein­rich­tung hat die An­mer­kung dem Grund­buchamt gleich­zei­tig mit der Aus­zah­lung des Vor­be­zugs be­zie­hungs­wei­se mit der Pfand­ver­wer­tung des Vor­sor­ge­gut­ha­bens an­zu­mel­den.

3 Die An­mer­kung darf ge­löscht wer­den:

a.96
bei der Ent­ste­hung des re­gle­men­ta­ri­schen An­spruchs auf Al­ters­leis­tun­gen;
b.
nach Ein­tritt ei­nes an­de­ren Vor­sor­ge­fal­les;
c.
bei Ba­r­aus­zah­lung der Frei­zü­gig­keits­leis­tung; oder
d.
wenn nach­ge­wie­sen wird, dass der in das Wohn­ei­gen­tum in­ves­tier­te Be­trag ge­mä­ss Ar­ti­kel 30dan die Vor­sor­ge­ein­rich­tung des Ver­si­cher­ten oder auf ei­ne Frei­zü­gig­keitsein­rich­tung über­wie­sen wor­den ist.

4 Er­wirbt der Ver­si­cher­te mit dem Vor­be­zug An­teil­schei­ne ei­ner Wohn­bau­ge­nos­sen­schaft oder ähn­li­che Be­tei­li­gun­gen, so hat er die­se zur Si­cher­stel­lung des Vor­sor­ge­zwecks zu hin­ter­le­gen.

5 Der Ver­si­cher­te mit Wohn­sitz im Aus­land hat vor der Aus­zah­lung des Vor­be­zugs be­zie­hungs­wei­se vor der Ver­pfän­dung des Vor­sor­ge­gut­ha­bens nach­zu­wei­sen, dass er die Mit­tel der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge für sein Wohn­ei­gen­tum ver­wen­det.

6 Die Pflicht und das Recht zur Rück­zah­lung be­ste­hen bis zur Ent­ste­hung des re­gle­men­ta­ri­schen An­spruchs auf Al­ters­leis­tun­gen, bis zum Ein­tritt ei­nes an­de­ren Vor­sor­ge­fal­les oder bis zur Ba­r­aus­zah­lung.97

96 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 2 des BG vom 22. März 2019 (EL-Re­form), in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 585; BBl 2016 7465).

97 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 2 des BG vom 22. März 2019 (EL-Re­form), in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 585; BBl 2016 7465).

Art. 30f Einschränkungen während einer Unterdeckung 98  

1Die Vor­sor­ge­ein­rich­tung kann in ih­rem Re­gle­ment vor­se­hen, dass wäh­rend der Dau­er ei­ner Un­ter­de­ckung die Ver­pfän­dung, der Vor­be­zug und die Rück­zah­lung zeit­lich und be­trags­mäs­sig ein­ge­schränkt oder ganz ver­wei­gert wer­den kön­nen.

2 Der Bun­des­rat legt die Vor­aus­set­zun­gen fest, un­ter de­nen die Ein­schrän­kun­gen nach Ab­satz 1 zu­läs­sig sind, und be­stimmt de­ren Um­fang.

98 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. Ju­ni 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 4635; BBl 2003 6399).

Art. 30g Ausführungsbestimmungen 99  

Der Bun­des­rat be­stimmt:

a.
die zu­läs­si­gen Ver­wen­dungs­zwe­cke und den Be­griff «Wohn­ei­gen­tum zum ei­ge­nen Be­darf» (Art. 30cAbs. 1);
b.
wel­che Vor­aus­set­zun­gen beim Er­werb von An­teil­schei­nen ei­ner Wohn­bau­ge­nos­sen­schaft oder ähn­li­cher Be­tei­li­gun­gen zu er­fül­len sind (Art. 30c Abs. 3);
c.
den Min­dest­be­trag für den Be­zug (Art. 30c Abs. 1);
d.
die Mo­da­li­tä­ten der Ver­pfän­dung, des Vor­be­zugs, der Rück­zah­lung und der Si­cher­stel­lung des Vor­sor­ge­zwecks (Art. 30b–30e);
e.
die Pflicht der Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen, die Ver­si­cher­ten im Fal­le der Ver­pfän­dung oder des Vor­be­zugs über die Aus­wir­kun­gen auf ih­re Vor­sor­ge­lei­s­tun­gen, über die Mög­lich­keit der Zu­satz­ver­si­che­rung für die Ri­si­ken Tod oder In­va­li­di­tät und über die steu­er­li­chen Fol­gen zu in­for­mie­ren.

99 Ur­sprüng­lich Art. 30f.

5. Kapitel: Eintrittsgeneration

Art. 31 Grundsatz  

Der Ein­tritts­ge­ne­ra­ti­on ge­hö­ren die Per­so­nen an, die bei In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes das 25. Al­ters­jahr vollen­det und das Ren­ten­al­ter noch nicht er­reicht ha­ben.

Art. 32 Sonderbestimmungen der Vorsorgeeinrichtungen  

1 Je­de Vor­sor­ge­ein­rich­tung hat im Rah­men ih­rer fi­nan­zi­el­len Mög­lich­kei­ten Son­der­be­stim­mun­gen zu­guns­ten der Ein­tritts­ge­ne­ra­ti­on zu er­las­sen und da­bei na­ment­lich äl­te­re Ver­si­cher­te, vor al­lem sol­che mit klei­nen Ein­kom­men, be­vor­zugt zu be­han­deln.

2 Ha­ben Ver­si­cher­te Leis­tungs­an­sprü­che auf­grund von Vor­sor­ge­ver­hält­nis­sen, die bei In­kraft­tre­ten des Ge­set­zes be­ste­hen, so kön­nen die­se von der Vor­sor­ge­ein­rich­tung be­rück­sich­tigt wer­den.

Art. 33100  

100 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 19. März 2010 (Struk­tur­re­form), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 3393; BBl 2007 5669).

5a. Kapitel: Erleichterung der Arbeitsmarktbeteiligung älterer Arbeitnehmer101

101 Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 11. Dez. 2009 (Massnahmen zur Erleichterung der Arbeitsmarktbeteiligung älterer Arbeitnehmender), in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 4427; BBl 2007 5669).

Art. 33a Weiterversicherung des bisherigen versicherten Verdienstes  

1 Die Vor­sor­ge­ein­rich­tung kann in ih­rem Re­gle­ment vor­se­hen, dass für Ver­si­cher­te, de­ren Lohn sich nach dem 58. Al­ters­jahr um höchs­tens die Hälf­te re­du­ziert, auf Ver­lan­gen der ver­si­cher­ten Per­son die Vor­sor­ge für den bis­he­ri­gen ver­si­cher­ten Ver­dienst wei­ter­ge­führt wird.

2 Die Wei­ter­ver­si­che­rung des bis­he­ri­gen ver­si­cher­ten Ver­diens­tes kann höchs­tens bis zum or­dent­li­chen re­gle­men­ta­ri­schen Ren­ten­al­ter er­fol­gen.

3 Die Bei­trä­ge zur Wei­ter­ver­si­che­rung des bis­he­ri­gen ver­si­cher­ten Ver­diens­tes sind von der Bei­tragspa­ri­tät nach den Ar­ti­keln 66 Ab­satz 1 die­ses Ge­set­zes und 331 Ab-satz 3 OR102 aus­ge­nom­men. Das Re­gle­ment kann Bei­trä­ge des Ar­beit­ge­bers für die­se Wei­ter­ver­si­che­rung nur mit des­sen Zu­stim­mung vor­se­hen.

102 SR 220

Art. 33b Erwerbstätigkeit nach dem ordentlichen Rentenalter  

Die Vor­sor­ge­ein­rich­tung kann in ih­rem Re­gle­ment vor­se­hen, dass auf Ver­lan­gen der ver­si­cher­ten Per­son de­ren Vor­sor­ge bis zum En­de der Er­werbs­tä­tig­keit, höchs­tens je­doch bis zur Vollen­dung des 70. Al­ters­jah­res, wei­ter­ge­führt wird.

6. Kapitel: Gemeinsame Bestimmungen für die Leistungen

Art. 34 Höhe der Leistung in besonderen Fällen  

1 Der Bun­des­rat re­gelt die Be­rech­nung der Leis­tun­gen in be­son­de­ren Fäl­len,
na­ment­­lich:

a.103
wenn das nach Ar­ti­kel 24 Ab­satz 4 mass­ge­ben­de Ver­si­che­rungs­jahr nicht voll­stän­dig ist oder der Ver­si­cher­te wäh­rend die­ser Zeit nicht voll er­werbs­fä­hig war;
b.
wenn der Ver­si­cher­te bei Ein­tritt des neu­en Ver­si­che­rungs­fal­les nach die­sem Ge­setz be­reits ei­ne In­va­li­den­ren­te be­zieht oder ei­ne In­va­li­den­leis­tung be­zo­gen hat.

2 ...104

103 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2003 (1. BVG-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 1677; BBl 2000 2637).

104Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 10 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185910, 1994 V 921, 1999 4523).

Art. 34a Koordi­nation und Vorleistung 105  

1 Die Vor­sor­ge­ein­rich­tung kann die Hin­ter­las­se­nen- und In­va­li­den­leis­tun­gen kür­zen, so­weit die­se zu­sam­men mit an­de­ren Leis­tun­gen glei­cher Art und Zweck­be­stim­mung so­wie wei­te­ren an­re­chen­ba­ren Ein­künf­ten 90 Pro­zent des mut­mass­lich ent­gan­ge­nen Ver­diens­tes über­stei­gen.106

2 Tref­fen Leis­tun­gen nach die­sem Ge­setz mit gleich­ar­ti­gen Leis­tun­gen an­de­rer So­zi­al­ver­si­che­run­gen zu­sam­men, so fin­det Ar­ti­kel 66 Ab­satz 2 ATSG107 An­wen­dung. Wer­den Ehe­gat­ten- und Wai­sen­ren­ten bei un­ge­nü­gen­den Vor­sor­ge­leis­tun­gen nach Ar­ti­kel 54 des Bun­des­ge­set­zes vom 19. Ju­ni 1992108 über die Mi­li­tär­ver­si­che­rung aus­ge­rich­tet, so dür­fen Leis­tun­gen die­ses Ge­set­zes nicht ge­kürzt wer­den.

3 Für die Vor­leis­tung gel­ten die Ar­ti­kel 70 und 71 ATSG.

4 Die Kür­zung an­de­rer Leis­tun­gen, die beim Er­rei­chen des or­dent­li­chen Ren­ten­al­ters vor­ge­nom­men wird, so­wie die Kür­zung oder Ver­wei­ge­rung an­de­rer Leis­tun­gen auf­grund von Ver­schul­den müs­sen nicht aus­ge­gli­chen wer­den.109

5 Der Bun­des­rat re­gelt:

a.
die an­re­chen­ba­ren Leis­tun­gen und Ein­künf­te so­wie den mut­mass­lich ent­gan­ge­nen Ver­dienst;
b.
die Be­rech­nung der Kür­zung der Leis­tun­gen nach Ab­satz 1, wenn an­de­re Leis­tun­gen nach Ab­satz 4 ge­kürzt wer­den;
c.
die Ko­or­di­na­ti­on mit Kran­ken­tag­gel­dern.110

105 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 10 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185910, 1994 V 921, 1999 4523).

106 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 2 des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 20085395, 2014 7911).

107 SR 830.1

108 SR 833.1

109 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 2 des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 20085395, 2014 7911).

110 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 2 des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 20085395, 2014 7911).

Art. 34b Subrogation 111  

Ge­gen­über ei­nem Drit­ten, der für den Ver­si­che­rungs­fall haf­tet, tritt die Vor­sor­ge­ein­rich­tung im Zeit­punkt des Er­eig­nis­ses bis auf die Hö­he der ge­setz­li­chen Leis­tun­gen in die An­sprü­che der ver­si­cher­ten Per­son, ih­rer Hin­ter­las­se­nen und wei­te­rer Be­güns­tig­ter nach Ar­ti­kel 20a ein.

111 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2003 (1. BVG-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 1677; BBl 2000 2637).

Art. 35 Kürzung der Leistungen bei schwerem Verschulden  

Die Vor­sor­ge­ein­rich­tung kann ih­re Leis­tun­gen im ent­spre­chen­den Um­fang kür­zen, wenn die AHV/IV ei­ne Leis­tung kürzt, ent­zieht oder ver­wei­gert, weil der An­spruchs­be­rech­tig­te den Tod oder die In­va­li­di­tät durch schwe­res Ver­schul­den her­bei­ge­führt hat oder sich ei­ner Ein­glie­de­rungs­mass­nah­me der IV wi­der­setzt.

Art. 35a Rückerstattung zu Unrecht bezogener Leistungen 112  

1 Un­recht­mäs­sig be­zo­ge­ne Leis­tun­gen sind zu­rück­zu­er­stat­ten. Von der Rück­for­de­rung kann ab­ge­se­hen wer­den, wenn der Leis­tungs­emp­fän­ger gut­gläu­big war und die Rück­for­de­rung zu ei­ner gros­sen Här­te führt.

2 Der Rück­for­de­rungs­an­spruch er­lischt drei Jah­re, nach­dem die Vor­sor­ge­ein­rich­tung da­von Kennt­nis er­hal­ten hat, spä­tes­tens aber fünf Jah­re seit der Aus­zah­lung der ein­zel­nen Leis­tung.113 Wird der Rück­for­de­rungs­an­spruch aus ei­ner straf­ba­ren Hand­lung her­ge­lei­tet, für wel­che das Straf­recht ei­ne län­ge­re Ver­jäh­rungs­frist fest­setzt, so ist die­se Frist mass­ge­bend.

112 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2003 (1. BVG-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 1677; BBl 2000 2637).

113 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 4 des BG vom 21. Ju­ni 2019, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 5137; BBl 2018 1607).

Art. 36 Anpassung an die Preisentwicklung 114  

1 Hin­ter­las­se­nen- und In­va­li­den­ren­ten, de­ren Lauf­zeit drei Jah­re über­schrit­ten hat, wer­den bis zum Er­rei­chen des or­dent­li­chen Ren­ten­al­ters nach An­ord­nung des Bun­des­ra­tes der Preis­ent­wick­lung an­ge­passt.

2 Die Hin­ter­las­se­nen- und In­va­li­den­ren­ten, die nicht nach Ab­satz 1 der Preis­ent­wick­lung an­ge­passt wer­den müs­sen, so­wie die Al­ters­ren­ten wer­den ent­spre­chend den fi­nan­zi­el­len Mög­lich­kei­ten der Vor­sor­ge­ein­rich­tung der Preis­ent­wick­lung an­ge­passt. Das pa­ri­tä­ti­sche oder das obers­te Or­gan der Vor­sor­ge­ein­rich­tung ent­schei­det jähr­lich dar­über, ob und in wel­chem Aus­mass die Ren­ten an­ge­passt wer­den.

3 Die Vor­sor­ge­ein­rich­tung er­läu­tert in ih­rer Jah­res­rech­nung oder in ih­rem Jah­res­be­richt die Be­schlüs­se nach Ab­satz 2.

4 Ar­ti­kel 65d Ab­satz 3 Buch­sta­be b ist an­wend­bar auf An­pas­sun­gen an die Preis­ent­wick­lung, die das pa­ri­tä­ti­sche Or­gan der Vor­sor­ge­ein­rich­tung un­ter Wür­di­gung der fi­nan­zi­el­len La­ge der Vor­sor­ge­ein­rich­tung be­schlos­sen hat.115

114 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2003 (1. BVG-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 1677; BBl 2000 2637). Sie­he auch die UeB der Änd. vom 3. Okt. 2003 am En­de die­ses Er­las­ses.

115 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. Ju­ni 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 4635; BBl 2003 6399).

Art. 37 Form der Leistungen 116  

1 Al­ters-, Hin­ter­las­se­nen- und In­va­li­den­leis­tun­gen wer­den in der Re­gel als Ren­te aus­ge­rich­tet.

2 Der Ver­si­cher­te kann ver­lan­gen, dass ihm ein Vier­tel sei­nes Al­ters­gut­ha­bens, das für die Be­rech­nung der tat­säch­lich be­zo­ge­nen Al­ters­leis­tun­gen (Art. 13 und Art. 13a117) mass­ge­bend ist, als ein­ma­li­ge Ka­pi­tal­ab­fin­dung aus­ge­rich­tet wird.

3 Die Vor­sor­ge­ein­rich­tung kann an Stel­le der Ren­te ei­ne Ka­pi­tal­ab­fin­dung aus­rich­ten, wenn die Al­ters- oder die In­va­li­den­ren­te we­ni­ger als 10 Pro­zent, die Wit­wen- oder Wit­wer­ren­te we­ni­ger als 6 Pro­zent oder die Wai­sen­ren­te we­ni­ger als 2 Pro­zent der Min­destal­ters­ren­te der AHV be­trägt.

4 Die Vor­sor­ge­ein­rich­tung kann in ih­rem Re­gle­ment vor­se­hen, dass:

a.
die An­spruchs­be­rech­tig­ten ei­ne Ka­pi­tal­ab­fin­dung an Stel­le ei­ner Al­ters-, Hin­ter­las­se­nen- oder In­va­li­den­ren­te wäh­len kön­nen;
b.
die An­spruchs­be­rech­tig­ten ei­ne be­stimm­te Frist für die Gel­tend­ma­chung der Ka­pi­tal­ab­fin­dung ein­hal­ten müs­sen.

5 ...118

116 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2003 (1. BVG-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 1677; BBl 2000 2637).

117 Art. 13a war in der 11. AHV-Re­vi­si­on vom 3. Okt. 2003 vor­ge­se­hen, die in der Volks­ab­stim­mung vom 16. Mai 2004ab­ge­lehnt wur­de (sie­he BBl 2004 3943).

118 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 4 des BG vom 19. Ju­ni 2015 (Vor­sor­ge­aus­gleich bei Schei­dung), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 2313; BBl 2013 4887).

