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Verordnung
über die Aufsicht in der beruflichen Vorsorge
(BVV 1)

vom 10. und 22. Juni 2011 (Stand am 1. Januar 2015)

Der Schweizerische Bundesrat,

gestützt auf die Artikel 64c Absatz 3 und 65 Absatz 4 des Bundesgesetzes
vom 25. Juni 19821 über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und
Invalidenvorsorge (BVG),

verordnet:

1. Abschnitt: Geltungsbereich

Art. 1  

Die­se Ver­ord­nung gilt für al­le Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen so­wie Ein­rich­tun­gen, die nach ih­rem Zweck der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge die­nen.

2. Abschnitt: Aufsicht

Art. 2 Kantonale Aufsichtsbehörden  

1 Kan­to­na­le Auf­sichts­be­hör­den nach Ar­ti­kel 61 BVG sind öf­fent­lich-recht­li­che An­stal­ten ei­nes oder meh­re­rer Kan­to­ne.

2 Sie mel­den der Ober­auf­sichts­kom­mis­si­on die Bil­dung oder Än­de­rung ei­ner Auf­sichts­re­gi­on.

Art. 3 Verzeichnis der beaufsichtigten Einrichtungen  

1 Je­de kan­to­na­le Auf­sichts­be­hör­de führt ein Ver­zeich­nis der Ein­rich­tun­gen, die sie be­auf­sich­tigt.

2 Das Ver­zeich­nis ent­hält:

a.
das Re­gis­ter für die be­ruf­li­che Vor­sor­ge nach Ar­ti­kel 48 BVG;
b.
die Lis­te der nicht re­gis­trier­ten Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen so­wie der Ein­rich­tun­gen, die nach ih­rem Zweck der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge die­nen.

3 Je­de Ein­tra­gung im Ver­zeich­nis muss die Be­zeich­nung und die Adres­se der Ein­rich­tung so­wie das Da­tum der Auf­sichts­über­nah­me­ver­fü­gung ent­hal­ten. Je­de Ein­tra­gung in der Lis­te muss zu­dem die An­ga­be ent­hal­ten, ob es sich bei der Ein­rich­tung um ei­ne nur in der über­ob­li­ga­to­ri­schen Vor­sor­ge tä­ti­ge Vor­sor­ge­ein­rich­tung, ei­ne Frei­zü­gig­keitsein­rich­tung oder ei­ne Ein­rich­tung der Säu­le 3a han­delt.

4 Das Ver­zeich­nis ist öf­fent­lich und wird im In­ter­net pu­bli­ziert.

Art. 4 Änderung des Verzeichnisses  

1 Will ei­ne re­gis­trier­te Vor­sor­ge­ein­rich­tung nur noch in der über­ob­li­ga­to­ri­schen Vor­sor­ge tä­tig sein, so muss sie die Auf­sichts­be­hör­de um Strei­chung aus dem Re­gis­ter und Ein­tra­gung in die Lis­te er­su­chen und ihr einen Schluss­be­richt vor­le­gen. So­lan­ge die­ser nicht ge­neh­migt ist, bleibt sie im Re­gis­ter ein­ge­tra­gen.

2 Wird ei­ne Ein­rich­tung li­qui­diert oder wech­selt sie ih­ren Sitz in einen Kan­ton, in dem ei­ne an­de­re Auf­sichts­be­hör­de zu­stän­dig ist, so muss sie die Auf­sichts­be­hör­de um Strei­chung der Ein­tra­gung aus dem Ver­zeich­nis er­su­chen und ihr einen Schluss­be­richt vor­le­gen. So­lan­ge die­ser nicht ge­neh­migt ist, wird die Ein­tra­gung nicht ge­stri­chen und bleibt die Ein­rich­tung der bis­he­ri­gen Auf­sichts­be­hör­de un­ter­stellt.