Art. 37a Zustimmung bei Kapitalabfindung 119  

1 Ist der Ver­si­cher­te ver­hei­ra­tet oder lebt er in ein­ge­tra­ge­ner Part­ner­schaft, so ist die Aus­zah­lung der Ka­pi­tal­ab­fin­dung nach Ar­ti­kel 37 Ab­sät­ze 2 und 4 nur zu­läs­sig, wenn sein Ehe­gat­te oder sein ein­ge­tra­ge­ner Part­ner schrift­lich zu­stimmt. Kann der Ver­si­cher­te die Zu­stim­mung nicht ein­ho­len oder wird sie ihm ver­wei­gert, so kann er das Zi­vil­ge­richt an­ru­fen.

2 Die Vor­sor­ge­ein­rich­tung schul­det auf der Ka­pi­tal­ab­fin­dung so lan­ge kei­nen Zins, als der Ver­si­cher­te die Zu­stim­mung nach Ab­satz 1 nicht bei­bringt.

119 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 4 des BG vom 19. Ju­ni 2015 (Vor­sor­ge­aus­gleich bei Schei­dung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 2313; BBl 2013 4887).

Art. 38 Auszahlung der Renten  

Die Ren­ten wer­den in der Re­gel mo­nat­lich aus­ge­rich­tet. Für den Mo­nat, in dem der An­spruch er­lischt, wird die Ren­te voll aus­be­zahlt.

Art. 39 Abtretung, Verpfändung und Verrechnung  

1 Der Leis­tungs­an­spruch kann vor Fäl­lig­keit we­der ver­pfän­det noch ab­ge­tre­ten wer­den. Vor­be­hal­ten bleibt Ar­ti­kel 30b.120

2 Der Leis­tungs­an­spruch darf mit For­de­run­gen, die der Ar­beit­ge­ber der Vor­sor­ge­­ein­rich­tung ab­ge­tre­ten hat, nur ver­rech­net wer­den, wenn sie sich auf Bei­trä­ge be­zie­hen, die nicht vom Lohn ab­ge­zo­gen wor­den sind.

3 Rechts­ge­schäf­te, die die­sen Be­stim­mun­gen wi­der­spre­chen, sind nich­tig.

120Fas­sung des zwei­ten Sat­zes ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1993 über die Wohn­ei­gen­tums­för­de­rung mit Mit­teln der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge, in Kraft seit 1. Jan. 1995 (AS 1994 2372; BBl 1992 VI 237).

Art. 40121  

121Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 17. Dez. 1993 über die Wohn­ei­gen­tums­för­de­rung mit Mit­teln der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1995 (AS 1994 2372; BBl 1992 VI 237).

Art. 41 Verjährung von Ansprüchen und Aufbewahrung von Vorsorgeunterlagen 122  

1 Die Leis­tungs­an­sprü­che ver­jäh­ren nicht, so­fern die Ver­si­cher­ten im Zeit­punkt des Ver­si­che­rungs­fal­les die Vor­sor­ge­ein­rich­tung nicht ver­las­sen ha­ben.

2 For­de­run­gen auf pe­ri­odi­sche Bei­trä­ge und Leis­tun­gen ver­jäh­ren nach fünf, an­de­re nach zehn Jah­ren. Die Ar­ti­kel 129–142 OR123 sind an­wend­bar.

3 Gut­ha­ben, wel­che auf Frei­zü­gig­keits­kon­ten oder -po­li­cen nach Ar­ti­kel 10 der Frei­zü­gig­keits­ver­ord­nung vom 3. Ok­to­ber 1994124 an­ge­legt sind, wer­den nach Ab­lauf von zehn Jah­ren ab dem or­dent­li­chen Rück­tritts­al­ter (Art. 13) an den Si­cher­heits­fonds über­wie­sen; die­ser ver­wen­det sie zur Fi­nan­zie­rung der Zen­tral­stel­le 2. Säu­le.

4 Wenn es nicht mög­lich ist, das ge­naue Ge­burts­da­tum des Ver­si­cher­ten zu er­mit­teln, wer­den die­je­ni­gen Frei­zü­gig­keits­gut­ha­ben, für wel­che bei den Ein­rich­tun­gen, die sie ver­wal­ten, wäh­rend zehn Jah­ren kei­ne Nach­rich­ten des Ver­si­cher­ten oder von des­sen Er­ben ein­ge­gan­gen sind, bis ins Jahr 2010 von die­sen Ein­rich­tun­gen wei­ter ver­wal­tet. Da­nach wer­den sie eben­falls an den Si­cher­heits­fonds über­wie­sen; die­ser ver­wen­det sie ent­spre­chend Ab­satz 3.

5 Der Si­cher­heits­fonds er­füllt An­sprü­che auf nach den Ab­sät­zen 3 und 4 an ihn über­wie­se­ne Gut­ha­ben, so­fern de­ren Be­stand vom Ver­si­cher­ten oder von des­sen Er­ben nach­ge­wie­sen wird.

6 An­sprü­che, die nicht nach Ab­satz 5 gel­tend ge­macht wer­den, ver­jäh­ren, wenn der Ver­si­cher­te sein 100. Al­ters­jahr vollen­det hat oder vollen­det hät­te.

7 Die Ab­sät­ze 1–6 sind auch auf Ver­pflich­tun­gen aus Ver­trä­gen zwi­schen Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen und Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaf­ten, wel­che der Ver­si­che­rungs­auf­sicht un­ter­stellt sind, an­wend­bar.

8 Der Bun­des­rat er­lässt Be­stim­mun­gen über die Auf­be­wah­rung von Vor­sor­ge­un­ter­la­gen im Hin­blick auf die Gel­tend­ma­chung von An­sprü­chen der Ver­si­cher­ten.

122 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2003 (1. BVG-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 1677; BBl 2000 2637).

123 SR 220

124 SR 831.425

Zweiter Titel: Obligatorische Versicherung der Selbständigerwerben­den

Art. 42 Versicherung von Alter, Tod und Invalidität  

Sind die Selb­stän­di­g­er­wer­ben­den ob­li­ga­to­risch für Al­ter, Tod und In­va­li­di­tät ver­si­chert, so sind die Be­stim­mun­gen über die ob­li­ga­to­ri­sche Ver­si­che­rung der Ar­beit­neh­mer sinn­ge­mä­ss an­wend­bar.

Art. 43 Versicherung einzelner Risiken  

1 Um­fasst die ob­li­ga­to­ri­sche Ver­si­che­rung nur die Ri­si­ken Tod und In­va­li­di­tät, so kann der Bun­des­rat ein Leis­tungs­sys­tem zu­las­sen, das von demje­ni­gen in der ob­li­ga­to­ri­schen Ver­si­che­rung der Ar­beit­neh­mer ab­weicht.

2 Die Be­stim­mun­gen über den Si­cher­heits­fonds sind nicht an­wend­bar.

Dritter Titel: Freiwillige Versicherung

1. Kapitel: Selbständigerwerbende

Art. 44 Recht auf Versicherung  

1 Selb­stän­di­g­er­wer­ben­de kön­nen sich bei der Vor­sor­ge­ein­rich­tung ih­res Be­ru­fes oder ih­rer Ar­beit­neh­mer ver­si­chern las­sen.

2 Wer sich nicht bei ei­ner Vor­sor­ge­ein­rich­tung ver­si­chern las­sen kann, ist be­rech­tigt, sich bei der Auf­fan­gein­rich­tung ver­si­chern zu las­sen.

Art. 45 Vorbehalt  

1 Für die Ri­si­ken Tod und In­va­li­di­tät darf ein Vor­be­halt aus ge­sund­heit­li­chen Grün­den für höchs­tens drei Jah­re ge­macht wer­den.

2 Die­ser Vor­be­halt ist un­zu­läs­sig, wenn der Selb­stän­di­g­er­wer­ben­de min­des­tens sechs Mo­na­te ob­li­ga­to­risch ver­si­chert war und sich in­nert Jah­res­frist frei­wil­lig ver­si­chert.

2. Kapitel: Arbeitnehmer

Art. 46 Erwerbstätigkeit im Dienste mehrerer Arbeitgeber  

1 Der nicht ob­li­ga­to­risch ver­si­cher­te Ar­beit­neh­mer, der im Diens­te meh­re­rer Ar­beit­ge­ber steht und des­sen ge­sam­ter Jah­res­lohn 21 510 Fran­ken125 über­steigt, kann sich ent­we­der bei der Auf­fan­gein­rich­tung oder bei der Vor­sor­ge­ein­rich­tung, der ei­ner sei­ner Ar­beit­ge­ber an­ge­schlos­sen ist, frei­wil­lig ver­si­chern las­sen, so­fern de­ren re­gle­men­ta­ri­sche Be­stim­mun­gen es vor­se­hen.126

2 Ist der Ar­beit­neh­mer be­reits bei ei­ner Vor­sor­ge­ein­rich­tung ob­li­ga­to­risch ver­si­chert, kann er sich bei ihr, falls ih­re re­gle­men­ta­ri­schen Be­stim­mun­gen es nicht aus­schlies­sen, oder bei der Auf­fan­gein­rich­tung für den Lohn zu­sätz­lich ver­si­chern las­sen, den er von den an­de­ren Ar­beit­ge­bern er­hält.

3 Dem Ar­beit­neh­mer, der Bei­trä­ge di­rekt an ei­ne Vor­sor­ge­ein­rich­tung be­zahlt, schul­det je­der Ar­beit­ge­ber je­weils die Hälf­te der Bei­trä­ge, die auf den bei ihm be­zo­ge­nen Lohn ent­fal­len. Die Hö­he des Ar­beit­ge­ber-Bei­tra­ges er­gibt sich aus ei­ner Be­schei­ni­gung der Vor­sor­ge­ein­rich­tung.

4 Die Vor­sor­ge­ein­rich­tung über­nimmt auf Be­geh­ren des Ar­beit­neh­mers das In­kas­so ge­gen­über den Ar­beit­ge­bern.

125Be­trag ge­mä­ss Art. 5 der V vom 18. April 1984 über die be­ruf­li­che Al­ters-, Hin­ter­las­se­nen- und In­va­li­den­vor­sor­ge in der Fas­sung der Änd. vom 14. Okt. 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 20204621).

126 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2003 (1. BVG-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 1677; BBl 2000 2637).

Art. 47 Ausscheiden aus der obligatorischen Versicherung 127  

1 Schei­det der Ver­si­cher­te aus der ob­li­ga­to­ri­schen Ver­si­che­rung aus, so kann er die Vor­sor­ge oder bloss die Al­ters­vor­sor­ge im bis­he­ri­gen Um­fang bei der­sel­ben Vor­sor­ge­ein­rich­tung, wenn de­ren Re­gle­ment dies zu­lässt, oder bei der Auf­fan­gein­rich­tung wei­ter­füh­ren.

2 Der aus der ob­li­ga­to­ri­schen Ver­si­che­rung nach Ar­ti­kel 2 Ab­satz 3 aus­schei­den­de Ver­si­cher­te kann die Vor­sor­ge für die Ri­si­ken Tod und In­va­li­di­tät im bis­he­ri­gen Um­fang bei der Auf­fan­gein­rich­tung wei­ter­füh­ren.128

127Fas­sung ge­mä­ss Art. 117a des Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rungs­ge­set­zes vom 26. Ju­ni 1982, in Kraft seit 1. Ju­li 1997 (AS 1982 2184; BBl 1980 III 489).

128 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. März 2010 (Struk­tur­re­form), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 3393; BBl 2007 5669).

Art. 47a Ausscheiden aus der obligatorischen Versicherung nach Vollendung des
58. Altersjahres
129  

1 Ei­ne ver­si­cher­te Per­son, die nach Vollen­dung des 58. Al­ters­jah­res aus der ob­li­ga­to­ri­schen Ver­si­che­rung aus­schei­det, weil das Ar­beits­ver­hält­nis vom Ar­beit­ge­ber auf­ge­löst wur­de, kann die Ver­si­che­rung nach Ar­ti­kel 47 wei­ter­füh­ren oder die Wei­ter­füh­rung nach den Ab­sät­zen 2-7 im bis­he­ri­gen Um­fang bei ih­rer bis­he­ri­gen Vor­sor­ge­ein­rich­tung ver­lan­gen.

2 Die ver­si­cher­te Per­son hat die Mög­lich­keit, wäh­rend die­ser Wei­ter­ver­si­che­rung die Al­ters­vor­sor­ge durch Bei­trä­ge wei­ter auf­zu­bau­en. Die Aus­tritts­leis­tung bleibt in der Vor­sor­ge­ein­rich­tung, auch wenn die Al­ters­vor­sor­ge nicht wei­ter auf­ge­baut wird. Tritt die ver­si­cher­te Per­son in ei­ne neue Vor­sor­ge­ein­rich­tung ein, so hat die bis­he­ri­ge Vor­sor­ge­ein­rich­tung die Aus­tritts­leis­tung in dem Um­fang an die neue zu über­wei­sen, als sie für den Ein­kauf in die vol­len re­gle­men­ta­ri­schen Leis­tun­gen ver­wen­det wer­den kann.

3 Die ver­si­cher­te Per­son be­zahlt Bei­trä­ge zur De­ckung der Ri­si­ken Tod und In­va­li­di­tät und an die Ver­wal­tungs­kos­ten. Falls sie die Al­ters­vor­sor­ge wei­ter auf­baut, be­zahlt sie zu­sätz­lich die ent­spre­chen­den Bei­trä­ge.

4 Die Ver­si­che­rung en­det bei Ein­tritt des Ri­si­kos Tod oder In­va­li­di­tät oder bei Er­rei­chen des re­gle­men­ta­ri­schen or­dent­li­chen Ren­ten­al­ters. Bei Ein­tritt in ei­ne neue Vor­sor­ge­ein­rich­tung en­det sie, wenn in der neu­en Ein­rich­tung mehr als zwei Drit­tel der Aus­tritts­leis­tung für den Ein­kauf in die vol­len re­gle­men­ta­ri­schen Leis­tun­gen be­nö­tigt wer­den. Die Ver­si­che­rung kann durch die ver­si­cher­te Per­son je­der­zeit und durch die Vor­sor­ge­ein­rich­tung bei Vor­lie­gen von Bei­trags­aus­stän­den ge­kün­digt wer­den.

5 Ver­si­cher­te, die die Ver­si­che­rung nach die­sem Ar­ti­kel wei­ter­füh­ren, sind gleich­be­rech­tigt wie die im glei­chen Kol­lek­tiv auf­grund ei­nes be­ste­hen­den Ar­beits­ver­hält­nis­ses Ver­si­cher­ten, ins­be­son­de­re in Be­zug auf den Zins, den Um­wand­lungs­satz so­wie auf Zah­lun­gen durch den frü­he­ren Ar­beit­ge­ber oder einen Drit­ten.

6 Hat die Wei­ter­füh­rung der Ver­si­che­rung mehr als zwei Jah­re ge­dau­ert, so müs­sen die Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen in Ren­ten­form be­zo­gen und die Aus­tritts­leis­tung kann nicht mehr für Wohn­ei­gen­tum zum ei­ge­nen Be­darf vor­be­zo­gen oder ver­pfän­det wer­den. Vor­be­hal­ten blei­ben re­gle­men­ta­ri­sche Be­stim­mun­gen, die die Aus­rich­tung der Leis­tun­gen nur in Ka­pi­tal­form vor­se­hen.

7 Die Vor­sor­ge­ein­rich­tung kann im Reg­le­ment die Wei­ter­füh­rung der Ver­si­che­rung nach die­sem Ar­ti­kel be­reits ab dem vollen­de­ten 55. Al­ters­jahr vor­se­hen. Sie kann im Re­gle­ment vor­se­hen, dass auf Ver­lan­gen der ver­si­cher­ten Per­son für die ge­sam­te Vor­sor­ge oder nur für die Al­ters­vor­sor­ge ein tiefe­rer als der bis­he­ri­ge Lohn ver­si­chert wird.

129 Ein­ge­fügt durch Ziff. II 2 des BG vom 22. März 2019 (EL-Re­form), in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 585; BBl 2016 7465).

Dritter Teil: Organisation

Erster Titel: Vorsorgeeinrichtungen

Art. 48 Grundsätze 130  

1 Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen, die an der Durch­füh­rung der ob­li­ga­to­ri­schen Ver­si­che­rung teil­neh­men wol­len, müs­sen sich bei der Auf­sichts­be­hör­de, der sie un­ter­ste­hen (Art. 61), in das Re­gis­ter für die be­ruf­li­che Vor­sor­ge ein­tra­gen las­sen.

2 Re­gis­trier­te Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen müs­sen die Rechts­form ei­ner Stif­tung ha­ben oder ei­ne Ein­rich­tung des öf­fent­li­chen Rechts mit ei­ge­ner Rechts­per­sön­lich­keit sein.131 Sie müs­sen Leis­tun­gen nach den Vor­schrif­ten über die ob­li­ga­to­ri­sche Ver­si­che­rung er­brin­gen und nach die­sem Ge­setz or­ga­ni­siert, fi­nan­ziert und ver­wal­tet wer­den.

3 Ei­ne Vor­sor­ge­ein­rich­tung wird aus dem Re­gis­ter ge­stri­chen, wenn sie:

a.
die ge­setz­li­chen Vor­aus­set­zun­gen zur Re­gis­trie­rung nicht mehr er­füllt und in­ner­halb der von der Auf­sichts­be­hör­de ge­setz­ten Frist die er­for­der­li­chen An­pas­sun­gen nicht vor­nimmt;
b.
auf die wei­te­re Re­gis­trie­rung ver­zich­tet.132

4 Die re­gis­trier­ten Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen und die an der von ih­nen durch­ge­führ­ten be­ruf­li­chen Vor­sor­ge Be­tei­lig­ten sind be­rech­tigt, die Ver­si­cher­ten­num­mer der AHV nach den Be­stim­mun­gen des AHVG133 für die Er­fül­lung ih­rer ge­setz­li­chen Auf­ga­ben sys­te­ma­tisch zu ver­wen­den.134

130 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 9 des BG vom 23. Ju­ni 2006 (Neue AHV-Ver­si­cher­ten­num­mer), in Kraft seit 1. Dez. 2007 (AS2007 5259; BBl 2006 501).

131 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 2010 (Fi­nan­zie­rung von Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen öf­fent­lich-recht­li­cher Kör­per­schaf­ten), in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2011 3385; BBl 2008 8411).

132 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2003 (1. BVG-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 1677; BBl 2000 2637).

133 SR 831.10

134 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 9 des BG vom 23. Ju­ni 2006 (Neue AHV-Ver­si­cher­ten­num­mer), in Kraft seit 1. Dez. 2007 (AS2007 5259; BBl 2006 501).

Art. 49 Selbständigkeitsbereich 135  

1 Die Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen sind im Rah­men die­ses Ge­set­zes in der Ge­stal­tung ih­rer Leis­tun­gen, in de­ren Fi­nan­zie­rung und in ih­rer Or­ga­ni­sa­ti­on frei. Sie kön­nen im Re­gle­ment vor­se­hen, dass Leis­tun­gen, die über die ge­setz­li­chen Min­dest­be­stim­mun­gen hin­aus­ge­hen, nur bis zum Er­rei­chen des Ren­ten­al­ters aus­ge­rich­tet wer­den.

2 Ge­währt ei­ne Vor­sor­ge­ein­rich­tung mehr als die Min­dest­leis­tun­gen, so gel­ten für die wei­ter ge­hen­de Vor­sor­ge nur die Vor­schrif­ten über:136

1.137
die De­fi­ni­ti­on und Grund­sät­ze der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge so­wie des ver­sicher­ba­ren Loh­nes oder des ver­sicher­ba­ren Ein­kom­mens (Art. 1, 33a und 33b);
2.138
die zu­sätz­li­chen Ein­käu­fe für den Vor­be­zug der Al­ters­leis­tung
(Art. 13a Abs. 8);
3.
die Be­güns­tig­ten bei Hin­ter­las­se­nen­leis­tun­gen (Art. 20a);
3a.139
die An­pas­sung der In­va­li­den­ren­te nach dem Vor­sor­ge­aus­gleich (Art. 24 Abs. 5);
3b.140
die pro­vi­so­ri­sche Wei­ter­ver­si­che­rung und Auf­recht­er­hal­tung des Leis­tungs­an­spruchs bei Her­ab­set­zung oder Auf­he­bung der Ren­te der In­va­li­den­ver­si­che­rung (Art. 26a);
4.
die Rück­er­stat­tung zu Un­recht be­zo­ge­ner Leis­tun­gen (Art. 35a);
5.141
die An­pas­sung an die Preis­ent­wick­lung (Art. 36 Abs. 2–4);
5a.142 die Zu­stim­mung bei Ka­pi­tal­ab­fin­dung (Art. 37a);
6.
die Ver­jäh­rung von An­sprü­chen und die Auf­be­wah­rung von Vor­sor­ge­un­ter­la­gen (Art. 41);
6a.143
das Aus­schei­den aus der ob­li­ga­to­ri­schen Ver­si­che­rung nach Vollen­dung des 58. Al­ters­jah­res (Art. 47a);
6b.144 die sys­te­ma­ti­sche Ver­wen­dung der Ver­si­cher­ten­num­mer der AHV (Art. 48 Abs. 4);
7.145
die pa­ri­tä­ti­sche Ver­wal­tung und die Auf­ga­ben des obers­ten Or­gans der Vor­sor­ge­ein­rich­tung (Art. 51 und 51a);
8.
die Ver­ant­wort­lich­keit (Art. 52);
9.146
die Zu­las­sung und die Auf­ga­ben der Kon­troll­or­ga­ne (Art. 52a–52e);
10.147
die In­te­gri­tät und Loya­li­tät der Ver­ant­wort­li­chen, die Rechts­ge­schäf­te mit Na­he­ste­hen­den und die In­ter­es­sen­kon­flik­te (Art. 51b, 51c und 53a);
11.
die Teil- oder Ge­samt­li­qui­da­ti­on (Art. 53b–53d);
12.148
die Auf­lö­sung von Ver­trä­gen (Art. 53e und 53f);
13.
den Si­cher­heits­fonds (Art. 56 Abs. 1 Bst. c und Abs. 2–5, Art. 56a, 57 und 59);
14.149
die Auf­sicht und die Ober­auf­sicht (Art. 61–62a und 64–64c);
15.150
...
16.151
die fi­nan­zi­el­le Si­cher­heit (Art. 65, 65c, 65dAbs. 1, 2 und 3 Bst. a zwei­ter Satz und b, Art. 65e, 66 Abs. 4, 67 und 72a–72g);
17.
die Trans­pa­renz (Art. 65a);
18.
die Rück­stel­lun­gen (Art. 65b);
19.
die Ver­si­che­rungs­ver­trä­ge zwi­schen Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen und Ver­si­che­rungs­ein­rich­tun­gen (Art. 68 Abs. 3 und 4);
20.
die Über­schuss­be­tei­li­gun­gen aus Ver­si­che­rungs­ver­trä­gen (Art. 68a);
21.
die Ver­mö­gens­ver­wal­tung (Art. 71);
22.
die Rechts­pfle­ge (Art. 73 und 74);
23.
die Straf­be­stim­mun­gen (Art. 75–79);
24.
den Ein­kauf (Art. 79b);
25.
den ver­sicher­ba­ren Lohn und das ver­sicher­ba­re Ein­kom­men (Art. 79c);
25a.152 die Da­ten­be­ar­bei­tung für die Zu­wei­sung oder Ve­ri­fi­zie­rung der Ver­si­cher­ten­num­mer der AHV (Art. 85a Bst. f);
25b.153 die Da­ten­be­kannt­ga­be für die Zu­wei­sung oder Ve­ri­fi­zie­rung der Ver­si­cher­ten­num­mer der AHV (Art. 86a Abs. 2 Bst. bbis);
26.
die In­for­ma­ti­on der Ver­si­cher­ten (Art. 86b).

135Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2003 (1. BVG-Re­vi­si­on), Abs. 2 Ziff. 7–9, 12–14, 16(mit Aus­nah­me von Art. 66 Abs. 4), 17, 19-23 und 26in Kraft seit 1. April 2004, Abs. 1 und 2Ziff. 3–6, 10, 11, 15, 16(Art. 66 Abs. 4) und 18 in Kraft seit 1. Jan. 2005, Abs. 2 Ziff. 1, 24und 25in Kraft seit 1. Jan. 2006 (AS 2004 1677; BBl 2000 2637).

136 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 2010 (Fi­nan­zie­rung von Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen öf­fent­lich-recht­li­cher Kör­per­schaf­ten), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 3385; BBl 2008 8411).

137 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 11. Dez. 2009 (Mass­nah­men zur Er­leich­te­rung der Ar­beits­markt­be­tei­li­gung äl­te­rer Ar­beit­neh­men­der), in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 4427; BBl 2007 5669).

138 Ziff. 2 ist in­fol­ge Schei­terns der 11. AHV-Re­vi­si­on vom 3. Okt. 2003 (BBl 2004 3943) ge­gen­stands­los.

139 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 4 des BG vom 19. Ju­ni 2015 (Vor­sor­ge­aus­gleich bei Schei­dung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 2313; BBl 2013 4887).

140 Ur­sprüng­lich Ziff. 3a. Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 6 des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket) (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

141 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. Ju­ni 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 4635; BBl 2003 6399).

142Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 4 des BG vom 19. Ju­ni 2015 (Vor­sor­ge­aus­gleich bei Schei­dung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 2313; BBl 2013 4887).

143 Ein­ge­fügt durch Ziff. II 2 des BG vom 22. März 2019 (EL-Re­form), in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 585; BBl 2016 7465).

144 Ur­sprüng­lich: Ziff. 6a. Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 9 des BG vom 23. Ju­ni 2006 (Neue AHV-Ver­si­cher­ten­num­mer), in Kraft seit 1. Dez. 2007 (AS2007 5259; BBl 2006 501).

145 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. März 2010 (Struk­tur­re­form), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 3393; BBl 2007 5669).

146 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. März 2010 (Struk­tur­re­form), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 3393; BBl 2007 5669).

147 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. März 2010 (Struk­tur­re­form), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 3393; BBl 2007 5669).

148 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. Dez. 2006 (Wech­sel der Vor­sor­ge­ein­rich­tung), in Kraft seit 1. Mai 2007 (AS 20071803; BBl 2005 59415953).

149 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. März 2010 (Struk­tur­re­form), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 3393; BBl 2007 5669).

150 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 19. März 2010 (Struk­tur­re­form), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 3393; BBl 2007 5669).

151 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 2010 (Fi­nan­zie­rung von Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen öf­fent­lich-recht­li­cher Kör­per­schaf­ten), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 3385; BBl 2008 8411).

152 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 9 des BG vom 23. Ju­ni 2006 (Neue AHV-Ver­si­cher­ten­num­mer), in Kraft seit 1. Dez. 2007 (AS2007 5259; BBl 2006 501).

153 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 9 des BG vom 23. Ju­ni 2006 (Neue AHV-Ver­si­cher­ten­num­mer), in Kraft seit 1. Dez. 2007 (AS2007 5259; BBl 2006 501).

Art. 50 Reglementarische Bestimmungen  

1 Die Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen er­las­sen Be­stim­mun­gen über:

a.
die Leis­tun­gen;
b.
die Or­ga­ni­sa­ti­on;
c.
die Ver­wal­tung und Fi­nan­zie­rung;
d.
die Kon­trol­le;
e.
das Ver­hält­nis zu den Ar­beit­ge­bern, zu den Ver­si­cher­ten und zu den An­spruchs­be­rech­tig­ten.

2 Die­se Be­stim­mun­gen kön­nen in der Grün­dungs­ur­kun­de, in den Sta­tu­ten oder im Re­gle­ment ent­hal­ten sein. Bei Ein­rich­tun­gen des öf­fent­li­chen Rechts kön­nen ent­we­der die Be­stim­mun­gen über die Leis­tun­gen oder je­ne über die Fi­nan­zie­rung von der be­tref­fen­den öf­fent­lich-recht­li­chen Kör­per­schaft er­las­sen wer­den.154

3 Die Vor­schrif­ten die­ses Ge­set­zes ge­hen den von der Vor­sor­ge­ein­rich­tung er­las­se­nen Be­stim­mun­gen vor. Konn­te die Vor­sor­ge­ein­rich­tung je­doch gu­ten Glau­bens da­von aus­ge­hen, dass ei­ne ih­rer re­gle­men­ta­ri­schen Be­stim­mun­gen im Ein­klang mit dem Ge­setz ste­he, so ist das Ge­setz nicht rück­wir­kend an­wend­bar.

154 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 2010 (Fi­nan­zie­rung von Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen öf­fent­lich-recht­li­cher Kör­per­schaf­ten), in Kraft seit 1. Jan. 2015 (AS 2011 3385, 2013 2253; BBl 2008 8411).

Art. 51 Paritätische Verwaltung  

1 Ar­beit­neh­mer und Ar­beit­ge­ber ha­ben das Recht, in das obers­te Or­gan der Vor­sor­ge­ein­rich­tung die glei­che Zahl von Ver­tre­tern zu ent­sen­den.155

2 Die Vor­sor­ge­ein­rich­tung hat die ord­nungs­ge­mäs­se Durch­füh­rung der pa­ri­tä­ti­schen Ver­wal­tung zu ge­währ­leis­ten. Es sind na­ment­lich zu re­geln:

a.
die Wahl der Ver­tre­ter der Ver­si­cher­ten;
b.
ei­ne an­ge­mes­se­ne Ver­tre­tung der ver­schie­de­nen Ar­beit­neh­mer­ka­te­go­ri­en;
c.
die pa­ri­tä­ti­sche Ver­mö­gens­ver­wal­tung;
d.
das Ver­fah­ren bei Stim­men­gleich­heit.

3 Die Ver­si­cher­ten wäh­len ih­re Ver­tre­ter un­mit­tel­bar oder durch De­le­gier­te. Ist dies we­gen der Struk­tur der Vor­sor­ge­ein­rich­tung, na­ment­lich bei Sam­mel­stif­tun­gen, nicht mög­lich, so kann die Auf­sichts­be­hör­de an­de­re For­men der Ver­tre­tung zu­las­sen. Den Vor­sitz des pa­ri­tä­ti­schen Or­gans führt ab­wechs­lungs­wei­se ein Ar­beit­neh­mer- und ein Ar­beit­ge­ber­ver­tre­ter. Das pa­ri­tä­ti­sche Or­gan kann je­doch die Zu­ord­nung des Vor­sit­zes an­ders re­geln.156

4 Ist das Ver­fah­ren bei Stim­men­gleich­heit noch nicht ge­re­gelt, so ent­schei­det ein im ge­gen­sei­ti­gen Ein­ver­neh­men be­stimm­ter neu­tra­ler Schieds­rich­ter. Kommt kei­ne Ei­ni­gung über den Schieds­rich­ter zu­stan­de, so wird die­ser von der Auf­sichts­be­hör­de be­zeich­net.

5 ...157

6 und 7 ...158

155Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2003 (1. BVG-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. April 2004 (AS 2004 1677; BBl 2000 2637).

156Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2003 (1. BVG-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. April 2004 (AS 2004 1677; BBl 2000 2637).

157 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 17. Dez. 2010 (Fi­nan­zie­rung von Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen öf­fent­lich-recht­li­cher Kör­per­schaf­ten), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2015 (AS 2011 3385, 2013 2253; BBl 2008 8411).

158Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2003 (1. BVG-Re­vi­si­on) (AS 2004 1677; BBl 2000 2637). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 19. März 2010 (Struk­tur­re­form), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 3393; BBl 2007 5669).

Art. 51a Aufgaben des obersten Organs der Vorsorgeeinrichtung 159  

1 Das obers­te Or­gan der Vor­sor­ge­ein­rich­tung nimmt die Ge­samt­lei­tung der Vor­sor­ge­ein­rich­tung wahr, sorgt für die Er­fül­lung der ge­setz­li­chen Auf­ga­ben, be­stimmt die stra­te­gi­schen Zie­le und Grund­sät­ze der Vor­sor­ge­ein­rich­tung so­wie die Mit­tel zu de­ren Er­fül­lung. Es legt die Or­ga­ni­sa­ti­on der Vor­sor­ge­ein­rich­tung fest, sorgt für ih­re fi­nan­zi­el­le Sta­bi­li­tät und über­wacht die Ge­schäfts­füh­rung.

2 Es nimmt die fol­gen­den, un­über­trag­ba­ren und un­ent­zieh­ba­ren Auf­ga­ben wahr:

a.
Fest­le­gung des Fi­nan­zie­rungs­sys­tems;
b.
Fest­le­gung von Leis­tungs­zie­len und Vor­sor­ge­plä­nen so­wie der Grund­sät­ze für die Ver­wen­dung der frei­en Mit­tel;
c.
Er­lass und Än­de­rung von Re­gle­men­ten;
d.
Er­stel­lung und Ge­neh­mi­gung der Jah­res­rech­nung;
e.
Fest­le­gung der Hö­he des tech­ni­schen Zins­sat­zes und der üb­ri­gen tech­ni­schen Grund­la­gen;
f.
Fest­le­gung der Or­ga­ni­sa­ti­on;
g.
Aus­ge­stal­tung des Rech­nungs­we­sens;
h.
Be­stim­mung des Ver­si­cher­ten­krei­ses und Si­cher­stel­lung ih­rer In­for­ma­ti­on;
i.
Si­cher­stel­lung der Erst­aus­bil­dung und Wei­ter­bil­dung der Ar­beit­neh­mer- und Ar­beit­ge­ber­ver­tre­ter;
j.
Er­nen­nung und Ab­be­ru­fung der mit der Ge­schäfts­füh­rung be­trau­ten Per­so­nen;
k.
Wahl und Ab­be­ru­fung des Ex­per­ten für be­ruf­li­che Vor­sor­ge und der Re­vi­si­ons­stel­le;
l.
Ent­scheid über die gan­ze oder teil­wei­se Rück­de­ckung der Vor­sor­ge­ein­rich­tung und über den all­fäl­li­gen Rück­ver­si­che­rer;
m.
Fest­le­gung der Zie­le und der Grund­sät­ze der Ver­mö­gens­ver­wal­tung so­wie der Durch­füh­rung und Über­wa­chung des An­la­ge­pro­zes­ses;
n.
pe­ri­odi­sche Über­prü­fung der mit­tel- und lang­fris­ti­gen Über­ein­stim­mung zwi­schen der An­la­ge des Ver­mö­gens und den Ver­pflich­tun­gen;
o.
Fest­le­gung der Vor­aus­set­zun­gen für den Rück­kauf von Leis­tun­gen;
p.
bei Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen öf­fent­lich-recht­li­cher Kör­per­schaf­ten Fest­le­gung des Ver­hält­nis­ses zu den an­ge­schlos­se­nen Ar­beit­ge­ben­den und der Vor­aus­set­zun­gen für die Un­ter­stel­lung wei­te­rer Ar­beit­ge­ber.

3 Das obers­te Or­gan der Vor­sor­ge­ein­rich­tung kann die Vor­be­rei­tung und die Aus­füh­rung sei­ner Be­schlüs­se oder die Über­wa­chung von Ge­schäf­ten Aus­schüs­sen oder ein­zel­nen Mit­glie­dern zu­wei­sen. Es sorgt für ei­ne an­ge­mes­se­ne Be­richt­er­stat­tung an sei­ne Mit­glie­der.

4 Es ent­schei­det über ei­ne an­ge­mes­se­ne Ent­schä­di­gung sei­ner Mit­glie­der für die Teil­nah­me an Sit­zun­gen und Schu­lungs­kur­sen.

5 Bei Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen in Form ei­ner Ge­nos­sen­schaft kann die Ver­wal­tung die Auf­ga­ben nach den Ab­sät­zen 1–4 wahr­neh­men, so­weit die­se Auf­ga­ben nicht nach Ar­ti­kel 879 OR160 zu den un­über­trag­ba­ren Be­fug­nis­sen der Ge­ne­ral­ver­samm­lung ge­hö­ren.