3. Abschnitt: Oberaufsicht

Art. 5 Unabhängigkeit der Mitglieder der Oberaufsichtskommission  

1 Die Mit­glie­der der Ober­auf­sichts­kom­mis­si­on müs­sen fol­gen­de Be­din­gun­gen hin­sicht­lich ih­rer Un­ab­hän­gig­keit er­fül­len. Sie dür­fen nicht:

a.
im An­stel­lungs- oder Auf­trags­ver­hält­nis zum Si­cher­heits­fonds, zur Auf­fan­gein­rich­tung oder zu ei­ner An­la­ge­stif­tung ste­hen;
b.
Mit­glie­der des Vor­stands oder der Ge­schäfts­lei­tung ei­ner im Be­reich der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge ak­ti­ven Or­ga­ni­sa­ti­on sein, aus­ge­nom­men die zwei Ver­tre­te­rin­nen oder Ver­tre­ter der So­zi­al­part­ner;
c.
Mit­glie­der der Ge­schäfts­lei­tung oder des Ver­wal­tungs­rats ei­ner Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft, ei­ner Bank oder ei­nes an­de­ren im Be­reich der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge tä­ti­gen Un­ter­neh­mens sein;
d.
An­ge­stell­te ei­ner Auf­sichts­be­hör­de, der Bun­des­ver­wal­tung oder ei­ner kan­to­na­len Ver­wal­tung sein;
e.
Mit­glie­der ei­ner kan­to­na­len Re­gie­rung sein;
f.
als Rich­ter oder Rich­te­rin im Be­reich der So­zi­al­ver­si­che­run­gen tä­tig sein;
g.
Mit­glie­der der Eid­ge­nös­si­schen Kom­mis­si­on für be­ruf­li­che Vor­sor­ge sein.

2 Sie müs­sen in den Aus­stand tre­ten, wenn im Ein­zel­fall ein per­sön­li­cher oder ge­schäft­li­cher In­ter­es­sen­kon­flikt be­steht.

Art. 6 Kosten der Oberaufsicht  

1 Die Kos­ten der Ober­auf­sichts­kom­mis­si­on und ih­res Se­kre­ta­ri­ats set­zen sich zu­sam­men aus den Kos­ten:

a.
der Sys­tem­auf­sicht und der Ober­auf­sicht über die Auf­sichts­be­hör­den;
b.
der Auf­sicht über die An­la­ge­stif­tun­gen, den Si­cher­heits­fonds und die Auf­fan­gein­rich­tung;
c.
der Leis­tun­gen des Bun­des­amts für So­zi­al­ver­si­che­run­gen (BSV) für die Ober­auf­sichts­kom­mis­si­on und das Se­kre­ta­ri­at.

2 Die Kos­ten wer­den voll­stän­dig durch Ab­ga­ben und Ge­büh­ren ge­deckt.2

3 Die Ober­auf­sichts­kom­mis­si­on setzt die jähr­li­chen Auf­sichts­ab­ga­ben nach Ar­ti­kel 7 Ab­satz 1 Buch­sta­be b und Ar­ti­kel 8 Ab­satz 1 auf der Ba­sis der Kos­ten fest, die ihr und ih­rem Se­kre­ta­ri­at im Ge­schäfts­jahr ent­stan­den sind. 3

2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. Ju­li 2014, in Kraft seit 1. Jan. 2015 (AS 2014 2317).

3 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 2. Ju­li 2014, in Kraft seit 1. Jan. 2015 (AS 2014 2317).

Art. 7 Aufsichtsabgabe der Aufsichtsbehörden 4  

1 Die Auf­sichts­ab­ga­be der Auf­sichts­be­hör­den für das Ge­schäfts­jahr setzt sich zu­sam­men aus:

a.
ei­ner Grund­ab­ga­be von 300 Fran­ken für je­de be­auf­sich­tig­te Vor­sor­ge­ein­rich­tung, die dem Frei­zü­gig­keits­ge­setz vom 17. De­zem­ber 19935 un­ter­stellt ist;
b.
ei­ner Zu­satz­ab­ga­be.

2 Die Zu­satz­ab­ga­be deckt die Kos­ten der Ober­auf­sichts­kom­mis­si­on und ih­res Se­kre­ta­ri­ats für die Tä­tig­keit als Ober­auf­sicht, so­weit die­se nicht aus dem Er­trag der Grund­ab­ga­be und der Ge­büh­ren ge­deckt sind. Sie be­trägt höchs­tens 80 Rap­pen für je­de bei der be­auf­sich­tig­ten Vor­sor­ge­ein­rich­tung ak­tiv ver­si­cher­te Per­son und für je­de von der Vor­sor­ge­ein­rich­tung aus­be­zahl­te Ren­te.

3 Die Ober­auf­sichts­kom­mis­si­on stellt die Auf­sichts­ab­ga­be den Auf­sichts­be­hör­den neun Mo­na­te nach Ab­schluss des Ge­schäfts­jah­res der Ober­auf­sichts­kom­mis­si­on in Rech­nung.