6 Vor­be­hal­ten bleibt Ar­ti­kel 50 Ab­satz 2 zwei­ter Satz.

159 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 17. Dez. 2010 (Fi­nan­zie­rung von Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen öf­fent­lich-recht­li­cher Kör­per­schaf­ten), in Kraft seit 1. Jan. 2012, mit Aus­nah­me von Abs. 6, in Kraft seit 1. Jan. 2015 (AS 2011 3385, 2013 2253; BBl 2008 8411).

160 SR 220

Art. 51b Integrität und Loyalität der Verantwortlichen 161  

1 Die mit der Ge­schäfts­füh­rung oder Ver­wal­tung der Vor­sor­ge­ein­rich­tung oder mit der Ver­mö­gens­ver­wal­tung be­trau­ten Per­so­nen müs­sen einen gu­ten Ruf ge­nies­sen und Ge­währ für ei­ne ein­wand­freie Ge­schäftstä­tig­keit bie­ten.

2 Sie un­ter­lie­gen der treu­hän­de­ri­schen Sorg­falts­pflicht und müs­sen in ih­rer Tä­tig­keit die In­ter­es­sen der Ver­si­cher­ten der Vor­sor­ge­ein­rich­tung wah­ren. Zu die­sem Zweck sor­gen sie da­für, dass auf­grund ih­rer per­sön­li­chen und ge­schäft­li­chen Ver­hält­nis­se kein In­ter­es­sen­kon­flikt ent­steht.

161 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. März 2010 (Struk­tur­re­form), in Kraft seit 1. Aug. 2011 (AS 2011 3393; BBl 2007 5669).

Art. 51c Rechtsgeschäfte mit Nahestehenden 162  

1 Die von Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen ab­ge­schlos­se­nen Rechts­ge­schäf­te müs­sen marktüb­li­chen Be­din­gun­gen ent­spre­chen.

2 Rechts­ge­schäf­te der Vor­sor­ge­ein­rich­tung mit Mit­glie­dern des obers­ten Or­gans, mit an­ge­schlos­se­nen Ar­beit­ge­bern oder mit na­tür­li­chen oder ju­ris­ti­schen Per­so­nen, wel­che mit der Ge­schäfts­füh­rung oder der Ver­mö­gens­ver­wal­tung be­traut sind, so­wie Rechts­ge­schäf­te der Vor­sor­ge­ein­rich­tung mit na­tür­li­chen oder ju­ris­ti­schen Per­so­nen, die den vor­ge­nann­ten Per­so­nen na­he­ste­hen, sind bei der jähr­li­chen Prü­fung der Jah­res­rech­nung ge­gen­über der Re­vi­si­ons­stel­le of­fen­zu­le­gen.

3 Die Re­vi­si­ons­stel­le prüft, ob in den of­fen ge­leg­ten Rechts­ge­schäf­ten die In­ter­es­sen der Vor­sor­ge­ein­rich­tung ge­wahrt sind.

4 Ex­per­ten, An­la­ge­be­ra­ter und An­la­ge­ma­na­ger, die von der Vor­sor­ge­ein­rich­tung bei­ge­zo­gen wur­den, sind im Jah­res­be­richt mit Na­me und Funk­ti­on auf­zu­füh­ren.

162 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. März 2010 (Struk­tur­re­form), in Kraft seit 1. Aug. 2011 (AS 2011 3393; BBl 2007 5669).

Art. 52 Verantwortlichkeit 163  

1 Al­le mit der Ver­wal­tung oder Ge­schäfts­füh­rung der Vor­sor­ge­ein­rich­tung be­trau­ten Per­so­nen so­wie die Ex­per­ten für be­ruf­li­che Vor­sor­ge sind für den Scha­den ver­ant­wort­lich, den sie ihr ab­sicht­lich oder fahr­läs­sig zu­fü­gen.164

2 Der An­spruch auf Scha­den­er­satz ge­gen die nach den vor­ste­hen­den Be­stim­mun­gen ver­ant­wort­li­chen Or­ga­ne ver­jährt in fünf Jah­ren von dem Ta­ge an, an dem der Ge­schä­dig­te Kennt­nis vom Scha­den und von der Per­son des Er­satz­pflich­ti­gen er­langt hat, auf je­den Fall aber in zehn Jah­ren, vom Tag an ge­rech­net, an wel­chem das schä­di­gen­de Ver­hal­ten er­folg­te oder auf­hör­te.165

3 Wer als Or­gan ei­ner Vor­sor­ge­ein­rich­tung scha­den­er­satz­pflich­tig wird, hat die üb­ri­gen re­gress­pflich­ti­gen Or­ga­ne zu in­for­mie­ren. Die fünf­jäh­ri­ge Ver­jäh­rungs­frist für die Gel­tend­ma­chung von Re­gress­an­sprü­chen nach die­sem Ab­satz be­ginnt mit dem Zeit­punkt der Leis­tung von Scha­den­er­satz.

4 Für die Haf­tung der Re­vi­si­ons­stel­le gilt Ar­ti­kel 755 OR166 sinn­ge­mä­ss.167

163 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2003 (1. BVG-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 1677; BBl 2000 2637).

164 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. März 2010 (Struk­tur­re­form), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 3393; BBl 2007 5669).

165 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 22 des BG vom 15. Ju­ni 2018 (Re­vi­si­on des Ver­jäh­rungs­rechts), in Kraft seit 1. Jan. 2020 (AS 2018 5343; BBl 2014 235).

166 SR 220

167 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. März 2010 (Struk­tur­re­form), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 3393; BBl 2007 5669).

Art. 52a Prüfung 168  

1 Für die Prü­fung be­stimmt die Vor­sor­ge­ein­rich­tung ei­ne Re­vi­si­ons­stel­le so­wie einen Ex­per­ten für be­ruf­li­che Vor­sor­ge.

2 Der Be­richt der Re­vi­si­ons­stel­le ist vom obers­ten Or­gan der Vor­sor­ge­ein­rich­tung der Auf­sichts­be­hör­de und dem Ex­per­ten für be­ruf­li­che Vor­sor­ge zu­zu­stel­len und den Ver­si­cher­ten zur Ver­fü­gung zu hal­ten.

168 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. März 2010 (Struk­tur­re­form), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 3393; BBl 2007 5669).

Art. 52b Zulassung von Revisionsstellen für berufliche Vorsorge 169  

Als Re­vi­si­ons­stel­le kön­nen na­tür­li­che Per­so­nen und Re­vi­si­ons­un­ter­neh­men tä­tig sein, die von der Eid­ge­nös­si­schen Re­vi­si­ons­auf­sichts­be­hör­de als Re­vi­si­ons­ex­per­tin oder Re­vi­si­ons­ex­per­te nach dem Re­vi­si­ons­auf­sichts­ge­setz vom 16. De­zem­ber 2005170 zu­ge­las­sen sind.

169 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. März 2010 (Struk­tur­re­form), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 3393; BBl 2007 5669).

170 SR 221.302

Art. 52c Aufgaben der Revisionsstelle 171  

1 Die Re­vi­si­ons­stel­le prüft, ob:

a.
die Jah­res­rech­nung und die Al­ters­kon­ten den ge­setz­li­chen Vor­schrif­ten ent­spre­chen;
b.
die Or­ga­ni­sa­ti­on, die Ge­schäfts­füh­rung so­wie die Ver­mö­gens­an­la­ge den ge­setz­li­chen und re­gle­men­ta­ri­schen Be­stim­mun­gen ent­spre­chen;
c.
die Vor­keh­ren zur Si­cher­stel­lung der Loya­li­tät in der Ver­mö­gens­ver­wal­tung ge­trof­fen wur­den und die Ein­hal­tung der Loya­li­täts­pflich­ten durch das obers­te Or­gan hin­rei­chend kon­trol­liert wird;
d.
die frei­en Mit­tel oder die Über­schuss­be­tei­li­gun­gen aus Ver­si­che­rungs­ver­trä­gen in Über­ein­stim­mung mit den ge­setz­li­chen und re­gle­men­ta­ri­schen Be­stim­mun­gen ver­wen­det wur­den;
e.
im Fal­le ei­ner Un­ter­de­ckung die Vor­sor­ge­ein­rich­tung die er­for­der­li­chen Mass­nah­men zur Wie­der­her­stel­lung der vol­len De­ckung ein­ge­lei­tet hat;
f.
die vom Ge­setz ver­lang­ten An­ga­ben und Mel­dun­gen an die Auf­sichts­be­hör­de ge­macht wur­den;
g.
Ar­ti­kel 51c ein­ge­hal­ten wur­de.

2 Die Re­vi­si­ons­stel­le hält ih­re Fest­stel­lun­gen zu den Prüf­punk­ten nach Ab­satz 1 jähr­lich in ei­nem Be­richt zu­han­den des obers­ten Or­gans der Vor­sor­ge­ein­rich­tung fest. Die­ser Be­richt be­stä­tigt die Ein­hal­tung der ent­spre­chen­den Vor­schrif­ten mit oder oh­ne Ein­schrän­kun­gen und ent­hält ei­ne Emp­feh­lung über die Ge­neh­mi­gung oder Rück­wei­sung der Jah­res­rech­nung; die­se ist dem Be­richt bei­zu­le­gen.

3 Die Re­vi­si­ons­stel­le er­läu­tert bei Be­darf die Prü­fungs­er­geb­nis­se zu­han­den des obers­ten Or­gans der Vor­sor­ge­ein­rich­tung.

171 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. März 2010 (Struk­tur­re­form), in Kraft seit 1. Aug. 2011 (AS 2011 3393; BBl 2007 5669).

Art. 52d Zulassung von Experten für berufliche Vorsorge 172  

1 Ex­per­ten für be­ruf­li­che Vor­sor­ge be­dür­fen der Zu­las­sung durch die Ober­auf­sichts­kom­mis­si­on.

2 Vor­aus­set­zun­gen für die Zu­las­sung sind:

a.
ei­ne an­ge­mes­se­ne be­ruf­li­che Aus­bil­dung und Be­rufs­er­fah­rung;
b.
Kennt­nis­se der ein­schlä­gi­gen recht­li­chen Be­stim­mun­gen;
c.
ein gu­ter Ruf und Ver­trau­ens­wür­dig­keit.

3 Die Ober­auf­sichts­kom­mis­si­on kann die Vor­aus­set­zun­gen für die Zu­las­sung nä­her um­schrei­ben.

172 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. März 2010 (Struk­tur­re­form), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 3393; BBl 2007 5669).

Art. 52e Aufgaben des Experten für berufliche Vorsorge 173  

1 Der Ex­per­te für be­ruf­li­che Vor­sor­ge prüft pe­ri­odisch, ob:

a.
die Vor­sor­ge­ein­rich­tung Si­cher­heit da­für bie­tet, dass sie ih­re Ver­pflich­tun­gen er­fül­len kann;
b.
die re­gle­men­ta­ri­schen ver­si­che­rungs­tech­ni­schen Be­stim­mun­gen über die Leis­tun­gen und die Fi­nan­zie­rung den ge­setz­li­chen Vor­schrif­ten ent­spre­chen.

2 Er un­ter­brei­tet dem obers­ten Or­gan der Vor­sor­ge­ein­rich­tung Emp­feh­lun­gen ins­be­son­de­re über:

a.174
den tech­ni­schen Zins­satz und die üb­ri­gen tech­ni­schen Grund­la­gen;
b.
die Mass­nah­men, die im Fal­le ei­ner Un­ter­de­ckung ein­zu­lei­ten sind.

3 Wer­den die Emp­feh­lun­gen des Ex­per­ten für be­ruf­li­che Vor­sor­ge vom obers­ten Or­gan nicht be­folgt und er­scheint da­durch die Si­cher­heit der Vor­sor­ge­ein­rich­tung ge­fähr­det, mel­det er dies der Auf­sichts­be­hör­de.

173 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. März 2010 (Struk­tur­re­form), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 3393; BBl 2007 5669).

174 Be­rich­tigt von der Re­dak­ti­ons­kom­mis­si­on der BVers (Art. 58 Abs. 1 ParlG – SR 171.10).

Art. 53175  

175 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 19. März 2010 (Struk­tur­re­form), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 3393; BBl 2007 5669).

Art. 53a Ausführungsbestimmungen 176  

Der Bun­des­rat er­lässt Be­stim­mun­gen über:

a.
die Zu­läs­sig­keit von Ei­gen­ge­schäf­ten von Per­so­nen, die mit der Ver­mö­gens­ver­wal­tung be­traut sind;
b.
die Zu­läs­sig­keit und Of­fen­le­gung von Ver­mö­gens­vor­tei­len, die Per­so­nen in Zu­sam­men­hang mit ih­rer Tä­tig­keit für die Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen er­zie­len.

176Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2003 (1. BVG-Re­vi­si­on) (AS 2004 1677; BBl 2000 2637). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. März 2010 (Struk­tur­re­form), in Kraft seit 1. Aug. 2011 (AS 2011 3393; BBl 2007 5669).

Art. 53b Teilliquidation 177  

1 Die Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen re­geln in ih­ren Re­gle­men­ten die Vor­aus­set­zun­gen und das Ver­fah­ren zur Teil­li­qui­da­ti­on. Die Vor­aus­set­zun­gen für ei­ne Teil­li­qui­da­ti­on sind ver­mu­tungs­wei­se er­füllt, wenn:

a.
ei­ne er­heb­li­che Ver­min­de­rung der Be­leg­schaft er­folgt;
b.
ei­ne Un­ter­neh­mung re­struk­tu­riert wird;
c.
der An­schluss­ver­trag auf­ge­löst wird.

2 Die re­gle­men­ta­ri­schen Vor­schrif­ten über die Vor­aus­set­zun­gen und das Ver­fah­ren zur Teil­li­qui­da­ti­on müs­sen von der Auf­sichts­be­hör­de ge­neh­migt wer­den.

177Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2003 (1. BVG-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 1677; BBl 2000 2637).

Art. 53c Gesamtliquidation 178  

Bei der Auf­he­bung von Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen (Ge­samt­li­qui­da­ti­on) ent­schei­det die Auf­sichts­be­hör­de, ob die Vor­aus­set­zun­gen und das Ver­fah­ren er­füllt sind, und ge­neh­migt den Ver­tei­lungs­plan.

178Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2003 (1. BVG-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 1677; BBl 2000 2637).

Art. 53d Verfahren bei Teil- oder Gesamtliquidation 179  

1 Die Teil- und Ge­samt­li­qui­da­ti­on der Vor­sor­ge­ein­rich­tung muss un­ter Be­rück­sich­ti­gung des Gleich­be­hand­lungs­grund­satzes und nach fach­lich an­er­kann­ten Grund­sät­zen durch­ge­führt wer­den. Der Bun­des­rat be­zeich­net die­se Grund­sät­ze.

2 Zur Be­rech­nung der frei­en Mit­tel ist das Ver­mö­gen zu Ver­äus­se­rungs­wer­ten ein­zu­set­zen.

3 Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen dür­fen ver­si­che­rungs­tech­ni­sche Fehl­be­trä­ge an­teils­mäs­sig ab­zie­hen, so­fern da­durch nicht das Al­ters­gut­ha­ben (Art. 15) ge­schmä­lert wird.180

4 Das pa­ri­tä­tisch be­setz­te Or­gan oder das zu­stän­di­ge Or­gan legt im Rah­men der ge­setz­li­chen Be­stim­mun­gen und des Re­gle­ments fest:

a.
den ge­nau­en Zeit­punkt;
b.
die frei­en Mit­tel und den zu ver­tei­len­den An­teil;
c.
den Fehl­be­trag und des­sen Zu­wei­sung;
d.
den Ver­tei­lungs­plan.

5 Die Vor­sor­ge­ein­rich­tung muss die Ver­si­cher­ten und die Rent­ne­rin­nen und Rent­ner über die Teil- oder Ge­samt­li­qui­da­ti­on recht­zei­tig und voll­stän­dig in­for­mie­ren. Sie muss ih­nen na­ment­lich Ein­sicht in die Ver­tei­lungs­plä­ne ge­wäh­ren.

6 Die Ver­si­cher­ten und die Rent­ne­rin­nen und Rent­ner ha­ben das Recht, die Vor­aus­set­zun­gen, das Ver­fah­ren und den Ver­tei­lungs­plan bei der zu­stän­di­gen Auf­sichts­be­hör­de über­prü­fen und ent­schei­den zu las­sen. Ei­ne Be­schwer­de ge­gen den Ent­scheid der Auf­sichts­be­hör­de hat nur auf­schie­ben­de Wir­kung, wenn der Prä­si­dent der zu­stän­di­gen Ab­tei­lung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts oder der In­struk­ti­ons­rich­ter dies von Am­tes we­gen oder auf Be­geh­ren des Be­schwer­de­füh­rers ver­fügt. Wird kei­ne auf­schie­ben­de Wir­kung er­teilt, so wirkt der Ent­scheid des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts nur zu Guns­ten oder zu Las­ten des Be­schwer­de­füh­rers.181

179Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2003 (1. BVG-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 1677; BBl 2000 2637).

180 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 2010 (Fi­nan­zie­rung von Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen öf­fent­lich-recht­li­cher Kör­per­schaf­ten), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 3385; BBl 2008 8411).

181 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 14 der V der BVers vom 20. Dez. 2006 über die An­pas­sung von Er­las­sen an die Be­stim­mun­gen des Bun­des­ge­richts­ge­set­zes und des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes (AS 2006 5599; BBl 2006 7759).

Art. 53e Auflösung von Verträgen 182  

1 Bei der Auf­lö­sung von Ver­trä­gen zwi­schen Ver­si­che­rungs­ein­rich­tun­gen und Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen, die dem FZG183 un­ter­ste­hen, be­steht ein An­spruch auf das De­ckungs­ka­pi­tal.

2 Der An­spruch nach Ab­satz 1 er­höht sich um ei­ne an­teils­mäs­si­ge Be­tei­li­gung an den Über­schüs­sen und ver­min­dert sich durch die Rück­kaufs­kos­ten. Die Ver­si­che­rungs­ein­rich­tung hat der Vor­sor­ge­ein­rich­tung ei­ne de­tail­lier­te, nach­voll­zieh­ba­re Ab­rech­nung vor­zu­le­gen.