4 Stich­tag für die Er­he­bung der Zahl der Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen, der ak­tiv Ver­si­cher­ten und der aus­be­zahl­ten Ren­ten ist der 31. De­zem­ber des dem Ge­schäfts­jahr der Ober­auf­sichts­kom­mis­si­on vor­an­ge­hen­den Jah­res.

5 Für Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen in Li­qui­da­ti­on wird die Ab­ga­be letzt­mals für das Ge­schäfts­jahr er­ho­ben, in wel­ches die Li­qui­da­ti­ons­ver­fü­gung fällt.

4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. Ju­li 2014, in Kraft seit 1. Jan. 2015 (AS 2014 2317).

5 SR 831.42

Art. 8 Aufsichtsabgabe des Sicherheitsfonds, der Auffangeinrichtung und der Anlagestiftungen 6  

1 Die Auf­sichts­ab­ga­be des Si­cher­heits­fonds, der Auf­fan­gein­rich­tung und der An­la­ge­stif­tun­gen deckt die Kos­ten der Ober­auf­sichts­kom­mis­si­on und ih­res Se­kre­ta­ri­ats für die Tä­tig­keit als Di­rek­tauf­sicht im Ge­schäfts­jahr, so­weit die­se Kos­ten nicht durch die Ge­büh­ren der be­auf­sich­tig­ten Ein­rich­tun­gen und die Ab­ga­ben der An­la­ge­stif­tun­gen auf den Son­der­ver­mö­gen ge­deckt sind. Sie be­rech­net sich nach den Ver­mö­gen der Ein­rich­tun­gen auf­grund fol­gen­der An­sät­ze:

a.
bis 100 Mil­lio­nen Fran­ken: höchs­tens 0,030 Pro­mil­le;
b.
über 100 Mil­lio­nen bis 1 Mil­li­ar­de Fran­ken: höchs­tens 0,025 Pro­mil­le;
c.
über 1 Mil­li­ar­de bis 10 Mil­li­ar­den Fran­ken: höchs­tens 0,020 Pro­mil­le;
d.
über 10 Mil­li­ar­den Fran­ken: höchs­tens 0,012 Pro­mil­le.

2 Sie be­trägt je­doch höchs­tens 125 000 Fran­ken pro Ein­rich­tung. Un­ter­halb der Höchst­an­sät­ze ist das Ver­hält­nis zwi­schen den ein­zel­nen An­sät­zen bei­zu­be­hal­ten.

3 Bei An­la­ge­stif­tun­gen wird pro Son­der­ver­mö­gen ei­ne Ab­ga­be von 1000 Fran­ken er­ho­ben. Als Son­der­ver­mö­gen gilt je­weils ei­ne An­la­ge­grup­pe.

4 Die Ober­auf­sichts­kom­mis­si­on stellt die Auf­sichts­ab­ga­be den Ein­rich­tun­gen neun Mo­na­te nach Ab­schluss des Ge­schäfts­jah­res der Ober­auf­sichts­kom­mis­si­on in Rech­nung.

5 Für die Er­he­bung des Ver­mö­gens und der An­zahl Son­der­ver­mö­gen ist der Jah­res­ab­schluss der Ein­rich­tung im Jahr mass­ge­bend, das dem Ge­schäfts­jahr der Ober­auf­sichts­kom­mis­si­on vor­an­geht.

6 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. Ju­li 2014, in Kraft seit 1. Jan. 2015 (AS 2014 2317).

Art. 9 Ordentliche Gebühren  

1 Für fol­gen­de Ver­fü­gun­gen und Dienst­leis­tun­gen wer­den Ge­büh­ren er­ho­ben, die sich in­ner­halb des Ge­büh­ren­rah­mens nach Zeit­auf­wand be­rech­nen:

Ver­fü­gung, Dienst­leis­tung

Ge­büh­ren­rah­men
in Fran­ken

a.
Auf­sichts­über­nah­me
(ein­sch­liess­lich Ge­neh­mi­gung der Ur­kun­de)