3 Als Rück­kaufs­kos­ten gel­ten Ab­zü­ge für das Zins­ri­si­ko. Hat das Ver­trags­ver­hält­nis min­des­tens fünf Jah­re ge­dau­ert, so kön­nen kei­ne Rück­kaufs­kos­ten ab­ge­zo­gen wer­den. Das Al­ters­gut­ha­ben nach Ar­ti­kel 15 darf nicht ge­schmä­lert wer­den, selbst wenn der Ver­trag we­ni­ger als fünf Jah­re ge­dau­ert hat.

4 Löst der Ar­beit­ge­ber den An­schluss­ver­trag mit sei­ner Vor­sor­ge­ein­rich­tung auf, so ha­ben sich die bis­he­ri­ge und die neue Vor­sor­ge­ein­rich­tung über den Ver­bleib der Ren­ten­be­zü­ger bei der bis­he­ri­gen oder den Wech­sel zur neu­en Vor­sor­ge­ein­rich­tung zu ei­ni­gen, so­fern der An­schluss­ver­trag für die­sen Fall kei­ne Re­ge­lung vor­sieht. Fehlt ei­ne Re­ge­lung im An­schluss­ver­trag oder kommt zwi­schen der bis­he­ri­gen und der neu­en Vor­sor­ge­ein­rich­tung kei­ne Ver­ein­ba­rung zu­stan­de, so ver­blei­ben die Ren­ten­be­zü­ger bei der bis­he­ri­gen Vor­sor­ge­ein­rich­tung.

4bis Ist im An­schluss­ver­trag vor­ge­se­hen, dass die Ren­ten­be­zü­ger bei der Auf­lö­sung des An­schluss­ver­tra­ges die bis­he­ri­ge Vor­sor­ge­ein­rich­tung ver­las­sen, so kann der Ar­beit­ge­ber die­sen Ver­trag erst auf­lö­sen, wenn ei­ne neue Vor­sor­ge­ein­rich­tung schrift­lich be­stä­tigt hat, dass sie die­se Per­so­nen zu den glei­chen Be­din­gun­gen über­nimmt.184

5 Löst die Vor­sor­ge­ein­rich­tung den An­schluss­ver­trag mit dem Ar­beit­ge­ber auf, so ha­ben sich die bis­he­ri­ge und die neue Vor­sor­ge­ein­rich­tung über den Ver­bleib der Ren­ten­be­zü­ger bei der bis­he­ri­gen oder den Wech­sel zur neu­en Vor­sor­ge­ein­rich­tung zu ei­ni­gen. Kommt kei­ne Ver­ein­ba­rung zu­stan­de, so ver­blei­ben die Ren­ten­be­zü­ger bei der bis­he­ri­gen Vor­sor­ge­ein­rich­tung.

6 Ver­blei­ben die Ren­ten­be­zü­ger bei der bis­he­ri­gen Vor­sor­ge­ein­rich­tung, so bleibt der An­schluss­ver­trag mit Be­zug auf die Ren­ten­be­zü­ger wei­ter be­ste­hen. Dies gilt auch für die In­va­li­di­täts­fäl­le, bei de­nen die In­va­li­di­tät nach der Auf­lö­sung des An­schluss­ver­trags, die Ar­beits­un­fä­hig­keit, de­ren Ur­sa­che zur In­va­li­di­tät ge­führt hat, aber vor der Auf­lö­sung des An­schluss­ver­trags ein­ge­tre­ten ist.

7 Der Bun­des­rat re­gelt die Zu­ge­hö­rig­keit der Ren­ten­be­zü­ger, wenn der An­schluss­ver­trag in Fol­ge der Zah­lungs­un­fä­hig­keit des Ar­beit­ge­bers auf­ge­löst wird.

8 Der Bun­des­rat re­gelt die Ein­zel­hei­ten, ins­be­son­de­re die An­for­de­run­gen an die Aus­wei­sung der Kos­ten und die Be­rech­nung des De­ckungs­ka­pi­tals.

182Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2003 (1. BVG-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. April 2004 (AS 2004 1677; BBl 2000 2637).

183 SR 831.42

184 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 20. Dez. 2006 (Wech­sel der Vor­sor­ge­ein­rich­tung), in Kraft seit 1. Mai 2007 (AS 20071803; BBl 2005 59415953).

Art. 53f Gesetzliches Kündigungsrecht 185  

1 Die Vor­sor­ge­ein­rich­tung oder die Ver­si­che­rungs­ein­rich­tung muss we­sent­li­che Än­de­run­gen ei­nes An­schluss­ver­tra­ges oder ei­nes Ver­si­che­rungs­ver­tra­ges min­des­tens sechs Mo­na­te, be­vor die Än­de­run­gen in Kraft tre­ten sol­len, der an­dern Ver­trags­par­tei schrift­lich an­kün­di­gen.

2 Die an­de­re Ver­trags­par­tei kann den Ver­trag un­ter Ein­hal­tung ei­ner Kün­di­gungs­frist von 30 Ta­gen schrift­lich auf den Zeit­punkt kün­di­gen, auf den die Än­de­run­gen in Kraft tre­ten sol­len.

3 Sie kann schrift­lich ver­lan­gen, dass die Vor­sor­ge­ein­rich­tung oder die Ver­si­che­rungs­ein­rich­tung ihr die für Of­fer­ten not­wen­di­gen An­ga­ben zur Ver­fü­gung stellt. Wer­den ihr die­se An­ga­ben nicht in­nert 30 Ta­gen über­mit­telt, nach­dem sie ver­langt wur­den, so ver­schie­ben sich der Be­ginn der 30-tä­gi­gen Kün­di­gungs­frist und der Zeit­punkt, in dem die we­sent­li­chen Än­de­run­gen in Kraft tre­ten, ent­spre­chend der Ver­zö­ge­rung. Wird vom ge­setz­li­chen Kün­di­gungs­recht kein Ge­brauch ge­macht, so tre­ten die we­sent­li­chen Än­de­run­gen auf den an­ge­kün­dig­ten Ter­min in Kraft.

4 Als we­sent­li­che Än­de­rung ei­nes An­schluss­ver­tra­ges oder Ver­si­che­rungs­ver­tra­ges nach Ab­satz 1 gel­ten:

a.
ei­ne Er­hö­hung der­je­ni­gen Bei­trä­ge, de­nen nicht Gut­schrif­ten auf den Gut­ha­ben der Ver­si­cher­ten ent­spre­chen, um min­des­tens 10 Pro­zent in­ner­halb von drei Jah­ren;
b.
ei­ne Sen­kung des Um­wand­lungs­sat­zes, die für Ver­si­cher­te zu ei­ner Sen­kung ih­rer vor­aus­sicht­li­chen Al­ters­leis­tung um min­des­tens 5 Pro­zent führt;
c.
an­de­re Mass­nah­men, de­ren Wir­kun­gen den­je­ni­gen nach den Buch­sta­ben a und b min­des­tens gleich­kom­men;
d.
der Weg­fall der vol­len Rück­de­ckung.

5 Än­de­run­gen nach Ab­satz 4 gel­ten dann nicht als we­sent­lich, wenn sie Fol­ge ei­ner Än­de­rung der recht­li­chen Grund­la­gen sind.

185 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 20. Dez. 2006 (Wech­sel der Vor­sor­ge­ein­rich­tung), in Kraft seit 1. Mai 2007 (AS 20071803; BBl 2005 59415953).

Zweiter Titel: Anlagestiftungen186

186 Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 19. März 2010 (Strukturreform), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 3393; BBl 2007 5669).

Art. 53g Zweck und anwendbares Recht  

1 Zur ge­mein­sa­men An­la­ge und Ver­wal­tung von Vor­sor­ge­gel­dern kön­nen Stif­tun­gen nach den Ar­ti­keln 80–89a ZGB187 ge­grün­det wer­den.188

2 An­la­ge­stif­tun­gen sind Ein­rich­tun­gen, die der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge die­nen. Sie un­ter­ste­hen die­sem Ge­setz. So­weit die­ses Ge­setz und sei­ne Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen kei­ne auf die An­la­ge­stif­tung an­wend­ba­re Re­ge­lung vor­se­hen, sind auf sie sub­si­di­är die all­ge­mei­nen Be­stim­mun­gen des Stif­tungs­rechts an­wend­bar.

187 SR 210

188 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 4 des BG vom 19. Ju­ni 2015 (Vor­sor­ge­aus­gleich bei Schei­dung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 2313; BBl 2013 4887).

Art. 53h Organisation  

1 Das obers­te Or­gan der An­la­ge­stif­tung ist die An­le­ger­ver­samm­lung.

2 Der Stif­tungs­rat ist das ge­schäfts­füh­ren­de Or­gan. Mit Aus­nah­me der Auf­ga­ben, die un­mit­tel­bar mit der obers­ten Lei­tung der An­la­ge­stif­tung ver­bun­den sind, kann er die Ge­schäfts­füh­rung an Drit­te de­le­gie­ren.

3 Die An­le­ger­ver­samm­lung er­lässt Be­stim­mun­gen über die Or­ga­ni­sa­ti­on, die Ver­wal­tung und die Kon­trol­le der An­la­ge­stif­tung.

Art. 53i Vermögen  

1 Das Ge­samt­ver­mö­gen der An­la­ge­stif­tung um­fasst das Stamm­ver­mö­gen und das An­la­ge­ver­mö­gen. Die An­le­ger­ver­samm­lung er­lässt Be­stim­mun­gen über die An­la­gen die­ser Ver­mö­gen. Die Sta­tu­ten kön­nen be­stim­men, dass die­se Be­fug­nis durch den Stif­tungs­rat aus­ge­übt wird.

2 Das An­la­ge­ver­mö­gen be­steht aus den von An­le­gern zum Zwe­cke der ge­mein­sa­men Ver­mö­gens­an­la­ge ein­ge­brach­ten Gel­dern. Es bil­det ei­ne An­la­ge­grup­pe oder glie­dert sich in meh­re­re An­la­ge­grup­pen. Die An­la­ge­grup­pen wer­den rech­ne­risch selb­stän­dig ge­führt und sind wirt­schaft­lich von­ein­an­der un­ab­hän­gig.

3 Ei­ne An­la­ge­grup­pe be­steht aus glei­chen und nenn­wert­lo­sen An­sprü­chen ei­nes oder meh­re­rer An­le­ger.

4 Sa­chen und Rech­te, die zu ei­ner An­la­ge­grup­pe ge­hö­ren, wer­den im Kon­kurs der An­la­ge­stif­tung zu­guns­ten von de­ren An­le­gern ab­ge­son­dert. Das­sel­be gilt sinn­ge­mä­ss für den Nach­lass­ver­trag mit Ver­mö­gens­ab­tre­tung. Vor­be­hal­ten bleibt ein An­spruch der An­la­ge­stif­tung auf:

a.
die ver­trag­lich vor­ge­se­he­nen Ver­gü­tun­gen;
b.
Be­frei­ung von den Ver­bind­lich­kei­ten, die sie in rich­ti­ger Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben für ei­ne An­la­ge­grup­pe ein­ge­gan­gen ist;
c.
Er­satz der Auf­wen­dun­gen, die sie zur Er­fül­lung die­ser Ver­bind­lich­kei­ten ge­macht hat.

5 Die Ver­rech­nung ist nur zu­läs­sig bei For­de­run­gen in­ner­halb der glei­chen An­la­ge­grup­pe oder bei For­de­run­gen in­ner­halb des Stamm­ver­mö­gens.

Art. 53j Haftung  

1 Die Haf­tung der An­la­ge­stif­tung für Ver­bind­lich­kei­ten ei­ner An­la­ge­grup­pe ist auf das Ver­mö­gen die­ser An­la­ge­grup­pe be­schränkt.

2 Je­de An­la­ge­grup­pe haf­tet nur für ei­ge­ne Ver­bind­lich­kei­ten.

3 Die Haf­tung der An­le­ger ist aus­ge­schlos­sen.

Art. 53k Ausführungsbestimmungen  

Der Bun­des­rat er­lässt Be­stim­mun­gen über:

a.
den An­le­ger­kreis;
b.
die Äuf­nung und Ver­wen­dung des Stamm­ver­mö­gens;
c.
die Grün­dung, Or­ga­ni­sa­ti­on und Auf­he­bung;
d.
die An­la­ge, Buch­füh­rung, Rech­nungs­le­gung und Re­vi­si­on;
e.
die An­le­ger­rech­te.

Dritter Titel: Sicherheitsfonds und Auffangeinrichtung189

189 Ursprünglich: Zweiter Titel.

1. Kapitel: Rechtsträger

Art. 54 Errichtung  

1 Die Spit­zen­or­ga­ni­sa­tio­nen der Ar­beit­neh­mer und Ar­beit­ge­ber er­rich­ten zwei pa­ri­tä­tisch zu ver­wal­ten­de Stif­tun­gen.

2 Der Bun­des­rat über­trägt:

a.
der einen Stif­tung, den Si­cher­heits­fonds zu füh­ren;
b.
der an­dern Stif­tung, die Ver­pflich­tun­gen der Auf­fan­gein­rich­tung zu über­neh­men.

3 Kommt die Er­rich­tung ei­ner Stif­tung durch die Spit­zen­or­ga­ni­sa­tio­nen nicht zu­stan­de, so ver­an­lasst der Bun­des­rat de­ren Grün­dung.

4 Die Stif­tun­gen gel­ten als Be­hör­den im Sin­ne von Ar­ti­kel 1 Ab­satz 2 Buch­sta­be e des Bun­des­ge­set­zes vom 20. De­zem­ber 1968190 über das Ver­wal­tungs­ver­fah­ren.

Art. 55 Stiftungsräte  

1 Die Stif­tungs­rä­te wer­den aus gleich vie­len Ver­tre­tern der Ar­beit­ge­ber und Ar­beit­neh­mer ge­bil­det. Die öf­fent­li­che Ver­wal­tung ist da­bei an­ge­mes­sen zu be­rück­sich­ti­gen. Die Stif­tungs­rä­te kön­nen von neu­tra­len Vor­sit­zen­den ge­lei­tet wer­den.

2 Die Mit­glie­der der Stif­tungs­rä­te wer­den für ei­ne Amts­dau­er von vier Jah­ren ge­wählt.

3 Die Stif­tungs­rä­te kon­sti­tu­ie­ren sich selbst und er­las­sen die Re­gle­men­te über die Or­ga­ni­sa­ti­on der Stif­tung. Sie über­wa­chen de­ren Ge­schäfts­füh­rung und set­zen ei­ne un­ab­hän­gi­ge Re­vi­si­ons­stel­le als Kon­troll­or­gan ein.

4 Je­der Stif­tungs­rat be­stimmt ei­ne Ge­schäfts­stel­le, wel­che die Stif­tung ver­wal­tet und ver­tritt.

2. Kapitel: Sicherheitsfonds

Art. 56 Aufgaben 191  

1 Der Si­cher­heits­fonds:

a.
rich­tet Zu­schüs­se an je­ne Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen aus, die ei­ne un­güns­ti­ge Al­ter­ss­truk­tur auf­wei­sen;
b.192
stellt die ge­setz­li­chen Leis­tun­gen von zah­lungs­un­fä­hig ge­wor­de­nen oder im Fal­le von ver­ges­se­nen Gut­ha­ben li­qui­dier­ter Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen si­cher;
c.
stellt die über die ge­setz­li­chen Leis­tun­gen hin­aus­ge­hen­den re­gle­men­ta­ri­schen Leis­tun­gen von zah­lungs­un­fä­hig ge­wor­de­nen Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen si­cher, so­weit die­se Leis­tun­gen auf Vor­sor­ge­ver­hält­nis­sen be­ru­hen, auf die das FZG193 an­wend­bar ist;
d.194
ent­schä­digt die Auf­fan­gein­rich­tung für die Kos­ten, die ihr auf Grund ih­rer Tä­tig­keit nach den Ar­ti­keln 11 Ab­satz 3bis und 60 Ab­satz 2 die­ses Ge­set­zes so­wie 4 Ab­satz 2 FZG ent­ste­hen und die nicht auf den Ver­ur­sa­cher über­wälzt wer­den kön­nen;
e.
schliesst den Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen im Fal­le ei­ner Teil- oder Ge­samt­li­qui­da­ti­on, die in­ner­halb von fünf Jah­ren seit In­kraft­tre­ten des FZG er­folgt, ei­ne durch die An­wen­dung die­ses Ge­set­zes ent­stan­de­ne De­ckungs­lücke;
f.195
fun­giert als Zen­tral­stel­le 2. Säu­le für die Ko­or­di­na­ti­on, die Über­mitt­lung und die Auf­be­wah­rung der An­ga­ben nach den Ar­ti­keln 24a–24f des FZG;
g.196
ist für die An­wen­dung von Ar­ti­kel 89a Ver­bin­dungs­stel­le zu den Mit­glied­staa­ten der Eu­ro­päi­schen Ge­mein­schaft197 oder der Eu­ro­päi­schen Frei­han­dels­as­so­zia­ti­on. Der Bun­des­rat er­lässt die Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen;
h.198
ent­schä­digt die Aus­gleichs­kas­se der AHV für die Kos­ten, die ihr auf Grund ih­rer Tä­tig­keit nach Ar­ti­kel 11 ent­ste­hen und nicht auf den Ver­ur­sa­cher über­wälzt wer­den kön­nen.

2 Die Si­cher­stel­lung nach Ab­satz 1 Buch­sta­be c um­fasst höchs­tens die Leis­tun­gen, die sich auf­grund ei­nes mass­ge­ben­den Loh­nes nach dem AHVG199 in der an­dert­halb­fa­chen Hö­he des obe­ren Grenz­be­tra­ges nach Ar­ti­kel 8 Ab­satz 1 die­ses Ge­set­zes er­ge­ben.