1 000– 5 000

b.
Ge­neh­mi­gung von Än­de­run­gen der Ur­kun­de

500–10 000

c.
Prü­fung von Re­gle­men­ten und de­ren Än­de­run­gen

500–10 000

d.
Prü­fung von Ver­trä­gen

500– 800

e.
Auf­he­bung ei­ner An­la­ge­stif­tung

1 500–20 000

f.
Fu­si­on von An­la­ge­stif­tun­gen

1 000–30 000

g.
Auf­sichts­mass­nah­men

200–50 000

h.7
Zu­las­sung des Ex­per­ten oder der Ex­per­tin für be­ruf­li­che Vor­sor­ge

500–5 000

i.8
Be­fä­hi­gungs­er­klä­rung für Per­so­nen und In­sti­tu­tio­nen nach Ar­ti­kel 48f Ab­satz 5 der Ver­ord­nung vom 18. April 19849 über die be­ruf­li­che Al­ters-, Hin­ter­las­se­nen- und In­va­li­den­vor­sor­ge

500– 5 000

2 Für die Be­rech­nung nach Zeit­auf­wand gilt ein An­satz von 250 Fran­ken pro Stun­de.

7 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. Ju­li 2014, in Kraft seit 1. Jan. 2015 (AS 2014 2317).

8 Ein­ge­fügt durch den An­hang der V vom 8. Mai 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 20131349).

9 SR 831.441.1

Art. 10 Ausserordentliche Gebühr  

1 Für aus­ser­or­dent­li­che In­spek­tio­nen oder auf­wen­di­ge Ab­klä­run­gen wird von den Auf­sichts­be­hör­den je nach Auf­wand ei­ne Ge­bühr von 2000 Fran­ken bis 100 000 Fran­ken er­ho­ben.

2 Für aus­ser­or­dent­li­che Re­vi­sio­nen, Kon­trol­len oder auf­wen­di­ge Ab­klä­run­gen wird von dem Si­cher­heits­fonds, der Auf­fan­gein­rich­tung und den An­la­ge­stif­tun­gen je nach Auf­wand ei­ne Ge­bühr von 2000 Fran­ken bis 100 000 Fran­ken er­ho­ben.

Art. 11 Allgemeine Gebührenverordnung  

So­weit die­se Ver­ord­nung kei­ne be­son­de­re Re­ge­lung ent­hält, gel­ten die Be­stim­mun­gen der All­ge­mei­nen Ge­büh­ren­ver­ord­nung vom 8. Sep­tem­ber 200410.

4. Abschnitt: Bestimmungen über die Gründung von Einrichtungen der beruflichen Vorsorge

Art. 12 Vor der Gründung einzureichende Unterlagen  

1 Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen so­wie Ein­rich­tun­gen, die nach ih­rem Zweck der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge die­nen, müs­sen der Auf­sichts­be­hör­de die not­wen­di­gen Un­ter­la­gen und Nach­wei­se für den Er­lass der Ver­fü­gung über die Auf­sichts­über­nah­me und die all­fäl­li­ge Re­gis­trie­rung vor dem Grün­dungs­akt und vor der Ein­tra­gung ins Han­dels­re­gis­ter zur Prü­fung ein­rei­chen.

2 Sie müs­sen ins­be­son­de­re fol­gen­de Un­ter­la­gen ein­rei­chen:

a.
Ent­wurf der Ur­kun­de oder der Sta­tu­ten;
b.
An­ga­ben über die Grün­der und Grün­de­rin­nen;
c.
An­ga­ben über die Or­ga­ne;
d.
Ent­wurf der Re­gle­men­te, ins­be­son­de­re des Vor­sor­ge­re­gle­ments so­wie des Or­ga­ni­sa­ti­ons- und An­la­ge­re­gle­ments;
e.
An­ga­ben zu Art und Um­fang ei­ner all­fäl­li­gen Rück­de­ckung be­zie­hungs­wei­se zur Hö­he der tech­ni­schen Rück­stel­lun­gen;
f.
An­nah­me­er­klä­rung der Re­vi­si­ons­stel­le und des Ex­per­ten oder der Ex­per­tin für be­ruf­li­che Vor­sor­ge.