3 Sind ei­ner Vor­sor­ge­ein­rich­tung meh­re­re wirt­schaft­lich oder fi­nan­zi­ell nicht eng mit­ein­an­der ver­bun­de­ne Ar­beit­ge­ber oder meh­re­re Ver­bän­de an­ge­schlos­sen, so ist das zah­lungs­un­fä­hi­ge Vor­sor­ge­werk je­des ein­zel­nen Ar­beit­ge­bers oder Ver­ban­des den zah­lungs­un­fä­hi­gen Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen grund­sätz­lich gleich­ge­stellt. Die Zah­lungs­un­fä­hig­keit der Vor­sor­ge­wer­ke ist ge­trennt zu be­ur­tei­len. Der Bun­des­rat re­gelt die Ein­zel­hei­ten.200

4 Der Bun­des­rat re­gelt die Leis­tungs­vor­aus­set­zun­gen.

5 Der Si­cher­heits­fonds ge­währt kei­ne Si­cher­stel­lung der Leis­tun­gen, so­weit sei­ne Leis­tun­gen miss­bräuch­lich in An­spruch ge­nom­men wer­den.

6 Der Si­cher­heits­fonds führt für je­de Auf­ga­be ge­trennt Rech­nung.

191Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 3067; BBl 1996 I 564580). Sie­he auch die UeB die­ser Änd. am En­de die­ses Tex­tes.

192 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 1 des BG vom 18. Dez. 1998, in Kraft seit 1. Mai 1999 (AS 1999 1384; BBl 1998 5569).

193SR 831.42

194 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. Dez. 2006 (Wech­sel der Vor­sor­ge­ein­rich­tung), in Kraft seit 1. Mai 2007 (AS 20071803; BBl 2005 59415953).

195 Ein­ge­fügt durch Ziff. II 1 des BG vom 18. Dez. 1998, in Kraft seit 1. Mai 1999 (AS 1999 1384; BBl 1998 5569).

196 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 7 des BG vom 8. Okt. 1999 zum Abk. zwi­schen der Schwei­ze­ri­schen Eid­ge­nos­sen­schaft ei­ner­seits und der EG so­wie ih­ren Mit­glied­staa­ten an­de­rer­seits über die Frei­zü­gig­keit (AS 2002 701; BBl 1999 6128). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 6 des BG vom 14. Dez. 2001 be­tref­fend die Be­stim­mun­gen über die Per­so­nen­frei­zü­gig­keit im Abk. zur Änd. des Über­eink. zur Er­rich­tung der EFTA, in Kraft seit 1. Ju­ni 2002 (AS 2002 685; BBl 2001 4963).

197 Heu­te: Eu­ro­päi­sche Uni­on.

198Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2003 (1. BVG-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 1677; BBl 2000 2637).

199SR 831.10

200 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 2010 (Fi­nan­zie­rung von Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen öf­fent­lich-recht­li­cher Kör­per­schaf­ten), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 3385; BBl 2008 8411).

Art. 56a Rückgriff und Rückforderung 201  

1 Ge­gen­über Per­so­nen, die für die Zah­lungs­un­fä­hig­keit der Vor­sor­ge­ein­rich­tung oder des Vor­sor­ge­werks ein Ver­schul­den trifft, kann der Si­cher­heits­fonds im Zeit­punkt der Si­cher­stel­lung im Um­fang der si­cher­ge­stell­ten Leis­tun­gen in die An­sprü­che der Vor­sor­ge­ein­rich­tung ein­tre­ten.202

2 Un­recht­mäs­sig be­zo­ge­ne Leis­tun­gen sind dem Si­cher­heits­fonds zu­rück­zu­er­stat­ten.

3 Der Rück­for­de­rungs­an­spruch nach Ab­satz 2 ver­jährt ein Jahr, nach­dem der Si­cher­heits­fonds vom un­recht­mäs­si­gen Be­zug der Leis­tung Kennt­nis er­hal­ten hat, spä­tes­tens aber fünf Jah­re nach der Aus­zah­lung der Leis­tung. Wird der Rück­for­de­rungs­an­spruch aus ei­ner straf­ba­ren Hand­lung her­ge­lei­tet, für wel­che das Straf­recht ei­ne län­ge­re Ver­jäh­rungs­frist fest­setzt, so ist die­se Frist mass­ge­bend.

201Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 3067; BBl 1996 I 564580).

202 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 2010 (Fi­nan­zie­rung von Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen öf­fent­lich-recht­li­cher Kör­per­schaf­ten), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 3385; BBl 2008 8411).

Art. 57 Anschluss an den Sicherheitsfonds 203  

Die dem FZG204 un­ter­stell­ten Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen sind dem Si­cher­heits­fonds an­ge­schlos­sen.

203Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 3067; BBl 1996 I 564580).

204SR 831.42

Art. 58 Zuschüsse bei ungünstiger Altersstruktur  

1 Ei­ne Vor­sor­ge­ein­rich­tung er­hält Zu­schüs­se auf­grund un­güns­ti­ger Al­ter­ss­truk­tur (Art. 56 Abs. 1 Bst. a), so­weit die Sum­me der Al­ters­gut­schrif­ten 14 Pro­zent der Sum­me der ent­spre­chen­den ko­or­di­nier­ten Löh­ne über­steigt. Die Zu­schüs­se wer­den jähr­lich auf der Grund­la­ge des vor­an­ge­gan­ge­nen Ka­len­der­jah­res be­rech­net.

2 Der Bun­des­rat kann die­sen An­satz än­dern, wenn der Durch­schnitts­satz der Al­ters­gut­schrif­ten ge­samtschwei­ze­risch we­sent­lich von 12 Pro­zent ab­weicht.

3 Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen kön­nen Zu­schüs­se nur be­an­spru­chen, wenn bei ih­nen das ge­sam­te der ob­li­ga­to­ri­schen Ver­si­che­rung un­ter­stell­te Per­so­nal der an­ge­schlos­se­nen Ar­beit­ge­ber ver­si­chert ist.

4 Sind meh­re­re Ar­beit­ge­ber der glei­chen Vor­sor­ge­ein­rich­tung an­ge­schlos­sen, so wer­den die Zu­schüs­se für das Per­so­nal je­des ein­zel­nen Ar­beit­ge­bers ge­trennt be­rech­net.

5 Selb­stän­di­g­er­wer­ben­de wer­den für die Be­rech­nung der Zu­schüs­se nur be­rück­sich­tigt, wenn sie:

a.
sich in­ner­halb ei­nes Jah­res nach In­kraft­tre­ten des Ge­set­zes oder Auf­nah­me der selb­stän­di­gen Er­werbs­tä­tig­keit frei­wil­lig ver­si­chern, oder
b.
wäh­rend min­des­tens sechs Mo­na­ten der ob­li­ga­to­ri­schen Ver­si­che­rung un­ter­stellt wa­ren und sich un­mit­tel­bar da­nach frei­wil­lig ver­si­chern.
Art. 59 Finanzierung 205  

1 Der Si­cher­heits­fonds wird von den ihm an­ge­schlos­se­nen Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen fi­nan­ziert.

2 Der Bun­des­rat re­gelt die Ein­zel­hei­ten.

3 Er re­gelt die Fi­nan­zie­rung der Auf­ga­ben, wel­che vom Si­cher­heits­fonds nach Ar­ti­kel 56 Ab­satz 1 Buch­sta­be f über­nom­men wer­den.206

4 Zur Über­brückung von Li­qui­di­täts­eng­päs­sen kann der Bund dem Si­cher­heits­fonds zur Fi­nan­zie­rung von In­sol­venz­leis­tun­gen ge­mä­ss Ar­ti­kel 56 Ab­satz 1 Buch­sta­ben b, c und d Dar­le­hen zu markt­kon­for­men Be­din­gun­gen ge­wäh­ren. Die Ge­wäh­rung die­ser Dar­le­hen kann an Be­din­gun­gen ge­knüpft wer­den.207

205 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. Ju­li 1998 (AS 1996 3067, 1998 1573; BBl 1996 I 564580).

206 Ein­ge­fügt durch Ziff. II 1 des BG vom 18. Dez. 1998, in Kraft seit 1. Mai 1999 (AS 1999 1384; BBl 1998 5569).

207Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2003 (1. BVG-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 1677; BBl 2000 2637).

3. Kapitel: Auffangeinrichtung

Art. 60 Aufgaben 208  

1 Die Auf­fan­gein­rich­tung ist ei­ne Vor­sor­ge­ein­rich­tung.

2 Sie ist ver­pflich­tet:

a.
Ar­beit­ge­ber, die ih­rer Pflicht zum An­schluss an ei­ne Vor­sor­ge­ein­rich­tung nicht nach­kom­men, an­zu­sch­lies­sen;
b.
Ar­beit­ge­ber auf de­ren Be­geh­ren an­zu­sch­lies­sen;
c.
Per­so­nen als frei­wil­li­ge Ver­si­cher­te auf­zu­neh­men;
d.
die Leis­tun­gen nach Ar­ti­kel 12 aus­zu­rich­ten;
e.209
die Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung an­zu­sch­lies­sen und für die von die­ser Ver­si­che­rung ge­mel­de­ten Be­zü­ger von Tag­gel­dern die ob­li­ga­to­ri­sche Ver­si­che­rung durch­zu­füh­ren;
f.210
zu ei­nem Vor­sor­ge­aus­gleich nach Schei­dung be­rech­tig­te Per­so­nen nach Ar­ti­kel 60a auf­zu­neh­men.

2bis Zur Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben nach Ab­satz 2 Buch­sta­ben a und b und Ar­ti­kel 12 Ab­satz 2 kann die Auf­fan­gein­rich­tung Ver­fü­gun­gen er­las­sen. Die­se sind voll­streck­ba­ren Ur­tei­len im Sin­ne von Ar­ti­kel 80 des Bun­des­ge­set­zes vom 11. April 1889211 über Schuld­be­trei­bung und Kon­kurs gleich­ge­stellt.212

3 Der Auf­fan­gein­rich­tung dür­fen kei­ne wett­be­werbs­ver­zer­ren­den Ver­güns­ti­gun­gen ge­währt wer­den.

4 Die Auf­fan­gein­rich­tung schafft re­gio­na­le Zweig­stel­len.

5 Die Auf­fan­gein­rich­tung führt Frei­zü­gig­keits­kon­ten ge­mä­ss Ar­ti­kel 4 Ab­satz 2 des FZG213. Sie führt dar­über ei­ne be­son­de­re Rech­nung.214

6 Die Auf­fan­gein­rich­tung ist nicht ver­pflich­tet, lau­fen­de Ren­ten­ver­pflich­tun­gen zu über­neh­men.215

208 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 4 des BG vom 19. Ju­ni 2015 (Vor­sor­ge­aus­gleich bei Schei­dung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 2313; BBl 2013 4887).

209Ein­ge­fügt durch Art. 117a des Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rungs­ge­set­zes vom 26. Ju­ni 1982, in Kraft seit 1. Ju­li 1997 (AS 1982 2184; BBl 1980 III 489).

210 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 4 des BG vom 19. Ju­ni 2015 (Vor­sor­ge­aus­gleich bei Schei­dung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 2313; BBl 2013 4887).

211 SR 281.1

212Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2003 (1. BVG-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 1677; BBl 2000 2637).

213SR 831.42

214Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 3 des Frei­zü­gig­keits­ge­set­zes vom 17. Dez. 1993, in Kraft 1. Jan. 1995 (AS 1994 2386; BBl 1992 III 533).

215 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 20. Dez. 2006 (Wech­sel der Vor­sor­ge­ein­rich­tung), in Kraft seit 1. Mai 2007 (AS 20071803; BBl 2005 59415953).

Art. 60a Infolge Scheidung überwiesene Austrittsleistung oder lebenslange Rente 216  

1 Wur­de ei­ner Per­son in­fol­ge Schei­dung ei­ne Aus­tritts­leis­tung oder ei­ne le­bens­lan­ge Ren­te zu­ge­spro­chen und kann sie die­se Aus­tritts­leis­tung oder le­bens­lan­ge Ren­te nicht in ei­ne Vor­sor­ge­ein­rich­tung ein­brin­gen, so kann sie die­se an die Auf­fan­gein­rich­tung über­wei­sen las­sen.

2 Die Auf­fan­gein­rich­tung wan­delt das da­durch ge­äuf­ne­te Gut­ha­ben samt Zins auf Ver­lan­gen der be­rech­tig­ten Per­son in ei­ne Ren­te um. Die­se kann frü­he­s­tens bei Er­rei­chen des Min­destal­ters ge­mä­ss Re­gle­ment der Auf­fan­gein­rich­tung be­zo­gen wer­den. An­dern­falls wird sie mit Er­rei­chen des Ren­ten­al­ters nach Ar­ti­kel 13 Ab­satz 1 fäl­lig. Der Be­zug kann um höchs­tens fünf Jah­re auf­ge­scho­ben wer­den, wenn die Er­werbs­tä­tig­keit wei­ter­ge­führt wird. Es be­steht kein An­spruch auf Hin­ter­las­se­nen­leis­tun­gen nach dem Tod der be­rech­tig­ten Per­son.

3 Die Auf­fan­gein­rich­tung be­rech­net die Ren­te auf­grund ih­res Re­gle­ments.

4 Ar­ti­kel 37 Ab­satz 3 gilt sinn­ge­mä­ss.

216 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 4 des BG vom 19. Ju­ni 2015 (Vor­sor­ge­aus­gleich bei Schei­dung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 2313; BBl 2013 4887).

Art. 60b Befristete Anlage von Freizügigkeitsgeldern bei der Bundestresorerie 217  

1 Die Auf­fan­gein­rich­tung darf die Gel­der der von ihr ge­führ­ten Frei­zü­gig­keits­kon­ten bis zum Ma­xi­mal­be­trag von 10 Mil­li­ar­den Fran­ken bei der Eid­ge­nös­si­schen Fi­nanz­ver­wal­tung (EFV) an­le­gen, falls ihr De­ckungs­grad im Frei­zü­gig­keits­be­reich we­ni­ger als 105 Pro­zent be­trägt.

2 Die EFV ver­wal­tet die Mit­tel im Rah­men ih­rer zen­tra­len Tre­so­re­rie un­ver­zins­lich und un­ent­gelt­lich.

3 Die EFV und die Auf­fan­gein­rich­tung ver­ein­ba­ren die Ein­zel­hei­ten in ei­nem öf­fent­lich-recht­li­chen Ver­trag.

217 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2020, in Kraft vom 26. Sept. 2020 bis zum 25. Sept. 2023 (AS 2020 3845; BBl 2020 6343).

Vierter Titel: Aufsicht und Oberaufsicht 218

218 Ursprünglich: Dritter Titel. Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 19. März 2010 (Struktur­reform), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 3393; BBl 2007 5669).

1. Kapitel: Aufsicht 219

219 Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 19. März 2010 (Strukturreform), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 3393; BBl 2007 5669).

Art. 61 Aufsichtsbehörde 220  

1 Die Kan­to­ne be­zeich­nen die zu­stän­di­ge Be­hör­de für die Auf­sicht über die Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen so­wie die Ein­rich­tun­gen, die nach ih­rem Zweck der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge die­nen, mit Sitz im Kan­tons­ge­biet.221

2 Die Kan­to­ne kön­nen ge­mein­sa­me Auf­sichts­re­gio­nen bil­den und da­für ei­ne Auf­sichts­be­hör­de be­zeich­nen.

3 Die Auf­sichts­be­hör­de ist ei­ne öf­fent­lich-recht­li­che An­stalt mit ei­ge­ner Rechts­per­sön­lich­keit. Sie un­ter­liegt in ih­rer Tä­tig­keit kei­nen Wei­sun­gen.222

220 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. März 2010 (Struk­tur­re­form), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 3393; BBl 2007 5669).

221 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 2010 (Fi­nan­zie­rung von Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen öf­fent­lich-recht­li­cher Kör­per­schaf­ten), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 3385; BBl 2008 8411).

222 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 2010 (Fi­nan­zie­rung von Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen öf­fent­lich-recht­li­cher Kör­per­schaf­ten), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 3385; BBl 2008 8411).

Art. 62 Aufgaben  

1 Die Auf­sichts­be­hör­de wacht dar­über, dass die Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen, die Re­vi­si­ons­stel­len für be­ruf­li­che Vor­sor­ge, die Ex­per­ten für be­ruf­li­che Vor­sor­ge so­wie die Ein­rich­tun­gen, die nach ih­rem Zweck der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge die­nen, die ge­setz­li­chen Vor­schrif­ten ein­hal­ten und dass das Vor­sor­ge­ver­mö­gen zweck­ge­mä­ss ver­wen­det wird, in­dem sie ins­be­son­de­re:223

a.224
die Über­ein­stim­mung der sta­tu­ta­ri­schen und re­gle­men­ta­ri­schen Be­stim­mun­gen der Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen und der Ein­rich­tun­gen, die nach ih­rem Zweck der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge die­nen, mit den ge­setz­li­chen Vor­schrif­ten prüft;
b.225
von der Vor­sor­ge­ein­rich­tung so­wie von der Ein­rich­tung, die nach ih­rem Zweck der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge dient, jähr­lich Be­richt­er­stat­tung for­dern, na­ment­lich über ih­re Ge­schäftstä­tig­keit;
c.
Ein­sicht in die Be­rich­te der Kon­troll­stel­le und des Ex­per­ten für be­ruf­li­che Vor­sor­ge nimmt;
d.
die Mass­nah­men zur Be­he­bung von Män­geln trifft;
e.226
Strei­tig­kei­ten be­tref­fend das Recht der ver­si­cher­ten Per­son auf In­for­ma­ti­on ge­mä­ss den Ar­ti­keln 65a und 86b Ab­satz 2 be­ur­tei­len; die­ses Ver­fah­ren ist für die Ver­si­cher­ten in der Re­gel kos­ten­los.

2 Sie über­nimmt bei Stif­tun­gen auch die Auf­ga­ben nach den Ar­ti­keln 85–86b ZGB227.228

3 Der Bun­des­rat kann Be­stim­mun­gen über die auf­sichts­recht­li­che Ge­neh­mi­gung von Fu­sio­nen und Um­wand­lun­gen so­wie über die Aus­übung der Auf­sicht bei Li­qui­da­tio­nen und Teil­li­qui­da­tio­nen von Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen er­las­sen.229

223 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. März 2010 (Struk­tur­re­form), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 3393; BBl 2007 5669).