3 Für die Prü­fung der In­te­gri­tät und der Loya­li­tät der Ver­ant­wort­li­chen müs­sen sie der Auf­sichts­be­hör­de zu­dem fol­gen­de Un­ter­la­gen ein­rei­chen:

a.
bei na­tür­li­chen Per­so­nen: An­ga­ben über Na­tio­na­li­tät, Wohn­sitz, qua­li­fi­zier­te Be­tei­li­gun­gen an an­de­ren Ge­sell­schaf­ten und hän­gi­ge Ge­richts- und Ver­wal­tungs­ver­fah­ren, einen un­ter­zeich­ne­ten Le­bens­lauf, Re­fe­ren­zen und einen Straf­re­gis­ter­aus­zug;
b.
bei Ge­sell­schaf­ten: die Sta­tu­ten, einen Aus­zug aus dem Han­dels­re­gis­ter oder ei­ne ent­spre­chen­de Be­stä­ti­gung, einen Be­schrieb der Ge­schäftstä­tig­kei­ten, der fi­nan­zi­el­len Si­tua­ti­on und ge­ge­be­nen­falls der Grup­pen­struk­tur so­wie An­ga­ben über ab­ge­schlos­se­ne und hän­gi­ge Ge­richts- und Ver­wal­tungs­ver­fah­ren.
Art. 13 Prüfung durch die Aufsichtsbehörde  

1 Die Auf­sichts­be­hör­de prüft, ob die ge­plan­te Or­ga­ni­sa­ti­on, die Ge­schäfts­füh­rung, die Ver­mö­gens­ver­wal­tung so­wie die Ver­mö­gens­an­la­ge den ge­setz­li­chen und re­gle­men­ta­ri­schen Be­stim­mun­gen ent­spre­chen, ins­be­son­de­re ob der or­ga­ni­sa­to­ri­sche Auf­bau, die Ab­läu­fe und Auf­ga­ben klar und hin­rei­chend ge­re­gelt sind und ob die Ar­ti­kel 51b Ab­satz 2 BVG und 48h der Ver­ord­nung vom 18. April 198411 über die be­ruf­li­che Al­ters-, Hin­ter­las­se­nen- und In­va­li­den­vor­sor­ge ein­ge­hal­ten wer­den.

2 Bei der Prü­fung der Vor­sor­ge­re­gle­men­te ach­tet sie ins­be­son­de­re dar­auf, dass die re­gle­men­ta­ri­schen Leis­tun­gen und de­ren Fi­nan­zie­rung sich auf ei­ne Be­stä­ti­gung des Ex­per­ten oder der Ex­per­tin für be­ruf­li­che Vor­sor­ge stüt­zen, wor­aus her­vor­geht, dass das fi­nan­zi­el­le Gleich­ge­wicht ge­währ­leis­tet ist.

3 Bei der Prü­fung der In­te­gri­tät und Loya­li­tät der Ver­ant­wort­li­chen be­rück­sich­tigt sie ins­be­son­de­re:

a.
straf­recht­li­che Ver­ur­tei­lun­gen, de­ren Ein­trag im Schwei­ze­ri­schen Straf­re­gis­ter nicht ent­fernt ist;
b.
be­ste­hen­de Ver­lust­schei­ne;
c.
hän­gi­ge Ge­richts- und Ver­wal­tungs­ver­fah­ren.
Art. 14 Berichterstattung nach der Gründung  

Die Auf­sichts­be­hör­de kann der Ein­rich­tung der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge in der Start­pha­se auch un­ter­jäh­ri­ge Fris­ten zur Be­richt­er­stat­tung set­zen.

Art. 15 Vor der Gründung zusätzlich einzureichende Unterlagen  

Zu­sätz­lich zu den Un­ter­la­gen nach Ar­ti­kel 12 Ab­sät­ze 2 und 3 müs­sen Sam­mel- und Ge­mein­schaft­sein­rich­tun­gen im Sin­ne von Ar­ti­kel 65 Ab­satz 4 BVG fol­gen­de Un­ter­la­gen ein­rei­chen:

a.
Ent­wurf des An­schluss­ver­trags;
b.
Nach­weis des An­fangs­ver­mö­gens (Art. 17);
c.
Ga­ran­tie­er­klä­rung (Art. 18);
d.
Busi­ness-Plan.
Art. 16 Tätigkeit vor der Aufsichtsübernahme  

Ei­ne Sam­mel- oder Ge­mein­schaft­sein­rich­tung darf kei­ne An­schluss­ver­trä­ge ab­sch­lies­sen, so­lan­ge die Auf­sichts­be­hör­de die Ver­fü­gung über die Auf­sichts­über­nah­me nicht er­las­sen hat.

Art. 17 Anfangsvermögen  

Die Auf­sichts­be­hör­de prüft, ob die Sam­mel- oder Ge­mein­schaft­sein­rich­tung über ein ge­nü­gen­des An­fangs­ver­mö­gen ver­fügt. Das An­fangs­ver­mö­gen ist ge­nü­gend, wenn es die in den ers­ten zwei Jah­ren zu er­war­ten­den Ver­wal­tungs-, Or­ga­ni­sa­ti­ons- und an­de­ren Be­triebs­kos­ten deckt.

Art. 18 Garantie, Rückdeckung  

1 Die Auf­sichts­be­hör­de prüft, ob bei der Er­rich­tung zu­guns­ten der Sam­mel- oder Ge­mein­schaft­sein­rich­tung ei­ne un­wi­der­ruf­li­che, nicht ab­tret­ba­re Ga­ran­tie ei­ner der Eid­ge­nös­si­schen Fi­nanz­mark­tauf­sicht un­ter­ste­hen­den Bank oder ei­ne vol­le Rück­de­ckung ei­ner der schwei­ze­ri­schen oder liech­ten­stei­ni­schen Auf­sicht un­ter­ste­hen­den Ver­si­che­rung vor­liegt.

2 Die Ga­ran­tie muss auf min­des­tens 500 000 Fran­ken lau­ten und mit ei­ner Ver­pflich­tungs­dau­er von fünf Jah­ren ab­ge­schlos­sen wor­den sein. Die Auf­sichts­be­hör­de kann den Min­dest­be­trag auf höchs­tens 1 Mil­li­on Fran­ken er­hö­hen. Für die Fest­le­gung des Be­trags sind das zu er­war­ten­de Vor­sor­ge­ka­pi­tal so­wie die An­zahl der An­schluss­ver­trä­ge und de­ren Min­dest­ver­trags­dau­er mass­ge­bend.

3 Die Rück­de­ckung muss un­künd­bar auf min­des­tens fünf Jah­re fest­ge­legt wor­den sein.

4 Die Ga­ran­tie oder die Rück­de­ckung wird in An­spruch ge­nom­men, wenn vor Ab­lauf ih­rer Gül­tig­keits­dau­er ein Li­qui­da­ti­ons­ver­fah­ren über die Ein­rich­tung er­öff­net wird und ei­ne Schä­di­gung der Ver­si­cher­ten oder Drit­ter oder Leis­tun­gen des Si­cher­heits­fonds nicht aus­ge­schlos­sen sind. Die Bank oder die Ver­si­che­rung leis­tet auf ers­te schrift­li­che Zah­lungs­auf­for­de­rung hin. Zur Zah­lungs­auf­for­de­rung ist al­lein die zu­stän­di­ge Auf­sichts­be­hör­de er­mäch­tigt.

Art. 19 Parität im obersten Organ  

Spä­tes­tens ein Jahr nach dem Er­lass der Ver­fü­gung zur Auf­sichts­über­nah­me ist das obers­te Or­gan der Sam­mel- oder Ge­mein­schaft­sein­rich­tung in pa­ri­tä­ti­schen Wahlen zu be­set­zen.

Art. 20 Änderung der Geschäftstätigkeit  

1 Er­ge­ben sich bei ei­ner Sam­mel- und Ge­mein­schaft­sein­rich­tung we­sent­li­che Än­de­run­gen in ih­rer Ge­schäftstä­tig­keit, so mel­det das obers­te Or­gan dies der Auf­sichts­be­hör­de. Die­se ver­langt den Nach­weis, dass ein so­li­der Fort­be­stand ge­währ­leis­tet ist.

2 Ei­ne we­sent­li­che Än­de­rung liegt ins­be­son­de­re vor, wenn sich die An­zahl der An­schlüs­se oder das De­ckungs­ka­pi­tal in­nert 12 Mo­na­ten um 25 Pro­zent ver­än­dert.

6. Abschnitt: Besondere Bestimmungen über die Gründung von Anlagestiftungen

Art. 21 Vor der Gründung zusätzlich einzureichende Unterlagen  

Zu­sätz­lich zu den Un­ter­la­gen nach Ar­ti­kel 12 Ab­sät­ze 2 und 3 müs­sen An­la­ge­stif­tun­gen fol­gen­de Un­ter­la­gen ein­rei­chen:

a.
Busi­ness-Plan;
b.
er­for­der­li­che Pro­spek­te.
Art. 22 Widmungsvermögen  

Das bei der Grün­dung ge­wid­me­te Ver­mö­gen der An­la­ge­stif­tung muss min­des­tens 100 000 Fran­ken be­tra­gen.