224 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. März 2010 (Struk­tur­re­form), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 3393; BBl 2007 5669).

225Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2003 (1. BVG-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. April 2004 (AS 2004 1677; BBl 2000 2637).

226Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2003 (1. BVG-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. April 2004 (AS 2004 1677; BBl 2000 2637).

227 SR 210

228 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 4 des BG vom 19. Ju­ni 2015 (Vor­sor­ge­aus­gleich bei Schei­dung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 2313; BBl 2013 4887).

229 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 10 des Fu­si­ons­ge­set­zes vom 3. Okt. 2003, in Kraft seit 1. Ju­li 2004 (AS 2004 2617; BBl 2000 4337).

Art. 62a Aufsichtsmittel 230  

1 Bei der Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben stützt sich die Auf­sichts­be­hör­de auf die Be­rich­te der Ex­per­ten für be­ruf­li­che Vor­sor­ge und der Re­vi­si­ons­stel­len.

2 Die Auf­sichts­be­hör­de kann bei Be­darf:

a.
vom obers­ten Or­gan der Vor­sor­ge­ein­rich­tung, vom Ex­per­ten für be­ruf­li­che Vor­sor­ge oder von der Re­vi­si­ons­stel­le je­der­zeit Aus­kunft oder die Her­aus­ga­be sach­dien­li­cher Un­ter­la­gen ver­lan­gen;
b.
im Ein­zel­fall dem obers­ten Or­gan, der Re­vi­si­ons­stel­le oder dem Ex­per­ten für be­ruf­li­che Vor­sor­ge Wei­sun­gen er­tei­len;
c.
Gut­ach­ten an­ord­nen;
d.
Ent­schei­de des obers­ten Or­gans ei­ner Vor­sor­ge­ein­rich­tung auf­he­ben;
e.
Er­satz­vor­nah­men an­ord­nen;
f.
das obers­te Or­gan der Vor­sor­ge­ein­rich­tung oder ein­zel­ne sei­ner Mit­glie­der er­mah­nen, ver­war­nen oder ab­be­ru­fen;
g.
ei­ne amt­li­che Ver­wal­tung der Vor­sor­ge­ein­rich­tung oder der Ein­rich­tung, die nach ih­rem Zweck der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge dient, an­ord­nen;
h.
ei­ne Re­vi­si­ons­stel­le oder einen Ex­per­ten für be­ruf­li­che Vor­sor­ge er­nen­nen oder ab­be­ru­fen;
i.
Ord­nungs­wid­rig­kei­ten nach Ar­ti­kel 79 ahn­den.

3 Die Kos­ten für auf­sichts­recht­li­che Mass­nah­men ge­hen zu­las­ten der Vor­sor­ge­ein­rich­tung oder Ein­rich­tung, die nach ih­rem Zweck der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge dient, wel­che die Mass­nah­me ver­ur­sacht hat. Die Kos­ten für die Ab­be­ru­fung nach Ab­satz 2 Buch­sta­be h ge­hen zu­las­ten der ent­spre­chen­den Re­vi­si­ons­stel­le oder des Ex­per­ten für be­ruf­li­che Vor­sor­ge.

230 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. März 2010 (Struk­tur­re­form), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 3393; BBl 2007 5669).

Art. 63231  

231 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 19. März 2010 (Struk­tur­re­form), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 3393; BBl 2007 5669).

Art. 63a232  

232Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2003 (1. BVG-Re­vi­si­on) (AS 2004 1677; BBl 2000 2637). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 19. März 2010 (Struk­tur­re­form), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 3393; BBl 2007 5669).

2. Kapitel: Oberaufsicht 233

233 Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 19. März 2010 (Strukturreform), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 3393; BBl 2007 5669).

Art. 64 Oberaufsichtskommission 234  

1 Der Bun­des­rat be­stellt ei­ne aus sie­ben bis neun Mit­glie­dern be­ste­hen­de Ober­auf­sichts­kom­mis­si­on. Er be­zeich­net das Prä­si­di­um und das Vi­ze­prä­si­di­um. Die Mit­glie­der müs­sen un­ab­hän­gi­ge Sach­ver­stän­di­ge sein. Die So­zi­al­part­ner sind mit je ei­nem Ver­tre­ter zu be­rück­sich­ti­gen. Die Amts­dau­er be­trägt vier Jah­re.

2 Die Ober­auf­sichts­kom­mis­si­on un­ter­liegt in ih­ren Ent­schei­den we­der Wei­sun­gen des Bun­des­rats noch Wei­sun­gen des De­par­te­ments des In­nern. Sie kann in ih­rem Re­gle­ment Kom­pe­ten­zen an ihr Se­kre­ta­ri­at de­le­gie­ren.

3 Für das Ver­hal­ten der Ober­auf­sichts­kom­mis­si­on und ih­res Se­kre­ta­ria­tes wird nur ge­haf­tet, wenn we­sent­li­che Amts­pflich­ten ver­letzt wor­den sind und Schä­den nicht auf Pflicht­ver­let­zun­gen ei­ner be­auf­sich­tig­ten Be­hör­de oder Ein­rich­tung ge­mä­ss Ar­ti­kel 64a zu­rück­zu­füh­ren sind.

4 Im Üb­ri­gen gilt das Ver­ant­wort­lich­keits­ge­setz vom 14. März 1958235.

234 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. März 2010 (Struk­tur­re­form), in Kraft seit 1. Jan. 2012, mit Aus­nah­me von Abs. 1 in Kraft seit 1. Aug. 2011 (AS 2011 3393; BBl 2007 5669).

235 SR 170.32

Art. 64a Aufgaben 236  

1 Die Ober­auf­sichts­kom­mis­si­on be­auf­sich­tigt die Auf­sichts­be­hör­den. Sie hat fol­gen­de Auf­ga­ben:

a.
Sie stellt die ein­heit­li­che Auf­sichtstä­tig­keit der Auf­sichts­be­hör­den si­cher; sie kann zu die­sem Zweck Wei­sun­gen er­las­sen.
b.
Sie prüft die Jah­res­be­rich­te der Auf­sichts­be­hör­den; sie kann In­spek­tio­nen bei den Auf­sichts­be­hör­den durch­füh­ren.
c.
Sie er­lässt bei Vor­lie­gen ei­ner ge­setz­li­chen Grund­la­ge und vor­he­ri­ger An­hö­rung der in­ter­es­sier­ten Krei­se die für die Auf­sichtstä­tig­keit not­wen­di­gen Stan­dards.
d.
Sie ent­schei­det über die Zu­las­sung und den Ent­zug der Zu­las­sung von Ex­per­ten für be­ruf­li­che Vor­sor­ge.
e.
Sie führt ein Re­gis­ter über die zu­ge­las­se­nen Ex­per­ten für be­ruf­li­che Vor­sor­ge; das Re­gis­ter ist öf­fent­lich und wird im In­ter­net ver­öf­fent­licht.
f.
Sie kann den Ex­per­ten für be­ruf­li­che Vor­sor­ge und den Re­vi­si­ons­stel­len Wei­sun­gen er­tei­len.
g.
Sie er­lässt ein Or­ga­ni­sa­ti­ons- und Ge­schäfts­re­gle­ment; das Re­gle­ment be­darf der Ge­neh­mi­gung durch den Bun­des­rat.

2 Sie be­auf­sich­tigt zu­dem den Si­cher­heits­fonds, die Auf­fan­gein­rich­tung und die An­la­ge­stif­tun­gen.

3 Sie un­ter­brei­tet dem Bun­des­rat jähr­lich einen Tä­tig­keits­be­richt und ver­kehrt mit dem Bun­des­rat über das Eid­ge­nös­si­sche De­par­te­ment des In­nern.

236 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. März 2010 (Struk­tur­re­form), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 3393; BBl 2007 5669).

Art. 64b Sekretariat 237  

1 Die Kom­mis­si­on ver­fügt über ein stän­di­ges Se­kre­ta­ri­at, das ad­mi­nis­tra­tiv dem Bun­des­amt für So­zi­al­ver­si­che­run­gen zu­ge­wie­sen ist.

2 Das Se­kre­ta­ri­at er­füllt die Auf­ga­ben, die ge­mä­ss Or­ga­ni­sa­ti­ons- und Ge­schäfts­re­gle­ment der Ober­auf­sichts­kom­mis­si­on in sei­ne Zu­stän­dig­keit fal­len.

237 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. März 2010 (Struk­tur­re­form), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 3393; BBl 2007 5669).

Art. 64c Kosten 238  

1 Die Kos­ten der Kom­mis­si­on und des Se­kre­ta­ri­ats wer­den ge­deckt durch:

a.
ei­ne jähr­li­che Auf­sichts­ab­ga­be;
b.
Ge­büh­ren für Ver­fü­gun­gen und Dienst­leis­tun­gen.

2 Die jähr­li­che Auf­sichts­ab­ga­be be­misst sich:

a.239
bei den Auf­sichts­be­hör­den nach der Zahl der be­auf­sich­tig­ten Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen so­wie nach der An­zahl der ak­ti­ven Ver­si­cher­ten und der An­zahl der aus­be­zahl­ten Ren­ten;
b.
beim Si­cher­heits­fonds, bei der Auf­fan­gein­rich­tung und bei den An­la­ge­stif­tun­gen nach dem Ver­mö­gen und ge­ge­be­nen­falls der An­zahl Son­der­ver­mö­gen.

3 Der Bun­des­rat be­stimmt die an­re­chen­ba­ren Auf­sichts­kos­ten und legt das Be­rech­nungs­ver­fah­ren im Ein­zel­nen so­wie den Ge­büh­ren­ta­rif fest.

4 Die Auf­sichts­be­hör­den über­wäl­zen die nach Ab­satz 2 Buch­sta­be a ge­schul­de­te Ab­ga­be auf die von ih­nen be­auf­sich­tig­ten Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen.240

238 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. März 2010 (Struk­tur­re­form), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 3393; BBl 2007 5669).

239 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. März 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 6337; BBl 2016 68458193).

240 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 17. März 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 6337; BBl 2016 68458193).

Vierter Teil: Finanzierung der Vorsorgeeinrichtungen

Erster Titel: Allgemeine Bestimmungen 241

241 Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 17. Dez. 2010 (Finanzierung von Vorsorgeeinrichtungen öffentlich-rechtlicher Körperschaften), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 3385; BBl 2008 8411).

Art. 65 Grundsatz  

1 Die Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen müs­sen je­der­zeit Si­cher­heit da­für bie­ten, dass sie die über­nom­me­nen Ver­pflich­tun­gen er­fül­len kön­nen.

2 Sie re­geln das Bei­trags­sys­tem und die Fi­nan­zie­rung so, dass die Leis­tun­gen im Rah­men die­ses Ge­set­zes bei Fäl­lig­keit er­bracht wer­den kön­nen. Da­bei dür­fen sie nur den vor­han­de­nen Be­stand an Ver­si­cher­ten so­wie Rent­ne­rin­nen und Rent­nern be­rück­sich­ti­gen (Grund­satz der Bi­lan­zie­rung in ge­schlos­se­ner Kas­se). Vor­be­hal­ten blei­ben die Ar­ti­kel 72a–72g.242

2bis Sämt­li­che Ver­pflich­tun­gen ei­ner Vor­sor­ge­ein­rich­tung müs­sen durch Vor­sor­ge­ver­mö­gen ge­deckt sein (Grund­satz der Voll­ka­pi­ta­li­sie­rung). Vor­be­hal­ten blei­ben Ar­ti­kel 65c so­wie die Ar­ti­kel 72a–72g.243

3 Sie wei­sen ih­re Ver­wal­tungs­kos­ten in der Be­triebs­rech­nung aus. Der Bun­des­rat er­lässt Be­stim­mun­gen über die Ver­wal­tungs­kos­ten und die Art und Wei­se, wie sie aus­ge­wie­sen wer­den müs­sen.244

4 Der Bun­des­rat legt ein An­fangs­ver­mö­gen und Ga­ran­tieleis­tun­gen fest für Neu­grün­dun­gen von Sam­mel- und Ge­mein­schafts­s­tif­tun­gen, wel­che dem FZG245 un­ter­stellt sind, un­ab­hän­gig von ih­rer Rechts- oder Ver­wal­tungs­form. Nicht un­ter die­se Be­stim­mung fal­len Ver­band­sein­rich­tun­gen so­wie Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen mit meh­re­ren wirt­schaft­lich oder fi­nan­zi­ell eng mit­ein­an­der ver­bun­de­nen Ar­beit­ge­bern.246

242 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 2010 (Fi­nan­zie­rung von Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen öf­fent­lich-recht­li­cher Kör­per­schaf­ten), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 3385; BBl 2008 8411).

243 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 17. Dez. 2010 (Fi­nan­zie­rung von Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen öf­fent­lich-recht­li­cher Kör­per­schaf­ten), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 3385; BBl 2008 8411).

244Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2003 (1. BVG-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. April 2004 (AS 2004 1677; BBl 2000 2637).

245 SR 831.42

246 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. März 2010 (Struk­tur­re­form), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 3393; BBl 2007 5669).

Art. 65a Transparenz 247  

1 Die Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen ha­ben bei der Re­ge­lung des Bei­trags­sys­tems, der Fi­nan­zie­rung, der Ka­pi­tal­an­la­gen und bei der Rech­nungs­le­gung den Grund­satz der Trans­pa­renz zu be­ach­ten.

2 Mit der Trans­pa­renz soll si­cher­ge­stellt wer­den, dass:

a.
die tat­säch­li­che fi­nan­zi­el­le La­ge der Vor­sor­ge­ein­rich­tung er­sicht­lich wird;
b.
die Si­cher­heit der Er­fül­lung der Vor­sor­ge­zwe­cke be­legt wer­den kann;
c.
das pa­ri­tä­ti­sche Or­gan der Vor­sor­ge­ein­rich­tung sei­ne Füh­rungs­auf­ga­be wahr­neh­men kann;
d.
die In­for­ma­ti­ons­pflich­ten ge­gen­über den Ver­si­cher­ten er­füllt wer­den kön­nen.

3 Die Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen müs­sen in der La­ge sein, In­for­ma­tio­nen über den Ka­pi­tal­er­trag, den ver­si­che­rungs­tech­ni­schen Ri­si­ko­ver­lauf, die Ver­wal­tungs­kos­ten, die De­ckungs­ka­pi­tal­be­rech­nung, die Re­ser­ve­bil­dung so­wie den De­ckungs­grad ab­ge­ben zu kön­nen.

4 Der Bun­des­rat er­lässt Be­stim­mun­gen über die Art und Wei­se, wie die­se In­for­ma­tio­nen un­ter Be­ach­tung der Ver­hält­nis­mäs­sig­keit des Auf­wan­des bis auf Stu­fe der Vor­sor­ge­wer­ke aus­ge­wie­sen wer­den müs­sen.

5 Der Bun­des­rat er­lässt Be­stim­mun­gen über die Art und Wei­se, wie die Trans­pa­renz ge­währ­leis­tet wer­den muss. Er er­lässt da­für Rech­nungs­le­gungs­vor­schrif­ten und legt die An­for­de­run­gen an die Kos­ten- und Er­tragstrans­pa­renz fest.

247Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2003 (1. BVG-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. April 2004 (AS 2004 1677; BBl 2000 2637).

Art. 65b Ausführungsbestimmungen des Bundesrates 248  

Der Bun­des­rat er­lässt Min­dest­vor­schrif­ten über die Er­rich­tung:

a.
der Rück­stel­lun­gen für die ver­si­che­rungs­tech­ni­schen Ri­si­ken;
b.
an­de­rer Rück­stel­lun­gen, die der Si­che­rung der Fi­nan­zie­rung die­nen;
c.
der Schwan­kungs­re­ser­ven.

248Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2003 (1. BVG-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 1677; BBl 2000 2637).

Art. 65c Zeitlich begrenzte Unterdeckung 249  

1 Ei­ne zeit­lich be­grenz­te Un­ter­de­ckung und da­mit ei­ne zeit­lich be­grenz­te Ab­wei­chung vom Grund­satz der je­der­zei­ti­gen Si­cher­heit nach Ar­ti­kel 65 Ab­satz 1 ist zu­läs­sig, wenn:

a.
si­cher­ge­stellt ist, dass die Leis­tun­gen im Rah­men die­ses Ge­set­zes bei Fäl­lig­keit er­bracht wer­den kön­nen (Art. 65 Abs. 2); und
b.
die Vor­sor­ge­ein­rich­tung Mass­nah­men er­greift, um die Un­ter­de­ckung in ei­ner an­ge­mes­se­nen Frist zu be­he­ben.

2 Bei Un­ter­de­ckung muss die Vor­sor­ge­ein­rich­tung die Auf­sichts­be­hör­de, den Ar­beit­ge­ber, die Ver­si­cher­ten so­wie die Rent­ne­rin­nen und Rent­ner über das Aus­mass und die Ur­sa­chen der Un­ter­de­ckung so­wie über er­grif­fe­ne Mass­nah­men in­for­mie­ren.

249 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. Ju­ni 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 4635; BBl 2003 6399).

Art. 65d Massnahmen bei Unterdeckung 250  

1 Die Vor­sor­ge­ein­rich­tung muss die Un­ter­de­ckung selbst be­he­ben. Der Si­cher­heits­fonds tritt erst da­für ein, wenn die Vor­sor­ge­ein­rich­tung zah­lungs­un­fä­hig ist.