7. Abschnitt: Schlussbestimmungen

Art. 23 Aufhebung bisherigen Rechts  

Fol­gen­de Ver­ord­nun­gen wer­den auf­ge­ho­ben:

1.
Ver­ord­nung vom 29. Ju­ni 198312 über die Be­auf­sich­ti­gung und die Re­gis­trie­rung der Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen;
2.
Ver­ord­nung vom 17. Ok­to­ber 198413 über die Ge­büh­ren für die Be­auf­sich­ti­gung von Ein­rich­tun­gen der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge, mit Wir­kung am 31. De­zem­ber 2014.

12 [AS 1983 829, 1996 146Ziff. I 10, 1998 1662Art. 28 1840, 2004 4279An­hang Ziff. 3 4653, 2006 4705Ziff. II 94]

13 [AS 1984 1224, 2004 4279An­hang Ziff. 4 4653]

Art. 24 Änderung bisherigen Rechts  

Die Han­dels­re­gis­ter­ver­ord­nung vom 17. Ok­to­ber 200714 wird wie folgt ge­än­dert:

15

14 SR 221.411

15 Die Än­de­rung kann un­ter AS 2011 3425kon­sul­tiert wer­den.

Art. 25 Übergangsbestimmungen  

1 Die kan­to­na­le Auf­sichts­be­hör­de in­for­miert die Ober­auf­sichts­kom­mis­si­on über ih­re Er­rich­tung als öf­fent­lich-recht­li­che An­stalt mit ei­ge­ner Rechts­per­sön­lich­keit nach Ar­ti­kel 61 BVG.

2 Für die Ge­büh­ren zu­las­ten der Ein­rich­tun­gen un­ter der di­rek­ten Auf­sicht des BSV gilt die Ver­ord­nung vom 17. Ok­to­ber 198416 über die Ge­büh­ren für die Be­auf­sich­ti­gung von Ein­rich­tun­gen der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge, so­lan­ge die Auf­sicht über die­se Ein­rich­tun­gen nicht den kan­to­na­len Auf­sichts­be­hör­den über­ge­ben wor­den ist.

3 Im Jahr der Auf­sichts­über­ga­be ist die jähr­li­che Auf­sichts­ge­bühr nach al­tem Recht pro ra­ta tem­po­ris bis zum Da­tum der Über­ga­be ge­schul­det. Das BSV legt die Ge­bühr, ge­stützt auf den letz­ten ihm ver­füg­ba­ren Jah­res­be­richt der Ein­rich­tung, in der Ver­fü­gung zur Über­tra­gung der Auf­sicht fest und stellt sie der Ein­rich­tung in Rech­nung.

4 Bis zum En­de des Jah­res, in dem die Auf­sicht an die kan­to­na­len Auf­sichts­be­hör­den über­ge­ben wird, ist die Auf­sichts­ab­ga­be nach Ar­ti­kel 7 durch das BSV ge­schul­det.

5 Das BSV über­gibt die Auf­sicht über die Vor­sor­ge­ein­rich­tung bis am 31. De­zem­ber 2014 der zu­stän­di­gen kan­to­na­len Auf­sichts­be­hör­de; in­ner­halb die­ser Frist legt es den Zeit­punkt der Über­ga­be fest. Zu­stän­dig ist die kan­to­na­le Auf­sichts­be­hör­de am Sitz der Ein­rich­tung im Zeit­punkt der Über­ga­be. So­bald die Ver­fü­gung zur Über­tra­gung der Auf­sicht rechts­kräf­tig ist, wird sie dem Han­dels­re­gis­ter­amt zwecks Än­de­rung des Ein­trags über­mit­telt.

Art. 25a Übergangsbestimmung zur Änderung vom
2. Juli 2014
17  

Ar­ti­kel 6 Ab­sät­ze 2 und 3 so­wie die Ar­ti­kel 7 und 8 der Än­de­rung vom 2. Ju­li 2014 sind erst­mals für das Ge­schäfts­jahr 2014 an­wend­bar.

17 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 2. Ju­li 2014, in Kraft seit 1. Jan. 2015 (AS 2014 2317).

Art. 26 Inkrafttreten  

Die­se Ver­ord­nung tritt am 1. Ja­nu­ar 2012 in Kraft.

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