2 Die Mass­nah­men zur Be­he­bung ei­ner Un­ter­de­ckung müs­sen auf ei­ner re­gle­men­ta­ri­schen Grund­la­ge be­ru­hen und der be­son­de­ren Si­tua­ti­on der Vor­sor­ge­ein­rich­tung, ins­be­son­de­re den Ver­mö­gens- und Ver­pflich­tungs­struk­tu­ren wie den Vor­sor­ge­plä­nen und der Struk­tur und der zu er­war­ten­den Ent­wick­lung des Be­stan­des der Ver­si­cher­ten so­wie der Rent­ne­rin­nen und Rent­ner Rech­nung tra­gen. Sie müs­sen ver­hält­nis­mäs­sig, dem Grad der Un­ter­de­ckung an­ge­mes­sen und Teil ei­nes aus­ge­wo­ge­nen Ge­samt­kon­zep­tes sein. Sie müs­sen zu­dem ge­eig­net sein, die Un­ter­de­ckung in­ner­halb ei­ner an­ge­mes­se­nen Frist zu be­he­ben.

3 So­fern an­de­re Mass­nah­men nicht zum Ziel füh­ren, kann die Vor­sor­ge­ein­rich­tung wäh­rend der Dau­er ei­ner Un­ter­de­ckung:

a.
von Ar­beit­ge­ber und Ar­beit­neh­mern Bei­trä­ge zur Be­he­bung ei­ner Un­ter­de­ckung er­he­ben. Der Bei­trag des Ar­beit­ge­bers muss min­des­tens gleich hoch sein wie die Sum­me der Bei­trä­ge der Ar­beit­neh­mer;
b.
von Rent­ne­rin­nen und Rent­nern einen Bei­trag zur Be­he­bung ei­ner Un­ter­de­ckung er­he­ben. Die Er­he­bung die­ses Bei­trags er­folgt durch Ver­rech­nung mit den lau­fen­den Ren­ten. Der Bei­trag darf nur auf dem Teil der lau­fen­den Ren­te er­ho­ben wer­den, der in den letz­ten zehn Jah­ren vor der Ein­füh­rung die­ser Mass­nah­me durch ge­setz­lich oder re­gle­men­ta­risch nicht vor­ge­schrie­be­ne Er­hö­hun­gen ent­stan­den ist. Er darf nicht auf Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen bei Al­ter, Tod und In­va­li­di­tät der ob­li­ga­to­ri­schen Vor­sor­ge er­ho­ben wer­den. Auf Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen, wel­che über die Leis­tun­gen der ob­li­ga­to­ri­schen Vor­sor­ge hin­aus­ge­hen, darf er nur dann er­ho­ben wer­den, wenn ei­ne ent­spre­chen­de re­gle­men­ta­ri­sche Grund­la­ge vor­han­den ist. Die Hö­he der Ren­ten bei Ent­ste­hung des Ren­ten­an­spruchs bleibt je­den­falls ge­währ­leis­tet.

4 So­fern sich die Mass­nah­men nach Ab­satz 3 als un­ge­nü­gend er­wei­sen, kann die Vor­sor­ge­ein­rich­tung den Min­dest­zins­satz nach Ar­ti­kel 15 Ab­satz 2 wäh­rend der Dau­er der Un­ter­de­ckung, höchs­tens je­doch wäh­rend fünf Jah­ren un­ter­schrei­ten. Die Un­ter­schrei­tung darf höchs­tens 0,5 Pro­zent be­tra­gen.

250 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. Ju­ni 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 4635; BBl 2003 6399).

Art. 65e Arbeitgeberbeitragsreserve mit Verwendungsverzicht bei Unterdeckung 251  

1 Die Vor­sor­ge­ein­rich­tung kann in ih­rem Re­gle­ment vor­se­hen, dass der Ar­beit­ge­ber im Fall ei­ner Un­ter­de­ckung Ein­la­gen in ein ge­son­der­tes Kon­to Ar­beit­ge­ber­bei­trags­re­ser­ve mit Ver­wen­dungs­ver­zicht (AG­BR mit Ver­wen­dungs­ver­zicht) vor­neh­men und auch Mit­tel der or­dent­li­chen Ar­beit­ge­ber­bei­trags­re­ser­ve auf die­ses Kon­to über­tra­gen kann.

2 Die Ein­la­gen dür­fen den Be­trag der Un­ter­de­ckung nicht über­stei­gen und wer­den nicht ver­zinst. Sie dür­fen we­der für Leis­tun­gen ein­ge­setzt, ver­pfän­det, ab­ge­tre­ten noch auf an­de­re Wei­se ver­min­dert wer­den.

3 Der Bun­des­rat re­gelt die Ein­zel­hei­ten, ins­be­son­de­re:

a.
die Auf­lö­sung der AG­BR mit Ver­wen­dungs­ver­zicht, de­ren Über­tra­gung in die or­dent­li­che Ar­beit­ge­ber­bei­trags­re­ser­ve und die Ver­rech­nung mit fäl­li­gen Ar­beit­ge­ber­bei­trä­gen;
b.
den mög­li­chen Ge­samt­be­trag der Ar­beit­ge­ber­bei­trags­re­ser­ven und de­ren Be­hand­lung bei ei­ner Ge­samt- und Teil­li­qui­da­ti­on.

4 Der Ar­beit­ge­ber und die Vor­sor­ge­ein­rich­tung kön­nen ver­trag­lich zu­sätz­li­che Re­ge­lun­gen tref­fen.

251 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. Ju­ni 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 4635; BBl 2003 6399).

Art. 66 Aufteilung der Beiträge  

1 Die Vor­sor­ge­ein­rich­tung legt die Hö­he der Bei­trä­ge des Ar­beit­ge­bers und der Ar­beit­neh­mer in den re­gle­men­ta­ri­schen Be­stim­mun­gen fest. Der Bei­trag des Ar­beit­ge­bers muss min­des­tens gleich hoch sein wie die ge­sam­ten Bei­trä­ge al­ler sei­ner Ar­beit­neh­mer. Ein hö­he­rer An­teil des Ar­beit­ge­bers kann nur mit des­sen Ein­ver­ständ­nis fest­ge­legt wer­den.

2 Der Ar­beit­ge­ber schul­det der Vor­sor­ge­ein­rich­tung die ge­sam­ten Bei­trä­ge. Für nicht recht­zei­tig be­zahl­te Bei­trä­ge kann die Vor­sor­ge­ein­rich­tung Ver­zugs­zin­sen ver­lan­gen.

3 Der Ar­beit­ge­ber zieht den in den re­gle­men­ta­ri­schen Be­stim­mun­gen der Vor­sor­ge­ein­rich­tung fest­ge­leg­ten Bei­trags­an­teil des Ar­beit­neh­mers vom Lohn ab.

4 Er über­weist die Ar­beit­neh­mer- und Ar­beit­ge­ber­bei­trä­ge bis spä­tes­tens zum En­de des ers­ten Mo­nats nach dem Ka­len­der- oder Ver­si­che­rungs­jahr, für das die Bei­trä­ge ge­schul­det sind, an die Vor­sor­ge­ein­rich­tung.252

252Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2003 (1. BVG-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 1677; BBl 2000 2637).

Art. 67 Deckung der Risiken  

1 Die Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen ent­schei­den, ob sie die De­ckung der Ri­si­ken selbst über­neh­men oder sie ganz oder teil­wei­se ei­ner der Ver­si­che­rungs­auf­sicht un­ter­stell­ten Ver­si­che­rungs­ein­rich­tung oder, un­ter den vom Bun­des­rat fest­ge­setz­ten Be­din­gun­gen, ei­ner öf­fent­lich-recht­li­chen Ver­si­che­rungs­ein­rich­tung über­tra­gen.

2 Sie kön­nen die De­ckung der Ri­si­ken selbst über­neh­men, wenn sie die vom Bun­des­rat fest­ge­setz­ten Vor­aus­set­zun­gen er­fül­len.

Art. 68 Versicherungsverträge zwischen Vorsorgeeinrichtungen und Versiche­rungseinrichtungen  

1 Ver­si­che­rungs­ein­rich­tun­gen, wel­che die Ri­si­ko­de­ckung ei­ner nach die­sem Ge­setz re­gis­trier­ten Vor­sor­ge­ein­rich­tung über­neh­men wol­len, ha­ben in ih­re An­ge­bo­te Ta­ri­fe ein­zu­be­zie­hen, die le­dig­lich die ge­setz­lich vor­ge­schrie­be­nen Ri­si­ken für To­des­fall und In­va­li­di­tät ab­de­cken. Der Bun­des­rat re­gelt die Ein­zel­hei­ten.

2 ...253

3 Die Ver­si­che­rungs­ein­rich­tun­gen ha­ben den Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen die nö­ti­gen An­ga­ben zu lie­fern, da­mit die­se die in Ar­ti­kel 65a ge­for­der­te Trans­pa­renz ge­währ­leis­ten kön­nen.254

4 Zu die­sen An­ga­ben ge­hö­ren ins­be­son­de­re auch:

a.
ei­ne jähr­li­che, nach­voll­zieh­ba­re Ab­rech­nung über die Über­schuss­be­tei­li­gung; aus der Ab­rech­nung muss ins­be­son­de­re er­sicht­lich sein, auf wel­chen Grund­la­gen die Über­schuss­be­tei­li­gung be­rech­net und nach wel­chen Grund­sät­zen sie ver­teilt wur­de;
b.
ei­ne Auf­stel­lung über die Ver­wal­tungs­kos­ten; der Bun­des­rat er­lässt Be­stim­mun­gen über die Art und Wei­se, wie die Ver­wal­tungs­kos­ten aus­ge­wie­sen wer­den müs­sen.255

253 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. II 3 des Ver­si­che­rungs­auf­sichts­ge­set­zes vom 17. Dez. 2004, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2006 (AS 2005 5269; BBl 2003 3789).

254Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2003 (1. BVG-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. April 2004 (AS 2004 1677; BBl 2000 2637).

255Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2003 (1. BVG-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. April 2004 (AS 2004 1677; BBl 2000 2637).

Art. 68a Überschussbeteiligungen aus Versicherungsverträgen 256  

1 Über­schuss­be­tei­li­gun­gen aus Ver­si­che­rungs­ver­trä­gen müs­sen, nach­dem der Be­schluss be­tref­fend die An­pas­sung der Ren­ten an die Preis­ent­wick­lung ge­mä­ss Ar­ti­kel 36 Ab­sät­ze 2 und 3 ge­fasst wur­de, den Spar­gut­ha­ben der Ver­si­cher­ten gut­ge­schrie­ben wer­den.

2 Von Ab­satz 1 kann nur ab­ge­wi­chen wer­den:

a.
bei Vor­sor­ge­wer­ken, die an Sam­mel­stif­tun­gen an­ge­schlos­sen sind: wenn die Vor­sor­ge­kom­mis­si­on des Vor­sor­ge­wer­kes aus­drück­lich einen an­ders lau­ten­den Be­schluss fasst und ihn der Sam­mel­stif­tung mit­teilt;
b.
bei Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen, die nicht in Form ei­ner Sam­mel­stif­tung ge­führt wer­den: wenn das pa­ri­tä­ti­sche Or­gan aus­drück­lich einen an­ders lau­ten­den Be­schluss fasst und ihn der Ver­si­che­rungs­ein­rich­tung mit­teilt.

256Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2003 (1. BVG-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. April 2004 (AS 2004 1677; BBl 2000 2637).

Art. 69257  

257 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 17. Dez. 2010 (Fi­nan­zie­rung von Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen öf­fent­lich-recht­li­cher Kör­per­schaf­ten), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 3385; BBl 2008 8411).

Art. 70258  

258Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2003 (1. BVG-Re­vi­si­on), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 1677; BBl 2000 2637).

Art. 71 Vermögensverwaltung  

1 Die Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen ver­wal­ten ihr Ver­mö­gen so, dass Si­cher­heit und ge­nü­gen­der Er­trag der An­la­gen, ei­ne an­ge­mes­se­ne Ver­tei­lung der Ri­si­ken so­wie die De­ckung des vor­aus­seh­ba­ren Be­dar­fes an flüs­si­gen Mit­teln ge­währ­leis­tet sind.

2 Die Ver­pfän­dung oder Be­las­tung von An­sprü­chen ei­ner Vor­sor­ge­ein­rich­tung aus Kol­lek­tiv­le­bens­ver­si­che­rungs­ver­trag oder aus Rück­ver­si­che­rungs­ver­trag ist nicht zu­läs­sig.259

259Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2003 (1. BVG-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 1677; BBl 2000 2637).

Art. 72 Finanzierung der Auffangeinrichtung  

1 Die Auf­fan­gein­rich­tung ist nach dem Grund­satz der Bi­lan­zie­rung in ge­schlos­se­ner Kas­se zu fi­nan­zie­ren, so­weit sie die De­ckung der Ri­si­ken selbst über­nimmt.

2 Die nach Ar­ti­kel 12 für die Auf­fan­gein­rich­tung ent­ste­hen­den Kos­ten wer­den vom Si­cher­heits­fonds nach Ar­ti­kel 56 Ab­satz 1 Buch­sta­be b ge­tra­gen.

3 Die der Auf­fan­gein­rich­tung für ih­re Tä­tig­keit nach Ar­ti­kel 60 Ab­satz 2 die­ses Ge­set­zes so­wie nach Ar­ti­kel 4 Ab­satz 2 des FZG260 ent­stan­de­nen Kos­ten, die nicht auf den Ver­ur­sa­cher über­wälzt wer­den kön­nen, wer­den vom Si­cher­heits­fonds ge­tra­gen.261

260SR 831.42

261Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 3 des Frei­zü­gig­keits­ge­set­zes vom 17. Dez. 1993 (AS 1994 2386; BBl 1992 III 533). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 3067; BBl 1996 I 564580).

Zweiter Titel: Finanzierung von Vorsorgeeinrichtungen öffentlich-rechtlicher Körperschaften im System der Teilkapitalisierung262

262 Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 17. Dez. 2010 (Finanzierung von Vorsorgeeinrichtungen öffentlich-rechtlicher Körperschaften), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 3385; BBl 2008 8411).

Art. 72a System der Teilkapitalisierung  

1 Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen öf­fent­lich-recht­li­cher Kör­per­schaf­ten, die bei In­kraft­tre­ten der Än­de­rung vom 17. De­zem­ber 2010 die An­for­de­run­gen der Voll­ka­pi­ta­li­sie­rung nicht er­fül­len und für die ei­ne Staats­ga­ran­tie nach Ar­ti­kel 72c be­steht, kön­nen mit Zu­stim­mung der Auf­sichts­be­hör­de vom Grund­satz der Voll­ka­pi­ta­li­sie­rung ab­wei­chen (Sys­tem der Teil­ka­pi­ta­li­sie­rung), so­fern ein Fi­nan­zie­rungs­plan vor­liegt, der ihr fi­nan­zi­el­les Gleich­ge­wicht lang­fris­tig si­cher­stellt. Der Fi­nan­zie­rungs­plan muss ins­be­son­de­re ge­währ­leis­ten, dass:

a.
die Ver­pflich­tun­gen ge­gen­über den Rent­ne­rin­nen und Rent­nern voll­um­fäng­lich ge­deckt sind;
b.263
die Aus­gangs­de­ckungs­gra­de so­wohl für sämt­li­che Ver­pflich­tun­gen der Vor­sor­ge­ein­rich­tung wie auch für de­ren Ver­pflich­tun­gen ge­gen­über den ak­ti­ven Ver­si­cher­ten bis zum Über­gang zum Sys­tem der Voll­ka­pi­ta­li­sie­rung nicht un­ter­schrit­ten wer­den;
c.264
ein De­ckungs­grad al­ler Ver­pflich­tun­gen ge­gen­über Rent­ne­rin­nen und Rent­nern so­wie ak­ti­ven Ver­si­cher­ten von min­des­tens 80 Pro­zent be­steht;
d.
künf­ti­ge Leis­tungs­er­hö­hun­gen ent­spre­chend dem Ka­pi­tal­de­ckungs­ver­fah­ren zu 100 Pro­zent aus­fi­nan­ziert wer­den.

2 Die Auf­sichts­be­hör­de prüft den Fi­nan­zie­rungs­plan und ge­neh­migt die Wei­ter­füh­rung der Vor­sor­ge­ein­rich­tung nach dem Sys­tem der Teil­ka­pi­ta­li­sie­rung. Sie sorgt da­für, dass der Fi­nan­zie­rungs­plan die Ein­hal­tung der be­ste­hen­den De­ckungs­gra­de vor­sieht.

3 Die Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen kön­nen im Hin­blick auf ei­ne ab­seh­ba­re Struk­tur­ver­än­de­rung im Ver­si­cher­ten­be­stand ei­ne Um­la­ge­schwan­kungs­re­ser­ve vor­se­hen.

4 Der Bun­des­rat er­lässt Vor­schrif­ten zur Be­rech­nung der frei­en Mit­tel. Er kann be­stim­men, dass bei ei­ner Teil­li­qui­da­ti­on kein an­teils­mäs­si­ger An­spruch auf die Um­la­ge­schwan­kungs­re­ser­ve be­steht.

263 Sie­he auch die UeB Änd. 17.12.2010 am Schluss des Tex­tes.

264 Sie­he auch die UeB Änd. 17.12.2010 am Schluss des Tex­tes.

Art. 72b Ausgangsdeckungsgrade  

1 Als Aus­gangs­de­ckungs­gra­de gel­ten die De­ckungs­gra­de bei In­kraft­tre­ten der Än­de­rung vom 17. De­zem­ber 2010.

2 Bei der Be­rech­nung der Aus­gangs­de­ckungs­gra­de muss das für die Zah­lung der fäl­li­gen Ren­ten er­for­der­li­che De­ckungs­ka­pi­tal voll­um­fäng­lich be­rück­sich­tigt wer­den.

3 Bei der Be­rech­nung der Aus­gangs­de­ckungs­gra­de dür­fen Wert­schwan­kungs- und Um­la­ge­schwan­kungs­re­ser­ven vom Vor­sor­ge­ver­mö­gen ab­ge­zo­gen wer­den.

Art. 72c Staatsgarantie  

1 Ei­ne Staats­ga­ran­tie liegt vor, wenn die öf­fent­lich-recht­li­che Kör­per­schaft für fol­gen­de Leis­tun­gen der Vor­sor­ge­ein­rich­tung die De­ckung ga­ran­tiert, so­weit die­se auf­grund der Aus­gangs&